oe24.at verstärkt die Online-Chefredaktion

Lucia Muhr wird für die operative Leitung der Online-Nachrichten-Redaktion, die weiterführende Vernetzung mit dem Österreich-Newsroom sowie der Reichweiten-Steigerung des oe24-Netzwerks zuständig sein.

Lukas Jozseffi wird zusätzlich zu seinen Agenden als Head of Social Media auch die Leitung sowie den weiteren strategischen Ausbau von oe24plus verantworten und die Distribution von oe24 auf allen Kanälen (Social, Video, Newsletter) vorantreiben.

Start-up-Unternehmen im Hightechbereich profitieren von Twitter-Hype

Neue Studie zeigt Zusammenhang zwischen Stimmungslage auf Twitter und der Bewertung eines Start-ups durch Risikokapitalgeber / Patente sind stärkere Indikatoren für langfristigen Erfolg.

Der Kurznachrichtendienst Twitter hat in den vergangenen Wochen und Monaten in der US-Politik eine prominente Rolle gespielt und viel Aufmerksamkeit erregt. Aber auch in der Wirtschaft werden die Tweets von Twitter-Nutzern aufmerksam verfolgt und als Entscheidungsgrundlage genutzt. Eine neue Studie zeigt, dass sich Risikokapitalgeber ebenfalls von der Stimmungslage auf Twitter beeinflussen lassen, wenn sie Start-up-Unternehmen aus dem Hightechsektor bewerten. „Allerdings sagt das Stimmungssignal auf Twitter nichts über den langfristigen Investmenterfolg eines solchen Start-ups aus. Hierfür eignen sich beispielsweise Patentanträge wesentlich besser“, sagt Prof. Dr. Andranik Tumasjan von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU). Er hat die Studie zusammen mit Prof. Dr. Reiner Braun und Dr. Barbara Stolz von der TU München durchgeführt. Die Ergebnisse wurden im renommierten Fachmagazin Journal of Business Venturing veröffentlicht.
Twitter als Informationsplattform im Technologiebereich weltweit etabliert

Ausgangspunkt des Teams war die Frage, wie stark sich Risikokapitalgeber durch Medien-Hypes beeinflussen lassen. „Unter den sozialen Medien ist Twitter das Medium, das sich für eine solche Untersuchung im Business- und Technologiesektor am besten eignet“, erklärt Tumasjan. Der 2006 gegründete Kurznachrichtendienst ist mittlerweile für den kurzfristigen Austausch von Informationen über neue Technologien und Trends wie beispielsweise Künstliche Intelligenz und generell geschäftliche Aktivitäten die weltweit wichtigste Social-Media-Plattform. Somit könnten Stimmungslagen auf Twitter auch die Einschätzungen von Risikokapitalgebern beeinflussen. „Gerade junge Unternehmen sind am Anfang ihrer Tätigkeit, wenn noch nichts produziert oder verkauft wird, schwierig zu bewerten. Das heißt, die Risikokapitalgeber entscheiden über Investitionen in Technologie-Start-ups vor dem Hintergrund großer Unsicherheiten“, so Tumasjan.

Aber können Twitter-Stimmungen die Bewertung und den Erfolg von Start-ups im Hightechbereich vorhersagen? Das Forscherteam hat dazu über 400.000 englischsprachige Tweets zu 37 unterschiedlichen Technologien und mehr als 4.600 Risikokapitalfinanzierungsrunden im Zeitraum von 2008 bis 2017 analysiert. Die Auswertung der Tweets erfolgte mithilfe von VADER, einem Lexikon, das speziell zur Messung von Social-Media-Stimmungen dient. „Das gibt uns einen objektiven Indikator, wie die Stimmungslage auf Twitter ist, also wie über eine bestimmte Technologie ganz konkret gesprochen wird“, erläutert Tumasjan. Insgesamt wurden 4.005 US-Unternehmen einbezogen, die im Durchschnitt knapp fünf Jahre alt waren. Die Berechnung der Bewertung eines Unternehmens erfolgte anhand der sogenannten Vor-Geld-Bewertung. Der Investmenterfolg wiederum wurde am Börsengang oder der Akquisition eines Start-ups gemessen.

Twitter-Stimmungen als „schwaches Signal“ identifiziert, Patente sind „starkes Signal“

Tatsächlich, so das Ergebnis, kann die Stimmungslage zu Technologien auf Twitter die Risikokapitalbewertung von jungen Hightechunternehmen, deren Geschäftsmodell auf diesen Technologien aufbaut, signifikant vorhersagen. Allerdings kann Twitter nicht den langfristigen Investmenterfolg – zum Beispiel durch einen Börsengang oder eine Firmenübernahme des Start-ups – prognostizieren. „Damit erachten wir Twitter zwar als ein neues Signal für die Risikokapitalfinanzierung, allerdings nur als ein schwaches Signal im Gegensatz zu Patenten“, so Tumasjan. Patente und Patentanträge gelten schon seit Jahren als starkes Signal, da sie sowohl mit der Bewertung als auch mit dem langfristigen Investmenterfolg korrelieren. Patentanträge sagen signifikant die Erfolgswahrscheinlichkeit vorher.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass es aus der Sicht von Firmengründerinnen und Firmengründern durchaus von Vorteil sein kann, auf einen Twitter-Hype zu setzen, um somit eine höhere Kapitalbewertung zu erhalten. Risikokapitalgebern allerdings empfiehlt Prof. Dr. Andranik Tumasjan, sich durch die Stimmungslage auf Twitter nicht beeinflussen zu lassen, sondern auf andere Signale, etwa Patente, zu fokussieren. Dies gilt auch für erfahrene Risikokapitalgeber: Gegen einen Twitter-Hype sind auch sie laut der Studie nicht immun.

Andranik Tumasjan hat an der Ludwig-Maximilians-Universität München studiert und an der Technischen Universität München im Bereich Management promoviert und habilitiert. Seit 2017 ist er Professor und Leiter der Forschungsgruppe für Management und Digitale Transformation an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Seine Forschungsarbeiten befassen sich mit der Frage, wie digitale Technologien die Entstehung neuer Organisations-, Führungs- und Geschäftsmodelle sowie unternehmerischer Gelegenheiten beeinflussen. Ein aktueller Schwerpunkt liegt auf dem Potenzial der Blockchain-Technologie. In früheren Studien untersuchte er bereits, inwieweit die Stimmungslage auf Twitter Ereignisse wie politische Wahlen und Bewegungen an Aktienmärkten vorhersagen kann.

„Open End“: Michel Friedman talkt bald ohne Zeitlimit

Talkshows kranken im Fernsehen nicht selten am Programmschema, in das sie von den Sendern ihren Programmverantwortlichen gepresst werden. Nicht selten nimmt ein Gespräch gerade Fahrt auf – da muss, auf Rücksicht auf das nachfolgende Programm, der Abspann durchgepeitscht werden. Und manchmal will eine Sendung einfach kein Ende nehmen, obwohl eigentlich alles längst gesagt ist.

Beim Nachrichtensender Welt will man das jetzt ändern und baut im Zuge dessen die wöchentliche Talkshow mit Michel Friedman um, dessen Vertrag bis Ende 2023 verlängert wurde. Das hat Anstelle von „Studio Friedman“ heißt es künftig jedoch „Open End“ – und der Name ist wörtlich zu verstehen. „Reden, bis die Themen wirklich ausdiskutiert sind. Ohne Hektik, ohne Limit“, so beschreibt Welt das Konzept des neuen Talks, der ab dem 17. April samstags ab 23:00 Uhr ausgestrahlt wird.

Wer los muss oder möchte, ruft sich ein Taxi, und die Sendung endet, wenn alle Gäste gegangen sind – oder Michel Friedman selbst darum bittet, Schluss zu machen, bevor der Moderator den langen Abend noch einmal kurz reflektiert. „Bei ‚Open End‘ nehmen wir uns die Zeit, substanzielle Gespräche zu führen. Es geht um gegenseitige Neugier, um das Interesse an der Meinung des Gegenübers und die Auseinandersetzung damit“, sagt Friedman über das ungewöhnliche Konzept, das er selbst als Experiment bezeichnet.

Das schwierige Werbejahr: Die Detail-Analyse der Brutto-Werbespendings 2020

Unter dem Strich des Werbejahres 2020 steht eine Zahl: minus 4,4 Prozent. Um so viel verringerten sich die Brutto-Werbespendings laut Nielsen gegenüber 2019. Doch die Zahl wird den Entwicklungen nicht gerecht. Die große Detail-Analyse von MEEDIA zeigt, welche Branchen und Unternehmen trotz Corona mehr investiert haben, welche Mediengattungen profitiert haben, aber auch wo besonders wenig Geld floss.

Die Medien

Schon der Blick auf die Brutto-Werbeumsätze der Medien ergibt für das Corona-Jahr 2020 ein deutlich differenzierteres Bild als die 4,4 Prozent es ausdrücken können. So lief es wegen der großen Corona-bedingten Verunsicherung besonders von April bis Juni mies für die deutschen Medien.

Noch schlechtere Zahlen verhinderten allein zwei Gattungen. So verlor das Fernsehen nur 1,8 Prozent gegenüber 2019, die mobilen Websites und Apps lagen sogar 21,3 Prozent über dem Vorjahr. Mieser als im Gesamtmarkt schnitten hingegen die Print-Medien und die Kinos ab. So lagen die Zeitungen laut Nielsen 9,0 Prozent unter dem Vorjahr, die Publikumszeitschriften 11,0 Prozent und die Kinos dramatische 74,7 Prozent. Bei den Kinos lag das fette Minus natürlich daran, dass sie in weiten Teilen des Jahres geschlossen waren. So lagen sie in den Monaten April bis Juni um mehr als 90 Prozent unter dem Vorjahr, im Dezember um 100 Prozent.

Auch bei den anderen Medien spiegelt der Jahresverlauf der Werbeumsätze ziemlich genau den Verlauf der Anti-Corona-Maßnahmen mitsamt der entsprechenden Verunsicherung in Wirtschaft und Gesellschaft wieder. So zeigt sich nach dem plötzlichen Absturz der Werbeumsätze ab März/April im Sommer eine Erholung, in der sogar Gattungen wie die Zeitungen kurz wieder ins Plus drehten. Mit Start der zweiten Welle im Oktober/November ging es für viele Gattungen dann wieder abwärts. Große Ausnahme: das Fernsehen.

Die Branchen

Spannend ist auch der Blick auf die Werbespendings der einzelnen Wirtschaftsbereiche. So zeigt sich auch hier, welche Produkte und Dienstleistungen in der Pandemiephase sogar häufiger nachgefragt wurden – und welche eben gar nicht oder viel weniger. Deutlich über dem Vorjahr lagen beispielsweise die Brutto-Ausgaben der Branche „Computer + Büro“. Insbesondere für Software wurde mehr geworben, hier stiegen die Spendings gegenüber 2019 um 129,3 Prozent. Für Computer und Zusatzgeräte stiegen die Werbeausgaben um 76,5 Prozent. Auch bei den Dienstleistungen gibt es eine Branche, deren Spendings enorm wuchsen: die „EDV-Dienstleistungen“. Das Home Office lässt grüßen.

Ein weiteres Beispiel für größere Werbespendings im Coronajahr ist die Branche „Gesundheit + Pharmazie“. Hier stiegen die Brutto-Werbeumsätze immerhin um 9,5 Prozent. Deutlich über 2019 lagen auch die Ausgaben einiger Segmente der Branche „Haus- und Gartenausstattung“. Im Lockdown wollten die Menschen es sich zu Hause schließlich möglichst schön machen, die entsprechenden Unternehmen kämpften mit Werbung um diese Kundschaft. Eine Ausnahme ist hier übrigens die Möbel-Branche, die 5,9 Prozent weniger für Werbung ausgab – allerdings waren Möbelmärkte ja auch viele Monaten lang geschlossen.

Passend zum Plus der „Haus- und Gartenaustattung“ sind auch die Ausgaben für Werbung von Reinigungs-, Putz- und Waschmitteln gestiegen: um insgesamt 18,4 Prozent. Auch der Boom der Toilettenpapier-Verkäufe spiegelt sich in den Werbespendings wieder: So landete die Nielsen-Gruppe „Körperhygiene (Zellstoff)“ 14,8 Prozent über dem Vorjahr. Massiv weniger beworben wurden in der Körperpflege-Branche hingegen Produkte aus der Gesichtspflege. Im Home Office scheint Make-Up nicht so wichtig zu sein wie im echten Büro. Ähnliches gilt für Bekleidung, die mit 21,4 Prozent weniger Geld beworben wurde als noch 2019, Schuhe sogar um 42,5 Prozent weniger.

Ein extremes Minus bei den Werbespendings verzeichnet auch die Touristik-Branche. Sie warb brutto mit 44,0 Prozent weniger Geld als im Vorjahr. Flug- und Schiffslinien setzten sogar 67,2 und 67,9 Prozent weniger Geld für Werbung ein als 2019. Und auch für PKW wurde weniger geworben: In diesem extrem werbeumsatzstarken Segment ging es um 15,6 Prozent nach unten.

Die Firmen und Organisationen

Ein sehr differenziertes Bild zeichnen auch die Ausgaben für Werbung der 50 größten Unternehmen und Körperschaften. So verzeichneten 31 der 50 sogar größere Spendings als im Jahr 2019, sieben warben aber auch mindestens 20 Prozent weniger als im Vergleichsjahr.
Zu denen, die sparsamer mit ihren Budget für Spots und Anzeigen umgingen, gehört vor allem die Media-Saturn-Holding, deren Brutto-Werbespendings von 258,6 Millionen Euro um 36 Prozent auf 165,5 Millionen sank. Auch Aldi und Lidl warben mit weniger finanziellem Einsatz. Ebenso – und das ist auf den ersten Blick überraschend – Versandhäuser wie Otto (minus 21,3 Prozent) und Amazon (minus 21,0 Prozent). Womöglich war hier aber auch einfach weniger Werbung als in der Vor-Corona-Phase nötig, weil die Menschen angesichts des geschlossenen Einzelhandels ohnehin viel mehr online bestellten.

Unternehmen, die deutlich mehr Werbeumsatz generiert haben, waren 2020 beispielsweise Henkel, Samsung, Vodafone und 1&1. Auch das Unternehmen, das generell das größte Budget für Werbung in Deutschland hält, Procter & Gamble, steigerte seine Spendings nochmal um satte 23,2 Prozent. Im Gegensatz zu Aldi und Lidl steigerten Supermarktketten wie Rewe, Edeka und Kaufland ihre Spendings ebenfalls.

Das größte prozentuale Plus verzeichnete aber eine Organisation, die kein Wirtschaftsunternehmen ist: Das Bundesministerium für Gesundheit steigerte sein Brutto-Budget für Werbung von 5,8 Millionen Euro im Jahr 2019 auf 128,0 Millionen im Jahr 2020. Ein Plus von sagenhaften 2.107,8 Prozent. Der größte Batzen wanderte hier übrigens in die Out-of-Home-Werbung (40,5 Millionen Euro), in Zeitungen (38,4 Millionen Euro) und in das Fernsehen (33,5 Millionen Euro). So wurden die Corona-Kampagnen der Bundesregierung indirekt zu Ausgleichszahlungen für leidende Werbeträger.

Die Zukunft

Ob nach dem schwierigen Werbejahr 2020 auch ein schwieriges Werbejahr 2021 folgt, kann natürlich nichtmal der beste Epidemiologe voraussagen. Der Januar jedenfalls lässt noch nicht allzu viel Optimismus zu. So sank der Brutto-Werbeumsatz laut Nielsen insgesamt um 16,8 Prozent gegenüber dem Januar 2019, keine Mediengattung lag über dem Vorjahreszeitraum – auch das Fernsehen nicht.

Insbesondere Segmente mit großen Budgets wie die Automobilindustrie, Süßwaren, die Möbelbranche und natürlich die gesamte Touristik inklusive Hotels und der Gastronomie sind extrem zurückhaltend mit ihren Werbespendings. Hoffentlich geht wie beim Coronavirus auch im Werbemarkt die negative Wellenentwicklung bald zu Ende.

„Journalist:in“: „Der Österreichische Journalist“ und „Schweizer Journalist“ ändern Titel

Die Branchentiteln „Der Österreichische Journalist“ und auch der „Schweizer Journalist“ ändern ihre Namen in „Österreichs Journalist:in“ und „Schweizer Journalist:in“.

Im Sommer 2020 wurde hierzulande über den rein männlichen Magazintitel „Der Österreichische Journalist“ diskutiert. Damals versprach Herausgeber Johann Oberauer „das Gender-Thema noch heuer zu lösen“.

In der Schweiz ändert sich auch die Führung des Branchenmagazins, die beiden freien Journalistinnen Charlotte Theile und Samantha Zaugg übernehmen ab März die Chefredaktion.

„Polemische Kunstkritik“ über Gabalier zulässig

Artikel über den „Volks-Rock-’n‘-Roller“ sei als Kunstkritik zu verstehen, befindet der Presserat. Ein Leser hatte wegen „grob beleidigender Aussagen“ das Gremium eingeschaltet.

Eine auf kurier.at erschienene „harsche und teils polemische Kritik“ an einem Fernsehauftritt des steirischen Musikers Andreas Gabalier ist medienethisch zulässig. Das entschied der Senat 1 des Presserats. Im Artikel „Gabalier: Weihnachten auf der HNO-Ambulanz“ vom 5. Dezember des Vorjahres wird ein Auftritt des selbst ernannten „Volks-Rock-’n‘-Rollers“ in der ORF-Sendung „Winter in Österreich“ kommentiert. Der Auftritt höre sich „nach einem Fall für die HNO-Ambulanz“ an und Gabalier singe nicht, sondern raunze, schluchze und hauche um die Töne herum „wie ein neugieriges Kind ums Weihnachtspackerl“, befand der Autor.

Laut Presserat handle es sich dabei um Kunstkritik und nicht, wie von einem Leser beanstandet, um grob beleidigende Aussagen. Die Meinungsfreiheit sei bei Kritiken, die von den eigenen Empfindungen und Wertungen der Journalistin oder des Journalisten geprägt sind, weit auszulegen. Ein Kritiker darf laut Presserat auch solche Meinungen vertreten, die nicht alle teilen oder die schockieren. Zudem genieße Gabalier aufgrund seines hohen Bekanntheitsgrads weniger Persönlichkeitsschutz als eine Privatperson und habe selbst bereits polarisierende Auftritte vollzogen. Deswegen müsse er ein höheres Maß an Toleranz gegenüber scharfer Kritik aufbringen, begründete der Presserat seine Entscheidung in einer Aussendung.

Instagram reagiert auf Livestream-Boom mit „Live Rooms“

Instagram reagiert auf den Livestream-Boom in Apps wie Zoom und Clubhouse mit einer neuen Funktion. In „Live Rooms“ können bis zu vier Personen zusammen einen Videochat übertragen. Die Idee sei, damit zum Beispiel Talkshows, Fragerunden – oder auch nur Unterhaltungen mit Freunden führen zu können, erläuterte die zu Facebook gehörende Plattform am Montag. Auch eine Shoppingfunktion und Aktionen zum Spendensammeln können eingebunden werden. In der Pandemie wichen zum Beispiel Yogakurse und Gottesdienste für Livestreams unter anderem auf den Videokonferenzdienst Zoom aus. Zuletzt gewann auch die App Clubhouse mit ihren Audio-Talkrunden an Popularität.

Media Lab Bayern will Firmen zukunftsfit machen

Lokale und regionale Medienhäuser aus Bayern können sich beim Media Lab Bayern jetzt um ein Media Company Fellowship bewerben. Der Innovation Hub für digitale Medien der Medien.Bayern GmbH, einer Tochter der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM), arbeitet dafür mit der Craig Newmark Graduate School of Journalism der City University New York (CUNY) zusammen. Konkret will man die bayerischen Medienunternehmen dabei unterstützen, eine Innovationskultur zu etablieren, um auch in Zukunft erfolgreich zu sein.

Die Medienhäuser, die sich noch bis zum 21. März für eine Teilnahme an dem Programm bemühen können, bewerben sich jeweils als Team. Dazu gehört eine Führungskraft sowie zwei bis drei weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem operativen Bereich, etwa der Redaktion. Führungskräfte sollen dann lernen, Innovationen strategisch zu planen, für die operativ tätigen Mitarbeiter geht es darum, diese Innovationen im Alltag umzusetzen.

Das Media Company Fellowship dauert ein Jahr und setzt sich aus zwei Elementen zusammen. Die Führungskraft entwickelt an der CUNY die Innovationsstrategie für das Medienhaus. Gleichzeitig arbeiten die weiteren Teammitglieder im Media Lab Bayern an der Umsetzung von Innovationskultur und Produkten. Mit Unterstützung der Staatskanzlei sowie der BLM stellt das Media Lab Bayern Fördermittel, Coachings und Workshops im Wert von mehr als 70.000 Euro zur Verfügung – pro Unternehmen, das an dem Programm teilnimmt.

Tchibo startet Live-Shopping im Smartphone-Format

Mit „Tchibo Live“ startet das Hamburger Handelsunternehmen sein eigenes Online-Live-Shopping-Format. Anders als bei klassischen Verkaufssendern präsentieren hier keine Leinwandprofis oder Influencer die Produkte. Stattdessen stehen Tchibo-Mitarbeiter selbst vor der Kamera. Schließlich kennt keiner die Produkte besser als sie. Durch die Live-Beratung können die Tchibo Experten gezielter und individueller auf die Fragen und Bedürfnisse der Kunden eingehen. Zudem ermöglicht es, die Produkte in Anwendung zu zeigen.

Jede Folge, die im Handy-Hochformat gedreht wird, hat ein eigenes Thema, passend zu den wechselnden Produktsortimenten. In den ersten Test-Folgen wurde bereits nachhaltiger Kaffeeanbau in den Ursprungsländern vorgestellt und Tipps zum Fasten wurden gegeben. In den kommenden Sendungen von „Tchibo Live“ geht es um die Bad-Gestaltung (KW 9) und um Fitness im Alltag (KW 10). Zur Sportmode präsentieren die Moderatoren gleich passende Übungen zum Nachmachen. Rechtzeitig zum Frühling (KW 12) geht es dann in den Garten und auf den Balkon.

Zuschauer können auf Tchibo.de ohne Registrierung per Livestream zuschauen und direkt kommentieren oder Fragen stellen. Die Moderatoren gehen live darauf ein. Damit schafft Tchibo eine neue, interaktive Dimension.

Wer etwas kaufen möchte, klickt einfach auf einen Button seines Handydisplays oder Tablets. Dann landet das Produkt im Tchibo Warenkorb, ohne dass die Zuschauer den Livestream verlassen müssen. Nach dem Livestream können sie dann ganz bequem den Kauf abschließen.

„Tchibo Live ermöglicht uns auch in Zeiten von Corona, mit unseren Kunden in engem Austausch zu bleiben“, erklärt Sebastian Peuser, Director Online-Vertrieb bei Tchibo. Auf die ersten Shows habe es sehr positive Resonanz und ausführliches Feedback gegeben.

Neues Digitalmedium: „Gehobener Boulevard“ in Richard Schmitts „Exxpress“

Richard Schmitt startet nach „Heute“, krone.at und oe24.at das Digitalmedium „Exxpress“ mit TV-Kanal. Die bürgerliche Juristin und Neo-Herausgeberin Eva Schütz hält die Mehrheit.

Der Entwurf für das „Breaking News“- Logo liegt obenauf im Büro der Herausgeberin. Es wird häufig zum Einsatz kommen, wenn Richard Schmitt den „Exxpress“ befeuert. Das neue Digitalmedien- und Fernsehprojekt soll Mitte März abfahren.

Schmitt (52) hat „Heute“ nach dem Start 2004 für Eva Dichand geführt, er hat krone.at ab 2011 als Chefredakteur groß gemacht. 2019 entschied das Ibiza-Video mit lobenden Worten von Heinz-Christian Strache für Schmitt den internen Machtkampf mit der gedruckten „Krone“ und deren Chefredaktion über Linie und Zusammenspiel. Einige Monate war Schmitt dann noch Chefredakteur von oe24.at und oe24.tv in der Fellner-Mediengruppe.

In der Liga soll nun auch exxpress.at nach seinen Plänen mitspielen: Unter die fünf größten Online-Newsportale (nach Visits) will Schmitt die Plattform bringen, sagen er und seine Herausgeberin, die Juristin und Unternehmerin Eva Schütz-Hieblinger (47).

Was erwartet das Publikum da in zwei Wochen? „Gehobener Boulevard“, den er mit „Heute“ in Österreich eingeführt habe, sagt Schmitt. Was wäre heute Aufmacherstory? Ein „tolles Interview“ mit dem Exchef des deutschen Verfassungsschutzes, Hans-Georg Maaßen. Der Rechtsausleger in der CDU wurde 2018 vorzeitig in Ruhestand versetzt. Er äußerte damals etwa Zweifel an Hetzjagden auf ausländisch aussehende Menschen in Chemnitz.

Schütz, Stiftung, Schmitt

Im „Wirtschaftsschwerpunkt“ des Mediums würde er etwa erklären, „wer hinter den Bitcoin-Unternehmen steckt“. Die Redaktion habe noch „andere Storys vorbereitet, die wir allein haben“, erklärt der „Exxpress“-Chefredakteur. Sie sollen das Onlinemedium, unterstützt von intensiven Social-Media-Aktivitäten, unter jene fünf, sechs Seiten bringen, die das Publikum morgens als Erste ansteuert. Erklärte Zielgruppe laut Schütz: Menschen ab 16, nach oben offen.

„WebExpress Medien Holding GmbH“ steht unten am Eingang zum Wiener Museumsquartier. Sie soll bald auch im Firmenbuch zu finden sein. 51 Prozent gehören einer Beteiligungsfirma von Eva Schütz, 25,1 Prozent der Liechtensteiner Stiftung „Libertatem“ mit Stiftungszweck „Förderung der Meinungsfreiheit und von kritischem Journalismus“. Der Stifter ist nach Unternehmensangaben ein liechtensteinischer Unternehmer, die Vorstände – zwei österreichische Anwälte – wollten den Namen nicht bekanntgeben.

Zehn Prozent am „Exxpress“ hält Schmitt, der Rest gehört nach Unternehmensinfos kleineren, vorerst nicht genannten Investoren – nur soviel: Investmentbanker, Immo-Investoren, ein Hotelier.
18 Menschen derzeit unter Vertrag

Oben sitzen auf hellen 380 Quadratmetern Schütz, Schmitt und einige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für Social Media, für Webportal und TV. 18 Menschen sind laut Schütz derzeit beim „Exxpress“ unter Vertrag. Früher, ab 2004, saß hier die Geschäftsführung eines Stadtsenders namens Puls TV – er gehört längst zu ProSiebenSat1, heißt Puls 4 und ist ein nationales TV-Programm.

Oben beim „Exxpress“ sollen noch im März Schnittplätze und Studio eingerichtet werden, eine Menge Großbildschirme für die Webredaktion und Social Media werden gerade montiert und eingerichtet.

Nach dem „Softlaunch“ der Webseite um den 16., 17. März soll im April „Exxpress-TV“ starten, mit stündlichen News ab sieben Uhr früh bis 20.15, danach noch eine Dreiviertelstunde – nein, „nicht die zigste Polit-Talk-Schiene“, sagt Schütz.

Sondern etwa ein Livecoaching-Format mit einer jungen Expertin, die Lebens- und Alltagsfragen des Publikums beantworte. Oder ein „History“-Format, sagt Schmitt. Mit dem Leiter des Heeresgeschichtlichen Museums habe er schon eine Ausgabe über Erzherzog Maximilian und sein Ende in Mexiko vereinbart.

Ausschließlich Werbung solle all das finanzieren, sagt Herausgeberin Schütz (Privatrundfunkförderung ist nicht ausgeschlossen mit einem Kabel-TV-Kanal). Das Medium solle sich in drei Jahren möglichst selbst tragen, gerne auch einen Ausbau der Redaktion, gerne Gewinn machen.

Einen einstelligen Millionenbetrag pro Jahr soll das laut Schütz kosten. Ist das ihr Geld oder das ihres Mannes Gerd Alexander Schütz, Immobilieninvestor, Unternehmer, Vorstand der C-Quadrat Investment AG?

„Wir sind 20 Jahre verheiratet, da kann man das nicht mehr so genau unterscheiden.“ Sie beide legten auch hier „Wert auf eine wirtschaftlich sinnvolle Investition.“

‚Der Spiegel‘ und BR realisieren gemeinsames Web-Projekt

In dem neuen Webprojekt ‚Die Boss-Maschine‘ beschäftigen sich der Bayerische Rundfunk (BR) und der ‚Spiegel‘ mit dem Thema Künstliche Intelligenz in der Arbeitswelt. Der BR hat den Film ‚Die Boss-Maschine‘ produziert, der in der BR Mediathek abrufbar ist. Der BR-Instagram-Kanal ‚Workin Germany‘ von Bayern 2 greift ab kommender Woche das Thema ebenfalls eine Woche lang auf und richtet den Fokus auf Chancen und Risiken für eine diverse Gesellschaft.

In verschiedenen Web-Storys auf Spiegel.de, die in Auszügen auch auf BR24 erscheinen, wird jeweils ein KI-Tool vorgestellt, das bei der Jobvermittlung zum Einsatz kommt. Dabei können Nutzer viele der vorgestellten Anwendungen direkt ausprobieren und so spielerisch verstehen, wie KI funktioniert und was sie für ihr Leben bedeuten könnte. In der am kommenden Wochenende erscheinenden Ausgabe des ‚Spiegel‘ wird in einer Geschichte der Frage nachgegangen, inwiefern Künstliche Intelligenz Diskriminierung bei der Jobsuche verhindern oder umgekehrt sogar verschlimmern kann.

Deutschland-Start von Facebook News fix

„Wir werden die kommenden drei Jahre weltweit rund eine Milliarde Dollar in Facebook News investieren“, sagte Jesper Doub, Director für News Partnerships in Europa in einer Online-Pressekonferenz. „Facebook News in Deutschland ist ein Teil davon.“ Wie hoch die Vergütung für einzelne Verlage genau ausfällt, kommunizierte Facebook nicht.

Die Medienhäuser werden dafür bezahlt, dass sie auf Facebook News Inhalte verlinken, die bislang nicht auf der Plattform zu sehen waren, wie es weiter hieß. Sie müssen aber nicht eigens für Facebook produziert werden. „Wichtig dabei ist, dass Inhalte selbst nicht auf Facebook landen, sondern wir setzen Links zu den Angeboten der Verlage“, betonte Doub.

Als Partner mit an Bord sind den Facebook-Angaben zufolge unter anderen Medien wie beispielsweise „Der Spiegel“ oder der Hamburger Verlag Gruner + Jahr, der zum Bertelsmann-Konzern gehört. „Facebook News ist eine langfristig angelegte Zusammenarbeit“, sagte Doub. „Wir glauben, dass es mehrere Jahre dauern wird, bis das Produkt richtig gut ist.“ Der Kreis der Partner sei nicht auf die Medienhäuser beschränkt, die von Anfang an dabei sind, betonte Doub. Die Summe für die teilnehmenden Medienhäuser werde auch nicht geringer, wenn weitere dazustoßen.

Facebook News war vor einem Jahr in den USA gestartet und wurde zuletzt auch in Großbritannien eingeführt. In Australien einigte sich Facebook nach einer harten Auseinandersetzung mit der Regierung um ein Leistungsschutzrecht in der vergangenen Woche darauf, „jene Verlage zu unterstützen, die wir aussuchen, darunter kleine und lokale Verlage.“

Zuvor hatte Facebook dort journalistische Inhalte von seiner Plattform verbannt.

ZDF-Intendant Thomas Bellut hört 2022 auf

ZDF-Intendant Thomas Bellut hat keine Pläne für eine dritte Amtszeit und will sich nicht noch einmal bewerben. Damit hört Bellut nach seiner zweiten Amtszeit im März 2022 auf.

Das hat Bellut an alle Mitglieder des Fernsehrats bekannt gegeben. „Die kommenden zwölf Monate bieten noch zahlreiche Herausforderungen: Corona, Digitalisierung, die Finanzausstattung des ZDF, die Wahlberichterstattung, um nur einige zu nennen. Am 15. März 2022 ist es dann nach 40 spannenden Jahren im Mediengeschäft Zeit für einen neuen Lebensabschnitt“, so Bellut in einer Aussendung des ZDF.

Breitbandmesse ANGA COM fällt in diesem Jahr erneut aus

Die Hoffnung, die ANGA COM in diesem Jahr durchzuführen, hat sich nicht erfüllt. Nachdem die Breitband- und Medienmesse schon im vergangenen Jahr abgesagt werden musste, wird sie auch 2021 nicht stattfinden. Ursprünglich war geplant, die ANGA COM im Juni in Köln auszurichten – drei Monate zuvor musste nun jedoch eine Entscheidung getroffen werden. Zum ursprünglich geplanten Messetermin vom 8. bis 10. Juli soll stattdessen ein virtuelles Veranstaltungsformat stattfinden, die ANGA COM Digital.

„Es ist weiterhin nicht absehbar, wann internationale Messen wieder erlaubt sein werden und die vielfältigen Reisebeschränkungen entfallen“, sagte Peter Charissé, Geschäftsführer der ANGA COM, am Dienstag. „Unsere ANGA COM steht nicht nur für Produktpräsentationen und Geschäftsabschlüsse, sondern auch dafür, dass sich die Branche im eigentlichen Wortsinn ’nahe‘ kommt – und dies unbeschwert und international. Das können wir mit der notwendigen Vorlaufzeit für 2021 nicht mehr garantieren.“

Warum aus „Mobile First“ jetzt „Mobile Only“ wird

Google stellt seinen Suchmaschinen-Index endgültig so um, dass dieser ausschließlich mobile Webseiten berücksichtigt und den Suchenden anzeigt – mit Folgen für viele Webportale und Markenwebsites. Jürgen Telkmann, Account Director bei Artus Interactive, erklärt, was Unternehmen beachten müssen, damit der Umstieg auf Mobile Only gelingt. Und er stellt die provokante Frage in den Raum: Brauchen Unternehmen überhaupt noch eine Website, die für Desktop optimiert ist?

IFA soll 2021 „erste große internationale Messe in Deutschland sein“

So sagt es zuminndest gfu-Aufsichtsratschef Kai Hillebrandt. „Unser Anspruch ist, die erste große internationale Messe in Deutschland zu sein.“ Die IFA wird von der gfu veranstaltet. Auf der Messe-Homepage kündigen sich auch bereits Hersteller wie Metz, Hama, Blaupunkt oder andere an. Im vergangenen Jahr gab es eine Art Mini-IFA mit einer stark eingeschränkten Teilnehmerzahl. Die Technik-Messe CES in Las Vegas beschränkte sich in diesem Januar auf ein Online-Event.

Der Branchenverband verkündete die Hemix-Zahlen fürs 1. Quartal. Wonach die Absätze von Fernsehern, Laptops, Küchentechnik Lockdown-bedingt weiter boomen. Dabei wurden aber auch andere Themen wie eben die IFA 2021 angerissen, die in diesem vom 3. bis 7. September angesetzt ist.

Darüber hinaus beeinträchtige die aktuelle Halbleiter-Engpässe das Geschäft bisher nicht – aber es gebe Preiserhöhungen bei Lieferungen aus China durch eine Container-Knappheit, sagte Hillebrandt. Durch die Corona-Krise sei der übliche Kreislauf aus dem Gleichgewicht geraten.

Leere Container stauten sich in Europa, weil es nicht genug Waren für den Transport nach Asien gebe. Eine Situation, die man so bisher noch nicht kannte.

Wie der Staat Verlage fördern will

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier kündigte im Juli 2020 an, „unverzüglich“ ein Konzept vorzulegen, wie genau die vom Bundestag zugesagten 220 Millionen Euro an Zeitungen, Zeitschriften und Anzeigenblätter verteilt werden sollen.

Am 1.3. informierte das Ministerium den BDZV und mit ihm die Verbände der Lokalzeitungen (VdL), Zeitschriftenverleger (VDZ) und Anzeigenblätter (BVDA), dass sie – voraussichtlich jedenfalls – im Mai/Juni entsprechende Gelder „zur Förderung der digitalen Transformation des Verlagswesens“ beantragen können.

In dem auf den 1. März datierten Schreiben gibt es erste Hinweise, welche Art von Investitionsvorhaben der Verlage überhaupt Aussicht haben auf die im Sommer 2020 vom Bundestag beschlossene Presseförderung in Höhe von 220 Millionen Euro. Bisher war lediglich der Verteilschlüssel bekannt, nach dem die einzelnen Gattungen von den Subventionen profitieren können. Demnach sollen auf Abonnementzeitungen etwa 59 Prozent, auf Abonnementzeitschriften etwa 11 Prozent und auf Anzeigenblätter (mit mindestens 30 Prozent redaktionellem Anteil) etwa 30 Prozent entfallen. Nun spezifiziert das Ministerium, dass bei den Zeitschriften auch Fachmedien berücksichtigt werden, nicht aber Mitglieder- und Kundenmagazine, wie der VDZ es wohl gern gesehen hätte.

Als Voraussetzung für eine Förderung gilt die physische Zustellung der Medien. Ausgeschlossen sind bereits laufende, anderweitig geförderte sowie solche Projekte, die bei Tochterunternehmen angesiedelt sind. Das selbe gilt für Ersatz- oder Routineinvestitionen. Auch Eigenleistungen sowie die Anschaffung von Standardsoftware oder -hardware werden nicht gefördert.

Bevor das Ministerium in dem Schreiben mögliche förderwürdige Beispiele auflistet, bittet es allerdings um Geduld. Noch befinden sich die Richtlinien im Stadium eines Entwurfs. Er liegt derzeit dem Finanzministerium vor. Sobald die Behörde eingewilligt hat, muss das Förderprogramm zudem auf EU-Ebene förmlich notifiziert werden. Geplant ist, dass die Verlage ihre Förderanträge digital beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) stellen können. Dafür ist, einmalig wohlgemerkt, ein Zeitraum von drei Monaten nach Veröffentlichung im Bundesanzeiger vorgesehen.

Gruner + Jahr und Ad Alliance investieren in Instamotion

Das Hamburger Verlagshaus Gruner + Jahr beteiligt sich über seinen Fonds G+J Digital Ventures mit einer Minderheit an Instamotion. Das Unternehmen aus München betreibt eine Online-Autokaufplattform, auf der neben Gebrauchtwagen auch weitere Dienstleistungen wie Finanzierung und Lieferung angeboten werden. Die Investition von Gruner + Jahr erfolgt erstmals in Zusammenarbeit mit dem Kölner Vermarktungsbündnis Ad Alliance. Daneben sind bei der aktuellen Series-B-Finanzierungsrunde auch die bestehenden Investoren Earlybird, THI Investments sowie ACT Ventures aus Dublin mit an Bord.

Comic-Con fällt erneut wegen Corona aus

Die große Comic-Con-Messe im kalifornischen San Diego mit über Hunderttausend Besuchern, bei der Hollywood-Stars neue Filme vorstellen, fällt wegen Corona zum zweiten Mal aus.

Die Veranstalter sagten das für Juli geplante mehrtägige Treffen am Montag ab. Eine große Menschenansammlung sei vor dem Hintergrund der Pandemie immer noch nicht möglich, hieß es zur Begründung. Comic-Con-Fans müssen sich mit einem Online-Event im kleinen Rahmen begnügen. 2020 war die berühmte Messe zum ersten Mal in ihrer 50-jährigen Geschichte abgesagt worden.

1970 in San Diego gegründet, gilt die Comic-Con als Mutter aller Comic-Conventions. Comic- und Fantasy-Fans kommen dort mit den Machern und Darstellern von berühmten Charakteren zusammen. Studios geben mit Trailern und Diskussionsrunden Einblick in ihre Projekte.

TV-Quoten im Februar: ORF legt stark zu, Servus TV ist stärkster Privatsender

Die ORF-Sendergruppe hat im Februar einen Marktanteil von 37,6 Prozent erzielt und damit gegenüber dem Vergleichsmonat im Vorjahr stark zugelegt – nämlich um 4,9 Prozentpunkte.

ORF 1 verzeichnete mit einem Zuwachs von 2,6 Prozentpunkten auf 11,9 Prozent einen markanteren Anstieg als ORF 2, der sich um 1,7 Prozentpunkte auf 22,3 Prozent Marktanteil bei der Gesamtzielgruppe (ab 12 Jahren) steigerte. Auch die Privatsender oe24.tv, Puls 24 und ATV legten zu.

Der Zuwachs beim ORF ist nicht nur auf das anhaltend hohe Bedürfnis nach Informationen zur Corona-Situation zurückzuführen. ORF 1 profitierte stark von der Ski-WM in Cortina d’Ampezzo (Italien).

Servus TV ist mit 3,2 Prozent Marktanteil der stärkste Privatsender in der Gesamtzielgruppe. Der Sender verlor jedoch 0,5 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahreswert.

Auch Puls 4 verlor in der Gesamtzielgruppe Marktanteile. Der Sender erreichte beim Publikum ab 12 Jahren 3,0 Prozent Marktanteil (minus 0,4 Prozentpunkte). Bei der Kernzielgruppe (12-49), auf die sich der Sender fokussiert, legte Puls 4 dagegen um 0,1 Prozentpunkte auf 5,1 Prozent zu.

ATV präsentierte sich gegenüber dem Februar des Vorjahres weitgehend stabil mit einem Marktanteil von 3,1 Prozent. Bei der Kernzielgruppe steigerte sich der Privatsender auf 4,8 Prozent (plus 0,2 Prozentpunkte). Zurückzuführen ist der Zuwachs mitunter auf die bisher erfolgreichste Staffel von „Bauer sucht Frau“.

Der News-Sender Puls 24 steigerte sich sowohl in der Gesamtzielgruppe (0,5 Prozent; plus 0,2 Prozentpunkte) als auch in der Kernzielgruppe (0,7 Prozent; plus 0,4 Prozentpunkte). Oe24.tv kam auf 1,1 Prozent Marktanteil, was einem Wachstum von 0,8 Prozentpunkten entspricht.

Die ProSiebenSat.1Puls4-Gruppe kam mit ihren vier Österreichsendern (ATV, ATV 2, Puls 4, Puls 24) in der Gesamtzielgruppe auf 7,5 Prozent Marktanteil (minus 0,3 Prozent).

Diese Verlage beteiligen sich an Facebook News in Deutschland

Facebook wird von Mai an Nachrichteninhalte von zahlreichen Verlagen und Medienmarken aus Deutschland in einem eigenen Bereich präsentieren. Das kündigte der Internet-Konzern an.

Die Medienhäuser werden dafür bezahlt, dass sie auf Facebook News Inhalte verlinken, die bislang nicht auf der Plattform zu sehen waren, wie es weiter hieß. Sie müssen aber nicht eigens für Facebook produziert werden.

Facebook News war vor einem Jahr in den USA gestartet und wurde zuletzt auch in Großbritannien eingeführt. In Australien einigte sich Facebook nach einer harten Auseinandersetzung mit der Regierung um ein Leistungsschutzrecht in der vergangenen Woche darauf, „jene Verlage zu unterstützen, die wir aussuchen, darunter kleine und lokale Verlage.“ Zuvor hatte Facebook dort journalistische Inhalte von seiner Plattform verbannt.

Facebook nannte als Kooperationspartner diese Medienhäuser: Condé Nast, Die Zeit, DDV Mediengruppe, Der Spiegel, Druckhaus Nürnberg, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Funke Mediengruppe, Gruner +Jahr, Handelsblatt Media Group, Heise Medien, Ippen Digital, Mediasports Digital, Mediengruppe Oberfranken, Morgenpost Verlag, Motor Presse Stuttgart, Neue Pressegesellschaft, Nordwest-Medien, Promiflash, Promipool, Res Publica Verlag, RP Digital, Spektrum Verlag, Sport Media Group, Sport1 Medien, Tagesspiegel, TAZ Verlag, The Marquard Media International, Utopia, Verlagsgruppe Passau, VRM, yeebase.

Teamviewer kauft Augmented-Reality-Firma Upskill in den USA

Der deutsche Softwareanbieter Teamviewer ist weiter auf Einkaufstour und baut mit einer Übernahme in den USA den Bereich Augmented Reality für die Industrie aus. Das US-Unternehmen Upskill bietet Echtzeit-Schnittstellen über Datenbrillen und andere mobile Endgeräte, die unter anderem für Facharbeiter und Wartungsteams nützlich sein können, wie Teamviewer am Dienstag in Göppingen mitteilte. Zu den Kosten der Übernahme hielt sich das Unternehmen bedeckt.

Die Teamviewer-Aktie legte um 3,44 Prozent auf 46,36 Euro zu. Damit ist der Konzern an der Börse wieder rund 9,3 Mrd. Euro wert. Die Aktie hatte sich mit der starken Nachfrage in den ersten beiden Quartalen 2020 als einer der Krisengewinner am Markt etabliert, nach dem Hoch bei fast 55 Euro im Sommer aber an Schwung verloren.

Für dieses Jahr hat Teamviewer sich bei den sogenannten Billings – also den Rechnungsstellungen für die kommenden zwölf Monate – wieder ein währungsbereinigtes Wachstum von 29 bis 33 Prozent vorgenommen. Allerdings dürften sich die ersten beiden Quartale wegen der starken Vorjahreszahlen als vergleichsweise schwächer erweisen.

So schlug Teamviewer im Jänner für einen nicht genannten Kaufpreis beim kleinen österreichischen Start-Up Xaleon zu, einem Anbieter von Software für Kundenservice und Kaufabwicklung. Steil und sein Finanzchef Stefan Gaiser wollen auch weiter Ausschau nach günstigen Gelegenheiten halten. Vor kurzem platzierte das Unternehmen einen Schuldschein über 300 Mio. Euro. Zuvor hatte das Unternehmen zum Jahresende 2020 die Verschuldungsquote unter die Zielmarke vom zweifachen des operativen Gewinns gedrückt.

EuGH: Zugriff auf Kommunikationsdaten nur bei schwerer Kriminalität

Ermittlungsbehörden dürfen nur zur Aufklärung schwerer Kriminalität Zugang zu Kommunikationsdaten der Bürger erhalten. Das bekräftigte der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg in einem Verfahren aus Estland. Danach müssen zudem die Gerichte oder andere unabhängige Stellen über den Zugriff entscheiden. Die Dauer der Speicherung muss angemessen begrenzt sein und darf dann nur in terroristischen Bedrohungslagen verlängert werden.

Danach hat ein Kleinkrimineller in Estland noch Aussicht auf einen Freispruch. Er wurde wegen Diebstahls, Verwendung einer fremden Bankkarte und leichterer Gewalttaten zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt. Die Beweise beruhten auf dem Zugriff der Ermittler auf verschiedene Standort- und Verbindungsdaten des Manns. Der mit der Überprüfung des Instanzurteils befasste Staatsgerichtshof in Tartu fragte beim EuGH an, ob dies nach EU-Datenschutzrecht hier zulässig war.

Dies verneinten die Luxemburger Richter nun. Sie erinnerten an ihre bisherige Rechtsprechung, wonach die Speicherung der Standort- und Verbindungsdaten einen erheblichen Eingriff in das Privatleben bedeutet. Speicherdauer und Zugriff auf die Daten müssten daher verhältnismäßig sein. Im Oktober hatte der EuGH allerdings entschieden, dass in einer terroristischen Bedrohungslage eine längere Speicherung und ein breiterer Zugriff der Behörden gerechtfertigt sein kann.

In ihrem neuen Urteil bekräftigten die obersten EU-Richter nun, dass darüber hinaus der Zugriff der Ermittlungsbehörden auf die Kommunikationsdaten auf schwere Verbrechen beschränkt sein muss.

Weltfrauentag: ORF mit mehrwöchigen Programmschwerpunkt

Unter anderem werden Dokumentationen, Reportagen, Magazin-Beiträge und Filmproduktionen über Frauen und deren herausragendes Wirken gezeigt. Eine zweiwöchige Imagekampagne unter dem Motto „Sichtbar machen“ rückt im TV und online wenig berücksichtige weibliche Persönlichkeiten in den Mittelpunkt.

Hundert Frauenpersönlichkeiten der österreichischen Zeitgeschichte und Gegenwart, die bisher kaum oder gar nicht in der Öffentlichkeit wahrgenommen wurden, haben die diesjährige Imagekampagne „Sichtbar machen“ inspiriert. Ihre Namen wurde in Kooperation mit dem Haus der Geschichte Österreich und dem Journalistinnenkongress zusammengestellt. Ihre Steckbriefe werden ab 8. März via extra.orf.at präsentiert, kündigte der ORF in einer Aussendung an. Das Publikum ist eingeladen, seine persönlichen Heldinnen über die Plattform einzusenden – gerne auch Frauen, die gerade im vergangenen Jahr der Pandemie Großartiges geleistet haben.

Bei den ORF-Radiosendern erstreckt sich das inhaltliche Spektrum auf Ö1 vom „Jobprofil: Komponistin“ im „Radiokolleg“ über den „Radiogeschichten“-Schwerpunkt „Weiblichkeit im 21. Jahrhundert“ bis zu einer „Hörbilder“-Dokumentation über Frauen in systemrelevanten Berufen. FM4 widmet sich am 8. März der Rolle von Frauen in Protestbewegungen rund um den Globus und auch in Ö3 wird der Weltfrauentag tagesaktuell wahrgenommen.

Ebay und Adevinta wollen Deal mit Spartenverkäufen retten

Der US-Online-Marktplatz und der norwegische Konkurrent Adevinta wollen die Genehmigung der Behörden für die geplante neun Milliarden Dollar schwere Übernahme von Ebay Kleinanzeigen durch die Norweger über Spartenverkäufe sicherstellen. Geplant sei, in Großbritannien die Kleinanzeigen-Plattformen Shpock, Gumtree und Motors.co.uk zu veräußern, teilten beide Unternehmen mit.

Vergangenen Monat hatte die britische Wettbewerbsaufsicht CMA Bedenken hinsichtlich des Kaufs geäußert. Ebay wie auch Adevinta äußerten die Hoffnung, mit ihrem Vorschlag nun grünes Licht für ihren Deal zu erhalten und wollen diesen noch im zweiten Quartal unter Dach und Fach bringen.

Aktivistische Anteilseigner von Ebay fordern seit Langem den Verkauf von Unternehmensanteilen, die ihrer Ansicht nach nicht zum Kerngeschäft gehören. Im vergangenen Jahr hatten Ebay und Adevinta Pläne geschmiedet, nach denen Adevinta für den Kauf der Einheit „Ebay Classifieds“, zu der auch Ebay Kleinanzeigen gehört, nur 2,5 Milliarden Dollar in bar zahlen und den Rest des Kaufpreises in Form von Aktien an Ebay begleichen soll.

Klarna erhält eine Milliarde Dollar von Investoren

Der Bezahldienst Klarna hat eine Milliarde US-Dollar bei Investoren eingesammelt – und dabei seine Bewertung innerhalb eines halben Jahres verdreifacht. Das im schwedischen Stockholm ansässige Unternehmen wurde nun insgesamt mit 31 Milliarden Dollar, rund 26 Milliarden Euro, bewertet. Bei der 650 Millionen Dollar schweren vergangenen Finanzierungsrunde im September lag der Gesamtwert noch bei zehn Milliarden Dollar.

Die Bewertung ergibt sich daraus, welchen Anteil am Unternehmen die Geldgeber für ihre Investition bekommen. Mit dem neu eingenommenen Geld soll unter anderem die internationale Expansion beschleunigt werden.

3 Milliarden wären möglich gewesen

Klarna habe sich in der jüngsten Finanzierungsrunde ursprünglich lediglich 500 Millionen Dollar besorgen wollen, sagte Mitgründer und Chef Sebastian Siemiatkowski. Am Ende hätte die Geldspritze aber auch ein Volumen von drei Milliarden Dollar erreichen können, weil das Interesse der Investoren so groß gewesen sei. Den Ausschlag dafür gaben aus seiner Sicht die Fortschritte im US-Markt. Die USA dürften Ende des Jahres Deutschland als wichtigsten Markt für Klarna überholen.

Klarna startete mit der Idee einer reibungsloseren Zahlungsabwicklung im Online-Handel und baute das Angebot schrittweise aus. Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz um 40 Prozent auf eine Milliarde Dollar. Klarna kam zuletzt auf 90 Millionen Nutzer weltweit.

83 Prozent: Streaming dominiert Musikindustrie

Streaming-Plattformen wie Spotify haben im Jahr 2020 insgesamt 83 Prozent der Einnahmen der US-Musikindustrie ausgemacht. Im Vergleich zum Jahr 2019 sind die Umsätze um 9,2 Prozent auf 12,2 Mrd. Dollar (etwa zehn Mrd. Euro) gewachsen. Das zeigt der Jahresbericht der Recording Industry Association of America (RIAA).

Spotify ist Spitzenreiter

Während Streaming im Corona-Jahr florierte, sind andere Einnahmequellen eingebrochen. „Die Pandemie hat die Industrie durch Faktoren wie Stornierungen von Tourneen oder Schließungen von Geschäften signifikant beeinflusst“, heißt es von der RIAA. Dennoch sind die Einnahmen im fünften Jahr in Folge gestiegen.

Die wichtigsten Streaming-Plattformen waren Spotify und Apple Music. Gemeinsam haben sie Umsätze von sieben Mrd. Dollar gemacht. Von allen Streaming-Diensten sind de Einnahmen um 13,4 Prozent auf 10,1 Mrd. gestiegen. In den USA hat sich Anzahl der Abonnenten im Vergleich zum Vorjahr von 60,4 Mio. auf 75,5 Mio. erhöht.

Schallplatten schlagen CDs

Unter der Pandemie haben besonders die Absätze von CDs gelitten. Ein starkes Geschäftsjahr verzeichnen dagegen Vinyl-Schallplatten, deren Umsätze gegenüber 2019 um 29,2 Prozent auf 619,6 Mio. gestiegen sind. Damit haben die klassischen Tonträger die CDs zum ersten Mal seit dem Jahr 1986 bei Verkäufen geschlagen.

Buchhandlungen sind »wesentliche Geschäfte«

Jetzt feiert der französische Buchverband Syndicat de la Librairie française (SLF) einen Sieg: Ende Februar wurde die Regierungsentscheidung offiziell, nach der Buchhandlungen ab sofort als „wesentliche Geschäfte“ einzuordnen seien. Das hat konkrete Folgen: Im Falle eines weiteren Lockdowns dürften Buchhandlungen dann trotz Beschränkungen geöffnet bleiben, insbesondere an Wochenenden. Mit der Entscheidung könne der wirtschaftliche Schaden reduziert werden, heißt es in einer Mitteilung des SLF.

Weiter: „Diese Entscheidung ist eine Anerkennung der Mobilisierung eines ganzen Berufs und darüber hinaus der gesamten Buchbranche sowie der Leser selbst, deren Unterstützung während der Gesundheitskrise außergewöhnlich war. Sie ist auch das Ergebnis der Bemühungen der Kulturministerin Roselyne Bachelot und des Wirtschaftsministers Bruno le Maire, deren Überzeugung und Engagement zugunsten von Buchhandlungen und Büchern begrüßt werden muss.“

Im jüngsten Lockdown in Frankreich Ende 2020 mussten Buchhandlungen noch geschlossen bleiben – sie waren nicht als „wesentlich“ eingestuft worden. Eine Maßnahme, die von Buchhandlungen, Schriftstellern und Verlegern einstimmig angeprangert worden war, heißt es u.a. bei livreshebdo.fr. Dass z.B. in Supermärkten zunächst weiter Bücher verkauft werden durften, war nicht vermittelbar und führte dann auch dazu, dass der Verkauf von Büchern dort eingestellt werden musste. Stattdessen seien die französischen Buchhändler ermutigt worden, Abholservices einzurichten.

Schon im vergangenen Jahr hatten einige Städte eigenmächtig Sondergenehmigungen für Buchhandlungen erteilt. Durch die jetzt erfolgte Einstufung gibt es nun klare Regelungen.

Umsatz mit YouTube-Anzeigen stieg um 46 Prozent auf fast 7 Milliarden US-Dollar

Laut aktuellen Zahlen des Forschungsinstituts Comprar Acciones, stieg der Umsatz des Unternehmens um 23,5 Prozent auf 56,9 Milliarden US-Dollar. Zum Teil war der deutliche Anstieg auf die hervorragende Leistung des Anzeigengeschäfts von YouTube zurückzuführen. YouTube erzielte allein im vierten Quartal 2020 Werbeeinnahmen in Höhe von 6,89 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 46 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

YouTube: Im Jahr 2020 weltweit 992 Millionen US-Dollar aus Mobile Spendings generiert

Im ersten Halbjahr 2020 litt das Anzeigengeschäft von YouTube unter den Folgen der Corona-Pandemie. Es konnte sich im zweiten Halbjahr 2020 aber merklich erholen.

Die Werbeeinnahmen von YouTube für das erste Quartal 2020 beliefen sich auf 4,04 Milliarden US-Dollar, nach 3,03 Milliarden US-Dollar im ersten Quartal 2019, aber weniger als 4,72 Milliarden US-Dollar im vierten Quartal 2019. Im zweiten Quartal 2020 fiel ein noch größerer Rückgang auf 3,81 Milliarden US-Dollar, bevor er im dritten Quartal 2020 auf 5,04 Milliarden US-Dollar zurückging.

Für das Gesamtjahr 2020 stieg der Umsatz des YouTube-Anzeigengeschäfts von 15,15 Milliarden US-Dollar im Jahr 2019 auf 19,78 Milliarden US-Dollar. Dies entsprach etwa zehn Prozent des gesamten Jahresumsatzes von Google, der 181,69 Milliarden US-Dollar betrug. Dies entspricht etwa einem Viertel von Facebooks Gesamtbetrag von 84,17 Milliarden US-Dollar. Zusammen machte das Duopol laut Omdia im Jahr 2020 49 Prozent der Einnahmen aus Online-Videoanzeigen aus. Dieser Anteil soll bis 2024 auf 51 Prozent steigen.

Twitter will Falschinformationen über Corona-Impfungen kennzeichnen

Twitter hat ein stärkeres Vorgehen gegen die Verbreitung falscher Informationen über Corona-Impfungen angekündigt. Ab sofort würden Tweets, die irreführende Informationen über das Thema enthalten könnten, entsprechend gekennzeichnet, teilte der Kurznachrichtendienst mit Verweis auf die Ausweitung der Verteilung von Corona-Impfstoffen mit.

Twitter hatte in der Frühphase der Pandemie vergangenes Jahr zunächst seine Definition „schädlicher“ Inhalte ausgeweitet und dann ein härteres Vorgehen gegen Tweets mit falschen Informationen über das Coronavirus angekündigt. Seit der Einführung der neuen Corona- Richtlinie hat das Unternehmen nach eigenen Angaben weltweit mehr als 8.400 Tweets entfernt und Maßnahmen gegen 11,5 Millionen Konten ergriffen.

Chatbot statt Museumsführer

Chatbots dienten bislang vor allem Unternehmen zur Beantwortung von Kundenanfragen oder zum Beschwerdemanagement. Doch da die Sprachgeneratoren inzwischen auch auf Methoden der Künstlichen Intelligenz basieren, eröffnen sich weitere Anwendungsfelder. Aktuell wird Chim zum dialogorientierten Begleiter für Besuche des Städel Museums in Frankfurt ausgebildet.

„Wer war die junge Frau auf dem Gemälde? Kannte der Maler sie persönlich? Waren die Frisuren der Frauen seiner Zeit tatsächlich so aufwendig?“ Das sind Fragen, mit denen Chim im Rahmen eines Forschungsprojektes gefüttert wird. Das Städel Museum fungiert dabei als Bildungspartner und bietet dem Projektleiter Linon Medien KG das Umfeld, in dem der Chatbot für seinen späteren Einsatz vorbereitet wird. Linon hat sich darauf spezialisiert, Museen bei der Entwicklung technischer Anwendungen zu unterstützten und das Forschungsprojekt beim Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung eingeworben. Als Projektpartner hat die Agentur das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) ins Boot geholt.

Der virtuelle Assistent soll lernen, die Fragen zu verstehen und zu beantworten, die den Besucherinnen und Besuchern beim Betrachten der Gemälde in den Sinn kommen. Das ist neu. Bisher spulen digitale Museums-Guides eher das Wissen der Kunstexperten ab. Auf einer eigens eingerichteten öffentlichen Website kann aktuell jeder 14 ausgewählte Werke betrachten und dazu seine Fragen eingeben. „Derzeit sind rund 1.800 sinnvolle Fragen eingegangen, die genutzt werden können“, sagt Oliver Gustke von Linon. Daneben erhält dieser Chatbot für seinen Lernprozess Infos aus den Audioguides und Katalogen des Museums sowie aus wissenschaftlichen Abhandlungen zu den Werken.

Das Städel-Museum hat den Vorteil, dass die digitale Sammlung schon gut verschlagwortet ist. Aus den vorhandenen Daten, die neben Titel, Künstler, Material, Maßen umfangreiche Informationen zur Objektgeschichte enthalten, generiert der Chatbot laut Stefan Schaffer vom DFKI selbstständig Antworten auf Fragen. Er nutzt dafür annotierte Inhalte, die verschlagwortet und kategorisiert wurden. „Bei den geschlossenen Fragen wird das vermutlich noch ganz gut klappen“, vermutet Schaffer. Schwieriger werde es bei offenen Fragen, wie zum Beispiel „Warum ist der Hund gelb?“

Facebook schließt erste Verträge mit australischen Medien

Facebook hat erstmals nach der Einführung eines umstrittenes Mediengesetzes Verträge mit australischen Medienunternehmen geschlossen.

Das weltgrößte soziale Netzwerk gab Vereinbarungen mit Private Media, Schwartz Media und Solstice Media bekannt. „Nach diesen Vereinbarungen wird es nun eine Reihe von Premium-Journalismus-Inhalten, einschließlich bisher kostenpflichtiger Inhalte, auf Facebook geben.“

Das australische Parlament hatte am Vortag ein Gesetz verabschiedet, das Onlineplattformen verpflichtet, ihre mit Nachrichten generierten Werbeeinnahmen mit Medienhäusern zu teilen. Facebook hatte sich gegen das Gesetz gesträubt.

Australien ist die erste Nation, die ein Gesetz dieser Art verabschiedet hat. Rund um den Globus suchen Regierungen seit Jahren nach Wegen, um den Einfluss der US-Technologieriesen einzudämmen. Mehrere Staaten haben nun erklärt, Schritte nach dem Beispiel Australiens einzuleiten.

D: Monatsmarktanteile im Februar: ARD und ZDF von VOX im Aufwind, SAT1 down

Die zweite Monatshälfte gestaltete sich unter anderem dank „Promibacken“ und dem erfolgreichen Samstags-Einstand von „The Voice Kids“ bereits wieder etwas besser, der zwischenzeitlich deutlich größere Rückstand auf Vox schrumpfte ein Stück weit zusammen, doch verhindern konnte Sat.1 nicht mehr, dass man in der Rangliste der Sender bei den 14- bis 49-Jährigen bis auf Rang 6 durchgereicht wurde. Denn im Januar war Sat.1 ja auch schon hinter das ZDF zurückgefallen, daran änderte sich auch im Februar nichts, auch wenn das ZDF mit 6,9 Prozent Marktanteil in der jungen Altersgruppe ein wenig schlechter dastand als zuletzt.

Deutsche Telekom knackt erstmals Umsatzmarke von 100 Milliarden Euro

Dank des Rückenwinds aus dem Zusammenschluss der US-Tochter T-Mobile US mit dem kleineren Konkurrenten Sprint hat die Deutsche Telekom im vergangenen Jahr erstmals mehr als 100 Milliarden Euro Umsatz gemacht. Die Erlöse kletterten um 25,4 Prozent auf 101 Milliarden Euro, wie Europas größter Telekomkonzern am Freitag mitteilte. Das bereinigte Betriebsergebnis (Ebitda) ohne Leasingaufwendungen stieg um 41,6 Prozent auf 35,0 Milliarden Euro.

Es traf damit die im November von dem Bonner Dax-Konzern erneut angehobene Prognose genau. Organisch – also ohne den Sprint-Zukauf – betrug das Plus beim Betriebsergebnis 7,9 Prozent. Für das laufende Jahr peilt die Telekom nun ein Betriebsergebnis ohne Leasingaufwendungen von rund 37 Milliarden Euro an, was einem Plus von etwa 5,7 Prozent zu 2020 entsprechen würde.

Damit übertraf die Deutsche Telekom die Prognosen von Analysten leicht. Diese hatten in einer vom Unternehmen selbst in Auftrag gegebenen Umfrage im Schnitt für 2020 Erlöse von 100,5 Milliarden Euro sowie ein bereinigtes Ebitda von 34,94 Milliarden Euro prognostiziert.

RTL-Mutter Bertelsmann hat Interesse an ProSiebenSat.1

Der Mutterkonzern der Fernsehgruppe RTL kann sich bei einem Einlenken der Regulierungsbehörden eine Übernahme von ProSiebenSat.1 vorstellen. Bertelsmann-Chef Thomas Rabe sagte dem „Spiegel“ auf die Frage, ob er die Chance einer solchen Übernahme sehe: „Selbstverständlich. Unmittelbar stehen solche Überlegungen allerdings nicht an, weil die Kartellbehörden noch immer primär auf den klassischen Fernsehwerbemarkt schauen, anstatt den Werbemarkt insgesamt zu berücksichtigen.“

Über das in Aussicht gestellte engere Zusammenrücken der Bertelsmann-Töchter RTL und Gruner + Jahr werde im dritten Quartal entschieden. Dabei gehe es sowohl um Investitionen als auch um Kostensenkungen.

Golden Globes: Nomandland und Borat sind die Gewinner

Die Golden Globes geben meist schon Hinweise auf die Oscars. Zu den Gewinnern der 78. Verleihung gehören „Nomadland“ und „Borat Subsequent Moviefilm“.

Das Road-Movie „Nomadland“ von Regisseurin Chloé Zhao hat den Golden Globe als bestes Filmdrama gewonnen. Zhao holte für den Film auch die Regie-Trophäe, erst als zweite Frau in der Geschichte der 1944 erstmals vergebenen Auszeichnung.

In der Komödien-Sparte siegte die bissige Gesellschaftssatire „Borat Subsequent Moviefilm“ (dt.: Borat Anschluss Moviefilm) mit dem britischen Komiker Sacha Baron Cohen, der auch den Globe als bester Hauptdarsteller in einer Komödie erhielt. Wie schon 2006 war der Brite durch die USA gereist, kam mit Menschen ins Gespräch und verwickelte sie in mitunter komische oder auch entlarvende Situationen. Sein erster „Borat“-Auftritt hatte ihm ebenfalls die Trophäe eingebracht.

In den Serien- und Fernsehfilm-Kategorien war die britische Königshaus-Serie „The Crown“ mit vier Preisen der große Abräumer des Abends. Auszeichnungen gab es als beste Dramaserie, für Josh O’Connor als Prinz Charles in der besten männlichen Drama-TV-Rolle, für Emma Corrin als Prinzessin Diana in der gleichen weiblichen Kategorie und für Gillian Anderson, die Margaret Thatcher verkörperte und dafür den Globe für die beste TV-Nebenrolle gewann.

US-Schauspielerin und Sängerin Andra Day (36), die in „The United States vs. Billie Holiday“ die Jazz-Sängerin Billie Holiday verkörpert, wurde zur besten Drama-Darstellerin gekürt. In der Kategorie „Bester nicht-englischsprachiger Film“ gewann das Familiendrama „Minari“ von US-Regisseur Lee Isaac Chung, der darin seine eigenen Erfahrungen als Kind südkoreanischer Einwanderer im ländlichen US-Staat Arkansas einbringt. Mit „Minari“, hauptsächlich in koreanischer Sprache gedreht, waren unter anderem Filme aus Italien, Frankreich und Dänemark im Rennen.

Apple muss in Frankreich Score für Reparaturfähigkeit von Geräten angeben

Apple muss in seinem Online-Store in Frankreich Auskunft über die Reparaturfähigkeit seiner iPhone- und Macbook-Produkte geben. Das neue Gesetz, welches Apple und andere Hersteller von Smartphones, Laptops und Fernsehern, zur Anzeige eines Scores von eins bis zehn verpflichtet, tritt dieses Jahr in Kraft, und soll zur Abfallreduzierung beitragen.

Wie „The Verge“ berichtet setzt sich die Beurteilung des Index‘ aus verschiedenen Kriterien, wie die Verfügbarkeit von Reparaturanleitungen und Ersatzteilen, sowie wie einfach das Gerät zerlegt werden kann, zusammen. Die Ergebnisse der einzelnen Produkte sind auf dieser französischen Supportseite von Apple gelistet.

Die Bewertungen unterscheiden sich stark zwischen den Modellen und Generationen. Während die neuesten iPhone 12 Modelle alle mit sechs von zehn Punkten bewertet wurden, schnitten die Vorgänger deutlich schlechter ab, und zwar erreichte die iPhone-11-Palette zwischen 4,5 und 4,6 Punkte. In einem verlinkten Dokument wurden die Argumente der Benotung aufgeschlüsselt. Das iPhone 12 schnitt folglich besser ab, da es einfacher zu zerlegen sei, und Ersatzteile im Vergleich zu einem neuen Gerät günstiger seien.

Das System ist ein erster Schritt, um Nutzerinnen und Nutzer auf die Reparaturfähigkeit ihrer Geräte aufmerksam zu machen und Hersteller dazu zu motivieren, ihre Produkte reparaturfreundlicher zu gestalten. Eine vergleichbare EU-Maßnahme ist etwa die verpflichtende Auskunft zum Stromverbrauch von Haushaltsgeräten.

So viele Deutsche sehen schon mit Streaming-Abo

Ziemlich viele Zuschauer in Deutschland haben ein Streaming-Abo, im internationalen Vergleich sind es jedoch noch verhältnismäßig wenig.

Demnach nutzen 44 Prozent der Deutschen aktuell ein Abonnement von Film- oder Fernsehanbietern. „Im internationalen Vergleich sind die Deutschen damit eher auf den hinteren Plätzen“, berichtete YouGov. Den Daten zufolge haben am häufigsten Mexikaner ein Streaming-Abo (73 Prozent), Spanier am zweithäufigsten (71 Prozent). Am seltensten sagten Indonesier (37 Prozent) in der Studie, aktuell ein Film- oder Fernseh-Abo zu nutzen.

Auch interessant: Jene Deutsche, die gedruckte Zeitungen lesen, ziehen häufiger die öffentlich-rechtlichen Sender der ARD in Betracht als die Gesamtheit der Deutschen (63 Prozent vs. 44 Prozent in der Gesamtbevölkerung). Dies gilt auch für das ZDF, das 61 Prozent der Zeitungsleser in Betracht ziehen (vs. 45 Prozent in der Gesamtbevölkerung). Der Großteil jener Zielgruppe konsumiert grundsätzlich gerne Live-TV: 81 Prozent jener Befragten geben im Rahmen der Studie an, innerhalb der letzten sieben Tagen Live-TV geschaut zu haben. In der Gesamtbevölkerung sagen dies nur 63 Prozent.

Für den „International Media Consumption Report 2021“ hatten die Marktforscher mehr als 22.000 Personen in 17 Märkten online befragt. In Deutschland wurden für die repräsentative Studie im November 2020 etwa 2.200 Menschen interviewt.

Ö1-Hörspiel-Preis für „How to protect your internal ecosystem“

Die Bearbeitung der Theaterperformance „How to protect your internal ecosystem“ der Autorinnen Miriam Schmidtke und Mimu Merz ist vom Ö1-Publikum zum besten Hörspiel des Vorjahres gekürt worden. Das erstmals im Juli 2020 ausgestrahlte Stück rund um Selbstoptimierung setzte sich unter 18 Neuproduktionen durch. Ö1 sendete das Gewinner-Hörspiel am Samstag, 27. Februar, um 14 Uhr erneut.

Mit dem von Kulturjournalistinnen und -journalisten vergebenen Preis „Bestes Originalhörspiel“ wurde die Produktion „Die Revanche der Schlangenfrau. Ein Klangcomic frei nach Unica Zürn“ von Natascha Gangl und dem Komponisten-Duo Rdeca Raketa (Maja Osojnik und Matija Schellander) ausgezeichnet. Als Sendeplatz dafür ist das „Ö1 Kunstradio“ am Sonntag (23.00 Uhr) reserviert.

Franz Schuh wurde für seine Verkörperung aller Rollen in Konrad Bayers „kasperl am elektrischen stuhl“, zu hören am 13. März um 14 Uhr, zum „Schauspieler des Jahres 2020“ auserkoren. Die Siegerprojekte von „Track 5“, dem Ö1-Wettbewerb für Kurzhörspiele, werden am 6. März ausgestrahlt.

Deezer startet Hörbuch-Channel für österreichische Nutzer

Der Musik-Streamingdienst Deezer hat sein Hörbuch-Geschäft in Deutschland bereits im vergangenen Jahr forciert. Jetzt kommt in Österreich ein eigener Channel für Hörbücher und Hörspiele hinzu.

Laut Deezer ist in Österreich die Zahl der täglich aktiven Hörbuch-Nutzer*innen im vergangenen Jahr im zweistelligen Prozentbereich gewachsen. Mit dem Hörbuch-Channel will der Dienst die Integration von Hörbüchern und -spielen auf seiner Plattform jetzt weiter ausbauen. Im vergangenen Jahr waren bereits in Deutschland die eigenständige Hörbuch-App „Audiobooks by Deezer” sowie ein kuratiertes Hörbuch-Angebot in den Niederlanden gestartet worden.

In Österreich umfasst der Hörbuch-Channel rund 15 Genres und Kategorien. Außerdem gibt es auf den österreichischen Markt abgestimmte redaktionelle Empfehlungen, beispielsweise den 2020 mit dem Österreichischen Buchpreis ausgezeichneten Roman „Geschichten mit Marianne” von Xaver Bayer.

Der Hörbuch-Channel ist für zahlende Abonnenten wie auch für „Deezer Free”-Nutzer verfügbar. Zum Channel gelangt man über den „Musik“-Tab in der mobilen App, indem man in der Browseransicht auf „Entdecken” tippt.

Burda startet vierteljährliche Line-Extension für ‚Bunte‘

Am 29, April 2021 wird ein neues Magazin aus dem Hause Burda, München, auf den Markt kommen. Dabei handelt es sich um eine Line-Extension des People-Magazins ‚Bunte‘.

Inhaltlich setzt ‚Bunte Quarterly‘ auf den Schwerpunkt Interviews mit Schauspielern, Musikern, Autoren, Politikern, Philosophen, Wissenschaftlern, Sportlern und Experten oder „einfach Personen mit einer bemerkenswerten Biografie“. Das neue Magazin erscheint in einer Druckauflage von 160.000 Exemplaren und kostet sieben Euro. 2021 sind drei Ausgaben geplant (29. Juli + 7. Oktober). 2022 erscheint der Titel dann vier Mal pro Jahr.

Federführend verantwortlich für ‚Bunte Quarterly‘ ist Tanja May, die seit 10 Jahren bei ‚Bunte‘ arbeitet und dort Mitglied der Chefredaktion ist. In jeder Ausgabe des insgesamt 116-seitigen Magazins sind 10 bis 12 Interviews enthalten. Als Zielgruppe hat Burda mehrheitlich berufstätige Frauen im Visier, die luxusorientiert und an Kultur interessiert sind.

USA wollen 37 Milliarden US-Dollar in Halbleiterfertigung pumpen

US-Präsident Joe Biden macht den Ausbau der US-amerikanischen Halbleiterproduktion zur Chefsache. Er will 37 Milliarden US-Dollar zum Ausbau zusammentragen, um die Abhängigkeit vom Ausland zu lockern. Der Auslöser: der anhaltende Chipmangel im Zuge der Coronavirus-Pandemie, insbesondere die Knappheit in der Autoindustrie.

Die Administration soll derzeit mit „führenden Unternehmen in der Halbleiterbranche“ zusammenarbeiten, um Engpässe zu identifizieren und künftig zu schließen. Dazu will Biden die Lieferkette für 100 Tage unter die Lupe nehmen lassen – das Gleiche gilt im Falle von Herstellern für Elektroauto-Akkus sowie seltene Erden und Arzneimitteln.

Von den Förderungen könnten Chipauftragsfertiger wie Samsung und TSMC profitieren, die ihre US-Präsenz ausbauen wollen. TSMC hat bereits den Bau einer milliardenteuren Produktionsstätte in Arizona angekündigt.

Samsung will eine zweite sogenannte Fab in Austin, Texas, bauen, sucht dafür aber noch nach Fördermitteln. Das Projekt soll rund 17 Milliarden US-Dollar wert sein – im Gegenzug zum Bau fragt Samsung laut dem Statesman nach Steuervergünstigungen im Wert von rund einer Milliarde US-Dollar über 20 Jahre. Für Arizona könnte sich der Deal lohnen, weil die Produktionsstätte rund 1800 Arbeitsstellen schaffen soll. Samsung will in der Fab Chips mit modernster Fertigungstechnik belichtet; in der bestehenden Fab ist bei 14 nm Schluss.

Weitere in den USA ansässige Unternehmen mit eigener Halbleiterfertigung sind beispielsweise Infineon und NXP. Beide zählen zu den größten Herstellern von „Automotive“-Halbleitern für Fahrzeuge.

Kurzfristig dürften die Fördermittel derweil nur wenig bringen: Für signifikante Produktionserweiterungen müssen Halbleiterhersteller erst bauen und das benötigt meistens Jahre. Entsprechende Gelder sind daher eine Investition in die Zukunft.

Zeitung „Neues Deutschland“: Linkes Blatt vor dem Aus

Der linksorientierten Tageszeitung „Neues Deutschland“ droht die Schließung zum Jahresende. Es sei denn, sie wandelt sich in eine Genossenschaft um.

Die Linkspartei will als Mitgesellschafter eine Veränderung der Eigentümerstruktur der Tageszeitung Neues Deutschland (ND) prüfen. Der Bundesschatzmeister der Linken, Harald Wolf, sagte: „Wir überlegen, die Eigentümerstruktur zu verändern.“ Der Linken-Politiker betonte zugleich: „Wir stehen am Anfang eines Prozesses, es gibt noch kein Ergebnis.“ Eine Option sei, das ND in eine „neue Gesellschaftsform zu überführen und eine Genossenschaft zu gründen“.

Die Linke ist über die Föderative Verlags-, Consulting- und Handelsgesellschaft mbH (Fevac) an der Tageszeitung mit Sitz in Berlin und einer derzeitigen Auflage von 18.491 verkauften Exemplaren (IVW, viertes Quartal 2020) beteiligt. Die Fevac hält 50 Prozent an der Zeitung. Das Blatt erschien erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg 1946 und war in der DDR eine Zeitung der Staatspartei SED.

Bari Weiss wird Kolumnistin für die Welt

Mit einem offenen Brief, in dem sie die illiberalen Strömungen in der Redaktion ihrer Zeitung kritisierte, verließ die Meinungsredakteurin Bari Weiss im vergangenen Sommer die New York Times. Nun hat sich Axel Springer die Journalistin geangelt: als Kolumnistin für die Welt.

Myheritage lässt Tote mit Deepfakes wiederauferstehen

Nutzer der Webseite Myheritage können ab sofort alte Familienfotos hochladen und die darauf abgebildeten Personen zum Leben erwecken lassen. Der Dienst namens Deep Nostalgia verwendet Deepfake-Algorithmen, um die kurzen Animationen zu erstellen. Auf Myheritage können Nutzer ihren Stammbaum erstellen und Verwandte finden.

Auf eine Rekonstruktion von Sprache habe man bewusst verzichtet, erklärt Myheritage in den FAQ des Dienstes. Das soll verhindern, dass Videos von lebenden Menschen produziert werden, die anschließend missbräuchlich verwendet werden könnten.

Das Unternehmen scheint sich bewusst zu sein, dass die Funktion kontrovers ist: „Einige Leute lieben die Deep-Nostalgia-Funktion und halten sie für magisch, während andere sie für gruselig halten und sie nicht mögen“, schreibt Myheritage. Man solle es einfach einmal ausprobieren und sich selbst ein Urteil bilden. Myheritage weist darauf hin, dass Deep Nostalgia nur mit Bildern von Verstorbenen verwendet werden soll.

In den kurzen Animationen bewegen die abgebildeten Personen ihren Kopf, zwinkern und lächeln. Die unterschiedlichen Gesten werden vom System automatisch ausgewählt. Nutzer können die Fotos später aber in ihrem Nutzerbereich auswählen und die verwendeten Gesten selber aussuchen. So lassen sich auch bereits hochgeladene Fotos im Nutzerbereich von Myheritage nachträglich animieren.

Vor der Erstellung des Deepfake-Videos wird die Bildqualität des hochgeladenen Fotos gegebenenfalls verbessert. Es lassen sich auch die Gesichter mehrerer Personen in einem Bild animieren, allerdings momentan noch nicht gleichzeitig.

Um Deep Nostalgia verwenden zu können, ist ein Nutzerkonto erforderlich. Bezahlabonnenten können so viele Fotos hochladen, wie sie wollen; bei Nutzern des kostenlosen Kontos ist die Anzahl beschränkt, Myheritage spricht lediglich von „mehreren Fotos“.

Neues Sport-Supplement von rtv und Sport 1 startet Anfang März 2021

Nun erscheint die erste Ausgabe des neuen Magazins am Montag, den 8. März 2021. Das Heft wird anfangs eine Auflage von ca. 400.000 Exemplaren haben und den neun Tageszeitungen ‚Sächsische Zeitung‘, ‚Morgenpost am Sonntag‘, ‚Fränkischer Tag‘, ‚Coburger Tageblatt‘, ‚Bayerische Rundschau‘, ‚Saale Zeitung‘, ‚Die Kitzinger‘, ‚Rems-Zeitung‘ und dem ‚Schifferstadter Tagblatt‘ beiliegen.

Die redaktionelle Verantwortung übernehmen Pit Gottschalk, Chefredakteur und Chief Content Officer sowie Mitglied der Geschäftsleitung der Sport1 GmbH, und Andreas Herden, der schon 2018 das WM-Magazin der rtv media group betreute.

Tesla nimmt in Deutschland zunehmend politisch Einfluss

Der US-Konzern war zuletzt bei einer exklusiven Runde mit dem Wirtschaftsminister eingeladen. Nur zwei weitere Autobauer waren dabei. Der alteingesessene Fahrzeughersteller Daimler jedoch gehörte nicht dazu.

Der amerikanische Elektroautobauer Tesla gewinnt durch den Bau seiner Fabrik in Brandenburg an Einfluss in Deutschland. Vertreter des US-Konzerns durften im Februar ihre Position bei einem Spitzengespräch mit Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) zur sogenannten Spitzenglättung vortragen.

Das geht aus der Liste der Teilnehmer hervor, die WELT AM SONNTAG einsehen konnte. Bei der Videokonferenz diskutierten Vertreter der Autoindustrie und der Energiewirtschaft über einen Entwurf für das Energiewirtschaftsgesetz.

Laut dem Teilnehmerverzeichnis nahmen lediglich drei Autobauer an dem Gespräch teil: BMW, VW und Tesla. Daimler war hingegen nicht zugeschaltet. Ein Daimler-Sprecher sagte, man sei durch den Verband der Automobilindustrie (VDA) vertreten worden.

Das Bundeswirtschaftsministerium wollte die teilnehmenden Unternehmen aus „datenschutzrechtlichen Gründen“ nicht nennen, auch zu den Kriterien, nach denen die Teilnehmer ausgewählt und eingeladen wurden, machte eine Sprecherin keine Angaben. Tesla ließ Fragen zur Lobbytätigkeit des Unternehmens unbeantwortet.

Rechtsextremes soziales Netzwerk Gab gehackt

Mitgliedern der Gruppe DDoSecrets ist es offenbar gelungen, Zugriff auf die Datenbank des sozialen Netzwerks Gab zu erhalten. Gab sieht sich selbst als Plattform für Meinungsfreiheit, es wird vielfach von Rechtsextremen genutzt und gilt als „Twitter für Rassisten“.

Das Magazin Wired hatte zuerst über den Leak berichtet. Die verantwortliche Gruppe DDoSecrets hat nach eigenen Angaben eine SQL-Injection-Sicherheitslücke genutzt, um an die Daten zu gelangen. Auch Gab selbst bestätigt in einer Meldung, dass die Seite für eine SQL-Injection verwundbar war.

In der Stellungnahme warf Gab dem Magazin Wired vor, direkt mit den Angreifern zusammenzuarbeiten. Das bestreiten wiederum sowohl Wired als auch DDoSecrets. Demnach hatte eine Gruppe, die sich „JaXpArO (they/them) & My Little Anonymous Revival Project“ nennt, die Daten DDoSecrets zur Verfügung gestellt.

Die Daten enthalten private Nachrichten, Accountdaten und Passwort-Hashes. Die Passwörter von Gruppen auf Gab wurden offenbar ungehasht gespeichert und sind daher im Klartext enthalten. Öffentlich verfügbar sind die gehackten Daten nicht, sie werden laut DDoSecrets einzelnen Journalisten und Forschern zur Verfügung gestellt.

Google hat mit Stadia Millionen in den Sand gesetzt

Cloud-Gaming sollte 2019 der große Hit werden. Games werden gestreamt und laufen somit auf jeder Hardware mit gutem Internetzugang – egal ob Smartphone oder High-End-PC. Googles Cloud-Gaming-Dienst Stadia (hier im futurezone-Test) startete in Österreich erst im Dezember 2020. Wenige Wochen später wurden alle hauseigenen Spielestudios geschlossen, die Exklusivtitel für die Plattform entwickeln sollten.

Der Spielejournalist Jason Schreier hat nun für Bloomberg einen Bericht verfasst, in dem er analysiert, warum der große Erfolg ausblieb, obwohl Stadia vielversprechend wirkte. Als einen Grund nannte er dabei die enormen Summen, die Google für bestimmte Games bezahlte.

Damit etwa Red Dead Redemption 2 im Stadia-Katalog landete, sollen zweistellige Millionenbeträge geflossen sein. Die hohen Summen seien auch für Branchen-Insider „schockierend“ gewesen.

Schreier identifizierte auch Probleme beim Launch des Dienstes. Vor allem das fehlende Abo-Modell, das wie das für einen monatlichen Betrag einen ganzen Spielekatalog anbietet, soll das Interesse gedämpft haben. Zudem waren zum Launch überhaupt nur 80 Spiele verfügbar. So sei das Ziel für monatlichen Nutzer und Verkäufe des zugehörigen Controllers um Hunderttausende verpasst worden.

Laut Schreier hatten Mitarbeiter vor einem enttäuschenden Launch 2019 gewarnt und schlugen vor, ihn zu Beta-Test zu kommunizieren. Die Verantwortlichen entschieden sich dagegen.

Einige Branchen-Insider rechnen bereits damit, dass der Dienst in der Nahen Zukunft eingestellt wird.

Journalistengewerkschaft und Presseclub Concordia gegen Aus der „Wiener Zeitung“

Nun fordern die Journalistengewerkschaft und Presseclub Concordia am Freitag in einer Aussendung den Erhalt der ältesten Tageszeitung der Welt. „Die kolportierten Pläne der Bundesregierung, in Umsetzung der EU-Richtlinie über den ‚Einsatz digitaler Werkzeuge und Verfahren im Gesellschaftsrecht‘ die Pflichtveröffentlichungen von Unternehmen im Amtsblatt der „Wiener Zeitung“ zu streichen, erfüllen die JournalistInnengewerkschaft in der GPA und den Presseclub Concordia mit großer Sorge“, heißt es.

Pflichtveröffentlichungen insgesamt – darunter etwa Einladungen zu Hauptversammlungen und Jahresabschlüsse für börsennotierte Unternehmen – machen nach früheren Angaben mehr als drei Viertel der Einnahmen der „Wiener Zeitung“ von rund 20 Millionen Euro aus.

Die beiden Journalistenorganisationen appellieren an die Bundesregierung, ihrer Verantwortung als Eigentümervertreterin wahrzunehmen und die Existenz der „Wiener Zeitung“ als gedrucktes Tagesmedium sicherzustellen: „Die ‚Wiener Zeitung‘, als älteste noch bestehende Tageszeitung der Welt, zählt zu den herausragenden Qualitätsprodukten auf dem heimischen Medienmarkt. Ihre Einstellung wäre ein unwiederbringlicher Verlust für den demokratiepolitischen Diskurs in Österreich. Sollten die Pflichtveröffentlichungen als Einnahmequelle wegfallen, liegt es in der Verantwortung der Bundesregierung, der ‚Wiener Zeitung‘ alternative Finanzierungsmöglichkeiten zu eröffnen. Auch ist die Republik als Eigentümerin der ‚Wiener Zeitung‘ angehalten, endlich ein immer wieder angekündigtes Konzept für einen Weiterbestand der Zeitung in Print und nicht nur digital zu erarbeiten und zu präsentieren.“

Facebook zahlt in den USA Millionen wegen Verletzung der Privatsphäre

Der Internetkonzern Facebook legt in den USA eine Sammelklage wegen Verletzung der Privatsphäre mit einer Zahlung von 650 Millionen Dollar (539 Millionen Euro) bei. Der 2015 in Illinois eingereichten Sammelklage hatten sich fast 1,6 Millionen Facebook-Nutzer angeschlossen.

Sie hatten Facebook beschuldigt, ohne ihre vorherige Zustimmung Gesichtserkennungssoftware für Fotos angewandt zu haben, die sie hochgeladen hatten. Donato sagte, Facebooks Millionenzahlung sei die bisher größte zur Beilegung eines Rechtsstreits über die Verletzung der Privatsphäre in den USA. Jedes Mitglied der Sammelklage könne mit mindestens 345 Dollar rechnen. Das sei ein großer Erfolg „im heiß umkämpften Bereich der digitalen Privatsphäre“.

Facebook teilte mit, die Einigung sei im besten Interesse „unserer Gemeinschaft und unserer Aktionäre“. Man sei froh, eine Vereinbarung getroffen zu haben, mit der der Fall abgeschlossen werden könne.

Wie die Praxis der Schattenwebsites Restaurants, Hotels und Einzelhandel schadet

Lieferando betreibt Schattenwebseiten seiner Kundenrestaurants. Ist das noch Service oder schon Profitklau? Außerdem: Booking.com, Kaufda und andere gehen ähnliche Wege.

Der Bestellservice Lieferando ist gerade in der Coronakrise ein rettender Strohhalm für viele Restaurants geworden, sollte man meinen. Denn jetzt kam massive Kritik auf. Wie eine Recherche des Bayrischen Rundfunks ergab, könnte der erfolgreiche Lieferservice ein Profiteur mit fragwürdiger Praxis sein.

Mit Schattenwebseiten schadet Lieferando Restaurants

Wie der BR berichtet, hat die niederländische Konzernmutter Just Eat Takeaway europaweit über 120.000 Schattenwebseiten eingerichtet. In Deutschland sollen es gut 51.000 sein. Schattenwebseiten ähneln in der Domain denen der Restaurants, führen aber in diesem Fall zu Lieferando. Im Beispiel des BR handelt es sich um das vietnamesische Restaurant Jack Glockenbach aus München. Gibt man den Namen bei Google ein, erscheint zuerst der Anzeigenlink von Lieferando, danach folgt eine Anzeige für „Jackglockenbach.de“ und danach die Webseite „jackglockenbach.de“. Das Problem: Diese Seite gehört gar nicht dem Restaurant, sondern ist eine der genannten Schattenwebseiten von Lieferando. Das Restaurant selbst findet sich unter: Jackglockenbach.live“.

Das ist kein Einzelfall. Die Journalist*innen des BR fanden heraus, dass rund 18.000 der registrierten deutschen Seiten mit einer Bestellfunktion versehen seien, die den Vorgang direkt über Lieferando abwickeln, die anderen seien mit dem Lieferando-Logo ausgestattet, das direkt auf die Seite des Lieferservice verlinkt. Letzteres ist auch im Fall von Jack Glockenbach so. Der Vorwurf der Betreiber*innen: Lieferando lasse die Restaurants im Unklaren über die Existenz dieser Schattenwebseiten. Außerdem handele es sich eben nicht mehr um einen Service, sondern man beraube die Restaurants ihrer Kund*innen. Und tatsächlich ranken die suchmaschinenoptimierten Schattenseiten in der Regel besser in der Google-Suche als die Restaurantseiten und teilweise werden sie von den Kund*innen gar nicht als Lieferando-Seiten wahrgenommen.

Lieferando strebt nach der Provision

In jedem Fall ist der Bestellservice der Gewinner, denn Lieferando erhält laut BR-Recherche 13 Prozent Provision pro Bestellung, sobald der Service im Spiel ist. Wenn Fahrer von Lieferando liefern, dann erhält der Service laut BR bis zu 30 Prozent Provision. Es besteht also ein gesteigertes wirtschaftliches Interesse daran, möglichst oft als Mittelsmann zu fungieren. Hinzu kommt, der Dienst kooperiert zusätzlich mit Google. Wer Restaurants in der Suchmaschine sucht, bekommt ein prominentes Ergebnis angezeigt – mit allen nötigen Informationen und oft mit einer Bestellfunktion. Kund*innen müssen nicht mehr auf die Seite des Restaurants gehen, sie bestellen direkt in der Suchmaschine. Das ist bequem, abgewickelt wird der Vorgang aber auch in diesem Fall über Lieferando. Und da spielt es keine Rolle, ob geliefert oder selbst abgeholt wird. Die 13 Prozent Provision erhält der Lieferservice in jedem Fall.

Willkommen im Plauderstübchen!

Podcast hier, Clubhouse dort, Audio überall: Die Welt werde immer mündlicher, heisst es heute gern. Eine schriftliche Widerrede.

Wir schreiben das Jahr 2021 – aber das klingt natürlich ziemlich langweilig. Man könnte, mit mehr Esprit, auch sagen, dass wir uns im Jahr des Büffels befinden, so steht es jedenfalls im Horoskop der Chinesen. Nach anderen Modellen ist unlängst das Jahr II im Zeitalter von Corona angebrochen. Noch findigere Köpfe haben indessen das Jahr der Stimme ausgerufen: 2021 markiere den Durchbruch der Audiorevolution, war jüngst auf einer amerikanischen Plattform zu lesen, und auch in unseren Breiten gibt das Hören im Moment viel zu reden.

Spätestens seit Clubhouse zum Thema wurde – ein soziales Netzwerk, in dem sich die Nutzer mündlich austauschen –, überbieten sich Tech- und Zukunftsexperten mit Prognosen und witzigen Wortspielen. Im Internet der Stimme gelte künftig «Schreiben ist Silber, Reden ist Gold», meinen die einen, derweil die andern das neue Credo der akustischen Welt verkünden: «Wir müssen reden!» Aber nicht nur Unternehmensberater und Marketingmenschen sprechen an auf den Trend, auch Kulturdiagnostiker melden sich zu Wort. Einer Analyse der «Zeit» etwa war kürzlich zu entnehmen, dass wir mit Phänomenen wie Clubhouse, Sprachnachrichten oder Podcasts einen «Oral Turn» erlebten, einen Siegeszug der Mündlichkeit, der zulasten der normierten Schriftsprache gehe.

Der Mensch scheint ein grosses Bedürfnis zu haben, Revolutionen, Umbrüche oder Paradigmenwechsel live und höchstpersönlich mitzuerleben – jedenfalls wird er nicht müde, solche Zäsuren herbeizureden. Noch vor nicht allzu langer Zeit hatten Fotos und Bilder die Rolle zu spielen, die heute der Ton und die Stimme übernehmen. Die visuellen Medien, hiess es lange, würden alles überfluten und die Schrift dereinst verdrängen.

Ähnlich klingt es jetzt zuweilen bei den Tönen: Die längste Zeit über hat der Mensch in oralen Gesellschaften gelebt, und nur einen Wimpernschlag lang konnten die Buchstaben das Zepter führen. Denn jetzt drohen wir wieder im Quatschen zu versinken. Diese Abfolge lässt sich freilich auch positiv lesen. Interpreten, die das Mündliche hochschätzen, sprechen von der «Gutenberg-Klammer» und sind der Meinung, dass die Menschheit heute, nach einem kurzen Ausflug ins kalte Reich der gedruckten Zeichen, wieder zurück in die guten alten Zeiten des Miteinander-Sprechens finde.

Kombination statt Kampf

Solche Deutungen, ob sie die Bilder oder das Reden betreffen, ob sie kulturpessimistisch grundiert sind oder romantisch verklärt, wirken immer befremdlich. Im Kern nämlich scheinen sie alle von einem Kampf auszugehen und die Möglichkeit der Koexistenz zu negieren. Ausdrucksmittel werden gegeneinander in Stellung gebracht, das eine tritt als Feind des anderen auf in diesen Theorien – als ob nicht mehrere Formen nebeneinander bestehen könnten, als ob Rede und Schrift in getrennten Welten aufträten und sich nicht immer auch gegenseitig bereichert hätten.

Via Clubhouse-App zu plaudern etwa, wäre schwerlich möglich, wenn es die Schrift nicht gäbe. Etliche Applikationen und Technologien, die wir ganz selbstverständlich nutzen, verdanken ihre Existenz dem logisch-analytischen Denken. Und dieses wiederum ist aufs Engste mit der Schriftlichkeit verbunden – das abstrakte Folgern, Ableiten, Rückprüfen und Weiterentwickeln von Gedanken ist erst mit der Schrift entstanden; sie hat es erlaubt, Ideen zu speichern und fern aller Sprecher in veränderten Kontexten wieder aufzugreifen. Nicht zufällig haben sich wissenschaftliche Erkenntnisse und Erfindungen multipliziert, seit sich die Schrift durch den Druck massiv verbreitete.

Das Radio zum Beispiel verstand der Medientheoretiker Walter J. Ong als Gerät einer «sekundären Oralität». In dieser steht zwar das gesprochene Wort im Zentrum, aber sie selber basiert auf der Schrift, die «für die Herstellung, die Anwendung und den Gebrauch der elektronischen Ausrüstung» notwendig ist. Doch nicht nur die Apparate, auch die Inhalte dieser sekundär mündlichen Sphäre sind bis heute nicht ohne geschriebene Worte zu denken: Genauso wenig wie die «Tagesschau» kann ein guter Podcast, ein Hörspiel oder eine taugliche Video-Doku auf schriftliche Konzepte verzichten.

Umgekehrt kennen wir inzwischen zahlreiche Arten der Schriftanwendung, die ihre Wurzeln in der Mündlichkeit haben. Chat-, Whatsapp-, SMS- oder Twitter-Nachrichten sind zweifelsfrei schriftbasierte Botschaften – die aber alle eine dialogische Situation simulieren. Wenn Mitteilungen im raschen Hin und Her ausgetauscht werden, dann hat das wenig zu tun mit der früheren Kommunikation in Briefen. Eher führen sie das alltägliche, mündliche Nahgespräch fort, über neue Distanzen und in anderen Räumen.

Redeweisen, die einst im Privaten blieben, gelangen mit den sozialen Netzwerken vermehrt in öffentliche Bereiche – man kann das aus gesellschaftlichen Gründen problematisch finden, muss deswegen aber nicht den Verfall der Sprache befürchten. Die wenig standardisierte, flapsige bis fehlerhafte Form der schriftlichen Kurznachrichten spiegelt nicht den Geisteszustand ihrer Verfasser, sondern den mündlichen Kontext, den sie imitieren. Im Prinzip ist die Schrift hier auf ein neues Feld vorgedrungen, und wenn sich nun Audio-Apps anschicken, die Menschen durch gesprochene Wörter in Kontakt zu bringen, ist daran wenig Revolutionäres zu erkennen.

Eine alte Geschichte

An mündlich klingenden Chat-Nachrichten hätte Friedrich Gottlieb Klopstock vermutlich seine helle Freude. Im ausgehenden 18. Jahrhundert plädierte der Dichter für eine neue Orthographie, die sich konsequent am Hören orientieren sollte: «V» und «ph» wollte Klopstock tilgen und durch «f» ersetzen, ebenso sollte das «ts» verschwinden – auf dass jedes Wort «stez» so geschrieben würde, wie man es sagte. Klopstock erachtete das Gehörte als Kern der Sprache, und er war mit dieser Haltung nicht allein. Schon in der Aufklärung wurden Schrift und Stimme nämlich gern und oft in Opposition gebracht. Rousseaus «edler Wilder» hat geredet, nicht geschrieben, und verschiedene Romantiker beklagten in der Nachfolge des Philosophen, dass mit der Vernunft der tote Buchstabe regiere und der Text die sinnliche, zum Körper gehörende Stimme weggedrängt habe.

Doch unter der «Herrschaft der Feder», gegen die die Zeitgenossen rebellierten, war die Stimme keineswegs verschwunden. Im Gegenteil. In der Zeit nach der Erfindung des Buchdrucks hat Europa einen «Taumel des Sinnlichen» erlebt, wie der Germanist Karl-Heinz Göttert in seiner «Geschichte der Stimme» schreibt. Visualität und Oralität hätten sich damals gegenseitig gesteigert, was sich in der Entstehung neuer, starker Ausdrucksformen zeigte: Ein gutes Jahrhundert nach dem Buchdruck wurde die Oper erfunden. Natürlich etablierte sich die Schrift unverrückbar in Wissenschaft, Wirtschaft oder Politik. In anderen Bereichen dagegen haben sich Mischformen ausgebildet, noch über Jahrhunderte hinweg wurden gedruckte Bücher nicht allein im Kämmerlein verschlungen, sondern in grösseren Kreisen vorgelesen.

Im Gegenzug wurde auch die Schrift nicht verdrängt, als sich die Stimme ihrerseits verstärkte, mit Lautsprechern und anderen Apparaten. Dank Rundfunk und Empfangsgeräten konnten mündliche Nachrichten um 1920 erstmals über grosse Distanzen in jede Stube getragen werden, und zu derselben Zeit sind herkömmliche Reden zu veritablen Grossanlässen geworden.

Es ist bekannt, dass Hitler den Lautsprecher als zentralen Faktor seiner Macht erachtete und im Übrigen der Überzeugung war, dass kein «Gänsekiel» je eine grosse Umwälzung bewerkstelligt habe. Allein die «Zauberkraft des gesprochenen Wortes» habe die «grossen historischen Lawinen» ins Rollen gebracht, hielt er schon in «Mein Kampf» fest. In anderen Bereichen steigerte sich das Reden freilich auf freundlichere Weise: Bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts waren die ersten Telefone angeschlossen worden – jetzt schien es mit dem Quatschen richtig loszugehen. Jedenfalls meldete die Zeitschrift «Die Gartenlaube» anno 1877, dass die Welt drauf und dran sei, «ein einziges grosses Plauderstübchen zu werden».

Tippend die Stimme erheben

Eine akustische Revolution! Vielleicht hätte man rund um die vorletzte Jahrhundertwende tatsächlich von einem «Oral Turn» sprechen können. Aber hat die Schrift deswegen irgendetwas verloren? Im Verlauf des gesamten 20. Jahrhunderts hat die Alphabetisierung weltweit zugenommen, in der plaudernden Welt können mehr und immer mehr Leute lesen und schreiben.

Ja, immer mehr Menschen drücken sich aus: Das ist ohne Zweifel ein Signum unserer Zeit. Sich zu Wort zu melden, eine Stimme zu haben und sie insbesondere gegen Missstände zu erheben, ist in unserer Gesellschaft zu einer festen Formel geworden. Dabei ist nicht zu übersehen, dass die Äusserungen wohl bei Protesten auf der Strasse geschehen, nicht selten aber auch als Buchstabenfolgen im Netz Fahrt aufnehmen. So ist der Aufschrei zwar stumm, doch darum nicht weniger laut – der guten alten Schrift sei Dank.

Wissenschaftsverlag Brill übernimmt Vandenhoeck & Ruprecht

Der niederländische Wissenschaftsverlag Brill übernimmt sämtliche Bereiche des Verlags Vandenhoeck & Rupprecht mit Sitz in Göttingen.

Der deutschsprachige Markt sei, so heißt es von Brill, sei einer der wichtigsten und stabilsten Märkte für Geisteswissenschaften. Durch die Übernahme werde man mit dann über 850 Neuerscheinungen pro Jahr (zusätzlich rund 70 Magazine) einer der führenden Wissenschaftsverlage in Deutschland.

Für 2021 erwartet Brill nach dem Zukauf einen Umsatz von rund 16 Mio Euro zu erwirtschaften. Für Autoren ergebe sich dank kombinierter Marketing- und Verkaufsstrategien eine höhere Sichtbarkeit. Das Geschäft von Vandenhoeck & Ruprecht werde dazu mit der von Brill gegründeten Brill Deutschland GmbH zusammengelegt, die unter anderem die Imprints Ferndinand Schöningh, Wilhelm Fink und Mentis umfasst.

Vandenhoeck & Rupprecht sei sozusagen der „deutsche Zwilling“ von Brill, heißt es. Beide Verlage stünden in einer langen Tradition und genössen hohe Wertschätzung. Das Mittelfrist-Ziel von Brill sei, in Deutschland einen zweiten Stamm-Markt zu entwickeln und binnen 5 Jahren einen Umsatz von mehr als 10 Mio Euro jährlich zu erwirtschaften, so Brills CEO Peter Coebergh.

Die Expansion passt zur Brill-Strategie, die schon 2017 durch den Kauf der Verlage Ferdinand Schöningh und Wilhelm Fink angestoßen wurde. Im Frühjahr 2020 hatte Brill Deutschland auch das Programm des Verlags „Die Blaue Eule“ übernommen.

Tagesspiegel mit neuer Doppelspitze

Verleger Dieter von Holtzbrinck mag in diesem Jahr 80. Geburtstag feiern, doch er will es noch einmal wissen. Der Tagesspiegel, mit Abstand Marktführer in der Hauptstadt, soll sich weiterentwickeln, gedruckt wie digital. Nicht mit von der Partie sein wird Mathias Müller von Blumencron. Für den 60-Jährigen rückt aus der zweiten Reihe Christian Tretbar an die Seite von Co-Chefredakteur Lorenz Maroldt.

Den früheren Spiegel-Mann Mathias Müller von Blumencron, der vor drei Jahren von der FAZ zum Tagesspiegel wechselte und dort seine Lust am Blattmachen für sich entdeckte, verabschiedet Dieter von Holtzbrinck mit warmen Worten: „Als mutiger und zugleich besonnener Hochseeregattasegler“ habe er zum Erfolg des Tagesspiegels beigetragen. Er danke ihm „von Herzen für die exzellente Teamarbeit und seine strategische Weitsicht und wünsche dem immer neue Ufer Suchenden weiterhin das Glück des Tüchtigen“.

Geplant ist, dass der 60-Jährige den Tagesspiegel voraussichtlich im Sommer, spätestens im dritten Quartal verlassen wird. Die Personalie sei auch als Generationswechsel zu verstehen, wurde der Redaktion am Donnerstagvormittag mitgeteilt. Tatsächlich scheint Blumencron aber nie wirklich mit Berlin richtig warm geworden zu sein und Dieter von Holtzbrincks Pläne als möglicherweise einen Tick zu risikant gesehen zu haben. Sein Abschied steht Insidern zufolge daher bereits seit Ende 2020 fest.

Grenzen für die Tech-Giganten : Deutschland muss Amerika heilen helfen

Warum Plattformkonzerne wie Facebook, Google oder Twitter die Demokratie gefährden, hat der Sturm aufs Kapitol gezeigt. Europa kann dem entgegentreten und ein Zeichen für die Welt setzen.

Warum Facebook für die Demokratie zur Bedrohung geworden ist, hat das Unternehmen vergangene Woche der ganzen Welt veranschaulicht. Um ein neues australisches Gesetz zu umgehen, das Facebook dazu zwingen soll, für die Verbreitung journalistischer Inhalte zu zahlen, entschied das Unternehmen vorsorglich, alle Medienerzeugnisse auf der Plattform zu sperren. Dahinter stand eine kühle wirtschaftliche Rechnung: Journalistische Inhalte, so Facebook, machen nur vier Prozent aller Beiträge auf der Plattform aus, bringen also vergleichsweise wenig Klicks. Was aber zählt, ist das Klickvolumen, denn Facebook macht seine Milliarden, indem es Werbeplätze verkauft. Je mehr Klicks, desto mehr Umsatz – ganz egal, welche Art von Inhalten da geteilt wird.

Also entschied der Konzern, die Australier auf dem Höhepunkt der Pandemie von allen seriösen Nachrichtenquellen abzuschneiden. Facebook entließ die australische Regierung erst aus dem Schwitzkasten und erklärte sich zu Gesprächen mit Politik und Verlagen bereit, nachdem dem Gesetzentwurf alle Zähne gezogen worden waren. Die unmissverständliche Botschaft: Die Verlage brauchen Facebook, aber Facebook braucht die Verlage nicht.

Für Facebook könnte sich das als strategische Fehlkalkulation herausstellen. Denn professionelle Medieninhalte hinterließen ein Vakuum in den australischen Newsfeeds, das sich besonders schnell mit Desinformation und Verschwörungstheorien füllte. Kein Anzeigenkunde aber möchte seine Marke neben einem Beitrag wiederfinden, der Alarm schlägt gegen ein vermeintliches Massensterben durch die Covid-Impfung.

Ohnehin stehen Plattformbetreiber global unter Druck, weil sie sich Hetzern und Extremisten als Megafon andienen. Der Entwurf für ein neues EU-Gesetz, das die Verantwortung der Plattformbetreiber für Nutzerinhalte klären soll, definiert die massenhafte Verbreitung von Desinformation sogar als systemisches Risiko für die Demokratie. Da kam Facebooks Nachrichtensperre nicht gut an, wenige Tage vor Beginn der Impfkampagne in Australien. Facebook braucht den Journalismus eben doch, um Profite zu machen.

Kometenhafter Aufstieg

Es ist erstaunlich, in welchem Tempo sich die Tech-Konzerne selbst entzaubert haben. Als ich 2010 unter Hillary Clinton im amerikanischen Außenministerium anfing, machten wir die Förderung neuer Kommunikationstechnologien zu einem wesentlichen Bestandteil der amerikanischen Außenpolitik. Digitale Vernetzung, so schien es, läutete überall auf der Welt eine Diktatorendämmerung ein. Soziale Medien sprengten die Informationsmonopole autoritärer Regime und setzten demokratische Bewegungen in Gang – alles, was wir tun mussten, war es, den Menschen Internetzugang zu geben. Twitter, so dachten wir, revolutionierte die Diplomatie: Plötzlich konnten wir die Menschen in Ägypten oder Kasachstan direkt ansprechen und für demokratische Werte werben.

„Radio NJOY“ heißt künftig „Radio Radieschen“

Der Ausbildungssender der FH Wien der WKW legt seinen bisherigen Namen „Radio NJOY“ ab. Der neue Name „Radio Radieschen“ treffe die Linie des Senders, nämlich „junge, bunte, knackige Kost für anspruchsvolle Ohren“ auf den Punkt, heißt es in einer Aussendung. Dieser Linie wollen man „mit neuem Namen & neuem Logo – augenzwinkernd – Nachdruck verleihen“.

Es handelt sich um den einzigen Ausbildungssender mit einer terrestrischen Frequenz in Wien. Gesendet wird außerdem in Niederösterreich, der Steiermark und dem Burgenland über DAB+. Studierende des Bereichs „Journalismus und Medienmanagement“ der FHWien der WKW sollen bei dem Sender das Radiomachen in Theorie und Praxis lernen.

Pokémon: Open-World-Spiel und zwei Remakes angekündigt

Fans der Nintendo Switch dürfen sich auf drei neue Pokémon-Spiele für die Nintendo-Konsole freuen. Neben zwei Remakes von älteren Spielen gehört dazu auch ein komplett neuer Titel namens „Pokémon Legenden: Arceus“. Der Titel spielt in einer offenen 3D-Spielwelt und erinnert im ersten Trailer an „The Legend of Zelda: Breath of the Wild“ mit Grafik-Downgrade und Performance-Schluckauf.

Um Taschenmonster in „Pokémon Legenden: Arceus“ zu fangen, soll man sie erst in der offenen Spielwelt beobachten, empfiehlt Nintendo.

Die Remakes orientieren sich dabei stark an den Vorlagen, grundlegende Änderungen am Grafikstil und Spielmechaniken sind nicht zu erwarten. Auch die Spielwelt will Nintendo weitgehend unverändert belassen. Stattdessen werden die Originalspiele aufgehübscht und ein paar nicht näher erläuterte Komfortfeatures eingebaut.

Der größte Reiz dürfte allerdings darin liegen, die „Pokémon“-Klassiker auch auf der Switch spielen zu können. Die Ausgaben „Schwert“ und „Schild“, die neu für die Switch entwickelt wurden, kamen in der Community duchwachsen an. Mit „Pokémon: Let’s Go, Pikachu“ und Pokémon: Let’s Go, Evoli“ konnten „Pokémon“-Fans außerdem Remakes der gelben Edition auf der Switch spielen.

Mitten im Kulturkampf sucht die „New York Times“ nach einer neuen Identität

Die „New York Times“ befindet sich in einer Ideologie-Krise, mehrere Journalisten gingen. Mitarbeiter fürchten angeblich, offen ihre Meinung zu sagen. Ausgerechnet jetzt erscheint ein Strategiepapier, das dem Unternehmen strukturellen Rassismus attestiert.

Selbstkritik ist, wenn sie nicht mit Selbstzerfleischung einhergeht, eine Form der Selbstoptimierung. In diesem Sinn hat die „New York Times“ ihre Mitarbeiter – und damit sich selbst – analysiert. Das Management der wohl bekanntesten Zeitung und Medienmarke der Welt hat vor acht Monaten eine Untersuchung in Auftrag gegeben, die der Identität des Unternehmens auf den Grund gehen sollte.

Dies nicht im Sinne von Marketingfragen, sondern ganz konkret mit dem Ziel, die Mitarbeiter nach ihrer Identität zu befragen, also nach Kategorien wie etwa Herkunft und ethnischer Zugehörigkeit, sexueller Orientierung, sozioökonomischer Hintergrund einzuteilen. Es sei darum gegangen, einen „ehrlichen Blick auf den Arbeitsplatz“ zu werfen, um das Medienunternehmen personell diverser aufzustellen. Sprich: mehr Frauen und vor allem mehr nicht weiße Mitarbeiter in Führungspositionen zu bringen.

Das Ergebnis des Teams, das die Untersuchung durchgeführt hat, kommt zu dem Schluss, dass die „New York Times“ vor allem für schwarze und hispanische Mitarbeiter, „people of color“ insgesamt, immer noch ein Arbeitsplatz sei, der es ihnen schwer mache und der in nicht ausreichendem Maße vielfältig sei. Das Wort „Rassismus“ kommt in dem Text explizit nicht vor – und doch attestieren die Verfasser des Berichts der Zeitung trotz aller Fortschritte letztlich einen strukturellen Rassismus, weil das Unternehmen nicht divers genug sei. Darum sei es dringend notwendig, die Arbeitskultur der „New York Times“ zu verändern – um die Arbeit für alle Mitarbeiter zu verbessern.

Tatsächlich ist man bei der Zeitung schon ziemlich weit vorangekommen: 52 Prozent der Mitarbeiter sind Frauen, 52 Prozent der Führungspositionen sind auch bereits mit Frauen besetzt. 48 Prozent der im vergangenen Jahr neu eingestellten Mitarbeiter waren „people of color“, also nicht weiß, was zu einem Anteil im Unternehmen von 34 Prozent führte; 23 Prozent der Führungspositionen werden von ihnen besetzt. In Führungspositionen unterrepräsentiert seien aber weiter und vor allem nicht weiße Frauen, insbesondere asiatisch-amerikanische Mitarbeiterinnen fühlten sich häufig „unsichtbar“.

Darum hat die Führungsriege der Zeitung verbindliche Ziele gesetzt, was beispielsweise den Anteil von Führungspositionen angeht. Der Veränderungsprozess sei gewaltig und werde viel Zeit, Geld und Energie kosten. Davon verspricht sich das Unternehmen aber nicht nur eine bessere Arbeitskultur, sondern auch entsprechende Zugewinne bei Lesern und Abonnenten. Die Leserschaft der „New York Times“ solle, heißt es ausdrücklich, die „Breite der Gesellschaft“ besser repräsentieren als bisher. Erreicht werde dies beispielsweise über Geschichten, die andere Medien nicht veröffentlichten, weil ihnen dafür die Perspektive fehle; gemeint ist die nicht weiße Perspektive. Es brauche „mehr Stimmen“ und „mehr Perspektiven“.

Selbstkritik als Stärkung des eigenen Systems, so soll es bei der „New York Times“ funktionieren. Weil die Marke so bekannt ist und für die journalistische Arbeit vieler Medienunternehmen eine absolute Referenzgröße ist – der Verlag gibt die Zahl von 7,5 Millionen Abonnenten weltweit an –, wird die Strategie zur Stärkung der Diversität sicher auch entsprechend genau beobachtet. Was in einer diversen und liberalen Gesellschaft wie eine Selbstverständlichkeit daherkommen mag, wird in der Umsetzung vermutlich nicht ganz so einfach sein.

In dem Strategiepapier heißt es beispielsweise, um das Ziel zu erreichen, brauche es klare Regeln für „Normen und Verhaltensweisen“, an die sich die Mitarbeiter halten müssten. Zum Journalismus der Zeitung heißt es auch, man werde Datenanalysewerkzeuge einsetzen, um zu messen, wie gut oder schlecht einzelne Gruppen in der Berichterstattung repräsentiert sind, sowohl als Quellen wie als Protagonisten. Wird dies bedeuten, dass dich Redakteure rechtfertigen müssen, wenn sie, statistisch betrachtet, beispielsweise zu wenig Frauen zu Wort kommen lassen?

Der Bericht erscheint mitten in einer für die „New York Times“ schwierigen Zeit. Gleich mehrere Fälle, in denen Mitarbeiter gehen mussten oder nach Protesten mehr oder weniger freiwillig gingen, wurden öffentlich diskutiert. Zuletzt verließ Alison Roman, die eine Food-Kolumne in der Zeitung schrieb, das Blatt. Sie hatte zuvor zwei sehr bekannte Kolleginnen mit asiatischen Wurzeln – Marie Kondo und Chrissy Teigen – kritisiert, es gehe ihnen vor allem darum, Geld mit dem Verkauf etwa von Kochzubehör zu machen. Nicht die Kritik an sich führte zum Shitstorm (welcher bekannte Journalist will heute nicht auch etwas verkaufen, und sei es ein Buch?), sondern es hieß schnell, Roman habe die Frauen rassistisch beleidigt.

Ein weiterer Fall betraf den anerkannten Wissenschaftsjournalisten Donald McNeil. Der hatte auf einer Studienreise mit Lesern ein rassistisches Schimpfwort benutzt – aber offenbar nur, weil dieses Wort zuvor von einer Teilnehmerin der Reise verwendet worden war, um ihn nach seiner Meinung zu fragen. Nachdem sich rund 150 Mitarbeiter der Zeitung beschwert hatten, schloss sich Chefredakteur Dean Baquet an und sagte, die Verwendung des Wortes sei ohne Berücksichtigung der Intention zu verurteilen. McNeil ging, nach 45 Jahren. Medienbeobachter in den USA attestieren der „New York Times“ wegen solcher Fälle eine Identitätskrise.

Zu diesen Konflikten ist in dem Bericht der Zeitung explizit nichts zu lesen. Die „New York Post“ zitierte dagegen gerade aus einer internen Umfrage bei der „New York Times“, laut der nur 51 Prozent der Mitarbeiter der Aussage zustimmten, es gäbe einen „freien Austausch von Meinungen“ und niemand fürchte sich davor zu sagen, was sie oder er denke. Was heiße, wenn die „Post“-Information zutreffen sollte, dass knapp die Hälfte der Mitarbeiter der „Times“ sich eben nicht traut, offen zu sprechen.

Die Suche nach einer neuen Identität und die These der Identitätskrise – das passt aber zusammen. Beide Entwicklungen werden durch gesellschaftliche Veränderungen vorangetrieben. Und der Journalismus muss sich mit der Frage beschäftigen, ob die Veränderung in den Redaktionen zu anderen Prinzipien der Berichterstattung führen. Oder auch – wie Kritiker befürchten – zu einem aktivistischen Ansatz, der gesellschaftlich wünschenswerte Ziele steckt, dafür aber auf journalistische Neutralität verzichtet. „Zeit“-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo nannte die geschilderten Fällen in einem Leitartikel gerade einen „Kulturkampf“, in dem es auch um die Frage gehe, „wann die Tugend der journalistischen Einordnung in Belehrung und Missionierung umschlägt“.

In Deutschland gibt es ebenfalls Fälle von Shitstorms gegen Journalisten, die ihren Ursprung in der identitätspolitischen Debatte haben. So wurde beispielsweise die „Tagesspiegel“-Journalistin Fatina Keilani für einen Kommentar, in dem sie einige Publizisten kritisierte, weil sie aus Antirassismus ein Geschäftsmodell gemacht hätten, vor allem auf Twitter sehr hart angegangen. Auch redaktionsintern wurde sie dem Vernehmen nach heftig kritisiert. Eins ist klar – was bei der „New York Times“ passiert, wird in Redaktionen überall zum kontroversen Thema. Dem muss sich der Journalismus stellen – und daraus die richtigen Schlüsse ziehen.

Bayern-3-Moderator löst weltweiten Shitstorm aus

Eigentlich ist Bayern 3 bei Twitter nicht besonders aktiv. Den letzten Tweet setzte der öffentlich-rechtliche Radiosender vor wenigen Tagen ab, um auf den Tag des Bananenbrots hinzuweisen. An diesem Freitag steht Bayern 3 jedoch im Zentrum eines gehörigen Shitstorms – mehr als eineinhalb Millionen Tweets wurden alleine bis zum frühen Nachmittag unter dem Hashtag #Bayern3Racist abgesetzt.

Der Grund für diesen wirklich bemerkenswerten Shitstorm ist eine verunglückte Moderation von Bayern-3-Moderator Matthias Matuschik, der in seiner Radioshow die koreanische Band BTS mit deftigen Worten beleidigte und sich seither mit massiven Rassismusvorwürfen konfrontiert sieht. „Matuschke“, so sein Spitzname, verglich die erfolgreiche K-Pop-Gruppe mit einem „Scheißvirus, wogegen es hoffentlich bald ebenfalls eine Impfung gibt“.

On air ruderte Matuschik zunächst zurück und sagte, er habe nichts gegen Südkorea, „man kann mir jetzt nicht Fremdenfeindlichkeit unterstellen“, nur um wenig später mit Blick auf ein geplantes MTV-Unplugged-Konzert nachzulegen: „Dann geben diese kleinen Pisser auch noch damit an, dass sie von Coldplay ‚Fix You‘ gecovert haben. Wo ich sage: ‚Das ist Gotteslästerung!‘ Das sage ich als Atheist. Das ist Frevel. Dafür werdet ihr in Nordkorea Urlaub machen für die nächsten 20 Jahre.“

Die Moderation schlug daraufhin hohe Wellen – erst recht, nachdem BTS-Fans ankündigten, eine Beschwerde beim Bayerischen Rundfunk einreichen zu wollen. Der BR selbst stellte sich vor Matuschik, zeigte aber Verständnis für die Kritik der Fans. „Es ist Charakter dieser Sendung und auch des Moderators, seine Meinung klar, offen und ungeschminkt zu äußern“, erklärte der Sender. „In diesem Fall ist er aus dem Versuch heraus, seine Meinung ironisch-überspitzt und mit übertrieben gespielter Aufregung darzustellen, in seiner Wortwahl übers Ziel hinausgeschossen und hat damit die Gefühle der BTS-Fans verletzt.“

Nvidia mit hohem Gewinn

Die hohe Nachfrage nach Technik für Rechenzentren und Grafikkarten lässt das Geschäft von Nvidia weiter rasant wachsen. In den vergangenen drei Monaten sprang der Umsatz im Jahresvergleich um 61 Prozent auf fünf Milliarden Dollar hoch. Der Gewinn stieg in dem Ende Januar abgeschlossenen vierten Geschäftsquartal um gut 53 Prozent auf rund 1,46 Milliarden Dollar (1,2 Mrd Euro).

Der Gaming-Bereich mit dem Grafikkarten-Geschäft blieb der größte Erlösbringer von Nvidia mit einem Quartalsumsatz von 2,5 Milliarden Dollar – 67 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Karten sind nicht nur bei Videospielern gefragt, sondern auch zur Produktion der Kryptowährung Bitcoin.

Der Umsatz im Autogeschäft sank im Jahresvergleich um elf Prozent auf 145 Millionen Dollar. Nvidia beliefert die Autobranche mit Elektronik und entwickelt zugleich eine Plattform zum autonomen Fahren. Unter den Partnern sind Mercedes-Benz und der von Amazon übernommene Robotaxi-Entwickler Zoox.

Mexiko ist Streaming-Weltmeister

Das geht aus einer Erhebung des Marktforschungsinstituts YouGov in 17 Märkten weltweit hervor. Den Daten zufolge haben am häufigsten Mexikaner ein Abo (73 Prozent), Spanier am zweithäufigsten (71 Prozent). Am seltensten sagten Indonesier (37 Prozent) in der Studie, aktuell ein Film- oder Fernseh-Abo zu nutzen. Für den „International Media Consumption Report 2021“ hatten die Marktforscher mehr als 22 000 Personen in 17 Märkten online befragt. In Deutschland wurden für die repräsentative Studie im November 2020 etwa 2200 Menschen interviewt.

ÖAK zweites Halbjahr 2020

Die Österreichische Auflagenkontrolle (ÖAK) weist für das zweite Halbjahr 2020 teils starke Verkaufsrückgänge am Magazinsektor, Stabilität bei den Kauftageszeitungen und einen Aufschwung bei den ePapers aus. Gerade in dieser herausfordernden Zeit gelten objektiv geprüfte Zahlen als ein wichtiges Instrument für die werbetreibende Wirtschaft, aber auch für Behörden, die ÖAK geprüfte Auflagenzahlen für ihre Entscheidungsprozesse heranziehen. „Im ersten Corona-Jahr blieb kein Stein auf dem anderen. Durch die Meldung der Auflagenzahlen fast aller Mitglieder und die erstmalige Veröffentlichung von Paid Content zeigte sich die ÖAK nicht nur als harte Währung, sondern auch als moderner Fels in der Brandung“, so Marcela Atria, ÖAK Präsidentin.

Die Kronen Zeitung führt mit einer Verkaufsauflage von 643.929 Exemplaren weiterhin die Riege der Tagestitel an. Die Druckauflage liegt bei 707.649 Exemplaren. Mit einer Verbreitung von 1.121.994 Exemplaren (davon 38.168 ePaper) am Sonntag kann die Auflage auf hohem Niveau gehalten werden. Von der Krone-Stammausgabe – sie erscheint in Wien, Niederösterreich und Burgenland – wurden sonntags im Jahr 2020 mehr als eine halbe Million Exemplare (503.543 davon 12.706 ePaper) verkauft. „Die Corona Krise hat das Bewusstsein der Menschen verändert und dabei die Region als zentrales Thema weiter verstärkt: Die Krone hat diesen Trend schon im Vorjahr aufgegriffen. Wir werden diesen Weg weiter konsequent und nachhaltig forcieren und passende Angebote für unsere Leser und Abonnenten entwickeln“, kommentiert Horst Pensold, Leiter Sales & Services bei MediaPrint.

Auch der Kurier stellt am Sonntag seine Auflagenstärke unter Beweis: 243.583 Exemplare – davon 14.227 ePaper – wurden im Schnitt verkauft, was einem Zuwachs von +4,4 Prozent entspricht. Die verbreitete Auflage liegt am Sonntag bei 254.119 Exemplaren – davon 15.641 ePaper, was einem Plus von +6,1 Prozent entspricht.

Mit durchschnittlich 111.861 verkauften Exemplaren 2020 (Mo-Sa) – davon 14.264 ePaper – ist der Kurier die drittgrößte Kauf-Tageszeitung in Österreich. In der Verbreitung weist die ÖAK dem Kurier 124.644 Exemplare – davon 15.641 ePaper – aus. Die verbreitete Auflage konnte in diesem speziellen Medienjahr auf stabilem Niveau gehalten werden, die ePaper-Auflage stieg um 40 Prozent. „Mit 243.000 sonntags und fast 112.000 wochentags verkauften Exemplaren bestätigt die aktuelle ÖAK dem Kurier auch im Jahr 2020 dessen solide Position unter den Top 3-Kauf-Tageszeitungen des Landes. Dass wir mit unserem innovativen Produktportfolio und unserem klaren Bekenntnis zu unabhängigem Journalismus auf dem richtigen Weg in die Zukunft sind, beweist das deutliche Plus beim ePaper-Verkauf sowie Zuwächse beim Abo am Sonntag. Darauf sind wir stolz. Ob Digital, TV oder Print – die starken Marken des Kurier Medienhaus stehen in allen Segmenten für Qualitätsjournalismus, Premiumcontent und besten Service“, sagt Thomas Kralinger, Geschäftsführer Kurier Medienhaus und MediaPrint.

Die zweitgrößte am Markt ist die Kleine Zeitung. Sie verkaufte im Schnitt 279.244 Exemplare, Die Verkäufe von ePapers stiegen um 8.779 auf 44.365.

Die Presse verkaufte 66.953 Stück. Einen Zuwachs von 3.648 Print Abonnenten verzeichnete Die Presse am Sonntag im Vergleich zum Vorjahr. Digital und Print zusammen erzielten 7.696 Abos, das entspricht einer Steigerung von 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr inkl. ePaper. Rainer Nowak, Chefredakteur, Herausgeber und Geschäftsführer, dazu: „Das letzte Jahr war in jeder Hinsicht für die Menschen in Österreich sehr herausfordernd. In Krisenzeiten zeigt sich, wie enorm wichtig Nachrichten sind, die mit höchster journalistischer Sorgfalt entstehen. Die Zahlen der ÖAK bestätigen: Verlässlich ist und bleibt der Qualitätsjournalismus der Presse – und das auf allen Kanälen. Besonders beachtlich ist der Zuwachs an ’Presse am Sonntags‘-Abonnenten, sowohl Print wie auch digital!“

53.972 Exemplare verkaufte der Standard. Die ePaper-Abos steigerten sich binnen eines Jahres auf 11.347 im zweiten Halbjahr 2020. Verlagsleiter Martin Kneschaurek verweist auf die „weiter aufgehende Strategie“ zur Preistreue bei Abos.

Österreich und oe24 verbreiten in Wien laut neuer ÖAK im Wochenschnitt 315.723 Exemplare täglich. Österreichweit sind es im Wochenschnitt 479.985 Exemplare täglich. „Gerade in der für Gratiszeitungen besonders schwierigen Zeit des öffentlichen Lockdowns ist es oe24 und Österreich mit der Verlagerung der Boxen von U-Bahn-und Öffi-Stationen zu Lebensmittel- und Supermärkten gelungen, die Frequenzrückgänge im öffentlichen Verkehr beinahe zu kompensieren. In Wahrheit hat sich in den Nicht-Lockdown-Monaten der positive Auflagen-Trend ungebrochen fortgesetzt. Besonders in dieser herausfordernden Zeit war uns Transparenz gegenüber unseren Anzeigenkunden besonders wichtig. Dieser mutige Schritt wird nun mit der Nummer-2-Position (verbreitete Auflage) in Österreich belohnt“, sagt Österreich Geschäftsführer Wolfgang Zekert.

Heute ist nicht dabei

Heute verzichtet erneut coronabedingt (wie schon im ersten Halbjahr 2020) auf eine Veröffentlichung der Daten. „Juristisch wurde das zweite HJ 2020 seitens der ÖAK als Katastrophenfall eingestuft. Daher ist es auch nicht mit einem normalen Geschäftsjahr vergleichbar. Da das Abgrenzen der durch den Lockdown betroffenen Zeiträume seitens der ÖAK nicht vorgesehen war, hat sich Heute gegen eine ÖAK – Auflagenmeldung ausgesprochen. Obwohl die Mobilität zuletzt deutlich zunahm, brächte eine Expost-Betrachtung eines ganzen Corona-Halbjahres keinen Nutzen für die Mediaplanung der werbetreibenden Wirtschaft. Deshalb richten wir mit den aktuell erfolgreichen Auflagenzahlen unseren Blick nach vorne und haben die Printauflage nach dem Lockdown von Wirtschaftsprüfen bestätigen lassen, um diese unseren Werbekunden zu Verfügung zu stellen“, erklärt Herbert Seipt, Geschäftsleitung Marketing und Vertrieb bei Heute, gegenüber LEADERSNET. Die Anfang Februar veröffentlichte Online-Reichweitenstudie ÖWA Basic zeigt im Einzelangebot den Allzeit-Höchststand von 36.039.976 Visits an. Damit hat Heute.at im Vergleich zum Vormonat noch einmal um drei Millionen Besuche zugelegt, so Seipt weiter: „Analog zu dieser Spitzenleistung im Online-Bereich möchten wir der werbetreibenden Wirtschaft auch für die gedruckte Tageszeitung aktuelle Auflagendaten zur Verfügung stellen.“ So konnte für den Zeitraum nach dem Lockdown (8.2.2021 bis 19.2.2021) eine gedruckte Auflage von in Wien 291.068, in Niederösterreich 132.120, in Oberösterreich 84.075 und gesamt 507.263 von Wirtschaftsprüfern der BDO Audit GmbH im Zuge einer PG 13 Prüfung bestätigt werden.

Radiopreise an Ö1, FM4, Orange und Schülerprojekt

Drei der insgesamt fünf Auszeichnungen gehen an die ORF-Sender Ö1 und FM4. Darüber hinaus werden Radio Orange 94.0 und ein Salzburger Schülerprojekt gewürdigt.

Mit Alice Elstners Hörspiel „Lass dich heimgeigen, Vater oder Den Tod ins Herz mir schreibe“ nach einem Text von Josef Winkler und der „Radiokolleg“-Reihe „Es gab nicht nur eine DDR“ von Renata Schmidtkunz kann sich Ö1 die beiden Kategorien Kultur und Bildung/Wissenschaft sichern. Thomas Edlinger wiederum gewinnt mit seiner „Im Sumpf“-Sommerserie „The Divided States of America“ für FM4 die Sparte Sendereihen.

Die Kategorie Information geht an „Mahmoud und die Kunst des Kopiergesprächs“ aus der Sendereihe „Offenes Fenster“, gestaltet von Evelyn Blumenau und Walter Kreuz und ausgestrahlt im freien Radio Orange 94.0. Ein Projekt von Schülerinnen und Schülern am Montessori Oberstufengymnasium des Evangelischen Diakonievereins Salzburg Grödig wiederum gewinnt die Sparte Interaktive und experimentelle Produktionen mit dem Beitrag „Was ist normal“.

Insgesamt wurden 153 Produktionen für die 23. Ausgabe der Radiopreise der Erwachsenenbildung eingereicht. 18 davon kamen in die engere Auswahl, aus denen die Jury letztlich die Siegerinnen und Sieger kürte.

Twitter erwägt kostenpflichtige Aboversion

Twitter erzielt fast seinen gesamten Umsatz mit Werbung. Das kann zum Beispiel die Möglichkeit sein, Tweets mit Produktwerbung für Geld in die Timelines der Nutzer zu bringen. Die Anzeigen werden in der Web-Version und Twitters eigener App angezeigt. Deshalb ist das Unternehmen dazu übergegangen, nur die Zahl der mit Werbung erreichbaren Nutzer als relevante Größe zu nennen.

Allerdings denkt der Dienst auch über Abo-Geschäftsmodelle nach. Laut Medienberichten könnte etwa eine Bezahlversion der auf professionelle Nutzer ausgerichteten App Tweetdeck eingeführt werden.

Twitter will Umsatz verdoppeln

Passend zu diesen Plänen will Twitter bis Ende 2023 seinen Jahresumsatz auf 7,5 Mrd. Dollar verdoppeln. Die Zahl der täglichen Nutzer, die der Dienst mit seiner Werbung erreicht, soll bis dahin von zuletzt 192 Millionen auf 315 Millionen steigen. Twitter kommunizierte die Ziele am Donnerstag zu einem Investoren-Event.

Diese Ziele wurden an der Börse gut aufgenommen: Die Twitter-Aktie legte im frühen US-Handel zeitweise um sieben Prozent zu. Im vergangenen Jahr hatte Twitter den Umsatz um 7,5 Prozent auf 3,7 Milliarden Dollar gesteigert.

Österreich investiert 160 Millionen Euro in digitale Verwaltung

Die Bundesregierung beschließt im Ministerrat den Digitalisierungsfonds in der Höhe von 160 Millionen Euro, mit dem das e-Government ausgebaut werden soll. Das Geld (jeweils 80 Mio. in den Jahren 2021 und 2022) fließt in eine digitale Verwaltungsreform, die Hälfte in die sogenannte „IT-Konsolidierung“, die andere Hälfte in ressortübergreifende Digitalisierungsprojekte mit Fokus auf den Ausbau der Bürger- und Unternehmensservices.

Die konkreten Projektvorschläge werden von den Fachressorts eingebracht. Diese Vorschläge werden von der „Task Force Digitalisierung 2022“ bewertet und ausgewählt. Der Bundeskanzler, der Vizekanzler, der Finanzminister sowie die Wirtschaftsministerin entsenden je einen Vertreter in diese Task Force.

Die Task Force hat bereits getagt und erste Projekte ausgewählt. Diese sind etwa der digitale Führerschein, die Weiterentwicklung von oesterreich.gv.at oder der Ausbau des Unternehmensserviceportals. Mit der IT-Konsolidierung soll wiederum der Wildwuchs historisch gewachsener IT-Systeme und Organisationsstrukturen im Bund vereinheitlicht und kosteneffizienter gemacht werden.

Oberster Gerichtshof lehnt Funke-Antrag auf Beherrschung der „Krone“ ab

Der Oberste Gerichtshof hat eine grundlegende Entscheidung im Streit der „Krone“-Gesellschafter getroffen. Die deutsche Funke-Gruppe hatte ihre Beherrschung der „Kronen Zeitung“ bei den Kartellbehörden angemeldet. Das Höchstgericht als zweite Kartellinstanz sieht diese Beherrschung wie schon die erste derzeit nicht geklärt. Und solange diese Grundfrage nicht geklärt sei, könne keine kartellrechtliche Beherrschung festgestellt werden.*

Worum geht es? Dichands und Funke-Gruppe (seit 2018 mit Immobilienmilliardär René Benko an Bord) haben je 50 Prozent der Gesellschaftsanteile der „Krone“. „Krone“-Gründer Hans Dichand ist 2010 gestorben, seine Erben – Witwe Helga Dichand und die Kinder Michael, Johanna und Christoph – teilten sich die 50 Prozent auf vier Anteile zu je 12,5 Prozent auf.

Es herrsche keine Klarheit über die Übertragung der Anteile, argumentiert der OGH. Es sei „nicht Aufgabe des Zusammenschlusskontrollverfahrens, über die Wirksamkeit oder Gültigkeit von – erst danach dem Kartellrecht unterliegenden – Erwerbsvorgängen“ zu entscheiden. „Wenn ein angemeldeter Erwerbsvorgang deshalb mangels Klarheit über seine Wirksamkeit als ‚hypothetisch‘ einzustufen ist, ist seine Anmeldung unzulässig; wenn dies dagegen nicht der Fall ist, wird mit der Entscheidung des Kartellgerichts nicht über die Frage der Wirksamkeit und Gültigkeit der ihm zugrunde liegenden Vorgänge abgesprochen, und zwar auch nicht als Vorfrage, sondern werden lediglich die Auswirkungen des Erwerbsvorgangs auf den betroffenen Markt aus wettbewerbsrechtlicher Sicht beurteilt.“

Das Höchstgericht in seiner am Dienstag veröffentlichten Entscheidung: „Da im Anlassfall – jedenfalls solange Bestand bzw. Wirksamkeit der Rahmenvereinbarung nicht geklärt ist – keine grundsätzliche Einigung über die genauen Strukturen des behaupteten Zusammenschlusses vorliegt, sondern im Gegenteil die (die Grundlage der Anmeldung bildende) Verschiebung der Einflussrechte zwischen den Gesellschaftergruppen heftig umstritten ist, liegt Anmeldefähigkeit insgesamt nicht vor.“

Die Funke-Gruppe hat schon mehrfach Kündigungen der Rahmenvereinbarungen ausgesprochen, die den Dichands Vorrechte in der gemeinsamen Gesellschaft einräumen. Bisher haben dafür zuständige Schweizer Schiedsgerichte diese Kündigungen abgelehnt.

„Wiener Zeitung“: Pflichtinserate sollen bald wegfallen

Der republikseigenen „Wiener Zeitung“ droht das Ende als gedruckte Zeitung: So plant die ÖVP, schon demnächst die Pflichtveröffentlichungen von Unternehmen im „Amtsblatt“ der Tageszeitung zu streichen. In Regierungskreisen wird die Abschaffung der Pflichtveröffentlichungen mit der Umsetzung einer EU-Richtlinie erklärt, die bis Sommer vorgesehen sei.

Gemeint ist offenbar die bis Sommer 2021 umzusetzende Richtlinie 2019/1151 über den „Einsatz digitaler Werkzeuge und Verfahren im Gesellschaftsrecht“. Sie verlangt die Möglichkeit, Unternehmen einfacher und kostengünstiger allein online zu gründen und auch weitere zu veröffentlichende Unterlagen online einzureichen.
„Rolle des nationalen Amtsblatts“

Die Richtlinie verlangt, dass Unternehmen nur einer zentralen Stelle melden müssen, was sie laut Gesetz zu veröffentlichen haben. Das dürfte sich mit der Veröffentlichungspflicht vor allem für Jahresabschlüsse großer Aktiengesellschaften im „Amtsblatt“ der „Wiener Zeitung“ spießen, sagen sachkundige Juristen.

Die meisten Infos über Gesellschaftsgründungen, Eintragungen, Änderungen der Geschäftsführung oder des Unternehmenssitzes sind einheitlich gestaltet, im wesentlichen Fließtext mit Fettschrift. Aber Jahresabschlüsse von großen AGs erfordern ein präzises und geprüftes Layout, das bisher die Firmen selbst bei der „Wiener Zeitung“ und/oder Gestaltern in Auftrag geben. Firmenbuchgerichte als zentrale Register könnten diese Aufgabe schwerlich übernehmen und dann womöglich für Satzfehler haften. Da spießt es sich bei der Umsetzung jedenfalls. Ressortzuständig für die Umsetzung dieser Richtlinie ist das von den Grünen geführte Justizministerium.

Pflichtveröffentlichungen insgesamt – darunter etwa Einladungen zu Hauptversammlungen und Jahresabschlüsse für börsennotierte Unternehmen – machen nach früheren Angaben mehr als drei Viertel der Einnahmen der „Wiener Zeitung“ von rund 20 Millionen Euro aus. Fallen sie weg, lässt sich auch eine in den vergangenen Jahren schon reduzierte Redaktion mit rund 60 Journalistinnen und Journalisten nicht finanzieren.

Die „Wiener Zeitung“ ist auf mehrfache Weise besonders: Sie wurde im Sommer 1703 als „Wiennerisches Diarium“ gegründet und ist die älteste noch erscheinende Tageszeitung der Welt. Besonders ist aber auch ihre Eigentümerschaft: Dass sich ein Staat eine eigene Tageszeitung leistet, hat in der westlichen Welt zumindest Seltenheitswert.

Den Aufsichtsrat bestimmt das Bundeskanzleramt; der Kanzler (oder, wenn vorhanden, Medienminister) bestellt formal auch Geschäftsführer und Chefredakteur – deren Besetzung in der Vergangenheit schon häufig nach Regierungs- und Kanzlerwechseln politisch passend geändert wurde. Seit 2015 hat die „Wiener Zeitung“ ein Redaktionsstatut, das redaktionelle Unabhängigkeit definiert.

Im Regierungsprogramm von ÖVP und Grünen steht (wie schon in einigen anderen Koalitionsprogrammen zuvor) als Ziel: „Veröffentlichungspflicht in Papierform in der ‚Wiener Zeitung‘ abschaffen.“ Es nimmt sich zudem vor: „Neues Geschäftsmodell der ‚Wiener Zeitung‘ mit dem Ziel des Erhalts der Marke – Serviceplattformen des Bundes bündeln.“

Die „Wiener Zeitung“ betreut bereits Inhalte von Serviceportalen des Bundes wie oesterreich.gv.at und help.gv.at. Geschäftsführer Martin Fleischhacker hat erst vor zehn Tagen den Start der „Wissensplattform“ vergabeservice.at verkündet. Dort würden Informationen und Wissen um das Thema öffentliche Ausschreibungen gebündelt.

Roaming-Freiheit innerhalb der EU läuft aus: Änderungen geplant

Die Brüsseler Behörde schlug vor, die bestehenden Regeln über Ende Juni 2022 für weitere zehn Jahre zu verlängern. Zugleich soll an einigen Stellschrauben gedreht werden.

Seit dem 15. Juni 2017 entfallen in den 27 EU-Staaten sowie in Island, Liechtenstein und Norwegen die Roaming-Gebühren. Somit können Verbraucher mit ihrem Handy zu den gleichen Kosten telefonieren, im Internet surfen oder SMS schreiben wie zu Hause. Einer neuen Eurostat-Erhebung zufolge sind die EU-Vorgaben sehr beliebt. Der Gebrauch von Datenroaming sei vom Sommer 2016 bis zum Sommer 2019 um das 17-fache gestiegen. Allerdings beklagen die EU-Bürger demnach noch einige Defizite. Ein Drittel der Befragten kritisierte, dass sie auf Reisen mit weniger Tempo im Internet unterwegs seien als zu Hause.

Nach dem Willen der EU-Kommission soll sich das ändern. Die Behörde schlug unter anderem vor, dass Nutzern beim Roaming künftig wann immer möglich die gleiche Qualität der Dienste zur Verfügung stehen sollte. Auch sollen Verbraucher in dem EU-Land, in dem sie reisen, kostenlos den Notruf kontaktieren können. Außerdem sollen sie ohne Angst vor explodierenden Rechnungen Service-Hotlines etwa von Fluggesellschaften oder Versicherungen anrufen können. Zudem schlägt die EU-Kommission vor, die Preise, die die Netzbetreiber sich gegenseitig für das Roaming in Rechnung stellen, weiter zu kappen.

Bevor die Regeln tatsächlich ab Mitte 2022 gelten, müssen EU-Staaten und Europaparlament sich noch auf eine gemeinsame Linie einigen.

Airbnb kommt trotz hohem Verlust besser als erwartet durch die Krise

Der Apartment-Vermittler Airbnb hat sich im Corona-Jahr 2020 besser geschlagen als zunächst angenommen. Insgesamt gingen die Erlöse um 30 Prozent auf 3,4 Milliarden Dollar zurück. Nach dem heftigen Einbruch zu Beginn der Pandemie erholte sich das Geschäft deutlich, im Schlussquartal gab es verglichen mit dem Vorjahreswert nur noch ein Umsatzminus von 22 Prozent auf 859 Millionen Dollar. Dennoch riss die Krise tiefe Löcher in die Bilanz – insgesamt machte Airbnb 2020 einen Verlust von 4,6 Milliarden Dollar (3,8 Milliarden Euro).

Das enorme Minus war aber nicht nur den Belastungen durch die Pandemie geschuldet, die das Geschäft im Frühjahr zum Stillstand gebracht und zu massenhaften Stornierungen geführt hatte. Airbnb musste auch hohe Kosten wegen des Börsengangs im Dezember stemmen. Bei der Premiere an der New Yorker Nasdaq hatten sich Anleger um die Aktien gerissen, seitdem ist der Kurs weiter kräftig gestiegen. Die Papiere waren zum Preis von 68 Dollar ausgegeben worden und kosteten zuletzt gut 182 Dollar. Der Börsenwert liegt mit 109 Milliarden Dollar über dem der Hotelketten Marriott, Hilton und Hyatt zusammen.

Für 2021 erwartet Airbnb ein Comeback der Reisebranche. Mit der zunehmenden Impfstoffverbreitung und dem Ende der Lockdowns werde eine starke Erholung einsetzen, hieß es im Ausblick. Airbnb sei voll darauf konzentriert, sich für diesen Aufschwung vorzubereiten. Das Unternehmen wurde 2008 in San Francisco gegründet und mit der Online-Vermittlung von privaten Zimmern und Apartments zum Schrecken der Hotelbranche. Das Geschäftsmodell ist jedoch nicht unumstritten. Airbnb wird beispielsweise vorgeworfen, zur Wohnraumverknappung beizutragen oder ruhestörenden Andrang von Touristen zu fördern.