Tinder, Grindr und Co: Studie zeigt, wie beliebte Apps die Nutzer ausspionieren

Die Dating-App Grindr soll das seit Mai 2018 gültige EU-Datenschutzrecht (DSGVO) verletzen. Das geht aus einer Untersuchung des norwegischen Verbraucherschutzverbands NCC hervor. Gemeinsam mit der NGO Noyb wurden bereits drei formelle Beschwerden gegen die App bei der norwegischen Datenschutzbehörde eingereicht, in Österreich soll dies ebenfalls bald der Fall sein.

Insgesamt hat NCC für seine „Out of Control“-Kampagne für mehr Privatsphäre neben Grindr weitere beliebte Apps wie die Dating-App Tinder, die Make-up-App Perfect 365 oder die Menstruations-App Mydays untersucht. Es wurde jeweils erhoben, welche Daten an welche Drittanbieter weitergegeben werden, berichtet der Verein für Konsumenteninformation (VKI). Das Ergebnis: Die zehn Apps lieferten sensible Daten an 135 Unternehmen, unter anderem die IP-Adresse und GPS-Standorte, Daten über sexuelle Ausrichtung, politische Einstellung und eingenommene Medikamente. Empfänger sind zum Teil bekannte Technologieriesen – so bekommt Googles Marketingdirma Doubleclick von acht der zehn untersuchten Apps Daten übermittelt, Facebook sogar von neun –, aber auch Firmen wie Open X und Brace werden beliefert, warnt der VKI.

„Jedes Mal, wenn du eine App wie Grindr öffnest, erhalten Werbenetzwerke deinen GPS-Standort, Gerätekennungen und sogar die Tatsache, dass du eine Dating-App für Homosexuelle benutzt. Dies ist eine eklatante Verletzung der EU-Datenschutzgesetze“, sagt Max Schrems, Vorsitzender des europäischen Datenschutzzentrums Noyb (None of Your Business, „Das geht dich nichts an“).

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