Vertrauter Erdogans dominiert nun die Medien der Türkei

Am 21.03. wurde bekannt, dass Aydin Dogan, ein weiterer türkischer Tycoon, nun seine Medienunternehmen an Demirören verkauft. Für Demirören ist der Deal ein Scoop: Zu dem Reich von Dogan gehörten unter anderem die „Hürriyet“, die auflagenstärkste türkische Zeitung, die Fernsehsender CNN Türk und Kanal D, die Nachrichtenagentur DHA. Demirören wird zu einem der mächtigsten Medienmanager der Türkei.

Für den Journalismus in der Türkei, dessen Freiheit durch die Repressionen durch die Regierung ohnehin stark eingeschränkt ist, ist Dogans Rückzug dagegen ein weiterer schwerer Schlag: Zwar waren Hürriyet und CNN Türk zuletzt längst nicht mehr so kritisch und bissig wie noch vor einigen Jahren, trotzdem bemühten sie sich, ihre Unabhängigkeit zumindest halbwegs zu bewahren. Die Agentur DHA war ein letzter Konkurrent zur staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu Ajans, die mehr oder weniger als PR-Agentur für die Regierung agiert.

Unter Demirören dürfte die Dogan-Medien nun das gleiche Schicksal ereilen wie zuvor „Milliyet“ oder „Vatan“: Die Berichterstattung dürfte weitgehend gleichgeschaltet werden, unliebsame Journalisten droht die Entlassung.

Erdogan erhält, eineinhalb Jahre vor wichtigen Präsidentschaftswahlen, noch breiteren Raum für seine Kampagnen. Schon jetzt kontrolliert seine Regierung beinahe sämtliche Medien. Oppositionspolitiker finden in türkischen Zeitungen und im Fernsehen kaum noch statt oder werden als Terroristen denunziert. Durch die Übernahme der Dogan-Medien durch Demirören dürfte sich dieser Trend weiter verschärfen.

Die Leserinnen und Leser in der Türkei können allenfalls noch auf einige wenige Publikationen wie „Cumhuriyet“, „Evrensel“ oder „Birgün“ ausweichen, deren Auflage jedoch gering ist und die unter massivem Druck durch die Regierung stehen – oder auf Onlineportale wie „Diken“. Die Organisation „Reporter ohne Grenzen“ kommentierte auf Twitter: „Erdogans Übernahme der Medien ist komplett“.

„Spiegel“: Brinkbäumer-Abschied?

Klaus Brinkbäumer ist bereits seit mehr als drei Jahren Chefredakteur beim „Spiegel“, nach der wilden Büchner-Zeit war er es auch, der wieder Ruhe in den Verlag brachte. Zumindest nach außen hin gibt es seit 2015 weniger Streitereien. Mit der Ruhe könnte es demnächst aber vorbei sein, Brinkbäumer könnte nämlich schon bald seinen Job verlieren.

So würden die Geschäftsführer der Spiegel Mitarbeiter KG, die 50,5 Prozent der Anteile des Verlags hält, bereits den Markt nach geeigneten Kandidaten sondieren. Gruner + Jahr, das 25,5 Prozent hält und einem neuen Chefredakteur zustimmen muss, habe ebenfalls nichts gegen eine Neubesetzung des Postens.

Zuckerberg gesteht Fehler ein

Lange hat Mark Zuckerberg zur Datenaffäre rund um Cambridge Analytica geschwiegen. Am Mittwoch äußerste sich der Facebook-Chef erstmals öffentlich. „Es ist unsere Verantwortung, eure Daten zu schützen“, schrieb er in seinem sozialen Netzwerk an die Facebook-Gemeinschaft. „Und wenn wir dazu nicht in der Lage sind, dann haben wir es nicht verdient, euch zu dienen.“

Am Wochenende war bekannt geworden, dass die Datenanalyse-Firma Cambridge Analytica sich unerlaubt Zugang zu Daten von mehr als 50 Millionen Facebook-Nutzern verschaffen konnte. Die Firma soll im US-Wahlkampf entscheidend dabei geholfen haben, Facebook-Anhänger des heutigen US-Präsidenten Donald Trump zu mobilisieren und zugleich potenzielle Wähler der Gegenkandidatin Hillary Clinton vom Urnengang abzubringen.

Apps werden untersucht

  • Facebook will alle Apps unter die Lupe nehmen, die Zugang zu großen Mengen an Nutzerdaten hatten, bevor das soziale Netzwerk den Zugriff auf diese im Jahr 2014 zurückgeschraubt hatte.
  • Alle Apps mit verdächtigen Aktivitäten sollen vollumfänglich überprüft werden. Entwicklern, die einer Untersuchung nicht zustimmen, will Facebook den Zugang zu seiner Plattform verweigern.

Datenzugriff für Entwickler soll weiter eingeschränkt werden
Bereits 2014 hat Facebook seine Datenschutzrichtlinien verschärft. Nun sollen sie noch weiter angepasst werden, um künftigen Missbrauch zu verhindern.

  • Facebook will die Daten seiner Mitglieder, die über Facebook andere Apps nutzen, nicht mehr an deren Entwickler übermitteln, wenn die Programme seit drei Monaten nicht mehr benutzt wurden.
  • Beim Einloggen in Apps per Facebook-Account sollen in Zukunft nur noch Name, Profilfoto und E-Mailadresse geteilt werden.

Mehr Transparenz

  • Ab April sollen Facebook-Nutzer oben in ihrem Newsfeed sehen, welchen Apps sie Zugriff auf ihre Daten gestatten.
  • Dort sollen sie auch die Zugriffsrechte der Programme direkt deaktivieren können. Laut Zuckerberg gibt es solch ein Tool bereits in den Privatsphäre-Einstellungen. Wo genau, schrieb er jedoch nicht.

Nach seinem Facebook-Post zeigten sich zumindest die Anleger erleichtert. Die Aktie des Konzerns verteuerte sich zwischenzeitlich um mehr als vier Prozent und ging mit einem Plus von 0,7 Prozent aus dem Handel.

Auch die Nummer zwei des Konzerns, Sheryl Sandberg, äußerste sich erstmals am Mittwoch öffentlich zu der Affäre – ebenfalls auf Facebook. Dabei wiederholte sie jedoch nur das, was Zuckerberg bereits geschrieben hatte.

Sandberg nannte die Vorkommnisse eine riesige Verletzung des Vertrauens der Menschen. Sie bereue, dass Facebook nicht genug getan habe, um das Problem anzugehen. Eine Entschuldigung gab es von ihr bislang nicht.

Bornemann wechselt von der RTL Group zu Facebook

Fast 15 Jahre war Jens-Uwe Bornemann für die RTL Group und FremantleMedia tätig, nun hat er sich für einen Wechsel zu Facebook entschieden. Dort soll er künftig unter anderem die Beziehungen mit der Film- und Fernsehindustrie verantworten.

Darüber hinaus ist geplant, für die Regionen Deutschland, Österreich, Schweiz, BeNeLux, Osteuropa und Russland länderspezifische Marktstrategien zu entwickeln, die die regionalen Bedürfnisse der Partner widerspiegeln, wie es heißt. Bornemann war fast 15 Jahre in leitenden Positionen in der RTL Group, bei FremantleMedia und der UFA tätig. So gründete er in dieser Zeit unter anderem das UFA Lab und war am Aufbau des das Multi-Channel Networks Divimove und des Video-Creator-Fan-Festivals „Videodays“ beteiligt. Vor einem Jahr hatte er schließlich eine globale Rolle bei FremantleMedia und der RTL Group übernommen.

Streik legt Amazon-Logistikzentrum in Spanien lahm

Erstmals sind Amazon-Beschäftigte in Spanien in einen Streik getreten. Im Logistikzentrum in San Fernando de Henares nahe der Hauptstadt Madrid legten nach Gewerkschaftsangaben 98 Prozent der Beschäftigten die Arbeit nieder. Es gebe dort „so gut wie keine Aktivität“, sagte Ana Berceruelo von der Gewerkschaft CCOO.

Amazon selbst erklärte, am „direkten Dialog“ mit den Arbeitnehmervertretern festhalten und die bestmöglichen Arbeitsbedingungen bieten zu wollen. Auch in Deutschland gibt es zwischen Amazon und der Gewerkschaft Verdi einen Tarifstreit, der sich mittlerweile seit Jahren hinzieht. Die Gewerkschaft fordert eine Bezahlung der Amazon-Beschäftigten nach den Tarifverträgen des Einzel- und Versandhandels. Amazon betont stets, es könne auch ohne Tarifvertrag ein fairer und verantwortungsvoller Arbeitgeber sein.

Cécile Frot-Coutaz: erste YouTube-Europachefin

Youtube bekommt zum ersten Mal eine Europachefin. Wie die Google-Tochter bekannt gab, ist Cécile Frot-Coutaz zur Head of Youtube in Europa, dem Mittleren Osten und Afrika (EMEA) ernannt worden. Die Stelle gab es zuvor nicht. Frot-Coutaz wechselt von Fremantle Media, wo sie als CEO tätig war. Wann die Managerin die neue Stelle antritt, ist noch unklar.

Die Youtube-Europachefin in spe kommt vom Medienunternehmen Fremantle Media, das seit 2008 Youtube-Partner ist. Zudem ist das Unternehmen der weltweit größte TV-Produktionspartner der Plattform. Unter der Führung von Frot-Coutaz hat Fremantle Media seine Präsenz zur Unterstützung von globalen On-Air-Marken wie Got Talent („Das Supertalent“) und Idol („Deutschland sucht den Superstar“) ausgebaut.

Gelbe Seiten starten eigenes Stellen-Portal und richten Sprach-Assistenten ein

„Jobs vor Ort“ – so lautet der Name für das neue Stellen-Portal, mit dem die Gelbe Seiten-Anbieter ab sofort beim Wettbewerb um die digitalen Stellen-Anzeigen mitmischen wollen. Die Branchen-Verzeichnis-Anbieter wenden sich mit ihrem Portal primär an kleine und lokale Unternehmen, die gezielt Job-Interessenten in der Region ansprechen möchten. Das neue Portal Jobs vor Ort kooperiert mit Partner wie StepStone oder Xing.

China verstärkt Kontrolle über Medienbereich

China verstärkt die staatliche Kontrolle über die Medien und bündelt die Aufsicht über Filme, Nachrichten und andere Bereiche unter der mächtigen Öffentlichkeits-Behörde. Die Umorganisation bedeute, dass dieses Amt eine „besondere und wichtige Rolle in der Propaganda-Ideologie und der kulturellen Unterhaltung“ spiele, hieß es in einer Notiz des Zentralkomitees der kommunistischen Partei.

Brancheninsider verweisen darauf, dass die ohnehin schon strenge Zensur nun weiter verschärft werden dürfte. Erst im vergangenen Jahr hatte das Vorgehen gegen Inhalte im Internet Filmemacher, Blogger und andere Medienschaffende sehr verunsichert. Die Kommunistische Partei Chinas setzt verstärkt auf Filme, Rap-Musik und Videospiele, um ihre Ziele zu verbreiten und den Kontakt zur Jugend zu halten. Es sei damit zu rechnen, dass künftig mehr patriotische Filme zu sehen seien, sagte Xu Juan, Analyst bei Broker Huatai Securities.

Micron steigert Gewinn

Beim US-Chiphersteller Micron Technology laufen die Geschäfte überraschend gut. Der Hersteller von Speicherchips für Smartphones und Computern steigerte seinen Umsatz im zweiten Quartal um rund 58 Prozent auf 7,35 Milliarden Dollar. Der Gewinn vervierfachte sich nahezu auf 3,31 Milliarden Dollar.

Für das laufende Quartal hob der Konzern seine Umsatzprognose auf 7,2 bis 7,6 Milliarden Dollar an. Bislang war Micron von 7,2 bis 7,35 Milliarden Dollar ausgegangen.

Erstes europäisches Kino mit Bildwand statt Projektion

In Zürich öffnet der erste Kinosaal mit Samsung Cinema LED Screen in 3D, der die klassische Projektionstechnik ablöst.

Der von Samsung entwickelte, 10,3 Meter breite und 5,4 Metern hohe Cinema LED Screen, den der Hersteller künftig unter dem Markennamen „Onyx Cinema LED“ vertreiben wird, bietet eine Auflösung von 4K (4096 × 2160 Pixel). Tritt man näher an die Leinwand heran, kann man erkennen, dass sie tatsächlich aus 96 Einzelmodulen besteht, die sich individuell tauschen lassen. Ein nahtloser Einbau und eine hochpräzise Kalibrierung lassen bei gewöhnlichem Sitzabstand aber tatsächlich den Eindruck einer soliden schwarzen Wand entstehen.

Einen Vorhang oder ähnliches gibt es nicht: Die beim jeweiligen Bildformat nicht genutzten Pixel werden einfach abgeschaltet. Die schwarzen Balken sind hier aber auch wirklich schwarz, nicht grau wie bei vielen LCD-Fernsehern.

Die Eintrittspreise sollen für den Saal laut Kinobertreiber übrigens nicht erhöht werden.

Travis Kalanick wird Immobilien-Sanierer

Erstmals seit seinem Rauswurf bei Uber setzt sich Travis Kalanick wieder auf den Chefsessel eines Start-up-Unternehmens. Der Mitgründer und frühere Chef der Mitfahr-App meldete per Twitter eine erste Beteiligung seines kürzlich gestarteten Investmentfonds 10100. Der Fonds habe für 150 Millionen Dollar einen Anteil und damit auch die Kontrolle am Immobilien-Start-up City Storage Systems (CSS) in Los Angeles übernommen, so Kalanick. Das Unternehmen sei auf die Sanierung in Schieflage geratener Immobilien insbesondere in den Bereichen Parkhäuser, Einzelhandel sowie Industrie spezialisiert. Kalanick, so der Tweet weiter, werde dort als CEO tätig sein.

SAP holt Google-Managerin in den Aufsichtsrat

SAP will die Google-Cloud-Expertin Diane Greene in den Aufsichtsrat holen. Greene werde den Aktionären als Nachfolgerin des ehemaligen Siemens-Vorstands Klaus Wucherer vorgeschlagen. Die Gründerin des Spezialisten für Virtualisierungssoftware VMWare ist bei der Alphabet-Tochter Google für das Cloud-Geschäft verantwortlich und sitzt im Alphabet-Verwaltungsrat.

SAP und Google arbeiten im Cloud-Geschäft bereits eng zusammen, wo Anwendungen und Speicherplatz über das Internet bereitgestellt werden. Die Hauptversammlung von SAP findet am 17. Mai statt.

„Wired“ stirbt als Magazin und wird Digitalmarke

„Wired“ hat als Printmedium ausgedient und soll sich nun als Digitalmarke etablieren – und zwar von München aus. Und ohne den bisherigen Chefredakteur.

Wie Condé Nast mitteilt, hat Chefredakteur Nikolaus Röttger die redaktionelle Verantwortung bei dem Magazin abgegeben. Röttger, der seit dem Launch im Jahr 2014 die redaktionellen Angebote sowie die Campus- und Consulting-Services von „Wired“ entwickelt, aufgebaut und geleitet hat, wird den Titel verlassen. Im Sommer soll es eine neue Redaktionsleitung geben. In der Übergangsphase werde er den Titel noch „beratend begleiten“, heißt es.

Röttger ist nicht der einzige, der „Wired“ verlässt. Laut einer Sprecherin werden im Zuge der Neupositionierung auch Stellen „im einstelligen Bereich“ wegfallen. Grund ist nicht etwa die fehlende Bereitschaft der Mitarbeiter, von Berlin nach München zu ziehen, wo der Titel in der Zentrale des Condé Nast Verlags künftig von der digitalen Infrastruktur, der räumlichen Nähe zu anderen Titeln und zu den Produkt-, Tech- und Audience-Development-Teams profitieren soll. Sondern vor allem der Wegfall der Printausgabe, die ursprünglich 10 Mal im Jahr und ab Herbst 2015 nur noch quartalsweise erschien. Auch die inhaltliche Neujustierung von Wired.de – das Angebot soll sich künftig thematisch auf große disruptive Technologien wie Blockchain, Internet of Things, Artificial Intelligence oder Mobilitätstechnologien konzentrieren – spielt eine Rolle.

Nutzerdaten: Facebook droht Billionenstrafe

Facebook gerät unter stärkeren politischen Druck nach Berichten, wonach eine Datenanalyse-Firma aus dem Wahlkampf von Donald Trump sich unerlaubt Zugang zu Daten von über 50 Millionen Nutzern verschaffen konnte.

Abgeordnete in den USA und Europa forderten Antworten von der Facebook-Spitze um Mark Zuckerberg. Einwände von Facebook-Managern, dass dabei keine Facebook-Systeme gehackt wurden, sondern rechtmäßig erhaltene Daten illegal weitergegeben wurden, gossen eher Öl ins Feuer und ließen Rufe nach mehr Regulierung für Online-Plattformen lauter werden.

In Großbritannien forderte der Vorsitzende des Parlamentsausschusses für Digitales und Medien, Damian Collins, mehr Vollmachten für die britische Datenschutz-Aufsicht. Sie müsse auch das Recht bekommen, hinter die Kulissen der Unternehmen zu schauen, um sicherzustellen, dass sie das Gesetz befolgten. EU-Justizkommissarin Very Jourova schrieb bei Twitter, die Berichte seien „schrecklich, wenn sie sich bestätigen“. „Wir wollen so etwas in der EU nicht.“

Nun könnte sich auch die US-Handelsaufsicht FTC einschalten. Die Affäre könnte ein Datenschutz-Abkommen verletzen, das Facebook mit der FTC geschlossen hatte. Ein Verstoß dagegen kann, pro Einzelfall, mit bis zu 40.000 US-Dollar Strafe geahndet werden. Bei bis zu 50 Millionen betroffenen Usern wären das zwei Billionen US-Dollar.

Laut dem früheren Chef der Konsumentenschutzabteilung der FTC sei dies die Maximalstrafe. Es sei unwahrscheinlich, dass Facebook diese Summe bezahlen müsse, da die Daten nicht absichtlich weitergegeben wurden, sondern es ein fahrlässiger Umgang mit den Daten war. Die Geldstrafe könnte dennoch sehr hoch ausfallen.

Facebook-Aktie verliert nach Datenaffäre mehr als sechs Prozent

Facebook-Aktien sind in den USA abgestürzt. Nachdem die Papiere zum Handelsstart an der Wall Street zunächst knapp fünf Prozent im Minus lagen, weiteten sich die Verluste im Verlauf auf über sechs Prozent aus.

Der Konzern eingeräumt, dass die Datenanalysefirma Cambridge Analytica und einige Forscher die Auflagen des weltgrößten Internet-Netzwerks verletzt hätten. So wertete Cambridge Analytica private Informationen von mehr als 50 Millionen Facebook-Nutzern aus und unterstützte mit den Ergebnissen den Wahlkampf von US-Präsident Donald Trump.

Nun wollen auch die EU-Abgeordneten Facebook wegen der neuen Daten-Affäre unter die Lupe nehmen. EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani kündigte eine Untersuchung an. Tajani sagte, es werde nun geprüft, ob es zu einem Missbrauch der Daten gekommen sei. Zugleich rief er den US-Konzern zu mehr Verantwortung beim Umgang mit Daten auf. EU-Justizkommissarin Vera Jourova will bei ihrem US-Besuch mit Facebook und der Regierung in Washington über die Affäre sprechen.

Google startet globale News-Initiative

Der Internet-Riese kündigte die Gründung der Google News Initiative (GNI) an. Das Projekt werde in den kommenden drei Jahren mit 300 Millionen Dollar (rund 270 Millionen Euro) ausgestattet.

Die GNI basiert zu wesentlichen Teilen auf der Arbeit der Digitalen News Initiative (DNI) in Europa, die Google vor knapp drei Jahren mit europäischen Verlags- und Journalismuspartnern ins Leben gerufen hat. Mithilfe der DNI hatte Google versucht, das Verhältnis zu Verlagen in Europa zu entspannen. Über die DNI werden zum einen Entwicklungsprojekte in Verlagen finanziell gefördert – zuletzt mit rund 22 Millionen Euro pro Jahr.

Außerdem wurden innerhalb der DNI Google-Projekte wie Accelerated Mobile Pages (AMP) vorangetrieben, die für eine schnellere Anzeige von Web-Inhalten auf Smartphones sorgen. Schließlich entwickelte Google im Rahmen der DNI auch Werkzeuge, mit denen Blogger und Online-Portale Cyberangriffe abwehren können.

Der deutsche Google-Manager Philipp Schindler verwies in einem Blogpost auf drei neue Elemente der GNI. So wolle das Unternehmen Maßnahmen zur Bekämpfung von irreführenden oder manipulativen Inhalten auf den Google-Plattformen ergreifen und dazu auch mit Nachrichtenorganisationen im Rahmen eines „Disinfo Labs“ zusammenarbeiten.

Weiterhin werde der Konzern das Programm Subscribe with Google mit 17 Verlagspartnern aus zehn Ländern starten. Dabei soll ein neues nutzerfreundliches Modell für Bezahlinhalte und digitale Abonnements entwickelt werden. Außerdem wolle Google die Kooperation mit Redaktionen ausbauen, etwa bei neuen journalistischen Erzählformen (Storytelling) und beim Schutz vor Cyberangriffen.

Salesforce will Cloudgeschäft mit Zukauf stärken

Der US-Softwarehersteller Salesforce greift nach dem Branchenkollegen Mulesoft. Die Firma werde dabei mit 6,5 Milliarden US-Dollar bewertet, teilten beide Unternehmen mit.

Aufgrund von Gerüchten über die Übernahme war der Aktienkurs von Mulesoft bereits während des Handels um mehr als 27 Prozent gestiegen. Nachbörslich legten die Papiere noch einmal um mehr als vier Prozent zu. Salesforce-Anleger zeigten sich hingegen reserviert. Nach einem nahezu unveränderten Schluss sackte der Kurs nachbörslich um mehr als zwei Prozent ab.

Das angekündigte Vorhaben unterstreicht die Bemühungen von Salesforce-Chef Marc Benioff, das Cloud-Geschäft mit neuer Technologie zu stärken. Der Konzern ist weltweit die Nummer eins auf dem Markt für Vertriebssoftware (CRM). Allerdings hat der deutsche Softwarekonzern SAP gerade angekündigt, den Amerikanern diese Position streitig zu machen. „In ein paar Jahren werden wir mehr verkaufen als Salesforce“, sagte SAP-Chef Bill McDermott.

Start-up-Finanzierungen in Europa stiegen 2017 kräftig an

Die Höhe der öffentlich bekannten Start-up-Finanzierungen in Europa stieg 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 84 Prozent auf 19,2 Mrd. Euro, geht aus dem Start-up-Barometer des Unternehmensberaters EY hervor.

Die Zahl der Finanzierungsrunden erhöhte sich um 39 Prozent auf 3.656. Im Städteranking lag London vor Berlin und Paris. Wien schaffte es auf den Platz 20.

In Österreich verzeichnete EY im Jahr 2017 insgesamt 35 Finanzierungsrunden bei Start-ups. Der Biotech- und Gesundheitsbereich bekam zuletzt hierzulande besonders hohe Kapitalspritzen: Das auf die Entwicklung von aktiven Immuntherapien gegen Krebs und Infektionskrankheiten spezialisierte Wiener Biotech-Unternehmen Hookipa nahm rund 53 Mio. Euro auf und das ebenfalls in Wien tätige Biotech-Unternehmen Arsanis erhielt eine Finanzierung in der Höhe von rund 40 Mio. Euro. Auf Platz drei schaffte es laut EY-Daten das Grazer Start-up USound, das auf Mikro-Lautsprecher für Smartphones spezialisiert ist, mit einer Kapitalspritze von 12 Mio. Euro.

ORF-Landesstudios wollen mehr Sendezeit auf ORF 2

Die neun ORF-Landesstudios wollen mehr Sendezeit von Generaldirektor Alexander Wrabetz. In einem Memorandum an Wrabetz fordern Landesdirektoren, – Chefredakteure und Mitarbeiter – mehr Regionalität. Unter anderem soll das Programm von ORF 2 umgestellt werden.

Das Memorandum fasse „Ideen und Vorschläge“ zusammen, zum einen für ein „Sonderformat für die ORF-Landesstudios“ auf ORF 2, jeden Samstag oder Sonntag zwischen 18.30 Uhr und 18.55 Uhr. Geplant sei ein Infomagazin mit Interviews zu aktuellen Themen. Parallel soll nach den Vorstellungen der Vertreter der Landesstudios ein „Abend News Flash“ der Landesstudios eingeführt werden, der Montag bis Freitag von 21.50 Uhr vier Minuten Nachrichten aus dem jeweiligen Bundesland liefern soll.

Ebenfalls im Forderungskatalog der Landesstudio enthalten ist demnach eine verlängerte Sendezeit für die „Bundesland heute“-Sendungen um 60 bis 90 Sekunden.

ORF-Umbau: Finanzausschuss gibt grünes Licht für „Plan B“

Der Finanzausschuss des Stiftungsrats gab die Empfehlung, den sogenannten Plan B zum ORF-Umbau anzunehmen. Nur die Betriebsräte Gudrun Stindl und Gerhard Moser stimmten dagegen.

Der Alternativplan von ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz sieht Fernsehen, Radios und einen Multimedia-Newsroom auf dem Küniglberg vereint – und das ohne großen Zubau, für den die Flächenwidmung aussteht.

Der Umbau soll 2021 abgeschlossen sein. Der Großteil der 303,7 Millionen Euro für das Bauprojekt geht in die Sanierung der bestehenden Gebäude aus den 1970ern.

Christian Sailer wird neuer CEO der Weltbild-Gruppe

Die Augsburger Weltbild-Gruppe bekommt eine Führungsspitze: Mit Wirkung zum 20. März 2018 wird Christian Sailer (46) neuer CEO des zur Droege-Gruppe (Düsseldorf) gehörenden Unternehmens.

Sailer ist bei Weltbild bereits seit Anfang 2017 zuständiger Geschäftsführer für alle kaufmännischen Bereiche der Gruppe sowie ihrer Tochtergesellschaften. Zukünftig verantwortet er darüber hinaus die Führung der gesamten Gruppe (Marken Weltbild, Jokers, Kidoh, bücher.de, Avus).

Sailer verfüge über langjährige Expertise in Multi-Kanal-Unternehmen, bestehend aus E-Commerce, Distanzhandel, stationärem Geschäft und Social Media, heißt es in einer Unternehmensmeldung. Darüber hinaus besitze er mehr als 20 Jahre Führungserfahrung in leitenden Positionen, u.a. als CFO in der A.T.U Gruppe.

Cambridge-Analytica-Skandal: Media-Agenturen erwarten Konsequenzen

Der Skandal um die US-Datenanalysefirma Cambridge Analytica kratzt schwer am Ruf von Facebook als Werbeträger. Manfred Klaus, Sprecher der Geschäftsführung der zu Serviceplan-Gruppe zählenden Digitalagentur PlanNet, fordert deshalb von Facebook Aufklärung über die missbräuchliche Verwendung der Daten im Fall der amerikanischen Analyse-Firma. Ansonsten könnte das soziale Netzwerk als Werbeträger Probleme bekommen.

Auch Wolfgang Bscheid, Gründer und Geschäftsführer der Media-Agentur mediascale, schlägt ähnliche Töne: „Noch hat keiner unserer Kunden wegen der Vorgänge rund um Cambridge Analytica Kampagnen auf Facebook gestoppt. Aber die Angelegenheit wird mit Sicherheit dazu führen, dass Werbetreibende sich viel intensiver damit auseinandersetzen, wo die Daten für ihre Kampagnenplanung herkommen“, meint Bscheid.

Er plädiert deshalb für „ein höheres Maß an Transparenz in unserem Markt.“ Ebenso sieht Christian Wilkens, CDO von MediaCom Germany, Facebook unter Erklärungsdruck: „Sollte sich herausstellen, dass Facebook nicht ausreichende Sicherheitsvorkehrungen zum User-Datenschutz getroffen hat, hätte dies definitiv einen Vertrauensverlust zur Folge.

Es ist aber auch wichtig festzustellen, dass Facebook nach aktuellem Stand selbst keine Daten missbräuchlich verwendet hat. Es hat möglicherweise allerdings aber den Zugang dazu nicht komplett verhindert oder unmöglich gemacht“, meint der Geschäftsführer und ergänzt: „Wenn Facebook (und andere) jetzt durch regulatorische Eingriffe die Verwendung von Nutzerdaten für Werbung ändern müssten, dann hätte dies Auswirkungen auf die Attraktivität des Angebots.“

Wer Zeitung liest, liest konzentriert

Zeitungen erreichen pro Ausgabe 62 Prozent der Bevölkerung, das entspricht rund 43 Prozent der über 14-Jährigen. Gedruckt und digital lesen acht von zehn Deutschen regelmäßig Zeitung. Die Nutzung steigt mit Alter und Einkommen. Überdurchschnittlich vertreten sind unter Zeitungslesern qualitäts- und luxusorientierte Konsumenten.

Rund drei Viertel der Leser teilen ihre gedruckte Zeitung mit anderen, sei es im eigenen Haushalt oder außerhalb. Im Durchschnitt lesen ein Exemplar 2,7 Menschen. Das sind Ergebnisse der soeben erschienenen Studie „Zeitungsqualitäten“, die die ZMG (Zeitungsmarktforschung Gesellschaft der deutschen Zeitungen) im Auftrag des BDZV (Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger) auf Basis eigener und externer Forschungsergebnisse wie der Media Analyse oder Best for Planning ermittelt hat.

Während die Zeitung auf gedrucktem Weg lediglich 39 Prozent der unter Dreißigjährigen erreicht, steigt dieser Wert auf 74 Prozent, wenn die digitale Ausgabe mitberücksichtigt wird. Die höchste Glaubwürdigkeit erzielen über alle Bevölkerungsgruppen hinweg lokale Themen. 64 Prozent der Befragten bezeichnen die Zeitung in dieser Hinsicht als unverzichtbar, weit vor allen anderen Medien. 2010 lag dieser Wert allerdings noch bei 82 Prozent. Der Rückgang ist gewaltig. Dennoch ist die Tageszeitung aus Sicht der Leser nach wie vor eine feste Größe in der Region, glaubwürdig und umfassend informierend.

Springer dementiert Medienbericht über Kapitalerhöhung

Axel Springer hat einen Bericht dementiert, laut dem der Konzern derzeit die Möglichkeiten einer Kapitalerhöhung prüft.

Kurios: Das Magazin hat sogar ein Interview mit Springer-Chef Mathias Döpfner geführt und ihn mit folgenden Worten zitiert: „Wir könnten auch eine Kapitalerhöhung vornehmen, das würde nichts an den Gewichten und Mehrheitsverhältnissen ändern:“ Nun dementiert Springer nun, eine Unternehmenssprecherin erklärt: „Es gibt derzeit weder Pläne für eine Kapitalerhöhung noch werden solche Schritte derzeit geprüft.“

Influencer Marketing auf dem Weg zum Milliardenmarkt

Rund 30.000 deutschsprachige Instagrammer, YouTuber & Co. gibt es in Deutschland, Österreich und der Schweiz (DACH).

Insgesamt erzielten die Influencer im Jahr 2017 Nettoerlöse (monetär und nicht-monetär) in Höhe von rund 560 Millionen Euro. Doch die Entwicklung geht weiter: Nach Goldmedia-Prognoserechnung wird der Markt für Influencer Marketing in der DACH-Region jährlich um rund 20 Prozent zulegen und damit 2020 bereits an der Milliardengrenze kratzen. Aus dem Trend wird Mainstream.

Setzt sich die Professionalisierung der Branche fort und bleibt die positive gesamtwirtschaftliche Entwicklung stabil, wird das Marktvolumen für Influencer Marketing allein in Deutschland bis 2020 auf über 800 Millionen Euro anwachsen. Damit würde Influencer Marketing auf knapp ein Sechstel der TV-Werbeumsätze (Netto) steigen.

Der Standard erweitert die Chefredaktion

Nana Siebert und Petra Stuiber werden neben Rainer Schüller neue Stellvertreterinnen von Standard-Chefredakteur Martin Kotynek. Eric Frey wird Leitender Redakteur und Textchef.

Ab Mai 2018 kommen Nana Siebert und Petra Stuiber neu in das Führungsteam von Chefredakteur Martin Kotynek. Rainer Schüller, der schon bisher in der Chefredaktion war, bleibt Stellvertreter.

Mit dem Textchef wird eine weitere Position geschaffen. Damit legt der Standard einen Schwerpunkt auf besondere Exzellenz bei der Textqualität sowie auf die Weiterentwicklung von Erzählformaten in Digital und Print. Mit dieser Aufgabe wird Eric Frey betraut; er wird außerdem Leitender Redakteur.

Fusion: Strengste Geheimhaltung zwischen Disney, Fox und Sky

Zu den geplanten Unternehmensübernahmen bei Sky, 21st Century Fox und der Walt Disney Co. gehört das Unterzeichnen einer Geheimhaltungsvereinbarung.

Demnach entspreche die Vertraulichkeitserklärung den gängigen Regelungen bei Übernahmen von Firmen. So soll es Fox und Disney möglich sein, die erforderlichen kartellrechtlichen Genehmigungen für die Übernahmen zu erhalten. Für 13,6 Milliarden Euro, soll 21st Century Fox die noch fehlenden 61 Prozent an Sky kaufen wollen.

Disney wiederum kündigte Ende 2017 an, für mehr als 66 Milliarden Dollar große Teile von 21st Century Fox zu übernehmen. Die letzte Entscheidung über den Deal muss Kultur- und Medienminister Matt Hancock fällen.

Alibaba will Pakistan-Geschäft von Rocket Internet kaufen

Die chinesische Handelsplattform Alibaba denkt offenbar über den Kauf des Pakistan-Geschäfts der Berliner Start-up-Firma Rocket Internet nach. Damit wolle Chinas größtes E-Commerce-Unternehmen stärker in dem südasiatischen Land Fuß fassen.

Beide Unternehmen verhandelten derzeit über den Preis der zu Rocket Internet gehörenden Einzelhandelsplattform Daraz. Die Gespräche befänden sich noch in frühem Stadium. Ein Alibaba-Sprecher wollte das nicht kommentieren.

Erst in der vergangenen Woche hatte sich die Alibaba-Tochter Ant Financial in Pakistan mit 45 Prozent zum Preis von 184,5 Millionen US-Dollar an der Telenor Microfinance Bank beteiligt. Sie will auf diesem Weg das Geschäft mit mobilen Bezahl- und digitalen Finanzdienstleistungen ausbauen.

Wiener Online-Banker N26 bekommen 160 Millionen Dollar

Das von den Wienern Valentin Stalf und Maximilian Tayenthal gegründete Banken-Start-up N26 mit Sitz in Berlin hat sich bei Investoren 160 Millionen Dollar (130 Millionen Euro) für das globale Wachstum besorgt.

Die Smartphone-Bank habe seit dem Start im Jänner 2015 mehr als 850.000 Kunden gewonnen, bis Ende 2020 will man fünf Millionen Nutzer haben. Insgesamt bekam N26 damit 215 Millionen Dollar von Investoren. Stalf sagte jüngst der Deutschen Presse-Agentur, N26 verfüge inzwischen über ein „profitables Kundenportfolio“: „Heute verdienen wir mit jedem Kunden Geld.“

NZZ-Mediengruppe mit mehr Gewinn – aber nur dank Verkäufen

Die NZZ-Mediengruppe hat im vergangenen Jahr einen Gewinn von 28,7 Millionen Franken eingefahren. Das sind 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Einer der Gründe für den positiven Abschluss ist der Verkauf von Audienzz-Anteilen an Admeira.

Admeira, die Werbeallianz von SRG, Swisscom und Ringier, kaufte im vergangenen Jahr 15 Prozent von Audienzz.

Ohne diese Verkäufe und ohne gut laufende Wertschriften sähe das Ergebnis des vergangenen Jahres deutlich schlechter aus. Das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern nahm um 1,8 Millionen auf 25,6 Millionen Franken ab. Die EBIT-Marge ging von 6,2 auf 6,0 Prozent zurück.

Dieser Rückgang liege hauptsächlich an den Regionalmedien, die noch stark vom Werbe- und Druckmarkt abhängig seien. Nach unten zeigt vor allem der Print-Werbemarkt. Diese Umsatzeinbusse von 12 Prozent habe aber größtenteils durch Sparmaßnahmen kompensiert werden können. Neu bündelt die NZZ ihre Regionalmedien mit denjenigen der AZ Medien in einem Gemeinschaftsunternehmen, wie sie im Dezember bekannt gegeben hatte. Die beiden Partner erhoffen sich davon Größenvorteile.

Die gesamte NZZ-Gruppe erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 428,2 Millionen Franken. Das entspricht einer Abnahme von 3 Prozent gegenüber 2016. Das Eigenkapital inklusive Minderheitsanteile erhöhte sich gleichzeitig um 4,9 auf 285,2 Millionen Franken.

Unterweger wird interimistisch Tiroler ORF-Chefredakteur

Der ORF Tirol bekommt ab 1. September einen interimistischen Chefredakteur: Der langjährige Redakteur und Moderator Robert Unterweger wird diese Position vorerst einnehmen.

Unterweger folgt damit Brigitte Gogl nach, die zuletzt erklärt hatte, dem Journalismus Lebewohl zu sagen. Gogl war nur ein Jahr in dieser Funktion.

Die Redaktionsleitung soll Anfang 2019 neu ausgeschrieben werden. „Tirol heute“-Moderator Georg Laich bleibe, wie bisher, stellvertretender Chefredakteur.

Springer Nature: Stefan von Holtzbrinck und BC Partners liebäugeln mit milliardenschweren Börsengang

Jetzt hat Verlags-Chef Daniel Ropers den Spekulationen über eine milliardenschwere Aktienemission neue Nahrung gegeben.

So nannte der Firmenchef den Börsengang des Wissenschaftsverlags als einen logischen Schritt. „Wir schauen uns die Optionen an“. Allerdings sei es noch zu früh zu sagen, ob nach allen Überlegungen ein Börsengang folge, schränkte er ein.

An Springer Science sind der Verleger Stefan von Holtzbrinck sowie der Finanzinvestor BC Partners beteiligt. Das Unternehmen, das nicht mit dem Berliner Medienkonzern Axel Springer zu verwechseln ist, war 2015 aus der Fusion von Springer Science mit der Holtzbrinck-Tochter Macmillan Science & Education hervorgegangen. Es beschäftigt mehr als 13.000 Mitarbeiter und kam laut „FAS“ 2017 auf einen Umsatz von 1,9 Milliarden Euro. Springer Nature verlegt jährlich rund 12.000 neue Buchtitel und fast 3.000 Fachzeitschriften. Experten schätzen den Börsenwert der Gesellschaft auf fünf Milliarden Euro. Angeblich sollen mehr als 20 Prozent der Anteile nach dem Sprung aufs Börsenparkett im Streubesitz bleiben.

Britisches Parlament lädt Facebook-Chef vor

Das britische Parlament will Facebook-Chef Mark Zuckerberg in der Affäre um einen möglichen Datenmissbrauch für den US-Wahlkampf anhören. Der Ausschuss habe den Internetriesen mehrmals aufgefordert darzulegen, wie Nutzerdaten gesammelt und gespeichert würden, insbesondere wenn dies ohne Einverständnis der Nutzer geschehe. „Ihre offiziellen Antworten haben das Risiko stets unterschätzt und waren irreführend“, schrieb Collins.

Auch US-Verbraucherschutzbehörde FTC soll Facebook wegen seines Umgang mit persönlichen Nutzerdaten unter die Lupe nehmen. Im Kern gehe es bei den Ermittlungen darum, ob das weltgrößte Internetnetzwerk der Datenanalysefirma Cambridge Analytica erlaubt habe, an einige Nutzerinformationen zu gelangen, obwohl dies gegen die Richtlinien verstoße.

Facebook steht seit dem 18.03. in den USA und im Ausland unter Beschuss: Die vom Wahlkampfteam des heutigen US-Präsidenten Donald Trump beauftragte britische Firma Cambridge Analytica soll im Jahr 2016 die Profil-Daten von 50 Millionen Facebook-Nutzern ohne deren Einverständnis gesammelt haben.

Ziel sei es gewesen, eine Software für die Kampagne Trumps zu programmieren, um Wählerentscheidungen vorauszusagen und zu beeinflussen. Cambridge Analytica weist die Vorwürfe zurück.
Die EU-Kommission verlangt von Facebook eine Klarstellung. Facebook kündigte an, es habe Spezialisten damit beauftragt zu untersuchen, ob Daten unrechtmäßig genutzt wurden; gegebenenfalls sollten diese dann vernichtet werden.

Constantin macht mehr Gewinn als prognostiziert

Die Constantin Medien AG hat ihre vorläufigen Geschäftszahlen für 2017 veröffentlicht – und die fielen deutlich besser aus als erwartet. Das Konzernergebnis lag demnach bei 27,8 Millionen Euro, im November hieß es noch, man erwarte lediglich einen Betrag zwischen 15 und 18 Millionen Euro.

Neben der besser laufenden Geschäfte ist das gute Ergebnis aber auch auf die Dividende der Highlight Communications AG zurückzuführen, die einen großen Teil des Constantin-Gewinns ausmacht. Das Segment Sport erzielte 2017 ein positives EBIT von rund 1,9 Millionen Euro, hier war man zuvor noch von einem negativen Betrag ausgegangen. Der Umsatz des Medienkonzerns lag bei 263,8 Millionen Euro – das war im Rahmen dessen, was man bereits im November erwartete. Den endgültigen Konzernabschluss will Constantin Ende März veröffentlichen.

KLA-Tencor kauft Orbotech für 3,4 Mrd. Dollar

Der US-Chipausrüster KLA-Tencor kauft den Rivalen Orbotech für 3,4 Mrd. Dollar (2,8 Mrd. Euro). Mit der Übernahme erweitere KLA sein Angebot etwa im Bereich gedruckter Platinen.

Umsatz und Gewinn würden von dem Zukauf profitieren. Das Management beider Firmen habe sich bereits auf das Vorhaben verständigt. KLA zahlt den Angaben zufolge 69,02 Dollar je Orbotech-Aktie in bar sowie in eigenen Aktien. Das sei ein Aufschlag von 15,3 Prozent auf den Orbotech-Schlusskurs.

Neue Sender und Inhalte für 7TV

Das Streamingangebot von ProSiebenSat.1 und Discovery schließt erstmals Kooperationen mit externen Partnern ab. So kommen die Zuschauer künftig in den Genuss Live-Streams als auch Catchup-Inhalte der Sender SPORT1, WELT und N24 Doku. Damit bindet das Joint-Venture der beiden Medienkonzerne ProSiebenSat.1 und Discovery erstmals Inhalte von Content-Anbietern, die nicht zu den eigenen Senderfamilien gehören.

The Weinstein Company meldet Insolvenz an

Die Weinstein Company hebt die Geheimhaltungsvereinbarungen auf, die eingeführt wurden, um zu verhindern, dass Opfer und Zeugen über die sexuellen Übergriffe des Produzenten sprechen.

Die Weinstein Company stellte außerdem einen Insolvenzantrag nach Kapitel 11 des US-Insolvenzrechts, wie US-Medien übereinstimmend berichteten. Diese Variante ermöglicht es angeschlagenen und hoch verschuldeten Unternehmen, unter strikter Aufsicht des Insolvenzrichters weiterzuarbeiten und sich zu sanieren. Zudem stehe ein Investor bereit.

Zwar habe man ursprünglich einen außergerichtlichen Verkauf angestrebt. Jetzt sei man aber zufrieden, einen Plan zu haben, „um so viele Jobs wie möglich erhalten und Gerechtigkeit für alle Opfer anstreben zu können“, heißt es in dem Statement. Anfang des Monats war der Verkauf des Filmstudios an eine Investorengruppe zum wiederholten Male geplatzt, nachdem zusätzliche Millionenschulden aufgetaucht waren.

Selbstfahrendes Uber-Auto tötet Fußgängerin

Nach dem ersten tödlichen Unfall mit einem selbstfahrenden Auto laufen die Ermittlungen an.

Uber teilte mit, mit den Ermittlern zusammenzuarbeiten, und stoppte vorläufig alle Testfahrten mit selbstfahrenden Autos. Der Fahrdienstvermittler testet seine Roboterwagen auch in San Francisco, Pittsburgh und Toronto.

Uber ist eines von mehreren Dutzend Unternehmen, die eigene Systeme für autonom fahrende Autos entwickeln und auf öffentlichen Straßen in den USA testen. Das Roboterwagen-Programm war von Anfang an von Problemen belastet.

Sicherheitschef verlässt Facebook im Streit

Der Sicherheitschef von Facebook verlässt den Konzern nach einem Streit über den Umgang mit einer mutmaßlichen russischen Desinformationskampagne. Alex Stamos habe sich innerhalb des sozialen Netzwerks dafür starkgemacht, diese Vorgänge zu untersuchen und öffentlich zu machen.

Damit sei er jedoch oft bei der Konzernspitze angeeckt, etwa bei Sheryl Sandberg, zuständig für das operative Geschäft. Nachdem Samos‘ Aufgaben im Dezember anderen zugeteilt worden seien, habe er beschlossen, Facebook zu verlassen.

Das Management habe jedoch befürchtet, dass das einen schlechten Eindruck machen könnte, und ihn dazu bewegt, bis August zu bleiben. Facebook habe zunächst zu den Angaben nicht Stellung gekommen.

Facebook war nach der US-Präsidentenwahl 2016 vorgeworfen worden, nicht genug gegen mutmaßliche russische Wahlbeeinflussung unternommen zu haben. Kongressabgeordnete hatten eine stärkere Regulierung des Konzerns ins Gespräch gebracht.

Spotify-Chef könnte durch Börsengang zwei Milliarden Dollar einnehmen

Der Chef des weltgrößten Musik-Streamingdienstes Spotify, Daniel Ek, könnte durch den Börsengang seines Unternehmens um bis zu zwei Milliarden Dollar reicher werden.

Derzeitige Anteilseigner können zum Börsenstart an der New York Stock Exchange am 3. April bis zu 55,7 Millionen Stammaktien verkaufen. Der 35-jährige Ek selbst könne bis zu 15,8 Millionen Aktien auf den Markt werfen. Gemessen an den am Privatmarkt verlangten Preisen ist dieses Paket zwischen 775 Millionen Dollar und zwei Milliarden Dollar wert. Unklar ist, ob Ek letztlich auch diese Zahl an Anteilsscheinen veräußern will. Der Schwede sowie Mitgründer Martin Lorentzon halten mehr als 80 Prozent der Stimmrechte.

Cambridge-Analytica-Chef suspendiert, Investoren klagen

Die Affäre rund um die Datenfirma Cambridge Analytica weitet sich aus: Der CEO der umstrittenen Firma, Alexander Nix, wurde vom Aufsichtsrat für die Dauer der Untersuchung suspendiert. Nix werde mit sofortiger Wirkung während einer „vollumfänglichen, unabhängigen Ermittlung“ von seinen Aufgaben entbunden.

In den vergangenen Tagen wurde aufgedeckt, dass das Unternehmen auf äußerst zweifelhafte Weise an jene 50 Millionen Facebook-User-Daten gekommen ist, mit denen man angeblich Donald Trump zum Sieg bei der US-Präsidentschaftswahl 2016 verholfen hat. Zusätzlich sorgte ein Video von Channel 4 für Aufregung. Undercover haben die Reporter des britischen Senders führende Manager des Unternehmens – darunter Nix – dabei gefilmt, wie sie offen darüber plaudern, dass das Repertoire der Firma an schmutzigen Tricks bei weitem nicht bei Datenmissbrauch endet.

So beschreibt auch Firmenchef Nix in dem Video ein System aus Tarnfirmen, über das Cambridge Analytica im Geheimen operieren kann. Eine Möglichkeit sei es etwa, als Student mit falschem Reisepass einzureisen und so zu tun, als arbeite man an einem Universitätsprojekt. Dazu passende Webseiten könne man zur Tarnung ebenfalls leicht einrichten. Oder aber man reise gleich als Tourist ein: „Es gibt so viele Optionen. Ich habe viel Erfahrung damit“, brüstet sich Nix.

In einer Stellungnahme gegenüber Channel 4 versucht Cambridge Analytica die Situation im Nachhinein anders darzustellen. Man habe sich gezielt auf die Fragen des vermeintlichen Klienten eingelassen, um herauszufinden, ob dieser unethische oder gar illegale Absichten verfolge – damit man solche Interessenten ausfiltern könne. Insofern seien die Fragen von Nix alle hypothetischer Natur gewesen. Das Unternehmen habe sich nicht auf solche Methoden eingelassen und werde das auch in Zukunft nicht tun. Im Vorfeld soll die Firma versucht haben, die Ausstrahlung des Videomaterials zu verhindern.

Desinformationskampagne
Das Video bietet aber noch einige andere für die Firma ziemlich unangenehme Momente: Bei einem anderen Treffen ist Managing Director Mark Turnbull zu sehen, wie er Desinformationskampagnen des eigenen Unternehmens beschreibt: „Wir fügen einfach Informationen in den Blutkreislauf des Internets ein, schauen zu, wie die Sache langsam wächst, und geben dem Ganzen ab und zu einen kleinen Anstoß in die richtige Richtung – wie eine Fernbedienung.“ Wichtig sei es dabei, das möglichst dezent zu machen, denn „in dem Moment, wo man sich denkt: ‚Das ist Propaganda‘, folgt die Frage: ‚Wer hat das veröffentlicht?'“ Und das wolle man natürlich vermeiden.

Facebook unter massivem Druck
Nach den Enthüllungen über den gigantischen Datenmissbrauch für den US-Wahlkampf gerät der Internetkonzern Facebook unter wachsenden politischen Druck. Parlamentarier in den USA wie auch Großbritannien laden Konzernchef Mark Zuckerberg zu Anhörungen vor. Auch die EU kündigte Untersuchungen an. Die Kommission verurteilte den Datenmissbrauch scharf. Das EU-Parlament möchte direkt Fragen an den Facebook-Chef stellen. Präsident Antinio Tajani schrieb auf Twitter, dass Zuckerberg vor den Repräsentanten der 500 Millionen EU-Bürger klären müsse, dass persönliche Daten nicht „zur Manipulation der Demokratie missbraucht“ würden.

Investoren reichen Klage gegen Facebook ein
US-Investoren haben eine erste Klage gegen den Internetkonzern eingereicht. Die Aktionäre machten bei einem Bundesgericht in San Francisco geltend, dass die Konzernführung sie über die Fähigkeiten in die Irre geführt habe, die Daten der Nutzer zu schützen. Der „Los Angeles Times“ zufolge wird Facebook zudem vorgeworfen, die eigenen Datenschutzvorschriften verletzt zu haben. Die Aktien des sozialen Netzwerks waren zuletzt an den Börsen eingebrochen.

Zuckerberg schweigt
Das Unternehmen hat auf den Datenskandal mit Bedauern reagiert. Firmenchef Mark Zuckerberg und alle Verantwortlichen seien sich des Ernsts der Lage bewusst. „Das gesamte Unternehmen ist entsetzt darüber, dass wir hintergangen wurden“. Facebook werde alles tun, um seine Richtlinien durchzusetzen und die Informationen der Nutzer zu schützen. Facebook-Chef Mark Zuckerberg selbst hat sich zu den Vorwürfen bislang nicht geäußert. Erst am Freitag soll er sich den Fragen seiner Mitarbeiter stellen.

Scharfe Kritik
Die deutsche Justizministerin Katarina Barley reihte sich in die breite Front der Kritiker ein. „Facebook muss erklären, wie es die Privatsphäre seiner Nutzerinnen und Nutzer künftig besser schützt“, forderte sie. Auch die deutschlandweit für Facebook zuständige Hamburger Datenschutzbehörde hat sich in die Affäre eingeschaltet. „Ja, wir werden uns in dieser Frage an Facebook wenden“, kündigte der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar an.

Bei rund 30 Millionen Facebook-Nutzern in Deutschland könnten auch hierzulande mit hoher Wahrscheinlichkeit einige von der Affäre betroffen sein oder es künftig werden. Auch Whistleblower und Datenschützer haben sich bereits kritisch zur Causa geäußert.

NSA-Aufdecker Edward Snowden etwa sieht Facebook nicht als Opfer der Praktiken von Cambridge Analytica, „sondern als Komplizen“. Der österreichische Datenschutzaktivist Max Schrems wirft dem Netzwerk Heuchelei vor, denn schon 2011 habe „Europe vs. Facebook“ jenen Mechanismus angeprangert, der letztlich dazu führte, dass 270.000 Downloads einer App zur Erfassung von Daten aus 50 Millionen Nutzerprofilen führten.

US-Senatoren laden Chefs der IT-Riesen vor
Der republikanische US-Senator John Kennedy und seine Kollegin Amy Klobuchar von den oppositionellen Demokraten verlangten, dass Zuckerberg ebenso wie die Chefs von Google und Twitter in der Kongresskammer aussagen solle. Die Internetriesen verfügten über „beispiellose Mengen an persönlichen Daten“, zugleich gebe es einen Mangel an Aufsicht über ihren Umgang damit, erklärten sie.

Dies wecke Besorgnisse hinsichtlich eines ungestörten Ablaufs von Wahlen und des Datenschutzes. Der Vorsitzende des britischen Unterhausausschusses für Digitales und Medien, Damian Collins, teilte seinerseits mit, dass er Zuckerberg in einem Schreiben aufgefordert habe, vor dem Gremium zu erscheinen. Er solle dort Stellung zu dem „katastrophalen Vorgang des Versagens“ seiner Firma beziehen.

Ebenfalls Ermittlungen aufgrund des Datenmissbrauchs eingeleitet hat die Verbraucherschutzbehörde FTC. Die Aktie von Facebook stürzte im Tagesverlauf um mehr als sechs Prozent ab. Facebook hatte zuvor mitgeteilt, externe Spezialisten mit einer Untersuchung der Affäre beauftragt zu haben. Das Konto von Cambridge Analytica sei inzwischen geschlossen worden.
Noch am 20.03 (US-Zeit) und 21.03 wollen sich Vertreter von Facebook sich mit Mitgliedern verschiedener Ausschüsse in Senat und Kongress treffen.

5G: Regierung hofft auf 500 Millionen Euro

Bei der letzten großen Frequenzversteigerung im Herbst 2013 gingen zwei Milliarden Euro in den Staatshaushalt – wovon wiederum eine Milliarde als Breitbandförderung zurück zu den Netzbetreibern floss.

Erste Versteigerung im Herbst
Die erste Versteigerung geht voraussichtlich im Herbst dieses Jahres über die Bühne und soll, laut der Telekombehörde RTR, mindestens 30 Millionen Euro bringen. 2019 sollen weitere Frequenzen an zahlungskräftige Kunden gehen.

In den letzten Monaten haben heimische Mobilfunker mehrmals deponiert, dass die 5G-Frequenzen günstig vergeben werden sollen. 500 Millionen Euro sind jedenfalls zu viel, sagte 3-Chef Jan Trionow bei einer Pressekonfernez. Das wäre schädlich für den Wirtschaftsstandort, weil dann Geld für Investitionen fehlen würde.

Pantaflix AG steigert Umsatz und Gewinn kräftig

Die Pantaflix AG hat für das Geschäftsjahr 2017 ihre vorläufigen Zahlen vorgelegt und die sehen gut aus.

Die Firma von Matthias Schweighöfer, Pantaflix, hat ihre vorläufigen Geschäftszahlen für 2017 veröffentlicht. Der Umsatz stieg demnach auf 41,5 Millionen Euro, das entspricht einem Plus in Höhe von 166 Prozent. In dem Betrag enthalten sind neben 30,4 Millionen Euro direkten Umsatzes auch 10,8 Millionen Euro für Filme und Serien, die sich derzeit noch in Produktion befinden. Einen kleinen Teil machen sonstige Erträge aus. 2016 erwirtschaftete das Unternehmen 15,6 Millionen Euro Umsatz.

Das operative Ergebnis (EBITDA) lag im vergangenen Jahr laut vorläufigen Zahlen bei 17,7 Millionen Euro, im Vorjahr waren es 9,2 Millionen. Das Vorsteuerergebnis (EBT) lag bei 2,3 Millionen Euro und damit im positiven Bereich, 2016 fuhr man noch einen Verlust ein. Die endgültigen, dann auch geprüften Zahlen, der Pantaflix AG werden Ende April veröffentlicht.

Holtzbrinck Digital: Julian Oei übernimmt

Wachablösung bei der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck: Markus Schunk, Head of Digital der Stuttgarter Verlagsgruppe und seit 2012 Chef von Holtzbrinck Digital, wird das Unternehmen Ende des Jahres verlassen, um sich neuen beruflichen Herausforderungen zu widmen.

Die Aufgaben von Schunk übernimmt künftig Julian Oei, Executive Vice President Strategy der Holtzbrinck Publishing Group.

Hello Fresh stärkt US-Geschäft mit Bio-Kochbox-Lieferant

Der Kochbox-Versender Hello Fresh will seine Präsenz in den USA mit der Übernahme des kleineren Rivalen Green Chef stärken. Es werde damit gerechnet, dass der Kauf bald über die Bühne gehe.

Angaben zum Kaufpreis machte Hello Fresh nicht. Allerdings teilte das Unternehmen mit, dass Green Chef, das sich auf Kochboxen mit organischen und gesunden Zutaten spezialisiert hat, ab dem zweiten Quartal den Umsatz von Hello Fresh um 15 Millionen Dollar pro Vierteljahr anheben soll. Die Betriebsmarge (Ebitda-Basis) soll durch den Kauf im laufenden Jahr um rund zwei Prozent belastet werden.

Deutsche lieben Netflix, Amazon & Co, weil sie werbefrei sind

Jeder zweite Deutsche nutzt mindestens eines dieser Angebote. Eine zentrale Erkenntnis: Knapp zwei Drittel nutzen Netflix und Co vor allem deshalb, weil dort keine Werbung zu sehen ist.

Den Ergebnissen zufolge, die im Vorfeld des newTV Kongresses veröffentlicht wurden, nutzen 49 Prozent der Deutschen die Angebote von Video-on-Demand-Anbietern wie Netflix, Amazon Prime oder Maxdome, unter den 18- bis 29-Jährigen sind es sogar schon 68 Prozent. Die Beliebtheit der Angebote ist den Studienmachern zufolge folgendermaßen zu erklären: Streaming-Dienstleister verzichten zu großen Teilen auf Werbung.

Wie wichtig den Nutzern die werbefreie Zone ist, zeigen weitere Zahlen aus der Studie: Über die Hälfte der Deutschen (56 Prozent) würde Werbung in ihrem On-Demand-Angebot selbst dann ablehnen, wenn sie dadurch Vergünstigungen erhalten würden. Im Gegenteil: Für 61 Prozent der Deutschen ist das Fehlen von Werbespots der hauptsächliche Grund für die Nutzung von Video-on-Demand-Angeboten. Unter den 18- bis 29-Jährigen gaben sogar 69 Prozent an, für Streaming-Dienste aufgrund der fehlenden Werbung zu zahlen. „Im Zeitalter von VoD muss Werbung vielleicht neu gedacht werden“, schlussfolgern die Studienmacher.

Der Verzicht auf Werbung ist allerdings nicht der wichtigste Grund für das Abschließen eines VoD-Abos, sondern besseres Zeitmanagement: 84 Prozent der Befragten gaben an, wegen der freien Zeiteinteilung für On-Demand-Angebote zu zahlen. Die hochqualitativen Inhalte geben 60 Prozent als Grund an.

Uber muss Betrieb in Ägypten einstellen

Der US-Fahrdienst Uber muss einem Gerichtsurteil zufolge seine Aktivitäten in Ägypten einstellen. Die Richter in Kairo gaben damit den Klägern – einer Gruppe von Taxifahrern – recht. Diese hatten argumentiert, die benutzten Autos seien nur für die private, nicht aber die kommerzielle Benutzung zugelassen.

Die Entscheidung gilt auch für die Uber-Konkurrenz Careem, die in Ägypten ebenso populär ist. Das Urteil kann angefochten werden. Die Fahrdienst-Apps bekamen in den vergangenen Jahren in Ägypten regen Zulauf. Die Autos sind in der Regel deutlich komfortabler als die oft heruntergekommenen Taxis, die Bestellung und Navigation per Smartphone macht das tägliche Verkehrschaos für Zehntausende Gäste erträglicher. Durch den Erfolg der Unternehmen fürchteten die Taxifahrer zunehmend um ihre Existenz.

Cloud-Geschäft verhagelt Oracle die Quartalsbilanz

Das Wachstum in Oracles wichtiger Cloud-Sparte hat die Erwartungen der Analysten verfehlt. Zwar legte das Geschäft mit Computerdiensten über das Internet im abgelaufenen Quartal um fast 32 Prozent auf 1,57 Milliarden Dollar zu.

Im Gegensatz zu SAP kommt bei Oracle der mit weitem Abstand größte Teil der Einnahmen weiterhin aus dem klassischen Geschäft mit Software-Lizenzen. Dort erhöhten sich die Erlöse im dritten Geschäftsquartal zu Ende Februar um fast vier Prozent auf 6,42 Milliarden Dollar. Der Gesamtumsatz legte um 6,1 Prozent auf knapp 9,8 Milliarden Dollar zu.

Unter dem Strich stand wie bei vielen anderen Firmen ein satter Verlust. Wegen der US-Steuerreform von Präsident Donald Trump musste Oracle eine Einmalbelastung in Höhe von 6,9 Milliarden Dollar verbuchen, was zu einem Quartalsverlust von rund vier Milliarden Dollar führe. Im Vorjahreszeitraum hatte noch ein Gewinn von etwa 2,2 Milliarden Dollar in der Bilanz gestanden.

Online-Möbelhaus Home24 reduziert Verluste vor möglichem Börsengang

Der Möbelversender Home24 hat sich im vergangenen Jahr näher an die Gewinnschwelle herangearbeitet. Der Betriebsverlust (Ebitda) habe sich auch dank Einsparungen um fast die Hälfte auf 22 Mio. Euro verringert, teilte der Onlinehändler,
an dem die Start-up-Schmiede Rocket Internet etwa 43 Prozent hält, mit.

Im vergangenen Jahr kletterte der Umsatz um 13 Prozent auf 276 Mio. Euro. Im vierten Quartal knackte das Brasilien-Geschäft als erste Region die Gewinnschwelle. Das Berliner Unternehmen mit 1.000 Mitarbeitern ist in sieben europäischen Ländern, darunter auch Österreich, sowie Brasilien aktiv. Derzeit ist laut Appelhoff keine weitere Expansion geplant. Einen Ausblick auf das laufende Jahr wollte er nicht geben.

Tennis: Navratilova wirft BBC ungleiche Bezahlung vor

Die ehemalige Weltklasse-Tennisspielerin Martina Navratilova hat dem britischen Sender BBC ungleiche Bezahlung von Männern und Frauen vorgeworfen.

In einem Interview der BBC-Sendung „Panorama“ sagte sie, für einen Job als Kommentator beim Turnier von Wimbledon sei dem Ex-Tennisprofi John McEnroe mindestens „zehnmal mehr“ bezahlt worden als ihr.

Das habe sie festgestellt, als BBC die Verdienste seiner Mitarbeiter veröffentlicht habe, sagte die in Prag geborene US-Amerikanerin. Ihr Landsmann McEnroe erhielt demnach eine Summe zwischen umgerechnet rund 170.000 und 230.000 Euro. Darüber sei sie „schockiert“ gewesen, sagte Navratilova.

Verkäufer dürfen Schockbilder auf Zigarettenpackungen verdecken

Verkäufer von Tabakwaren dürfen Schockbilder und Warntexte auf Zigarettenpackungen mit Steckkarten verdecken. Es gebe keine rechtliche Grundlage für ein Verbot, entschied das Landgericht Berlin. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen hatte gegen einen Kioskbetreiber geklagt, der Warnhinweise in seinen Verkaufsregalen hinter einem Sichtschutz versteckt.

Seit 2016 regelt die sogenannte Tabakerzeugnis-Verordnung, dass Zigarettenpackungen im Verkauf nicht verdeckt sein dürfen. Die Richter urteilten jedoch, dass diese Vorschrift gesetzlich nicht ausreichend verankert sei. Das Europarecht enthalte nur Vorgaben zu den Warnhinweisen selber, nicht aber zum Verkaufszubehör wie eben Steckkarten. Gegen das Urteil können die Verbraucherzentralen Berufung einlegen.

FremantleMedia-Chefin hört auf

FremantleMedia verliert seine Chefin: Wie die RTL Group bekanntgab, wird die Französin das Unternehmen verlassen, um sich neuen Aufgaben zu widmen.

Sie geht nach fast einem Vierteljahrhundert: Als Grundy Television in den 90er Jahren in Pearson aufging, wurde Frot-Coutaz Corporate Strategy Executive beim neu geschaffenen Unternehmen Pearson Television, nach weiteren Zwischenstationen wechselte sie später in die nordamerikanische Niederlassung der neu gegründeten FremantleMedia in Los Angeles, wo sie für Hitshows wie „American Idol“ und „America’s Got Talent“ tätig war.2012 folgte schließlich der Wechsel an die Spitze von FremantleMedia in London.

CH: Tagblatt Medien spüren Strukturwandel – Gewinn rückläufig

Die Tagblatt Medien haben im Geschäftsjahr 2017 den Strukturwandel in der Medienbranche und die rückläufigen Werbeeinnahmen gespürt. Der operative Gewinn ging gegenüber dem Vorjahr um rund ein Drittel auf 5,2 Millionen Franken zurück.

Der Gruppengewinn reduzierte sich ebenfalls um rund 30 Prozent auf 4,6 Millionen Franken. Der Umsatz betrug 114,2 Millionen Franken. Das sind, hauptsächlich dank der Integration der NZZ Fachmedien AG, rund 7 Millionen mehr als im Vorjahr. Die Erträge aus dem Werbemarkt im Bereich Print sowie Radio und TV hätten sich wegen des Wandels in der Branche stark rückläufig entwickelt.

Der Verwaltungsrat beantragt der Generalversammlung, eine ordentliche Dividende von 75 Franken (Vorjahr: 80 Franken) pro Aktie.

Bereits Ende 2017 kündigte die NZZ-Gruppe, zu der die Tagblatt Medien gehören, die Gründung eines Regionalmedien-Joint-Ventures mit den AZ Medien an. Die Zustimmung durch die Wettbewerbskommission steht noch aus. Das neue Medienunternehmen werde weiter auf seine lokale und regionale Verankerung setzen. Zur Umsetzung des Joint Ventures beabsichtigt die NZZ-Mediengruppe, die beiden bestehenden Einheiten der NZZ-Regionalmedien, die Tagblatt Medien Holding und die LZ Medien Holding, zu fusionieren.

„watson.de“ für die „Generation Mobile“ geht an den Start

Mit „Nachrichten ohne blabla“ soll ein neues Online-Nachrichtenportal in Deutschland die junge Zielgruppe erreichen. Der Werbevermarkter Ströer bringt „watson.de“ mit 25 Redakteuren in Berlin an den Start.

„Unsere Zielgruppe ist die ‚Generation Mobile‘, also die Leute, die mit dem Smartphone und sozialen Medien groß geworden sind“, sagte der für Medieninhalte verantwortliche Ströer-Geschäftsführer, Marc Schmitz. Das Portal ziele auf die Gruppe der etwa 20- bis 35-Jährigen.

„Watson.ch“ ist nach vier Jahren noch nicht in der Gewinnzone, will dieses Ziel aber in den nächsten zwei Jahren erreichen, wie Wanner sagt. Die Entwicklung verlaufe erfreulich: „Wir erreichen derzeit 1,5 Millionen Unique Clients und 11 Millionen Besuche im Monat, Tendenz steigend“, sagt Wanner. „Im Januar 2018 waren es plus 23 Prozent bei den Besuchen gegenüber dem Vorjahresmonat und plus 16 Prozent bei den Unique Clients.“

Weniger Besucher in Leipzig

Die Leipziger Buchmesse hat 2018 weniger Besucher angezogen als letztes Jahr. Nach Angaben der Messe besuchten in diesem Jahr insgesamt 271.000 Gäste die Hallen und die Veranstaltungen des flankierenden Lesefestivals „Leipzig liest“. Das sind 14.000 Besucher weniger als 2017.

Hauptgrund für die rückläufigen Zahlen war ein Wintereinbruch, der am Messewochenende den Bahnverkehr lahmlegte. Wegen starken Schneefalls und eingefrorener Weichen konnte der Leipziger Bahnhof seit Samstagmorgen weder von Fern- noch von Regionalzügen angefahren werden. Auch am Sonntag war der Verkehr noch eingeschränkt.

Facebook: Rundfunklizenz für Livestream #imländle

Die Landesanstalt für Kommunikation (LFK) hat zu verantworten, dass #imländle eine Rundfunkzulassung bekommt. So ist der Facebook-Live-Stream der erste seiner Art in Baden-Württemberg mit dieser Berechtigung.

Das Angebot #imländle soll demnach eine halbstündige Sendung sein, die monatlich in dem sozialen Netzwerk ausgestrahlt wird. Themen wie Konzerte, Bands und Musikthemen aus dem Zollernalbkreis sollen die Themenschwerpunkte des Formats werden.

Gewinnsprung bei FedEx

In den drei Monaten bis Ende Februar stieg der Nettogewinn auf 2,07 Milliarden Dollar von 562 Millionen im Vorjahreszeitraum, wie das in Memphis ansässige Unternehmen mitteilte.

Das tägliche Paketvolumen sei im Berichtszeitraum um sechs Prozent gestiegen. FedEx-Chef Fred Smith führte das Ergebnis auf eine erfolgreiche langfristige Wachstumsstrategie zurück. Mit 1,53 Milliarden Dollar hat aber auch die Steuerreform von US-Präsident Donald Trump beträchtlich zu dem Ergebnis beigetragen.

Facebook sieht sich im Datenskandal als Opfer

Facebook betrachtet sich im Datenskandal um die britische Analysefirma Cambridge Analytica selbst als Betrogenen. „Das gesamte Unternehmen ist entsetzt darüber, dass wir hintergangen wurden“. Firmenchef Mark Zuckerberg und alle Verantwortlichen seien sich des Ernstes der Lage bewusst. Facebook werde alles tun, um seine Richtlinien durchzusetzen und die Informationen der Nutzer zu schützen.

Frankreich geht gegen Hasskommentare in sozialen Medien vor

Die sozialen Medien seien keine Freiräume, warnte Regierungschef Édouard Philippe bei der Vorstellung eines Plans gegen Rassismus und Antisemitismus in Paris.

„Alles, was in Frankreich publiziert und verbreitet wird, muss die Gesetze der Republik einhalten.“ Es scheine derzeit einfacher zu sein, ein Video eines Fußballspiels zurückzuziehen als antisemitische Äußerungen.

Die Mitte-Regierung werde in Brüssel zudem auf eine europäische Gesetzgebung dringen, so Philippe. Es gehe darum, dass Betreiber innerhalb kurzer Zeit Hasskommentare zurückziehen müssten. „Wir werden uns schlagen dafür“, kündigte der Regierungschef an.

Frankreich will im Rahmen des neuen Plans Opfer von Rassismus besser begleiten und schützen. „Die Opfer müssen eine Anzeige erstatten“, forderte Philippe. So solle es künftig ein System geben, um auch online rassistische oder antisemitische Verstöße den Behörden zu melden. Weitere Bereiche des Plans sind Schulen oder der Sport.

Amazon überholt Alphabet an der Börse

Der Online-Handelsriese Amazon ist an der Google-Mutter Alphabet vorbeigezogen und nun gemessen am Börsenwert nach Apple das zweitwertvollste Unternehmen der Welt.

So legten die Aktien von Amazon im US-Handel um 2,7 Prozent zu, was die Marktkapitalisierung des Konzerns von Jeff Bezos auf rund 768 Milliarden Dollar (623,93 Mrd. Euro) steigen ließ.

Im bisherigen Jahresverlauf kletterte der Aktienkurs bereits um 35 Prozent. Noch höher bewerten Anleger derzeit nur den iPhone-Hersteller Apple, der es an der Börse aktuell auf gut 889 Milliarden Dollar bringt. Die Google-Papiere büßten an der Wall Street um 0,4 Prozent ein, dadurch sank der Börsenwert des Mutterkonzerns Alphabet auf „nur noch“ knapp 763 Milliarden Dollar.

Google kauft Kultimmobilie in Manhattan für 2,4 Milliarden Dollar

Der kalifornische Tech-Gigant Google hat für 2,4 Mrd. Dollar (2 Mrd. Euro) das Kultobjekt Chelsea Market vom deutsch-amerikanischen Investor Jamestown gekauft.

Die Immobilie ist für ihre Markthalle bekannt, die als Touristenmagnet nahe des angesagten Meatpacking Districts monatlich rund 500.000 Besucher anzieht. Zudem wechseln jede Menge Büroflächen den Besitzer, von denen Google bereits einen großen Teil belegt.

So handelt es sich um den zweitteuersten Kaufpreis für ein einzelnes Gebäude, der jemals in New York erzielt wurde.

„Wir für den ORF“: Neue Plattform gegen politische Vereinnahmung des ORF

Eine Gruppe rund um Gerhard Ruiss (IG AutorInnen) und Willi Resetarits ging nun mit einer neuen Website online. „Wir für den ORF“ sei „eine neue Plattform für Menschen, die sich in den vergangenen Jahren in Initiativen rund um die Erhaltung von Ö1 im Funkhaus engagiert und vernetzt haben“.

Die Initiatoren wollen „der politische Vereinnahmung des ORF“ („Parteien! Finger weg vom ORF“) entgegentreten. „Wie in Österreich die politischen Parteien in den öffentlich-rechtlichen Rundfunk hineinregieren, das passt nicht zu einer ausgereiften Demokratie. Weit reichende Entscheidungen (wie der geplante Funkhaus-Verkauf) werden im ORF vielfach nicht nach inhaltlichen Kriterien getroffen, ja manchmal nicht einmal nach dem Gebot sparsamen Wirtschaftens. Sondern sie sind Teil von parteipolitischen Strategiespielen und Fehden. Gleiches gilt für die Besetzung von Führungspositionen. In der derzeitigen politischen Konstellation haben die An- und Zugriffe auf die ORF-Berichterstattung ein unerträgliches Ausmaß angenommen“, schreiben die Organisatoren der Plattform.

Facebook-Aktie verliert weiter – verärgerte Aktionäre wollen klagen

In der Datenaffäre wenden sich erstmals auch Aktionäre gegen Facebook. So reichten sie Klage bei einem Bundesgericht in San Francisco gegen das soziale Onlinenetzwerk ein.

Die Investoren werfen Facebook demnach vor, durch die Enthüllungen in der Datenaffäre um die Analysefirma Cambridge Analytica Verluste erlitten zu haben. Am 20.03 sackten die Facebook-Papiere an der New Yorker Börse um weitere 2,6 Prozent ab.

Gruner + Jahr startet Magazin ‚JWD‘ von Joko Winterscheidt

Nach ‚Barbara‘ , ‚ Hirschhausens Stern Gesund leben‘ folgt nun der nächste Titel-Launch: Am 22. März bringt das Hamburger Verlagshaus Gruner + Jahr mit ‚JWD‘ das erste Magazin von Joko Winterscheidt auf den Markt.

Der Name steht für ‚Joko Winterscheidts Druckerzeugnis‘ oder für ‚Janz weit draußen“, wie das Medienhaus mitteilen lässt. Der Titel, der zur Markenfamilie des ‚Sterns‘ gehört‘, ist ein junges Reportagemagazin angelegt, das nach Angaben des Verlags „ungewöhnliche Geschichten aus einer sehr persönlichen Perspektive erzählt und der Welt auf Jokos Art begegnet“. Das Heft verbinde Abenteuerlust, Mut, Witz und Neugierde des TV-Moderators mit der Reportertradition des ‚Stern‘.

ORF schloss 2017 deutlich positiv ab

Der ORF hat 2017 schwarze Zahlen geschrieben. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) lag bei 3,9 Millionen Euro, jenes des Gesamtkonzerns bei 9,5 Mio. Euro. Zum Tragen kam einerseits das Dauer-Sparprogramm, andererseits lagen die Werbeeinnahmen deutlich über Plan.

Insgesamt erzielte der ORF im Vorjahr Umsatzerlöse in der Höhe von rund 993,6 Millionen Euro. Die Gebührenzahler steuerten dabei rund 624,8 Millionen Euro bei, die Werbeeinnahmen machten 232,6 Millionen Euro aus. 136,3 Mio. Euro firmieren unter dem Posten „sonstige Umsatzerlöse“. Das Ergebnis 2017 sei auch operativ, also ohne Sondereffekte, positiv.

Im Jahr 2016 hatte der ORF mit einem EBT von minus 30 Millionen Euro negativ bilanziert. Grund war damals, dass die geplanten Einnahmen aus dem Funkhaus-Verkauf nicht zustande kamen. Die ursprüngliche Finanzierungslücke im Budget für 2017 – erst 70 Millionen Euro, dann 42 Millionen Euro – wurde laut den vorliegenden Zahlen gänzlich geschlossen.

Diagonale 2018: Großer Spielfilm-Preis geht an „Murer“

Der Eröffnungsfilm „Murer – Anatomie eines Prozesses“ von Christian Frosch hat den Großen Spielfilm-Preis der Diagonale 2018 gewonnen. Dieser ist ebenso mit 21.000 Euro dotiert wie die Auszeichnung in der Dokumentarfilmsparte, die bei der Verleihung im Grazer Orpheum an Nikolaus Geyrhalter für seinen grenzkritischen Film „Die bauliche Maßnahme“ ging.

In der Sparte des Innovativen Kinos setzte sich Johann Lurf mit seinem himmlischen Experimentalfilm „?“ durch, für den es 9.000 Euro gab. Bei den mit 5.500 Euro dotierten Kurzspielfilm-Preisen reüssierte Bernhard Wenger mit seiner Urlaubsgroteske „Entschuldigung, ich suche den Tischtennisraum und meine Freundin“, die auch von der Jugendjury mit den 7.000 Euro für den besten Nachwuchsfilm bedacht wurde.

Codename T159 – Apple startet geheime Bildschirm-Fabrik

Apple entwickelt in einer geheimen Fabrik in Kalifornien eigene LED-Anzeigen eines fortgeschrittenen Typs. Für das Projekt mit dem Codenamen T159 seien große Investitionen getätigt worden.

Es sei eine kleine Zahl der Micro-LED-Anzeigen zu Testzwecken hergestellt worden. Geleitet werde das Projekt von Lynn Youngs, zuständig für die Displays der Apple Watch und des iPhones.

Da Micro-LEDs schwierig herzustellen seien, dürfte die neue Technologie erst in drei bis fünf Jahren in Apples Smartphones verbaut werden. Eine Stellungnahme des Konzerns lag nicht vor.

Sollte Apple selbst Anzeigen für seine Produkte fertigen, könnte das die bisherigen Zulieferer hart treffen. Die Aktien von Herstellern wie Samsung Electronics, Japan Display, Sharp und LG Display lagen nach der Veröffentlichung des Berichts an den Märkten in Fernost zunächst im Minus. Geräte mit Micro-LED-Anzeigen sollen gegenüber denen mit Organischen-LED-Varianten (OLED) dünner und stromsparender sein und ein helleres Display bieten.

iQiyi will bei Börsengang 2,7 Mrd. Dollar einsammeln

Der Online-Videodienst iQiyi des chinesischen Google-Rivalen Baidu will im Rahmen seines Börsengangs an der Wall Street bis zu 2,7 Mrd. Dollar ( (2,2 Mrd. Euro) bei Investoren einsammeln. Insgesamt würden 125 Millionen in den USA handelbare Wertpapiere in einer Spanne von 17 bis 19 Dollar zum Kauf angeboten.

Bei hoher Nachfrage stünden weitere 18,75 Millionen Papiere zur Verfügung. Damit könnte sich das Emissionsvolumen auf bis auf 2,7 Milliarden Dollar belaufen. Der Mutterkonzern Baidu, der 69,6 Prozent der Anteile besitzt, will auch nach dem Finanzmarktdebüt an der US-Technologiebörse Nasdaq die Kontrollmehrheit an iQiyi behalten.