AT&T wuchs dank Time-Warner-Zukauf

Der US-Telekom- und Medienkonzern AT&T ist zu Jahresbeginn nur dank des milliardenschweren Zukaufs von Time Warner gewachsen. Der Umsatz kletterte im ersten Quartal um knapp 18 Prozent auf 44,8 Mrd. US-Dollar (rund 40 Mrd. Euro).

Zwar konnte der Konkurrent der Telekom-Tochter T-Mobile US im Mobilfunk leicht zulegen und die Vertragskundenzahl wieder leicht steigern. Bei Geschäftskunden und im Breitbandfestnetz lief es aber weniger rund.

Sorgen macht dem Konzern der Schwund bei den eigenen TV-Abokunden, die in der Festnetzsparte geführt werden. Beim zugekauften Konzernteil Warner Media hingegen, zu der das Kinostudio Warner Bros, der Bezahlfernsehsender HBO sowie der Nachrichtensender CNN und einige Spartensender gehören, stiegen die Erlöse auf vergleichbarer Basis um gut 3 Prozent. Allerdings lag das vor allem am schwankungsanfälligen Geschäft mit Kinofilmen, bei der CNN-Mutter Turner gingen die Werbeeinnahmen zurück und auch HBO verlor in den USA Abonnenten.

Pressearbeit: Journalisten bleiben wichtiger als Influencer

Für deutsche Pressestellen und PR-Agenturen sind Journalisten nach wie vor mit Abstand die wichtigsten Influencer. Instagrammer und Youtuber haben für PR-Profis eine weitaus geringere Relevanz – trotz der intensiven Debatten um den Bedeutungsverlust klassischer Medien und einem weit verbreiteten Hype um das Thema Influencer. Zu diesem Ergebnis kommt der ’news aktuell Trendreport 2019′.

Unter dem Titel ‚Journalisten, PR-Profis und Influencer – Dreiklang oder Dreikampf?‘ hat die dpa-Tochter zusammen mit Faktenkontor erstmals Pressestellen, PR-Agenturen, Journalisten und Social-Media-Influencer parallel befragt. In der Studie geht es um die Themen Einfluss, Glaubwürdigkeit und Zukunftsperspektiven. Die konkreten Ergebnisse stellt news aktuell ab dem 21. Mai im Rahmen einer Roadshow in Hamburg, Berlin, München, Düsseldorf und Frankfurt vor.

Laut der Untersuchung glauben nur 18 Prozent der Kommunikatoren, dass Social-Media-Prominente und Blogger für ihre Arbeit relevant sind. Allerdings setzen PR-Agenturen bereits deutlich mehr auf Instagrammer und Youtuber (30 Prozent) als Pressestellen von Unternehmen (11 Prozent).

Privatrundfunkfonds wird auf 20 Millionen Euro aufgestockt

Die Bundesregierung stockt den Privatrundfunkfonds auf und will darüber hinaus mit einer Änderung des Audiovisuellen Mediendienste-Gesetzes eine Stärkung von österreichischen Inhalten und Programmen im Fernsehen erreichen. Beide Punkte stande im Ministerrat auf der Tagesordnung, wie Medienminister Gernot Blümel (ÖVP) beim Doorstep der Regierungssitzung berichtete.

Es gehe darum, den Pluralismus weiter zu garantieren, sagte Blümel. Heimische Rundfunkanbieter würden in einem asymmetrischen Wettbewerb mit internationalen Online-Giganten stehen, gleichzeitig werden durch die steigende Zahl neuer Fernsehanbieter die Mittel für die einzelnen Rundfunkanbieter immer knapper, hieß es aus seinem Ressort. Daher sollen die Mittel des Privatrundfunkfonds von jährlich 15 Millionen Euro auf nunmehr 20 Millionen Euro aufgestockt werden, kündigte der Ressortchef an.

Gestärkt werden sollen österreichische Medieninhalte aber auch durch eine Änderung des Audiovisuellen Mediendienste-Gesetzes, die nun in Begutachtung geschickt wird. Um österreichische Programme leichter auffindbar zu machen, sollen u.a. auf den ersten zehn Sendeplätzen von Kabelbetreibern österreichische Sender programmiert werden.

Facebook mit Milliarden-Rückstellung und weniger Gewinn

Facebook bereitet sich mit einer Milliarden-Rückstellung auf Konsequenzen aus den jüngsten Datenschutz-Skandalen vor. Im Zusammenhang mit entsprechenden Ermittlungen der US-Handelsbehörde FTC legte Facebook im vergangenen Quartal drei Milliarden Dollar beiseite.
Das Unternehmen rechne insgesamt mit einer Belastung von drei bis fünf Milliarden Dollar.

Facebook hat Geldreserven von über 45 Milliarden Dollar. Die Rückstellung drückte zugleich den Gewinn im vergangenen Quartal auf 2,43 Milliarden Dollar nach knapp fünf Milliarden ein Jahr zuvor. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 26 Prozent auf gut 15 Milliarden Dollar. Die Zahl monatlich aktiver Nutzer wuchs binnen drei Monaten von 2,32 auf 2,38 Milliarden.

Zierhut leitet ORF-Hauptabteilung „Strategische Planung und Administration“

Kathrin Zierhut leitet ab 2. Mai die ORF-Hauptabteilung „Strategische Planung und Administration“. Zierhut wurde damit von ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz unter anderem mit den Bereichen Unternehmensplanung, insbesondere Personalentwicklung, Personaladministration, Organisationsentwicklung und Revision betraut. Zierhut übernimmt die neuen Aufgaben zusätzlich zu ihrer bisherigen Funktion als Leiterin des Bereiches Human Resources.

Zierhut wechselte 2009 zum ORF ins Beteiligungsmanagement unter dem langjährigen Finanzchef und heutigen Finanzdirektor Andreas Nadler.

TV-Moderator Frank Elstner bestätigt Parkinson-Erkrankung

Fernsehmoderator Frank Elstner hat seine Parkinson-Erkrankung lange verheimlicht. Die entsprechende Diagnose habe er bereits vor drei Jahren bekommen, sagte der 77-Jährige und bestätigte damit bereits seit längerer Zeit bestehende Vermutungen. Außer seiner Familie und seinem besten Freund habe er niemandem davon erzählt.

Der Erfinder der legendär gewordenen Show „Wetten, dass..?“ sagte, er sei ein „Weltmeister im Verdrängen“. Er wolle versuchen, Parkinson ein wenig von sich fernzuhalten. „Warum soll ich den jetzt reinlassen und sagen: Mach mit mir, was du willst.“

Beeinträchtigungen des Gedächtnisses oder Schluckbeschwerden habe er bisher nicht. „Doch wenn ich heute Morgen meine Pille nicht genommen hätte, würde ich jetzt mehr zittern. Wenn ich eine nehme, dann hält es wieder ein paar Stunden. Ich hoffe, dass das noch ein paar Jährchen so geht.“

Wirecard kann Gewinn deutlich steigern

Der Zahlungsdienstleister Wirecard hat seinen Gewinn im abgelaufenen Jahr deutlich gesteigert. Unter dem Strich stand ein Nettoergebnis von 347,4 Millionen Euro und damit ein Anstieg von knapp 36 Prozent, teilte das Dax -Unternehmen in Aschheim bei München mit. Die Aktie legte im frühen Handel um zwei Prozent zu.

Das Unternehmen will die Dividende um zwei Cent auf 0,20 Euro je Aktie aufstocken. Gemessen am Aktienkurs von 134 Euro ist das nach wie vor eine sehr geringe Ausschüttung.

Wirecard profitiert insbesondere vom boomenden Onlinehandel und den daraus resultierenden elektronischen Zahlungen bei Händlern. Das auf der Wirecard-Plattform abgewickelte Transaktionsvolumen kletterte um gut 37 Prozent auf 124,9 Milliarden Euro. Hiervon behält Wirecard Gebühren für die Abwicklung und Absicherung ein.

Der Umsatz stieg daher um gut 35,4 Prozent auf rund zwei Milliarden Euro, das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen wuchs um fast 37 Prozent auf 560,5 Millionen Euro, fiel damit aber etwas geringer aus als in den Eckdaten Ende Januar mitgeteilt. Die Prognose für das laufende Jahr, zwischen 740 und 800 Millionen Euro operativen Gewinn erwirtschaften zu wollen, behielt das Management bei.

Twitter steigert Umsatz deutlich

Twitter gelingt es immer besser, mit seiner Nutzerbasis auch Geld zu verdienen. Im vergangenen Quartal steigerte der Kurznachrichtendienst den Umsatz im Jahresvergleich um 18 Prozent auf 787 Millionen Dollar. Angetrieben wurde das Wachstum vor allem vom Plus der Werbeerlöse um ebenfalls 18 Prozent auf 679 Millionen Dollar.

Die Entwicklung der Nutzerzahlen war unterdessen weniger eindeutig. Die Zahl der täglich aktiven Nutzer, die Twitter mit seinen Werbeanzeigen erreichen kann, stieg auf 134 Millionen von 120 Millionen ein Jahr zuvor und 126 Millionen vor drei Monaten. Twitter zählt dabei nur die Mitglieder, die den Dienst über die Twitter-Website oder die hauseigenen Apps der Firma nutzen.

Die Zahl mindestens einmal im Monat aktiver Nutzer ging dagegen im Jahresvergleich von 336 auf 330 Millionen zurück. Vor drei Monaten waren es 321 Millionen gewesen. Es ist das letzte Mal, dass Twitter eine monatliche Nutzerzahl nennt.

Der Quartalsgewinn sprang im Jahresvergleich von 61 auf 191 Millionen Dollar zu – davon gingen allerdings 124 Millionen auf eine Steuergutschrift zurück.

Die Twitter-Aktie legte nach den Zahlen im vorbörslichen Handel um mehr als sieben Prozent zu.

Twitter-Chef Jack Dorsey betonte, der Dienst wolle sich immer stärker auf die Begleitung von Live-Events wie zum Beispiel Sportereignissen konzentrieren. „Wir glauben, dass es genauso einfach sein muss, einem Event oder einem Thema zu folgen, wie man jetzt einer Person folgen kann.“ Dabei sei der Plan auch, die Nutzer so gut zu kennen, dass Twitter für sie interessante Ereignisse sowie die relevantesten Kommentare dazu hervorheben kann. Das sei aber ein Langzeit-Projekt, schränkte Dorsey ein.

Zugleich betonte der Twitter-Chef, dass der Dienst aggressive oder kriminelle Beiträge verstärkt mit Hilfe von Software herausfiltere.

Red Bull Media House startet „Carpe Diem“

Am 6. Juni erscheint die erste Ausgabe des Printmagazins „Carpe Diem“ – zeitgleich geht auch das Internetportal carpediem.life online. Das 148 Seiten umfassende Magazin kommt alle zwei Monate in einer Gesamtauflage von rund 200.000 Stück heraus, Hauptvertriebsmarkt ist Österreich. Der Copypreis liegt bei 5,40 Euro.

Chefredakteurin des Printtitels ist Sylvia Steinitz, die für das Projekt vom deutschen Magazin „Stern“ zu Red Bull wechselte. Bis Ende 2013 war sie Chefredakteurin der „Wienerin“. Das Onlineportal carpediem.life leitet die Gesundheitsjournalistin und ehemalige Netdoktor.at-Chefredakteurin Nicole Kolisch.

Neben dem zweimonatlich erscheinenden Printmagazin sind auch täglich Blogs, Podcasts, Videos, Instagram-Storys, Facebook-Posts und Newsletter geplant.

Hoher TV-Konsum im Alter schadet dem Gehirn

Übermässiges Fernsehen wirkt sich laut einer britischen Langzeitstudie bei über 50-Jährigen negativ auf das verbale Gedächtnis aus. Couch-Potatoes können sprachliche Informationen schlechter verarbeiten.

Forscher des University College London haben über sechs Jahre hinweg die Auswirkungen des Fernsehkonsums auf das Gehirn von über 50-Jährigen untersucht und gehen davon aus, dass es bei täglich mehr als 3,5 Stunden vor dem Fernseher zu einem Abbau des Sprachgedächtnisses kommen kann.

Untersucht wurden knapp 3600 Probanden, die bei Studienbeginn mindestens 50 Jahre alt waren. Nicht ganz ein Drittel der Teilnehmer ging noch einer Voll- oder Teilzeitarbeit nach.

Es zeigte sich nach Auswertung der kognitiven Leistungen und der Fernsehdauer, dass das verbale Gedächtnis der Teilnehmer mit einem täglichen TV-Konsum von mehr als 3,5 Stunden nach sechs Jahren schlechter ist als das der Teilnehmer, die weniger Zeit vor dem TV verbrachten. Der Gedächtnisabbau ist zudem umso grösser, je mehr Zeit Menschen vor dem Fernseher verbringen.
Merkfähigkeit beeinträchtigt

Wird die sprachliche Gedächtnisleistung beeinträchtigt, können verbale Informationen schlechter erfasst und verarbeitet werden. Probanden, die viel fernsahen, konnten sich beispielsweise Wörter deutlich schlechter merken.

Andere Einflussfaktoren wie etwa Gesundheitszustand, Alter, Geschlecht, Berufstätigkeit oder Bewegungsmangel seien aus den Ergebnissen herausgerechnet worden, so die Forscher. Mit Berücksichtigung dieser Faktoren liessen sich nur 44 bis 55 Prozent der Störung der Gedächtnisleistung erklären.

Weshalb es zu dem beobachteten Abbau des Sprachgedächtnisses durch hohen TV-Konsum komme, müsse weiter untersucht werden. Auch ob konsumierte Inhalte je nach ihrer Art eine stärkere oder weniger starke Auswirkung hätten oder ob das Vielfernsehen eventuell auch das Demenzrisiko erhöhe, sei noch nicht ausreichend erforscht.

Jeder Dritte nutzt Online-Dating-Portale

Das ist das Ergebnis einer Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom zum Online-Dating. Demnach sagen 45 Prozent aller Befragten, aber nur 28 Prozent der Datingdienst-Nutzer, dass die Suche nach einem Date im Netz unromantisch ist. Dass entsprechende Dienste lediglich etwas für Jüngere sind, meinen 17 Prozent der Bundesbürger, bei den Befragten, die Online-Dating-Dienste nutzen, sind es lediglich 7 Prozent. Vorurteile gibt es auch gegenüber den Nutzern: So sagt jeder Dritte (32 Prozent), dass die Online-Partnersuche nur etwas für Übriggebliebene ist. Unter den Nutzern selbst sagt das jeder zehnte (10 Prozent).

Insgesamt sucht jeder dritte Bundesbürger online nach der Liebe, so ein weiteres Umfrageergebnis. 30 Prozent aller Befragten ab 16 Jahren haben schon einmal einen Online-Dating-Dienst genutzt. Bei den 16- bis 29-Jährigen sind oder waren bereits mehr als vier von zehn Befragten (41 Prozent) bei Online-Dating-Diensten aktiv. Bei den 30- bis 49-Jährigen und 50- bis 64-Jährigen ist es je gut jeder Dritte (36 Prozent bzw. 34 Prozent). In der Generation 65 plus hat mehr als jeder Zehnte (11 Prozent) schon einmal online nach der Liebe im Netz gesucht.

Große Einigkeit herrscht bei der Frage nach dem Nutzen: So stimmen 44 Prozent aller Befragten und 51 Prozent der Dienste-Nutzer der Aussage zu, dass Online-Dating eine unkomplizierte Möglichkeit ist, einen neuen Partner zu finden. 31 Prozent beziehungsweise 38 Prozent bei den Nutzern finden außerdem, dass Online-Dating die Suche nach einem Partner erleichtert.

Großverlag will DuMont-Titel im Paket für 150 Millionen Euro erwerben

DuMont-CEO Christoph Bauer liegen angeblich unverbindliche Kaufangebote für alle Titel im Paket sowie für einzelne Zeitungen vor. Und auch bei der Hamburger Morgenpost gibt es Neuigkeiten: Maik Koltermann, stellvertretender Chefredakteur und Lokalchef, verlässt das Boulevardblatt Mitte des Jahres.

Christoph Bauer hat ein ehrgeiziges Ziel. Gerne will der Verlagschef der Kölner DuMont Gruppe das umfangreiche Zeitungsportfolio, das von Hamburger Morgenpost (Mopo) bis zur Berliner Zeitung reicht, im Paket loseisen. Nur falls ihm dies nicht gelingt, sollen die Zeitungen einzeln über den Tisch gehen.

Nun ist der ehemalige Bertelsmann-Manager offenbar seinem Ziel nähergerückt. So soll dem DuMont-Chef das Angebot eines deutschen Großverlags vorliegen, der sich für das gesamte Zeitungsgeschäft interessiert, heißt es in Unternehmens- und Branchenkreisen. Als Kaufpreis für die Zeitungssparte soll der kaufinteressierte Verlag rund 150 Millionen Euro aufgerufen haben. Fraglich ist allerdings, ob die DuMont-Eigentümer die Kaufsumme akzeptieren. Sie dürften sich wohl deutlich mehr erhoffen.

Interesse an einem Erwerb einzelner Zeitungen soll auch die Belegschaft zeigen, zumindest bei der Hamburger Morgenpost. Angeblich soll der Hamburg-First-Chef Martin Stedler ein Auge auf die traditionsreiche Tageszeitung geworfen haben. Er würde das Blatt gern im Rahmen eines Managements Buyouts (MBO) übernehmen. Stedler will sich hierzu nicht äußern. Er leitete die MEEDIA-Anfrage hierzu an den Konzern in Köln weiter, der dazu direkt keine Stellungnahme abgab.

Bestätigt wird zumindest eine wichtige Personalie, die die Mopo betrifft. Maik Koltermann, Vize-Chefredakteur und Lokalchef, will dem Boulevardblatt den Rücken kehren. Er werde das Unternehmen „Mitte des Jahres“ verlassen, so eine DuMont-Sprecherin. Koltermann ist bei der Hamburger Morgenpost ein Urgestein. Fast zwei Jahrzehnte hat er bei der Tageszeitung gearbeitet.

Ebay erfreut Anleger mit starken Quartalszahlen

Im ersten Quartal legte der Überschuss im Jahresvergleich um 28 Prozent auf 521 Millionen Dollar (464 Mio. Euro) zu. Die Erlöse kletterten um rund zwei Prozent auf 2,6 Milliarden Dollar. Damit schlug sich Ebay deutlich besser als erwartet, was bei Anlegern gut ankam.

Ebay kündigte zudem an, die Zahlungsabwicklung auf seinem deutschen Online-Marktplatz zu erweitern. Geplant sei, deutschen Käufern im Rahmen des neuen Services eine Vielzahl an Bezahloptionen anzubieten – darunter Paypal, Lastschrift und Kreditkarten sowie Apple und Google Pay.

Bauer will französische TV-Zeitschrift ‚Télécâble Sat Hebdo‘ übernehmen

Die Hamburger Bauer Media Group hat in Frankreich exklusive Verhandlungen mit der Hommell Group zur Übernahme des TV-Magazins ‚Télécâble Sat Hebdo‘ aufgenommen.

Nicolas Sauzay, CEO von Bauer Media France, sagt dazu: „‚Télécâble Sat Hebdo‘ hat ein einzigartiges Angebot und eine sehr treue Leserschaft. Dies sind die Errungenschaften eines exzellenten Redaktionsteams und sensibler Verleger, die ihre Leserschaft gründlich kennen. Wir sind stolz darauf, die Erfolgsgeschichte dieser legendären Zeitschriftenmarke unter der Flagge der Bauer Media Group fortzusetzen.“

Apple Pay in Österreich gestartet

Der Bezahldienst Apple Pay ist nun auch in Österreich verfügbar. Mithilfe von Apple Pay kann man in Geschäften mit dem iPhone oder der Apple Watch wie mit einer Kredit- oder Bankomatkarte mit NFC-Funktion bezahlen. Dazu muss man lediglich das Gerät an den Kassen-Terminal halten.

Dem Start waren Verhandlungen zwischen Apple und den Banken vorausgegangen. Einige Finanzinstitute konnten sich nicht mit dem Gedanken anfreunden, in ihrem knapp kalkulierten Geschäft etwas an einen Branchenfremden abzugeben.

Fraglich ist, ob Apple seinen Service in Österreich nicht viel zu spät startet. Etliche Banken haben ihre Karten bereits vor Jahren mit der NFC-Funktion ausgestattet, auf diesem Wege sind somit schnelle Zahlungen bereits möglich. Das größte Alleinstellungsmerkmal verbleibt somit die Möglichkeit, dass man mit Apple Pay im Web und via Apps zahlen und schnell Geld überweisen kann. Es wird sich zeigen, ob das ausreicht.

Für den Konzern ist der Bezahldienst ein lukratives Geschäft. Bei jeder Zahlung soll Apple 0,15 Prozent der Rechnungssumme mitschneiden und auch bei Transaktionsgebühren einen Diskonttarif erzielt haben – zumindest bei US-Banken.

Studie: Sprachassistent Alexa hat Familien mit Kindern im Fokus

Amazons Alexa ist der einzige der gängigen Sprachassistenten, der vor allem Familien mit Kindern anspricht. Dies ist ein Ergebnis einer Auswertung des Technologieanbieters Quantcast, der im ersten Quartal 2019 die deutschen Internetnutzer, die nach den bekanntesten Sprachassistenten im Netz suchen, genauer unter die Lupe genommen hat. Untersucht wurden dabei die demografischen Merkmale derjenigen Nutzer, die nach den Begriffen Alexa, Siri, Cortana, Bixby oder Google Assistant gesucht haben. Die Datenabfrage erfolgte zu drei Zeitpunkten: jeweils am 9. Januar, 12. Februar und 12. März 2019.

Alexa ist demnach der einzige Sprachassistent, bei dem Familien mit Kindern deutlich überrepräsentiert sind im Vergleich zum deutschen Internetdurchschnitt (Index im März 130, Internetdurchschnitt = 100). Eine mögliche Erklärung hierfür: Alexa steckt nicht im Smartphone, sondern in einem Bluetooth-Speaker, der von allen Personen im Haushalt genutzt werden kann. Zudem setzt Amazon in der werblichen Ansprache für seine Produktreihe Amazon Echo auf Familien mit Kindern.

ORF-Redakteursrat protestiert gegen Einschüchterungs-Versuche

„Das Interview mit dem FPÖ-Generalsekretär und EU-Spitzenkandidaten Harald Vilimksy in der ZiB2 vom 23. April habe einmal mehr gezeigt, warum Österreich im internationalen Ranking der Pressefreiheit um fünf Plätze nach unten gerutscht ist“, reagiert der ORF-Redakteursrat auf das „ZiB 2“-Interview mit Harald Vilimsky. Die Aussage von Vilimsky nach einer kritischen Frage in einem Live-Interview – „Das ist etwas, das nicht ohne Folgen bleiben kann“ – müsse „als persönliche Bedrohung von ZiB2-Moderator Armin Wolf verstanden werden“, heißt es in einer Aussendung.

Dass der Generalsekretär einer Regierungspartei in einem Interview den Moderator bedroht, habe es in dieser Form noch nicht gegeben. Der ORF-Redakteursrat protestiert „auf das Schärfste gegen diesen Versuch persönlicher Einschüchterung“.

„Dem ORF wird mit neuen rechtlichen Rahmenbedingungen und einem ’schärferen‘ ORF-Gesetz gedroht und die Finanzierung wird in Frage gestellt. Und zwar von den selben Parteien und Politikern, die sich den ORF gefügig machen wollen und die derzeit das neue ORF-Gesetz verhandeln“, macht der Redakteursrat aufmerksam.

Kritik übt der Redakteursrat auch an den Aussagen des von der FPÖ gestellten Vorsitzenden des ORF-Stiftungsrates, Norbert Steger. Er hatte Wolf zu einer Kandidatur für die SPÖ geraten.

Snapchat gewinnt Nutzer hinzu

Snapchat hat im ersten Quartal erstmals nach drei Vierteljahren wieder Nutzer hinzugewonnen. Die Zahl der täglich aktiven User stieg im Vergleich zum Vorquartal um vier Millionen auf 190 Millionen.

Auch geschäftlich lief es besser als an der Wall Street erwartet. Snaps Erlöse kletterten dank stark gestiegener Werbeeinnahmen im Jahresvergleich um fast 40 Prozent auf 320 Millionen Dollar. Zudem gelang es, den Verlust um 20 Prozent auf 310 Millionen Dollar (276 Mio. Euro) zu verringern.

WDR mediagroup schließt Umbau früher ab als geplant

Eigentlich sollte die Neuaufstellung der WDR mediagroup erst Ende 2021 abgeschlossen sein, doch jetzt ging der Umbau ungleich schneller als geplant über die Bühne. Die kommerziellte WDR-Tochter hatte im Zuge dessen mehrere Bereiche aufgegeben.

Im Zuge der Neuausrichtung musste das Unternehmen mehrere Bereiche, darunter das Call-Center, den Betrieb des „Maus“-Ladens in der Kölner Innenstadt oder den Online-Handel, aufgeben. „Zudem haben wir die Führungsebenen gestrafft und überall im Unternehmen genau hingeschaut, wo wir die uns aufgetragenen und notwendigen Einsparziele am besten erreichen können“, so Loebs Geschäftsführer-Kollege Frank Nielebock, der seit zwei Jahren diesen Posten bekleidet.

Unterm Strich bedeutete der Umbau eine spürbare Reduzierung der Belegschaft. Von insgesamt 470 Vollzeitstellen wurden mehr als 150 Vollzeitstellen sozialverträglich abgebaut. In diesem Zusammenhang hat sich die WDR-Tochter eine neue Unternehmenskultur sowie ein neues Führungsverständnis auferlegt. Doch auch wenn der Prozess beendet ist: Künftig müsse die WDR mediagroup noch genauer schauen, wo sie im Markt steht und entsprechend handeln, heißt es.

Lutz Schüler wird neuer CEO von Virgin Media

Im Zuge der geplanten Übernahme von Unitymedia durch Vodafone hat Lutz Schüler im vergangenen Jahr den Vorstandsvorsitz des Kabelnetzbetreibers an den bisherigen Finanzvorstand Winfried Rapp abgegeben. Schüler selbst blieb der bisherigen Unitymedia-Mutter Liberty Global treu und ist inzwichen als Chief Operating Officer bei Virgin Media in London tätig. Dort wird er demnächst sogar zum CEO aufsteigen.

Wie jetzt bekannt wurde, übernimmt Schüler den CEO-Posten zum 11. Juni. Der bisherige Chef Tom Mockridge wird das Unternehmen im Gegenzug verlassen und mit seiner Familie nach Italien gehen. Mike Fries, CEO von Liberty Global und Chairman bei Virgin Media, lobte Schülers Führungsqualitäten erklärte, er habe seit seinem Wechsel unmittelbare Wirkung gezeigt. Sein Wechsel an die Spitze von Virgin Media sei schon vor einiger Zeit gemeinsam vorbereitet worden.

„Social Media wird massiv überschätzt“

Reine Mediennutzung als Richtwert für Mediapläne zu nehmen, taugt nicht. Dieser Meinung ist Martin Krapf, Chef der Gattungsmarketinginitiative Screenforce. Der Markt müsse mehr auf die Reichweiten der Werbeplätze achten: „Die Reichweite ist der Wachstumsmotor für Umsatzwachstum von Marken.“

Herr Krapf, für Fernsehwerbung läuft es derzeit nicht rund. Der Nettowerbeumsatz 2018 dürfte im Vergleich zu 2017 gesunken sein. Ist der Wendepunkt für TV nun erreicht? Laut der Prognose des Rundfunkverbandes Vaunet ist TV auch 2018 gewachsen. Die finalen Zahlen kommen erst im Mai vom Zentralverband der Deutschen Werbewirtschaft.

Die Vaunet-Prognose ist von Oktober. Mittlerweile haben Pro Sieben Sat 1 und die Mediengruppe RTL Deutschland, die den Großteil der Werbeerlöse auf sich vereinen, ihre Bilanzen vorgelegt, und bei beiden war das TV-Werbegeschäft rückläufig. Glauben Sie wirklich, dass da am Ende noch ein Plus steht? Ich rede nicht über einzelne Player und sehe keinen Anlass, ins Krisengerede zu verfallen. Das 4. Quartal 2017 war bombastisch, es war klar, dass das 2018 kaum zu erreichen sein würde.

Aber die Stimmung im Markt war und ist angespannt. Das Geschäft bleibt seit Monaten unter den Erwartungen. Und keiner weiß so richtig, ob das eine konjunkturelle Schwäche ist oder ob die großen Digitalkonzerne TV den Umsatz abnehmen. Was glauben Sie? Selbst wenn 2018 rückläufig gewesen wäre, reden wir hier über kein Drama, denn der Werbemarkt insgesamt ist stärker gesunken als TV.

Das Problem ist, dass Fernsehen Nettowerbeumsatz verliert und man nicht weiß: Kommt das Geld mit einer Erholung der Konjunktur zurück oder sind das strukturelle Shifts? Es gibt keine Krise in TV. Das zeigt, wie gesagt, die Tatsache, dass Fernsehen weniger verliert als der Markt. Die Frage ist doch nicht: Was war 2018? Sondern: Was passiert langfristig? Einige globale Player haben eine sehr dominante Marktposition. Zu Google und Facebook kommen nun Amazon und vielleicht Alibaba hinzu. Es ist schwer zu sagen, wie hoch ihr Umsatz wirklich ist. Doch was wollen die Kunden? Sie wollen die richtigen Menschen erreichen, also Reichweite, um dann bei ihnen Wirkung zu erzielen. Ich zweifele daran, dass sie das bei den neuen Playern können.

Der Agenturverband OMG schätzt den Google-Umsatz in Deutschland auf rund 4 Milliarden Euro, den von Facebook auf rund eine Milliarde, Amazons schon auf 700 Millionen. Das verpufft doch nicht alles so. Diese Unternehmen machen wirklich gutes Marketing: Sie sitzen bei den Kunden und erklären, welche Daten sie genau generieren und wie wertvoll sie sind. Und dann verkaufen sie nicht nur ihre Daten, sondern auch ihre Werbemittel. Sie beherrschen diese Bündelung perfekt und erzeugen den Eindruck, dass die Werbemittel den gleichen Wert haben wie die Daten. Aber den haben die Werbemittel ganz sicher nicht.

Mediaplus, Seven-One Media und Youtube haben eine große Studie, die Medienäquivalenzstudie, gemacht, die zeigt, dass Youtubes Bumper Ads durchaus eine ähnliche Wirkung haben wie TV. Entscheidend ist die Nutzungssituation. Werbung wird vergleichbar, wenn die Art der Nutzung vergleichbar ist. Die Länge der Nutzungsintervalle und die Verfassung des Zuschauers beeinflussen seine Bereitschaft, Werbung zu akzeptieren. Je vergleichbarer die Nutzungssituation mit der von TV ist, umso vergleichbarer ist auch die Wirkung. Der zweite Punkt ist die Skalierbarkeit: Es ist leicht, mit niedrigen Budgets schnell Wirkung zu erzeugen. Aber wenn man viel investiert, ist TV quasi konkurrenzlos. Das wird oft vergessen. Der Hype um Mobile ist vor diesem Hintergrund nicht zu verstehen.

Warum nicht? Money follows Eyeballs, lautet doch das Gesetz. Das ist Unsinn. Dann wäre Radio ja reich! Money follows Impact!

Radio hat einen großen Impact, sonst würde man die Gattung nicht dauernd für Abverkaufswerbung einsetzen. Es ist unterbewertet. Radio hat natürlich seine Wirkung, ist in der Wirkungsweise aber eingeschränkt, weil man nur den Audiokontakt hat. Mobile wiederum ist nur in zwei Fällen geeignet für Werbung: Wenn die Marke schon aufgebaut ist, und ein kurzer Kontakt reicht, um bereits aufgebaute Wirkung abzurufen. Dann muss man aber auf anderen Kanälen in die Marke investieren. Oder wenn man es zum Beispiel nutzt wie TV – indem man eine Serie auf dem iPad ansieht. Dann ist man quasi in einer fremdgesteuerten und entspannten Lean-back-Verfassung und aufnahmebereit für periphere Werbebotschaften. MobileBroadcast quasi. In einer eigengesteuerten Lean-forward-Verfassung, beispielsweise wenn man unterwegs das Smartphone nutzt, will man nicht ständig durch Werbung unterbrochen werden. Unterm Strich ist Mobile ein überschätztes Werbemedium. Smartphones waren der Gamechanger in der Mediennutzung, aber nicht im Marketing. Wir bewerten Medien in ihrem kommunikativen Wert für Werbung nach medialer Reichweite – das ist total falsch!

Was wäre richtig? Wir müssen die Werberezeption und die Werbekontakte bewerten, also wie viele Sekunden ein Zuschauer oder User die Werbung tatsächlich ansieht. Was nutzt es dem Kunden, dass Netflix hohe Reichweiten hat, wenn er dort nicht werben kann? In Großbritannien gibt es eine Untersuchung: danach nutzen ältere und jüngere Zielgruppen nicht nur mehr Fernsehen als jedes andere Bewegtbildmedium. Bei der Werbezeit entfällt der Großteil auf TV. Bei den 16- bis 34-Jährigen sind es fast 75 Prozent beziehungsweise 90 Prozent, wenn man die non-lineare TV-Nutzung über alternative Devices hinzuzählt.

Warum schneidet Youtube mit gerade mal 3 Prozent so schlecht ab? Youtube kann nur begrenzt Werbung ausspielen. Wäre es mehr, würde die Nutzung zusammenfallen. Deshalb ist der Wert von Youtube als Werbemedium sehr reduziert. Das ist das Hauptproblem. Einen Marketer interessiert ja nicht die Nutzung des Mediums, sondern die Chance, über Werbekontakte das Kommunikationsziel zu erreichen. Und es wird noch schlimmer: In einer Studie wurden Werbungtreibende und Agenturen gefragt, wie groß sie die Mediennutzung der verschiedenen Gattungen einschätzen. Das wurde dann abgeglichen mit der tatsächlichen Nutzungszeit. Heraus kommt, dass Social Media massiv überschätzt wird und TV, aber auch Radio und auch Zeitungen massiv unterschätzt werden. Wir haben also nicht nur die falsche Definition der Medienreichweiten – wir schätzen sie in ihrer Größe auch noch falsch ein. Das ist alarmierend, wenn man weiß, dass Reichweite der Wachstumsmotor für Umsatzwachstum von Marken ist.

Und jetzt? Wir müssen uns mehr um Werbereichweiten und Werberezeption kümmern, die lang- und kurzfristigen Effekte von Werbung gründlicher erforschen. Der ideale Split zwischen Markenwerbung und Abverkaufswerbung ist laut den britischen Mediaexperten Les Binet und Peter Field 60 zu 40 Prozent. In der Realität sind es jedoch nur 30 Prozent für Branding und 70 Prozent für Abverkauf. Außerdem brauchen wir mehr Studien, die erforschen, wie Werbung auf einem Kanal Werbung in anderen beeinflusst.

Dazu gibt es ja auch schon einige Forschung, und die zeigt, dass TV ein Booster für fast alle anderen Gattungen ist. Genau so ist es. Und das wollen wir künftig besser aufzeigen. Die Kraft von TV-Werbung istungebrochen – und die Analyse der Nutzungssituation gewinnt rasant an Bedeutung.

Überwachung von Flugpassagieren liefert Fehler über Fehler

Seit vergangenem Jahr erfasst das Bundeskriminalamt die Daten aller Flugpassagiere, die in Deutschland starten oder landen. So sollen gesuchte Straftäter und Verdächtige identifiziert und anschließend von der Polizei beobachtet werden. Tatsächlich lieferte das System in den ersten Betriebsmonaten jede Menge Treffer – allerdings sind die meisten unbrauchbar. Auf jede korrekte Verdachtsmeldung kommen mehr als 400 falsche Treffer. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage des Abgeordneten Andrej Hunko (Die Linke) hervor.

Im sogenannten Passenger Name Record (PNR) speichern die Fluglinien Daten zu ihren Passagieren. Die Datensätze enthalten etwa Datum, Uhrzeit, Start- und Zielflughafen der gebuchten Verbindung sowie Name, Anschrift und Zahlungsdaten des Reisenden. Das Fluggastdatengesetz verpflichtet die Airlines, diese Informationen an das Bundeskriminalamt (BKA) weiterzugeben. Dort ist eine Software im Einsatz, welche die Daten mit Fahndungslisten abgleicht.

Bald sollen die PNR-Daten nicht nur nach gesuchten Personen durchforstet werden, sondern auch nach verdächtigen Mustern, die auf eine für die Zukunft geplante Straftat hinweisen. Das Fluggastdatengesetz gilt als erster großangelegter Einsatz von Predictive Policing in Deutschland.

Solche Vorhersagemodelle sind naturgemäß äußerst schwierig und grundsätzlich fehlerbehaftet. Doch offenbar hat das BKA schon große Probleme mit der Umsetzung des vorherigen, vergleichsweise trivialen Schritts: dem Abgleich der PNR-Daten mit den Fahndungslisten der Polizeibehörden. Die Software liefert in der großen Mehrheit falsche Treffer, die anschließend händisch von Beamten wieder aussortiert werden müssen.

Dabei sind zwei Arten von Fehlern zu unterscheiden: Die eine Art betrifft Verdächtige, die nicht als solche erkannt werden. Naturgemäß lässt sich ihre Zahl meist nicht ermitteln. Die zweite Art von Fehlern betrifft Personen, die fälschlicherweise als Verdächtige eingestuft werden. Im Polizeibereich sind diese sogenannten falsch-positiven Treffer besonders heikel, da auf diesem Wege Menschen zu Unrecht ins Visier der Sicherheitsbehörden geraten. Von „aberwitziger Überwachung“ spricht Linken-Politiker Hunko: „Die Bundesregierung kann nicht belegen, dass mit der Fluggastdatenspeicherung Straftaten aufgeklärt oder Gefahren verhindert werden.“

Zwischen der Inbetriebnahme am 29. August 2018 und 31. März 2019 haben die Fluglinien Daten von 1,2 Millionen Passagieren ans BKA weitergegeben. Die Software fand darin 94 098 „technische Treffer“. Jeder einzelne davon wurde von einem Beamten händisch überprüft. In 277 Fällen stellte sich der Verdacht als begründet heraus. In 93 821 Fällen handelte es sich dagegen um ein Fehlurteil der Software. Daraus ergibt sich eine Falsch-positiv-Rate von 99,7 Prozent.
40 Beamte sortieren rund um die Uhr Falschtreffer aus

Das Bundesinnenministerium begründet die hohe Fehlerrate damit, dass häufig Menschen markiert würden, die den gleichen Namen wie auf der Fahndungsliste stehende Personen haben. Diese Fehlerquelle ließe sich eindämmen, wenn neben dem Namen auch das Geburtsdatum abgeglichen würde. Dieses wird jedoch mit den Fluggast-Daten nicht übermittelt. Ein Sprecher des Innenministeriums sagte, man sammle derzeit Erfahrungen und werde dann auf EU-Ebene überprüfen, ob man das Verfahren verbessern kann.

Laut Innenministerium sind etwa 40 Beamte im 24/7-Schichtdienst mit der Überprüfung der technischen Treffer beschäftigt. Insgesamt sieht die Bundesregierung für Aufbau und Betrieb der Fluggast-Datenbank mehr als 500 Planstellen in verschiedenen Behörden vor.

Die Daten der 277 überprüften Treffer wurden an BKA und Zoll weitergegeben – zur „Umsetzung der Fahndungsmaßnahme“, also etwa Festnahmen oder Durchsuchungen. Die Einträge der Fluggast-Datenbank werden nach einem halben Jahr anonymisiert und nach fünf Jahren vollständig gelöscht.

Google-Tochter Wing darf als Fluggesellschaft firmieren

Im Drohnen-Rennen darf die Google-Tochter Wing offiziell als Fluggesellschaft auftreten. Die entsprechenden Behörden haben den gesetzlichen Status von Wing bestätigt, so Bloomberg.
Um die Genehmigung der US-amerikanischen Luftfahrtbehörde (Federal Aviation Administration) und des Department of Transportation zu erhalten, musste Wing alle Dokumente vorlegen, über die auch eine reguläre Fluggesellschaft verfügen muss, darunter Handbücher und Schulungsmaßnahmen.

Als erster Drohnen-Betreiber kann Wing damit jetzt die Lieferung von Paketen in Angriff nehmen. Bislang durften andere Unternehmen nur Testflüge und Lieferungen über kurze Entfernungen durchführen. Als eine der kleinsten Fluggesellschaften der USA sind die Aktivitäten des Drohnen-Betreibers im Luftraum nun abgesegnet.

Zunächst will Wing eine umfangreiche Outreach-Kampagne an den Bewohnern und Regierungsbeamten in den Testgebieten durchführen. Bis die erste Drohnen-Lieferung tatsächlich stattfindet, dürften noch mehrere Monate ins Land gehen.

Felix Lander wird Chief Revenue Officer bei Business Insider Deutschland

Der Deutschland-Ableger des Business Insider bekommt personelle Verstärkung: Ab Juni 2019 wird Felix Lander Chief Revenue Officer bei dem Wirtschafts-Nachrichtenportal. Lander bleibt damit seinem Verlag treu: Zuvor war der 31-Jährige bei der Bild tätig.

In seiner neuen Funktion wird Felix Lander dafür verantwortlich sein, die Erlöse aus bestehenden Geschäften weiterzuentwickeln, wie Axel Springer mitteilte. Zudem soll er neue Geschäftsfelder aufbauen.

Lander berichtet dabei an die beiden Executive Publisher bei Business Insider Romanus Otte und Jakob Wais. Darüber hinaus arbeitet er mit Media Impact zusammen, dem gemeinsamen Vermarkter von Axel Springer und der Funke-Mediengruppe.

Google weist Forderungen der VG Media zurück

Google will auch weiterhin keine Lizenzgebühren an die deutschen Verlage zahlen. Der Konzern bezeichnete die jüngsten Forderungen der VG Media als „haltlose Gedankenspiele“. Die Verwertungsgesellschaft hatte sich vergangene Woche nach der Verabschiedung des neuen EU-Urheberrechts mit einer Milliardenforderung an Google gewandt.

Die VG Media fordert von Google für die Nutzung von digitalen Presseerzeugnissen rückwirkend für die Zeit vom 1. August 2013 bis zum 31. Dezember 2018 insgesamt 1,24 Milliarden Euro. Die VG Media geht bei der Berechnung davon aus, dass ihr für diesen Zeitraum ein fünfprozentiger Anteil des von Google in Deutschland erzielten Umsatzes von 24,77 Milliarden Euro zustehe.

„Wir kommentieren derlei haltlose Gedankenspiele nicht“, erklärte ein Google-Sprecher. Der Internetkonzern erwäge laut dem Dienst nun, den Verlagen eine Art Gegenrechnung zu schicken. Dabei will Google den Traffic zugrundelegen, den die Suchmaschine auf die Websiten der Verlage weiterleitet und den die Verlage selbst monetarisieren können. Selbst wenn Google dabei nur einen sehr geringen Tausendkontaktpreis zugrundelegen würde, käme wohl bereits eine stolze Summe zustande.

Bei den rückwirkenden Forderungen beruft sich die Verwertungsgesellschaft auf das nationale Leistungsschutzrecht für Presseverlage, das in Deutschland bereits am 1. August 2013 in Kraft getreten ist. Allerdings ist unklar, ob das deutsche LSR überhaupt gültig zustande gekommen ist.

Achte Staffel „Game of Thrones“ erreicht Millionen-Publikum

Die achte Staffel von „Game of Thrones“ ist Mitte April bei Sky angelaufen und hat mittlerweile schon Millionen von Zuschauern nach Westeros entführt: Insgesamt 1,92 Millionen TV-Zuschauer und weitere 1,52 Millionen Abrufe über non-lineare Verbreitungswege von Sky konnten verzeichnet werden. Thomas Deissenberger, Geschäftsführer Sky Media sagte in einer Pressemitteilung: „Das absolute ‚GoT-Fieber‘ ist ausgebrochen: Egal ob klassisch im TV oder auf Abruf, ob gleich morgens um drei oder später: Millionen Fans schalten ein.“

Samsung Galaxy Fold soll Mitte Juni erscheinen

Nachdem der Marktstart von Samsungs Galaxy Fold verschoben werden musste, wurde nun ein möglicher neuer Termin bekannt. So soll das faltbare Smartphone ab 13. Juni verfügbar sein. Damit müssten Vorbesteller knapp eineinhalb Monate länger warten – und die Chance lebt, dass Samsung weiterhin als erster Hersteller ein faltbares Smartphone auf den Markt bringt und somit Huaweis Mate X zuvorkommt. Ursprünglich sollte das Galaxy Fold bereits ab 26. April in den USA ausgeliefert werden, doch zahlreiche Tester klagten über Probleme mit dem Bildschirm.

In Österreich hätte das 2000 Euro teure Smartphone ab 26. April in den Vorverkauf gehen sollen, im Handel hätte es ab 3. Mai erhältlich sein sollen.

Texas Instruments mit Gewinnrückgang

Der US-Chipkonzern Texas Instruments hat im vergangenen Quartal weniger verdient und umgesetzt als vor Jahresfrist. Der Überschuss sei auf 1,22 Milliarden Dollar (1,08 Mrd. Euro) von 1,37 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum gesunken. Der Umsatz verringerte sich um 5,1 Prozent auf 3,59 Milliarden Dollar.

Texas Instruments gilt als Branchenbarometer, weil der Konzern Chips für eine Vielzahl von Produkten herstellt, etwa für Haushaltsgeräte, Fahrzeugsteuerungen, Unterhaltungselektronik und Industrieerzeugnisse.

Oscar-Akademie lässt Netflix-Produktionen weiter zu

Die Oscar-Akademie hat sich vorerst gegen eine Änderung ihrer Statuten entschieden, die Filme der Internetplattform Netflix aus dem Wettbewerb um die begehrten Filmpreise ausgeschlossen hätte. Es bleibe dabei, dass ein Wettbewerbsfilm lediglich eine Woche in einem Kino des Bezirks Los Angeles gelaufen sein müsse, teilte die Academy of Motion Picture Arts and Sciences mit.

Eine Initiative mit Erfolgsregisseur Steven Spielberg an der Spitze kämpft seit einigen Monaten dafür, dass Netflix-Filme von den Oscars ausgeschlossen werden.

„Wir möchten vorher die tiefgreifenden Veränderungen der Werke in unserer Branche noch genauer prüfen und den Austausch darüber mit unseren Mitgliedern fortsetzen“, stellte Bailey spätere Regeländerungen in Aussicht.

Netflix fasst in Hollywood immer stärker Fuß. Im Jänner wurde der Streamingdienst offizielles Mitglied des MPAA, des Verbandes der großen US-Filmproduktionsgesellschaften. Ein weiterer Hinweis darauf, dass Netflix in Hollywood zunehmend akzeptiert wird, war im Februar die Auszeichnung seiner Produktion „Roma“ mit dem Oscar als bester Film und weiteren Trophäen. Beim Filmfestival in Cannes ist Netflix hingegen vom offiziellen Wettbewerb ausgeschlossen, weil das Unternehmen seine Filme nicht für die Kinosäle produziert.

Softbank steigt bei Wirecard ein

Der japanische Konzern wird in einem ersten Schritt 900 Millionen Euro in eine Wandelschuldverschreibung des Konzerns investieren, teilte Wirecard mit. Diese werde nach Ablauf von fünf Jahren in gut 6,9 Millionen Aktien zu einem Preis von 130 Euro je Stück gewandelt. Die Zahl der Aktien entspricht rund 5,6 Prozent des Grundkapitals von Wirecard.

Die Ausgabe der Wandelschuldverschreibung soll auf der Hauptversammlung am 18. Juni genehmigt werden. Aktuelle Anteilseigner sollen kein Bezugsrecht bekommen.

An der Börse wurde die Nachricht positiv aufgenommen. Wirecard-Aktien Chart zeigen legten nach dem Handelsstart zwischenzeitlich um zehn Prozent zu.

Wie die Unternehmen weiter mitteilten, wollen Wirecard und Softbank eine strategische Partnerschaft eingehen. Es sei eine Absichtserklärung über eine Zusammenarbeit bei digitalen Paymentlösungen unterzeichnet worden. Die Softbank-Gruppe unterstütze Wirecards Expansion nach Japan und Südkorea. Geplant sei auch, die Zusammenarbeit auf die digitale Kreditvergabe zu erweitern.

Microsoft profitiert vom Cloud-Geschäft

Ein florierendes Cloud-Geschäft hat Microsoft im abgelaufenen Quartal Schwung gegeben. Der Umsatz stieg in den drei Monaten bis Ende März um 14 Prozent auf 30,57 Milliarden Dollar. Der Gewinn erhöhte sich um fast 19 auf rund 8,8 Milliarden Dollar. Die Aktie legte nachbörslich drei Prozent zu. Im Jahresverlauf hat das Dividendenpapier bereits 23 Prozent an Wert gewonnen.

Mit „Azure“ ist Microsoft zur Nummer zwei im Markt hinter „AWS“ von Amazon aufgestiegen.
Trotz des Fokus auf Software und Cloud ist Microsoft breit aufgestellt. Zum Portfolio gehören auch Surface-Tablets, Xbox-Spielekonsolen sowie die Suchmaschine Bing.

Jugendschutz aus VHS-Zeiten: DeutschlandGiffey will Reform

Franziska Giffey will Kinder und Jugendliche besser vor gefährlichen Inhalten in Apps schützen. Das diesbezügliche Schutzgesetz sei aus dem Zeitalter von VHS und CD-Rom, so die Bundesfamilienministerin.

Eine Kennzeichnungspflicht soll Teil eines neuen Jugendmedienschutzgesetzes werden. „Wir haben im Moment ein Jugendschutzgesetz, das noch aus dem Zeitalter von Videokassette und CD-ROM stammt“, sagte Giffey der Zeitung.

„Ich habe mir vorgenommen, dass wir ein Jugendmedienschutzgesetz entwickeln, in dem wir zu all diesen Dingen Antworten geben und auch die Anbieter stärker in die Pflicht nehmen.“ Ziel sei es, das Gesetz noch in dieser Legislaturperiode zu verabschieden.

Sprachenvielfalt bremst Facebooks Kampf gegen Hassbotschaften

Die Sprachenvielfalt seiner rund 2,3 Milliarden Nutzer macht Facebook im Kampf gegen Hassbotschaften zu schaffen. Dem Konzern gelingt es bisher nicht, mit der Vielzahl kleinerer und exotischer Sprachen seiner Mitglieder mitzuhalten und Posts darin ausreichend zu kontrollieren. Offiziell bietet Facebook seinen Dienst in 111 Sprachen weltweit an, weitere 31 Sprachen werden in dem Portal stark genutzt. –

Die 15.000 Facebook-Mitarbeiter, die unliebsame Inhalte aufspüren sollen, kommen jedoch nur in etwa 50 Sprachen zum Einsatz – auch wenn Facebook zudem nach eigenen Angaben bei Bedarf Übersetzer anheuert. Die Programme, die der Konzern hauptsächlich bei der automatisierten Jagd auf Hassbotschaften einsetzt, arbeiten sogar nur in etwa 30 Sprachen.

Länder wie Australien, Singapur und Großbritannien drohen Facebook nun mit einer Verschärfung der Vorschriften, hohen Bußgeldern und sogar Gefängnisstrafen für Manager, falls das Unternehmen unerwünschte Inhalte künftig nicht rasch löscht. Bis Anfang März hatte Facebook allerdings selbst die Regeln, die Hassbotschaften und die Verherrlichung von Gewalt in dem Dienst verbieten, nach Erkenntnissen von Reuters erst in 41 der offiziell 111 unterstützten Sprachen übersetzt. Andere soziale Medien wie Instagram und WhatsApp, die beide ebenfalls zu Facebook gehören, oder Twitter und YouTube stehen vor ähnlichen Problemen.

In der Vergangenheit waren Hassbotschaften auf Facebook, die etwa zu den Vertreibungen in Myanmar beitrugen, nach Erkenntnissen von Reuters unter anderem deshalb nicht gelöscht worden, weil die Firma nur langsam Mitarbeiter mit Kenntnissen der Landessprache einstellte. Heute beschäftigt Facebook nach eigenen Angaben mehr als hundert Mitarbeiter, die der Sprache mächtig sind.

Industriellenvereinigung launcht umfassende Awareness-Kampagne

Unter dem Motto „Industrie 4.Ö – wir bringen Österreich weiter“ transportiert die Kampagne Werte, auf denen der Erfolg der heimischen Industrie aufbaut: innovativ, erfolgreich, fortschrittlich, optimistisch, europäisch und weltoffen zu arbeiten.

Bis Ende Mai läuft derzeit die österreichweite 360-Grad-Kampagne der Industriellenvereinigung (IV). Diese soll mit Vertretern der Industrie ein Bewusstsein für außergewöhnliche Leistungen der Unternehmen und Beschäftigten schaffen. Zudem stellt sie den fairen Umgang sowie das gelebte gute Miteinander von Unternehmen und Mitarbeitern in den Vordergrund. „Genau das ist tägliche Praxis in den Unternehmen, genau das ermöglicht gemeinsamen Erfolg“, unterstreicht IV-Präsident Georg Kapsch.

EU richtet drittgrößte Biometriedatenbank der Welt ein

Auf Beschluss des EU-Parlaments sollen mehrere europäische Behörden künftig die von ihnen erfassten biometrischen Daten in einen gemeinsamen Bestand zusammenlegen. Unter dem Namen Common Identity Repository (CIR) entsteht damit das weltgrößte Archiv für Fingerabdrücke und Gesichtsscans sowie Kerndaten wie Namen, Passnummern und Geburtstage.

Integriert werden Daten von Polizei-, Grenz- und Migrationsbehörden, konkret aus dem Schengen-Informationssystem Eurodac und dem Visa-Informationssystem, dem System zur Speicherung von Daten von Ein- und Ausreisenden in die Union (EES), von straffällig gewordenen Menschen aus Drittstaaten (ECRIS-TCN) sowie dem Europäischen Reiseinformations- und Genehmigungssystem (ETIAS).

Begründet wird der Schritt damit, dass die Datenbank die Zusammenarbeit der Behörden im Rahmen der Strafverfolgung sowie Asyl und Migration verbessern soll. Versprochen wurden dabei strikte Regeln hinsichtlich des Datenzugriffs und der Wahrung der Privatsphäre.

Autor Dieter Forte gestorben

Der Schriftsteller Dieter Forte ist tot. Forte starb am Ostermontag im Alter von 83 Jahren in einem Krankenhaus in Basel, wie sein Verlag S. Fischer mitteilte. Fortes vielfach mit Preisen ausgezeichnetes Werk umfasst Theaterstücke, Romane sowie Hör- und Fernsehspiele. 1970 erreichte sein Drama Martin Luther & Thomas Münzer oder Die Einführung der Buchhaltung auch internationale Aufmerksamkeit.

Dieter Forte, am 14. Juni 1935 in Düsseldorf geboren, schrieb seit 1962 als freier Autor. Er beschäftigte sich unter anderem mit den Lebensverhältnissen des modernen Menschen unter der Herrschaft von Technik und Kapital.

In den Achtzigerjahren schrieb Forte an einem mehrteiligen Romanprojekt. Zwischen 1992 und 2004 erschienen Das Muster, Tagundnachtgleiche (ursprünglich Der Junge mit den blutigen Schuhen), In der Erinnerung und Auf der anderen Seite der Welt. Zusammen bilden sie die Tetralogie der Erinnerung.

Urteil: Apple muss Erben Zugang zur iCloud gewähren

Apple muss den Erben eines gestorbenen iCloud-Anwenders Zugang zu dem Netz-Service gewähren. Das hat das Landgericht Münster in einem veröffentlichten Urteil entschieden.

Nach Angaben der Bielefelder Rechtsanwaltskanzlei Brandi, die die Erben vor Gericht vertrat, starb der Familienvater während einer Reise im Ausland. Apple habe den Wunsch der Angehörigen, Zugang zu den in der iCloud gespeicherten Daten zu erhalten, außergerichtlich abgelehnt.

Apple wollte den Fall nicht kommentieren. Experten wiesen aber darauf hin, dass der iPhone-Konzern in der Vergangenheit auch ohne Gerichtsverfahren in ähnlich gelagerten Fällen den Erben Zugang zu iCloud-Daten von Verstorbenen ermöglicht habe. Dazu habe die Vorlage eines Erbscheins genügt. In anderen Fällen habe ein Gerichtsbeschluss dazu geführt, dass Apple den Erben einen Zugang zu den iCloud-Daten von Toten gewährt habe. In dem Fall vor dem Landgericht Münster wurde die Apple Distribution International ULC beklagt. Die Apple-Tochtergesellschaft in Irland ist der Vertragspartner für iCloud-Nutzer in Deutschland.

Nokia mit unerwartetem operativem Verlust im ersten Quartal

Der finnische Netzwerkausrüster Nokia hat das erste Quartal unerwartet mit einem Verlust abgeschlossen. Der Zeitraum Jänner bis März sei „überraschend deutlich schwach“ gewesen, teilte Nokia mit. Operativ wies Nokia ein bereinigtes Minus von 59 Mio. Euro aus, nach einem Gewinn von 239 Millionen im Vorjahreszeitraum.

Der Umsatz stieg zwar im ersten Quartal um zwei Prozent auf 5,03 Mrd. Euro, doch vor allem in der größten Sparte für Netzwerkausrüstung schlug der Margenrückgang voll durch und war hauptverantwortlich für den Verlust.

Dennoch bleibt das Unternehmen bei seinen Jahreszielen. Man sei überzeugt davon, dass die für die schwachen Quartalszahlen verantwortlichen Faktoren im Laufe des Jahres an Einfluss verlieren werden.

Twitter verbessert Melden von Falschinfos über Wahlen

Twitter erleichtert es künftig seinen Nutzern, irreführende Botschaften zur Beeinflussung von Wahlen an das Unternehmen zu melden. Eine entsprechende Funktion wird zunächst in die in Europa und Asien verfügbare Twitter-App eingebaut, wie das für Sicherheitsfragen zuständige Team des Kurznachrichtendienstes am Mittwoch mitteilte. Im Laufe des Jahres soll diese Funktion dann weltweit verfügbar sein. Twitter dürfe nicht dazu missbraucht werden, „Wahlen zu manipulieren oder sich in diese einzumischen“, erklärte das Sicherheitsteam.

Tweets wurden nach Angaben des Unternehmens auch zur Verbreitung falscher Daten oder Uhrzeiten für die Stimmabgabe benutzt. Alle Versuche, die Verfahren zur Wahlregistrierung oder Stimmabgabe zu untergraben, „widersprechen den fundamentalen Werten unseres Unternehmens“, hieß es in der Mitteilung.

Tesla mit hohen Verlusten – Musk kündigt eigene Autoversicherung an

Der kalifornische Autopionier Tesla hat das erste Quartal 2019 mit einem überraschend hohen Nettoverlust von 702 Millionen Dollar abgeschlossen. Hatte Vorstandschef Elon Musk Ende 2018 noch einen kleinen Gewinn vorausgesagt, korrigierte er dies später in einen möglichen Verlust. Letztlich führten Verzögerungen des aktuellen Hoffnungsträgers Model 3, Preissenkungen und geringere Auslieferungen bei den Spitzenmodellen Model S und X zu einer kräftigen Umsatzdelle und einem der höchsten Quartalsverluste der Firmengeschichte. Tesla ist wieder da, wo man vor zwölf Monaten gestartet war: Vor einem Jahr erreichte der Verlust 709 Millionen Dollar.

Am Ende des März-Quartals waren 63.000 Fahrzeuge ausgeliefert, was weit unter den Erwartungen von 76.000 lag. „Das war das schwierigste logistische Problem, das ich je gesehen haben“, sagte Musk über Lieferprobleme nach Europa und China.

Der Umsatz lag mit 4,54 Milliarden Dollar weit unter den Prognosen von 5,19 Milliarden Dollar. Der reine Autoumsatz belief sich auf 3,72 Milliarden Dollar, 36 Prozent mehr als im Vorjahr, aber 41 Prozent unter dem vierten Quartal 2018.

Die finanzielle Situation des Autobauers wird von Analysten aufmerksam beobachtet. Ende des Jahres 2018 bezifferte sich der Bestand an liquiden Mitteln auf 3,7 Milliarden Dollar, Ende März waren davon noch 2,2 Milliarden Dollar übrig.

EU sieht Fortschritte bei Google und Facebook gegen „Fake News“

Gut ein Monat vor den Europawahlen hat die EU-Kommission Fortschritte bei Google, Facebook und Twitter im Kampf gegen „Fake News“ festgestellt. Alle Plattformen hätten politische Werbung als solche gekennzeichnet, erklärte die EU-Behörde in Brüssel. Dies schaffe für die Öffentlichkeit mehr Transparenz.

Es seien aber noch weitere Verbesserungen bezüglich der Methodik und der Datensätze für falsche Konten erforderlich, damit Experten, Fakten-Checker und Forscher eine unabhängige Überprüfung leisten könnten, betonte die EU-Kommission. Außerdem sei es bedauerlich, dass Google und Twitter keine Transparenz-Fortschritte bei themenbezogenen Kampagnen berichtet hätten.

Amazon und französischer Supermarktbetreiber vertiefen Kooperation

Der US-Onlinehändler Amazon baut seine Partnerschaft mit dem französischen Supermarktbetreiber Casino aus. Amazon will in rund 1.000 von Casino betriebenen Märkten Paket-Abholstationen aufstellen. Zudem sollen mehr Casino-Produkte über Amazon vertrieben werden. Die Casino-Tochter Monoprix wolle zudem ihre bestehende Partnerschaft mit dem Lebensmittel-Lieferdienst Amazons über Paris hinaus ausbauen.

Amazon hatten im US-Heimatmarkt bereits die Supermarktkette Whole Foods übernommen. Frankreich ist für Amazon der drittgrößte Markt in Europa nach Großbritannien und Deutschland.

BEVH vermeldet Umsatzplus im Online-Handel mit Büchern

Der Online-Handel hat im 1. Quartal des Jahres deutlich zugelegt, vermeldet der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (BEVH). Er gibt für den deutschen Markt diese Zahlen aus:

  • Von Januar bis März wurden im Online-Handel 11,2% mehr umgesetzt als im gleichen Zeitraum 2018.
  • Insgesamt kauften die Kunden Waren für 16.244 Mio Euro (inkl. USt). Im 1. Quartal 2018 waren es 14.603 Mio.

„2019 startete sehr erfreulich für den Onlinehandel. Das erste Quartal bildet zwar immer auch das hervorragende ‚nachlaufende‘ Weihnachtsgeschäft mit ab, aber wir liegen für Januar bis März trotz aller wirtschaftlichen Unwägbarkeiten wie Brexit und mögliche konjunkturelle Eintrübungen schon am oberen Rand unserer Umsatzerwartungen für die Branche“, sagt BEVH-Geschäftsführer Christoph Wenk-Fischer.

Für Bücher und E-Books weist der BEVH ein Umsatzplus von 3,5% auf 944 Mio Euro (inkl. USt) aus. Im 1. Quartal 2018 waren es 912 Mio.

Die Zahlen des BEVH sind insofern mit Vorsicht zu betrachten, als sie nicht auf harten Verkaufszahlen (Kassendaten) basieren, sondern auf Hochrechnungen der Befragung von 40.000 Privatpersonen in Deutschland zu ihrem Ausgabeverhalten im Online- und Versandhandel.

BR startet YouTube-Wissenskanal für Kinder

Die YouTube-Kanäle des Bayerischen Rundfunks für Kinder entwickeln sich nach Angaben des Senders erfreulich: So haben über 100.000 Menschen inzwischen die ‚Checker Welt‘ abonniert. Auch bei ‚Annas und Paulas Tiere‘ sind es mittlerweile über 80.000 Fans. Nun werden die bestehenden Kanäle durch ein neues Format verstärkt: Die TV-Reihe ‚Willi wills wissen‘ bekommt einen eigenen YouTube-Kanal.

So kämpft René Benko um die Medienmacht in Österreich

Der Immobilienunternehmer will mit dem Essener Mitgesellschafter Funke den Herausgeber und Chefredakteur von Österreichs größter Zeitung „Krone“ absetzen, so Hans-Peter Siebenhaar im Handelsblatt.

Der Machtkampf um Österreichs mächtigste und größte Zeitung – die „Kronen-Zeitung“ – ist voll entbrannt. René Benko und sein Mitgesellschafter, die Essener Funke-Gruppe („WAZ“), wollen den Herausgeber und Miteigentümer Christoph Dichand absetzen lassen. Der Kampf um die Medienmacht soll vor dem Wiener Handelsgericht ausgetragen werden.

Es ist bereits der zweite Anlauf des Multimilliardärs gegen Dichand. Ein Versuch im März, den Herausgeber und Chefredakteur wegen angeblichen Spesenbetrugs loszuwerden, führte zu keinem Erfolg. Denn das Tandem Benko-Funke und die Familie Dichand halten exakt 50 Prozent der Stimmrechte. Somit besteht eine Patt-Situation. Christoph Dichand blieb am Ende im Amt.

Beim zweiten Angriff ist der Hebel ein umstrittener Gesellschaftervertrag und dessen Festlegung der Stimmrechte in der Krone Verlag GmbH, die keine operative Funktion hat. Ihre alleinige Aufgabe ist es, die Geschäftsführung zu bestellen. Bekäme Benko zusammen mit der Funke-Gruppe recht, hätte die Familie Dichand zwei Stimmen weniger als bisher. Der Machtkampf wäre somit entschieden.

Doch zuerst muss erstmal geklärt werden, ob das Wiener Handelsgericht zuständig ist. Experten rechnen mit einer Entscheidung in zwei bis vier Jahren. Am Ende müsste womöglich der Oberste Gerichtshof in Wien über die Zulässigkeit des Rechtsweges letztinstanzlich entscheiden.

Nach der Auffassung von Dichands Anwältin Huberta Gheneff ist ein Schiedsgericht in Zürich nach Schweizer Recht zuständig. Das gehe aus dem Rahmenvereinbarung aus dem Jahr 1987 eindeutig hervor.

Benko ist keiner, der auf der Hälfte des Weges stehen bleibt. Er will sein Ziel stets erreichen. Bislang hält Benkos Signa 24,22 Prozent am „Kurier“ und 24,5 Prozent an der „Krone“. Im November verkaufte die WAZ Ausland Holding GmbH mit Sitz in Wien 49 Prozent ihrer zuvor 50 Prozent der „Kronen-Zeitung“ und 49,5 Prozent am „Kurier“.

Mittelfristig will der schillernde Tiroler Multimilliardär auch den Restanteil der Funke-Gruppe kaufen und somit 49 Prozent an der „Kronen-Zeitung“ halten. Der Wert des 49-prozentigen Anteils wird in Unternehmenskreisen auf 140 bis 180 Millionen Euro geschätzt.

Benko geht es mehr um Macht, weniger um Geld
In der Alpenrepublik wird das Kräftemessen zwischen dem Immobilienmilliardär und der Verlegerfamilie mit Argusaugen beobachtet. Bislang war es so, das sich ausschließlich in den östlichen Nachbarstaaten wie Tschechien, Slowakei oder Ungarn der jeweiligen populistischen Regierung nahestehende Unternehmer mächtige Medienhäuser einverleibten. Plötzlich scheint dieser Fall auch in der Alpenrepublik möglich.

Im Gegensatz zum deutschen Verlagshaus, der Funke-Gruppe, geht es Benko angeblich nicht um die Rendite, sondern um die Macht, sind Insider in Wien überzeugt. Denn Geld könne er bereits in seinem boomenden Stammgeschäft genug verdienen. Die Due Diligence des „Krone“-Verlagsgeschäft habe er viel zu schnell durchgeführt, sagt ein österreichische Insiderin.

Seine engen Beziehungen zum in Österreich populären Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) sind ein offenes Geheimnis. Es liegt auf der Hand, dass ein möglicher Machtwechsel nicht gegen den Willen der konservativ-rechtspopulistischen Regierung wäre.

Auch wenn sich die Koalition von ÖVP und FPÖ schon heute nicht über die „Krone“ und ihre regierungsfreundliche Berichterstattung beklagen kann. In Österreich ist das Boulevard-Blatt neben dem ORF seit Jahrzehnten die wichtigste Medienplattform. Es ist mit über 700.000 verkauften Exemplaren der unbestrittene Marktführer in der Alpenrepublik.

Mit Geschick und Raffinesse hat die Regierung unter Kurz eine Medienkontrolle, in Österreich „Message Control“ genannt, eingeführt. Der Erfolg lässt sich sogar messen. Trotz immer neuer Skandale der früheren Haider-Partei FPÖ ist Kurz im eigenen Land ausgesprochen populär. Die Chance, dass die „Kronen-Zeitung“ mit Hilfe Benkos komplett austrofiziert wird, kommt da gerade gelegen, meinen Insider.

Der promovierte Jurist Christoph Dichand hat bereits 2003 das verlegerische Erbe seines Vaters Hans Dichand angetreten. Seine Frau Eva ist Herausgeberin der Gratiszeitung „Heute“ und Digitalunternehmerin. Die Familie Dichand – Witwe Helga und ihre Kinder Christoph, Johanna und Michael – muss nun kämpfen. Dazu sind die Dichands bereit, wie Vertraute berichten. Aber es herrscht auch ein wenig Wehmut, dass so viel Zeit und Energie in die Auseinandersetzung fließen muss.

Mit Benko haben die Dichands einen gefährlichen Gegner. Denn der Tiroler Selfmademan hat noch nie in seiner unglaublichen Blitzkarriere eine schwere Niederlage einstecken müssen – abgesehen von einer einjährigen Bewährungsstrafe in einem Korruptionsverfahren vor rund fünf Jahren. Doch diese Erfahrung hat der ehrgeizige Unternehmer mit einem geschätzten Privatvermögen von fast vier Milliarden Euro längst ad acta gelegt.

Kritik an Hornbach reißt nicht ab

Ein umstrittenes Hornbach-Werbevideo sorgt seit Mitte März für Kritik. Der Vorwurf: Der Film des Bau- und Gartenunternehmens sei rassistisch und sexistisch. In dem einminütigen Spot „So riecht das Frühjahr“ schuften ältere, weiße Männer schwitzend im Garten. Anschließend wollen ihnen Wissenschaftler an die Wäsche. Alles, sogar die dreckigen Unterhosen, wird vakuumiert und landet in einem Straßenautomaten einer asiatisch anmutenden Metropole. Dort kauft sich schließlich eine junge, asiatische Frau ein solches Paket, schnüffelt daran und verdreht ekstatisch erregt die Augen.

Das migrationspolitische Online-Magazin Migazin veröffentlicht nun einen offenen Brief. Darin kritisieren Betroffene, Expert*innen und Fachverbände den Werbespot, stellen Fragen etwa zur Entstehung der Werbung und fordern eine öffentliche Entschuldigung von Hornbach. Die Unterzeichner*innen des Briefs, unter ihnen Journalist*innen, Wissenschaftler*innen und Kulturschaffende, bemängeln vor allem die rassistische Sexualisierung asiatischer Frauen.
Einer der Erstunterzeichner des offenen Briefes ist Sung-un Gang. Der in Köln lebende Südkoreaner hatte bereits Ende März eine Online-Petition gestartet, die von Hornbach eine Entschuldigung fordert und bisher von über 39.000 Menschen unterschrieben wurde.

Der Deutsche Werberat bat Hornbach und die für den Spot zuständige Kreativagentur Heimat nach mehreren Beschwerden um eine Stellungnahme. Mitte April hat der Deutsche Werberat daraufhin einen Verstoß gegen die Verhaltensregeln zur „Herabwürdigung und Diskriminierung von Personen“ festgestellt. Diese schreiben vor, dass Menschen in kommerzieller Werbung etwa nicht „wegen ihres Geschlechts, ihrer Abstammung, ihrer Rasse, ihrer Sprache, ihrer Herkunft (…)“ diskriminiert werden dürfen. Der Österreichische Werberat sah indes „keinen Grund zum Einschreiten“, schreibt er in einer Mitteilung Ende März. Die Werbung ziele nicht darauf ab, „die Protagonistin auf eine abwertende Weise darzustellen.“

Gestartet war der Spot in Deutschland, den Niederlanden, der Schweiz, Rumänien, Österreich, Tschechien und der Slowakei. Mittlerweile sei er in keinem der Länder mehr im Fernsehen oder Kino zu sehen. Über YouTube kann der Clip jedoch weiterhin abgerufen werden. Auch in sozialen Netzwerken lässt Hornbach die Werbung vorerst veröffentlicht, um, so schreibt der Konzern etwa unter das Video auf Twitter, „die entstandene Debatte (…) auch nachträglich nicht zu zensieren“.

In dem Werbespot sei es unter anderem darum gegangen, Rollenklischees zu verdrehen, heißt es außerdem auf der Website. Es seien gerade nicht junge Frauen, die sich ausziehen, sondern Männer jenseits der 50. Die Frau im Werbespot handele „selbstbewusst und selbstbestimmt“. In vielen Ländern gebe es einen Markt für getragene Frauenwäsche, hier werde das Bild umgekehrt, eine Frau werde zur „selbstbestimmten Konsumentin“, nicht zum „Objekt des Konsums“.

Auch die Initiative Asian Women’s Solidarity empört sich über das Werbevideo. Die Initiative ruft daher für 27.04.2019 ab 12 Uhr auf dem Oranienplatz in Berlin zu einer Demo gegen Hornbach und die Agentur Heimat auf. In einer Pressemitteilung heißt es, diejenigen, die in der Werbung dargestellt werden, litten unter sexistischer und rassistischer Diskriminierung hierzulande. „Die Werbung verschlechtert die gesellschaftliche Atmosphäre für uns.“

SAP trotz Wachstums mit Verlusten

Das SAP-Geschäft brummt – dennoch haben hohe Kosten für den laufenden Personalumbau den Softwarekonzern zum ersten Mal seit langer Zeit in einem Quartal ins Minus gedrückt. Grund für den Verlust sind die Kosten für den angekündigten Umbau in der Belegschaft. Auf das Gesamtjahr gesehen werde SAP aber schwarze Zahlen schreiben.

SAP hatte im Januar angekündigt, in diesem Jahr rund 4400 Mitarbeiter umzuschulen, auf andere Positionen zu versetzen und auch mit Abfindungen in den Vorruhestand zu schicken, damit die Firma mit den Veränderungen in der IT-Branche mithalten könne. Bis Anfang Mai können sich Beschäftigte noch für das Abfindungsprogramm anmelden. Bei dem vorigen Programm dieser Art im Jahr 2015 hatten sich deutlich mehr Mitarbeiter gemeldet als zunächst erwartet.

Trotzdem soll die Mitarbeiterzahl in diesem Jahr weiter steigen. Zuletzt hatte SAP dank der jüngsten Übernahmen rund 98.700 Beschäftigte, kommendes Jahr könnten es nach den Worten von Vorstandschef Bill McDermott 105.000 sein.

Unterm Strich belief sich das Minus im ersten Quartal auf 108 Millionen Euro nach 708 Millionen Euro Gewinn im Vorjahreszeitraum. Finanzchef Mucic veranschlagte für den Umbau im ersten Quartal 886 Millionen Euro. Das dürfte der Großteil der Kosten sein.

Zuletzt war SAP an der Börse 123 Milliarden Euro wert – gut ein Drittel mehr als Allianz oder Siemens. McDermott ist das nicht genug. Kürzlich wiederholte er seine Ambitionen, den Marktwert bis 2023 auf 250 Milliarden bis 300 Milliarden Euro hochschrauben zu wollen.

Verwertungsgesellschaft VG Media verlangt Milliarden von Google

Nach der Verabschiedung der neuen EU-Richtlinie zum Urheberrecht hat sich die Verwertungsgesellschaft VG Media mit einer Milliardenforderung an Google gewandt. Das teilte die VG Media am 18. April mit. Für die Nutzung von digitalen Presseerzeugnissen solle der US-Internetriese rückwirkend für die Zeit vom 1. August 2013 bis zum 31. Dezember 2018 1,24 Milliarden Euro zahlen. Für die Zukunft strebt die VG Media pauschale Lizenzsummen an, die zwischen 3,44 Milliarden (2019) und 8,5 Milliarden Euro (2024) pro Jahr betragen sollen. Zuerst hatte die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ über die Forderungen berichtet.

Die Verwertungsgesellschaft beruft sich bei den rückwirkenden Forderungen auf das nationale Leistungsschutzrecht für Presseverlage, das in Deutschland bereits am 1. August 2013 in Kraft getreten ist. Allerdings ist unklar, ob das deutsche LSR überhaupt gültig zustande gekommen ist. In einem Rechtsstreit zwischen Google und der VG Media will das Berliner Landgericht beim Europäischen Gerichtshof (EuGH) klären lassen, ob Deutschland die Europäische Union vor der Verabschiedung des Gesetzes hätte informieren müssen. Wäre diese „Notifizierung“ nötig gewesen, dürfte das Gesetz nicht angewendet werden. Der zuständige EuGH-Gutachter hatte im Dezember erklärt, er halte das deutsche Gesetz für nicht anwendbar, weil die Bundesregierung 2013 darauf verzichtet hatte, die EU-Kommission in Kenntnis zu setzen. Eine Entscheidung des Gerichts steht noch aus.

Die VG Media erklärte, sie sei nach sechs Jahren Auseinandersetzung an einer Befriedung interessiert. Der europäische Gesetzgeber habe mit der am Montag endgültig beschlossenen Reform auch für das europäische Urheberrecht „sehr deutlich den Weg gewiesen“. „Dies sollte Google zum Anlass nehmen, sich endlich rechtskonform zu verhalten und eine Einigung mit den Rechteinhabern zu erzielen.“ Google war für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar.

Bei den auf die Zukunft gerichteten Forderungen beruft sich die VG Media auf die neue Urheberrechtsrichtlinie der EU, die am 18. April 2019 vom Rat der EU-Mitgliedsstaaten bestätigt worden war. Diese ist bislang aber noch in keinem EU-Staat in nationales Recht umgesetzt worden. Deutschland und die anderen EU-Mitglieder haben für die nationale Gesetzgebung zwei Jahre lang Zeit.

Bei der Kalkulation der rückwirkenden Forderung geht die VG Media davon aus, dass der Verwertungsgesellschaft ein fünfprozentiger Anteil des von Google in Deutschland erzielten Umsatz von 24,77 Milliarden Euro zustehe.

Chelsea Manning bleibt zunächst weiter in Haft

Die frühere Wikileaks-Informantin Chelsea Manning muss zunächst weiter in Haft bleiben. Ein Gericht in Richmond (Bundesstaat Virginia) verwarf eine Beschwerde der früheren Militär-Geheimdienst-Mitarbeiterin.

Manning hatte im Jahr 2010 schwere Verfehlungen von US-Militärangehörigen, unter anderem in den Konfliktgebieten Irak und Afghanistan, über die Enthüllungsplattform Wikileaks öffentlich gemacht. Ein Video zeigte unter anderem, wie eine US-Hubschrauberbesatzung im Irak unschuldige, unbewaffnete Zivilisten tötete.

Im Rahmen eines Militärgerichtsverfahrens war Manning dann zu 35 Jahren Haft verurteilt worden. Nach sieben Jahren erließ der damalige Präsident Barack Obama den Großteil der Strafe. Am 8. März wurde Manning jedoch erneut inhaftiert. US-Medien vermuten, dass sich die US-Justiz Angaben über den inzwischen wieder in britischer Haft sitzenden Wikileaks-Gründer Julian Assange erhofft. In den USA läuft ein lange Zeit geheim gehaltenes Verfahren gegen Assange, das nach dessen Festnahme bekannt gemacht wurde.

Bekommt Mark Zuckerberg einen Aufpasser?

Die US-Handelskommission FTC erwägt, wegen der Datenschutzpannen bei Facebook Unternehmenschef Mark Zuckerberg persönlich unter eine Art Aufsicht zu stellen. So kam bei Gesprächen zwischen der FTC und Facebook zur Sprache, dass Zuckerberg selbst und nicht nur sein Unternehmen für die Fehler im Umgang mit Nutzerdaten zur Verantwortung gezogen werden könnte.

Die FTC hatte vergangenes Jahr wegen des Cambridge-Analytica-Skandals eine Untersuchung gegen Facebook eingeleitet. Die Firma hatte Daten von bis zu 87 Millionen Nutzern ohne deren Wissen abgeschöpft. Die FTC untersucht, ob Facebook damit eine Vereinbarung aus dem Jahr 2011 gebrochen hat, der das Unternehmen damals nach Vorwürfen des mangelnden Datenschutzes zugestimmt hatte.

bevh: Online-Handel wächst um 11,2 Prozent

Der deutsche E-Commerce konnte im ersten Quartal 2019 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Umsatzwachstum um 11,2 Prozent verzeichnen. Damit lag das Wachstum über den Vorjahreswerten von 10,6 Prozent. Insgesamt kauften die Deutschen im Netz zwischen Januar und März 2019 Waren für 16,24 Milliarden Euro ein (1. Quartal 2018: 14,60 Milliarden Euro). Das zeigt eine Auswertung des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel (bevh).

Besonders überraschend ist dabei das enorme Wachstum im Bereich der Online-Lebensmittel. Diese Kategorie wuchs um 20,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr und erwirtschaftete einen Online-Umsatz von 282 Millionen Euro (1. Quartal 2018: 234 Millionen Euro) – dicht gefolgt von Haushaltswaren- und geräten. Diese Warengruppe erwirtschaftete einen Umsatz von 1,06 Milliarden Euro (1. Quartal 2018: 896 Millionen Euro) und stieg somit um 18,3 Prozent.

Die Kategorie „Einrichtung“ legte um insgesamt 2,54 Milliarden Euro (1. Quartal 2018: 2,22 Milliarden Euro) zu. Dies ist das zweite Jahr in Folge ein wiederholtes Wachstum von 14,5 Prozent.

Kleider wurden im Internet für 3,13 Milliarden Euro geshoppt (1. Quartal 2018: 2,74 Milliarden Euro). Das Wachstum lag somit bei 14,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Bereich Schuhe erwirtschaftete einen Online-Umsatz von rund 1,05 Milliarden Euro (1. Quartal 2018: 970 Millionen Euro). Hier lag das Wachstum bei 8,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Interaktiver Handel

Im gesamten Interaktiven Handel (Online- und klassischer Versandhandel) kauften die deutschen Verbraucher Waren für 16,74 Milliarden Euro ein (1. Quartal 2018: 15,34 Milliarden Euro). Der Anteil des Online-Handels entspricht dabei 97,0 Prozent. Digitale Dienstleistungen wie elektronische Tickets und Hotelbuchungen verzeichnen einen Umsatz von rund 4,49 Milliarden Euro (1. Quartal 2018: 4,12 Milliarden Euro) und damit ein Umsatzplus von 6,6 Prozent.

Samsung verschiebt Start von Galaxy Fold

Samsung hat die Markteinführung des ersten Smartphones mit Falt-Display wenige Tage vor dem geplanten Termin verschoben. Zuvor waren Display-Probleme bei einigen an Journalisten verteilten Testgeräten des Modells Galaxy Fold bekanntgeworden. Der Schutz der Bildschirme solle nun verbessert werden, erklärte Samsung am Montag.

Ein neuer Starttermin solle in den kommenden Wochen mitgeteilt werden. Ursprünglich sollte das Gerät am 26. April in den USA und am 3. Mai in Europa auf den Markt kommen.

Galaxy Fold sollte das erste Gerät auf dem Markt werden, bei dem sich der Bildschirm auf die Größe eines kleinen Tablet-Computers auffalten lässt. Konkurrent Huawei kündigte den Start seines Auffalt-Smartphones Mate X für Sommer an.

Bei den 2000 Euro teuren Galaxy Fold von Samsung war mehreren Tech-Journalisten bei Vorab-Tests das Display kaputtgegangen. Samsung erklärte, nach ersten Erkenntnissen könne das an Stößen gegen das Falt-Gelenk in der Mitte des Bildschirms liegen.

Bundeskanzleramt sieht keine Einschränkung der Pressefreiheit

Von einer Einschränkung der Pressefreiheit in Österreich kann nach Ansicht der Bundesregierung „keine Rede“ sein. Dies teilte das Bundeskanzleramt nach Veröffentlichung des diesjährigen Rankings der Pressefreiheit der Journalistenorganisation Reporter ohne Grenzen (ROG) mit, in dem Österreich seine Einstufung als Land mit guter Pressesituation verloren hat.

„Es gehört zu unseren Pflichten als Demokraten, die freie Meinungsäußerung nicht nur zu schützen und hochzuhalten, sondern auch anzuprangern, wenn diese Freiheit Gefahr läuft angegriffen zu werden“, lautete eine Stellungnahme. Die Bundesregierung trete dafür ein, hieß es unter Verweis darauf, dass die journalistische Arbeit „explizit“ aus der Datenschutzgrundverordnung ausgenommen worden sei.

Damit habe man nicht nur klargestellt, dass an der Pressefreiheit „nicht zu rütteln und jede Einschränkung inakzeptabel“ sei, sondern auch eine „nachhaltige Maßnahme zur Stärkung der Presse- und Medienfreiheit gesetzt“. Die Pressefreiheit sei als Grundrecht verfassungsrechtlich verankert und stelle eine „wesentliche Basis unserer Demokratie und selbstverständlich auch insbesondere für unsere Politik dar“, so das Bundeskanzleramt. „Pressefreiheit basiert auf der Meinungsfreiheit und gehört zu den höchsten Gütern der Demokratie.“

Reporter ohne Grenzen hatte in dem Bericht das Abrutschen Österreichs vom elften auf den 16. Platz vor allem mit direkten Angriffen auf Journalisten durch die Politik erklärt. Seit Beginn der ÖVP-FPÖ-Koalition seien diese häufiger geworden, hieß es darin. Die Rangliste der Pressefreiheit wird seit 2002 jährlich erstellt und misst durch 117 Fragen die Situation von Journalisten, Medienhäusern und zivilen Bürgerreportern in 180 Ländern. Damit ist die Rangliste der Pressefreiheit eines der besten Instrumente, um Informationsfreiheit sowie Pressefreiheit in einer Region zu erfassen.

Malware-Verteiler werden immer jünger, infizieren sich oft selbst

Sicherheitsforscher wie das MalwareHunterTeam oder Misterch0c auf Twitter berichten schon länger immer mal wieder darüber, dass sich viele Anfänger beim Verteilen von Malware selbst infizieren. Langsam wird dabei deutlich, dass sich bei diesen unbedarften Malware-Operatoren – die von Sicherheitsexperten meist verächtlich als Script Kiddies oder Skiddies bezeichnet werden – immer öfter wirklich um Kinder oder Jugendliche handelt.

Die Forscher kommen den Malware-Betreibern meist auf die Spur, weil sie einer Infektion nachgehen, meist von einem ihrer Honeypot-Systeme (also Rechner, die bewusst verwundbar im Internet hängen und Malware-Infektionen einfangen, damit Forscher diese analysieren können). Beim Analysieren der Malware machen sich die Forscher dann auf die Suche nach Command-and-Control-Servern und finden diese manchmal nur sehr ungenügend oder gar nicht abgesichert. In den dazugehörigen Twitter-Threads sieht man dann oft Screenshots der Web-Admin-Oberfläche des Trojaners, zu denen die Forscher dann Zugang haben. Und immer öfter finden sie dann auch Infektions-Berichte vom Rechner des Malware-Drahtziehers, zusammen mit Screenshots von dessen Rechner oder seines Gesichts, eingefangen von der Webcam am Rechner des Script Kids.

Die Forscher berichten außerdem, dass es oft sinnlos ist, die Malware-Kampagnen, die von diesen Möchtegern-Hackern losgetreten werden, bei den Behörden zu melden. Das gilt oft selbst dann, wenn die Skript Kiddies wirklichen Schaden anrichten und zum Beispiel Bankdaten abgreifen und Konten ausräumen. Oft reagieren lokale Polizeibehörden mit Unglauben oder zeigen kein Interesse, berichtet zum Beispiel das MalwareHunterTeam immer wieder. Und das, obwohl die Forscher mit Zugang zu einem Trojaner-Admin-Interface und den dazugehörigen Logs die Malware-Betreiber oft sehr genau identifizieren können, bis hin zu Klarnamen, Adressen und Fotos des Täters. So bleibt selbst sehr unbeholfene Cyber-Kriminalität anscheinend oft unbestraft.

Uploadfilter blockierte Mueller-Bericht 32 Mal

Das US-Justizministerium hat den Bericht des Sonderermittlers Robert Mueller veröffentlicht. Kurze Zeit später verschwanden Online-Versionen des Textes – aufgrund von Uploadfilter. Dabei handelt es sich um Software, die Uploadfilter vorab auf bestimmte Kriterien analysiert und diese, sollten sie zutreffen, blockiert. Die Online-Plattform Scribd bietet Nutzern die Möglichkeit, Dokumente zu teilen – und blockiert automatisiert potentielle Urheberrechtsverletzungen. Dabei sperrte die Plattform den Bericht 32 Mal – obwohl es sich um ein gemeinfreies Werk handelt, das somit frei publiziert werden darf.

Wie sich später erwies, hatte ein großer Verlag den Bericht als Buch veröffentlicht, weswegen BookID, der Algorithmus, der Inhalte im Hintergrund prüft, die Uploads vermeintlich als Urheberrechtsverletzungen erkannte.

Der Fall zeigt die Probleme, die mit automatisierten Uploadfiltern verbunden sind. Selbst ContentID, ein Uploadfilter des Internetkonzerns Google, der für Youtube eingesetzt wird, ist für Fehltreffer berüchtigt. Für die EU verpflichtend werden sie in den kommenden zwei Jahren wohl höchstwahrscheinlich dennoch sein – die EU hat nämlich kürzlich die Urheberrechtsreform verabschiedet.

Real Madrid einigt sich auf Milliardendeal mit Adidas

Adidas und der spanische Fußballclub Real Madrid haben einen Ausrüstervertrag im Volumen von 1,6 Milliarden Euro für die nächsten zwölf Jahre vereinbart. Damit werde der nächstes Jahr auslaufende Vertrag verlängert.

Der Sportartikelhersteller aus Herzogenaurach werde dem spanischen Topverein bis 2031 jährlich 120 Millionen Euro dafür bezahlen, dass seine Profis wie Gareth Bale, Karim Benzema und Tony Kroos auch künftig in Adidas-Trikots auflaufen. Hinzu kämen erfolgsabhängige Zahlungen. Damit sei der Sponsorenvertrag der höchstdotierte eines Fußballvereins. Dem „Kicker“ zufolge war Adidas‘ bisheriger Vertrag mit Real mit geschätzten 110 Millionen Euro pro Jahr der bisher teuerste gewesen.

Funke will Dichand als „Krone“-Chef absetzen

Die Hälfteeigentümer der „Kronen Zeitung“ lassen nicht locker: Sie fechten das Patt beim Gesellschafterbeschluss zur Abberufung Christoph Dichands als Herausgeber nun vor dem Handelsgericht an – mit kreativem Zugang.

Funke/Benko beantragten im März anhand von Spesenvorwürfen gegen Christoph Dichand, den Sohn des „Krone“-Gründers als Herausgeber „mit sofortiger Wirkung“ abzusetzen (nach bisherigen Infos als Chefredakteur, laut Gerichtsakt geht es aber um die Funktion des grundlegend bestimmenden Herausgebers).

Am 22. März 2019 stimmten die Gesellschafter der „Kronen Zeitung“ über den Antrag ab. Der Tagesordnungspunkt drei – Dichands Abberufung – endete unentschieden. Nicht ganz überraschend: Die Familie Dichand und die in einer Holding vereinten Gesellschafter Funke und Benko halten jeweils exakt 50 Prozent der Anteile.

Funke ficht den Gesellschafterbeschluss zudem mit dem Argument an, Christoph Dichand (beziehungsweise seine Anteile) könnte nicht in eigener Sache mitstimmen. Ohne seine Stimmen wäre der Antrag, Dichand abzusetzen, mit Mehrheit durchgegangen.

Ein Sprecher des Handelsgerichts bestätigte die Klage von Funke/Benko (formal: ihrer Beteiligungsgesellschaft NKZ Austria). Die Funke-Gruppe beantwortete Anfragen zum Verfahren nicht.

Die Dichand-Seite argumentierte, ihre Anteile seien vertraglich gebündelt und könnten nicht einzeln abstimmen (oder nicht).

Derzeit tagt ein Schiedsgericht nach Schweizer Recht darüber, ob die Funke-Gruppe die Vorrechte der Familie Dichand in der „Krone“ kündigen kann, ohne damit gleich die Gesellschaft aufzulösen. Die Vorrechte sind in Rahmenverträgen mit der Funke-Gruppe aus 1987 festgehalten. Die Funke-Gruppe (oder andere Eigentümer ihrer Anteile) müssen für einen garantierten Jahresgewinn der Dichands – kolportiert: ein hoher einstelliger Millionenbetrag – sorgen, unabhängig davon, ob die Gesellschaft ihn abwirft.

Die Funke-Gruppe hat die Verträge gekündigt. Bekommt sie vom Schiedsgericht recht (das üblicherweise Monate bis eher Jahre berät), dürfte Benko die Anteile der Funke-Gruppe an der „Krone“ komplett übernehmen.

Die Dichands, „Krone“ und „Heute“ (Herausgeberin: Dichands Frau Eva Dichand) attackierten Benko in den vergangenen Wochen publizistisch massiv.

Upload-Filter löschen Dutzende Kopien des Mueller-Berichts

Am Gründonnerstag veröffentlichte das US-Justizministerium den Mueller-Bericht. Am Karfreitag ist das Dokument bereits Dutzende Male gelöscht worden: Upload-Filter der Online-Plattform Scribd blockierten in mindestens 32 Fällen die Veröffentlichung; das Dokument sei urheberrechtlich geschützt.

Das ist aus zwei Gründen bemerkenswert. Erstens hält niemand Urheberrechte am Mueller-Bericht. Dokumente, die von der US-Regierung erarbeitet und publiziert werden, sind gemeinfrei. Jeder darf sie kopieren und veröffentlichen, wo und so oft er will. „Das wichtigste Dokument unserer Zeit wurde endlich veröffentlicht, und Sie können es hier auf Scribd lesen“, schrieb die Plattform selbst.

Zweitens, und das gibt dem kuriosen Einzelfall eine größere Bedeutung, hat die Europäische Union der Urheberrechtsreform vergangene Woche endgültig zugestimmt. Hunderttausende Menschen hatten gegen die Richtlinie demonstriert, der Protest richtete sich vor allem gegen einen Punkt: Artikel 13 (im endgültigen Gesetzestext Artikel 17 genannt), der nach Ansicht vieler Experten darauf hinausläuft, dass Plattformen Upload-Filter installieren werden.

Das Online-Portal Quartz zeigt nun am Beispiel des Mueller-Berichts, wie unzuverlässig diese Upload-Filter arbeiten und wie schnell es passieren kann, dass vermeintliche Rechteinhaber Inhalte löschen lassen. Der Quartz-Journalist David Yanofsky hatte eine bearbeitete Version des Berichts bei Scribd hochgeladen. Das Original des US-Justizministeriums lässt sich nicht durchsuchen. Deshalb hatte Yanofsky das PDF mit sogenannter Optischer Zeichenerkennung behandelt und hochgeladen, damit Nutzer das Dokument nach Stichwörtern durchsuchen können.

Daraufhin erhielt er eine E-Mail von Scribd: Ein Filter namens BookID habe den Zugang zu dem Dokument gesperrt. Scribd beschreibt BookID als „fortschrittlichen Algorithmus“, der jedes Dokument scanne, das auf der Plattform hochgeladen werde. Wenn das System Übereinstimmungen mit einem urheberrechtlich geschützten Inhalt entdecke, werde der Upload blockiert. Dabei sperre BookID „gelegentlich“ auch legale Veröffentlichungen. Bedauerlicherweise sei es unmöglich, dass Menschen die übereifrigen Maschinen kontrollierten. Es würden einfach zu viele Dokumente hochgeladen, als dass Mitarbeiter die Funde des Filters überprüfen könnten.

Scribd sperrt insgesamt 32 Kopien des Dokuments – zu Unrecht

Immerhin scheint der manuelle Beschwerdeprozess zuverlässiger zu funktionieren als die automatische Blockade: 17 Minuten, nachdem Quartz Einspruch eingelegt hatte, stellte Scribd den Zugang wieder her. Eine Sprecherin der Plattform sagte, dass insgesamt 32 Kopien des Dokuments versehentlich gesperrt und später freigegeben worden seien. Ein großer Verlag habe den Mueller-Bericht als Buch veröffentlicht. Deshalb sei BookID fälschlicherweise davon ausgegangen, dass die Uploads die Verwertungsrechte des Verlags verletzten.

In den vergangenen Tagen sind mehrere E-Books und gedruckte Ausgaben des Mueller-Berichts erschienen. Verlage wie Simon & Schuster, Unternehmen wie Barnes & Noble und Medien wie die Washington Post haben den Bericht, teils mit Vorwort und Anmerkungen versehen, neu veröffentlicht. Obwohl die Bücher bis zu 15 Dollar kosten, stehen sie bereits auf den Amazon-Bestsellerlisten.

Mit einem gemeinfreien Werk darf man fast alles anstellen, auch Geld dafür verlangen. Nur eines darf man nicht: Besitzansprüche geltend machen. Warum der „führende, global agierende Verlag“, dessen Namen Scribd nicht nennt, den Mueller-Bericht schützen ließ, ist unklar. Womöglich laden Maschinen alle Veröffentlichungen automatisch in eine Datenbank mit angeblich urheberrechtlich geschütztem Material – woraufhin andere Maschinen automatisch übereinstimmende Inhalte im Netz löschen.

Neun Beispiele für Filterversagen

Der zu Unrecht gesperrte Mueller-Bericht ist nur eines von vielen Beispielen für Filter, die legale Uploads blockieren. Piratenpolitikerin Julia Reda, eine der bekanntesten Gegnerinnen der EU-Urheberrechtsreform, hat neun besonders absurde Fehlalarme dokumentiert. Youtubes Systeme verwechselten das zwölfsekündige Video einer schnurrenden Katze mit einer geschützten Komposition, sperrten die Aufnahme einer Vorlesung über das Urheberrecht wegen vermeintlicher Urheberrechtsverletzungen und hinderten die Nasa daran, das Video einer Marslandung hochzuladen – weil TV-Sender die Bilder der Nasa bereits ausgestrahlt und automatisch als eigenen Inhalt bei Youtube angemeldet hatten. Weitere Beispiele für Filterversagen finden sich in einer Liste der Bürgerrechtsorganisation EFF.

Diese Fälle könnten einen Vorgeschmack auf die Auswirkungen der EU-Urheberrechtsrichtlinie geben. Reform-Gegner fürchten, dass etliche Online-Plattformen dann Upload-Filter installieren, die weitaus umfassender und komplexer sein müssten als bestehende Systeme. Im Vergleich mit Youtube, Facebook und anderen großen Plattformen ist Scribd ein Zwerg. Das ermöglicht es, verhältnismäßig schnell auf Anfechtungen zu reagieren.

Deutschland hat eine rechtlich nicht bindende Protokollerklärung abgegeben, die Nutzern einen „niederschwelligen Zugang zu einem Beschwerdemechanismus“ garantieren soll. Ob und wie sich das in der späteren Gesetzgebung niederschlagen wird, lässt sich noch nicht sagen. Das neue EU-Urheberrecht bestraft Plattformen nur, wenn sie illegale Inhalte online lassen – wenn sie legale löschen, drohen ihnen keine Konsequenzen.

„Wenn du den ersten Schritt deines Kindes nicht mit deiner Familie teilen kannst“

Eine besonders düstere Zukunftsvision entwirft der kanadisch-britische Schriftsteller Cory Doctorow (hier im SZ-Interview). „Was passiert, wenn ein Fernsehsender kurz vor einer Wahl Urheberrechtsansprüche für eine Trump-Entgleisung anmeldet und die Aufnahmen nicht entblockt werden, bis die Wahl gelaufen ist?“, fragt Doctorow auf seinem Blog Boing Boing. „Was passiert, wenn eine Bildagentur eine Aufnahme sperren lässt, die Polizeigewalt dokumentiert, weil die Werbung auf dem Bus im Hintergrund eines ihrer Fotos benutzt? Was passiert, wenn du den ersten Schritt deines Kindes nicht mit deinen Familienangehörigen teilen kannst, weil in dem Raum ein Fernseher steht, auf dem ein geschützter Zeichentrickfilm läuft?“

Im Laufe der kommenden zwei Jahre könnte Doctorow Antworten auf seine Fragen erhalten. So lange haben die 28 EU-Mitgliedsstaaten Zeit, die Vorgaben der Reform in nationales Recht umzusetzen.

Hollywood-Produzent Steve Golin gestorben

Der Hollywood-Produzent Steve Golin ist im Alter von 64 Jahren an den Folgen einer langjährigen Krebserkrankung gestorben.

Golin brachte Filme wie „Wild at Heart“, „Being John Malkovich“, „Babel“ und „The Revenant – Der Rückkehrer“ auf die Leinwand. Die US-Website „Variety“ bezeichnet ihn als „Pionier“ darin, Filmtalente zu managen und gleichzeitig Filme zu produzieren.

Er war Mitbegründer der erfolgreichen Firmen „Propaganda Films“ und „Anonymous Content“ für Werbespots, Musikvideos, TV-Serien und Spielfilme, arbeitete mit Filmtalenten wie Alfonso Cuaron, Steven Soderbergh, Spike Jonze und David Fincher zusammen. Als Produzent erhielt Golin 2016 den Oscar für „Spotlight“ in der Sparte „Bester Film“.

USA: Gesichtserkennung wird 97 Prozent aller Flugpassagiere erfassen

Das US-Ministerium für innere Sicherheit gibt an, in den nächsten vier Jahren die Gesichtserkennungsscans an Flughäfen massiv auszubauen. Bis 2023 will man 97 Prozent aller Passagiere erfassen könnten. Das System wurde 2017 erstmals gestartet, 2018 wurde es in 15 verschiedenen Flughäfen genutzt. Konkret werden Passagiere beim Abflug-Gate fotografiert, diese Bilder werden dann mit einer Datenbank abgeglichen. Die Fotos sind etwa Kreditkarten- und Passbilder. Kritiker befürchten, dass solche Datenbanken auch von anderen Behörden zu anderen Zwecken genutzt werden könnten.

Als Nutzungszweck sehen die Behörden etwa die Möglichkeit, genau kontrollieren zu können, wann jemand das Land betritt bzw. verlässt. Damit werden auch Personen erfasst, die ihr Visum überschritten haben.

Auch die österreichische Polizei will Gesichtserkennungssoftware verwenden. Der Start ist für Herbst 2019 geplant. Dabei sollen zur Verbrechensaufklärung Video- und Bildmaterial mit einer Datenbank abgeglichen werden, die Fotos von polizeibekannten Personen beinhaltet.

Musikstreaming: Juke stellt den Dienst ein

Die Media-Saturn-Holding stellt ihren Musikstreamingdienst Juke zum 30. April ein. Das Unternehmen empfiehlt Kunden bis dahin, Screenshots angelegter Playlists und als Favoriten abgespeicherter Songs und Alben anzufertigen. Eine Export-Option zu anderen Diensten gibt es offenbar nicht. Kunden, die noch Fragen zur Einstellung des Angebotes haben, können sich telefonisch oder per Mail an den Juke-Support wenden.

Serien könnten bald im Hochformat laufen

Produzenten kämpfen immer erbitterter um ein begrenztes und deshalb so kostbares Gut: die Zeit der Menschen. Wer möglichst viele Leute dazu bringt, möglichst viel Zeit auf seiner Plattform zu verbringen, der kann für dieses Erlebnis entweder eine monatliche Gebühr verlangen oder Werbung verkaufen. Das war schon im Fernsehzeitalter so, gewiss; nur: Die meisten Menschen sitzen nun eben nicht mehr den ganzen Abend auf der Wohnzimmer-Couch und starren auf diesen Kasten im Eck (oder den Flachbildschirm an der Wand). Sie können nun immer und überall gucken.

„Vor sechs Jahren haben die Leute durchschnittlich sechs Minuten am Tag Videos auf ihren mobilen Geräten geguckt, mittlerweile sind es 70 Minuten“, sagt Jeffrey Katzenberg. Er hat einst die Filmsparte bei Disney und das Trickfilm-Studio Dreamworks Animation geleitet, im Herbst vergangenen Jahres hat er gemeinsam mit der ehemaligen Hewlett-Packard-Chefin Meg Whitman die Firma Quibi gegründet. „Wir wollen knackige Inhalte liefern“, sagt Katzenberg über die Videoplattform, deren Name eine Abkürzung des englischen Begriffs für kurze Schnipsel (Quick Bites) ist: „Es geht um die Viertelstunde, die Leute in der U-Bahn oder im Wartezimmer sitzen. Es ist möglich, in dieser Zeit ein Erlebnis zu kreieren.“

Geplant sind zum Beispiel eine Castingshow von Justin-Bieber-Manager Scooter Brown, ein Hinter-den-Kulissen-Format der amerikanisch-mexikanischen Telenovela „El Señor de los Cielos“ (König der Lüfte) und eine Wohlfühl-Show von Jennifer Lopez. Alles soll kurz und knackig sein, möglichst kürzer als acht Minuten pro Folge, mit so wenigen formalen Einschränkungen wie möglich. Quibi, das bei der ersten Finanzierungsrunde bereits mehr als eine Milliarde Dollar eingesammelt hat, möchte laut Katzenberg „eine Infrastruktur bereitstellen, die möglichst viele Formate erlaubt und möglichst wenige Grenzen setzt“.

Das klingt ein bisschen wie die Profiversion der Do-it-yourself-Plattform Firework, die es den mittlerweile mehr als einer Million Nutzern über die Funktion „Reveal“ erlaubt, 30-Sekunden-Filme gleichzeitig im Hoch- und Querformat zu filmen. Der Produzent sieht beim Filmen die Abgrenzungen auf seinem Bildschirm, der Zuschauer guckt dann die Version, die er sehen möchte, hoch oder quer – und kann durch Kippen des Telefons das Format wechseln und entdeckt womöglich bis dahin versteckte Inhalte (die nur im Quer- oder im Hochformat zu sehen sind). „Wir wollen kreativen Köpfen eine Plattform bieten, auf der sie sich ausleben können“, sagt Firework-Manager Cory Grenier: „Zeit ist kostbar, die Leute sind dauernd unterwegs – 30 Sekunden sind die ideale Zeitspanne für eine packende Geschichte.“

Die Grenzen der Branche werden gerade nicht verschoben, sondern regelrecht gesprengt – weil die Leute nicht mehr gucken müssen, was ihnen vorgesetzt wird, sondern aus Tausenden, ja Millionen Angeboten wählen dürfen. Dadurch werden nicht nur die Regeln für das Bildschirm-Format verändert, sondern auch andere Maßstäbe: Wie lang soll die Folge einer Serie sein, wie viele Episoden pro Spielzeit muss es geben, wann sollte die Dramaturgie wegen einer Werbepause zugespitzt werden? Es ist die große Freiheit für alle Produzenten, die sehr vieles von dem, was sie bis vor fünf Jahren an den Filmhochschulen gelernt haben, vergessen dürfen – nur nicht das wichtigste Gebot dieser Branche: Du sollst nicht langweilen!

Das führt zum Grund, warum noch immer Serien im Querformat produziert werden – und zu diesen astronomischen Summen, die gerade in Hollywood bezahlt werden. 250 Millionen Dollar hat Amazon für die Rechte am Fantasy-Universum von J. R. R. Tolkien bezahlt. Rechnet man die prognostizierten Produktionskosten für die geplanten fünf Spielzeiten hinzu, dann dürfte das Unternehmen insgesamt mehr als eine Milliarde Dollar in das „Lord of the Rings“-Projekt investieren. Amazon-Gründer Jeff Bezos hatte schon vor zwei Jahren bestimmt, dass Prime, der Streamingdienst seiner Firma, dringend ein Alleinstellungsmerkmal brauche, so wie es „House of Cards“ oder „Stranger Things“ für Netflix und „Game of Thrones“ für den Pay-TV-Sender HBO sind – frei nach dem Ringgedicht von Tolkien: „Ein Projekt, sie zu kriegen, sie alle zu finden; zu Prime zu treiben und ewig zu binden.“

CIA-Vorwürfe: Huawei soll von chinesischer Regierung finanziert werden

Neue Vorwürfe gegen Huawei: Der US-Geheimdienst Central Intelligence Agency (CIA) hat den chinesischen Telekommunikationsausrüster beschuldigt, Geld von mehreren Regierungsstellen in China erhalten zu haben. Die Informationen hat die CIA nur ausgesuchten westlichen Geheimdiensten übermittelt.

Danach haben die Nationale Sicherheitskommission der Kommunistischen Partei Chinas, die Volksbefreiungsarmee und eine weiteren Stelle aus dem chinesischen Geheimdienstnetzwerk Huawei Geld zukommen zu lassen. Das berichtet die britische Tageszeitung The Times unter Berufung auf eine Quelle beim britischen Geheimdienst.

Die CIA habe ihre Erkenntnisse mit den anderen Mitgliedern der sogenannten Five Eyes – Australien, Großbritannien, Kanada und Neuseeland – geteilt. Aber nur hochranginge Geheimdienstmitarbeiter hätten diese Informationen erhalten, sagte der Informant.

Huawei erklärte der Times, das Unternehmen äußere sich nicht zu „unbegründeten Behauptungen aus anonymen Quellen, die durch keine Beweise gestützt werden“. Anfragen der Times an die CIA und das chinesische Außenministerium blieben unbeantwortet.

Die US-Regierung hält Huawei für ein Sicherheitsrisiko: Sie glaubt, der chinesische Hersteller baue in seine Netzinfrastruktursysteme Hintertüren, die chinesische Geheimdienste für Spionagezwecke nutzen können. So darf beispielsweise das US-Militär auf seinen Basen keine Systeme von Huawei einsetzen. Ihren Bürgern haben US-Sicherheitsdienste empfohlen, keine Geräte von Huawei zu nutzen. Einigen Verbündeten, darunter Deutschland, hat die US-Regierung mit einer Einschränkung der Geheimdienstzusammenarbeit gedroht, falls Huawei oder ein anderes chinesisches Unternehmen in dem jeweiligen Land am Aufbau des 5G-Netzwerks beteiligt werde.

E-Mail-Spoofing nimmt deutlich zu

Das deutsche Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt vor einer deutlichen Zunahme des sogenannten „Mail-Spoofings“. Dabei senden Cyberkriminelle Verbrauchern E-Mails mit vermeintlich vertrauenswürdigen Absender-Identitäten – zum Beispiel der eines Kollegen, Geschäftspartners oder Bekannten.

Dahinter stecken laut BSI oftmals Erpressungsversuche. „Die Nutzerinnen und Nutzer werden unter Druck gesetzt und zur Zahlung von Lösegeld aufgefordert“, erklärt ein Sprecher der Behörde. So behaupten Cyberkriminelle zum Beispiel, dass sie den Betroffenen über seine eigene Webcam beim Besuch von Pornoseiten gefilmt hätten. Wenn das vermeintliche Hacking-Opfer nicht einen bestimmten Betrag auf ein Paypal-Konto überweise, würden die Aufnahmen an alle Bekannten weitergeschickt.

30 Jahre Game Boy

Ein Monochrom-Bildschirm kaum größer als eine Streichholzschachtel, keine Hintergrundbeleuchtung, nur 8 Kilobyte Arbeitsspeicher und ein Prozessor mit 4,19 Megahertz: Nach heutigen Maßstäbe klingen die technischen Daten des Game Boys lächerlich. Als Nintendo seinen ersten modulbasierten Handheld am 21. April 1989 in Japan vorstellte, störte das jedoch kaum jemanden. Im Gegenteil: Die tragbare Spielkonsole war heiß begehrt, bis zum Jahresende verkaufte sie sich knapp 300.000 Mal.

Die Fans von damals kannten das mobile Spielen zwar schon von Nintendos beliebten „Game & Watch“-Geräten und vergleichbaren LCD-Games. Sie sehnten sich jedoch auch unterwegs nach komplexeren Spielerlebnissen mit einem höheren Grad an Interaktion. Eine solche Erfahrung bot dann „Super Mario Land“.

In dem eigens für den Game Boy entwickelten Jump ’n‘ Run musste Nintendo-Ikone Mario in vier verschiedenen Welten immer neuen Gefahren trotzen. Das unter Mitwirkung von Game-Boy-Erfinder Gunpei Yokoi entwickelte Spiel demonstrierte die Vorzüge des 220 Gramm leichten Handhelds und weckte weltweit Begehrlichkeiten.

Sogar in Südkorea, wo Produkte aus Japan Anfang der Neunzigerjahre verboten waren, konnte man den Game Boy kaufen: Hyundai umging den Import-Stopp, indem man eine Lizenzvereinbarung mit Nintendo einging und das Gerät unter dem Namen „Comboy Mini“ anbot.

Effiziente Zielgruppenerweiterung

Doch Nintendo wollte nicht nur seine Stammkundschaft begeistern, sondern auch neue Zielgruppen erschließen. Um dieses Vorhaben umzusetzen, bündelte das Unternehmen die Hardware zum Start in den USA (31. Juli 1989) und Europa (28. September 1990) mit „Tetris“ aus der Feder des russischen Ingenieurs Alexei Paschitnow. Ein cleverer Schachzug, denn das Klötzchen-Stapel-Spiel sprach verschiedene Typen an und bot zudem einen tollen Zweispieler-Modus über das sogenannte Linkkabel.

Auch der russische Kosmonaut Alexander Serebrov liebte seinen Game Boy samt „Tetris“ – so sehr, dass er beides 1993 mit auf die Raumstation Mir nahm, wo der Handheld insgesamt 196 Tage verbrachte und mehr als 3000 Mal die Erde umrundete. Am 5. Mai 2011 wechselte Serebrovs Weltraum-Game-Boy samt „Tetris“-Modul beim britischen Auktionshaus Bonhams für 1220 Dollar den Besitzer.

Der Siegeszug der Taschenmonster

Andere Titel wie „Dr. Mario“ oder das dank Spezialadapter zu viert spielbare „F-1 Race“ setzten beim Mehrspielermodus ebenfalls auf das Linkkabel und festigten so den Ruf des Game Boys als Spaßbringer für Jung und Alt.

Und dann kam noch das Rollenspiel-Duo „Pokémon Rot“ und „Pokémon Blau“, das im Westen erstmals im Herbst 1998 erschien und in Deutschland ab 1999 erhältlich war. Der Clou hier: Jede Edition enthielt Kreaturen, die in der jeweils anderen Fassung fehlten. Wer alle 151 Pokémon einfangen wollte, musste sich mit Gleichgesinnten treffen, um die noch benötigten Taschenmonster via Linkkabel zu tauschen.

Eine brillante Gamedesign-Idee – und ein weiterer Grund, warum der zu diesem Zeitpunkt technisch längst veraltete Game Boy weiter reißenden Absatz fand.

Kontinuierliche Hardware-Evolution

Entscheidend für den Langzeiterfolg der Marke Game Boy war jedoch nicht nur die Fülle an innovativen Spielen. Nintendo veröffentlichte auch immer wieder Neuauflagen der Ur-Hardware und legte dabei Wert auf Abwärtskompatibilität zu den vorherigen Geräten. Somit konnten Nutzer ihre alten Module stets weiterverwenden.

Los ging’s mit dem Game Boy Pocket im Jahr 1996. Er war kleiner, 95 Gramm leichter und bot ein neues Schwarz-Weiß-Display, welches Schlieren beim Spielen sichtbar reduzierte. Eine integrierte Hintergrundbeleuchtung gab es beim Game Boy Pocket jedoch ebenfalls nicht. Diese wurde erst ab April 1998 mit dem nur in Japan erhältlichen Game Boy Light eingeführt.

Im Herbst desselben Jahres veröffentlichte Nintendo noch den Game Boy Color und brachte damit erstmals Farbe ins Spiel. Praktisch: War ein Spiel nicht eigens für den Game Boy Color konzipiert, konvertierte das System die Grautöne automatisch in eine vorgegebene Farbpalette, die der Nutzer auch anpassen konnte.

Außerdem kam das neue Farbwunder mit einem Infrarot-Port daher. Das war ideal zum stressfreien Tauschen in der „Pokémon“-Reihe, die mit der Goldenen und Silbernen Edition noch einmal große Verkaufserfolge erzielte.

Der Game Boy Advance: 32-Bit-Power

Allzu lange währte die Vorherrschaft des Game Boy Color allerdings nichts, denn bereits 2001 stand die Nachfolgegeneration bereit. Im Game Boy Advance (GBA) werkelte ein mit 16,77 Megahertz getakteter 32-Bit-RISC-Prozessor, der Spiele auf dem Niveau der Heimkonsole Super Nintendo darstellen konnte.

Ordentliche 3D-Optik beherrschte der GBA noch nicht, viele Fans störte das aber nur bedingt. Sie liebten 2D-Hits wie „The Legend of Zelda: The Minish Cap“, die Vampirjäger-Reihe „Castlevania“ oder das Runden-Strategiespiel „Advance Wars“.

Rückblickend betrachtet ging der GBA allerdings erst mit der Einführung des „SP“-Modells durch die Decke. Dieses ließ sich zusammenklappen: Dank des bierdeckelgroßen Grundrisses passte es in wirklich jede Westentasche, und obendrein punktete es mit zuschaltbarer Bildschirmbeleuchtung sowie wiederaufladbarem Akku.

Bliebe noch der Game Boy Micro aus dem Jahr 2005, das letzte Modell der Game-Boy-Produktreihe. Mit Maßen von 10 mal 5 mal 1,8 Zentimetern war er ein wahrer Winzling – und für viele Fans etwas zu klein. Für lange Spielsessions eignete er sich dadurch kaum.

Weil Nintendo außerdem nahezu zeitgleich die ersten Geräte des Nintendo DS (kurz für Dual Screen) auf den Markt brachte, rangiert der Micro auf den hinteren Rängen der ansonsten beeindruckenden Verkaufsstatistik des Game Boys. Bis heute hat sich die komplette Game-Boy-Familie über 200 Millionen Mal verkauft.

Jewish Voice from Germany wird eingestellt

Die 2012 von Dr. Rafael Seligmann gegründete Quartalszeitung ‚Jewish Voice from Germany‘ wird eingestellt. Das Blatt hat sich sowohl in Deutschland als auch international einen hoch respektierten Ruf als unabhängige Stimme des Judentums in Deutschland erworben. Als Grund nennt der Gründer den zu hohen Aufwand für die Akquisition von Anzeigen, die wesentliche Einnahme-Quelle für die Zeitung, die auch ‚Der Welt‘ beilag und dadurch eine verbreitete Auflage von 150.000 Exemplaren hatte.

Millionen von Instagram-Zugangsdaten kompromittiert

Eine Datenpanne bei Instagram erweist sich als deutlich gravierender als zunächst von Facebook kommuniziert. Ende März hatte der Konzern zugegeben, dass die Passwörter von Hunderten Millionen Nutzern von Facebook-Diensten intern im Klartext abgespeichert und für Mitarbeiter des Unternehmens zugänglich gewesen seien. Es seien auch Zugangsdaten „zehntausender Instagram-Nutzer“ betroffen, hatte der Konzern in einem Blog-Beitrag mitgeteilt.

Den Beitrag hat Facebook um einen Absatz ergänzt. „Nachdem dieses Posting veröffentlicht wurde, haben wir weitere Logs mit Instagram-Passwörtern im Klartext gefunden“, heißt es nun. Man schätze nunmehr, dass „Millionen von Instagram-Nutzern betroffen sind“. Sie alle würden bald in Kenntnis gesetzt. Es gebe keine Hinweise darauf, dass die Daten intern missbraucht worden seien.