Microsoft will CO2-negativ werden

Das Ziel klingt ambitioniert, das Microsoft-CEO Satya Nadella ausgelobt hat: Bis 2050 will Microsoft seinen gesamten Kohlenstoff-Verbrauch aus der Umwelt entfernt haben, das das Unternehmen seit seiner Gründung im Jahr 1975 entweder direkt oder durch elektrischen Verbrauch ausgestoßen hat. Und bis 2030 soll der CO2-Verbrauch negativ sein.

„Während die Welt Klimaneutralität erreichen muss, sollten diejenigen von uns, die es sich leisten können, schneller und weiter zu gehen, dies tun. Aus diesem Grund kündigen wir heute ein ehrgeiziges Ziel und einen neuen Plan an, um den CO2-Fußabdruck von Microsoft zu verringern und letztendlich zu beseitigen “, sagte Microsoft-Präsident Brad Smith.

Fonds für Klimainnovationen

Geplant sei, dass der Konzern seine eigenen direkten Emissionen und die Emissionen im Zusammenhang mit der von Microsoft verbrauchten Energie bis zur Mitte dieses Jahrzehnts auf „nahezu Null“ senken wird. Darüber hinaus wurde eine neue Initiative angekündigt, mit der Microsoft-Technologie Lieferanten und Kunden auf der ganzen Welt dabei unterstützen soll, ihre eigenen CO2-Emissionen zu reduzieren.

A1 startet sein 5G-Netz

In der vierten Jännerwoche startet der Mobilfunker A1 sein 5G-Netz. Kunden von „3“ können derzeit in der Linzer Innenstadt, Pörtschach, Wörgl, Leoben sowie in Teilen von Graz und Wien 5G nutzen, seit September gibt es dafür einen Tarif. Magenta hat schon in allen Bundesländern außer Vorarlberg punktuellen 5G-Betrieb in einzelnen Gemeinden gestartet, in Summe in 31 Orten. Auch hier gibt es bereits einen 5G-Tarif.

A1 hat hingegen Frequenzen für 5G ersteigert, die erst seit Jänner 2020 genutzt werden dürfen. Auch der Diskonter Spusu darf nun sein 5G-Netz on air bringen.

Erst die zweite Frequenzversteigerung, die sogenannte Multibandvergabe im Frühjahr 2020, wird 5G in die Fläche bringen. Vorgaben wie gut die österreichische Bevölkerung versorgt sein muss, gibt es von der Telekom-Regulierungsbehörde überhaupt erst für Ende 2023. Dann sollen über 90 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher im Freien Zugang zu schnellem 5G-Internet haben (30 Mbit/s Download und 3 Mbit/s Upload), in Städten und entlang von Autobahnen ein höherer Anteil, wenn auch entlang der Straßen und Bahnlinien langsamer.

ORF-Teletext gut gefragt

Auch nach 40 Jahren ist das Textservice des ORF trotz aller technologischer Revolutionen im Medienbereich stark gefragt: 2019 hatte das Medium 464.000 Leserinnen und Leser pro Tag, 1,014 Millionen pro Woche und 1,480 Millionen pro Monat. Der Marktanteil beträgt 63,7 Prozent. Insgesamt wurden 2019 täglich durchschnittlich 8,8 Millionen Seiten im ORF Teletext aufgerufen.

Die Nutzerzahlen bei Internet- und Handyusern sind ebenfalls hoch, berichtet der ORF: Durchschnittlich 3,9 Mio. Visits pro Monat im Jahr 2019 für die Website und die laut interner Statistik inzwischen mehr als 170.000 Mal heruntergeladene App würden zeigen, dass das Service auch auf neuen medialen Plattformen seinen Platz gefunden hat. Eine vom ORF beauftragte repräsentative Integral-Umfrage vom März 2019 (Österreicherinnen und Österreicher 14+, n=1.000) besagt, dass 20 Prozent der Teletext-Leserinnen und -Leser zumindest gelegentlich via Internet auf das Medium zugreifen, sieben Prozent über die App.

Die Auflagen-Bilanz der Tages- und Wochenzeitungen: “Bild” und “Welt” verlieren erneut mehr als 10%, “Die Zeit” legt dank massivem Digital-Plus zu

Die Quartalsbilanz der überregionalen Zeitungen fällt gewohnt durchmischt aus: Während Springers „Bild“, „Welt“ und „Bild am Sonntag“ erneut mehr als 10% der Abos und Einzelverkäufe im Vergleich zum Vorjahr verlieren – und das „Neue Deutschland“ sogar mehr als 15% -, kamen „Handelsblatt“, „taz“ und „Die Zeit“ glimpflich davon. „Die Zeit“ liegt sogar über Vorjahr – dank deutlich gesteigerter ePaper-Abos.

“Bild” bleibt laut Axel Springer “die mit Abstand größte Tageszeitung und das mit Abstand größte Einzelverkaufsmedium Europas”. Allerdings schrumpfen die Zahlen des Boulevard-Giganten weiterhin fast ungebremst. Mit 1,18 Mio. per Abo und Einzelverkauf abgesetzten Exemplaren ging es im vierten Quartal 2019 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 10,2% nach unten. Zwar wurden damals noch die “Fußball Bild”-Verkäufe mitgezählt, doch diese Zahl dürfte kaum ins Gewicht fallen. Ab dem ersten Quartal entfüllt dieser Sondereffekt dann auch, denn “Fußball Bild” wurde ja Ende 2018 eingestellt.

Bei den seriöseren überregionalen Tageszeitungen ging es für Marktführer “Süddeutsche Zeitung” deutlicher nach unten als zuletzt: Das Minus betrug im vierten Quartal 4,4%, da half auch das Plus bei den ePaper-Abos (56.011 statt 47.689) nicht. Die “Frankfurter Allgemeine” verlor 3,5%, das “Handelsblatt” 1,1% und die “Welt” massive 12,4%. Die “taz” hingegen büßte verhaltenere 1,0% ein, rückt damit immer näher an die “Welt” heran.

Die halbwegs positive Bilanz des “Handelsblattes” hat erneut mit deutlichen ePaper-Zuwächsen zu tun.

Bei den Sonntags- und Wochenzeitungen liegt die “Bild am Sonntag” bei einem Minus von mehr als 10%, bleibt aber noch die klare Nummer 1. Dahinter gewann “Die Zeit” sogar 0,4% im Vergleich zum vierten Quartal 2018 dazu. Der Grund auch hier: Die Digital-Kundschaft: Aus 55.701 wurden 76.146 ePaper-Abonnenten bzw. Z+-Kunden. Ein Zuwachs, der das Minus bei den Papier-Abos und im Einzelverkauf mehr als ausgleichen konnte.

“Welt am Sonntag” und “Franklfurter Allgemeine Sonntagszeitung” büßten unterdessen deutliche 5,5% und 7,7% ein, bei den kleineren Wochen-Titeln kam “Das Parlament” mit einem Minus von 1,0% glimpflich davon, ebenso wie die “Junge Freiheit” und “der Freitag” mit 2,0% und 2,1%.

Snap plötzlich auf 2-Jahreshoch

Jahrelang wurde Snapchat böse verspottet: Keine Chance wurde dem Stories-Anbieter im Infight mit Erzfeind Mark Zuckerberg eingeräumt, der es sich persönlich zur Aufgabe gemacht zu haben schien, Snapchat in die Bedeutungslosigkeit zu befördern. Allein: Im Schatten des riesigen Instagram-Erfolgs erlebt auch der Social Media-Pionier mit dem Geisterlogo eine bemerkenswerte Wiederauferstehung. Die Nutzer kehren zurück, das Umsatzwachstum zieht an, die Aktie hebt ab. Wie nachhaltig ist das Comeback?

Von Quartal zu Quartal konnte CEO Spiegel das Minus verringern: von 310 Millionen auf 255 Millionen auf zuletzt 227 Millionen Dollar im September-Quartal. Gleichzeitig zogen die Umsätze deutlich an: von 320 Millionen im Januar-Quartal auf bereits 446 Millionen Dollar im dritten Kalenderquartal 2019.

Für den eigentlichen Stimmungsumschwung an der Wall Street sorgte unterdessen die Rückkehr des Nutzerwachstums. 2018 hat Snapchat unter dem explosiven Nutzerzuwachs des übermächtigen Konkurrenten Instagram gelitten und drei Quartale in Folge Nutzerschwund ausweisen müssen. Vor einem Jahr konnte Snap wieder mehr täglich aktive Nutzer vermelden, die in den Folgequartalen dann weiter deutlich anzogen.

Florian Gschwandtner investiert in Tractive

Florian Gschwandtner heuert beim Start-up Tractive an. Der Gründer der Sport-App Runtastic werde sogenannter Chief Growth Officer, teilte die Firma mit. „Ich brenne wieder zu 100 Prozent und kann es kaum erwarten, loszulegen“, sagte der 37-Jährige. Tractive verkauft Ortungsgeräte, mit denen sich Hunde und Katzen verfolgen lassen.

Gschwandtner ist einer der bekanntesten Gründer und Investoren Österreichs. Der IT-Spezialist machte Runtastic groß, ein Technologieunternehmen, das seit 2015 zu Adidas gehört. Nach der Übernahme durch den Turnschuh-Hersteller blieb der durchtrainierte Unternehmer noch gut drei Jahre an Bord, gab seinen Posten aber Ende 2018 auf.

Die Firma aus dem oberösterreichischen Pasching beschäftigt eigenen Angaben zufolge 80 Mitarbeiter. Tractive hat einen sogenannten Tracker für Hunde und Katzen entwickelt. Das Gerät kostet 50 Euro und zeichnet auf, wo und wie sich die Tiere bewegen. Es fällt zudem eine monatliche Gebühr an, das garantiert stetige Einnahmen.

250.000 zahlende Abonnenten verzeichnet das Unternehmen. „Unsere Vierbeiner nehmen immer mehr die Rolle von Familienmitgliedern ein. Dass die Sicherheit der Haustiere da ein wichtiges Thema ist, ist naheliegend“, meint Tractive-Chef Michael Hurnaus. Bislang ist Deutschland der wichtigste Markt, künftig will die Marke auch in Amerika angreifen.

EU-Kommission erwägt temporäres Verbot von Gesichtserkennung

Der Einsatz von Gesichtserkennungssoftware auf öffentlichen Plätzen und in Verkehrsmitteln könnte für die kommenden fünf Jahre verboten werden. So plant die EU-Kommission einen temporären Bann, um sich mit der Technologie auseinanderzusetzen.

Das Verbot soll fünf bis drei Jahre andauern. In einem 18-seitigen Dokument, das von Euactiv veröffentlicht wurde, heißt es, während des Verbots sollen „eine fundierte Methodik zur Bewertung der Auswirkungen dieser Technologie und mögliche Risikomanagementmaßnahmen identifiziert und entwickelt werden“.

Datenschutz stärken

Im Antrag wird hervorgehoben, dass laut Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) keine Entscheidungen über EU-Bürger getroffen werden dürfen, die ausschließlich auf automatisierter Verarbeitung basieren. Daher sollen neue Regeln eingeführt werden, die den Datenschutz der EU-Bürger in Bezug auf Künstliche Intelligenz stärken.

Das Dokument beinhaltet Regulierungen für Hersteller und Betreiber, die mit Künstlicher Intelligenz arbeiten. Die Mitgliedsstaaten werden aufgefordert, Behörden einzurichten, die deren Einhaltung überwachen sollen. Den finalen Antrag will die EU-Kommission im Februar vorlegen.

Österreicher kaufen online kaum bei heimischen Onlineshops

Die Österreicher kaufen gerne und viel online ein, allerdings nicht bei heimischen Onlineshops. Nur rund 8 Prozent aller Onlineumsätze fließen rein österreichischen Onlineshops zu, ermittelte RegioData. Mehr als die Hälfte (64 Prozent) geht ins Ausland zu Amazon, Zalando & Co. Allein Amazon heimst 11,3 Prozent aller Onlineumsätze ein.

Ein nicht unerheblicher Anteil von 28 Prozent fließt Firmen zu, die zwar eine Österreich-Niederlassung haben, aber in ausländischer Hand sind – wie etwa Eduscho, Media Markt, Otto oder Obi. Die Gesamtzahl aller Onlineumsätze in Österreich wird mit 8,02 Mrd. Euro (inklusive Umsatzsteuer) beziffert. Dienstleistungen wie Online-Reisebüros oder Essenszustellungen sind nicht mitberechnet.

Der erste rein österreichische Onlineanbieter mit Unternehmenszentrale in Österreich befindet sich im Ranking von RegioData mit dem Elektronikhändler e-tec electronic erst auf Platz 7.

Kartellamt will Änderung bei TV-Ausschreibung für die Fußball-Bundesliga

Beim Verkauf der Medienrechte soll weder ein Pay-TV-Sender noch ein Streamingdienst alle vier Bezahl-Pakete der Fußball-Bundesliga exklusiv erwerben können. Darauf besteht das Bundeskartellamt. Die Behörde habe die Deutsche Fußball Liga (DFL) aufgefordert, ihre Ausschreibung für die Medienrechte der Spielzeiten 2021/22 bis 2024/25 zu ändern.

Bei der Beanstandung geht es um die vier Pakete für Live-Berichterstattung im Bezahlbereich. Aufgrund der zunächst vorgelegten Ausschreibung hätte ein einzelner Pay-TV-Anbieter wie zum Beispiel Sky alle Pakete kaufen können. Dabei hätte es nach Angaben des Fachmagazins „Sponsors“ nur die Einschränkung gegeben, dass eines dieser vier Pakete nicht exklusiv wäre und mit einem Internetanbieter geteilt werden müsste. Laut „FAZ“ sollen es aber auf Wunsch des Kartellamtes nun zwei Pakete sein.

Aber auch ein Streamingdienste wie „DAZN“ soll nicht alle vier Live-Pakete exklusiv erwerben können. In diesem Fall müsste nach Angaben der Zeitung ein Paket an einen Pay-TV-Sender mit Satelliten- und Kabelnetzzugang gegeben werden.

Zu den vier Live-Paketen der neuen Ausschreibung für den Bezahlbereich gehören drei am Samstag: die Konferenz, die 15.30-Uhr-Spiele und das Top-Spiel um 18.30 Uhr. Das vierte Paket umfasst die Partien am Freitag und Sonntag.

Regisseure von „Amelie“ und „La La Land“ heuern bei Netflix an

Jean-Pierre Jeunet, Regisseur des französischen Kino-Hits „Die fabelhafte Welt der Amelie“, dreht künftig für den Streaming-Dienst Netflix.

Er arbeite an einem futuristischen Streifen namens „Bigbug“. Das Projekt ist eines von rund 20 französischen Vorhaben, die Netflix plant. Darunter findet sich auch die Musical-Serie „The Eddy“ von Damien Chazelle.

Der franko-amerikanische Filmemacher zeichnete 2017 für den Oscar-Erfolg „La La Land“ verantwortlich. Die in Paris gedrehte Serie soll bei der Berlinale vorgestellt werden.

Amazon will Kreditkartendaten mit der Handfläche verknüpfen

Amazon will das Bezahlen drastisch vereinfachen. Künftig sollen Kunden durch Scannen ihrer Handfläche bezahlen können. Dazu wird die eigene Handfläche mit der eigenen Kreditkarte verknüpft. Nach einem Bericht des Wall Street Journals sollen die Pläne noch in einem frühen Stadium sein. Amazon hat vor, entsprechende Bezahlterminals in Fast-Food-Restaurants und Kaffeehausketten aufzustellen, damit die Kunden möglichst schnell bezahlen können.

Ende 2019 wurde bekannt, dass Amazon einen Patentantrag für ein solches Bezahlterminal eingereicht hat. Der Patentantrag enthält eine Schemazeichnung, in der zu sehen ist, wie eine Person an einem Handscanner vorbeiläuft, der im Eingangsbereich eines Einkaufsladen stehen könnte.

Bisher wurde erwartet, dass die Technik vor allem in den Amazon-Go-Supermärkten verwendet werden soll. Diese Supermärkte verzichten auf klassische Kassen, der Kunde wird dabei im Laden mit Kameras und Sensoren beobachtet. Was er in seinen reellen Einkaufskorb legt, wird von seinem Amazon-Konto abgebucht, sobald er den Laden verlässt. Der Kunde wird beim Betreten über eine Smartphone-App anhand seines Amazon-Kontos identifiziert.

Die neuen Informationen legen nahe, dass Amazon seine Bezahlterminal mit Handbezahlung auch in anderen Läden aufstellen will. Derzeit sollen Verhandlungen mit den Kreditkartenunternehmen Visa und Mastercard laufen. Mit Visa soll es bereits erste Tests geben, es geht darum, dass eine Kreditkarte der Handfläche des Kunden zugewiesen wird. Mit Mastercard sollen noch Gespräche laufen, hier sei man noch nicht weitergekommen.

Falls der Plan von Amazon aufgeht, würde das Unternehmen ein Anbieter von Bezahlterminals werden, die dann in etlichen Ladengeschäften stehen und genutzt würden. Amazon wollte die Angaben dem Wall Street Journal nicht bestätigen. Derzeit ist noch nicht bekannt, wann solche Bezahlterminals in Betrieb gehen könnten.

Netflix pumpt 17 Milliarden in neue Inhalte

Trotz hoher Schulden erhöht Netflix sein Produktionsbudget auch 2020: 17,3 Milliarden Dollar pumpt die Streamingplattform 2020 in Inhalte. Im Jahr davor waren es noch 15,3 Milliarden. Und kurzfristig dürften die Investments nicht weniger werden: Die Contentausgaben sollen 2028 mit 26 Milliarden Dollar ihren Höhepunkt erreichen, prognostiziert BMO Capital Markets.

Trotz des Einstiegs von Disney+ und Apple TV Plus gehen die Analysten davon aus, dass Netflix sowohl global als auch national weiterhin ein solides Abonnentenwachstum verzeichnen wird, vor allem dank renommierter Filme wie „The Irishman“ und „Marriage Story“. Positiv wirke sich auf das Vertrauen in das Unternehmen auch die Nachricht vom Engagement Bill Pradys aus. Der „Big Bang Theory“-Mitschöpfer und ausführende Produzent hat sich verpflichtet, Fernsehserien für Netflix in verschiedenen Genres zu entwickeln, zu schreiben und zu produzieren.

PewDiePie geht in seine YouTube-Pause

Mehr als hundert Millionen Abonnenten müssen vorübergehend ohne ihn auskommen: Der schwedische YouTube-Star PewDiePie hat sich in eine längere Auszeit verabschiedet. „Nach zehn Jahren nehme ich endlich eine Pause. Das hier ist das letzte Video“, sagte der 30-Jährige in einer am Mittwochabend veröffentlichten Aufnahme mit dem Titel „It’s been real, but I’m out“ auf seinem YouTube-Kanal. „Ich höre nicht auf, liebe Medien, so sehr ihr das auch wollt. Aber das ist mein finales Video.“

Er müsse ein wenig herunterkommen, ehe er „mit 10.000 Prozent“ zurückkehre, so PewDiePie. Wann das sein wird, ließ der Schwede, der bürgerlich Felix Kjellberg heißt, offen. Seine Pause hatte der Videomacher bereits im Dezember angekündigt und sie damit begründet, dass er sich sehr müde fühle. Die Auszeit sei „eine große Sache“, bilanzierte PewDiePie nun, auch wenn sie „eigentlich keine große Sache“ sei.

2019 hatte es PewDiePie geschafft, als erste Einzelperson auf YouTube mehr als hundert Millionen Abonnenten auf seinem Kanal zu haben. Derzeit sind es 102 Millionen. Kjellberg war als Gaming-YouTuber weltweit bekannt geworden. Im August hatte er seine langjährige italienische Freundin geheiratet.

Warner Bros gibt Blu-ray-Vertrieb an Universal ab

Warner Bros und Universal legen ihren Disc-Vertrieb zusammen. So wird in Deutschland, Österreich und der Schweiz Universal auch alle Discs von WB vertreiben. Start dafür sei das dritte Quartal 2020. In anderen Ländern übernimmt WB den Vertrieb der Discs von Universal – etwa in Großbritannien, Italien und den Benelux-Staaten. Hier soll die Änderung ab dem ersten Quartal 2021 in Kraft treten. Auch in Nordamerika werden die beiden Hollywood-Studios künftig zusammenarbeiten.

Der Grund für die Entscheidung liegt auf der Hand, wenn man die Verkaufszahlen physischer Medien betrachtet: Die Einnahmen durch Discs im Heimkino sind stark zurückgegangen – waren es 2014 noch 25,2 Mrd. US-Dollar, kam man 2018 nur noch auf rund 13,1 Mrd. US-Dollar, wie 4kfilme.de berichtet. Stattdessen investieren die Menschen in Streaming-Angebote. Immerhin gibt es auf den Plattformen eine Vielzahl mehr an Filmen und Serien als auf den Discs – und auch um einiges günstiger. Vorteile der physischen Medien bleiben höhere Qualität und eine bessere Umweltbilanz.

Webseite bietet 12 Milliarden Zugangsdaten an

12 Milliarden Benutzernamen und Passwörter hatten die Betreiber der Webseite Weleakinfo.com nach eigenen Angaben zum Verkauf angeboten. Am 15. Januar 2020 wurden die beiden mutmaßlichen Betreiber verhaftet. Kurz darauf wurden die Server und die Domain in einer international koordinierten Polizeiaktion beschlagnahmt. An dieser waren neben dem Bundeskriminalamt (BKA) auch die US-Bundespolizei FBI sowie die niederländische, irische und britische Polizei beteiligt.

Die von Weleakinfo.com angebotenen Zugangsdaten sollen aus mehr als 10.000 Datenlecks stammen. Neben den Nutzernamen und Passwörtern für Onlinedienste sollen die Datenlecks laut Pressemitteilung der US-Staatsanwaltschaft auch Namen, E-Mail-Adressen und Telefonnummern enthalten haben. Die Händler vermarkteten die Zugangsdaten in Abonnements.

Für ein einwöchiges Abo sollen die Kriminellen 7 US-Dollar verlangt haben, ein Monat soll 25 US-Dollar und drei Monate 70 US-Dollar gekostet haben. In dem gebuchten Zeitraum konnten die Datenlecks von den Kunden ohne Einschränkung durchsucht werden. Die Käufer sollen die Zugangsdaten für Angriffe in Deutschland, Großbritannien und den USA genutzt haben.

Vorerst keine Werbung in WhatsApp

Vor sechs Jahren übernahm Facebook die populäre Messaging App WhatsApp für 19 Milliarden US-Dollar. Seitdem ist viel passiert. Vor allem in Sachen Werbung Smaato wählt Netsuite zur Beschleunigung seiner globalen Geschäftstätigkeit gab es diverse Pläne: Versicherte Mark Zuckerberg anfänglich noch, die Anwendung anzeigenfrei zu belassen, kam Mitte 2019 die Ankündigung, im neuen Jahr Werbeplätze in WhatsApp zu integrieren Geschäftsprozesse integrieren und automatisieren. Den Start sollten sogenannte Status-Ads machen. Nun aber schwenkt Facebook erneut um und zieht seinen umstrittenen Plan zum Verkauf von Anzeigen in WhatsAppMessenger erfolgreich nutzen zurück.

Nun wolle man bei dem größten Sozialen Netzwerk andere Mittel und Wege finden, den Messaging ServiceSponsored Post mit 1,5 Milliarden Nutzern weltweit zu monetarisieren. Das Team, das sich um entsprechende Anzeigen kümmern sollte, wurde bereits aufgelöst.

Ganz vom Tisch sind die Werbepläne nicht, Status-Anzeigen könnten nach wie vor eine Option sein. Vorerst aber will der Konzern sein Augenmerk auf den Austausch von regulären Nachrichten zwischen Unternehmen und Verbrauchern via WhatsApp legen – Stichwort WhatsApp Business.

Studie zur Mediennutzung: Generation Z ist konservativer als ihr Ruf

Klassische Medien wie TV, Radio, Zeitschriften und Zeitungen sind für Jugendliche nach wie vor sehr relevant. Insbesondere das Fernsehen steht bei der Generation Z noch hoch im Kurs. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage von Readly, dem Anbieter einer digitalen Magazin-Flatrate.

Von allen sozialen Medien verbringen die Jugendlichen und jungen Erwachsenen der Generation Z (ab 1995 Geborene) ihre Zeit am liebsten mit Instagram, Facebook. Ingesamt zwei Stunden sechs Minuten pro Tag verbringen die Befragten in den sozialen Netzwerken. Das macht rund 41 % ihrer täglichen Mediennutzungszeit aus.

Demgegenüber stehen jedoch drei Stunden, die die Jugendlichen und jungen Erwachsenen durchschnittlich pro Tag mit den klassischen Medien verbringen. Den Hauptanteil dieser Zeit nimmt mit einer Stunde und 42 Minuten das Fernsehen ein. Auf die Radionutzung entfallen 42 Minuten, und 36 Minuten werden für Zeitschriften und Zeitungen genutzt.

In der Studie wurde die Mediennutzung von 2.040 Deutschen erhoben und weiterhin untersucht, welche Auswirkungen Social Media auf das Selbstwertgefühl haben und inwiefern die Nutzung die Beziehungen zu Familie, Freunden und Partnern beeinflusst.

Disney soll Hollywoodstudio 20th Century Fox umbenennen

Das traditionsreiche Hollywood-Filmstudio 20th Century Fox soll Medienberichten zufolge nicht mehr mit dem ultrakonservativen US-Sender Fox News in Verbindung gebracht werden. Der Disney-Konzern als neuer Eigentümer des Filmstudios streiche den Bestandteil Fox aus dem Namen, berichteten US-Medien. Künftig heißt die Filmproduktionsfirma demnach 20th Century Studios.

Das Branchenblatt „Variety“ berichtete, dass Disney sich zu der Umbenennung entschieden habe, um alle Verbindungen zu Fox zu kappen. Disney hatte im März 2019 wesentliche Bestandteile der 21st-Century-Fox-Group des Medienmoguls Rupert Murdoch übernommen, darunter die Filmproduktionsgesellschaft. Murdoch und andere Anteilseigner behielten unter anderem den Sender Fox News, die bevorzugte Nachrichtenquelle von US-Präsident Donald Trump.

Das seither ebenfalls zu Disney gehörende Filmstudio Fox Searchlight heißt den Berichten zufolge künftig Searchlight Pictures. Über eine Umbenennung der Fernsehstudios 20th Century Fox Television und Fox 21 Television sei noch nicht entschieden worden. Der Disney-Konzern selbst äußerte sich zunächst nicht zu den Berichten.

Huawei setzt auf Kartenmaterial von Tomtom

Huawei will eine eigene Karten-App anbieten und kooperiert dafür mit dem Kartenlieferanten Tomtom. Das bestätigte ein Tomtom-Sprecher offiziell. Tomtom sichert sich so einen wichtigen Partner und Huawei erhält die Möglichkeit, in kurzer Zeit eine eigene Karten-App anzubieten.

Huawei darf aufgrund von Sanktionen der US-Regierung keine neuen Android-Smartphones mit Google-Diensten wie Play Store, Google Maps, Gmail und Youtube verkaufen. Daher hält sich das Unternehmen derzeit damit zurück, neue Smartphone-Modelle offiziell ganz regulär in Europa zu verkaufen. So wurde das Mate 30 Pro nur in begrenzter Stückzahl in Deutschland verkauft.

Huawei arbeitet an einem eigenen Store für Android-Apps als Ersatz für den Play Store. Bisher war nicht bekannt, dass das chinesische Unternehmen auch an einer Alternative zu Google Maps arbeitet. Nach Angaben von Tomtom wurde die Vereinbarung über eine Zusammenarbeit mit Huawei bereits vor einiger Zeit getroffen, aber erst jetzt bekanntgegeben.

Sabine Eckhardt steigt bei Jones Lang Lasalle ein

Vom 1. Mai an steigt dort Sabine Eckhardt in verantwortlicher Position ein, die sich in vielen Jahren als Medienmanagerin bewährt hat: vor allem bei der Pro Sieben Sat 1 Media SE in München, wo sie bis April 2019 im Vorstand Vertrieb und Marketing verantwortete, sich aber auch um Beteiligungen an Start-ups und Digitalfirmen kümmerte.

Nun hat es Sabine Eckhardt, 47, mit Fragen des Verkaufens und der Digitalisierung bei JLL als CEO Central Europe zu tun, einer neu geschaffenen Position. Der US-Konzern erhofft sich von ihr wichtige Impulse für die weitere Expansion in Europa. Guy Grainger, zuständiger Manager für Europa, Mittleren Osten und Asien, spricht von einer „herausragenden Führungspersönlichkeit“.

Eckhardts Erfahrung in der digital getriebenen Medienbranche werde den eigenen Kurs „fraglos dynamisieren“. Die meisten Erlöse dürften in der von Chicago aus gesteuerten Firma mit Makler-Tätigkeiten anfallen, stark wachsend sind Beratungen aller Art bei Immobilienprojekten.

Man könne nicht immer nur über „Change“ reden, man müsse sich auch mal selbst für „Change“ entscheiden, sagt Eckhardt selbst. Sie hat nach dem Abschied aus dem Pro-Sieben-Fernsehkonzern unter anderem NGOs in Sachen Nachhaltigkeit beraten. Ihr Netzwerk in die deutsche Wirtschaft kann sie vom neuen Büro in Frankfurt aus genauso nutzen wie ihre Big-Data-Expertise.

In den im Herbst angelaufenen Gesprächen mit JLL hätten sie Leadership, Vision und Kompetenz der Mitarbeiter überzeugt. Vom Mediengeschäft lässt die Immobilien-Quereinsteigerin aber nicht. Seit 1. Januar sitzt Eckhardt im Beirat („Advisory Board“) der Bauer Media Group. Auch dieses Zeitschriftenhaus aus Hamburg will seinen Platz im Internet finden.

Eni muss Millionenstrafe wegen lästiger Werbeanrufe zahlen

Die italienische Behörde für den Schutz der Privatsphäre hat „Eni Gas e Luce“, Strom- und Gastochter des italienischen Energiekonzerns Eni eine 11,5 Mio. Euro schwere Strafe wegen lästiger Werbeanrufer verhängt. Bestraft wird unter anderem die unerlaubte Verwendung von persönlichen Daten im Rahmen von Werbekampagnen.

Die Gesellschaft soll auch ohne die Genehmigung von Kunden Gaslieferverträge gestartet haben. Das Verfahren gegen „Eni Gas e Luce“ war aufgrund der Klage von Konsumentenschutzverbänden in die Wege geleitet worden. Eni kündigte Berufung gegen die Strafe an.

Irreführende Werbung

Die italienische Wettbewerbsbehörde hatte Eni diese Woche bereits zu einer Strafe von 5 Mio. Euro verdonnert. Der Vorwurf lautete auf irreführende Werbung in Zusammenhang mit dem Treibstoff Eni Diesel+. Eni Diesel+ ermögliche Einsparungen beim Treibstoffverbrauch und eine Verringerung umweltschädlicher Emissionen, heißt es in der Werbung des Energiekonzerns, was jedoch laut der Behörde nicht der Wahrheit entspricht.

Tesla unterschreibt Kaufvertrag für Gigafactory

Der US-Elektroautohersteller Tesla hat den Kaufvertrag für den Bau einer Autofabrik in Brandenburg unterschrieben. Damit solle das gut 300 Hektar große Grundstück in der Gemeinde Grünheide südöstlich von Berlin für 41 Millionen Euro den Besitzer wechseln. Nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa bestätigte die Staatskanzlei in Potsdam den Bericht. Zuvor hatte der Finanzausschuss des Brandenburger Landtags bereits dem Verkauf zugestimmt. Unterdessen regt sich bei einigen Anwohnern Widerstand gegen den Fabrikbau.

Hinter den Protesten gegen den Bau der sogenannten Gigafactory stehen unter anderem Befürchtungen, dass die hohe Entnahme von Grund- oder Leitungswasser langfristig die Wasserversorgung in der ohnehin trockenen Region beeinträchtigen könnte. „Tesla oder Trinkwasser“, hieß es auf Transparenten bei einer Demonstration gegen die Fabrik. Der Polizei zufolge waren 200 Demonstranten gekommen.

Demo und Gegen-Demo

So stören sich die Demonstranten nicht generell an der Ansiedlung, die mehrere Tausend Arbeitsplätze schaffen soll. Vielmehr seien sie dagegen, dass Bau und Genehmigung „zu schnell durchgepeitscht“ werden sollen. Der Tagesspiegel zitiert einen Demonstranten mit den Worten: “ Fakt ist, dass ein Teil des Geländes, wo die Fabrik stehen soll, ausgewiesenes Trinkwasserschutzgebiet ist. Und dass gerade erst eine neue Trinkwasserschutzverordnung dafür erlassen wurde. Danach dürfte dort nicht einmal ein Gülle-Behälter stehen.“ Auf einem anderen Transparent hieß es jedoch deutlicher: „Keine Mörder-Fabrik in Grünheide! Wasser, Wald & Luft sind wichtiger als Autos!“.

Allerdings gab es auch eine Gegenkundgebung von Befürwortern der Ansiedlung. Dem Aufruf waren laut Tagesspiegel mehrere Dutzend Bewohner Grünheides gefolgt, darunter auch eine Gruppe junger Menschen, die sich „Grünheide for future“ nenne. Laut Berliner Zeitung hat sich jedoch schon eine Gruppe mit dem Namen 3G gegründet, was für „Grünheide gegen Gigafactory“ stehe.

FAZ-Gruppe übernimmt Mehrheit an Digital-Agentur 3st

Die FAZ-Gruppe mit Sitz in Frankfurt am Main hat über ihre Tochter Fazit Communication den Mehrheitsanteil an der Content-Marketing- und Digital-Agentur 3st aus Mainz erworben. 3st Kommunikation mit ihrer Digitaltochter 3st digital ist spezialisiert auf die Bereiche Branding, Content und Digital und betreut mit gut 80 Mitarbeitern Kunden wie die ARD, Merck, Symrise und Volkswagen. Mit der Beteiligung baut der Verlag sein Angebot und Kundenportfolio im Content-Marketing-Bereich deutlich aus.

Die geschäftsführenden Gesellschafter von 3st bleiben unverändert im Unternehmen. Im Zuge der Akquisition wird die Digitaltochter 3st digital in 3st integriert. Der Standort Mainz und die Marke 3st werden wie bisher weitergeführt.

Apple baut Standort in München deutlich aus

Apple will ebenso wie Google in München künftig deutlich mehr Mitarbeiter beschäftigen. Aktuell hat das Unternehmen mit dem Bavarian Design Center bereits eine Niederlassung in der Nähe des Hauptbahnhofs mit 300 Beschäftigten, nun soll das Bürogebäude Karl hinzukommen, dass sich derzeit noch im Bau befindet und an der Karlstraße liegt. Es wurde vom britischen Architekten David Chipperfield entworfen. Das hat die Süddeutsche Zeitung aus Kreisen der Immobilienbranche erfahren.

2021 soll das Gebäude fertig gestellt werden und etwa Platz für 1.500 Personen auf 30.000 Quadratmetern Geschossfläche bieten. Apple hat die Pläne bisher nicht offiziell bestätigt. Bereits jetzt schreibe Apple aber schon neue Stellen für den Standort München aus, berichtete die Süddeutsche Zeitung. Es handele sich um mehr als 60 Stellen vornehmlich im Bereich Forschung und Entwicklung.

Apple Chef Tim Cook hatte München während des Oktoberfests 2019 besucht und dabei auch das Bavarian Design Center des Unternehmens besichtigt.

Cable-Haunt-Lücke soll Millionen Kabel-Modems weltweit gefährden

Offensichtlich sind weltweit Millionen Kabel-Modems über eine Sicherheitslücke angreifbar. Die Entdecker haben die Lücke „Cable Haunt“ getauft. Der Beschreibung der dänischen Sicherheitsforscher zufolge könnten Angreifer in vielen Fällen Attacken aus der Ferne und ohne Authentifizierung starten. Ist das erfolgreich, könnten sie Geräte nach der Ausführung von Schadcode übernehmen.

Die Sicherheitsforscher vermuten, dass allein in Europa rund 200 Millionen Geräte bedroht sind. Die Zahl scheint etwas hochgegriffen zu sein: Laut dem Onlineportal Statista gab es in Europa 2018 etwas mehr als 220 Millionen Privathaushalte, davon geht aber der Großteil bestimmt nicht über Kabel ins Internet. Bislang haben sie eigenen Angaben zufolge keine Beweise für eine Ausnutzung der Lücke entdeckt.

Betroffen sind Kabel-Modems mit einem Broadcom-Chip. Konkret ist der Spektrumanalysator das Einfallstor. Dieser lauscht auf einem WebSocket. Aufgrund eines unzureichenden Schutzes kann man über einen Webbrowser via JavaScript darauf zugreifen. Das gelingt in vielen Fällen ohne Anmeldung oder mit Standard-Log-in-Daten, führen die Sicherheitsforscher auf einer Website zur Schwachstelle aus.

Gefährliche Auswirkungen

Gelingt der Zugriff, könnten Angreifer die Sicherheitslücke (CVE-2019-19494) ausnutzen, um einen Speicherfehler (buffer overflow) auszulösen. Klappt das, müssten Angreifer noch präparierte Anfragen abschicken, um eigene Befehle auszuführen.

Anschließend könnten sie den Sicherheitsforschern zufolge mit dem Gerät tun und lassen, was sie wollen. So könnten sie sich beispielsweise als Man-in-the-Middle in Verbindungen einklinken und diese belauschen. Außerdem ist das Flashen einer manipulierten Firmware vorstellbar oder Geräte landen in einem Botnetz.

Bertolt-Brecht-Preis geht an Sibylle Berg

Sibylle Berg kann sich erneut über eine Auszeichnung freuen: Nach dem Schweizer Grand Prix steht sie auch als Gewinnerin des Bertolt-Brecht-Preises fest.

Den mit 15.000 Euro dotierten Preis erhält Berg für ihren Roman „GRM – Brainfuck“, für den Berg im Herbst den Schweizer Literaturpreis erhalten hat. „Sibylle Berg ist eine Virtuosin der literarischen Kälte und der Klarheit, eine Meisterin des nüchternen Blickes und der illusionslosen Analyse. Literatur dient, davon sind Berg und Brecht überzeugt, nicht dem Trost oder der gefälligen Verschönerung der Welt. Sondern dazu, Bosheit und Not samt deren Ursachen mit brutaler Offenheit zu benennen“, urteilte die Jury. Für ihre Überzeugungen trete Berg auch jenseits des literarischen Schaffens und mit zivilgesellschaftlichem Engagement ein.

Gruner + Jahr gründet ‚Home of Living‘-Netzwerk

Der Hamburger Verlag Gruner + Jahr baut die Digital-Aktivitäten in seinem Bereich ‚Community of Interest Living‘ aus. So werden die digitalen ‚Living‘-Angebote zu einem „crossmedialen und markenübergreifenden Netzwerk“ weiterentwickelt. In dem neu geschaffenen ‚Home of Living‘-Netzwerk sollen zudem weitere Themen-Channels, neue Marken und Geschäftsmodelle integriert werden. Das hat der Verlag jetzt hausintern per Intranet verkündet. Ziel ist es nach G+J-Angaben, „Themenumfelder noch besser auf Nutzerinnen und Nutzer und Kundenbedürfnisse zuzuschneiden“.

Erster Partner im neuen ‚Home of Living‘-Netzwerk ist die Marke ‚Living At Home Digital‘ aus der Verlagsgruppe Deutsche Medien-Manufaktur, einem 50/50-Joint Venture von Gruner + Jahr mit dem Landwirtschaftsverlag Münster.

„Simpsons“-Sprecher legt Rolle nach Rassismusvorwürfen nieder

Zwei Jahre nach dem Auftauchen erster Rassismusvorwürfe gegen die erfolgreiche US-Zeichentrickserie Die Simpsons zieht sich der Sprecher des indischen Ladenbesitzers Apu Nahasapeemapetilon von der Rolle zurück. Er werde seine Stimme der Figur nicht mehr leihen, sagte der Schauspieler Hank Azaria der Branchenwebsite SlashFilm. Die Autoren der Serie müssten noch entscheiden, wie es mit der Figur weitergehe. „Das liegt an ihnen und sie haben es noch nicht entschieden“, sagte Azaria.

Azaria wurde häufig für seine Arbeit in der Serie kritisiert. Zuschauer nahmen Anstoß am markanten indischen Akzent, den der weiße Schauspieler der Figur verpasste. Ende 2017 beschäftigte sich eine viel beachtete Dokumentation des indischstämmigen Komikers Hari Kondabolu mit der Simpsons-Figur.

So sagte er etwa, Apu reproduziere gängige rassistische Vorurteile gegenüber Indern und indischstämmigen US-Amerikanern, wie etwa, dass sie alle minderbemittelt und nur als Servicekräfte zu gebrauchen seien. Dafür stehe der von Azaria überzeichnete Akzent. Weil es außer Apu keine dauerhaft präsenten Repräsentationsfiguren für Inder in der US-Popkultur gebe, sei es gefährlich, wenn diese Figur rassistische Klischees transportiere.

Kondabolus Kritik hat die Simpsons-Macher offenbar erreicht: Azaria sagte später der Prominewsseite TMZ, der Kritiker habe „einige wirklich interessante Punkte“ thematisiert. Die Dokumentation habe dem hinter den Simpsons stehenden Team zu denken gegeben. Die Simpsons laufen seit 1989 im Fernsehen und wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Im kommenden Jahr soll die 32. Staffel veröffentlicht werden.

NDR muss jährlich 60 Millionen Euro sparen

Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) stellt sich auch bei einer Erhöhung des Rundfunkbeitrags auf weitere Einsparungen von knapp einer Viertelmilliarde Euro in den nächsten vier Jahren ein. „Wir gehen davon aus, dass wir in der nächsten Beitragsperiode (2021-2024) jährlich 60 Millionen Euro einsparen müssen“, sagte NDR-Intendant Joachim Knuth. „Das muss von uns gut gemanagt werden. Aber wir gestalten es so, dass wir ein unverändert attraktiver NDR sind – für unsere Hörer und Zuschauer und die, die uns auf anderen Ausspielwegen online nutzen. Wir bleiben ein starker NDR.“ Knuth (60) hatte am 13. Januar offiziell das Amt seines Vorgängers, Lutz Marmor (65), an der Spitze der Vier-Länder-Anstalt für Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern übernommen.

Die weitere Sparrunde wird es nach den Worten des NDR-Intendanten trotz höherer Rundfunkbeiträge geben müssen. Die unabhängige Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) hatte in einem vorläufigen Entwurf eine Anhebung des Rundfunkbeitrags von derzeit monatlich 17,50 Euro pro Haushalt auf 18,36 Euro pro Monat vorgeschlagen. „Ich sage an dieser Stelle norddeutsch schlicht: Ich habe mit dem zu arbeiten, was uns an finanzieller Ausstattung aufgrund einer Empfehlung vorliegt“, sagte der NDR-Intendant.

Mixer legt wesentlich stärker zu als Twitch

Wenn es um das Übertragen von Videostreams mit Computerspielen geht, ist das zu Amazon gehörende Twitch immer noch klarer Marktführer. Und es hat 2019 weiter zugelegt: Die Anzahl der geschauten Stunden stieg von 8,72 Milliarden im Jahr 2018 auf 9,77 Milliarden im Jahr 2019 – ein Plus von rund 12 Prozent. Das ist wesentlich mehr als bei der Konkurrenz.

Allerdings: Der zu Microsoft gehörende Konkurrent Mixer konnte im gleichen Zeitraum stärker wachsen. Die Anzahl der geschauten Stunden hat sich von 161 Millionen auf auf 357 Millionen mehr als verdoppelt. Das haben die Marktforschungsunternehmen Streamlabs und Newzoo gemeinsam ermittelt.

Youtube Gaming kommt auf rund 2,88 Milliarden Stunden. Ein Jahresvergleich ist laut den Marktforschern aber nicht möglich, weil es eine Änderung bei der Erfassung der Daten gab. 2018 wurden lediglich die 100 größten Kanäle im Bereich des Spielestreaming verfolgt, 2019 dann alle.

Bei Facebook Gaming war es demnach nicht möglich, die Anzahl der Stunden zu messen, während derer Zuschauer einem Influencer beim Spielen zugeschauten. Die Anzahl der Streams stieg von Anfang bis Ende 2019 um 400 Prozent auf rund 2,5 Millionen, die Zahl der übertragenen Stunden um 275 Prozent auf rund 1,65 Millionen – aber wie viele Personen sich das dann tatsächlich angeschaut haben, ist nicht bekannt.

Streamlabs und Newzoo erklären den starken Anstieg von Mixer vor allem damit, dass der Dienst einige bekannte Streamer mit Millionen von Fans von Twitch abgeworben habe. Den Anfang machte Tyler „Ninja“ Blevins, der Anfang August 2019 für vermutlich viele Millionen US-Dollar den Sender gewechselt und einen langfristigen Vertrag bei Microsoft unterschrieben hat.

JvM/Nerd setzt mit neuer Tochter auf digitale Popkultur

Deutschlands nach Umsatz zweitgrößte inhabergeführte Werbeagentur gründet eine Marketingtochter für “digitale Popkultur” mit dem Namen JvM/Nerd. Demnach soll der Schwerpunkt auf der Computerspielbranche, Filme, Comics und Trends aus Asien liegen. “Für die älteren Jahrgänge ist der Begriff Nerd vielleicht negativ konnotiert“, sagt Toan Nguyen. Für den Gründer und geschäftsführenden Gesellschafter der neuen Firma stehe der Begriff allerdings unter anderem für Technologie-Affinität und unbändigen Wissensdurst.

Warum Europa den Anschluss an Amazon und Co. verloren hat

In München diskutiert Europas digitale Elite, wieso der alte Kontinent in Technologiefragen hinter China und die USA zurückgefallen ist. Nicht nur Investoren setzen falsche Prioritäten. Aber es gibt auch ein Gegenrezept.

Ist Europa bereits völlig abhängig von den Technologiekonzernen aus den USA und China? Diese Frage beschäftigt die Teilnehmer der Digitalkonferenz DLD, die am Wochenende vor dem Weltwirtschaftsgipfel in Davos traditionell in München über den digitalen Stand der Dinge debattieren.

„Wir haben keinen Browser, wir haben keine Softwareindustrie in Europa, auf die wir uns verlassen können. Wenn wir so weitermachen wie bisher, werden wir eine digitale Kolonie“, warnt Axel Voss, CDU-Abgeordneter im Europaparlament: „Wir müssen jetzt die ,Digital Single Market-Strategie 2.0 bauen‘.“

Dem Autor und Tech-Kritiker Andrew Keen reicht das nicht: „Europa macht gar nichts! Dieses Blabla, irgendwas mit 2.0, das ist 25 Jahre veraltet. Sie wollen keinen Browser – das sind veraltete Ideen. Die echte Frage für Europa ist: Was können Sie beitragen?“

Die digitale Elite ist weniger optimistisch

Der Zusammenprall zwischen Europa und den USA, zwischen Politikern und Tech-Experten beschreibt die Gemütslage in München. Die digitale Elite ist weniger optimistisch als noch zwei, drei DLD-Ausgaben zuvor. Was kann Europa noch beitragen zur rasanten technologischen Entwicklung in Asien und den USA?

„Versuchen Sie nicht, mit den USA und China zu konkurrieren, denn dabei werden Sie verlieren“, warnt Keen. „Versuchen Sie, anders zu sein, eigene Schwerpunkte zu setzen, zu führen – etwa im Bereich digitale Verwaltung und digitale Identität.“

Wie das funktionieren könnte, skizziert Gesundheitsminister Jens Spahn: Er schlägt ein eigenes europäisches Modell für Datennutzung vor – etwa zur Auswertung von Patientendaten in der Forschung – und beklagt, dass die Deutschen zwar Googles Tochterfirma Fitbit oder Apple bereitwillig Daten über ihren Herzrhythmus geben, dem Staat jedoch nicht vertrauen. Solange das der Fall sei, „werden wir in Europa nicht in der Lage sein, mit diesen Firmen zu konkurrieren“.

Zudem würden europäische Unternehmen oft zu spät realisieren, welche Technologien für die wirtschaftliche Entwicklung des kommenden Jahrzehnts entscheidend werden, beklagt Spahn und nennt als Beispiel den neuen Funkstandard 5G, für den kein europäischer Anbieter Netzwerktechnik liefern könne.

Ratschlag von Amazons Technikvorstand

Eine Ursache könnte der Fokus der europäischen Start-ups auf Endanwender sein. Ein viel zu großer Anteil an Risikokapital fließe in Innovationen für Konsumenten wie Essenslieferungen, kommentiert der Risikokapital-Manager Yaron Valler vom Start-up-Investor Target Global. Die Europäer würden zu wenig Energie und Kapital in echte Innovationen, in „Deep Tech“ stecken.

In bestimmten grundlegenden Technologie-Branchen ist der Zug deswegen bereits abgefahren: Vor wenigen Wochen verkündete Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier, unter dem Namen „Gaia X“ eine eigene europäische Cloud-Infrastruktur aufbauen zu wollen.

Die trockene Antwort darauf liefert in München Amazons Technikvorstand Werner Vogels: „Für Erfahrung gibt es keinen Kompressions-Algorithmus“, sagt der Topmanager, der maßgeblich für den Aufbau von Amazons AWS-Cloud verantwortlich war, im Gespräch mit WELT: „Diese Art von Infrastruktur können nur weniger als eine Handvoll globaler Playern betreiben, die bereits sowohl das finanzielle wie auch das intellektuelle Kapital investiert haben.“

Vogels ist jedoch überzeugt, Europa benötige gar keine eigene Infrastruktur, solange man die Regeln vorgebe, nach denen Daten verarbeitet und gespeichert werden. „Hier hat Europa globalen Einfluss.“ Die Europäer müssten nach vorne denken und investieren, anstatt bereits vorhandene Technologien zu kopieren.

Neue Chance in der Datenauswertung

Wie Europa relevant bleiben kann, erklärt Alex van Someren, Unternehmer und Risikokapitalmanager von der britischen Amadeus Capital Partner: „Europa muss in Grundlagenforschung investieren – und in Start-ups, die diese Technologie zur Marktreife bringen.“ Die Idee aus Brüssel dagegen, mit staatlicher Infrastruktur oder staatlich geförderter Software bereits gut funktionierende private Angebote ersetzen zu wollen, sei unrealistisch.

„Europa hat eine Chance, die Datenanalyse auf Basis der vorhandenen Infrastruktur in der Cloud entscheidend zu beeinflussen – etwa durch die Entwicklung neuer Verschlüsselungs-Algorithmen, die die Arbeit mit Daten erlauben, ohne die Anonymität der Nutzer zu gefährden.“

Den rechtlichen Rahmen dafür will die EU-Kommission in den kommenden Monaten definieren, sagt Thierry Breton, EU-Kommissar für den europäischen Binnenmarkt. Die Auswertung von Daten aus der vernetzten Industrie beginne gerade erst. Bislang werden die Daten aus der Industrie überwiegend zentral gespeichert, künftig direkt an der Maschine ausgewertet.

Edge Computing heißt das, und bei dieser Technologie will Europa führen. Dafür jedoch will Breton sicherstellen, dass diese Datenverarbeitung nur den eigenen Gesetzen und Regeln unterliegt – und nicht auch Gesetzen und Vorgaben aus den Heimatländern von Anbietern aus China und den USA . Dafür benötige man sehr wohl eigene Infrastruktur. Sonst würde man in einer Debatte wie beim Mobilfunkausbau landen.

„Wir haben alles intellektuelle Wissen für den 5G-Ausbau, mehr als die Hälfte der Patente aus dem Bereich stammen aus Europa“, sagt Breton. Anbieter jedoch fehlten. Dieselben Fehler werde man bei künftigen Technologien nicht wiederholen. Auch bei der Zukunftstechnik Quanten-Computing will die EU sich nicht erneut abhängen lassen und investiert deswegen eine Milliarde in die Forschungsförderung.

‚Spiegel Geschichte‘ erscheint in neuem Look

Der Hamburger Spiegel-Verlag hat ‚Spiegel Geschichte‘, das Magazin zu historischen Themen, optisch und inhaltlich überarbeitet. Die am 21. Januar erscheinende Nummer 1/2020 über ‚Die 20er Jahre‘ ist die erste Ausgabe, in der die Änderungen umgesetzt wurden.

Gleichzeitig wächst der Umfang der monothematischen Zeitschrift: Statt mit bisher 140 Seiten kommt das zweimonatlich erscheinende Heft nun mit 148 Seiten. Der Copypreis beträgt weiterhin 8,50 Euro.

Das Cover hat jetzt wie alle ‚Spiegel‘-Derivate einen weißen Rahmen, zudem kennzeichnet das klassische ‚Spiegel‘-Logo nun deutlicher als bisher den Absender.

Auch im Heftinneren ist die Mutter-Marke ‚Spiegel‘ durch eine ähnliche Logik der Überschriften, Vorspänne und Bildunterschriften klarer zu erkennen. Ein eigenes Farbschema, wiederkehrende Rubriken und Info-Kästen, sowie ein opulenter Einsatz von Bildern sollen dem Geschichts-Heft gleichzeitig einen eigenständigen Charakter geben.

Samsungs Mobilfunksparte bekommt einen neuen Mobilfunkchef

Der weltweit führende Smartphone-Hersteller Samsung hat den Vorsitzenden Roh Tea-moon zum neuen Chef der Mobilfunksparte ernannt. Roh habe sich für strategischen Wandel eingesetzt, um besser mit dem günstigeren chinesischen Rivalen Huawei konkurrieren zu können.

Der ehemalige Mobilfunkchef DJ Koh wird weiterhin die IT & Mobile Communications (IM)-Sparte von Samsung leiten, die sowohl mobile Geräte als auch Netzwerkgeräte umfasse. Das Unternehmen habe auch seinen Netzwerk-Geschäftschef Cheun Kyung-whoon zum Vorsitzenden befördert, hieß es in einer Erklärung.

Eine Serie wie ein Gegengift zu Donald Trump

Jede Folge der Apple-TV-Produktion (hinter der unter anderem Kumail Nanjiani und Emily V. Gordon, die Macher von The Big Sick stecken) erzählt von einem Menschen, der sich bemüht, in die USA einzureisen, sich dort ein neues Leben aufzubauen oder in diesem Leben richtig anzukommen. Man muss das so abgestuft formulieren, denn Little America versteht es – und das ist ein Grund, warum diese Serie so fabelhaft ist – ganz unterschiedliche Aspekte von Migration abzubilden. Da ist die junge Frau aus Uganda, die zum Studium in die USA geschickt wird, aber unter den Erwartungen, die ihre Familie in sie setzt, fast zerbricht. Da ist der Syrer, der aus seiner Heimat fliehen muss , weil er dort als Homosexueller verfolgt wird. Oder die mexikanische Jugendliche, die in den USA aufgewachsen ist, aber ohne Papiere in diesem Land keine Chance für sich sieht, bis ein unnachgiebiger Squash-Trainer sie aus ihrem Fatalismus reißt.

So schwierig die Lebensbedingungen der Protagonisten mitunter sind, so leicht ist der Ton der Serie. Das hat auch damit zu tun, dass alle Geschichten Erfolgsgeschichten sind, auch in diesem Aspekt ist Little America sehr amerikanisch. Manche Folgen sind dabei anrührend inszenierte, aber auch ein bisschen abgegriffene American-Dream-Erzählungen – etwa die jener jungen Mexikanerin, die durch ihre Leistungen im Sport ihren Platz in der amerikanischen Gesellschaft findet. Die interessantesten Episoden von Little America aber erzählen mit heiterer Lakonie von Schicksalen, die der westliche Durchschnittszuschauer so wohl selten auf dem Bildschirm sieht.

Zum Beispiel die Geschichte von Kabir, dessen Eltern, nachdem sie sich in Ohio ein erfolgreiches Motel aufgebaut haben, wieder nach Indien ausgewiesen werden. Die erhoffte schnelle Wiedereinreise verzögert sich um Jahre, so dass dem zwölfjährigen Kabir nichts anderes übrig bleibt als den Familienbetrieb selbst zu managen. Er tut das mit eisernem Optimismus und perfekter amerikanischer Service-Mentalität und auch wenn ihn das verzweifelte Warten auf seine Eltern aufzehrt, hängt er die USA-Flagge über seinem Bett niemals ab. Genau das macht Little America so bemerkenswert: Die Protagonisten sind nie als Opfer ihrer Umstände inszeniert, sie handeln – soweit das in ihrer Macht steht – selbstbestimmt, sind voller Tatendrang und Mut.

Little America ist die Art Serie, bei der man sich wünschen würde, jemand sperrte Donald Trump ins Oval Office und zwänge ihn, alle acht Folgen zu gucken – mit einer Gesamtlänge von 240 Minuten würde das auch nicht länger dauern als die Wochenendausgabe seiner Lieblings-Morning-Show Fox & Friends.

Wie die Deutsche Welle auf eine Mobbing-Anklage reagiert

Der „Guardian“ ist eine weltweit angesehene Zeitung. Am 14. Januar veröffentlichte das Blatt eine Geschichte über die Deutsche Welle, den deutschen Auslandssender. Die Redaktion, sagte ein Mitarbeiter dem Autoren der Geschichte, sei ein „Sumpf“, es herrsche „ein Klima der Angst“.

Die Vorfälle, die in dem Text genannt werden, sind nicht aus der Luft gegriffen. Es hat sie gegeben, was an sich schlimm ist – und für das Image der Deutschen Welle, die Mitarbeiter aus vielen verschiedenen Nationen beschäftigt, katastrophal.

Aber: die geschilderten Fälle trugen sich nach Aussage des Senders samt und sonders vor mindestens 18 Monaten zu, lägen auch noch „deutlich weiter zurück“. Und darüber berichtet wurde auch, beispielsweise im vergangenen Jahr in der „Zeit“.

Das Management des Senders habe die Vorwürfe „unverzüglich geprüft“ und eine Aufklärungskampagne initiiert. Der Personalrat der Deutschen Welle äußerte sich nach der Veröffentlichung ebenfalls – der Artikel sei „journalistisch unsauber“.

In dieser Ausgabe der „Medien-Woche“ sprechen wir über die Vorwürfe und die Reaktionen. Und wir fragen den Intendanten der Deutschen Welle, Peter Limbourg, wie er mit dieser Kritik umgeht und was sie für den Sender bedeutet. Wie geht man als Medienunternehmen mit Skandalen um?

Außerdem in dieser Ausgabe: Der YouTuber Rezo wechselt seinen Vermarkter. Die „Mitteldeutsche Zeitung“ wird an die Bauer Media Group verkauft. Der Zeitschriftenverlag Ehapa startet „Poopsie“, ein Magazin mit Einhorn-Schleim. Siemens-Chef Joe Kaeser fällt eine vermeintlich smarte Idee voll auf die Füße.

Die „Medien-Woche“ ist ein Podcast über die Welt der Medien und ihre Macher. Christian Meier, Redakteur bei WELT, und Stefan Winterbauer, Redakteur des Branchendienstes Meedia, unterhalten sich immer freitags über die wichtigsten Themen der Woche. Hintergründig, analytisch, unterhaltsam.

Gwyneth Paltrows Wellness-Imperium als Netflix-Serie

„Die folgende Serie soll unterhalten und informieren, keine medizinische Beratung darstellen. In Gesundheitsfragen oder vor Beginn einer Behandlung sollten Sie immer Ihren Arzt konsultieren.“ Mit diesem hübschen Disclaimer beginnt jede Folge von Gwyneth Paltrows sechsteiliger Dokusoap The Goop Lab mit Gwyneth Paltrow, die am 24. Jänner auf Netflix startet, und das nicht ohne Grund. In insgesamt sechs einzelnen Folgen unterziehen sich Paltrow, genannt „G._P.“, und ihr Team unterschiedlichen „Therapien“ von unterschiedlichen „Experten“.

Die weltbekannte Schauspielerin (2008 immerhin laut Forbes-Magazin die viertbestbezahlte der Welt) und Oscarpreisträgerin (Shakespeare in Love) lebt nämlich längst nicht mehr vom Kino, sondern hat 2008 mit ihrer Firma Goop ein Lifestyle -Imperium aus dem Boden gestampft.

Man nimmt also auf Jamaika unter dem treu sorgenden Blick der begleitenden älteren Hippies gemeinsam Schwammerln als Teil einer „psychedelischen Psychotherapie“. Man macht mit einem ältlichen Herren, der es besonders gut besonders lang im Kalten aushält, Atemübungen, lässt sich zu Push-ups verdonnern, lenkt „den Atem in jede Körperzelle“, um danach Yoga im Schnee zu machen, ins kleschkalte Wasser zu springen und „Ängste zu überwinden“.

Viva la vulva!

Man lässt ohne Berührung Energieflüsse bearbeiten – bis in subatomare Partikel, Emotionen ändern auch die Zellen! –, und Laura, das fröhliche Medium, kommt zu Wort und liest Energien („It’s so amazing!“).

Hier werden Blockaden überwunden, die „Mindfulness“ gefeiert und Phrasen gedroschen, dass es eine Freude ist, es wird gemeinsam geweint, gefühlt, Traumata werden verarbeitet und einander auf die Schulter geklopft, als gäb’s kein Morgen. (Warum nur haben diese Gurus immer Haare, die über Glatzen kleben, und eine Spur zu wenig körperliche Distanz?)

Alles albern? Nicht ganz. Immerhin widmet sich eine Folge unter der Leitung von Orgasmuslegende Betty Dodson ausschließlich dem weiblichen Orgasmus – und das tatsächlich ziemlich mutig. Gwyneth Paltrow wird also erst einmal geduldig erklärt, dass es Vulva heißt und nicht Vagina, dass die Klitoris samt ihren 8000 Nervenenden erst 2005 erforscht wurde, es werden in Workshops klug, furchtlos und mit viel Schmäh Anatomie, Körperakzeptanz und sexuelle Eigenständigkeit unterrichtet, die Scham nach Hause geschickt und allerhand Kluges über unser verzerrtes Bild der eigenen Genitalien erzählt, samt tatsächlichen Bildern unterschiedlicher Vulven, ein revolutionärer Akt in einer TV-Serie.

Charme trotz Kohlsuppe

Der dann aber doch darunter leidet, wenn eine Folge später über Chia-Pudding, fünftägige reinigende Diäten und das durch Bluttest bestimmte biologische (nicht chronologische!) Alter gesprochen wird und damit in Kombination auch noch mehr oder weniger „sanftere“ Schönheitsmaßnahmen ausprobiert werden. Wobei die ungeschminkte, nach der Behandlung rotgesichtige Paltrow samt Hungergrant trotz Kohlsuppe und Gemüsepulver durchaus gewissen Charme hat („Am dritten Tag fühle ich mich seltsam schwach“ – fühle, Gwyneth, fühle!).

Auch mit den besten Absichten fällt es schwer, lang ironiefrei zu bleiben, nicht umsonst nennt Vice Goop Lab nach den zahlreichen Skandalen um pseudowissenschaftliche ausgepriesene Produkte vom Vagina-Ei bis zum Antidepressionstee „die neueste True-Crime-Serie auf Netflix“.

Machen uns mehr Fitness glücklich?

Doch so einfach ist es natürlich nicht. Dokusoaps über Selbst- und Fremdverbesserung haben ihre ganz besondere Anziehungskraft, das beweisen Serien über Modeberatung genauso wie über Verkehrskon trollen. Wie sieht die graue Maus aus, wenn man ihr nur das richtige Kleid und die richtige Frisur verpasst? Wird das Leben des Paares mit fünf Kindern besser, wenn nur die Wohnung neu eingerichtet ist? Wird die arme Hausfrau glücklicher, wenn sie schöne Zähne hat und 15 Kilo leichter ist?

Wenn ich zwei kalorienarme Gerichte kochen kann und weiß, wie man ein T-Shirt richtig vorn in die Hose steckt, habe ich dann mein Leben im Griff? Und, die Frage aller Fragen: Machen uns mehr Fitness, ein anderes Aussehen, eine andere Ernährung bittebitte endlich glücklich?

„Ich würde mich gerne verstehen im Kontext eines größeren Universums“, sagt eine Teilnehmerin mit einer gewissen Ernsthaftigkeit – und ja, würden wir das nicht alle? Stärker werden nach dem Motto „Jeder kann das“? Den inneren Schweinehund besiegen? Endlich das Gefühl haben, irgendeine Form von Kontrolle über das eigene Dasein auszuüben?

Luxusprobleme?

Bei allem Hohn für Paltrow steht fest, dass die Frau den Markt für Eso-Heils versprechen nicht erfunden hat, ihn aber erfolgreich bedient. Das Bedürfnis nach körperlicher und seelischer Gesundheit, die bei Einnahme der richtigen Lebens mittel- und Denkzusätze gegen teures Geld risikolos selbst herstellbar ist, im Grunde der Traum vom dadurch verlängerten Leben, ist so alt wie die konsumierende Menschheit. Der Markt für dementsprechende Magazine boomt und hierzulande lassen sich sogar in Apotheken Raumsprays mit dem Titel „Beschütze mich“ erwerben.

Die Zielgruppe von Paltrows 2008 lancierter Lifestylewebsite goop.com sind vor allem wohlhabende Menschen mit Selbstoptimierungsambitionen. Die Gründerin selbst bezeichnet ihre Produktauswahl als „aspirational“, soll meinen, man kann sich so ambitioniert einen anderen Lebens standard immerhin wünschen, wenn schon nicht durchgehend leisten, und tada, die gesunden Hendlrezepte seien schließlich gratis. Dass eine Luxusmarke teure Produkte verkauft, ist mäßig überraschend.

Wer sich auf goop.com in die Untiefen des Lifestylewohlfühlens begibt, landet bei vernünftigen Biobaumwollkleidern ebenso wie beim Spray gegen Energievampire, findet schicke Vibratoren genauso wie „Sprouts IO“, den Hydrokultur-„Smart garden“ für zu Hause zum wohlfeilen Preis von 800 Dollar samt App um läppische 29 Euro pro Monat, mit der man die Pflänzlein auch vom Handy aus beobachten kann („Cute, right?“).

Bienenpollen als Garnitur

Es gibt eine Rolex um 19.558 Dollar und eine Kelly Bag von Hermès um 13.500 Dollar als „Style resolution“. Es gibt Tipps zur aufwandslosen Haarpflege (samt Haarmaske um 58 Dollar), dazu Nudelmaschinen, abenteuerliche und ordentliche Dessous.

Bei einem Rezept steht schon einmal „nach Wunsch mit Bienenpollen garnieren“, die Wasserflasche mit Quarzkristall um 80 Dollar kommt gleich mit. Bei Workout-Clips fehlen natürlich nicht die passenden Produkte. Es gibt Tarotkarten, Meditationspolster (Mit Buchweizenschalen und getrocknetem Lavendel! Der Überzug ist Handwäsche!). Und natürlich die medial vielbeschriebene – und bereits ausverkaufte – Duftkerze mit dem Namen „This smells like my vagina“, duftend nach Geranium, Bergamotte, Zeder und Rose, um wohlfeile 75 Dollar.

Dazwischen finden sich Texte, Interviews und Podcasts zu Themen wie „Wie abwesende Väter unsere erwachsenen Beziehungen prägen“ oder die durchaus sinnvolle Forderung auf Instagram, psychische Erkrankungen ernst zu nehmen. Eine Expertin betont im Interview, nicht viel Make-up zu tragen, und betet dann ihre fünf sündteuren Hautpflegeprodukte runter, die sie vorm Schminken benützt, insofern unterscheidet die Website wenig von einschlägigen Frauenmagazinen.

„Selfcare“, das dezidierte Kümmern um das eigene Wohl, hat einen ganz besonderen Reiz in einer Zeit zunehmenden Tempos und des Zwangs, wirklich alles im Leben erreichen zu müssen. Natürlich ist es sinnvoll, über das eigene Leben, die eigenen Ziele, Familienkonstrukte und Traumata nachzudenken und mit Experten Lösungen zu finden. Doch ein als Magazin getarntes Werbeumfeld ist dafür wohl nur ein mäßig guter Ort.

Dass viele Frauen etwa oft „so fucking tired sind“, hat seinen Grund fix auch im System, Stichwort Doppelbelastung, Altersarmut, ungleiche Vermögensverteilung, Gläserne Decke etc. Doch Goop hat sich eben nicht dem Kampf gegen den Kapitalismus verschrieben, behauptet das auch nicht, sondern schlicht dem Verkauf von Produkten. Und so ist der Skandal wohl nicht, dass ein Luxusschuhdesigner wie Louboutin exklusiv für das Portal sündteure Babyschuhe entwirft, sondern die zunehmende Schere zwischen Arm und Reich, über die es auf goop.com verständlicherweise nur sehr wenig Inspirierendes zu lesen gibt.

Also nein, Weltrevolution wird es durch eine Vagina-Duftkerze keine geben. Und ebenfalls nein, an der Mindfulness liegt es auch nicht, dass reiche Menschen älter werden und gesünder leben. Aber Antworten auf die Klassenfrage sucht hier ebenfalls niemand.

Was also tun mit diesem Sammelsurium an einigen echten Wahrheiten und sehr vielen Binsenweisheiten? Vielleicht eines: sehr achtsam dahinter sein, dass „die wichtigste Erfahrung meines Lebens“ am Ende keine Detoxkur ist.

Dopamin-Fasten: Schön das Gehirn entrümpeln

Woche zwei im neuen Jahr und die guten Vorsätze wackeln bereits wieder. Dabei ist es doch eigentlich recht simpel: mehr bewegen, weniger trinken, gesünder leben – die übliche Trias der Tugenden eben. Wer da schon ächzt und hadert, dem sei gesagt, dass es die Bewohner des Silicon Valley noch viel härter trifft.

Dort grassiert seit einiger Zeit ein neuer Selbstkasteiungstrend namens Dopamin-Fasten – eine freiwillige Dämpfung jenes körpereigenen Botenstoffs, der im Volksmund auch Glückshormon genannt wird. Die Fastenfans versagen sich also weitestgehend all jene externen Stimuli, die ja gerade die Techszene überhaupt erst auf die Welt losgelassen hat. Keine Streams, keine Likes, keine Bildschirme. So soll das stetig überforderte Hirn, um im Branchenjargon zu bleiben, auf die Werkseinstellungen zurückgesetzt werden.

Erlaubt sind Tagebuchschreiben und Wassertrinken

Mal davon abgesehen, dass Dopamin mit Glücksmomenten wahrscheinlich relativ wenig zu tun hat – die Medizin vermutet seine Bedeutung vor allem im Bereich der Antriebssteigerung und Motivation -, kann es sicherlich nicht schaden, ein bisschen Abstand zum Geschehen im Netz zu gewinnen. Stundenlang das schöne Leben der Mitmenschen auf Instagram zu begutachten oder sich auf Youtube in die Häschenbauten von allerhand Verschwörungstheorien zu verlieren, hat nachweislich negative Auswirkungen auf die Psyche. Nicht umsonst gibt es in der Ratgeberecke des gut sortierten Buchhandels inzwischen zahlreiche Selbsterfahrungstitel, in denen die Autoren ihre Abenteuer während des Offline-Daseins schildern.

Fatalerweise neigt man in der Bay Area jedoch dazu, die Dinge ein bisschen zu übertreiben, deshalb entsagt ein Dopamin-Asket, der etwas auf sich hält, auch analogen Gesprächen, ja sogar Körper- und Augenkontakt mit seinen Mitmenschen. Erlaubt sind dagegen Tagebuchschreiben, Spazierengehen oder Wassertrinken. Herzlichen Glückwunsch, könnte man jetzt sagen, die Techbranche hat eine alte Kulturpraktik namens Meditation entdeckt. Was Ordensgemeinschaften sämtlicher Glaubensrichtungen schon seit Jahrtausenden praktizieren, findet nun seine zeitgemäße Entsprechung in der Dopamin-Fastenkur. Unter dem neuen Label lässt sich die Entsagung bei gestressten Start-up-Menschen sicherlich besser vermarkten, als wenn man von Mönchsklausur spricht.

Am Ende dient alles dem Zweck, nach der Neurotransmitterabstinenz wieder voll angreifen zu können, wie man so sagt. Danach, so erzählen es überzeugte Anhänger, sei das Gehirn entrümpelt, der Verstand hyperfokussiert und jeglicher Gedanke an Prokrastination verflogen. Schon gibt es zahlreiche Blogs und Selbsthilfevideos mit Millionen Aufrufen, die lehren wollen, wie man sich den Reizen der Gegenwart konsequent entzieht. Zudem streiten mindestens ein Dutzend Influencer und smarte Geschäftsmänner darüber, wer den Trend denn nun wirklich ins Leben gerufen hat.

Das Dopamin-Fasten ist jedoch nicht nur der neueste Ausdruck des in der Start up-Szene grassierenden Hangs zu einfachen technischen Lösungen: Der Körper wird also gehackt, selbst Schlaf und Ernährung sind vor Disruption nicht mehr sicher. Es geht auch um eine tiefer sitzende Sehnsucht nach Transzendenz, immerhin hat das Silicon Valley ja seine Wurzeln in der Hippiebewegung. Früher merkte man das an Yogasitzungen für die Angestellten zwischen anstrengenden Programmiereinheiten, später an kontrollierten LSD-Mikrodosierungen, um die schwächelnde Kreativität neu zu starten. Leider gibt es jedoch auch hirnphysiologische Zweifel an der Fastenkur. Auch Mönche, die sich in ihren Meditationen verlieren, erleben teilweise euphorische Momente in der Stille, das haben Studien gezeigt – und ihre Gehirne setzten dabei Dopamin frei. Es scheint fast so, als sei man nirgends mehr sicher.

Ubuntu bekommt einen neuen Look

Ubuntu bekommt einen neuen Look. Canonical und Yaru arbeiten gemeinsam an einem neuen Theme, das im April erscheinen soll. „Yaru“ ist seit 18.10 Standard – mittlerweile sind eineinhalb Jahre vergangen. Erste Screenshots zeigen, in welche Richtung die Neugestaltung gehen soll. Von dem Theme wird es eine helle und dunkle Version geben – auch eine dritte Ausgabe mit helleren Farben ist in Arbeit.

Im Ubuntu-Blog kann man mehr zu der Auffrischung der LTS-Version erfahren. Ubuntu zählt zu den populärsten Linux-Distributionen, die gerade bei Einsteigern beliebt ist. So ist die Canonical-Distro sicher einer der stabilsten und einsteigerfreundlichsten Linux-Versionen. Gerade für wechselwillige Windows-7-Nutzer also durchaus eine empfehlenswerte Alternative.

Ö1 startet Initiative „Reparatur der Zukunft“

Gesucht sind dabei Ideen, die „Impulse zur Veränderung setzen und die Zukunft im Jetzt reparieren wollen“. Ab 20. Jänner können Projekte eingereicht werden. In kurzen Videoclips sollen Teilnehmer dabei erzählen, „was neu und anders gemacht wird, von innovativen Ideen zu Lösungen für aktuelle Probleme: Klimaschutz, Armutsbekämpfung, Business-Ideen, Gesprächsrunden, Podcasts und Blogs, Energiewende, Sharing-Initiativen, Forschungsprojekte, digitale Apps, Lifestyle und Fashion, Bildung, Events, Ernährung, soziale Innovationen und vieles mehr“.

Wer ein Mentoring bekommt, entscheidet eine Jury. 20 Projekte werden ausgewählt, die im Herbst zum „Markt der Zukunft“, einem mehrtägigen Innovationsfestival im Rahmen des Grazer Kulturjahres 2020, eingeladen werden. Ö1 will dabei als Drehscheibe fungieren, um junge Ideengeber mit Veranstaltungen wie dem Europäischen Forum Alpbach zu vernetzen oder jungen Kreativen auf Festivals eine Bühne zu geben.

US-Firma sammelte Milliarden Fotos für Gesichtsdatenbank

Eine obskure US-Firma hat laut einem Bericht der New York Times rund drei Milliarden Bilder von Menschen aus dem Internet zusammengestellt, um eine umfassende Datenbank zur Gesichtserkennung zu entwickeln. Im vergangenen Jahr sei der Zugang dazu mehr als 600 Behörden als Service angeboten worden, schrieb die Zeitung unter Berufung auf das Unternehmen namens Clearview. Angaben dazu, welche Behörden das waren, macht Clearview nicht. Auf ihrer Website lässt die Firma allerdings auf die Aufklärung von Sexualverbrechen spezialisierte kanadische Ermittler lobend zu Wort kommen.

Für die Datenbank seien öffentlich zugängliche Bilder bei Plattformen wie Facebook und YouTube oder dem US-Bezahlservice Venmo eingesaugt worden, hieß es. Eine Sammlung in dieser Dimension würde bisher bekanntgewordene Datenbanken zur Gesichtserkennung übertreffen. In den USA etwa prüfen die Behörden die Identität der Einreisenden per Gesichtserkennung – greifen dabei aber auf die Bilder zurück, die speziell dazu aufgenommen wurden.

Die Firma Clearview

Die zuvor praktisch unbekannte Firma Clearview trat erst durch die Recherchen der New York Times an die Öffentlichkeit. Ein früherer Geldgeber war US-Milliardär Peter Thiel. Der Paypal-Mitgründer und Facebook-Investor ist für seine libertären Ansichten und als einer der wenigen erklärten Unterstützer von Präsident Donald Trump im Silicon Valley bekannt. Sein Sprecher sagte der Zeitung, Thiel habe Clearview im Jahr 2017 mit 200.000 Dollar unterstützt und dafür einen Anteil bekommen. Er sei ansonsten nicht beteiligt.

Gründer von Clearview ist der 31 Jahre alte Hoan Ton-That, der aus Australien in die USA kam. Zuvor hatte er einige wenig erfolgreiche Geschäftsideen gehabt, wie etwa eine App, mit der sich Nutzer auf ihren Fotos Trumps charakteristische Frisur verpassen konnten. Er habe zwischenzeitlich an eine Karriere als Model gedacht, dann aber beschlossen, ins Geschäft mit der Gesichtserkennung einzusteigen, sagte er.

Eltern sollten Cybergrooming nicht totschweigen

Fremde Erwachsene, die sich im Netz Kindern nähern – oft mit Missbrauchsabsichten: Das sogenannte Cybergrooming ist ein Alptraum vieler Eltern. Totschweigen sollte man das Thema aber nicht, im Gegenteil. „Wir raten Eltern immer, mit ihren Kindern offen darüber zu reden“, sagt Kristin Langer von der Initiative „Schau hin! Was dein Kind mit Medien macht“.

Cybergrooming kann Mädchen wie Jungen gleichermaßen treffen, sagt die Expertin. Gefährdet sind Kinder theoretisch in dem Moment, in dem sie selbstständig und privat im Netz unterwegs sind – also zum Beispiel mit dem ersten eigenen Smartphone. Einfallstor für die Cybergroomer sind in der Regel Chats, sei es in Messenger-Apps oder anderswo, in Videospielen etwa.

Von dieser Gefahr müssten Kinder wissen, sagt Langer. Das kann dann etwa so klingen: „Du musst davon ausgehen, dass im Netz Menschen unterwegs sind, die dir oder uns nichts gutes wollen.“

Gut ist, wenn Kinder zudem wissen, wie die Masche Cybergrooming genau funktioniert – also zum Beispiel, dass sich die Täter manchmal als Gleichaltrige ausgeben, manchmal als Casting-Agenten oder Modelscouts. Typisch für solche Anbahnungsversuche ist, dass die Täter nur positiv kommunizieren – mit vielen Versprechen und übertrieben viel Lob.

Schützen können sich Kinder, indem sie sparsam mit Infos über sich umgehen, vom Wohnort über das Alter bis zur Handynummer. „Für Kinder ist es etwas tolles, wenn sie ein eigenes Smartphone und eine eigene Nummer haben, die sie weitergeben können“, so Langer. „Da müssen Eltern entsprechende Aufklärungsarbeit leisten.“

Dazu brauchen Kinder eine Vertrauensperson, an die sie sich bei Fragen oder einem komischen Bauchgefühl wenden können – auch und gerade, wenn das Verhältnis zu den Eltern pubertätsbedingt etwas angespannt ist. „Dann kann das vielleicht ein Patenonkel oder eine Patentante sein, auch eine gleichaltrige Freundin“, so Langer.

Ben & Jerry‘s produziert spezielles Eis für Streaming-Sessions

„Netflix & Chill” ist unter Jugendlichen eine Anspielung auf ein Date zum gemeinsamen Serienschauen. Der Eiscreme-Hersteller Ben & Jerry‘s macht aus dem Ausdruck jetzt die Eiscremesorte „Netflix & Chilll’d“.

Die neue Rezeptur soll die Lust auf Süßes und auf Salziges stillen. Dafür wurde eine Kombination aus Erdnussbutter-Eis “mit süß-salzigem Brezel Swirl & Fudge Brownie” gewählt. Neben der Milcheis-Version setzt, die zu Unilever gehörende US-Eismanufaktur, auch auf eine vegane Version. Beide Varianten werben mit dem Slogan “A Netflix Original Flavor” auf der Verpackung. Der Werbespot zeigt Ausschnitte aus bekannten Serien wie “Haus des Geldes”, die exklusiv auf Netflix laufen.

Friedensnobelpreisträger kritisiert Tech-Riesen und Eliten

Kapitalismuskritik und eine klare Warnung: Das Streben nach Gewinn und Wachstum hat die Welt an den Rand des Abgrunds geführt, sagt Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus auf der Bühne der Innovationskonferenz DLD in München. „Es ist eine tickende Zeitbombe, sozial, politisch, wirtschaftlich. Es kann so nicht weitergehen.“ Auf der Konferenz, die einst von Begeisterung für das Silicon Valley geprägt war, trat in diesem Jahr tiefgreifendes Misstrauen gegenüber den Technologieriesen zutage. So warnte der CDU-Europapolitiker Axel Voss, Europa könne zur „Digital-Kolonie“ Chinas und der USA verkommen.

Yunus kritisierte, alle wüssten, dass es für ein Umsteuern fast zu spät sei und doch machten alle weiter wie bisher. „Das ist enorm frustrierend.“ Verantwortung dafür tragen aus Sicht von Yunus vor allem die Mächtigen in Politik und Wirtschaft – also auch diejenigen, die sich einmal im Jahr kurz vor dem Weltwirtschaftsforum in Davos in München auf Einladung des Medienunternehmens Burda in der bayerischen Hauptstadt treffen.

Doch nicht nur Yunus hielt den Teilnehmern einen Spiegel vor. Die philippinische Journalistin Maria Ressa bezichtigte Netzwerke wie Facebook , ihre Plattformen förderten den Aufstieg autoritärer Politiker. Ressa berichtet über Menschenrechtsverletzungen im sogenannten Anti-Drogen-Krieg der philippinischen Regierung. Sie wurde in den vergangenen Jahren festgenommen und bedroht. Facebook gebe Regimekritikern zwar auch die Möglichkeit, ihre Botschaften zu veröffentlichen. Aber: „Wut und Hass verbreiten sich schneller.“ Diese Einschätzung unterstützte der US-Forscher Sinan Aral, der ein umfassendes Archiv von Twitter-Beiträgen ausgewertet hatte.

Darüber, dass Technologie jede Mengen Chancen bietet, herrschte Einigkeit. So eröffneten Entwicklungen wie Quantencomputer der Menschheit nach Ansicht von Merck-Chef Stefan Oschmann Chancen für beispiellosen Fortschritt. Doch die Aufgaben, die dafür gelöst werden müssten, seien ebenso enorm, sagte der Chef des Darmstädter Pharma- und Technologiekonzerns. Das betreffe die technischen Probleme, den Energieverbrauch und nicht zuletzt ethische Fragen, für die es bisher keine eindeutigen Antworten gebe. „Wir müssen die Folgen neuer technischer Lösungen diskutieren“, sagte Oschmann. Es brauche einen neuen Zugang, um neue Technologien zu dem zu machen, was sie sein sollten: keine Bedrohungen, sondern Werkzeuge.

Die Menschen sollten Eigentümer ihrer Daten sein – und heutige Schwergewichte, die die Infrastruktur kontrollieren, müssten aufgespalten werden, sagte der Piraten-Politiker und Mitgründer der Website Pirate Bay, Peter Sunde. Er beklagte die Naivität der Web-Pioniere, die eine utopische Vorstellung von einer freien globalen Netz-Community gehabt hätten. In Wirklichkeit habe sich herausgestellt, dass das Internet dann von denen kontrolliert werde, die über Infrastruktur verfügten.

EU-Kommissar Thierry Breton versprach in München, er werde sich mit Macht für die Interessen der europäischen Technologieunternehmen einsetzen. „Denn schließlich geht es um die Zukunft Europas.“

Die Computerwissenschaftlerin Joy Buolamwini warnte, Diskriminierung und Rassismus im Alltag spiegelten sich auch in künstlicher Intelligenz wider – und könnten bestehende Vorurteile verfestigen. Das sei aus verschiedenen Gründen eine Gefahr. „Zusammen mit meinen Kollegen wollte ich herausfinden: Wie gut können Services wie IBM , Microsoft oder Face++ das Geschlecht eines Gesichts erraten“, sagte Buolamwini in München. Dabei sei herausgekommen: Am schlechtesten funktionieren die Systeme bei schwarzen Frauen. Es gebe Anbieter, die ihre Fähigkeiten Behörden zur Verfügung stellen, um bestimmte ethnische Gruppen in Videos zu identifizieren. Auch das könne Rassismus fördern, sagte Buolamwini.

Wenn einem die ganzen Warnungen noch nicht reichen sollten, müsse man es auf eine Frage reduzieren, sagte Yunus: „Was für ein Leben wünscht ihr euch für eure Enkel?“ Doch es passiere nichts. „Unsere Enkel werden nicht das Leben leben können, das wir kennen.“ Neben den katastrophalen Folgen der Erderwärmung gelte das auch für die soziale Ungerechtigkeit weltweit. Yunus ist Gründer der Bank Grameen, die Mikrokredite an meist arme Frauen vergibt. Dafür bekam der Wirtschaftsforscher 2006 den Friedensnobelpreis.

Die jährlich vom Medienkonzern Burda veranstaltete DLD-Konferenz (Digital Life Design) will eine Brücke zwischen Technologie, Wirtschaft und Kultur schlagen. Zu den zentralen Themen gehören in diesem Jahr der Klimawandel, künstliche Intelligenz und Quantencomputer. Das Motto ist diesmal „What are you adding?“ – etwa: „Was bringst Du ein?“. Die Frage soll zur aktiveren Beteiligung am aktuellen Wandel durch die Digitalisierung animieren.

Das diesjährige Motto sei ihm zunächst fast ein bisschen aggressiv vorgekommen, sagte der Chef der Burda Media Group, Paul-Bernhard Kallen, bei der Eröffnung der seit Jahren auch weltweit beachteten Veranstaltung am Samstag. Doch da man über Gefahren für unsere Demokratien sprechen müsse, sei das Motto genau richtig. Es gehe darum, was jeder tun könne. Das gelte für viele der großen Probleme, egal ob für den enormen Hass in sozialen Netzwerken oder den Klimawandel.

Ehemalige SZ-Digital-Chefredakteurin Julia Bönisch geht zu Stiftung Warentest

Die frühere Digital-Chefredakteurin der Süddeutschen Zeitung, Julia Bönisch, geht zur Stiftung Warentest. Die 39-Jährige tritt zum 1. März die neu geschaffene Stelle der Bereichsleiterin Digitale Transformation und Publikationen an, wie die Stiftung am Freitag in Berlin mitteilte. Sie wird zugleich Mitglied der Geschäftsleitung und berichtet an Vorstand Hubertus Primus. Bönisch soll den digitalen Transformationsprozess des Verlagsgeschäfts vorantreiben. Primus sagte: „Wir freuen uns sehr, mit Julia Bönisch eine der profiliertesten Online-Journalistinnen Deutschlands für unser Haus gewonnen zu haben.“

Im Oktober hatte die Südwestdeutsche Medienholding (SWMH) mitgeteilt, dass Bönisch die zur Holding gehörende Süddeutsche Zeitung in gegenseitigem Einvernehmen und mit sofortiger Wirkung verlässt. Bönisch war auch Mitglied der Chefredaktion der Süddeutschen Zeitung. Sie kam im Jahr 2007 zu SZ.de, seit Anfang 2017 war sie dort Chefredakteurin.

Presserat rügt „Krone“ für Foto von Seisenbacher in Unterwäsche

ie Veröffentlichung einer Aufnahme des ehemaligen Judokas Peter Seisenbacher in Unterwäsche verletzt den Ehrenkodex für die österreichische Presse. Die „Kronen Zeitung“ habe mit der Veröffentlichung des Fotos im vergangenen September gegen die Punkte 5 (Persönlichkeitsschutz) und 6 (Intimsphäre) des Ehrenkodex verstoßen, stellte der Presserat in einer aktuellen Entscheidung fest.

Im Artikel wird über die Verhaftung Seisenbachers an der polnisch-ukrainischen Grenze im September 2019 berichtet. Dem Bericht sind zwei Fotos Seisenbachers beigefügt. Eines davon zeigt ihn, wie er nur mit Unterhose bekleidet und mit hinter dem Rücken gefesselten Händen auf einem Sessel sitzt. Die Aufnahme stammt von seiner Verhaftung in Kiew 2017, sein Gesicht ist verpixelt.

Per App steuerbar: Telekom zeigt beheizbare Kleidung

Gemeinsam mit AlphaTauri und Schoeller hat die Deutsche Telekom die „Heatable Capsule Collection“ aufgelegt. Das Besondere: Der Wärmegrad der Kleidungsstücke kann via App individuell angepasst werden.

Erst vor wenigen Wochen hatte die Deutsche Telekom Website Optimierung mit ihrer Bluetooth-Unterwäsche einen Ausflug in die Fashion-Welt unternommen – wenn auch mit einem Augenzwinkern. Jetzt geht der Bonner TK-Konzern mit einem weiteren – und durchaus ernster gemeinten – Mode-Projekt an den Start, das gemeinsam mit der Modemarke AlphaTauri und dem Textilhersteller Schoeller realisiert wurde.

Die „Heatable Capsule Collection“ umfasst zunächst eine Jacke und eine Weste, deren Wärmegrad individuell den Außentemperaturen angepasst werden kann. Bei der Entwicklung steuerte die Deutsche Telekom Website Optimierung die technologische Komponente bei, AlphaTauri hingegen designte die Kollektion und Schoeller zeichnete für die eingesetzte Heiztechnologie, die verwendeten Textilien sowie die elektronischen Komponenten verantwortlich.

Steuerung via App

Die Kleidungsstücke können über eine App gesteuert werden, die von der Deutschen Telekom programmiert wurde. Mit dieser lässt sich konkret die Temperatur im Bereich der Taschen und der Nieren gezielt regulieren. Die individuelle Wohlfühltemperatur kann bei Jacke und Weste dabei über zwei Heizstufen eingestellt werden.

Dies geschieht mit Hilfe der integrierten Powerbank, die man beispielsweise auch zum Laden des eigenen Smartphones verwenden kann. Über Schoellers E-Soft-Shell Heiztechnologie sei die Heizfunktion vollständig textil integriert und möglichst nah am Körper des Trägers lokalisiert, wie die Telekom betonte. Darüber hinaus ermögliche die eingebaute Sensorik die Temperaturmessung des Mikroklimas im Inneren der Jacke.

„Auf dem Weg zur Digital-Lifestyle-Marke“

Die Kollektion für Männer und Frauen richtet sich an eine „Lifestyle- und Technologie-orientierte Zielgruppe“. Sie soll saisonübergreifend für alle kühleren Wetterlagen geeignet sein – beispielsweise auf Reisen, beim Wandern oder beim Sport. Erhältlich ist die High-Tech-Kleidung online bei AlphaTauri und der Telekom sowie in AlphaTauri-Stores und bei ausgewählten Retailern. Sowohl Jacke als auch Weste sind in zwei Farben sowie Größen von S bis XXL für Männer und XS bis XL für Frauen erhältlich. Die Kosten liegen bei 699,90 Euro für die Jacke beziehungsweise 399,90 Euro für die Weste.

“Spiegel” startet im Mai neues Wirtschaftsmagazin

Erst verpasst „Spiegel“-Chefredakteur Steffen Klusmann dem digitalen „Spiegel“ einen neuen Anstrich, jetzt drängt der frühere Chefredakteur der „Financial Times Deutschland“ mit der Marke „Spiegel“ stärker ins hart umkämpfte Segment der Wirtschaftspresse. Im Mai startet das Anlage-Magazin „Spiegel Geld“. Gleichzeitig arbeitet der „Spiegel“ mit G+J an einem gemeinsamen, digitalen Wirtschaftsportal.

“Spiegel Geld” kommt erstmals am 9. Mai

Konkreter ist beim Spiegel-Verlag zumindest ein neues gedrucktes Produkt, das sich ebenfalls im hart umkämpften Markt der Wirtschaftspresse platziert wird: “Spiegel Geld”. “Spiegel”-Chefredakteur Steffen Klusmann will das neue Magazin erstmals am 9. Mai dem Hauptheft beilegen. Dabei soll es aber nicht bleiben: Weitere Ausgaben sind für den 19. September und 14. November geplant. Im nächsten Jahr soll die Zeitschrift vier Mal pro Jahr erscheinen. Betreut wird der Titel von Redaktionsleiterin Anne Seith.

Oswald Oberhuber ist tot

Der österreichische Maler, Bildhauer und Ausstellungsmacher Oswald Oberhuber ist verstorben. Am 1. Februar wäre er 89 Jahre alt geworden. Oberhuber war Bildhauer, Maler, Kunsttheoretiker, Kunstvermittler, Professor, Poet, Galerieleiter und Ausstellungsmacher.

Der Universalist wurde damit eine der zentralen Persönlichkeiten der österreichischen Kunst nach 1945. Geboren 1931 in Meran, wurde Oberhubers Familie 1940 im Zuge des Abkommens zwischen dem faschistischen Italien und NS-Deutschland nach Nordtirol ausgesiedelt. Von 1945 bis 1949 besuchte Oberhuber dort an der Gewerbeschule in Innsbruck die Abteilung Bildhauerei.

Im Anschluss daran war Oberhuber an der Akademie der bildenden Künste in Wien Schüler von Fritz Wotruba und an der Akademie in Stuttgart von Willi Baumeister. 1972 war Oberhuber der österreichische Vertreter auf der Biennale von Venedig. 1964/65 war er künstlerischer Berater der Galerie nächst St. Stephan, die er 1973 von Otto Mauer übernahm und bis 1978 leitete. Oberhuber nahm 1977 an der documenta 6 und 1982 an der documenta 7 teil. 1973 wurde er zum Professor an die Hochschule für angewandte Kunst in Wien berufen, der er bis zu seiner Emeritierung 1998 angehörte. Von 1979 bis 1987 und von 1991 bis 1995, leitete er als Rektor die Hochschule.

Sichtbarkeit von Display-Werbung sinkt deutlich

Die erhöhte Nachfrage nach Werbeinventar im vierten Quartal 2019 ist auf Kosten der Sichtbarkeit gegangen. Das ist eines der zentralen Ergebnisse im aktuellen „Viewability Benchmarks“-Report, den das Unternehmen Meetrics regelmäßig veröffentlicht. Demnach war in diesem Zeitraum nur etwas mehr als jede zweite Display-Werbung hierzulande wirklich für den Nutzer sichtbar.

Die Sichtbarkeit von Video-Werbung ist dagegen im gleichen Zeitraum leicht gestiegen – von 91 Prozent im dritten Quartal 2019 auf nun 92 Prozent. Damit bestätigt die Sichtbarkeitsrate von Video-Werbung weiterhin ihre positive Entwicklung. Auch die sogenannte Viewable Viewtime, also die Zeit, in der das Werbemittel angeschaut werden kann, stieg von zuletzt 18,2 Sekunden auf jetzt 20,2 Sekunden.

Die New York Times verbucht 2019 mehr als eine Million neue Digitalabonnenten

Im vergangenen Jahr verbuchte die New York Times einen massiven Rekordzuwachs an neuen Digitalabonnenten. Wie die NYT heute bekannt gab, vermeldete die „Gray Lady“ 2019 mehr als eine Million neue Abonnenten, die sich für das Digitalangebot entschieden. Die Digitalerlöse konnte die US-Qualitätstageszeitung binnen vier Jahren mehr als verdoppeln und dabei konzerneigene Vorgaben überbieten.

Der Mutterkonzern der 169 Jahre alten Traditionszeitung erklärte 2019 zum “Rekordjahr für Digitalwachstum.” Die New York Times Company vermeldete gleich zahlreiche Meilensteine: So wurden bereits im vergangenen Jahr die Digitalerlöse von 800 Millionen Dollar erzielt – ein Ziel, dass CEO Mark Thompson 2015 erst für Ende 2020 ausgegeben hatte. In nur vier Jahren konnte die Times damit ihre ausschließlich digital erzielten Umsätze verdoppeln.

Allein im vergangenen Jahr verbuchte das von vielen Branchenexperten als “beste Zeitung der Welt” erklärte US-Medium mehr als eine Million neue Digitalabonnenten. Das ist der größte Zuwachs an neuen Lesern, die für das Online-Angebot zahlen, seitdem die New York Times das Digitalabo 2011 eingeführt hat.

Insgesamt bringt es die “Gray Lady” nunmehr auf bereits über 5 Millionen Abonnenten, von denen sich 3,4 Millionen für das Digitalangebot entschieden. Weitere 900.000 Leser bezahlen weiter für die tägliche Printausgabe, 600.000 für den kostenpflichtigen Kreuzworträtselbereich und 300.000 für das Rezepte-Segment Cooking.

Alphabet erreicht als viertes US-Unternehmen Börsenwert von einer Billion Dollar

Der Google-Mutterkonzern Alphabet hat einen Börsenwert von einer Billion Dollar erreicht. Der Kurs des US-Onlinegiganten stieg um 0,76 Prozent, womit die symbolisch bedeutsame Marke erzielt wurde. Alphabet ist erst das vierte US-Unternehmen nach Apple, Amazon und Microsoft, das diese Marke nahm.

Die positiven Erwartungen der Anleger an Alphabet werden unter anderem durch die gestärkte Rolle von Google-Chef Sundar Pichai in dem Konzern geschürt. Alphabet hatte im Dezember bekanntgegeben, dass Pichai auch im Mutterhaus die Chefrolle übernehmen wird. Die beiden Google-Gründer Larry Page und Sergey Brin ziehen sich von der Alphabet-Spitze zurück.

DuMont verkauft „Mitteldeutsche Zeitung“ an Bauer

Die Mediengruppe DuMont wird die „Mitteldeutsche Zeitung“ an die Bauer Media Group verkaufen, das hat der Verlag nun bekanntgegeben. DuMont sieht den Titel bei Bauer in besseren Händen, dort erhofft man sich bereits Synergien.

Der Verkauf, der neben der Zeitung auch das News-Portal mz.de, zwei Anzeigenblätter, den TV-Sender TV Halle sowie die Aktivitäten in Logistik und Druck umfasst, steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Kartellamts. DuMont-Chef Bauer machte am Mittwoch aber bereits klar, dass er die Zukunft der Zeitung bei der Bauer Media Group sieht. Er selbst sprach von einer angespannten Marktlage, die die Bauer Media Group besser händeln könne als DuMont aus Köln heraus. Bauer betreibt bereits unter anderem die „Magdeburger Volksstimme“, hier wird man Synergien nutzen.

Marco Fehrecke, Leiter der Mediengruppe Magdeburg, wird auch die Führung der Mediengruppe Mitteldeutsche Zeitung übernehmen. Die rund 1.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden von der Bauer Media Group übernommen und sämtliche vertraglichen Vereinbarungen bleiben nach Angaben von DuMont bestehen. „Die Bauer Media Group ist in der Region bereits stark verankert. Über die erwarteten Synergieeffekte mit der Mediengruppe Magdeburg schaffen wir eine gute Ausgangslage, um den regionalen Journalismus in Mitteldeutschland langfristig zu erhalten“, so Fehrecke.

Christoph Bauer kündigte unterdessen an, im Bereich der Regionalmedien „neue Wege“ gehen zu wollen. Das dürfte auch die Mitarbeiter der „Hamburger Morgenpost“ interessieren. Wie es mit ihnen weitergeht, will der DuMont-Chef noch im Januar entscheiden. DuMont-Aufsichtsratsvorsitzende Isabella Neven DuMont erklärt: „Wir haben uns die Entscheidung, die Mediengruppe Mitteldeutsche Zeitung aus dem DuMont Verbund zu lösen, nicht leicht gemacht. Das Medienhaus in Halle hat sich in den vergangenen Jahren beachtlich entwickelt und sehr erfolgreich Antworten auf die herausfordernden Rahmenbedingungen in Sachsen-Anhalt gefunden. Die Nutzung von Synergien ist der Schlüssel zu langfristigem Erfolg im regionalen Zeitungsgeschäft. Wir sind davon überzeugt, dass die Bauer Media Group der richtige neue Eigentümer für diesen Kurs ist.“

Google übernimmt Pointy für 163 Millionen US-Dollar

Google übernimmt Pointy, ein Start-up aus Dublin, das Technologie entwickelt, die es stationären Einzelhändlern ermöglicht, ihre Produkte ohne zusätzliche Arbeit online auffindbar zu machen. Für das junge Unternehmen soll der Suchmaschinen-Riese rund 163 Millionen US-Dollar auf den Tisch legen, berichtet Techcrunch. Die Transaktion unterliegt den üblichen Abschlussbedingungen und wird voraussichtlich in den kommenden Wochen abgeschlossen.

Integration von Pointy

Für die Nutzung von Pointy müssen Händler eine kleine Box an ihren Barcode-Scanner anschließen oder die Pointy-App auf ihrem Point-of-Sale-System installieren. Dadurch werden die angebotenen Produkte direkt in den Abschnitt „Sehen, was im Geschäft ist“ auf dem Geschäftsprofil in der Google-Suche anzeigt. Eine zusätzliche Dateneingabe ist nicht notwendig.

Ziel ist es, Nutzer, die online nach einem Produkt suchen, über die Suchergebnisse von Google oder über Anzeigen den gewünschten Artikel anzuzeigen. Konkret sind die Ergebnisse im Reiter „Siehe, was im Laden ist“ in den Google Knowledge Panels (Infobox) und auf Google Maps zu finden.

Im Idealfall sollen die Suchergebnisse dazu führen, dass der User das gewünschte Produkt letztendlich beim jeweiligen Einzelhändler in der Nähe kauft.

RTL wirbt Sebastian Moritz von Netflix ab

Die Kölner Mediengruppe RTL holt sich einen Manager von Netflix. Der Mann heißt Sebastian Moritz, ist 37 Jahre alt und arbeitete zuletzt zwei Jahre für das US-Unternehmen in Amsterdam.

Seine Aufgabe: Strategische Führung und Weiterentwicklung der Social-Media-Strategie. Moritz berichtet an Digital-Chefredakteur Jan Rudolph. „Mit seiner Leidenschaft für digitale Themen und seinem tiefen Verständnis für Video-Content wird Sebastian wichtige Impulse setzen und unsere Strategie vorantreiben“, so Rudolph. Tatsächlich ist Social Media längst ein immens wichtiger Marketingkanal für die TV-Sender. Rudolph spricht von über 38 Millionen Fans und Follower für die Sender der Mediengruppe RTL.

Nutzer sind im Schnitt 3,7 Stunden am Smartphone

Die Menschen verbringen immer mehr Zeit an ihren Smartphones und nutzen diese zunehmend nicht mehr nur zur Kommunikation und Unterhaltung sondern für Einkäufe und Bankgeschäfte. Nach Berechnung der Analyse-Plattform „App Annie“ verbrachte der durchschnittliche Nutzer im vergangenen Jahr 3,7 Stunden täglich an seinem Smartphone. 2018 waren es noch drei Stunden gewesen.

Weltweit luden sich die Nutzer im vergangenen Jahr insgesamt 204 Milliarden Apps herunter und gaben dafür 120 Milliarden Dollar aus – mehr als doppelt soviel wie die 101 Milliarden im Jahr zuvor. Die meiste Zeit verbrachten die Menschen in sozialen Netzwerken, beim Video-Streamen, Spielen und Online-Shoppen. Einen Durchbruch erlebten weltweit Finanz-Apps. Deren Nutzung verdoppelte sich von 2017 bis 2019.

Bose schließt alle seine Ladengeschäfte in Europa

Einer der bekanntesten Audio-Spezialisten verabschiedet sich fast gänzlich aus dem stationären Handel. Bose schließt in den kommenden Monaten 119 seine Ladengeschäfte in Europa, Australien, Japan und Nordamerika. Als Grund wird die „dramatische Verschiebung zum Online-Shopping“ genannt. Es lohne sich kaum, im stationären Einzelhandel präsent zu sein, heißt es.

Auch in Österreich betreibt Bose Shops. In Asien bleiben die Geschäfte bis auf weiteres geöffnet. Gegenüber heise.de betont das Unternehmen, dass es betroffenen Mitarbeitern helfen will, neue Jobs zu finden. Wie viele Personen gekündigt werden, sagt Bose nicht. Es dürften aber einige hundert Mitarbeiter sein.

1964 gegründet

Bose wurde 1964 von Amar Gopal Bose gegründet, einem Professor am Massachusetts Institute of Technology (MIT). Die Produkte des Unternehmen genießen einen ausgezeichneten Ruf.

Mozilla entlässt 70 Mitarbeiter

Die Mozilla Corporation, ein profitorientiertes Unternehmen unter dem Dach der Mozilla Foundation, hat angekündigt, zahlreiche Entlassungen vorzunehmen. Etwa 70 Mitarbeiter werden das Unternehmen verlassen oder wurden bereits gekündigt. Aufsichtsratsvorsitzende und Interimschefin Mitchell Baker begründet diesen Schritt als alternativlose Maßnahme.

Die Mozilla Corporation ist im Prinzip dafür zuständig, die Entwicklung des Firefox-Browsers zu koordinieren und gleichzeitig mit Produkten und Diensten Einnahmen zu generieren, die das Projekt fördern. Da man sich dem finanziellen Konservatismus verschrieben hat, keine roten Zahlen riskieren möchte, die Umsätze sich aber langsamer entwickeln als erhofft, seien die Entlassungen unumgänglich gewesen, heißt es.

Baker verspricht den Betroffenen „großartige Abfindungspakete“ und Unterstützung für die Zeit danach. Welche Stellen genau abgebaut wurden, hat man bislang nicht verraten. Ein Entwickler meldet allerdings, dass sämtliche Führungskräfte in der Abteilung für Qualitätssicherung vor die Tür gesetzt wurden.

Auch eine Schließung des Mozilla-Innovationsfonds wurde angedacht, letztlich erachtete man diesen aber als zu wichtige Stütze für die Entwicklung neuer Produkte. In neue Angebote will die Mozilla Corporation, die insgesamt rund 1.000 Mitarbeiter beschäftigt, 43 Millionen Dollar investieren.

ORF mit zwei Nominierungen im Rennen um Grimme-Preis

Am 16.01. wurden die Nominierten für den Grimme-Preis verkündet, der am 27. März im deutschen Marl verliehen wird. Der ORF ist dabei mit zwei Produktionen im Rennen bei der 56. Ausgabe der renommierten Fernsehauszeichnung. Sowohl Urs Eggers Historiendrama „Das Wunder von Wörgl“ als auch David Schalkos Miniserie „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“ haben Chancen auf einen Preis.

Der Fernsehfilm „Das Wunder von Wörgl“, eine Koproduktion von epo-film, Film-Line und FreibeuterFilm mit dem ORF, dem BR, ARTE, SRF und Rai, ist in der Kategorie „Fiction“ nominiert. „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“ – eine Koproduktion von ORF, TV NOW und Superfilm – versucht indes sein Glück in der Sparte „Serien“.

Insgesamt sind heuer 73 Produktionen und Einzelleistungen für den Grimme-Preis nominiert, die aus 850 Einreichungen destilliert wurden. Dabei gehen nicht nur die öffentlich-rechtlichen Sender ins Rennen. So ist etwa Netflix erstmals in zwei Kategorien vertreten, RTL ist mit zwei Siegchancen dabei.

Verlag Springer Nature nimmt neuen Anlauf an die Börse

Der Wissenschaftsverlag Springer Nature will Insidern zufolge noch im ersten Halbjahr einen neuen Anlauf an die Börse nehmen. Die beiden Eigentümer, die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck und der Finanzinvestor BC Partners, haben die Investmentbanken Goldman Sachs und Morgan Stanley mit den Vorbereitungen beauftragt, wie mehrere mit den Plänen vertraute Personen am Donnerstag sagten.

BC Partners und Holtzbrinck peilten eine Unternehmensbewertung von sieben bis acht Mrd. Euro – inklusive Schulden – an, hieß es in Finanzkreisen. Als Termin für die Emission würden Mai oder Juni angepeilt – fast genau zwei Jahre, nachdem Springer Nature seine Börsenpläne wegen der schwachen Nachfrage begraben hatte.

Damals hatte neben Morgen Stanley auch die Investmentbank JP Morgan federführend mit an dem Börsengang gearbeitet. Nun gehören Insidern zufolge dem Konsortium neben Goldman Sachs auch Citi und BNP Paribas an. Die Banken und die beiden Eigentümer wollten sich nicht zu den Plänen äußern.

Springer Nature bringt 13.000 Fachbuch-Titel jährlich auf den Markt und verlegt fast 3.000 Fachzeitschriften wie das weltbekannte Wissenschaftsmagazin „Nature“. Das Unternehmen war 2015 aus der Fusion von Springer Science mit der Holtzbrinck-Tochter Macmillan Science & Education entstanden. Verleger Stefan von Holtzbrinck hält seither 53 Prozent der Anteile. Springer Science war ein Jahr zuvor für 3,3 Mrd. Euro an BC Partners verkauft worden. 2018 kam Springer Nature mit 13.000 Mitarbeitern auf einen Umsatz von 1,66 (2017: 1,64) Mrd. Euro. Mit dem Berliner Verlagskonzern Axel Springer hat das Unternehmen nichts zu tun.

TikTok-Video löst bei Kindern Hysterie um dritten Weltkrieg aus

Die 18-Jährige Laura Sophie wollte ihre 2,2 Millionen Follower auf der chinesischen Video-Plattform TikTok darüber aufklären, was im aktuellen Konflikt zwischen der USA und dem Iran passieren könnte:

“Sobald die USA anfangen zu kämpfen, treten Deutschland und Frankreich auch mit ein. Das sind alles Länder der Nato.” Weiter fährt sie in dem einminütigen Clip fort: “Der Iran verfügt über extrem viele Atombomben und gefährliche Waffen. Wenn da eine hochgeht, sind wir alle futsch.”

Video auf TikTok befeuert #WWIII-Hashtag

Was wohl gut gemeint war, löste viel Verunsicherung bei ihrer jungen Zielgruppe aus. Sie verbreitete dabei schlicht falsche Informationen, denn der Iran besitzt keine Atomwaffen. Des weiteren ist die Nato ein Verteidigungs- und kein Angriffsbündnis. Laura Sophie hat das Video mittlerweile gelöscht, doch es taucht immer wieder in andere Kanälen auf und sorgt für Diskurs auf Schulhöfen und weiter im Internet.

Denn in anderen sozialen Medien wie Twitter verbreitete sich der #WWIII-Hashtag schnell und ungefiltert. Laut der “Berliner Morgenpost” war gar die Webseite der US-Behörde Selective Service zeitweise nicht mehr aufrufbar. Dort finden sich Informationen, welche Wehrpflichtigen bei einem Verteidigungsfall eingezogen werden.

Der Kinderschutzbund mahnt deswegen im Beitrag der “Berliner Morgenpost” Eltern vor den geteilten Inhalten auf TikTok. Auch das Gespräch mit den Eltern sei nötig, um den Ängsten der Kinder nachzukommen.

TikTok ist auf dem Vormasch

Inzwischen gibt es 5,5 Millionen TikTok-Nutzer in Deutschland, welche meist jüngeren Alters sind. Und die Nutzerzahl wächst. Den Marktspezialisten SensorTower zufolge wurde im vierten Quartal 2019 keine App für iPhone und iPad weltweit so häufig herunterladen wie TikTok. Erst dahinter folgen YouTube, Instagram, WhatsApp und Facebook.

NBC Universal setzt gegen Netflix auf Gratis-Streaming

Der neue Videostreamingdienst von NBC Universal wird mit drei verschiedenen Preismodellen starten. Peacock soll es ab Mitte Juli 2020 in den USA geben, wie NBC berichtet. Damit will der TV-Sender eine Konkurrenz zu Netflix, Amazon Prime Video und ähnlichen anbieten und stärker als bisher im Videostreamingmarkt aktiv sein.

Wer Peacock ganz ohne Werbung nutzen will, zahlt dafür zehn US-Dollar pro Monat, das Ganze nennt sich Peacock Premium. Der Kunde soll Zugriff auf mehr als 600 Spielfilme sowie 400 Fernsehserien erhalten. Zudem werden Sportübertragungen, Nachrichtensendungen, Late-Night-Shows sowie weitere Inhalte des TV-Senders in diesem Abo enthalten sein. Insgesamt sollen Premium-Kunden Zugriff auf Inhalte mit einer Gesamtlaufzeit von 15.000 Stunden bekommen.

Zudem wird es eine werbefinanzierte Variante von Peacock Premium für fünf US-Dollar monatlich geben. Die Inhalte sind identisch mit dem normalen Premium-Abo. Als dritte Option gibt es Peacock Free, die komplett werbefinanziert ist. Damit können ausgewählte Inhalte ohne Abozahlung angeschaut werden. Grob gesagt stehen dann halb so viele Inhalte wie für Premium-Kunden zur Verfügung, konkret sollen es 7.500 Stunden sein.

Wer sich für Peacock mit Werbeschaltungen entscheidet, erhält nach NBC-Angaben maximal fünf Minuten Werbung pro Stunde. So wird es Werbeschaltungen zwischen Serienepisoden und in Filmen geben, aber es erscheint auch Werbung, sobald die Wiedergabe angehalten wird.

Anders als etwa Disney hat NBC Universal erst einmal nicht vor, alle Inhalte von Konkurrenzdiensten abzuziehen. In den USA können Kunden also etwa mit einem Hulu-Abo weiterhin Inhalte von NBC Universal ansehen, die es parallel bei Peacock geben wird.

Netflix spart Millionen durch Steueroasen

In einem Artikel des britischen Nachrichtenportals „Broadband TV News“ beruft man sich auf den Bericht „No Tax and Chill“. Dahinter steckt die Expertenkommission von „Tax Watch UK“. In dem Bericht werden die Einnahmen des Streamingdienstes in den USA, den Niederlanden und Großbritannien analysiert. Netflix sei das neueste Unternehmen in einer wachsenden Liste von digitalen Riesen, die ein Netz an Offshore-Gesellschaften nutzten, um Gewinne ins Ausland zu verlagern und Steuern zu vermeiden.

Laut dem Bericht bezahlte Netflix im Jahr 2018 keine Steuern in Großbritannien, obwohl es weltweit 1,2 Milliarden US-Dollar Gewinn machte und geschätzte 860 Millionen Pfund an Einnahmen von seinen 10 Millionen britischen Abonnenten verbuchte. Der Streamingdienst bekam 2017/18 vom britischen Steuerzahler sogar 924.000 Pfund in Form von Steuergutschriften zurück.

In dem Bericht wird zum Beispiel angegeben, dass Netflix, als 2012 die Produktionen in Großbritannien begannen, dies über eine Firma aus Luxemburg getan haben soll. Als Netflix Ende 2011 in Luxemburg startete, gab es keine Abonnenten und die Zahlen der Firma wurden in britischem Pfund veröffentlicht.

Bis 2017 unterlagen US-Unternehmen theoretisch der US-Bundesbesteuerung ihrer Gewinne im Ausland. Aber die Konzerne konnten die Zahlung der Steuern dauerhaft aufschieben, wenn sie diese Gewinne im Ausland reinvestierten. Dies hatte zu einer Reihe von Investitionen in Staatsanleihen und marktgängige Wertpapiere geführt. Man müsse das alles jedoch vor dem Hintergrund sehen, dass die erfolgreichen Netflix-Produktionen „The Crown“, „Sex Education“ und „Outlaw“ allesamt in Großbritannien gefilmt wurden.

ORF-Zentralbetriebsrat klagt ORF-Führung

Der Zentralbetriebsrat des ORF hat eine Klage gegen den ORF eingebracht. Die Geschäftsführung halte sich nicht an die Ende 2018 über zwei Jahre abgeschlossene Gehaltsrunde für die diversen ORF-Kollektivverträge. Die ORF-Führung erklärt indes, der Betriebsrat verlange eine andere Berechnungsmethode, dies sei rechtlich nicht möglich.

Die Geschäftsführung sei einseitig von der Vereinbarung abgerückt, erklärt der Betriebsrat. Das bedeute für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein reales Minus von einem halben Prozentpunkt für 2020. Der ORF-Zentralbetriebsrat hat nun eine Feststellungsklage beim Arbeits- und Sozialgericht Wien eingebracht.

Die ORF-Führung zur Klage: „Zwischen Betriebsrat und ORF ist im Rahmen des Gehaltsabschlusses für 2020 kurzgefasst eine Valorisierung um die Inflationsrate vorgesehen. Der Modus für die Berechnung der Inflationsrate wurde schriftlich vereinbart und vom Stiftungsrat genehmigt. Dass der Betriebsrat nun eine andere Berechnungsmethode heranziehen will, ist für den ORF nicht nachvollziehbar und rechtlich auch nicht möglich.“

Erstes Jahr mit Zuwachs bei PC-Absatz seit 2011

Das Ende der Unterstützung des Betriebssystems Windows 7 hat dem PC-Markt im vergangenen Jahr den ersten Absatz-Zuwachs seit 2011 beschert.

In den kommenden Monaten werde der Trend zunächst weitergehen, weil viele Unternehmen vor allem in Asien noch auf das neuere Windows 10 umsteigen müssten, prognostizierte Analystin Mikako Kitagawa vom IT-Marktforscher Gartner am Dienstag. Auf längere Sicht von 12 bis 18 Monaten müssten sich die Anbieter aber auf eine auslaufenden Upgrade-Welle einstellen, warnte ihr Kollege Ryan Reith von der Analysefirma IDC.

Delivery Hero sammelt frische Milliarden am Kapitalmarkt ein

Der Essenslieferant Delivery Hero hat sich am Kapitalmarkt frisches Geld für die Übernahme des südkoreanischen Rivalen Woowa Brothers besorgt. Mit Wandelanleihen und einer Kapitalerhöhung sind insgesamt rund 2,2 Milliarden Euro erlöst werden, teilte der MDax-Konzern in einer Adhoc-Meldung Mittwochnacht mit.

Das Angebot richte sich jeweils an Profianleger. Die Wandelanleihen sollen bei einer Laufzeit bis Januar 2024 beziehungsweise 2027 ein Volumen von 1,75 Milliarden Euro haben. Das Bezugsrecht der Aktionäre wird ausgeschlossen.

Darüber hinaus sollen quasi über Nacht bis zu 8,16 Millionen neue Stückaktien verkauft werden. Dies entspreche rund 4,3 Prozent des gegenwärtigen Grundkapitals. Die Platzierung erfolge mit sofortiger Wirkung.

Die Kapitalerhöhung um 4,3 Prozent bringt 571 Millionen Euro. Die Delivery-Hero-Aktie war am Mittwoch um vier Prozent auf 71 Euro gestiegen und bröckelte im Späthandel nur leicht ab.

Den Mittelzufluss will Delivery Hero für die Übernahme des südkoreanischen Branchenkollegen Woowa und für „allgemeine Unternehmenszwecke“ verwenden. Mitte Dezember hatte der Konzern den Ausbau seines Geschäfts in Asien angekündigt. Delivery Hero sicherte sich 87 Prozent an Woowa. Das gekaufte Unternehmen wurde dabei insgesamt mit vier Milliarden Dollar bewertet.

Delivery Hero wurde 2011 gegründet und ist seit 2017 an der Börse notiert.

Robert Schefenacker übernimmt kaufmännische Leitung von S. Fischer

Robert Schefenacker (39) kehrt zu den S. Fischer Verlagen zurück: Zum Jahresbeginn hat er die kaufmännische Leitung des Frankfurter Verlagshauses übernommen. Er folgt auf Stefan Gneuss, der im Mai 2018 als kaufmännischer Geschäftsführer zu Fischer gekommen und zum Jahresende 2019 wieder ausgeschieden ist.

Robert Schefenacker arbeitete bereits von 2007 bis 2012 als Controller bei S. Fischer, bevor er in die Zentrale der Holtzbrinck Buchverlage wechselte. Zusätzlich war er Geschäftsführer bei J.B. Metzler und beim Argon Verlag. „Die Zeit der Aufgaben in Stuttgart und Berlin war großartig, doch nun ist es für mich eine große Freude, wieder zu den Kolleginnen und Kollegen bei Fischer zurückzukehren“, so Schefenacker.

Die Nominierungen für den Grimme-Preis 2020

73 Produktionen wurden in diesem Jahr für einen Grimme-Preis nominiert. Darunter sind Serien wie „Andere Eltern“, „Der Pass“, „M“ und „How to sell drugs online (fast)“, in der Unterhaltung gingen gleich drei Nominierungen an ProSieben. Ebenfalls im Rennen: Die erste schwule Datingshow.

In der Kategorie Unterhaltung fällt als erstes auf, dass die Nominierungskommission gerade mal neun Nominierungen vergeben hat – und das, obwohl insgesamt 19 möglich gewesen wären. „Die negative Entwicklung der vergangenen Preisjahre beim Unterhaltungsfernsehen setzt sich fort“, fasst das Grimme-Institut zusammen. Bemerkenswert aber auch: Gleich drei der neun Nominierungen in diesem Bereich gehen aufs Konto von ProSieben, das damit für den traditionell öffentlich-rechtlich geprägten Grimme-Preis ein sehr starkes Jahr hinter sich hat.

Deutlich stärker aus dem Vollen schöpfen konnte die Nominierungskommission in der Kategorie Fiktion. Hier haben noch 23 Nominierte die Chance auf einen von fünf Grimme-Preisen. Auch hier gibt’s aber Kritik an den TV-Machern: „Es zeigt sich, dass die Auseinandersetzung mit gesellschaftlich relevanten Stoffen zurückgeht und die Macher und Macherinnen auf bewährte Genres wie den Krimi setzen“, sagt Frauke Gerlach, Leiterin des Grimme-Instituts. Es kommt also auch nicht von ungefähr, dass gleich drei „Tatorte“ und ein „Polizeiruf“ nominiert wurden. Eine Nominierung gab’s unter anderem auch für das ambitionierte „Love Europe Project“, das in einem Film neun Episoden vereint, in denen Europa durch die Augen und den Alltag von Menschen verschiedenster Herkunft neu entdeckt wird.

Ein starkes Jahr war es abseits der Einzelfilme wieder für die Serien, gleich 37 Produktionen wurden gesichtet, fünf Nominierungen ausgesprochen. Turner setzt seinen sensationellen Lauf fort und erhält auch für die TNT-Comedy-Serie „Andere Eltern“ eine Grimme-Nominierung, mit „Fett und Fett“ des ZDF kam zudem eine weitere Comedy-Serie zu Grimme-Ehren. Die Sky-Serie „Der Pass“, das Flüchtlings-Drama „Eden“ sowie das erste TVNow-Original „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“ sind ebenfalls nominiert. Dazu gab’s eine Spezial-Nominierung für die Ausstattung der Bauhaus-Serie „Die Neue Zeit“ und für den „Umgang mit der Musik als handlungsbestimmendes Element“ auch die Netflix-Serie „Skylines“. Eine weitere Spezialnominierung gab’s für Heinrich Breloer für die langjährige, intensive Auseinandersetzung mit Bertolt Brecht.

Noch eine weitere Netflix-Produktion ist für einen Grimme-Preis nominiert: „How to sell drugs online (fast)“, die bei Grimme allerdings in die Kategorie Kinder & Jugend gerutscht ist. Dort ist mit „Wir sind die Welle“ sogar noch eine zweite Produktion des Streamingdienstes vertreten. Auch die Funk-Serie „Druck“ findet sich hier wieder, „Der Rap-Hack – Kauf dich in die Charts“ vom „Y-Kollektiv“ sowie „Jäger und Sammler“. Nemi El-Hassan erhielt für die Moderation von „Jäger und Sammler“ zudem noch eine Spezial-Nominierung – ebenso wie die ZDF/Kika-Kindernachrichten „logo!“ „für die in kontinuierlicher Qualität kompakte und verständliche Aufbereitung komplexer Zusammenhänge für die Zielgruppe“, so die Begründung der Nominierungskommission.

Nominierungen Kategorie Fiktion

  • Bist du glücklich? (HR)
  • Das Menschenmögliche (die film gmbh WEST für ZDF – Das kleine Fernsehspiel)
  • Das Wunder von Wörgl (EPO Film und FILM-LINE München mit Freibeuter Film für ORF, BR, ARTE, SFR, Rai Bozen)
  • Der König von Köln (Zeitsprung Pictures für WDR)
  • Draußen in meinem Kopf (Junafilm für ZDF/Arte)
  • Endlich Witwer (Bavaria Fiction für ZDF)
  • Freiheit (One Two Films/Zak Film Productions für ZDF/Das kleine Fernsehspiel)
  • Hanne (PROVOBIS für NDR/ARTE)
    The Love Europe Project (Sperl+Film, ZDF/Das kleine Fernsehspiel für ZDF/ARTE)
  • PLAY (SAPPRALOT Productions/Hamid Baroua, Christoph Szonn mit TELLUX next /Philipp Schall für BR / ARD Degeto)
  • Polizeiruf 110 – Der Ort, von dem die Wolken kommen (Roxy Film für BR)
  • Tatort: Anne und der Tod (SWR)
  • Tatort: Falscher Hase (HR)
  • Tatort – Murot und das Murmeltier (HR)
  • 1000 Arten Regen zu beschreiben (Made in Germany Filmproduktion für WDR/ ARTE)

Serien

  • Andere Eltern (eitelsonnenschein für TNT)
  • Eden (Atlantique Productions/Port au Prince für SWR/ARTE/ARTE France/ARD Degeto)
  • Fett und Fett (Trimafilm/Network Movie Film und ZDF – das kleine Fernsehspiel ZDF/DKF)
  • M – eine Stadt sucht einen Mörder (Superfilm Filmproduktions für ORF/RTL Crime)
  • Der Pass (Wiedemann & Berg/epo-film für Sky)

Spezial

  • Spezial für den Umgang mit der Musik als handlungsbestimmendem Element in „Skylines“ (Komplizenfilm für Netflix)
  • Spezial für Heinrich Breloer für die langjährige, intensive Auseinandersetzung mit Bertolt Brecht und für die besondere Kunst des Übergangs von Dokumentarischem und Fiktionalem in „Brecht“ (Bavaria Fiction/Sattelfim/MIA Film für WDR/BR/SWR/NDR/ARTE)
  • Spezial für die Ausstattung in „Die Neue Zeit“ (Zero One Film/Constantin Television/Nadcon Film für ZDF/ARTE)

Nominierungen Kategorie Info & Kultur

  • Barstow California (kOMERS.film/strandfilm)
  • Brüder Kühn – Zwei Musiker spielen sich frei (ECOMedia für ZDF/3sat)
  • Dark Eden (Made in Germany Filmproduktion für ZDF/3sat)
  • Das innere Leuchten (Ama Film für SWR)
  • Der Funktionär (Oktoberfilm/Ma.ja.de.Filmproduktion für ZDF)
  • Die 3 Satelliten (Taris Film für ZDF/3sat)
  • Die Story im Ersten: Tote auf der Balkanroute (BR)
  • Die Unerhörten – Über den Landtagswahlkampf in der Prignitz (Jab Film für rbb)
  • Draußen (unafilm für WDR/ARTE)
  • Elternschule (if…Productions für SWR)
  • Filmfrauen. Die Interviews (Doclights/Shift Media für ZDF)
  • Gundermann Revier (Inselfilmproduktion für MDR/rbb)
  • Lucica und ihre Kinder (B’Braun Filmproduktion für ZDF/3sat)
  • Markt der Masken (Filmkraft Peter Heller Produktion für NDR/ARTE)
  • Musste Weimar scheitern? (Schmidt & Paetzel Fernsehfilme für rbb/NDR)
  • Nachlass (Christoph Hübner Filmproduktion für ZDF/3sat)
  • Rabiat: Deutschland den Deutschen? (sendefähig für RB)
  • Wie „Holocaust“ ins Fernsehen kam (Hanfgarn & Ufer/Alice Agneskirchner Filmproduktion für WDR/NDR/SWR)

Spezial

  • Nadia Kailouli und Jonas Schreijäg für die wirkmächtige Aufbereitung ihrer exklusiven Recherchen und Bilder von einer Fahrt mit dem Seenotrettungsschiff Sea-Watch 3 in verschiedenen Formaten und Filmen (NDR, Strg_F/funk)
  • Britt Beyer und Vassili Silovic (Gesamtregie) sowie Volker Heise (Idee/Konzept) für die Umsetzung des Großprojekts 24 h Europe – The Next Generation (Zero One/Ideale Audience für rbb/SWR/BR/ARTE/ARD-alpha/RTBF/YLE/Ceska Televize)

Besondere Journalistische Leistung

  • Olga Sviridenko, Edmund Willison, Hajo Seppelt, Jörg Winterfeldt und Shea Westhoff für ihre Recherchen für die im Rahmen der ARD-„Sportschau“ ausgestrahlte Dokumentation „Kampf ums Geschlecht“ und den Fortsetzungs-Film „Kastrationen an Mittelstreckenläuferinnen“ („Sport Inside“, WDR)
  • Die Redaktion von „MONITOR“ für das hohe Niveau ihrer kontinuierlichen und haltungsstarken Berichterstattung über Rechtsextremismus und Rechtsterrorismus (WDR)
  • Oliver Mayer-Rüth, stellvertretend für das Team des ARD-Studios Istanbul, für seine facettenreiche Beiträge aus der Türkei (BR)

Nominierungen Kategorie Unterhaltung

  • Chez Krömer (ProBonoTv für rbb)
  • Festival der Liebe (Enrico Pallazzo Medienmanufaktur für Tele5)
  • Prince Charming (Staffel 1) (Seapoint Productions für TVNow)
  • Joko & Klaas LIVE–15 Minuten (Florida TV für ProSieben)
  • Late Night Berlin (Florida Entertainment für ProSieben)
  • The Masked Singer (Staffel 1) (Endemol Shine Germany für ProSieben)
  • Woidboyz on the road–Per Anhalter durch Bayern (Puls für BR)

Spezial

  • Spezial für den Beitrag „Prinz von Hohenzollern“ über die Entschädigungsansprüche des Hauses Hohenzollen gegen die Bundesrepublik Deutschland aus der Neo Magazin Royale Sendung vom 14.11.2019, Rubrik „Eier aus Stahl“ (btf für ZDFneo)

Nominierungen Kinder & Jugend

  • 100percentme (VICE Media für funk)
  • Ab 18! Dazwischen Elsa (Filmgarnitur für ZDF/3sat)
  • Ab 18! Die Tochter von … (Joakim Demmer Film & TV Produktion für ZDF/3sat)
  • Bongo Boulevard (Meimberg für funk)
  • Die Sendung mit dem Elefanten – Opernhaus (Folge 534) (WDR)
  • Der Krieg und ich (LOOKSfilm/Toto Studio/SWR/Arte/Arte France/BBC)
  • Druck (Staffel 4) (Bantry Bay Productions für funk/ZDFneo)
  • Ein Fall für die Erdmännchen – Weihnachtsmann gesucht (bigSmile für NDR)
  • Ene Mene Bu – Bella, Emmanuel und Liesl bauen ein Kartonauto (Folge 1728) (B+M entertainment für KiKA)
  • How to sell drugs online (fast) (btf für Netflix)
  • Jäger und Sammler (UFA X für ZDF/funk)
  • Karakaya Talk (Labo M für WDR/funk)
  • Leider laut (Warner Bros./ITVP für ZDF)
  • Trudes Tier – Inselurlaub (Studio Soi für WDR)
  • Wir sind die Welle (Rat Pack Filmproduktion, Sony Pictures Film und Fernseh Produktions GmbH für Netflix)
  • Y-Kollektiv: Der Rap-Hack- Kauf dich in die Charts (sendefähig für RB/funk)

Spezial

  • Nemi El-Hassan für die ausgezeichnete Moderation von Jäger & Sammler. (UFA X für ZDF/funk)
  • logo! Die Welt und ich. (ZDF/KiKa) für die in kontinuierlicher Qualität kompakte und verständliche Aufbereitung komplexer Zusammenhänge für die Zielgruppe

Die Digitalisierung heizt den Boom der Berater an

Die Branche steht 2020 vor einem neuen Rekordjahr. Die Anbieter zeigen sich angesichts prall gefüllter Auftragsbücher durchweg sehr zuversichtlich.

Dieses Bild ergibt eine Umfrage des Handelsblatts und führender deutscher Unternehmensberatungen, darunter McKinsey, BCG, Bain, Oliver Wyman, Roland Berger, Kearney, die IT-fokussierten Beratungen Capgemini und Accenture sowie der Marketing- und Vertriebsspezialist Simon-Kucher.

Sie sind im gesamtwirtschaftlich schwierigen Jahr 2019 nach eigenen Angaben kräftig gewachsen, überwiegend sogar mit zweistelligen Raten. Mehr noch: Die meisten von ihnen peilen ein solches Wachstum auch für dieses Jahr an. Konkrete Umsatzzahlen nennen die Berater nicht.

BDU-Stimmungsindex schnellt hoch

Stand heute zeigt sich: Der seit Jahren anhaltende Beraterboom wird auch 2020 weitergehen. Für die positive Entwicklung der Branche gibt es einen weiteren Indikator. Im vierten Quartal 2019 ist die Stimmungslage unter den Consultants nach zwei rückläufigen Quartalen wieder sprunghaft angestiegen.

Das zeigt der vom Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU) erstellte aktuelle Geschäftsklimaindex, der dem Handelsblatt exklusiv vorliegt. Der Sprung um vier Indexpunkte gegen Ende 2019 ist laut BDU der höchste Anstieg des Stimmungsbarometers in den vergangenen drei Jahren.

Damit winkt der Branche ein weiterer kräftiger Zuwachs. 2018 kam sie auf einen Umsatz von knapp 34 Milliarden Euro. Zum Vergleich: 2009 waren es erst 18 Milliarden Euro. Bezieht man die Prognose für 2019 ein, so deutet sich an: Binnen zehn Jahren wird sich das Marktvolumen für Unternehmensberatung praktisch verdoppelt haben.

Marika Püspök leitet Konzernkommunikation der Wiener Stadtwerke

Marika Püspök übernimmt mit Februar 2020 die Leitung der Konzernkommunikation der Wiener Stadtwerke. Püspök war seit November 2015 Büroleiterin von ORF-Programmdirektorin Kathrin Zechner und davor für die Kommunikation rund um das Projekt Medienstandort ORF verantwortlich. Ihre Karriere startete vor knapp zwei Jahrzehnten bei Siemens, wo der Kommunikationsprofi Püspök bis Sommer 2014 in verschiedenen Linien- und Projektfunktionen und an unterschiedlichen Standorten im In- und Ausland im Kommunikationsbereich tätig war.