Erste Online-Medienförderung in Österreich

Das jüngste Corona-Förderpaket für Medien ist mit den Stimmen von ÖVP, SPÖ, Grünen und Neos beschlossen, und erstmals fördert der Bund auch Onlinemedien.

Das Paket umfasst insgesamt und einmalig drei Millionen Euro einerseits für insbesondere regionale, auch kostenlose Printmedien, andererseits für Onlinemedien. Bei ihnen werden Personalkosten zur Bemessung der Förderung herangezogen. Maximal 200.000 Euro werden pro Medium beziehungsweise Medienverbund (mit mehreren Medien) ausgeschüttet.

Anrechnungsbestimmungen und Maximalgrenzen pro Medieninhaber und pro Medienverbund sollten gewährleisten, dass durch diese Förderung jene Medien unterstützt werden, die einen großen Beitrag zu regionaler und fach- sowie interessensspezifischer Vielfalt leisten, bisher jedoch nicht oder nur unterproportional von den gesetzten Hilfspaketen unterstützt wurden.

Aktivisten wollen Facebook-Boykott fortsetzen

Die Organisatoren des weltweiten Werbeboykotts gegen Facebook sehen weiterhin kein entschiedenes Vorgehen des US-Konzerns gegen Hass und Hetze im Internet und wollen ihre Kampagne deshalb fortsetzen. Das kündigten sie nach einer Online-Sitzung mit Facebook-Chef Mark Zuckerberg an.

Bei dem Treffen habe die Konzernspitze die Aktivisten nicht davon überzeugen können, „dass sie zu Taten schreiten“, sagte Jessica Gonzalez von der Gruppe Free Press (Freie Presse), einer der Mitgliedsorganisationen der Kampagne. Der Boykott solle ausgeweitet werden, kündigte sie an. Rashad Robinson von der Gruppe Color of Change (Farbe des Wandels) nannte das Treffen „eine Enttäuschung“.

Dem Boykottaufruf der Aktivisten sind zahlreiche Unternehmen rund um den Globus gefolgt. Sie verzichten auf das Schalten von Werbeanzeigen in den Onlinenetzwerken von Facebook. Unter den Teilnehmern des Boykotts sind auch große deutsche Unternehmen wie der Autobauer VW, die Sportartikel-Hersteller Adidas und Puma sowie der Softwarekonzern SAP.

Vor dem Hintergrund der weltweiten Anti-Rassismus-Proteste ist zuletzt der Druck auch auf andere Online-Plattformen gewachsen, mehr gegen diskriminierende und extremistische Inhalte zu unternehmen. Facebook verbannte unlängst ein Netzwerk rechtsextremer Gruppen von seinen Seiten. Auch erklärte der Konzern, problematische Inhalte von Politikern künftig markieren zu wollen. Am Dienstag stellte die Nummer zwei von Facebook, Sheryl Sandberg, weitere Maßnahmen gegen diskriminierende Inhalte in Aussicht.

Georg-Büchner-Preis geht an Elke Erb

Die Schriftstellerin und Übersetzerin Elke Erb (82) erhält in diesem Jahr den renommierten Georg-Büchner-Preis. Der Preis ist mit 50.000 Euro dotiert und wird am 31. Oktober in Darmstadt verliehen.

Elke Erb wurde 1938 in Scherbach in der Eifel geboren und zog 1949 mit ihrer Familie nach Halle. Nach dem Studium der Germanistik, Slawistik und Pädagogik arbeitete sie zunächst von 1963 bis 1965 als Lektorin beim Mitteldeutschen Verlag. Seit 1966 ist sie als freiberufliche Schriftstellerin und Übersetzerin, vorwiegend aus dem Russischen, tätig. Sie lebt in Berlin und Wuischke (Sachsen) und ist Mitglied der Sächsischen Akademie der Künste und der Akademie der Künste in Berlin.

Erbs Werk (s. Liste unten) umfasst Lyrik, Kurzprosa, prozessuale Texte, Übersetzungen, Nachdichtungen und Herausgaben. Für ihr Schaffen wurde sie mehrfach ausgezeichnet (u.a. Peter-Huchel-Preis 1988, Rahel-Varnhagen-von-Ense-Medaille 1994, Preis der Literaturhäuser 2011, Ernst-Jandl-Preis 2013, Bundesverdienstkreuz 2019). Zuletzt ist bei ihrem langjährigen Verlag Urs Engeler 2019 der Band „Gedichtverdacht” mit Gedichten, Notaten und Selbstkommentaren erschienen.

Das Smartphone wird zur Versicherungszentrale

Das Smartphone dürfte sich in den kommenden Jahren zu einem wichtigen Vertriebskanal für Versicherungen entwickeln.

Zwar haben bislang nur 6 Prozent der Befragten eine Versicherung über ihr Smartphone abgeschlossen, jeder Dritte (33 Prozent) kann es sich aber in Zukunft vorstellen. Das ist das Ergebnis einer Befragung unter 1.004 Personen in Deutschland ab 18 Jahren im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.

Unter den 18- bis 29-Jährigen haben 8 Prozent eine Versicherung mit dem Smartphone abgeschlossen, 37 Prozent können es sich vorstellen. Bei den 30- bis 49-Jährigen sagen das sogar 46 Prozent, 5 Prozent haben damit bereits praktische Erfahrungen. „Von Shopping bis Banking, das Smartphone entwickelt sich überall zu einer zentralen Plattform. Dieselbe Entwicklung werden wir auch bei Versicherungsabschlüssen und der Schadensregulierung erleben“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg.

Jeder Vierte (23 Prozent) würde zudem gerne eine App auf dem Smartphone nutzen, die eine Übersicht über alle Versicherungen und die mit ihnen verbundenen Leistungen zeigt. Auch hier spielt das Alter eine entscheidende Rolle. Die Jüngeren im Alter von 18 bis 29 sind besonders interessiert (42 Prozent), bei den 30- bis 49-Jährigen sind es 27 Prozent, unter den 50- bis 64-Jährigen 22 Prozent und nur die Senioren ab 65 sind mit 9 Prozent etwas zurückhaltender. Fast jeder fünfte Befragte (18 Prozent) würde Versicherungsfälle sogar am liebsten ausschließlich digital mit dem Smartphone abwickeln. Auch hier sind die 18- bis 29-Jährigen mit 30 Prozent besonders Smartphone-affin, während es unter den 30- bis 49-Jährigen (19 Prozent) und 50- bis 64-Jährigen (17 Prozent) etwas weniger sind. Unter den Senioren ab 65 würde immer noch jeder Zehnte (10 Prozent) Schadensfälle gerne exklusiv per Smartphone regeln. „Versicherungen, die heute online Kunden ansprechen wollen, müssen ihre Kunden mindestens ebenso erfolgreich über das Smartphone adressieren können wie über die klassische Website. Das Smartphone bietet für Versicherer ein riesiges Potenzial, das noch längst nicht ausgeschöpft ist. Jetzt heißt es: Produkte und Kundenansprache auch für Smartphones optimieren“, so Berg.

Palantir kündigt Börsengang an

Die umstrittene US-Software-Firma Palantir Technologies will an die Börse. Das Management hat bei der US-Börsenaufsichtsbehörde SEC einen vorläufigen Antrag auf Börsenzulassung eingereicht, wie das Unternehmen mitteilte.

Die Ankündigung von Palantir enthielt dabei keine weiteren Details wie etwa zu der angestrebten Bewertung. Das „Wall Street Journal“ (WSJ) berichtete, Privatinvestoren schätzten Palantir zuletzt auf rund 20 Milliarden US-Dollar (knapp 18 Mrd. Euro).

Palantir hatte Investoren immer wieder versprochen, das Unternehmen profitabel zu machen, konnte das aber wiederholt nicht einhalten. Bisher habe die Softwarefirma noch keinen Gewinn erzielt, so das WSJ. Der Umsatz lag laut zwei Investoren voriges Jahr unter 750 Millionen Dollar. Palantir erwarte heuer einen Umsatz von einer Milliarde Dollar und wolle erstmals die Gewinnschwelle erreichen, hieß es zuletzt laut Medienberichten. Palantir-Chef Alex Karp soll seinen Mitarbeitern erklärt haben, das Unternehmen verfüge über einen positiven Mittelzufluss, schreibt das WSJ weiter unter Berufung auf informierte Kreise.

Die Software von Palantir nutzen dutzende Strafverfolgungs- und Regierungsbehörden auf der ganzen Welt. Sie dient dazu, Daten über Bürger zu sammeln, um Kriminalität und Terrorismus zu bekämpfen. Mit Blick auf die Privatsphäre und mögliche Überwachung ist die Software umstritten.

SAP trotzt Corona-Krise

Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern kletterte gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 8 Prozent auf 1,96 Milliarden Euro. Das war deutlich mehr, als Analysten im Schnitt zuvor mit rund 1,8 Milliarden Euro erwartet hatten. „Unsere schnelle Reaktion auf die Krise auf der Kostenseite förderte einen starken Anstieg des Betriebsergebnisses und der Marge“, sagte Finanzchef Mucic angesichts der vorläufigen Ergebnisse für das zweite Quartal.

Umsatzanstieg dank Cloudsoftware

Auch der Umsatz zog mit plus 2 Prozent auf 6,74 Milliarden Euro überraschend an, Experten hatten mehrheitlich mit einem Rückgang gerechnet. „Ich bin sehr stolz darauf, dass unsere Teams das sehr schwierige Umfeld erfolgreich gemeistert und ein besseres Quartalsergebnis erreicht haben als erwartet“, sagte Vorstandschef Klein. Die breite Angebotspalette des Konzerns spiele eine entscheidende Rolle für die Digitalisierung bei den Kunden. „Dadurch können unsere Kunden gestärkt aus der Krise hervorgehen“, sagte Klein.

Treiber war bei den Erlösen erneut das Geschäft mit Cloudsoftware, das um rund ein Fünftel auf 2,04 Milliarden Euro zulegte. Normalerweise verzeichnet SAP hier noch höhere Wachstumswerte. Doch das Geschäft wurde im zweiten Quartal aufgrund der Corona-Krise durch geringere volumenabhängige Transaktionsumsätze beeinflusst – etwa bei der Beschaffungsplattform Ariba verdient SAP am abgewickelten Handelsvolumen, das in der wirtschaftlichen Flaute gelitten haben dürfte.

Der Auftragsbestand der bereits geschlossenen Cloudverträge dürfte allerdings voraussichtlich um ein Fünftel gewachsen sein, hieß es. Die Nachfrage nach digitalen Logistikketten, E-Commerce, der Cloudplattform und nach Lösungen der Marktforschungstochter Qualtrics sei weiterhin hoch.

Krisenkompass: Wie die Deutschen mit der Pandemie umgehen – und wie sie konsumieren

In vielen Bereichen geht das Leben wieder seinen gewohnten Gang – dementsprechend macht sich auch langsam aber sicher wieder ein vorsichtiger Optimismus breit. Das bestätigt auch eine neue Studie von Axel Springer und dessen Vermarkter Media Impact. Allerdings gehen die Menschen höchst unterschiedlich mit der Situation um – mit entsprechenden Folgen für ihren Konsum.

Insgesamt schauen die Deutschen laut der Studie „Back to Life – Deutschlands Krisen-Kompass 2020“ optimistisch in die Zukunft: 96 Prozent der Studienteilnehmer – befragt wurden rund 2000 Menschen ab 16 Jahren – zeigten sich zuversichtlich, dass der eigene Haushalt die Corona-Krise gut meistern wird. 87 Prozent finden, dass die Pandemie gezeigt habe, wie wichtig Solidarität und Gemeinschaftssinn sind. Etwa drei Viertel (78 Prozent) haben „eigentlich genauso viel Geld zur freien Verfügung“ wie vor der Pandemie. Etwas jeder Dritte (36 Prozent) sorgt sich aber um die eigene finanzielle Situation, jeder Fünfte (19 Prozent) um den eigenen Arbeitsplatz.

Aus den Antworten der Befragten wurden in der Studie vier verschiedene „Bewältigungstypen“ gebildet, die sich durch ihre Einstellungen und Verhaltensweisen in der Krise unterscheiden:

  • Der Nachdenkliche (31%): Hat viele Gedanken im Kopf, konsumiert mit Bedacht und hat immer die Gemeinschaft im Blick.
  • Der Zuversichtliche (30%): Freut sich, dass der Alltag langsam wieder zurückkehrt, geht schon in Geschäften einkaufen und bereitet sich auf seinen Urlaub vor.
  • Der Zurückgezogen (25%): Meidet weiterhin soziale Kontakte und öffentliche Verkehrsmittel, kauft lieber online ein und hat seine Pläne (wenn vorhanden) abgesagt.
  • Der Indifferente (14%): Lässt sich durch die Corona-Maßnahmen nicht aus seinem gewohnten Rhythmus bringen und hält sich nicht an die bestehenden Regeln. Bestreitet den Alltag wie bisher.

Die vier Typen unterscheiden sich nicht nur in ihrem Umgang mit der Corona-Pandemie, sondern auch in ihren Konsumpräferenzen. So ist der Zuversichtliche offen für neue Produkte und Angebote und hat seinen Konsum auch während der Krise kaum eingeschränkt. Er freut sich, wieder shoppen gehen zu können und plant bereits wieder Reisen. Er hat während der Krise aber auch seinen Lebensstil reflektiert und will künftig nachhaltiger konsumieren.

RBB führt zwei seiner Tochterunternehmen zusammen

Der RBB hat angekündigt, seine beiden Tochterfirmen RBB Media GmbH und Media Sales & Services GmbH (MSS) verschmelzen zu wollen. Beide Firmen sind bislang eigenständig geführt worden, die Media Sales & Services geht nun in der RBB Media auf. Birgit Kuchenreuther, bislang MSS-Geschäftsführerin, wechselt als Geschäftsführerin für den Bereich Werbung und Sponsoring zur RBB Media. Die Fusion wird mit Unterschrift des Verschmelzungsvertrages vom 30. Juni 2020 und Eintrag ins Handelsregister wirksam.

Formel 1 fährt künftig auf ORF und ServusTV

Die Königsklasse des Motorsports, die Formel 1, fährt ab 2021 über die Bildschirme von ORF und ServusTV. Das gaben die Sender bekannt. ServusTV erwirbt dabei die Lizenzrechte, der ORF ist Partner. Der Grand Prix von Österreich in Spielberg wird live bei beiden Sendern zu sehen sein, die übrigen Rennen werden vor Saisonstart jeweils Halbe-Halbe auf die beiden Sender verteilt.

ServusTV-Intendant Ferdinand Wegscheider: „Nach dem historischen Saisonauftakt am Red Bull Ring, freut es mich ganz besonders, dass wir 2021 erstmals den Österreich Grand Prix sowie viele weitere Rennen live bei ServusTV übertragen! Die neue Vereinbarung mit der Formel 1 erfüllt uns mit Stolz und wir werden alles daran setzen parallel zur MotoGP eine weitere Erfolgsgeschichte in der österreichischen Motorsportberichterstattung zu schreiben. Mit der Formel 1, der MotoGP und der Superbike WM gibt es ab 2021 das beste LiveMotorsportprogramm bei ServusTV. Die Kooperation mit dem ORF ist wirtschaftlich sinnvoll und garantiert Formel1Fans alle Rennen live im FreeTV.“

„Nach dem RechteErwerb an der UEFA Champions League, der UEFA Europa League sowie UEFA Conference League, ist die neue Partnerschaft mit Formula 1® der nächste wichtige Schritt zum besten SportProgramm bei ServusTV“, ergänzt David Morgenbesser, Bereichsleiter Sportrechte und Content Distribution.

„Süddeutsche“ und „FAZ“ wollen gemeinsam Anzeigen vermarkten

Die beiden großen deutschen Qualitätsblätter „Süddeutsche Zeitung“ und „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ planen eine gemeinsame Vermarktung ihrer Printanzeigen. Die beiden unabhängigen Verlage führten darüber bereits Gespräche mit dem Bundeskartellamt.

Anzeigenrückgänge durch die Corona-Krise um 20 bis 40 Prozent hätten die Gespräche wiederaufleben lassen. Eine Sprecherin des FAZ-Verlages bestätigt die Pläne. „Die FAZ. GmbH und die SZ GmbH haben diese Thematik bereits in der Vergangenheit gemeinsam wiederholt diskutiert und die Gespräche erneut aufgenommen.“

Delivery Hero besorgt sich 1,5 Milliarden Euro frisches Kapital

Der Essenslieferdienst Delivery Hero hat mit der Emission zweier Wandelanleihen über Nacht 1,5 Milliarden Euro eingesammelt. Das frische Geld will Delivery Hero vor allem „zum Ergreifen von sich möglicherweise bietenden attraktiven Investitionsmöglichkeiten“ verwenden, wie es in der Mitteilung hieß.

Die beiden gleich großen Tranchen der Wandelanleihe laufen bis Juli 2025 und bis Januar 2028 und werden mit 0,875 und 1,5 Prozent verzinst. Sie sind in 10,2 Millionen Delivery-Hero-Aktien wandelbar; das sind knapp fünf Prozent des Grundkapitals.

Auch Litauen verbietet russischen Staatssender RT

Nach Lettland verhängte auch die staatliche Kommission für Rundfunk und Fernsehen in Vilnius eine Sperre gegen fünf Kanäle des Auslandssenders, die in dem baltischen EU-Land verfügbar sind. Begründet wurde der Schritt damit, dass RT von dem auf der EU-Sanktionsliste stehenden Journalisten Dmitri Kisseljow kontrolliert wird. Berücksichtigt worden sei dabei auch eine Stellungnahme des Außenministeriums.

Betroffen sind neben den RT Kanälen in russischer und spanischer Sprache auch der Dokumentationskanal sowie alle HD-Versionen der Sender. RT war früher unter dem Namen Russia Today bekannt und gilt als Sprachrohr der russischen Regierung. Kisseljow ist einer der wichtigsten Propagandisten des Kremls – er wurde von der EU in Reaktion auf die Annexion der ukrainischen Schwarzmeer-Halbinsel Krim durch Russland mit Sanktionen belegt.

Litauens Medienaufsicht folgt damit einer Entscheidung der Regulierungsbehörde im benachbarten Lettland in der Vorwoche, die von Kisseljow und dem russischen Außenministerium scharf kritisiert wurde. Der Nationale Rat für elektronische Massenmedien in Riga legte am Dienstag nochmals weitere Informationen vor, um die Kontrolle von RT durch Kisseljow zu belegen. Der 66-Jährige ist Generaldirektor der Staatsagentur Rossija Segodnja (Russland heute), zu der RT sowie weitere Medien gehören. Er ist auch stellvertretender Generaldirektor des russischen Staatsfernsehens.

Irische Datenschutzbehörde wird geklagt

Die österreichische Bürgerrechtsorganisation noyb hat am 25. Mai 2018, als die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) in Kraft getreten ist, 4 Beschwerden gegen diverse IT-Konzerne in ganz Europa eingebracht.

Eine Beschwerde in Frankreich hatte zu einer Geldstrafe gegen Google in der Höhe von 50 Millionen Euro geführt. Die Strafe wurde vom obersten Gericht in Frankreich mittlerweile als zulässig erklärt und bestätigt. Die irische Datenschutzkommission hingegen hat es in 2 Jahren nur geschafft, einen „Untersuchungsbericht“ zu erstellen.

Deshalb hat noyb die irische Datenschutzkommission (DPC) nun geklagt. Die Klage wurde „nach mehrmaliger Intervention der DPC“, wie noyb schreibt, nun am Montag vor Gericht zugelassen. Zu Instagram und WhatsApp gibt es nach 2 Jahren lediglich einen Untersuchungsbericht, 5 weitere Schritte wären notwendig, bevor es eine endgültige Entscheidung geben kann. Die DPC hat bisher auch keinen Zeithorizont in Aussicht gestellt, bis wann mit einer Entscheidung des Verfahrens zu rechnen sei, heißt es.

„Das Verfahren ist kafkaesk und scheint fast darauf ausgelegt zu sein, Nutzerbeschwerden über Jahre hinaus zu verzögern und damit US-multinationale Unternehmen mit Sitz in Irland zu schützen. Wir freuen uns, dass der Irish High Court dieses strukturelle Problem nun überprüfen wird“, so Max Schrems, Vorstand von noyb.eu. Der Verein setzt sich seit 2018 für die rechtliche Durchsetzung des Datenschutzes innerhalb der Europäischen Union (EU) ein.

US-Elitehochschulen halten Wintersemester online ab

Die US-Elite-Universität Harvard wird wegen des Coronavirus im Wintersemester alle Vorlesungen online abhalten. Von den Bachelor-Studierenden, die auf dem Campus wohnen, dürften rund 40 Prozent wieder in die Wohnheime und Burschenschaften einziehen, erklärte die Hochschule im Bostoner Vorort Cambridge. Die sonst üblichen doppelt belegten Zimmer solle es dabei nicht mehr geben.

Auch an der zwischen New York und Philadelphia gelegenen Universität Princeton werde „der meiste Unterricht“ online stattfinden, hieß es. Auch dort soll nur der Hälfte der Bachelor-Studierenden erlaubt werden, wieder in Wohnheime auf dem Campus zu ziehen. Anders als in Europa sind US-Universitäten mit Freizeitangeboten, Partys und einem viel stärker ausgebauten Netz an Wohnheimen oft auch für das Freizeitleben der Studierenden zentral.

Beide Universitäten beabsichtigen jedoch keinen umfangreichen Erlass von Studien- und Kursgebühren. Harvard kündigte kleinere Corona-bedingte Senkungen von Gebühren für Studierende an, die nicht auf dem Campus wohnen. Princeton versprach einen Rabatt von zehn Prozent. An beiden Schulen kostet das Studium jährlich Zehntausende Dollar, eine Modellrechnung in Harvard kommt für Kurs- und Verwaltungsgebühren sowie Miete auf rund 72.000 Dollar (64.148,25 Euro) Kosten im Jahr.

Allerdings gibt es in den USA ein stark ausgebautes Stipendiatensystem und Unterstützung für soziale Härtefälle. Studierende aus Familien mit einem Jahreseinkommen von weniger als 65.000 Dollar müssen beispielsweise in Harvard keine Gebühren bezahlen.

Fabian Tobias wird Geschäftsführer von Endemol Shine

Nach dem Zusammenschluss mit Banijay wird das Management-Team bei der Kölner Produktionsfirma Endemol Shine neu aufgestellt. Magnus Kastner, seit 2018 CEO bei Endemol Shine, wird das Unternehmen einvernehmlich verlassen. Auf ihn folgt ab sofort Fabian Tobias als neuer Geschäftsführer. Der 41-Jährige ist aktuell bei Brainpool als Geschäftsführer für den Show & Factual-Bereich verantwortlich. Diese Funktion wird er im laufenden Jahr parallel zu seiner neuen Aufgabe ausführen und laufende Projekte umsetzen.

Bei Endemol Shine wird er der neue kreative Kopf an der Spitze der TV-Produktionsfirma, für die er von 2014 bis 2019 bereits als Executive Producer und zuletzt Director Show & Factual tätig war und Formate wie „Wer wird Millionär?“, „Hot oder Schrott – die Allestester“, „6 Mütter“ oder „Masterchef“ verantwortete. Vor seiner Zeit bei Endemol Shine war er unter anderem als Show Producer verantwortlich für „Ich bin ein Star – holt mich hier raus“ bei ITV Studios sowie als Producer und Executive Producer bei „Klein gegen Groß“ und „Zeig mir deine Welt“ mit Kai Pflaume bei i&u.

Neues Branchen-Magazin ‚Podcastwelt‘ gestartet

Neugründung am heimischen Medienmarkt: Das Portal „Podcastwelt“ will künftig über Neuigkeiten zum Audio-Boom und Trends am deutschsprachigen Podcast-Markt berichten. Das Hauptaugenmerk solle in der Berichterstattung in den Bereichen Vermarktung, Branchenereignisse und Marktveränderungen liegen, so die Gründer des Portals. Zusätzlich soll Know-how zur technischen Seite von Podcast-Produktionen vermittelt und die interessantesten Player im Markt vorgestellt werden.

Die „Podcastwelt“ wurde im Juli 2020 nach einer Idee von Tatjana Lukáš unter der Mitwirkung von Bernhard Madlener gegründet und wird in redaktioneller Verantwortung von den beiden Journalisten geführt.

Madlener schrieb ab 2003 zunächst als Redakteur für den Standard, danach für Die Furche und den Österreichischen Wirtschaftsverlag, sowie selbständig für Die Presse, den Falter-Verlag und zuletzt den „Brutkasten“. 2016 absolvierte er den Akademischen Lehrgang für Videojournalismus am Wifi Wien.

Stefanie Reinsperger: „Tatort“-Hauptkommissarin

Die österreichische Schauspielerin Stefanie Reinsperger (32) wird neue TV-Kommissarin im „Tatort“ aus Dortmund. In der nächsten Folge „Heile Welt“ ermittle die 32-Jährige erstmals als Hauptkommissarin Rosa Herzog, teilte der WDR am Mittwoch mit. Sie ermittelt an der Seite von Peter Faber (Jörg Hartmann), Martina Bönisch (Anna Schudt) und Jan Pawlak (Rick Okon).

Sie sei „dankbar für diese Chance und Gelegenheit“, zitierte der Sender die Darstellerin. Sie spielt vor allem Theater – Burgtheater, Volkstheater, Berliner Ensemble, 2017 und 2018 gab sie im „Jedermann“ die Buhlschaft bei den Salzburger Festspielen. 2015 wurde sie Schauspielerin des Jahres und Nachwuchsschauspielerin des Jahres in der Kritikerumfrage von „Theater heute“. Sie spielte etwa in David Schalkos Serie „Braunschlag“ und im Kinofilm „Wie man leben soll“ und „Maria Theresia“ im ORF.

Reinsperger wird als Rosa Herzog Nachfolgerin der Figur Nora Dalay. Darstellerin Aylin Tezel hatte 2019 ihren Rückzug angekündigt, um sich neuen künstlerischen Herausforderungen zu stellen.

Apple Pay soll künftig QR Codes scannen lassen

Apple will Nutzern von Apple Pay ermöglichen, künftig via QR-Code zu bezahlen. Das verrät die zweite Entwickler-Beta für iOS 14, wie „9to5Mac“ berichtet. Nutzer können Zahlungen tätigen, indem sie QR Codes, aber auch normale Barcodes mit ihrer iPhone-Kamera scannen lassen. In der Beta sei es noch nicht möglich, das Feature auszuprobieren, jedoch ist das Interface bereits zu sehen.

Für Nutzer wird es nebst des Scans von Barcodes auch möglich sein, beispielsweise QR-Codes aus der Wallet App zu scannen. Eine Interaktion mit Programmen von Drittanbietern sei auch bereits im Code erkennbar.

Apple beliefert freie Werkstätten in Europa mit Original-Ersatzteilen

Apple öffnet nun auch in Europa den Zugang zu Original-Ersatzteilen für das iPhone. Künftig werden auch freie Werkstätten Akkus, Bildschirme und andere Ersatzteile aus Konzernbeständen verwenden können. Bis jetzt waren sie auf einen Graumarkt angewiesen und konnten keine Ersatzteile direkt von Apple beziehen.

Das Programm wurde im vergangenen September in den USA gestartet und wird nun auf ganz Europa und Kanada ausgeweitet, teilte Apple mit. Die teilnehmenden Werkstätten können auch Analyse-Instrumente, Spezialwerkzeug und Reparaturanleitungen bekommen. Voraussetzung ist, dass sie einen von Apple zertifizierten Techniker haben – die Größe des Reparaturbetriebs spielt dabei keine Rolle. In den USA nehmen inzwischen über 140 unabhängige Reparaturunternehmen an mehr als 700 neuen US-Standorten teil.

Kunden müssen auch Originalteil wählen können

Bei dem Programm geht es nur um Reparaturen nach Ablauf der Garantiezeit. In den häufigsten Fällen ist das der Austausch eines kaputten Displays oder der Batterie. Garantiefälle werden weiterhin von Apple selbst oder dem Netz der weltweit rund 5.000 autorisierten Service-Anbieter behandelt.

Die unabhängigen Werkstätten können künftig sowohl Ersatzteile direkt von Apple verwenden als auch solche von anderen Herstellern, die oft günstiger sind. Damit wurden Befürchtungen von Kritikern entkräftet, Apple wolle freie Werkstätten auf die ausschließliche Verwendung von Originalteilen verpflichten. Die unabhängigen Anbieter müssen allerdings ihren Kunden offenlegen, ob sie ein Ersatzteil von Apple oder von einem Drittanbieter bei der Reparatur verwendet haben.

Kinderfernsehen: Schluss mit Peter Lustig

Baehr ist eine von drei Wissenschaftlerinnen, die das neue Wissensmagazin Princess of Science des ZDF im Kika moderieren und Fragen von Mädchen beantworten. In insgesamt acht Folgen wird gezeigt, wie viel Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (kurz MINT) im Alltag von Kindern und Jugendlichen steckt. Neben der 30-jährigen Baehr untersucht die Biochemikerin Patrizia Elinor Thoma, 35, wie viele Bakterien sich auf der Klobrille im Vergleich zum Handydisplay befinden und nimmt dafür Abdrücke. Physikerin Linh Nguyen,29, fragt bei einer Expertin nach, welche seltenen Erden im Handy verbaut sind. Verewigt werden die wissbegierigen Jugendlichen und Experten dann auf der „Wall of Fame“: mit Porträt und jeweils einem Krönchen, das über die Köpfe der Protagonisten geklebt wird. Bei Princess of Science liegt der Fokus anders als bei vergleichbaren Formaten auf Wissenschaftlerinnen und Mädchen, die sich für das Forschen interessieren. „Leider ist MINT ein überwiegend männerdominiertes Feld. Deswegen ist es wichtig, Mädchen direkt anzusprechen“, sagt Thoma.

Aufgewachsen sind Nguyen, Thoma und Baehr mit Löwenzahn und der Sendung mit der Maus. Als Baehr jetzt ihre Tonaufnahmen für die Sendung einsprach, musste sie an die unaufgeregte, sanfte Stimme von Peter Lustig in seinem blauen Wohnwagen denken: „Ich wollte auch immer Wissensfragen stellen und herausfinden, wie Sachen funktionieren. Peter Lustig war mein Idol, und jetzt darf ich sowas selbst machen.“

Im eigentlichen Berufsalltag der drei Wissenschaftlerinnen geht es aber nicht darum, Handys aufzubrechen oder zu zeigen, wie sehr sich Schweißgeruch in verschiedenen Stoffen bemerkbar macht. Nguyen forscht gerade an einem Teststreifen, der diverse Krankheiten erkennen soll. Thoma untersucht die Kommunikation zwischen Pilzen und Pflanzen und Baehr setzt sich mit Chips auseinander, die in Geräten verbaut werden. Während sie von ihren Forschungen erzählen, unterbrechen sie sich immer wieder kurz, stellen Nachfragen, wollen mehr wissen – schließlich kommen sie aus verschiedenen Disziplinen der Wissenschaft. Dieses Zusammenspiel macht auch den Reiz der Sendung aus.

„Wir bedienen nicht das Klischee der Wissenschaftlerin als graues Mäuschen mit Brille“

Die drei Wissenschaftlerinnen lernten sich erst durch die Sendung kennen, davor gab es ein Casting, die Sorge kam auf, nicht „cool“ genug für das Magazin zu sein. Was das ZDF letztendlich gesucht hat: drei Frauen, nicht nur aus unterschiedlichen Disziplinen, sondern auch mit unterschiedlichen Temperamenten. „Wir bedienen nicht das Klischee der Wissenschaftlerin als graues Mäuschen mit Brille, sondern bilden ein breites Spektrum an jungen Frauen ab, im Wesen und der Erscheinung“, sagt Thoma. Ein ziemlich überholtes Klischee, das die Sendung aber erkennbar vehement vermeiden will: Baehr, mit ihren pinkfarbenen – inzwischen lila – Haaren oder Thoma, mit Sidecut und Zopf.

Gemeinsam haben sie aber die Begeisterung für die Wissenschaft. Baehrs Eltern sind beide Biologen, Theorien wurden beim Abendessen diskutiert, das wissenschaftliche Interesse schon immer gefördert: ihren 17. Geburtstag hat sie damit verbracht, Milben im Regenwald zu bestimmen. Thoma liebte als Kind Naturkundemuseen und Nguyen hat ihr Faible für Chemie und Physik erst so richtig im Studium entwickelt. Die drei wirken entspannt, authentisch und bodenständig. Vielleicht gerade weil sie keine erfahrenen Moderatorinnen sind.

Doch Kritik gibt es, vor allem auf Twitter. Nicht für das Format an sich, sondern für den Titel Princess of Science. Ein typischer Fall von Geschlechterstereotype liege vor: Mädchen würden sich erst für Wissenschaft interessieren, wenn Forschung in pinkfarbener royaler Aufmachung daherkommt, wie der Name der Sendung impliziere. Doch der Titel ist laut ZDF bewusst provokativ gewählt, um mit dem typischen Bild der Prinzessin zu brechen.

Die E-Technikerin Baehr will Vorbild sein, sagt sie, aber viel wichtiger sei es, dass Frauen einfach ganz normal wissenschaftliche Berufe ergreifen.

Über Normalität oder nicht entscheidet bereits die Kindheit: Thoma wollte immer einen Chemiebaukasten. Während ihr Wunsch als kindliche Spinnerei abgetan wird, bekommt der Bruder ein Metallbau-Set. In den Schulen gebe es immer noch nicht überall Informatikunterricht, oder er werde zu spät eingeführt, grundlegend fehle oft die Technik oder die Expertise der Lehrer und Lehrerinnen, sagt Baehr. Außerschulische Angebote seien nur spärlich vorhanden, und auch dort seien es meistens die Jungen, die sich angesprochen fühlen.

Wissenschaftlerinnen müssen sichtbarer gemacht werden, gerade im medialen Bereich

Selbst im Studium setzt sich das Missverhältnis fort. Nguyen hatte an der LMU München gerade mal eine Professorin während des Studiums, der Frauenanteil in den MINT-Studiengängen ist ähnlich gering wie der Frauenanteil der Dozenten. Nur in Biologie überwiegen die Studentinnen. Thoma hat als Biochemikerin eine Erklärung: „Bei Biologie denken viele erstmal an Tiere und Pflanzen. Damit wird eher weiblicher Zuspruch verbunden. Und was ist der Traumberuf von vielen Mädchen? Tierärztin.“

Wissenschaftlerinnen müssen sichtbarer gemacht werden, gerade im medialen Bereich. Ein prominentes Beispiel ist die Chemikerin Mai Thi Nguyen-Kim. Sie betreibt den Youtube-Kanal MaiLab und wurde vom Deutschen Fernsehpreis für ihren hervorragenden Wissenschaftsjournalismus geehrt. „Wir als Forscher bleiben in unseren Labors verborgen. Wir brauchen Menschen wie sie, die Wissenskommunikation vorantreiben“, sagt Nguyen. Dafür genüge aber nicht nur ein weibliches Vorbild, sondern es müsse normal werden, den Fernseher anzumachen und Wissenschaftlerinnen zu sehen, findet Baehr.

Wofür sich die Wissenschaftlerinnen wie in der Sendung eine Krone geben würden? Für Nguyen ist es ihr Durchhaltevermögen, immer wieder gäbe es Rückschläge in der Forschung. Baehr für ihre Ambitionen, die Wissenschaft mehr im Alltag zu verankern. Darauf spielt auch Thoma an. Sie ist stolz darauf, ihrem sechsjährigen Neffen erklärt zu haben, dass alles aus Atomen besteht, warum Schmerzen für den Menschen wichtig sind und wieso Steine nicht leben. „Sich durch Forschung bewusst zu machen, was für unsere Augen im Verborgenen liegt, finde ich toll und macht mich demütig. Für mich ist das die beste wissenschaftliche Leistung, die man erbringen kann: Wissen weitergeben.“

WallDecaux lanciert Eigenkampagne „Bald ist alles wieder draußen“

Unter dem Motto „Bald ist alles wieder draußen“ bewirbt WallDecaux die Rückkehr in den öffentlichen Raum. Die Out-of-Home-Eigenkampagne nutzt Slogans wie „Lieber Sommer, ich freue mich schon auf … Wespen im Glas … Stau in der Hitze … schwitzige Sitze.“ oder „Oh wie schön … sind Freibad-Fritten“.

Die Kampagne ist ab sofort auf allen 1.200 digitalen Werbeflächen in Metropolen wie Berlin, Hamburg, München zu sehen. Begleitet wird sie durch Werbebanner auf diversen Online-Portalen sowie auf Business-Netzwerken wie LinkedIn.

Sky sichert sich Topfilme von Constantin Film

Die Kunden des Pay-TV-Anbieters Sky Deutschland (Angebote von Sky) werden in den kommenden Jahren weiterhin über Sky Q oder Sky Ticket aktuelle Filme aus dem Katalog von Constantin Film linear und On Demand anschauen können. Beide Unternehmen haben einen umfangreichen, mehrjährigen Lizenzvertrag unterzeichnet. Damit können zahlreiche Film-Highlights von Constantin Film ihre TV- und Streaming Premiere auf Sky feiern. Die exklusiven Pay TV-Rechte gelten für alle Verbreitungswege von Sky in Deutschland und Österreich. Auch kommende Produktionen von Constantin Film sollen zuerst exklusiv bei Sky verfügbar sein.

Dank des Deals kann Sky im kommenden Winter 2020/21 beispielsweise die Gesellschaftskomödie „Das perfekte Geheimnis“ von Bora Dagtekins exklusiv anbieten. Der Titel gehört laut Sky zu den erfolgreichsten deutschen Filmen des vergangenen Jahres und ist mit Stars wie Elyas M’Barek, Karoline Herfurth, Wotan Wilke Möhring, Jessica Schwarz, Frederick Lau, Florian David Fietz und Jella Haase prominent besetzt.

Wenige Monate nach Kinostart sollen auf Sky unter anderem das Finale der „Ostwind-„Reihe („Ostwind – Der große Orkan“), die neue Videospielverfilmung „Monster Hunter“ mit Milla Jovovich oder die Verfimung des Cornelia Funke Beststellers „Drachenreiter“ zu sehen sein.

Weiterhin liefert Constantin Film bekannte Titel aus seiner Filmbibliothek wie die ersten vier Hits der „Resident Evil“-Actionreihe, die Filme „Wickie und die starken Männer“ und „Wickie auf großer Fahrt“, „Die unendliche Geschichte“ sowie „Männerhort“.

Sky und Sony Pictures Television schließen neue langfristige Partnerschaft

Sony Pictures Television und Sky verlängern ihre Partnerschaft. Dadurch gibt es haufenweise neue Kino-Filme im Sky-Angebot.

Die Vereinbarung für Deutschland, Österreich, der Schweiz, dem Vereinigten Königreich, Irland und Italien umfasst eine mehrjährige Verlängerung der Pay-TV-Erstauswertung sowie den Zugang zu Sony Pictures‘ umfangreicher Filmbibliothek.

Alle neuen und zukünftigen Sony Pictures Entertainment Filmveröffentlichungen wie „Jumanji: The Next Level“, „Little Women“, „Bad Boys For Life“ und „Peter Hase 2“ neben neuen Animationsabenteuern für die ganze Familie wie Lin-Manuel Mirandas „Vivo“ und Sony Pictures Universe of Marvel Filme „Venom 2“ und „Morbius“ kommen auf diese Weise zu Sky.

Zum Sony-Oeuvre gehören aber auch Klassiker-Reihen wie „Ghostbusters“, „Karate Kid“, „Spider-Man“ oder „Hotel Transsilvanien“.

Die Vereinbarung erstreckt sich zudem in Deutschland, Österreich und der Schweiz auch auf den transaktionalen Service Sky Store sowie den Streamingservice Sky Ticket in Deutschland, Sky X in Österreich und Sky Show in der Schweiz.

Hering Schuppener schafft neue globale Kommunikationsberatung

Seit einem Jahr arbeiteten die Partner an dem Projekt, nun können sie Vollzug melden: Die deutsche Kommunikationsberatung Hering Schuppener fusioniert mit Finsbury aus London und der amerikanischen Beratung Glover Park Group. Es entsteht einer der führenden globalen Anbieter für strategische Kommunikation und Public Affairs.

Die Fusionspartner kooperieren schon seit drei Jahren, schließlich gehören alle drei mehrheitlich zum weltgrößten Werbe- und Mediendienstleister WPP. Unter dessen Dach schließen sie sich nun zu einem neuen Unternehmen zusammen, das Finsbury Glover Hering heißen wird. WPP wird daran nur etwas mehr als die Hälfte der Anteile halten, der Rest geht an die Partner der Einheit.

Als Chief Executive Officer wird der Deutsche Alexander Geiser die neue Beratungsgesellschaft führen. Der 44-Jährige ist bisher Chef von Hering Schuppener, die sich als deutscher Marktführer in der strategischen Kommunikationsberatung sieht.

Finsbury ist im angelsächsischen Raum stark vertreten und expandierte zuletzt vor allem in Asien. Glover Park versteht sich als Marktführer für Public Affairs in den USA, also in der Beratung von Kunden in der Zusammenarbeit mit dortigen Regierungsstellen und Behörden.

Hörbuch-Streaming-Anbieter BookBeat steigert Umsatz um über 80 Prozent

BookBeat mit Deutschlandsitz in Berlin ist im zweiten Quartal 2020 exponentiell gewachsen: im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg der Umsatz des schwedischen Hörbuch-Streaming-Anbieters um 82 Prozent. Das Hauptwachstum entfällt dabei auf die drei Kernmärkte Schweden, Deutschland und Finnland. Im zweiten Quartal sind zudem mit Polen und Dänemark zwei neue Kernmärkte hinzugekommen. Im April hat BookBeat die Marke von 300.000 zahlenden Nutzern überschritten, das Ziel für das Jahr 2020 sind 400.000 zahlende Nutzer und ein Umsatz von 500 Mio. SEK (ca. 48 Mio. Euro).

Im Juni 2020 hat BookBeat in Schweden ein umfangreiches Datenanalyse-Tool gelauncht, mit dem Verlage Detail-Daten zur Nutzung ihrer Hörbuch-Titel abrufen können. BookBeat Insights wird noch in diesem Jahr auch den deutschen Verlagspartnern zur Verfügung stehen.

SES liefert Videodienste für BBC-Studios

Die BBC Studios (BBCS) und ihre Tochtergesellschaft UKTV haben SES damit beauftragt, das Playout und die Verbreitung von über 50 linearen Kanälen und die damit verbundenen Video-on-Demand-Dienste (VOD) zu verwalten, teilte SES heute mit.

SES soll künftig Playout-, Content-Verarbeitungs-, Vertriebs- und VOD-Dienste anbieten und BBCS- und UKTV-Inhalte an ein Netzwerk von Tochtergesellschaften weltweit und in Großbritannien liefern. Diese Dienste sollen auf den europäischen globalen Lieferdiensten von SES basieren, wobei die technische Playout-Infrastruktur von der neuen Stockley-Park-Anlage von SES in London bereitgestellt wird und die Münchner Playout-Anlage von SES das Betriebsmanagement überwacht.

BBCS ist der kommerzielle Produktions- und Vertriebsarm der BBC, der jedes Jahr über 2.500 Stunden an Inhalten erstellt. BBCS konzentriert sich dabei auf die internationale Förderung der kreativen Talente der BBC und Großbritanniens, vertreibt die Inhalte global und ist für das Markenimage zuständig.

UKTV ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft von BBCS. Sie ist seit über 25 Jahren an der Spitze des britischen Markenfernsehens mit Genres wie Komödie, Unterhaltung, Naturgeschichte, Fakten und Drama. Der Sender unterstützt britische Kreativität und engagiert sich für die Zusammenarbeit mit neuen und etablierten Autoren, Regisseuren und Programmmachern.

Der SES erhielt den Mehrjahresvertrag, nachdem er auf eine Ausschreibung von BBCS und UKTV geantwortet hatte, in der sein Serviceangebot auf die Leistungs-, Geschäfts- und kommerziellen Anforderungen von BBCS und UKTV abgestimmt wurde. Der neue Vertrag baut auch auf dem Wunsch von BBCS und UKTV nach Cloud-Innovationen in der Medienbranche auf.

Nico Wilfer wird Chief Product Officer der FAZ

Der Bereich Digital Media der Frankfurter Allgemeinen Zeitung bekommt einen neuen Chef. Ab dem 1. September übernimmt Nico Wilfer als Chief Product Officer die Leitung der digitalen Produkte der FAZ. Er folgt auf Thomas Schultz-Homberg, der die FAZ verlässt.

Wilfer war in den vergangenen Jahren als Stellvertreter von Schultz-Homberg bereits mitverantwortlich für den Bereich Digital Media, der die digitalen Produkte der FAZ entwickelt und betreibt. Der 36-Jährige verantwortete bislang das operative Geschäft, das Produktmanagement und die Umsetzung zahlreicher Technologieprojekte. So war er maßgeblich an digitalen Innovationsprojekten der FAZ wie der Entwicklung von Personalisierungsfunktionen, Projekten zu Künstlicher Intelligenz sowie Audio-Services beteiligt, wie der Verlag mitteilt. Zuvor war der Absolvent der Kölner Journalistenschule im Digitalbereich der Süddeutschen Zeitung tätig und Gründer eines Start-up.

Nicht an Antisemiten orientieren

Es ist nicht alles „Unorthodox“: Wie stellt sich jüdisches Leben in Deutschland dar? Es mangelt an Vielfalt in der medialen Darstellung.

New York ist für viele Menschen die Stadt der unbegrenzten Möglichkeiten. Doch für Esty ist sie ein Käfig. Aus ihrem Leben in der ultraorthodox-jüdischen Satmar-Gemeinde in Williamsburg und ihrer unglücklichen Ehe will sie fliehen. Und zwar so weit weg wie nur möglich: nach Deutschland. Von ihrem Sheitel, einer Perücke, die ihr richtiges Haar verdeckt, trennt sie sich während eines Bades im Berliner Wannsee. In der Netflix-Serie „Unorthodox“ spielt Antisemitismus in nur beiläufig erwähnten und gezeigten Details eine Rolle. Nur die Tätowierung eines Badegasts erinnert Etsy daran, dass die vermeintliche Idylle nicht ohne Schattenseiten ist: Auf seinem Rücken prangt ein Deutschland-Schriftzug über einem Totenkopf.

In den vergangenen Monaten waren Serien, Filme und Dokumentationen um ultraorthodoxes jüdisches Leben häufiger zu sehen. „Unorthodox“ ist ein Beispiel. Die Serie beruht auf dem gleichnamigen Buch der Autorin Deborah Feldman und erzählt eine abgewandelte Fassung ihrer Geschichte. Überschattet wird die Flucht nach Berlin jedoch von der hiesigen Realität, in der Juden angegriffen werden, weil sie in der Öffentlichkeit die Kippa tragen.

Starker Anstieg antisemitisch motivierter Kriminalität

Fünfundsiebzig Jahre nach dem Holocaust, bei dem sechs Millionen Juden ermordet wurden, ist Antisemitismus wieder spürbar. Aus der polizeilichen Kriminalstatistik geht ein starker Anstieg antisemitisch motivierter Kriminalität hervor. 2019 registrierten die Behörden 2032 Straftaten mit antisemitischem Hintergrund, dreizehn Prozent mehr als im Vorjahr. Die Beleidigungen und Übergriffe auf Juden und jüdische Einrichtungen werden überwiegend der rechtsextremen Szene zugeordnet.

Teilweise hätten jüdische Gemeinden sowohl auf das Buch „Unorthodox“ als auch auf die gleichnamige Serie mit Vorsicht reagiert, sagt Anastassia Pletoukhina, Sozialwissenschaftlerin und jüdische Aktivistin. Doch gerade weil im Zusammenhang mit jüdischem Leben nicht Antisemitismus, sondern Estys Geschichte im Vordergrund stehe, finde sie selbst großen Gefallen an der Serie. „Natürlich gibt es Antisemitismus, natürlich gibt es Hass, aber wir dürfen und sollen uns nicht ausschließlich über Antisemitismus verstehen“, sagt Pletoukhina. Als orthodoxe Jüdin beobachte sie aufmerksam, wenn jüdische Menschen in den Medien in Klischees gedrängt werden. „Hier und da bereitet es mir manchmal Bauchschmerzen, wenn solche Darstellungen pauschalisieren und orthodoxes Judentum als frauenverachtend, männerdominiert und nur aus Zwangsehen bestehend dargestellt wird.“ Die Serie sorge jedoch für Referenzpunkte, die von der jüdischen Community zum Austausch über eigene Positionen und Perspektiven genutzt werden könnten. „Ich hoffe, dass Serien wie ,Unorthodox’ ein Fuß in eine Tür sind, die sich für andere Bilder jüdischer Lebenswelten öffnet“, sagt Pletoukhina.

Das Attentat von Halle war kein Einzelfall

Dass die Geschichte von „Unorthodox“ zur Kontroverse einlädt, zeigt ein Blick in die Kommentarspalte des Trailers auf Youtube. Sie ist überwiegend von Lob und Anerkennung geprägt. Dennoch bietet die Serie offenbar Referenzgrundlage für Antisemiten. Ein Merkmal der Satmar-Gemeinde ist die Ablehnung des israelischen Staates: Nur der von Gott gesandte Messias das Recht einen jüdischen Staat zu errichten. Diese Ablehnung benennt ein Youtube-Nutzer als seine Lieblingsszene. Doch Anastassia Plethoukhina sagt: „Wir können uns nicht immer danach orientieren, was der Antisemit von uns denken wird.“

Ein Antisemit war es auch, der im vergangenen Oktober am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur versuchte, in die Synagoge in Halle einzudringen, um die dort versammelten Gläubigen zu ermorden. Ungefähr fünfzig Betende hatten sich versammelt. Anastassia Pletoukhina war an dem Feiertag mit ihrem Mann in der Synagoge in Halle. Auch nachdem sie den ersten Knall hörte und vor dem Fenster Rauchwolken aufsteigen sah, habe sie nicht an eine antisemitisch motivierte Tat glauben können. „Wir waren alle zwischen Verleugnung, dass das gerade wirklich passiert und unglaublichem Schockzustand“, erinnert sich Pletoukhina. Mitglieder der Gemeinde und ihr Mann verbarrikadierten die Türen, sie versteckten sich. Sieben Minuten habe es gedauert, bis die Polizei eintraf, fünf Stunden lang seien sie in der Synagoge eingeschlossen gewesen. Es habe sich angefühlt wie eine Ewigkeit.

Anastassia Pletoukhina will das Attentat von Halle nicht als Einzelfall gewertet wissen. „Das war eine große Tragödie, die im Februar vom rassistischen Attentat in Hanau ergänzt wurde, aber das sind Höhepunkte der Brutalität. Da passiert viel dazwischen und davor. Es baut aufeinander auf und die Hemmungen, zu Gewalt zu greifen, werden immer geringer.“

Wenn Meron Mendel nach antisemitischen Drohungen gegen sich und die Bildungsstätte Anne Frank gefragt wird, weiß er nicht, wo er anfangen soll. Das in Frankfurt ansässige Bildungszentrum hat es sich zum Ziel gesetzt, Jugendliche und Erwachsene über die Biographie Anne Franks im Nationalsozialismus für die Gegenwart zu sensibilisieren. Darüber hinaus werden Betroffene von rechter und rassistischer Gewalt beraten. Seit zehn Jahren ist Mendel Direktor der Bildungsstätte. Seit etwa fünf Jahren, sagt er, seien er und seine Mitarbeiter verstärkt Anfeindungen ausgesetzt. Der gebürtige Israeli erzählt von Hakenkreuz-Graffitis und „Heil Hitler“-Schmierereien auf der Fassade sowie bösen Nachrichten auf dem Anrufbeantworter. 2016 sei es zu etwa hundert schriftlichen Drohungen gekommen, 2019 habe man ungefähr 480 erhalten. Im Vergleich zu 2016 registrierte die Einrichtung einen Zuwachs von 600 auf 1600 Hasskommentare in sozialen Medien.

Für Mendel stehen die Anfeindungen in klarem Zusammenhang mit der Neuen Rechten, der AfD und Personen wie Erika Steinbach. Letztere habe als Vorsitzende der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung im Ingternet ein Dokument veröffentlicht, auf dem Mendels Privatadresse ungeschwärzt nachzulesen gewesen sei. Unmittelbar nach der Veröffentlichung sei es zu Hetzschriften gegen seine Person gekommen.

Ein anderes Problem sieht Mendel zudem in der medialen Darstellung jüdischen Lebens: Er appelliert für mehr Vielfalt. An einzelne Serien wie „Unorthodox“ wolle er nicht appellieren, sondern an die Gesamtheit der Produzenten. „Viele Juden leben wie ich in dieser Gesellschaft und nicht, wie zum Beispiel auf einem Spiegel-Cover vom vergangenen Jahr steht, in einer unbekannten Welt nebenan“, sagt er.

Manfred Levy ist mit der filmischen Darstellung jüdischen Lebens insgesamt nicht sonderlich zufrieden. „In deutschen Produktionen mit jüdischer Thematik ist das oft sehr verkrampft“, sagt der Pädagogische Leiter des Jüdischen Museums in Frankfurt. „Da steckt immer dieser versteckte Volkshochschulkurs in jüdischer Geschichte mit drin.“ Er habe bei „Unorthodox“ zunächst die Befürchtung gehabt, dass das Leben der ultraorthodoxen Satmar-Gemeinde von Zuschauern auf das ganze Judentum übertragen wird. Inzwischen setze er allerdings auf ein mündiges Publikum – auch auf Netflix.

Die Angst ist größer geworden

Manfred Levy glaubt allerdings nicht daran, dass man mit filmischen Produktionen gegen antisemitische Vorurteile kämpfen kann. Auf jüdischer Seite sei die Angst größer geworden. Levy erzählt von Menschen, die sich nicht mehr in ihre Gemeinde trauen – aus Angst, als Juden erkannt zu werden. „Wir als Museum haben immer weniger mit dem musealen Auftrag zu tun, stattdessen geht es immer öfter um Antisemitismus, antimuslimischen Rassismus und Rechtsextremismus.“ Als Pädagoge gibt er Workshops zum Thema Antisemitismus. Die Nachfrage sei groß. Trotzdem sollte die erste Frage immer sein: „Was wisst ihr über jüdisches Leben und jüdische Religion? Die erste Begegnung mit dem Judentum sollte nicht über Antisemitismus laufen.“

Es gibt ein weiteres Problem. Wenn Levy daran denkt, wer sich manchmal unter das Publikum seiner Vorträge mischt, ärgert er sich: „Ich halte einen Vortrag über Antisemitismus, die Menschen nicken ständig – und plötzlich tauchen massive Vorurteile gegenüber Muslimen auf.“ In Workshops und Vorträgen mit Erwachsenen begegne er immer öfter Geschichtsrevisionismus. „Wenn Jugendliche Vorurteile gegenüber Juden haben, kann man schnell ins Gespräch kommen, diese Vorstellungen sind nicht verfestigt“, sagt Levy. „Aber bei Erwachsenen wird es schwierig, da wird sich ein Geschichtsbild zurechtgebastelt, das nicht der Realität entspricht, scheinbar aber eine Befreiung auslöst.“

Vor wenigen Wochen habe er Nachricht von einem Freund bekommen, der als Fotograf auf einer der sogenannten Hygienedemos unterwegs war. Als er auf den Fotos Protestler in nachgemachter KZ-Kleidung und die aufgenähten gelben Sterne an ihren Ärmeln sah, sei er wütend geworden. „Da kann ich nur mit dem Kopf schütteln“, sagt Levy. „Was, wenn das ein Holocaust-Überlebender sieht?“ Levy ist enttäuscht. Enttäuscht auch darüber, an Holocaust-Gedenktagen überwiegend Angehörige der jüdischen Gemeinde anzutreffen. „Warum ist es Sache der Juden, zu gedenken und sich gegen Antisemitismus einzusetzen?“, fragt er. „Das ist nicht mein Problem, das ist auch kein jüdisches Problem, sondern ein Problem aller, die in Deutschland in einem demokratischen System leben wollen.“

Jürgen Bauer ist neuer Obmann der Fachgruppe Werbung Wien

Die Fachgruppe Werbung der Wirtschaftskammer Wien hat mit Jürgen Bauer (38, Wirtschaftsbund) einen neuen Obmann. Vorgänger Marco Schreuder (Grüne Wirtschaft) ist nun wie André Reininger (Team Werbung Wien – SWV) Stellvertreter.

Jürgen Bauer (geb. Tarbauer) ist Geschäftsführer und Eigentümer einer Werbe- und Marketingagentur (Omnes) und Geschäftsführer eines Werbemittel-Handelsunternehmens. Er übernahm im Oktober 2019 die Funktion als Fachgruppenobmann-Stellvertreter von seiner Vorgängerin Birgit Kraft-Kinz.

ZDF-Fernsehrat fordert: TV-Programm darf durch Corona nicht schlechter werden

Der ZDF-Fernsehrat dringt darauf, die Qualität des TV-Programms trotz der Ausfälle und der Verschiebungen durch die Corona-Krise aufrechtzuerhalten. „Das sehen wir als Fernsehrat auch mit einem großen Interesse, dass das Programm nicht schlechter, sondern möglicherweise sogar besser wird“, sagte die Vorsitzende Marlehn Thieme der Deutschen Presse-Agentur.

Der Fernsehrat ist ein Gremium, das sich für die Interessen der Allgemeinheit mit Blick auf die Programmarbeit des ZDF einsetzt. Der Rat setzt sich aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen – darunter Sport, Kirche, Politik, Kultur, Soziales – zusammen und ist nicht an Weisungen gebunden.

Thieme betonte, jetzt gelte es, dass trotz Produktionsunterbrechungen und höherer Kosten in der Produktion wie Hygienemaßnahmen „auch gutes und fast mehr Programm passieren muss“. Viele Großereignisse im Sport fallen aus, wie etwa die Fußball-Europameisterschaft, die im Programmplan vorgesehen waren. „Dafür muss man mit Kreativität auch anregendes Programm finden“, warb Thieme.

Erstes Lego-Magazin von Ehapa erscheint Mitte Juli

Der Kinderzeitschriftenverlag Egmont Ehapa Media, Berlin, bringt mit ‚Logo Explorer‘ in Kürze sein erstes eigene ‚Lego‘-Magazin in den Handel. Das 36 Seiten umfassende Magazin bietet Tipps und Anregungen, mit denen Leser ihre eigenen ‚Lego‘-Modelle entwerfen können. Basierend auf dem MINT-Ansatz stehen vor allem die Themen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik im Vordergrund. Die Neuerscheinung richtet sich an Mädchen und Jungen im Alter von sieben bis zwölf Jahren

Laut Verlagsangaben unterstütze die Zeitschrift gezielt wichtige Fähigkeiten und Kompetenzen von Kindern und bietet ihnen eine Ergänzung zu digitalen Plattformen. Jeder Ausgabe liegt ein exklusiver Bausatz bei, den die jungen Leser zusammensetzen oder auch in ihre bestehenden Lego-Kollektionen integrieren können.

BLM erteilt ‚Mittelbayerischer Zeitung‘ eine Rundfunklizenz

Die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM) hat der ‚Mittelbayerischen Zeitung‘ eine Rundfunklizenz erteilt. Mit dieser darf die Regionalzeitung ein lokales bzw. regionales Angebot live im Internet streamen. Die Genehmigung gilt zunächst für sechs Monate.

Erforderlich wird die Lizenz für im Internet gestreamte Bewegtbildangebote laut BLM dann, wenn sie linear verbreitet werden und zeitgleich für mindestens 500 Nutzer zu erreichen sind. Siegfried Schneider, Präsident der BLM, erteilte die Genehmigung mittels präsidentialer Befugnis, da eine reguläre Befassung des Medienrats aufgrund der Corona-Krise aktuell nicht möglich ist.

PwC übernimmt Geschäftsbereich „Digitale Beratung“ von point of origin

PwC Österreich hat den Geschäftsbereich „Digitale Beratung“ von point of origin übernommen. Damit erweitern 16 Experten, darunter die Gründer Nicole Prieller und Andreas Hladky als neue Partner, das bereits bestehende Digital Service Angebot von PwC Österreich. „Mit point of origin konnten wir einen ausgezeichneten Fit im Bereich der Digitalberatung erzielen. Durch das Expertenteam, die neu eingebrachten Services und die bestehende Projekt-Pipeline ist eine Erweiterung der Value Chain von PwC Österreich gesichert“, erklärt Roland Schöbel, Advisory Leader bei PwC Österreich. „Die entstehenden Synergien tragen wesentlich dazu bei, unsere Präsenz und Leistungsfähigkeit am österreichischen Markt weiter voranzutreiben.“

Thomas Schultz-Homberg wird CEO des Regionalmedienverlags Köln

DuMont beruft Thomas Schultz-Homberg zum CEO des Regionalmedienverlags in Köln. Seinen neuen Posten soll er zum 1. Oktober antreten.

Der Digitalmanager soll die Entwicklung des Medienhauses und dabei vor allem die Digitalisierung der Tageszeitungen Kölner Stadt-Anzeiger und Express verantworten. Dies gab DuMont am Mittwoch bekannt. Das Unternehmen hatte zum 1. Mai die Aktivitäten im Geschäftsfeld Regionalmedien neu ausgerichtet und in dem integrierten Medienhaus in Köln zusammengeführt. Interimistisch wird der Regionalmedienverlag Köln derzeit von DuMont-Chef Christoph Bauer geleitet, der im neuen Mann einen „herausragenden Digitalexperten“ sieht.

Hass im Netz: Österreich für koordinierte Vorgehensweise der EU

Justizministerin Alma Zadic sieht in punkto Hass im Netz „eine koordinierte Vorgehensweise der EU-Institutionen und der Mitgliedstaaten“ als entscheidend an und begründet dies mit der „grenzüberschreitenden Dynamik“. Dies teilte die Ministerin im Anschluss an eine informelle Videokonferenz der EU-Justizminister mit.

Dabei thematisierten Zadic und ihre EU-Amtskollegen erstmals unter deutscher EU-Ratspräsidentschaft die Problemfelder Falschinformation und Hassrede. In Deutschland tritt demnächst ein neues Gesetz zur Bekämpfung von Rechtsextremismus und Hasskriminalität im Internet in Kraft. Für soziale Netze wie Facebook und Twitter gibt es demnach weitreichende Pflichten. EU-Justizkommissarin Vera Jourova kritisiert den deutschen Alleingang.

„Ich verberge nicht, dass wir für die Europäische Union eine paneuropäische Lösung möchten“, sagte Jourova am Montag dazu. Dies bedeute, dass die EU-Staaten nicht ihre jeweils spezifischen Gesetze haben sollten. Zugleich stellte die Vizepräsidentin der Brüsseler Behörde bis Ende des Jahres EU-weit verpflichtende Vorgaben für Online-Netzwerke in Aussicht. Elementarer Grundsatz solle stets die Redefreiheit bleiben.

Österreich unterstütze und beteilige sich intensiv an den Maßnahmen der Europäischen Kommission, hieß es seitens des Justizministeriums. „Aus österreichischer Sicht muss mehr Verantwortung, Transparenz und Rechtsstaatlichkeit im Online-Bereich geschaffen werden“, betonte Zadic.

Rückhalt aus Deutschland

Dieser Ansicht ist auch die deutsche Justizministerin Christine Lambrecht (SPD). Wir müssen Demokratie und Rechtsstaatlichkeit gerade jetzt stärken“, forderte die Ministerin. Europa dürfe nicht hinnehmen, dass die öffentliche Debatte verdreht und vergiftet werde. Derzeit versuchten Populisten und Radikale, die Not der Menschen in der Corona-Krise auszunutzen. Umso wichtiger seien parlamentarische Kontrolle, eine unabhängige Justiz und freie Medien.

„In der Pandemie sind Leben gefährdet, wenn blanker Unsinn über Impfstoffe verbreitet oder das Virus schlicht geleugnet wird“, ist die Ministerin überzeugt. Soziale Netzwerke wie YouTube und Facebook stünden in der Verantwortung, sich nicht für Hass und Desinformation missbrauchen zu lassen. Hier müsse es weitere Schritte bis hin zu klaren Verpflichtungen für die Plattformen geben.

Sollen Magazine günstiger werden?

Würden Zeitschriftenleser mehr Titel kaufen, wenn diese billiger wären? Eine aktuelle Umfrage des Online-Kiosk Readly legt das zumindest nahe. Fast die Hälfte der Befragten gab an, sie würden mehr Zeitschriften lesen, wenn diese weniger teuer wären.

Auf der anderen Seite ist den Lesern durchaus bewusst, dass Qualitätsjournalimus seinen Preis hat: Knapp zwei Drittel (63 Prozent) stimmen der Aussage zu, dass das Kaufen von Zeitschriften eine Möglichkeit ist, Journalismus zu unterstützen. 37 Prozent der Befragten – 80 Prozent Readly-Nutzer und 20 Prozent Nicht-Nutzer – lesen Zeitschriften mittlerweile am liebsten digital, ebensoviele lesen Magazine ebenso gerne digital wie gedruckt.

Für die digitale Nutzung spricht insbesondere der leichtere Transport (79 Prozent), die Möglichkeit, überall lesen zu können (78 Prozent) und die inspirierenden Inhalte (68 Prozent). Die große Auswahl an Titeln ist für 76 Prozent ein Grund für die Nutzung digitaler Magazine. Für 64 Prozent spricht außerdem der Aspekt der Nachhaltigkeit für das digitale Lesen.

Mehr als die Hälfte der Leser nutzt mehrmals pro Woche digitale Zeitschriften, bevorzugt abends. Ein Drittel der befragten Leser nutzt die Readly-App etwas eine halbe Stunde pro Tag. Gelesen wird in erster Linie zuhause (82 Prozent), dort vor allem auf dem Sofa (65 Prozent) sowie im Urlaub und auf Reisen (55 Prozent).

Uber kauft Essenslieferdienst Postmates

Der weltgrößte Fahrdienstvermittler Uber übernimmt den Essenslieferanten Postmates. Uber lege 2,65 Milliarden Dollar auf den Tisch. Es handele sich um einen reinen Aktiendeal.

Uber betreibt mit Uber Eats bereits einen Essenslieferdienst und war auch am US-Konkurrenten Grubhub interessiert, bei dem jedoch Just Eat Takeaway.com zugeschlagen hat. Bei der letzten Finanzierungsrunde im September war Postmates mit 2,4 Milliarden Dollar bewertet worden. Essenslieferdienste erleben in der Coronakrise einen Nachfrage-Boom.

Schlappe für Hauptstadt-Briefing

Im Streit um die Marken- und Titelrechte seines jüngsten Hauptstadt-Newsletters hat Media Pioneer vor dem Landgericht Hamburg eine juristische Schlappe erlitten. Ein paar Tausend Euro Ordnungsgeld gibt es obendrein.

Unter dem Titel „Hauptstadt-Briefing“ war der wie bei Gabor Steingart üblich mit großem Tamtam eingeführte jüngste Newsletter gerade erst gestartet, als auch schon ein Unterlassungsbegehren eintraf. Da eine Reaktion ausblieb, folgte wenig später eine einstweilige Verfügung.

Der Unternehmer Detlef Prinz, seit 20 Jahren Verleger des unter anderem sonntags der Berliner Morgenpost beiliegenden „Hauptstadtbriefs“, störte sich an dem Titel. Er sah sich in seinen Marken- und Titelrechten verletzt.

A: Werbeumsätze weiter stark rückläufig

Jüngste Focus-Zahlen zeigen die dramatische Krise am Werbemarkt: allein im Mai minus 24 Prozent im klassischen Geschäft. Dennoch ist Erholung ist in Sicht.

Kumuliert bedeuten diese Zahlen laut Focus eine zweistellige Verringerung des Werbevolumens von Jahresbeginn bis Mai 2020 von fast 13 Prozent in Relation zum Vorjahr.

Im Mai lagen dabei alle Mediengattungen durch die Bank im Minus. Mit einer Ausnahme: Der Werbeträger ­Radio konnte „aufgrund der Privatsender eine leichtes Plus verzeichnen,“ heißt es von Focus. Konkret verloren die heimischen TV-Sender im Mai 23,3 Prozent ihrer Bruttowerbeumsätze, der ORF bilanziert mit minus 19,6 Prozent. Die Presse als gesamtes büßte 25 Prozent ein. Regionale ­Wochenzeitungen sogar 29,6 Prozent, Illustrierte und Magazin 42,6 Prozent.

Below-the-line, also im Bereich Direct Marketing und Sponsoring, sieht es noch schlimmer aus: Die Investments in Sponsoring gingen gleich um 67,3 Prozent zurück (nach 80,6 Prozent im April). Direct Marketing erholte sich hier von minus 45,7 Prozent auf minus 13,6 im Mai.

Deutsches Kartellamt billigt Meet-Group-Übernahme durch ProSieben

Das deutsche Bundeskartellamt genehmigt die 500-Mio.-Dollar-Übernahme (445 Mio. Euro) des US-App-Entwicklers Meet Group durch den deutschen Fernsehkonzern ProSiebenSat.1. „Eine erhebliche Beeinträchtigung des Wettbewerbs bei den Online-Dating-Plattformen durch den Zusammenschluss ist trotz der Marktstärke der beteiligten Unternehmen nicht zu erwarten“, sagte Behördenchef Andreas Mundt.

Es komme zwar zu einer weiteren Konzentration beim Online-Dating. Dieser Markt sei aber „durch dynamisches Wachstum, Marktzutritte und Wettbewerb gekennzeichnet“. ProSieben begrüßte den Schritt, verwies allerdings darauf, dass auch noch die US-Kartellwächter grünes Licht geben müssten. ProSieben will sich künftig stärker auf das Unterhaltungs- und TV-Geschäft konzentrieren und im Zuge des Konzernumbaus seine Dating-Sparte (Parship, ElitePartner) 2022 an die Börse bringen.

Kurier organisiert Chefredaktion neu

Der Kurier verpasst sich eine neue Struktur in der Chefredaktion: Michael Jäger, neben Gert Korentschnig stellvertretender Kurier-Chefredakteur, tritt nach 40-jähriger Tätigkeit für den Kurier den Ruhestand an. Seine Stelle wird vorerst nicht nachbesetzt, seine Agenden aufgeteilt: Als neuer Produktionsleiter fungiert ab sofort Christian Bartos, bisher für Leserforum/Leserservice zuständig; Helge Schalk bleibt weiterhin Leiter Kreation. Jäger wird bis Ende August Tageschef sein – diese Funktion wird ab September Wolfgang Unterhuber zusätzlich zu seiner Tätigkeit als Ressortleiter Wirtschaft übernehmen und somit neben Korentschnig und Richard Grasl das Tageschef-Team ergänzen.

ZDF erwartet Werbe-Minus in Höhe von 40 Millionen Euro

ZDF-Intendant Thomas Bellut hat angekündigt, dass man für das laufende Jahr mit einem Minus bei den Werbeeinnahmen von 40 Millionen Euro ausgeht. Grund dafür ist die Coronakrise, die die Werbebuchungen in allen Mediengattungen hat einbrechen lassen. Auch bei den Rundfunkgebühren wird es wohl zu einem Minus kommen, weil sich im Zuge der Krise mehr Menschen davon befreien lassen können – anders als die Privaten können die Öffentlich-Rechtlichen aber nach wie vor mit recht stabilen Einnahmen durch den Rundfunkbeitrag rechnen.

In dem Interview kommt Bellut auch auf die gestiegenen Produktionskosten bei Serien und Filmen zu sprechen.

2020 profitiert man davon, dass Fußball-EM und Olympia verschoben worden sind. Sollten beide Events 2021 stattfinden und die Produktion von fiktionalen Inhalten weiter deutlich teurer sein als bislang, würde das wohl zu Herausforderungen sorgen. Das hänge letztlich aber davon ab, ob die Großereignisse 2021 tatsächlich stattfinden, so Bellut.

Dass die von der KEF empfohlene Anhebung des Rundfunkbeitrags kommt, ist für den ZDF-Intendant so gut wie sicher. Die Ministerpräsidenten der Bundesländer haben das bereits abgenickt, nun müssen noch alle 16 Länderparlamente zustimmen – hier ist vor allem die Zustimmung Sachsen-Anhalts ungewiss. Bellut spricht von einem „breiten Konsens“, den es in der Rundfunkpolitik für eine Erhöhung gebe. „Eine Ableh­nung wäre auch eine Belas­tungs­pro­be für die Soli­da­ri­tät der Länder unter­ein­an­der. Das Verfah­ren zur Fest­set­zung des Beitrags ist verfas­sungs­recht­lich mehr­fach bestä­tigt worden.“ Er sei jedenfalls zuversichtlich, so Bellut.

Nichtkommerzieller Rundfunk bietet hohen „Public Value“

Die 17 nichtkommerziellen Radio- und Fernsehsender in Österreich weisen einen hohen gesellschaftlichen Mehrwert auf – von lokaler Information bis Community Building. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Studie im Auftrag der Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR). Wichtig wäre demnach aber bessere öffentliche Finanzierung.

1998 gingen die ersten freien Radios auf Sendung, mehr als zwei Jahrzehnte später kommt die Studie laut einer Presseaussendung zu dem Schluss, dass sich die nichtkommerziellen Radio- und Fernsehsender zu einer eigenständigen Institution entwickelt haben, die von einem gemeinsamen Selbstverständnis getragen wird. Dieser erbrachte „Public Value“ könne weder vom öffentlich-rechtlichen noch dem privat-kommerziellen Rundfunk in dieser Form erbracht werden, heißt es.

Großbritannien vor Ausschluss von Huawei bei 5G-Mobilfunknetz

Großbritanniens Premierminister Boris Johnson wird den chinesischen Netzwerkausrüster Huawei beim Ausbau des neuen Mobilfunkstandards 5G noch in diesem Jahr ausschließen.

Derzeit werden Pläne erarbeitet, binnen sechs Monaten den Einsatz von Huawei-Technologie zu beenden und bereits eingesetzte Teile zu entfernen.

Zuvor habe die britische Geheimdienstbehörde GCHG weitere Bedenken über die Sicherheit von chinesischen Technologiekonzernen geäußert. Großbritannien hat Huawei bei 5G eine begrenzte Rolle eingeräumt. Die USA fordern aus Sicherheitsgründen jedoch einen Ausschluss des Unternehmens vom 5G-Netz.

Facebook-Chef Zuckerberg rechnet „schon bald“ mit Ende des Werbeboykotts

Mehr als 800 Firmen und Selbständige (Google Doc) setzen seit Anfang Juli ihre Anzeigen auf dem weltgrößten sozialen Netzwerk aus. Grund sind als unzureichend wahrgenommene Maßnahmen gegen Hassrede und Propaganda, speziell auch im Lichte der laufenden „Black Lives Matter“-Proteste.

Die Aktion soll Facebook dort treffen, wo es finanziell am meisten schmerzt, nämlich direkt bei seinem Geschäftsmodell. Die Plattform bestreitet den Großteil ihrer Einkünfte damit, Nutzerdaten auszuwerten und Firmen Anzeigenplätze mit umfangreicher Zielgruppenkonfiguration anzubieten. Doch zumindest für den Moment scheint dieser Druck noch nichts zu bewirken. Facebook-Chef Mark Zuckerberg zeigt sich gegenüber seinen Mitarbeitern demonstrativ unbeeindruckt vom Werbeboykott.

Nur wenige der größten Werber bislang beim Boykott dabei

„Ich glaube, die Werber werden schon bald wiederkommen“, zitiert ihn The Information aus internen Gesprächen. Die Kampagne sei eher ein Problem in Hinblick auf den diplomatischen Umgang mit und dem Ansehen in der Öffentlichkeit, nicht aber in finanzieller Hinsicht.

Das dürfte die reale Lage auch gut widerspiegeln, denn wenngleich „Stop Hate for Profit“ eine lange Unterstützerliste mit prominenten Namen vorzuweisen hat, so finden sich darin (Stand: 2. Juli) nur drei der 25 größten Werber, namentlich Microsoft, Starbucks und Pfizer. Andere Firmen, wie American Express, Walmart oder die Baumarktkette Home Depot, hatten bis dahin noch keine Pläne angekündigt, ihre Anzeigen auszusetzen.

Öffentlich erklärt das Unternehmen, seine Richtlinien nur auf Basis von Prinzipien zu gestalten und nicht auf finanziellen Druck hin. Dazu passt, dass man sich gegenüber den boykottierenden Unternehmen auch kaum entgegenkommend zeigt. Man belässt es bei vagen Ankündigungen. „Wir stehen mit Werbetreibenden weltweit in kontinuierlichem Austausch und verstehen, dass sie ihre Botschaften und Inhalte in einem sicheren Umfeld sehen möchten – das wollen wir auch“, sagt Tino Krause, der für Facebooks Geschäftsfeldentwicklung im DACH-Raum zuständig ist.

eSports-Zuschauer stehen TV-Werbung positiv gegenüber

eSports-Inhalte erfreuen sich im klassischen TV zunehmender Beliebtheit. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie ‚eSports Insights 2020‘ des Düsseldorfer Marktforschungsunternehmens M Science, Teil von Group M, und des TV-Senders Sport 1, Ismaning. Für die Untersuchungen wurden 1. Quartal 2020 insgesamt 2.041 Personen, darunter 1.473 eSports-Zuschauer und 568 Zuschauer als Referenzstichprobe, im Alter von 16 bis 49 Jahren befragt.

Demnach schauen sich 47 Prozent der eSports-Zuschauer Gaming-Inhalte im TV an, 39 Prozent davon mindestens einmal in der Woche. Das Medium TV erreiche neben eingefleischten eSports-Zuschauern auch solche, die noch nicht so tief in die Thematik eingestiegen seien, heißt es.

Die Befragung ergab zudem, dass der typische eSports-Zuschauer männlich und zwischen 16 und 29 Jahre alt ist. Sein Einkommen und Familienstand entsprechen dem Durchschnitt. Höhergebildete sind im Publikum überrepräsentiert. Fast alle eSports-Anhänger greifen auch selbst zur Konsole. Abseits davon verfügt die Zielgruppe über ein aktives Freizeitverhalten. So verbringen eSports-Interessierte gerne Zeit mit Freunden (70 %) und der Familie (69 %), gehen aus (63 %) oder treiben Sport (57 %).

Bei Kaufentscheidungen von eSports-Zuschauern spielt Werbung eine wichtige Rolle: 47 Prozent der Befragten gaben an, dass Werbung sie über neue Produkte und Trends informiert. 42 Prozent finden Werbung generell nützlich. Marken, die im eSports-Umfeld beworben werden, werden zudem von 63 Prozent der eSports-Zuschauer bevorzugt.

Deutschland: Grundsicherung soll Mobilfunkkosten berücksichtigen

Erstmals sollen nun auch Handykosten bei der Berechnung der Regelsätze des Arbeitslosengelds II („Hartz IV“) berücksichtigt werden. Das berichtet das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) unter Berufung auf einem Gesetzentwurf des Bundesarbeitsministeriums, in dem es um die geplanten Regelsätze ab kommendem Jahr geht. Für alleinstehende Erwachsene soll der demnach um 7 auf monatlich 439 Euro steigen, für Kinder von 14 bis 17 Jahren um 39 auf 367 Euro.

Der Gesetzentwurf dient demnach noch der Koordinierung mit dem Kanzleramt und im Zuge des Gesetzgebungsverfahrens sei wegen aktualisierter Daten noch eine Erhöhung zu erwarten.

„Die Nutzung von Mobilfunk, also der Verwendung von Handys, ist heute Bestandteil des Alltags und damit gesellschaftliche Realität“, zitiert das RND aus dem Gesetzentwurf die Begründung für die Einbeziehung der Mobilfunkkosten. Anfang 2010 hatte das Bundesverfassungsgericht geurteilt, dass der Gesetzgeber bei der Bestimmung des Existenzminimums die soziale Wirklichkeit zu erfassen habe und dabei die Realitäten einer technisierten Informationsgesellschaft anerkennen müsse.

Charles Bahr startet bei Tiktok

„Einer der bisher bedeutendsten Schritte in meiner Karriere steht bevor“, schreibt Charles Bahr auf Linkedin. Dann kündigt der 18-jährige Gründer und Berater an, sich von seiner Agentur zu trennen und zukünftig unter einer anderen Marke Unternehmen dabei zu helfen, mit den Generation Z zu kommunizieren. „Ich freue mich riesig, ab heute das Brand Partnerships Team von TikTok zu unterstützen.“

Urs Meier übernimmt Führung bei Project Z

Die operative Führung seiner Agentur Project Z übernimmt derweil Urs Meier. Als Gründer werde Bahr die Entwicklung aus der Ferne beobachten und sich auf die weiteren Schritte freuen, schreibt er auf dem Karriere-Netzwerk.

ORF sperrt ATV-Produzenten von „Alles Liebe“

Liebeshungrige Singles, Dekozeugs im Vorder- und Schlagermusik im Hintergrund: Die Ähnlichkeiten zwischen dem ATV-Kuppelformat „Alles Liebe“ und der ORF-Kultsendung „Liebesg’schichten und Heiratssachen“ waren nicht zu übersehen – sehr zum Ärger des ORF. Nach Elizabeth T. Spiras Tod im März 2019 versuchte ATV das Liebesvakuum zu füllen und rückte im Jänner erstmals 2020 „Alles Liebe“ ins Programm. Für Andreas Mannsberger, der die fünf Folgen mit seiner Mabon Film produziert hatte, hat die Sendung jetzt ein Nachspiel: Der ORF „sperrt“ ihn.

Mannsberger hätte im Mai eine neue Folge der erfolgreichen ORF-Reportagereihe „Am Schauplatz“ realisieren sollen, sagt er im Gespräch mit dem STANDARD. Die Ausstrahlung war für September geplant. Das Thema: Umweltskandale und Bürgerbewegungen. Dass es nicht dazu gekommen sei, habe mit seinem Engagement für die ATV-Sendung „Alles Liebe“ zu tun, so Mannsberger.

Der ORF verweist auf das Statement, das Zechner bereits der „Kronen Zeitung“ gegeben hat. „Fast alle ,Am Schauplatz‘-Sendungen werden von der eigenen Redaktion gestaltet. Drei im Jahr werden derzeit an Auftragsproduzenten vergeben“, wird Zechner in der „Krone“ zitiert. Und: „Herr Mannsberger war mit der Herstellung einer Kopie einer renommierten ORF-Sendung für einen anderen Sender beschäftigt. Im nächsten Jahr können wir aus budgetären Gründen nur eine Auftragsproduktion vergeben. Der Zuschlag dafür ist nicht an bestimmte Firmen gebunden.“

Produzent spricht von „Berufsverbot“

Für Mannsberger kommt die „Sperre“, wie er den ORF-Liebesentzug nennt, einem „Berufsverbot“ gleich. Die ATV-Sendung „Alles Liebe“ habe nicht er konzipiert, sondern nur mit seiner Firma produziert. Er beschäftige acht Mitarbeiter, die müssten auch bezahlt werden.

ATV ist der wichtigste Kunde von Mabon Film. Der Privatsender gibt bei der Firma Formate wie „Das Geschäft mit der Liebe“, „Wachzimmer Ottakring“, „Die Finanzpolizei“, „Nacktes Österreich“ oder „Einsatz live“ in Auftrag. Neben ATV arbeitet Mannsberger auch noch für Servus TV.

Online-Handel wächst während Coronakrise kräftig

Die Coronakrise hat dem Onlinehandel in Deutschland einen kräftigen Wachstumsschub beschert. Vor allem Waren des täglichen Bedarfs wie Lebensmittel, Tierbedarf, Medikamente oder Drogerieprodukte werden viel häufiger im Internet bestellt als vor der Pandemie. Das geht aus einer am Sonntag veröffentlichten Marktstudie des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel Deutschland (BEVH) hervor.

„E-Commerce hat sich im zweiten Quartal nachhaltig als zusätzliche Versorgungsinfrastruktur etabliert“, fasste BEVH-Hauptgeschäftsführer Christoph Wenk-Fischer deren Ergebnisse zusammen. Insgesamt stiegen die E-Commerce-Umsätze nach einem schwachen ersten Quartal von April bis Juni im Vergleich zum Vorjahr um satte 16,5 Prozent auf über 20 Milliarden Euro. Die Nachfrage nach Gütern des täglichen Bedarfs stieg dabei um 51,2 Prozent, und der Onlinehandel mit Lebensmitteln nahm sogar um fast 90 Prozent zu.

„Selbst nach der akuten Phase der Hamsterkäufe und auch nach Ende der scharfen Corona-bedingten Kontaktbeschränkungen blieb die Nachfrage nach Gütern des täglichen Bedarfs im E-Commerce im zweiten Quartal 2020 deutlich erhöht, was eine dauerhaft positive Wachstumsprognose für dieses Segment nahelegt“, betonte der Verband. In einer aktuellen Umfrage des Verbands unter rund 2500 Konsumenten gab mehr als die Hälfte der Befragten an, aufgrund der Erfahrungen in der Coronakrise künftig mehr online bestellen zu wollen.

Ein kräftiges Wachstum verzeichnete der Onlinehandel aber nicht nur bei Gütern des täglichen Bedarfs, sondern auch bei Haushaltswaren- und -geräten sowie bei Freizeitartikeln. Auch im Modehandel, wo auch die E-Commerce-Anbieter im ersten Quartal unter der Corona-bedingten Kaufzurückhaltung der Verbraucher litten, stieg die Nachfrage wieder deutlich an.

Ennio Morricone ist tot

Der für seine unvergesslichen Filmmusiken bekannte italienische Komponist Ennio Morricone ist tot.

Der im römischen Stadtteil Trastevere geborene Morricone, der auch gerne als Dirigent auf Tournee ging, war in den 1960er Jahren zu Weltruhm gelangt, als er seine Zusammenarbeit mit Sergio Leone begann. In den Folgejahren schrieb er den Soundtrack zu den großen Spaghetti-Western des Regisseurs – von „Spiel mir das Lied vom Tod“ über „Eine Handvoll Dollar“ bis hin zu „Zwei glorreiche Halunken“.

Auch für Klassiker wie „The Mission“ und „Es war einmal in Amerika“ – mit Hollywoodstar Robert de Niro in der Hauptrolle – ersann der Mann mit der markanten Brille ebenso eindrucksvolle wie bewegende Melodien. Die zarten Oboen-Klänge, mit denen Jeremy Irons alias Pater Gabriel in „The Mission“ Kontakt zu dem Volk der Guaraní aufnimmt, brachten dem vielfach ausgezeichneten Morricone eine seiner mehrfachen Oscar-Nominierungen und einen Golden Globe ein.

Trotz aller Nominierungen erhielt der Komponist, der am römischen Konservatorium Santa Cecilia studiert hatte, erst im Alter von 87 Jahren die begehrte Oscar-Statue – für seinen Soundtrack zu Quentin Tarantinos Western „The Hateful 8“, dessen verschneite Landschaften er stimmungsvoll in Szene gesetzt hatte. 2007 hielt er den Oscar bereits einmal in Händen, allerdings nicht für eine Filmmusik, sondern für sein Lebenswerk.

40 Prozent bezweifeln Wirksamkeit von Upskirting-Gesetzesverschärfung

Nicht einmal jeder Zweite rechnet damit, dass die Upskirting-Gesetzesverschärfung die Zahl solcher Taten zurückgehen lassen wird. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov.

Wenig abschreckende Wirkung

Das sogenannte Upskirting, bei dem unter Röcke und Kleider fotografiert oder gefilmt wird, war nach bisheriger Rechtslage meist keine Straftat. Die Frage, ob es durch die Gesetzesverschärfung eingedämmt werden kann, beantworteten 43 Prozent mit „Ja“ oder „Eher ja“ – und 40 Prozent mit „Nein“ oder „Eher Nein“. Während 47 Prozent der Männer glauben, dass die Gesetzesverschärfung eine abschreckende Wirkung haben könnte, sind es nur 40 Prozent der Frauen.

Die Gesetzesverschärfung, die der Bundestag am frühen Freitagmorgen verabschiedet hatte, gilt auch für das Fotografieren oder Filmen von Unfalltoten. Durch die jetzt beschlossene Reform müssen die Täter in beiden Fällen mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren rechnen.

Slack wirft Microsoft unfairen Wettbewerb vor

Der Bürokommunikationsdienst Slack rechnet im als unfair empfundenen Wettbewerb mit Microsoft nicht mit einer Unterstützung durch ein Kartellverfahren in den USA. Microsoft sei geradezu von der Idee besessen, Slack an den Rand zu drängen, und verteile seine Teams-Software massenhaft kostenlos mit Windows 10, sagte Slack-CEO Stewart Butterfield in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Trotzdem sei es Microsoft nicht gelungen, sein Unternehmen vom Markt zu drängen. Slack habe im ersten Quartal weltweit 122.000 zahlende Kunden gehabt und verzeichne weiter ein starkes Wachstum. Insgesamt nutzten im ersten Quartal über 750.000 Unternehmen weltweit Slack, viele davon im kostenlosen Modell.

„Ich glaube, dass Märkte eine Rolle spielen und Wettbewerb gut ist“, betonte Butterfield. Und deshalb sei es sehr schwer festzulegen, wo man eine Grenze ziehen müsse und wo der Staat tatsächlich eingreifen sollte. Sich in den USA für ein Kartellverfahren stark zu machen, sei aber im Grunde eine Zeitverschwendung. „Der Kongress müsste handeln, und es kann Jahre dauern, bis da eine Entscheidung fällt.“ Und da ein Votum der Politik mit Sicherheit vor Gerichten angefochten werde, würde vermutlich mehr als ein Jahrzehnt verstreichen, bevor Microsoft in die Schranken gewiesen werde.

Microsoft ist netter als zu Zeiten des Browserkriegs

Im Vergleich zu den Zeiten, in denen Microsoft im sogenannten Browserkrieg seinen Wettbewerber Netscape auch mit umstrittenen Maßnahmen niedergerungen habe, sei der Konzern aber inzwischen „durch eine wärmere und freundlichere Kultur geprägt“, sagte Butterfield. Obwohl man Slack in Microsoft-Pressemitteilungen diskreditiert habe: „Microsoft-CEO Satya Nadella ist eine großartige Person – aber man wird auch nicht Chef dieses Konzerns, wenn man keine scharfen Ellbogen besitzt.“

Microsoft entgegnet, seine Software Teams werde bei Windows 10 nicht standardmäßig installiert, weder in den Versionen für Privatanwender noch bei den sogenannten Commercial-Lizenzen für gewerbliche Kunden. „Grundsätzlich kann aber jeder PC-Hersteller natürlich Microsoft-365-Anwendungen oder andere Programme installieren.“

Slack steigerte zuletzt seinen Umsatz in dem Ende April abgeschlossenen ersten Geschäftsquartal im Jahresvergleich um 50 Prozent auf 201,7 Millionen Dollar (179,8 Mio Euro). Allerdings wuchs Slack auch schon vorher mit ähnlichem Tempo. Investoren hatten erwartet, dass die Heimarbeit und das Lernen zu Hause in der Corona-Krise das Geschäft der Firma noch stärker ankurbeln. Für das laufende Vierteljahr stellte Slack ein Umsatzplus von bis zu 44 Prozent in Aussicht.

NRW bleibt TV-Produktionsstandort Nummer Eins, Hamburg fällt zurück

Nordrhein-Westfalen bleibt Deutschlands großes Fernsehland, kämpft aber mit den Folgen der Corona-Krise für seine TV-Branche. 2018 – also deutlich vor der Pandemie – kamen Produzenten mit Sitz in NRW auf rund 285.000 Produktionsminuten, wie aus einer Vergleichsstudie des Dortmunder Formatt-Instituts um den Medienwissenschaftler Horst Röper hervorgeht.

Das war nicht ganz der Spitzenwert von rund 313.400 Produktionsminuten aus dem Jahr 2016, bedeutete aber einen starken Marktanteil von 38 Prozent. Deutlich hinter NRW rangieren Bayern (192.500 Minuten), Berlin (89.100 Minuten) und – immer mehr zurückfallend – Hamburg (68.000 Minuten).

Ein Grund für die Dominanz: die Unterhaltung. Wenn im deutschen Fernsehen eine Show oder Doku-Soap über den Bildschirm flimmert, stecken oft Köpfe aus NRW dahinter. Im Entertainment beziffert die Studie den Marktanteil auf fast 55 Prozent. Bayern zum Beispiel kann da nicht mithalten, liegt allerdings bei fiktionalen Formaten vorne – zum Beispiel bei Filmen und Serien. Die Studie erfasst Auftragsproduktionen. Eigenproduktionen von Fernsehveranstaltern werden nicht berücksichtigt.

2017 und 2018 seien „stolze Jahre“ für die Produktionsbranche gewesen, sagte Medienwissenschaftler Röper am Montag in Köln. Zugleich sei der Schritt zurück in die Zeit von vor zwei Jahren ein gewagter. „Das werden wir natürlich in diesem Jahr so nicht erleben“, sagte er über das Jahr 2020. Man werde wegen der Corona-Pandemie einen „signifikanten Einbruch“ erleben.

Die TV-Branche wurde hart von der Krise getroffen, Produktionen mussten unterbrochen werden oder konnten erst gar nicht gedreht werden. Viele Firmen und Selbstständige hätten in den vergangenen Monaten keine Aufträge bekommen, erläuterte der für Medien zuständige Chef der Staatskanzlei, Nathanael Liminski. Kontaktbeschränkungen und Hygienevorschriften hätten neue Produktionen massiv erschwert. Nachdem die Restriktionen weitgehend aufgehoben worden seien, gehe es nun darum, das Risiko für Produzenten zu minimieren.

Banijay präsentiert sich mit neuem Logo

Nachdem Banijay die Übernahme von EndemolShine abgeschlossen hat und damit zu einem Konzern mit über 120 Produktionslabels in insgesamt 22 Ländern angewachsen ist, gönnt man sich auch eine neue Marken-Identität. Das bisherige Logo ist Geschichte, auch im neuen Logo spielt man aber mit dem Anfangsbuchstaben B, das als Ikone für Wiedererkennungswert sorgen soll. Überarbeitet hat man auch die Farbpalette, was für ein frisches, modernes Erscheinungsbild sorgen soll. Zugleich wurde auch die Website überarbeitet.

Facebook, Telegram Twitter und Google stoppen Weitergabe von Daten in Hongkong

Das umstrittene chinesische Sicherheitsgesetz für Hongkong treibt auch IT-Giganten auf die Barrikaden. Facebook, Telegram, Google und Twitter kündigten an, Anfragen der Hongkonger Behörden nach Informationen über User nicht mehr nachzukommen. Federführend war dabei Facebook und der dazu gehörige Nachrichtendienst Whatsapp. Das neue Sicherheitsgesetz werde zunächst nach „Konsultationen mit Menschenrechtsexperten“ bewertet, erklärte das US-Unternehmen. Damit setzten die IT-Giganten ein deutliches Zeichen gegen das Sicherheitsgesetz.

Datenschützer und Aktivisten begrüßten den Schritt als „Sieg sowohl für die digitale Privatsphäre als auch für die Menschenrechte“, wiesen jedoch darauf hin, dass Whatsapp nun wie auf dem chinesischen Festland auch in Hongkong blockiert werden könnte.

Die Video-App TikTok des chinesischen Konzerns ByteDance soll in den kommenden Tagen vom Markt in Hongkong genommen werden. Dies geschehe „angesichts der jüngsten Ereignisse“, sagte ein TikTok-Sprecher in der Nacht auf Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. TikTok hat in der Vergangenheit erklärt, man werde Zensurgesuche oder Bitten um Nutzer-Daten der chinesischen Regierung nicht Folge leisten.

Das Sicherheitsgesetz stößt auf internationale Kritik, da es massiv in Hongkongs Autonomierechte eingreift. Nach dem Grundsatz „Ein Land, zwei Systeme“ waren der früheren britischen Kronkolonie bei ihrer Übergabe an China im Jahr 1997 für 50 Jahre Sonderrechte gewährt worden, darunter Meinungs- und Versammlungsfreiheit. Peking weist die Vorwürfe als unbegründet zurück.

Tagesspiegel beruft neue Geschäftsleitung

Der Tagesspiegel beruft eine neue operative Führungsebene unterhalb der Geschäftsführung. Die vier Geschäftsleiter sollen sich vor allem um den weiteren Geschäftsausbau und zentrale Prozesse der Tagespiegel Verlagsgruppe kümmern. Mit Christian Tretbar zieht auch ein Mitglied der Chefredaktion in die Geschäftsleitung ein.

Mit Stefan Janßen wurde außerdem ein Chief Operating Officer in die neue Geschäftsleitung berufen. Er ist ab sofort unter anderem für die Strukturierung von Prozessen, Fachinformationen und den Bereich Politik und Konzepte beim Tagesspiegel zuständig. Die Stelle wurde neu geschaffen.

609.000 sahen im ORF Bottas in Spielberg siegen

Am 05.07. startete die Formel-1-Saison in Spielberg. Der erste Sieg ging an den Finnen Valtteri Bottas. Das Zuschauerinteresse vor den Fernsehgeräten war trotz sommerlicher Temperaturen hoch: 609.000 sahen auf ORF 1 Bottas siegen, was einem Marktanteil von 46 Prozent entspricht. Im Vorjahr hatte der ORF 652.000 Grand-Prix-Seher und 47 Prozent Marktanteil vermeldet.

Von solchen Werten sind die Übertragungen der Fußball-Bundesliga, zu denen der ORF im Zuge einer Sonderregelung wegen der Corona-„Geisterspiele“ kam, weit entfernt. Auch am Sonntag konnte ORF 1 die Zuschauer nach der Formel-1-Übertragung nicht halten: Die erste Hälfte des Spiels WAC gegen Quotenmagnet Rapid sahen laut offiziellen Angaben 211.000, der Marktanteil lag bei 17 Prozent. Am Vortag lockte der Abstiegskrimi WSG Tirol gegen FC Admira in der zweiten Halbzeit durchschnittlich 203.000 an, bei einem Marktanteil von 18 Prozent.

Facebook übernimmt offenen Kartendienst Mapillary

Facebook hat den offenen Kartendienst Mapillary übernommen. Damit stehen die dort bereitgestellten Fotos und Informationen zur kommerziellen Nutzung zur Verfügung. Zuvor galt dies nur für Privatkunden. Ansonsten soll sich zunächst nichts ändern.

In einem Blogbeitrag von Mapillary heißt es, durch die Partnerschaft mit Facebook könne man sich darauf konzentrieren, die eigenen Karten noch besser zu machen und für jeden zur Verfügung zu stellen. Facebook sei bereits dabei, Kartendienste zu entwickeln, die mit Machine Learning, Communities und Satellitenbildern arbeiten. Zudem sei die Finanzierung nun abgesichert.

Mapillary kommt aus Schweden. Nutzer laden dort Bilder hoch, die sie direkt in der App machen können, und geben sie damit auch für die weitere Anwendung frei. Diesem OpenStreetMap-Prinzip bleibe man verpflichtet.

Rowohlt sucht Krimiautoren für sein Digitallabel Rotation

Rowohlt bohrt sein Digitallabel Rotation auf und will es künftig auch zum Talentscouting nutzen. Der Verlag hatte Rotation 2016 als Digital-Imprint für Kurztexte gegründet – und in Anlehnung an die Rotationsromane benannt, mit denen Rowohlt einst sein Taschenbuchprogramm startete.

Bislang sind bei Rotation ausschließlich kürzere Texte von Rowohlt-Autoren als E-Book-Only erschienen, unter anderem von Daniel Kehlmann, Simon Beckett und Renate Bergmann. Ergänzend soll jetzt auch das Talentscouting in den Fokus rücken, erklärt Programmleiterin Ricarda Saul.

NGOs fordern „sofortige“ Freilassung von Julian Assange und kritiseren Isolationshaft

Dutzende Nichtregierungsorganisationen haben die „sofortige“ Freilassung des Wikileaks-Gründers Julian Assange aus einem britischen Hochsicherheitsgefängnis gefordert. In einem am Freitag veröffentlichten Brief forderten die rund 40 Organisationen die britische Regierung zudem dazu auf, eine Auslieferung Assanges in die USA zu „blockieren“. Der Australier ist in den USA unter anderem wegen Spionage angeklagt; bei einer Verurteilung in dem Land drohen ihm bis zu 175 Jahre Haft.

Die Organisationen argumentieren in dem Brief, dass die „Verfolgung“ des 49-jährigen Assange „zu einer Verschlechterung der Pressefreiheit im Vereinten Königreich“ beitragen und die internationale Reputation des Landes trüben könne. Zu den Unterzeichnern zählten unter anderem Reporter ohne Grenzen, die Schriftsteller-Vereinigung PEN International und die Internationale Journalisten-Föderation.

Die USA werfen dem Wikileaks-Gründer die Verbreitung von 700.000 Geheimdokumenten über militärische und diplomatische Aktivitäten der USA vor. Assanges Anwälte weisen die Vorwürfe zurück und werfen ihrerseits den US-Behörden „Lügen“ vor.

Die Enthüllungsplattform Wikileaks hatte 2010 und 2011 Hunderttausende geheime Papiere vor allem zum Irak-Krieg ins Internet gestellt, die ihr von der früheren US-Soldatin Chelsea Manning zugespielt worden waren. Sie enthielten hochbrisante Informationen über die US-Einsätze in dem Land, unter anderem über die Tötung von Zivilisten und die Misshandlung von Gefangenen.

DMEXCO sagt Vor-Ort-Veranstaltung nun doch ab

Seit Ausbruch der Pandemie wurden in diesem Jahr fast alle Messen abgesagt – bzw. rein digital veranstaltet. Die DMEXCO wollte unter den ersten sein, die auch wieder „physisch“ vor Ort stattfinden sollte, mit angepasstem Konzept in der Kölnmesse. Dass viele noch immer nicht reisen wollen oder dürfen, hatte man zwar erwartet und daher erst in der vergangenen Woche ein „Hybrid-Konzept“ aus physischer und digitaler Messe präsentiert, an der Interessierte auch von zu Hause teilnehmen sollten. Doch dieses Konzept stieß offenbar schon bei den Ausstellern nicht auf die erhoffte Resonanz, wie viele Besucher sich dann nach Köln getraut hätten, hätte dann zudem ja noch auf einem ganz anderen Blatt gestanden.

Panama Papers: Anonyme Suchmaschine für Journalisten

Das Internationale Netzwerk investigativer Journalisten (ICIJ) will es seinen mehr als 200 Mitgliedern in 70 Ländern leichter machen, übers Internet zusammenzuarbeiten und umfangreiche Datenpakete mit Data-Mining-Techniken zu analysieren. Das von dem Konsortium beauftragte Spring-Labor der École Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL) entwickelte dafür mit dem „Datashare Network“ ein nach eigenen Angaben „vollständig anonymes dezentrales Forschungs- und Informationsaustauschsystem“.

Einen Namen gemacht hat sich das ICIJ vor allem seit 2013, als es erstmals mit der Gemeinschaftsoperation „Offshore Leaks“ 260 Gigabyte an Daten über Strippenzieher und Nutznießer von Steueroasen publik machte. Später enthüllten beteiligte Medien wie die Süddeutsche Zeitung oder der NDR mit den Panama und den Paradise Papers die Existenz mehrerer hunderttausender Scheingesellschaften, an denen unter anderem Persönlichkeiten aus Kunst, Politik, Wirtschaft inklusive der IT-Branche und Sport als Aktionäre beteiligt waren.

Prinzip Anonymität

Nur dank internationaler Kooperation sei es möglich, solche Untersuchungen mit Millionen geleakter Dokumenten durchzuführen, betont der Leiter des Konsortiums, Gerard Ryle. Ein Leck würde auch die Sicherheit von Journalisten und Zeugen gefährden. Kernelement der dezentralen Suchmaschine ist deshalb die Anonymität. „Sowohl die Recherche als auch der Informationsaustausch können ohne Offenlegung der Identität gegenüber Kollegen oder der Organisation erfolgen“, heißt es. Das ICIJ garantiere zwar das Funktionieren des Systems, habe selbst aber „keinen Einblick in die Austauschaktionen“.

AUA-Sprecher Peter Thier wechselt zur Erste Group

Der langjährige Austrian Airlines-Sprecher Peter Thier übernimmt die Leitung der Kommunikation in der Erste Group Bank AG mit 1. Oktober. Für Thier bedeutet dieser Schritt die Rückkehr in bekannte Gefilde, war er bereits von 2007 bis 2012 für die Kommunikation der Bank verantwortlich.

Bei den Austrian Airlines wird Tanja Gruber, Leiterin der Abteilung Communications Distribution & Media Relations, ab sofort zusätzlich zu ihrer Funktion die Rolle der Unternehmenssprecherin und die Leitung des Bereichs Corporate Communications interimistisch übernehmen.

Digitalwirtschaft sieht „Silberstreifen am Horizont“

Die Digitalbranche sieht Lichtblicke in der Corona-Krise. Das geht aus dem Konjunkturbericht des Digitalverbandes Bitkom hervor, der in Berlin veröffentlicht wurde. Allerdings musste sich die Digitalwirtschaft auch vom ursprünglich ins Auge gefassten Wachstumsziel von plus 1,6 Prozent für das laufende Jahr verabschieden. Nun rechnet der Verband mit einem Umsatzrückgang von 3,3 Prozent auf 163,5 Milliarden Euro.

Über alle Branchen hinweg dürfte die Krise schmerzhafter ausfallen. Der Sachverständigenrat rechnete zuletzt mit einem Minus der Wirtschaftsleistung in Deutschland von 6,5 Prozent im laufenden Jahr.

Im internationalen Wettbewerb kann in diesem Jahr nur China zulegen. Dort wird die ITK-Branche um 1,5 Prozent wachsen und damit einen weltweiten Marktanteil von 10,9 Prozent erreichen. China liegt damit auf Platz zwei hinter den USA (35,2 Prozent). Allerdings schrumpft der Markt in den USA um 1,9 Prozent. Deutschland liegt hinter Japan (6,4 Prozent Anteil) und Großbritannien (4,3 Prozent) mit 4,0 Prozent Marktanteil auf dem fünften Platz, vor Indien (2,0 Prozent).

Burda verbreitet Aufbruchstimmung

Im Mai hat Hubert Burda Media unter dem Motto #AufbruchZukunft eine verlagsweite Initiative gestartet, die den gesellschaftlichen Wandel journalistisch konstruktiv begleiten, und mit diversen Aktionen auch dem Werbeumsatz des Verlags zugute kommen soll. Nun trommelt das Medienhaus mit einer Haltungskampagne zusätzlich für seine Initiative. Als prominente Zitatgeber tauchen auf den Motiven unter anderem Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und Edeka-Chef Markus Mosa auf.

RTL 2 bringt Erotikmagazin „Peep“ zurück ins TV

Das Erotikmagazin „Peep“ kehrt zurück ins Fernsehen – wenn auch nur für einen Abend. Anlass ist die Erstausstrahlung der Sendung vor 25 Jahren: „Natürlich machen wir was Schickes zum Jubiläum“, sagte ein Sprecher des Senders RTL 2 in München. Ein Datum nannte er nicht, es soll aber noch diesen Sommer soweit sein.

„Peep“ war im Mai 1995 gestartet. Pro Ausgabe gaben zwei Prominente Auskunft über ihr Liebesleben, zudem liefen diverse Erotikclips. Moderiert wurde das TV-Magazin erst von der Popsängerin Amanda Lear. Im Juni 1996 kam Verona Pooth, damals noch Feldbusch. Sie zog sich aber 1999 zurück, weil sie die Sendung als zu pornografisch empfand. Ihr folgte Nadja Abdel Farrag, auch bekannt als „Naddel“, die ebenso wie zuvor Feldbusch mit Pop-Produzent Dieter Bohlen liiert war.

MDR schließt Geschäftsjahr 2019 mit 4,1 Mio. Verlust ab

Der MDR hat im Geschäftsjahr 2019 Gesamterträge in Höhe von 787,3 Millionen Euro erzielt, fast 17 Millionen mehr als im Jahr zuvor. Der Großteil (587 Millionen) davon kam aus den Rundfunkbeitrag. Die Gesamtaufwendungen lagen bei 791,4 Millionen Euro. Somit ergibt sich ein Fehlbetrag in Höhe von 4,1 Millionen Euro. Damit fiel das Minus etwas höher aus als geplant, allerdings längst nicht so hoch wie noch 2018, als der MDR noch 29,3 Millionen Euro in den roten Zahlen lag. Diese Ergebnisverbesserung war allerdings auch zu erwarten, erklärt sie sich doch im Wesentlichen durch den Wegfall der Sport-Großereignisse Olympia und WM, die stets für eine größere Belastung sorgen, die in den großereignis-freien Jahren dann ausgeglichen werden müssen.

100 Jahre Festspiele: ORF mit 130 Stunden Programm

Mehr als 130 Stunden Programm, davon 55 im Fernsehen und 76 Stunden im Radio, bietet der ORF anlässlich des 100-Jahr-Jubiläums der Salzburger Festspiele. Schon am ersten Festspieltag, dem 1. August, überträgt ORF 2 den „Jedermann“ live-zeitversetzt um 21.15 Uhr.

„Das sind historische Salzburger Festspiele, das kann man jetzt schon sagen“, sagte ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz. Vieles vom umfassenden Paket, das man geschnürt habe, sei zudem unabhängig vom Corona-Geschehen.