„Der Schwarze Kanal“ sendet wieder

Der „Schwarze Kanal“ aus dem DDR-Fernsehen ist wieder auf Sendung. Die linke Tageszeitung „Junge Welt“ veröffentlicht auf ihrer Internetseite zunächst monatlich eine Weiterentwicklung des Formats. Langfristig sei eine wöchentliche Ausgabe geplant, teilte die Zeitung mit. Bereits seit 2004 gibt es das Format in den Wochenendausgaben der „Jungen Welt“ als gedruckte Medienkritik. Es soll nun auch als Video und Podcast auf der Internetseite der Zeitung, auf YouTube und in den sozialen Medien zur Verfügung gestellt werden.

Laut einer Pressemitteilung hatte Márta Rafael, Ehefrau des im Jahr 2001 verstorbenen Journalisten Karl-Eduard von Schnitzler, der „Jungen Welt“ gestattet, unter dem Titel „Schwarzer Kanal“ die Tradition aufklärerischer Medienkritik im Geiste ihres Mannes fortzusetzen. Dies habe Zeitung stets als Auftrag verstanden. Auch die Verfügbarmachung in Audio- und Videoformaten sieht die „Junge Welt“ in diesem Sinne: „Ich werde meine Arbeit als Kommunist und Journalist für die einzige Alternative zum unmenschlichen Kapitalismus fortsetzen. Als Waffe im Klassenkampf (…) Auf Wiederschauen“, hatte Karl-Eduard von Schnitzler im letzten ausgestrahlten „Schwarzen Kanal“ des DDR-Fernsehens am 30.10.1989 gesagt. Seine „ideologische Auseinandersetzung mit dem BRD-Kapitalismus“ hatte Karl-Eduard von Schnitzler seit 1960 geführt. Die mehr als 1500 Folgen in strikter Treue zur SED-Führung liefen immer montagabends.

Gruner + Jahr stoppt Höhle der Löwen

Zum Start der Vox-Sendung „Die Höhle des Löwen“ brachte Gruner + Jahr 2018 das gleichnamige Gründermagazin heraus. Jetzt will der Verlag die Zeitschrift aus wirtschaftlichen Gründen nicht weiterführen. Für die Bertelsmann Content Allianz ist dies ein Rückschlag. Sie hatte mit dem Projekt noch vor Kurzem für die Inhalte-Allianz getrommelt.

Die Löwen sind wieder los. Am 3. September beginnt die 6. Staffel der Start-up-Sendung “Die Höhle der Löwen” (“DHDL”) auf Vox. Erneut kämpfen hoffnungsfrohe Gründer um das Geld der Investoren. Wieder dabei ist eine Jury, die hochkarätig aus Wirtschaftsgrößen besetzt ist. Dazu gehören der Finanzunternehmer Carsten Maschmeyer sowie der frühere Fernsehmanager Georg Kofler.

Dass die Vermarktung des Heftes Probleme bereitete, soll dem Vernehmen nach auch an Sony gelegen haben. Denn die “DHDL”-Sendung ist ein Ableger der Sendung “Dragons’ Den”, ein Konzept, das weltweit von Sony Pictures Television produziert und vermarktet wird. Für Gruner + Jahr kommt das Ende des gedruckten Heftes höchst ungelegen. Als Teil der Bertelsmann Content Allianz sollte G+J-Produktchef Stefan Schäfer, der seit einigen Monaten auch für die Inhalte & Marken bei der Sendergruppe RTL verantwortlich ist, gerade solche unternehmensübergreifenden Projekte fördern. So hatten die Gütersloher mit dem Gründermagazin für den Aufbau der Inhalte-Allianz noch vor einem halben Jahr kräftig getrommelt.

Österreicher sehen Kryptowährungen skeptisch

Die Österreicher sind bei Geldanlagen konservativ und stehen Kryptowährungen sehr skeptisch gegenüber. Ein Vergleich unter 15 Ländern zeigt, dass hierzulande nur 13 Prozent digitale Währungen positiv sehen. Nur 5 Prozent würden ihr Gehalt in Bitcoins ausgezahlt haben wollen. In der Türkei sind es hingegen 36 Prozent, ergab eine Online-Umfrage der Bank ING.

Mit Ausnahme der Türkei, Polen und Rumänien zeigt sich, dass sich die Bitcoin-Euphorie weiter abschwächt. Für die Umfrage wurden in 13 europäischen Ländern sowie in den USA und Australien knapp 15.000 Personen ab 18 Jahren befragt. In Österreich nahmen über 1.000 Personen an der Befragung teil.

Schlechtere Einstellungen

Verglichen mit der Vorjahresumfrage, ist die Einstellung zu Bitcoin und Co. noch schlechter geworden. So waren es 2018 noch 20 Prozent der Österreicher, die meinten, dass Kryptogeld die Zukunft des digitalen Zahlungsverkehrs ist, heuer sind es 17 Prozent. An die Bedeutung als Anlageform glaubten im vergangenen Jahr 17 Prozent der Österreicher, nun sind es 14 Prozent.

MDR steht in der Kritik und sagt Podiumsdiskussion ab

Der MDR hat für eine geplante Podiumsdiskussion auch einen Neonazi eingeladen, daraufhin hagelte es Kritik. Als der Sender bei seiner Entscheidung blieb, sagten zwei andere Teilnehmer ab, die Debatte wurde daraufhin abgeblasen. Nun gibt’s eine Notlösung.

In den vergangenen Tagen hat sich der MDR viel Kritik anhören müssen. Der Sender plante eigentlich für eine Podiumsdiskussion zur Doku „Chemnitz – Ein Jahr danach“, die bald zu sehen sein wird. Eingeladen hatte man mit Arthur Österle auch einen bekennenden Neonazi und AfD-Politiker. Das sorgte von Anfang an für heftige Kritik, sowohl in sozialen Netzwerken als auch etwa vom Internationalen Auschwitz Komitee oder innerhalb der ARD selbst.

Stattdessen soll es eine Gesprächsrunde mit den Machern des Films sowie den Programmverantwortlichen geben. Zur Begründung heißt es vom MDR, die gewollte Konstellation der Runde sei nach den Absagen „nicht mehr sinnvoll umsetzbar“.

Xing profitiert weiter von Suche nach Fachkräften

Mit seinen 16,3 Millionen Mitglieder erwirtschaftete das Netzwerk im vergangenen Quartal 65,5 Millionen Euro.

Das soziale Netzwerk Xing wächst dank starker Geschäfte mit Firmenkunden weiter rasant. Im zweiten Quartal stieg der Umsatz um knapp 18 Prozent auf 65,5 Millionen Euro, wie die Firma New Work, Betreiberin des Netzwerks und Tochter des Medienkonzerns Burda, mitteilte. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) legte um etwas mehr als 18 Prozent auf 22 Millionen Euro zu.

Xing plant zweistellig

Xing will im laufenden Jahr beim Umsatz und operativen Ergebnis zweistellig zulegen – Wachstumstreiber soll dabei weiter die Unternehmenskundensparte sein. Hier profitiert das Netzwerk unter anderem vom Fachkräftemangel, wegen dem viele Unternehmen Unterstützung bei Portalen wie Xing suchen. Diesen Bereich hatte der Konzern zudem zuletzt mit Übernahmen ausgebaut.

So hatte New Work Anfang April mit Honeypot ein Stellenportal für IT-Fachkräfte für zunächst 22 Millionen Euro übernommen. Beim Erreichen bestimmter Ziele könnten zudem zusätzlich bis zu 35 Millionen Euro anfallen. Anders als üblich bewerben sich auf dieser Plattform Firmen bei potenziellen Mitarbeitern.

Im ersten Halbjahr 2019 steigerte Xing seine Mitgliederzahl um eine Millione auf 16,3 Millionen. Inklusive der User von weiteren Services (wie zum Beispiel Xing Events) verzeichnete das Unternehmen zum Ende des zweiten Quartals 17,5 Millionen Nutzer.

TV-Netzwerk Globo investiert 50 Millionen Dollar in Studio

Keinerlei Zugeständnisse an US-amerikanische Streaming-Giganten wie Netflix und Amazon will die größte Produktionsfirma Lateinamerikas machen: Das brasilianische TV-Netzwerk Globo hat 50 Millionen Dollar in neues Produktionsstudio investiert.

„Wir werden unsere Inhalte nicht an Netflix und Amazon verkaufen“, wird Globo-CEO Jorge Nóbrega zitiert. Mit den eigenen Produktionen soll dem rasanten Wachstum der internationalen Streaming-Riesen Einhalt geboten werden. Brasilien ist für Netflix nach dem United Kingdom bereits der zweitwichtigste Markt außerhalb der USA.

Der neue Studiokomplex umfasst drei Gebäude. In jedes von ihnen würde laut dem Bericht eine Boeing 737 passen. Bei den meisten Shows, die darin produziert werden sollen, handelt es sich um die nach wie vor in Brasilien populären „Telenovelas“.

Globo betreibt in Brasilien eine eigene Streaming-Plattform unter dem Namen GloboPlay. Eine Gratisversion inkludiert Werbung, die werbefreie Variante kostet rund 5 Dollar im Monat.

Sky Media meldet hohe Werbeauslastung zum Bundesliga-Start

Der Sky-Vermarkter Sky Media, Unterföhring, geht zuversichtlich in die am Wochenende beginnende neue Fußball Bundesliga-Saison. Die Nachfrage bei den Werbepartnern sei wieder „sehr hoch“, heißt es, der erste Spieltag „noch stärker gebucht als in der Vorsaison“. Der Vermarkter verzeichnet für das Start-Wochenende „eine um 11 Prozent stärkere Werbeauslastung und ein Plus von 27 Prozent bei den Sonderwerbeformen“.

Sport- und Vermarktungschef Jacques Raynaud von Sky Deutschland sagt: „Die Fußball-Bundesliga ist der stärkste Content auf dem deutschen Werbemarkt und die Nachfrage unserer Kunden nach diesem einzigartigen Produkt ist ununterbrochen hoch. Neue Impulse erwarten wir durch Augmented Reality und Social Media.“

Jeder dritte Fußballfan will Spiele streamen

81 Prozent der Fußballfans wollen die Spiele am liebsten in den eigenen vier Wänden anschauen. 17 Prozent gehen lieber direkt ins Stadion, ebenfalls 17 Prozent verabreden sich mit Freunden zum Fußballschauen. 13 Prozent gehen gerne in eine Kneipe oder Sportbar, um die Spiele live zu verfolgen.

Während für Fußballfans, die die Spiele auf der heimischen Couch anschauen wollen, früher kein Weg an einem klassischen Pay-TV-Abo vorbeiführte, gibt es mittlerweile diverse Alternativen. Für die meisten Fußballanhänger ist Sky allerdings offensichtlich immer noch gesetzt – immerhin haben die Münchner nach wie vor die meisten Bundesligaspiele im Programm. Lediglich 16 Prozent wollen die Bundesliga über einen Streamingdienst verfolgen, weitere 15 Prozent erwägen es zumindest. Zwei Drittel der Fans wollen dagegen keinen entsprechenden Dienst nutzen.

Wenig überraschend ist das Interesse an Streaminganbietern bei jungen Zuschauern höher: Bei den 14- bis 29-jährigen Fans plant ein Viertel, die Bundesliga-Spiele über kostenpflichtige Dienste zu streamen – weitere 25 Prozent haben das vielleicht vor. Bei den Bundesliga-Interessierten ab 60 Jahren wollen 80 Prozent keine kostenpflichtigen Streamingdienste in Anspruch nehmen.

Von den Fans, die planen, die Spiele zu streamen, wollen dies 61 Prozent bei Sky tun. Etwa jeder Vierte (27 Prozent) will ein DAZN-Abo abschließen. Dass DAZN die Bundesliga-Rechte von Eurosport übernommen hat, hat sich noch nicht bei jedem Fan herumgesprochen: Immerhin 17 Prozent wollen den Eurosport-Player abonnieren, 6 Prozent das Telekom-Angebot Magenta Plus.

Bei der Zahlungsbereitschaft orientieren sich die meisten an den mittlerweile üblichen 10 Euro pro Monat für Streamingdienste: Etwa jeder Zweiten (49 Prozent) ist bereit, bis zu 10 Euro für ein Streaming-Abo zu bezahlen. Nur knapp ein Viertel (23 Prozent) würde bis zu 20 Euro dafür aufwenden. Lediglich 16 Prozent würden mehr als 20 Euro ausgeben, um die Bundesliga live streamen zu können.

Computer-Konzern Lenovo verdoppelte Gewinn im Quartal

Der weltgrößte PC-Hersteller Lenovo hat den Gewinn im ersten Quartal seines von April bis Ende März laufenden Geschäftsjahres mehr als verdoppelt. Wie der chinesisch-amerikanische Konzern mitteilte, kletterte der Gewinn per Ende Juni auf 162 Millionen Dollar (144,80 Mio. Euro). Der Umsatz zog auf 12,5 Milliarden Dollar an.

25 Prozent Marktanteil

Lenovo hatte Ende des Quartals einen Marktanteil an den globalen PC-Verkäufen von gut 25 Prozent. Der PC-Markt wuchs zuletzt wieder leicht, nachdem er zuvor mehrere Quartale geschwächelt hatte.

Ö3 baut am Nachmittag und Abend um, neue Sendungen ab Mitte September

Ö3 plant etliche Neuerungen in seinem Nachmittags- und Abendprogramm, die mit 16. September in Kraft treten sollen. Einen Relaunch will das Senderchef Georg Spatt aber nicht nennen, „auch nicht Komplettumbau“. Aber es werde „in Teilen des Programms eine relativ große Weiterentwicklung“ geben – mit einigen neuen Sendungen.

Ö3 gehe es „unverändert gut“ und lege ein „starkes Jahr 2019“ hin, betont Spatt. Das habe auch der jüngste Radiotest wieder bestätigt. Gerade der rechte Zeitpunkt aber nach Ansicht des langjährigen Senderchefs, „sich ein paar Dinge anzuschauen, die nicht kurzfristig, sondern mittel- und langfristig wirken sollen“. Erklärte Ziele dabei: auf aktuelle Medientrends zu reagieren und den Hörern mehr Abwechslung zu bieten, dabei aber „selbstverständlich immer verlässlich Ö3 zu bleiben und unseren Auftrag und Erfolg nicht zu gefährden. Es wird kein ’neues Ö3′.“ Ö3 arbeite vielmehr permanent an Veränderungen, das werde manchmal weniger spürbar, diesmal eben etwas stärker.

So soll der Ö3-Nachmittag künftig „in kürzeren Sendungseinheiten mit stärker profilierten Anmutungen“ gestaltet werden: „Weiter mit einem unbestreitbaren Ö3-‚Look and Feel'“, aber mit dem Anspruch, dem Hörer „eine bessere Hilfe für die Strukturierung des eigenen Nachmittags“ zu geben. Anstelle der bisherigen Flächen („Ö3-Musikshow“ von 13 bis 16 Uhr, „Ö3-Drivetime-Show“ von 16 bis 19 Uhr) kommen Montag bis Donnerstag drei neue Sendungen („Die Sheyda und die Hits“, „Willkommen in der Hillerei“ und „24 Stunden – 24 Antworten“).

Am Abend – bisher bestritten von den „Ö3 Greatest Hits“ und „Ö3 Nu Stuff“ – wird eine neue „Ö3-Hauptabendshow“ von 18 bis 22 Uhr etabliert. Diesen Arbeitstitel will Spatt „mit einem Augenzwinkern“ verstanden haben. Er sei aber überzeugt, dass es sich lohne, für diese Zeitzone eine „sehr gut gemachte, vollwertige Radiosendung, eine infolastige Entertainmentshow“ zu produzieren. Von 22 Uhr bis Mitternacht sind je nach Wochentag unterschiedliche Sendungen geplant. Der montägliche „Treffpunkt Österreich“ bleibt erhalten und rutscht nur etwas nach hinten. Völlig neu und ein „Labor“ werden soll der „Treffpunkt Podcast“: „Die erste österreichische Radiosendung zu diesem Thema“, erklärt Spatt. Ebenfalls neu: der „Treffpunkt Liebe usw.“. Darin solle es um „Vergnügen, Freude und Spaß am Sex bis hin zu Aufklärung und die immer gleich bleibenden Fragen jeder Generation“ gehen.

Viele der neuen Sendungsnamen sind noch Arbeitstitel, für Freitag und Samstag plant man etwas so Neues, dass Spatt noch gar nicht darüber reden will – zu hören sein soll es ab Oktober, nach der Nationalratswahl. „Musiklastig“ werde es jedenfalls werden. Die Verkaufscharts („Ö3 Austria Top 40“) übersiedeln vom Freitagabend auf einen Sendeplatz am Sonntagnachmittag.

Redesign bei Super RTL

Je nach Uhrzeit ist der Familiensender Super RTL ein Kanal mit sehr unterschiedlichen Zielgruppen. Tagsüber will man jüngere Zuschauer anlocken – da laufen in erster Linie Trickfilme. Ab 20.15 Uhr wollen die Kölner vor allem erwachsene Frauen ansprechen, dann strahlen sie Serien wie „On the Case – Unter Mordverdacht“ oder „Dr. House“ aus.

Seit 14. August trennt Super RTL diese beiden Gesichter des Senders stärker voneinander. Von 20.15 Uhr an werden fortan Abends kräftige Farben im Logo und in den Trailern vor der Werbung eingesetzt. Die Programm-Schwerpunkte True Crime, Serien und Spielfilme sollen dadurch stärker betont werden.

Junge Menschen stehen Amazon skeptisch gegenüber

Auch wenn der Versand-Riese aus Seattle den Onlinehandel weitgehend dominiert, offenbart nun eine Studie, dass junge Menschen dort weniger gerne bestellen – auch aus ethischen Gründen.

Fast egal, was her muss: Für notorische Online-Shopper führt der erste Weg im Browserfenster meist zu Amazon. Zu umfangreich die Auswahl, zu bequem die Bestell- und Lieferbedingungen – der Einlauf ist oft mit wenigen Klicks besiegelt und bezahlt. Dann bleibt nur noch das Warten auf das Läuten des Paketboten.

Nun belegt der „Future Shopper“-Report der Agentur Wunderman Thompson, dass der große Versandhändler trotz seiner weltweiten Ausbreitung und riesigen Warenauswahl nicht alle Zielgruppen restlos von sich überzeugen kann: Insbesondere die jungen Menschen zwischen 16 und 24, Teil der sogenannten „Generation Z“, stehen dem Handelsriesen zunehmend kritisch gegenüber. Unter den 15.000 Befragten der Studie ergab sich in der entsprechenden Altersgruppe ein unübersehbarer Trend hin zum ethischen Konsum – nicht unbedingt ein Steckenpferd von Amazon.

So sind die regelmäßigen Schlagzeilen um die Personalpolitik, Steuertricks und Datenschutzpannen des Konzerns nicht zwingend eine Motivation für eine Kundengruppe, die ihre Kaufenscheidungen auch an der ethischen Ausrichtung von Händlern und Marken festmacht. Bei den jungen Käufern gaben zumindest fast 20 Prozent an, entsprechend vorzugehen – und Amazon daher eher zu meiden.

Auto1 prüft Übernahme von Autoscout24

Auto1 und Permira sprechen mit Beratern, um potenzielle Angebote für Autoscout24 auszuloten. Die Überlegungen befinden sich in einem frühen Stadium, und die Unternehmen hätten keine endgültigen Entscheidungen über die Abgabe von Angeboten getroffen, sagten die informierten Personen.

Auto1, das über eine bestehende Plattform für den Verkauf von Autos verfügt, kann möglicherweise Synergien mit seinem aktuellen Produkt nutzen, um einen höheren Preis als Buyout-Unternehmen anzubieten.

Einige potenzielle Bieter könnten Angebote in Höhe von etwa zwei Milliarden Euro in Betracht ziehen, sagten Insider, die baten nicht namentlich genannt zu werden, da die Überlegungen nicht öffentlich seien. Analysten von Barclays und Goldman Sachs haben den Wert auf 2,3 bis 2,4 Milliarden Euro geschätzt.

Scout24 sagte Anfang dieser Woche, dass es Optionen für die Einheit prüfe, einschließlich eines Verkaufs oder einer Abspaltung. Der aktivistische Investor Elliott Management hat gefordert, dass das Unternehmen zweigeteilt wird, um sich stärker auf das Immobiliengeschäft zu konzentrieren. Das Unternehmen hat angekündigt, die Investoren an einem Kapitalmarkttag im November über die weitere Entwicklung von Autoscout24 zu informieren.

Vertreter von Scout24 und Auto1 lehnten einen Kommentar ab. Permira war für einen Kommentar nicht zu erreichen.

TikTok will mit eigener Suchmaschine angreifen

Das chinesische Unternehmen Bytedance, das in Europa vor allem für sein soziales Netzwerk TikTok bekannt ist, streckt seine Fühler in einen weiteren Geschäftsbereich aus: So will der Konzern mit einer eigenen Suchmaschine an den Start gehen. Erst vor kürzlich hatte Bytedance bekanntgegeben, eigene Smartphones bauen zu wollen.

Das App-Portfolio von Bytedance kann sich mittlerweile sehen lassen. Neben dem sozialen Netzwerk TikTok, das derzeit weltweit ein Momentum erfährt wie kaum eine andere App und von Bytedance 2017 für knapp eine Milliarde US-Dollar übernommen wurde, verfügt der Konzern beispielsweise mit Lark über eine Slack-ähnliche App für die Kommunikation im Büro. Außerdem gehört der Messagingdienst Feiliao und eine Musikstreaming-App dazu.

Das App-Portfolio von Bytedance kann sich mittlerweile sehen lassen. Neben dem sozialen Netzwerk TikTok, das derzeit weltweit ein Momentum erfährt wie kaum eine andere App und von Bytedance 2017 für knapp eine Milliarde US-Dollar übernommen wurde, verfügt der Konzern beispielsweise mit Lark über eine Slack-ähnliche App für die Kommunikation im Büro. Außerdem gehört der Messagingdienst Feiliao und eine Musikstreaming-App dazu.

Jetzt wollen die Chinesen offenbar auch im Search-Markt mitspielen und planen die Einführung einer eigenen Suchmaschine. Sie soll Toutiao Search heißen und den Chinesen sowohl eigene Inhalte aus TikTok und anderen Bytedance-Apps zeigen als auch solche aus dem breiteren Internet. Für den Aufbau von Toutiao Search hatte Bytedance zuletzt Experten von Google, Baidu und Bing abgeworben.

Die neue Suchmaschine soll eine Alternative zum Marktführer Baidu bieten, wie es heißt. Im vergangenen Jahr wickelte Baidu in China 66 Prozent aller Desktop-Suchen und 71 Prozent aller Mobile-Suchen ab. Google hatte sich vor einigen Jahren vom chinesischen Markt zurückgezogen, weil sich der US-Konzern den Zensurbestimmungen der Volksrepublik nicht unterwerfen wollte.

US-Handelsstreit lässt Huawei-Absätze in Europa einbrechen

Während Samsung und der chinesische Konkurrent Xiaomi laut Marktforschungsunternehmen Canalys jeweils wachsen konnten, konnte Huawei im zweiten Quartal nur noch 8,5 Millionen Smartphones verkaufen. Im Vorjahr waren es noch 10,1 Millionen von April bis Juni. Der Markanteil in Europa ist in diesem Zeitraum im Vergleich zum Vorjahr von 22,4 Prozent auf 18,8 Prozent gesunken.

Handelsstreit verunsichert

Als Hauptgrund dafür gilt freilich der Handelsstreit zwischen China und den USA. US-Präsident Donald Trump hatte Huawei auf eine Schwarze Liste gesetzt. Der Vorwurf lautet, dass die chinesische Regierung zu viel Einfluss auf das Unternehmen habe. Handfeste Beweise für Spionage konnten die Amerikaner aber bisher nicht auf den Tisch legen.

„Die Marke Huawei hat außerhalb Chinas Schaden genommen, und es wird Zeit und Geld kosten, das zu reparieren“, sagt Analyst Ben Stanton laut „Heise“. Vor allem die Europäer sind verunsichert, weil noch immer unklar ist, ob Huawei-Smartphones auch zukünftig etwa mit dem Betriebssystem Android planen können oder auf ein eigenes umsteigen müssen.

Mitarbeiter eingeschworen

Es ist davon auszugehen, dass sich diese Unsicherheit auch weiterhin auf die Verkaufszahlen ausdrücken wird. Denn Netzbetreiber entscheiden Monate im Voraus, welche Geräte sie anbieten. Sie könnten jetzt erstmal die weitere Entwicklung abwarten.

Axel Springer verdient im ersten Halbjahr weniger

Der Medienkonzern Axel Springer hat im ersten Halbjahr weniger verdient, unter anderem aufgrund von Investitionen in die Digitalisierung und Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Übernahmeangebot der Beteiligungsgesellschaft KKR. Unter dem Strich verringerte sich der auf die Aktionäre der Gesellschaft entfallende Gewinn im Zeitraum Januar bis Juni von 169,8 Millionen Euro im Vorjahr auf 115,2 Millionen Euro.

Der konzernweite Umsatz ging gleichermaßen von 1,56 Milliarden Euro im Vorjahr auf 1,53 Milliarden Euro zurück. Aus eigener Kraft, also bereinigt um Währungseffekte und Zu- sowie Verkäufe, ist der Umsatz allerdings leicht um ein Prozent gestiegen.

Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sank um 2,7 Prozent auf 344,8 Millionen Euro. An der im Juni gesenkten Jahresprognose hält das Management um Konzernchef Mathias Döpfner fest: Demnach soll der Umsatz weiterhin im niedrigen einstelligen Prozentbereich sinken, beim bereinigten Ebitda wird ein Rückgang im mittleren einstelligen Prozentbereich erwartet. Beim operativen Ergebnis rechnet Springer mit einem Rückgang im hohen einstelligen Prozentbereich.

Der Medienkonzern hatte seine Jahresziele zuletzt aufgrund einer allgemein schwächeren wirtschaftlichen Entwicklung, aber auch wegen der in Frankreich verabschiedeten Digitalsteuer gesenkt.

E-Book-Markt legt im ersten Halbjahr leicht zu

Der Umsatz mit E-Books ist im 1. Halbjahr 2019 leicht gestiegen, meldet der Börsenverein in seinem „E-Book-Quartalsbericht”, in dem der Publikumsmarkt (also ohne Schul- und Fachbücher) per Konsumentenbefragung vermessen wird. Die Zahlen im Überblick:

  • Umsatz: Der Umsatz mit E-Books hat demnach im 1. Halbjahr 2019 um 1% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zugelegt. Damit beträgt der Umsatzanteil von E-Books am Publikumsmarkt insgesamt 6%.
  • Absatz: Die verkauften Stückzahlen sanken von 16,7 Mio auf 16,3 Mio. Das ist ein Minus von 2,3% gegenüber dem 1. Halbjahr 2018.
  • Durchschnittspreis: Heißt: Das leichte Umsatzplus ist preisgetrieben. Erstmals seit 2015 ist der Durchschnittspreis gestiegen. Im Schnitt zahlten die Käufer 6,24 Euro für ein E-Book. Das sind 3,4% mehr als im 1. Halbjahr 2018.
  • Käuferzahl: Die Käuferzahl hat minimal auf 2,7 Mio Personen zugelegt (+0,9%), gleichzeitig ist die Kaufintensität gesunken. Von Januar bis Juni legten sich die Käufer im Schnitt 6 E-Books in den Warenkorb (–3,2%).

Neuer Joker „Switch“ in nächster Staffel der ORF-„Millionenshow“

Kandidaten können eine Frage tauschen, ersetzt „Zweite Chance“-Joker – Neue Ausgaben ab 16. September

Die ORF-„Millionenshow“ wartet in der kommenden Saison mit einem neuen Joker auf. Mit „Switch“ erhalten die Kandidaten die Möglichkeit, eine Frage, die sie nicht beantworten können, zu tauschen, gab der ORF in einer Aussendung am Dienstag bekannt. Die neue Staffel startet am 16. September in ORF 2.

„Switch“ ersetzt den „Zweite Chance“-Joker. Die Kandidaten müssen sich zu Beginn zwischen zwei Spielvarianten entscheiden: Gespielt wird dann entweder mit drei Jokern (Publikum, 50:50 und Telefon) und zwei Sicherheitsstufen (bei 500 und bei 15.000 Euro) oder mit vier Jokern (zusätzlich „Switch“), aber dafür ohne 15.000-Euro-Sicherheitsstufe, wurde in der Aussendung geschildert.

Zooplus erneut im Verlust

Der deutsche Online-Tierbedarfshändler Zooplus hat im ersten Halbjahr erneut rote Zahlen eingefahren. Nach einem Minus von 6,6 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum bezifferte sich der Verlust aufgrund hoher Abschreibungen diesmal auf 7,1 Mio. Euro.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) betrug im ersten Halbjahr immerhin 4,5 Mio. Euro, nachdem im Vorjahr noch ein Minus von 5 Mio. Euro zu Buche gestanden hatte. Laut Zooplus hätten sich weitere Einsparungen vor allem in der Logistik sowie IT und Administration positiv ausgewirkt.

Futter und Streu als Umsatztreiber

Umsatztreiber zwischen Jänner und Juni war einmal mehr das Geschäft mit Eigenmarken für Futter und Streu. Auch das Neukundengeschäft stieg an. Zwar legte Zooplus bei den Erlösen um 13 Prozent auf 727 Mio. Euro zu, der Anstieg des Umsatzes fiel aber niedriger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres aus.

Zooplus ist laut eigenen Angaben Europas führender Internethändler für Heimtierbedarf, das Geschäftsmodell wurde bisher in 30 europäischen Ländern eingeführt. Das Unternehmen bietet unter anderem Tierfutter, Zubehör und Spielzeug an.

Deutsche Justizministerin will nur noch einjährige Handy-Verträge

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht will die Dauer von Handy-Verträgen von 24 Monaten auf ein Jahr begrenzen. „Lange Vertragslaufzeiten und in den AGB versteckte automatische Ein-Jahres-Verlängerungen sind ärgerlich und teuer“, sagte Lambrecht. „Betrügerische Geschäftsmodelle, undurchsichtige Vertragsstrukturen und kalkulierte Kostenfallen sind leider immer noch an der Tagesordnung. Laut dem vorliegenden Gesetzentwurf sollen Mobilfunk-Verträge künftig nur noch für ein Jahr abgeschlossen werden dürfen. Bei verpasster Kündigung soll sich der Vertrag nur noch um drei Monate statt um ein Jahr verlängern. Das gelte auch für Verträge mit Fitnessstudios.

Auch Facebook hörte bei Sprachaufnahmen mit

Facebook hat ausgewählte Aufnahmen aus seinem Chatdienst Messenger anhören und abtippen lassen. Betroffen waren Nutzerinnen und Nutzer, die die Transkriptionsfunktion für Sprachunterhaltungen eingeschaltet hätten, erklärte das Soziale Netzwerk gestern. Die Mitarbeiter sollten prüfen, ob die Software die gesprochenen Sätze korrekt verstanden habe.

Die Nachrichten seien anonymisiert worden. Die Praxis sei vor mehr als einer Woche eingestellt worden. In den vergangenen Wochen waren auch Amazon, Apple und Google in die Kritik geraten, weil sie Mitschnitte von Sprachassistenzsoftware von Mitarbeitern auswerten ließen, ohne dass es den Nutzern bekannt war.

Für Facebook ist die Situation noch etwas brisanter: Seit Jahren geht das Gerücht um, Apps des Online-Netzwerks hörten den Nutzern zu, um die Werbung zu personalisieren. Als Beleg werden Fälle genannt, in denen Anzeigen zu einer vorherigen Unterhaltung passen. Facebook wies den Vorwurf stets zurück, auch Gründer und Chef Mark Zuckerberg verneinte dies im Frühjahr ausdrücklich bei einer Anhörung im US-Kongress und sprach von einer „Verschwörungstheorie“.

Facebook hatte damals auch erklärt, das Online-Netzwerk verarbeite Audio-Daten nur wenn ein Nutzer die Erlaubnis dazu erteilt habe. Während klar ist, dass für eine Transkriptions-Funktion Aufnahmen verarbeitet werden müssen, dürfte den Nutzern – ähnlich wie bei den anderen Tech-Konzernen – nicht bewusst sein, dass in einigen Fällen auch Menschen sie zu hören bekamen.

Viel Spielen wird nicht unbedingt zu krankhaft viel Spielen

Im Mai 2019 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) exzessives Computerspielen als Suchtkrankheit eingestuft. Nun haben Wissenschaftler der Stetson University eine Studie veröffentlicht, die sich mit einem Kernproblem von übermäßigem Gaming beschäftigt: Ist Spielesucht eher eine Folge anderer Probleme – oder kann sie prinzipiell jeden treffen, der einfach ein bisschen zu viel Zeit am Rechner oder an der Konsole verbracht hat? Oder gibt es womöglich eine Art grundlegende genetische oder psychologische Disposition, die Spieler besonders anfällig macht?

Die Fragestellung ist alles andere als neu, auch im Zusammenhang mit der Aufnahme in den Katalog der WHO wurde sie ausführlich diskutiert. Die neue Studie versucht eine Antwort auf wissenschaftlicher Basis zu geben. Die Forscher sind zu dem Ergebnis gekommen, dass eine Reihe äußerer Faktoren wohl die wichtigsten Auslöser sind, die Spieler zu einem ungesunden Spieleverhalten bringen.

Stark vereinfach gesagt: Wer sehr bestimmende Eltern („Helikoptereltern“) und eine etwas weniger ausgeprägte Selbstbeherrschung hat, dann etwa an der Schule oder Universität besonders viel Druck verspürt, der könnte tendenziell öfter als andere versucht sein, in Spielewelten zu flüchten. „Selbstkontrolle beeinflusste den Grad des pathologischen Spiels stärker als die Spielzeit“, schreiben die Wissenschaftler im Abstract.

Die Studie hat nicht den Anspruch, die genannten Fragen endgültig und absolut zu beantworten, sondern soll laut einem Artikel auf Psypost lediglich erste Hinweise auf Zusammenhänge liefern. Die Wissenschaftler weisen selbst darauf hin, dass ihre Untersuchung ein paar Schwächen hat.

So wurden zwar rund Tausend Jugendliche befragt, aber ausschließlich in Südkorea – unter anderem, weil es dort besonders viele Gamer gibt. Aber ob die Ergebnisse ohne weiteres auf andere Kulturkreise übertragbar sind, ist unklar. In Südkorea gilt der gesellschaftliche Druck, gute Ergebnisse in Schule und Uni abzuliefern, als besonders hoch.

Klimawandel-Leugner kommen öfter zu Wort als Klimaforscher

Skeptiker des Klimawandels kommen in den Medien laut einer Studie sehr viel häufiger zu Wort als renommierte Klimaforscher. Das ist das Ergebnis einer Studie, für die Wissenschafter zehntausende Artikel aus Zeitungen, Magazinen und dem Internet auswerteten.

Demnach erhielten Leugner der globalen Erderwärmung in den vergangenen Jahren fast 50 Prozent mehr Aufmerksamkeit als Experten auf dem Gebiet. Leugner des menschengemachten Klimawandels hätten sich „zu einer lauten Stimme innerhalb von Politik und Wissenschaftskommunikation“ entwickelt, schrieben die Studienautoren im Fachmagazin „Nature Communications“.

Die Wissenschafter um den Hauptautor Alexander Petersen von der University of California in Merced hatten 100.000 Artikel analysiert, die zwischen 2000 und 2016 erschienen waren. Dabei untersuchten die Forscher etwa, wie häufig 386 ausgewählte Klimawandel-Skeptiker – darunter Wissenschafter, Wirtschaftsvertreter und Politiker – und 386 renommierte Klimaforscher zitiert oder erwähnt wurden beziehungsweise selbst Verfasser der Artikel waren.

Laut der Studie wurden die Skeptiker des Klimawandels selbst in seriösen Medien wie der „New York Times“ oder dem britischen „Guardian“ öfter zitiert als Klimaforscher. Die „unverhältnismäßige Sichtbarkeit skeptischer Argumentationen und ihrer Akteure in den Medien“ verdrehe „die tatsächliche Verteilung von Expertenmeinungen“ zu den Ursachen des Klimawandels, kritisierten die Studienautoren.

Unter Klimaforschern herrscht weitgehend Konsens, dass die globale Erderwärmung von Treibhausgasemissionen ausgelöst wird – und dass sie wegen des daraus resultierenden Meeresspiegelanstiegs sowie extremer Wetterphänomene eine Gefahr für den Planeten und seine Bevölkerung ist. Leugner des menschengemachten Klimawandels glauben dagegen, dass die Erderwärmung natürliche Ursachen habe.

Die hohe Aufmerksamkeit für die Positionen von Klimawandel-Skeptikern untergrabe die Autorität von Klimawissenschaftern und „verstärkt den Trend, dass Klimawandel-Leugner den öffentlichen wissenschaftlichen Diskurs anführen“, schreiben die Autoren. Den Forschern zufolge wurde das Ungleichgewicht zwischen der öffentlichen Sichtbarkeit von Klimawandel-Skeptikern und Klimaforschern durch Online-Dienste wie Facebook und Twitter noch vergrößert.

Der politische Einfluss von Klimawandel-Skeptikern vor allem in den USA ist groß. Im Juli hatte der langjährige republikanische Parteistratege Frank Luntz vor dem US-Senat ausgesagt, dass er der damaligen US-Regierung des früheren Präsidenten George W. Bush empfohlen habe, in der Klimadebatte „den Mangel an wissenschaftlicher Gewissheit“ über die Ursachen der Erderwärmung zu einem „vorrangigen Problem“ zu machen. Auch habe er empfohlen, den Begriff „globale Erderwärmung“ wegen seiner beunruhigenden Konnotation durch die allgemeinere Bezeichnung „Klimawandel“ zu ersetzen. Er sei damals falsch gelegen, sagte Luntz vor den Senatoren. US-Präsident Donald Trump gehört zu den prominentesten Skeptikern des menschengemachten Klimawandels in den USA.

China: Mit Tinder gegen die Staatsmacht

Die Überwachung in China ist extrem, doch die Demonstranten in Hongkong führen die Sicherheitskräfte immer wieder in die Irre. Dafür nutzen sie spezielle Apps – auch Tinder oder Pokémon Go.

„Be water, my friend“. Diesen Leitspruch des Kampfsportkünstlers Bruce Lee haben die dezentral agierenden Demonstranten in Hongkong für sich adaptiert: Ähnlich wie das Element wollen sie – um Verhaftungen zu entgehen – flexibel, spontan und fließend vorgehen. Und dabei möglichst anonym bleiben.

Die Proteste im Jahr 2014 konzentrierten sich auf wenige Großveranstaltungen an immer der gleichen Stelle im Stadtteil Admiralty. Daher war es der Polizei leicht möglich, die Versammlungen aufzulösen. Im Jahr 2019 verlegen sich die Demonstranten daher auch auf spontane Zusammenkünfte an verschiedenen Orten zur gleichen Zeit. So wie am Abend des 5. August, dem Tag eines Generalstreiks und angemeldeter Großdemonstrationen.

Noch während der großen Versammlung spaltete sich eine Gruppe der schwarz gekleideten Demonstranten ab und zog durch den Stadtteil North Point auf Hongkong Island. In der Gegend sollen viele Mitglieder einer Peking-treuen Triade leben, die für einen brutalen Angriff auf Demonstranten und Passanten zwei Wochen zuvor in einer U-Bahnstation verantwortlich gemacht wird.

Wie zu erwarten kam es zum Zusammenstoß mit den mutmaßlichen Triaden-Mitgliedern – doch diesmal waren die Demonstranten vorbereitet und in der Überzahl. Nicht genug damit: Ein Trupp hatte zuvor mit Material von umliegenden Baustellen die Ausfahrt der nächstgelegen Polizeistation verbarrikadiert. Dieser Grad der Koordination geht zum großen Teil auf den geschickten Einsatz von Software zurück.

Doxxing von Polizeibeamten

Die Hauptrolle spielen Messenger wie WhatsApp und vor allem Telegram. In diversen Telegram-Chatgruppen tauschen die Demonstranten wichtige Informationen aus. Eine der größten, die laut Eigenbeschreibung nur verifizierte Neuigkeiten verbreitet, hat gut 130.000 Mitglieder.

Auf rund 95.000 Abonnenten kommt der Kanal Dadfindboy. Er wurde als Reaktion darauf eingerichtet, dass sich Polizisten in Zivil unter die Demonstranten mischten – eine Taktik, die inzwischen von der Polizei bestätigt wurde. Die Gruppenmitglieder beschicken den Kanal mit Angaben über Polizeibeamte, inklusive Wohnorten, privaten Fotos, Social-Media-Aktivitäten und Informationen über Familienmitglieder. Laut „New York Times“ plante Colin Cheung, der Gründer der Gruppe, eine App zur Gesichtserkennung zu schreiben und sie mit den Daten aus der Gruppe zu füttern.

Nachdem diese Gruppen auch für Strafverfolger zugänglich sind, schwenken die Demonstranten und ihre Sympathisanten zur zeitnahen Koordination auf Apples AirDrop um. AirDrop sorgt für den drahtlosen Austausch von Daten zwischen zwei Apple-Geräten. Vorteil: Es kommt ohne zentralen Server aus und kann daher auch nicht per DDoS-Attacke (Distributed Denial of Service) beeinträchtigt werden. Laut Telegram-Gründer Pawel Durow griffen chinesische IP-Adressen gleich zu Beginn der Demonstrationen im Juni die Infrastruktur seines Messengers mit solchen DDoS-Attacken an.

Nahfeld-Kommunikation

Da AirDrop die Verbindung zu Anfang per Bluetooth aufbaut, ist die Reichweite auf wenige Meter beschränkt. In dicht gedrängten U-Bahnzügen finden sich dennoch zu jedem Zeitpunkt Dutzende empfangsbereite Geräte. Akzeptiert man die Verbindungsanfrage, landen in Bilder gepackte Informationen auf dem eigenen Smartphone. Wie zum Beispiel der Aufruf am 11. August, sich ab 13 Uhr am Flughafen zu einer Kundgebung einzufinden.

Der Journalist Gavin Huang stieß sogar innerhalb der Dating-App Tinder auf ein Bild, das auf kommende Versammlungen hinweist. Ende Juli verbreitete sich ein Bild per Tinder, das auf ein besonderes Pokémon hinwies, das zu einer bestimmten Uhrzeit in der Nähe der U-Bahnstation Yuen Long zu finden sein soll. Yuen Long war der Ort, an dem Demonstranten von den Triaden-Mitgliedern attackiert wurden. Nachdem die Polizei die Versammlung nicht genehmigte, wurde sie kurzerhand zur Poké-Suche umdeklariert.

Mit Lasern gegen die Gesichtserkennung

Moderne Technik kann für die Demonstranten aber auch zur Bedrohung werden. Um vor und während der Kundgebungen anonym zu bleiben, verzichten sie auf den Einsatz ihrer Octopus-Karten. Diese dienen unter anderem zum bargeldlosen Bezahlen in der U-Bahn, sind durch ihre Seriennummern aber zur Identität des Käufers zurückzuverfolgen. Stattdessen wird mit Cash bezahlt – für Hongkonger ein mehr als ungewöhnliches Verhalten.

Nächtliche Kundgebungen ähneln mitunter Szenen aus einem Science-Fiction-Film: Demonstranten zielen mit grünen und blauen Lasern auf Überwachungskameras. Ziel: Die Kameras zu blenden und so eine Identifikation der Versammlungsteilnehmer per Gesichtserkennung unmöglich zu machen.

Auf einen eventuellen Kontakt mit der Polizei bereitet ein unter den Demonstranten zirkulierendes Dokument vor. Es erklärt unter anderem, wie man blitzschnell das Entsperren des Smartphones per Fingerabdruck oder Gesichtserkennung deaktivieren kann. Denn Polizisten dürfen nicht nach dem PIN-Code des Geräts fragen, könnten Festgenommenen das Telefon aber leicht vors Gesicht halten oder gegen Fingerspitzen drücken.

Biometrische Daten von Millionen von Nutzern offen im Netz entdeckt

Sicherheitsforscher aus Israel haben eine riesige Datenbank mit rund einer Million Fingerabdrücken und anderen biometrischen Daten aufgespürt, die quasi ungeschützt und unverschlüsselt im Web abgerufen werden konnte. Die Daten stammen vom System «Biostar 2» der koreanischen Sicherheitsfirma Suprema, die laut eigenen Angaben Marktführer in Europa bei biometrischen Zutrittskontrollsystemen ist. Über das Sicherheitsleck hatten zuerst der britische «Guardian» sowie das israelische Portal «Calacalist» berichtet.

«Biostar 2» arbeitet mit Fingerabdrücken oder Gesichtsscans auf einer webbasierten Plattform für intelligente Türschlösser, mit der Unternehmen die Zugangskontrolle für ihre Büros oder Lagerhallen selbst organisieren können. Das System wird laut Angaben vom «Guardian» auch von der britischen Polizei sowie mehreren Verteidigungsunternehmen und Banken genutzt.

Vollständige Kontrolle über Konten

Die gravierende Sicherheitslücke wurde von den israelischen Hackern Noam Rotem und Ran Lokar entdeckt, die für den Dienst vpnMentor arbeiten. Die Schwachstelle habe dazu geführt, dass man die vollständige Kontrolle über die Konten im System erhalten konnte, sagte Rotem dem Portal «Calcalist».

Die Forscher hatten Zugriff auf über 27,8 Millionen Datensätze und 23 Gigabyte Daten, darunter Fingerabdruck- und Gesichtserkennungsdaten, Gesichtsfotos von Benutzern, unverschlüsselte Benutzernamen und Passwörter, Protokolle über den Zugang zu den Einrichtungen, Sicherheitsstufen und -freigabe sowie persönliche Daten des Personals. Außerdem hätten sie Datensätze in den Firmenkonten neu anlegen und manipulieren können.

Daten meist unverschlüsselt abgespeichert

Entsetzt zeigten sich die Forscher darüber, dass in dem System die vollständigen biometrischen Daten meist unverschlüsselt abgespeichert wurden. «Anstatt einen Hash des Fingerabdrucks zu speichern, der nicht zurückentwickelt werden kann, speichern sie die tatsächlichen Fingerabdrücke der Menschen, die für bösartige Zwecke kopiert werden können», sagten die Forscher dem «Guardian». Überrascht waren Rotem und Lokar darüber, wie schlecht die Suprema-Kunden zum Teil ihre Konten abgesichert haben: «Viele Konten enthielten lächerlich einfache Passwörter wie ‹Passwort› und ‹abcd1234›.».

Der Marketingleiter von Suprema, Andy Ahn, sagte dem «Guardian», das Unternehmen habe eine «eingehende Bewertung» der von vpnMentor bereitgestellten Informationen vorgenommen. Die Kunden würden im Falle einer Bedrohung informiert werde. Die Sicherheitslücke sei inzwischen geschlossen worden.

Der Fall Kicktipp offenbart Googles ruinöse Macht

Die erste Anlaufstelle für Freizeitorakel in Deutschland ist die Onlineplattform Kicktipp. Hier geben Tausende Fans vor jedem Spieltag ihre Vermutungen ab. Wurden Tippspiellisten früher noch aufwendig auf Papier von Büro zu Büro gereicht, treffen sich die Fußballexperten heute online.

„Für uns war diese Nachricht eine Katastrophe“

Doch für Kicktipp-Geschäftsführer Janning Vygen wäre die aktuelle Saison fast ins Wasser gefallen. Das Problem: Völlig unerwartet verschwand die Smartphone-Anwendung des Tippspielanbieters aus dem Google Play Store. „Ich habe wirklich Existenzangst bekommen“, sagt Vygen im Gespräch mit WELT. Denn die Zugriffszahlen aus der mobilen App sind eine wichtige Stütze für das Nutzeraufkommen von Kicktipp.

„Wir sind per Mail informiert worden, dass die App wegen einer Richtlinienverletzung aus dem Play Store entfernt wurde“, erinnert sich Vygen. Den Grund habe Google nicht genannt, lediglich auf seine Richtlinienübersicht für Entwickler verwiesen. „Niemand konnte die App mehr runterladen. Am Freitag beginnt die Bundesliga. Für uns war diese Nachricht eine Katastrophe.“

Den US-Internetgiganten kurzfristig zu erreichen ist für Entwickler fast unmöglich. Das allerdings ist wenig überraschend – schließlich werden im Play Store mehr als 2,7 Millionen Programme zur Nutzung angeboten. Einer Schätzung zufolge wurden im ersten Halbjahr 2019 weltweit rund 41,9 Milliarden Apps bei Google heruntergeladen. Zur Verfügung stellt das Unternehmen aus dem kalifornischen Mountain View lediglich eine Telefonhotline für Nutzer, die Fragen zu Einkäufen im Play Store haben.

„Unsere einzige Möglichkeit war, die Richtlinien zu lesen und zu raten, wogegen wir verstoßen haben“, sagt Vygen. Der einzige Hinweis, den Google bei der Suche gab: Kicktipp habe sich eines irreführenden Verhaltens schuldig gemacht. Darunter fallen etwa die Ausnutzung von Systemmeldungen oder die Fälschung von Kreditkartendaten. „Das waren ganz irre Sachen – für uns völlig ausgeschlossen, dass wir uns dort nicht ordnungsgemäß verhalten haben“, verspricht der Onlineunternehmer.

Die Spur führt schließlich zum Beschreibungstext des Programms – also zu jenen Informationen, die im Play Store über jede Anwendung vermerkt werden. Dort heißt es zum Punkt „Irreführende Behauptungen“, ein häufiger Verstoß seien „Entwickler oder Apps, die ihren aktuellen Status oder ihre Leistung bei Google Play falsch darstellen“ – sich etwa als „Nr.-1-App“ bezeichnen. Tatsächlich gibt Vygen zu, dass Kicktipp im Beschreibungstext als „Nr. 1 bei Tippspielen“ in Deutschland angepriesen wurde. Mit einem Status bei Google habe dieser Hinweis aber nichts zu tun. „Das wäre unfassbar, wegen so eines Missverständnisses gelöscht zu werden“, sagt der Geschäftsführer.

Vygen fragt nach, wendet sich über ein Formular an den amerikanischen Technikriesen. Die Antwort: Eine Rückmeldung werde mindestens 72 Stunden dauern. Wenn der Einspruch abgelehnt werde, solle man die App einfach unter einem neuen Namen erneut im Play Store hochladen, rät Google. „Ich kann doch nicht einfach mein Unternehmen umbenennen“, schimpft Vygen.

Nach 24 Stunden ist die App wieder online

Schlussendlich erreichen die Kicktipp-Macher über Umwege einen Kontakt bei Google. Die Begründung des Konzerns für die weltweite Löschung des Programms: Die türkische Übersetzung der App-Beschreibung sei missverständlich formuliert. Nach 24 Stunden ist der Spuk vorbei, das Programm wieder online.
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Das beruhigt Vygen zwar, hat ihm aber auch klargemacht, wie groß die Macht amerikanischer Tech-Konzerne ist. „App-Entwickler sind abhängig von den Marktplätzen, über die sie ihre Programme verbreiten“, erklärt er. Warnschüsse gäbe es bei vermeintlichen Verstößen nicht, die Unternehmen agierten für kleine Anbieter unberechenbar. „Ohne Anhörung hat uns Google einfach ins Knie geschossen“, beschwert sich Vygen. Obwohl das Programm wieder verfügbar sei, kenne er den genauen Vorwurf gegen Kicktipp noch immer nicht. Google gab bis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung keine Stellungnahme zu dem Fall ab.

Auch Smartphone-Konkurrent Apple gehe mit seinen Entwicklern ähnlich rigoros um, berichtet der Geschäftsführer. Sobald App-Anbieter etwa Möglichkeiten für Käufe innerhalb ihres Programm anbieten wollen, bestehe der Konzern aus Cupertino auf die Einhaltung unzähliger Richtlinien. Ein Beispiel: „Wenn das Betriebssystem Android irgendwo innerhalb der App auch nur genannt wird, wird sie gesperrt“, erinnert sich Vygen an einen weiteren Streit mit US-Unternehmen. „Die Konzerne“, sagt er, „sind einfach knallhart.“

Ganz so unversöhnlich, wie das klingt, ist der Kicktipp-Geschäftsführer dann aber doch nicht: „Ich habe auch Verständnis für die Konzerne, die unterschiedliche Regelungen in 140 Staaten berücksichtigen und das effizient mit Hunderttausenden Entwicklern aushandeln müssen.“ Er kann jetzt erst einmal durchschnaufen. Gerade noch rechtzeitig – kurz vor dem Start in die Bundesligasaison.

Spotify hebt eigene Podcast-Plattform aus der Beta-Phase

Das Portal „Spotify for Podcasters“ hat seine Beta-Phase beendet. Der Streaming-Anbieter gibt damit nun offiziell den Startschuss für die Analyse-Plattform. Podcaster erhalten darüber zahlreiche Daten des Publikums und können auch extern gehostete Podcasts bei Spotify einpflegen.

Über 100.000 Podcaster haben sich übers Jahr hinweg bereits für die Beta-Phase von “Spotify for Podcasters” angemeldet, teilt das schwedische Unternehmen am Dienstag mit. Nun will Spotify auch den Rest der 450.000 Shows der Plattform erreichen und hat dazu sein Podcast-Portal aus der Beta-Phase gehoben.

Mit der Plattform will der Streaming-Dienst den Audio-Publishern mehr Informationen über die Zuhörerschaft bereitstellen. Sie erhalten unter anderem Auskunft über das Alter, Geschlecht, die Herkunft und den Musikgeschmack der Zuhörer. Zudem können sie einsehen, wie lange das Publikum eine Podcast-Folge im Schnitt gehört hat und wie stark die Zuhörerschaft wächst. Das entsprechende Dashbord ist bislang nur in englischer Sprache, aber global verfügbar.

Hellofresh ist erstmals profitabel

Der Kochboxenversender Hellofresh hat erstmals seit seiner Gründung im Jahr 2011 ein Quartal mit einem operativen Gewinn abgeschlossen. Wie das Unternehmen mitteilte, hat es im zweiten Quartal einen bereinigten Vorsteuergewinn (Ebitda) von 18,3 Millionen Euro erzielt. Im vergleichbaren Vorjahresquartal war noch ein Verlust von 3,9 Millionen Euro angefallen.

Das Unternehmen hat damit nicht nur die Erwartungen der Analysten, sondern auch seine eigenen Prognosen übertroffen. „Wegen des starken ersten Halbjahrs verengen wir unsere bisherige Prognose auf den oberen Bereich“, sagte Hellofresh-Chef Dominik Richter am Dienstag in einer Telefonkonferenz.

Er erwartet nun für das Gesamtjahr ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von 28 bis 30 Prozent. Vorher hatten die Erwartung bei 25 bis 30 Prozent gelegen. Die Ebitda-Marge sieht er jetzt im Korridor von minus ein bis plus ein Prozent.

Durch das profitable zweite Quartal ist Hellofresh mit dem wichtigsten Konkurrenten Blue Apron gleichgezogen, der schon vor einer Woche ein positives bereinigtes Ebitda für das zweite Quartal vorgelegt hatte. Der Gewinn lag beim US-Unternehmen bei 4,5 Millionen Dollar, umgerechnet etwa 4 Millionen Euro. Das war eine Steigerung um 22 Millionen Dollar zum vergleichbaren Vorjahresquartal.

Datenleck in Kaspersky-Virenschutz

Der Analyse zufolge schleust die Antiviren-Software beim Aufrufen einer Webseite einen individuellen Code in den HTML-Code ein, egal welchen Browser man benutzt. Das Skript sei anscheinend dafür zuständig, grüne Schutzschilde hinter Google-Suchtreffern einzublenden, wenn ein Link nach Einschätzung von Kaspersky sauber ist. Über das Skript sei aber jeder Nutzer eindeutig zu identifizieren. „Bisher kannte ich dieses Verhalten nur von Online-Banking-Trojanern“, schreibt Eikenberg. Das bedeute auch, dass jede beliebige Website den von Kaspersky gesetzten ID-Code auslesen und selbst zum Tracken missbrauchen könne.

Nachdem die „c’t“ den russischen Hersteller über das Problem informierte, hat Kaspersky das Leck bestätigt. Laut dem Magazin geht der Hersteller jedoch davon aus, dass ein tatsächlicher Missbrauch unwahrscheinlich sei, weil eine mögliche Attacke darüber „zu komplex und nicht profitabel genug für Cyberkriminelle“ sei. Seit Juni bietet Kaspersky aber einen Patch an und veröffentlichte auch einen offiziellen Sicherheitshinweis, in dem das Problem und die Lösung beschrieben wird.

Nach dem Patch schleuse die Kaspersky-Software jedoch noch immer ein Skript mit einer ID ein, heißt es bei der „c’t“. Allerdings sei diese ID nun für alle Nutzer identisch – einzelne Anwender könnten damit nicht mehr identifiziert werden. Angreifer könnten jedoch immer noch herauszufinden, ob ein Besucher die Kaspersky-Software auf seinem System installiert hat und wie alt diese ungefähr ist. Diese Information könne genutzt werden, um einen auf die Schutzsoftware zugeschnittenen Schädling Angriff zu starten.

Huawei verschiebt Verkaufsstart seines Falthandys erneut

Huaweis große Hoffnung, vielleicht doch noch als erster großer Hersteller ein faltbares Smartphone auf den Markt zu bringen, wird sich offenbar nicht erfüllen. Auf einer Presseveranstaltung im chinesischen Shenzhen habe der Konzern eine weitere Verzögerung bei der Einführung des Mate X angekündigt, berichtet „TechRadar“.

Ursprünglich hatte der Konzern angepeilt, das Smartphone mit dem faltbaren Bildschirm im Sommer auf den Markt zu bringen. Im Juni entschied man sich dann aber dazu, den Starttermin lieber auf den September zu verschieben. Vermutlich hatten die Konzerlenker dabei die Ifa in Berlin im Auge, schließlich reisen zu diesem Event Tech-Journalisten aus der ganzen Welt an.

Nun aber wird daraus nichts werden. Es gebe keine Chance mehr, den Septembertermin einzuhalten, schreibt „TechRadar“ und mutmaßt, es sei unwahrscheinlich, dass das Gerät vor November in die Läden kommt. Bei Huawei sei man immerhin zuversichtlich, dass der Marktstart des Mate X noch vor dem Jahresende, also gerade so zum Weihnachtsgeschäft stattfinden werde.

Konkrete Gründe für die neuerliche Terminverschiebung hat Huawei nicht genannt und auf eine SPIEGEL-Anfrage zum Thema bis zum 15.08. nicht geantwortet. Man kann aber davon ausgehen, dass das Unternehmen einfach auf Nummer sicher gehen und jegliche denkbaren Probleme mit dem neuartigen Faltbildschirm ausschließen will.

Schließlich war es auch der Bildschirm, der Samsungs Galaxy Fold ausbremste. Der koreanische Konzern wollte sein Falthandy ursprünglich schon im April in den Handel bringen, musste den Termin aber verschieben.

Dass 2019 das Jahr der Faltsmartphones wird, wie es viele Beobachter, auch wir, geglaubt hatten, ist also eher nicht mehr anzunehmen. Vielmehr dürfte es der Branche als das Jahr der verschobenen Markteinführungen im Gedächtnis bleiben.

FinTech Group AG soll übernommen werden

Für die im Scale-Segment der Frankfurter Börse notierte FinTech Group AG, Muttergesellschaft des Onlinebrokers Flatex, könnte noch im Herbst eine Ära zu Ende gehen. Aus Börsenkreisen ist zu hören, dass die Investmentbank Lazard für den Verkauf des Instituts mandatiert ist. Angeblich gibt es mehr als 20 Kandidaten, die an einer Komplettübernahme interessiert sind.

Die Gründe für den Verkauf und den damit verbundenen Rückzug von der Börse sind zumindest teilweise hausgemacht. Und zum Teil werfen sie ein unschönes Licht auf die Wettbewerbsfähigkeit des Börsenplatzes Deutschlands.

Aber auch im Aktionärskreis gibt es Druck für einen Verkauf: Unternehmer Bernd Förtsch, der die FinTech Group 2005 – damals noch unter dem Namen Flatex – gegründet hatte, will offenbar aussteigen. Auch die Beteiligungsgesellschaft Heliad, die noch knappe zehn Prozent an der FinTech Group hält, drängt dem Vernehmen nach auf einen Verkauf. Und nicht zuletzt die Österreichische Post, mit knapp fünf Prozent beteiligt, will nach der geplatzten Kooperation ihren Anteil zur Disposition stellen.

Was Interessenten aber besonders locken dürfte, ist die im Vergleich zu US-Mitbewerbern, zum Beispiel Robin Hood, niedrige Börsenbewertung am Finanzplatz Frankfurt. So ist die FinTech Group gemessen am Depotvolumen deutlich größer als Robin Hood – die Kunden der FinTech Group haben mehr als 13 Milliarden Euro auf den Depots, die Kunden von Robin Hood lediglich zehn Milliarden Euro. Zwar wächst Robin Hood etwas schneller, allerdings ist fraglich, wie lange es dauert, bis die teilweise sehr jungen Kunden von Robin Hood, sogenannte Millennials, in eine Größenordnung kommen, mit der ein Broker Geld verdienen kann.

Robin Hood ist daher noch defizitär, während die FinTech Group dieses Jahr auf Erträge (EBITDA) von 40 Millionen Euro zusteuert. Bewertet ist Robin Hood jedoch mit 6,5 Milliarden Euro, die FinTech Group aktuell „nur“ mit 460 Millionen Euro. Der tiefere Grund für dieses Missverhältnis: Technologiewerte sind an der amerikanischen Börse derzeit doppelt bis dreimal höher bewertet als hierzulande. Kein Wunder, dass viele Jungunternehmen ihre Aktien lieber in New York notieren lassen als in Frankfurt.

Logitech bringt mechanische Tastaturen mit flachen Schaltern

Logitech hat zwei neue Tastaturen vorgestellt, die sich primär an Gamer richten: die G815 Lightsync und die G915 Lightspeed. Die beiden Geräte unterscheiden sich lediglich durch die Verbindungsmöglichkeit: Die G815 lässt sich ausschließlich per Kabel anschließen, die G915 hingegen mithilfe eines Dongles auch kabellos betreiben.

Beide Tastaturen verwenden Logitechs mechanische Romer-GL-Schalter, die besonders flach sein sollen. Dem Hersteller zufolge sind die Tasten nur halb so hoch wie bei herkömmlichen Keyboards und sie sollen sich 25 Prozent schneller bedienen lassen. Die Switches sind in drei Ausführungen verfügbar: linear, taktil und mit Klick.

Die G915 wird über Logitechs proprietären Standard Lightspeed drahtlos mit einem PC verbunden. Dafür benötigen Nutzer einen mitgelieferten Dongle. Die G815 hingegen kann ausschließlich per Kabel verbunden werden. Bei ausgeschalteter Beleuchtung soll die G915 bei acht Stunden Spielzeit pro Tag bis zu 135 Tage mit einer Ladung durchhalten; bei aktivierter Beleuchtung sinkt die Nutzungszeit bei gleicher täglicher Spielzeit auf zwölf Tage.

Deutsche Welle erreicht pro Woche weltweit 197 Millionen Nutzer-Kontakte

Über einen deutlichen Zuwachs bei der wöchentlichen Nutzerschaft kann sich die Deutsche Welle (DW) mit Hauptsitz in Bonn freuen. Derzeit die DW pro Woche weltweit 197 Millionen Nutzer-Kontakte. Das sind 35 Millionen bzw. 22 Prozent mehr als 2018. Das Plus geht vor allem auf einen wesentlich stärkeren Abruf der Online-Angebote zurück. Rund 61 Millionen Menschen nutzen derzeit regelmäßig das DW-Angebot im Web.

Auch der nach wie vor wichtigste Verbreitungskanal TV ist gewachsen – um rund zehn Millionen auf über 99 Millionen Zuschauer pro Woche (gegenüber 2018). Derzeit strahlt die DW ein 24-stündiges Programm auf Deutsch, Englisch, Spanisch und Arabisch aus. Die Radio-Nutzung ist mit 37 Millionen Zuhörer pro Woche stabil geblieben. Die Radio-Hörer der DW leben nahezu ausschließlich in Afrika, südlich der Sahara.

Bastei Lübbe sieht sich „wieder auf Kurs“

Die Bastei Lübbe AG mit Sitz in Köln erzielte im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2019/2020 (1. April bis 30. Juni 2019) einen Umsatz von 21,2 Mio. Euro (Vorjahr 20,8 Mio. Euro). Das Konzernergebnis vor Zinsen und Ertragsteuer (EBIT) verbesserte sich auf 1,5 Mio. Euro verglichen mit dem Vorjahreszeitraum von -1,4 Mio. Euro. Die EBIT-Marge erhöhte sich auf 7,0 % (Vorjahr: -6,8 %).

„Die Konzentration auf das Kerngeschäft und die angepasste Kostenstruktur haben unseren Verlag wieder auf Kurs gebracht, unsere Maßnahmen fangen an, sich auszuzahlen“, erläutert Carel Halff, Vorstandsvorsitzender der Bastei Lübbe AG. Umsatztreiber im ersten Quartal war vor allem das Segment ‚Buch‘. Hier stieg der Umsatz von 15,6 Mio. Euro auf 16,7 Mio. im Vergleich zum Vorjahresquartal.

CBS und Viacom einigen sich auf Fusion

Die US-Firmen CBS und Viacom schließen sich zu einem großen Medienunternehmen zusammen, das künftig die Produktion von Kinofilmen und Serien sowie Kabelfernsehen aus einer Hand anbieten wird. Die Fusion wird über einen Aktientausch durchgeführt, teilten die beiden Unternehmen mit. Das Resultat sei eines „der führenden Unternehmen der Unterhaltungsindustrie“ mit einem Umsatz von zusammengerechnet mehr als 28 Milliarden US-Dollar.

Zu Viacom gehören unter anderem das Kinostudio Paramount Pictures und die Fernsehsender MTV, Nickelodeon, BET und Comedy Central. Zu CBS gehören zahlreiche Fernsehsender, der Verleger Simon & Schuster sowie der erfolgreiche Pay-TV-Sender Showtime. Das fusionierte Unternehmen werde „eine der wenigen Firmen mit der Breite und Tiefe an Inhalten und Reichweite sein, um die Zukunft der Industrie mitzugestalten“, erklärte Viacom-Chef Bob Bakish, der auch das neue Unternehmen führen wird. Der bisherige Interimschef von CBS, Joe Ianniello, werde den CBS-Unternehmensteil weiter führen, hieß es.

Die Familie des Medienmoguls Sumner Redstone ist an beiden Unternehmen beteiligt. Seine Tochter Shari Redstone werde die Chefin des Verwaltungsrates der neuen Firma sein, hieß es.

Die Fusion ist gewissermaßen eine Rolle rückwärts: Die beiden Firmen waren bis zu einem Split im Jahr 2006 ein Unternehmen gewesen. Seither hatte sich CBS jedoch zunehmend erfolgreich am Markt positioniert, während das Internet Vicacoms Geschäften zusetzte.

Walmart profitiert vom starken Online-Wachstum

Der US-Handelsriese Walmart hat dank florierender Geschäfte seinen Ausblick für das laufende Geschäftsjahr erhöht. Walmart rechnet für die zwölf Monate bis Ende Januar 2020 nun im Vergleich zum Vorjahr im besten Fall mit einen leichten Anstieg des um Sondereffekte bereinigten Gewinns je Aktie, wie die Supermarktkette am Donnerstag in Bentonville im US-Bundesstaat Arkansas mitteilte. Auch ein leichter Rückgang sei noch möglich. Bisher war der Konzern in jedem Fall mit einem Rückgang im niedrigen einstelligen Prozentbereich ausgegangen.

Auch beim Umsatzwachstum auf vergleichbarer Basis und beim operativen Gewinn will Walmart nun besser abschneiden als bislang erwartet. Unternehmenschef Doug McMillon zeigte sich mit dem zweiten Quartal entsprechend zufrieden. Walmart gewinne Marktanteile, sagte er.

Anleger reagierten begeistert auf die Nachrichten. Die Walmart-Aktie legte in New York vorbörslich um über 7 Prozent zu und notierte bei rund 113 US-Dollar.

Scout24 erwägt Verkauf oder Abspaltung von AutoScout24

Der neue Scout24-Chef Tobias Hartmann kann sich für die Autohandels-Plattform AutoScout24 neben einem Verkauf auch eine separate Börsennotiz vorstellen. Er werde alle Optionen für die kleinere der beiden Sparten prüfen, sagte Hartmann. „Dazu könnte ein Verkauf ebenso wie ein Spin-off gehören.“

Eilig habe er es damit angesichts des kräftigen Wachstums nicht. „AutoScout24 hat schließlich kein Verderblichkeitsdatum.“ Zuletzt hatte Scout24 auch Chancen auf Zukäufe für die Sparte ausgelotet, doch um einen möglichen Verkauf des Konkurrenten mobile.de durch Ebay ist es ruhig geworden. „Was Zukäufe angeht, gibt es im Markt derzeit nicht vieles, was wirklich passt“, sagte Hartmann.

Erste Ergebnisse der Überprüfung sollen am 26. November auf einem Kapitalmarkttag vorgestellt werden. Der Scout24-Chef geht damit auf den aktivistischen Investor Elliott zu, der eine Trennung von AutoScout24 und einen großen Aktienrückkauf gefordert hatte. „Unsere Vorstellungen und die unserer Investoren liegen nicht weit auseinander“, sagte Hartmann. „Der Vorstand geht mit einer klaren Strategie und großer Offenheit an das Geschäft heran.“

Hackerangriff auf die EZB – Notenbank schließt Webseite

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat nach einem Hackerangriff eine ihrer Webseiten bis auf Weiteres geschlossen. E-Mail-Adressen und andere Kontaktdaten eines Newsletters ihrer BIRD-Webseite könnten entwendet worden sein.

Auf der BIRD-Webseite konnten sich Banken unter anderem darüber informieren, wie sie Statistik- und Aufsichtsberichte erstellen können. Der unautorisierte Zugriff wurde laut EZB während regulärer Wartungsarbeiten entdeckt.

Die Notenbank teilte zudem mit, sie kontaktiere Personen, deren Daten betroffen sein könnten. Interne Systeme oder marktsensitive Daten seien dagegen nicht betroffen.

Schwedische Zeitung „Metro“: Am Ende

„Metro“ entwickelte sich von einer Stockholmer U-Bahn-Zeitung zum weltweit größten Zeitungsherausgeber. Nach 24 Jahren ist nun Schluss.

Zu Beginn lehrte Metro einst die etablierten Zeitungskonzerne das Fürchten. Begonnen hatte die Geschichte des Gratiszeitungspioniers am 13. Februar 1995 in der Stockholmer U-Bahn: eine im öffentlichen Nahverkehr der Millionenstadt werktäglich gratis verteilte Tageszeitung. Hinter dem Novum stand Jan Stenbeck, der mit einer Telekomgesellschaft und einem privaten TV-Sender reich geworden war. Sein Konzept: ein Blatt, das auf dem billigst möglichen Vertriebsweg in die Hände der LeserInnen gelangte, vorwiegend aus Agenturmeldungen und reichlich Annoncen bestand, aber dessen Inhalt auch mit populären Kolumnisten und eigenen Reportagen garniert war.

Den Pendlern gefiel offenbar, was sie da bekamen. Stenbeck machte vom ersten Tag an Gewinn. Zeitungen waren zu dieser Zeit noch reinste Gelddruckmaschinen. Sie besaßen auf den lokalen Märkten das Anzeigenmonopol. Schweden war für Stenbeck dabei nur der Testmarkt. Was er mit Metro wollte, beschrieb er selbst einmal als „Big Mac der Zeitungswelt“. Wo man auch hinkomme, sollte man das gleiche, vertraute Produkt finden. Metro von Helsinki bis New York, von Rio de Janeiro bis Moskau und Seoul.

2002 im Alter von 60 Jahren verstorben, erlebte Stenbeck nicht mehr, dass Metro zeitweilig in bis zu 23 Ländern erschien, wöchentlich geschätzte 35 Millionen LeserInnen hatte und „Metro international“ zum größten Zeitungsherausgeber der Welt aufstieg. Auf manchen Märkten jedoch hatte Metro nie eine Chance, auf anderen konnte man nur kurzzeitig Fuß fassen, und auf wieder anderen wurde das Blatt von einheimischen Verlagen übernommen. Mittlerweile erscheinen Gratiszeitungen mit dem grünen Metro-Globus, aber ohne Anbindung ans Mutterhaus, vor allem noch in Nord- und Lateinamerika.

Schulden von über 5 Millionen Euro

Auch die schwedische Metro war von den Stenbeck-Erben 2017 verkauft worden. Zunächst für umgerechnet rund 5 Millionen Euro an einen Investor, der aber schnell entdeckte, dass das ein Fehlkauf ohne geschäftliche Perspektive war. Schon nach drei Monaten reichte er Metro für 10 Cent an den norwegischen Geschäftsmann Christen Ager-Hansen weiter. Ein Risikokapitalist, der seinerseits bald ebenfalls einen Käufer suchte, aber keinen mehr fand und unter dessen Regie Schwedens einst auflagenstärkste Zeitung dann endgültig eingehen sollte.

Im März verkündete Chefredakteur Thomas Eriksson das Ende der täglichen Printausgabe: „Die Kosten, um eine fünfmal wöchentlich erscheinende Zeitung zu drucken und zu vertreiben, sind zu hoch geworden.“ Im selben Monat erhob der Vermieter der Redaktionsräume Räumungsklage wegen seit Monaten unbezahlter Miete. Im Mai blieben die Angestellten ohne Lohn. Im folgenden Konkursverfahren wurden Schulden von über 5 Millionen Euro offenbar. Das Gericht räumte die Chance einer Rekonstruktion ein: Mit halbierter Belegschaft und wöchentlichem statt täglichem Erscheinen sollte versucht werden, das Blatt am Leben zu halten. Doch auch als Wochenzeitung funktionierte Metro nicht mehr.

„Papierzeitung? Wozu? Es gibt keine jungen Leute mehr, die eine Papierzeitung lesen“, erklärte Ager-Hansen nun gegenüber Expressen. Journalismus „passt nicht mehr in den Businessplan“. Das sei eine „ineffiziente und altmodische Methode, Inhalte zu produzieren“. „Was Metro angeht, habe ich aufgehört, mich über irgendetwas zu wundern“, kommentiert Ulrika Hyllert, Vorsitzende der schwedischen Journalistengewerkschaft. Die Marke bleibt als „Debattenplattform“. Bis sich vielleicht ein weiterer Käufer für den Namen „Metro“ findet.

YouTube testet ein neues Design

YouTube sieht anders aus – jedenfalls für einige Nutzer, die im A/B-Test auf der Videoplattform dabei sind. Dabei hat YouTube eine wichtige Änderung an der Homepage vorgenommen, durch die die Maße der Video-Miniaturansichten stark vergrößert werden. Das berichtet The Verge. Die Gesamtzahl der so auf dem Bildschirm erscheinenden, anklickbaren Videoclips hängt von der jeweiligen Bildschirmauflösung der Nutzer ab. Im Extremfall erscheinen somit bei kleineren Displays nur zwei Videos pro Zeile.

Die Videos werden im neuen Layout nicht mehr nach Kategorien gruppiert. Zudem erscheinen weniger Clips in der Web-Ansicht. Bei normaler Bildschirmgröße werden lediglich vier Clips auf der Homepage angezeigt. Video- und Kanalname sowie die Anzahl der Aufrufe und die Upload-Zeit werden weiterhin am unteren Rand der Miniaturansicht eingeblendet. Das Avatar der jeweiligen Kanäle bleibt links im Bild. Testteilnehmer berichten, dass der Rest der Benutzeroberfläche, einschließlich Navigation gleich groß bleibt.

Die vergrößerten Miniaturansichten dürften für Nutzer mit großen Desktop-Bildschirmen vorteilhaft sein. Wer jedoch über kleinere Laptops ins Netz geht, müsste bei Einführung der Änderungen mehr scrollen. Für die YouTube-Creators erhöht das größere Vorschaubild die Sichtbarkeit – aber der Zwang, mehr scrollen zu müssen, könnte sich wiederum negativ auf die View-Zahlen auswirken.

USA nehmen Elektronika von neuen Strafzöllen gegen China vorerst aus

Die US-Regierung wird die Einführung der jüngst angekündigten Strafzölle auf Importe aus China für einige Produktgruppen verschieben. Der ursprünglich für September geplante Zollsatz in Höhe von 10 Prozent soll für Mobiltelefone, Laptops, Monitore, bestimmtes Spielzeug und manche Schuhe und Kleidungsstücke erst ab 15. Dezember gelten, wie der US-Handelsbeauftragte am Dienstag erklärte.

Damit wird das Weihnachtsgeschäft in den USA wohl noch kaum von den Zöllen betroffen sein.

Zudem würden bestimmte für die Gesundheit oder die nationale Sicherheit wichtige Produkte permanent ausgeschlossen, hieß es weiter. Eine Aufstellung der ausgenommenen Produkte sollte in Kürze veröffentlicht werden. Zunächst blieb daher unklar, welcher Teil der Importe von den Strafzöllen verschont bleiben würde.

Für Trump ist es eine erstaunliche Kehrtwende: Bisher hatte er auf eine Eskalation des Handelskriegs mit China gesetzt. Gleichzeitig betonte er, dass die neuen und ab September gültigen Strafzölle sich nicht auf Verbraucher in den USA auswirken würden. „Keine Preiserhöhung, keine Inflation“, versprach er. Die jetzige Verschiebung der Importgebühr für Konsumgüter lässt sich indes nur damit erklären, dass die Regierung Preiserhöhungen vor Weihnachten um jeden Preis vermeiden will. Teurere Weihnachtsgeschenke machen keine Politiker beliebter, so offenbar die Logik.

Die jüngsten Gespräche mit China zu einem Handelsabkommen bezeichnete Trump als „sehr produktiv“. Es sei ein sehr gutes Gespräch gewesen, China wolle unbedingt ein Handelsabkommen, sagte der US-Präsident am Dienstag. Peking habe auch signalisiert, mehr landwirtschaftliche Produkte aus den USA kaufen zu wollen, sagte Trump.

Börsen legen zu

In der Folge von Trumps Ankündigungen haben die US-Börsen am Dienstag einen fulminanten Handelsstart hingelegt. Wenige Minuten nach Handelsbeginn an der Wall Street ließen positive Signale im Handelsstreit der USA mit China die Anleger durchatmen Der Dow Jones Industrial Index stieg zuletzt um 1,47 Prozent auf 26.277,82 Zähler. Der technologiedominierte Nasdaq Composite Index gewann noch stärker um 1,97 Prozent auf 8.018,02 Einheiten.

US-Präsident Donald Trump hatte die Strafzölle von 10 Prozent auf Importe um Wert von rund 300 Mrd. Dollar (268 Mrd. Euro) Anfang August angekündigt. Zuvor waren Handelsgespräche mit China ohne klares Ergebnis zu Ende gegangen. Die bereits bestehenden Strafzölle von 25 Prozent auf Importe im Wert von rund 250 Mrd. Dollar bleiben davon unberührt. Mit der Einführung der neuen Strafzölle sollten fast alle Importe aus China erfasst werden.

Die USA und China wollten bisher im September erneut Gespräche zu einem Handelsabkommen führen. Das chinesische Handelsministerium teilte nun auf seiner Internetseite mit, der chinesische Vizepremierminister Liu He habe an diesem Dienstag mit dem US-Handelsbeauftragten Robert Lighthizer und Finanzminister Steven Mnuchin telefoniert. Demnach wollen China und die USA bereits in zwei Wochen telefonische Handelsgespräche führen.

Die vorige Gesprächsrunde der beiden Staaten im Juli war ohne konkretes Ergebnis zu Ende gegangen. Trumps Regierung verhängte daraufhin die neuen Strafzölle.

ARD-Programmdirektor: keine Nachfolge-Serie für die „Lindenstraße“

Wenn die „Lindenstraße“ im kommenden Jahr ausläuft, wird es laut ARD-Programmdirektor Volker Herres keine neue Serie auf dem Sendeplatz im Ersten geben. „Klar ist, dass es kein fiktionales Nachfolgeprojekt geben wird“, sagte er. „Das hat auch finanzielle Gründe, denn die freiwerdenden Mittel sind bereits für andere notleidende Projekte vorgesehen.“ Der Programmablauf am Sonntagabend werde mit „vertrauten Formaten“ umgestaltet. Was konkret damit gemeint ist, ließ Herres offen.

Der Abschied vom Dauerbrenner sei nicht einfach gewesen, sagte Herres in dem Interview. „Die Entscheidung, eine Sendung wie die „Lindenstraße“ zu beenden, trifft man nicht leichtfertig, denn man verärgert eine treue Fangemeinde – was ich auf vielen Wegen sehr stark zu spüren bekomme.“ Die letzte Folge soll im März 2020 gezeigt werden. Die Fernsehprogrammkonferenz der ARD hatte sich mehrheitlich gegen eine Verlängerung des Produktionsvertrags entschieden.

Herres sagte, dass auch die Serie „Weissensee“ nach vier Staffeln keine weitere Fortsetzung bekommen soll. „Die Serie lebte von den letzten Stunden und Wochen der DDR. Dieser große Bogen ist so weit nach der Wende auserzählt.“

1&1 Drillisch will eigenes 5G-Netze

Bisher setzt der Telekommunikationsanbieter auf das Netz anderer Firmen.

Ein viertes deutsches Mobilfunknetz soll im Jahr 2021 in Betrieb gehen. „Wir sind gerade dabei, die ersten 5G-Antennen für einen Testbetrieb zu bauen“, sagte der Vorstandschef von 1&1 Drillisch, Ralph Dommermuth, am Donnerstag in Montabaur (Rheinland-Pfalz). Es gebe noch eine Menge Arbeit, etwa Verhandlungen mit Netzwerkausstattern. Man wolle „im Jahr 2021 mit dem Netz starten“.

Branchenexperten versprechen sich von dem neuen Netz mehr Wettbewerb am Markt und dadurch ein besseres Angebot für Verbraucher.

Neuer Netzbetreiber

1&1 Drillisch hatte sich im Juni bei einer Auktion des Bundes Frequenzen für den ultraschnellen 5G-Mobilfunkstandard gesichert, mit denen sie zum vierten deutschen Netzbetreiber werden will. Als Neueinsteiger unter den Netzbetreibern muss das Unternehmen deutlich geringere Ausbaupflichten einhalten als die Konkurrenz.

Bisher gibt es Mobilfunknetze der Deutschen Telekom, von Vodafone und von Telefonica. 1&1 Drillisch ist bisher nur als virtueller Netzbetreiber tätig, das Unternehmen nutzt also Antennen von Telefonica und Vodafone. Die Firma hat ihren Firmensitz im hessischen Maintal und ist eine Tochtergesellschaft des Internetkonzerns United Internet aus Montabaur.

1&1 Drillisch und Konzernmutter United Internet legten Halbjahreszahlen vor, die insgesamt passabel ausfielen. Die Zahl der Mobilfunk-Kunden stieg von Anfang bis Mitte dieses Jahres um etwa vier Prozent auf 9,6 Millionen, zudem hat die Firma unverändert 4,3 Millionen Festnetzkunden.

Scout24 steigert Umsatz und Gewinn

Der Onlinemarktplatz-Betreiber Scout24 hat seinen Umsatz im ersten Halbjahr vor allem dank der Portale Auto24 und Immobilienscout24 gesteigert. Die Erlöse verbesserten sich in den ersten sechs Monaten um fast ein Fünftel auf rund 300 Millionen Euro.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit wuchs um 10,9 Prozent auf 154 Millionen Euro. Das auf die Aktionäre der Muttergesellschaft entfallende Konzernergebnis betrug 52 Millionen Euro. 66,4 Millionen Euro waren es noch ein Jahr zuvor.

Die Prognose für das Gesamtjahr bestätigte der Vorstand. Der Umsatz soll 2019 um 15 bis 17 Prozent zulegen.

ZDF produziert erstmals zusammen mit Netflix

Netflix ist mit mehr als 151 Millionen zahlenden Mitgliedern in über 190 Ländern der größte Internet-Entertainment-Dienst weltweit. Das ZDF ist eine öffentlich-rechtliche Anstalt, die über den Rundfunkbeitrag finanziert wird. Passt das zusammen, produktionsmäßig? Oder zugespitzt formuliert: Können Rundfunkbeiträge einen privaten Streamingdienst mit-finanzieren?

Die Frage liegt nah’: Vor ein paar Tagen haben in Berlin die Dreharbeiten zu einer Superheldinnengeschichte mit dem Titel „Freaks“ begonnen – der ersten gemeinsamen Spielfilm-Koproduktion von ZDF/Das kleine Fernsehspiel mit Netflix.

Inhalt: Eine junge gestresste Vorstadtmutter setzt heimlich ihre verordneten Psychopharmaka ab und entdeckt, dass sie übernatürliche Fähigkeiten entwickelt. In den Hauptrollen: Cornelia Gröschel, Tim Oliver Schultz und Wotan Wilke Möhring. Regie führt Felix Binder, das Buch schrieb Marc O. Seng, produziert wird von Maren Lüthje und Florian Schneider, heißt es in der Pressemeldung.

Spannende Zeiten, sicher. Schon die ARD und Sky haben bei der Serie „Babylon Berlin“ zusammen gearbeitet, was auch zu Diskussionen über die Verwendung von öffentlich-rechtlichen Geldern und dem Nutzen für den Pay-TV-Sender geführt hat (die ARD trug den Löwenanteil der Produktion). Netflix betont nun die „partnerschaftliche Zusammenarbeit“ mit dem ZDF, so Kai Finke, Director Content Acquisitions and Co-Productions Dach bei Netflix. „Wir freuen uns darauf, diesen ungewöhnlichen Film mit seiner tollen Besetzung im nächsten Jahr exklusiv herausbringen zu können.“

Offiziell zu hören ist das nicht, aber „exklusiv“ kann nur bedeuten: Netflix kommt mit „Freaks“ zuerst auf den Markt.

Britische Werbeaufsicht verbietet TV-Spots von VW und Philadelphia

Volkswagen und Mondelez (Philadelphia) sind die ersten Unternehmen, die von einer neuen Werberegelung in Großbritannien betroffen sind. Die nationale Werbeaufsicht, Advertising Standards Authority (ASA), hat je einen Werbespot verboten, weil Geschlechterklischees bedient würden. Beide Marken wehren sich gegen die Vorwürfe.

Die ASA hatte ihren Vorstoß im Jahr 2017 damit begründet, dass stereotype Sichtweisen auf Geschlechterrollen insbesondere für die Selbstwahrnehmung von Kindern negative Folgen hätten. In den Richtlinien heißt es: “Anzeigen, die stereotype Rollen oder Merkmale von Männern und Frauen direkt gegenüberstellen, müssen mit Sorgfalt behandelt werden.” Mit der nun geltenden Regelung müssen die Sender die beanstandeten Spots aus dem Programm nehmen; den Unternehmen drohen aber keine zusätzliche Sanktionen, beispielsweise in Form einer Geldstrafe.

Nun hat es die ersten beiden Unternehmen getroffen, unter anderem Volkswagen mit einem Spot für den E-Golf. Die Kritik daran stieß sich an der Rollenverteilung der Geschlechter, denn die Männer trumpfen in dem Clip als Abenteurer und Pioniere auf, während die Frau zum Schluss als Mutter mit Kinderwagen auf einer Parkbank gezeigt wird. Bei der ASA reichten drei Personen Beschwerde gegen den Spot ein.

Deliveroo zieht sich aus Deutschland zurück

Bereits am 17.08. stellt der britische Anbieter sein Geschäft komplett ein. Das kündigte Deliveroo in einer kurzen Mitteilung an.

Dabei hatte Deliveroo erst im Mai stolze 575 Millionen Dollar bei Amazon eingesammelt, nachdem Uber als potenzieller Käufer abgesprungen war.

Es ist der dritte Strategieschwenk innerhalb der vergangenen Monate: 2018 hatte sich das Unternehmen bereits aus zehn deutschen Städten zurückgezogen und sich auf fünf Metropolen wie Berlin und Hamburg beschränkt. Offenbar sollten damit in der Phase der Investorensuche Verluste begrenzt werden.

Zum Einstieg von Amazon kündigte der erst im März 2019 angetretene neue Deutschland-Chef Marcus Ross an, Deliveroo werde im dritten Quartal 2019 bereits wieder neue deutsche Städte aufnehmen und das Geschäft ausweiten. Stattdessen muss Ross das Deutschland-Geschäft innerhalb einer Woche abwickeln. Offizielle Begründung: Deliveroo wolle das Wachstum in anderen europäischen Ländern und Asien beschleunigen.

„Die Entscheidung wurde nicht leichtfertig getroffen. Wir werden unsere internen Diskussionen nicht in die Öffentlichkeit tragen, aber die Entscheidung basiert auf der Grundlage, dass Deliveroo seine Ressourcen und Investments dort einsetzt, wo das Unternehmen das größte Wachstumspotenzial erwartet“, sagte ein Sprecher. Offenbar rechnet sich die Deliveroo-Spitze in London weniger Chancen aus, in Deutschland ein profitables Business aufzubauen.

Klarer Marktführer ist Takeaway mit der deutschen Marke Lieferando. Die Niederländer übernahmen für gut eine Milliarde Euro im April 2019 das Deutschlandgeschäft des Berliner Konkurrenten Delivery Hero, der seitdem nur noch im Ausland tätig ist. Für Takeaway bedeutet das gewaltige Größenvorteile – und das Ende teurer Werbeschlachten.

Damit wird immer deutlicher, welche Anbieter in welchen Ländern ihre Stärken haben: Deliveroo ist etwa in UK stark, Takeaway in West- und Mitteleuropa, Delivery Hero versucht sich in den Schwellenländern. Dazu kommen regionale Konkurrenten vor allem von Mobilitätsanbietern: etwa Uber in Nordamerika und Grab in Südostasien.

Takeaway hat zudem gerade angekündigt, für fünf Milliarden Dollar den Konkurrenten Just Eat schlucken zu wollen. Deliveroo und Uber dagegen sollen sich laut Medienberichten für eine Übernahme des spanischen Lieferdienstes Glovo interessieren, der vor allem in Schwellenländern aktiv ist. Er liefert neben Speisen auch Medikamente aus.

Harmony OS: Huawei stattet Smart-TV mit neuem Betriebssystem aus

Huawei hatte sein Betriebssystem Harmony OS in der KW 32 vorgestellt und betont, dass der Konzern jederzeit in der Lage sei, damit Googles Android in seinen Smartphones zu ersetzen. Dem Unternehmen droht der Verlust des Zugangs zu Android, weil er von US-Präsident Donald Trump unter Hinweis auf Sicherheitsbedenken auf eine schwarze Liste gesetzt wurde. Die Android-Sperre wurde zunächst bis Ende August ausgesetzt – wie es danach weitergeht, ist offen.
Harmony OS ist ein offenes Betriebssystem

Huawei betont, dass Harmony OS in allen Arten vernetzter Geräte laufen soll. Die Software soll genauso wie das Google-System quelloffen für alle zugänglich sein. „Wir wollen ein globales Betriebssystem etablieren, das nicht nur von Huawei genutzt wird“, sagte Huawei-Manager Richard Yu bei der Vorstellung.

OWA Juli ORF on TOP, Stardard vor Krone

Bei Verweilzeit liegt das STANDARD-Portal auf Platz eins der Onlineangebote verlegerischer Herkunft.

Krone.at kommt im Juli auf eine Verweildauer von 3,16 Millionen Stunden, das Dachangebot der Styria Digital One (etwa kleinezeitung.at und diepresse.com) auf 2,27 Millionen Stunden. Dem Oe24-Netzwerk wird eine Verweildauer von 1,36 Millionen Stunden ausgewiesen. Das Heute.at-Dachangebot schafft rund 1,17 Millionen Stunden. Die „Kurier“-Onlinemedien kommen auf 1,16 Millionen Stunden, die Portale von Russmedia (etwa vol.at und vienna.at) liegen im Juli bei insgesamt 1,12 Millionen Stunden.

Die Verweildauer ergibt sich aus der Multiplikation der durchschnittlichen Use-Time mit der Zahl der Visits im jeweiligen Zeitraum. ORF.at kommt in dieser Kategorie im Juli auf 9,43 Millionen Stunden.

11,32 Millionen Unique Clients weist die Webanalyse für das ORF.at-Netzwerk aus, die Angebote der Styria Digital One kommen im Juli auf neun Millionen Unique Clients, derStandard.at auf 6,74 Millionen hinter dem Dachangebot von Willhaben mit 7,59 Millionen. Dahinter liegt krone.at (6,47 Millionen), die „Kurier“-Onlinemedien mit 6,4 Millionen und das Dachangebot von heute.at (6,28 Millionen).

Bei der Verweilzeit pro Visit liegt derStandard.at bei den Medienangeboten mit 6:44 Minuten vorn. Dahinter folgt das ORF.at-Network (6:13) vor den Russmedia-Portalen (5:10 Minuten), krone.at (4:47 Minuten), vice.com (4:38 Minuten) und den Angeboten des Moserholding-Tirol-Netzwerks mit 3:59 Minuten.

Die ÖWA misst Zugriffe und Verweilzeit von aktuell 151 Online-Angeboten und fünf Vermarktungsgemeinschaften. In der mobilen Messung werden die Zugriffsdaten von 27 Angeboten und drei Vermarktungsgemeinschaften veröffentlicht.

Analysiert wird auch die Browserverteilung: Chrome liegt im Juli bei 43,7 Prozent weiter auf Platz eins vor Safari mit 17,1 Prozent und Firefox mit 10,8 Prozent.

ÖVP will „Ö-Player“ mit ORF-Inhalten

Das ORF-Gesetz sehe momentan zahlreiche Einschränkungen vor, die den ORF daran hindern würden, die eigenen Inhalte zeitgemäß und flexibel online zur Verfügung zu stellen. So dürften zum Beispiel die mit öffentlichen Mitteln produzierten Inhalte nur sieben Tage in der ORF-TVthek online verfügbar sein. Die ÖVP möchte das nun ändern – und so auch den modernen Konsumgewohnheiten Rechnung tragen: In Analogie zu Online-Streaming-Diensten wie YouTube soll es künftig einen „Ö-Player“ geben. Eine Onlineplattform, auf der alle relevanten medialen Inhalte flexibel und ohne Beschränkung zugänglich sein sollen.

„Wir wollen das ORF-Gesetz in der nächsten Legislaturperiode dahingehend abändern. Um fairen Wettbewerb in der Medienlandschaft sicherzustellen, muss dieser Ö-Player aber nicht nur dem ORF, sondern auch allen anderen österreichischen Medienunternehmen offenstehen, die die Plattform sowohl mitnutzen als auch von Beginn an mitgestalten können“, heißt es seitens der ÖVP. Auch solle der wirtschaftliche Erfolg des Ö-Players allen teilnehmenden Medienunternehmen zugutekommen. Eine Kooperation von Öffentlichen und Privaten also – im Sinn einer gemeinsamen Vermarktungsplattform.

ORF startet Neubau am Küniglberg

Am ORF-Standort Küniglberg haben am 12.08. offiziell die Bauarbeiten für den neuen „Mediencampus“ begonnen. Bis Ende 2021 sollen hier alle ORF-Sender eine gemeinsame Heimat finden, Herzstück wird ein gemeinsamer, multimedialer Newsroom.

Gebaut wird auf dem Areal im 13. Wiener Gemeindebezirk schon länger, bisher wurde allerdings vorhandene Bausubstanz renoviert. Nun geht es daran, alte Lager- und Werkstatthallen abzureißen und den neuen Campus zu errichten. Bis dahin war es „ein nicht ganz einfacher Weg“, blickte Wrabetz am Montag zurück: Die ursprünglichen Planungen scheiterten an nötigen Widmungen, nun wird ein „Plan B“ umgesetzt. Das parallele Renovieren und neu Bauen mache das Unterfangen auch nicht weniger komplex. Den Kostenrahmen von 300 Millionen Euro halte man ein, betonte er, und Anrainer-Bedenken seien ausgeräumt.

Ö3 und der neue Newsroom werden in einem gemeinsamen Gebäude untergebracht, für Ö1 wird ein eigenes Haus errichtet. FM4 soll bereits „gegen Jahresende“ nach Hietzing übersiedeln, der Sender wird in einem bereits bestehenden Bauteil logieren.

Russische Medienaufseher: Youtube soll Videos über Proteste löschen

Nach den Protesten und Massenfestnahmen in Moskau haben die russischen Medienaufseher den Internetriesen Google aufgefordert, Videos von nicht genehmigten Protesten auf seiner Plattform Youtube zu löschen. In einem Schreiben wird das Unternehmen aufgefordert, Maßnahmen zu ergreifen, mit denen verhindert werden solle, dass für nicht zugelassene Proteste geworben werde, teilte die Medienaufsichtsbehörde Roskomnadsor mit.

Hunderte Personen verhaftet

Auf Youtube sind viele Videos veröffentlicht worden, die das teils harte Durchgreifen der Polizei bei Festnahmen zeigen. Allein in den vergangenen drei Wochenenden wurden mehr als 2000 Menschen in der russischen Hauptstadt festgenommen.

Es gibt auch Videos bei Youtube von der Demonstration am vergangenen Samstag, zu der nach Schätzungen der Organisatoren mehr als 50.000 Menschen gekommen waren. Diese Kundgebung hatten die Behörden im Gegensatz zu den Protesten an den Wochenenden davor genehmigt.

Streaming-Dienste weiter auf Wachstumskurs

Die Nutzung von Streaming-Angeboten wächst weiter: 75 Prozent der jüngeren Zielgruppe schauen sich Filme und Serien auf Video-On-Demand-Portalen an – das ist ein Wachstum von elf Prozentpunkte im Vergleich zu 2018. Das ergab die Studie Screens in Motion, die die Burda-Programmzeitschrift ‚TV Spielfilm‘, München, gemeinsam mit der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), Nürnberg, durchgeführt hat. Untersucht wurde, wie die deutschen Zuschauer Bewegtbildinhalte konsumieren.

Demnach beläuft sich die Sehdauer von Netflix und Co. bei den jüngeren Nutzern inzwischen auf 1,18 Stunden pro Tag und hat damit das klassische Fernsehen mit knapp über einer Stunde bereits abgehängt.

Auch bei älteren Zuschauern halten VoD-Inhalte zunehmend Einzug in den Alltag: So nimmt inzwischen mehr als die Hälfte (56 %) der mittleren Altersgruppe Streaming-Angebote in Anspruch. Das ist ein Plus von zehn Prozentpunkten im Vergleich zur vorherigen Auswertung. Dabei nehmen 87 Prozent der Nutzer die US-Plattform Netflix als umfassendstes Bewegtbild-Angebot wahr, gefolgt von YouTube (83 %) und der ZDF-Mediathek (82 %).

Gefragt nach dem bevorzugten Empfangsweg für Bewegtbildinhalte nannten 94 Prozent aller Befragten den Fernseher. Zwei Drittel der Zuschauer schauen sich Bewegtbildinhalte übers Internet an. Bei den unter 29-Jährigen nehmen Laptop/Computer (88 %) und vor allem das Smartphone (95 %) einen immer höheren Stellenwert ein.

Medienanstalt lässt Spiele-App „Coin Master“ prüfen

Die App, die von Promis wie Dieter Bohlen und Daniela Katzenberger beworben werde, könnte nach Ansicht von Jugendschützern als Einstiegsdroge in die Welt des Glücksspiels wirken. Solche Apps orientierten sich vom Spielprinzip her an klassischen Slot-Automaten – auch wenn keine realen Geldgewinne erzielt werden könnten. Die Landesmedienanstalt betonte aber auf dpa-Anfrage, ihr gehe es bei der Prüfung weniger um den Inhalt, als um die Werbung für die App.

Werbung dürfe sich nicht direkt an Kinder richten, sagte ein Sprecher der Landesmedienanstalt in Düsseldorf. Die Kommission für Jugendmedienschutz solle überprüfen, ob hier möglicherweise ein Verstoß vorliege. Prüfkriterien könnten etwa sein, wie die Werbung aufgemacht sei und wann und wo sie gezeigt werde. Vor allem dürfe es keine Kaufappelle geben – weder für die App noch in der Spiele-App selbst.

Telekom, Telefónica und Vodafone starten Mobile Connect

Mobile Connect ermöglicht eine Anmeldung im Netz per Mobilfunknummer ohne E-Mail oder Passwort. Das Login-Verfahren nutzt die persönliche Handynummer, um die Anwender bei Internet-Einkäufen oder Anmeldungen in Online-Portalen eindeutig zu identifizieren. Mobile Connect könne künftig auch digitale Behördengänge ermöglichen.

Der Dienst startet mit einer Kooperation mit der 2017 gegründeten Identitätsplattform Verimi. Dort wird Mobile Connect dazu verwendet, um Kunden die zusätzliche Anmeldung per Mobilfunkrufnummer zu bieten.

Verimi wird von Großunternehmen wie der Deutschen Telekom, der Allianz, der Deutschen Bank, Lufthansa und dem Medienkonzern Axel Springer getragen. Außerdem sind Konzerne wie die Deutsche Bahn und Volkswagen mit an Bord. Verimi konkurriert mit der Plattform NetID, hinter der die Fernsehkonzerne ProSiebenSat.1 und RTL sowie United Internet mit seinen Marken GMX und web.de stehen.

Verimi und NetID wollen unter anderem ein Gegengewicht zu amerikanischen Plattformen schaffen – etwa Facebook, Google und Twitter bieten ihren Nutzern schon lange die Möglichkeit an, sich mit ihren Account-Daten auf verschiedenen Seiten anzumelden. Auch Apple will seinen Kunden demnächst einen eigenen Login-Dienst anbieten.

Marlies Raich wird zur TV-Moderatorin

Die Pinzgauerin führt erstmals durch eine ORF-Sendung.

Fernseherfahrung hat Marlies Raich bereits: Seit Ende ihrer aktiven Karriere steht sie immer wieder bei Ski-Weltcuprennen vor der ORF-Kamera. Doch nun wagt die 38-Jährige den nächsten Schritt: Am 18. September (21.05 Uhr) wird Raich erstmals durch eine Ausgabe der ORF-III-Reihe „Land der Berge“ führen. Im Mittelpunkt steht das Gasteinertal – mit all seinen Facetten: Marlies Raich lädt etwa zum Wandern, Paragleiten oder Mountainbiken.

Disneys Star-Wars-Park läuft nicht

Disneys Themenpark Star Wars: Galaxy’s Edge Land innerhalb des Disneylands bei Los Angeles soll Probleme mit zu niedrigen Besucherzahlen haben. Wie Fox Business unter Bezugnahme auf Mitarbeiter des Parks berichtet, soll die Wartezeit an der Hauptattraktion Millenium Falcon: Smugglers Run anstatt der erwarteten zwei Stunden nur eine Stunde oder weniger betragen.

Dies ist ein Anzeichen dafür, dass der Park nicht so gut besucht wird, wie im Vorfeld erwartet wurde. Aufgrund der geringeren Besucherzahlen wurden den Mitarbeitern die Stunden gekürzt: Statt 40 Stunden arbeiten diese dem Insider zufolge nur noch 30 Stunden in der Woche. Das kann dazu führen, dass der wöchentliche Lohn von 600 auf 450 US-Dollar fällt.

Eine der Ursachen für die ausbleibenden Besucher dürfte der Umstand sein, dass der Park momentan nur ein Fahrgeschäft aufweisen kann. Gäste können eine virtuelle Tour im Millenium Falcon mitmachen, die mit Hilfe von acht Quadro-Grafikkarten von Nvidia erzeugt wird.

Spielemarkt: Marktanteil deutscher Spiele geht weiter zurück

Der Verband der deutschen Games-Branche game spricht von einem „Alarmsignal“: 2018 ist der Umsatzanteil in Deutschland entwickelter Videospiele von 5 Prozent auf 4,3 Prozent gesunken. Der gesamte Spielemarkt in Deutschland ist im Gegensatz dazu weiter gewachsen. In Deutschland haben Spieleentwicklungen 2018 3,15 Milliarden Euro Umsatz gemacht, 2017 waren es noch 2,86 Milliarden Euro.

Dass deutsche Entwicklungen überhaupt einen Umsatzanteil von 4,3 Prozent schaffen, liegt in erster Linie an Browserspielen. Sie machen laut Jahresreport der deutschen Games-Branche mit 74 Millionen Euro immerhin 13 Prozent ihres Gesamtmarktes aus. Deutlich schlechter sieht es bei PC- und Konsolenspielen aus, sie kommen gerade einmal auf 11,6 Millionen Euro Umsatz. Das entspricht einem Umsatzanteil von 1,1 Prozent. Die für die Studie verwendeten Daten stammen von den Marktforschungsunternehmen GFK und App Annie. Unter anderem wurden 25.000 Konsumenten zu ihren Einkaufsgewohnheiten befragt.

Deutsche Entwicklungen spielen kaum eine Rolle

„Während der Games-Markt in Deutschland und weltweit stark wächst und andere Kultur- und Mediengüter längst überholt hat, spielen Entwicklungen von deutschen Unternehmen kaum eine Rolle“, sagt game-Geschäftsführer Felix Falk. „Die aktuelle Situation zeigt abermals, wie dringend die Rahmenbedingungen für die Games-Branche in Deutschland verbessert werden müssen, damit sie endlich international konkurrenzfähig sind.“

Die Negativ-Entwicklung von deutschen Spieleproduktionen zeigt sich auch in den Mitarbeiterzahlen, über die der Branchenverband game Anfang August informiert hatte. Die Anzahl der Beschäftigten in der deutschen Games-Branche ist demnach von 2018 auf 2019 um 5,9 Prozent auf 11.014 gefallen.

Datenschützer für mehr Klarheit bei anonymisierten Internetdaten

Der Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kelber fordert mehr Verlässlichkeit, wenn Verbraucher in angeblich anonymisierte Datennutzung im Internet einwilligen sollen. „Ganz oft geht es in Wirklichkeit nur um pseudonymisierte Daten. Name, Adresse, Telefonnummer und E-Mail stehen nicht mehr drin, aber viele weitere Merkmale bleiben erhalten“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

„Das ist kein Schutz.“ Solche Daten seien mit Hilfe neuer Technologien mit hoher Wahrscheinlichkeit oft doch leicht wieder personalisierbar, könnten also konkreten Personen zugeordnet werden.

Konkret geht es etwa darum, dass Nutzer bei Online-Käufen gefragt werden, ob sie einer anonymisierten Verwendung von Daten für Marktforschungszwecke zustimmen. „Es braucht mehr Klarheit, wann man überhaupt davon ausgehen kann, dass Daten wirklich anonym sind“, sagte der oberste Datenschützer. „Dafür sind sicherlich auch mehr gesetzliche Handreichungen nötig, damit betroffene Bürger und Unternehmen die Situation richtig einschätzen können.“

Bundesweites Fellner-Radio startet am 26. Oktober

Neben aktuellen Hits wird der Radiosender laut Aussendung verstärkt den „Sound deines Lebens“ – somit auch Songs aus den 80er-, 90er- und 2000er-Jahren – präsentieren.

Wolfgang Fellner zum neuen Radio der Fellner-Gruppe: „Wir wollen bewusst ein erwachsenes Radioformat gestalten, das neben einem sehr breiten und abwechslungsreichen Musik-Angebot auch das beste News-Service aller privaten Radios – von ‚Breaking News‘ bis zu sehr ausführlichen regionalen News – bieten wird. Wann immer in Österreich etwas Spannendes passiert, wird es sofort live auf ‚Radio Austria‘ zu hören sein“.

Samsung besiegelt Ende von Bixby

Erstmals bringt Samsung zwei Modelle des Galaxy Note 10 auf den Markt. Die Plus-Version ist mit dem 4300-mAh-Akku, einem 12 Gigabyte großen Arbeitsspeicher und dem verbauten hauseigenen Exynos-Prozessor 9825 (2 x 2,7 + 2 x 2,4 + 4 x 1,9 GHz) der wahre Nachfolger des Note 9. Mit einem internen Speicher von wahlweise 256 oder 512 Gigabyte sollte es auch kaum zu Platzproblemen kommen. Und wenn doch, bietet das Note 10+ noch einen MicroSD-Slot.

Bye-bye, Bixby. Der proprietäre und von Nutzern immer kritisierte Bixby–Button ist weg. An dieser ist jetzt der Power-Button gewandert, der zum Multifunktionsknopf mutiert ist. Über die Einstellungen kann dieser mit unterschiedlichen Funktionen belegt werden. Somit ist die rechte Seite des Gehäuses komplett ohne Tasten. Linkshänder wird es freuen.
Der eliminierte Bixby-Button bedeutet aber nicht auch das Ende des smarten Assistenten. Dieser ist nach wie vor am Gerät installiert, kann sich aber leicht in den Hintergrund drängen.

Beim „Notch“, der Kameraaussparung im Display, hat sich Samsung für eine Neupositionierung entschieden. Statt rechts ist dieser nun mittig platziert. Beide Modelle bieten eine Auflösung von zehn Megapixel.

Auch hier findet sich der Unterschied zwischen Note 10 und Note 10+ in der Hauptkamera. Beim großen Modell teilen sich vier Kameras die Aufgaben: Ultraweitwinkel (16 MP mit F2.2 und einem Winkel von 123 Grad), einem Weitwinkel (12 MP 2PD AF F1.5/2.4 OIS), einem Teleobjektiv (12 MP F2.1 OIS) und einer Tiefenkamera. Letztere kommt bei Augmented-Reality-Funktionen und der Gestensteuerung zum Einsatz.

Dabei geht es nicht nur um Gesichtserkennung, sondern auch um erweiterte Funktionen des S Pen. Schon beim Galaxy Note 9 lag der Fokus auf der Weiterentwicklung des Stifts. Seitdem kann der Stift als Klicker bei Präsentationen und als Auslöser für die Kamera fungieren. Mit Kreisbewegungen und Auf- und Abwärtsbewegungen kann zwischen Front- und Hauptkamera gewechselt und gezoomt werden. In der Theorie, denn in ersten Tests war es mehr ein Herumfuchteln als ein zielgerichtetes Steuern.

US-Regierung will soziale Netzwerke stärker überwachen

Schon seit Monaten beschwert sich US-Präsident Donald Trump immer wieder, dass soziale Netzwerke wie Twitter ihn und seine konservativen Anhänger diskriminieren – Belege dafür hat er bislang nicht vorgelegt. Nun arbeitet sein Stab offenbar an einer Durchführungsverordnung mit dem Titel „Protecting Americans from Online Censorship“ (Schutz der amerikanischen Bevölkerung vor Onlinezensur), mit der diese tatsächliche oder gefühlte Benachteiligung verhindert werden soll.

Die Anordnung sieht laut CNN vor, dass die Aufsichtsbehörde Federal Communications Commission (FCC) neue Regelungen entwickelt, mit denen herausgefunden werden können soll, ob und wie sehr soziale Netzwerke die Beiträge, Videos oder verlinkte Artikel ihrer Mitglieder filtern.

Der Nachrichtensender hat laut einem Bericht auf seiner Webseite einen Entwurf der Anordnung zugespielt bekommen. Derzeit sei noch nicht entschieden, ob Trump die Durchführungsverordnung tatsächlich unterzeichnet.

Laut CNN würden die Regelungen für alle sozialen Netzwerke gelten, die monatlich mindestens ein Achtel der US-Bevölkerung erreichen. Damit wären neben Twitter und Facebook auch Google, Snap und Pinterest betroffen. Die Federal Trade Commission würde ebenfalls in die Pläne eingebunden, weil die Behörde etwa bei Untersuchungen der Marktmacht der Social-Media-Konzerne auch die Ergebnisse der FCC berücksichtigen müsste.

Als einen Grund für die Anordnung nennt die Regierung laut CNN auch die Ergebnisse einer Aktion aus dem Mai 2019: Damals hatte das Weiße Haus eine Webseite ins Netz gestellt, auf der Bürger etwa Verstöße gegen die Meinungsfreiheit melden konnten. Angeblich sind innerhalb kurzer Zeit mehr als 15.000 Berichte eingegangen.

Studie entblättert den „Carsharing-Mythos“

Oberflächlich betrachtet wirkt Carsharing wie eine Erfolgsgeschichte. Die Zahl der Nutzer ist durch Dienstleister, die ihre Autos frei im Straßenraum verfügbar machen, deutlich von weltweit drei Millionen registrierter Mitglieder 2013 auf 27 Millionen im Jahr 2018 nach oben gegangen. Die Größe der verfügbaren Flotten wuchs parallel von 71.000 auf 268.000 Autos an. Marktbeobachter rechneten damit, dass so hunderttausende Privatfahrzeuge weniger angeschafft werden sollten.

In Deutschland gibt es den Wirtschaftsberatern zufolge derzeit aber nur rund vier Millionen Menschen, die überhaupt für das Teilen von Pkws infrage kommen. In den meisten hiesigen Städten bestünden gar nicht die Voraussetzungen, damit Anbieter halbwegs profitabel sein können. Zudem seien selbst potenzielle Kunden trotz zunehmender Staus und verstopfter Straßen nicht wirklich bereit, auf das eigene Auto zu verzichten. Dieses schätze der Großteil der Befragten der Studie vor allem wegen seiner „permanenten Verfügbarkeit und der damit einhergehenden persönlichen Freiheit“. In anderen europäischen Ländern sei das Bild ähnlich.

Ökonomie und Bequemlichkeit

Aktuelle Carsharing-Nutzer greifen laut der Untersuchung vor allem aus „Gründen der Ökonomie und der Bequemlichkeit“ zu einem geteilten Auto. Wenn ein solches um die Ecke steht und der Tarif günstig ist, kommt es zum Einsatz. Zugleich müssen die Anbieter aber möglichst große städtische Flächen abdecken. Dies sei „ein Geschäft mit rasierklingendünnen Margen“, heißt es inder Studie. Für die Dienstleister sei es eine „Herausforderung, Geld mit diesem Service zu machen“.

Großstädte wie Berlin mit einer hohen Bevölkerungsdichte im Zentrum eignen sich den Beratern zufolge angesichts einer vergleichsweise großen Zahl an Nutzern pro Auto und Stunde noch am besten. Schon Hamburg, München oder Köln erwiesen sich für die Anbieter aber nicht mehr als rentabel. Die kritische Bevölkerungsdichte liege bei mindestens 3000 Personen pro Quadratkilometer. Zudem nutzten in Deutschland angesichts eines vergleichsweise „reifen Marktes“ ein Drittel der Kunden den Dienst gar nicht oder weniger als einmal pro Monat. In den USA oder Großbritannien fielen diese Quoten mit über 50 Prozent noch höher aus.

Neuzulassungen nicht gesunken

Die Studie zeige, „dass regelmäßiges Carsharing zu Lasten des ÖPNV geht“, führen die Autoren weiter aus. Das Modell „verfehlt damit auch das von der Politik verfolgte Ziel, nachhaltigen Verkehr in den Städten zu stärken“. Gerade einmal ein Prozent der Mitglieder nutzten das Angebot täglich, ein Drittel von ihnen ein bis zwei Mal im Monat. Das Resümee lautet: „Dass das eigene Auto im Straßenverkehr langfristig durch Sharing-Angebote ersetzt wird, zeichnet sich also derzeit noch nicht ab.“ In Berlin und Hamburg etwa sei seit der Einführung der beiden großen Dienste der jetzigen Share-Now-Gruppe vor rund acht Jahren die Zahl der neuen Autozulassungen nicht signifikant gesunken.

Vorteile könnten die Anbieter aber auch dann aus Carsharing-Diensten ziehen, wenn sie damit nicht direkt Geld verdienen, folgern die Analysten. So sei es ihnen etwa möglich, große Datenmengen über die Kunden und die Fahrzeugbewegungen zu sammeln. Zudem handle es sich um einen „authentischen Weg“, den „Zeitgeist“ an bestehende und künftige Kunden ihrer Marken zu kommunizieren.

Eurosport ersetzt Bundesliga durch Frauen-Fußball

Der DFB und Eurosport haben eine Kooperation zur Ausstrahlung der Frauen-Bundesliga für die nächsten drei Spielzeiten geschlossen. Bereits ab der kommenden Saison wird Eurosport stets am Freitagabend auf dem festen Sendeplatz um 19 Uhr das Topspiel der Bundesliga (Anstoß 19:15 Uhr) live im Free-TV exklusiv auf dem Sender Eurosport 1 übertragen.

Das Eröffnungsspiel bestreiten an diesem Freitag, den 16. August, ausnahmsweise schon um 18.30 Uhr die beiden Topteams 1. FFC Frankfurt und Turbine Potsdam. Eurosport 1 ist bereits live ab 18.15 Uhr auf Sendung. Die Bundesliga der Männer war zwar ein Pay-TV-Angebot via Eurosport 2 HD Xtra und dem Eurosport Player und das Wegfallen der Übertragungen aus der Herren-Bundesliga kann durch den Frauen-Fußball sicherlich nicht aufgefangen werden, ein wenig mutet der Vertragsabschluss mit dem DFB aber dennoch wie ein Ersatz an – gerade auch ob des Freitag-Termins.

Alexa wird deutlich häufiger als Siri & Co. genutzt

Verbraucher zeigten sich demnach bei der Nutzung von Alexa & Co. noch zurückhaltend. In den letzten vier Wochen hätten nur 26 Prozent der Deutschen einen Sprachassistenten genutzt. Amazons Alexa sticht im Feld der Sprachassistenten vor der Konkurrenz von Google, Apple und Microsoft heraus. Nach Angaben der Forscher werde Alexa am intensivsten genutzt. Fast die Hälfte der befragten Nutzer würden Alexa mindestens einmal am Tag verwenden. Siri und der Google Assistant würden deutlich weniger genutzt.

Fragen nach dem Wetter und Abspielen von Musik

72 Prozent der Nutzer von Sprachassistenten würden nach Informationen zum Wetter, Sport oder Berühmtheiten suchen. Auch Erinnerungen oder Termine würden häufiger per Sprachbefehl eingerichtet. Überproportional häufig werde zudem Alexa für das Abspielen von Musik eingesetzt. Immerhin 21 Prozent der Alexa-Nutzer hätten über die Sprachassistentin schon einmal ein Produkt im Internet bestellt.

Nicht alle Sprachassistenten werden trotz Verfügbarkeit auch genutzt

Die Studie zeige aber auch, dass die tatsächliche Nutzung der theoretischen Verfügbarkeit der Sprachassistenten noch hinterherhinkt. Cortana sei beispielsweise von fast 60 Prozent der deutschen Konsumenten nutzbar, etwa dank Integration in Windows. Doch tatsächlich werde Cortana nur von vier Prozent der Deutschen genutzt. Die sogenannte Take-Up-Rate liege damit lediglich bei sieben Prozent. Bei Alexa sei die theoretische Nutzerbasis deutlich kleiner, die Take-Up-Rate dagegen sehr hoch. Dabei helfen unter anderem die smarten Echo-Lautsprecher, die sich per Sprachsteuerung nutzen lassen.

Rund jeder fünfte Deutsche, der einmal einen der Sprachassistenten ausprobiert habe, hat die Nutzung wieder eingestellt. 32 Prozent der Befragten gaben die schlechte Erkennung der Sprachbefehle als Grund an. 23 Prozent empfangen das Sprechen mit einer Maschine als unangenehm.

Burdas ‚My life‘ startet Senioren-Titel

Burda startet im Januar 2020 eine weitere Line-Extension seiner Apothekenzeitschrift ‚My life‘. Der neue ‚Senioren-Ratgeber‘ wird ab kommenden Jahr monatlich erscheinen. Im Oktober 2019 erweitern bereits das Kinderheft ‚Platsch‘ und das Spezialmagazin ‚Gut leben mit Diabetes‘ das ‚My life‘-Portfolio. Bereits auf dem Markt sind neben dem Haupttitel eine TV-Ausgabe und das ‚My life Rätselheft‘.

‚My life‘ ist einer der Bausteine der Initiative ‚Zukunftspakt Apotheke‘ der Apotheker-Genossenschaft Noweda, Essen, und Hubert Burda Media, Offenburg, zur Stärkung der Vor-Ort-Apotheken in Deutschland. Das neue Apotheken-Kundenmagazin ist seit Anfang April 2019 auf dem Markt und hat eine Auflage von 1,15 Millionen Exemplaren (IVW).

Aus für OLED-TVs steht bevor

Fernseher werden in Zukunft nicht mehr auf OLED-Bildschirme setzten. Zumindest prophezeit das der Unternehmens Ken Werner. So schreibt er, ein hochrangiger Sony-Mitarbeiter habe ihm erzählt, dass OLED bei Premium-TVs künftig eher im Einstiegsbereich zum Einsatz kommen würde. Der Grund dafür liege bei der Leuchtdichte der Bildschirme.

Leuchtdichte

„Auch ein hochwertiges OLED muss sich mächtig ins Zeug legen, um auf nur 10 Prozent seiner Bildschirmfläche einen 1000 cd/m2 hellen Fleck anzuzeigen“, schreibt Werner. War das noch kein Problem, als Filme noch maximal in dieser Dichte ausgegeben wurden, wird es immer mehr Thema, da der Standard sich auf 4000 cd/m^2 verschiebe. Daher müsste das Farbvolumen von aktuellen Fernsehern reduziert werden – dadurch gingen Details verloren, die mit etwas Erfahrung offenkundig zu sehen seien.

Unklares Ziel

Wohin die Reise stattdessen hingeht, ist nach aktuellem Stand noch unklar. In der Filmproduktion habe man bisher auf einen OLED-Bildschirm von Sony gesetzt, der maximal 1000 cd/m^2 ausgeben könne, ansonsten werde eine Warnung ausgegeben. Das Unternehmen verkauft professionellen Filmemachern daher nun einen Dual-Cell-LCD-Fernseher – dieser unterscheidet sich insofern von regulären LCD-Bildschirmen, da er neben eines regulären Farb-LCD-Panels ein Schwarzweiß-Panel bietet.

Möglich seien auch MiniLED_Fernseher, die auf LED-Chips in einer Polymerschicht setzen, um die Beleuchtung zu verbessern. Zu erwägen seien auch MicroLED-TVs. Dabei wird auf viele mikroskopisch kleine Lichtdioden gesetzt.

Diese Podcasts hören die Deutschen am liebsten

26 Prozent der Bundesbürger hören Podcasts, das sind 4 Prozent mehr als im Vorjahr. Zu diesen Zahlen kommt eine Studie der Bitkom, bei der 1000 Personen ab 16 Jahren befragt wurden.

Wöchentlich konsumieren 9 Prozent der Befragten einen Podcast. Ebenso viele greifen monatlich zum Audioschnipsel. Besonders jüngere Menschen (16-39 Jahre) sind vom Medium angetan. In dieser Altersgruppe hören 35 Prozent der Befragten Podcasts.

Die beliebtesten Themen sind dabei Nachrichten, Film, Fernsehen, Sport, Comedy, wobei Nachrichten und Politik mit 45 Prozent ganz vorne liegen. Den folgen mit 41 Prozent Podcasts zu Film und Fernsehen. Gleich dahinter kommen Sport und Freizeit sowie Comedy mit jeweils 38 Prozent. Nur jeder dritte Podcasthörer (33 Prozent) greift zu Musik-Podcasts. Und 29 Prozent der Podcastnutzer schlagen bei Wissenschaft zu. Das Thema Bildung interessiert 28 Prozent der Hörer.

Wenn es um die Dauer eines Podcast geht, dann liegen ganz klar kürzere Formate im Trend. 49 Prozent der Befragte gaben an, dass sie Beiträge mit einer Dauer von 5 bis 10 Minuten favorisieren. Nur 7 Prozent sind Fans von Beiträgen, die länger als 60 Minuten sind. Allerdings ob kurz oder lang, nicht jeder hört einen Podcast bis zum Ende durch. Nur 38 Prozent der Befragten gaben an, eine Folge in der Regel auch bis zu Ende zu hören.