Slack vor Übernahme durch Salesforce

Der SAP-Konkurrent Salesforce will sich Insidern zufolge den Bürochat-Anbieter Slack einverleiben. Es würden entsprechende Gespräche geführt, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen. Nach Berichten über die Verhandlungen kletterte die Slack-Aktie am Mittwoch um 24 Prozent, womit die Firma am Markt rund 21 Mrd. Dollar (17,7 Mrd. Euro) wert war. Das Papier lag zuletzt deutlich unter dem Rekordhoch von 42 Dollar aus dem vergangenen Jahr.

Insidern zufolge betrachtet der Cloud-Pionier Salesforce, der in der Vergangenheit stark durch Zukäufe gewachsen ist, die mögliche Übernahme als logische Erweiterung seines Portfolios. Bisher ist unklar, welchen Preis Salesforce für Slack auf den Tisch legen würde. Einer mit der Angelegenheit vertrauten Person zufolge will Salesforce lieber in bar als in Aktien bezahlen.

Sollten die Verhandlungen erfolgreich sein, könne ein Deal noch vor der Veröffentlichung der Slack-Quartalszahlen am 9. Dezember bekannt gegeben werden.

Bertelsmann kauft Simon & Schuster

Die zu Bertelsmann gehörende weltweit tätige Publikumsverlagsgruppe Penguin Random House übernimmt den Buchverlag vom Medienunternehmen ViacomCBS für 2,175 Mrd US-Dollar.

Mit dem Kauf stärkt Bertelsmann seine ohnehin schon starke Präsenz auf dem Weltmarkt, vor allem aber in den USA. Simon & Schuster beschäftigt weltweit rund 1500 Menschen und erwirtschaftete im Jahr 2019 einen Umsatz von 814 Mio US-Dollar.

Die Transaktion steht allerdings noch unter dem Vorbehalt der regulatorischen Genehmigungen. Bertelsmann entrichtet den Kaufpreis in bar aus vorhandenen liquiden Finanzmitteln. Mit dem Abschluss des Kaufs wird im Laufe des Jahres 2021 gerechnet.

Simon & Schuster soll als eigene Verlagseinheit unter dem Dach von Penguin Random House weitergeführt werden. Jonathan Karp, President & CEO von Simon & Schuster, und Dennis Eulau, COO und CFO, werden weiterhin an der Spitze des Verlags stehen.

5G verändert Satellitenkommunikation

Das Forschungsunternehmen Northern Sky Research hat eine Studie veröffentlicht, die zeigt, dass 5G auch die Satellitenkommunikation verändern wird.

Laut NSR sei das Wachstumspotenzial durch 5G extrem hoch: etwa mit neuen Geschäftsmodellen oder Möglichkeiten der Virtualisierung. Weiter prognostiziert die NSR in ihrem Bericht „5G via Satellite: Impacts, Demand and Revenue Potential“ (etwa: „5G via Satellit: Auswirkungen, Nachfrage und Einnahmepotenzial“), dass 5G in den Jahren 2019 bis 2029 Einnahmen von insgesamt 21 Milliarden US-Dollar ermöglichen wird.

5G als „Netzwerk der Netzwerke“

In diesem Zusammenhang wird 5G auch als zukünftiges „Netwerk der Netwerke“ bezeichnet. Denn es soll auch Nicht-3GPP-Technologien, wie beispielsweise Satelliten, ermöglichen, sich nahtlos in den „5G-Kernnetz“ zu integrieren.

In fünf Jahren, wenn der Erfolg von Satellitenkommunikation beim Übergang zu 5G gemessen werde, sei Satellit nicht länger ein separates oder isoliertes, sondern „transparentes“ Ökosystem. Dies könnte zudem zu einer wesentlich höhere Akzeptanz von Satelliten-Diensten führen.

Fazit

Das Fazit der Studie von NSR zur Satellitenkommunikation und 5G: 5G wird einen großen Einfluss darauf haben, wie Netzwerke konzipiert und betrieben werden. Zudem soll die Einführung des „5G-Kernnetz“ es der Satellitenkommunikation ermöglichen, sich nahtlos in die Mainstream-Telekommunikation zu integrieren. Jedoch könnte es auch verwendet werden, um Netzwerke der nächsten Generation, wie beispielsweise VHTS, optimal zu betreiben.

Republik Österreich sucht Kreativleistungen für 30 Millionen Euro

Es ist unbestritten einer der größten Etats, der je in diesem Land ausgeschrieben wurde: Die Republik Österreich sucht in einer Anfang November veröffentlichten Ausschreibung Kreativagenturleistungen, das Gesamtvolumen dafür beträgt stolze 30 Millionen Euro bis Ende 2024. Was dafür verlangt wird? Die Erarbeitung eines Kommunikationskonzeptes bzw. eines Kommunikationsrahmens, wie es in den Ausschreibungsunterlagen heißt, der Bundesregierung für die Dauer der Legislaturperiode. „Die österreichische Bevölkerung soll umfassend über die Ziele, Vorhaben und Maßnahmen der Bundesregierung sowie deren Umsetzungsstand informiert werden.“

Gewünscht wird die stringente gemeinsame Kommunikation aller Ministerien und ein Kommunikationsrahmen von einem Anbieter, auf den alle Ministerien zugreifen können, heißt es weiter. Das genannte Budget ist freilich nicht gleichzusetzen mit dem Agenturhonorar, sondern beinhaltet alle erforderlichen Leistungen – genannt werden etwa Kreativleistungen, Produktion der Werbemittel und auch das Agenturhonorar. Erarbeitet werden sollen etwa unter Punkt 2.3. des Briefings, das „Das Beste aus beiden Welten“ genannt wird, die Ausgangslage samt Analyse, eine Empfehlung für eine gemeinsame Kommunikation, gewisse Themenschwerpunkte wie Klimaschutz und E-Mobilität. Letztgenanntes wird in einer Beilage der Ausschreibung mit maximal vier Millionen Euro an Budget für sämtliche Maßnahmen beziffert. Abgewickelt wird all das im Vergabeverfahren durch die Bundesbeschaffung GmbH. Diese schreibe eine derartige Leistung erstmals aus, heißt es von dieser Stelle gegenüber dem Standard, der am Dienstag zuerst über die Ausschreibung berichtet hat.

Die Ende der Teilnahmefrist ist mit 10. Dezember diesen Jahres festgesetzt, der Abschluss der Rahmenvereinbarung soll in Kalenderwoche 22 2021 erfolgen. Teilvergabe ist keine vorgesehen, allerdings sind Bietergemeinschaften denkbar. In den Zuschlagskriterien ist der Preis der Agentur mit 30 Prozent gewichtet, der Schwerpunkt liegt am Konzept selbst.

Zur Kritik unter anderem von Seiten der Opposition (siehe unten) äußerte sich etwa der Grüne Nationalratsabgeordnete Michel Reimon auf Twitter. Die Rahmenvereinbarung über eine gewisse Höhe sei deshalb gewählt worden, um je nach Thema „flexibel“ Schwerpunkte setzen zu können und je nach Bedarf etwa eine Impf- oder aber eine Arbeitsmarkt-Kampagne fahren zu können. Die Maximalhöhe von 7,5 Millionen Euro jährlich werde „nicht fix ausgegeben, sondern ist der mögliche obere Handlungsrahmen.“ Jedes Ministerium, das eine Kampagne starte, müsse diese wie bisher aus dem jeweils eigenen Budget finanzieren. „Es ist auch kein neues/zusätzliches Geld, sondern beinhaltet bisherige die (sic!) Öffentlichkeitsarbeit“, verweist Reimon auf das letzte Woche eingebrachte Budget.

Media-Etat um 180 Millionen Euro ausgeschrieben

Parallel zur laufenden Kreativausschreibung läuft auch eine für Medialeistungen. Hier werden Agentur-Leistungen inklusive Mediaschaltungen „in Angelegenheiten der allgemeinen Regierungspolitik und Informationstätigkeiten der Bundesregierung (…) für öffentliche Auftraggeber in Österreich“ gesucht. Wert des Etats: 180 Millionen Euro für eine Laufzeit von ebenso vier Jahren. Heißt: 45 Millionen Euro pro Jahr. Ausgeschrieben wurde die Beauftragung am 2. November 2020, die Teilnahmefrist endet am 9. Dezember des gleichen Jahres. Auch hier soll innerhalb von fünf Monaten ein Zuschlag erfolgen.

Globale Ausgaben für digitale Werbung steigen 2021 auf 395 Milliarden US-Dollar

Wie Buyshares.co.uk, ein britisches Börsennachrichten Portal berichtet, steigen die weltweiten Ausgaben für digitale Werbung im kommenden Jahr um 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 395 Milliarden US-Dollar. Obwohl die Covid-19-Pandemie das Wachstum der digitalen Werbung verlangsamte, wird laut dem britischen Online-Portal erwartet, dass Online-Anzeigen in diesem Jahr ihren Marktanteil erhöhen. Nach einem starken Rückgang der Werbeausgaben im März, war in den letzten Monaten weltweit ein starkes Wachstum zu verzeichnen. Im Jahr 2017 wurden weltweit 251,7 Milliarden US-Dollar für digitale Werbung ausgegeben, so berichtete Statista Digital Market Outlook. In den folgenden zwei Jahren stieg dieser Wert um 33 Prozent auf 335,7 Milliarden US-Dollar an. Doch die Corona-Pandemie löste zwischen Januar und März 2020 einen starken Rückgang der Werbeausgaben aus, da ein Viertel der Unternehmen und Marken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit ihre Budgets still legten. Mittlerweile haben die meisten Unternehmen ihre Budgets entsprechend angepasst. Daher wird erwartet, dass die weltweiten Ausgaben für digitale Werbung im Jahr 2020 gegenüber dem Vorjahr um 3 Prozent auf 345,9 Milliarden US-Dollar steigen werden.

Ausgaben für Kleinanzeigen sinken, Videoanzeigen nehmen zu

Statistiken zeigen weiters, dass die Werbeausgaben im Kleinanzeigen-Segment im Jahr 2020 voraussichtlich um 2,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 18,5 Milliarden US-Dollar sinken werden. Bis Ende nächsten Jahres wird diese Zahl aber über 19,7 Milliarden US-Dollar steigen. Die Ausgaben für Videoanzeigen werden im Jahr 2020 voraussichtlich um 4,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 27,8 Milliarden US-Dollar steigen. In den nächsten zwölf Monaten wird ein Anstieg auf 30,9 Milliarden US-Dollar erwartet.

Suchmaschinenausgaben steigen um 16 Prozent, Social Media folgt mit einem Plus von 15 Prozent

Die Ausgaben für Bannerwerbung werden voraussichtlich im nächsten Jahr einen Wert von 58,6 Milliarden US-Dollar erreichen, ein Anstieg von 6,5 Milliarden US-Dollar gegenüber dem Vorjahr. Aus statistischen Daten geht außerdem hervor, dass das Suchmaschinen-Werbesegment voraussichtlich den größten Anstieg der Ausgaben verzeichnen wird, nämlich von 148,5 Milliarden US-Dollar 2020 auf 172,2 Milliarden US-Dollar im Jahr 2021 wachsen wird, was einem Anstieg von 16 Prozent entspricht. Die Werbeausgaben für soziale Medien folgen mit einem Anstieg von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 113,6 Milliarden US-Dollar. Statistiken zeigen weiter, dass die weltweiten Ausgaben für digitale Werbung in den folgenden Jahren weiter steigen und bis 2023 einen Wert von 447,4 Milliarden US-Dollar erreichen werden.

Mobile Advertising erreicht fast 60 Prozent der Gesamtwerbung

In den letzten Jahren hat die Nutzung von Mobiltelefonen stark zugenommen, was erhebliche Auswirkungen auf die digitale Werbebranche hatte. Um mit den Anforderungen der Verbraucher Schritt zu halten, höhere Einnahmen zu erzielen und ihren Markennamen zu stärken, mussten Unternehmen benutzerfreundliche Handy-Anzeigen erstellen. Im Jahr 2017 wurden 45 Prozent der gesamten Ausgaben für digitale Werbung über mobile Geräte generiert. Mobile Advertising ist in den letzten drei Jahren weiter gewachsen und hat 2020 einen Marktanteil von 55 Prozent erreicht. Statistiken zufolge wird diese Zahl im nächsten Jahr auf 57 Prozent steigen, und bis Ende 2022 werden mobile Anzeigen fast 60 Prozent der Gesamtwerbung für digitale Werbung ausmachen.

Jeder zweite Österreicher shoppt am Black Friday für durchschnittlich 256 Euro

In der aktuellen Studie von Klarna gaben nun mit 59 Prozent, deutlich mehr als die Hälfte der Österreicher, an, schon einmal am Black Friday teilgenommen zu haben – die Mehrheit von ihnen online. In diesem Jahr denken 55 Prozent der Österreicher darüber nach, am Black Friday etwas zu kaufen.

Black Friday 2020 wir Online sämtliche Rekorde brechen

Aktuell lag das Verhältnis von Online- zu Offline-Konsumenten laut der Klarna-Studie bei 64 zu 36 Prozent. Und dieses gute Drittel an Konsumenten im stationären Handel wird sich nun bedingt durch den Lockdown und geschlossenen Geschäfte weitestgehend ins Onlinegeschäft verschieben. Kleine Ausnahmen wie Black-Friday-Aktionen in Supermärkten oder Drogerien die weiterhin geöffnet sind, bleiben.

Österreicher planen 256 Euro für das Shopping-Erlebnis am Black Friday ein

Die Zahlen des Black Friday sind mittlerweile beeindruckend: 256 Euro planen die Österreicher durchschnittlich für die Schnäppchenjagd ein. Dabei kalkulieren männliche Konsumenten mit Ausgaben von 307 Euro, Frauen geben 206 Euro für das Shopping-Event an. Die mit Abstand kaufkräftigste Altersgruppe sind mit 388 Euro die 35-44-Jährigen.

Oberösterreich shoppt am Black Friday vor Wien mit Abstand am fleißigsten

Im Bundesländervergleich gibt es mit Oberösterreich einen glasklaren Sieger. In Linz, Wels und Co geben die Black Friday-Shopper im Schnitt 334 Euro aus. In die Top Drei schaffen es noch Wien mit 287 Euro und Tirol mit 246 Euro. Auf den weiteren Plätzen: Die Steiermark (241 Euro), Kärnten (233 Euro), Niederösterreich (230 Euro), Vorarlberg (214 Euro) und Salzburg (187 Euro). Weit abgeschlagenes Schlusslicht beim Black-Friday-Shopping ist das Burgenland mit gerade einmal 98 Euros.

Das Weihnachtsgeschäft verlagert sich in den November

Beim Einkauf gehen die Shopping-Liebhaber verschieden vor: Während 55 Prozent der österreichischen Konsumenten gezielt auf bestimmte günstige Produkte warten, wollen sich 38 Prozent von den Black Friday Angeboten inspirieren lassen. Dabei erfreuen sich Elektronikartikel der größten Beliebtheit: 55 Prozent planen diese beim diesjährigen Black Friday einzukaufen. 50 Prozent wollen Kleidung und Schuhe kaufen, ebenfalls noch in die Top Fünf schaffen es Entertainment-Produkte, Sport & Freizeitartikel sowie Spielzeug (alle je 22 Prozent).

Fintech Stripe könnte mehr als 70 Milliarden Dollar wert sein

Das US-Fintech-Unternehmen Stripe steuert in einer neuen Finanzierungsrunde einem Agenturbericht zufolge auf eine deutlich höhere Bewertung zu. Unter Berufung auf Insider berichtet Bloomberg, Stripe könnte mit mehr als 70 Milliarden Dollar (59 Milliarden Euro) bewertet werden, möglicherweise könnten es sogar 100 Milliarden Dollar werden. Derzeit liegt die Bewertung des Unternehmens bei 36 Milliarden Dollar. Stripe lehnte eine Stellungnahme ab.

Fintechs gehören zu den Profiteuren der Coronakrise, weil Kunden noch mehr als zuvor ihre Finanzen online abwickeln. Stripe bietet Produkte an, über die Unternehmen online Zahlungen empfangen und Rechnungen stellen können.

Youtube suspendiert rechten US-Kabelsender OAN

Die Online-Videoplattform Youtube hat den rechten amerikanischen Nachrichtensender One America News Network (OAN)suspendiert. Der Sender – ein Favorit von Noch-US-Präsident Donald Trump – hat zuvor Falschinformationen über den Coronavirus verbreitet. Daher darf der Sender eine Woche lang keine neuen Videos posten, bestehende Videos wurden entmonetarisiert – sprich: Es wird keine Werbung mehr vor ihnene geschaltet und OAN fällt um diese Einnahmen um.

Youtube, eine Tochter des Suchmaschinenunternehmens Alphabet, untersagt Nutzern die Verbreitung von Falschinformationen. Um das umzusetzen, setzt man auf Maßnahmen in drei Stufen: Beim ersten Verstoß darf man eine Woche lang nicht posten – diese Strafe ereilte OAN nun. Beim zweiten Verstoß droht eine zweiwöchige Strafe, beim dritten Mal droht die Auflösung des Accounts.

Ebay: Corona-Krise bringt viele neue Kunden

Die Corona-Pandemie mit ihren Einschränkungen für den Einzelhandel lässt das Geschäft des Onlinemarktplatzes Ebay in Deutschland boomen. „Allein in der ersten Jahreshälfte kamen so viele neue Kunden zu uns wie im gesamten Jahr 2019. Ende 2019 zählten wir 18 Millionen aktive Kunden. Inzwischen sind viele weitere dazugekommen“, sagte Deutschland-Chef Oliver Klinck.

Ebay steht weltweit im Schatten des weltgrößten Onlinehändlers Amazon, punktet nun aber damit, dass sich Menschen in der Corona-Krise mehr Zeit für das Ausmisten ihrer Wohnungen nehmen und entsprechend mehr Produkte über die Auktionsplattform anbieten. Zudem profitiert die Firma vom Trend zu gebrauchter oder wieder aufbereiteter Ware.

VÖZ begrüßt „Professionalisierung“ der Regierungs-PR

Der Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) begrüßt, dass die Regierung die Kampagnenplanung des Bundes „auf neue Beine stellt“. Mit der Ausschreibung über die Vergabe von Werbeaufträgen über die Bundesbeschaffungsgesellschaft habe die Regierung den richtigen Weg eingeschlagen, hieß es am Mittwoch in einer Aussendung. Handlungsbedarf sieht der Verband aber bei der Umsatzsteuerreduktion. Diese müsse auch für Zeitungen verlängert werden.

Die Vergabe öffentlicher Werbeaufträge habe in der Vergangenheit immer wieder für Diskussionen gesorgt, da sie zum Teil freihändig erfolgt sei, Kampagnenerfolge nicht nach professionellen Gesichtspunkten gemessen und mögliche Rabatte aufgrund eines gemeinsamen Einkaufs nicht genutzt worden seien. Bereits 2011 habe der VÖZ daher eine Professionalisierung der Kampagnenvergabe von Bund und Ländern gefordert.

„Akuten Handlungsbedarf“ sieht der VÖZ dagegen bei der Umsatzsteuerreduktion. Diese müsse auch für Zeitungen und andere Printpublikationen verlängert werden, wird gefordert. Im gestrigen Finanzausschuss sei die Verlängerung der Maßnahme bis Ende 2021 lediglich für die Buchverlage beschlossen worden. „Hier muss jedenfalls nachgeschärft werden, denn der neuerliche Lockdown, der wiederum die Erlöse der Printmedien beeinträchtigt, sowie die schwachen Konjunkturprognosen erfordern eine Verlängerung dieser überaus sinnvollen Maßnahme, die allen Qualitätsmedien mit Vertriebserlösen hilft“, so Mair. Er appellierte an die Bundesregierung und die im Nationalrat vertretenen Parteien, „ein klares Zeichen in Richtung Qualität zu setzen“.

Home Office, Home Schooling und Gaming treiben Datennutzung auf Rekordhöhen

Die Corona-Krise hat die Notwendigkeit für schnelles und stabiles Internet verdeutlicht. Ob für Home Office, Home Schooling oder die Freizeit – der Lockdown hat im Magenta Netz einen neuen Rekord in der Datennutzung gebracht: Sowohl im Festnetz als auch im Mobilfunk wurden neue All-Time-Highs bei der Nutzung von Datenservices und Zuwächse von rund 20 Prozent gegenüber den Oktoberwochen vor dem Lockdown gesehen. Dabei ist die Nutzung im Herbst saisonal ohnehin schon höher als im Frühjahr bzw. Sommer. Anders als beim ersten Lockdown wurde diesmal aber kein neuer Rekord bei der klassischen Telefonie erreicht.

Gaming, Home Office und Home Schooling als Treiber der Datennutzung

Computer- und Konsolenspiele werden häufiger heruntergeladen und online gespielt, nämlich um 300 Prozent mehr als noch im Oktober, bevor der Lockdown 2.0 startete. Die Nutzung von Internet-Telefonie und Videokonferenz-Programmen, besonders durch das neue Arbeiten aus dem Home Office, Home Schooling und virtuellen Besprechungen, legte um 140 Prozent zu. Die Nutzung von Messaging Apps zum Austausch von Fotos und Videos und zum Chatten nahmen um immerhin 30 Prozent zu. E-Mails und der Download aus App Stores legen jeweils um 20 Prozent zu. Videostreaming ist bereits vor Corona der Top-Datentreiber gewesen. Hierbei ist der Datenverkehr bereits sehr hoch und trotzdem ist er um zehn Prozent erneut gestiegen.

IBM will 10.000 Stellen in Europa abbauen

Der US-Konzern IBM will noch vor der Abspaltung seiner IT-Infrastruktur-Sparte rund 10.000 Arbeitsplätze in Europa abbauen. Damit soll rund jeder fünfte Arbeitsplatz in der Region wegfallen.

Am stärksten betroffen seien Standorte in Großbritannien und Deutschland. Auch in Polen, der Slowakei, Italien und Belgien sollen Stellen wegfallen.

So hat IBM die Streichungen diesen Monat bei einem Treffen mit Arbeitnehmervertretern angekündigt. Diese sollen vor allem die IT-Infrastruktur-Sparte betreffen. Bereits Ende Oktober hatte die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi berichtet, dass IBM in Deutschland mehr als 2.300 Jobs streichen wolle. Der Konzern beschäftigt in Deutschland rund 12.000 Personen und baut dort seit Jahren Arbeitsplätze ab.

Der IBM-Konzern hatte Anfang Oktober angekündigt, sein IT-Infrastruktur-Geschäft abzuspalten und eigenständig an die Börse zu bringen. Das Unternehmen will sich künftig noch stärker auf das Cloud-Geschäft konzentrieren. IBM befindet sich seit Jahren in einem tiefgreifenden Konzernumbau hin zu neuen, wachstumsstärkeren Geschäftsfeldern. Neben den Cloud-Services zählen dazu auch Datenanalyse und künstliche Intelligenz.

Buchbranche erhält 200.000 Euro für Digitalisierungs-Schub

Die heimische Buchwirtschaft erhält eine Sonderförderung für Digitalisierungsvorhaben. 200.000 Euro werden vom Kulturministerium (BMKÖS) für die Digitalisierung der Kommunikations- und Vertriebswege des Buchhandels zur Verfügung gestellt. Damit sollen Ausstattungsdefizite im digitalen Bereich ausgeglichen werden, die während der Corona-Lockdowns deutlich wurden, als kein herkömmlicher Verkauf in den Buchhandlungen möglich war.

Anträge werden vom Hauptverband des Österreichischen Buchhandels (HVB) abgewickelt. Als Beispiele für mögliche Förderungen werden etwa die Anschaffung zeitgemäßer Software, die Einrichtung von benutzerfreundlichen Webshops oder Auftritte in sozialen Medien genannt. Schon in den nächsten Tagen soll eine eigene Website Förderanträge ermöglichen, die bis 31. März 2021 eingereicht werden können. Die Vergabe der Fördermittel sei nicht an eine Verbandsmitgliedschaft beim HVB geknüpft, hieß es.

Kahlschlag bei Tele 5: Die Hälfte des Teams geht

Personalabbau via Videocall: Was Discovery vor wenigen Wochen bereits bei einigen bisherigen Führungskräften vollzog, erwischte die Belegschaft des im Sommer eingekauften Fernsehsenders Tele 5. Was brutal klingt, ist der Corona-Pandemie geschuldet, die Präsenzveranstaltungen mit der Belegschaft nicht möglicht macht. Und so informierte der neue Geschäftsführer Alberto Horta – in Personalunion auch stellvertretender Geschäftsführer von Discovery Deutschland – per Videokonferenz über bevorstehende Kündigungen, zu denen die betroffenen Personen noch am Nachmittag eine Einladung erhielten.

35 Personen waren bei diesem späteren Gespräch, an dem auch der Betriebsrat teilnahm, dabei. Entsprechende Angaben machten Beteiligte gegenüber DWDL.de. Ganz überraschend kommt der Stellenabbau, über den „Meedia“ zuerst berichtete, nicht. Seit dem Verkauf des Senders durch Leonine im Sommer konnte Discovery keine Antwort geben auf die Frage, was der sonst auf Factual-Programme spezialisierte US-Konzern eigentlich mit einem Serien- und Spielfilmsender wie Tele 5 plant. Mehrere Interview-Anfragen wurden abgelehnt mit dem Verweis auf die noch nicht abgeschlossene Integration des Senders. Auch intern gab es keinerlei Auskunft für den geplanten Kurs.

Discovery aber will Doppelstrukturen abbauen. Der Abbau von etwa der Hälfte aller Arbeitsplätze ist der engeren Verzahnung von Tele 5 mit den bestehenden Strukturen von Discovery geschuldet, allen voran in der Werbevermarktung. Bislang vermarktete sich Tele 5 selbst. Auch bei Personalabteilung und Sendeplanung sollen vorhandene Ressourcen genutzt werden. Unklar ist noch, ob der Sender überhaupt seinen eigenen Sitz auf dem Bavaria-Gelände behält oder unter das Dach von Discovery in die Münchener Innenstadt zieht. Ein langjähriger Mietvertrag mit der Bavaria Film soll einer schnellen Entscheidung hierüber bislang im Wege stehen.

Das sind die authentischsten Marken Österreichs

Welche Brands aus Sicht der heimischen Bevölkerung mit Echtheit und Ehrlichkeit punkten können, offenbart das Brand.Swipe-Authentizitäts-Special von Marketagent. Neben traditionellen und regionalen Marken dominieren solche aus dem Lebensmittelhandel sowie den Bereichen Süßwaren und Getränke alle Top-Listen.

Insgesamt 13 Marken sind österreichische Brands, allen voran das österreichische Traditionsunternehmen Manner als Nummer 1. „Manner ist ein Stück österreichische Kultur mit extrem hohen Sympathiewerten, die zu einer durchgehend positiven Bewertung führen. Das ist seit Anbeginn von Brand.Swipe zu beobachten und wird nun in Punkto Authentizität erneut bestätigt“, betont Lisa Patek, Marketingleiterin von Marketagent.

Nur knapp hinter Manner folgt das Österreichische Rote Kreuz auf Rang zwei. Mit dem ÖAMTC und den Rote Nasen Clowndoctors schaffen es insgesamt drei gemeinnützige bzw. Non-Profit-Organisationen auf die Bestenliste der authentischsten Marken. Der letzte Stockerlplatz hat zwar keine österreichischen Wurzeln, blickt jedoch auf eine lange Tradition zurück: Seit Jahrzehnten bereichert der dänische Spielzeugklassiker Lego so manches Spielzimmer und ist dabei aus Sicht der Befragten stets authentisch geblieben. Ähnlich verhält es sich mit der Marke Disney, die seit 1923 bis heute Kindheitserinnerungen hervorruft und damit in Hinblick auf die Authentizität auf Rang sieben landet. Zuletzt schafft es der Drogeriemarkt dm knapp unter die Top 20 der authentischsten Marken.

Washington Post steht vor 3 Millionen Digitalabonnenten

Der digitale Abonnentenboom findet nicht nur bei der „New York Times“ statt. Im Windschatten der „Gray Lady“ erlebt auch eine andere amerikanische Prestigezeitung weiter beschleunigtes Abonnentenwachstum: So steht die „Washington Post“ kurz vor dem Durchbruch eines neuen Meilensteins.

Das Abonnentenwachstum der 143 Jahre alten US-Zeitung, die vor allem durch die Aufdeckung des Watergate-Skandals ihren Eintrag in die Geschichtsbücher gefunden hat, steht dem der New York Times in der Trump-Ära in nichts nach.

Der Weg zum Erfolg könnte bei den beiden Prestigezeitungen nicht unterschiedlicher sein. So setzte die NYT in der jüngeren Vergangenheit forciert auf die Neuverpflichtung von Star-Journalisten wie Kara Swisher, Ezra Klein oder Ben Smith – und baute das Digitalangebot in Form von Kreuzworträtseln, Kochrezepten und Podcasts oder TV-Formaten aus.

Bei der Washington Post ist das Wachstum indes weniger personell als technisch getrieben. Die spektakuläre Übernahme durch Amazon-Gründer Jeff Bezos bescherte der altehrwürdigen Tageszeitung vor allem eine technische Generalüberholung nach dem Vorbild des E-Commerce-Riesen. Sieben Jahre nach der Akquisition durch Bezos gilt die Washington Post vor allem dank des Content-Managementsystems Arc und der Werbeplattform als technologischer State-of-the-Art-Standard unter den US-Verlagen.

Chip-Branche: Intel unangefochten an der Umsatzspitze

Intel hält dieses Jahr voraussichtlich den ersten Platz unter den umsatzstärksten Halbleiterunternehmen. Der Marktforscher IC Insights schätzt, dass der Chiphersteller bis zum Jahresende 73,89 Milliarden US-Dollar einnehmen wird. Mit einer Umsatzsteigerung von 4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr würde Intel damit allerdings unterdurchschnittlich stark wachsen.

Die 15 umsatzstärksten Halbleiterunternehmen kommen IC Insights zufolge auf ein Plus von 13 Prozent. Die größten Gewinner sind Nvidia (+ 50 %), AMD (+ 41 %), MediaTek und Qualcomm (jeweils + 35 %) sowie TSMC (+ 31 %). Im Falle von TSMC wertet der Marktbeobachter die im Auftrag hergestellten Siliziumchips. Alle oben genannten Unternehmen außer Intel lassen mindestens einen Teil ihrer Produkte bei TSMC fertigen.

Influencer Marketing boomt seit Beginn der Corona-Krise

Einer Studie im Auftrag von HypeAuditor, einer Influencer Marketing-Plattform, zufolge haben 50 Prozent der Unternehmen 2020 ein größeres Budget für Influencer Marketing bereitgestellt. Seitens der Influencer ist das Bild etwas klarer: Von diesen konnten 59 Prozent einen deutlichen Anstieg in der Kooperationsnachfrage feststellen, wobei, so die Studie, vor allem die Micro Influencer profitiert haben.

So hat die Hälfte der befragten Marken der Studie nach Influencern mit 5.000 bis 20.000 Followern zugetraut, die optimale Reichweite zu erzielen. Weitere 37 Prozent der Marken halten Influencer mit 100.000 bis 500.000 Followern für die Kooperationspartner mit den besten Ergebnissen.

Pandemie sorgt für Social-Media-Boom

Die Ergebnisse der Umfrage belegen auch einen Anstieg der Influencer-Zahl seit Ausbruch der Pandemie. Derzeit arbeiten fast drei Viertel der befragten Marken mit Influencern zusammen. Bei 69 Prozent hat sich die Zahl der Influencer, mit denen sie kooperieren, erhöht. 62 Prozent der Marken, die Kampagnen mit Influencern realisiert haben, berichten, dadurch einen deutlichen Umsatzanstieg zu verzeichnen.

Ein Kanal, der dieses Jahr besondere Aufmerksamkeit erhielt, ist TikTok. Hier hatdie Influencerin Charli D’Amelio, eine 16-jährige US-Amerikanerin, als erste „TikTokerin“ überhaupt eine Followerschaft von 100 Millionen Usern erreicht. Sie hat zum Beispiel Werbepartnerschaften mit Dunkin‘ Donuts oder EOS Cosmetics.

Die „Wienerin“ stellt sich neu auf – und bekommt zwei neue Chefs

Das traditionsreiche Frauenmagazin geht ungewohnte Wege und fokussiert thematisch auf Gesundheit und Finanzen.

Ein überraschend großer Umbau steht in Österreichs einzigem Frauenmonatsmagazin „Wienerin“ an. Ein neues Team übernimmt ab 1. Jänner die Führung, darunter sind erstmals seit fast 25 Jahren zwei Männer. Barbara Haas, seit 2014 Chefredakteurin, gibt ihre Führungsposition aus persönlichen Gründen auf, zwei Frauen aus dem bisherigen Chefinnen-Trio werden ersetzt. Nach einer Covid-bedingten Zwangspause von April bis August, in der das gedruckte Monatsmagazin nicht erschienen ist, war das Team vor allem aus wirtschaftlichen Gründen gefordert, sich eine inhaltliche Neuausrichtung zu geben. Das Heft kam optisch wie inhaltlich runderneuert und mit neuen Kolumnistinnen wie der Bloggerin Christl Clear, der Sex-Kolumnistin Theresa Lachner und der Wiener Genderexpertin Marita Haas aus der Covid-Pause zurück.

Und doch verlagert die Marke „Wienerin“ ab 2021 ihren Schwerpunkt und konzentriert sich nun auf Gesundheitsthemen und Finanztipps für Frauen. Wie Robert Langenberger, der zuständige Geschäftsführer des Styria Lifestyle Clusters, der „Presse“ bestätigt, wird das „Wienerin“-Portal zu einer Frauengesundheitsseite, die mehr oder weniger monothematisch die Themen Gesundheit und Finanzen behandelt. Der Erlös der „Wienerin“ kommt noch immer zu 85 bis 95 Prozent aus dem Werbemarkt, wie Langenberger Ende Oktober in einem „Horizont”-Interview betonte. Nun wolle man thematisch neue Felder erschließen und damit neue Kunden erreichen.

Mit der inhaltlichen Neuausrichtung geht auch eine personelle einher, eine neue Mannschaft rückt auf, was eben durchaus wörtlich gemeint ist: Birgit Brieber, bisher Vize-Chefin und zuständig für den Beauty- und Gesundheitsbereich, wird neue Chefredakteurin, Textchef Ljubisa Busic ihr Stellvertreter. Fabian Zerche, zuletzt Portalmanager der Sportwebseite Spox.com wird Performancemanager im gesamten Lifestyle-Cluster und u.a. für die SEO-Optimierung aller Marken zuständig sein. Barbara Haas bleibt dem Printmagazin als Ressortleiterin für die Bereiche Wien, Zeitgeist und das neue Ressort Finanzen und Start-ups erhalten. Sie wird auch weiterhin Gastgeberin des wöchentlichen „Wienerin“-Podcasts sein.

Österreichs Podcast-Landschaft zählt bereits 750 Produktionen

Heuer ist die Zahl der heimischen Podcasts bis Oktober bereits um 180 neue Produktionen gewachsen. Das ergibt eine Erhebung von Meta Communication International.

Aktuell listet Meta rund 750 heimische Podcasts – und es werden täglich mehr. Bereits in der ersten Jahreshälfte waren Podcasts auf Rekordkurs. Allein während des ersten Lockdowns ab Mitte März wurden mehr als 80 neue Produktionen gestartet. Mit den Sommermonaten und der erneuten Öffnung des Landes ging das Wachstum aber spürbar zurück.

„Viele Podcaster möchten einfach ihre Begeisterung für bestimmte Themen und Interessen mit einem breiten Publikum teilen. Der Aufwand einer regelmäßigen Sendung wird aber oft unterschätzt. Während des Lockdowns war Freizeit für viele reichlich vorhanden. Danach wieder weniger. Zudem stagnieren nach einem ersten Anfangshoch häufig auch die Hörerzahlen“, erklärt Harald List, Projektleiter bei Meta.

Laut Reuters Digital News Report, der im Juni erschienen ist, konsumieren derzeit rund 30 Prozent der Österreicher Podcasts. Wie Spotify – der Platzhirsch unter den Podcast-Plattformen – in seinem Quartalsbericht Ende April bekannt gab, hat sich etwa die Nutzungszeit während des ersten Lockdowns von der Früh auf später am Tag verlagert. Und es wurden verstärkt Podcasts genutzt, die sich mit Themen wie Wellness und Meditation beschäftigen. Ob dieser Trend auch auf den aktuellen Lockdown zutrifft, ist nicht bekannt.

Datennutzung: Die EU setzt auf europäische Werte und Grundrechte

Die EU-Kommission will das Potenzial von Daten heben, die im Besitz von Unternehmen und öffentlichen Stellen sind oder die von Bürgern freiwillig zur Verfügung gestellt werden. Binnenmarkt-Kommissar Thierry Breton und Digitalkommissarin Margrethe Vestager stellten in Brüssel den Entwurf für ein neues Gesetz zur Datenkontrolle („Data Governance Act“) vor.

Zusammen mit den richtigen Investitionen und Schlüsselinfrastrukturen werde die Verordnung dazu beitragen, „dass Europa zum weltweiten Datenkontinent Nummer eins wird“, sagte Breton.

Die Kommission will mit dem neuen Rechtsrahmen unter anderem sicherstellen, dass der Datenstrom nicht über US-Konzerne wie Amazon, Google oder Facebook fließt, sondern über unabhängige Datentreuhänder. Die sollen ihren Sitz in der EU haben. Außerdem sollen sie bei dem Datenaustausch lediglich als Vermittler zwischen den Datenproduzenten und den Datennutzern auftreten, die Daten aber selbst nicht kommerziell nutzen dürfen.

Vestager sagte, die Kommission wolle der Wirtschaft und den Bürgern die Instrumente an die Hand geben, um die Kontrolle über die Daten zu behalten. „Wir wollen Vertrauen schaffen, dass Daten im Einklang mit den europäischen Werten und Grundrechten behandelt werden.“

Es soll nicht so enden wie bei Amazon

Mit diesem Konstrukt will die EU beispielsweise Praktiken unterbinden, wie sie unter anderem dem weltgrößten Onlinehändler Amazon vorgeworfen werden. In der EU – aber auch in den USA – wird dem Konzern vorgehalten, er missbrauche seinen privilegierten Zugriff auf die Daten seines Marktplatzes, um eigene Produkte zu entwerfen und diese gegen erfolgreiche Bestseller von kleineren Anbietern ins Rennen zu schicken.

Die neue Verordnung soll gleichzeitig das Teilen von wertvollen Datensätzen für gemeinnützige Zwecke in ganz Europa erleichtern. So sollen öffentliche Krankenhäuser Daten über ihren Kampf gegen Covid-19 zusammenführen und ermöglichen, dass Patienten freiwillig Daten für die wissenschaftliche Forschung spenden können.

In diese Kategorie fällt beispielsweise die Datenspende-App des deutschen Robert Koch-Instituts (RKI), über die freiwillige Daten aus Fitness-Trackern und Smartwatches zur Verfügung stellen, um den Wissenschaftlern die Bekämpfung der Corona-Pandemie zu erleichtern.

Neben einer verbesserten Gesundheitsvorsorge hat die EU-Kommission auch Themen wie den Kampf gegen den Klimawandel oder bessere Mobilitätslösungen als mögliche Einsatzgebiete identifiziert.

Geranova Bruckmann und Süddeutsche Zeitung vereinbaren Zusammenarbeit

Das Verlagshaus Geranova Bruckmann (München) und die Süddeutsche Zeitung haben eine strategische Zusammenarbeit für das Buchprogramm Süddeutsche Zeitung Edition vereinbart. Das teilten die Unternehmen mit.

Ab Januar 2021 wird Geranova Bruckmann sowohl Vertrieb wie auch Vermarktung der SZ-Edition übernehmen.

Das Programm der SZ-Edition wird ab Januar 2021 bundesweit über das Verlagshaus GeraNova Bruckmann ausgeliefert und durch Novitäten ergänzt.

Machine Learning: Google erweitert BigQuery ML um drei nichtlineare Modelltypen

BigQuery ML war als Standard-SQL-Abfrageschnittstelle für das Data Warehouse BigQuery bisher darauf beschränkt, lineare Modelle für maschinelles Lernen zu erstellen und auszuführen. Nun gibt Google drei nichtlineare Modelltypen offiziell für den Einsatz frei: Boosted Trees für XGBoost, Deep Neural Networks (DNNs) für TensorFlow und AutoML Tables. Die mit BigQuery trainierten Modelle lassen sich nun zudem exportieren, um sie für Online-Vorhersagen auf der Google Cloud AI Platform oder in vergleichbaren Umgebungen zu nutzen.

Österreichischer Buchhandel erhält 40 Prozent Umsatzersatz

Im österreichischen Buchhandel rumort es in Corona-Zeiten. Seit Mitte November greift dort wieder ein Lockdown, der eine Schließung der Ladengeschäfte enthält. Versuche, den Buchhandel auszunehmen, waren zuletzt gescheitert.

Immerhin sieht eine Verordnung des Bundesministeriums für Finanzen eine zumindest halbwegs befriedigende Unterstützung für die Branche vor. Demnach sollen die Buchhandlungen einen Umsatzersatz in Höhe von 40% erhalten. Zuvor waren nur 20% im Gespräch, wogegen es erhebliche Proteste gab.

„Wir freuen uns über den Umsatzersatz, gerade der Buchhandel leidet unter den geschlossenen Geschäften und unter dem Marktdruck von Amazon. Nun haben wir mit diesem Umsatzersatz und den funktionierenden Online-Shops der österreichischen Buchhändler eine Chance gegen den Lock Down, um das so wichtige Weihnachtsgeschäft halbwegs über die Runden zu bringen,“ so Benedikt Föger, Präsident des Hauptverbands des Österreichischen Buchhandels (HVB).

HSMC insolvent

Wuhan Hongxin Semiconductor Manufacturing Company (HSMC) sollte dieses Jahr eigentlich die Chipproduktion mit Strukturen von 14 Nanometern beginnen und ab 2021 an einem eigenen 7-nm-Prozess forschen. Die chinesische Regierung und lokale Geldgeber sahen dafür Investitionen von rund 20 Milliarden US-Dollar beziehungsweise knapp 17 Milliarden Euro vor.

Nun steht das Projekt vor dem Aus. Demnach ist das Geld ausgegangen, lange bevor die projizierten Investitionen ausgeschöpft wurden. Die Lokalregierung von Wuhan soll die Leitung der (nicht funktionalen) Fertigungsstätte übernommen haben – HSMCs Management-Teamseite ist derzeit leer. Zuvor gehörte das Unternehmen zu 90 Prozent Beijing Guangliang Lantu Technology.

Chaotisches Management

Schon früher wurden Stimmen laut, dass HSMC von Verzögerungen, schlechter Kommunikation und wenig Know-how unter den Entscheidungsträgern geplagt ist. Demnach wollten Lokalregierung und Investoren um die Gunst der chinesischen Regierung buhlen, ohne viel Ahnung von der Halbleiterindustrie zu haben.

Die Coronavirus-Pandemie, die Wuhan schon zum Jahresanfang hart traf, und der Handelskrieg mit den Vereinigten Staaten verschärften die Situation. Die USA wollen den Export unter anderem von Fertigungs-Tools an chinesische Halbleiterprojekte blockieren, um den Aufbau chinesischer Chipfertigungsstätten zu bremsen. Außer HSMC ist davon auch Semiconductor Manufacturing International Corporation (SMIC) betroffen.

Erster TikTok-Star knackt 100 Millionen Follower

Alleine in Europa sollen jeden Monat 100 Millionen Menschen die App verwenden, um entweder Videos ihre Lieblingsstars anzuschauen oder aber sich selbst an der Erstellung von Inhalten zu probieren. Nun knackte mit Charli D’Amelio der erste TikTok-Star – mit weitem Vorsprung gegenüber der Konkurrenz – die 100 Millionen Follower.

Vergleicht man diese Zahl mit anderen Berühmtheiten auf der Plattform, kommt niemand so wirklich in D’Amelios Nähe. Außer ihr erreichen nur Addison Rae Easterling und Zach King mit ihren Konten über 50 Millionen Personen. Bemerkenswert macht die hohe Followerzahl vor allem auch die Geschwindigkeit, in der sie diese erreichte.

Erst im Mai letzten Jahres begann D’Amelio laut The Verge damit, Videos auf der Plattform zu posten. Die App selbst gibt es erst seit August 2018 unter aktuellem Namen, davor hieß die Plattform Musical.ly.

Eine berühmte Familie

Auf Social Media Plattformen scheint jedoch die ganze Familie erfolgreich zu sein. Erst im Juni veröffentlichte D’Amelios Schwester Dixi D’Amelio eine Single mit dazugehörigem Musikvideo, das auf YouTube bereits über 92 Millionen Mal angesehen wurde.

Amazon legt ein Netz über Städte – und erschafft sein mächtigstes Instrument

Amazon verbindet Echo-Lautsprecher verschiedener Haushalte zu Netzwerken. Verbraucher können damit zum Beispiel den Standort ihrer Tiere künftig quer durch die ganze Stadt verfolgen. Für Nutzer gibt es damit allerdings mehr als nur ein Problem.

Dave Limp wirft ein Netz über die Kunden von Amazon. Jedes Jahr präsentiert der Hardware-Chef des Konzerns die neuen Geräte des Technologieunternehmens, vor allem die neuen Echo-Lautsprecher mit dem eingebauten Sprachassistenten Alexa. Es gibt einen Echo für die Küche, für das Wohnzimmer und für das Auto. Seit der Übernahme des Start-ups Ring liefert Amazon dazu vernetzte Türklingeln und Sicherheitskameras. Der letzte Coup: eine Drohne, die filmend durch die Wohnung fliegt, wenn die Alarmanlage einen Einbrecher erkennt. Amazon und Alexa, so Limps Vision, sollen Herren über das vernetzte Zuhause ihrer Nutzer sein.

Nun fügt der Konzern einen weiteren Baustein hinzu und bereitet den Ausbau eines Funknetzes für ganze Nachbarschaften vor, bei dem die smarten Echo-Lautsprecher zu Antennen werden. So sollen Smarthome-Geräte auch außerhalb des WLAN-Netzes der Nutzer erreichbar sein. Das Projekt trägt den Namen „Sidewalk“ (deutsch: Gehweg) und soll noch in diesem Jahr in den USA verfügbar sein. Über einen Start in Deutschland macht das Unternehmen auf Nachfrage keine Angaben. Doch üblicherweise kommen neue Funktionen der Echo-Geräte nach einigen Monaten auch hierzulande an. Die neuen Echo-Geräte im Kugeldesign, die auch in Deutschland verkauft werden, legen den Grundstein.

Erste Details hat Amazon vor einem Jahr verraten. 700 Geräte seien in einem Test an Mitarbeiter, Freunde und deren Familien in Los Angeles geschickt worden. Nach drei Wochen habe das Amazon-Funknetz den Ballungsraum Los Angeles lückenlos abgedeckt. Dabei bauen die Geräte ein sogenanntes Mesh-Netzwerk auf, bei dem sich viele kleine Netze zu einem großen Netz verbinden.

Für die Nutzer bringt das technische Vorteile. „Sidewalk kann dazu beitragen, die Einrichtung neuer Geräte zu vereinfachen, die Reichweite von Geräten mit niedriger Bandbreite zu erweitern und dabei zu helfen, dass die Geräte online bleiben, auch wenn sie sich außerhalb der Reichweite des heimischen WLAN-Netzes befinden“, heißt es bei Amazon. Vernetzte Bewegungsmelder oder Sicherheitskameras funktionieren auch, wenn der Strom am Internetrouter ausfällt. Und künftig soll das Sidewalk-Netz auch Dinge und Tiere lokalisieren können, die einen Tracker tragen. Zwar gibt es solche Tracker schon, doch entweder nutzen sie das Mobilfunknetz, oder die Reichweite bleibt auf Bluetooth begrenzt, das nur einige Meter weit reicht.

Schon mehr als 100 Millionen Echo-Geräte verkauft

Für Amazon ist der Aufbau dieser Netze Geld wert. Der Konzern erhält damit nicht nur die Oberherrschaft über die Geräte seiner Nutzer, sondern auch über die Verbindungen zwischen ihnen. Während Mobilfunkunternehmen wie die Deutsche Telekom und Vodafone Funkmasten aufstellen müssen, kann Amazon seine Minifunkmasten in den Wohnungen seiner Nutzer aktivieren – per Software-Update.

Sidewalk-Brücken nennt Amazon die Geräte. Dazu zählen alle Echo-Lautsprecher ab der zweiten Gerätegeneration. Beim Echo Plus und Echo Show ist die erste Generation dazu in der Lage, zudem einige Ring-Sicherheitskameras. Amazon hatte nach eigenen Angaben bereits vor knapp zwei Jahren die Zahl von 100 Millionen Alexa-Geräten überstiegen. Aktuelle Zahlen nennt der Konzern nicht. Aber die Echo-Lautsprecher führen die Liste der populärsten Geräte beim Onlinehändler Amazon an, auch weil der Hersteller sie oft mit hohen Rabatten abgibt. Der Marktforscher Canalys schätzt, dass Amazon allein im Jahr 2020 fast 40 Millionen Echos verkauft.

Bislang sind die Echo-Lautsprecher in der Lage, über WLAN und Bluetooth zu funken. Damit können sie zwar auch das Sidewalk-Netz aufbauen, aber nur mit reduzierter Reichweite. Die neuen Echo-Lautsprecher können Frequenzen im 900-Megahertz-Band nutzen, die bislang für Amateurfunker gedacht waren. Damit erhöht sich die Reichweite auf einen Kilometer. So dürfte in Städten ein Netz schnell lückenlos zur Verfügung stehen.

Das Sidewalk-Netzwerk soll laut Amazon für die Nutzer kostenlos sein. Aber sie sorgen selbst für einen erheblichen Teil des Netzes, da sie natürlich die Echo-Lautsprecher und den verbrauchten Strom bezahlen und ihre Internetanbindung für andere Nutzer zur Verfügung stellen. Allerdings deckelt Amazon den Datenverbrauch dafür auf ein halbes Gigabyte pro Monat. Und auch die von Sidewalk genutzte Bandbreite dürfte den Internetanschluss nicht ausbremsen, da sie mit 80 Kilobit pro Sekunde eher gering ist.

Risiko einer Cyber-Attacke steigt

Amazon hat für seine Echo-Lautsprecher und den digitalen Sprachassistenten Alexa viel Kritik einstecken müssen, insbesondere was den Umgang mit Daten angeht. WELT AM SONNTAG hatte im vergangenen Jahr aufgedeckt, dass der Konzern Aufzeichnungen von Alexa-Sprachbefehlen von polnischen Heimarbeitern auch am Küchentisch auswerten ließ. Inzwischen können Nutzer die Speicherung ihrer Sprachaufzeichnung deaktivieren. Nach wie vor ist dies jedoch die voreingestellte Wahl. „Sidewalk sollte wegen der sensiblen Informationen, die übertragen werden, nicht automatisch aktiviert werden“, sagt Michael Veit, Experte beim Sicherheitssoftware-Spezialisten Sophos. Nutzer sollten sich dafür aktiv entscheiden müssen.

Doch das ist offenbar nur vorgesehen, wenn sich Nutzer ein neues Echo-Gerät zulegen, nachdem Sidewalk bereits gestartet ist, erklärt Amazon in einem Whitepaper. Alle anderen Nutzer bekommen ein Update auf ihr bisheriges Echo-Gerät gespielt und nehmen automatisch am Sidewalk-Netz teil. „Es ist grundsätzlich keine gute Idee, eine solche Technologie im Nachhinein über ein Update zu aktivieren, ohne die Zustimmung des Nutzers“, sagt auch Noushin Shabab, Senior Security Researcher beim Sicherheitsexperten Kaspersky. Sie warnt grundsätzlich vor einem erhöhten Risiko von Cyber-Attacken, wenn das Netzwerk erweitert wird.

Offenbar ist selbst Amazon die Sache nicht ganz geheuer. Nutzer, die bereits einen Echo-Lautsprecher besitzen, erhielten „zunächst eine E-Mail über das anstehende Update und Anweisungen, wie sie es deaktivieren können, wenn das ihre Wahl ist“, heißt es. Die Aktivierung jedoch von vornherein den Nutzern zu überlassen würde bedeuten, auf einen großen Teil der bisher verkauften Echo-Geräte für das Netzwerk zu verzichten.

So verweist der Konzern lieber auf die Sicherheit von Sidewalk. Das System sei mehrfach abgesichert, und die Daten seien verschlüsselt. Wer mit seinem Echo an Sidewalk teilnehme, bekomme keine Informationen von fremden Nutzern.

Hacker könnten ganze Nachbarschaften angreifen

Ob sich die Kunden davon beruhigen lassen, ist fraglich. Das Sammeln von Daten ist Teil des Geschäftsmodells von Amazon. Nur so kann der Onlinehändler gezielt Produkte anbieten – und setzt dafür künstliche Intelligenz ein. Auch für Verbraucherschützer wirft Sidewalk eine Reihe von Fragen auf. „Je größer das Netz, desto größer ist natürlich auch die Angriffsfläche für Hacker“, sagt Ayten Öksüz vom Marktwächter-Team der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Und was passiert, wenn ein Nachbarschaftsnetzwerk kompromittiert wird? „Sind dann alle Teilnehmer verwundbar?“, fragt Öksüz. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik will derzeit noch keine Einschätzung zu Sidewalk abgeben. Es verweist aber auf seine Empfehlung, grundsätzlich bei Smarthome-Geräten alle nicht vom Nutzer benötigten Schnittstellen zu deaktivieren.

Apple-Sicherheitschef wegen Bestechungsvorwürfen angeklagt

Der Sicherheitschef des US-Technologiekonzerns Apple ist wegen Bestechungsvorwürfen angeklagt worden. Thomas Moyer soll versucht haben, mit 200 Tablet-Computern an Waffenlizenzen für vier Apple-Mitarbeiter zu gelangen, wie die Staatsanwaltschaft des kalifornischen Verwaltungsbezirks Santa Clara erklärte. Neben Moyer sind auch zwei Polizisten angeklagt.

Schusswaffen

Sie sollen, so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft, Moyer zu dem Versprechen gedrängt haben, dem Büro des Sheriffs 200 iPads im Wert von fast 70.000 Dollar (knapp 60.000 Euro) zu spenden. Im Gegenzug wollten sie demnach zurückgehaltene Lizenzen für vier Apple-Mitarbeiter zum verborgenen Tragen von Schusswaffen ausstellen. Der Deal sei aber im August 2019 in letzter Minute abgeblasen worden, nachdem Moyer und ein Polizist von einem Durchsuchungsbeschluss für das Büro des Sheriffs erfuhren.

Deutscher Online-Händler wagt Sprung auf US-Börsenparkett

Der deutsche Online-Luxus-Händler will in den USA den Sprung aufs Parkett wagen. Sowohl die Anzahl der Aktien als auch die Preisspanne für Mytheresas Börsengang stünden noch nicht fest, teilte die Muttergesellschaft MYT Netherlands mit.

Das Unternehmen, das Kleidung von 250 der weltweit größten Modemarken wie Prada, Gucci, Burberry und Dolce & Gabbana verkauft, könnte laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg eine Bewertung von mindestens 1 bis 1,5 Milliarden Dollar anstreben. Ein erfolgreiches Weihnachtsgeschäft könnte die Bewertung noch in die Höhe treiben. Infolge der Corona-Krise floriert der Online-Handel, insbesondere mit Luxus-Produkten.

„Tina“ mit neuem Monatsmagazin

Mit dem Launch des Monatsmagazins „Tina Monthly“ will die Bauer Media Group den Kernbereich Women stärken. Die Line Extension bringt „die schönsten Seiten des Monats an den Kiosk“.

Sabine Ingwersen, Chefredakteurin Tina, sagt über die Ausrichtung der monatlichen Ausgabe: „Wir geben den Inhalten, die über zwei Millionen wöchentliche Leserinnen schon seit 45 Jahren an unserem qualitativ hochwertigen Magazin schätzen, in Tina Monthly noch mehr Raum. Der Nutzwert für die Leserinnen steht dabei klar im Fokus: Tipps, Profi-Tricks, Step-by-Step Anleitungen und inspirierende Ideen werden mit dem jeweiligen Monat entsprechenden thematischen Schwerpunkten aufbereitet. Ergänzend zum Weekly möchten wir unsere Leserinnen jeden Monat aufs Neue mit einem hochwertigen Heft überraschen, das ihr Leben leichter und schöner macht.“

Fernsehproduktion zur Corona-Zeit: „Wie ein Brandbeschleuniger“

Sinkende Budgets, steigende Kosten und die Konkurrenz durch Streamingdienste – ist der gute alte Fernsehfilm noch zu retten? Produzent Markus Schäfer im Gespräch über das Herzstück des deutschen Fernsehens.

Ein Interview von Lisa Priller-Gebhardt.

Prestigeprojekte wie „Babylon Berlin“ schaffen es in die Schlagzeilen. Doch das wahre Herzstück der Fernsehunterhaltung ist der 90 Minuten lange TV-Film. Jährlich gibt es 200 bis 300 Premieren. Kaum ein Abend, an dem nicht ein bis zwei neue Filme laufen. Das entspricht laut Produzentenallianz einem Auftragsvolumen im deutlich dreistelligen Millionenbereich. Ohne dem TV-Film würden die Programmpläne aussehen wie löchriger Käse. Doch steigende Kosten bei sinkenden Budgets setzen dem Fernsehfilm zunehmend zu. Markus Schäfer ist stellvertretender Vorsitzender der Produzentenallianz, dem Verband, in dem sich rund 270 Unternehmen der Branche zusammengetan haben. Ein Gespräch über den unterfinanzierten Klassiker im deutschen TV.

SZ: Herr Schäfer, ist der deutsche Fernsehfilm in Gefahr?

Markus Schäfer: Er läuft zumindest Gefahr, immer weiter unterfinanziert zu sein. Die notwendig erzielbaren Deckungsbeiträge aus einem 90-Minüter werden ständig kleiner. Gemeint ist damit der Betrag, der einem Unternehmen zur Deckung der Fixkosten zur Verfügung steht. Es ist ein Punkt erreicht, an dem das wirtschaftliche Arbeiten kaum mehr möglich ist. Wenn der Fernsehfilm dauerhaft unterfinanziert bleibt, dann werden Produzenten, die sich auf dieses Genre fokussiert haben, vom Markt verschwinden. Das schränkt in der Konsequenz die kreative Vielfalt ein.

Das klingt danach, als ob die Gelder jetzt schon nicht ausreichen. Was passiert, wenn die Gebührenerhöhung für die Öffentlich-Rechtlichen nicht kommt?

Falls die eingeplante Gebührenerhöhung nicht kommt, steht zu befürchten, dass die Sparziele der Anstalten noch ambitionierter werden. Das wird nicht an den Programmbudgets vorbeigehen. Sie werden massiv betroffen sein.

Nicht nur die Sender ziehen die Budgetschrauben an. Viele Produzenten klagen, dass sich die letzten Arbeitsvereinbarungen kostenerhöhend auswirken.

Mit dem jüngsten Tarifvertrag wurden Produzenten die Grenzen noch enger gesteckt. Beispielsweise wurde die Arbeitszeit stärker limitiert. Das ist aus Sicht der Mitarbeitenden sehr zu begrüßen, denn früher durfte 13 Stunden – in Ausnahmefällen auch mehr – am Stück gearbeitet werden. Heute braucht man für lange Drehtage ein zweites Team für Maske, Kostüm oder Fahrdienste, um das hohe und eng getaktete Drehpensum bewältigen zu können. Das schlägt sich in den Kosten nieder, die beim Sender nicht oder nur teilweise geltend gemacht werden können. Gleichzeitig steigt der Anspruch der Sender und Zuschauer an Produktionen. Stichwort Netflix-Effekt.

Was ist damit gemeint?

Tatsächlich haben sich die Ansprüche der Zuschauer durch die Hochglanz-Serien der Streaming-Dienste stark gewandelt. Die Zuschauer schätzen Look & Feel internationaler Produktionen und erwarten auch bei deutschen Filmen ein Top-Level bei Büchern, Ausstattung und Besetzung. Die Wünsche zur inhaltlichen Ausgestaltung einer Produktion sowie die geforderte Komplexität der Geschichten spiegeln sich nur selten in den Budgets wider.

Auch Corona macht das Produzieren aufwändiger. Springen hier Versicherungen ein?

Nein. Wenn Produktionen durch Corona unterbrochen werden müssen oder ausfallen, beispielsweise weil Darsteller oder Crewmitglieder erkrankt sind, werden diese Schäden nicht von den Versicherern übernommen. Bei einem 90-Minüter entstehen so leicht Kosten im sechsstelligen Bereich.

Aber genau dafür wurden doch zwei staatliche Corona-Ausfallfonds geschaffen.

Richtig. Doch bisher sind nur Gelder für Kino- und High-End-Produktionen geflossen. Der sogenannte Ausfallfonds II für Auftragsproduktionen und damit auch den deutschen Fernsehfilm lässt noch immer auf sich warten. Die zeitliche Verzögerung ist in erster Linie dem Föderalismus geschuldet. Rundfunk- und damit auch die Fernsehproduktion ist Ländersache. 16 Bundesländer und auch die Fernsehsender unter einen Hut zu bekommen, ist zeitintensiv. So wie es aussieht, ist das nun aber gelungen, und der Ausfallfonds II tritt an die Stelle der seit Frühjahr senderseitig bestehenden Schutzschirme, mit denen 50 Prozent der Schadenskosten abgesichert worden sind.

Viele Film- und Fernsehproduzenten monieren, dass sie nicht optimal berücksichtigt wurden. Teilen Sie diese Einschätzung?

Lassen Sie es mich anhand von Zahlen veranschaulichen. Der Ausfallfonds I deckt ein Marktvolumen von geschätzt 500 Millionen Euro ab und ist mit 50 Millionen Euro dotiert. Der Ausfallfonds II deckt ein Marktvolumen von etwa 2 bis 2,4 Milliarden Euro ab und wird sich voraussichtlich in der Höhe nicht groß vom Ausfallfonds I unterscheiden. Die Diskrepanz ist augenscheinlich. Wir begrüßen die Gelder sehr, aber ein Blick nach Großbritannien zeigt, wie es auch gehen könnte. Dort fließen rund 560 Millionen Euro an Produzenten.

Droht hier bei kleinen und mittleren Produzenten eine Insolvenzwelle?

Das steht leider zu befürchten. Die Studie der Produzentenallianz von 2018 zeigt, dass viele Unternehmen jetzt schon an der Rentabilitätsgrenze wirtschaften, ihre Kapitaldecke ist dünn. Meist wird der Gewinn aus der aktuellen Produktion gleich in die Entwicklung der nächsten gesteckt. Wenn diese Produzenten an ihr Kapital gehen müssen, um Schadensfälle oder die sinkenden Margen abzudecken, dann drohen sie, in prekäre und existenzbedrohende Lagen zu rutschen. An der Stelle wirkt die Pandemie wie ein Brandbeschleuniger.

Wenn von Seiten der Sender keine Budgetsprünge zu erwarten sind, aber gleichzeitig die Kosten steigen – müssen sich die Zuschauer dann künftig mit weniger Erstausstrahlungen begnügen?

Eine Lösungsvariante wäre, weniger Filme mit der gleichen Menge Geld zu beauftragen. Doch das wäre gerade im Hinblick auf die veränderte Wettbewerbssituation durch Streaming-Anbieter für die Fernsehsender keine gute Lösung und auch für die Zuschauer unbefriedigend – darf aber dennoch nicht sakrosankt sein.

Bei der Menge sollten also besser keine Abstriche gemacht werden. Was schlagen Sie vor?

Ich würde dafür plädieren, über innovative Produktionsmodelle nachzudenken.

Wie könnten diese aussehen?

Die meisten Filme werden in sich abgeschlossen, sozusagen wie Maßanzüge, produziert. Viele Filme sind aber Bestandteile von Reihen…

…wie zum Beispiel „Sarah Kohr“, „Kommissar Dupin“, „Der Spreewald-“ sowie der „Usedom-Krimi“?

Hier wäre es sinnvoll, mehr Back-to-Back-Produktionen zu realisieren, also zwei bis drei Filme einer Reihe am Stück zu drehen, bis hin zu einer Ausgestaltung der Reihen als sogenannte Mini-Serien. Regie, Kamera und Crew würden dann gleichbleiben. Das heißt natürlich, dass man die künstlerische Freiheit ein Stück weit einschränkt, denn üblicherweise wird für jeden Film ein anderes Team ausgesucht. Doch das wären vertretbare Einschränkungen.

Und wird es dann künftig auch weniger Verfolgungsjagden und keine Massenszenen mehr geben wie zuletzt bei „München Mord“, bei dem mit Hunderten von Fußball-Fans gedreht wurde?

Man kann natürlich Rollen und Motive rausnehmen, also den Film insgesamt schlanker erzählen. Doch das lässt die Erzählung am Ende anders aussehen, und das merkt der Zuschauer. Diese Leistungsreduzierung wäre aus Sender- und Zuschauersicht keine gute Lösung.

Könnte man nicht stattdessen Teile der Fernsehfilmrechte, die bei Auftragsproduktionen automatisch den Sendern gehören, bei den Produzenten belassen?

In Großbritannien ist es üblich, dass alle Rechte – trotz Vollfinanzierung der Sender – bei dem Produzenten verbleiben. Im deutschen Markt gibt es mit den öffentlich-rechtlichen Sendern Vereinbarungen, mit der ARD das sogenannte Schichtenmodell. Es handelt sich dabei um einen Austausch für Budgetanteile. Das bedeutet, es können Finanzierungsanteile gegen Rechte eingetauscht werden. Das ist zwar eine tolle Errungenschaft, sie macht nur nicht überall Sinn, denn meist stehen nur die Auslandsrechte zur Verfügung. Doch nicht für alle Produktionen besteht ein internationaler Markt.

Und was heißt das für die Zukunft?

Ich bin zuversichtlich, dass wir die Krise meistern werden, denn die Produktionsbranche ist sehr leistungsfähig. Sie hat bereits in den vergangenen Jahren eine hohe Flexibilität gezeigt.

Kurzvita Markus Schäfer

Markus Schäfer ist stellvertretender Vorsitzender der Produzentenallianz und CEO von All3Media Deutschland, einem der größten unabhängigen TV-Produzenten in Deutschland. Zum Produktions- und Lizenz-Portfolio zählen Labels wie der „Polizeiruf 110“ aus Rostock, der Münster-„Tatort“ oder „Galileo“ auf ProSieben.

Britische Werber stemmen sich gegen Cookie-Ende

„Privacy Sandbox“ heißt Googles Initiative zu mehr Datenschutz für Verbraucher, die via Chrome-Browser ins Netz gehen. Ab Anfang nächsten Jahres, so plant der Konzern, soll der firmeneigene Browser Third-Party-Cookies grundsätzlich nicht mehr speichern. Was für Datenschützer wie ein Schritt in die richtige Richtung aussieht, stellt für unabhängige Onlinewerber eine ernste Bedrohung dar, denn Google selbst hat andere Möglichkeiten, die Nutzerinteraktionen zu messen.

Eine Gruppe britischer Digital-Marketingunternehmen, die sich selbst „Marketers for an Open Web“ (MOW) nennt, will die Einführung der „Privacy Sandbox“ nicht hinnehmen. Sie hat bei der britischen Wettbewerbsbehörde CMA Beschwerde gegen Google eingereicht und fordert, die Einführung der Cookie-Sperre zu verschieben, bis Maßnahmen gegen die Dominanz von Google auf dem Werbemarkt ergriffen werden. Das berichtet das US-Techblog „Techcrunch“.

Wer genau sich hinter der MOW verbirgt, ist bislang noch unbekannt, der Link auf der MOW-Website zur Mitgliederliste führt ins Leere.

Die CMA hat unterdessen den Erhalt der Beschwerde bestätigt und eine genaue Prüfung zugesagt. Sie schließt auch kurzfristige Maßnahmen nicht aus. Die Behörde war selbst in einer früheren Untersuchung zu dem Ergebnis gekommen, dass eine Regulierung großer Player wie Google eine Option sei. Sie wollte aber erst einmal abwarten, ob nicht die Regierung dafür einen gesetzlichen Rahmen schaffen könnte.

GPS 3 bekommt Update

Das Global Positioning System (GPS) ist der wichtigste Standortdienst der Welt. Funksignale von Satelliten erlauben es, über den Abgleich der Signallaufzeit und der Positionen der Flugkörper ziemlich genau festzustellen, wo man sich befindet. Das System wird von der US Space Force, der von Präsident Donald Trump umbenannten Weltraumabteilung des US-Militärs, betrieben. Und es erhält gerade ein Update.

Anfang November brachte eine Rakete von Elon Musks Weltall-Logistikfirma Space X den mittlerweile vierten Satelliten der Generation GPS 3 in den mittleren Erdorbit. Er dürfte noch in diesem Jahr den Betrieb aufnehmen. Gebaut wurden die bisherigen Satelliten mit dem neuen Standard von Lockheed-Martin, weitere 28 sollen im Lauf des Jahrzehnts folgen und ältere Modelle ablösen.

Insgesamt 31 Satelliten sind für GPS derzeit im Einsatz. 24 davon sind für den Kernbetrieb essenziell, was bedeutet, dass man an nahezu jedem Punkt der Erde das Signal von mindestens vier von ihnen empfängt. Die weiteren sieben dienen als flexible Lückenfüller, die je nach Bedarf verlagert werden.

Die Next-Gen-Satelliten bedienen zudem eine zusätzliche neue Frequenz, genannt L1C. Damit stellt man Kompatibilität zum europäischen Standortdienstprojekt Galileo her. Somit können Handys und andere Geräte, die beide Systeme unterstützen, auch beide für noch genauere und flottere Ortung kombinieren. Im Lauf der kommenden Jahren will die Space Force außerdem am Boden ein laserbasiertes System in Betrieb nehmen, mit dem die Positionierung der Satelliten selbst verfeinert werden soll.

Streamen in der Nische

Der ORF hat vor Kurzem sein Videoportal Flimmit neu aufgesetzt. Während der Rundfunk viel Potenzial ortet, kritisiert die Konkurrenz den Bezahlzugang.

„Flimmit bietet einen guten Überblick über das österreichische Filmschaffen und erweitert die TVthek des ORF, wo Filme und Serien derzeit nur sieben Tage online sein dürfen“, umreißt Regisseurin und Drehbuchautorin Mirjam Unger die Bedeutung des österreichischen Streamingdienstes. „Fernsehen und Streaming haben Hochsaison, dafür braucht es guten Content. Flimmit ist liebevoll kuratiert und traut sich in künstlerische Gefilde“, ergänzt sie.

Unger sitzt gerade im Schneideraum für die sechste Staffel der „Vorstadtweiber“. Im Jänner werden die „Weiber“ im ORF wieder intrigieren dürfen. Und das ist auch gut für Flimmit, das vor Kurzem einem umfassenden Relaunch unterzogen wurde. Denn die vergangene Staffel war einer der Höhepunkte der Plattform, bestätigt Wolfgang Höfer. Er ist mit sechs weiteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern seit einem Jahr für die Gestaltung des Diensts verantwortlich. Dieser ist seit 2016 mehrheitlich und nun zu 100 Prozent Teil der ORF-Tochter Online und Teletext GmbH & Co KG. Mit aktuell rund 4000 Serien und 1200 Filmen sowie Dokus wird einiges geboten; selbst Netflix hat in Österreich aktuell „nur“ 3834 Serien und Filme im Boudoir.

Besondere Zuckerl sind Vorpremieren wie „Letzter Wille“ oder die neuen „Landkrimis“, zudem österreichische Kultfilme wie „Indien“, „Hinterholz 8“ oder „Muttertag“. Bald kommen Hans Moser und Peter Alexander in das Angebot. Höfer ist überzeugt: „Wir sind die Bühne für österreichische Filme, Serien, Kleinkunst und Highlights wie eine Diagonale-Sonderaktion – und das alles für eine Melange pro Monat.“ 3,99 Euro monatlich oder 39,99 Euro jährlich kostet ein Abo, die Preise wurden zuletzt gesenkt. „Seit dem Relaunch haben wir zugelegt“, freut sich Höfer. Mehrere Tausend nutzen das Angebot, eine deutliche Steigerung ist laut Bescheid der KommAustria geplant. „Ein kleiner Mitspieler wie Flimmit kann sich nur in einer Nische positionieren – und mit niedrigen Abogebühren“, sagt Uta Rußmann, Senior Researcher an der FH Wien im Bereich Communication Management.

„Flimmit ist nun optisch aufgeräumter, die Sendungen sind leicht auffindbar“, informiert Höfer, wobei an vielen Funktionen noch gearbeitet werde. Etwa an der Suchfunktion, einer Clipsystematik, die das automatisierte Abspielen von Trailern ermöglicht, und Empfehlungen wie Merklisten. Das Logo – ein als Filmklappe stilisiertes Herz – ist jetzt rot-weiß-rot. Auch der Claim „Streamen auf Österreichisch“ ist neu.

Zu den Kosten des Relaunches möchte sich Höfer nicht äußern. Laut Bescheid der Regulierungsbehörde sind jährlich maximal eine halbe Million Euro für das Betreiben der Plattform budgetiert. „Das lineare Fernsehen ist mit 196 Minuten täglicher Nutzung die mit Abstand wichtigste Form der Mediennutzung“, informiert Roland Weißmann, stellvertretender kaufmännischer Direktor im ORF. „Aber die Gewohnheiten verändern sich vor allem beim jungen Publikum.“

Während 70 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher mit mehr als 14 Jahren noch live fernsehen, tun dies nur 33 Prozent der 14- bis 29-Jährigen, zeigt die RTR-Bewegtbildstudie 2020. Ein Blick auf die Nutzung von Videoportalen: Drei Viertel der Österreicher waren in den vergangenen vier Wochen auf YouTube, 36,5 Prozent nutzten Prime Video und 31,9 Prozent Netflix. Flimmit liegt bei 2,4 Prozent.

Der ORF muss in die Zukunft investieren. Vom Public Broadcaster zur Public Service Plattform lautet seit Längerem die Strategie von ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz – mit dem Leitprojekt eines ORF-Player, der mit Start 2021 alle linearen Programme des ORF für die Streamingnutzung bündeln soll. „Der ORF braucht eine starke digitale Präsenz“, unterstützt Forscherin Rußmann diese Pläne. „Im Sinne des öffentlich-rechtlichen Auftrags in Sachen Qualität und Programmvielfalt sollte der Markt nicht nur Unterhaltungsdiensten überlassen werden.“

Markus Breitenecker, Geschäftsführer bei Mitbewerber ProSiebenSat.1Puls 4, sieht es so: „Das Pay-Angebot Flimmit wird mit GIS-Gebühren quersubventioniert, sehen können es aber nur Abonnenten, die bereit sind, extra zu zahlen.“ Breitenecker ist überzeugt, dass Österreich im internationalen „Streamingkampf“ nur mit einer Kooperation der heimischen Medien und einem „Austria-Player“ – einer allumfassenden Streamingplattform – überleben kann. Und er ergänzt: „Ich freue mich, dass diese Vision wieder im Gespräch ist und die Politik jetzt stärker in diese Richtung denkt.“

Dies wird aber wohl die Playerstrategie des ORF und ein neues Gesetz zur Aufhebung der beschränkten Sieben-Tage-Abruf-Regel und einer Ermöglichung von Online-only- und Online-first-Angeboten nicht aufhalten. Flimmit ist in dieser Entwicklung mitgedacht, denn eines ist offensichtlich: Das neue Look-and-Feel ist ident mit dem Auftritt der TVthek, so etwa die weiße Schrift vor anthrazitfarbenem Hintergrund. Flimmit ist also in Sachen Design und Technik „Player-fit“. Und es scheint auch wahrscheinlich, dass die Plattform als Premiumangebot in den Player integriert wird.

Im internationalen Vergleich ist Österreich ohnehin spät dran, ZDF und ARD bieten bereits seit vergangenem Jahr ihren Zuschauern eigene Produktionen bis zu sechs Monate auf Abruf an. Infosendungen und Shows können bis zu zwölf Monate und kulturelle Inhalte gar bis zu fünf Jahre lang nachgeschaut werden.

Ufa verpflichtet sich selbst: Wir wollen Diversität anders leben

Seit drei Jahren ist Nico Hofmann Geschäftsführer der Ufa, an der Filmhochschule Ludwigsburg lehrt er seit 1995. Zum Diversitätsplan seines Unternehmens sagt er: „Es geht hier nicht um Quotierung, sondern um Gleichberechtigung und Chancengleichheit, wenn jemand Talent hat.“

Die Produktionsfirma Ufa erlegt sich eine Selbstverpflichtung in Sachen „Diversity“ auf. Dabei geht es um Gender, LGBTIQ, People of Color und Menschen mit Beeinträchtigungen. Geschäftsführer Nico Hofmann erläutert, was es damit auf sich hat. Wird jetzt alles quotiert?

Die Ufa gibt sich eine Selbstverpflichtung für mehr Diversität, einen „Diversity Circle“. Warum?

Das kommt bei mir persönlich aus zwei Ecken. Ich unterrichte seit 1995 an der Filmhochschule in Ludwigsburg, und ich bemerke die Veränderung bei meinen Studierenden. Es gibt Studiengänge, deren Teilnehmer zur Hälfte Migrationshintergrund haben. Es gibt Studiengänge, in denen das Verhältnis zwischen Frauen und Männern erfreulicherweise pari, pari ist, fifty-fifty, ohne jede Quote, aufgrund von Talent. Wenn Sie mit Studierenden arbeiten, erleben Sie die Veränderung unserer Gesellschaft. Alle Bereiche der Diversität, auch was das Geschlecht angeht, zeigen sich auf. Dasselbe erlebe ich in meinem Unternehmen, der Ufa. Die Zusammensetzung der Mitarbeitenden ist heute eine ganz andere als noch vor drei Jahren, als ich die Geschäftsführung übernommen habe. Wir sind in der Ufa ein Spiegelbild unserer Gesellschaft. Deshalb wollen wir Diversität anders leben.

Sie konzentrieren sich auf vier Bereiche: Gender, LGBTIQ, People of Color und Menschen mit Beeinträchtigungen. Nach diesen vier Gruppen fragen Sie bei jeder Produktion – nach Protagonisten, Figuren, Drehbuch, Handlung, Besetzung vor und hinter der Kamera. Da frage ich mich, welcher Freiraum bleibt da für die Kreativität derjenigen, die sich eine Geschichte ausdenken, die sie inszenieren, wenn sie eine lange Liste von Diversitätskriterien abhaken müssen?

Das ist nicht unser Ansinnen. Das Ansinnen ist, mit einem anderen Selbstverständnis auf diese Gruppen zu schauen. Dass alle anderen Gruppen, Familien mit Kindern, ältere Menschen und alle anderen, die in unserer Gesellschaft leben, ebenso souverän und selbstverständlich vorkommen, ist doch gar keine Frage. Aber wenn man sich die vergangenen Jahrzehnte anschaut, muss man feststellen, dass die Gruppen, die Sie genannt haben, gar nicht beachtet oder klischeehaft wahrgenommen wurden. Ich bin kein Freund irgendwelcher Regelungen noch von Diktaten, die die Meinungsfreiheit beschränken oder exakt festlegen, wie Figuren abzubilden sind. Was wir uns in puncto Diversität vornehmen, betrifft die Stoffe, die Besetzung vor und hinter der Kamera und den Umgang mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in unserem Haus.

Wenn Sie Fragen aufwerfen wie: Wozu dient das Geschlecht einer Figur, ihre Herkunft, ihre sexuelle Orientierung? Könnte dies nicht anders aussehen? Ist die Darstellung herabwürdigend oder diskriminierend? Sind Szenen mit sexuellem Inhalt nötig? Das finde ich – erstaunlich. Ist es nicht selbstverständlich, dass Menschen nicht herabgewürdigt werden? Aber dass man trotzdem Herabwürdigung zeigt, damit jeder erkennen kann, worum es geht? Sollen sexuelle Inhalte tabuisiert werden? Gibt es dann Kriminalfilme ohne Verbrechen?

Das verstehen Sie falsch. Ich nehme mal eine Serie wie „Ku’damm“ im ZDF. Da geht es um Frauenbilder, es geht um Homosexualität, es geht um gesellschaftliche Moralvorstellungen einer bestimmten Zeit. Dort ist das, worüber wir gerade reden, Gegenstand der Betrachtung. Aber wenn ich generell auf Produktionen der letzten zehn, fünfzehn Jahre sehe, finde ich es erstaunlich, mit welchen Klischees da gearbeitet wurde. Mit welcher Selbstverständlichkeit Sexualität und Gewalt vermischt werden, ohne zu reflektieren, was man damit bewirkt. Das hat sehr viel mit Frauen- und Männerbildern zu tun. Es geht um eine Sensibilisierung. Wenn wir mit Stoffen arbeiten, wollen wir im Hinterkopf behalten, womit wir uns da eigentlich beschäftigen, welche Bilder und welche Rollenbilder wir prägen. Darüber habe ich zum Beispiel bei „Solo für Klarinette“, dem letzten Film, bei dem ich Regisseur und nicht der Produzent war, mit den Hauptdarstellern Corinna Harfouch und Götz George nächtelang diskutiert.

Sie sagen in Ihrem Programm, Sie wollten keine „veralteten Narrative“ und Stereotype bedienen. Das klingt so, als habe das Fernsehen, das Kino, als habe die Ufa genau oder nur solche Dinge hervorgebracht und sei noch fleißig dabei.

Wenn Sie sich das deutsche Fernsehen und auch die Ufa-Produktionen ansehen, sei es mit Blick auf People of Color, Migrationshintergrund oder Sexualität, dann finden Sie oft Alibi-Besetzungen, die nicht wirklich vom Klischee abweichen. Das stelle ich fest, wenn ich mir anschaue, was in den letzten 25 Jahren produziert worden ist. Uns geht es darum, das herumzudrehen. Es geht uns um eine neue Selbstverständlichkeit.

Was ist mit Ihren eigenen Programmen? Etwa „Unsere Mütter, unsere Väter“ im ZDF, eines Ihrer persönlichsten Projekte. Der Film „Solo für Klarinette“, den Sie genannt haben. Da geht es um Schicksale, Menschen, Geschichte, die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit. Mein Eindruck vom Film- und Serienmachen heute ist: Vieles wird unseren heutigen Vorstellungen unterworfen, da werden Wunschvorstellungen auf die Vergangenheit projiziert. So sehen dann die Figuren aus, und so klingen die Texte. Würden Sie „Unsere Mütter, unsere Väter“ heute noch so drehen, wie Sie es vor sieben Jahren taten?

Ich würde „Unsere Mütter, unsere Väter“ genauso drehen, weil es eine Betrachtung über die Zeit der NS-Herrschaft und des Zweiten Weltkriegs und über meine Eltern war, über junge Frauen und Männer in dieser Zeit in Deutschland. Aber wir reden über – jetzt. Ich werde aber auch in meinen eigenen Produktionen klischeehafte Frauenbilder finden, die ich heute so nicht mehr darstellen würde. Es geht ganz stark darum, wovon ein Stoff handelt und in welcher Zeit er spielt. Mir geht es um das Bewusstsein dafür, was wir da machen.

Und Sie fürchten nicht, dass über alles eine Folie gelegt wird, damit es zu unseren heutigen Vorstellungen passt? Frauenbilder, Männerbilder, patriarchale Strukturen, Machtverhältnisse, Diskriminierung, Ausgrenzung, das muss man doch darstellen – und zwar so, wie es war oder ist. Ohne dass es zum Traktat wird.

Aber genau darum geht es uns doch. Wenn Sie eine bestimmte Zeit darstellen, muss es in dem Duktus der Zeit spielen. Aber da lässt sich eine Menge machen, nehmen Sie nur die zweite Staffel von „Charité“, die gerade eine International-Emmy-Nominierung erhalten hat. Da wird eine homosexuelle Männerbeziehung erzählt, im Spektrum der damaligen Zeit. Das meine ich mit der Selbstverständlichkeit von Diversität. Es geht um die Haltung zu jeder Figur. Es geht nicht darum, eine Formel durchzustanzen, das wäre fatal.

Wenn es um die Besetzung geht, vor und hinter der Kamera und in Ihrem Haus: Ist das gleichzusetzen mit einer Quote?

Das ist gleichzusetzen mit einer Quotierung nach dem Zensus der Bundesregierung. Dies gilt für unsere Programme, jedoch nicht für das Team. Wobei ich glaube, dass es sich innerhalb der Ufa noch viel stärker niederschlagen wird, weil wir mit so vielen Menschen aus unterschiedlichen Kulturen zusammenarbeiten. Mit geht es bei unserem Programm ganz stark um die Zusammensetzung der Ufa selbst. Ich gebe Ihnen ein Beispiel: Vor einem Jahr hatten wir eine junge Frau aus Köln mit multipler Sklerose, die ein ausgezeichnetes Diplom hatte, als Cutterin. Es hat drei Monate gedauert, bis wir es arbeitsrechtlich möglich machen konnten, dass diese junge Frau von zu Hause aus Filme für uns schneiden kann. Das nur als Beispiel für Inklusion. Wenn Sie erleben, welche Hindernisse da aufgebaut werden, verstehen Sie die Welt nicht mehr. Wir prüfen in der Ufa gerade, wie weit wir in diesem Punkt der Inklusion eigentlich sind, und – bauen das Haus teilweise um. Das ist ein Bereich unserer Diversitätsagenda. Wir haben viel zu wenige Stellen, wir haben zu wenig Offenheit für Menschen mit Beeinträchtigungen in dieser Branche gezeigt. Das ist ein Beispiel, mir geht es grundsätzlich darum, wie wir miteinander arbeiten und leben. Es geht hier nicht um Quotierung, sondern um Gleichberechtigung und Chancengleichheit, wenn jemand Talent hat, die es etwa im Verhältnis zwischen Frauen und Männern immer noch zu wenig gibt. Es geht um Strukturen, die Talent fernhalten. Diese Strukturen aufzubrechen, das ist unser Thema.

Sie wollen sich am Zensus der Bundesregierung orientieren. Wenn man sich an diesen hält, ist es dann nicht so, dass die Gruppen, die mit Diversität verbunden werden und die Sie nennen, kleiner sind, als sie erscheinen?

Das mag durchaus sein. Aber das wird sich in den nächsten Jahren massiv verändern. Und diese Veränderung erachte ich nicht als bedrohlich, sondern als spannend und bereichernd. Ich finde, dass Diversität in den vergangenen Jahren wahnsinnig mühsam und verkrampft diskutiert worden ist. In meinem Unternehmen wächst eine jüngere Generation von Achtundzwanzig- bis Fünfunddreißigjährigen heran, die Diversität auf eine neue Weise einfordert.

Fabasoft verdoppelte Gewinn im Halbjahr 2020/21

Das börsennotierte oberösterreichische Softwareunternehmen Fabasoft hat im ersten Geschäftshalbjahr 2020/21 seinen Gewinn verdoppelt. Das Periodenergebnis stieg auf 5,8 (2,9) Mio. Euro, das Betriebsergebnis (EBIT) wuchs auf 8,1 (4,1) Mio. Euro, teilte Fabasoft am Dienstag mit. Die Umsatzerlöse wuchsen im Zeitraum April bis September im Jahresabstand um 24 Prozent auf 27,7 (22,4) Mio. Euro.

Die Halbjahreszahlen würden einen Anstieg bei den Recurring Umsätzen aus Software und Dienstleistungen zeigen sowie ein sehr starkes Projektgeschäft und hohe Lizenzerlöse aus den quartalsweise sehr volatilen Einmallizenzen.

Bei hochvolumigen Aufträgen habe man eine deutliche Zurückhaltung und Vorsicht verzeichnet. Im zweiten Geschäftsquartal (Juli-September) habe man „vermutlich durch die zwischenzeitliche Verbesserung der Covid-19-Lage und damit des Wirtschaftsklimas“ eine stärkere Investitionsbereitschaft bei Neukunden registriert.

Für Werber ist Tiktok die „Einflugschneise zur jungen Zielgruppe“

Das soziale Netzwerk ist unter Datenschützern umstritten. Werbeschaffende indes feiern Tiktok, weil es die ganz jungen Menschen anzieht.

Werbung auf der Plattform Tiktok zu schalten gehört bislang noch nicht zum Standardrepertoire von deutschen Markenkampagnen. Doch erste werbetreibende Unternehmen wagen sich vor und starten Kampagnen auf der Plattform, die von jungen Menschen geliebt und von Datenschützern abgelehnt wird.

Eine der aktiven Marken auf Tiktok ist 8×4 aus dem Hause Beiersdorf. Schon 2017 experimentierte die Deo-Marke auf dem Tiktok-Vorgänger Musical.ly, in diesem Jahr folgte eine weitere große Kampagne. Dabei lernten die Verantwortlichen vor allem eines: Sie mussten die Kontrolle über ihre Marke aus der Hand geben.

Die Markenmacher von 8×4 ließen die Konzepte von den Nutzern der jungen Plattform selbst entwickeln. Sie wählten acht Tiktoker aus, die in den kurzen Videos ihre Lieblingsprodukte von 8×4 in ihrem eigenen Stil präsentierten.

„Das Vertrauen in die ‚Tiktok-Profis‘ zu setzen war dabei ein mutiger, aber relevanter Schritt, um das beste Ergebnis zu erzielen“, heißt es bei Beiersdorf. „Unsere Erfahrungen mit diesem Ansatz sind durchweg positiv.“ Knapp zehn Millionen Views habe man gezählt. „Wir konnten eine jüngere Zielgruppe ansprechen, die wir über klassische Medien wie TV kaum noch erreichen können.“

Inzwischen sind weitere Marken und Unternehmen der Deo-Marke 8×4 gefolgt. Tiktok wiederum hat sein Werbeangebot ausgebaut und im Juni „Tiktok für Unternehmen“ gestartet – eine Plattform, die werbetreibenden Unternehmen bei der Kampagnenbildung helfen soll.

Tiktok ist unter Werbeschaffenden das neueste aufregende Ding. Eine App für mobile Kurzvideos, die vor allem die ganz jungen Nutzer fesselt. Tiktok sei „eine authentische Plattform, die Menschen dazu einlädt, kreativ zu sein. Nicht nur Videos zu kreieren, sondern auch den Soundtrack“, sagt Stuart Flint, der das Werbegeschäft für Tiktok in Europa verantwortet, im Gespräch mit dem Handelsblatt.

„Es geht nicht um den perfekten Look“

„Die Menschen reden dort so, wie sie sind. Da kann sich hinter ihnen der Abwasch stapeln, das ist egal. Es geht nicht um den perfekten Look“, erklärt Flint. Damit grenzt sich das Netzwerk von sozialen Plattformen wie Instagram oder Facebook ab, auf denen die Nutzer Texte, Fotos oder Videos sorgfältig inszenieren.

Auch Snapchat, die Plattform, die den Content direkt nach dem Ansehen für die Nutzer löscht, ist mit Tiktok kaum vergleichbar: Snapchat setzt auf direkte Kommunikation zwischen den Nutzern. Bei Tiktok ist das anders: Die Nutzer schauen sich oft Inhalte völlig fremder Menschen an – dadurch ist es weniger wichtig, wer der Absender der Botschaften ist.

Weltweit zählt Tiktok nach eigenen Angaben rund 800 Millionen Nutzer, davon 100 Millionen in Europa. Zahlen für Deutschland weist das Unternehmen nicht aus. Die Plattform gehört zum chinesischen Konzern Bytedance. Der Datenschutz des Unternehmens wird kritisch gesehen. Drei EU-Staaten untersuchen aktuell, ob Tiktok die Privatsphäre seiner Nutzer ausreichend schützt oder womöglich Daten aus Europa illegal in Drittstaaten speichert, etwa in China.

Tiktok selbst bekundet große Transparenz. Geht es um konkrete Zahlen, hüllt man sich allerdings in Schweigen. Umsatzzahlen will das Unternehmen nicht nennen. Gewinne erzielt das Netzwerk nach eigenen Aussagen nicht. Man wolle derzeit investieren, um zu wachsen, sagt Tiktok-Manager Flint. Die Erlöse bestehen aus Werbeeinnahmen – und das soll auch so bleiben. „Wir planen keine Abo-Modelle“, sagt Flint, „das ist eine offene Plattform für unsere Community.“

Die Fangemeinde ist in den vergangenen Monaten kräftig gewachsen, wie Tiktok versichert. „Covid hat die Entwicklung beschleunigt, weil die Menschen viel Zeit zu Hause verbracht haben“, sagt Manager Flint. Ursprünglich habe das Netzwerk vor allem die ganz jungen User angezogen – das habe sich allerdings geändert: „67 Prozent der Nutzer sind älter als 25 Jahre“, sagt Flint. „Deshalb sehen wir auch Marken wie Mercedes-Benz oder Smart bei uns.“

Das ist das Stichwort für Thomas Wlazik, der seit April 2020 die Tiktok-Werbevermarktung in Deutschland verantwortet. Sein Team umfasst aktuell 200 Mitarbeiter. Zum Vergleich: In ganz Europa beschäftigt das Netzwerk 2500 Menschen. Die Kampagne von Mercedes-Benz ist eines seiner Vorzeigebeispiele.

„Wir haben die Nutzer dazu eingeladen, das Logo der Marke neu zu kreieren“, erzählt der Manager. Gemalt, als Person dargestellt, mit Musik unterlegt – es gab viele Variationen. Mit dem Hashtag #MBStarChallenge brachte das Traffic auf die Seite des Autoherstellers. Die Hashtag-Challenge bescherte Mercedes-Benz mehr als 862 Millionen Aufrufe.

Auch die Chipsmarke Funny-Frisch ist dabei: In der Kampagne habe Funny-Frisch die Markenbekanntheit steigern und sich moderner positionieren wollen, sagt Wlazik. Nutzer drehten eigene Videos mit dem Hashtag #Funnyfrischmoment. Mehr als 100.000 neue Follower habe das Unternehmen Intersnack mit der Aktion hinzugewonnen, meint Wlazik.

Um die Kraft der Werbewirkung auf der Plattform zu belegen, beauftragte Tiktok das Marktforschungsunternehmen Kantar mit einer Studie. „Nutzer, die im Rahmen von Hashtag-Challenges mit Marken interagieren, kaufen daraufhin Produkte der Marken, mit denen sie sich auf Tiktok beschäftigt haben“, lautet eines der Resümees, die der Plattform durchaus zuträglich sind.

Auch der Süßwarenhersteller Katjes Fassin nutzte im Mai 2020 den Hype um die App – um die Marke Ahoj-Brause zu vermarkten. „Bleibt zu Hause, macht Euch eine Brause“, hieß der Spot, den die Werbeagentur Antoni für das Netzwerk kreierte. Künstler Friedrich Lichtenstein rief in dem Tiktok-Film die Zuschauer dazu auf, in der Coronazeit zu Hause zu bleiben.

Rund 28.000 neue Follower zählte Katjes anschließend auf dem Ahoj-Brause-Account. Die Kampagne erreichte 6,1 Millionen Aufrufe – ein Wert, der das Unternehmen Katjes zufriedenstellte. „Die Geschwindigkeit, mit der die Kampagne Aufmerksamkeit erzielt hat, ist bei Tiktok viel höher als auf anderen Plattformen, mit denen wir arbeiten“, sagt Elisa Buhr, Marketing-Managerin von Ahoj-Brause.

Kein Erfolgsrezept für Kampagnen

Werber setzen bereits fest auf das junge soziale Netzwerk. Ohne Tiktok gäbe es „keine Kanalstrategie für junge Zielgruppen“, meint Benjamin Minack, Gründer der Agentur Ressourcenmangel. Der Kanal schließe nahtlos an das Mediennutzungsverhalten junger Menschen an, sagt er. „Es ist also nur die Frage, wann Unternehmen und Marken anfangen, dort zu kommunizieren oder zu werben – und nicht, ob.“

Auch für Francisca Maass, Kreativchefin der Werbeagentur Grey, ist Tiktok „die Einflugschneise für die junge Zielgruppe“ schlechthin. Im Agenturnetzwerk Grey ist der „Distance Dance“ der Marke Procter & Gamble entstanden, der bei Tiktok im ersten Lockdown im Frühjahr für Furore sorgte. Die Idee habe insgesamt 17,5 Millionen Views generiert, erzählt Maass.

Aus ihrer Sicht gebe es „kein Erfolgsrezept“ für Kampagnen auf dieser Plattform. Bei Tiktok würden Werber stärker als sonst mit den Influencern zusammenarbeiten. „Man muss bei Tiktok offen sein und gucken, was gerade funktioniert“, sagt die hochdekorierte Kreative. Eines sei sicher: „Ein normaler Spot würde dort überhaupt nicht funktionieren.“

Für Pionier Beiersdorf hat sich das Engagement gelohnt. „Das Ziel unserer Tiktok-Kampagne war es, Aufmerksamkeit und Reichweite für die Marke 8×4 und ihre Produkte auf relevante Art und Weise bei der Tiktok-Zielgruppe zu generieren“, heißt es in der Unternehmenszentrale. Man habe 8×4 als mutige, innovative Marke zeigen wollen. „Das ist uns gelungen.“

Sebastian Matthes neuer CR beim „Handelsblatt“

Seit Anfang 2018 ist Matthes Digitalchef des Düsseldorfer Wirtschaftsblatts und Stellvertreter des Chefredakteurs Sven Afhüppe. Dessen Rolle wird der 43-jährige Journalist zum 1. Januar 2021 übernehmen. Der Wechsel an der Spitze wurde der Belegschaft am Mittwoch in einer digitalen Townhall mitgeteilt. Betont wird in der Mitteilung zum Wechsel, dass er in seinen Rollen und basierend auf den Schritten seines Vorgängers, die redaktionellen Abläufe auf eine konsequente Digital-First-Arbeitsweise umgestellt habe.

Sven Afhüppe, seit Januar 2015 Co-Chefredakteur beim Handelsblatt und seit 2016 alleiniger Chefredakteur, verlässt dagegen das Unternehmen im Dezember. Neben seinen redaktionellen Aufgaben war er seit 2018 assoziiertes Mitglied der Geschäftsführung. Er will sich, heißt es in der Mitteilung, künftig neuen Aufgaben widmen. Wo es ihn hinzieht – und ob es eine Tätigkeit im Journalismus ist – ist derzeit unklar. Die Trennung erfolge „im besten Einvernehmen aufgrund unterschiedlicher Auffassungen zur weiteren strategischen Entwicklung des Handelsblatts„, so der Wortlaut.

Die Mediengruppe in Düsseldorf befindet sich derzeit in einem größeren Umbau: Im Oktober wurde bekannt, dass in der gesamten Gruppe bis zu 80 Stellen gestrichen werden sollen. Bei der Zeitung Handelsblatt sollen demnach etwa 20 Jobs wegfallen und acht neu geschaffen werden. Bei der Wirtschaftswoche sollen zehn Stellen gestrichen werden und zwei neu entstehen. In den Redaktionen sollen vor allem „nicht-schreibende“ Mitarbeiter aus Grafik, Infografik und Fotoredaktion von dem Abbau betroffen sein.

Springer-Vorstand will Frauenanteil per Boni-Regelung erhöhen

Beim Berliner Medienkonzern Axel Springer sind Führungspositionen überwiegend Männersache. Der Springer-Vorstand erwägt daher, eine alte Boni-Regelung wieder einzuführen. So sollen Führungskräfte mehr Geld erhalten, die es schaffen, wichtige Positionen mit qualifizierten Frauen zu besetzen.

Der Berliner Medienunternehmen ist bei Führungskräften überwiegend eine Männerdomäne. Lediglich 32 Prozent der Spitzenpositionen sind mit Frauen besetzt. „Das könnte mehr sein“, erklärt Stephanie Caspar, Vorstandsmitglied National News Media & Marketplaces, bei Axel Springer anläßlich einer neuen Veranstaltungsreihe „Better Future Conference” der Welt am Sonntag (Wams). Der Vorstand erwägt daher, eine alte Boni-Regelung wieder aufleben zu lassen. Danach sollen Führungskräfte mehr Geld erhalten, die es schaffen, Spitzenpositionen mit mehr qualifizierten Frauen zu besetzen.

Vor fünf Jahren hatte das Printunternehmen bereits eine entsprechende Boni-Regelung, die allerdings zwischenzeitlich abgeschafft wurde. Dies führte schnell dazu, dass der Anteil von Frauen in Führungspositionen im Konzern wieder deutlich zurückging. Jetzt versucht der Vorstand einen neuen Anlauf, um mehr Frauen in wichtige Positionen zu bugsieren. Dies ist verständlich. Denn Axel Springer plant nach dem Einstieg der amerikanischen Finanzinvestors KKR zum Weltmarktführer im digitalen Rubrikengeschäft und digitalen Journalismus zu erhalten. Um im weltweiten Wettbewerb zu bestehen, benötigt der Konzern die fähigsten Talente. Vorstandsmitglied Stephanie Caspar ist dagegen, eine Frauenquote bei Axel Springer einzuführen. Dies sei das letzte Mittel, um den Anteil weiblicher Führungskräfte zu steigern.

Künstler wehren sich gegen Urheberrechtsreform

Eine Gruppe von knapp 600 Künstlern wehrt sich gegen eine Reform des Urheberrechts, dass z.B. Musik bis zu 20 Sekunden, Remixe und Samples frei nutzbar sein solle. Das steht in einem Brief der Künstler an Politiker.

Die Künstler stemmen sich bei dem Entwurf des Bundesjustizministeriums speziell gegen die vorgesehenen neuen Ausnahmen von den exklusiven Verwertungsrechten. „Die Corona-Krise hat uns hart getroffen“, schreiben die Künstler. Umso mehr schmerze es, „dass wir auf dem einzigen nicht eingeschränkten Markt“ der Online-Plattformen „immer noch keine angemessene Vergütung für unsere Werke erhalten“. Das EU-Parlament habe hier den Mut gehabt, mit der umstrittenen Urheberrechtsrichtlinie und dem damit verschärften Haftungsregime „das ungleiche Machtgefälle“ ein Stück weit in Richtung einer neuen Balance zu verschieben.

Und die „Bagatellschranke“, mit der Inhalte-Schnipsel wie Meme in sozialen Medien lizenzfrei und vergütungsfrei werden sollen, müsse fallen, fordern die Verfasser. Zu den Unterzeichnern des Briefs gehören AnnenMayKantereit, Antilopen Gang, Beatsteaks, die Berliner Philharmoniker, die Ärzte, die Toten Hosen, Feine Sahne Fischfilet und Kraftwerk. Dazu kommen Musiker, Sänger und DJs wie Blixa Bargeld, Herbert Grönemeyer, Joy Denalane, Leslie Mandoki, Paul van Dyk und Tim Bendzko.

Auch 48 Social-Media-Bekanntheiten wie PietSmiet, Gronkh, Le Floyd, Rewi, Rezo und Tilo Jung melden sich zu Wort. Sie beklagen aber, dass die Künstlerinitiative „zwischen Inhabern von Urheberrechten und Nutzern von Upload-Plattformen“ eine Grenze ziehe, „die nicht der gelebten Praxis entspricht“. Als „Content Creator“ seien sie beides und hätten „als Kreative und als Unternehmen der Kulturwirtschaft“ gegen den damaligen Artikel 13 (jetzt 17) der Richtlinie protestiert.

Weiterer Aufschub für Tiktok in den USA

Die Videoplattform Tiktok kann in den USA vorerst weiter genutzt werden: Das US-Komitee für Ausländische Investitionen verlängerte die Frist für den chinesischen Tiktok-Mutterkonzern, der einen Käufer für seine Aktivitäten in den USA finden muss, bis zum 4. Dezember. Bereits am 13. November hatte es einen zweiwöchigen Aufschub gegeben.

US-Präsident Donald Trump wollte mit der Verbotsverordnung von Anfang August erreichen, dass der chinesische Mutterkonzern Bytedance den US-Zweig von Tiktok an ein Unternehmen aus den USA verkauft. Die Regierung begründete ihr Vorgehen damit, dass Tiktok eine Gefahr für die „nationale Sicherheit“ darstelle. Trump verdächtigt Bytedance, Tiktok für Spionage zu nutzen und Nutzerdaten an die chinesische Regierung weiterzuleiten. Das Unternehmen bestreitet dies.

„Fortnite“ startet Premium-Abo für zwölf Euro pro Monat

Unter dem Titel „Fortnite Crew“ will man die mittlerweile rund 350 Millionen Spieler zu einer zusätzlichen Ausgabe überreden. Für knapp zwölf Euro pro Monat bekommt man den Battle Pass für die Saison, 1.000 V-Bucks pro Monat für den Item-Shop und jeden Monat ein neues Crew-Paket, das ein exklusives Outfit enthält. Für Dezember etwa wurde schon der „Galaxia“-Anzug angekündigt, den man bereits in einem Teaservideo zeigt. Am Ende des Monats will man künftig die Inhalte des jeweils kommenden Pakets enthüllen.

Michael Kollatschny wird neuer Chef von ZDF Digital

ZDF Enterprises hat einen neuen und zugleich versierten Chef für ihre Tochterfirma ZDF Digital gefunden: Ab dem 1. Januar wird Michael Kollatschny alleiniger Geschäftsführer des Unternehmens. Zuletzt war der 42-Jährige bei Endemol Shine Germany tätig, weitere Stationen seiner Karriere waren unter anderem Brainpool TV und Twitter Deutschland – in der Branche ist er also bestens vernetzt.

Tatsächlich dürfte nicht zuletzt die Führungskompetenz gefragt sein, sorgte das Unternehmen doch zuletzt für fragwürdige Schlagzeilen im Zusammenhang mit Kollatschnys im Sommer plötzlich entlassenen Vorgänger.

Computerhersteller profitieren von der Corona-Heimarbeit

Die Computerhersteller profitieren vom Trend zur Heimarbeit in der Corona-Pandemie. Hewlett Packard (HP) meldete einen Rekord bei den Auslieferungen im vierten Geschäftsquartal. Dell verzeichnete dank des hohen Bedarfs an PCs, Notebooks und Tablets im dritten Quartal einen Umsatzsprung. Dell-Vorstand Jeff Clarke berichtete von einer „beispiellosen Nachfage nach Anwendungen für Heimarbeit“.

Der Betriebsgewinn von Dell stieg im Jahresvergleich um starke 35 Prozent auf 1,1 Milliarden Dollar (0,9 Mrd. Euro). Vor allem die PC-Sparte verzeichnete deutliche Zuwächse – hier nahmen die Erlöse im Privatkundengeschäft um 14 Prozent und die Verkäufe an Geschäftskunden um 5 Prozent zu. Deutlich schlechter lief es indes bei Servern und Netzwerkgeräten. Insgesamt schaffte Dell ein dreiprozentiges Umsatzplus auf 23,5 Milliarden Dollar. Damit wurden die Prognosen übertroffen, was die Aktie nachbörslich zunächst steigen ließ. Seit Jahresbeginn hat der Kurs um 37 Prozent zugelegt.

Der Computerhersteller HP schlug sich dank der Corona-verursachten starken Nachfrage besser als erwartet. Zwar fiel der Umsatz um ein Prozent auf knapp 15,3 Milliarden Dollar. Allerdings hatten Experten mit einem Rückgang auf 14,7 Milliarden gerechnet. Die Dividende wird um zehn Prozent erhöht.

Für das laufende erste Quartal sagte HP einen Gewinn je Aktie zwischen 64 und 70 Cent voraus, während Refinitiv-Experten von 54 Cent ausgehen. Die HP-Aktie legte nachbörslich um etwa sechs Prozent zu. Hewlett-Packard hatte sich Ende 2015 aufgespalten. Neben HP Inc agiert auch der Bereich Hewlett Packard Enterprise (HPE) eigenständig, in dem Server- und Speicherdienste gebündelt sind.

Dell profitiert in Corona-Krise von Trend zur Heimarbeit

Der Computer-Konzern Dell schlägt sich in der Corona-Krise dank eines hohen Bedarfs an PCs, Notebooks und Tablets besser als erwartet. „Wir sind auf eine beispiellose Nachfrage nach Anwendungen für Heimarbeit gestoßen“, verkündete Dell-Vorstand Jeff Clarke. Der Betriebsgewinn stieg im Jahresvergleich um starke 35 Prozent auf 1,1 Milliarden US-Dollar (0,9 Milliarden Euro).

Vor allem die PC-Sparte verzeichnete deutliche Zuwächse – hier nahmen die Erlöse im Privatkundengeschäft um 14 Prozent und die Verkäufe an Geschäftskunden um 5 Prozent zu. Deutlich schlechter lief es indes bei Servern und Netzwerkgeräten. Insgesamt schaffte Dell ein dreiprozentiges Umsatzplus auf 23,5 Milliarden Dollar während der Coronavirus-Krise. Damit wurden die Prognosen übertroffen, was die Aktie nachbörslich zunächst steigen ließ. Seit Jahresbeginn hat der Kurs um 37 Prozent zugelegt.

Netflix: Boykottaufruf wegen Kuss-Szene in Indien

Ein Kuss in einer auf Netflix ausgestrahlten Serie hat in Indien eine Kontroverse ausgelöst. In der Serie „A Suitable Boy“ („Eine gute Partie“) küssen sich eine hinduistische Frau und ein muslimischer Mann in einem hinduistischen Tempel. Bei der Polizei ging eine Beschwerde gegen zwei Führungskräfte von Netflix in Indien ein, wie der Innenminister des Bundesstaates Madhya Pradesh, Narottam Mishra, auf Twitter mitteilte.

Es gebe in der Serie fragwürdige Szenen, die religiöse Gefühle verletzten. Der Minister sagte, er wolle sich über rechtliche Schritte informieren. Kürzlich trendete #BoycottNetflix auf Twitter in Indien, wie örtliche Medien schrieben. Netflix wollte dazu am Mittwoch auf Anfrage keine Stellung nehmen.

In Indien sind Ehen zwischen der hinduistischen Mehrheitsbevölkerung und Muslimen – der größten Minderheit im Land – eine Seltenheit. Halten sich Liebende nicht an diese Konventionen, kommt es ab und zu sogar zu Morden vermeintlich im Namen der Ehre. Die Gesellschaft ist unter der hindunationalistischen Regierung polarisierter geworden.

Netflix fördere den „Love Jihad“

Die Beschwerde bei der Polizei stammt von einem Jugendanführer der hindunationalistischen Partei, wie der Minister mitteilte. Der Jugendanführer schrieb auf Twitter, dass Netflix „Love Jihad“ fördere. Das ist die Vorstellung radikaler Hindus, dass muslimische Männer hinduistische Frauen heiraten, um sie dann zum Islam zu konvertieren und damit die Demografie des Landes zu ändern.

Gruner + Jahr verkauft „Dogs“ an das Verlagshaus GeraNova Bruckmann

Ab dem 18. Januar 2021 erscheint das Special-Interest Magazin Dogs nicht mehr bei Gruner + Jahr, sondern bei der Ein Herz für Tiere Media GmbH, die zum Verlag GeraNova Bruckmann gehört. Unter diesem Dach erscheinen bereits verschiedene Tiermagazine, darunter Partner Hund, DogsToday oder Geliebte Katze.

Inhaltlich wird Petra Schurer verantwortlich sein, die Anzeigenleitung übernimmt Astrid Fiss. Weiterhin wird das Herzstück des Magazins aus den Reportagen bestehen. Zum Verkauf gehört auch ein Relaunch, dennoch wird Dogs weiterhin alle zwei Monate erscheinen. Die erste Ausgabe im neuen Verlag wird zum Preis von 5,90 Euro erhältlich sein.

Zum Verlagshaus GeraNova Bruckmann gehören zehn Buchverlage und 40 Zeitschriften- bzw. Digitalmarken sowie 4.000 lieferbare Bücher sowie 1.400 E-Books und 23 Apps.

Frankreich mit neuer Digitalsteuer

Frankreich bittet große Internetfirmen zur Kasse. Das Finanzministerium in Paris teilte mit, die betroffenen Unternehmen informiert zu haben, wie viel sie im Dezember im Rahmen der neuen Digitalsteuer abführen müssten. Die Steuer dürfte vor allem die großen amerikanischen Unternehmen wie Facebook und Amazon treffen. Sie zapft drei Prozent der Umsätze ab, die mit digitalen Dienstleistungen in Frankreich gemacht werden, wenn Unternehmen dort mehr als 25 Millionen Euro einnehmen und weltweit mindestens 750 Millionen.

Um den Handelsstreit mit den USA nicht zu eskalieren, hatte Frankreich seine Pläne Anfang des Jahres zunächst nicht umgesetzt. Mittlerweile ist US-Präsident Donald Trump, der Frankreich wegen der Digitalsteuer mit Vergeltung gedroht hatte, zwar noch im Amt, aber abgewählt.

Frankreich drängt auf internationale Lösung

Facebook teilte mit, sich immer an die geltenden Steuerregeln in den Ländern zu halten, in denen der Konzern operiere. Andere Internetfirmen äußerte sich ähnlich.

„Parler“ und „One America“ : Neue Arenen für Fake News

Trump-Fans ist der Sender Fox News plötzlich zu links, Twitter sowieso. Wo gehen sie hin? Zu „Parler“ und „One America News“. Dort werden sie bedient.

Im Rahmen der abstrusen Rückzugsgefechte um die Wahlniederlage von Donald Trump zeichnet sich in der ultrakonservativen amerikanischen Medienlandschaft eine – womöglich nur momentane – Verschiebung ab. Zahlreiche Trump-Anhänger folgen dessen Aufrufen, Plattformen wie Fox News und Twitter den Rücken zu kehren und sich in neuen Arenen zu versammeln. Zu den wichtigsten Profiteuren zählen der Kurznachrichtendienst Parler sowie die Kabelsender One America News Network (OANN) und Newsmax.

Twitter, die Plattform, die Donald Trump zu seinem persönlichen Megafon machte, ist den Konservativen schon länger ein Dorn im Auge, weil Falschinformationen hier mit Warnhinweisen versehen und Retweets und Likes solcher Posts blockiert werden. Fox News gilt als Hochverräter, seit man dort – als erstes amerikanisches Medium noch am Wahlabend und drei Tage vor CNN – den traditionell republikanischen Bundesstaat Arizona für Joe Biden ausrief. Der Fox-News-Moderator Neil Cavuto brach hernach die Übertragung einer Pressekonferenz im Weißen Haus ab, weil er die haltlosen Behauptungen der Pressesprecherin Kayleigh, bei der Wahl sei betrogen worden, seinen Zuschauern nicht zumuten wollte. Sogar bisherige Trump-Loyalisten wie die Moderatoren Tucker Carlson und Laura Ingraham widersprachen der Mär vom Wahlbetrug. „Fox News sucks!“, skandierten die Anhänger des Präsidenten bei Protesten in Phoenix.

„Die wahren Wahlergebnisse von 2020“

Also wies Trump seine Gefolgschaft an, anderswo hinzuschauen. „Viel großartige Alternativen formieren sich und existieren. Probieren Sie es unter anderem mit @OANN & @newsmax!“ Beides sind Nischen-Kanäle, die Trump seit längerem unterstützen. OANN wurde 2013 in San Diego von dem Mikrochip-Milliardär Robert Herring ins Leben gerufen, der Fox News für „zu weich“ befand. Im März titelte man hier, Trump manage die Coronavirus-Krise gut; Verschwörungstheorien wie die um den vermeintlich von Hillary Clinton ermordeten Seth Rich und die um ein chinesisches Biowaffenlabor als Ursprung des Coronavirus liefen hier rauf und runter.

Zuletzt gab man der abstrusen Behauptung Raum, das amerikanische Militär habe in Frankfurt einen Computerserver beschlagnahmt, auf dem „die wahren Wahlergebnisse von 2020 gefunden worden sein sollen“. Gezeigt wurde dazu eine Karte, derzufolge Trump am Wahlabend 410 Wahlmännerstimmen gewonnen habe. In einem Interview sprach der texanische Kongressabgeordnete Louie Gohmert von „extrem überzeugenden Beweisen“, auch wenn sowohl die amerikanische Armee als auch die in dem Bericht genannte Firma Scytl die Beschlagnahme von Servern dementierten und Scytl darauf verwies, dass man in Frankfurt nicht einmal ein Büro habe. Die Falschinformation hatte ihren Ursprung offenbar auf dem Messageboard 8kun von Jim und Ron Watkins, durch das auch die QAnon-Verschwörungstheorie populär wurde. Trump hat in den vergangenen Wochen mehrere OANN-Sequenzen auf Twitter verbreitet – „extremistische Talking Points, die ihren Weg in die Hallen der Macht finden“, wie der MSNBC-Medienreporter Ben Collins meinte.

Newsmax, ein winziger Sender mit Sitz in Boca Raton, Florida, gehört einem alten Trump-Freund, Christopher Ruddy. Bis dato kam Newsmax auf kaum 60 000 Zuschauer. Aber in der vergangenen Woche verzeichnete man zur Hauptsendezeit am Abend mit Berichten über angeblichen Wahlbetrug mehr als eine Million Zuseher. Das ist weniger als ein Drittel der 3,5 Millionen, die Fox News in der Woche nach der Wahl zog, aber viele Trump-Anhänger wollen offenbar lieber hören, dass der Wahlgewinner noch ausstehe, wie man bei Newsmax nicht müde wird zu erklären, auch wenn Trump den Formalitäten zur Amtsübergabe an Joe Biden inzwischen zugestimmt hat. Das Poynter Institute bemerkte, der Sender habe „keine glaubwürdige Nachrichtenabteilung und baut sein Programm rund um Talkshows mit Meinungsmoderatoren“. Newsmax als neuen Spieler auszumachen sei eine Überreaktion, dies sei nicht mehr als „ein Nischensender, der mit der einen Geschichte, die für die extremsten Trump-Anhänger attraktiv ist, einen Rampenlicht-Moment hat“.

Unterdessen feiern Ultrakonservative den Nachrichtendienst Parler bereits als Anti-Twitter. Seit dem Wahltag am 3. November ist die App mehr als vier Millionen Mal heruntergeladen worden. Der zwei Jahre alte Dienst wird von Rebekah Mercer mitfinanziert. Sie ist die Tochter des Hedge-Fonds-Managers und konservativen Mäzens Robert Mercer, der unter anderem das Portal „Breitbart“ stützte und fünfzehn Millionen Dollar in die dubiose Datenschürfer-Firma Cambridge Analytica investierte. Parler vermarktet sich als „standpunktneutrale“ Alternative. Soll heißen: Halbwahrheiten, Lügen und Verschwörungstheorien sind möglich. „Leute sagen dauernd verrückte Dinge“, sagte der Parler-Chef John Matze kürzlich auf Fox News, „aber es ist nicht gesetzeswidrig, diese Meinungen zu vertreten.“

Aber auch bei Parler gelten Regeln. Wie Matze in einem „Parlay“ (so heißen die Tweets hier) Ende Juni mitteilte, sind Kraftausdrücke, obszöne Symbole und Morddrohungen ebenso verboten wie Nacktfotos. Zu Parlers prominentesten Nutzern zählen der texanische Senator Ted Cruz, die Fox-News-Stars Sean Hannity und Tucker Carlson, der Polemiker Dinesh D’Souza und selbstverständlich Donald Trump. Karen Pence, die Ehefrau des Vizepräsidenten, verbreitet dort den Hashtag #QAnon, der Fox-News-Talker Lou Dobbs bringt die These unters Volk, das „republikanische Establishment“ ignoriere „massive Beweise“, dass Trump und die amerikanischen Wähler betrogen worden seien. Unter dem Hashtag #Twexit können Parler-Nutzer einen Twitter-Boykott herbeiwünschen, den man sich freilich nicht wirklich leisten kann, wenn man nicht in der Bedeutungslosigkeit verschwinden möchte. Bislang zumindest. Ob das alternative Medien-Universum der amerikanischen Ultrakonservativen gedeiht, wird sich zeigen. 2016 schwang sich das zuvor randständige „Breitbart“ in Trumps Fahrwasser zum Taktgeber der „Alt Right“-Bewegung auf. Heute spielt „Breitbart“ kaum noch eine Rolle.

Funke veröffentlicht weiteres regionales True-Crime-Magazin

Bereits seit einigen Monaten berichtet die zu Funke gehörende ‚Braunschweiger Zeitung‘ in einer Zeitungsserie und einem Podcast über Kriminalfälle aus Niedersachsen. Mit ‚Tatort‘ Niedersachsen folgt ein nun ein gleichnamiges Magazin, das die spannendsten Verbrechen zusammenfasst und weiteres Zusatzmaterial bietet.

Das 164-seitige Heft behandelt Fälle, die „die gesamte Region in Schockstarre versetzten“ und über das Bundesland hinaus für Schlagzeilen sorgten. Enthalten ist etwa ein Interview des Spezialist Fred Sellin über den sogenannten „Totmacher“ Rudolf Pleil, der im Zonenrandgebiet im Harz mindestens zehn Morde verübte.

Amazon überwacht Gewerkschaftler, Greenpeace und Greta-Fans

Amazon.com treibt hohen Aufwand, um eigene Mitarbeiter, Gewerkschaftler und andere soziale Bewegungen zu überwachen. Auch Vertragspartner, Diebe, Drogendealer und Umweltschützer sind im Visier, selbst wenn sie gar nichts mit Amazon zu tun haben. Laut Amazon geschieht das alles legal und mit Wissen der örtlichen Behörden: „Jeder Versuch, diese Aktivitäten aufzubauschen, oder zu unterstellen, dass wir etwas Ungewöhnliches oder Falsches tun, ist unverantwortlich und falsch.“

Das hat eine Konzernsprecherin gesagt. Die US-Webseite hatte mehr als zwei Dutzende interne Berichte Amazon zugespielt erhalten, deren Echtheit Amazon nicht bestreitet. Laut Motherboard verzeichnet Amazon nicht nur öffentliche Aktionen, vom Verteilen von Flugblättern bis zum Streik, genau mit Zeitpunkt, Ort, und Zahl der Teilnehmer, sondern auch nicht-öffentliche Treffen von Arbeitnehmern mit Gewerkschaftern.

Wichtige Informationsquelle sind zudem Äußerungen in Sozialen Netzwerken, sei es von Mitarbeitern oder Außenstehenden. Dabei bedient sich Amazon der Dienstleistungen Dritter, die sich Zutritt zu geschlossene Foren verschaffen. Die Betroffenen werden darüber freilich nicht informiert, vielmehr war Amazon daran gelegen, diese Schnüffelei geheimzuhalten, wie Motherboard im September berichtet hat.

Amazon nimmt auch die von Greta Thunberg geführte Bewegung Friday For Future als Bedrohung wahr. Sie gewinnt „an Einfluss insbesondere auf junge Menschen und Studenten“ und „zieht immer mehr Menschen schnell an“, wie es in einem der Dokumente heißt.

Detektive werden ebenfalls eingesetzt, nach Angaben Amazons zum Schutz von Werttransporten. Aus den Dokumenten geht hervor, dass Detektive in ein polnisches Lager eines Amazon-Dienstleisters eingeschleust wurden. Sie sollten Vorwürfen unpassender Einstellungsverfahren nachgehen, konnte diese aber nicht erhärten.

PwC Outlook: Werbeerlöse der nicht-digitalen Medien schrumpfen

Das Beratungsunternehmen PwC hat die aktuelle Ausgabe seiner Studienreihe ‚German Entertainment and Media Outlook 2020-2024‘ veröffentlicht. Die Sudienautoren rechnen demnach im Betrachtungszeitraum mit einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 1,1% für die Branche auf ein Gesamtmarktvolumen in Deutschland von 65,2 Milliarden Euro. Gegenüber 2019 bedeutet das ein Gesamtzuwachs von rund 3,6 MilliardenEuro. Dieses Wachstum wird insbesondere durch den Auftrieb bei den digitalen Produkten befeuert, der sich auch aufgrund der Covid-19-Pandemie erheblich beschleunigt. Die Dynamik wird dabei von weiteren innovativen Produkten und Angeboten getragen.

Die Werbeerlöse werden laut der PwC-Untersuchung von 2019 bis 2024 um jährlich durchschnittlich 0,7 Prozent auf 24,2Milliarden Euro wachsen, was gegenüber 2019 ein Plus von etwa 0,9 Milliarden Euro ausmacht. Der leichte Zuwachs ist insbesondere den digitalen Produkten zu verdanken. Die Studienautoren gehen bei den digitalen Produkten bis 2024 von einem Zuwachs um jährlich durchschnittlich 4,9 Prozent auf mehr als 11 Milliarden Euro aus. Demgegenüber werden die nicht digitalen Werbe­erlöse um durchschnittlich 2,1 Prozent pro Jahr auf etwa 13,2 Milliarden Euro zurückgehen.

Buch von Barack Obama bricht alle Verkaufsrekorde

‚A Promised Land‘ (‚Ein verheißenes Land‘), der erste Band der Präsidentschaftsmemoiren von Barack Obama, erschienen bei der Bertelsmann-Tochter Penguin Random House, verkaufte sich innerhalb von 24 Stunden allein in Nordamerika 887.000 Mal. Noch nie in der Geschichte der Verlagsgruppe wurde ein Buch am ersten Tag öfter verkauft.

In Deutschland wurden am Starttag 300.000 Exemplare verkauft – der Verlag hat daher bereits die Produktion weiterer 100.000 Bücher in Auftrag geben konnte. Damit steigt die Auflage für die erste Woche nach Verlagsangaben auf 500.000 Exemplare. In Großbritannien und Irland wurden, so die Schätzung von Penguin Random House UK, zusammen 70.000 Exemplare verkauft – und das, obwohl viele britische Buchhandlungen aufgrund des Lockdowns geschlossen sind.

TV-Zuschauer bevorzugen öffentlich-rechtliche Nachrichten

Anlässlich des Welttags des Fernsehens hat Vodafone zusammen mit den Meinungsforschern von Civey eine Umfrage zur Rolle des Fernsehens in Corona-Zeiten durchgeführt. Demnach rangiert das Fernsehen als Informationsquelle hinsichtlich der Glaubwürdigkeit deutlich vor dem Internet.

Erste Anlaufstelle für Corona-Neuigkeiten sind dabei öffentlich-rechtliche Sender. Rund 71 Prozent der Befragten gaben an, dass sie diese dem Privatfernsehen deutlich vorziehen – und zwar morgens und abends. Überraschend ist diese Erkenntnis freilich nicht, dominieren Nachrichtensendungen bei ARD und ZDF doch schon seit Monaten die Quoten-Charts.

Um sich von Corona-Themen abzulenken, schauen Zuschauerinnen und Zuschauer unter 30 Jahren vor allem Comedy- und Unterhaltungsformate, während Rentner Nachrichtensendungen und Tierdokumentationen bevorzugen. Sport-Sendungen verzeichneten dagegen im Vergleich zu der Zeit vor Corona kaum Zuwachs. Unentschlossene TV-Zapper bleiben derweil bevorzugt bei Corona-Thema hängen.

Auf die Frage, was bei einer Berichterstattung zu Corona zum Umschalten führt, sagten rund 34 Prozent der Befragten, dass Corona für sie einfach zu viel Platz im Fernsehen einnimmt. Rund 23 Prozent vermissen tatsächliche Neuigkeiten und schalten um. Eine gute Nachricht bringt die Umfrage zudem für Arbeitgeber hervor: Rund 83 Prozent der befragten Home-Office-Arbeiter gaben in der Vodafone-Umfrage an, dass sie den Fernseher nie oder nur selten während der Arbeitszeit angeschaltet haben.

RTL bündelt News-Aktivitäten

Die Mediengruppe RTL Deutschland bündelt zum 1. Februar 2021 ihre journalistischen Aktivitäten. In der RTL News GmbH werden dann von Nachrichten für die unterschiedlichen Ausspielwege wie Fernsehen oder Internet über investigativen Journalismus, Dokutainment bis Infotainment alle Bereiche in einer Einheit zusammengefasst. Für das News-Unternehmen der RTL-Gruppe werden dann 700 Journalisten an 24 Standorten im In- und Ausland arbeiten, teilte die Gruppe am Montag mit.

Rund ein Jahr wurde die gemeinsame Zentralredaktion aufgebaut. Die News- Zentralredaktion soll täglich für etwa 20 Stunden Nachrichten und Magazine bei RTL, ntv und Vox sowie umfassende Informationen auf den digitalen Plattformen des Hauses liefern. Bereits jetzt erreiche die Mediengruppe RTL pro Tag mehr als 24 Millionen Menschen.

Zugleich bestätigte RTL, dass Tanit Koch, die bisherige Chefredakteurin der Zentralredaktion und Geschäftsführerin von ntv, die Gruppe verlässt. „In bestem Einvernehmen“, wie es in der Mitteilung heißt. Tanit Koch war bis Februar 2018 Chefredakteurin von „Bild“. Der Weggang von RTL wird mit „unterschiedlichen Auffassungen über die künftige Struktur und den weiteren Weg“ begründet. Am Sonntag hatten das „Hamburger Abendblatt“ und der Mediendienst DWDL über die Personalie berichtet, aber weder von RTL noch von Koch eine Bestätigung erhalten.

UK: Geldstrafe bei Einsatz von Huawei-Komponenten

Die britische Regierung will nach dem Ausschluss des chinesischen Anbieters Huawei beim Ausbau des 5G-Netzes Verstöße gegen das Verbot mit einer Geldstrafe ahnden. Anbieter, die Huawei-Komponenten zum Netzausbau verwenden, müssen mit einer Strafe von bis zu zehn Prozent des Umsatzes oder umgerechnet rund 113.000 Euro pro Tag rechnen. Die Regierung will mit den strengeren Sicherheitsstandards Großbritannien auch vor möglichen Cyberangriffen schützen.

Huawei zeigte sich über den Schritt der Regierung in London enttäuscht. „Diese Entscheidung ist politisch motiviert und basiert nicht auf einer fairen Bewertung der Risiken“, sagte Vizepräsident Victor Zhang. Das Verbot schiebe Großbritannien auf dem Weg in die Digitalisierung auf die „langsame Spur“.

Für UHD-Inhalte würde jeder Zweite mehr zahlen

Immer weniger Fernsehzuschauer halten die Bildqualität ihres aktuellen TV-Geräts für ausreichend. Für Fernseh-Inhalte in UHD ist jeder Zweite sogar bereit, extra zu zahlen.

Im Vergleich zu HD-Fernsehern können UHD-TVs mehr Bildschärfe sowie einen höheren Kontrastumfang und intensivere Farben darstellen. Für diesen doch gravierenden Unterschied in der Bildqualität würden viele Geld in die Hand nehmen, da nur noch jeder Dritte (35%) mit der Bildqualität seines aktuellen TVs zufrieden sei. Die favorisierte Preisspanne liege zwischen „3 bis 6 Euro pro Monat“ (16% der Befragten), gefolgt von „bis zu 3 Euro“ (13%) und „6 bis 9 Euro“ (12%). Vier Prozent der Studienteilnehmer wären sogar bereit, pro Monat mindestens 12 Euro für Inhalte in UHD zu bezahlen. Besonders wichtig sind den Zuschauern dabei Spielfilme (von 85% als „interessant“ oder „sehr interessant“ bewertet) und Dokus (80%). Fußball und Nachrichten (je 55%) sowie Serien (53%) wünschen sich gut die Hälfte der Befragten. Ein weiterer Faktor für die steigende Nachfrage nach UHD-TVs sind zudem die meist größeren Bildschirmdiagonalen. Nur noch 27 Prozent geben an, dass sie keinen größeren Flachbildschirm brauchen.

Das Interesse an den bestehenden UHD-Angeboten ist zwar groß, aber fast jeder Zweite (48%) weiß nicht, welche TV-Sender bereits in UHD ausstrahlen.

Social Distancing beschert Garmin höhere Umsätze

Die Turnhallen geschlossen, die Fußballplätze abgeriegelt: In Deutschland ist dieses Jahr Individualsport angesagt. Garmin, der Hersteller von Navigationsprodukten, profitiert davon. Wer sich nicht mit anderen messen kann, der vermisst sich eben selbst – und kauft dafür die Sportuhren, Fitnessarmbänder oder Radcomputer des US-Konzerns.

Um knapp ein Fünftel sei der Umsatz von Garmin dieses Jahr im deutschsprachigen Raum gestiegen, sagte Regionalchef Kai Tutschke dem Handelsblatt. Detaillierte Zahlen veröffentlicht das börsennotierte Unternehmen nicht zu einzelnen Ländern. Die Erlöse aus den ersten neun Monaten dürften in Deutschland, Österreich und der Schweiz aber gut 250 Millionen US-Dollar (211 Millionen Euro) betragen.

Offenbar trifft Garmin den Nerv der Kundschaft in der Corona-Pandemie: „Unsere Produkte sind dafür da, dass die Menschen ein aktives und erfülltes Leben führen können“, sagte Tutschke. Und Erfüllung finden die Leute derzeit gezwungenermaßen vor allem, wenn sie sich draußen bewegen.

Joggen, Wandern und nicht zuletzt Radfahren boomen wegen Corona. So sei der Umsatz mit Fahrrad-Equipment dieses Jahr um 40 Prozent in die Höhe geschossen, erklärte Tutschke. „Die Nachfrage hat unsere Erwartungen übertroffen. Wir konnten leider mitunter gar nicht alles liefern.“

Der Konzern bietet Fahrradcomputer an, die den Athleten per Satellitennavigation den Weg weisen, die Trainingstipps geben und sich sogar melden, wenn es Zeit für eine Trinkpause wird. Auch ein Radargerät hat Garmin im Angebot, das Radfahrer warnt, wenn von hinten Fahrzeuge nahen.

Karl Dall ist tot

Der Komiker und Schauspieler Karl Dall ist tot. Er starb am 23.11. im Alter von 79 Jahren. Dall habe sich von einem Schlaganfall, den er vor zwölf Tagen erlitten hatte, nicht mehr erholt. „Trotz Einsatz aller technologischen und intensivmedizinischen Maßnahmen ist er heute friedlich eingeschlafen, ohne vorher noch einmal das Bewusstsein wiedererlangt zu haben. Er hinterlässt eine Ehefrau, Tochter und Enkelin“, hieß es in dem Schreiben der Familie. „Er war nicht nur ein beliebter Komiker und Entertainer, sondern vor allem ein außergewöhnlich liebenswerter und netter Mensch.“

Dall hatte seit Anfang November die Rolle des Alt-Rockstars Richie Sky in der täglichen ARD-Serie „Rote Rosen“ übernommen. In Lüneburg, wo die Telenovela gedreht wird, erlitt er dann am 11. November einen Schlaganfall mit Hirnblutungen.

Dall hatte seine Karriere mit der Gruppe Insterburg & Co begonnnen. Später moderierte er als Blödelbarde und Kalauer-König im Fernsehen Talkshows, platzierte sich mit Schlagern wie „Diese Scheibe ist ein Hit“ und „Millionen Frauen lieben mich“ in den Charts und stand als Schauspieler in zumeist kleineren Rollen für diverse Komödien vor der Kamera. Eine eigene TV-Sendung wie einst die Formate „Dall-As“ (1985-1991 auf RTL) und „Jux und Dallerei“ (1992-1994) auf Sat.1 hatte der Entertainer seit längerem nicht mehr.

EU-Kommission mahnt Österreich wegen EU-Medienrichtlinie

Die EU-Kommission hat Vertragsverletzungsverfahren gegen 23 EU-Staaten, darunter Österreich, wegen mangelnder Umsetzung der EU-Richtlinie für audiovisuelle Mediendienste (AVMD) eingeleitet. Mit der Richtlinie werden unter anderem Vorschriften, die bereits für das Fernsehen gelten, auch auf Anbieter von Video-Sharing-Plattformen ausgeweitet. Wie die EU-Behörde am Montag mitteilte, hätte die Richtlinie bis 19. September in nationales Recht umgesetzt werden müssen.

Lediglich Dänemark, Ungarn, die Niederlande und Schweden hätten allerdings die EU-Kommission über die Umsetzung der EU-Vorschriften informiert. Daher habe die EU-Kommission an die anderen 23 EU-Staaten sowie auch an Großbritannien Mahnbriefe geschickt. Kommen die Staaten der Aufforderung nicht nach, kann die EU-Kommission den Europäischen Gerichtshof anrufen.

In Österreich hat sich die türkis-grüne Bundesregierung im September auf einen Gesetzesentwurf für die Umsetzung der EU-Richtlinie für audiovisuelle Mediendienste geeinigt und diesen in Begutachtung geschickt.

Endgerätehersteller warnen vor Ende der Routerfreiheit

Der Verbund der Telekommunikations-Endgerätehersteller (VTKE), in denen unter anderem Unternehmen wie AVM, devolo, D-Link, Gigaset, Technisat und weitere mehr organisiert sind, sieht die Endgerätefreiheit in Gefahr. Seit August 2016 können Internetnutzer in Deutschland optional einen eigenen, im Handel erworbenen Router nutzen. Die Verwendung eines vom Provider bereitgestellten Routers ist seitdem nicht mehr verpflichtend. Doch der VTKE fürchtet die Einführung eines Routerzwangs durch die Hintertür. Möglich machen könne dies ein neu aufgenommener Absatz im Entwurf der Novelle des Telekommunikationsgesetzes.

VTKE: Einschränkung der Verbraucherrechte droht – Absatz soll gestrichen werden

In Einzelfällen könne die Endgerätefreiheit per Ausnahmeregelung außer Kraft gesetzt werden. Die Hersteller warnen vor einer Einschränkung der Verbraucherrechte und einer Abschaffung der Endgerätefreiheit. Der Verbund der Endgerätehersteller fordert daher die Streichung des Absatzes aus dem Gesetzentwurf.

Es werde zwar grundsätzlich die Beibehaltung des passiven Netzabschlusspunktes begrüßt. Für unnötig halten es die VTKE-Mitglieder aber, dass eine neu aufgenommene Regelung in § 70 Abs. 2 der Bundesnetzagentur erlaubt, Ausnahmen vom passiven Netzabschlusspunkt zuzulassen. Die Erfahrungen mit der freien Endgerätewahl in den vergangenen vier Jahren seien positiv gewesen.

Providerwechsel würde erschwert

Bei Ausnahmen vom passiven Netzabschlusspunkt bestehe die Gefahr der Umgehung oder Erschwerung der Endgerätewahlfreiheit. So könnten etliche Netzbetreiber Ausnahmen per Allgemeinverfügung über die Bundesnetzagentur beantragen. Die Marktsituation für Verbraucher würde unübersichtlich werden, auch der Providerwechsel werde erschwert. Denn ihr Endgerät würde dann nicht mehr überall frei wählbar bzw. weiter nutzbar sein.

Weniger Interesse an Black Friday

Angesichts der Corona-Krise haben die Verbraucher in diesem Jahr einer Umfrage zufolge weniger Interesse an den Rabatttagen Black Friday und Cyber Monday.

Nur noch die Hälfte der Verbraucher planen, an den beiden Shoppingtagen einzukaufen, fasste die Unternehmensberatung Simon-Kucher & Partners das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage unter mehr als 1.000 Konsumenten zusammen. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr wollten noch zwei Drittel der befragten Verbraucher die Rabatttage zum Shoppen nutzen. Aktuell sei jeder Dritte noch unentschieden. Jeder sechste wolle einen Bogen um die Rabattschlacht machen.

Und auch das eingeplante Einkaufsbudget ist in der Corona-Krise der Umfrage zufolge zusammengeschmolzen: Im Durchschnitt sind in diesem Jahr „nur“ noch 205 Euro für das Black-Friday-Shopping vorgesehen. Vor einem Jahr waren es noch 242 Euro.

Wer an den Rabattagen eine Shoppingtour plant, der will das ganz überwiegend im Internet erledigen. Gerade einmal 14 Prozent der Shopper kündigten an, sie wollten in Ladenlokale gehen, rund 57 Prozent erklärten dagegen, überwiegend oder ausschließlich online auf Schnäppchenjagd gehen zu wollen. Auf der Einkaufsliste stehen dabei in erster Linie Elektroartikel (65 Prozent), Kleidung (42 Prozent) und Haushaltskleingeräte (40 Prozent).

Tanit Koch verlässt die Mediengruppe RTL

Als Tanit Koch im März vergangenen Jahres zur Mediengruppe RTL Deutschland kam, übernahm die frühere „Bild“-Chefredakteurin neben der Geschäftsführung des Nachrichtensenders ntv auch die Verantwortung für den „Aufbau einer gemeinsamen, journalistischen Redaktions-Einheit für ntv, die RTL-News & Magazine sowie die Digital-Plattformen der Mediengruppe RTL unter ihrer Führung als Chefredakteurin“. Um den Begriff der Zentralredaktion zu vermeiden, etablierte die Mediengruppe RTL Deutschland den blumigen Begriff des Inhalteherz. Die Strategie hinter der Neuaufstellung erläuterte Koch in diversen Interviews.

Führen wird sie die Zentralredaktion jedoch nicht. Das Inhalteherz von Tanit Koch schlägt nicht mehr für die Mediengruppe RTL Deutschland. Sie wird das Unternehmen verlassen, weniger als zwei Jahre nach ihrem Amtsantritt in Köln und bevor überhaupt entsteht, was sie führen sollte. Anfang 2021 nimmt die RTL News GmbH ihre Arbeit auf und vereint nach DWDL.de-Informationen die Tätigkeiten der bisherigen Informationstochter InfoNetwork, die auf TV-Angebote fokussiert war, mit Teilen der bisherigen Digital-Tochter RTL Interactive, die die Online-Angebote verantwortete.

Bug bei Twitter enthüllt: Fleets leben doch länger als 24 Stunden

Wer bei Twitter etwas zum Besten geben möchte, das ausnahmsweise nicht für die Ewigkeit gespeichert bleibt, kann das seit Kurzem mit speziellen, flüchtigen Tweets tun: Diese „Fleets“ genannten Inhalte („fleeting tweet“: flüchtiger Tweet) können Text, Bild und Video umfassen und sollen nach 24 Stunden von selbst verschwinden. Damit will das Unternehmen besonders zurückhaltende Nutzer zum Twittern ermutigen. Blöd nur, dass offenbar ein Bug die Fleets auch nach dieser Frist weithin sichtbar gemacht hat, wie jetzt bekannt wurde. Twitter hat den Fehler inzwischen behoben.

Freier Zugriff war über Twitter-API möglich

Ein Twitter-Nutzer veröffentlichte am Freitag seine Entdeckung in mehreren Tweets. Demnach konnte er mit einer Entwickler-App über die Twitter-API Fleets von öffentlichen Twitterkonten auch nach ihrem Verfallsdatum auslesen. Außerdem fehlte in diesem Fall die Benachrichtigung an den Urheber eines Fleets, dass dieser gelesen wurde und von wem (was normalerweise mitgeteilt wird). Über die Entdeckung des Twitter-Nutzers berichtete zuerst TechCrunch.

Ein Twitter-Sprecher bestätigte laut dem Bericht gegenüber TechCrunch den Fehler, ging jedoch nicht ins Detail. Man habe bemerkt, dass über einen „technischen Umweg“ („technical workaround“) die Inhalte von Fleets auch nach 24 Stunden noch zugänglich gewesen seien. TechCrunch konnte das Auslesen der Fleets nachvollziehen – offenbar ist die Lücke aber inzwischen geschlossen, denn der Zugriff über diese API funktioniert seit Sonntag nicht mehr, bestätigt The Verge.

Fleets bleiben für bis zu 30 Tage gespeichert

Allerdings verriet der Twitter-Sprecher gegenüber TechCrunch auch, dass Fleets nach 24 Stunden zwar verschwinden würden, jedoch weiterhin bei dem Unternehmen gespeichert seien. Auf den Twitter-Servern behalte man Fleets für bis zu 30 Tage. Sollte man von einem Regelverstoß durch einen Fleet-Inhalt in Kenntnis gesetzt werden, könne diese Frist auch ausgedehnt werden.

Geringere Mehrwertsteuer auf Bücher bleibt bis Ende 2021

Die in der Coronakrise Anfang Juli gesenkte Mehrwertsteuer auf Bücher soll bis Ende 2021 bei fünf Prozent bleiben. „Wir stehen leider nicht am Ende, sondern mitten in dieser globalen Wirtschafts- und Gesundheitskrise. Daher ist es notwendig, bestehende und gut funktionierende Hilfsmaßnahmen zu verlängern“, so Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) zum entsprechenden Initiativantrag, der im Nationalrat eingebracht wurde.

Neben den Bereichen Gastro und Hotellerie bleibt damit auch im Kulturbereich die Umsatz- respektive Mehrwertsteuer auf 5 Prozent gesenkt – was am Montag den Hauptverband des Österreichischen Buchhandels (HVB) erfreute. „Die reduzierte Mehrwertsteuer verbessert die angeschlagenen betriebswirtschaftlichen Rahmenbedingungen und gibt die Chance, die Folgen der teils schlimmen Umsatzeinbrüche abzufedern“, hieß es in einer Aussendung von Hauptverbandspräsident Benedikt Föger.

Vertriebs-Allianz von Gruner + Jahr und Bauer startet

Mit einer fast zweijährigen Verzögerung steht die geplante Vertriebsallianz zwischen dem Hamburger Zeitschriftenhaus Gruner + Jahr und der Bauer Media Group nun kurz vor dem Marktstart. „Wir befinden uns auf der Zielgeraden: Der Starttermin von ‚Der Medienvertrieb‘ (DMV), der neuen gemeinsamen Vertriebsgesellschaft von Verlagsunion und DPV Deutscher Pressevertrieb, ist der 1. Februar 2021“, teilen Sprecher beider Häuser gegenüber MEEDIA mit. Die operative Testphase sei nahezu abgeschlossen, heißt es. „Die Ergebnisse sind vielversprechend. Wir liegen also voll im Plan und sind überzeugt, dass wir mit DMV eine marktstarke, zukunftssichere Plattform für den Zeitschriftenvertrieb geschaffen haben“, sagen die Firmensprecher weiter.

Eigentlich hatten beide Unternehmen für das Vertriebsbündnis bereits vor fast zwei Jahren grünes Licht vom Bundeskartellamt bekommen. Dennoch wurden die Medienhäuser bislang operativ nicht aktiv. Grund waren dem Vernehmen nach vor allem technische Probleme, die den Start des Joint-Ventures verzögerten. So ist es offenbar schwieriger als gedacht, die verschiedenen Vertriebssysteme beider Verlagsunternehmen auf einen Nenner zu bringen. Ob die Allianz auch personelle Konsequenzen für die Belegschaft hat, wird sich zeigen. Geleitet wird das Gemeinschaftsunternehmen von zwei Geschäftsführern. Demnach übernimmt Marco Graffitti seitens des Deutschen Pressevertriebs DPV und Mark Schrader seitens der Bauer Media Group die Aufgaben im neuen Unternehmen.

Online-Bank N26 baut kostenpflichtige Konten aus

Die von Österreichern gegründete Smartphone-Bank N26 mit Sitz in Berlin erweitert ihr Angebot an kostenpflichtigen Konten. Derzeit haben rund 70 Prozent der N26-Kunden noch ein kostenloses Girokonto. „Langfristig wollen wir den Anteil der Kunden mit Premiumkonten auf 50 Prozent steigern“, sagte N26-Chef und -Mitgründer Valentin Stalf zur APA.

Mit „N26 Smart“ bietet die Online-Bank ab sofort ein Konto für Privatkunden und Selbstständige für 4,90 Euro pro Monat an. Weiterhin gibt es das kostenlose Basiskonto und weitere Kontenmodelle für 9,90 Euro sowie 16,90 Euro pro Monat. Man habe mit „N26 Smart“ nun ein Konto für den täglichen Hauptkontennutzer ohne Reiseversicherungsthemen, so der Firmenchef.

Die Coronakrise hat auch bei N26 die Sparquote der Kunden deutlich steigen lassen. Man verfüge „über eine Milliarde Euro mehr an Kundeneinlagen“, sagte der N26-Chef. Die Europäische Zentralbank (EZB) verrechnet Geschäftsbanken negative Einlagezinsen. N26 reicht dies weiter und hat ab November ein „Verwahrentgelt“ für Neukunden mit einem Girokonto-Guthaben von mehr als 50.000 Euro eingeführt. Ab Dezember bietet N26 in Kooperation mit anderen Banken auch Taggeldkonten an. Damit können Kunden dann Geld vom Giro- auf das Taggeldkonto transferieren, um kein „Verwahrentgelt“ zahlen zu müssen.

N26 wurde 2013 von den zwei Wienern Valentin Stalf und Maximilian Tayenthal gegründet und ist seit 2015 in Deutschland und Österreich aktiv. Die Online-Bank hat über 5 Millionen Kunden (Stand Jänner 2020) in 25 Ländern. Aktuelle Kundenzahlen sollen bald veröffentlicht werden. Zu den Kernmärkten zählen neben Österreich und Deutschland noch Frankreich, Spanien, Italien und die USA. N26 beschäftigt derzeit über 1.500 Mitarbeiter in Berlin, Barcelona, Wien, São Paulo und New York. Der Start in Brasilien wurde verschoben. „Die Coronakrise hat uns wieder mehr auf die Kernmärkte zentriert“, so der N26-Chef.

Bahnhofsbuchhändler in Bedrängnis

Der Einzelhandel hat bereits früh und laut auf die Folgen der Corona-Pandemie aufmerksam gemacht. Jetzt meldet sich der Verband Deutscher Bahnhofsbuchhändler (VDBB) mit einem eindringlichen Appell.

Fehlende Kunden und einbrechende Umsätze machen sich selbstverständlich auch in den Verkaufsstellen der Bahnhöfe bemerkbar. Das zeigte sich schon in der ersten Zeit der Pandemie, wird nun aber umso akuter. Vor allem die hohen Mieten an den Bahnhöfen machen den hier angesiedelten Buchhändlern zu schaffen.

Der Verband Deutscher Bahnhofsbuchhändler warnt: Ohne eine sofortige Anpassung der Mietmodalitäten, und damit eine wirtschaftlich tragfähige Perspektive, seien kurzfristige und dauerhafte Schließungen von Filialen unvermeidlich und die Existenz ganzer Unternehmen gefährdet.

Während des ersten Lockdowns im Frühjahr 2020 durften die Presse- und Buchspezialisten weiter für ihre Kunden da sein, da durch den Pressevertrieb die Meinungsfreiheit weiter garantiert werden sollte. „Ob die Branche auch im Frühjahr 2021 noch zur uneingeschränkten Versorgung der Bevölkerung mit Presseprodukten beitragen kann, ist offen. Denn die Mieten des Bahnhofsbuchhandels stehen heute in keinem Verhältnis mehr zum Ertrag der Geschäfte“, schreibt der Verband jetzt. Um die notwendige Liquidität zu sichern, hätten der Branche in den vergangenen Monaten nur temporäre Zugeständnisse der Vermieter und neue Kredite geholfen.

Auch die Verlage seien auf die deutschlandweit rund 480 Verkaufsstellen angewiesen. Mindestens 70% der Angebotsfläche im Bahnhofsbuchhandel seien Presse und Buch vorbehalten.

Vor der Pandemie kauften Millionen Kunden wöchentlich in den deutschen Bahnhofs- und Flughafenbuchhandlungen ein. Das habe die Branche in die Lage versetzt, die in Hochfrequenzlagen geforderten hohen Mieten zu zahlen. Seit März 2020 sind die Passagierfrequenzen an Gleis und Gate jedoch als Folge von Reisebeschränkungen und veränderten Arbeits- und Mobilitätsgewohnheiten massiv eingebrochen: An Bahnhöfen liegt der Umsatz der Presse- und Buchspezialisten um bis zu 70% unter Vorjahr, an Flughäfen sogar um 90%.

Kritik an Regierung in Sozialen Medien wächst

Der Kritik an den Maßnahmen der Regierung im Kampf gegen die Corona-Pandemie wird in den Sozialen Medien immer lauter. Gleichzeitig schrauben die Verantwortlichen die Social-Media-Kommunikation deutlich zurück, das zeigt eine Untersuchung der Social-Media-Marktforscher BuzzValue. Insbesondere die Anteile beziehungsweise die Art der Facebook-Reaktionen auf die Postings haben sich verändert. Zunächst reduzierte die Regierungsspitze ihre Krisenkommunikation auf Facebook, Twitter und Instagram zum Coronvirus im Vergleich zum Frühjahr: So veröffentlichen die heimischen Ministerinnen und Minister im aktuellen Monat bisher nur 327 Social Media-Postings rund um die Covid-19. Das enspricht mit 31,4 Prozent weniger als einem Drittel aller bisherigen Postings im November. Im März hingegen wurden noch etwa 2.000 Postings veröffentlich, 75,5 Prozent davon zum Thema Corona. „Einerseits ist der Rückgang der Covid-Kommunikation auf den Regierungsseiten der Terrorattacke in Wien geschuldet, hier haben sich die inhaltlichen Schwerpunkte kurzfristig verschoben“, Markus Zimmer, Geschäftsführer von BuzzValue. „Andererseits zeigt unsere Analyse aber auch, dass die Bundesregierung in ihrer aktiven Kommunikation zu Corona deutlich zurückhaltender ist als noch im Frühjahr. Vermutlich auch aus Angst an der wachsenden Kritik aus der Bevölkerung“.

So reagierten beispielsweise im November (Erhebungszeitraum 1. bis 17.11.) 65,6 Prozent mit „Wütend“ und 8,6 Prozent mit „Love“. Im März war das Stimmungsbild eher gegensätzlich: Hier reagierten 75 Prozent „Love“ und nur 5,7 Prozent „Wütend“ auf die Facebook-Beiträge der Regierung. „Dieser negative Trend im Meinungsbild hat sich in den sozialen Medien bereits im Frühherbst abgezeichnet. Im November haben sich die Zahlen nochmals massiv zugespitzt und zeigen deutlich die große Unzufriedenheit der Bevölkerung gegenüber den aktuellen Covid-19-Maßnahmen der Regierung“, erläutert Markus Zimmer.