Mayr, Inhof und Moretti reüssierten bei der Romy 2021

Eine große Gala konnte es coronabedingt nicht geben, dennoch sind auch heuer wieder die beliebtesten TV-Gesichter mit einer Romy ausgezeichnet worden. Bei der von Andi Knoll moderierten Show ging ORF-Wissenschaftschef Günther Mayr als beliebtesten Infomoderator hervor.

Sein Pendant in der Unterhaltungs/Show-Kategorie ist Kristina Inhof, die man eben nicht nur von diversen ORF-Sportsendungen kennt, sondern auch von den „Dancing Stars“ und Co.

Bei den Schauspielern sind es große Namen, die heuer bei den von der Tageszeitung „Kurier“ zusammen mit dem ORF vergebenen Preisen reüssieren konnten: Als beliebteste Seriendarstellerin hatte Maria Happel beim Publikumsvoting die Nase vorne, ihr gleichgetan hat es „Bergdoktor“ Hans Sigl bei den Herren.

Tobias Moretti erhielt heuer seine bereits neunte Romy, womit er sich vor Moderator Armin Assinger als alleiniger Rekordhalter positionierte.

Komplettiert werden die Preisträger durch die beliebtesten Nachwuchsdarsteller Anna Fenderl und Klaus Steinbacher sowie die ORF-Sendung „Fit mit Philipp“, die zum besten Lockdown-Format gekürt wurde. Für den „TV-Moment des Jahres“ sorgten wiederum die Wiener Philharmoniker und Dirigent Riccardo Muti mit dem Neujahrskonzert 2021.

Für ihr Lebenswerk wurden wiederum Musiker und Entertainer Peter Kraus und Schauspielerin Cornelia Froboess ausgezeichnet. Diese Platin-Romy, ausgewählt von Romy-Ehrenpräsident Rudolf John, sei eine besondere Wertschätzung, wie Kraus betonte: „Vor allen Dingen grad jetzt, in dieser Zeit, wo wir nicht an unser Publikum ran dürfen und keine Fans hautnah erleben dürfen von der Bühne aus, ist das etwas Schönes für Herz und Seele!“

93 Prozent der österreichischen Befragten nutzen WhatsApp

92 Prozent der für den Statista Global Consumer Survey in Deutschland befragten Menschen geben an, WhatsApp regelmäßig zu nutzen. Nach dem 15. Mai könnten es vielleicht ein paar weniger werden. Dann nämlich müssen die NutzerInnen den neuen Nutzungsbedingungen des Messengers zustimmen. Diese hatten für Aufruhr gesorgt, weil sie theoretisch einen Datenaustausch mit der WhatsApp-Konzernmutter Facebook ermöglichen. Zumindest vorerst wird das aber aufgrund der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) in der EU nicht passieren. Besonders populär scheint der Messenger in Brasilien zu sein. In der Schweiz und Österreich ist er ähnlich weit verbreitet wie in Deutschland. Dagegen sind deutlich weniger Franzosen und Schweden Fans. In den USA liegt der Nutzeranteil sogar nur bei 25 Prozent.

WarnerMedia und Discovery vor Fusion

Zwei global agierende Medienkonzerne stehen laut übereinstimmenden Berichten US-amerikanischer Medien vor der Hochzeit: AT&T will sein Mediengeschäft, das nach der Übernahme von Time Warner unter dem Dach von WarnerMedia gebündelt wurde, mit dem Factual Entertainment-Konzern Discovery verheiraten. Von „weit vorangeschrittenen Gesprächen“ hatte zunächst der US-Finanzdienst Bloomberg berichtet. Inzwischen berichtet CNBC von einem möglichen Abschluss des Deals noch an diesem Montag. Weder WarnerMedia noch Discovery wollen die Berichte bislang kommentieren.

Entstehen soll laut den Berichten ein neuer börsennotierter Medienkonzern im Besitz der Anteilseigner von AT&T und Discovery, wobei das Kräfte-Verhältnis der beiden Unternehmen noch unklar ist. WarnerMedia ist allerdings, egal welche Kennzahlen man betrachtet, der größere Partner bei dieser Fusion. Zusammen läge der neue Riese nach Umsatz zwar hinter Disney, aber vor Netflix oder NBCUniversal. Die Führungsfrage ist eine der vielen unklaren Entscheidungen bei der möglichen Fusion: Jason Kilar, Gründungs-CEO von Hulu und damit Streaming-Veteran, führt WarnerMedia. Bei Discovery wiederum ist David Zaslav seit 14 Jahren für den enormen Wachstumskurs des Hauses verantwortlich.

Eine Hochzeit von WarnerMedia und Discovery ist einerseits überraschend, weil beide Konzerne sich gerade mit enormen Ausgaben bemühen, ihre Streamingdienste HBO Max und Discovery+ international bekannt zu machen bzw. überhaupt erstmal zu verbreiten. Andererseits ist es genau deshalb zweckmäßig: Galt der Fernsehmarkt zwar auch schon vor zehn Jahren als globales Geschäft, so ist der Wortsinn des globalen Marktes in Zeiten von Netflix nochmal neu aufgeladen worden; vom höheren Tempo ganz zu schweigen. Und das führt auch zur Konsolidierung unter Großen, die im Fall von WarnerMedia und Discovery weitgehend komplementär aufgestellt waren. WarnerMedia bedient fiktionale Unterhaltung, Kinderprogramme und Nachrichten, Discovery hauptsächlich das weite Feld von Dokutainment und Dokumentation.

Noch könne der Deal scheitern, berichten zwar alle US-Medien. Eine Erwähnung, die bei Pflichtmedien der US-Börsen jedoch stets mehr nach einer rechtlichen Absicherung klingt. Entsprechend groß ist das Thema in den US-Medien aufgezogen, etwa auch als Aufmacher der „Financial Times“ am Montag. Sollte der Deal stehen, steht global natürlich die spannende Frage im Raum, auf welchen Namen der neu geschaffene Medienriese hören wird. Operativ eine viel größere Herausforderung wird hingegen die zeitnahe Umsetzung der Hochzeit in allen internationalen Märkten. Bis heute haben zum Beispiel weder WarnerMedia noch Discovery ihre jüngsten internationalen Strategien im deutschen Markt umgesetzt.

Als Antwort auf die Dominanz von Netflix bewerten US-Medien einen Zusammenschluss von WarnerMedia und Discovery. Auf dem Papier liest es sich auch so, zumindest beim beschränkten Blick auf den US-Markt, doch gelingen kann diese Absicht nur, wenn schneller und konsequenter das umgesetzt wird, womit sich WarnerMedia, Discovery aber auch Disney zuletzt noch enorm schwer taten: Eine internationale Strategie zu entwickeln und diese in allen Märkten auch zügig umzusetzen wie Netflix es einfacher machen kann, weil keine Rücksicht genommen werden muss auf bestehende Gegebenheiten. Diese Komplexität des internationalen Geschäfts steht für US-Medien allerdings nicht im Fokus, wenn sie die Hochzeit mit ihrer eigenen US-Fokussierung als schlagkräftige Antwort auf Netflix bezeichnen. Und das obwohl es der wahre Kern der Herausforderung wird.

Facebooks Datentransfer in die USA auf dem Prüfstand

Seit Jahren stellt sich die Frage, ob Facebook Daten in die USA transferieren darf oder ob europäische Behörden das unterbinden müssen. Nun gibt es einen Etappensieg für die Gegner des Konzerns, den Juristen Max Schrems und seine Organisation Noyb, die sich 2013 erstmals über den Informationsaustausch beschwert hatten: Das oberste Gericht Irlands hat den Wunsch von Facebook zurückgewiesen, eine Untersuchung der irischen Datenschutzbehörde (DPC) zu blockieren. Facebook hatte im September erwirkt, dass eine Untersuchung der DPC zum Stopp des Datenaustauschs mit den USA überprüft werden müsse. Nun hat das Gericht entschieden, das Ersuchen abzulehnen.

Bei der Untersuchung geht es um die Frage, ob Facebook gegen EU-Recht verstößt. Grundlage ist ein Urteil aus dem Sommer: Der Europäische Gerichtshof kippte da Privacy Shield, das Abkommen zum Datenaustausch mit US-Unternehmen. Das europäische Datenschutzrecht steht nämlich im Konflikt mit der US-Judikatur – Ersteres schreibt einen sensiblen Umgang mit Daten vor. Die Weitergabe an einen Drittstaat ist daher nur gestattet, wenn auch dort ein bestimmtes Schutzniveau erreicht wird.

US-Überwachungsgesetze verpflichten Unternehmen allerdings dazu, Nutzerdaten auf Antrag von Gerichten freizugeben. Daher dürfte Facebook die Daten eigentlich nicht teilen, argumentieren Kritiker. Die Firma hatte sich seit dem Urteil im Sommer auf die sogenannten Standardvertragsklauseln der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) verlassen. Mit seinem nun abgelehnten Antrag argumentierte Facebook gegen eine „voreilige“ Entscheidung und für sein Recht, angehört zu werden.

„Auf allen Ebenen verloren“

„Facebook hat auf allen Ebenen verloren. Das Verfahren hat das irische Verfahren am Ende nur wieder ein paar Monate blockiert“, kommentiert Schrems die aktuelle Entscheidung. „Nach acht Jahren ist die DPC nun verpflichtet, Facebooks EU-US-Datentransfers zu stoppen, wahrscheinlich noch vor dem Sommer.“ Laut dem Aktivisten handelt es sich bereits um das dritte Nebengleis bei dem Fall. Die irische Datenschutzbehörde habe die „Nebenschauplätze“ selbst produziert.

Das ursprüngliche Verfahren, das auf Noybs Beschwerde folgte, habe sie auf unbestimmte Zeit „pausiert“. Das hätte Schrems und sein Team von seinem eigenen Fall ausgeschlossen – daher reichte er einen Antrag auf eine juristische Untersuchung, ähnlich wie Facebook selbst, ein. Kurz vor der Verhandlung von Schrems‘ Antrag lenkte die DPC ein: Ein außergerichtlicher Vergleich verpflichtet sie nun dazu, das Beschwerdeverfahren rasch abzuschließen. Noyb rechnet mit einem baldigen Ergebnis. Jede Entscheidung wird vermutlich auch vom Europäischen Datenschutzausschuss genehmigt werden müssen.

Italien will auf Tiktok für Impfung werben

Italien will auf sozialen Netzwerken eine Kampagne starten, um junge Menschen zur Impfung zu bewegen. Für Jugendliche unter 20 Jahren wird auf TikTok mit seinen Influencern gesetzt. Für Menschen unter 30 werden auch solche von Instagram, Facebook und Twitch eingebunden, wie aus einem Projekt des Ministeriums für Jugendpolitik hervorgeht. Die Kampagne wird auch auf institutionelle Kanäle betreffen.

Das Gesundheitsministerium teilte indes mit, das Speicheltests für Kinder zugelassen werden. Speicheltests könnten als Option zur Feststellung einer Infektion von Sars-CoV-2 betrachtet werden, sollte es keine Möglichkeit zu Nasenflügeltests geben. Sie sollen am besten fünf Tage nach Auftreten der Corona-Symptome verwendet werden.

Virtuelle Gruppenpressereise durch die Natur Österreichs

295 ReisejournalistInnen aus 20 Ländern nahmen an der virtuellen Gruppenpressereise der Österreich Werbung (ÖW) in Kooperation mit der Tirol Werbung teil. Dabei gelang es, trotz derzeit noch geltender Reiseeinschränkungen für Urlaub in Österreich zu inspirieren.

„Natur war immer schon eines der stärksten Reisemotive. In der Pandemie hat die Bewegung in der Natur eine weitere Bedeutungssteigerung erfahren. So entstand in Zeiten der Unsicherheit eine noch stärkere Natursehnsucht. Die Bewegung an sich bekam einen höheren Stellenwert und wird ihn wohl auch in Zukunft behalten“, sagt Ruth Rosendorf, Trendforscherin im Team Tourismusforschung & Data Analytics der Österreich Werbung. Auch ein noch stärkeres Interesse an Klima- und Nachhaltigkeitsthemen sind erkennbar.

Ausgehend von diesen Erkenntnissen stellte die Österreich Werbung gemeinsam mit der Tirol Werbung ein abwechslungsreiches Programm für eine virtuelle Pressereise am 11. Mai zusammen. Lokale Persönlichkeiten aus vier Tiroler Regionen nahmen die MedienvertreterInnen mit Live-Schaltung mit ins Urlaubsparadies Tirol. Die inhaltlichen Schwerpunkte waren Nachhaltigkeit und Barrierefreiheit im Kaunertal, urbane Erholung in und um die Stadt Innsbruck, die Bedeutung des Waldes mit einem Fokus auf die Zirbe im Pitztal sowie „Nature Response“ im Kufsteinerland mit einer Qi-Gong-Einheit für alle Teilnehmenden zum Mitmachen.

Inspiriert durch drei bereits sehr erfolgreich durchgeführte virtuelle Pressereisen im Jahr 2020 in der DACH-Region hatte sich die ÖW entschlossen, das Angebot europaweit zu öffnen und auch in englischer Sprache anzubieten. Das Interesse war groß: Allein in den englischsprachigen Programmpunkten konnte die ÖW 367 Teilnahmen aus insgesamt 17 Ländern verzeichnen. Aus Deutschland, der Schweiz und Österreich waren es 74 Teilnahmen.

Das Twitter Abo-Modell

Twitter-CEO Jack Dorsey hatte im Juli 2020 angekündigt, dass man in einer „sehr, sehr frühen Phase“ sei, ein Abo-Modell für Twitter zu entwickeln und auszuprobieren. Danach war es lange Zeit still. Nun hat die Twitter-Nutzerin Jane Machun Wong am Wochenende erste Screenshots und Informationen veröffentlicht, die ein paar Details des geplanten Abo-Modells enthüllen.

Wong hat es sich zu ihrer Aufgabe gemacht, genauer hinter die Entwicklung von Apps zu blicken, um Details von zukünftigen Versionen und Plänen zu entdecken. Laut Wong soll das Abo-Modell von Twitter „Twitter Blue“ heißen und 2,99 US-Dollar pro Monat kosten. Twitter-Nutzende sollen damit ihre Tweets rückgängig machen können und Bookmark-Sammlungen anlegen können. Weitere Features seien geplant, heißt es in einem Gizmodo-Bericht.

Laut Wong könnte das Abo-Modell von Twitter allerdings auch mit gestaffelten Preisen kommen. Twitter-Nutzende, die bereit seien, noch mehr zu zahlen,, könnten Premium-Features erhalten, etwa was das Zusammenstellen von Nachrichten betreffe Wong.

Twitter bestätigte die Echtheit der Screenshots oder Pläne gegenüber Endgadget nicht. Allerding schreibt das Tech-Blog, dass ein Einstiegspreis von 2,99 US-Dollar realistisch sei und die geplanten Features für viele Nutzende interessant seien.

Colonial Pipeline zahlte angeblich fast 5 Millionen Dollar Lösegeld

Colonial Pipeline hat der Ransomware-Gruppe, die für eine Cyberattacke Anfang Mai verantwortlich war, fast 5 Millionen US-Dollar gezahlt, um die gesperrten Systeme zu entschlüsseln.

Am 7. Mai wurde Colonial Pipeline von einer Ransomware-Attacke heimgesucht, die das Unternehmen dazu zwang, seinen Betrieb vorübergehend einzustellen und die IT-Systeme einzufrieren, um die Infektion zu isolieren.

Während die Pipelines nun wieder in Betrieb sind, wird es noch Tage dauern, bis der normale Betrieb wieder aufgenommen wird – und die Probleme mit der Versorgung haben bereits zu Panikkäufen in einigen Städten in den USA geführt.

So wurde die Zahlung an die Betreiber der DarkSide-Malware in Kryptowährung geleistet, um einen Entschlüsselungsschlüssel zu erhalten und die durch die Ransomware funktionsunfähig gemachten Systeme wiederherzustellen.

Allerdings wurde berichtet, dass der Entschlüsseler so langsam war, dass bei den Wiederherstellungsbemühungen auch Backups verwendet wurden.

Hongkong friert Vermögen von Jimmy Lai ein

Die Behörden in Hongkong haben das Vermögen des peking-kritischen Medienunternehmers Jimmy Lai eingefroren. Wegen Verstoßes gegen das sogenannte nationale Sicherheitsgesetz seien Lais Anteile an seiner Mediengruppe Next Digital sowie das Guthaben auf örtlichen Bankkonten von drei seiner Unternehmen eingefroren worden, teilte das Sicherheitsbüro mit, das 2020 von China in Hongkong eingerichtet wurde.

Der Milliardär Lai ist der Regierung in Peking wegen seiner Unterstützung der Demokratie-Aktivisten in der Sonderverwaltungszone Hongkong seit langem ein Dorn im Auge. Der 73-Jährige hatte sein Medienimperium, darunter die Zeitung „Apple Daily“, immer wieder genutzt, um die Demokratiebewegung und deren Massenproteste im Jahr 2019 zu unterstützen.

Festnahme, Anklage, Verurteilung

Im vergangenen Jahr wurde Lai festgenommen und auf der Grundlage des sogenannten Sicherheitsgesetzes angeklagt, weil er für ausländische Sanktionen gegen Hongkong und China geworben haben soll. Wegen Organisation und Teilnahme an den Massenprotesten im August 2019 wurde er vergangenen Monat zu 14 Monaten Haft verurteilt.

Gegen den wachsenden Einfluss Pekings hatte es in Hongkong 2019 monatelange Massenproteste gegeben. Als Reaktion darauf erließ die chinesische Führung im vergangenen Jahr ein umstrittenes sogenanntes Sicherheitsgesetz, das den Behörden in Hongkong ein hartes Vorgehen gegen alle Aktivitäten erlaubt, die nach ihrer Auffassung die nationale Sicherheit Chinas bedrohen. Verstöße können mit lebenslanger Haft bestraft werden.

TikTok wird als Verkaufskanal immer relevanter

Eine aktuelle Studie des ECC Köln belegt das Potenzial der Social Media-Plattformen als Vertriebskanäle für Unternehmen – vor allem TikTok wird zunehmend relevanter. In Deutschland sind 64 Prozent der TikTok-Nutzer täglich auf der Plattform unterwegs. Bei der jüngeren Zielgruppe der 16- bis 29-Jährigen sind es sogar 77 Prozent – mehr tägliche User in dieser Altersgruppe verzeichnet aktuell nur Instagram (83 Prozent).

Instagram ist Vorreiter – TikTok holt auf

Über die Hälfte (57 Prozent) der Befragten sind über Social Media schon einmal auf ein Produkt aufmerksam geworden. Vorreiter in Sachen Social Shopping ist aktuell Instagram mit 15 Prozent Kaufabschlüssen – doch auch TikTok befindet sich auf der Überholspur: Trotz geringerer Reichweite und Nutzerzahlen liegen die Werte bei der generellen Wahrnehmung von Produktwerbung (25 Prozent) und den tatsächlichen Kaufabschlüssen (12Prozent) bei der jüngeren Zielgruppe bereits nahezu identisch zu den durchschnittlichen Daten bei Instagram.

Die Studie zeigt, dass allem die jungen Konsumenten auf Social Media für Influencer-Marketing empfänglich sind. Den Kanälen Instagram, YouTube und TikTok räumen die Befragten dabei die besten Zukunftsperspektiven ein. Dabei sind die unter 30-Jährigen bei Instagram (69 Prozent) und TikTok (49 Prozent) besonders optimistisch. Facebook, Pinterest und Snapchat prognostizieren sie dagegen wenig Relevanz in den kommenden Jahren.

„Diese Entwicklung sollten Handelsunternehmen möglichst früh für sich nutzen“

„Welche sozialen Netzwerke gerade angesagt sind, bestimmt vor allem die junge Zielgruppe. Was wir damals bei Facebook, YouTube und Instagram beobachten konnten – von den jüngeren User:innen hin zu einer Nutzung in der Gesamtbevölkerung – tritt nun auch bei TikTok ein. Diese Entwicklung sollten Handelsunternehmen möglichst früh für sich nutzen“, sagt Anne Lisa Weinand, Leiterin des ECC Köln.

Für die Studie „Social Commerce – Instagram, TikTok und Co. auf der Überholspur“ hat das ECC Köln 800 deutsche Konsument:innen in einer repräsentativen Onlinebefragung im Zeitraum vom 15. bis zum 23. März zu ihrer Social-Media-Nutzung befragt.

D: Telekom-Chef fordert vereintes Europa im Wettbewerb mit China und USA

Der Chef der Deutschen Telekom, Timotheus Höttges, fordert mehr Einigkeit in Europa, um sich im System-Wettbewerb zwischen China und den USA behaupten zu können. „Anzunehmen, dass sich die EU mit 27 Staaten und einer Kakophonie von Stimmen mit Amerika und China messen könnte, ist naiv“, sagte Höttges der Zeitung „Welt am Sonntag“. In China werde Staatskapitalismus praktiziert, und die USA förderten und protegierten ihre Industrien.

„Aber wir in Europa hängen immer noch dem Prinzip der 70er- und 80er-Jahre an und schmeißen jedes Unternehmen in den globalen Wettbewerb, und wenn es ihn nicht besteht, war es einfach nicht gut. Aber das funktioniert nicht mehr“, sagte der Telekom-Chef. Für eine soziale Marktwirtschaft sei eine Unterstützung kleiner strategischer Innovationsunternehmen nötig, „die unter einem gewissen Schutz wachsen können, bevor sie verkauft oder kapitalisiert werden“.

Pflicht zur Selbstkritik

„Nur ein vereintes, in wirtschaftspolitischen, kartellrechtlichen und regulatorischen Fragen einheitliches Europa hat die Chance, in diesem bipolaren Konflikt zwischen China und Amerika seine Bedeutung zurückzufinden.“ Zugleich warnte Höttges davor, nach der Coronakrise unreflektiert wieder zur Tagesordnung überzugehen. „Wir haben alle die Pflicht, uns selbstkritisch mit den vergangenen Monaten und den Entscheidungen, die in Deutschland getroffen wurden, auseinanderzusetzen“, sagte der Telekom-Chef.

Die Krise habe gezeigt, dass der Staat nicht konkurrenzfähig sei. „Was für uns Unternehmen gilt, ist auch für die Politik und die Verwaltungen oberste Bürgerpflicht: Digitalisiere, digitalisiere, digitalisiere!“ Der Staat müsse hier ein Vorbild sein, für Großunternehmen ebenso wie für Kleinbetriebe, und der Wirtschaft ermöglichen, ihre Prozesse zu digitalisieren und dadurch ihre Produktivität zu erhöhen.

FDP will Öffentlich-Rechtliche beschneiden und Beitrag senken

Die FDP will auch mit der Forderung nach einer Beschneidung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und einer Senkung des Rundfunkbeitrags in den Bundestagswahlkampf ziehen.

„Der öffentlich-rechtliche Rundfunk braucht eine Auftrags- und Strukturreform“, heißt es in einem Änderungsantrag für das Wahlprogramm, den der FDP-Parteitag am Samstagabend mit knapper Mehrheit annahm. „Wir Freie Demokraten wollen einen moderneren und schlankeren öffentlich-rechtlichen Rundfunk (ÖRR), der sich primär auf Nachrichten, Kultur, politische Bildung und Dokumentationen konzentrieren soll. Damit wollen wir den Rundfunkbeitrag absenken.“

Der Auftrag wurde mit 185 zu 179 Stimmen angenommen. Darin heißt es weiter: „Die Zahl der Fernseh- und Hörfunkkanäle, die von den Rundfunkanstalten betrieben werden, ist zu reduzieren. Nicht erforderliche Parallelangebote sind zu vermeiden.“

Im FDP-Wahlprogramm steht nun auch, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk im Internet auf Bereiche begrenzt sein sollte, die mit klassischem Rundfunk vergleichbar seien. Oder zumindest in direktem Zusammenhang mit ihm stünden. Ein funktionierendes duales Mediensystem brauche Ausgewogenheit und die Verhältnismäßigkeit zwischen Rundfunkbeitrag und Wettbewerb müsse gewahrt sein.

Chipmangel führt zu Produktionsausfall von 3,9 Mio. Fahrzeugen

Die Engpässe bei der Versorgung mit Elektronikbauteilen dürfte die Autobranche heuer noch teurer zu stehen kommen als bisher gedacht. Aufgrund des Chipmangels würden 2021 weltweit rund 3,9 Millionen Fahrzeuge weniger produziert, schätzt die Beratungsfirma Alix Partners in einer Mitteilung. Das entspreche einem Wert von rund 110 Milliarden Dollar (91 Mrd. Euro) – fast doppelt so viel wie von der Unternehmensberatung noch Ende Jänner geschätzt.

Ein erheblicher Anteil der nicht produzierten Fahrzeuge werde sich auch in den Verkaufszahlen der Hersteller niederschlagen, sagte Alix-Partners-Manager Marcus Kleinfeld. Allerdings würden diese auch ihre Lagerbestände senken und damit den Effekt teilweise kompensieren.

Die Chipflaute belastet die Autobranche seit Monaten. Zunächst verlagerten sich die großen Chipauftragsfertiger in der Coronakrise auf Halbleiter für Verbraucherelektronik, um die hohe Nachfrage zu decken. Zuletzt kamen in diesem Jahr auch noch einzelne Produktionsausfälle bei Chipfirmen in Japan und Texas hinzu. Weltweit sind Halbleiter derzeit knapp, und der von den Chipfertigern für hohe Milliardensummen angestoßene Aufbau neuer Kapazitäten ist langwierig.

Produktion gedrosselt

Wenn einzelne wichtige Bauteile fehlen, kann das die Fertigung von Autos unter Umständen ganz blockieren. Der Volkswagen-Konzern rechnet mit rund 100.000 Fahrzeugen, die im ersten Quartal wegen fehlender Halbleiter nicht gebaut werden konnten. Die Auswirkungen könnten im zweiten Quartal noch deutlicher zutage treten, hieß es kürzlich aus Wolfsburg.

Auch Daimler fehlen Teile, BMW musste ebenfalls in einzelnen Werken tageweise die Produktion drosseln. Der US-Autoriese Ford kalkuliert heuer Belastungen von rund 2,5 Milliarden US-Dollar für die Knappheit bei den Chips ein. Die meisten Autobauer wie VW und Daimler rechnen in der zweiten Jahreshälfte allerdings mit Besserung.

Whatsapp verschiebt Ultimatum um mehrere Wochen

Der Messengerdienst Whatsapp verlängert ein weiteres Mal das Ultimatum für die Zustimmung zu seinen neuen Nutzungsbedingungen und Datenschutzregeln. Anders als noch im Februar dieses Jahres angekündigt, soll die Funktionalität der Konten nach dem 15. Mai 2021 noch nicht eingeschränkt werden, wenn die neuen Bedingungen nicht akzeptiert wurden. Bei den Nutzern, die noch nicht zugestimmt hätten, „werden die Konten am 15. Mai nicht gelöscht oder verlieren ihre Funktionalität. Wir werden diese Benutzer in Whatsapp in den kommenden Wochen weiterhin daran erinnern“, sagte ein Whatsapp-Sprecher.

Die eigene Chatliste ist dann nicht mehr sichtbar. Einkommende Telefonate oder Videoanrufe können aber noch entgegengenommen werden. Ebenfalls können eingehende Textnachrichten noch beantwortet werden, wenn die Benachrichtigungen auf dem Sperrbildschirm angezeigt werden. Nach „einigen Wochen“ mit begrenzter Funktionalität lässt sich dann nicht mehr auf eingehende Anrufe oder Nachrichten antworten. Zudem wird Whatsapp keine Nachrichten oder Anrufe mehr zu dem Account weiterleiten.

Dem Sprecher zufolge hat die Mehrheit der Whatsapp-Nutzer die neuen Bedingungen bereits akzeptiert. Genauere Angaben zum Anteil der Nutzer macht das Unternehmen jedoch nicht. Anfang dieses Jahres nahmen die Downloads von alternativen Messengerdiensten wie Signal, Threema oder Telegram sprunghaft zu.

Digitaler Michelangelo beschert Uffizien 70.000 Euro

Michelangelos Werk „Tondo Doni“, das in den Uffizien in Florenz aufbewahrt ist, ist der erste von Blockchain authentifizierte und durch ein Patent geschützte digitale Siebdruck, der weltweit vermarktet wird. Dabei handelt es sich um eine digitale Reproduktion mit Patent der norditalienischen Firma Cinello.

Der Rahmen des Werks ist eine originalgetreue Kopie, während das Bild eine digitales Original in hoher Resolution ist. Produziert wird es in limitierter Serie im Maßstab 1:1. Das neue digitale Original ist identisch mit dem Meisterwerk, dem es entnommen wurde, und ist durch ein digitales Verschlüsselungssystem geschützt.

Der Siebdruck des „Tondo Doni“ von Michelangelo ist das erste Exemplar, das Cinello jemals verkauft hat. Damit erhalten die Uffizien 70.000 Euro. Die Vereinbarung zwischen Cinello und den Uffizien sieht vor, dass für jede digitale Kreation, die auf einem der Gemälde des Museums basiert, 50 Prozent des Nettoerlöses aus dem Verkaufspreis an das Museum gezahlt wird. Das Abkommen gilt für einige der bekanntesten in den Uffizien aufbewahrten Meisterwerke.

Sonos erwirkt Verkaufsverbot für Google-Smartphones

Sonos hat im Patentstreit mit Google vor einem Gericht in Hamburg eine einstweilige Verfügung gegen Google Irland erzielt. Damit werde der Verkauf von Google-Produkten, die Google Cast nutzen, in Deutschland untersagt, sagte Sonos-Chefjustiziar Eddie Lazarus. „Wir sehen das Urteil als eine starke Demonstration der Stärke des Patentportfolios von Sonos und unserer Überzeugung, dass Google ein weit verbreiteter Verletzer unseres geistigen Eigentums ist.“

Vom Verkaufsverbot seien unter anderem das Smartphone Pixel 4a sowie der smarte Lautsprecher Nest Audio betroffen. Auch der Vertrieb der App Youtube Music ist laut der Entscheidung des Gerichts in Deutschland nicht länger gestattet.

Die Entscheidung des Hamburger Gerichts soll bereits Ende April 2021 ergangen sein, wurde aber erst jetzt allgemein bekannt. In einem Bericht von Protocol heißt es, das schriftliche Urteil liege noch nicht vor, dadurch seien die genauen Auswirkungen auf den Vertrieb von Google-Produkten in Deutschland noch nicht bekannt.

Google geht in Berufung

Google ging nach eigenen Angaben in Berufung und wartet derzeit auf die Begründung des Gerichtsurteils. „Wir sind enttäuscht, dass Sonos falsche Angaben über unsere Partnerschaft und Technik gemacht hat“, teilte Google mit. Das Unternehmen werde alles tun, damit die Kundschaft in Deutschland Google-Produkte weiterhin nutzen könne.

Nur zwölf Influencer für Großteil von Impf-Falschinfos verantwortlich

Nur wenige Personen sollen in den USA für die meisten Fake News in Bezug auf die Coronapandemie und den Impfstoff verantwortlich sein. Zu diesem Ergebnis kommt die Non-Profit-Organisiation Center for Countering Digital Hate in einer Untersuchung. So sollen lediglich ein dutzend Influencer Fehlinformationen massiv verbreiten. 65 Prozent der Reichweite soll durch Beiträge ihrer Konten generiert werden.

Die Aktivisten würden gemeinsam über 59 Millionen Follower über Facebook, Youtube, Instagram und Twitter zählen. Besonders für Besorgnis sorge dabei, dass vor allem schwarze US-Amerikaner das Ziel von Fake News seien, da es in vielen Communitys eine niedrigere Bereitschaft zur Impfung gebe. Die Influencer verkaufen häufig Alternativmedizin oder Bücher und profitieren so selbst von der Desinformation. Unter den zwölf findet sich etwa der Neffe des ehemaligen US-Präsidenten John F. Kennedy, Robert F. Kennedy jr., der zu den größten Gegnern von Impfungen gilt.

Rigoroseres Vorgehen gefordert

Die Organisation ruft Tech-Konzerne dazu auf, noch rigoroser gegen Desinformation vorzugehen. So seien allein im vergangenen Monat rund 100 derartige Beiträge über 29 Millionen Mal eingesehen worden, ohne entfernt zu werden. Die Social-Media-Konzerne haben sich bisher davor zurückgehalten, Impfgegner im großen Stil gänzlich zu verbannen, allerdings wurden einige Wiederholungstäter blockiert. Im Regelfall werden fragliche Beiträge als irreführend gekennzeichnet.

Deutsche Welle: Reporter in Belarus zu Haftstrafe verurteilt

So wurde der freie Journalist in der Stadt Mogiljow östlich der Hauptstadt Minsk festgenommen, als er mit anderen Medienvertretern vor dem Gerichtsgebäude gewartet hatte. Ein Gericht entschied nach Angaben des Senders am Samstag, dass sich Burakow „einer erneuten Teilnahme an einem nicht autorisierten Ereignis“ schuldig gemacht habe. Er wurde bereits im vorigen Jahr zu zehn Tagen Gefängnis verurteilt.

Wien fördert „Profil“ mit „Wahrheitsbarometer“, Fernsehen mit „Fleisch“, Radio mit Standard

Die an Projekten und Journalismus orientierte Wiener Medienförderung geht in ihrer inzwischen dritten Vergaberunde an 26 Projekte von etablierten Medienunternehmen und Startups, die bis zu 100.000 Euro erhalten. Darunter ein Dokumentations- und ein Wiener Feuilleton-Projekt des Magazins „Fleisch“, ein „Wahrheitsbarometer“ des Magazins „Profil“ und ein Inforadioprojekt von Florian Novak in Zusammenarbeit mit dem Standard.

„Biber“ und Melisa Erkurt („Die Chefredaktion“) Die Pädagogin, Autorin und Journalistin produziert mit einem Team junger Journalistinnen und Journalisten zwischen 14 und 24 Jahren ein journalistisches Instagram-Format.

Redaktionsbüro Ost / Antje Mayer-Salvi für sechs digitale und gedruckte sogenannte Fokus-Ausgaben ihres „C/O Vienna Magazin“, laut Eigendefinition ein „Slow Journalism“-Zusatzangebot.

„Kurier“ Unterstützt wird „Mitreden für alle“, ein neues Angebot der wichtigsten Nachrichten in einfacher Sprache, laut Einreichtung mit Integrationsansatz und Augenmerk auf Diversität.

Die Lokalzeitung „Der Achte“ mit Kulturschwerpunkt und Onlineauftritt für die Wiener Josefstadt, laut Einreichung eine kuratierte offene „BürgerInnen-Redaktion“ mit Podcast, Newsletter und „themenbezogenes Begleitprogramm“. Eingereicht von Elisabeth Hundstorfer-Riedler/Deine Stadt e.U..

„Filmfilter“ von Roman Scheiber will sich „als wesentlicher Teil der deutschsprachigen Film- und Kinopublizistik etablieren.

„FS Fleisch“ vom gleichnamigen „Fleisch“ Magazin ist laut Einreichung ein „neues journalistischen Format aus mehrteiligen Short-form-Videos“. „FS Fleisch“ soll in mehreren Folgen „hochwertige Dokumentationen für einen jungen, mobilen Markt“ liefern über das Zusammenleben in Wien und die Themen Migration, Wohnen, Soziale Gerechtigkeit, Überalterung, Klimawandel. Ausgespielt über soziale Netzwerke und auf einer Website gebündelt. Der Verlag plant laut Einreichung „ein großes Panoptikum der Millionenstadt Wien“.

„Wiener Seiten“ von „Fleisch“ sollen laut Einreicher „ein Feuilleton modernen Zuschnitts werden“ mit „Debatten und Kritiken, Reportagen und Interviews, sowie Fakten, Miniaturen und Denkanstößen“.

Die Büro Balanka OG will ein monothematisches Sportmagazin für den deutschsprachigen Raum entwickeln. Laut Einreichung geht es um eine vertiefte Darstellung von Amateur- bis Profisport.

Newsradio der Nonstopnews.at GmbH Florian Novak (LoungeFM) plant ein Nachrichten- Inforadio über DAB+, UKW, Web und eine App. Das Programm soll in enger Zusammenarbeit mit dem Standard konzipiert und umgesetzt werden und aktuell über Österreich, Europa und Weltgeschehen informieren.

Die Österreichische Gesellschaft für Landschaftsarchitektur (ÖGLA) beantragte Förderung, um www.hausderlandschaft.at und das Printjournal „zoll+ Landschaft und Freiraum“ als „verschränktes Medienangebot“ mit neuen Formaten als wirtschaftlichen Betrieb und GmbH weiterzuführen statt wie bisher in einem gemeinnützigen Verein.

Plattform und Magazin „Period“ werden gefördert, das Medium widmet sich „Arbeit, Wirtschaft, Nachhaltigkeit, Technologie und Gerechtigkeit“. Einreicher laut Wirtschaftsagentur Wien ist eine Period.P.riot GmbH, die sich bisher – Stand Anfang. Mai – im Firmenbuch noch nicht finden lässt.

„Solidarity City“ einer Eutropian GmbH von Stefano und Daniela Patti sowie Levente und Emese Polyak will laut Einreichung „Initiativen Sichtbarkeit verleihen, die sich auf soziale Inklusion, Partizipation, bürgergeführte Stadterneuerung, ökologischen Wandel, nachhaltige Lebensmittelsysteme, ethischen Konsum und verantwortungsvollen Tourismus konzentrieren“. Auf einer Microsite würden Text-, Audio- und Videoformate und eine Karte solche Initiativen in ganz Europa verorten.

„Vienna Calling“ wendet sich laut Home Town Media GmbH für Wienerinnen ohne Wahlrecht in Wien – mehr als 30 Prozent der Menschen in der Stadt. Das Medium wolle ihnen über Videos, Livestreams sowie auf Tik-Tok, Instagram, Facebook und Twitter Gehör verschaffen und zeigen, was sie zur Stadt beitragen. Home Town gehört Margret Childs („Metropole“), Dardis McNamee und Benjamin Wolf.

„Profil“ beantragte eine Förderung für eine digitale Plattform für investigativen Journalismus unter dem Titel „Wahrheitsbarometer“. Sie solle „den politischen Diskurs in Österreich versachlichen: Ein Team von Wahrheitsfindern überprüft mehrmals wöchentlich, was die Mächtigen dieser Republik in Interviews, Facebook-Postings und Pressekonferenzen behaupten – und ob Versprechen aus der Vergangenheit, etwa aus dem Regierungsprogramm, eingehalten wurden.“

Geförderte „Medienstarts“

Neben diesen Projekten von Medien(unternehmen) fördert die Medieninitiative auch „Medienstarts“ mit bis zu 10.000 Euro. Diesmal sind das (auch hier Auszüge aus Kurzbeschreibungen):

  • „A Living Planet – Inspired by…“ von Erich Steiner über „außergewöhnliche Menschen“ und „inspirierende Wege und Lösungen“.
  • „Als ob“, ein Youtubekanal zur „Einordnung und Erklärung wichtiger (gesellschafts-)politischer Fragen“ einer „Als ob! iG“ mit Erklärvideos.
  • Ein „potenzialorientiertes, feministisches Medium Building Bridges Europe-Middle East“ einer Safa East Venture e.U. (safatalents.org).
  • Feuerwehr-Podcast „Blaulichthelden“ einer New Realities iG.
  • DTV – Faktenchecks für Teenager einer DTV iG
  • „eSel Journaldienst“ ist eine Erweiterung eines Portals esel.at um redaktionelle Kunst-Berichterstattung „aus unterschiedlichen wie diversen Blickwinkeln“
  • Der Interviewblog „Talkaccino“ von Philipp Schützl lässt sich einen „Professionalisierungsschub“ fördern, etwa Lektorat, technisch verbesserte User-Journey und Performance.
  • „Männer der Gegenwart“ nennt sich dieses Podcast-Projekt: „Zwei österreichische Musiker, einer mit tansanischen Wurzeln, der andere Wahl-Wiener, unterhalten sich übers Mannsein in der Gegenwart“ , das Redaktionsteam ist „ausschließlich weiblich besetzt“.
  • „Ottakringer Flaneur“ der Flaneur Media e.U. von Alexandra Folwarski über Besonderheiten des Bezirks, Diversität und kulturelle Vielfalt.
  • „Plattform für nachhaltiges Bauen“ von Anne Isopp
  • Projekt Ö (Arbeitstitel) soll ein neues, leser- und leserinnenfinanziertes und werbefreies Onlinemedium werden, es soll um „die Geschichte hinter der Nachricht gehen“ und um Themen wie „Klima, Mobilität, Ausbeutung, Ungleichheit, Steuervermeidung, Liebe, Zukunft, Altern oder Diskriminierungen“.
  • „Rutentausch“, eine zehnteilige Podcast-Serie von Stefan Tesch will „das Image von Angeln in der Gesellschaft aufpolieren und das Ansehen dieses Hobbies und Kulturguts bekannter machen.

Bertelsmann meldet Super-RTL-Übernahme beim Kartellamt an

Der in Güterloh ansässige Medienkonzern Bertelsmann hat den Erwerb der alleinigen Kontrolle über die RTL Disney Fernsehen GmbH & Co. KG beim Bundeskartellamt beantragt. Das Kölner Unternehmen, das als Joint-Venture von der Mediengruppe RTL Deutschland und der Walt Disney Company betrieben wird, veranstaltet seit 1995 den Kinder-TV-Sender Super RTL. Anfang März 2021 hatte die RTL-Gruppe angekündigt, den von der Walt Disney Company gehaltenen Anteil in Höhe von 50 Prozent an Super RTL übernehmen zu wollen und damit alleiniger Gesellschafter zu werden.

Ransomware legt IT des irischen Gesundheitswesens lahm​

Das irische Gesundheitssystem ist durch eine Ransomware-Attacke seit 14.5. nur eingeschränkt handlungsfähig. Die Gesundheitsbehörde Health Service Executive (HSE) hat ihre IT-Systeme nach einem „signifikanten Ransomware-Angriff“ am morgen vorsorglich heruntergefahren, teilte die Behörde mit. Irischen Medienberichten zufolge wurde der Befall mit Ransomware am frühen Freitagmorgen gegen 4 Uhr entdeckt und die Systeme sofort abgeschaltet.

Der Angriff hat Auswirkungen auf die Gesundheitsversorgung der Iren. Krankenhäuser haben Termine für Routineuntersuchungen und Röntgenaufnahmen absagen müssen. Auch komplexere Untersuchungen, für die IT-Systeme benötigt werden, konnten vielerorts nicht stattfinden. Corona-Impftermine seien wie geplant durchgeführt worden, teilte HSE mit. Die Terminvergabe für Tests bei Hausärzten sei aber gestört, auch bei der Veröffentlichung von Testergebnissen könne es zu Verzögerungen kommen.

„Das ist ein ziemlich ernster Vorfall“, sagte HSE-Chef Paul Reid. „Als Vorsichtsmaßnahme haben wir viele unserer wichtigsten Systeme heruntergefahren, um sie zu schützen.“ Die HSE werde kein Lösegeld zahlen, betonte die Behörde. „Damit würden wir die Büchse der Pandora öffnen“, sagte CIO Fran Thompson laut Medienberichten. Die Behörde verfüge zudem über Backups der betroffenen Systeme.

Die Behörde rechnet nach eigenen Angaben nicht damit, dass die Krise kurzfristig bewältigt werden kann. Sollten die Systeme auch Anfang der Woche noch nicht wieder einsatzfähig sein, dürften sich die negativen Auswirkungen für die Patientenversorgung verschärfen. Ein Team des irischen National Cyber Security Centre (NSCC) ist zu den Ermittlungen der irischen Polizei gestoßen, auch Interpol wurde hinzugezogen. Einzelheiten über die Ransomware und die Identität der Täter sind noch nicht bekannt.

Zeitungsfusion in Baden-Württemberg

Zwei in Baden-Württemberg beheimatete Regionalzeitungen wollen sich zusammenschließen, um den Herausforderungen des im Umbruch befindlichen Zeitungsmarktes besser begegnen zu können. Die ‚Badische Neueste Nachrichten‘ (‚BNN‘) mit Sitz in Karlsruhe plant das ‚Badische Tagblatt‘ (‚BT‘) mit Sitz in Baden-Baden zu übernehmen. Bisher hält die ‚BNN‘ 24 Prozent der Anteile am ‚BT‘. Wie die ‚BNN‘ auf ihrer Website berichtet, sei nun eine feste Vereinbarung über die Übernahme der weiteren 74 Prozent der Anteile getroffen worden. Es stehe eventuell noch eine kartellrechtliche Prüfung aus.

Beide Regionalzeitungen sind in Familienhand. Hinter der ‚Badische Neueste Nachrichten‘ steht die Verlegerfamilie Baur um Verleger Klaus-Michael Baur. Hinter dem ‚Badischen Tagblatt‘ stehen die Verlegerfamilien Ertl, Richters und Hambruch-Piesker.

Biden nahm Trump-Erlass zu Beschneidung von sozialen Medien zurück

US-Präsident Joe Biden hat einen Erlass rückgängig gemacht, mit dem sein Vorgänger Donald Trump den Spielraum von Online-Plattformen wie Twitter und Facebook beim Vorgehen gegen Beiträge von Nutzern einschränken wollte. Trump hatte mit dem Vorstoß im Mai vergangenen Jahres darauf reagiert, dass Twitter anfing, seine Tweets mit Warnhinweisen zu versehen. Er verfügte damals, die Umsetzung einer Regel, die als Grundstein für den Umgang mit Nutzer-Beiträgen gilt, neu zu ordnen.

Die sogenannte „Section 230“ sieht unter anderem vor, dass Online-Plattformen nicht für Beiträge ihrer Nutzer belangt werden können. Zugleich werden sie aber verpflichtet, bei rechtswidrigen Beiträgen einzuschreiten, sobald sie Kenntnis davon bekommen. Zudem werden ihnen Freiheiten zugestanden, gemäß ihren eigenen Regeln gegen einzelne Inhalte und Nutzer vorzugehen. Die „Section 230“ gilt damit als die rechtliche Grundlage, die viele Dienste – wie etwa Twitter, Facebook oder Youtube – in ihrer heutigen Form möglich gemacht hat.

Auslöser für Trumps Attacke auf die Online-Plattformen war der Faktencheck eines Tweets, in dem er behauptete, Briefwahl erhöhe das Risiko von Fälschungen. Diese unbelegte Behauptung wurde später zur Basis seines Versuchs, die Niederlage bei der Präsidentenwahl im November 2020 infrage zu stellen. Biden nahm den Trump-Erlass vom 28. Mai 2020 am Wochenende kommentarlos zurück.

Niederlage für Facebook gegen irische Datenschutzbehörde

Facebook hat in Irland eine juristische Niederlage erlitten, die zu einem baldigen Stopp des Datentransfers aus der EU in die USA führen könnte. Das Oberste Gericht Irlands wies die Forderung des Tech-Giganten ab, eine Untersuchung der irischen Datenschutzkommission (DPC) zu dem Datentransfer zu blockieren. Der Datenschutzaktivist Max Schrems twitterte, die DPC könne nun „binnen zwei Monaten“ die Übermittlung von Facebook-Daten aus der EU in die USA blockieren.

Er weise jede Forderung von Facebook Irland zurück, erklärte der Richter David Barniville. Im September hatte das Gericht einer vorläufigen Blockade der Untersuchung zunächst zugestimmt. Die Datenschutzkommission begrüßte die Gerichtsentscheidung. Die DPC könnte nun die Übermittlung persönlicher Daten von Facebook-Nutzern aus der EU in die USA untersagen – und damit das Geschäftsmodell von Facebook entscheidend treffen.

Der Österreicher Max Schrems, der sich seit Jahren einen Rechtsstreit mit Facebook liefert, ließ in einer Aussendung seiner Datenschutzorganisation „noyb/None of Your Business“ wissen: „Wir erwarten nun, dass die DPC noch vor dem Sommer eine Entscheidung zum Stopp der Datentransfers von Facebook treffen wird. Das bedeutet, dass Facebook die meisten Daten aus Europa lokal speichern müsste, um sicherzustellen, dass Facebook USA keinen Zugriff auf europäische Daten hat. Die andere Möglichkeit wäre, dass die USA ihre Überwachungsgesetze ändern, was aktuell ebenfalls diskutiert wird.“

Facebook hat seine europäische Zentrale in Irland. Es obliegt daher der irischen Datenschutzbehörde, Verstöße des Unternehmens gegen EU-Regularien zu verfolgen. Mit der von Facebook juristisch bekämpften Untersuchung reagierte die irische Behörde auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) vom vergangenen Juli. Dieser hatte fünf Jahre nach dem Aus für das EU-Datenschutzabkommen „Safe Harbor“ mit den USA auch das Nachfolgeabkommen „Privacy Shield“ für ungültig erklärt. Grundsätzlich möglich blieb die Datenweitergabe in die USA für Unternehmen aber auf Basis sogenannter Standardvertragsklauseln, weil dabei nach Ansicht des EuGH ausreichende Schutzmechanismen bestehen.

Die irische Datenschutzbehörde ging jedoch davon aus, dass auch diese Klauseln nicht legal sein könnten, und veranlasste am 28. August eine Untersuchung. Von Facebook-Sprechern lag zunächst keine Stellungnahme vor.

Erst am Dienstag hatte die Hamburger Datenschutzbehörde Facebook die Verarbeitung von Nutzerdaten seines Messengerdienstes Whatsapp zu eigenen Zwecken verboten. Das Verbot werde im Rahmen eines Dringlichkeitsverfahrens für drei Monate erlassen, teilte die Hamburger Datenschutzbehörde mit. Hintergrund ist ein umstrittenes Update bei Whatsapp, dem Nutzerinnen und Nutzer bis zum 15. Mai zustimmen sollen. Zuletzt war internationale Kritik laut geworden, dass durch das Update Nutzerdaten von Whatsapp in die Hände des Tech-Giganten Facebook gerieten.

Die neuen Nutzungsbedingungen sollen es Unternehmen ermöglichen, mit Kunden auf Whatsapp zu chatten oder zu telefonieren. Allerdings sollen auch Kontakte und Profildaten von Nutzern an Facebook übermittelt werden.

Dreharbeiten für TV-Serie „Django“ starten in Rumänien

In Bukarest haben die Dreharbeiten für die TV-Serie „Django“ – einer ambitionierten Neuinterpretation des gleichnamigen Westernklassikers – begonnen, die im Auftrag von Sky Studios gedreht wird.

Die Regie für die ersten Episoden führt die italienische Regisseurin Francesca Comencini („Gomorrha: Die Serie“), die auch die künstlerische Leitung der Serie übernimmt. Für das Drehbuch sind Leonardo Fasoli und Maddalena Ravaglia verantwortlich.

Zwei Episoden stammen aus der Feder von Max Hurwitz. Neben Matthias Schoenaerts, der die Rolle des Django spielt, sind die Schauspieler Noomi Rapace und Nicholas Pinnock sowie der junge deutsche Nachwuchsstar Lisa Vicari zu sehen.

Die englischsprachige Serie, die lose auf dem Sergio Corbucci-Spielfilm „Django“ basiert, wird für Sky und Canal+ von der französischen Produktionsfirma Atlantique Productions und Cattleya, Italiens führendem unabhängigen Film- und TV-Dramaproduzenten, zusammen mit den Koproduzenten Sky, Canal+ und Odeon Fiction produziert.

Boxine erweitert das Management und gründet »Tonielab«

Boxine, der Hersteller des Kindermedien-Audiowürfels Toniebox und der dazugehörenden Datenträger-Figuren (Tonies), hat 2020 mit einem Umsatz von 137 Mio Euro weiter zugelegt. Jetzt wird das Management erweitert und flankierend das Entwicklungslabor „Tonielab“ aus der Taufe gehoben. Das sind die neuen Köpfe:

  • Dr. Dr. Florian Drabeck (38) besetzt die neue Position des Chief Financial Officers (CFO). Er war vorher u.a. CFO bei der Beratung Bain & Company.
  • Martin Fichter (55) bekleidet die ebenfalls neu eingerichtete Funktion des Chief Operating Officers (COO). Er arbeitete zuletzt als COO für das Münchener Fitness-Start-up EGYM.

FAQ: Was man zu WhatsApp und den neuen Nutzungsbedingungen wissen müssen

Nun kommen WhatsApps neue Nutzungsbedingungen also. Was wir darüber wissen, was Facebook sagt und was Datenschützer bemängeln.

Die neuen Nutzungsbedingungen und damit auch eine neue Datenschutzerklärung von WhatsApp treten an diesem Samstag in Kraft. Ihnen muss zugestimmt werden. Und wenn nicht? Explodiert dann das Smartphone? Wir haben die wichtigsten Infos zusammengestellt.

Was hat sich an den Nutzungsbedingungen überhaupt geändert?

Laut WhatsApp geht es ausschließlich um Änderungen bezüglich der Kommunikation mit Unternehmen. Hier werden Daten mit Dritten geteilt. Ob man über den Messenger mit Unternehmen kommuniziert, obliegt den Nutzenden, schreibt auch Facebook.

Für die private Kommunikation hat sich angeblich nichts geändert, die Datenschutzerklärung und Nutzungsbedingung sei laut WhatsApp nur umformuliert und besser verständlich gemacht worden. Der Messenger betont immer wieder, dass die Nachrichten Ende-zu-Ende-verschlüsselt bleiben – was allerdings auch nie wirklich in Frage gestellt wurde. Außerdem teile man keine Daten mit Facebook, zumindest ist in einer WhatsApp-FAQ geschrieben, man bewahre keine Protokolle dazu auf, wer wem Nachrichten sendet oder wer wen anruft. Der Standort sei weder für WhatsApp noch Facebook ersichtlich. „WhatsApp teilt deine Kontakte nicht mit Facebook.“

Warum dann die Sorge um die Daten?

Die Datenschutzerklärung und Nutzungsbedingungen sind nicht so eindeutig, wie Facebook es in der FAQ schreibt. Johannes Caspar, Datenschutzbeauftragter in Hamburg, hat ein Verfahren gegen Facebook eingeleitet, damit Klarheit einzieht, welche Daten geteilt werden. Da dieses Verfahren allerdings noch läuft, gibt es jetzt zunächst eine Anordnung, die es WhatsApp untersagt, Daten mit Facebook zu teilen. Caspar kritisiert, dass die Erklärungen mindestens unklar sind, an verschiedenen Stellen unterschiedliche Aussagen getroffen würden und die Abgrenzung zu den internationalen Informationen kaum zu erkennen sei.

Ist nicht die Datenschutzbehörde in Irland zuständig?

Ja, Facebook hat seinen europäischen Hauptsitz in Irland und entsprechend wäre die dortige Datenschutzbehörde zuständig. Die DSGVO lässt jedoch auch andere Fälle zu. Hier geht es etwa um den Schutz der Daten der Bundesbürger. Endgültig geklärt scheinen die Zuständigkeiten jedoch noch nicht, der Europäische Gerichtshof (EuGH) muss darüber entscheiden. Eine Stellungnahme des EuGH-Generalanwalts Michal Bobek klingt relativ eindeutig: Nationale Behörden dürfen in bestimmten Fällen eingreifen.

Ich will nicht zustimmen – was nun?

Option A: Den Messenger wechseln.

Option B: Abwarten und Facebook vertrauen.

Facebook sagt, die Annahme Caspars sei falsch und daher werde die Zustimmung zur neuen Nutzungsbedingung eingeholt, wie es geplant war. Die Praxis, so WhatsApp, sei ja eh eine andere: Keine Datenübertragung.

WhatsApp preist sich selbst löschende Nachrichten an, „um die Privatsphäre zu erhöhen“ – hilft das?

Nein. Eine auf dem Smartphone nach sieben Tagen verschwindende Nachricht hat nichts mit der Datenweitergabe oder Sicherheit zu tun. Warum diese in den Antworten zur Datenschutzrichtlinie von WhatsApp genannt werden, darf man sich fragen – und seinen Teil dazu denken.

A1 Studie: Breitbandinternet spart CO2

Der Klimaschutz und die Maßnahmen zur Eindämmung des Klimawandels sind national wie international bestimmende Themen. Thomas Arnoldner unterstreicht die enorme Wichtigkeit: „Die A1 Telekom Austria Group hat eine lange Tradition nachhaltig zu denken und zu agieren. Seit dem vergangenen Jahr haben wir das Thema durch eine fest verankerte ESG-Strategie, die auch Teil der Unternehmensstrategie ist, auf eine neue Ebene gehoben. Wissenschaftlich bestätigte Umweltziele und der kürzliche Beitritt zur European Green Digital Coalition sind wichtige Meilensteine einer grünen und digitalen Transformation.“

Um wissenschaftlich fundiert aufzuzeigen, dass die Digitalisierung im Kampf gegen den Klimawandel erhebliche Potenziale bietet, hat das Institut für Wirtschaftsforschung, EcoAustria, in Kooperation mit dem Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) eine Studie unter dem Titel „Digitalisierung und Klimawandel: Hebeltechnologien, -anwendungen und Gesamteffekt der Digitalisierung auf die CO2 -Emissionen“ durchgeführt.

Das Team, unter der Leitung von EcoAustria-Direktorin Monika Köppl-Turyna, hat einen besonderen Fokus auf Anwendungen aus der Telekommunikationsbranche gelegt, da diese als Hebeltechnologien um dem Klimawandel entgegenzuwirken gesehen werden.

„In einem ersten qualitativen Analyseteil der Studie haben wir einen systematischen Überblick über die möglichen Auswirkungen der Digitalisierung im Hinblick auf die großen wirtschaftlichen Sektoren und deren Verflechtungen sowohl auf den Ressourcenverbrauch als auch auf die Potenziale der Ressourcen- und Energieeinsparung gegeben“, erläutert Studienautorin Köppl-Turyna.

Breitband spart CO2

„Unsere Resultate decken sich im Wesentlichen mit den bisherigen empirischen Untersuchungen, wonach die CO2 senkenden Effekte die CO2 erhöhenden Effekte im Durchschnitt zu überwiegen scheinen“, fasst Köppl-Turyna die Ergebnisse zusammen.

Konkret hat die Studie ergeben, dass Breitbanddienste dabei helfen, CO2-Emissionen zu reduzieren: Im Zeitraum 2002 bis 2019 konnten auf diesem Weg insgesamt 7,09 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden. Mobiles Breitband hat laut Studie in der Vergangenheit im Gesamteffekt zu keinen systematisch höheren CO2 -Ausstößen geführt.

Thomas Arnoldner, CEO A1 Telekom Austria Group, dazu: „Die Ergebnisse der Studie bestätigen, dass wir mit unserer digitalen Infrastruktur ein zentraler Wegbereiter für eine grüne und digitale Transformation sind.“
Weiters wurde in einer empirischen Untersuchung, auf Basis eines Paneldatensatzes für die Gruppe der OECD-Länder, der Gesamteffekt der digitalen Infrastruktur basierend auf ökonometrischen Schätzverfahren untersucht.

Reporter ohne Grenzen ruft nach israelischem Angriff Internationalen Strafgerichtshof an

Nach dem israelischen Raketenangriff auf ein Gebäude im Gazastreifen mit Medienbüros hat die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) angerufen. Der absichtliche Angriff auf Medienbüros stelle ein „Kriegsverbrechen“ dar, erklärte am Sonntag der Generalsekretär der Organisation, Christophe Deloire. Dadurch werde die Beichterstattung der Medien über einen Konflikt erschwert, „der direkt die Zivilbevölkerung betrifft“.

Das 13-stöckige Gebäude im Gazastreifen, in dem die US-Nachrichtenagentur Associated Press (AP) sowie der katarische Fernsehsender Al-Jazeera ihre Büros hatten, war von den israelischen Raketen in Trümmer gelegt worden. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu bezeichnete das Gebäude in einem Interview des US-Senders CBS News als „vollkommen legitimes Ziel“.

Die israelische Armee begründete den Angriff auf das Gebäude damit, dass sich dort auch militärische Anlagen des Geheimdienstes der radikalislamischen Hamas befunden hätten. Der Eigentümer des Hauses war nach israelischen Angaben eine Stunde vor dem Angriff vom israelischen Geheimdienst gewarnt und zur Evakuierung des Gebäudes aufgefordert worden.

Banijay-Tochter SR Management steigt ins Musik-Management ein

Neben der Podcastbande, dem von Tobias Holtkamp geführten Geschäftsbereich der SR Management GmbH, die in der Formatentwicklung und Podcast-Produktion aktiv ist, will die von Sascha Rinne gegründete Agentur künftig stärker im Musikgeschäft mitmischen und hat dafür den neuen Geschäftsbereich annotwenty1 gegründet, der von Marcel Pieofke geleitet wird und sich um Künstlermanagement, Live-Booking, Veranstaltung von eigenen Events und das Verlags- bzw. Lizenzgeschäft kümmern soll.

Aktuell sind bei der SR Management GmbH bereits die Musiker Giovanni Zarrella und Pietro Lombardi unter Vertrag, was durch annotwenty1 ausgebaut werden soll. Pieofke betreibt seit 2020 das Musiklabel Via Music, welches im Vertrieb der Universal Music Deutschland ist. Hier sind Künstler wie Gaby Baginsky, Saskia Leppin, Daniel Sommer oder Neon unter Vertrag. In annotwenty1 bringt er das Duo Neon, den „Ab in den Süden“-Sänger Buddy sowie das Künstlerinnen-Duo Herzbeben ein.

75 Jahre Handelsblatt: Die Stationen der Innovationen

BTX, Internet: Die Medienevolution hat das Handelsblatt verändert, aber die Verlagsgruppe hat auch mitgestaltet. Einige Beispiele.

Düsseldorf Das Handelsblatt feiert seinen 75. Geburtstag. Die gedruckte Ausgabe erscheint seit 1946 und auch heute noch börsentäglich. Über die Jahrzehnte sind natürlich zahlreiche neue Angebote gekommen – und gegangen. Und bis zum abwechslungsreichen Premiumangebot von heute war es natürlich auch technisch ein weiter Weg.

Zum Geburtstag hat Handelsblatt-Archivar Waldemar Schäfer einige Meilensteine der Entwicklung hin zum modernen Multimedienhaus zusammengetragen. Vom ersten Fernschreiber über ein Kompendium auf CD-ROM bis zum Debüt im Internet – warum die Digitalisierung beim Handelsblatt noch nie aufzuhalten war.

1970: Die Nachrichten laufen über den Ticker ein

Der Ticker heißt Ticker, weil er tickt: Was nach Binse klingt, ist tatsächlich lautmalerisch. Das ratternde Geräusch des Fernschreibers (Telex) erklang beim Handelsblatt ab 1970. Sechs Dienste sind zum Start abonniert: Management, Industrie allgemein, Chemie, Energie, Geld, Investment. Auslandsmeldungen fließen dem Ticker vor allem von AP und Dow Jones (Wall Street Journal) zu. Mit beiden US-Agenturen besteht ein Partnerschaftsvertrag.

1982: Der Bildschirmtext (BTX) als Vorläufer des Internets

Unter „Handelsblatt-System Nr. 468“ bietet das Handelsblatt digitale Informationen über das Bildschirmtext-System (BTX) der Deutschen Bundespost. BTX ist allerdings sehr kompliziert: Modems sind an Fernseher anzuschließen. Um hier dann die Seiten aufzurufen, müssen lange Zahlenkombinationen über das Telefon eingegeben werden. Zudem sind die Übertragungsraten sehr gering – ebenso wie die Zahl der Nutzer. Deshalb lohnt sich der Aufwand für das „Handelsblatt-System Nr. 468“ nicht.

1983: Messefernsehen

Das Handelsblatt stellt ein einstündiges Fernsehprogramm von Videokassette zusammen, gemischt aus Nachrichten, Kommentaren, Interviews und Werbung ausstellender Firmen. Das „Messe-Fernsehen“ oder „Messe TV“ vermag sich allerdings nicht durchzusetzen. Das Programm wird 1985 zwar in Hannover nicht nur auf der Messe, sondern auch dem Messebahnhof, dem Flughafen und in Hotels gezeigt. Den hohen Kosten stehen jedoch keine entsprechenden Erträge gegenüber. Das Projekt endet.

1984: Die Gesellschaft für Wirtschaftsfernsehen (GWF)

Die Bewegtbildpräsenz bleibt dem Verlag wichtig. 1984 wird in München die GWF Gesellschaft für Wirtschaftsfernsehen gegründet. An ihr ist das Handelsblatt zu zwei Dritteln beteiligt. Unter dem Dach der GWF starten im Januar 1985 Handelsblatt, Wirtschaftswoche und das Magazin DM beim privaten Fernsehsender Sat 1 die Sendung „WM – Das Wirtschaftsmagazin“. 1987 folgt die Beteiligung an der „Telebörse“.

1985: Entwicklung der Plattform Genios

Im Oktober 1985 startet die Verlagsgruppe Handelsblatt ihren „German Network Information Online Service“, kurz „Genios“. Angestrebt wird ein Pool deutscher Wirtschaftsdatenbanken. Kern sind die redaktionellen Texte des Handelsblatts sowie der Wirtschaftswoche, die seit Sommer 1984 als Volltext-Datenbank gespeichert und tages-, beziehungsweise wochenaktuell fortgeschrieben werden.

Hinzu kommen die Creditreform-Firmenprofile 200.000 deutscher Unternehmen, der Service „Business“ der Online GmbH mit weltweiten Geschäftsverbindungen sowie „Bliss“ mit Nachweisen der BWL-Fachliteratur von der Gesellschaft für betriebswirtschaftliche Informationen GmbH.

1995: „New Business“

Der neue Bereich ist ein „Electronic-Publishing-Labor“. Das erste Produkt: Die „News am Abend“. Zunächst heißt das Projekt allerdings „Handelsblatt on Air“. Denn es geht um einen Auftrag der Lufthansa. Diese will den Passagieren der Business Class auf den Abendflügen im Inland aktuelle Informationen vom Tage bieten. Nach vergeblichen Versuchen dafür „dpa“, die „FAZ“, die „Süddeutsche“ oder die „Welt“ zu begeistern, versucht die Fluglinie ihr Glück beim „Handelsblatt“.

„News am Abend“ informiert auf acht Din-A4-Seiten über das Tagesgeschehen bis zum Redaktionsschluss um 14 Uhr. Damit bietet das Blatt die damaligen Schlusskurse des Parketthandels an der Frankfurter Börse ebenso wie das amtliche Devisenfixing. Die Leser werden nicht nur über Neuigkeiten aus Wirtschaft und Politik, sondern auch über Sportereignisse informiert. „News am Abend“ erscheint wie das Handelsblatt börsentäglich.

Technisch gesehen ist das Produkt eine Mischung aus Online- und Print. Die elektronisch verschickte Ausgabe wird an den Abflugorten der Lufthansa auf Hochleistungsdrucksystemen des Kooperationspartners Xerox Business Services hergestellt. Anzeigenraum ist begrenzt vorhanden.

1996: „English Summary“

Im April 1996 folgt eine englische Version der „News am Abend“: der englischsprachige Newsletter „Handelsblatt English Summary“. Auf vier Seiten im DIN-A4-Format wird über die politische und wirtschaftliche Entwicklung und über Unternehmen und Märkte in Deutschland berichtet.

Mit der „English Summary“ will das Handelsblatt den internationalen Leserstamm erweitern. Dafür wird in London eine eigenständige Redaktion aufgebaut. Noch vor Erscheinen des Handelsblatts und kurz nach Redaktionsschluss um 22.00 Uhr mitteleuropaeischer Zeit erhalten Abonnenten die aktuelle Ausgabe. Der Vertrieb erfolgt als E-Mail via Compuserve und Amerika Online (AOL) oder als Fax.

1996: Beteiligung an n-tv

Seit 1994 gibt es Verbindungen zum Nachrichtensender. Über die gemeinsame Produktionsfirma TV Media GmbH (Handelsblatt 51 Prozent, n-tv 49 Prozent) werden die aktuellen Wirtschaftssendungen wie „Handelsblatt-Ticker“, „Telebörse“, „Wirtschaftswoche nachgehakt“ und „DM spezial“ redaktionell gestaltet.
1996: „WORLD WIDE WEB. Handelsblatt jetzt aktuell im Internet.“

Im November geht die Zeitung, genauer die „Redaktion elektronische Produkte“ ins zunehmend an Bedeutung gewinnende Internet. Am 12. November 1996 kündigt die Zeitung auf der Titelseite an:

  • HB DÜSSELDORF. Ab sofort ist das Handelsblatt börsentäglich und sonntags ab 19 Uhr im World Wide Web mit einer aktuellen Internet-Edition vertreten. Geboten wird ein Überblick über die Entwicklungen in Wirtschaft und Politik, in den Unternehmen sowie an den Aktien- und Wertpapiermärkten. Damit können wirtschaftsinteressierte Surfer bereits am Vorabend einen Blick auf das Handelsblatt des folgenden Tages werfen. Und wie im Hauptblatt profitieren Leser unter den Rubriken „Geldticker“, „Tipps“ und „Special“ vom Fachwissen der Handelsblatt-Experten: Die Palette reicht von Anlagetipps bis zu Hintergrundberichten über Recht und Steuern, Renten und Versicherungen, Reisen, Auto und Sport.
  • Die Adresse der Internet-Ausgabe: http://www.handelsblatt.de. /* Unter der Überschrift „Ein dickes Ding“ berichtet „kress“ im Oktober 1997 über den „Channel Wirtschaft online“. Die Inhalte kämen aus den Redaktionen „Handelsblatt“, „DM“ und „Wirtschaftswoche“. „Karriere direkt“ betreue den Stellenmarkt, und Börseninformationen liefere der Hoppenstedt Verlag. „Wirtschaft online.“ ist nicht ganz neu. Die Internetseite mit den genannten Inhalten gibt es bereits seit Oktober 1996. Sie sind im Internet unter „http//:www.wirtschaft-online.de“ und bei T-Online mit dem Passwort „wirtschaft#“ zu erreichen.

Bei der Einführung stößt die Verlagsgruppe Handelsblatt auf Widerstand. Ein Wettbewerber, die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, will dem Verlag die Kennung (Domain-Name) „wirtschaft“ verbieten lassen. Angeblich verstoße die Verlagsgruppe Handelsblatt gegen das Wettbewerbs- sowie das Markenrecht.

Eine beim Landgericht Frankfurt im November 1996 beantragte einstweilige Verfügung mit einem Streitwert in Höhe von 250 000 DM wird Anfang Dezember 1996 zurückgewiesen. Auch die dann folgende Beschwerde vor dem Oberlandesgericht Frankfurt ist erfolglos. Mit seinem Urteil vom 13. Februar 1997 (WRP 1997, 341) weist das OLG die Beschwerde auf Kosten der Antragstellerin zurück.

1996: Der Katalog auf CD

Ab Ende Juni 1996 wird als neuer Vertriebsweg neben Print und Electronic Publishing auch eine CD-ROM angeboten. Das neue Informationsprodukt läuft unter dem Namen „Branchen-Expert“. Beschrieben wird es als elektronische Fachdokumentation, „die den direkten Zugriff auf unterschiedlichste Quellen und Archive der deutschen Wirtschaftspresse bietet“.

Die erste CD-ROM-Serie, die der Verlag auflegt, trägt den Titel „Automobil- und Fahrzeugbau“. Es handelt sich um eine „Sammlung branchenspezifischer Artikel der vergangenen sechs Jahre aus Handelsblatt, Wirtschaftswoche, DM, VDI Nachrichten, Absatzwirtschaft, M&A Review und anderen Quellen“, schreibt der Verlag.

Komplettiert werde die Brancheninformation „unter anderem durch den World Patent Service (WPS) und Literaturangaben aus dem Verzeichnis lieferbarer Bücher. Über 45.000 Artikel werden ergänzt durch Grafiken, Tabellen und Videos des Nachrichtensenders n-tv zu Inhalten wie Unternehmen und Märkte, Forschung und Technik, Börse, Finanzen, Recht und Steuern.“

Die Verknüpfung unterschiedlichster Quellen auf einer CD mache den Branchen-Experten ‚Automobil- und Fahrzeugbau‘ zu einem ausgezeichneten Informationsmedium. Die CD-ROM ist allerdings nicht ganz billig. Sie kostet 698 DM (inkl. MwSt.) zuzüglich Versandkosten.

Ein jährliches Update wird für 349 DM angekündigt. Aber einen großer Geschäftserfolgt werden die CD-ROM nicht. Auch nicht mit neuen Branchen und anderen Angeboten. Später werden CD-ROM teilweise vom Leserservice kostenlos angeboten. Beispielsweise 2004 als Lern-CD zum Thema „Neue Bilanzierungsstandards“.

1997: Ein dickes Ding

Unter der Überschrift „Ein dickes Ding“ berichtet „kress“ im Oktober 1997 über den „Channel Wirtschaft online“. Die Inhalte kämen aus den Redaktionen „Handelsblatt“, „DM“ und „Wirtschaftswoche“. „Karriere direkt“ betreue den Stellenmarkt, Börseninformationen liefere der Hoppenstedt Verlag. „Wirtschaft online“ ist nicht ganz neu. Die Internetseite mit den genannten Inhalten gibt es bereits seit Oktober 1996. Sie sind im Internet unter „http//:www.wirtschaft-online.de“ und bei T-Online mit dem Passwort „wirtschaft#“ zu erreichen.

Neu ist, dass „Wirtschaft online“ nun als „Push-Dienst“, als eine Art „selbstablaufende Show“, konzipiert ist, wie der Branchendienst Kress mitteilt. Der Dienst sei „auch gut als nützlicher Bildschirmschoner einsetzbar“. Wer tiefer einsteigen wolle, finde ausgewählte Kurzartikel und hinter dem durchlaufenden Aktienticker wichtige Kennziffern.

Eine Personalisierungsfunktion gebe es für Anbieter und Themen, nicht aber für die Wertpapierauswahl. „Einziger Wermutstropfen: Durch die Komplexität des Channels hat die Geschwindigkeit gelitten, so daß das Durchklicken oft etwas mühsam ist.“

2017: Die neue App

Natürlich gab es zwischen 1997 und 2017 jede Menge technische Neuerungen und Innovationsschritte beim Handelsblatt. So hat sich die Website stetig weiterentwickelt, samt Einbindung von Bilderstrecken, Videos und ab Mitte der 2000er-Jahre kamen auch zusehends soziale Netzwerke hinzu. Ebenso gehörte die Zeitung als E-Paper per bezahlpflichtigem Download früh dazu.

Die Experimente mit Paid Content kamen und gingen, 2018 entscheidet sich das Handelsblatt schließlich für ein Bezahlmodell für alle digitalen Inhalte. Ein Premiumangebot kann, wie auch in der gedruckten Ausgabe, nicht kostenlos angeboten werden.

Die moderne Handelsblatt-App vereint die Evolutionsschritte der vergangenen Jahre und funktioniert erstmals auf allen mobilen Endgeräten. Den Grundstein legten Vorreiter der digitalen Zeitung, die Apps „First“ (2011) und die darauf aufbauende „Live“ (2013), die mehrmals täglich eine erweiterte elektronische Ausgabe auf die Endgeräte schickten. Dazu gehörten auch eigene Redaktionen in Düsseldorf und New York. Der Anspruch, der sich zusehends auch im Onlineauftritt abbildet: 24/7, also Nachrichten rund um die Uhr.

Gleichfalls das E-Paper wandert mit in die App. Letztlich geht auch die mehrfach mit Design-Preisen ausgezeichnete App „Handelsblatt 10“, die täglich zehn Themen in kurzen Übersichtsstücken auf den Punkt bringt, zugunsten des neuen Entwicklungsschritts in der heutigen Anwendung auf. Und die hat seit 2020 auch einen Dark Mode und eine Unterstützung von Smartwatches.

Damit ist die technologische Entwicklung längst nicht am Ende. Entwickler und Redakteure arbeiten fortwährend am nächsten Schritt nach vorn. Denn auch technisch will das Handelsblatt seinem Premiumanspruch mehr als gerecht werden.

Forscher fordern unabhängige nationale Medizindatenstelle

Hochrangige Wissenschafter und Experten aus dem Gesundheitsbereich fordern eine komplette Neuausrichtung der Datenlandschaft im österreichischen Gesundheitssystem. Die Gruppe um die beiden Komplexitätsforscher Stefan Thurner und Peter Klimek spricht sich konkret für eine unabhängige nationale Medizindatenstelle aus. Ihre demokratische und zivilgesellschaftliche Verankerung und Kontrolle soll dabei die Datennutzung ausschließlich zum Wohle der Bevölkerung sicherstellen.

Im Zuge der Corona-Pandemie seien digitale Schwachstellen offenkundig geworden, so die Initiative um Thurner und Klimek, die beiden an der Medizinischen Universität Wien und dem Complexity Science Hub (CSH) Vienna tätig sind. „Datenqualität, Datenflüsse, Vollständigkeit, Geschwindigkeit, Verfügbarkeit und Verwendbarkeit von Daten sind nicht mehr zeitgemäß“, heißt es in dem Aufruf, dem sich Expertinnen und Experten aus einer Vielzahl von Institutionen angeschlossen haben. Darunter sind mehrere österreichische Universitäten, die Gesundheit Österreich GmbH, die Patientenanwaltschaft, die Bioethikkommission, der Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds (WWTF), das Forschungszentrum für Molekulare Medizin (CeMM) der Akademie der Wissenschaften (ÖAW), das Institut für Höhere Studien (IHS) oder das Austrian Institute of Technology (AIT).

Als ein zentrales Problem ortet die Initiative die Existenz von „Datensilos“, wodurch eine Individuen-basierte Vernetzung von bestehenden Datensätzen fehle. Das führe dazu, dass in Österreich eine Reihe von zentralen medizinischen Fragen nicht beantwortet werden kann. Weitere Probleme orten die Wissenschafter im viel zu langsamen und intransparenten Ablauf vieler digitaler Prozesse, der mangelnden Datenqualität oder den unterschiedlichen Cyber- und Kryptostandards zur Sicherung personenbezogener.

Eine Ursache für die Probleme sehen die Wissenschafter in der Verteilung der Daten auf Sozialversicherungen, Ministerien, Statistik Austria, Länder, Krankenanstalten, etc., wo sie in verschiedenen Graden der Qualität und Vollständigkeit existieren. Für die Institutionen gebe es weder Anreize, Daten zu teilen bzw. gemeinsam zu halten, noch gebe es Personalressourcen für ihre optimale vernetzte Nutzung. Als Vorwand würden datenschutzrechtliche Bedenken genannt, doch „die durchaus rigide europäische Datenschutzgrundverordnung würde vielfach wesentlich mehr Möglichkeiten zur sinnvollen und sicheren Datennutzung zulassen, wie zahlreiche europäische Beispiele zeigen“.

Um eine Harmonisierung der Datenflüsse transparent, sicher und zeitgemäß umzusetzen, wird eine neue unabhängige nationale Medizindatenstelle vorgeschlagen, die „demokratisch und zivilgesellschaftlich breit verankert und kontrolliert ist“. Krankenanstalten, Ärzte, Apotheken, Pflegeeinrichtungen, Impfstellen, etc. sollten regelmäßig oder anlassbezogen in diese Stelle direkt über gesetzlich definierte und sichere Schnittstellen ihre Daten einmelden. Die Datennutzung dürfe ausschließlich gemäß gesetzlich definierter Zugriffsrechte stattfinden, und ein umfassender Datenschutz müsse garantiert sein.

WhatsApp-Kontroverse lässt Signal und Telegram boomen, schadet WhatsApp aber nur begrenzt

Verlangsamtes Wachstum bei dem Messenger von Facebook – Signal-Downloads wachsen im Jahresvergleich um 1.200 Prozent.

Seit Monaten schwelt jetzt schon die Kontroverse rund um die neuen Nutzungsbedingungen von WhatsApp. Begleitet wird diese von Berichten verärgerter User, die darin den sprichwörtlichen Tropfen sehen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat – und der sie nach Alternativen umsehen lässt.

Zur Konkurrenz: Diese profitiert nämlich tatsächlich massiv von der aktuellen Diskussion. Vor allem der ganz auf Privatsphäre ausgelegt Messenger Signal hat in den vergangenen Monaten einen regelrechten Boom hingelegt. Laut Daten der Analysefirma Sensortower konnte Signal im ersten Quartal 2021 ein Wachstum bei den Downloads von 1.200 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal hinlegen. In absoluten Zahlen heißt das, dass die App zwischen Anfang Jänner und Ende März ungefähr 64,6 millionenfach heruntergeladen wurde. Wobei sich in diesem Fall ganz klar die Auswirkungen der WhatsApp-Diskussion zeigen – war das stärkste Monat doch der Jänner, in dem alleine 51 Millionen Downloads erfolgten. Was allerdings auch heißt, dass der ganz große Schub für die Signal-Zahlen derzeit wieder vorbei zu sein scheint.

Telegram auch

Ebenso beeindruckend sind die Zahlen von Telegram: Dieses verzeichnete im ersten Quartal gleich 161 Millionen neue Downloads. Da man von einer deutlich stärkeren Nutzerbasis als WhatsApp ausgeht, entspricht das einem Wachstum von 98 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit hat es Telegram auch geschafft, die Grenze von 500 Millionen monatlich aktiven Nutzern weltweit zu knacken.

WhatsApp verliert – aber nicht wirklich

Bei WhatsApp zeigt sich hingegen ein Einbruch bei den Downloadzahlen und zwar um 43 Prozent im Jahresvergleich. Das ist für Facebook sicherlich nicht erfreulich, gleichzeitig zeigen zwei andere Zahlen aber auch wie relativ dies ist. Einerseits wurde die App damit noch immer öfter als irgendein anderer Messenger heruntergeladen – konkret 172,3 Millionen mal. Vor allem aber geht es eben hier nur um neue Downloads, und WhatsApp hatte nun mal schon viel mehr User als irgendein anderer Messenger. Mehr als zwei Milliarden monatlich aktive User sollen es derzeit sein, und: Laut Facebook wächst diese Zahl auch jetzt noch weiter. Ein großer Nutzerexodus scheint bisher also ausgeblieben zu sein.

Kryptowährung : Homo ludens

Der Tesla-Chef manipuliert den Kurs der Kryptowährung Dogecoin, wie es ihm gefällt. Und seine Jünger reagieren auf jeden Tweet im Sekundentakt.

Als der „Dogefather“ Elon Musk vor ein paar Tagen per Twitter der Kryptowährung Dogecoin wieder seinen kurz zuvor entzogenen Segen erteilte, war es hierzulande tiefe Nacht. Die meisten Kryptojünger dürften von der Kehrtwende des umstrittenen Tesla-Chefs und Börsenpopstars erst am nächsten Morgen erfahren haben, als sie schlaftrunken nach ihrem Smartphone griffen, die Kurse checkten und feststellten, dass der anfangs als Spaßwährung verlachte Dogecoin rasant gestiegen war. Verdammt, wieder hatte man den Einstieg verpasst! Vielleicht beim nächsten Musk-Tweet, falls man ihn nicht verschläft.

Der Homo ludens, der dank einer großen Auswahl an Apps das Kasino nun stets in seiner Hosentasche trägt, darf weiter hoffen. Denn Elon Musk, der „Zentralbanker der Kryptos“, dem bei Twitter knapp 55 Millionen Menschen folgen, scheint den Märkten wieder und wieder beweisen zu wollen, dass Information die wichtigste Ressource im Kasino-Kapitalismus ist. Im Zusammenspiel zwischen Finanzindustrie, Informationskapital und Meinungsmärkten, schreibt der Kulturwissenschaftler Joseph Vogel in seinem Buch „Kapital und Ressentiment“, sei der Code der Information zu einem allgemeinen Wertstandard geworden, der finanzökonomische Geschäftskonjunkturen ebenso bestimme wie die Erregungskurven in sozialen Medien. Wenn Donald Trump twitterte, produzierte er weltweit Eilmeldungen, wenn Elon Musk twittert, löst er mitunter massive Preisschwankungen an den Märkten aus, und die amerikanische Börsenaufsichtsbehörde wird unruhig.

Gerade kommt hinzu, dass die Ödnis des Pandemiealltags den Spieltrieb besonders unter jungen Erwachsenen, von denen viele offenbar mehr an die Macht von Memes und weniger an langfristige Finanzstrategien und Diversifizierung des Portfolios glauben, befeuert hat. Im Unruhestifter Musk finden jene, deren Lebenselixier der Nervenkitzel ist, ihren Meister. Während im Reddit-Unterforum Wallstreetbets Musk sowohl gefeiert als auch verteufelt wird, hat Sotheby’s in New York ganz ohne Social-Media-Getöse seinen Kunden zum ersten Mal erlaubt, ein nicht digitales Kunstwerk mit Bitcoin oder Ether zu bezahlen. Von Musks Twitterkapriolen ließ sich das Auktionshaus nicht aus der Ruhe bringen. Versteigert wurde übrigens für knapp dreizehn Millionen Dollar ein Gemälde des Streetart-Künstlers Banksy mit dem Titel „Love ist in the air“. Wenn das mal kein Irrtum ist.

Toshiba in Europa scheinbar von Hackergruppe „Darkside“ angegriffen

Der japanische Technologiekonzern Toshiba Corp ist in Europa Opfer eines erpresserischen Hackerangriffs geworden. Toshiba Tec, ein Hersteller von Zahlungssystemen und Kopierern, sei Anfang Mai von „DarkSide“ gehackt worden, erklärte die Frankreich-Vertretung des Unternehmens. Diese Hackergruppe steht in Verdacht, das Kraftstoff-Leitungssystem von Colonial Pipeline in den USA lahmgelegt zu haben.

Wie die Vertretung in Frankreich weiter erklärte, ging nur eine minimale Menge an Arbeitsdaten verloren. Die Europa-Zentrale von Toshiba Tec in Neuss war für eine Anfrage nicht erreichbar. Die Zahl der Cyberattacken, bei denen Hacker Daten verschlüsseln und sie nur gegen Bezahlung wieder freigeben, ist gestiegen. Die Erpresser stehlen auch Daten und veröffentlichen sie oder drohen damit.

Die Konzernzentrale in Japan kündigte unterdessen eine Strategieüberprüfung an mit dem Ziel, den Unternehmenswert zu steigern. Die Schweizer Bank UBS wurde als Finanzberater eingeschaltet. Der Schritt folgt auf ein Übernahmeangebot von CVC Capital im Wert von 20 Milliarden Dollar (16,6 Mrd. Euro), das Toshiba als unzureichend zurückgewiesen hatte.

Insidern zufolge sollen auch die Finanzinvestoren KKR & CO und Bain Capital interessiert sein. Für das seit April laufende Geschäftsjahr stellte Toshiba am Freitag einen Gewinnsprung auf umgerechnet knapp 1,3 Milliarden Euro in Aussicht, nachdem das Betriebsergebnis im vergangenen Geschäftsjahr um 20 Prozent auf 780 Millionen Euro gesunken war.

Deutsche Bahn und Joyn beenden Zusammenarbeit

Bereits seit einigen Jahren bietet ProSiebenSat.1 ein Streaming-Angebot in ICE-Zügen der Deutschen Bahn an. Zunächst konnten Bahn-Reisende auf Maxdome-Inhalte zugreifen, seit dem vergangenen Jahr wurde der Service Maxdome Onboard dann schrittweise von Joyn Selection abgelöst.

Nun hat die Deutsche Bahn angekündigt, dass die Zusammenarbeit mit Joyn Mitte des Jahres 2021 ausläuft. Stattdessen arbeite die Bahn an einem neuen Film und -Serienangebot, dass im Sommer starten soll, wie das Unternehmen auf seiner Website mitteilt.

Bernhard Kletter verstorben

Bernhard Kletter, der zwischen 1995 und 2007 die Wetterredaktion des ORF geleitet hat, ist im Alter von 65 Jahren verstorben. Seit 2014 war er im Ruhestand. Sein Vater Leopold Kletter hatte 1980 mit Carl-Michael Belcredi die ORF-Wetterredaktion gegründet „Bernhard Kletter, so wie zuvor schon sein Vater Leopold Kletter, stand für das Wetter in Österreich. In den 90er und Nullerjahren hat er als Leiter der TV-Wetterredaktion die Berichterstattung über das Wetter in ein neues Zeitalter gehoben.

Slow-TV in Skandinavien: Warten auf die Elche

In Skandinavien sind Dauersendungen aus dem Wald, von Bahn- oder Schiffsfahrten sehr beliebt. Was langweilig klingt, finden viele entspannend.

Es geht um Elche. Und eines ist sicher: Erhag ist definitiv die richtige Person für diesen Job. Immer aufs Neue von Elchen fasziniert, ist er Projektleiter eines Elchprogramms. Das ist nicht irgendeins, sondern das Elchprogramm. Ein Publikumsrenner. Im dritten Jahr übertrug das öffentlich-rechtliche schwedische SVT in diesem Frühjahr live und rund um die Uhr die wochenlange Dauersendung „Den stora älgvandringen“, also „Die große Elchwanderung“. Bei der Pre­miere im Frühjahr 2019 sendete man 450 Stunden an einem Stück, 2020 waren es 768 Stunden, und in diesem Jahr lief das Programm ab dem 18. April ganze 520 Stunden lang.

Und was sehen die Millionen ZuschauerInnen, die diese Elchsendung oft Stunden an einem Stück gucken? Natürlich Wald, viel Wald. Dazu glucksendes Wasser, einzelne Eisschollen, Vogelschwärme am Himmel, mal einen Adler oder Birkhühner. Und am Flussufer taucht vielleicht ein Biber, Otter, Fuchs oder Rentier auf. Was meistens fehlt, sind – Elche. Aber das stört offenbar nicht.

Die Reaktionen in Schweden und Finnland, wo die „Älgvandringen“ auch übertragen wird, sind überschwänglich: Herrlich entspannend sei das, heißt es oft, fast so, als ob man da selbst am Ufer säße und langsam der Frühling einzöge. Oder mit den Worten einer Rezensentin von Svenska ­Dagbladet: „Die Seele bekommt direkt durch den Schirm ein Bad in der Schönheit und Warmherzigkeit der Natur.“ Und Elche kommen dann manchmal sogar auch ins Bild. Sie überqueren nämlich auf dem Weg von den Winterweiden am Meer zu den Sommerweiden in den Bergen den Fluss Ångermanälven im südlichen Lappland an einer bestimmten Stelle: bei Kullberg, rund 150 Kilometer von seiner Mündung in die Ostsee entfernt. „Sie machen das vielleicht schon seit der Steinzeit“, vermutet die Elchforscherin Wiebke Neumann.

Entgegen der gängigen Medienlogik

Ein System von Fanggruben aus dieser Zeit, die man dort gefunden habe, deute darauf hin: „Die Kuh geht mit dem Kalb, und so wird von Generation zu Generation weitergegeben, wo die beste Stelle ist, um rüberzuschwimmen.“ Und genau hier hatte man auch die von zehn Kameraleuten im Schichtbetrieb ferngesteuerten und mit 17 Kilometern Kabel verbundenen rund dreißig Kameras der Liveübertragung platziert.

Mit der Dauersendung hat das schwedische Fernsehen ein Programmformat übernommen, dass das öffentlich-rechtliche norwegische NRK 2009 erstmals getestet und seither weiterentwickelt hatte: Slow-TV, „Sakte-TV“ auf Norwegisch. Das Format ist lang und vor allem langsam und steht der gängigen Medienlogik mit ihren schnellen Schnitten und dem Bemühen, eine ständige Spannung aufrechtzuerhalten, entgegen. Die erste norwegische Marathonsendung und Geburtsstunde von „Minutt for minutt“ („Von Minute zu Minute“) war die Liveübertragung einer siebenstündigen Bahnfahrt von Oslo nach Bergen.

Mit einer Kamera im Führerstand Bahnfahrten abzufilmen, das hat man schon in Großbritannien und bei Bahn-TV in Deutschland gemacht. „Aber sieben Stunden live war natürlich ein Wagnis“, erinnert sich Rune Møklebust, der seinerzeit für „Minutt for minutt“ verantwortlich war. Und eigentlich sollte es nur eine einmalige Sache sein, womit man auf das 100-jährige Jubiläum dieser Bahnstrecke aufmerksam machen wollte, die zu den schönsten Europas gehört. Doch dann seien es mehr als die paar Tausend Eisenbahnfans gewesen, mit denen man vorab gerechnet hätte, sagt Møklebust: „Es wurde ein durchschlagender Erfolg. Da überlegten wir uns, etwas Größeres zu versuchen.“

Vom 18-stündigen Lachsfischen

2011 entwickelte sich dann „Hurtigruten minutt for minutt“ – die fünf­einhalbtägige Direktübertragung der Fahrt eines Hurtigrutenschiffs von Bergen nach Kirkenes – zu einem regelrechten Volksfest entlang der norwegischen Küste. An jeder Anlaufstelle des Postschiffs drängten sich die Menschen am Kai, um die „MS Nordnorge“ zu begrüßen. Der ausstrahlende Kanal NRK 2, wo man sonst mit einem Marktanteil von 4 Prozent zufrieden ist, schlug mit fast 40 Prozent alle bisherigen Rekorde. Am Ende hatten mit 2,8 Millionen ZuschauerInnen mehr als die Hälfte der NorwegerInnen das Programm jedenfalls teilweise verfolgt.

Vom 18-stündigen Lachsfischen, bei dem es drei Stunden dauerte, bis der erste Lachs beißen wollte, über einen Strick­abend bis zum Zug einer Rentierherde gab es bislang 27 solcher Slow-TV-Sendungen. „Basis jeden Programms ist aber eine Geschichte, die wir erzählen wollen“, sagt der aktuelle Projektleiter Thomas Hellum vom norwegischen Sender NRK.

Was die schwedische „Elchwanderung“ von nahezu allen dieser norwegischen Programme aber unterscheidet: Die Hauptrolle spielt hier ausschließlich die Natur, Menschen kommen nicht vor, und die Bilder bleiben unkommentiert. Für diejenigen, die die Highlights nachschauen wollen, markiert die Redaktion diese in den Aufzeichnungen: „Nummer 37–39 schwimmen“, oder: „Fuchs fängt Fisch“. „Die Popularität des Programms kann als Reaktion auf ein immer schnelleres Fernsehen interpretiert und mit der Slow-Food- und Slow-City-Bewegung in Verbindung gebracht werden“, heißt es in einer Publikumsuntersuchung.

Eine mutige Entscheidung

Der Journalist Nathan Heller vermutete im Magazin The New Yorker: „Anstatt das Innenleben seiner Zuschauer zu ertränken“, sei Slow-TV „wohl eine Kulisse für deren eigene Reflexionen“. Im SVT-Pressematerial sieht man es ähnlich: Die langsame Dramaturgie lasse die Gedanken der ZuschauerInnen wandern, man finde einen eigenen Kontext, reagiere auf die Umgebung, analysiere kleine Details und bekomme auf dem Weg über diese eigene Aktivität eine Art Belohnung.

Aber warum ist Slow-TV gerade in den skandinavischen Ländern so beliebt? „Dieses neue Reality-TV-Format klingt langweilig und ist langweilig“, urteilte beispielsweise der Sender Al Jazeera. In Großbritannien versuchte sich die BBC an einer Kopie, aber „BBC Four Goes Slow“ wurde ein Flop und nach zwei Jahren eingestellt. Bemühungen von NRK, das Format auf der TV-Messe in Cannes zu verkaufen, waren ebenfalls wenig erfolgreich.

Zwar hätten viele die „Minutt for minutt“-Idee toll gefunden, weil es das Gegenteil dessen wäre, das alle anderen machten, berichtete NRK-Programmchef Ole Hedemann vor einigen Jahren. „Aber der Markt ist eben sehr kommerziell.“ Einen Kanal für mehrere Stunden oder gar Tage für so eine Sendung frei zu machen, dazu gehöre Mut. „Hätte uns das jemand erzählt, hätten wir vermutlich auch nicht unbedingt daran geglaubt“, sagt Thomas Hellum von NRK. „Es war definitiv nicht geplant, wir waren ja selbst überrascht.“ Es gäbe woanders aber sicher ebenfalls Geschichten über Land und Leute, die man auf so eine Art erzählen könnte, lockte NRK-Programmchef Hedemann.

Schweden wagte sich mit seinen Elchen auch erst zehn Jahre nach dem Nachbarland an das Format. In diesem Sommer will das norwegische NRK jedenfalls mit sechs Wochen Liveübertragung einen neuen Rekord aufstellen: Das 106 Jahre alte Segelschulschiff „Statsraad Lehmkuhl“ wird vom 6. Juli bis zum 15. August 29 norwegische Häfen und Lerwick auf den Shetlands anlaufen. Und bis Mittwoch kann man noch live bei „Mot ljusare tider“ dabei sein: einem zehntägigen Programm, mit dem das schwedische SVT – mithilfe von im ganzen 1.500 Kilometer langen Schweden verteilten Kameras – die hellen Sommernächte begrüßt.

Darkside – eine Hackergruppe wird zum Albtraum der Wirtschaft

Nach der Colonial-Pipeline in den USA werden mit Brenntag und Toshiba weitere Opfer der Hackergruppe Darkside bekannt. Hinter den Attacken steckt ein einträgliches Geschäftsmodell.

Es ist der Albtraum eines jeden Unternehmens: Mehr als 150 Gigabyte sensibler Daten soll die Hackergruppe Darkside vom Essener Chemiehersteller Brenntag gestohlen haben. Die Originale, die auf den Servern der Firma lagerten, wurden verschlüsselt. Die Vollzugsmeldung an die Konzernverantwortlichen verbanden die Kriminellen mit einer Lösegeldforderung: 7,5 Millionen US-Dollar, zu zahlen in Bitcoin.

Andernfalls, so die Drohung, würden die Dokumente, die neben Mitarbeiterinformationen auch Finanzdaten und Verträge enthalten sollen, im Internet veröffentlicht.

Laut dem IT-Portal „Bleeping Computer“, das zuerst über den Vorfall berichtete, habe Brenntag sich mit den Kriminellen schließlich auf die Zahlung von 4,4 Millionen US-Dollar geeinigt, um die eigenen Daten wieder entschlüsselt zu bekommen und eine Veröffentlichung zu verhindern. Die Website gilt üblicherweise in Fragen der IT-Sicherheit als gut informiert und belegt die Attacke auf Brenntag mit Screenshots, in denen die Erpresser ihre Forderung geltend machen.

Brenntag selbst bestätigte den Angriff auf Anfrage. „Brenntag wurde in Nordamerika mit einem Fall von eingeschränkter Informationssicherheit konfrontiert“, sagte eine Sprecherin. Die betroffene Einheit habe daraufhin betroffene Systeme vom Netzwerk getrennt und umgehend Cybersicherheits- und Forensik-Experten beauftragt, sie bei der Untersuchung zu unterstützen. „Brenntag nimmt den Schutz seiner Systeme und Daten sehr ernst.“

Der Essener MDax-Konzern ist damit das dritte große Unternehmen, das in jüngster Vergangenheit zum Opfer von Darkside wurde. So meldete die Nachrichtenagentur Reuters am Freitag, dass auch der japanische Technologiekonzern Toshiba in Europa vor wenigen Tagen von der Gruppe gehackt wurde.
Inzwischen melden das Wall Street Journal und die Nachrichtenagentur Bloomberg, dass die Darkside-Webseite nicht mehr erreichbar ist. Beide US-Medien beziehen sich auf die Sicherheitsfirma Fireeye. Im Wall Street Journal heißt es außerdem, die Gruppe habe angekündigt sich aufzulösen. Grund dafür soll der hohe Druck durch die Strafverfolgungsbehörden sein.

Kosten für Wiederherstellung der IT-Systeme haben sich verdoppelt

Das größte Aufsehen allerdings erregte die Gruppe mit dem mutmaßlichen Hack der größten Benzin-Pipeline in den USA, der zu empfindlichen Versorgungsengpässen geführt hat. Medienberichten zufolge zahlte der Betreiber Colonial fünf Millionen US-Dollar, um den Betrieb wieder aufnehmen zu können.

Brenntag, Colonial Pipeline und Toshiba sind Teil eines beunruhigenden Trends: IT-Sicherheitsunternehmen beobachten, dass kriminelle Gruppen seltener automatisierte Kampagnen gegen eine große Zahl von Nutzern fahren und stattdessen gezielt Unternehmen, Behörden und andere Organisationen erpressen. Das Schadenspotenzial sei dadurch „weitaus höher“, sagt Chester Wisniewski, Ransomware-Spezialist beim Softwareentwickler Sophos.

Nach einer Analyse des Unternehmens haben sich die durchschnittlichen Kosten für die Wiederherstellung der IT-Systeme nach einem Ransomware-Angriff in diesem Jahr verdoppelt, in Deutschland auf rund 970.000 Euro. Dabei macht das Lösegeld mit durchschnittlich 115.000 Euro einen vergleichsweise geringen Teil aus, hinzu kommen Kosten für Produktionsausfälle und die Investitionen in die Infrastruktur.

Wie schwerwiegend ein solcher Angriff ein Unternehmen schädigen kann, zeigen Beispiele wie das des norwegischen Aluminiumherstellers Norsk Hydro, der 2019 zeitweise seine Produktion nach einem Ransomware-Angriff einstellen musste. Auch der Automatisierungshersteller Pilz wurde im selben Jahr Opfer einer solchen Attacke, zahlte aber kein Lösegeld – und hatte in der Folge mehr als ein Jahr damit zu tun, seine IT-Systeme grundlegend neu aufzustellen.

Täter erhöhen den Druck

Nach Einschätzung von Experten gibt es zahlreiche kriminelle Gruppen und Einzeltäter, die das Geschäftsmodell Ransomware – mal mehr, mal weniger professionell – betreiben. Das Prinzip: Hacker dringen durch Sicherheitslücken in die IT-Systeme von Unternehmen ein und verschlüsseln wichtige Daten wie Dokumente, Fotos und Datenbanken.

Anschließend verlangen sie für die Herausgabe des Schlüssels ein Lösegeld. Gezahlt werden sollen dabei meist Bitcoin, weil sich mit der Kryptowährung anonyme Konten betreiben lassen, deren Eigentümer nur schwer nachzuverfolgen sind.

Seit dem vergangenen Jahr erhöhen immer mehr Täter den Druck, indem sie zusätzlich Daten stehlen und mit der Veröffentlichung drohen. Von einer „neuen Qualität der Gefährdungslage im Kontext Ransomware“, sprach BSI-Präsident Arne Schönbohm im vergangenen Jahr gegenüber dem Handelsblatt. „Werden aber Firmendaten und Know-how veröffentlicht oder der Konkurrenz zugespielt, dann ist der Schaden meist immens.“

Darkside ist erst seit dem vergangenen Jahr aktiv, hat jedoch seitdem einige Schlagzeilen gemacht. Die Zahl der Opfer steigt kontinuierlich, berichtet der IT-Sicherheitsdienstleister Fireeye – allein im April waren es mindestens 20. Trotz ihrer kriminellen Machenschaften bemüht sich die Gruppe um ihr Image: Sie verspricht, Gesundheitsdienstleister, Schulen und Unternehmen mit Zahlungsproblemen nicht anzugreifen, und hat sogar an wohltätige Organisationen gespendet. Wenn auch geringe Summen.

Die Gruppe führt die meisten Angriffe nicht selbst durch, sondern vermietet ihre Software und Infrastruktur. Im Fachjargon ist von „Ransomware as a Service“ die Rede. Ihre kriminellen Kunden können damit die Programme für bestimmte Umgebungen konfigurieren, Bezahlung und Kommunikation abwickeln sowie Daten der Opfer in einem Blog veröffentlichen lassen, wie der IT-Sicherheitsdienstleister Fireeye berichtet.
Dafür erhalten sie 75 bis 90 Prozent des „Umsatzes“, also des Lösegeldes. Darkside erhält durch die Kunden eine größere Reichweite.

In der IT-Sicherheitswelt geht man davon aus, dass Darkside so wie viele andere cyberkriminelle Gruppen aus dem russischen Einflussbereich stammt. Ein starkes Indiz dafür schildert der IT-Sicherheitsanbieter Emsisoft, der sich auf Ransomware spezialisiert hat: Auf Systemen mit bestimmten Sprachen wird die Software nicht aktiv, darunter Russisch, Georgisch und Kasachisch.

Neue Dokuserie beleuchtet das „märchenhafte Happy End“ von Paris Hilton

„Ich möchte wirklich, dass meine Fans und alle sehen, dass ich endlich mein märchenhaftes Happy End bekommen habe“, sagte die 40 Jahre alte Unternehmerin im Interview. Im Februar hatte sie die Verlobung mit ihrem Partner, Geschäftsmann Carter Reum, bekannt gegeben.

„Ich habe nichts zu verstecken und ich bin so stolz darauf, wie alles heute ist“, sagte Hilton, die vor rund 20 Jahren mit der Real-Life-Serie „The Simple Life“ größere Bekanntheit erlangt hatte. Ihrer Dokumentation „This is Paris“ aus dem vergangenen Jahr hätte nach ihrer Wahrnehmung noch das richtige Ende gefehlt. Die YouTube-Doku thematisiert, wie Hilton auf einer Privatschule Missbrauch und Gewalt erlebt haben soll und zeigt eine Szene, in der ein Streit zwischen ihr und ihrem damaligen Freund eskaliert.

„Dalli Dalli“: Viel mehr als ein Quiz für Schnelldenker

Dalli Dalli! Und schon flitzte Hans Rosenthal auf die Studiobühne. Tempo war Devise und Prinzip des „Quiz für Schnelldenker“, das Rosenthal ersonnen hatte. Premiere war im ZDF am 13. Mai 1971, schnell wurde die Show zum Quotenfänger und blieb es die 153 Ausgaben lang, die Rosenthal bis 1986 moderierte, ehe er ein Jahr später im Alter von nur 61 Jahren starb.

Das ZDF erinnert am 15.5. an einen seiner größten Erfolge mit der Jubiläumsshow „50 Jahre Dalli Dalli“. Johannes B. Kerner und seine Gäste erweisen ihre Reverenz. Es wird nicht nur eine Verneigung vor einer großartigen Idee für eine Familienshow, vor ihrem ihrem Erfinder und Moderator werden, sondern auch ein Testlauf, ob „Dalli Dalli“ wieder an den Fernsehstart gebracht werden sollte.

Skepsis ist angebracht. Es gab schon drei Neuauflagen, im ZDF, im NDR und in der NDR, die letzte präsentierte Kai Pflaume von 2013 bis 2015. Der Erfolg war überschaubar. Es wiederholte sich, was sich schon bei den Klassikern „Einer wird gewinnen“ und „Wetten, dass..?“ gezeigt hatte: Show und Master müssen unbedingt zusammenstimmen, was Hans-Joachim Kulenkampff bei „EWG“ war, das war Thomas Gottschalk bei „Wetten, dass..?“ und Hans Rosenthal bei „Dalli Dalli“.

Nun steht Johannes B. Kerner vor der schwierigen Aufgabe, an Rosenthal gebührend zu erinnern und trotzdem nicht in dessen Schatten zu verschwinden. Sucht er einen eigenen Weg oder will er die Kopie? Auf den legendären „Spitze“Sprung will Kerner nicht verzichten.

Hans Rosenthal, ein „jüdischer Mensch“

Wer an „Dalli Dalli“ erinnert, darf an Hans Rosenthal nicht vorbeikommen wollen. Er hatte als „jüdischer Mensch“, das Wort „Jude“ hatten ihm die Nazi-Hetzer verleidet, den Holocaust mit knapper Not überlebt. Seine (Unterhaltungs-)Talente nutzte er später in Radio und Fernsehen, um seinen Mitbürgern zu zeigen, „dass jüdische Menschen sind wie alle anderen“. Vergessen konnte und wollte er freilich nicht – und nicht die Not übersehen, in die Menschen geraten können. Der Gewinn einer jeden Show ging an Hilfsbedürftige. Hans Rosenthal sprach dazu erläuternde Sätze. So war das Finale stets gedämpft, Unterhaltung hin, „Dalli Dalli“ her.

Alibaba steigert Umsatz kräftig

Der chinesische Internet-Riese Alibaba hat im vierten Geschäftsquartal den Umsatz kräftig gesteigert. Die Erlöse der Online-Plattform legten in den drei Monaten bis Ende März im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 64 Prozent auf 187,4 Milliarden Yuan (rund 24 Milliarden Euro) zu.

Unter dem Strich ergab sich aber ein Quartalsverlust von fast 5,5 Milliarden Yuan. China hatte Milliardenstrafen gegen den Konzern wegen monopolistischen Verhaltens verhängt. Vor einem Jahr hatte der Konzern noch einen Gewinn von 3,2 Milliarden Yuan erwirtschaftet. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Alibaba mit einem Umsatz von mehr als 930 Milliarden Yuan. Analysten haben derzeit im Schnitt etwas weniger auf den Zetteln.

Chinas Wettbewerbshüter hatten kürzlich eine Rekordstrafe in Höhe von 18 Milliarden Yuan (2,3 Milliarden Euro) gegen Alibaba verhängt. Die weltgrößte Online-Handelsplattform habe ihre marktbeherrschende Position ausgenutzt, um Händler zu zwingen, ihre Waren exklusiv über Alibaba anzubieten, begründete die Marktaufsicht den Schritt.

Es ist die bislang höchste Strafe der chinesischen Kartellbehörden gegen einen Internet-Konzern. Das vom chinesischen Milliardär Jack Ma gegründete Imperium steht nach Kritik des Unternehmers an der Regulierung in China unter Beobachtung der dortigen Behörden.

Digitalwerbung bei Google, Facebook überholte im Jänner in Österreich klassische Medien

Nach Daten des Finanzministeriums wurde im Jänner 2021 in Österreich erstmals mehr Geld für Werbung bei internationalen Digitalkonzernen wie Google/Youtube oder Facebook ausgegeben als für Werbung in klassischen Medien.

Für Jänner 2021 wurden laut Finanzministerium 5,4 Millionen Euro Werbeabgabe abgeführt, aber 5,9 Millionen Euro Digitalsteuer. Digitalsteuer müssen Konzerne ab 750 Millionen Euro globalem Umsatz oder ab 25 Millionen Online-Werbeumsatz in Österreich abführen. Kein österreichisches Medienunternehmen ist davon betroffen. Werbeabgabe ist für Schaltungen in klassischen Medien wie TV, Radio, Print sowie für Prospektwerbung abzuführen; Onlinewerbung ist von dieser Abgabe ausgenommen.

Beide Abgaben betragen fünf Prozent, beide sind zwei Monate nach Schaltung abzuführen. Das Finanzministerium veröffentlicht also die Abgaben auf Buchungen etwa im Jänner im März*.

Mit den Abgaben kann man grob auf das Werbevolumen hochrechnen (hier inklusive der fünf Prozent Abgaben).

Klassik von 153 auf 113 Millionen im Jänner-Vergleich

Im Jänner 2020 lag das mit der Werbeabgabe errechnete Werbevolumen bei klassischen Medien noch bei rund 153 Millionen Euro. Im Jänner 2021 deutet die Hochrechnung auf rund 113 Millionen Euro hin.

Die Digitalsteuer wiederum – 5,9 Millionen – kann man auf rund 124 Millionen Euro Werbevolumen im Jänner für Google, Facebook und Co in Österreich hochrechnen. Vor einem Jahr waren es noch vier Millionen Digitalsteuer und damit rund 84 Millionen Euro Werbevolumen für internationale Digitalkonzerne im Jänner 2020 in Österreich.

38 Prozent des Werbevolumens an Digitalriesen 2020

Für Schaltungen im Kalenderjahr 2020 nahm das Finanzministerium 92,7 Millionen Euro aus Werbeabgabe und 56,5 aus Digitalsteuer ein. Das ergibt rund 38 Prozent Marktanteil für Google, Facebook und Co in Österreich und rund 62 Prozent für klassische Medien inklusive Prospektwerbung, aber ohne Onlinewerbung. **

Schon in den Kalendermonaten Oktober bis Dezember stieg die Digitalwerbung bei internationalen Konzernen merklich an. Für November und Dezember brachte die Digigitalsteuer 6,7 beziehungsweise 6,8 Millionen Euro; die Werbeabgabe 9,6 und 9,3 Millionen.

Onlinewerbung bei österreichischen Medien kommt – nach Brutto-Berechnungen der Werbebeobachter von Focus Research – auf rund sieben Prozent des Gesamtvolumens.

Auch wenn man das hochgerechnete Netto-Werbevolumen laut Werbeabgabe im Jänner um diese Größenordnung ergänzt, bleibt die Klassik inklusive Prospekt in diesem Monat knapp unter dem Digitalwerbevolumen.

Olympia: ÖOC gibt Athleten Regeln für Werbung vor

Das ÖOC hat neue Regeln für die Werbung von Sportlern und Sportlerinnen beschlossen, die an den Olympischen Spielen in Tokio und Peking teilnehmen. Der öffentliche Auftritt mit den üblichen Sponsoren und Unterstützern, den „Nicht-olympischen Partnern“, wird darin eng eingegrenzt. Werbung darf zur Zeit der Spiele nur fortgeführt werden, wenn sie drei Monate davor angelaufen ist und keine olympischen Symbole beinhaltet, geht aus einer Mitteilung der Wettbewerbsbehörde hervor.

Werbung mit Partnern, die nicht speziell für die Olympischen Spiele zugelassen sind (generische Werbung), darf nicht speziell auf die Zeit der Spiele zugeschnitten sein. Auch dürfen in solcher Werbung keine Hinweise wie „Tokyo 2020“ enthalten sein oder die Athleten andere Symbole der Olympischen Spiele tragen. Nicht einmal ein Hintergrund mit dem heiligen Berg Fuji oder der Skyline Tokios wäre zulässig. Kurzfristige Werbe-Schaltungen mit den Sportlern sind nur erlaubt, wenn sie sich auf andere Sportveranstaltungen beziehen oder jährlich wiederkehren, etwa zum Schulbeginn.

Die neuen Werberegeln betreffen auch die Social-Media-Auftritte der Sportler. Erlaubt sind ihnen persönliche Berichte über Erlebnisse und Eindrücke bei den Olympischen Spielen oder das Teilen von offiziellen Inhalten des IOC bzw. des Olympic Team Austria. Allerdings darf in einem Post kein Bezug zwischen einem nicht-olympischen Partner und den Olympischen Spielen hergestellt werden, auch nicht in allfälligen Danksagungen an den eigenen, nicht-olympischen Sponsor. Alle Posts müssen „im Einklang mit den Olympischen Werten“ stehen, heißt es in den Richtlinien des ÖOC.

Erlaubt ist auf den Social-Media-Kanälen nur eine Dankesbotschaft pro persönlichem nicht-olympischen Partner. Auf dem dabei verwendeten Bild darf kein Hinweis auf die Olympischen Spiele vorkommen, etwa eine Olympia-Medaille, ein spezifisches Trikot oder ein Hashtag zu Olympia. Die Nachricht darf nicht einmal eine Andeutung enthalten, dass ein Produkt oder eine Dienstleistung die Leistung verbessert hat. Die Dankesbotschaft darf vom Partner auch nicht geteilt werden.

Volker Weidermann wechselt vom „Spiegel“ zur „Zeit“

Der Literaturkritiker Volker Weidermann hat seinen Abschied vom „Spiegel“ ankündigt. Im Oktober wird der ehemalige Moderator des „Literarischen Quartetts“ stattdessen als Feuilletonchef bei der Wochenzeitung „Die Zeit“ anfangen, wie aus einer internen Mail Weidermanns hervorgeht.

In dem Schreiben, das an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des „Spiegel“ ging, macht Weidermann keinen Hehl aus seiner Unzufriedenheit. „Der Schritt ist mir leicht gefallen“, schreibt er. „Ich habe in diesen sechs Jahren hier im Spiegel oft darüber gestaunt, wie schwer man sich einfache Dinge machen kann. Wie schwer wir uns hier im Hause vieles machen. Wie lang kurze Wege sein können, wie wenig Vertrauen wir in Menschen setzen, die besten Willens sind.“

Bei der „Zeit“ wird Weidermann das Feuilleton-Ressort gemeinsam mit Christine Lemke-Matwey leiten, die seit 2012 als Redakteurin im Feuilleton der Wochenzeitung arbeitet.

Walt Disney schwächelt

Der Entertainment-Gigant Walt Disney ächzt weiter unter der Coronakrise, auch der Erfolg im Streaming-Geschäft ließ zu Jahresbeginn deutlich nach. Nach dem fulminanten Start des Online-Videodienstes Disney+ litt der Netflix-Rivale im jüngsten Geschäftsquartal unter mangelnden Film- und Serienhits. Da die Pandemie den Rest von Disneys Unterhaltungs-Imperium weitgehend lahmlegt, ist der Konzern auf die Streaming-Services angewiesen.

Mit deutlich mehr Kunden gerechnet

Anders als in den Vorquartalen konnte Disney+ die Bilanz diesmal aber nicht sonderlich aufhübschen. Der Video-Service beendete das erste Vierteljahr 2021 mit knapp 104 Millionen Abonnenten, wie Disney am Donnerstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Damit kamen in den drei Monaten lediglich rund neun Millionen hinzu. Analysten hatten im Schnitt mit deutlich mehr gerechnet. Disney+ war im November 2019 an den Start gegangen und hatte seitdem rasantes Wachstum verzeichnet.

Anleger reagierten enttäuscht auf die Zahlen, die Aktie fiel nachbörslich um rund vier Prozent. Disneys Quartalsbericht hatte auch sonst wenig Erfreuliches zu bieten. Die konzernweiten Erlöse sanken im Jahresvergleich um 13 Prozent auf 15,6 Milliarden Dollar (12,9 Mrd. Euro). Der Gewinn stieg zwar auf 901 Millionen Dollar, was fast einer Verdopplung gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Allerdings hatten hohe Kosten wegen der Pandemie und weitaus höhere Steuern das Ergebnis vor einem Jahr um 90 Prozent einbrechen lassen.

Halbe Milliarde Dollar Verlust

In normalen Zeiten tragen Disneys Vergnügungsparks, Ferienressorts und Kreuzfahrten einen großen Teil zum Umsatz bei, doch die Coronakrise hat das Geschäft zum Erliegen gebracht. Die großen Themenparks wie Disney World und Disneyland sind inzwischen zwar wieder geöffnet, aufgrund der Pandemie aber teilweise mit erheblichen Beschränkungen. Die Sparte verbuchte im jüngsten Quartal einen Umsatzeinbruch um 44 Prozent und erlitt einen Betriebsverlust von 406 Millionen Dollar.

Auch den Hollywood-Studios des Micky-Maus-Konzerns macht die Krise weiter zu schaffen. Zum einen bremsen Corona-Beschränkungen Film-und Serienproduktionen aus, zum anderen sind viele Kinos weiterhin geschlossen. Disneys bisher einziger Blockbuster in diesem Jahr, „Raya und der letzte Drache“, spielte deutlich weniger ein als der Konzern es sonst gewohnt ist. Insgesamt machte die Medien- und Entertainment-Sparte, zu der auch das klassische TV-Kabelgeschäft und die Streaming-Dienste zählen, nur ein Umsatzplus von einem Prozent.

Airbnb erneut mit hohem Verlust

Der Apartment-Vermittler Airbnb leidet weiter unter der Coronakrise und hat zu Jahresbeginn tiefrote Zahlen geschrieben. Im ersten Quartal fiel ein Verlust von 1,2 Milliarden Dollar (1,0 Mrd Euro) an, wie das Unternehmen mitteilte. Vor einem Jahr hatte das Minus trotz Belastungen durch die Pandemie nur 341 Millionen Dollar betragen.

Als einen Hauptgrund für das schlechtere Ergebnis nannte Airbnb hohe Kosten aufgrund der Rückzahlung von Krediten, die während der Pandemie aufgenommen worden waren. Eigentlich erholte sich das Geschäft aber schon wieder deutlich von der Krise. Die Buchungen stiegen im Jahresvergleich um 52 Prozent auf 10,3 Milliarden Dollar und lagen damit weit über den Prognosen der Analysten.

Auch der Umsatz fiel mit einem Anstieg um fünf Prozent auf 887 Millionen Dollar höher als am Markt erwartet aus. Konkrete Ziele für das restliche Geschäftsjahr gab Airbnb nicht aus, aber Konzernchef Brian Chesky zeigte sich optimistisch: „Wir rechnen mit einem Reise-Aufschwung, wie wir ihn noch nie zuvor gesehen haben“. Anleger reagierten jedoch verhalten, die Aktie fiel nachbörslich zunächst.

Amazon stellt 75.000 Mitarbeiter ein und bietet 100 Dollar Impfprämie

Der weltgrößte Online-Händler Amazon setzt seine Einstellungsoffensive fort – in den USA und Kanada sollen 75.000 neue Mitarbeiter für die Lager- und Lieferlogistik verpflichtet werden. Dabei bietet der Konzern nach eigenen Angaben 100 Dollar Prämie für Kandidaten, die bereits gegen Corona geimpft sind. Die Pandemie hat die Nachfrage nach Amazons Lieferdiensten stark steigen lassen.

Das Unternehmen hatte im vergangenen Jahr bereits Hunderttausende neue Beschäftigte eingestellt und ist inzwischen der zweitgrößte US-Arbeitgeber hinter dem Einzelhandelsriesen Walmart. Weltweit hatte Amazon Ende 2020 rund 1,3 Millionen Mitarbeiter.

Technologieinvestor Softbank mit Milliardengewinn

Ein Jahr nach einem Rekordverlust punktet der japanische Technologieinvestor Softbank dank mehrerer erfolgreicher Börsengänge. Im Geschäftsjahr zu Ende März ist ein Nettogewinn von 4,99 Billionen Yen (umgerechnet 37,8 Milliarden Euro) verzeichnet worden.

Die für das Geschäft ausschlaggebenden Vision Funds, die an zahlreichen Startups und börsennotierten Firmen rund um den Globus beteiligt sind, machten einen Rekordgewinn in Höhe von 30,5 Milliarden Euro. Dazu trugen die Aktienmarktdebüts des südkoreanischen Onlinehändlers Coupang und des Berliner Online-Gebrauchtwagenhändlers Auto1 bei sowie der gestiegene Aktienkurs des Mitfahrdienstes Uber.

Weitere Firmen stehen in den Startlöchern für den Gang auf das Parkett. Laut dem Finanzchef des Vision Funds, Navneet Govil, gibt es „beträchtliche Investitionen“, deren Wert gehoben werden könne. So streben Uber-Konkurrent Grab und der Büro-Vermittler WeWork an die Börse. Zu Ende März war das mehr als 80 Firmen umfassende Portfolio von Softbanks weltweit agierendem Vision Fund 1 mit 154 Milliarden Dollar wieder deutlich mehr wert als der summierte Kaufpreis von etwa 100 Milliarden Dollar.

Hearst zieht sich aus weiterem Magazin-Joint-Venture zurück

Der US-Zeitschriftenverlag Hearst, einer der größten Player im Markt und auch international aktiv, stößt seine Beteiligung an der US-Ausgabe des Premium-Frauenmagazins ‚Marie Claire‘ ab. Bisher hatte Hearst das Heft in einem Joint Venture zusammen mit dem britischen Zeitschriftenverlag Future plc auf den Markt gebracht. Hearst zieht sich nun aus dem Gemeinschaftsunternehmen zurück, sodass Future plc alle Anteile übernimmt.

Hearst hatte sich jüngst auch in Deutschland aus einem Joint Venture zurückgezogen. Zusammen mit der Motor Presse Stuttgart hatte der US-Verlag über das Gemeinschaftsunternehmen Motor Presse Hearst die deutschen Ausgaben von ‚Men’s Health‘, ‚Women’s Health‘ und ‚Runner’s World‘ auf den Markt gebracht. Die Motor Presse Stuttgart führt diese Titel nach dem Rückzug von Hearst nun als Lizenzausgaben in Eigenregie. Das einstige Joint Venture wurde in Motor Presse Hamburg umbenannt.

Hearst ist darüber hinaus auch Lizenzgeber für die deutschsprachigen Ausgaben von ‚Harper’s Bazaar‘, ‚Elle‘ und ‚Esquire‘, die bei Hubert Burda Media erscheinen.

Chia-Plotting kann Lebensdauer von SSDs massiv verringern

Das Minen von Kryptowährungen, insbesondere Bitcoin und Ether, hat in den vergangenen Monaten zur hohen Nachfrage nach Grafikkarten beigetragen. In Verbindung mit allgemein schlechter Verfügbarkeit von Computerchips war die Folge eine mittlerweile seit Herbst andauernde Knappheit nebst massiven Preisanstiegen.

Eine kürzlich neu gestartete Kryptowährung, Chia, umgeht den Bedarf nach immer leistungsfähigerer Hardware und senkt damit auch den Energieverbrauch. Sie setzt statt „Proof of Work“ stattdessen auf „Proof and Space and Time“ und nutzt Speicherplatz statt Rechenpower. Das allerdings rief Sorgen hervor, dass Chia, so die Währung erfolgreich ist, die Speicherpreise nach oben katapultieren könnte. Erste Anzeichen dafür konnten in China schon beobachtet werden.

Ein weiteres Phänomen hat das Potenzial, eine solche Situation auch noch zu verschlimmern. Wie das chinesische Portal Mydrivers (via PC Gamer) berichtet, kann das Plotting und Farming von Chia die Lebensdauer von SSDs massiv verkürzen. Eine SSD mit 512 GB Kapazität könnte schon nach 40 Tagen damit buchstäblich am Ende sein, eine mit 1 TB binnen 80 Tagen und ein 2-TB-Modell in 160 Tagen, da diese nicht nur über mehr sichtbaren Speicher, sondern auch über mehr „unsichtbaren“ Speicher via Over-Provisioning verfügt.

Es ist unklar, von welchem Typ SSD dabei ausgegangen wird, aller Wahrscheinlichkeit nach dürften sich diese Angaben aber auf Consumer-Modelle beziehen. Die Blöcke auf NAND-Speicherchips von SSDs können nur eine bestimmte Anzahl an Schreibvorgängen verarbeiten und da das Anlegen von Chia-Plots und Farmen derselben sehr schreibintensiv ist, reduziert das die Lebensdauer, die bei regulärer Nutzung in der Regel bei fünf Jahren oder länger liegt.

Viele Schreibzugriffe beim Plotting

Über die Chia-Software reservieren Teilnehmer Platz auf ihren Datenträgern für das Netzwerk. In diesen Plots werden anschließend kryptografische Hashes „gesät“. Zur Verifizierung von Transaktionen und Erstellung neuer Blöcke spielt die Blockchain Rechnungen aus. Die Chia-Software sucht dann in den Plots der Nutzer, ob der dazu passende Hash sich dort befindet.

Es ist mittlerweile schon gängige Praxis geworden, dass Chia-Farmer ihre Plots zuerst auf einer SSD erstellen lassen und sie für das Farmen anschließend auf deutlich langsamere Festplatten verschieben. SSDs werden durch die ständig neue Erzeugung dieser „Grundstücke“ also beständig massenhaften Schreibzugriffen ausgesetzt, die die Last üblicher Nutzung bei weitem überschreitet.

Tesla stoppt Bitcoin-Zahlungen wegen Umweltbedenken

Der US-Elektroautohersteller Tesla hat Zahlungen mit der Kryptowährung Bitcoin wegen Umweltbedenken angesichts des hohen Stromverbrauchs gestoppt. Der Konzern habe die Entscheidung wegen des rapide ansteigenden Verbrauchs von fossilen Brennstoffen für die Herstellung von und die Transaktionen mit Bitcoins getroffen, erklärte Tesla-Chef Elon Musk. Vor allem sei bedenklich, dass viel Kohlestrom dafür genutzt werde. Tesla will sich nach Kryptowährungen umschauen, die weniger als ein Prozent der Energie benötigen, die bei Bitcoin für eine Transaktion erforderlich ist.

Musks Tweet ließ den Bitcoin-Preis schlagartig um Tausende Dollar abstürzen. Zuletzt lag der Kurs nur noch bei 48.000 Dollar – mehr als 15 Prozent niedriger als vor einem Tag. Allerdings standen Kryptowährungen schon vor Musks Statement im allgemeinen Abwärtstrend an den Börsen unter Druck. Nicht nur Bitcoin, auch die zweitgrößte Digitalwährung Ether, das Krypto-Meme Dogecoin und andere wie Binance Coin und Ripple gaben stark im Kurs nach.

Dabei machte Musk klar, dass er grundsätzlich ein Fürsprecher der Branche bleibt: „Kryptowährung ist auf vielen Ebenen eine gute Idee und wir glauben an eine vielversprechende Zukunft, aber dies kann nicht zulasten der Umwelt gehen“, hieß es in seinem Statement. Tesla hatte erst im März begonnen, Bitcoins zum Kauf von Elektroautos zu akzeptieren. Zuvor hatte der Konzern eine Investition in Bitcoins für 1,5 Milliarden Dollar bekanntgegeben und der ältesten und bekanntesten Kryptowährung damit einen ordentlichen Schub verschafft.

Zattoo erweitert Film- und Serienangebot

Ab sofort können Nutzer in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf das Film- und Serienangebot des internationalen Anbieters FilmRise zugreifen.

Neben Serien wie den US-amerikanischen Fantasy- und Drama-Serien „Being Human“ und „Sanctuary“ sowie der kanadischen Comedy-Serie Sensitive Skin mit Kim Cattrall in der Hauptrolle, bietet FilmRise auch eine grosse Auswahl an Filmklassikern, Blockbustern und Dokumentationen.

Italien fordert von TikTok mehr Maßnahmen zum Schutz von Kindern

Die italienische Datenschutzbehörde hat die Video-Sharing-App TikTok aufgefordert, die Maßnahmen zu verstärken, um zu verhindern, dass junge Nutzer auf die Plattform zugreifen. In den vergangenen drei Monaten hat TikTok bereits mehr als 500.000 Nutzer unter 13 Jahren von der Plattform entfernt.

Sie forderte die App außerdem auf, auch mit Einsatz künstlicher Intelligenz Lösungen zu finden, die das Risiko minimieren, dass Menschen unter 13 Jahren in die Plattform von TikTok einsteigen und sie nutzen. Seit Februar habe TikTok mehr als 12,5 Millionen Nutzer in Italien aufgefordert, ihr Alter zu bestätigen, sagte die Behörde.

Mobile World Congress verliert immer mehr wichtige Aussteller

Die für Ende Juni angesetzte Mobilfunk-Messe Mobile World Congress hat mit Samsung und Lenovo zwei weitere wichtige Aussteller verloren. Der Smartphone-Marktführer und der weltgrößte PC-Hersteller teilten am Mittwoch mit, sie werden lediglich an einem Online-Programm teilnehmen. Die Mobilfunkanbieter-Vereinigung GSMA als Veranstalter hält bisher trotz Corona-Risiken an dem Plan fest, in Barcelona 45.000 bis 50.000 Teilnehmer zusammenzubringen.

Damit wäre der Mobile World (MWC) Congress die erste internationale Großveranstaltung seit Beginn der Pandemie – auch wenn normalerweise mehr als 100.000 Brancheninsider und Journalisten zur Messe kommen. Im vergangenen Februar war der MWC unter den ersten Events, die wegen der Corona-Gefahr abgesagt wurden.

Mehrere namhafte Unternehmen kündigten bereits in den vergangenen Wochen an, dass sie dem Branchentreff fernbleiben werden. Darunter sind Google, der Chip-Riese-Intel, die Netzwerk-Ausrüster Ericsson, Nokia und Cisco sowie die Mobilfunk-Sparte von Sony. Zu Lenovo gehört unter anderem die Smartphone-Marke Motorola.

Zu dem Sicherheitskonzept der GSMA für die Messe in Barcelona gehören Schnelltest-Stationen, zusätzliche Ein- und Ausgänge in den Messehallen, verbesserte Lüftungsanlagen und eine Maskenpflicht. Die Teilnehmer sollen auch eine App herunterladen, die zur Kontaktnachverfolgung verwendet werden kann.

Premier League bleibt bei bisherigen TV-Partnern

Wie die Premier League mitteilte, bleiben Sky Sports, BT Sport, Amazon Prime Video und BBC die Partner der höchsten englischen Fußballklasse von 2022/2023 bis 2024/25. Die britische Regierung hatte dem Vorgehen ohne neue Ausschreibung zuvor zugestimmt. Hintergrund ist die schwierige finanzielle Situation in der Coronavirus-Pandemie.

Wie die Premier League mitteilte, liegt der Wert der neuen Vereinbarung in derselben Höhe wie bei der bisherigen. 2018 hatte die englische Top-Liga mit 4,7 Milliarden Pfund (rund 5,5 Milliarden Euro) eine zehnprozentige Kürzung ihrer Fernseheinnahmen im Vergleich zum vorherigen Kontrakt hinnehmen müssen. Die Liga befürchtet bei einer jetzigen Ausschreibung weitere Einbußen. Sportstreaminganbieter DAZN sah seine Stunde gekommen. Die Pläne groß ins Premier League-Geschäft einzusteigen, muss man nun vorerstum mindestens drei Jahre verschieben. Immerhin bleibt ihnen hierzulande der FA Cup. Das diesjährige Finale zwischen Chelsea und Leicester steht dort am Samstag an.

Fast 90 Prozent der Lokalzeitungen sollten ihre Websites für die neuen Algorithmen umbauen

Stellunghalten im Trefferranking: 87 Prozent von über 200 Lokal- und Regionalzeitungen können und sollten mit Blick auf das anstehende Update von Googles „Core Web Vitals“ ihre mobilen Webseiten verbessern. Das ergibt eine Untersuchung der Softwareschmiede PEIQ – und listet auf, welche Titel die meisten Aufrufe über Suchmaschinen erzielen.

Die mobilen Startwebsites der Frankfurter Rundschau und der Münchner Boulevardzeitung TZ weisen – relativ zu ihrer Printauflage – die meisten Abrufe über Suchmaschinen auf.

Millionenstrafe für Google in Italien wegen Marktmissbrauchs

Google muss in Italien ein Bußgeld in Millionenhöhe zahlen. Die Kartellbehörde kündigte an, sie werde den Internetgiganten wegen Missbrauchs seiner marktbeherrschenden Stellung mit einer Geldstrafe von mehr als 100 Millionen Euro belegen. Demnach wird das Bußgeld in Höhe von 102,08 Mio. Euro verhängt, weil Google die Smartphone-App eines Konkurrenten, die das Aufladen von Elektrofahrzeugen anbietet, nicht auf seiner Plattform Google Play anbieten will.

Laut einer Untersuchung der italienischen Regulierungsbehörde hat Google die Verwendung der vom italienischen Energieriesen Enel entwickelten App für das Android-System „nicht autorisiert“. Der Ausschluss der App von der Google-Play-Plattform dauere bereits seit zwei Jahren an.

USA: Bedürftige bekommen Geld für Computer und Breitbandanschlüsse

Bedürftige und durch die Coronavirus-Pandemie in finanzielle Schieflage geratene US-Haushalte können Zuschüsse auf Breitbandanschlüsse sowie den Kauf vernetzter Computer bekommen. Die Regulierungsbehörde Federal Communications Commission (FCC) stellt dafür 3,2 Milliarden US-Dollar (2,65 Milliarden Euro) zur Verfügung.

Von den Kosten eines Breitbandanschlusses übernimmt die FCC 50 Dollar monatlich, in Ureinwohnersiedlungen 75 Dollar. Außerdem gibt es landesweit 100 Dollar Zuschuss einmalig pro Haushalt für den Kauf eines vernetzten Computers beziehungsweise Tablets vom Netzbetreiber. Das ist für günstige Geräte konzipiert: Der Kunde muss selbst mindestens 10 Dollar aber höchstens 50 Dollar beisteuern.

Einen etwaigen Rest müsste der Netzbetreiber stemmen. Das „Emergency Broadband Benefit Program“ der FCC läuft bis der Fonds leer ist, aber maximal sechs Monate. Nach Ansicht der FCC-Vorsitzenden Jessica Rosenworcel ist dieses Programm eine Investition in amerikanische Familien. Schnelles Internet sei entscheidend für die Nutzung aller Möglichkeiten für Gesundheit, Bildung und Arbeit. Mehr als 825 Breitband-Anbieter nehmen teil.

Xiaomi wird von schwarzer Liste der US-Regierung entfernt

Die US-Regierung nimmt den chinesischen Smartphone-Anbieter Xiaomi von einer schwarzen Liste und macht damit einen Schritt aus der Amtszeit von Donald Trump rückgängig. Mit den im Jänner verhängten Sanktionen sollte unter anderem amerikanischen Investoren verboten werden, Xiaomi-Aktien zu kaufen.

Im März hatte aber ein US-Richter die Strafmaßnahmen per einstweiliger Verfügung ausgesetzt. Jetzt erklärte sich das US-Verteidigungsministerium bereit, sie komplett zurückzunehmen. Mit Xiaomi solle bis zum 20. Mai eine Einigung ausgearbeitet werden, hieß es in Gerichtsunterlagen.

Besondere Aufmerksamkeit gilt den Maßnahmen gegen die Video-App Tiktok, den Chatdienst WeChat und den Telekommunikations-Riesen Huawei. Bidens Regierung hatte eine Prüfung der China-Maßnahmen von Trump angekündigt.

Der Richter in Washington hatte im März erhebliche Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Vorgehens gegen Xiaomi geäußert. Das Ministerium habe sie nicht angemessen begründet und seine Vollmachten überschritten. In einer peinlichen Panne sei auch die Rechtsvorschrift, auf der das Vorgehen fußt, falsch zitiert worden. „Diese Fehler schaffen kein Vertrauen in die Gründlichkeit der Entscheidungsfindung“ der Behörde, schrieb der Richter.

Trumps Regierung verschärfte einen Handelskonflikt mit China und ging auch gegen diverse chinesische Unternehmen vor. Am härtesten traf es dabei Huawei. Der Netzwerk-Ausrüster und Smartphone-Anbieter verlor den Zugang zu amerikanischer Technologie – wegen des Vorwurfs, die chinesische Regierung könne ihn zur weitreichenden Kooperation zwingen. Huawei weist dies zurück. Xiaomi profitierte im Smartphone-Geschäft von Huaweis Problemen.

Sky sichert sich weitere Sport-Übertragungsrechte

Sky hat sich die exklusiven Übertragungsrechte an der Wanda Diamond League gesichert – und das bis 2023.

Somit will Sky die Leichtathletik-Serie in den kommenden drei Jahren in Österreich und Deutschland live und exklusiv übertragen. Wobei der neue Vertrag die Übertragungsrechte über alle Verbreitungswege via Satellit, Kabel, IPTV, Web und Mobile beinhalte.

Bereits seit 2010 wird die Leichtathletik-Serie immer zwischen Mai und September ausgetragen. Organisiert wird sie seither vom Leichtathletik-Weltverband World Athletics. Das Gesamtpreisgeld beträgt zudem über sieben Millionen US-Dollar.

Cécile Frot-Coutaz übernimmt Chefsessel der Sky Studios

Die europäische Sky-Gruppe hat die Nachfolge von Gary Davey an der Spitze der Sky Studios geklärt. Neue Chefin wird ab September Cécile Frot-Coutaz, derzeit noch Head of YouTube in EMEA, zuständig also für den Raum Europa, Naher Osten und Afrika. Sie begann ihre Karriere einst in den 90ern bei Mercer Management Consulting in London, wechselte dann zu Pearson TV. Anfang des neuen Jahrtausends ging sie nach Burbank als US Commercial Lead für die umbenannte FremantleMedia Group. Eine ihrer ersten Aufgaben war damals die Umsetzung von „American Idol“, Ursprungsformat von „Deutschland sucht den Superstar“. Sie bekleidete mehrere leitende Funktionen und Positionen innerhalb der Gruppe, in der sie bis zum CEO aufstieg. Bei YouTube arbeitet sie nun seit Herbst 2018.

US-Gericht erklärt Patent für personalisierte TV-Werbung ungültig

Im Rechtsstreit um zwei Patente musste Samba TV eine Niederlage einstecken. Ein kalifornisches Bundesgericht entschied, dass zentrale Ansprüche zu abstrakt seien, um anderen Firmen den Einsatz von Targeting-Techniken zu verbieten oder Lizenzkosten zu verlangen.

Die Rechtsstreitigkeiten reichen bis ins Jahr 2015 zurück, als die Grundlagen für Online-Werbung auf Smart-TVs erst geschaffen wurden. Die Patente angemeldet hatte die Firma Free Stream Media, die Targeting-Dienste unter dem Namen Samba TV für verschiedene Smart-TV-Hersteller anbietet. Das Geschäftsmodell: Immer mehr Hersteller integrieren Werbung in ihre Bedienoberflächen. Die Werbezuordnung basiert zum einen darauf, welche Inhalte auf dem Fernseher angezeigt werden, zum anderen wird versucht, die Zuschauer mit Online-Werbeprofilen zu verknüpfen.

In einem der strittigen Patente ging es um eine Verknüpfung der TV-Werbung mit Informationen, die auf den Smartphones der Zuschauer gesammelt werden. Hierbei schlägt der Patentinhaber vor, aus der gesicherten Sandbox eines Smartphones auszubrechen, um die Werbeprofile mithilfe eines Targeting-Servers zu verknüpfen. Mittels Fingerprinting soll auch erfasst werden, welche Programme auf dem Fernseher laufen.

Schmaler Grat

Wie Reuters berichtet, haben sich bereits mehrere Gerichte mit dem Fall beschäftigt. Die Anwälte von Free Steam Media argumentierten hierbei auf einem schmalen Grat: Auf der einen Seite bestanden sie darauf, dass die Patente hinreichend spezifisch seien, um patentierbare Innovationen darzustellen. Gleichzeitig wollten sie den Wortlaut so aufweichen, dass die Konkurrenzfirma Alphonso, die mittlerweile vom Hersteller LG übernommen wurde, gegen die Bestimmungen verstoßen hätte.

Diesem Ansatz hat das Berufungsgericht nun eine Absage erteilt (PDF-Datei). Die Richter verweisen darauf, dass abstrakte Konzepte nach dem amerikanischen Patentrecht nicht schützbar sind. Die Umgehung von Schutzmechanismen in den Betriebssystemen von Smartphones, die den Abfluss von Daten verhindern sollen, sieht das Gericht nicht als Verbesserung bestehender Techniken. Zudem lasse das Patent offen, wie genau diese Umgehung funktionieren soll. „Da wir zur Überzeugung gelangt sind, dass die Ansprüche von Samba nicht in einer Verbesserung einer Technologie oder einer neuen Funktionalität münden, sind diese als abstrakte Idee zu behandeln“, heißt es in dem Urteil. Folge: Wesentliche Teile des Patents können nicht geschützt werden.
Sender targeten mit

In den Jahren des Rechtsstreits hat die Online-Werbung einen neuen Bereich in Smart-TVs erfasst: Auch Fernsehsender wollen sich an dem Geschäft beteiligen und ihre Werbung mit personalisierten Informationen anreichern. Dank der Erweiterung des HBBTV-Standards können sie mittlerweile sogar herkömmlich ausgestrahlte Werbespots durch personalisierte Online-Werbung ersetzen.

Instagram führt eigenes Feld für Pronomen ein

Dass Nutzer auf ihren Social-Media-Profilen deutlich machen, mit welchen Pronomen sie angesprochen werden möchten, ist heutzutage keine Seltenheit. Damit dafür kein Platz im Text der Profilbeschreibung geopfert werden muss, hat Instagram nun ein eigenes Textfeld präsentiert.

Die ausgewählten Pronomen werden direkt neben dem Namen angeführt und sind leicht transparent. Bis zu vier Pronomen können ausgewählt werden. In den Einstellungen können Nutzer auch entscheiden, ob sie die Pronomen nur ihren Followern anzeigen möchten.

Auf Twitter machte Instagram das neue Feature bekannt. Viele Nutzerinnen und Nutzer sprechen dem Unternehmen Lob für die neue Funktion aus, manche kritisieren jedoch, dass die verfügbaren Pronomen vorgegeben sind.

Vorerst wird das neue Feature nur für eine Auswahl an Ländern verfügbar sein, es soll jedoch in naher Zukunft für weitere Regionen freigeschaltet werden. In Österreich scheint die zusätzliche Beschreibung noch nicht angekommen zu sein. Sobald es veröffentlicht wurde, können Nutzer das Feld „Profil bearbeiten“ öffnen, um ihre Pronomen zu ergänzen.

„Friends“-Reunion kommt Ende Mai

Nun steht der Starttermin der Spezialsendung der US-Serie „Friends“ fest: Am 27. Mai soll die Wiedervereinigung der sechs Freunde um Jennifer Aniston zumindest in den USA zu sehen sein. Gäste wie Reese Witherspoon, Lady Gaga und Justin Bieber sind angekündigt.

17 Jahre nach dem Ende der US-Kultserie „Friends“ kommt es nun Ende Mai zu einem Wiedersehen mit den Serienstars Jennifer Aniston, Courteney Cox, Lisa Kudrow, Matt LeBlanc, David Schwimmer und Matthew Perry. HBO Max kündigte das Special „Friends: The Reunion“ für den 27. Mai an. Dazu stellte der Streamingdienst ein kurzes Video ins Netz, in dem die sechs Darsteller, von hinten gefilmt, durch das Studiogelände von Warner Bros. im kalifornischen Burbank laufen.

Fans der Kultserie „Friends“ mussten wegen der Corona-Pandemie länger als gedacht auf die geplante Sondersendung warten. Sie war ursprünglich für Mai 2020 geplant gewesen. Laut Ankündigung der Produktionsfirma WarnerMedia vom Februar 2020 sollen die Schauspieler ohne festes Drehbuch spielen.

Samsung stockt Investitionen in Prozessorchips auf

Der vor allem bei Speicherchips starke südkoreanische Elektronikkonzern Samsung stockt seine geplanten Milliardeninvestitionen in den Markt für Prozessoren und andere Logikchips weiter auf. Bis 2030 sollten insgesamt 171 Billionen Won (125 Mrd. Euro) in die Entwicklung und Fertigung solcher Bauteile investiert werden. 2019 hatte Samsung für diesen Zeitraum Investitionen von 133 Billionen Won angekündigt.

Logikbauteile wie Prozessoren und Steuerungen sind wichtig für viele Produkte. In der Autoindustrie führt Chipknappheit seit Monaten zu Produktionsausfällen.

Emmanuel Fleig wird neuer Co-Geschäftsführer von heute.at

Heute.at, das Online-Portal der gleichnamigen Wiener Gratis-Zeitung, hat mit Emmanuel Fleig ab April 2022 neben Wolfgang Jansky einen neuen Co-Geschäftsführer. Der Franzose Fleig folgt zu diesem Zeitpunkt nämlich Marcel Kohler in der Geschäftsführung der 20 Minuten-Gruppe und deren Beteiligungen nach. Die Schweizer TX Group AG ist mit 51 Prozent Mehrheitseigentümer der DJ Digitale Medien GmbH, die Medieninhaber von heute.at ist. Die restlichen Anteile halten Eva Dichand und Wolfgang Jansky mit je 24,5 Prozent. An der AHVV Verlags Gmbh, die die Zeitung verlegt, halten die Schweizer 25,5 Prozent.

Fleig ist aktuell Geschäftsführer der Edita SA, die die luxemburgische Pendlerzeitung L’essentiel herausgibt. Von 2000 bis 2007 war er Mitglied der Geschäftsleitung des Verlagshauses Editpress, 2007 entstand daraus die Edita SA, ein Joint Venture von Editpress und der TX Group. Geschäftsführer wurde Fleig, der Deutsch und Französisch spricht. Vor seiner Tätigkeit in der Medienbranche war Fleig als Unternehmensberater bei PwC tätig.

ProSieben: Plötzlich relevant

ProSieben interviewt Olaf Scholz und Annalena Baerbock und zeigt Reportagen über Nazis, sexualisierte Gewalt und Pflege: Wandelt sich da etwas bei dem Privatsender?

Schade eigentlich, dass Louis Klamroth am Ende nicht geklatscht hat. Seine gallige, an der Grenze zur Unverschämtheit nur knapp vorbeischrammende Performance im Interview mit Olaf Scholz hätte der ProSieben-Mann auf diese Weise ganz wunderbar abrunden können. 45 Minuten lang haben Klamroth und Linda Zervakis den Kanzlerkandidaten der SPD bearbeitet. Obwohl anfangs noch die Drohung im fabrikhallengroßen Raum stand, man wolle heute endlich einmal „den Menschen Olaf Scholz“ besser kennenlernen, stellte sich schnell heraus, dass in diesem Interview ein anderer Ton herrschen würde als drei Wochen zuvor im ProSieben-Gespräch mit Annalena Baerbock.

Katrin Bauerfeind und Thilo Mischke hatten noch ein eher freundliches Schwätzchen mit der Kanzlerkandidatin der Grünen gehalten und ihr zum Abschluss der Fragerunde sogar Applaus gespendet. Eine allzu kumpelige Geste, die beinahe vergessen machte, dass die Herangehensweise des Moderationsduos auch die eine oder andere Erkenntnis zutage gefördert hatte. Scholz saßen nun nicht nur andere Journalistinnen gegenüber; ihm wehte auch ein anderer Wind entgegen. Wirecard, Cum-Ex, G20, Nahostkonflikt und sein verdächtig aufgeräumtes E-Mail-Postfach: All das bekam der Vizekanzler in schneller Abfolge um die Ohren gehauen, noch bevor es um Klimakrise, Corona-Pandemie und soziale Gerechtigkeit ging.

Zervakis‘ ProSieben-Debüt drohte dabei von Klamroths aufgestachelter Interviewführung überschattet zu werden. Mit demonstrativer Ungeduld stellte der Moderator seine Fragen, ließ Scholz nur selten ausreden und fasste die Antworten des Kandidaten immer dann garstig zusammen, wenn ihm eine Aussage ungenügend vorkam. Scholz ließ sich davon geradezu mitreißen, zumindest für seine Verhältnisse. Im Schlagabtausch mit Klamroth schien er sich wohler zu fühlen als in einer verkrampften Ja/Nein-Runde zu Beginn des Interviews. Zervakis und Klamroth pochten dabei auf einfache Antworten, stellten jedoch allzu komplexe Fragen. Den positiven Gesamteindruck ihres Scholz-Gesprächs schmälerte das kaum.

Wie das Baerbock-Interview ist auch dieser Primetime-Termin mit Scholz Teil einer Programmgestaltung, die ProSieben als „Fernsehen mit Haltung“ und „Relevanzoffensive“ bewirbt. Zwischen den Wiederholungen alter Big-Bang-Theory-Folgen und den neusten Vorführungen von Germany’s Next Topmodel sollen in Zukunft vermehrt solche Formate laufen, die ein junges, durch das Weltgeschehen der letzten Jahre politisiertes Publikum ansprechen könnten. Nicht nur Zervakis ist dafür zu ProSieben gekommen, sondern auch der bisherige Sportschau-Host Matthias Opdenhövel. Gemeinsam werden die langjährigen ARD-Kolleginnen ab Herbst das Politmagazin Zervakis & Opdenhövel. Live moderieren. „Haltung“ ist auch dabei als Schlüsselbegriff fest eingeplant.

Die öffentlich-rechtlichen Neuzugänge sind aber nicht der einzige Hinweis auf eine veränderte Sendestrategie bei ProSieben. Der Mutterkonzern ProSiebenSat.1 scheint Nachrichten generell wieder einen höheren Verkaufswert beizumessen als in den letzten zehn Jahren. Weil es keine eigene Newsredaktion mehr gab, waren die Sender der Gruppe in diesem Zeitraum mit Inhalten der Axel-Springer-Tochter WeltN24 beliefert worden. Nun entsteht jedoch ein 60-köpfiges Team, das ab 2023 wieder eigene Nachrichten für ProSieben und Sat.1 produzieren soll.

Während all das noch ein bisschen dauern wird, empfehlen sich einige Figuren aus den eigenen Reihen bereits als neue Relevanzgesichter. Der Autor, Journalist und Moderator Thilo Mischke saß nicht nur vor einigen Wochen Baerbock gegenüber, sondern führte schon letztes Jahr durch die bemerkenswerte Reportage Rechts. Deutsch. Radikal. Über einen Zeitraum von 18 Monaten besuchte der Mann, der zuvor auch mit dem haltungstechnisch fragwürdigen Reiseführer In 80 Frauen um die Welt und den ProSieben-Doku-Formaten Unter fremden Decken aufgefallen war, Rechtsrockfestivals und Pegida-Demos. Er sprach mit Politikern von AfD und Die Rechte und ließ das Gesagte von Rechtsextremismusexperten (darunter auch der ZEIT-Journalist Christian Fuchs) einordnen.

Wenig überraschend störte sich die AfD an ihrer Darstellung in Rechts. Deutsch. Radikal – obwohl es ein Politiker aus den eigenen Reihen war, der den menschenfeindlichen Kern der Partei in einem vermeintlich privaten Gespräch mit selten gehörter Klarheit offenlegte. Auf einem anderen Blatt stand hingegen der Vorwurf, dass Mischke und ProSieben Nazis eine Bühne zur Selbstdarstellung geboten hätten, während die Perspektiven jener Menschen, die unmittelbar von Rechtsextremismus betroffen sind, außen vor geblieben waren. Nicht zuletzt deshalb blieb die gesprächsoffene Herangehensweise von Rechts. Deutsch. Radikal diskussionswürdig. ProSieben bewahrte auch dahingehend Haltung, dass der Sender diesem Streit in den sozialen Netzwerken nicht aus dem Weg ging.

Bemerkenswert war das nicht zuletzt, weil ProSieben sonst dazu neigt, Haltungsfragen auf den Schultern seiner berühmtesten Showmaster abzuladen. Seit 2019 können Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf im Format Joko & Klaas gegen ProSieben frei verfügbare Sendezeit bei ihrer Arbeitgeberin erspielen. Für den Sender eine Win-win-Situation: Wenn die Moderatoren verantwortungsbewusst mit der gewonnenen Zeit umgehen, färbt das auch imagefördernd auf ProSieben ab. Sollten sie einmal Quatsch produzieren, kann der Sender alle Verantwortung von sich weisen.

Winterscheidt und Heufer-Umlauf nutzen die erspielte Sendezeit regelmäßig, um auf politische und gesellschaftliche Missstände hinzuweisen, gleich bei ihrem ersten Sieg im Frühjahr 2019 ging es etwa um Seenotrettung, Obdachlosenhilfe und Nazidörfer. Letztes Jahr initiierten sie dann das Projekt Männerwelten, das die Alltäglichkeit von sexueller Belästigung und sexualisierter Gewalt in Deutschland zeigte. Noch größere Aufmerksamkeit erregte Ende März die Dokumentation Pflege ist #nichtselbstverständlich. Diese begleitete die Schicht einer Pflegerin im Universitätsklinikum Münster und wies eindringlich auf die Zustände in hiesigen Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen hin. ProSieben stellte für die Ausstrahlung nicht die sonst üblichen 15 Minuten Sendezeit zur Verfügung, sondern räumte über mehrere Stunden einen ganzen TV-Abend frei.

Aktionen wie diese bescheren ProSieben und seinen wichtigsten Gesichtern immer wieder große Anerkennung. Männerwelten wurde in dieser Woche mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Frei von Kritik blieb das Format jedoch nicht. Manche Beobachter störten sich daran, dass es in Kooperation mit Terre des Femmes entstanden war, einer Menschenrechtsorganisation, der immer wieder vorgeworfen wird, trans- und islamfeindliche Positionen zu vertreten. Andere erinnerten daran, dass sich Winterscheidt und Heufer-Umlauf in einer ihrer früheren Sendungen selbst übergriffig verhalten hatten. Längst sind solche Anmerkungen Teil eines in der Regel folgenlosen Kommunikationsrituals. Die Kritik kommt, es wird auf die Entschuldigungen und Abbitten verwiesen. Dann geht es weiter. Häufig schwingt in den Antworten darauf schon der nächste Vorwurf mit: Da versucht mal ein Privatsender, etwas Gutes zu tun, und dann ist es doch wieder nicht recht.

Für den Erfolg der „Relevanzoffensive“ von ProSieben wird auch entscheidend sein, wie sich der Sender zu solcher Detailkritik verhält. Ein besseres Bild abzugeben als der Schwestersender Sat.1 kann dabei nur das Minimalziel sein. Dort strahlte man zuletzt im Reality-Format Promis unter Palmen homophobe Tiraden aus (nicht live), um sich dann halbgar zu distanzieren. Und als Vorwürfe der Vergewaltigung gegen den Moderator und Comedian Luke Mockridge laut wurden, reagierte der Sender mit einem Statement, das die Anschuldigungen und darauf folgende Forderungen nach Konsequenzen „eine moderne Form der Lynchjustiz“ nannte, eine drastische, wenn nicht gar deplatzierte Wortwahl.

Vor allem bei seinen eigenen neuen Formaten muss sich ProSieben neuen Maßstäben stellen. Auch ein grundsätzlich sinnvolles Format kann Schwächen haben. Auch für wohlmeinende Projekte müssen hohe Ansprüche gelten, wenn sie sich abseits jener TV-Unterhaltung bewegen, für die ProSieben seit jeher stand und derzeit noch immer steht. Wie der Sender diesen Ansprüchen gerecht wird, wird nicht zuletzt darüber entscheiden, ob ihm gelingen kann, seine neuen Lieblingsbegriffe mit Inhalten zu füllen. Relevanz und Haltung kann man schließlich nicht einfach an- und abschalten.

CEO Dennis Buchheim verlässt das IAB Tech Lab und wechselt zu Facebook

Ein branchenweit bekanntes Gesicht wechselt überraschend die Seiten. Dennis Buchheim, Chef der Technologieschmiede des Interactive Advertising Bureau (IAB Tech Lab), wird den Branchenverband verlassen und sich Facebook anschließen. Im Sommer übernimmt Buchheim dort die Rolle des VP, Advertising Ecosystem.

Das IAB Tech Lab ist eine Non-Profit-Organisation, die 2014 gegründet wurde und sich auf die Fahne geschrieben hat, technologische Standards in der digitalen Werbung zu etablieren. Dazu vereint es Publisher, Adtech-Unternehmen, Agenturen sowie Marketer an einem Tisch.

Facebook steht im Mittelpunkt jeder dieser Konversationen und hat die Schlüsselrolle erkannt, die es bei der Zusammenarbeit mit der Branche spielen sollte, um den Weg voran zu finden.” In seinem neuen Job werde er dazu beitragen diese Bemühungen anzuleiten, indem er intern bei Facebook und weltweit mit Unternehmen daran arbeite, um Lösungen zu entwickeln, die nicht nur den Zielen von Facebook, sondern auch den Bedürfnissen der breiteren Branche entsprächen. Dies sei eine “enorme Chance” und “mit echten Herausforderungen, aber auch mit großem Potenzial für einen positiven Impact” verbunden.