Zeitdruck erschwert 72 Prozent der Journalisten die Arbeit

In zunehmendem Zeitdruck sehen 72 Prozent der österreichischen Journalisten die größte Herausforderung bei ihrer Arbeit. Es folgen mit 52 Prozent die tägliche Informationsflut und mit 48 Prozent die aufwendige Aufbereitung der Inhalte für unterschiedliche Kanäle. Das geht aus dem aktuellen Journalistenbarometer hervor, einer Studie von Marketagent in Kooperation mit Ecker & Partner, für die 511 Journalisten aus Österreich, Deutschland und der Schweiz befragt wurden. Aus Österreich nahmen 152 Journalisten teil.

Außer Zeitdruck und Informationsflut erschweren Fake-News die Arbeitsbedingungen von Journalisten. Jeder Dritte hat laut Journalistenbarometer Probleme, falsche Nachrichten als solche zu erkennen. Besonders kritisch stufen 59 Prozent der Befragten auch die Erfüllung der Kontrollfunktion der Medien als vierte Gewalt im Staat ein. Nicht zuletzt aufgrund der sozialen Medien sei es schwieriger geworden, diese Aufgabe zu erfüllen.

Die Netzwerke werden zwar als nützliches Recherche-Instrument, von 40 Prozent aber auch als Konkurrenz gesehen. 96 Prozent der Journalisten gebrauchen zumindest einen Social-Media-Kanal zur Recherche. 77 Prozent verbreiten darüber eigene Beiträge, und zwar über Facebook (69 Prozent), Twitter (29 Prozent) und Instagram (27 Prozent). Bei Recherchezwecken liegt Youtube mit 68 Prozent an erster Stelle.

Geht es darum, sich aktiv über Politik zu informieren, nimmt bei den Österreichern (befragt wurden im September 500 Österreicherinnen und Österreicher zwsichen 16 und 69 Jahren) das Fernsehen mit 68 Prozent den Spitzenplatz ein. Es folgen mit 55 Prozent das Gespräch in der Familie, mit Freunden oder Bekannten, 46 Prozent drehen das Radio auf. Social-Media-Profile von Parteien oder Politikern werden von 18 Prozent der Bevölkerung als Quelle genützt, aber nur zehn Prozent stufen sie auch als glaubwürdig ein. Die höchste Glaubwürdigkeit bei politischen Themen genießt das Fernsehen mit 53 Prozent Zustimmung, gefolgt von Radio (42 Prozent) und Nachrichtenwebsites (39 Prozent).

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