SAP trotz Wachstums mit Verlusten

Das SAP-Geschäft brummt – dennoch haben hohe Kosten für den laufenden Personalumbau den Softwarekonzern zum ersten Mal seit langer Zeit in einem Quartal ins Minus gedrückt. Grund für den Verlust sind die Kosten für den angekündigten Umbau in der Belegschaft. Auf das Gesamtjahr gesehen werde SAP aber schwarze Zahlen schreiben.

SAP hatte im Januar angekündigt, in diesem Jahr rund 4400 Mitarbeiter umzuschulen, auf andere Positionen zu versetzen und auch mit Abfindungen in den Vorruhestand zu schicken, damit die Firma mit den Veränderungen in der IT-Branche mithalten könne. Bis Anfang Mai können sich Beschäftigte noch für das Abfindungsprogramm anmelden. Bei dem vorigen Programm dieser Art im Jahr 2015 hatten sich deutlich mehr Mitarbeiter gemeldet als zunächst erwartet.

Trotzdem soll die Mitarbeiterzahl in diesem Jahr weiter steigen. Zuletzt hatte SAP dank der jüngsten Übernahmen rund 98.700 Beschäftigte, kommendes Jahr könnten es nach den Worten von Vorstandschef Bill McDermott 105.000 sein.

Unterm Strich belief sich das Minus im ersten Quartal auf 108 Millionen Euro nach 708 Millionen Euro Gewinn im Vorjahreszeitraum. Finanzchef Mucic veranschlagte für den Umbau im ersten Quartal 886 Millionen Euro. Das dürfte der Großteil der Kosten sein.

Zuletzt war SAP an der Börse 123 Milliarden Euro wert – gut ein Drittel mehr als Allianz oder Siemens. McDermott ist das nicht genug. Kürzlich wiederholte er seine Ambitionen, den Marktwert bis 2023 auf 250 Milliarden bis 300 Milliarden Euro hochschrauben zu wollen.

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