OE24 bekommt bundesweite Radiolizenz

OE24 tauscht ihre Regional- und Lokalradios wie Antenne Salzburg, Oe24-Programme von Wien bis Vorarlberg und einen Teil der bisherigen Lounge-FM-Kanäle ein. Sie ersparen sich damit teure lokale Programmelemente. Doch der weitere bundesweite Radiokanal kommt in einer späten Phase von Ukw-Radio.

Kronehit, bisher einziger bundesweiter Privatsender, konzentriert sich erfolgreich und hitlastiger auf eine jüngere Zielgruppe. Österreichs weiterhin weitaus erfolgreichster Radiosender, der ORF-Popkanal Ö3, muss ein weitaus breiteres Publikum abdecken und kann sich nicht so gezielt wie Kronehit um die Jüngeren kümmern.

In der Sammlung der Fellner-Radios, die nun in die zweite bundesweite Lizenz eingebracht werden, sticht vor allem die Antenne Salzburg hervor: Österreichs zweiter legaler Privatsender (damals Radio Melody) hat mit seinem älteren, regional geprägten AC-Format mit der etwas älteren Kernzielgruppe zwischen 25 und 49 Jahren den größten Publikumserfolg unter den Fellner-Kanälen. Doch nun geht die landesweite Antenne Salzburg der Fellners laut Bescheid in der bundesweiten Lizenz auf.

In Wien, dichtester und härtester Radiomarkt des Landes, spielt der Sender mit 1,1 Prozent Tagesreichweite beim Gesamtpublikum ab zehn Jahren wie in der Werbezielgruppe bis 49 auch nach vielen Anläufen nicht vorne mit.

Weitere Fellner- und relevante Lounge-Sender kommen (jeweils auf das gesamte Bundesland umgelegt und beim Gesamtpublikum ab zehn Jahren laut Radiotest 2018/4) auf 0,6 Prozent Tagesreichweite in Niederösterreich und 0,2 im Burgenland (Oe24 Wien), zweimal 0,3 Prozent in der Steiermark, 0,5 Prozent in Kärnten (Lounge), 0,3 in Oberöstereich (Oe24), 1,6 Prozent in Tirol (Antenne Tirol) und 0,4 in Vorarlberg (Oe24).

Lounge FM in Wien (eine immer neu befristete Veranstaltungslizenz) sowie in Oberösterreich und Innsbruck sollen beim bisherigen Betreiber Florian Novak bleiben.

Das zweite bundesweite Ukw-Privatradio mit Lizenz über zehn Jahre startet in herausfordernden Zeiten auch für Radiosender und ihre bisher genutzte Übertragungstechnologie: Ende Mai soll nach Wien DAB+ bundesweit starten, zunächst in Wien, Linz und Graz und zum Start 60 Prozent der österreichischen Bevölkerung erreichen können.

DAB+ kostet einen Bruchteil der Ukw-Übertragung, braucht aber auch neue Empfangsgeräte. Bei relevanter Verbreitung ließe sich sich diese Sendetechnik relativ günstig parallel betreiben, für knapp sechsstellige Beträge pro Jahr ist man schon bundesweit dabei. Auf Ukw bundesweit zu senden, ist vielfach teurer.

Die klassische Radionutzung geht selbst nach den Daten des Radiotest zurück, besonders deutlich sichtbar im großstädtischen Markt Wien – wohl zurückzuführen auf Streamingangebote.

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