Verlage und Start-ups entdecken Mobilitäts-Magazine für sich

Benzin im Blut – das war einmal. Der Automarkt steht zunehmend unter Strom, neue Technologien rücken in den Fokus, vor allem Elektro-Antriebe. Am großen E kommt niemand mehr vorbei – und da tut sich ein Markt für Medien auf. Rund ein Dutzend ernstzunehmende Magazine und Infodienste tummeln sich im deutschsprachigen Raum, die meisten erscheinen zweimonatlich oder quartalsweise, zusammen verbreiten sie eine Auflage von rund 400000 Exemplaren. Hinzu kommen Onlineportale und Blogs wie Electrive.net, Elektroauto-news.net oder Emobly.com, das TV-Moderator und Journalist Richard Gutjahr mitgegründet hat und nun als Chefredakteur leitet.

Was auffällt: Es sind überwiegend kleinere Verlage und Start-ups, die sich mit eigenständigen Publikationen der modernen Mobilität widmen. Das gilt inzwischen auch für Edison, das vor drei Jahren unter dem Geburtsnamen E-Vision innerhalb der Handelsblatt-Familie mit großem Aufschlag startete: Als Supplement lag es dem Handelsblatt und verwandten Titeln wie Wirtschaftswoche, VDI Nachrichten, Zeit und Tagesspiegel bei. Gesamtauflage 1,1 Millionen Stück, Reichweite 3,5 Millionen Leser.

Die Resonanz darauf sei prima gewesen, der Tenor: „Wann kommt die nächste Ausgabe?“, berichtet Franz W. Rother, der die Idee mit dem damaligen Verlagschef Gabor Steingart umsetzte. Im September 2017 feierte dann Edison mit gedruckten 80000 Exemplaren Premiere. Ein Blitzstart gelang nicht, die zwischenzeitliche Neuaufstellung der Handelsblatt Media inklusive Steingart-Abgang tat ein Übriges – und nun haben die Düsseldorfer das Licht ausgeknipst.

Für Edison geht’s trotzdem weiter: Chefredakteur Rother übernimmt den Titel im Management-Buy-out zum 1. Oktober in die Edison Media in Köln. „Wir erklären, wie man Mobilität neu und nachhaltig denkt, wie das konkret funktionieren und im Alltag aussehen kann.“ Er ist überzeugt, dass „Edison als Innovations- und Zukunftsmagazin noch viel Potenzial hat“. Der Copypreis bleibt bei 8,50 Euro, die Frequenz bei vierteljährlich.

Rother baut auf Erfahrungen aus der Anfangszeit. „Der Bedarf an persönlichem Austausch über dieses Thema ist riesig“, sagt er. Zusammen mit Partnern hat er bislang schon 25 „Edison Talks“ veranstaltet, ein Format, das anfangs eher als Marketing-Plattform gedacht war und nun zum relevanten Geschäftsfeld wurde. Zudem sollen weitere Edison-Konferenzen stattfinden, Pläne für eine Academy und Ideen für Consulting gedeihen.

Das Jahr 2017 war ein gründungsreiches für die Medien der „Generation E“. Erstmal erschienen auch Arrive, Electrified, eTecMag und Vision Mobility. Schon 2013 hatte Matthias Herbig ein fertiges Konzept in der Schublade, dann „war die Zeit reif“, sagt der Eigentümer und CEO von Electrified Media. Bei einer Druckauflage von 35.000 Stück entwickelt sich das Magazin eher stetig, aber leicht über Plan. Den Übergang vom Nischen- zum Multi-Milliarden-Markt rund um Mobilität erwartet Herbig in den nächsten fünf Jahren, entsprechend werde die Nachfrage nach Medien wachsen. „Als einer der Pioniere sind wir durch unsere Kompetenz gut positioniert“, so Herbig.

Dazu hat er in Frank Mertens einen erfahrenen Chefredakteur verpflichtet, der daneben weiterhin sein eigenes Onlineportal Autogazette betreibt. „Wir legen Wert auf eigenrecherchierte Storys und starke Haptik. Es geht darum, die Geschichten in den Alltag unserer Leser zu transportieren.“ In diesem Ansatz ähneln sich Edison und Electrified sehr. Herbig und Mertens sind sicher, dass das Thema moderne Mobilität auf Papier gut aufgehoben ist. „Inhalte vertiefen, Dinge erklären, dafür muss man sich Zeit nehmen – und das funktioniert in Printmedien einfach besser.“

Ihre Zielgruppe, in der Mehrheit höher gebildet, kaufkräftig, ökologisch orientiert, ist digital geprägt, aber nicht printabstinent. „Wir sprechen Menschen an, für die Nachhaltigkeit der neue Lifestyle ist“, sagt Herbig. In der Regel sind bis zu einem Zehntel der über 100 Seiten einer Ausgabe Anzeigen, sie stammen überwiegend von bekannten Automarken und -zulieferern. „Das Interesse ist groß, wir laufen offene Türen ein“, erklärt der Magazingründer.

Dazu hat er in Frank Mertens einen erfahrenen Chefredakteur verpflichtet, der daneben weiterhin sein eigenes Onlineportal Autogazette betreibt. „Wir legen Wert auf eigenrecherchierte Storys und starke Haptik. Es geht darum, die Geschichten in den Alltag unserer Leser zu transportieren.“ In diesem Ansatz ähneln sich Edison und Electrified sehr. Herbig und Mertens sind sicher, dass das Thema moderne Mobilität auf Papier gut aufgehoben ist. „Inhalte vertiefen, Dinge erklären, dafür muss man sich Zeit nehmen – und das funktioniert in Printmedien einfach besser.“

Ihre Zielgruppe, in der Mehrheit höher gebildet, kaufkräftig, ökologisch orientiert, ist digital geprägt, aber nicht printabstinent. „Wir sprechen Menschen an, für die Nachhaltigkeit der neue Lifestyle ist“, sagt Herbig. In der Regel sind bis zu einem Zehntel der über 100 Seiten einer Ausgabe Anzeigen, sie stammen überwiegend von bekannten Automarken und -zulieferern. „Das Interesse ist groß, wir laufen offene Türen ein“, erklärt der Magazingründer.

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