Fernsehempfang via Satellit wächst weiter

Rund 20.000 mehr Haushalte als im Vorjahr schauen Fernsehen via Satellit. Auf diese Zahl kommt der aktuelle Astra TV-Monitor 2017. Mit insgesamt 2,05 Millionen TV-Haushalten ist der Satellit Empfangsweg Nr. 1 in Österreich. Der Astra TV-Monitor wird jährlich durch das Marktforschungsinstitut GfK Austria im Auftrag von Astra durchführt.

Leichte Steigerungen gab es zudem bei der Anzahl der IPTV-Haushalte sowie bei den DVB-T-Haushalten. Lediglich die Anzahl der Nutzer des Kabelfernsehens ging im Vergleich zum Vorjahr leicht zurück.

Ebenso ist die Zahl der TV-Haushalte in Österreich mit HD-Empfang gestiegen. Mittlerweile empfangen 2,89 Millionen TV-Haushalte von den insgesamt 3,57 Millionen ihre Programme in HD-Qualität.

ORF-Redakteure gegen ORF-Finanzierung aus dem Staatsbudget

Die Redakteurssprecher im ORF haben sich in einer Resolution gegen eine Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks aus dem Bundesbudget ausgesprochen. In dem einstimmig beschlossenen Papier mit Blick auf die Medienenquete befürchten sie, dass die Regierung den ORF zu einem „Regierungsfunk“ umbauen will.

„Die staatliche Finanzierung des ORF aus dem Bundesbudget – anstatt über eine Gebühr – würde zur direkten Abhängigkeit vom Wohlwollen der Regierungsparteien führen“, hielt der ORF-Redakteursausschuss in seiner heutigen Sitzung fest. „Permanente Abhängigkeit des ORF von Budgetentscheidungen des Parlamentes“ und „verstärkter Druck aus der Politik auf die ORF-Führung“ wären die Folge, wird gewarnt. „Freie und faire Berichterstattung über Parteien würde nahezu unmöglich.“

Die Regierungsparteien hätten schon jetzt „offenbar wenig Interesse an einem unabhängigen ORF“, kritisiert die Resolution. Sie verweist unter anderem auf das Facebook-Posting von FPÖ-Vizekanzler Heinz-Christian Strache („Lügen“), auf Aussagen des freiheitlichen Stiftungsratsvorsitzenden Norbert Steger, aber auch auf die jüngsten Personalentscheidungen im ORF, für die sich Generaldirektor Alexander Wrabetz „Empfehlungen“ aus dem Stiftungsrat geholt habe. „Das alles lässt uns befürchten, dass es nicht um eine Weiterentwicklung des ORF zum Wohl des Publikums geht, sondern um den Umbau des ORF zum ‚Regierungsfunk‘ und um die Schwächung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, von der die private Konkurrenz profitieren soll“, schreiben die Redakteure.

Frankreichs Tageszeitungen leben auf

Frankreichs Presse begegnet der Krise. Die Tageszeitungen finden neue Leser, ihnen wird wieder mehr Vertrauen entgegengebracht. Ein neues Geschäftsmodell und eine historische Allianz helfen dabei. Frankreichs Presse hat apokalyptische Zeiten hinter sich: kaum ein Verlag, der nicht verkauft worden wäre.

Seit Jahren schrumpfte die Presse um vier, drei oder sogar sechs Prozent. Das war auch in den vergangenen zwölf Monaten so. Mit einer Ausnahme: Die Tageszeitungen legen zu. Das Wachstum der Gattung beträgt weniger als ein Prozent, bei den Qualitätszeitungen aber fällt es spektakulär aus. Sein Motor ist die beschleunigte Digitalisierung. Beim „Figaro“ macht die Zahl der Online-Abonnements 25 Prozent der Gesamtlauflage aus. Sie ist doppelt so hoch wie jene der Kioskverkäufe. Bei der Wirtschaftszeitung „Les Echos“ ist die Tendenz ähnlich und erfreulich.

Ganz besonders gut entwickelt sich „Le Monde“. 130 000 Abonnenten lesen die Zeitung auf dem Tablet, Computer oder Handy. Ihre Zahl ist binnen Jahresfrist um vierzig Prozent gestiegen. Als das Blatt 2010 seine neuen Besitzer bekam, hatte es ein Jahrzehnt mit jährlichen Verlusten von mindestens zehn Millionen Euro hinter sich. Seit 2015 schreibt „Le Monde“ wieder schwarze Zahlen, für 2017 wird ein Gewinn von siebzehn Millionen ausgewiesen. Parallel dazu – und nach mehreren Entlassungswellen – ist die Zahl der Redakteure von 310 auf 430 erhöht worden. Es werden weiter neue Journalisten eingestellt: „Das Modell der umfassenden Tageszeitung, die über alle Bereiche berichtet, hat sich als gültig erwiesen“, stellt Chefredakteur Jérôme Fénoglio fest. Es funktioniert dank einer Ausweitung der Geschäftsfelder und einer spektakulären Preissenkung: Das Online-Abo kostet nur noch 9,90 Euro pro Monat. Es war zuvor fast doppelt so teuer.

„Le Monde“ ist im Gegensatz zu „Figaro“ und „Libération“ in keinem der Online-Kioske vertreten. Diese werden als Zusatzleistung mit den Handy-Abos oder Pay-TV-Gebühren geliefert. Man kann sie auch zum Spottpreis von zwanzig Euro abonnieren. Beim Mobilfunkanbieter SFR sind achtzig Titel im Angebot, für passionierte Zeitungsleser ein Paradies praktisch zum Nulltarif. In seiner jetzigen Form kann dieses Angebot nicht aufrechterhalten werden. Dem Trick mit der Mehrwertsteuer, die damit gespart werden konnte, hat der Staat einen Riegel vorgeschoben.

eBay launcht Werbeplattform für lokale Anzeigen

eBay baut sein Anzeigengeschäft aus: Der Internetmarktplatz hat in Großbritannien jetzt das so genannte Local Services Advertising eingeführt. Das neue Werbeprodukt richtet sich speziell an Dienstleister und könnte auch Händlern mehr Umsatz bringen. Unternehmen, die Dienstleistungen anbieten, können so direkt neben entsprechenden Produktangeboten im lokalen Kontext ihren Service bewerben.

Der Vorteil: Mit den Dienstleister-Anzeigen erreichen sie Kunden, die bei der Produktsuche bereits in Kauflaune sind und sich für Artikel interessieren, die mit der angebotenen Dienstleistung im Zusammenhang stehen.

Auch für Händler könnten sich die neuen Ads als vorteilhaft erweisen, denn wenn Kunden für ein gewünschtes Produkt auch die entsprechende Dienstleistung sehen, erhöhen sich erfahrungsgemäß auch die Konversionsraten – selbst wenn die entsprechende Dienstleistung nicht gebucht wurde.

Die Local Services Ads erscheinen sowohl in der mobilen App als auch in der Desktop-Version von eBay. Verschiedene Formate erlauben die Einblendung auf den Produktseiten selbst, aber auch neben den Suchergebnissen.

Frankreich: Öffentliches TV soll mehr regionale Inhalte senden

Der TV-Sender France 3 soll künftig täglich sechs statt zwei Stunden regionale Inhalte zeigen, wie Kulturministerin Françoise Nyssen ankündigte. Es gebe ein Bedürfnis nach Nähe, auf das die Privatmedien nicht antworten könnten, teilte ihr Ministerium mit.

France 3 ist der am zweitmeisten geschaute öffentlich-rechtliche Fernsehsender des Landes und wird in regional unterschiedlichen Versionen ausgestrahlt. Der öffentliche Rundfunk in Frankreich soll auch mehr Geld in digitale Angebote stecken und im Gegenzug an anderen Stellen Geld einsparen. Die Pariser Regierung will zudem seine Struktur und die Beitragsfinanzierung reformieren und die Regulierung des Sektors überarbeiten. Hierzu liegen allerdings noch keine konkreten Vorschläge vor, die Reformgesetze sind für 2019 geplant.

Schweden will TV-Gebühr streichen – dafür Rundfunksteuer für alle

Schon im Herbst 2017 präsentierte ein Parlamentsausschus den Plan für die Rundfunksteuer. Ein Prozent des Einkommens, gedeckelt mit umgerechnet rund 125 Euro, wird für öffentliches Funken eingehoben – unabhängig von der Nutzung.

Zwar sieht der Entwurf für die Rundfunksteuer vor, dass die Höhe der Rundfunksteuer und ihre Verwendung für acht bis zehn Jahre festgelegt wird, also über zwei bis zweieinhalb Legislaturperioden in Schweden.

Wie kurzfristig sich solche längerfristigen Festlegungen zur Rundfunk ändern können, zeigte Finnland in den vergangenen Jahren: Finnland hat die Rundfunkgebühren 2013 abgeschafft und hebt seither eine – einkommensabhängige – Steuer für die öffentlich-rechtliche YLE ein. Das Gesetz darüber legte eine automatische jährliche Erhöhung fest, um die Teuerung auszugleichen. Nach dem ersten Jahr wurde diese Automatik gleich ausgesetzt und inzwischen sind die die Mittel schon bis 2020 eingefroren.

N26 hat erstmals eine Million Kunden

Das deutsch-österreichische Fintech-Start-up hat die Marke von einer Million Kunden geknackt. Das gab das Unternehmen in einer Aussendung bekannt. Damit hat man sich binnen zehn Monaten mehr als verzehnfacht. Im August 2017 vermeldete man noch 500.000 Kunden. Mit einem monatlichen Transaktionsvolumen von „über einer Milliarde Euro“ hat man zudem einen weiteren Meilenstein erreicht.

Die 2015 gestartete „Mobile First“-Bank verzeichnet täglich 2500 Neukunden, bis 2020 will man auf mehr als fünf Millionen Kunden anwachsen. Zuletzt schloss das von den Österreichern Valentin Stalf und Maximilian Tayenthal gegründete Unternehmen mit Sitz in Berlin eine Series-C-Finanzierungsrunde ab, bei der mehr als 160 Millionen US-Dollar eingesammelt werden konnten. Dabei stiegen unter anderem die deutsche Allianz-Gruppe sowie die chinesische Holdingfirma Tencent ein.

Bauer Media Group erwirbt Magazine von News Corp Australia

Die Bauer Media Group und News Corp Australia hat die Magazine ‚Inside Out‘, ‚Country Style‘ und die Website HomeLife.com.au von News Corp übernommen.

Das Hamburger Medienunternehmen will mit dem Titel-Kauf sein australisches Portfolio im Home- und Gartenbereich ergänzen. Dazu gehören bislang Marken wie ‚Real Living‘, ‚Australian House and Garden‘, ‚Belle‘ und die Digital-Platform Homes. Bauer General Manager Publishing, Fiorella Di Santo, sagte: „Wir freuen uns, ‚Inside Out‘, ‚Country Style‘ und HomeLife.com.au zu Bauer zu holen. Obwohl wir bereits eine starke Position im Home-Segment haben, ist diese Übernahme für uns eine natürliche Ergänzung, um unsere Spezialisierung in der Kategorie weiter zu vertiefen.“ Der Verlag setzt auf das Leser-Interesse an Heim- und Gartenthemen. So gibt es in Australien fast drei Millionen Menschen, die jeden Monat mindestens ein Home-Magazin lesen.

Apple macht Augmented Reality allgegenwärtig – und kämpft gleichzeitig gegen iPhone-Sucht

Bei seiner jährlichen Entwicklerkonferenz WWDC (Worldwide Developers Conference) hat Apple seine neue Software vorgestellt, darunter ein neues Betriebssystem für das iPhone. Mit iOS 12 können Nutzer künftig stärker regulieren, wie sie ihr Smartphone nutzen.

„Das iPhone ist eines der mächtigsten Geräte, das je entwickelt wurden“, sagte Apples Softwarechef Craig Federighi bei der über zweistündigen Keynote im San José Convention Center. Einige Apps zögen jedoch zu viel Aufmerksamkeit auf sich, lenkten die Menschen von wichtigen Aspekten ihres Lebens ab.

Im neuen Betriebssystem soll der Apple-Kunde sich selbst oder seinen Kindern künftig Grenzen bei Gebrauch von iPhone und iPad setzen. In der „Nicht stören“- Einstellung verdunkelt sich der Bildschirm während der Schlafenszeit radikal. Erst nach dem Aufwachen spielt die Software wieder Benachrichtigungen ein. Die Funktion kann auch für bestimmte Orte eingerichtet werden, zum Beispiel beim Besuch eines Spielplatzes.
Ihre eigene Smartphone-Nutzung oder die ihrer Kinder kontrollieren Nutzer künftig über die Funktion „Screentime“. Sie liefert einen wöchentlichen Bericht über Surfverhalten und App-Nutzung, listet etwa auf, wie oft der Nutzer das Telefon zur Hand nimmt. Mit „App Limits“ legt der Smartphone-Besitzer künftig zeitliche Grenzen für einzelne Anwendungen fest.

Apple reagiert damit auf Berichte über Smartphone-Sucht und die Mahnung eigener Investoren, das Surfverhalten von Heranwachsenden zu untersuchen. Google hatte bei seiner Entwicklerkonferenz IO Anfang Mai ebenfalls entsprechende Software-Werkzeuge im neuen Betriebssystem Android P gezeigt.

Die weiteren Keynotes brachte keine großen Neuerungen, sondern allenfalls logische Weiterentwicklungen bestehender Apple-Produkte. Die lang erwarteten neuen Funktionen für den smarten Lautsprecher HomePod, der vor allem wegen der mangelhaften Funktionen der elektronischen Sekretärin Siri bemängelt wurde, blieben aus.

Lego-Steine in 3D

So zeigte Apple ein Update für „ARKit“. Mit dem Software-Paket integrieren Programmierer 3D-Technologie in ihre Apps ohne sie komplett selbst entwickeln zu müssen. „AR ist eine transformative Technologie“, schwärmte Apple-Manager Federighi. Im neuen Betriebssystem iOS 12 teilen Nutzer künftig dreidimensionale Inhalte mit anderen Nutzern oder treten in AR-Spielen gegen einander an.

Wie das konkret aussieht, demonstriert Apple in einer Kooperation mit dem schwedischen Konzern Lego. Fans der Spielefirma animieren per ARKit ihre Plastiksteinchen in 3D, platzieren sie in der analogen Welt oder entwickeln neue Charaktere. Um die Darstellung von AR-Inhalten zu verbessern, gibt Apple den Programmierern die App „Measure“ an die Hand. Über die Anwendung können sie ihre Inhalte an die neuen AR-Formate anpassen und etwa mit einem leichten Tippen des Fingers die Größe und Länge von analogen Objekten auf dem Smartphone-Bildschirm ausmessen.

Apple-Chef Cook hält Augmented Reality (AR) für so revolutionär wie das Smartphone. Die Technologie werde künftig zum Alltag gehören „wie die drei Mahlzeiten am Tag“, schwärmte er einmal in einem Interview. Insider gehen schon länger davon aus, dass der Kultkonzern an einer Datenbrille für die erweiterte Realität arbeitet und ab 2020 verkaufen könnte.

Apples WWDC-Ankündigungen auf einen Blick

Die smarte Assistentin Siri, die nach Angaben von Apple 10 Milliarden Anfragen monatlich erhält, soll künftig noch schneller auf die Bedürfnisse der Apple-Fans reagieren und enger mit ihrem Leben verschmelzen. „Siri ist mehr als eine Stimme“, sagt Federighi. Die elektronische Sekretärin erinnert den Apple-Kunden mithilfe kürzerer Wege („Shortcuts“) künftig automatisch daran, bei einer Verspätung eine kurze Nachricht zu schicken oder der Großmutter zum Geburtstag zu gratulieren. Siri greift auch auf Flüge oder Hotelbuchungen in Reise-Apps zu und spielt die Infos zum passenden Zeitpunkt aus.

Solche „Shortcuts“ sind künftig auch auf der Apple Watch möglich. Sie sollen die Uhr attraktiver machen, die seit ihrem ersten Erscheinen 2015 nach wie vor eher ein Nischenprodukt ist. Die Apps von Instagram, Google Maps, Twitter, Amazon und Ebay verschwanden zuletzt aus dem Betriebssystem. Der Mini-Bildschirm ist nicht gemacht für Tippen, Navigieren oder Online-Shopping. Apple setzt nun noch stärker denn je auf den Gebrauch der Uhr als Fitness- und Kommunikationsgerät.

Im neuen Betriebssystem watchOS kommen neue Fitnessprogramme für Yoga und Wandern hinzu. Die Apps alarmiert Läufer künftig, wenn diese im Trainingsplan ihre zuvor festgelegte Herzfrequenz überschreiten, ein Hinweis auf Überanstrengung. Über eine einfache Walkie-Talkie-Funktion können die Sportler sich während des Trainings mit engen Freunden oder der Familie unterhalten.

Auch die Animojis, kleine animierte Comicfiguren, die per Nachricht versendet werden, baut Apple weiter aus. Neue Charaktere kommen hinzu, darunter Saurier oder ein kleiner Geist. Auch sich selbst können die Apple-Kunden künftig in einen Comic-Avatar verwandeln. Bei den sogenannten „Memojis“ passen sie einen kleinen digitalen Avatar an ihr Aussehen an, entscheiden über Gesichtsfarbe, Haarlänge oder Accessoires wie eine Sonnenbrille.

Der Mac verliert an Attraktivität

Wie in jedem Jahr sucht Apple bei der Entwicklerkonferenz auch den Kontakt zur Basis. Vor Beginn der Keynote leuchten zahlreiche Apps aus Apples kunterbunten App Store über die Leinwand im San José Convention Center. Ein humoriges Video stellt die Programmierer in die Nähe der sympathischen Hobbits, den Helden im Kult-Buch „Herr der Ringe“. Apple feiert die Community der Nerds, Programmierer, Entwickler, auf deren Erfolg der Firma von jeher beruht. Je mehr Apps auf Grundlage von Apples Betriebssystem entwickeln werden, desto schneller wächst die Reichweite von Apple.

Dieses Jahr reisten Programmierer aus 77 Ländern an, erklärt Apple-Chef Tim Cook. Zwei Millionen Apple-Entwickler gebe es inzwischen weltweit. Diese Woche werden Entwickler mehr als 100 Milliarden Dollar im App Store verdient haben. Cook lobt die eigene Community als eine „mächtige Gruppe von Schöpfern“.

Apple verdient sein Geld nach wie vor mit dem iPhone. Vergangenes Quartal erzielten die Smartphone-Verkäufe über 60 Prozent der gesamten Konzernumsätze. Der Mac-Computer verlor demgegenüber zuletzt an Attraktivität. Das neue Betriebssystem bindet den Desktop-PC enger an das Apple-Ökosystem. „Wir lieben den Mac“, sagt Cook. Das Betriebssystem macOs solle keinesfalls mit iOS verschmolzen werden, wie Gerüchte zuletzt nahegelegt hatten, erklärt Apple.

Im neuen Betriebssystem „Mojave“, angelehnt an die gleichnamige Wüstenlandschaft, lässt sich erstmals ein „Dark-Mode“ aufrufen. Vor dem schwarzen Hintergrund erscheinen Fotos heller und kräftiger, der Programmiercode soll für Entwickler einfacher lesbar sein. Bei Screenshots zeigt macOS künftig eine Voransicht der Aufnahme an. Mit einem Klick können künftig auch bewegte Bilder und Videos aufzeichnen.

Mit wenigen Schritten können Nutzer bald auch Fotos in eine Desktop-Grafik integrieren. Klicken sie auf den entsprechenden Programmierbefehl, poppt sofort eine Benachrichtigung auf dem iPhone auf. Das mit dem Smartphone aufgenommene Foto lässt sich dann mit einem Wischen in die Desktop-Aufnahme integrieren.

So wie es den Smartphone-Konsum reguliert, will Apple auch beschränken, wie viele Daten Drittanbieter über die eigenen Kunden sammeln. Browser Safari schränkt die Fähigkeiten von Cookies oder „Like-Buttons“ ein, die Surfer im Internet digital verfolgen. Sobald eine Webseite sich Zugriff auf die Nutzerdaten verschafft, erhalten die Nutzer einen Sicherheitshinweis. Auch das sogenannte „Fingerprinting“, bei dem Datentracking-Firmen einzelne Rechner über ihr Surfverhalten identifizieren, will Apple erschweren. „Es wird für Tracking-Firmen sehr viele schwerer werden, Euch zu verfolgen“, ruft Apple-Manager Frederighi dem Publikum zu.

Educ’Arte: digitale Bildung jetzt auch auf Deutsch

Ab dem kommenden Schuljahr gibt es Educ’Arte von Arte für den Unterricht, in allen Fächern und Klassenstufen auch in deutscher Sprache. Der Sender sieht in dem Bildungsmedium einen großen Mehrwert für Bildungseinrichtungen: „Die Onlinevideothek bietet über 1000 authentische und dicht am Zeitgeist produzierte Inhalte sowie zahlreiche interaktive Funktionen – sie ist Mediathek, Kreativtool und Bildungsnetzwerk in Einem.“

Im Schuljahr 2016/2017 wurde Educ’Arte in einer Testphase mit der Unterstützung des EU-Programms „Kreatives Europa“ der deutschen Bildungslandschaft angepasst. „Für den pädagogischen Mehrwert und die einfache Handhabung wurden die Inhalte gemäß der deutschen Bildungspläne indexiert“, schildert Arte.

Sowohl Lehrkräfte als Schülerinnen und Schüler haben dabei vollständigen Zugriff auf den gesamten Videokatalog und seine interaktiven Funktionen. Die Nutzenden können „in einem rechtlich geschützten Rahmen Videos sichten, herunterladen oder eigene Ausschnitte erstellen, Texte neu einsprechen, Grafiken, Textbausteine und Ratespiele einfügen, Mindmaps bauen, auf Untertitel oder Texttranskriptionen zurückgreifen und inklusiven oder Gruppenunterricht gestalten.“

Fanpage-Betreiber sind für Facebooks Datenverarbeitung mitverantwortlich

Wer eine Facebook-Fanpage betreibt, ist gemeinsam mit Facebook dafür verantwortlich, wie Daten der Besucher erhoben und verarbeitet werden. Das hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) entschieden und damit ein wegweisendes Urteil gefällt. Damit können Datenschützer Unternehmen unter Umständen zwingen, ihre Facebook-Fanpage zu deaktivieren.

Die Richter haben außerdem geurteilt, dass deutsche Datenschützer gegen Facebook in Deutschland vorgehen können, obwohl Facebook seine Europazentrale in Dublin angesiedelt hat. Nationale Kontrollstellen können demnach direkt Ansprüche gegen Unternehmen geltend machen, ohne die zuständige Kontrollstelle am Hauptsitz des Unternehmens (in diesem Fall die irische) zu beauftragen.

Im konkreten Fall ging es um einen Streit zwischen der Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein und dem Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD). Im Jahre 2011 hatten die Datenschützer die Wirtschaftsakademie angewiesen, ihre Facebook-Fanpage zu deaktivieren. Das ULD bemängelte, dass dort Nutzerdaten erfasst würden, ohne dass die Besucher ausreichend darüber informiert würden. Dafür sei nicht nur Facebook, sondern auch der Betreiber der Fanpage verantwortlich.

PR-Ethik-Rat fordert mehr Transparenz bei Content Marketing

Das Selbstkontrollorgan der PR-Branche fordert mehr Transparenz bei bezahlten Inhalten und hat einen Leitfaden für Content Marketing in Österreich herausgebracht.

Die Grenzen zwischen Journalismus und Content Marketing verschwimmen zusehends. Etwa wenn Kundenmagazine lediglich auf der letzte Seite im Kleingedruckten Aufschluss darüber geben, von wem der Inhalt kommt. „Man versucht mit allen Mitteln der Kunst, die Kennzeichnungsregeln zu umgehen, sodass die Leser nicht nachvollziehen können, ob etwas bezahlt ist oder nicht“, kritisiert der PR-Ethik-Rat, der einen Leitfaden für Content Marketing in Österreich herausgebracht hat.

Zalando expandiert nach Irland und Tschechien

Europas größter Online-Modehändler Zalando bietet sein Angebot ab Sommer auch in Irland und Tschechien an. Das seien die ersten neuen Märkte seit 2013. Damit beliefert die im MDax notierte Firma dann insgesamt 17 Länder. Bisher zählt Zalando knapp 24 Millionen Kunden – unter anderem in Deutschland, Großbritannien, Spanien und Frankreich. Mit den beiden neuen Märkten könnten zusätzlich rund 15 Millionen Menschen erreicht werden, teilte das Unternehmen weiter mit.

In den nächsten Jahren will Zalando das Angebot auf weitere Länder in Europa ausdehnen. Man denke dabei an Portugal oder Osteuropa.

FIFA geht gegen Online-Ticketplattform Viagogo vor

Der Fußball-Weltverband FIFA verklagt die Ticketplattform Viagogo wegen Verstoßes gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb. Wie der Verband mitteilte, habe man bei der Staatsanwaltschaft in Genf eine Strafanzeige gegen das Unternehmen aus der Schweiz eingereicht.

Zuvor habe die FIFA zahlreiche Beschwerden über die Geschäftspraktiken von Viagogo beim Verkauf von Eintrittskarten für die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland erhalten. Damit schloss sich der Verband mehreren Interessengruppen an, die bereits gegen das Unternehmen Klage eingereicht haben.

Der unerlaubte Verkauf und Vertrieb von Tickets sei ein schwerwiegendes Problem, teilte die FIFA mit. Ziel sei ein faires Ticketprogramm. Die einzige offizielle und legitime Website für WM-Tickets sei fifa.com/tickets. „Eintrittskarten, die über nicht autorisierte Vertriebskanäle gekauft wurden, einschließlich aller über die viagogo AG gekauften Tickets, werden storniert, sobald sie identifiziert wurden“, heißt es in der schriftlichen Mitteilung.

Deutsche sehen US-Internetanbieter kritisch

Mehr als drei Viertel der Befragten haben Bedenken oder zumindest teilweise Bedenken, ihre Daten bei US-Unternehmen zu speichern. Das geht aus einer Umfrage von Convios Consulting im Auftrag von web.de und GMX hervor. Damit sind US-Anbieter für E-Mails und Netzwerke wie Facebook, Twitter und Instagram gemeint.

Der Umfrage zufolge steigt gleichzeitig das Unrechtsbewusstsein der deutschen Internet-Nutzer. So empfanden rund 64 Prozent der Befragten vor drei Jahren die Möglichkeit als sehr schlimm oder schlimm, dass private Nachrichten von Hackern, Geheimdiensten oder dem eigenen Provider mitgelesen werden könnten. 2018 ist die Zahl auf fast drei Viertel gestiegen (73,9 Prozent).

Dies erklärt auch das steigende Interesse an einfachen Möglichkeiten, sich zu schützen, beispielsweise durch eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Für rund 39 Prozent der Befragten ist diese technische Möglichkeit wichtig, 2015 waren es noch 30 Prozent. Tatsächlich genutzt wird Verschlüsselung allerdings nur von 14 Prozent. Hauptgründe sind ein zu hoher Installationsaufwand und mangelnde Kenntnisse.

Vista übernimmt Mehrheitsbeteiligung an IAS

Integral Ad Science (IAS) hat eine Übernahmevereinbarung mit Vista Equity Partners (Vista) abgeschlossen. Das Investment der Vista soll das globale Wachstum sowie den Produkteausbau des Software-Anbieters IAS, der Lösungen zur Qualitätssicherung in der Online-Werbung entwickelt, vorantreiben. Das Private-Equity-Unternehmen Vista fokussiert sich vor allem auf Investitionen in Software, Daten- und Technologie-basierten Firmen.

Das 2009 gegründete Unternehmen IAS hat seinen Hauptsitz in New York City und weitere Niederlassungen in 13 Ländern. Der Technologieanbieter ist für die Messung, Analyse und Optimierung von Online-Werbung zuständig und entwickelt Lösungen für mehr Transparenz und Qualität in den Bereichen Brand Safety, Ad Fraud und Viewability.

US-Bundestaat verklagt Google und Facebook wegen Wahlkampf-Anzeigen

Der US-Bundesstaat Washington hat die Internet-Konzerne Facebook und Google der Verstöße gegen Gesetze zur Wahlkampffinanzierung angeklagt. Generalstaatsanwalt Bob Ferguson sagte, die Firmen hätten es seit 2013 versäumt, bei Wahlen in dem Staat die Geldgeber für Wahlkampfanzeigen zu nennen. Facebook teilte mit, man wolle den Rechtsstreit schnell beilegen.

Auf der Plattform gibt es seit kurzem eine Funktion, mit der Nutzer die Auftraggeber von solchen Anzeigen herausfinden können. Bei Google, einer Tochter des Internet-Konzerns Alphabet, war keine Stellungnahme zu erhalten.

Stellenabbau bei HP weitet sich aus

Beim PC-Hersteller HP fallen mehr Stellen weg als erwartet. Das in einer Restrukturierung steckende Unternehmen teilte mit, es rechne bis zum Ende des Geschäftsjahrs 2019 mit dem Weggang von 4.500 bis 5.000 Mitarbeitern. Nach dem 2016 vorgestellten Umbauplan sollten es 4.000 Mitarbeiter sein, später hieß es, die Zahl erhöhe sich um ein bis zwei Prozent.

Das bei der Aufspaltung von Hewlett-Packard entstandene Unternehmen nannte die Vorsteuerbelastungen durch den Stellenabbau nun mit rund 700 Millionen Dollar, verglichen mit einer früheren Schätzung von rund 500 Millionen.

Sat 1 stellt seinen Vorabend neu auf

Sat 1 strukturiert das Vorabendprogramm neu. Nach der Fußball-Weltmeisterschaft ersetzen ein Magazin und die Comedy-Quizshow „Genial daneben – Das Quiz“ die Crime-Doku-Soaps, mit denen der Sender den Vorabend derzeit bestreitet. Außerdem plant der Sender eine tägliche Erfindershow und eine neuen Serie.

Zuletzt hatte Sat 1 seinen Vorabend im Jahr 2015 grundlegend umgebaut. Nach dem unrühmlichen Ende des Hoffnugsträgers „Newtopia“ sollte eine neue Daily Soap und das Magazin „Unser Tag“ die wichtige Zeitschiene wieder in Schwung bringen – allerdings floppten beide Formate und wurden schon nach zwei Wochen wieder aus dem Programm genommen. Aktuell setzt Sat 1 am Vorabend auf Doku-Soaps wie „Auf Streife“ und „Die Ruhrpottwache“.

D: Telekom: Wechsel in der Chef-Etage

Der frühere Mediacom-Geschäftsführer Norman Wagner wird bei der Deutschen Telekom neuer Mediachef. Er tritt damit in die Fußstapfen von Andreas Nassauer. Wagner zu Gute kommt mit Sicherheit, dass er bereits dreieinhalb Jahre für die langjährige Telekom-Agentur Mediacom gearbeitet hat.

Anfang des Jahres wechselte er erst zur Mediacom-Schwester Mindshare, die Dank eines Etats der Deutschen Telekom für Planung und Einkauf eng mit dem Unternehmen verbunden ist.

Dell verringert den Verlust deutlich

Der Computer- und Softwareanbieter Dell Technologies steckt weniger tief in den roten Zahlen. Im abgelaufenen Geschäftsquartal sank der Betriebsverlust binnen Jahresfrist um 88 Prozent auf 153 Millionen Dollar, wie das US-Unternehmen  mitteilte.

Unter dem Strich stand ein Fehlbetrag von 538 Millionen Dollar. Zugleich legte der Umsatz um 19 Prozent auf 21,4 Milliarden Dollar zu.

Der Bereich Server und Netzwerke trug deutlich zum Umsatzwachstum bei: Das Geschäft in diesem Segment wuchs um 41 Prozent auf 4,6 Milliarden Dollar. Die Zahlen beziehen sich auf das erste Quartal (per 4. Mai) des Geschäftsjahres 2019.

Springer Medizin Verlag: Fabian Kaufmann Vorsitzender der Geschäftsführung

Fabian Kaufmann ist ab sofort neuer Vorsitzender der Geschäftsführung des Springer Medizin Verlags. Er löst Joachim Krieger ab, der aber weiterhin Geschäftsführer bei Springer Medizin bleibt. Krieger verantwortet zudem die gesamten Geschäfte der Springer Nature Professional Group, zu der auch der Bereich Springer Medizin gehört.

Fabian Kaufmann kam 2012 zu Springer Healthcare, wo er als Verkaufsdirektor für die Bereiche Zentral- und Osteuropa verantwortlich war. Im April 2013 wurde er Mitglied der Geschäftsführung von Springer Medizin. Der studierte International-Business-Manager sammelte zuvor erste Verlagserfahrungen bei Wolters Kluwer, Pharma Solutions in Deutschland und Frankreich.

Sobooks stellt Betrieb ein

Mit der von Christoph Kappes und Sascha Lobo geleiteten Social-Reading-Plattform Sobooks verschwindet ein weiteres E-Reading-Start-up vom Markt. Einer der Hauptgründe waren demnach „unternehmerische Fehlentscheidungen“, bilanzieren die Macher selbstkritisch.

Sobooks (steht für „Social Books“) setzte auf eine Kombination von Social Reading und E-Book-Shop und war erstmals 2013 auf der Frankfurter Buchmesse vorgestellt worden. Nicht nur der zumindest für den deutschen Markt innovative Ansatz, sondern insbesondere der Bekanntheitsgrad von Internet-Vordenker Sascha Lobo sorgten damals dafür, dass alle großen Medien während der Messe über Sobooks berichteten, gern mit Lobos markiger Ansage „Wir nennen es Post-Amazon-Konzept“.

Eine der Grundannahmen damals: Die Zukunft von digitalen Büchern liegt nicht bei Container-Formaten wie Epub, sondern im Internet (mehr zu Büchern im Browser hier). Das Sobooks-Konzept fürs Social Reading:

  • Zentrales Feature war die parallele Darstellung von E-Book-Inhalten und Kommentaren bzw. Diskussionen der Leser. Das Buch sollte so durch einen „social stream“ ergänzt werden. Dazu konnten Inhalte bis auf Wortebene hinunter markiert, annotiert, geteilt und verlinkt werden.
  • Anstelle der sonst üblichen Top-Charts traten sogenannte „Heatmaps“ als Hitlisten nach Kommentar-Intensität im Titel.
  • Ein Epub-Download für ausgewählte E-Books war möglich.
  • Neben der eigenen Online-Community gab es Kooperationen mit „FAZ“ und Lufthansa.

SAP will Salesforce mit einem neuen Programmpaket Konkurrenz machen

Ein neues Programmpaket namens C/4 Hana soll Unternehmen in Marketing und Vertrieb eine „einheitliche Sicht auf den Kunden“ bieten, versprach CEO Bill McDermott auf der Entwicklerkonferenz Sapphire in Orlando, Florida – und damit bessere Verkaufsaussichten. Zudem kündigte er eine Lösung zur Verwaltung von Daten aus unterschiedlichen Quellen an.

McDermott gab sich wie üblich optimistisch: SAP werde den Status Quo im CRM-Markt verändern. Für den deutschen Softwarekonzern wird es allerdings auch Zeit, etwas zu tun. Das Geschäft mit dem Kundenmanagement wächst kräftig, davon profitiert indes hauptsächlich Salesforce. „SAP hat keine Wahl“, kommentiert daher Gartner-Analyst Ed Thompson die Ankündigung.

C/4 Hana ist kein neues Produkt. SAP fasst mehrere Lösungen unter dieser Marke zusammen, Zukäufe wie Gigya, Callidus Cloud und Hybris sowie selbst entwickelte Lösungen wie Cloud for Customer. Die einzelnen Bestandteile sollen nicht nur eine einheitliche Oberfläche bekommen, sondern auch auf einen einheitlichen Datenbestand zugreifen.

Es geht um ein boomendes Geschäft. Der CRM-Markt wuchs 2017 nach Einschätzung des Marktforschers Gartner auf 39,5 Milliarden Dollar (33,75 Milliarden Euro). Das übertrifft bereits den Umsatz mit betriebswirtschaftlicher Software (ERP), wo SAP führend ist. Angesichts der dynamischen Entwicklung könnte CRM bald mehr als das Datenbankgeschäft einspielen und damit zum größten Softwaremarkt der Welt werden.

Verbandschef Alexander Skipis warnt vor Abschaffung der Buchpreisbindung

In der Schweiz ist die Buchpreisbindung seit 2007 Geschichte. Jetzt empfiehlt die Monopolkommission, in Deutschland nachzuziehen. Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, warnt aber eindringlich vor diesem Schritt. Er befürchtet, dass bei einer großen Mehrzahl von Büchern die Preise rapide steigen. Zugleich sieht er durch den Wegfall der Preisbindung das filigrane Buchhandelsnetz in Deutschland in Gefahr.

Der Cheflobbyist der Buchbranche hat eindringlich davor gewarnt, dass bei einem Wegfall der Preisbindung die Buchpreise deutlich steigen. “Es ist erwiesen, dass Bücher in Ländern ohne Buchpreisbindung im Durchschnitt teurer sind als in Ländern mit gebundenem Preis. Das zeigt sich etwa in den USA oder in England. Zwar werden einige wenige Bestseller über große Handelsunternehmen zu Dumpingpreisen und als günstige Lockangebote verkauft, die große Mehrzahl von Büchern steigt dafür aber rapide im Preis“, meint Skipis. Das betreffe ganz besonders Bücher „mit kleinen Auflagen, nicht massentaugliche Belletristik-Titel, etwa Romane unbekannter Autorinnen und Autoren, Bücher aus kleineren Verlagen und spezielle Sachbücher.“

Unklar seien aus seiner Sicht die finanziellen Auswirkungen auf die Branche. „Sicherlich würde der Wegfall der Preisbindung aber das heute bestehende filigrane Buchhandelsnetz, für das Deutschland weltweit vorbildlich ist, zerstören. Das ist keine Theorie, sondern kann in Ländern ohne Buchpreisbindung beobachtet werden“, betont der Hauptgeschäftsführer. So könnten die kleinen, unabhängigen Buchhändler, die rund 90 Prozent der Buchhandelsunternehmen in Deutschland ausmachten, „mit den Billigpreisen großer Anbieter – nicht nur große Buchhändler oder Online-Plattformen, sondern etwa auch Supermärkte, Tankstellen etc. – nicht mithalten“.

Skipis befürchtet, dass die Folgen für die kulturelle Vielfalt in Deutschland katastrophal wären: „Viele kleine und mittlere Verlage müssten aufgegeben, weil sie ohne den traditionellen Buchhandel keinen Vertriebskanal mehr für ihre Bücher haben“, betont er. Nach seiner Ansicht würden „mit einem Fall der Preisbindung nicht nur Buchhandlungen als essentielle Orte der Literaturvermittlung und des kulturellen Lebens wegbrechen, sondern auch zahlreiche kleine und mittelgroße Verlage, die das Rückgrat unserer Branche sind“. Zudem hätten es Titel abseits des Mainstreams schwer, „es würde sich eine reine Bestsellerkultur entwickeln“.

Der Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels geht „nicht davon aus, dass die Empfehlung der Monopolkommission auf offene Ohren stoßen wird“. Die Buchpreisbindung habe „großen Rückhalt in der deutschen Politik. Das hat der Gesetzgeber nicht nur mit der ausdrücklichen Ausweitung der Preisbindung auf E-Books 2016 gezeigt.“ Auch in ihrem Koalitionsvertrag zeige die Bundesregierung, dass sie die Preisbindung „für unverzichtbar für die Vielfalt des deutschen Buchmarktes hält. Sie will eine Anpassung des Gesetzes vorantreiben, welche eine Aushebelung der Preisbindung durch Provisionsmodelle unterbinden soll.”

Die Bertelsmann-Verlagstochter Penguin Random House setzt sich für die weitere Preisbindung ein. “Wir – und das betrifft die Verlagsgruppe Random House und damit das deutschsprachige Buchgeschäft – unterstützen die Bemühungen des Börsenvereins des deutschen Buchhandels zum Erhalt der Buchpreisbindung und damit zum Erhalt der kulturellen Vielfalt und der breiten stationären Buchhandelslandschaft”, erklärt eine Verlagssprecherin.

Facebook gibt Geräteherstellern Zugriff auf Nutzerdaten

Facebook hat mindestens 60 Herstellern von Smartphones, Tablets, Konsolen und anderen Geräten jahrelang einen tief gehenden Zugriff auf Nutzerdaten gewährt. Unter den Facebook-Partnern: Apple, Samsung, Amazon, HTC, Blackberry und Microsoft.

Unter den mit den Herstellern geteilten Daten sollen nicht nur die des Nutzers und Gerätebesitzers selbst sein, sondern auch Daten von dessen Freunden – selbst wenn diese das Teilen für ihr Facebook-Konto eigentlich deaktiviert hatten. Der Zeitung zufolge könnte diese Praxis einen Verstoß gegen Auflagen bedeuten, die Facebook 2011 von der US-Handelsaufsicht FTC aufgebrummt bekommen hatte.

Facebook bestätigt den Datenzugriff für die Hersteller. Der Konzern weist aber den Vorwurf zurück, damit die eigene Datenschutzrichtlinie oder die FTC-Vorgaben verletzt zu haben. Die entsprechenden Verträge würden die Verwendung der Daten stark einschränken, egal ob sie nur lokal auf einem Gerät gespeichert oder auf die Server eines Herstellers übertragen werden. Dem Unternehmen sei keine missbräuchliche Nutzung bekannt.

Cornelsen übernimmt E-Learning-Anbieter

Cornelsen übernimmt eCademy von der Infinitas Learning Group und baut damit das Angebot für Firmenkunden aus. Das sind die Pläne für das neue, eigenständige Tochterunternehmen Cornelsen eCademy GmbH mit Standorten in Berlin und Köln:

  • Cornelsen eCademy soll Unternehmen unterstützen, Auszubildende in technischen Berufen zu Fachkräften zu qualifizieren.
  • Mitarbeiter sollen zudem auf die Anforderungen der Industrie 4.0 vorbereitet werden.
  • Grundlage sind Digitallösungen, bei denen man auf Blended Learning- oder Selbstlernkonzepte setzt.

Die Organisationseinheit wird geführt von eCademy-Geschäftsführerin Milena Pflügl und Benjamin Wüstenhagen (Gründer von meinUnterricht.de), der Cornelsens digitale Produktexpertise einbringt. Zu den Kunden von eCademy zählen u.a. die Deutsche Bahn, Bayer, BMW und Bosch.

Apple plant Anzeigennetzwerk mit Snap und Pinterest

Apple will gemeinsam mit Snap und Pinterest ein digitales Anzeigennetzwerk aufbauen. Die Verhandlungen laufen bereits seit Beginn des Jahres 2018.

Im vergangenen Jahr habe Apple mit Snap, Pinterest und anderen Unternehmen über die Teilnahme an einem Werbenetzwerk gesprochen, das Anzeigen über Apps verteilen werde. Apple werde dabei den Umsatz über die Apps aufteilen, die die Anzeigen ausliefern.

Der Vorstoß würde Apples noch kleines, aber wachstumsstarkes Geschäft ausweiten, bei dem Werbeanzeigen für Suchbegriffe in seinem App Store verkauft werden, was vergangenes Jahr fast 1 Milliarde US-Dollar Umsatz einbrachte.
Damit würde Apple in das Geschäft mit mobilen Werbeanzeigen eindringen, das laut Angaben von eMarketer zu 35 Prozent von Google und zu 25 Prozent von Facebook kontrolliert wird.

Bisher hatte Apple erklärt, kein eigenes Anzeigengeschäft mit seinen Kundendaten aufbauen zu wollen. „Die Wahrheit ist, wir könnten eine Menge Geld verdienen, wenn wir unsere Kunden monetarisieren“, sagte Chief Executive Tim Cook in einem Fernsehinterview von MSNBC im März. „Wir haben uns entschieden, das nicht zu tun.“

Für seine App-Store-Werbung sammelt Apple nach eigenen Angaben Informationen wie Name, Adresse, Alter, Geschlecht, Geräteverbrauch, App-Aktivität und Musik-, Video- und Buch-Downloads.

TV-Quoten im Mai: ORF mit Rückgang, Private leicht im Plus

Leichte Zuwächse hat der Fernsehmonat Mai den Privatsendern beschert. Der ORF verzeichnete einen Rückgang, seine beiden Hauptsender lagen erneut unter 30 Prozent.

ORF 1kam auf 9,3 Prozent nach 10,1 Prozent im Mai 2017. ORF 2 erzielte in der Zielgruppe ab zwölf Jahren 19,6 Prozent, um 1,4 Prozentpunkte weniger als im Vergleichsmonat. Am Küniglberg verweist man auf den „Dancing Star“-losen Frühling 2018. Auch, dass keine neue Staffel von „Schnell ermittelt“ zu sehen ist, sei ein Grund für den Rückgang.

Quotenstärkster Privater ist Puls 4 mit 3,2 Prozent (plus 0,3 Punkte), in der Kernzielgruppe 12 bis 49 betrug der Marktanteil im Mai 4,1 Prozent. ATV legte um einen halben Prozentpunkt auf 2,9 Prozent zu, bei den Unter-50-Jährigen beziffert die ProSiebenSat.1Puls4-Gruppe die Quote mit 3,56 Prozent. Im Schnitt 2,5 Prozent Marktanteil in der Gesamtzielgruppe meldete Servus TV (Mai 2017: 2,2 Prozent).

Microsoft einigt sich mit Github über Verkauf

Der Softwarekonzern Microsoft hat eine Einigung über die Übernahme des Online-Dienstes GitHub erzielt. Der Deal sei auch darauf zurückzuführen, dass die Verantwortlichen bei GitHub von der Arbeit von Microsoft-CEO Satya Nadella beeindruckt sind. Nadella öffnete das Unternehmen seit seiner Bestellung als CEO 2014 und legte einen stärkeren Fokus auf das Cloud-Geschäft. Einzelheiten zu dem Kauf wurden nicht veröffentlicht.

Der Unternehmenswert von GitHub lag laut Bloomberg im Jahr 2015 bei zwei Milliarden US-Dollar (1,71 Mrd. Euro). GitHub ist ein webbasierter Online-Dienst, der Software-Entwicklungsprojekte auf seinen Servern bereitstellt. Insgesamt nutzen 27 Millionen Entwickler die Plattform, die rund 80 Millionen verschiedene Code-Repositories zählt. Das Unternehmen ist bereits seit längerer Zeit auf der Suche nach einem neuen CEO und steckte zudem trotz seiner Beliebtheit lange Zeit in den roten Zahlen fest.

Privatsender wollen „zumindest“ einen ORF-Radiokanal, keine GIS

Der Verband Österreichischer Privatsender (VÖP) hat vor der Medienenquete ein umfangreiches Positionspapier im Bundeskanzleramt abgegeben. Darin fordern die Privaten unter anderem striktere Vorgaben und Beschränkungen für den ORF und mehr Regulierung für vor allem internationale Digital-Konzerne.

„Ausreichend Lebensraum“ wünschen sich die Privatsender – die etwa im Fernsehen mit ProSiebenSat1Puls4 den Marktführer beim Publikum bis 49 Jahre stellen. Sie hätten gern mehr Förderungen – für „Public Value Projekte“ unabhängig vom Medium.

Für den ORF fordern sie etwa verbindliche „strukturelle Vorgaben“ öffentlich-rechtliches Programm, dessen Kern-Programmauftrag im ORF-Gesetz derzeit „unpräzise“ formuliert sei. Jedes TV-Programm müsse „zu jeweils mindestens 20 Prozent aus Information, Unterhaltung, Kultur bzw. Sport zusammengesetzt sein“.

Im Radiobereich wünschen sich die Privaten „zumindest“ eine der vier bundesweiten UKW-Frequenzketten des ORF. Der betroffene Sender würde dann ausschließlich über den digitalen Standard DAB+, zu dessen Forcierung der ORF verpflichtet werden sollte, ausgestrahlt werden.

Werbung im ORF könnte man entweder schrittweise zurückfahren oder aber die Werbeerlöse „zweckwidmen“ – für „Standortförderung“, also etwa für die gewünschten gemeinsamen Aktivitäten oder für „gemeinsame Marktforschung“. Als „Kompensation“ dafür, dass er Archivmaterial frei zur Verfügung stellt, könnte der ORF ebenfalls Werbeerlöse behalten, so eine weitere Idee der Privaten.

Die Privatsender versuchten, „die beliebtesten Sender der Österreicher und Österreicherinnen von ihrem Publikum zu trennen und zu marginalisieren, den ORF unter Budgetkontrolle der Regierung zu stellen und von Beitragszahlerinnen und -zahlern finanzierte Programme an internationale Konzerne zu verschenken“, ließ der ORF dazu verlauten.

Die 20-Prozent-Regeln für jeden Kanal würden die bestehenden ORF-Senderfamilien in TV und Radio „verunmöglichen“. Ein ORF-Radiosender auf DAB+ zu verlagern, bedeute dessen Verlust – es gebe „nahezu keine Empfangsgeräte“ in den Haushalten. Budgetfinanzierung würde die Unabhängigkeit des ORF „untergraben“. Weniger Werbemittel für den ORF würden „den heimischen Werbemarkt insgesamt schwächen“.

Möbelhändler Home24 strebt an die Börse

Der Online-Möbelhändler Home24 will mit dem Gang an die Frankfurter Börse bis zu 172,5 Millionen Euro einsammeln. Die 2009 gegründete Firma aus dem Imperium des Startup-Investors Rocket Internet legte die Preisspanne für ihre Aktien am Freitag auf 19,50 bis 24,50 Euro fest.

Home24 käme damit auf einen Börsenwert von 530 bis 650 Millionen Euro. Die Aktien können von 04. an bis zum 13. Juni gezeichnet werden, zwei Tage später ist das Börsendebüt geplant. Der Möbelhändler will das Geld für Investitionen und zur Schuldentilgung verwenden. Die Altaktionäre um Rocket Internet werfen beim Börsengang keine Papiere auf den Markt.

Medienenquete der Regierung – Programm fixiert

Die Regierung hat für ihre Medienenquete am  7. und 8. Juni österreichische und internationale Branchenvertreter geladen. Mit den Rückmeldungen auf den vorab erfragten Input zu den Kernthemen Public Value, Medienfinanzierung und Digitalisierung ist man im Bundeskanzleramt hoch zufrieden.

Für jeden dieser drei Schwerpunkte gibt es am ersten Tag der Veranstaltung nämlich so genannte Sessions mit drei bis vier Diskutanten, in denen die Diskussion im Plenum am Tag zwei vorbereitet werden soll. Die „Patronanz“ über die Sitzung zum Thema Public Value übernimmt dabei ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz, jene zum Thema Medienfinanzierung ProSiebenSat.1Pul4-Chef Markus Breitenecker und zum Thema Digitalisierung „News“-Chefredakteurin Esther Mitterstieler.

Noch ausgiebiger diskutiert über die drei Punkte wird dann am zweiten Tag, wofür man auch mehrere Keynote-Speaker engagiert hat: Noel Curran von der European Broadcasting Union und Conrad Albert vom ProSiebenSat1-Konzern (Public Value), Werbeexperte Thomas Koch und die frühere SRG-Chefin Ingrid Deltenre (Finanzierung) sowie Bernhard Pörksen von der Universität Tübingen (Digitalisierung). An den Podiumsdiskussionen dazu nehmen in- und ausländische Branchenvertreter teil.

Tag eins indes bringt zum Auftakt die Keynotes Keynotes von Mathias Döpfner (Vorstandsvorsitzender des Springer-Konzerns und Präsident des Bundesverbands der Deutschen Zeitungsverleger) und Gerhard Zeiler, früherer ORF-General und nun Präsident von Turner International). Keynote Nummer drei kommt von Vera Jourova, EU-Kommissarin für Justiz, Verbraucherschutz und Gleichstellung. Europa ist denn auch Schwerpunkt des allerersten Panels, gefolgt vom Thema „Wettbewerb und neue Allianzen“ (Keynote: Jan Ötjen, für die Login-Allianz net-ID).

D: TV-Markt Mai 2018: P7S1-Gruppe holt weiter auf, ZDF on Top

Die Marktanteile der drei Sender Sat.1, ProSieben und Kabel 1 lagen allesamt über dem bisherigen Jahresschnitt. Bei der Kölner RTL-Gruppe zeichnete sich hingegen das gegenteilige Bild ab. Sowohl RTL als auch Vox mussten sich mit Marktanteilen zufrieden geben, die spürbar unterhalb des bisherigen Jahresschnitts liegen.

Die Pole-Position im Mai 2018 ging mit 13,1 Prozent Marktanteil klar an das ZDF in Mainz.
Die ARD musste im Mai 2018 im Vergleich zum bisherigen Jahresschnitt deutlich Federn lassen – der Marktanteil betrug 10,7 Prozent.

Hier sind die MA-Werte für den Monat Mai 2018

ZDF 13,1 % (13,7 % – Jahr bis dato)

ARD 10,6 % (11,7 %)

RTL 8,2 % ( 8,7%)

Sat.1 6,6 % ( 6,2%)

Vox 4,6 % ( 4,9%)

Pro7 4,5 % ( 4,3%)

Kabel 1 3,8 % ( 3,4%)

RTL2 3,1 % ( 3,0%)

SRTL 1,7 % ( 1,7%)

Online-Glücksspielsektor wuchs auch 2017 stark, grauer Markt riesig

Der Marktanteil der Anbieter ohne österreichische Lizenz liegt bereits bei 65 Prozent. Auch offline ist die Spiellust der Österreicher ungebrochen. Insgesamt legte der Markt für Glücksspiel und Sportwetten – genauer: die Bruttospiel- und -wetterträge – um vier Prozent auf 1,675 Mrd. Euro zu. Der Großteil davon entfiel mit 716 Mio. Euro (2016: 700 Mio.) auf den stationären Sektor. Dazu rechnet Kreutzer die zwölf Inlandscasinos des teilstaatlichen Casinos-Austria-Konzerns, die Sportwettbüros (zum Beispiel die „Admiral“-Spielstätten des Branchenriesen Novomatic) sowie das Automatenglücksspiel in den Bundesländern, das ebenfalls Novomatic und der Casinos-Konzern mit seinen WINWIN-Spielhallen dominieren.

Großes Wachstum online

Das Lotteriespiel (offline und online auf win2day gelöste Scheine) kam auf 676 (656) Mio. Euro, und der Online-Sektor auf 283 nach 254 Mio. Euro im Jahr davor. Der Bruttospielertrag der Online-Anbieter erhöhte sich damit um mehr als 11 Prozent, sie schulterten fast 45 Prozent des Gesamtwachstums am Glücksspielsektor.

Die zu den Lotterien des Casinos-Austria-Konzerns gehörende Plattform win2day, die hierzulande als einzige legal Online-Glücksspiel anbieten darf, trug laut Kreutzer vergleichsweise nur einen geringen Teil zum Zuwachs bei. „Knapp 85 Prozent kamen von Spieleplattformen, die ohne heimische Lizenz anbieten. Damit stieg deren Marktanteil auf rund 65 Prozent.“

Auf diesem „grauen Markt“ ist die Konzentration der Anbieter hoch. Die zehn Größten teilten sich im Vorjahr mehr als 85 Prozent des Marktvolumens. Durch das starke Wachstum des Online-Sektors sank der Marktanteil des stationären Glücksspielbereichs um 0,7 Prozentpunkte auf 42,8 Prozent, jener des Lottospiels um 0,4 Prozentpunkte auf 40,3 Prozent.

Die zahlreichen anderen Anbieter halten das Glücksspielmonopol der Casinos Austria für EU-rechtswidrig. Sie operieren meist mit einer Lizenz aus Malta oder aus einem anderen EU-Land und sagen, die Dienstleistungsfreiheit erlaube ihnen, mit dieser Konzession in allen Staaten der Union Geschäfte zu machen.

Im Februar hatte das Finanzministerium einen Entwurf für die Novellierung des Glücksspielgesetzes (GSpG) in Begutachtung geschickt, der unter anderem Internetsperren vorsah. Damit wollte Finanzminister Hartwig Löger (ÖVP) das nicht erlaubte Glücksspiel zurückdrängen und das Monopol der Casinos Austria, die zu einem Drittel dem Staat gehören, schützen. Vorgesehen war auch, dass mit der Novelle bisher geschlossene Verträge zwischen Spielern und illegalen Anbietern nichtig werden, wodurch es möglich wäre, rückwirkend verlorene Einsätze zurückzuverlangen.

Nokia verkauft Geschäft mit Fitness-Uhren

Nokia schlägt sein schwächelndes Geschäft mit Fitness-Uhren und Waagen los. Die Sparte gehe an den Mitgründer und früheren Chairman der Sparte, Eric Carreel, teilte der finnische Netzwerkausrüster mit, ohne Angaben zum Kaufpreis zu machen.

Nicht nur bei den Gesundheitsprodukten gab es angesichts des scharfen Wettbewerbs Gegenwind, sondern auch bei der Ausrüstung von Telekomkonzernen, wo Nokia mit Ericsson aus Schweden und den chinesischen Anbietern Huawei sowie ZTE konkurriert.

Aktionäre segneten Rochaden im Telekom-Aufsichtsrat ab

Die Aktionäre der Telekom Austria haben in der Hauptversammlung die Rochaden im Aufsichtsrat beschlossen, wie das börsennotierte Unternehmen mitteilte. Neu in das Kontrollgremium eingezogen sind ÖVP-Vizeparteichefin Bettina Glatz-Kremsner, Wirtschaftsanwaltin Edith Hlawati und die Investor-Relations-Chefin von America Movil, Daniela Lecuona. Hlawati folgt zudem Ex-OMV-Chef und Ex-SPÖ-Politiker Wolfgang Ruttenstorfer als Aufsichtsratspräsidentin nach.

Gemäß dem Syndikatsvertrag der beiden Kernaktionäre darf die Staatsholding ÖBIB, die 28,4 Prozent hält, Vorstandchef (CEO) und Aufsichtsratschef stellen. America Movil, mit 51 Prozent Mehrheitseigentümer, hat das Recht, sowohl im Vorstand als auch im Aufsichtsrat die Mehrheit der Mitglieder zu benennen.

EU will Milliardensumme für Film- und Kulturförderung ausgeben

Die EU-Kommission schlug vor, im europäischen Haushaltsrahmen 2021-2027 zur Finanzierung und Förderung audiovisueller Projekte rund 1,1 Milliarden Euro einzuplanen. Konkret soll das Geld in die Entwicklung und den Vertrieb europäischer Filme, Fernsehproduktionen und Videospiele fließen. Zudem ist unter anderem geplant, ein Online-Verzeichnis von Filmen aus der EU zu schaffen, um den Zugang zu den europäischen Werken und ihre Sichtbarkeit zu verbessern.

Weitere Millionensummen aus dem Gemeinschaftshaushalt der EU will die Kommission zum Beispiel in die Kunstförderung und den Erhalt einer vielfältigen und pluralistischen Medienlandschaft investieren. Insgesamt sollen 1,85 Milliarden Euro in den europäischen Kultur- und Kreativsektor fließen. Im aktuellen Finanzrahmen 2014-2020 stehen für Projekte in dem Bereich rund 1,48 Milliarden Euro zur Verfügung. Die derzeit noch nach Großbritannien fließenden Mittel herausgerechnet sind es rund 1,38 Milliarden Euro.

819.000 sahen im Schnitt Österreichs Fußballsieg gegen Deutschland

Bis zu 1,035 Millionen Fußballfans sahen am 2. Juni in ORF 1 den 2:1-Sieg von Österreich gegen Weltmeister Deutschland, im Schnitt verfolgten 819.000 bei 32 Prozent Marktanteil die zweite Halbzeit in ORF 1. Bis zu 589.000 waren danach mit dem ORF auf dem „Life Ball“ 2018. Der wegen des knapp zwei Stunden verspätet ausgetragenen Länderspiels entfallene „Red Carpet“ wurde am 3. Juni um 22.25 Uhr in ORF 1 gezeigt, daran anschließend noch einmal der gesamte „Life Ball“.

DSGVO: IAB Europe will unabhängige Standard-Überwachung

Nach Einführung der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) plant das IAB Europe nun eine Instanz, die unabhängig und für alle Teilnehmer der Werbeindustrie die Einhaltung der Datenschutzregeln überwacht.

Darüber hinaus sollen in einem Fachbeirat alle Stakeholders – also Publisher, Agenturen, Werbetreibende und AdTech-Anbieter – vertreten sein, um ausgewogen auf mögliche Probleme bei der Umsetzung der DSGVO reagieren zu können.

Mit einem eigens zusammengestellten Framework hatte das IAB Europe bereits auf die neuen Regelungen reagiert. Von Seiten der Publisher wurde jedoch bisher Kritik laut, die Rahmenbedingungen berücksichtigten ihre eigenen Belange weniger und seien zu stark auf die Bedürfnisse von AdTech-Anbietern zugeschnitten. Die Bedenken der Publisher sollen nun mit einer Instanz, die alle Beteiligten gleichermaßen beachtet, zerstreut werden.

Wann und wie genau diese Instanz eingerichtet wird, ist bisher noch nicht klar. Man wolle jedoch regelmäßig zu Sitzungen zusammentreten und per Videokonferenz Kontakt halten. Die erste Zusammenkunft sei für September 2018 geplant. Die personelle Zusammensetzung stehe ebenfalls noch nicht fest, so das IAB.

Die DSGVO ist am 25.Mai 2018 in Kraft getreten. Erste Beschwerden von Nutzern gegen Google und Facebook sind bereits bei den Aufsichtsbehörden eingegangen, und ein erster gerichtlicher Schritt wurde von der Internetverwaltung ICANN gegen den deutschen Domain-Registrierer EPAG eingeleitet.

Warc-Studie: Jeder fünfte US-Dollar entfällt auf Suchmaschinenwerbung

In den zwölf weltweit wichtigsten Wirtschaftsmärkten investierten Unternehmen im bisher abgelaufenen Jahr rund 100,5 Milliarden US-Dollar in Search Advertising. Das entspricht einem Anstieg von 11 Prozent bzw. 90,5 Milliarden US-Dollar im Vergleich zum Jahr 2017.

Zu diesem Ergebnis kommt die Studie ‚Global Ad Trends‘ des Analyse-Instututs Warc mit Sitz in London. Die Untersuchung basiert auf Werbespendings für Internet-Suchdienste in den Ländern Australien, Brasilien, Kanada, China, Frankreich, Deutschland, Indien, Italien, Japan, Russland, Vereinigtes Königreich und den Vereinigten Staaten.

Google dominiert die Suchmaschinen-Markt und erzielt 2017 schätzungsweise 85,8 Milliarden Dollar aus der Vermarktung seiner Suchergebnisse (20 % mehr als 2016). Badiu (10 Mrd. US-Dollar), Yahoo (3 Mrd. US-Dollar) und Microsoft (1,8 Mrd.US-Dollar) folgen etwas hinterher, alle Anbieter verzeichnen jedoch steigende Umsätze.

Der WDR will sein Online-Angebot mithilfe der Zeitungshäuser aufstocken

WDR-Intendant Tom Buhrow will eine neue Internet-Plattform initiieren, die aus Inhalten des WDR und der Zeitungsverleger besteht.

Die Zeitungsverleger stehen den neuen Vorschlägen des WDR-Intendanten Tom Buhrow für eine gemeinsame Plattform aufgeschlossen gegenüber. „Meine Vision ist, dass wir alles, was wir im aktuellen Bereich audiovisuell haben, ohne Bezahlung auf die gemeinsame Plattform einstellen“, sagte Buhrow.

Nun sagte der Bundesverband Deutschen Zeitungsverleger (BDZV): „Dieser Vorschlag ist interessant, und ihm wohnt auch eine absolut richtige Idee inne.“ Der BDZV wolle das nun prüfen.

„Natürlich muss man immer sehr darauf achten, dass nicht ein Kooperationsangebot auch eine Umarmung wird, die das Gegenüber erdrückt und ihm die Luft abschnürt“, so der Verband weiter. Nicht zuletzt sei darauf zu achten, dass der private und öffentliche Sektor getrennt bleiben.

Buhrow hatte außerdem angeregt, die Zeitungsverlage könnten die Angebote des Senders zu ihrem Text verlinken. „Verlage könnten sagen: Der Unfall auf der A3, hier ist das Video dazu, und auf dem Bildschirm steht WDR, sagte er, „die Leute wissen dann, das ist von meinem Landessender.“ Wo die Zuschauer das Video letztlich schauen, ob beim WDR, auf der gemeinsamen Plattform oder der Website des Verlags, sei letztlich zweitrangig, so Buhrow weiter.

Jeder Dritte nutzte Smartphone-Kamera während Autofahrt

Jeder Dritte gab zu, bereits am Steuer fotografiert oder gefilmt zu haben. Vor allem junge Lenker halten „interessante“ Motive gerne per Handy fest, bei unter 30-Jährigen war es jeder Zweite. Besonders beliebte Motive sind Naturereignisse, Tiere und Landschaften, schöne Autos und natürlich auch Unfälle und Einsätze von Polizei, Rettung und Feuerwehren.

Asfinag-Geschäftsführer Stefan Siegele: „Ablenkung ist die häufigste Ursache von tödlichen Unfällen auf Autobahnen. Wer während der Fahrt mit dem Handy sogar fotografiert oder filmt geht ein enormes Risiko ein, für sich und seine Mitfahrenden und auch für alle anderen Verkehrsteilnehmer.“

ARD Anlaufstelle gegen sexuelle Belästigung gegründet

Die Öffentlich-Rechtlichen und 15 Branchenverbände haben eine Vertrauensstelle gegen sexuelle Belästigung und Gewalt gegründet. Auch die Finanzierung teilt man sich.

„Es war und ist mir ein wichtiges politisches und menschliches Anliegen, angesichts sexueller Belästigungen, Demütigungen und Gewalt in der Filmbranche, aber auch in anderen Kultursparten eine Anlaufstelle mit zu initiieren, an die Betroffene sich vertrauensvoll wenden können“, sagte die Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters.

Die Vertrauensstelle gegen sexuelle Belästigung sei ein breites Bündnis aus der besonders betroffenen Film-, Fernseh- und Theaterbranche, an dem sich aber auch Vertreter anderer Kulturzweige beteiligen könnten, sagte Grütters. „Ich begrüße es, dass es gelungen ist, so viele Partner ins Boot zu holen, die dieses Projekt jetzt gemeinsam verwirklichen. Die Zeit des Schweigens muss vorbei sein.“

Netease steigt mit 100 Millionen US-Dollar bei Bungie ein

Für 100 Millionen US-Dollar kauft das chinesische Onlineunternehmen Netease eine Minderheitsbeteiligung an Bungie. Wie viel genau Netease für sein Investment an dem traditionsreichen US-Entwicklerstudio bekommt, ist nicht bekannt. Ebenso ist unklar, ob der Vertrag auch eine Option für weitere Firmenanteile oder eine vollständige Übernahme vorsieht, was in der Branche durchaus nicht ungewöhnlich wäre.

Auf das operative Geschäft bei Bungie soll die Transaktion keine Auswirkungen haben, das Studio soll weiterhin eigene Entscheidungen treffen können. Gemeinsam wolle man aber daran arbeiten, „neue Spiele zu produzieren und dafür sorgen, dass Bungie ein weltweit tätiges Unternehmen mit mehreren Marken wird.“ Dafür verantwortlich ist Kreativchef und Mitgründer Jason Jones, der mit der Entwicklung „neuer Welten“ beginnen soll. Die zuständigen Teams sollen neu aufgebaut werden.

Bei Destiny 2, an dem Bungie zusammen mit Activision arbeitet, soll der Deal hingegen auch langfristig keine Auswirkungen haben, schreibt das Team unter anderem in seinem Blog: „Destiny ist ein Erlebnis, das noch viele Jahre weiter wachsen wird.“

Atari startet Vorverkauf von Retro-Konsole VCS

Nach zahlreichen Verschiebungen liefen die Vorbestellungen der auf Linux basierten Retro-Spielekonsole Atari VCS wie angekündigt nun an. Durchgeführt wird das Ganze im Rahmen einer Indiegogo-Kampagne. Bis 3. Juni konnte im Rahmen derer ein Betrag über 2,4 Millionen US-Dollar gesammelt werden. Die Konsole selbst kann je nach Paket und Angebot zu einem Preis von 199 bis 299 US-Dollar vorbestellt werden. Ausgeliefert werden soll sie im Juli 2019.

In Sachen Aussehen erinnert die Konsole an die vor 40 Jahren aktuelle Atari VCS 2600. Das Innere wurde aber selbstverständlich modernisiert. So findet sich darin eine AMD Bristol Ridge A10 CPU sowie eine Radeon R7 GPU. Der Arbeitsspeicher beträgt vier GB, der interne MMC-Speicher 32 Gigabyte. Die Konsole verfügt außerdem über USB-Anschlüsse sowie einen microSD-Slot und Bluetooth- und WLAN-Adapter. Betriebssystem ist eine Linux-Distribution auf Ubuntu-Basis.

Wrabetz will neuen ORF-Player als Teil einer „nationalen Medienplattform“

ORF-Chef in „#doublecheck“ über Online-Strategie – Sieben-Tage-Beschränkung im Netz müsse „zumindest auf einen Monat verlängert werden“.

Wrabetz kann sich vorstellen, private Sender mit Videos aus dem Informationsbereich zu versorgen, wie es jetzt schon bei Zeitungen funktioniert. Er denkt auch an einen „Empfehlungsdienst“, andere Medien sollen vom Traffic des ORF profitieren, sagt er – zum Beispiel durch Empfehlungen über Links auf Zeitungswebsites. „Wer auf orf.at einen Artikel liest, kann dann zum Beispiel vertiefend von der ‚Tiroler Tageszeitung‘ oder vom Standard Inhalte erhalten“, sagt Wrabetz.

Ziel: „Nationale Medienplattform“

Das Ziel sei eine „nationale Medienplattform“, sagt Wrabetz, „ein Österreich-Tor sozusagen, durch das man in diese neue Medienwelt hineingeht“. Wrabetz hätte zwar gern auch Puls 4 und ATV dabei, das sei aber schwierig. Der deutsche ProSiebenSat1-Konzern verfolge eigene Ziele. Aber Wrabetz appelliert: „Puls 4, ATV, ATV 2: Kommt doch auf unsere Medienplattform“.

ORF-Player nach Vorbild der BBC

Teil der neuen Medienplattform soll mit dem ORF-Player, eine Oberfläche, auf der alle Angebote gebündelt werden, inklusive Radioinhalte. Die TV-Thek soll nach dem Muster der BBC zu einem ORF-Player umgebaut werden, der soll in einem Jahr laufen und die Online-Angebote des ORF bündeln. Derzeit habe die TV-Thek eine Wochenreichweite von acht Prozent, „wir wollen, dass das in fünf Jahren 90 Prozent der Österreicher sind“, sagt Wrabetz in Interview mit Stefan Kappacher.

Facebook schließt seine „Trending“-Sektion

Seit seinem Start 2014 sorgte das „Trending“-Feature für zahlreiche Skandale bei Facebook. Zuerst wurde es von Journalisten betreut, denen bald parteiische Informationsauswahl vorgeworfen wurde. Seit 2016 basiert das Feature auf Algorithmen, was die Verbreitung von teilweise falschen Tatsachen zur Folge hatte.

Nun dreht Facebook sein umstrittenes Feature ab. „Wir entfernen bald Trending und machen Platz für zukünftige Nachrichtenerfahrungen auf Facebook“, heißt es im Facebook-Blog. Offizieller Grund: „Trending war nur in fünf Ländern verfügbar und machte durchschnittlich weniger als 1,5% der Klicks für Nachrichtenverlage aus.“

Stattdessen verfolgt Facebook nun verstärkt andere Projekte, wie das Breaking News Label: 80 Publisher in Nordamerika, Südamerika, Europa, Indien und Australien können testweise einen „Breaking News“ Indikator für ihre Beiträge im News Feed erstellen. Zudem wird eine „Today“-Sektion getestet, die User mit den neuesten Nachrichten und wichtigen Neuigkeiten lokaler Verlage in ihrer Stadt sowie mit Updates von lokalen Beamten und Organisationen verbindet.

Google zieht sich aus Projekt mit US-Militär zurück

Nach monatelangen Protesten von Mitarbeitern will sich Google Medienberichten zufolge aus der Zusammenarbeit mit dem US-Verteidigungsministerium im Bereich künstliche Intelligenz zurückziehen. Ein Verantwortlicher des US-Unternehmens habe gegenüber den Mitarbeitern erklärt, Google werde ein Projekt für den Einsatz künstlicher Intelligenz bei Drohnen des US-Militärs nicht verlängern.

Google werde den Vertrag mit dem US-Verteidigungsministerium für das sogenannte „Project Maven“ demnach nicht verlängern. Der Vertrag im Wert von weniger als zehn Millionen Dollar (8,57 Mio. Euro) läuft den Berichten zufolge im kommenden Jahr aus. Bei dem Projekt kommen laut US-Medien intelligente Algorithmen bei der Erkennung und Unterscheidung von Menschen in Drohnenvideos für das Pentagon zum Einsatz.

Interview mit Peter Limbourg: „Wir machen Journalismus – nicht PR“

Deutsche-Welle-Intendant Peter Limbourg über Russia Today, Glaubwürdigkeit, neue türkische Fernsehangebote und Flüchtlings-TV.

Herr Limbourg, die Deutsche Welle wird 65. Ein Datum, das eher nach Abschied, nach Aufhören klingt. Warum nimmt die Welle das Datum als Anlass zum Feiern?

Weil wir frisch und munter sind, gerade mit Blick auf die Mitbewerber. Die BBC beispielsweise ist 96. Und die Leistungen der Deutschen Welle, insbesondere ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sind wahrhaft ein Grund zu feiern. Wir standen noch nie so gut da wie heute, was Reichweite und Budget anlangt.

Das ging und geht manchmal durcheinander. Was ist der aktuelle Auftrag Ihres Senders?

Der wichtigste Auftrag der Welle ist, Menschen zu informieren, rund um die Welt und ganz besonders dort, wo Informationen blockiert oder zensiert werden. Zudem sollen wir deutsche und europäische Sichtweisen in den Diskurs zu bringen, uns für Demokratie, Toleranz, Menschenrechte und Pressefreiheit einsetzen.

Alle Welt zu informieren, das wird nicht gehen. Was sind die Schwerpunkte?

Wir haben eine klare Vorstellung unserer Zielgruppen. Das sind Menschen, die in ihren Ländern in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft aktiv sind. Unsere Schwerpunkte sind tatsächlich weltumspannend. Afrika, Asien und Lateinamerika sind wichtig, aber wir können uns nicht auf einzelne Regionen konzentrieren, was Sie schon daran sehen, dass wir in 30 Sprachen senden.

Was sind die blinden Flecken?

Länder wie Schweden oder Norwegen sind jetzt nicht im Fokus unseres Tuns, also weite Teile der Europäischen Union, wo die Pressefreiheit gesichert ist und das Wissen über Deutschland groß.

Senden Sie überhaupt noch auf Deutsch für Deutsche wie zum Sendestart vor 65 Jahren?

Ja, wir senden weiter im TV und online auf Deutsch, hauptsächlich für Menschen, die sich für die deutsche Sprache interessieren, natürlich auch für Deutsche im Ausland, aber sie stehen nicht mehr im Zentrum unserer Anstrengungen. Heutzutage sind eben fast alle deutschen Inlandsmedien via Internet in fast der ganzen Welt verfügbar. Wir wollen die Menschen in ihrer jeweiligen Region in ihrer Sprache erreichen.

Die Deutsche Welle wird aus Steuergeldern finanziert wie übrigens auch Russia Today. Was macht die Welle unabhängig, wo Russia Today doch als die Stimme des Kremls gilt?

Wir sind unabhängig qua Gesetz, nicht kontrolliert vom Staat, sondern von öffentlich-rechtlichen Gremien – und wir verstehen uns nicht als Stimme der Regierung oder als Schwert im Informationskrieg. Wir verstehen uns als Stimme von ganz Deutschland, wir transportieren immer die Ansichten von Regierung und Opposition – wir sind vielseitig, nicht einseitig in unserer Berichterstattung.

Na ja, von Russia Today aus gesehen ist die Deutsche Welle durchaus ein Informationskrieger aus Deutschland. Dagegen kann sich kaum wehren, oder?

Doch, indem man überzeugend und in der täglichen Arbeit nachweist, dass man Journalismus macht und nicht PR oder Propaganda.

Wird das Informationsgeschäft nicht zunehmend schwieriger? Jeder Auslandssender wird behaupten, er liefere saubere Information und nichts als die Wahrheit.

Bei Sendern in autokratischen Staaten finden Interviews mit Oppositionspolitikern oder Dissidenten kaum bis gar nicht statt. Das ist der Unterschied zur Deutschen Welle.

Sie senden auf Russisch und Ukrainisch, den Sprachen der beiden Konfliktparteien nicht nur auf der Krim. Sie sagen, die Deutsche Welle liefere objektive Informationen. Wer garantiert die Objektivität?

Die Objektivität liegt natürlich immer auch im Auge des Betrachters. Es ist immer ein Bemühen um die Wahrheit, im ukrainischen wie im russischen Dienst. Wir haben eine enorm hohe Glaubwürdigkeit bei unseren Nutzern. 96 Prozent unserer Nutzer halten die DW für glaubwürdig oder sehr glaubwürdig. Das ist fast noch wichtiger als die Reichweite. Der Deutschen Welle wird vertraut, vor allem in Ländern mit autokratischen Regimen. Das ist, so glaube ich, auch eine Folge unserer klaren Haltung.

Eine Haltung, die sich eng an die Haltung der Bundesregierung anschließt?

Anschließen kann – aber nicht zwingend. Wir beurteilen die Ereignisse in der Welt schon selbst.

Was können Sie zu den Reichweiten in Russland und in der Ukraine sagen?

Wir haben unsere Reichweiten in den vergangenen Jahren deutlich gesteigert. In Russland erreichen wir um die 13 Millionen Haushalte mit unserem TV-Programm auf Deutsch, in dem wir inzwischen auch russische Programmfenster haben. In der Ukraine sind es um die 10 Millionen Haushalte. Zusammen mit der Nutzung unserer Online-Angebote auf Russisch und Ukrainisch, die auf rund 20 Millionen Kontakte im Monat kommt, ist das schon eine gute Reichweite. Dazu kommen sehr erfolgreiche einzelne Formate, wie das Satiremagazin Zapovednik mit 1,2 Millionen Videoabrufen pro Folge oder die vielbeachtete Interviewsendung von Zhanna Nemzova.

In Ländern wie China, Iran oder einigen afrikanischen Staaten wird der Empfang der Deutschen Welle aktiv gestört. Wird das hingenommen oder wird etwas dagegen unternommen?

Wir versuchen, das zu umgehen, indem wir mit Umgehungssoftware oder VPNs, also über direkte, verschlüsselte Internetzugänge, arbeiten. Das ist in China zunehmend schwieriger geworden, weil die Chinesen sich radikal abschotten wollen. Auch die deutsche Politik, gerade waren es die Bundeskanzlerin und der Bundesaußenminister, spricht immer wieder den Zugang zu freien Medien an. Es ist eine Mischung an Maßnahmen, wie wir an eine größere Zahl von Nutzern herankommen wollen. Schwierig in einer Zeit zunehmender Blockaden und Sperren. Man darf da aber nicht resignieren, man muss es immer wieder ansprechen bei den Verantwortlichen in China, Iran, Ägypten oder Äthiopien. Diese Form von Zensur ist ja auch ein Zeichen des Misstrauens gegenüber der eigenen Bevölkerung und ein unfreundlicher Akt gegenüber Deutschland.

Der Etat der DW soll auf 350 Millionen Euro steigen. Reicht das, um mit den Global Playern – BBC, CNN, Russia Today, France Médias Monde – Schritt halten zu können?

Wir sind auf einem guten Weg, Bundestag und Bundesregierung unterstützen uns. Es ist im Koalitionsvertrag vereinbart, uns finanziell auf das Niveau der vergleichbaren europäischen Auslandssender anzuheben. France Médias Monde und die BBC liegen noch deutlich über uns. Da ist also noch etwas Luft.

Die Deutsche Welle will ihre Aktivitäten in den USA ausbauen. Warum das? Brauchen die USA des Donald Trump ein Korrektiv aus Deutschland?

Damit haben wir schon in den vergangenen Jahren begonnen, im Netz, wie im Fernsehen mit unserem englischsprachigen Newssender. Das Interesse an Deutschland ist groß und gerade in Zeiten transatlantischer Spannungen ist es gut, ein Angebot aus Deutschland zu bekommen. Wir wollen zum gegenseitigen Verständnis beitragen.

Müssen die USA gerettet werden, wo sich Norwegen und Schweden schon gerettet haben?

Wir sind nicht zum Retten da, und die USA werden sich schon selber wieder korrigieren.

Hat nicht auch die Deutsche Welle mit ihrem transportierten Deutschland-Bild dazu beigetragen, dass potenzielle Flüchtlinge gesagt haben: Da wollen, da müssen wir hin?

Das Image Deutschlands in der Welt ist nun mal hervorragend. Daran mussten und müssen wir nicht herumschrauben. Sicherlich wurden auch falsche Erwartungen geweckt – aber nicht von uns – weswegen wir es verstärkt als unsere Aufgabe sehen, darüber zu informieren, wie die Verhältnisse für Flüchtlinge heute tatsächlich sind. Wir müssen Deutschland nicht in düsteren, sondern in realistischen Farben zeigen.

Stichwort Türkei. Eines der Länder mit einem autokratischen Regime. Was will die Deutsche Welle unternehmen?

Wir möchten mit anderen westlichen internationalen Fernsehsendern in naher Zukunft ein türkisches Fernsehangebot an den Start bringen. In einer Zeit, in der die Pressefreiheit nahezu zerstört ist und Journalisten eingesperrt werden, braucht es ein zusätzliches Angebot. Jetzt wollen wir mit der Politik wegen der Finanzierung ins Gespräch kommen. Benötigt wird jährlich eine niedrige zweistellige Millionensumme. Start des Projektes sollte 2019 sein.

 

Peter Limbourg ist seit 2013 Intendant der Deutschen Welle mit den Standorten in Berlin und Bonn. Davor arbeitete der Journalist und Jurist als Informationsdirektor von ProSiebenSat1TV.

Die Cebit will zur Technologieshow werden

Das Symbol für den Neuanfang ist schon aus der Ferne zu sehen. Wenn Mitte Juni die Cebit eröffnet, wird sich auf dem Messegelände in Hannover ein Riesenrad drehen, das sämtliche Hallen überragt. Der Softwarekonzern SAP will veranschaulichen, welche Möglichkeiten die digitale Technologie bietet – auch für Freizeitparks.

Die Deutsche Messe AG erfindet ihr bekanntestes Produkt Cebit neu. Wieder einmal und dieses Mal radikal: Die Veranstaltung soll künftig nicht nur ein Treffpunkt für Geschäftsleute sein, sondern ein Festival für digitale Vordenker – samt Diskussionen, Streetfood-Ständen und Konzerten unter freiem Himmel. Deswegen öffnet die Veranstaltung auch nicht im kalten März die Tore, sondern im hoffentlich warmen Juni.

Die Cebit steht exemplarisch für den Wandel der Messewirtschaft. Technologieshows wie die CES in Las Vegas, der Mobile World Congress in Barcelona oder auch die Konferenz South by Southwest (SXSW) in Austin konkurrieren mit traditionsreichen Veranstaltungen. Auch andere große Veranstaltungen wie die Hannover Messe gewinnen mit dem Thema Industrie 4.0 in der IT-Branche an Bedeutung.

Die Deutsche Messe AG sucht schon seit Jahren eine Antwort auf den Umbruch. Der Veranstalter veränderte die Ausrichtung mehrfach, ohne den Besucherschwund nachhaltig zu stoppen. Zur Jahrtausendwende kamen bis zu 800.000 Besucher. Konzerne wie Nokia und Microsoft stellten dort Neuheiten vor. Die Cebit – das war der Ort für Weltpremieren. Das ist lange vorbei, zuletzt kamen noch rund 200.000 Gäste auf das Messegelände.

Meininger Verlag startet ein Magazin für „Spirituosen-Kult“

Unter dem originellen Titel ‚Brannt‘ bringt der Meininger Verlag in Neustadt an der Weinstraße im August 2018 ein ‚Magazin für Spirituosenkult‘ heraus. Es soll zunächst als Supplement vier eigenen Fachzeitschriften beiliegen, sagt Geschäftsführerin Andrea Meininger-Apfel.

Ausgewählt wurden dafür die Titel ‚Weinwirtschaft‘ (Weinhandel), ‚Getränke Zeitung‘ (Getränkehandel), ‚Fizz‘ (Magazin für die Trend- und Szene-Gastronomie) sowie das ‚Sommelier Magazin‘, das sich an die gehobene Wein-Gastronomie wendet. Das ‚Brannt‘-Blatt kann darüber hinaus auch zum Einzelverkaufspreis von vier Euro erworben werden. Es erscheint einmal jährlich.

Ringier Digital Ventures beteiligt sich an flatfox

Ringier Digital Ventures, Tochter der Züricher Ringier AG, investiert im Rahmen der aktuellen Finanzierungsrunde zusammen mit der Investis-Gruppe und dem Helvetia Venture Fund in die flatfox AG, einem „innovativen“ PropTech Start-up. Property Technology (‚PropTech‘) ist einer der aktuellen Investitionsschwerpunkte der Ringier Digital Ventures. Das in Zürich ansässige Start-up-Unternehmen flatfox AG stellt Privatpersonen und professionellen Verwaltungen eine Plattform für den voll digitalisierten Vermietungsprozess von Wohnimmobilien zur Verfügung.

Die SDA-Redaktion unterzieht sich einer kompletten Reorganisation

Die Schweizerische Depeschenagentur, die nach der Fusion als Keystone-SDA firmiert, organisiert sich neu. Das multimediale Angebot – Texte, Fotos und Videos aus einer Hand – wird ausgebaut. Die starke regionale Verankerung bleibt bestehen. Die Neuorganisation tritt am 4. Juni in Kraft.

Das multimedial besetzte Newsdesk führt künftig Regie. Es ist dafür zuständig, dass Text, Bild und Video zu einem multimedialen Angebot aufbereitet werden. Alle drei Sprachen – deutsch, französisch und italienisch – sitzen in der Regie zusammen. Vor dem Hintergrund eines stark gesunkenen Personalbestandes hat SDA die Strukturen angepasst, um genügend Mittel für die Abdeckung der schweizerischen und internationalen Aktualität sicherzustellen. Die Berichterstattung über Ereignisse in der Schweiz bleibt die Kernaufgabe von Keystone-SDA. Das gilt namentlich für die nationale Politik, die eine unverändert hohe Priorität im Nachrichtenangebot hat.

Im Zuge ihrer Reorganisation lagert die Keystone-SDA die Wirtschaftsberichterstattung an die Finanznachrichtenagentur AWP aus. Im Gegenzug baut jedoch AWP, die ebenfalls zur Keystone-SDA-Gruppe gehört, die Ressourcen aus. Sie beschäftigt neu rund 30 erfahrene Journalistinnen und Journalisten an den Standorten Zürich, Bern und Genf. Diese Nachrichten kommen im gleichen Kanal und Format wie heute bei den Kunden an. An Werktagen liefert die AWP im Zeitfenster 06.30 bis 18.30 Uhr Meldungen über mikro- und makro-ökonomischen Themen aus.

Wie das Fernsehen den Fußball zur Geldmaschine macht

Klotzen statt kleckern – in den fünf großen Fußballligen Europas haben die Millionen mittlerweile ausgedient, beim Pokern um Fernsehrechte setzen die Anstalten meist schon Milliardenbeträge ein.

Die englische Premier League ist bei den Einnahmen aus TV-Verträgen der Krösus unter den fünf Fußball-Topligen Europas. Ihre Clubs erhalten für die nationalen TV-Rechte umgerechnet 2,3 Milliarden Euro pro Jahr – das ist mehr als doppelt so viel wie die deutsche Bundesliga (1,16 Milliarden), spanische Primera Division (1,1 Milliarden) und italienische Serie A (945 Millionen) lukrieren.

Künftig werden auch die französische Ligue 1 und die Serie A die Milliarden-Schallmauer durchbrechen. Die Profiliga Frankreichs (LFP) schloss am Dienstag einen ab 2020 gültigen Vierjahresvertrag ab, der den Clubs pro Jahr 1,153 Milliarden Euro einbringen wird. Der Zuschlag an die spanische Mediapro-Gruppe bedeutet eine Steigerung von 60 Prozentpunkten gegenüber dem aktuellen Kontrakt mit Canal+.

Canal+ gab Angebote für alle sieben Pakete für den neuen Zeitraum ab, ging aber leer aus. Die zwei besten Pakete sicherte sich Mediapro, das nächstinteressante ging an BeIN Sports (früher Al Jazeera Sport).

Mediapro mischt auch auf dem italienischen Markt mit. Die von einem chinesischen Fonds kontrollierten Spanier erhielten für 1,05 Milliarden pro Jahr den Zuschlag für die Periode von 2018/19 bis 2020/21. Aktuell zahlen Mediaset und Sky 945 Millionen pro Saison. Sky hat den neuen Vertrag vor Gericht beeinsprucht – rund zweieinhalb Monate vor dem Saisonbeginn steht daher noch nicht fest, wer die Spiele der Serie A überträgt.

Deutschland und Spanien halten mit den Engländern bei den TV-Einnahmen bei weitem nicht mit. In der Deutschen Fußball-Liga haben sich die Einnahmen seit 2013/14 immerhin auf 1,16 Milliarden beinahe verdoppelt. In Spanien hat die Liga einen Vertrag über aktuell 1,1 Milliarden ausgehandelt, wobei FC Barceona und Real Madrid überdurchschnittlich profitieren. Vor 2016/17 hatte sich die Clubs individuell vermarktet und jeweils eigene TV-Verträge abgeschlossen.

Die österreichische Bundesliga hat mit der Einführung der Zwölferliga 2018/19 einen Vertrag mit Sky über kolportierte 35 Millionen Euro abgeschlossen (4 Spiele werden im Free-TV zu sehen sein). Das bedeutet eine beträchtliche Steigerung gegenüber 2013/14 (rund 20 Millionen). Damit bewegt sich die Bundesliga im Rahmen vergleichbarer Ligen, etwa jener der Niederlande.

B-Eat kommt mit 100.000 Exemplaren an den Kiosk

Das neue Food- und Gastronomie-Magazin B-Eat kommt in einer selbstbewussten Druckauflage von 100.000 Exemplaren in den Handel. Die erste von zwei Ausgaben in diesem Jahr kommt am 4. September an den Kiosk.

Das laut Verlag „innovative und hochwertige Food- und Gastronomiemagazin“ testet Neueröffnungen und Restaurant-Klassiker und portraitiert bekannte und bisher unentdeckte talentierte Köche, Winzer sowie themenaffine Prominente. Außerdem soll der neue Titel über kulinarische Reiseziele und aktuelle Foodtrends berichten. Für die Inhalte zeichnet Beef-Chefredakteur Jan Spielhagen verantwortlich.

Canal Plus verliert Fußball-Rechte in Frankreich

Der französische Bezahlsender Canal Plus ist bei der Auktion der Fußball-Fernsehrechte im eigenen Land leer ausgegangen. Für die Rekordsumme von 1,15 Milliarden Euro sicherte sich die von dem chinesischen Fonds Orient Hontai gehaltene Produktionsfirma Mediapro aus Spanien die Übertragungsrechte für die erste Liga für die Jahre 2020 bis 2024.

„Wir wissen, dass das, was heute passiert ist, einen Wendepunkt markiert“, sagte Didier Quillot, Chef des französischen Profifußball-Verbands, in Paris. Der Rekordbetrag bedeute ein Einnahmeplus von knapp 60 Prozent zum vorangegangenen Fünf-Jahres-Zeitraum. Bislang hatte der Sender sämtliche Erstliga-Spiele gezeigt.

Für Canal Plus ist der Verlust der Rechte an der „Ligue 1“ ein herber Rückschlag, da Wachstum im eigenen Land somit kaum möglich ist. Fußball-Übertragungen waren bislang ein wichtiges Standbein für den Bezahlsender.

Ein kleineres Rechte-Paket ging an den von Katar kontrollierten Sportsender beIN. Der französische Mobilfunker Iliad kam zum ersten Mal in seiner Geschichte ebenfalls zum Zug. Zwei Rechtepakete waren noch nicht vergeben.

Mediapro will für die Spiele der ersten französischen Fußball-Liga eigene TV-Kanäle aufbauen. Gleichzeitig hat die Firma die Möglichkeit, Übertragungsrechte weiterzugeben. Bei Canal+ hieß es, man werde den Abschluss von Vertriebsvereinbarungen prüfen. Es sei aber auch nicht ausgeschlossen, rechtlich gegen das Auktionsergebnis vorzugehen. In Italien hatte ein Gericht die Vergabe der Übertragungsrechte für die dortige erste Fußball-Liga „Serie A“ an Mediapro für nichtig erklärt. Insider nannten die Verletzung von Kartell-Gesetzen als Grund.

Software erkennt Menschen an ihrem Gang

Retina-Scans waren gestern. Spanische und Britische Wissenschaftler haben ein System entwickelt, dass Menschen an ihrem Gang identifiziert. Denn der Gang wird von ungefähr 25 verschiedenen Faktoren beeinflusst. Daher ist das Laufmuster eines Menschen ebenso einzigartig wie ein Fingerabdruck oder eine Iris.

Auf Basis dieser Erkenntnis haben Projektleiter Omar Costilla Reyes und seine Kollegen von den Universitäten in Madrid und Manchester ein biometrisches Identifikationssystem entwickelt. Geht eine Person über eine Matte mit eingelassenen Drucksensoren, wertet eine Software ihre Gangart aus und identifiziert sie.

Vorteil berührungslos

Die Forscher haben das System mit einer Datenbank trainiert, die Daten zu den Laufmustern von 120 Probanden kannte. Zum Schluss der Studie lag die Fehlerrate bei rund 0,7 Prozent.

Der große Vorteil an der Identifikation anhand Laufmuster ist, dass sie vollkommen berührungslos funktioniert. Niemand muss seinen Finger auf einen Sensor legen, beziehungsweise seine Iris vor eine Kamera halten. Man muss lediglich über über eine Matte laufen – so ist die Technik mit weniger Aufwand verbunden. Auch die Schuhe können anbehalten werden, identifiziert wird nicht der Fuß, sondern der Gang. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Methode weniger auf Störungen aus der Umwelt reagiert.

Blu-ray: Weltweite Verbreitung steigt noch immer

Eine Studie der GfK für die Digital Entertainment Group spricht der Blu-ray noch ein lebhaftes Dasein zu. Ebenfalls – wenn auch nur gering – am Erfolg beteiligt ist das ultrahochauflösende 4K-Format, welches seit 2016 im Massenmarkt angekommen ist. Die Preise hätten sich der Studie nach in den letzten drei Jahren nicht verändert.

Die DVD hat gegenüber der Blu-ray aber noch immer die Oberhand. Letztes Jahr gingen etwa 38 Prozent der physischen Video-Erlöse aufs Konto der blauen Scheiben, immerhin vier Prozent mehr als noch zwei Jahre zuvor. Weltweiter Vorreiter ist Japan, wo es die Blu-ray sogar auf 52 Prozent der Umsätze schafft.

Der Preis der Blu-ray hat sich in letzter Zeit nur wenig verändert. Letztes Jahr lag der Durchschnitt bei 14,53 Euro, was sogar ein Minus von 60 Cent gegenüber 2015 darstellt. Der große Erfolg der Blu-ray in Japan hat jedoch nichts mit dem Preis zu tun: Dort kostet eine Disc im Mittel nämlich fast 45 Euro.

Milliarden-Steuernachzahlung: Apple will nicht zu öffentlicher Anhörung kommen

Der iPhone-Konzern hat ein Erscheinen vor dem Sonderausschuss zur Steuervermeidung des EU-Parlaments abgelehnt. Die öffentliche Anhörung könnte “schädlich” für das laufende Berufungsverfahren sein, schreibt Apple.

Apple will sich nicht öffentlich zu Steuerfragen in der EU äußern. Der Konzern hat die Einladung zu einer Anhörung des Sonderausschusses zur Steuervermeidung des Europäischen Parlaments abgelehnt. Ein „öffentlicher Kommentar“ könne das Berufungsverfahren zu der von der EU-Kommission verhängten Steuernachzahlung in Höhe von 13 Milliarden Euro an Irland „negativ beeinflussen“, erklärte die Apple-Managerin Claire Thwaites in einem Antwortschreiben.

Uber will „Amazon der Beförderung“ werden – trotz geplatztem Investment

Uber mangelt es nicht an ambitionierten Plänen: Man wolle „das Amazon der Beförderung“ werden und eine Schlüsselrolle beim Verkehr der Zukunft einnehmen. Wenig hilfreich ist da das geplatzte Milliarden-Investment von Börsenguru Warren Buffett.

Börsenguru Warren Buffett hatte mit dem Fahrdienstvermittler über einen Einstieg verhandelt – der Deal ist nun jedoch nicht zustande gekommen. „Es stimmt, dass Berkshire Gespräche mit Uber geführt hat“, bestätigte Buffett im US-Sender CNBC. Zuvor hatte der Finanzdienst Bloomberg berichtet, der 87-jährige Großanleger habe Uber früher in diesem Jahr mit seiner Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway eine Investition im Wert von deutlich mehr als drei Milliarden US-Dollar angeboten.

Der Einstieg sei jedoch gescheitert, weil sich die Parteien nicht auf die Bedingungen und die Größenordnung des Investments hätten einigen können. Uber wollte angeblich keinen so großen Anteil abgeben. Buffett hätte dem Unternehmen, das seinen Ruf nach etlichen Skandalen aufpolieren wollte, bei dem Deal im Gegenzug für günstige Konditionen seinen „guten Namen“ leihen sollen. Der Berkshire-Chef sagte allerdings, dass einige Details in dem Bericht nicht stimmten. Uber wollte sich nicht äußern.

Er spielte damit auf die Vision von Amazon-Gründer Jeff Bezos an, den Online-Händler zum „Allesverkäufer“ zu machen. Uber kaufte jüngst einen Anbieter von Elektro-Leihfahrrädern und vermittelt in den USA zum Beispiel auch Fracht für Lastwagenfahrer.

In Zukunft will Uber unter anderem auch öffentliche Verkehrsmittel in die Berechnung der Beförderungs-Optionen einbinden. Ein ähnlich umfassendes Konzept verfolgen unter anderem auch Daimler mit seiner Tochterfirma Moovel, Ford und der Kartendienst Here, der den deutschen Autobauern Daimler, Audi und BMW gehört.

Little Dot Studios: all3media gründet neue Digital-Unit

Mit der Gründung von Little Dot Studios will all3media Deutschland auch im Digitalen weiter wachsen, wie CEO Markus Schäfer verriet. In Großbritannien ist die Marke längst etabliert, nun will man auch hier in Channel-Management und Online-Inhalte einsteigen.

Die Little Dot Studios wurden von Andy Taylor und Selma Turajlic gegründet, in Deutschland eröffnet man nun Büros in München und Berlin. Neben dem Channel-Management will Litte Dot auch eigene Online-Inhalte für Sender und andere Unternehmen entwickeln. Umgesetzt hat man bereits Inhalte für einige Autobauer, darunter Volkswagen, Lamborghini und Suzuki. Derzeit befinde man sich in der Entwicklung und Produktion diverser weiterer Projekte für verschiedene Kunden.

Van der Bellen sieht Gefahren von E-Government in autoritären Regimen

Bundespräsident Alexander Van der Bellen und Estlands Präsidentin Kersti Kaljulaid haben bei einem österreichisch-estnischen Wirtschaftsforum für den Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen plädiert. Van der Bellen zeigte Interesse an E-Government in Estland, warnte aber vor autoritären Regimen, die sich zeitgenössischer digitaler Werkzeuge bedienen könnten.

„Estland hat es irgendwie geschafft, mit Skype, TransferWise PlayTech, und Taxify vier ‚Einhörner‘ (Startup-Unternehmen im IT-Bereich mit Marktwert von mehr als einer Milliarde Dollar, Anm.) zu kreieren. Wir haben als Land die weltweit größte Dichte an derartigen Unternehmen“, sagte Präsidentin Kaljulaid vor estnischen und österreichischen Geschäftsleuten.

Er würde dem demokratischen Estland ohne Zweifel seine Daten anvertrauen, kommentierte Van der Bellen. „Aber was mit autoritären oder totalitären Regimen? Mit so einem System (E-Government, Anm.) wäre politischer Widerstand unmöglich“, warnte er.

Turbulente Facebook-Hauptversammlung nach Datenskandal

Die Nachwehen des Facebook-Datenskandals haben für eine turbulentere Hauptversammlung des weltgrößten Onlinenetzwerks gesorgt. Eine Frau musste den Saal verlassen, weil sie in Zwischenrufen verlangte, Gründer und Chef Mark Zuckerberg die Wiederwahl in den Verwaltungsrat zu verweigern.

Ein weiterer Aktionär forderte, die Aktien mit mehr Stimmrechten abzuschaffen, die Zuckerberg die Kontrolle über das Unternehmen sichern. Es gab auch direkte Kritik am Abfluss von Informationen von Millionen Facebook-Nutzern an die Firma Cambridge Analytica, der den aktuellen Datenskandal ausgelöst hatte.

Aktionäre forderten unter anderem die Einrichtung eines Gremiums zur Einschätzung von Risiken sowie ausführlichere Berichte über Steuerzahlungen in einzelnen Ländern und über die Schere bei der Bezahlung von Männern und Frauen.