EU-Kommission will neuen Anlauf bei Regulierung von Messengerdiensten

Die EU möchte neuen Schwung in die Regulierung von Messengerdiensten wie WhatsApp bringen. „Wir werden voraussichtlich einen neuen Vorschlag auf den Tisch legen müssen“, sagte der neue Industriekommissar Thierry Breton bei einem Treffen der Telekommunikationsminister am Dienstag in Brüssel. Das Gesetzgebungsverfahren für die sogenannte ePrivacy-Verordnung steckt seit drei Jahren fest.

Die EU-Kommission hatte 2017 eine Reform der seit 2002 geltenden Regeln angestoßen. Die bisher geltenden Vorschriften greifen lediglich bei traditionellen Telekommunikationsanbietern, nicht jedoch bei digitalen Angeboten wie WhatsApp, Telegram oder dem Facebook-Messenger. Die neue Verordnung soll die im Mai 2018 in Kraft getretene Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) ergänzen, die Mitgliedstaaten konnten sich aber bisher nicht einigen.

Die Meinungen der 28 Regierungen gehen bei verschiedenen Themen wie dem Umgang mit Kinderpornografie im Internet und der Handhabung sogenannter Cookies, die Werbetreibende zur Nutzerverfolgung verwenden, teils weit auseinander. Das EU-Parlament hatte seinerseits bereits 2017 seinen Standpunkt zum Vorschlag der Kommission festgelegt.

„Schlechte Nachrichten. Der ePrivacy-Vorschlag hätte schon vor langer Zeit verabschiedet werden sollen“, reagierte der europäische Verbraucherverband BEUC auf die Ankündigung von Industriekommissar Breton. Das EU-Parlament habe einen guten Job gemacht, aber solange die Mitgliedstaaten sich nicht einigen könnten, würden für Verbraucher im Internet veraltete Regeln gelten.

Österreicher sind Gamer

5,3 Millionen Österreicher sind Gamer. Dies ergibt eine Studie der GFK gemeinsam mit dem Österreichischen Verband für Unterhaltungssoftware (ÖVUS). 2,6 Millionen davon spielen täglich beziehungsweise fast täglich. 1,4 Millionen mehrmals die Woche und 0,8 Millionen mehrmals im Monat. 2,5 Millionen Österreicher nutzen überhaupt keine Videospiele.

Der durchschnittliche Gamer ist 35 Jahre jung

Das Durchschnittsalter der heimischen Gamer beträgt 35 Jahre. Die meisten Nutzer finden sich in der Altersklasse zehn bis 15 Jahre. Hier spielen rund 90 Prozent regelmäßig. Die Nutzung nimmt im Alter ab: Bei den über 50-Jährigen spielen nur rund 47 Prozent häufig. Bei den 40- bis 49-Jährigen sind es immerhin 59 Prozent. Sechs von zehn Österreichern spielen mindestens einmal im Monat – bei den 30- bis 49-Jährigen ist der größte Zuwachs zu verzeichnen.
Das Smartphone ist die populärste Plattform

Die populärste Plattform in Österreich ist das Smartphone. 3,4 Millionen spielen regelmäßig mit dem Mobiltelefon. Bei der Konsole und dem PC sind es zwei Millionen und am Tablet 1,3 Millionen. Handhelds sind etwas abgeschlagen, nur 0,5 Millionen heimische Gamer spielen mit mobilen Konsolen. Den größten Zuwachs hat übrigens die Konsole zu verzeichnen. 2017 spielten nur 1,5 Millionen Österreicher mit Playstation und Xbox.
Männer spielen in der Woche mehr als Frauen

Es wird in der Alpenrepublik nun auch mehr gespielt. 11,5 Stunden pro Woche wird durchschnittlich für Videospiele aufgewendet. Männer spielen mehr als Frauen: 13,3 Stunden pro Woche wird im Durchschnitt von Gamern und 9,5 Stunden von Gamerinnen gespielt. Den höchsten Zuwachs hat übrigens die Konsole zu verzeichnen, insgesamt verbringen die Österreicherinnen und Österreicher mehr Zeit mit Playstation und Xbox.
Smartphone eher bei Frauen beliebt, Konsole bei Männern

Die GFK hat auch abgeprüft, ob es Unterschiede beim Geschlecht und der jeweiligen Plattform gibt. Gamerinnen nutzen eher das Smartphone oder Tablet und Gamer den PC beziehungsweise die Konsole. Zuletzt hat sich die Studie auch damit auseinandergesetzt, wo Spiele gekauft werden. 45 Prozent der Befragten kaufen ihre Spiele nach wie vor in physischer Form und 40 Prozent vorrangig digital. 14 Prozent gaben hingegen an, dass sie auf eine Mischung setzen.

Werbemarkt wird 2020 wieder leicht wachsen

Nach Einschätzung von JOM wird der Werbemarkt 2020 ein leichtes Wachstum von 0,5 Prozent verzeichnen. Das Marktvolumen werde rund 24 Milliarden Euro erreichen. Hauptwachstumstreiber bleiben dabei die digitalen Medien. Die Erlöse der klassischen Medien werden laut den Hamburger Media-Experten dagegen auch im zehnten Jahr in Folge weiter sinken. Vor allem die Erlöse der Printmedien sind weiter rückläufig. Auch die TV-Werbeerlöse werden netto erneut leicht sinken. Für die Gattungen Out-of-Home und Radio sagt JOM dagegen ein leichtes Wachstum voraus. Genaue Zahlen nennt die Agentur für die klassischen Mediengattungen nicht.

Die digitalen Werbeerlöse legen über alle Werbeformen hinweg im kommenden Jahr voraussichtlich um 6 Prozent zu. Die größten Zuwachsraten von 20 bis 30 Prozent entfallen dabei auf mobile Werbeformen und digitale Videowerbung.

Trotz des leichten Wachstums wird der Werbemarkt aber voraussichtlich hinter der Entwicklung der gesamten Wirtschaft zurückbleiben. Diese wird 2020 laut Bundeswirtschaftsministerium bei 1,0 Prozent liegen. Auch von der Fußball-Europameisterschaft und den Olympischen Spielen werden für den Werbemarkt voraussichtlich „keine nennenswerten Impulse“ ausgehen. JOM geht eher von einer zeitlichen Verschiebung der Budgets innerhalb des Jahres und nicht von höheren Werbeinvestitionen aus.

Alphabet-Chef Page tritt zurück – Google-Chef übernimmt

Google-Chef Sundar Pichai übernimmt nach dem Rückzug nun auch die Führung beim Mutterkonzern Alphabet. Unternehmensgründer Larry Page tritt als Vorstandschef beim US-Internetriesen Alphabet zurück. Zum Nachfolger wurde Sundar Pichai ernannt, der bisher die Tochter Google führt.

Zudem gab der US-Online-Gigant bekannt, dass sich auch Mitgründer Sergey Brin aus dem Management zurückziehen wird. Page und Brin sollen jedoch ihre Posten im Verwaltungsrat behalten, der dem Vorstand übergeordnet ist.

Das Erste setzt 2020 auf Sportevents, Gesellschaftsthemen und mehr VOD-Inhalte

Mit einem breitgefächerten Programmangebot will Das Erste im kommenden Jahr Zuschauer für sich gewinnen und „die gesellschaftliche Bedeutung und Bindungskraft eines öffentlich-rechtlichen Vollprogramms“ untermauern. Diesen Anspruch hob Programmdirektor Volker Herres auf einer Programmpräsentation am 3.12.2019 in Hamburg hervor. Herres sagt: „Mir ist wichtig, dass es uns immer wieder gelingt, relevante Themen in den Blickpunkt zu rücken und gesellschaftliche Debatten auszulösen. Und es gelingt – im Fiktionalen, wie im Journalistischen. Lineares Fernsehen spielt – allen Unkenruf zum Trotz – immer noch eine dominante Rolle.“

Im linearen TV-Angebot spielt Sportevents im kommenden Jahr eine große Rolle. So werden die Übertragung der Olympischen Sommerspiele aus Tokio (NDR), die UEFA Fußball-Europameisterschaft (WDR) und die Finals Rhein-Ruhr (WDR) besondere Schwerpunkte in 2020 bilden. Zudem präsentierte ARD-Sportkoordinator Alexander Balkausky den neuen ARD-Wintersportexperten Felix Neureuther.

Im Bereich Dokumentation hob ARD-Chefredakteur Rainald Becker mit ‚Das Forum – Rettet Davos die Welt?‘ (SWR/ARTE) und ‚Die Grünen und die Macht – Karriere einer Partei‘ (SWR/WDR) zwei politische Stücke hervor. Daneben wird die Sendeanstalt unter anderem die historische Dokumentation ‚Kinder des Krieges‘ zum 75. Jahrestag des Kriegsendes zeigen. Das Projekt ist als multimediales Gemeinschaftsprojekt der ARD unter Federführung von rbb und MDR angelegt.

Das fiktionale Portfolio bestückt das Erste unter anderem mit der sechsteilige Serie ‚Oktoberfest – 1900‘ (BR/ARD Degeto/WDR/MDR) und zwölf neuen Folgen der Erfolgsserie ‚Babylon Berlin‘, einer Partnerproduktion von X Filme Creative Pool und ARD Degeto für Das Erste, Sky, WDR und Beta Film. Die dritte Staffel der Historienserie wurde für den Herbst 2020 im Ersten angekündigt.

ARD-Koordinator Fernsehfilm Jörg Schönenborn verwies derweil auf das 50-jährige ‚Tatort‘-Jubiläum im November 2020 und stellte dazu einen zweiteiligen Cross-over-‚Tatort‘ (WDR/BR) in aussicht, in dem die Teams aus Dortmund und München erstmals gemeinsam ermitteln.

In diesem Zuge wurde auch das neue Radio Bremen-‚Tatort‘-Team vorgestellt: Mit Jasna Fritzi Bauer und Dar Salim, die zusammen mit Luise Wolfram vor Ort in Hamburg waren, konnten drei prominente Schauspieler für die Krimireihe gewonnen werden.

Instagram fragt Nutzer ab sofort nach ihrem Alter

Ab sofort wird man bei Instagram nach einem Geburtsdatum gefragt, wenn man ein Konto eröffnet. Nutzer müssen in den meisten Ländern mindestens 13 Jahre alt sein, um sich bei der Plattform anzumelden. Das Geburtsdatum wird anderen Nutzern nicht angezeigt. Instagram will damit dafür sorgen, dass die Plattform eine “altersangemessene Erfahrung” bietet. Kontrolliert wird die Altersangabe allerdings nicht.

Wer sein Instagram-Profil mit Facebook verknüpft hat, bekommt automatisch das bei Facebook angegebene Geburtsdatum auch bei Instagram hinterlegt. Instagram will künftig auf Basis der Altersangabe Nutzerinnen und Nutzern spezielle Infos zu den Konto-Kontrollen und Privatsphäre-Einstellungen zukommen lassen.

Außerdem will die Plattform, dass Nutzer künftig kontrollieren können, wer ihnen private Nachrichten senden kann.

US-Behörde untersucht Amazons Cloud-Geschäft

Die US-amerikanische Kartellbehörde hat einem Medienbericht zufolge den Internetriesen Amazon ins Visier genommen. Demnach wird untersucht, ob der Konzern im Cloud-Geschäft wettbewerbswidrig arbeitet.

Die Behörden hätten Softwareunternehmen nach Praktiken rund um die Amazon-Cloud-Einheit Amazon Web Services befragt. Im Cloud-Computing, einem der am schnellsten wachsenden Bereiche der Technologiebranche, mieten Unternehmen Server von Amazon, anstatt ihre eigenen Rechenzentren zu betreiben.

ATV startet 2020 vierten Eigenproduktionstag

Neue Shows und Variationen altbekannt-erfolgreicher Formate prägen die Programm-Highlights von ATV im kommenden Jahr. ATV-Produktionen sind künftig auch sonntags zu sehen, mit Musikant Marc Pircher setzt der Sender zum Jahreswechsel auf zünftige Unterhaltung.

Ab 12. Jänner startet der heimische Privatsender im Eigentum der ProSiebenSat.1 PULS 4-Gruppe mit dem vierten „Eigenproduktionstag“. Jeweils am Sonntag-Hauptabend wird dann – zusätzlich zu den etablierten Tagen Mittwoch, Donnerstag und Samstag – ATV-eigener Content ausgespielt. Zum Auftakt gibt’s für die Seher neue Folgen des ATV-Erfolgs „Pfusch am Bau“ (um 20:15 Uhr). Weitere Eigenproduktionen am Sonntag-Hauptabend sind laut ATV bereits in Planung.

Österreich bei Nutzung biometrischer Daten im Mittelfeld

Der Einsatz von Biometrie nimmt rasant zu – vom Passfoto beim Grenzübertritt bis zum Netbanking per Fingerabdruck. Das Tech-Portal Comparitech hat nun in 50 Ländern analysiert, welche biometrischen Daten erhoben, wofür diese verwendet und wie sie gespeichert werden. Wenig überraschend ist China jenes Land, das diese Möglichkeiten am extensivsten nutzt. Österreich rangiert im Mittelfeld.

Für die Analyse wurde u.a. bewertet, ob es biometrische Reisepässe gibt, Fingerabdrücke für den Bankzugang genutzt oder Wähler biometrisch erfasst werden, in welchem Ausmaß biometrische Daten gespeichert und Überwachungskamerasysteme mit Gesichtserkennung eingesetzt werden oder welche Rolle biometrische Daten bei der Visa-Vergabe spielen. Je höher die Punktezahl, desto umfassender die biometrische Überwachung im jeweiligen Land.

China führt mit 24 von maximal 25 erreichbaren Punkten das Ranking an, gefolgt von Malaysia und Pakistan (jeweils 21), den USA (20) sowie Indien, Indonesien, den Philippinen und Taiwan (jeweils 19). Am anderen Ende des Spektrums liegen jene Länder, wo Biometrie derzeit noch eine geringe Rolle spielt: Führend sind hier Irland und Portugal (jeweils 11) sowie Zypern, Großbritannien, Rumänien und die Schweiz (jeweils 12).

Österreich wird in dem Ranking – so wie eine große Gruppe anderer Länder wie Dänemark, Niederlande, Polen, Belgien, Spanien oder Norwegen – mit 13 Punkten bewertet und rangiert damit im Mittelfeld.

G+J und RTL veranstalten kommendes Jahr Journalismus-Festival unter dem Titel “Tag der Wahrheit”

Am 25. April 2020 laden die beiden Bertelsmann-Töchter Gruner + Jahr und die Mediengruppe RTL Deutschland zu einem „Festival des Journalismus“ nach Hamburg. Unter dem Titel „Tag der Wahrheit“ sollen u.a. Politiker, Schriftsteller, Journalisten, Blogger und Wissenschaftler über Themen des Zeitgeschehens und die Rolle des Journalismus debattieren. Am Abend verleiht der „stern“ den Nannen-Preis.

Julia Jäkel, CEO von Gruner + Jahr: “Journalismus ist für unsere Gesellschaft wichtiger denn je.

“Tagesspiegel” und “Berliner Morgenpost” in Kooperation

Der Markt für Tageszeitungen in Berlin ist notorisch schwierig. Nun könnte bald ein wenig Bewegung in die Sache kommen. So loten der „Tagesspiegel“ (DvH Medien) und die „Berliner Morgenpost“ (Funke) eine Kooperation bei der regionalen Anzeigenvermarktung aus. Der „Tagesspiegel“ ist dabei in der deutlich stärkeren Position.

Die Pläne seien recht konkret, heißt es und würden bedeuten, dass der “Tagesspiegel” vom Frühjahr 2020 an die regionale Vermarktung der “Berliner Morgenpost” übernehmen würde.

Wachstum beim Drohnen-Einsatz

Mehr als eine halbe Million Drohnen werden laut Schätzungen von Gartner 2020 weltweit in Unternehmen zum Einsatz kommen. Mit 526.000 Einheiten werde das einem Anstieg von 50 Prozent im Vergleich zu heuer entsprechen, prognostizierten die Marktforscher.

Eine besondere Katalysator-Funktion erwarten die Analysten dabei vom Bausektor. Drohnen würden dabei Aufgaben wie Baustellenvermessung übernehmen oder bei der Planung von Erdarbeiten helfen. „Schätzungen zufolge werden die Auslieferungen allein für diesen Sektor im Jahr 2020 210.000 Drohnen erreichen und sich bis 2023 mehr als verdoppeln“, sagte Gartner-Analystin Kay Sharpington.

Große Fluggeräte

Dabei gehe es nicht um die kompakten Verbraucher-Drohnen, sondern um eher große Fluggeräte, die Kameras mit hoher Bildauflösung und weitere Sensoren tragen können, sagte Sharpington. Ein Bremsklotz bleibe das fehlende Regelwerk zu Flügen über bewohnten Gebieten. Deshalb sei unter anderem mit einem breiteren Einsatz von Lieferdrohnen erst in einigen Jahren zu rechnen. Auf abgegrenztem Gelände wie etwa Baustellen, könnten Drohnen aber bereits mit der heutigen Regulierung gut genutzt werden, betonte die Analystin.

Anstieg bei Polizei, Feuerwehr und Versicherung

In den Geschäftsfeldern von Feuerwehren, Versicherungen und der Polizei-Überwachungsarbeit erwartet Gartner im kommenden Jahr ebenfalls einen deutlichen Anstieg der Nutzung von Drohnen, wenn auch von einem niedrigeren Niveau aus. Für die Überwachung von Bränden werden die Feuerwehren demnach gut 48.000 Drohnen einsetzen.

Im Handel erwartet Gartner, dass Drohnen für die Auslieferung von Waren auch in entlegenen Gebieten immer wichtiger würden, demnach werden 2020 knapp 25.000 der Fluggeräte dafür im Einsatz sein. Einen deutlichen Schub auf dann 122.000 Geräte werde es voraussichtlich erst 2023 geben.

MDR trennt sich von Uwe Steimle

Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) trennt sich von dem Schauspieler und Kabarettisten Uwe Steimle. Grund seien wiederholte öffentliche Vorwürfe gegen den Sender, teilte MDR-Programmdirektor Wolf-Dieter Jacobi mit. Die MDR-Sendung „Steimles Welt“, die vier Mal im Jahr ausgestrahlt wird, werde daher im Jahr 2020 nicht fortgesetzt.

Steimle habe wiederholt die Unabhängigkeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks infrage gestellt, so Jacobi. In einem Interview mit der „Jungen Freiheit“ habe der 56-Jährige dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk 2018 „mangelnde Staatsferne“ vorgeworfen. „Der MDR hat schon damals öffentlich klargestellt, dass diese Aussage für ihn nicht akzeptabel ist“, teilte Jacobi mit. Nach neuerlichen Vorwürfen gegen den MDR wegen mangelnder Loyalität dem Kabarettisten gegenüber sei „nun der Punkt erreicht, der eine weitere Zusammenarbeit für uns unmöglich macht“.

In einem Interview mit der Thüringer Allgemeinen vom 16. November hatte sich Steimle „entsetzt und traurig“ darüber gezeigt, dass sich der MDR nicht schützend vor ihn stellt. Der Sender entgegnete in einer Mitteilung vom Mittwoch, dass er „trotz inhaltlich durchaus fragwürdiger Äußerungen“ Steimles an ihm festgehalten habe. Nach dem erneuten Vorwurf sehe der Sender jedoch keine Basis mehr für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Rabattschlacht am Cyber-Monday sorgte in USA für Rekordumsatz

Die Jagd nach Schnäppchen im Internet hat US-Onlinehändlern am sogenannten „Cyber Monday“ einen Rekordumsatz beschert. Statt ins Einkaufszentrum zu fahren, gaben Kunden in den USA Schätzungen der Marktforscher von Adobe Analytics zufolge am Montag nach Thanksgiving Online-Bestellungen über 9,2 Milliarden Dollar (8,4 Mrd. Euro) auf.

Das waren rund 17 Prozent mehr als im Vorjahr. Erstmals seien allein 3 Mrd. Dollar für Smartphones ausgegeben worden, prognostizierten die Experten. Die größten Preisabschläge gab es Adobe zufolge auf Fernseher und Computer. Internethändler hätten heuer zudem mit Gratis-Lieferungen und vorgezogenen Werbeaktionen gepunktet.

Der US-Einzelhandelsverband geht davon, dass rund 69 Millionen Amerikaner das Internet am Montag nach Rabatten durchforstet haben. Auch in den Wochen davor heizten die Händler die Kauflaune bereits mit Werbeangeboten an. Weil die wichtige Einkaufszeit vor Weihnachten in diesem Jahr wegen des späten Thanksgivingtermins etwas kürzer ausfällt, versuchten sie Ware schon im Vorfeld loszuschlagen. Nach Schätzungen der Marktforscher von Adobe, die 80 der 100 größten US-Einzelhändler unter die Lupe nehmen, gaben die Amerikaner im November bei Online-Käufen rund 72 Milliarden Dollar aus.

Dabei profitierten große Firmen mit ihrem breiteren Angebot und Investitionen etwa in Smartphone-Apps stärker als kleinere Anbieter vom Cyber Monday. Marktführer Amazon und Rivalen wie Walmart und Target hatten bereits im Vorfeld beim Lieferservice aufgerüstet. Auch die Abholung von im Internet bestellter Ware in den Läden lief den Beratern von Spieckerman Retail zufolge besser ab. Zu den Kassenschlagern zählte Adobe zufolge Spielzeug rund um den Film „Frozen 2“, die „L.O.L surprise dolls“-Plastikpüppchen und Nintendos Spielkonsole Switch.

Twitter verwaltet künftig Nicht-EU-Konten in den USA

Twitter hat ein Daten-Center eingerichtet, in dem Nutzer einen leichteren Überblick über die Verwendung ihrer Daten bekommen sollen. Mit der Einführung des Privacy-Centers einher geht auch eine Veränderung der Geschäftsbedingungen. Die tatsächlich größere Neuerung ist der Wechsel der Zuständigkeit für Konten von Nutzern, die nicht in der EU leben. Bisher war die Twitter International Company mit Sitz in Irland für sie zuständig, nun verwaltet die Twitter Inc. in San Francisco diese Konten. Obwohl Kalifornien ein recht strenges Datenschutzgesetz (California Consumer Privacy Act) nach europäischem Vorbild hat, lässt die europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) weniger Spielraum zu.

Man wolle mehr Flexibilität haben, um den Dienst zu verbessern, heißt es in einer Zusammenfassung der Änderungen von Twitter. Die DSGVO sei zwar noch neu, erste Interpretationen ließen aber erahnen, dass es wenig Flexibilität gäbe. „Mit dem Umzug mancher Twitter-Konten unter das Dach von Twitter Inc. haben wir größere Freiheiten, neue Funktionen und Einstellungen zu testen, die Menschen eine ihren Erwartungen und Bedürfnisse entsprechende Kontrolle geben.“ Als Beispiel nennt Twitter Tests, ob Menschen zusätzliche Opt-In- oder Opt-Out-Präferenzen hätten.

ddp Gruppe kauft schwedische Agentur Stella Pictures

Die Pressebildagenturen ddp images und abaca press, Teil der ddp Group mit Sitz in Hamburg, haben Stella Pictures in Stockholm übernommen. Die schwedische Agentur produziert seit 2004 Fotos aus den Bereichen Celebrities, Entertainment, News und Sport. Mit dieser Akquisition baut die ddp Gruppe ihr Bildangebot weiter aus.

Die Übernahme von Stella Pictures erfolgte mit Wirkung zum 27. November 2019. Die aktuelle Bildproduktion ist bereits über ddp images recherchierbar. Das historische Bildarchiv soll im Lauf des Dezembers im Portfolio der neuen Eigentümer zur Verfügung stehen.

Studie attestiert Anzeigenblättern gute Vermarktungschancen

Der Markt der kostenlosen Anzeigenblätter ist vielschichtig. Wöchentlich erscheinen 880 Print-Titel bundesweit in einer Auflage von mehr als 63 Millionen Exemplaren. Damit decken die im Bundesverband Deutscher Anzeigenblätter (BVDA) organisierten Mitglieder den größten Teil der Branche ab. Und die Verlage verzeichnen ein gutes Vermarktungsgeschäft.

Die Gratistitel werden nämlich vor allem für Werbetreibende interessanter. Grund: Rund drei Viertel der regelmäßigen Anzeigenblattleser meinen, dass Werbung im kostenlosen Wochenblättern “informativ, nützlich, kaufanregend” sei. Lediglich knapp zehn Prozent der Menschen in Deutschland empfinden Werbung in Anzeigenblättern als überflüssig. Dies ist das Ergebnis einer neuen Best for Planding-Studie (B4P), die vom BVDA in Auftrag gegeben wurde. Am stärksten seien die lokalen Anzeigentitel im traditionellen bürgerlichen Milieu verankert, in dem fast sieben von zehn Menschen regelmäßige Anzeigenblattleser sind, heißt es. Im etablierten Milieu, das in der Oberschicht angesiedelt ist, lesen 58,5 Prozent Anzeigenblätter.

Doch das ist nicht alles: Konkret empfinden 28,4 Prozent der deutschsprachigen Gesamtbevölkerung ab 14 Jahren Werbung Anzeigenblättern als “kaufanregend”. Deutlich schlechter schneiden laut der Studie Fernsehen (23,4 Prozent) und Radio (11,9 Prozent) ab. Wie die Studie weiter ermittelt hat, kristallisieren sich unter der Leserschaft vor allem mehrere Zielgruppen heraus. Sie sind für die Mediaplanung der Werbetreibenden besonders interessant.

Götz Trillhaas neuer Snapchat-Deutschlandchef

Snapchat hat einen Nachfolger für Marianne Bullwinkel gefunden: Götz Trillhaas wird ab Januar als Managing Director die Aktivitäten von Snap in Deutschland, Österreich und der Schweiz leiten. Das teilt das Unternehmen heute mit. Seine Vorgängerin Bullwinkel war zum 1. Oktober als Sprecherin der Geschäftsführung zum Radio-Vermarkter RMS gewechselt.

Trillhaas war zuvor 14 Jahre lang bei Google tätig, wo er die Rolle des Country Director in Mittel- und Osteuropa inne hatte und für die Entwicklung des Werbegeschäfts in neuen Märkten in CEE verantwortlich war. „Seine unternehmerische Denkweise, gepaart mit seiner Fähigkeit, florierende Teamstrukturen aufzubauen, machen ihn zur richtigen Person, um unser regionales Geschäft auf die nächste Stufe zu heben“, kommentiert Ed Couchman, Managing Director UK & DACH, die neue Personalie.

Moskau verschärft Mediengesetz gegen ausländische Journalisten

Russland verschärft die Überwachung von Journalisten und Blogger. Präsident Wladimir Putin unterzeichnete am Montagabend nach Angaben des Kremls einen Zusatzartikel zu einem knapp zwei Jahre alten Gesetz, mit dem ausländische Medien als Agenten eingestuft werden können. Damit können nun auch einzelne Journalisten als „ausländische Agenten“ eingestuft werden, wenn sie für ein Medium arbeiten, das zuvor auf eine solche Liste gesetzt wurde.

Uber startet Limousinen-Service in Deutschland

Der Fahrdienstvermittler Uber erweitert sein Angebot in Deutschland mit einem neuen Premium-Dienst. Ab sofort können Nutzer zunächst in Berlin über den neuen Service „Uber Premium“ Fahrten in Limousinen der gehobenen Mittel- und Oberklasse bestellen.

Zu den verfügbaren Modellen der Flotte gehören etwa die Mercedes E-Klasse, Jaguar I-Pace oder Audi A6, teilte der Betreiber der Mobilitätsplattform am Donnerstag mit. Der Preis liege etwa 60 Prozent über denen der Angebote „UberX“ und „UberGreen“.

Bereits vor der Fahrt könnten Kunden Präferenzen an den Fahrer übermitteln, etwa welche Raumtemperatur im Fahrzeug sie bevorzugen oder ob sie Interesse an Unterhaltung haben. Wie bei den anderen Mobilitätsangeboten kommen professionelle Fahrer eines lizenzierten Mietwagenunternehmens zum Einsatz.

In Deutschland sowie in Österreich steht Uber seit langem im Clinch mit der Taxi-Branche. Laut einer einstweiligen Verfügung des Landgerichts Köln aus dem Juli darf die Firma ihr traditionelles Angebot „Uber X“ eigentlich nicht mehr zur Mietwagenvermittlung in Deutschland über die App offerieren – wegen monierter Verstöße gegen das Personenbeförderungsgesetz. Das Verbot gilt allerdings erst ab der Zustellung der Entscheidung an Uber in Amsterdam, die bislang noch nicht erfolgte.

Sport1 knüpft Wintersport-Vereinbarung mit Öffentlich-Rechtlichen

Sport1 wird durch die Vereinbarung mit der Sportrechte-Agentur von ARD und ZDF, SportA GmbH, ab sofort Highlights der wichtigsten Wintersport-Wettbewerbe auf seinen digitalen Plattformen präsentieren können.

Zu den Highlight-Clips, die sich Sport1 nun sichern konnte, gehören zahlreiche Biathlon- und Ski-Alpin-Weltcuprennen, Weltcups der Nordischen Kombination sowie Skisprung-Weltcups, inklusive Vierschanzen-Tournee, sowie Skiflug-Weltmeisterschaft.

Videokaufmarkt weiter rückläufig

In der Videobranche schreitet der Medienwandel voran: 2018 war der Umsatzanteil des digitalen Marktes erstmals höher als der für physische Produkte. Vor allem durch den Zuwachs bei Streaming-Diensten wie Netflix ist der Home-Entertainment-Markt insgesamt auf einen Gesamtumsatz von rund 2 Mrd Euro gewachsen (+ 11%). Der Videokaufmarkt, das mit 979 Mio Euro umsatzstärkste Einzelsegment, hat dagegen weiter an Umsatz verloren (–13%), wie Marktdaten zeigen, die das GfK Consumer Panel im Auftrag der deutschen Filmförderanstalt (FFA) erhoben hat:

  • Die Umsätze mit physischen Kaufvideos (Video und Blu-ray) sind im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 20% auf rund 783 Mio Euro gesunken (Umsatzanteil: 38% des Gesamtmarktes). Die digitalen Käufe stiegen um 25% auf 197 Mio Euro Umsatz (10% des Gesamtmarktes).
  • Das vorherrschende physische Format bleibt die DVD: Mit rund 41 Mio Stück (–23%) wurden 2018 etwa 480 Mio Euro Umsatz erzielt. Dem stehen rund 21 Mio (–18%) verkaufte Bu-ray gegenüber (303 Mio Euro).
  • Der Durchschnittspreis ist bei DVD und Blu-ray leicht gestiegen, um 2% auf 11,75 Euro (DVD) bzw. 14,12 Euro (Blu-ray), bei digitalen Käufen (EST/ Electronic-Sell-Through) dagegen um 10% auf 8,99 Euro gesunken.
  • Die Zahl der Videokäufer, Ausgaben und Kaufintensität sind rückläufig.
  • Der Vertriebsweg stationärer Buchhandel hat gegenüber dem Vorjahr mit –30% überproportional verloren, kommt aber unverändert auf einen Marktanteil von 3%.
  • Der Umsatz ist von 36 Mio Euro auf 25 Mio Euro zurückgegangen.

“Bild” verteilte vorm Nikolaustag drei Millionen Sonderausgaben

Die Nikolaus-Ausgabe ist Beilage der “Bild” in den Ausgaben Hamburg, Hannover, Bremen, Frankfurt Rhein-Main, Düsseldorf, Köln, Ruhrgebiet, München, Stuttgart, Nürnberg, Leipzig, Dresden, Berlin-Brandenburg und der “B.Z.”. Über zwei Millionen Exemplare der Sonderausgabe werden laut Unternehmensangaben zusätzlich kostenlos an Haushalte in den jeweiligen Stadtgebieten verteilt.

Die Sonderausgabe zur Adventszeit steht im Zeichen der Festtags-Vorbereitungen. Verlegerin Friede Springer und Schauspielerin Uschi Glas sprechen gemeinsam über ihr soziales Engagement, “Ein Herz für Kinder”, den Wert von Ehrenämtern und warum Helfen nicht nur zur Weihnachtszeit glücklich macht. Moderatorin Verona Pooth und Heino backen Weihnachtsplätzchen. Kochstar Jamie Oliver zeigt mit seinem vegetarischen Weihnachtsgericht, wie die Feiertage auch ohne Braten gelingen und TV-Legende Harry Wijnvoord testet für “Bild” Glühweine. Modedesigner Harald Glööckler gibt Einblicke in sein opulent geschmücktes Haus.

Spielwarenbranche rechnet mit starkem Weihnachtsgeschäft

Die Kinder in Deutschland können Weihnachten gelassen entgegen sehen: Wenn die Prognose von Händlern und Herstellern zutrifft, werden sie an Heiligabend reicht beschenkt. „Der andauernde Trend zur Familiengründung und sichere Einkommen lassen Groß und Klein auch 2019 wieder mehr Geld für Spielwaren ausgeben“, sagte Steffen Kahnt, Geschäftsführer des Handelsverbands Spielwaren, in Nürnberg.

Die Händler rechnen damit, dass der Umsatz dieses Jahr um drei Prozent auf 3,4 Milliarden Euro steigen wird. Zum Vergleich: Im Vorjahr waren die Erlöse um zwei Prozent geklettert. Die im Verband der Spielwarenhersteller vertretenen Produzenten gehen sogar davon aus, dass ihre Erlöse um knapp sechs Prozent wachsen werden.

„Die deutsche Spielwarenindustrie bleibt auf der Überholspur“, betonte Geschäftsführer Ulrich Brobeil. Selbstverständlich ist das Plus nicht. „Kein anderer europäischer Markt wächst so stark“, erläuterte Joachim Stempfle vom Marktforscher NPD Group. „Den Konsumenten geht es im Moment einfach sehr gut“, begründete Brobeil das boomende Geschäft der Branche in Deutschland.

Die Menschen in Deutschland greifen beherzt über das gesamte Sortiment hinweg zu. Klassische Gesellschaftsspiele seien seit fünf Jahren auf einem stabilen Hoch, so Brobeil. Gefragt seien aber auch Holzspielzeug, Puppen, sowie Modellbau und Fahrzeuge.

Es gebe darüber hinaus ein Comeback der Sammelkarten von Pokémon, heißt es beim Handelsverband. Zudem seien Lizenzthemen begehrt, Artikel rund um die Neuauflage des Films „Eisprinzessin“ von Disney, oder zu dem Computerspiel „Fortnite“. Jedes fünfte Produkt im Handel hierzulande basiert auf einer Lizenz.

Marketer wollen Budget im Schnitt um 374.000 Euro erhöhen

Drei Viertel (76 Prozent) der deutschen Werbungtreibende wollen ihre Budgets für das nächste Jahr erhöhen – und zwar um durchschnittlich 374.000 Euro. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Affiliate-Netzwerks Rakuten Marketing unter 600 Marketer im Vereinigten Königreich, Frankreich und Deutschland.

Die Gelder kommen dabei vor allem aus dem Fashion-Segment: Mainstream-Mode verzeichnet mit knapp 460.000 Euro den größten Budget-Anstieg, darauf folgt der Einzelhandel mit 409.000 Euro. Dicht dahinter liegt die Finanzbranche mit 406.000 Euro.
Die geringsten Mehrausgaben (153.000 Euro) möchten Marketer in der Reisebranche tätigen. Luxusmode (362.000 Euro) und Unterhaltungselektronik (336.000 Euro) bilden das Mittelfeld der untersuchten Branchen.

Künstliche Intelligenz und andere technische Hilfsmittel und Tools für das Marketing sind dabei mit 52 Prozent die wichtigsten Investitionsfelder für die Befragten.

Im Vergleich dazu sind 38 Prozent der Befragten davon überzeugt, dass fehlende Technologie für den größten Teil von verschwendetem Budget verantwortlich ist. Es folgen fehlende Daten (35 Prozent) und mangelnde Einblicke in die Performancedes Unternehmens.

Am meisten Geld soll im kommenden Jahr in die Kanäle „Social“ (36 Prozent), „Influencer Marketing“ mit 29 Prozent und „In-App“ mit 28 Prozent fließen.

Traditionelle Kanäle verlieren dagegen an Bedeutung: 34 Prozent der deutschen Marketer denken, dass E-Mail-Marketing zur Verschwendung von Budget führen kann.

D: Medienstaatsvertrag auf der Zielgeraden – die wichtigsten Fragen und Antworten

Im Rundfunkstaatsvertrag ist seit Jahren das duale Rundfunksystem – also mit privaten und öffentlich-rechtlichen Radio- und Fernsehsendern – geregelt. Längst passt dieses Schema nicht mehr. Was ist mit dem YouTuber, mit Plattformen, Smart Speakern und und und? Ein neuer Medienstaatsvertrag soll dem digitalen Wandel Rechnung tragen. Er könnte nun beschlossen werden. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Ersetzt der Medienstaatsvertrag den Rundfunkstaatsvertrag?

Ja. Der Rundfunkstaatsvertrag gilt seit 1991, in der Zwischenzeit gab es zahlreiche Änderungen in dem gesetzlich festgelegten Vertragswerk. Internetangebote kamen hinzu – Telemedien in der Vertragssprache genannt. Der Medienstaatsvertrag – der auch so heißen soll – ersetzt das Ganze. Andere Staatsverträge im Medienbereich bleiben hingegen bestehen. Dazu zählt der Staatsvertrag zur Rundfunkfinanzierung, in dem die Beitragshöhe je Haushalt festgelegt ist. Oder der Jugendmedienschutz-Staatsvertrag, der regelt, um wie viel Uhr welche Filme gezeigt werden dürfen.

Was steht im Rundfunkstaatsvertrag?

Die grundsätzlichen Richtlinien des Rundfunksystems in Deutschland. Der Auftrag der öffentlich-rechtlichen Sender ist definiert – Objektivität und Unparteilichkeit der Berichterstattung gehören dazu. Die Finanzierung der Sender ist beschrieben und in welchen Grenzen Werbung möglich ist. Für private Radio- und TV-Sender ist geregelt, dass sie eine Zulassung brauchen. Es gibt auch Vorschriften, um Meinungsvielfalt zu sichern.

Was genau ändert sich mit dem neuen Vertrag?

Die Definition von Rundfunk soll neu gefasst werden. Die Zulassungsverfahren, um Rundfunk betreiben zu können, sind bislang vor allem auf Medienhäuser zugeschnitten. Durch die digitalen Möglichkeiten kann heute aber theoretisch jeder Rundfunk machen – mit einer Sendung und Programm. Unter Umständen müssen auch kleinste Live-Streamer bislang Zulassungen beantragen. Die Hürden dafür sollen sinken – um Kreative zu fördern und Bürokratie abzubauen. Wenn durchschnittlich weniger als 20.000 Nutzer ein Angebot gleichzeitig nutzen, sollen die Zulassungsregeln wegfallen.

Der Staatsvertrag gilt künftig auch für sogenannte Intermediäre, Plattformen und Benutzeroberflächen. Im Wesentlichen sind damit Internet-Plattformen gemeint, die Medieninhalte bereitstellen – sie also nicht selbst herstellen. Das können etwa Live-Streamingplattformen sein oder Video-Portale. Die Vertragsregeln sollen bei Diensten wie zum Beispiel Smart-TVs – das sind Fernsehgeräte mit Internet- und Zusatzfunktion – gewährleisten, dass Medieninhalte mit einem gesellschaftlichen Mehrwert leicht auffindbar sind und nicht in der Masse untergehen. Kriterien können journalistischer Nachrichtengehalt, ein gewisser Anteil von regionaler Berichterstattung und Barrierefreiheit – etwa bei einer Seh- oder Hörbehinderung – sein.

Die rheinland-pfälzische Staatssekretärin Heike Raab – Rundfunkangelegenheiten der Länder werden traditionell von Rheinland-Pfalz in einer Rundfunkkommission koordiniert – sprach unlängst von einer “kommunikativen Chancengleichheit auch für die Angebote von Content-Anbietern aus unserem Medienmarkt”. Die Ministerpräsidentin des Bundeslandes, Malu Dreyer (SPD), betonte: “Wir wollen die Auffindbarkeit von journalistisch-redaktionellen Angeboten verbessern, um jenseits der kommerziellen Dominanz der US-amerikanischen Plattformen und Suchmaschinen die Menschen zu erreichen.”

Und um solche Details geht es: Die Angebote dürfen bei ihrer Wiedergabe ohne Einwilligung nicht durch Einblendung von Werbung überlagert werden. Und es muss transparent sein, warum eine Plattform bestimmte Funktionen und Angebote präsentiert. Auch eine Kennzeichnungspflicht für sogenannte Social Bots ist vorgesehen. Das sind Programme, die in sozialen Medien mitkommunizieren, um einen Gesprächsverlauf zu steuern.

Was sagen Verbraucherschützer?

Dieser erste Ansatz sei ein “durchaus hoffnungsvoller Versuch” des Spagats zwischen Meinungsfreiheit und notwendiger Regelung, sagte der für das Thema zuständige Vorstand der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, Wolfgang Schuldzinski. Wichtig sei, dass journalistisch editierte Angebote gefunden werden. Diese Auffindbarkeit von Qualitätsmedien im Internet müsse geregelt werden. Die Zielgröße von 20.000 Nutzern beim Zulassungsverfahren könne mit Blick auf die Meinungsfreiheit auch höher sein, sagte Schuldzinski.

Wie stehen TV-Sender zum Vertrag?

Die ARD betonte, dass die Festlegungen zur Plattformregulierung von besonderer Bedeutung seien. “Dabei geht es um zahlreiche Geschäftsmodelle, die sich zwischen uns als Programmveranstalter und den Nutzer unserer Inhalte geschoben haben – von den Kabelinfrastrukturen bis zur Benutzeroberfläche auf dem Smart-TV-Endgerät.” Auch vom Verband Privater Medien (Vaunet) gibt es Zustimmung. Es sei ein guter und längst überfälliger Schritt, sagte der Vaunet-Vorstandsvorsitzende Hans Demmel. Der Vertrag stelle die Weichen, wie Nutzer künftig Radio und Fernsehen auf Plattformen und Intermediären finden. Zugleich gibt Demmel zu Bedenken: Der Vertrag werde sich vor allem dabei beweisen müssen, ob er auf neue sogenannte Gatekeeper-Situationen wie zum Beispiel Sprachassistenten passende Antworten liefert. Das könnte etwa dann der Fall sein, wenn eine Nachrichtensendung gefordert wird und der Sprachassistent eine bestimmte auswählt.

Und die Digital-Branche?

Die sieht den Vertragstext kritisch. Der Digitalverband Bitkom stößt sich zum Beispiel daran, dass gewisse Inhalte künftig leicht auffindbar sein sollen. “Eine privilegierte Auffindbarkeit wird gerade nicht die Meinungsvielfalt schützen”, sagte Susanne Dehmel als Mitglied der Bitkom-Geschäftsleitung. “Ganz im Gegenteil: Sie führt dazu, dass einige wenige Anbieter bevorzugt werden, während die Inhalte vieler anderer Anbieter diskriminiert werden. Das Nachsehen haben die Nutzer, die unangemessen bevormundet werden.” Sie sieht auch Probleme bei der Umsetzung der Regeln. “Natürlich wollen die Dienste-Anbieter regelkonform agieren, jedoch werden viele im ersten Schritt nicht sicher wissen können, welche ihrer Dienste in welche Regelungsbereiche fallen.”

Mehrere Verbände betonten zudem, dass noch offen sei, wie die Darstellung von Medieninhalten auf dem Gerätebildschirm der Nutzer reguliert werde. Sie appellierten, dass Nutzer selbst entscheiden sollten, ob sie Überblendungen während einer laufenden Sendung zulassen wollen.

Wie ist der Zeitplan?

Am Donnerstag, 5. Dezember, könnten die Ministerpräsidenten den Staatsvertrag in Berlin beschließen. Die Landtage müssen danach unterrichtet und der Text der Europäischen Kommission vorgelegt werden. Zur Unterzeichnung des Vertrages könnte es im Frühjahr kommen. In Kraft treten könnte das Ganze dann zum September 2020. Dieses Datum ist festgelegt durch den Zeitplan, der sich aus der Umsetzung der Vorgaben einer europäischen Richtlinie über audiovisuelle Mediendienste (AVMD-Richtlinie), die die Standards in den europäischen Ländern angleicht, ergibt.

Kouneli Media wird neue Heimat des ‚Playboy‘

Am 5. Dezember 2019 erscheint die erste Ausgabe des ‚Playboy‘ unter dem Dach der neu gegründeten Kouneli Media GmbH mit Sitz in München. Die früheren Burda-Mitarbeiter Florian Boitin und Myriam Karsch haben bekanntlich die Magazinlizenz für den ‚Playboy‘ erworben.

Die Verbindung zum bisherigen Lizenznehmer Burda bleibt weiter eng. So hat das neue Unternehmen eine Zusammenarbeit mit Hubert Burda Media in den Bereichen Vertrieb, Druck und Brand Licensing vereinbart. Auch die Vermarktung des Print-Magazins und der digitalen Auftritte liegt weiterhin exklusiv beim BCN.

Kouneli Media startet mit rund 20 Mitarbeitern. Neben den 14 Festangestellten wird das Team um freie Mitarbeiter ergänzt.

Viele Beschäftigte leiden unter Digitalisierung

Zwei von drei Befragten einer Verdi-Umfrage in betroffenen Unternehmen fürchten, dass die Zahl der Arbeitsplätze durch den KI-Einsatz sinken werde. Grundsätzlich habe die Digitalisierung die Qualität der Arbeit eher verschlechtert als verbessert.

Digitalisierung und künstliche Intelligenz haben die Qualität der Arbeit für viele Beschäftigte nach einer Umfrage von Verdi eher verschlechtert als verbessert.
Die Arbeitnehmer leiden demnach vielfach unter einer höheren Arbeitsintensität und geringeren Handlungsspielräumen, wie das „Innovationsbarometer 2019 – Künstliche Intelligenz“ der Gewerkschaft zeigt.

Zwei von drei Befragten in betroffenen Unternehmen fürchten, dass die Zahl der Arbeitsplätze durch den KI-Einsatz sinken werde. Zudem berichten 52 Prozent der Befragten von einer Zunahme der Arbeitsintensität. 42 Prozent der Befragten sehen häufigere Störungen der Arbeitsabläufe.

Jeder Zweite erkennt eine Zunahme der Transparenz des Arbeits- und Leistungsverhaltens der Beschäftigten. 60 Prozent berichten von einer Verringerung der Handlungs- und Entscheidungsspielräume durch künstliche Intelligenz.

Verdi-Vorstandsmitglied Christoph Schmitz forderte: „Digitalisierung und künstliche Intelligenz müssen so gestaltet werden, dass sie den Beschäftigten sowie dem Schutz und dem Ausbau der Arbeitnehmerrechte dienen.“ Betriebliche Mitbestimmungsorgane müssten bei der Einführung von KI-Projekten frühzeitig stärker einbezogen werden.

Instagram verlangt jetzt Geburtstage von neuen Nutzern

Alters-Check auf Instagram: Die Eingabe des Geburtsdatums wird bei der Installation von Instagram verpflichtend.

Die vor allem bei Jugendlichen beliebte Foto-App Instagram verlangt jetzt die Eingabe des Geburtsdatums von neuen Nutzern. Laut „The Verge“ gilt diese neue Vorgabe bereits seit Mittwoch. Bisher war die Eingabe des Geburtsdatums nicht verpflichtend.

Die Umstellung wird mit „altersgerechten Erlebnissen“ begründet. Jüngere Nutzer könnten etwa mit anderen Default-Einstellungen zur Privatsphäre rechnen, heißt es in dem Bericht, um online sicher zu kommunizieren. Man werde jüngere Nutzer zudem gezielt auf Privatsphäre-Einstellungen hinweisen, heißt es seitens Instagram. Wie bei Facebook ist das Mindestalter für die Instagram-Nutzung bei 13 Jahren.

Wenn mit dem Instagram Account ein Facebook Account verbunden ist, wird ab sofort das Geburtsdatum automatisch hinzufügt, das auf dem Facebook-Profil zu finden ist. Wird das Geburtsdatum auf Facebook geändert, werden die Informationen auf Instagram übernommen. Wenn kein Facebook-Konto vorhanden ist oder beide Accounts nicht verbunden sind, muss das Geburtsdatum direkt auf Instagram hinzugefügt werden.

Das Geburtsdatum wird anderen Nutzern nicht angezeigt, heißt es seitens Instagram. Der Betreiber der Foto-App gibt an, die Eingabe des Geburtsdatums nicht überprüfen zu wollen. Allerdings verfügt Facebook, und Instagram gehört zum Facebook-Imperium, bereits über Gesichtserkennungssoftware, die in der Lage ist, das Alter von Personen relativ gut einzuschätzen. Damit sollten sich Kinder, die sich auf Instagram älter machen, nicht allzu sicher fühlen, wenn sie ihr Geburtsdatum falsch eingeben.

Smartspeaker: Amazon hängt Google ab

Die beiden aktuellen kompakten Lautsprecher von Amazon und Google sollen die Anschaffung eines Lautsprechers mit Sprachsteuerung möglichst preisgünstig halten und dennoch eine akzeptable Klangqualität liefern. Der Nest Mini läuft mit dem Google Assistant, der Echo Dot mit Uhr arbeitet mit Amazons Alexa. Aufgrund des niedrigen Preises und des kleinen Gehäuses sind hier keine Klangwunder zu erwarten. Aber wer die beiden Geräte vor allem für die Fähigkeiten des jeweiligen digitalen Assistenten nutzt, hat keine Nachteile gegenüber teureren Lautsprechern. Im Test zeigt sich, dass Amazon Google in mehr als einer Disziplin voraus ist.

Rapper Drake ist der meistgehörte Musiker des Jahrzehnts auf Spotify

Drake ist der meistgehörte Spotify-Künstler des ausgehenden Jahrzehnts beziehungsweise der 2010er Jahre. 28 Milliarden Mal wurden die Lieder des 33 Jahre alten kanadischen Rappers auf der Streaming-Plattform gespielt, wie mehrere Medien übereinstimmend berichteten. Ed Sheeran schaffte es laut Spotify-Mitteilung auf Platz zwei. Danach folgen Post Malone, Ariana Grande und Eminem.

Der britische Folkpop-Musiker Sheeran hatte dafür bei den meistgestreamten Songs die Nase vorne. Sein Song „Shape of You“ wurde 2,3 Milliarden Mal gespielt – und damit öfter als „One Dance“ von Drake, Kyla und WizKid.

Song Contest 2020: Niederländisches Fernsehen bekommt zwölf Millionen Euro

Der niederländische Staat unterstützt die Ausrichtung des Eurovision Song Contests (ESC) im Mai 2020 in Rotterdam mit einer Millionenspritze. Das öffentlich-rechtliche Fernsehen (NPO) bekomme insgesamt 12,4 Millionen Euro, teilte der zuständige Minister Arie Slob.

Damit seien die auf 26,5 Millionen Euro veranschlagten Kosten der Show gedeckt, berichtete die niederländische Nachrichtenagentur ANP. 9,6 Millionen Euro sollen von der Europäischen Rundfunkunion (EBU) und aus Ticketverkäufen kommen. Die restlichen 4,5 Millionen stellen NPO und die niederländische Rundfunkgesellschaft Avrotos zur Verfügung.

Webradio: Spotify Nr. 1, Deutschlandfunk mit größtem Zuwachs

Die großen Aufsteiger der ma IP Audio heißen diesmal Deutschlandfunk und Deutschlandfunk Kultur. Mit 5,26 Mio. und 1,03 Sessions pro Durchschnittsmonat steigerte sich das Duo um 35,9% und 19,2%. Ganz vorn in den Webradio-Charts bleibt SWR3, auf Rang 2 hat Antenne Bayern knapp 1Live überholt. So viele Sessions wie die 60 Top-Radio-Sender generierte Streaming-Gigant Spotify.

Die Nummer 1 des Audio-Streamings bleibt Spotify: Die werberelevanten Nutzer ohne Premium-Account sorgten im dritten Quartal monatlich für 119,30 Mio. Sessions. Das entspricht zwar einem Minus von 1,6%, aber gleichzeitig immer noch der ungefähren gemeinsamen Summe der 60 (!) größten Webradiosender.

Die Nummer 1 der Sender – oder Channels wie es in der ma heißt – bleibt mit 8,63 Mio. Sessions pro Durchschnittsmonat SWR3. Auch hier gingen im Vergleich zum vorigen Quartal Sessions verloren. Zulegen konnte hingegen Antenne Bayern, das mit 7,61 Mio. auch 1Live hauchdünn überholte.

Größter Gewinner des Quartals ist der Deutschlandfunk mit einem Plus von 1,39 Mio. auf nun 5,26 Mio. Sessions. Der Zuwachs beträgt 35,9%. Angesichts der Zahlen anderer Sender ist ein solches Plus erstaunlich, könnte auch technische Gründe haben. Womöglich werden die Zahlen des Deutschlandfunks nun einfach noch kompletter gemessen. Wie auch immer: Der Sender belegt nun Platz 6 des Rankings. Ebenfalls dick im Plus: der Ableger Deutschlandfunk Kultur auf Rang 32.

Die größten prozentualen Verluste gab es im dritten Quartal für N-Joy mit einem Minus von 7,4%, für Radio Paloma mit einem von 5,6% und Radio Hamburg mit einem von 5,2%.

Nachrichten-Podcasts im Aufwind

12.000 neue Nachrichten-Podcasts sollen allein zwischen Januar bis Oktober 2019 weltweit dazu gekommen sein, wie eine Analyse vom Unternehmen Chartable zeigt. Damit ist dieser Bereich in diesem Zeitraum fast um ein Drittel (32 Prozent) gewachsen, heißt es im Bericht des Reuters Institutes.

Gesprächs- und Interviewformate seien dabei das beliebteste Sub-Genre im Nachrichtensektor, neben erzählten Serien und täglichen News-Sendungen. Gleichwohl bilden Formate mit der Zuordnung “News” laut Apple im gesamten Podcast-Kosmos lediglich sechs Prozent (etwa 50.000) der insgesamt knapp 770.000 existierenden Podcasts ab.

Das Forscherduo Nic Newman und Nathan Gallo hat sich diesem Bereich nun in einer groß angelegten Studie genähert und dafür fünf Länder analysiert, in denen allein in den vergangenen 18 Monaten 59 dieser täglichen Nachrichten-Podcasts gestartet wurden.
Dazu zählt beispielsweise das sehr bekannte “The Daily” von der “New York Times”, das mittlerweile ein Millionenpublikum erreicht aber auch Angebote der BBC. Neben den englischsprachigen Märkten in den USA, Großbritannien und Australien wurden zudem Frankreich und Schweden untersucht. Darüber hinaus haben die Forscher knapp 30 Interviews mit Verantwortlichen der Medienhäuser geführt, darunter der “Washington Post”, “The Guardian”, “Les Echos” oder “Dagens Nyheter”, Vertretern von Spotify, Google, unabhängigen Produzenten sowie Werbe- und Podcast-Experten.

Deborah Gottlieb steigt zur Chefredakteurin des Gourmet-Titels auf

Beim Gourmet- und Restaurantführer „Der Feinschmecker“ bahnt sich ein Führungswechsel an: Die langjährige Chefredakteurin Madeleine Jakits übergibt im Januar 2020 die Chefredaktion des zum Jahreszeitenverlag (Jalag) gehörenden Magazins an ihre Stellvertreterin Deborah Gottlieb. Jakits hatte das Magazin mehr als 22 Jahre als Chefredakteurin verantwortet.

Jakits soll dem Hamburger Jalag und dem “Feinschmecker” als Herausgeberin “eng verbunden bleiben”. Das teilt die Ganske Verlagsgruppe mit. Jakits gehört der “Feinschmecker”-Redaktion seit mehr als dreißig Jahren an. So wechselte sie 1988 als Redakteurin aus dem Foodressort der “Brigitte” in gleicher Funktion zum Gourmet-Magazin aus dem Jalag.

Merger roundup: Zwei neue Medienriesen in den USA

Zuerst kaufte die Nexstar Media Group Mitte September 2019 die Tribune Media Company für 4,1 Milliarden Dollar, der US-weit größte Verbund von TV-Sendestationen entstand (mehr als 200 „TV stations“). Dazu CEO Perry Sook: „Nexstar Media Group is now the nation’s leading creator and distributor of local news, entertainment, sports, lifestyle and network programming through its broadcast and digital media platforms.” Ein takeover, der erst nach den nach Einschreiten der Kontrollbehörden geplatzten Verhandlungen zu einer Tribune-Übernahme durch die Sinclair Broadcast Group (nahe Baltimore, auf Platz 71 im Medienkonzern-Ranking 2019) vier Monate zuvor möglich wurde.

Die Tribune Media Company, zur Information, ist nicht zu verwechseln mit Tribune Publishing, dem nach einem „spin-out“/Firmensplit im August 2014 eigenständigen Print-Konzern (Chicago Tribune, New York Daily News, The Baltimore Sun), zwischen 2016 und 2018 umbenannt in Tronc, Inc.

Die zweite Großfusion. Nach Zustimmung der Aktionäre am 14. November 2019 steht fest: „New Media kauft Gannett. Ein Nachrichten-Gigant entsteht.“ Gannett (McLean, Virginia), mit einem Umsatz von 2,9 Mrd. $ auf Platz 71 im IfM-Ranking 2018, ist der US-weit größte Zeitungskonzern (gemessen an der täglichen Auflage) und veröffentlicht mit dem Verlagsflaggschiff USA Today eine der drei auflagenstärksten Tageszeitungen der USA (knapp 790.000 Print, 500.000 digital, Stand Februar 2019), zusammen mit dem Wall Street Journal und der New York Times. USA Today: Das Blatt, das im September 2016 erstmals von der traditionellen Redaktionslinie abwich (bis dahin galt: strikte Neutralität in Präsidentschaftswahlkämpfen) und den republikanischen Kandidat Trump für „unfit for the presidency“ erklärte. Weitere Gannett assets: über 100 Lokalzeitungen und rund 1.000 Wochenblätter in den USA, sowie die britische Newsquest Media Group (300 regionale Tages- und Wochenpublikationen). Die New Media Investment Group wiederum ist Eigentümer von GateHouse Media (Perinton, New York), Herausgeber von Dutzenden regionaler und lokaler Tageszeitungen und zahlreichen Wochenzeitungen.

Consolidating to survive. Die beiden Verlage fusionieren jetzt unter dem Namen „Gannett Co., Inc.“ zum US-Marktführer bei Lokalnachrichten mit einem Portfolio von 260 Tageszeitungen und Hunderten Wochenzeitungen. 1,13 Milliarden US-Dollar kostete New Media das Geschäft, New Media-Aktionäre sollen nach Abschluss der Transaktion Ende 2019 50,5% am neuen Unternehmen halten. Michael Reed, Chef von New Media, wird CEO, Gannett-Chef Paul Bascobert wird Operativ-Chef. Das Management der dann „landesweit führenden Print- und Digital-Nachrichtenorganisation“ erwartet Synergieeffekte von bis zu 300 Millionen Dollar pro Jahr, Gewerkschaften prognostizieren Stellenabbau und die Schließung von Zeitungen.

Böhmermann will Ibiza-Affäre verfilmen

Der Satiriker Jan Böhmermann arbeitet an einer Verfilmung der Ibiza-Affäre, die in Österreich im Mai zum Ende der rechtskonservativen Regierung geführt hat. Die Produktion habe bereits im November begonnen. Böhmermann werde das Projekt gemeinsam mit dem österreichischen Regisseur David Schalko (46, „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“) umsetzen.

Das Ibiza-Video hatte im Mai ein politisches Erdbeben in Österreich ausgelöst. Die heimlich erstellten Aufnahmen aus dem Sommer 2017 zeigen den damaligen FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache, der im Gespräch mit einer vermeintlichen russischen Oligarchen-Nichte anfällig für Korruption wirkt. Strache musste nach der Veröffentlichung des Videos als Parteichef und Vizekanzler zurücktreten, die Regierungskoalition von konservativer ÖVP und rechter FPÖ zerbrach. Gegen Strache wird inzwischen ermittelt, weil er sich Parteigelder in die eigene Tasche gesteckt haben könnte. Der 50-Jährige weist die Vorwürfe zurück.

„In Österreich verdichtet sich aufs Komischste, was sich auch in vielen anderen liberalen Gesellschaften in Europa und der Welt vollzieht. Ibiza ist eine irre Parabel auf Politik in Zeiten des politischen Verfalls“, so Böhmermann. „Als Radikaldemokrat und Verehrer Österreichs halte ich es für meine heilige Pflicht, dass David und ich uns jetzt – Zack, zack, zack! – daran machen, Ibiza international zu erzählen und für die Nachwelt zu konservieren.“

Ericsson: Kapazitäten für Aufbau europäischer 5G-Netze vorhanden

Der schwedische Mobilfunkausrüster Ericsson sieht sich in der Lage, Europa mit genügend 5G-Funkeinheiten zu versorgen, um die Netze für die fünfte Mobilfunkgeneration aufzubauen. Das sagte Ericsson-Manager Fredrik Jejdling.

Jejdling trat damit Befürchtungen entgegen, Ericsson verfüge nicht über genügend Kapazitäten, alle europäischen Mobilfunknetzbetreiber mit 5G zu beliefern, wenn chinesische Anbieter wegen Sicherheitsbedenken in Europa ausgeschlossen werden sollten.

In den westlichen Ländern wird auch vor dem Hintergrund des Handelskriegs der USA gegen China kontrovers diskutiert, ob insbesondere der chinesische Konzern Huawei beim Aufbau des 5G-Netzes nicht von vornherein ausgeschlossen werden sollte. Vertreter der USA, aber auch etliche Politiker in Deutschland und in anderen westlichen Ländern sehen die Gefahr, dass Huawei aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen in seinem Heimatland gezwungen sein könnte, Informationen und Daten, die eigentlich geschützt werden sollen, dem Heimatland zur Verfügung zu stellen. Huawei weist diese Bedenken als unbegründet zurück. In Österreich hat die Regulierungsbehörde RTR keine Sicherheitsbedenken.

China ist beim Aufbau seines eigene 5G-Netzes deutlich weiter als Europa. Wie Staatsmedien berichteten, hat Anfang November der 5G-Betrieb in 50 Städten zumindest teilweise begonnen. In den chinesischen 5G-Netzen wird aber auch Ausrüstung von Ericsson eingesetzt. China ist für den schwedischen Konzern nach den USA der zweitgrößte 5G-Absatzmarkt.

Der Lateinamerika- und Europachef von Ericsson, Arun Bansal, wies in einem Beitrag auf LinkedIn diese Argumentation zurück. „Wir sind führend bei 5G“, erklärte er und verwies dabei auf eine Studie der Anwaltskanzlei Bird & Bird zur Qualität der 5G-Patente. Um die Kapazität auszubauen, habe Ericsson ein neues Werk in Estland gebaut, das kurz vor der Eröffnung stehe.

RTL will sein Streamingangebot weiter ausbauen

Bernd Reichart, CEO der Mediengruppe RTL Deutschland, brachte die neue Strategie des TV-Konzerns im November auf einen neuen Begriff: „Wir sind die Main-Streamer“, sagte er bei der Fachkonferenz „Total Video“. Der Unternehmenslenker will den Streaminganbietern Netflix und Amazon Prime nicht kampflos das Feld überlassen, sondern eine eigene Nische in dem wachsenden Markt finden.

Er möchte das massenwirksame, lineare Fernsehen mit dem Streamingangebot in seinem Haus stärker verzahnen. Dafür hat er das Management neu geordnet und eine Doppelspitze installiert. So wird Henning Tewes, 47, als Co-Geschäftsleiter von TV Now das Inhalteangebot der Plattform verantworten.

Er übernimmt die Aufgabe zusätzlich zu seiner Position als Chief Operating Officer, in der er den Programmeinkauf und das Produktionsgeschäft der Mediengruppe RTL sowie der Sender Vox Up, Nitro, RTL Plus und der digitalen Spartenkanäle verantwortet. Künftig wird er sämtliche Inhalte, die für die Mediengruppe relevant sein können, prüfen und die richtigen Verbreitungswege dafür festlegen.

Henning Nieslony, 34, derzeit Bereichsleiter Commercial Management VOD, also für Video-on-Demand, wird zum weiteren Co-Geschäftsleiter von TV Now befördert. Er verantwortet künftig die geschäftliche Seite der Plattform inklusive der Vermarktung an die Endkunden, die Werbepartner und die Distributoren.

Die Kölner TV-Macher setzen vor allem auf lokale Inhalte. Solche Stoffe lassen global agierende Streamingkonzerne meistens links liegen, da sie die Inhalte weltweit verwerten. „Wir kennen die Bedürfnisse unseres Publikums besser als jeder andere“, meinte der ebenfalls verantwortliche Geschäftsführer Jan Wachtel. Der Ausbau des Streamingdienstes ist nötig, denn der TV-Werbemarkt schrumpft. Darüber klagten unisono die deutschen TV-Sender bei der Präsentation der Quartalszahlen im November.

Der schwache Werbemarkt ist eine Folge des veränderten Mediennutzungsverhaltens: Gerade junge Menschen favorisieren Streamingdienste statt des klassischen Fernsehens. RTL baut deshalb TV Now aus. Zu den jüngsten Quartalszahlen Anfang November hatte der TV-Konzern insgesamt 1,4 Millionen Abonnenten bei TV Now und dem niederländischen Pendant Videoland genannt.

Servus TV mit bester Quote – ORF 1 verliert gut zwei Prozentpunkte

Österreichs größere Privatsender feiern im November wieder einmal Höchstwerte: Dietrich Mateschitz‘ Fernsehkanal Servus TV meldet für dieses Monat die besten Quoten seiner Geschichte. Der ORF liegt im November insgesamt 0,9 Prozent unter dem Vorjahreswert. ORF 1 hat im Gesamtpublikum zwei Prozentpunkte weniger Monatsmarktanteil, in der Zielgruppe unter 50 Jahren 2,3 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Die vier ORF-Fernsehprogramme kommen im November auf 30 Prozent Marktanteil, ein Prozentpunkt weniger als vor einem Jahr. ORF 1 und ORF 2 verlieren 0,9 auf nun 27,4 Prozent im Gesamtpublikum. ORF 2 legte um 1,1 Prozentpunkte auf 20,5 im Gesamtpublikum zu.

ORF 1 gab zwei Prozentpunkte ab und hält nach neun nun bei sieben Prozent im Gesamtpublikum. In der Zielgruppe bis 50 Jahre verlor ORF 1 im Jahresvergleich 2,3 Prozent – auf nun 9,7.

Größter Privatsender für Österreich bleibt ATV mit 4 Prozent Monatsmarktanteil im Gesamtpublikum und 5,4 Prozent beim Publikum unter 50 Jahren. In der Werbezielgruppe steuert die aktuelle Staffel „Bauer sucht Frau“ auf einen neuen Bestwert dieser Kuppelshow zu.

Axel Springer soll Interesse an Reuters haben

Der Berliner Medien-Konzern Axel Springer SE zeigt offenbar Interesse an der Nachrichten-Agentur Reuters, die zum Unternehmen Thomson Reuters mit Sitz in Toronto und New York gehört. So haben sich in den vergangenen Monaten mehrere potenzielle Käufer an Thomson Reuters gewandt, neben Springer (unter seinem neuen Großaktionär KKR) u.a. auch der frühere Reuters-Chefredakteur und ITN-Chef Mark Wood. Wie es heißt, wurden die Offerten der Interessenten aber bisher abgelehnt.

Die ‚Financial Times‘ hatte vor einigen Wochen bereits berichtet, dass Personen, die David Thomson, dem Familienvorsitzenden der dritten Generation der kanadischen Gruppe, nahe stehen, sagten, er wolle Reuters News gern behalten. Jedoch sei er „nur ein Mitglied einer Familie mit unterschiedlichen Ansichten“, die Thomson Reuters über ihre Investmentfirma The Woodbridge Company kontrolliert.

Familie Agnelli vor Übernahme mehrerer italienischer Zeitungen

Die italienische Verlagsgruppe GEDI, die die Tageszeitungen „La Repubblica“, „La Stampa“ und „Il Secolo XIX“ sowie 13 lokale Blätter und das Nachrichtenmagazin „L’Espresso“ herausgibt, soll verkauft werden.

Die Unternehmerbrüder Rodolfo, Marco und Edoardo De Benedetti, die über die Holding CIR die Mehrheit an der börsennotierten GEDI halten, wollen sich von dem Verlag trennen. Verhandlungen mit der Finanzholding Exor im Besitz der Turiner Unternehmerfamilie Agnelli seien im Laufen, bestätigte GEDI. Exor wird von John Elkann, Verwaltungsratspräsident von Fiat Chrysler, geführt. Exor hält derzeit eine 5,99-prozentige Beteiligung an CIR. Die Kapitalisierung der GEDI-Gruppe an der Mailänder Börse beträgt 144,5 Mio. Euro.

Um GEDI tobt seit Oktober ein „Familienkrieg“. Der italienische Medienunternehmer Carlo De Benedetti hatte seinen Söhnen Marco, Rodolfo und Edoardo ein Angebot für den Erwerb einer 29,9-prozentigen Beteiligung an GEDI zu einem Preis von 0,25 Euro pro Aktie unterbreitet. Mit 40 Mio. Euro will De Benedetti die relative Mehrheit am Verlagskonzern zurückerlangen, den sein Sohn Marco als Präsident leitet.

De Benedetti erklärte, er wolle wieder die Führung der Verlagsgruppe übernehmen, die er zehn Jahre lang geleitet hatte. Er gab zu verstehen, dass er mit dem Führungskurs seiner drei Söhne nicht einverstanden sei.

Ursula Arnold ist Media-Persönlichkeit des Jahres

Das österreichische Forum Mediaplanung (FMP) hat Mediapersönlichkeiten des Jahres ausgezeichnet, gewählt von den Mitgliedern des Branchenverbands. Der Titel geht heuer an Mindshare-Chefin Ursula Arnold.

Newcomerin des Jahres ist Danira Suljkanovic vom Radiovermarkter RMS. Und die Branchengemeinde hat auch wieder ein „Media-Unwort“ des Jahres gefunden: „Influencer“.

ProSiebenSat.1-Chef sieht Zusammenschluss mit Mediaset „sehr skeptisch“

„Ich bin sehr skeptisch, was eine strukturelle Verschmelzung unserer Unternehmen angeht“, sagte ProSiebenSat.1-Chef Max Conze über einen möglichen Zusammenschluss mit Mediaset. Eine Partnerschaft bei Zukunftstechnologien hält er jedoch für sinnvoll.

Die Italiener hatten jüngst ihre Anteile an ProSiebenSat.1 auf 15,1 Prozent erhöht und sind nun der mit Abstand größte Anteilseigner. Auf die Frage, ob der italienische Medienkonzern seinen Anteil weiter aufstocken werde, antwortete Conze: „Das müssen Sie natürlich Mediaset fragen, aber das würde mich nicht überraschen.“

Max Conze machte deutlich, das die Transformation Geld koste und sich kurzfristig auf den Gewinn auswirken wird, letztlich aber „alternativlos“ sei. „Wenn wir an unserer Agenda festhalten, wird sich das auch im Aktienkurs widerspiegeln. Der überwiegende Teil der Investoren, mit denen ich spreche, versteht, was wir tun, und unterstützt uns.“ Für 2020 sei er grundsätzlich zuversichtlich. „Wir sollten in Deutschland vorsichtig sein, dass wir die Krise nicht herbeireden, vieles läuft hier schließlich sehr gut“, sagte Conze.

Junge Facebook-User laufen weiterhin zu Instagram und Snapchat

Die jungen User laufen Facebook weiterhin davon. Das berichtet der Marktforscher E-Marketer in einer aktuellen Studie. Die Prognose: bis zum Ende des Jahres wird Facebook einen weiteren Rückgang der Nutzerzahlen verzeichnen, vor allem im Segment der jungen User.

Demnach geht E-Marketer davon aus, dass die Anzahl der monatlich aktiven Nutzer auf Facebook in Deutschland zum Ende des Jahres auf 25,9 Millionen sinken wird. Das wäre ein geringer Rückgang von 0,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Bereits 2018 musste Facebook in Deutschland einen Rückgang der monatlich aktiven Nutzer um 1,2 Prozent hinnehmen. Die ursprüngliche Prognose von E-Marketer vor ein paar Monaten ging noch davon aus, dass Facebook in diesem Jahr die Nutzerzahlen geringfügig um 0,1 Prozent steigern kann.

Probleme hat Facebook wie schon in den vergangenen Jahren bei der jungen Generation. Den größten Rückgang verzeichnet das soziale Netzwerk dem Artikel zufolge in der Altersgruppe von 12 bis 17 Jahren. Hier hat fast jeder Fünfte die Plattform verlassen. Nur wenig besser sieht es bei den Usern unter 25 Jahren aus: Hier sich knapp jeder Zehnte verabschiedet. E-Marketer geht davon aus, dass dieser Abwanderungstrend in spätestens drei Jahren auch die Altersgruppe der Bis-34-Jährigen erreichen wird.

Parallel dazu wachsen Konkurrenten wie etwa Snapchat, das die Nutzerzahlen in Deutschland in diesem Jahr um 7,5 Prozent steigern kann. Twitter wächst demnach um 4,3 Prozent, Instagram (gehört zu Facebook) kann sogar ein Plus von 10,4 Prozent verzeichnen. Laut E-Marketer werden ab 2020 erstmals mehr Unter-25-Jähre auf Instagram unterwegs sein als auf Facebook.

Ruag verkauft britischen Cybersicherheitsspezialisten Clearswift

Der Schweizer Industrie- und Rüstungskonzern Ruag verkauft den britischen Cybersecurity-Spezialisten Clearswift an das US-Unternehmen HelpSystems. Damit tätigt die Ruag im Rahmen der im Frühjahr angekündigten und vom Schweizer Bundesrat (Schweizer Regierung, Anm.) genehmigten Entflechtung des Unternehmens einen weiteren Schritt.

150 Mitarbeiter

HelpSystems werde alle Clearswift-Anteile kaufen und somit Alleineigentümer der mit rund 150 Mitarbeitern auf Informationssicherheit spezialisierten Firma, teilte die Ruag am Montag mit. Zum Preis haben die Parteien Stillschweigen vereinbart.

Mit dem Verkauf ziehe sich die Tochter Ruag International vollständig aus dem Cybersicherheits-Geschäft zurück, hieß es weiter. Die Schweizer Aktivitäten in diesem Bereich hatte Ruag bereits in der Vergangenheit neu strukturiert oder an die neue Einheit Ruag MRO Schweiz übertragen.

Frankreich will an Digitalsteuer festhalten

Frankreichs Finanzminister Bruno Le Maire hat die französische Digitalsteuer vor der Bekanntgabe möglicher Sanktionen seitens der USA verteidigt.

„Wir werden den Willen, die digitalen Riesen fair zu besteuern, um ein faires Steuersystem des 21. Jahrhunderts zu haben, nie, nie, nie aufgeben“, sagte der Minister dem Sender France Inter. Die US-Handelsvertretung USTR will heute einen Bericht zu Frankreichs Digitalsteuer vorlegen. Dabei sollen auch „alle geplanten Maßnahmen im Rahmen der Untersuchung“ bekannt gegeben werden.

Die französische Digitalsteuer soll vor allem Unternehmen wie Amazon und Facebook treffen. US-Präsident Donald Trump hatte im Sommer mit Strafzöllen auf französische Weine gedroht, sollte Frankreich den nationalen Alleingang gehen. Auf dem G7-Gipfel im August hatte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron dann bekanntgegeben, dass er und Trump ein Abkommen erzielt hätten, das einen direkten Konflikt zwischen den beiden Ländern verhindern soll. Man sehe nun, dass die USA einen Rückzieher machen würden, so Le Maire.

D: Verlage sind unzufrieden mit 40-Millionen-Förderung

Auf die Umsätze, die mit E-Papern, Apps, Websites oder dem Zugriff auf Datenbanken erzielt werden, wird künftig der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von 7 statt 19 Prozent fällig. „Mit diesem Gesetz wird unsere freie und vielfältige Presselandschaft gestärkt“, so der Zeitschriftenverlegerverband VDZ.

Zum Anderen wurde beschlossen, die Zeitungszustellung insbesondere in ländlichen Regionen künftig mit Steuermitteln zu unterstützen. Für 2020 wurden dafür 40 Millionen Euro bereitgestellt – in der Diskussion waren zuvor auch deutlich höhere Beträge gewesen.

Die Zeitschriftenverleger fühlen sich ungerecht behandelt, weil sie von dieser Förderung gar nicht profitieren. Das VDZ-Präsidium fordert, dass „jedes Konzept zur Förderung privater Pressezustellung Zeitungen und Zeitschriften gleichermaßen“ zugute kommen müsse, wie es in der Vergangenheit auch der Fall gewesen sei. Dabei verweist man darauf, dass beim übergangsweise reduzierten Mindestlohn für Zusteller einst kein Unterschied zwischen Zeitungen und Zeitschriften gemacht worden sei.

Roaming: EU-Bürger nutzen ohne Aufschläge zehnmal mehr Datenvolumen

Seit der EU-Gesetzgeber am 15. Juni 2017 die Roaming-Gebühren auf Reisen in andere Staaten der Gemeinschaft oder des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) abgeschafft hat, hat sich die Nutzung von Mobilfunk-Datendiensten auf Reisen in der EU durchschnittlich verzehnfacht. Dies geht aus dem ersten umfassenden Evaluierungsbericht zum Roamingmarkt hervor, den die EU-Kommission veröffentlicht hat. Der bisherige Spitzenwert liegt in der Sommerferienzeit 2018, als sich die in der EU Reisenden zwölfmal mehr Datenvolumen genehmigten als vor dem Stichtag.

Im Durchschnitt verbrauchten EU-Bürger unterwegs in anderen Mitgliedsstaaten im dritten Quartal 2018 440 Megabyte an Roamingdaten, während es im Sommer 2016 erst 60 Megabyte waren. Im gleichen Zeitraum war die Zahl der getätigten Roaminganrufe fast dreimal höher als zwei Jahre zuvor. Im vierten Quartal 2018 ist die einschlägige Datennutzung zwar wieder deutlich zurückgegangen, doch die Tendenz gegenüber den Vergleichsquartalen der Jahre zuvor weist ständig weiter nach oben. Die Statistik reicht bislang bis zum ersten Quartal 2019, sodass der Sommer 2019 einen neuen Rekord aufgestellt haben dürfte.

Internetnutzung in Deutschland produziert so viel CO2 wie der Flugverkehr

Laut einem ZDF-Bericht sorgt etwa die Versendung von E-Mails für einen enormen Stromverbrauch. Die Internetnutzung in Deutschland würde jedes Jahr so viel CO2 produzieren wie der gesamte Flugverkehr.

Der Bericht stützt sich auf eine Studie von Experten des Berliner Borderstep Institut für Innovation und Nachhaltigkeit. „Wir schreiben in Deutschland rund eine Milliarde E-Mails pro Tag. Dabei fallen 1.000 Tonnen Kohlenstoffdioxid an, ein Gramm pro E-Mail. Eine Stunde Video-Streaming produziert so viel CO2 wie ein Kilometer Autofahren“, so der an dem Institut tätige Energieforscher Ralph Hintemann. Das schädliche Klimagas würde auch bei Nutzung der Google-Suchmaschine entstehen: Jede Anfrage würde etwa 0,2 Gramm CO2 produzieren. Jeden Tag werde 3,45 Milliarden Mal gegoogelt, somit komme täglich eine große Menge an CO2 zusammen.

Die Nutzung digitaler Lösungen wie E-Paper und E-Mail als Alternative zu Zeitung und Brief schone zwar Papier. Die Digitalisierung sei aber nicht umweltschonender. Daten wie Nachrichten, Fotos und Videos würden in einer Cloud gespeichert. Weltweit seien Milliarden permanent laufender Server in großen Rechenzentren in Betrieb. Die Server müssen wegen der Wärmeentwicklung nicht nur gekühlt werden, sie verbrauchen auch viel Strom. Rund um den Globus würden IT-Geräte und Anwendungen 800 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr produzieren. Das sei in etwa so viel die die gesamten Treibhausgas-Emissionen in Deutschland. Die Rechenzentren in der Bundesrepublik brauchen laut den Experten des Borderstep-Instituts 14 Milliarden Kilowattstunden. Das sei ein um 40 Prozent höherer Energieverbrauch als noch 2010.

Neue Chefredakteurin bei der Deutschen Welle

Seit Oktober 2017 ist Manuela Kasper-Claridge stellvertretende Chefredakteurin der Deutschen Welle und Leiterin der Abteilung Wirtschaft, Wissenschaft und Umwelt. Als Projektleiterin war sie an Wandlungsprozessen beteiligt, die die DW im digitalen Zeitalter zukunftsfähig machen sollen. Laut DW-Intendant Peter Limbourg ist es Kasper-Claridges Auftrag, auch weiterhin den digitalen Wandel der DW voranzutreiben und einen Schwerpunkt auf mehr On-Demand-Angebote zu setzen. Kasper-Claridge freue sich auf die Herausforderung, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. „Die kulturelle Vielfalt ist unsere programmliche Stärke. Und die werden wir mit herausragenden journalistischen Angeboten weiter ausspielen.“

„Bald“ Apple-Pay auch bei Bank Austria, Raiffeisen und Volksbanken

„Bald“ heißt es seitens der Bank Austria, der Raiffeisen und den Volksbanken, wenn man nach dem Start von Apple-Pay nachfragt. Wann die Geldinstitute das Service anbieten können, entscheidet nämlich Apple. Allerdings soll der Start nun unmittelbar vor der Tür stehen, wie aus dem Umfeld der Banken zu erfahren ist.

Seit dem Start im April bieten sieben Institute die Möglichkeit an, mit dem iPhone oder der Apple-Watch zu bezahlen. Vom Start weg ein österreichischer Kooperationspartner war die Erste Bank mit den Sparkassen und N26. Um Apple-Pay nutzen zu können, muss eine Kreditkarte oder Bankomatkarte einer Bank auf dem Smartphone „hinterlegt“ werden. Voraussetzung sind Kassen bzw. Terminals in Geschäften, Restaurants, Taxis oder an Verkaufsautomaten, die für kontaktloses Bezahlen eingerichtet sind, sowie Apple-Geräte (Handy, Smartwatch, Tablet) die für biometrische Erkennungsverfahren ausgestattet sind. Die Zahlung selbst – mit einem einmaligen und spezifischen Sicherheitscode autorisiert – wird mittels Gesichtserkennung bzw. Fingerprint bestätigt und abgeschlossen.

ORF III mit Nachrichten in Einfacher Sprache

ORF III präsentiert im Rahmen der Sendung „Österreich Heute – das Magazin“ um 19.30 Uhr erstmals Nachrichten in Einfacher Sprache. Redaktionell betreut wird die Aktion von „Österreich Heute“-Moderatorin Vera Schmidt, die von der inklusiven Lehrredaktion des „Kurier“ unterstützt wird.

Die Lehrredaktion, finanziert durch den Fonds Soziales Wien (FSW), bietet sechs Menschen mit Behinderungen die Möglichkeit, täglich drei bis fünf Nachrichten in Einfacher Sprache zu produzieren.

58,4 Prozent mehr Kinderporno-Anzeigen als im Vorjahr

Die Gesetzesbrecher verlagern ihre Aktivitäten zusehends von der Straße in den digitalen Raum. Wie aus dem heurigen Cybercrime-Bericht des Bundeskriminalamts hervorgeht, gab es 2018 in Österreich rund 20.000 Anzeigen wegen Internetkriminalität, im Vorjahr waren es noch circa 17.000. Ein Zuwachs lässt sich vor allem im Bereich des Betrugs beobachten: So gab es mit 13.328 Anzeigen ein Plus von 13,3 Prozent. Dabei versuchen Kriminelle anhand von unterschiedlichsten Methoden ihre Opfer in die Irre zu führen.

Ein großes Thema ist der Bestellbetrug. Mit gefälschten E-Mail-Adressen und mittels Zahlung auf Rechnung bestellen Täter im Internet im Namen fremder Personen. Diese bemerken das oft erst viel später, etwa aufgrund einer Mahnung des jeweiligen Händlers. In einer gemeinsamen Aktion mit 23 Europol-Mitgliedsstaaten gab es 95 Festnahmen, vier davon in Österreich. Durch Ermittlungen erkannte man über 20.000 betrügerische Bestellungen, davon über 2700 in Österreich. Der Gesamtwert liegt bei circa einer Million Euro.

Eine populäre Methode, über die in der Vergangenheit häufig berichtet wurde: Betrüger senden Passwörter beispielsweise per Mail mit, die tatsächlich einmal im Einsatz waren oder sogar noch sind, um Nutzer zu verunsichern, zu erpressen und Lösegeld in Form von Bitcoins zu verlangen. Meistens handelt es sich bei den Kennwörtern um alte Datenlecks. Immer wieder kommen Hacker an Nutzerdaten, weil Datenbanken von Webseiten schlecht abgesichert und die Passwörter unverschlüsselt oder mit veralteter Verschlüsselung gespeichert sind. Diese Leaks sind oft auch Quelle für die E-Mail-Adresse, über die Opfer kontaktiert werden.

Eine weitere Kernaufgabe der Cybercrime-Ermittler ist der Kampf gegen Kindesmissbrauch zur Erstellung pornografischer Inhalte. Im Jahresvergleich von 2017 und 2018 kam es zu einem massiven Anstieg der Anzeigen: So gab es 2018 58,4 Prozent mehr als im Jahr davor. Der Grund dafür liegt laut Bundeskriminalamt darin, dass die großen sozialen Medien aus den USA das Thema ernster nehmen und Vorfälle auch an Behörden melden. Ein großes Problem, das sich gezeigt habe: oft junge Nutzer, die vermeintliche „Spaßvideos“, die kinderpornografische Inhalte zeigen – beispielsweise Minderjährige, die mit Tieren verkehren –, weiterleiten und liken. Auch das ist strafbar.

Deutscher Reporterpreis für die Ibiza-Aufdecker

Die Journalisten vom „Spiegel“ und der „Süddeutschen Zeitung“, die die Ibiza-Affäre aufgedeckt haben, wurden mit dem Deutschen Reporterpreis ausgezeichnet. Sie hatten am 17. Mai das 2017 heimlich auf Ibiza aufgenommene Lockvogel-Video mit FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache und Klubobmann Johann Gudenus veröffentlicht, das die türkis-blaue Regierung zu Platzen brachte und die Neuwahl auslöste.

Österreich hat Europas niedrigste Streamingabo-Quote

A1 befragt regelmäßig 2.000 Userinnen und User, analysiert den Markt und die Nutzung von Bandbreite sehr genau. Viel will Matthias Lorenz aus der internen Marktforschung nicht ausplaudern. Aber aus dem Vergleich mit den Daten anderer Telekomgrößen kann er sagen: „In Österreich ist bei Streamingabos noch viel Luft nach oben. Wir haben hier die niedrigste Aboquote in Europa.“ Wer in Österreich mit einem TV-Abomodell starten will, dem wünscht Lorenz „nur alles Gute“. Der ORF hat das ab 2016 mit dem Film- und Serienportal Flimmit kommerziell wenig erfolgreich versucht.

Rund zehn Prozent der österreichischen Haushalte hätten ein Sportstreamingabo. A1 dürfte das mit Sky kalkulieren – rund 400.000 Abos könnte das bedeuten. Die Fiction-Streamingangebote Amazon Prime Video und Netflix dürften darüber liegen und Platz eins an Amazon Prime gehen. Bei dem Kombi-Aboangebot aus Zustellvorteilen und Videoplattform ist allerdings noch schwerer herauszufinden, wie viele den Video-Teil davon nutzen. „Sechsstellig, und das nicht niedrig“, so viel lässt sich A1 dann doch noch zu Streamingabozahlen entlocken.

25 Jahre Playstation

Die Playstation von Sony wurde vor 25 Jahren aus einem Streit heraus geboren. Ursprünglich wollte der Elektronik-Konzern sich gar nicht den Aufwand machen, eine komplette eigene Videospiele-Plattform zu etablieren. Der Plan war stattdessen eine Zusammenarbeit mit Nintendo, dem damaligen frisch gekrönten Konsolen-Platzhirsch. Doch die Vereinbarungen platzten – und das gab der Geschichte der Branche einen ganz anderen Verlauf.

Auslöser für die geplante Kooperation der beiden Unternehmen war die Erfindung der CD-ROM. Die Silberscheiben waren deutlich günstiger zu produzieren und sollten als Speichermedium auch für Spiele die bislang genutzten teureren Kartuschen ersetzen. 1988 vereinbarten die beiden japanischen Konzerne die Entwicklung eines CD-ROM-Laufwerks für Nintendos SNES. Sony sicherte sich dabei die Zusage der vollen Kontrolle über die Software auf den Discs.

Möglicherweise dachten die Manager von Nintendo, dass Sony lediglich Enzyklopädien oder ähnliche Software, aber keine Spiele per CD-ROM auf die Konsolen bringen wollte, schrieb US-Autor David Sheff in seinem Buch „Game Over“. Oder Nintendo-Patriarch Hiroshi Yamauchi fühlte sich unter Druck in dem Glauben, nur so an die neue Technologie kommen zu können. Als die Zusammenarbeit anlief, überkam Yamauchi aber das Gefühl, dass er zuviel weggegeben hatte: Sony konnte auf eigene Faust Spiele veröffentlichen können, ohne dass Nintendo daran mitverdient hätte.

Nachdem es nicht gelang, die Konditionen nachzuverhandeln, entschied sich Yamauchi für einen Coup: Hinter dem Rücken von Sony fädelte Nintendo einen CD-ROM-Deal mit Philips ein. Bekanntgegeben wurde er auf eine besonders demütigende Art: Einen Tag nachdem Sony sein SNES-Laufwerk angekündigt hatte. Es folgte Streit vor Gericht, am Ende wurde gar kein CD-ROM-Laufwerk für das Super Nintendo gebaut. Doch das viel wichtigere Ergebnis der Geschichte war: Sony beschloss, selbst ernsthaft ins Videospielgeschäft einzusteigen und Nintendo Konkurrenz zu machen. Der Sony-Ingenieur Ken Kutaragi, der auf eigene Faust an einer Konsole herumgebastelt hatte, wurde mit dem Projekt betraut und gilt als Vater der Playstation.

Die Playstation erschien am 3. Dezember 1994 zunächst in Japan. Die wichtigsten Merkmale der Konsole waren ein CD-ROM-Laufwerk, 3D-Grafik – sowie die Bereitschaft von Sony zu massiven Marketing-Kampagnen und einer aggressiven Preisgestaltung. Schließlich galt es für den Neuling, sich in einen bereits hart umkämpften Markt hineinzudrängen. Im US-Markt startete die Playstation im Herbst 1995 mit einem Preis von 299 Dollar – deutlich günstiger als die konkurrierende Konsole Sega Saturn. Nintendos Neuling N64 setzte Sony im Jahr darauf mit einer Preissenkung unter Druck.

Neben besserer Grafik und deutlich mehr Speicherplatz zog die Spieleentwickler auch die Möglichkeit an, die Software auf CDs günstiger zu produzieren. Außerdem freuten sie sich über eine Alternative zu Nintendos von strikter Kontrolle geprägter Plattform. Die Playstation wurde zu einem globalen Hit mit mehr als 100 Millionen Geräten. Das Nachfolgemodell Playstation 2 wurde mehr als zehn Jahre produziert und machte Sony endgültig zum Branchenschwergewicht. Während die ambitionierte Playstation 3 gegen Nintendos günstige Wii mit der pfiffigen Bewegungssteuerung das Nachsehen hatte, liegt die aktuelle Playstation 4 wieder über 100 Millionen verkauften Geräten.

25 Jahre nach dem Start der ersten Playstation stehen heute zwei Fragen im Raum: Was wird die für kommendes Jahr erwartete Playstation 5 können? Und wird es vielleicht sogar die letzte Playstation-Konsole sein? Denn eine der großen Zukunftstrends in der Branche ist das Cloud-Gaming, bei dem die Spiele auf Servern im Netz laufen und über superschnelle Leitungen auf die Geräte der Nutzer gestreamt werden. Eine Herausforderung sind dabei noch die Reaktionszeiten zwischen Knopfdruck und Spielgeschehen. Aber Sonys Konsolen-Rivale Microsoft und Google treiben das Konzept bereits mit ihren Cloud-Diensten voran.

Sony rechnet mit einem fließenden Übergang vom Spielen auf Konsolen zur Cloud. Neben seinem eigenen Streaming-Dienst Playstation Now kündigte das Unternehmen im Sommer für viele überraschend eine Kooperation mit dem Erzrivalen Microsoft in Sachen Streaming-Services an. Aber es sei nicht so, „dass die Konsolen-Welt in drei Wochen oder in drei Jahren verschwindet“, sagte Playstation-Chef Jim Ryan dem Tech-Blog „CNET“. „Wir glauben, dass es einen Markt für eine Konsole der nächsten Generation gibt.“ Die Playstation 5 soll zum Weihnachtsgeschäft 2020 auf den Markt kommen und neben 4K-Auflösung ein besonders realistisches Bild dank Unterstützung der Raytracing-Technologie bieten, die Lichtstrahlen bis hin zu Spiegelungen darstellt.

Streamingportale im Überblick

Bislang haben Netflix und Amazon die etablierten TV-Sender vor sich hergetrieben. Nun drängen immer mehr VoD-Dienste auf den Markt. Ein Überblick.

Heute schon gestreamt? Am besten gleich als Bingewatch, auf dem Sofa oder am Tablet, eine ganze Serienstaffel in einem Rutsch. Jeder Zweite in Deutschland nutzt Netflix, Amazon & Co. Tendenz steigend. Hier mal „Game of Thrones“, dort „Stranger Things“ oder „Modern Love“ – laut einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung McKinsey geben die Deutschen für derlei exklusives Entertainment im Schnitt jährlich 112 Euro für Home-Video-Inhalte aus, doppelt so viel wie vor zehn Jahren.

Da ist DVD-Nutzung noch inbegriffen. Doch wer holt sich heute noch DVD ins Haus, wo ein Druck auf die Smart-TV-Fernbedienung ins Serien- und Filmreich trägt? Zig Apps nebeneinander. Die beliebtesten Streaming-Bezahlangebote in Deutschland sind Amazon Prime (30 Prozent) und Netflix (28 Prozent), gefolgt von Magenta TV und Sky Ticket. Insgesamt planen acht Prozent aller befragten Haushalte, einen neuen Streaming-Dienst wie Apple TV+ oder (demnächst) Disney+ zu abonnieren.

Wie groß wird der Streamingmarkt?

Diese Woche ist mit Joyn Plus+ ein weiteres kostenpflichtiges deutsches Streamingportal auf den Markt getreten. Zeit für eine Übersicht, Zeit zum Auswählen, Zeit für eine Tabelle (siehe unten): Welches Portal zeigt was? Was kostet das? Was passt für mich am besten? Wer kommt noch dazu, wie groß wird der Streamingmarkt?

Wie stark der Markt in Bewegung gerät, zeigt sich in Gänze beim Blick über den Atlantik. Dort befinden sich Netflix und Amazon bereits im Wettbewerb mit den neuen Playern Apple TV+ und vor allem Disney+. Der Abo-Dienst von Apple TV ist in Deutschland zwar bereits mit einem noch eher rudimentären Angebot gestartet. Disney+ ist in Europa bislang aber nur in den Niederlanden verfügbar, der große Europastart in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien steht am 31. März an.

In den USA zeigt Disney aber gleich von Beginn an Stärke: Zu den 500 Filmen und 80 Serien im Startkatalog gehören „Star Wars“-Produktionen wie „The Madalorian“, aber auch diverse Marvel-Filme und -Serien wie „Iron Man“, „Thor“, „Avengers“, Filme aus der „Indiana Jones“-Reihe und viele Disney-Animationsfilme. Viele der erfolgreichsten Filme und Serien, die über andere Streamingportale abgerufen werden konnten, gibt es dann auch bei uns künftig nur mit einem Abo bei Disney+. Der Startpreis von 6,99 Euro in den Niederlanden lässt erahnen, dass der Konkurrenzkampf nicht nur über Inhalte geführt wird – vom Frühjahr an verstärkt in Deutschland.

Deutsche Privatsender wollen dabei sein

Herausforderungen gibt es dabei allerorten: Zum Beispiel beim Pay-TV- und Video-on-Demand-Anbieter Sky, der mit der Streamingkonkurrenz besonders durch Dazn bereits zu kämpfen hat. Die Verträge mit HBO wurden zwar verlängert, inklusive der Ankündigung, weitere Koproduktionen in Angriff zu nehmen. Dennoch stellt sich die Frage, wie viele der High-Quality-Serien aus Übersee wie „Game of Thrones“ in mittlerer Zukunft noch via Sky zu sehen sein werden.

Die deutschen Privatsender wollen auf diesem boomenden Markt dabei sein, haben sich mit exklusiven Inhalten bei TV Now (RTL-Gruppe) und Joyn (ProSiebenSat1) platziert. Es geht bei dieser neuen Art Fernsehen aber nicht nur um Serien, Shows und Filme.

Sport bei Streaming-Diensten

Es fragt sich auch, die Erwähnung der reinen Sport-Streamingkanäle Eurosport2 und Dazn beweist es: Was ist mit den immer wichtiger werdenden Sportrechten, wo Olympia schon exklusiv auf die Eurosport Player App wandert und Dazn Fußball Champions League bringt? In den nächsten Monaten stehen neue Rechte-Verhandlungen an, bei Champions League und Bundesliga. Laut Insidern dürfte die Rolle von Amazon Prime, Dazn & Co. da eher größer, die Dienste damit noch wichtiger, exklusiver, vielleicht auch teurer werden.

Die Lust auf Streaming ergänzt das lineare Fernsehgucken, wenn es dieses bei jüngeren Zielgruppen nicht gar ersetzt hat. Portale wie Magenta TV mit einer großen Mediathek samt Serien die es zum Telekom-Anschluss für fünf Euro/Monat gibt (Nicht-Telekom-Kunden zahlen 7,95 Euro), tragen dem Rechnung.

Veränderte Nutzerverhalten – braucht es zum Fernsehgucken da überhaupt noch einen Kabelanschluss, wenn man mit Joyn Plus+ via Internet für 6,99/Monat mehr als 60 Sender in HD plus Premium-Serien wie „Dignity“ bekommt? Ein Paket bei Vodafone TV liegt da drüber – und ist nicht monatlich kündbar.

Netflix

Art des Dienstes:
Abonnement

Inhalte:
Über 1300 Serien und 2800 Filme
Über 800 Originals, auch deutsche Eigenproduktionen wie “Dark”, “Wir sind die Welle”

Preise:
Basis: 7,99 €/Monat
Standard: 11,99 €/Monat (HD)
Premium: 15,99 €/Monat (UHD)

Probezeiten:
30 Tage

Kündigungsfristen:
Jederzeit kündbar

Besonderheiten:
Alle Serien als Binge-Watch
Downloads, Ultra-HD

Channels:
Keine

Amazon Prime Video

Art des Dienstes:
Abonnement für Prime-Mitglieder, dazu Pay per View

Inhalte:
Über 30.000 Titel. Blockbuster, Serien-Originals wie “Tom Clancy’s Jack Ryan”, deutsche Originals wie “Beat”, “Deutschland 86”, Sport-Dokus “Inside Borussia Dortmund”

Preise:
Prime-Mitgliedschaft (69 €/Jahr, 7,99 €/Monat)

Probezeiten:
30 Tage

Kündigungsfristen:
Prime-Mitgliedschaft ist jederzeit kündbar

Besonderheiten:
Komplette Staffeln im Binge-Watch,
Downloads, Ultra-HD

Channels:
50 kostenpflichtige Channels (Eurosport Player, ZDF Krimi, Starzplay)

Sky Ticket

Art des Dienstes:
Tages- und Monatstickets

Inhalte:
Blockbuster-Filme und Serien, u.a. von HBO, Sky-Originals wie “Das Boot”, “Acht Tage”, umfangreiches Sportangebot mit Fußball-Bundesliga, Champions League, Premier League Formel 1, Tennis u.a.

Preise:
Sky Entertainment 9,99 €/Monat
Sky Cinema 9,99 €/Monat
Sky Supersport 29,99 €/Monat

Probezeiten:
Entertainment- und Cinema 4,99 € erster Monat, Supersport 9,99 €

Kündigungsfristen:
Jederzeit kündbar

Besonderheiten:
Binge-Watch ausgewählter Serien

Channels:
26 lineare Channels wie Sky Atlantic (HBO), TNT Serie

Apple TV+

Art des Dienstes:
Abonnement

Inhalte:
Ausschließlich Apple Originals, bislang neun Serien, darunter “For All Mankind”, “Snoopy im All”, bislang ein Film “Die Elefantenmutter”

Preise:
4,99 €/Monat
Für Käufer vieler Apple-Produkte (seit dem 10.9.) ein Jahr kostenlos

Probezeiten:
Siebentägiges Probeabo

Kündigungsfristen:
Monatlich kündbar

Besonderheiten:
Binge-Watch einiger Inhalte, Ultra-HD

Channels:
Apple TV+ und Starzplay

TV Now

Art des Dienstes:
Werbefinanziertes Free-Angebot und kostenpflichtiges Premium-Angebot

Inhalte:
etwa 1300 Serien und 1300 Filme, 80 Prozent deutsche Inhalte zumeist aus der RTL-Familie
Originals wie „Prince Charming“, Sitcom „Schwester, Schwester“ vorab als Boxset

Preise:
4,99 €/Monat für das Premiumangebot

Probezeiten:
30 Tage

Kündigungsfristen:
30 Tage

Besonderheiten:
zum Teil Binge-Watch, Serien-Vorabs

Channels:
13 Channels mit Live-TV der RTL-Familie

Joyn

Art des Dienstes:
Werbefinanziertes Free-Angebot plus Abo-Modell Joyn Plus+

Inhalte:
Free: ca. 40.000 Medieninhalte Plus+: ca. 2500 Spielfilme (“La La Land”, “Dirty Grandpa”), ca. 650 Serien (“Darkness”, “Dignity”), Inhalte von Maxdome/ProSiebenSat1 integriert

Preise:
Joyn Plus+: Einführungspreis (bis zum 31.12.2019) 3,99 €/Monat für drei Monate, anschließend 6,99 €/Monat

Probezeiten:
30 Tage

Kündigungsfristen:
Monatlich kündbar

Besonderheiten:
Binge-Watch und Ultra-HD in Arbeit, Serien-Vorabs.

Channels:
Food Network und MotorTrend

Eurosport Player

Art des Dienstes:
Eurosport Player im Abonnement

Inhalte:
Inhalte von Eurosport 1 HD und Eurosport 2 HD: Olympische Spiele, Tennis Grand Slams,Radsport, Wintersport, Motorsport und Snooker

Preise:
Monats-Abo für den Eurosport Player für 6,99 €.

Probezeiten:
Kein Gratismonat

Kündigungsfristen:
Monatlich kündbar

Besonderheiten:
Großes “on demand“-Archiv. Ultra-HD in Planung

Channels:
Keine

Dazn

Art des Dienstes:
Abonnement

Inhalte:
Fußball Champions League, Euro League, Bundesliga LaLiga, Serie A, FA Cup. Dazu NBA, Boxen, Handball EHF-Cup, Darts WM. Eigen-Dokus: “Being Mario Götze”

Preise:
11,99 €/Monat. Jahresabo für 119,99 €

Probezeiten:
Ein Gratismonat

Kündigungsfristen:
Monatlich kündbar

Besonderheiten:
Technische Features wie Key Moments, Multi-View

Channels:
Eurosport 1 & 2 laufen auch bei Dazn

Und was passiert in der Nische?

Auch Matthias Schweighöfer hat den Streamingmarkt entdeckt – mit Gründung der deutschen VoD-Plattform Pantaflix, vor allem für Fans von Independent-Filmen. Im Unterschied zu Netflix, Amazon Prime & Co. werden keine monatlichen Gebühren erhoben. Filme wie „Memento“ oder „Brasch“ (2,99 Euro) werden einzeln geliehen, sind dann für 30 Tage in der Mediathek verfügbar.

Ähnlich der VoD-Anbieter Rakuten TV, dessen App viele zu Hause auf Smart TV haben dürften. Die Leihpreise für Blockbuster wie „Fast & Furious“ oder „John Wick“ bewegen sich zwischen 0,99 und 6,99 Euro.

Für Arthouse-Fans bewährt hat sich der britisch-amerikanische Abo-Dienst Mubi: mit Buñuel-Klassikermn oder Kino aus Südkorea für 9,99 Euro/Monat. Auch interessant: Starzplay, ein Ableger des US-amerikanischen TV-Senders „Starz“, zubuchbar bei Amazon Prime mit Eigen-Qualitätsserien („Killing Eve“, „Pennyworth“).

Netflix reaktiviert gekündigte Konten ohne Erlaubnis der Nutzer

Cyberkriminelle, die Account-Informationen von stillgelegten Netflix-Konten erbeutet haben, können die Accounts offenbar problemlos wieder reaktivieren, auch wenn sie nicht über die Zahlungsdaten der betroffenen Nutzer verfügen.

Der Grund dafür liegt darin, dass Netflix Zahlungsdaten bis zu zehn Monate nach der Kündigung des Kontos speichert. Der Streamingdienst will es so Kunden, die es sich anders überlegt haben, einfacher machen, das Angebot wieder zu nutzen. Das vereinfacht aber auch das Geschäft von Cyberkriminellen. Sie müssen sich nur in das Konto einloggen und können ohne die Eingabe von Zahlungsdaten das Konto wieder aktivieren.

Auf Twitter beklagten sich einige betroffen Nutzer über die laschen Sicherheitsvorkehrungen bei dem Streamingdienst. Im Internet gibt es einen lukrativen Markt für Netflix-Log-ins, die nicht selten für weniger als einen Euro angeboten werden. Die Cyberkriminellen ändern dabei auch die Zugangsdaten und aktivieren teurere Abo-Optionen.

Facebook will Mitnahme von Daten erleichtern

Facebook-Nutzer sollen bald ihre Daten zu anderen Diensten mitnehmen können. Ein erstes Werkzeug soll den Umzug von Fotos und Videos zu Google Fotos ermöglichen, hat das Unternehmen in einem Blogeintrag angekündigt. Laut Steve Satterfield, Director of Privacy and Public Policy bei Facebook, ist das Umzugsprogramm zunächst in Irland im Testeinsatz und soll im ersten Halbjahr 2020 weltweit verfügbar sein.

Das Transferprogramm basiert auf Quellcode des Data Transfer Projects. Diesem Zusammenschluss von Unternehmen gehören auch Apple, Microsoft, Google, Twitter und andere an. Ziel ist es, Nutzern die Datenmitnahme zu anderen Dienstanbietern zu ermöglichen. Das Umzugs-Tool zu Google Fotos soll nur ein Anfang sein. Satterfield hofft auf weitere Partner für den Dienst.

Whatsapp bekommt bald selbstzerstörende Nachrichten

Whatsapp bekommt eine Selbstzerstörungsfunktion, das testet das Unternehmen aktuell. In der Betaversion ist sie bereits im Einsatz – und laut des bekannten Whatsapp-Blogs WABetaInfo (via Yahoo News) dürfte der Start nicht allzu weit entfernt sein. Erwartet wurde das Feature nämlich bereits in der aktuellsten Version des Messengers.

Die Funktion erlaubt Usern, einen bestimmten, aus mehreren Optionen gewählten Timer einzustellen– anders als bei Telegram und Signal ist dieser allerdings etwas höher angesetzt. So beginnt das Limit bei einer Stunde – aktiviert man dieses, verschwinden Nachrichten nach Ablauf dieser Zeit. Das Maximum ist vergleichsweise hoch angesetzt und liegt in der aktuellen Betaversion bei einem Jahr.

Europol nimmt 30.000 Domains offline

In einer koordinierten Aktion mit Behörden aus 18 EU-Mitgliedstaaten, einem Bereich der US-Zollbehörde sowie Europol haben die Behörden eigenen Angaben zufolge mehr als 30.000 Domainnamen beschlagnahmt. Über diese Domains wurde laut Angaben der Polizeibehörden eine Vielzahl verschiedener Verstöße gegen Immaterialgüterrechte wie Urheberrecht oder Markenrecht begangen.

Laut der Pressemitteilung von Europol handelt es sich dabei in den meisten Fällen konkret um den Vertrieb von nachgemachten Produkten wie etwa „pharmazeutische Produkte, Schwarzkopien von Filmen, das illegale TV-Videostreaming, Musik, Software, Elektronik oder andere gefälschte Produkte“.

Im Zuge der Maßnahmen haben die Behörden drei Verdächtige festgenommen und Vermögen beschlagnahmt. Dazu gehören 26.000 Luxusprodukte, Hardware, ungefähr 150.000 Euro auf verschiedenen Konten sowie mehr als 350 Liter alkoholischer Getränke.

Jens-Peter Gaul ist neuer Vorsitzender des Medienbeirats der Mediengruppe RTL

Der Medienbeirat der Mediengruppe RTL Deutschland hat am 28. November in Berlin Jens-Peter Gaul zu seinem neuen Vorsitzenden gewählt. Der amtierende Generalsekretär der Hochschulrektorenkonferenz folgt in seiner neuen Funktion auf Professor Christian Höppner, der nach acht Jahren als Vorsitzender aus dem Medienbeirat ausscheidet, da seine Benennung durch den Deutschen Kulturrat endet.

Der Medienbeirat der Mediengruppe RTL versteht sich als Beratungs- und Diskussionsgremium, das sich mit dem Management über aktuelle Fragen der Programm- und Inhalteentwicklung ebenso wie über die Medienordnung und -politik austauscht.

Frances Evans übernimmt Marketing beim Wort & Bild Verlag

Die 50-Jährige ist seit über 23 Jahren im internationalen Verlagsmanagement tätig. Zuletzt war sie als Vorstand und Geschäftsführerin bei der Media Group Medweth tätig, wo sie schwerpunktmäßig für die Transformation der Geschäftsmodelle und den Ausbau bestehender Printformate zuständig war.

Die gebürtige Britin sagt, dass sie seit jeher einen starken Fokus auf kundenorientierte und markenbezogene Funktionen habe. In ihrer Karriere betreute sie zudem Bereiche wie das internationale Anzeigenmanagement, das Lizenzgeschäft und auch Marktforschungsprojekte.

37.920 Prozessorkerne: Leistungsfähigster Computer Österreichs nahm offiziell Betrieb auf

Österreichs leistungsfähigster Computer hat offiziell seinen Betrieb aufgenommen. Der „Vienna Scientific Cluster 4“ (VSC-4) ist mit einer Rechenleistung von 2,7 Petaflops viermal so leistungsstark wie das Vorgängermodell VSC-3. Der acht Millionen Euro teure Supercomputer ist ein Gemeinschaftsprojekt von fünf Universitäten und steht für wissenschaftliche Berechnungen zur Verfügung.

37.920 Prozessorkerne

Der neue Supercomputer verfügt über 790 Knoten zu je zwei Prozessoren mit je 24 Kernen – also insgesamt 37.920 Prozessorkerne. Die Komponenten kommen von Lenovo, die Prozessoren von Intel. Je Prozessor stehen sechs Memorymodule mit jeweils acht Gigabyte zur Verfügung, pro Knoten also 96 GB RAM, einzelne Knoten haben aber auch bis zu 768 GB RAM. Mit den übertakteten Prozessoren verbraucht der Rechner üblicherweise 460 Kilowatt, bei Spitzenlast bis zu 600 Kilowatt und muss mit Wasser gekühlt werden. Dazu werden rund zehn Liter Reinwasser pro Sekunde durch Kupferleitungen rund um die Prozessoren und Speichermodule gepumpt.

NDR erwartet für 2020 mehr als 30 Millionen Euro Minus

Der NDR rechnet für das kommende Jahr mit einem Fehlbetrag von 132 Millionen Euro. Dabei handelt es sich aber zu einem großen Teil um kalkulatorische Aufwendungen, die nicht in die Bemessung des Rundfunkbeitrags durch die KEF eingeflossen sind, aus ihnen resultiert also kein Liquiditätsabfluss. Aber auch operativ sieht es nicht unbedingt besser aus: Hier erwartet der NDR für 2020 nämlich ein Minus von 34 Millionen Euro. Für den Zeitraum 2017 bis 2020 wird man dennoch ein ausgeglichenes Ergebnis erreichen.

Der Rundfunkrat des NDR hat dem Wirtschaftsplan des Unternehmens nun auch zugestimmt. Festgelegt ist darin unter anderem auch, dass man im kommenden Jahr 9,5 Stellen sozialverträglich abbaut. Damit wird es im NDR noch 3.378 Planstellen geben. Seit 1993 hat man damit 731 Planstellen abgebaut. In der aktuellen Beitragsperiode und in der Zeit bis 2024 plant der NDR einen Abbau ohne betriebsbedingte Kündigungen von mindestens 111,5 Planstellen.

Womöglich kehrt die Champions League ins Free-TV zurück

Jürgen Klopp erfreut sich großer Beliebtheit in Deutschland, obwohl er schon vor vier Jahren der Bundesliga den Rücken gekehrt hat. Damals gab er seinen Job bei Borussia Dortmund auf, heuerte im Oktober 2015 beim FC Liverpool und war mit den „Reds“ erfolgreich, was seine Popularität hierzulande eher noch steigerte. So war die Aufregung in Deutschland im vergangenen Mai auch groß, als der Liverpool-Sieg im Champions-League-Finale nicht im frei empfangbaren Fernsehen zu sehen war, sondern ausschließlich im Bezahlfernsehen.

Dass das in Zukunft nicht mehr vorkommt, dafür hat die Uefa, der europäische Fußballverband, jetzt vorgesorgt. An diesem Dienstag endet die Frist für die Ausschreibung der deutschen Fernsehrechte an der Champions League. Es ist ein Millionenpoker, der da läuft. Denn die Ware Fußball ist für die Fernsehanbieter wichtig. Es gibt kaum noch große Live-Ereignisse, die viele Menschen interessieren und für gute Einschaltquoten oder für den Abschluss langjähriger Abonnementverträge sorgen – die europäische Königsklasse, in der die besten Mannschaften der jeweiligen nationalen Ligen spielen, gehört dazu.

Bei der aktuellen Ausschreibung für die deutschen Fernsehrechte geht es um einen Zeitraum von drei Jahren, nämlich von der Saison 2021/22 bis 2023/24. In der laufenden und der kommenden Saison bleibt also erstmal alles, wie es ist: Die Spiele sind nahezu ausschließlich im Bezahlfernsehen zu sehen – bei Sky und bei dem Streaminganbieter Dazn. Kommt danach der europäische Fußball ins frei empfangbare Fernsehen zurück? Möglicherweise – und zumindest ein wenig, doch das hängt von vielen Faktoren ab.

Die Ausschreibung sieht nach SZ-Informationen mehrere Rechtepakete vor, für welche die Interessenten einzeln oder zusammen bieten können. Das Paket D umfasst danach nur die Rechte für das Endspiel, dies kann also alleine von frei-empfangbaren Sendern ersteigert werden – es ist das erste Mal, dass nur ein Spiel in einem Rechtepaket ist. Schafft es übrigens eine deutsches Mannschaft ins Champions-League-Endspiel, würde der Rundfunkstaatsvertrag greifen – eine Übertragung im frei empfangbaren Fernsehen wäre dann zwingend.

Daneben gibt es zwei weitere Rechtepakete der Klasse C, wer diese erwirbt, darf Zusammenfassungen der Höhepunkte der beiden Champions-League-Spieltage Dienstag und Mittwoch zeigen – und zwar relativ bald nach dem Abpfiff der Begegnungen. Auch diese Rechtepakete wären für das frei empfangbare Fernsehen interessant; damit könnten Zuschauer ohne Pay-TV-Abo künftig am späten Abend wenigstens die Höhepunkte sehen.

ZDF und RTL gelten als Interessenten für eine Lösung, bei der Höhepunkte gezeigt werden

Als mögliche Interessenten gelten dabei ZDF und RTL, der Privatsender aus Köln hat zuletzt mit dem Übertragungen von Länderspielen Quotenerfolge erzielen können. Ob auch Pro Sieben Sat 1 mitbietet, ist fraglich. Konzernchef Max Conze sagte zuletzt zwar, man schaue sich alle Ausschreibungen „sehr genau“ an, fügte aber auch an: „Die Realität ist, dass der Erwerb dieser sehr teuren Rechte ökonomisch schwierig zu vertreten ist.“ Interessant sind die Rechtepakete gleichzeitig auch für Online- oder Streaminganbieter.

Im Angebot sind daneben die deutlich größeren und wertvolleren Rechtepakete der Klassen A und B. Letzteres umfasst fast alle Live-Rechte eines Spieltages. Bei A darf der Bieter jeweils eine Top-Partie an den Spieltagen Dienstag und Mittwoch auswählen und diese dann exklusiv zeigen. Interessenten für diese Live-Pakete dürften vor allem Sky und Dazn sein, die sich schon jetzt nach einem bestimmten Schlüssel die Übertragung teilen. Daneben könnte es weitere Bieter geben wie Amazon oder die Deutsche Telekom.

Bei der letzten Ausschreibung hatten die frei empfangbaren Sender übrigens das Nachsehen, die Rechte gingen damals an die Bezahlanbieter. So ist die Champions League seit der Saison 2018/19 nur noch dort zu sehen. Davor hatte das öffentlich-rechtliche ZDF sechs Jahre lang Spiele gezeigt. „So bitter das für das ZDF ist, wir können bei dieser Preisspirale nach oben nicht immer weiter mitmachen“, sagte damals ZDF-Sportchef Thomas Fuhrmann, als klar war, dass der Sender nicht mehr zum Zug kommt. Der Verlust der Champions-League-Spiele schmerze, fügte er an. Zuletzt wurde wieder Interesse signalisiert – „zu vertretbaren Konditionen“.

Ob die Preise allerdings wirklich „vertretbar“ sind, darf bezweifelt werden. Die Champions-League-Fernsehrechte für Deutschland bringen der Uefa derzeit geschätzt bis zu 200 Millionen Euro im Jahr ein. Experten halten jetzt eine Steigerung um etwa 20 Prozent in der laufenden Ausschreibung für möglich. Diese wird im Auftrag der Uefa von der Sportrechteagentur Team ausgerichtet, die ihren Sitz in Luzern in der Schweiz hat und zum Medienunternehmen Highlight Communication gehört. „Die schauen nur auf das Geld“, kritisiert ein Beteiligter, Team sei also auf eine Maximierung des Erlöses aus. Andere Aspekte würden dem untergeordnet. Das sind etwa die Wünsche der Fans oder das Interesse von großen Sponsoren. Diese sind an einer stärkeren Präsenz im frei empfangbaren Fernsehen interessiert, weil sie dort mehr Menschen erreichen. So brachte es das ZDF auf bis zu neun Millionen Zuschauer bei wichtigen Spielen des FC Bayern München. Bei Sky sind es deutlich weniger. In Großbritannien beispielsweise ist die Champions League auch nur gegen Bezahlung zu sehen, beim Telekommunikationsunternehmen BT und bei Sky. Dort sind die Einnahmen der Uefa noch höher, die TV-Rechte an der Champions League bringen etwa 470 Millionen Euro im Jahr ein.
Im nächsten Jahr werden dann die Rechte an der Bundesliga vergeben: für noch mehr Geld

Nach der Ausschreibung ist vor der Ausschreibung: Im kommenden Jahr wird die Deutsche Fußball Liga (DFL) die TV-Rechte an der Bundesliga neu vergeben. Diese bringen deutlich mehr Geld ein, derzeit etwa 1,3 Milliarden Euro pro Saison. Derzeit prüft noch das Kartellamt, möglicherweise werden schon in den ersten Wochen des neuen Jahres die Unterlagen mit den konkreten Rechtepaketen an Interessenten versendet. Bis zum Frühsommer könnte der Zuschlag erfolgen. Auch hier gilt: Sky und die Streaming-Plattform Dazn sind dringend auf die Rechte angewiesen, um für ihre Abonnenten attraktiv zu bleiben. Daneben gibt es weitere Interessenten wie ARD, ZDF, RTL, Amazon, die Deutsche Telekom (die zuletzt die Rechte an der Fußball-EM 2024 erwarb) und einige weitere.

Hauptbücherei Wien lässt Nutzer eigene Schallplatten digitalisieren

Neu eingerichteter „Vinyl Corner“ mit 260 Schallplatten vor Ort und 600 weiteren im Archiv. Seit einigen Jahren liegen Schallplatten wieder im Trend. Darauf hat auch die Wiener Hauptbücherei am Urban-Loritz-Platz reagiert

Dort hat man einen neuen „Vinyl Corner“ eingerichtet. Nutzer können Schallplatten nicht nur anhören, sondern auf Wunsch auch selbst mitgebrachte digitalisieren lassen.

260 Schallplatten gibt es vor Ort zu hören, 600 weitere befinden sich im Archiv. Die Hauptbücherei verspricht alte und neue Titel sowie Raritäten. Die Titel können im Online-Katalog gesucht werden.

Catherin Anne Hiller wechselt als Leiterin Strategic Marketing zu Funke

Die Bauer Media Group verliert Catherin Anne Hiller. Die Forschungs- und Beratungschefin übernimmt einen ähnlichen Posten beim Wettbewerber Funke. Dem soll sie dabei helfen, zu einem „datenzentrierten Unternehmen“ zu werden.

Bei Funke wird Hiller als Leiterin Strategic Marketing firmieren. Diesen Posten hat Andreas Schoo, Sprecher der Geschäftsführung, eigens für sie neu geschaffen. Man kennt und schätzt sich von früher: Schoo, damals noch bei Bauer, hatte Hiller vor sieben Jahren ins Haus geholt – nun folgt sie ihm zu Funke, wo sie direkt an ihn und die Geschäftsführung berichtet. Dort soll die gebürtige Waliserin „den Weg zu einem datenzentrierten Unternehmen und einer neuen Form der Customer Centricity über die verschiedenen Geschäftsbereiche und Medienkanäle mitgestalten“, so Funke. Der hohe Innovations- und Wettbewerbsdruck erfordere „eine neue Form der Integration von Daten-, Analyse- und Insight-Strukturen“.