Herren-Slalom sorgt bei Ski-WM in Aare für Topquote

Der Herren-Slalom ist im ORF der meistgesehene Bewerb der alpinen Ski-Weltmeisterschaften von Aare gewesen. Im Schnitt 1,373 Millionen Zuschauer waren im zweiten Lauf bei Marcel Hirschers Goldfahrt vor dem Bildschirmen dabei.

Es folgen der Herren-Riesentorlauf (1,280 Millionen) sowie die Abfahrten der Herren (1,129) und der Damen (1,019). 4,42 Millionen Österreicher waren bei mindestens einer Übertragung dabei.

Ex-„Bild“-Chefredakteurin Tanit Koch wird n-tv-Chefin

Die ehemalige „Bild“-Chefredakteurin übernimmt bereits zum 1. März die Geschäftsführung des Nachrichtensenders n-tv. Koch folgt damit auf Hans Demmel, der das Unternehmen nach 26 Jahren verlässt – „auf eigenen Wunsch und in gegenseitigem Einvernehmen“, wie es aus Köln heißt. Demmel bleibt Vorstandsvorsitzender des Privatsenderverbands Vaunet und behält weiterhin das Mandat der Mediengruppe.

Koch berichtet künftig ebenso wie Wulf und Rudolph an Jan Wachtel, der kürzlich zum Geschäftsführer digitale Medien & journalistische Inhalte der Mediengruppe RTL aufgestiegen und auf diese Weise auch Hans Demmel vor die Nase gesetzt worden war. „Ich freue mich außerordentlich, dass wir mit Tanit eine ebenso erfahrene wie renommierte, exzellent vernetzte Journalistin für diese Aufgabe gewinnen konnten“, sagte Wachtel. „Des Weiteren freue ich mich, gemeinsam mit Tanit, Michael, Jan und Sonja die Zukunft von journalistischen Inhalten innerhalb der Mediengruppe RTL zu erarbeiten und zu gestalten.“

Großbritannien hält Huawei-Risiken bei 5G für kontrollierbar

Die britische Regierung hält die Risiken durch einen Einsatz von Huawei-Ausrüstung in 5G-Netzen für kontrollierbar.

US-Geheimdienste werfen Huawei und dem kleineren chinesischen Wettbewerber ZTE vor, Verbindungen zur Regierung in Peking zu pflegen. Sie vermuten, Ausrüstung oder Handys könnten für Spione eine Hintertür öffnen, um an Staats- und Firmengeheimnisse zu gelangen oder kritische Infrastruktur lahmzulegen. Huawei weist dies vehement zurück. Beweise gibt es bisher nicht. Inzwischen haben allerdings mehrere Industriestaaten erklärt, den Einsatz von Huawei-Technik in ihren Märkten einzuschränken.

Die Bundesrepublik Deutschland hat bisher noch keine Entscheidung über den künftigen Umgang mit Huawei getroffen.

Im November hatte der neuseeländische Geheimdienst dem Telekomanbieter Spark verboten, 5G-Infrastruktur von Huawei einzusetzen. Neuseeland gehört wie das Vereinigte Königreich und die USA dem Sicherheitsbündnis „Five Eyes“ an.

ÖAK-Daten: Zeitungen legen digital zu

Die Österreichische Auflagenkontrolle (ÖAK) veröffentlichte am Mittwoch ihre Daten über den Absatz von Zeitungen und Zeitschriften im zweiten Halbjahr 2018 und im Jahresschnitt. Teils kräftig legen die E-Paper-Ausgaben einzelner Titel im Jahresvergleich zu.

Die „Oberösterreichischen Nachrichten“ konnten ihre E-Paper-Abos mehr als verdoppeln – von 2.119 auf 5.410. Die „Salzburger Nachrichten“ legten hier von 5.330 auf 9.043 deutlich zu. „Kleine Zeitung“, „Krone“ und „Kurier“ steigerten ihre E-Paper-Abos um rund ein Viertel – die „Kleine“ von 20.161 auf 25.935, die „Krone“ von 15.990 auf 20.576 und der „Kurier“ von 4.281 auf 5.863 Abos. „Die Presse“ legte hier von 9.795 auf 12.266 zu.

„TV-Media“ und „Woman“ stechen im Jahresvergleich besonders hervor. Printabonnenten und -Abonnentinnen der beiden Titel bekommen die E-Paper-Versionen um 8,45 beziehungsweise 6,50 Euro Aufpreis dazu.

Der Standard hält im Jahresschnitt 2018 bei 7.067 E-Paper-Abos nach 6.850 im Vorjahr. Gesamt-Abostand 2018: 50.858, die Verkaufsauflage insgesamt: 56.016 Stück im Jahresschnitt.

338.219 Exemplare weist OE24(Montag bis Freitag) für „Österreich“ und „Oe 24“ im zweiten Halbjahr im Gratisvertrieb in der Hauptstadt aus. Konkurrent „Heute“ kommt hier auf 324.244.

Die Gratiszeitung „Heute“ wiederum dürfte wieder einmal auf die Gesamtverbreitung verweisen: 541.218 Stück im Gratisvertrieb (Montag bis Freitag) gegenüber 503.311 bei „Österreich“/“Oe 24“.

Die „Kronen Zeitung“ verkauft – trotz im großen Branchentrend – rückläufiger Werte noch immer mehr Exemplare im bezahlten Abo: 597.886 Abonnements weist das große Kleinformat im zweiten Halbjahr aus, 482.451 davon voll bezahlt (80 bis 100 Prozent des offiziellen Abotarifs). Die Verkaufsauflage der „Kronen Zeitung“ im zweiten Halbjahr: 691.141 Stück im Schnitt von Montag bis Samstag.

Weitaus meistverkaufter Wochentitel bleibt bei vergleichsweise zarten Rückgängen „Die Ganze Woche“ von Noah Falk mit nun im zweiten Halbjahr 289.427 Exemplaren, größtenteils im Einzelverkauf abgesetzt.

Größter Monatstitel ist weiterhin, ebenfalls bei zarten Rückgängen, „Servus in Stadt und Land“ aus dem Red Bull Media House mit 110.487 Heften – bisher übrigens ganz ohne E-Paper.

Arte will junge Menschen für Europa begeistern

Der Kultursender Arte hat sein Programm für das erste Halbjahr 2019 vorgestellt. Schwerpunkt wird in diesem Jahr wegen der anstehenden Wahl das Thema Europa sein. Online begleitet der Sender mit einer Plattform den Wahlkampf. Das Herzstück des Europa-Programms ist eine 24 Stunden lange XXL-Dokumentation über 60 junge Menschen aus 24 europäischen Nationen.

Im Umfeld der Dokumentation hat Arte weitere Europa-Projekte platziert, die sich an die junge Zielgruppe richten. Online hat der Kultursender vor wenigen Tagen das Magazin “Europa 2019” ins Leben gerufen. Es bündelt sämtliche Videos zur Europawahl und informiert über aktuelle europäische Themen. In “Europa To Go” berichten die Moderatoren Anja Maiwald und Loreline Merelle beispielsweise jeden Werktag über Neuigkeiten des Kontinents und zur Wahl – “im YouTube-Stil”, wie Carolin Ollivier in Hamburg betont, die das Projekt betreut.

Walmart profitiert vom boomenden Internethandel im Weihnachtsquartal

Der weltgrößte Einzelhändler Walmart profitiert von der starken Nachfrage in den USA und dem boomenden Online-Geschäft. Im wichtigen Weihnachtsquartal steigerte die Supermarktkette in den USA auf vergleichbarer Verkaufsfläche den Umsatz um 4,2 Prozent, wie der Konzern mitteilte. Damit übertraf der Branchenprimus deutlich die Erwartungen der Analysten, die mit einem Plus von rund drei Prozent gerechnet hatten. Der Ausbau der Lieferdienste und Abholstationen sowie ein größeres Angebot auf der Internetseite bescherten dem Online-Geschäft zudem einen Umsatzsprung von 43 Prozent. Auch beim bereinigten Ergebnis übertraf Walmart mit 1,41 Dollar pro Aktie die Vorhersagen. Anleger zeigten sich erfreut: Die Aktie legte im vorbörslichen Handel um fast fünf Prozent zu.

Wie Google und Amazon die Wikipedia gefährden

Die Vordenker des World Wide Web hatten einst die Vision, eine digitale Bibliothek von Alexandria zu bauen, ein Zivilisationsarchiv, welches das Wissen der Welt demokratisiert und die alten Autoritäten in die Wüste schickt. „In unserer Welt darf alles, was der menschliche Geist erschafft, kostenfrei unendlich reproduziert und distribuiert werden“, postulierte der amerikanische Internetpionier John Perry Barlow 1996 in seiner „Unabhängigkeitserklärung des Cyberspace“.

Wenn etwas von diesem gemeinschaftsstiftenden Geist übrig geblieben ist, dann ist es die Online-Enzyklopädie Wikipedia: Ein Buch, an dem jeder mitschreiben kann. 5,8 Millionen Artikel zählt allein die englischsprachige Ausgabe der Wikipedia, hinzu kommen 40 Millionen Artikel in 301 Sprachen – von Alemannisch bis Zulu. Wikipedia.org liegt auf Platz fünf der am meisten aufgerufenen Websites – vor Amazon und Twitter. Der Journalist Paul Mason nennt in seinem Buch „Postkapitalismus“ Wikipedia als Paradebeispiel einer postkapitalistischen Ordnung, in der kostenloses Wissen frei zugänglich sei und kommerzielle Lexika überflüssig mache. Wikipedia sei eine der „wertvollsten Lernressourcen“, die je erfunden wurden, schreibt Mason. „Und bisher hat sie allen Versuchen widerstanden, sie zu zensieren, zu unterwandern, sie für Desinformation zu nutzen oder zu sabotieren, denn Dutzende Millionen Augen sind stärker als jeder Staat, jeder Stalker jede Interessengruppe und jeder Saboteur.“

In der Tat hat sich Wikipedia, trotz manch erbitterter Scharmützel seiner Editoren („Edit Wars“), als erstaunlich robust gegen Fake News und politische Manipulationsversuche erwiesen. Wikipedia-Gründer Jimmy Wales hat mit Wikitribune sogar eine News-Plattform geschaffen, die sich zum Ziel gesetzt hat, das „kaputte“ Nachrichtengeschäft zu „reparieren“. Doch ganz ohne Finanzierungsquellen kann auch ein idealistisches Projekt, das von über 200 000 unentgeltlich arbeitenden Editoren getragen wird, nicht überleben.

Idee des Gemeinguts

Die Wikimedia Foundation, die Trägerin der Wikipedia, ist eine gemeinnützige Organisation, die sich hauptsächlich aus Spenden finanziert. Zu den Spendern gehören unter anderen Adobe, Apple, Cisco, Google, Hewlett Packard, Oracle, Netflix sowie Salesforce – also fast die gesamte Tech-Branche. Google als einer der größten Sponsoren hat erst vor wenigen Tagen 3,1 Millionen Dollar an Wikipedia gespendet und damit die Höhe seiner Zuwendungen in der letzten Dekade auf 7,5 Millionen Dollar aufgestockt. Darüber hinaus erhalten Wikipedia-Editoren kostenlosen Zugang zu Machine-Learning-Werkzeugen. Google-Mitbegründer Sergey Brin, mit seiner Brin Wojcicki Foundation einer der größten Spender, bezeichnete Wikipedia einmal als „einen der größten Triumphe des Internets“.

Die Spenden sind nicht ganz uneigennützig: Der Konzern nutzt Wikipedia-Artikel, um seine maschinell lernenden Algorithmen zu trainieren. So griff die Google-Schwesterfirma Jigsaw bei der Entwicklung eines Moderationstools gegen Hasskommentare („Perspective“) unter anderem auf 115 000 Diskussionsbeiträge von Wikipedia zurück. Die Chefin der Google-Tochter Youtube, Susan Wojcicki, kündigte im vergangenen Jahr an, verschwörungstheoretische Videos zu Themen wie Mondlandung oder Chemtrails mit Textauszügen aus Wikipedia zu kontern.

Von der Integrität der Informationen hängt entscheidend die Integrität des Werbeumfelds ab. Kein seriöser Anzeigenkunde möchte neben Hetzern oder Verschwörungstheoretikern werben. Das heißt: Google profitiert von Wikipedia. Wenn man in Google nach dem Pariser Musée d’Orsay sucht, erscheint im rechten Teil der Ergebnisseite ein Knowledge Panel, eine Info-box mit Hintergrundinformationen, deren Textauszüge zum Teil aus Wikipedia extrahiert und zuweilen sogar identisch sind.

Auch Amazons Sprachassistentin Alexa bezieht Informationen unter anderem aus Wikipedia – der Online-Händler spendete im vergangenen Jahr eine Million Dollar an die Wikimedia Endowment, einen Fonds, der die Online-Enzyklopädie unterstützt. Die Frage ist, ob die Datenverarbeitung mit den angesichts der Milliardenumsätze der Tech-Konzerne eher mickrigen Spenden abgegolten ist – und wie die kommerzielle Nutzung mit dem Commons-Gedanken der Wikipedia vereinbar ist. Die Idee des Gemeinguts beruht ja gerade auf der Nichtexklusivität, auf der nicht kommerziellen Nutzung von Inhalten. Werden die freiwilligen Autoren und Helfer ausgebeutet, wenn sich gewinnorientierte Konzerne an dem Wissensschatz wie an einem Steinbruch bedienen? Was ist der Wert geistiger Arbeit, wenn Texte zu Trainingsdaten für geistlose künstliche Intelligenzen verkommen?

Zu einer SZ-Anfrage wollte sich die Wikimedia Deutschland nicht äußern. In einem Hintergrundgespräch auf der Frankfurter Buchmesse teilte ein Sprecher mit, dass die kommerzielle Datennutzung dem Ideal, das Wissen der Welt kostenlos zu teilen, nicht zuwiderlaufe. An der Wikipedia könne sich jeder bedienen, egal ob Großkonzern oder Kleinbürger. Das Wissen – wie im Übrigen auch das Bildmaterial – stünde frei zur Verfügung. Und letztlich sei es besser, wenn der Netzwerklautsprecher eben keine Fake News verkündet, sondern korrekte Infos. Das mag ein hehres Motiv sein. Doch gerät dieser Idealismus unter Spannung, wenn der Erzeuger der Information auf Spenden angewiesen ist, der Verwerter Milliarden mit Werbung verdient.

2,3 Milliarden Dollar Umsatz im Jahr wären möglich

Der Journalist Michael Johnston hat mal errechnet, dass Wikipedia 2,3 Milliarden Dollar Umsatz im Jahr erzielen könnte, wenn die Plattform kommerziell betrieben würde. 160 Millionen Dollar ließen sich pro Monat durch digitale Anzeigen einspielen. Eine werbefinanzierte Wikipedia wäre ein Verrat an den eigenen Idealen und der Community wohl kaum zu vermitteln, würde das Projekt aber auf eine solide Finanzierungsbasis stellen. In der jetzigen Konstellation muss sich Wikipedia den Vorwurf gefallen lassen, Google-finanziert zu sein. Gewiss, Wikipedia ist weit davon entfernt, ein Instrument des Suchmaschinenriesen zu sein, niemand reflektiert seine Rolle im Netz transparenter. Doch durch die Spenden macht sich Wikipedia angreifbar – vor allem für Krakeeler, die in der Online-Enzyklopädie schon immer ein Manipulationsmedium im Dienste der Mächtigen sahen.

Der Commons-Gedanke steckt im Informationskapitalismus in einer Zwickmühle: Einerseits muss Wikipedia das lexikalische Wissen kostenlos zur Verfügung stellen. Andererseits kann es nicht verhindern, dass Tech-Konzerne Textlandschaften durchpflügen und das Rohmaterial als Datenfutter fürs Maschinenlernen monetarisieren. Wenn man nach der Silicon Valley Community Foundation googelt, welche die Wikipedia mitfinanziert, erscheint im Knowledge Panel der aus der englischsprachigen Wikipedia extrahierte Satz: „Aus dem Englischen übersetzt – Die Silicon Valley Community Foundation ist eine von Gebirgsansichten unterstützte, von Gebern beratene Gemeinschaftsstiftung, die dem Silicon Valley und der umliegenden Gemeinde dient.“ Mit „Gebirgsansichten“ sind nicht die Ansichten einer Bergschützervereinigung gemeint, sondern Mountain View, der Sitz der Stiftung wie auch der von Google. Der Übersetzungsdienst hat hier offensichtlich wörtlich übersetzt und nicht erkannt, dass es sich um eine Ortsmarke handelt. Es scheint, als bräuchte Google die Hilfe von Wikipedia dringender als andersrum.

ProSiebenSat.1 verliert zwei weitere Vorstände

Der deutsche Fernsehkonzern ProSiebenSat.1 verliert nach dem Chefwechsel des vergangenen Jahres zwei weitere Vorstandsmitglieder. Finanzvorstand Jan Kemper verlasse das Unternehmen kurzfristig.

Vermarktungsvorstand Sabine Eckhardt werde ihren am Jahresende auslaufenden Vertrag nicht verlängern. Zur Begründung nannte man Differenzen mit dem neuen Vorstandschef Max Conze, der im Juni 2018 vom Staubsaugerhersteller Dyson kam.

Finanzvorstand Kemper soll sich mit Conze völlig überworfen und bei Aufsichtsräten interveniert haben, „eine Ablösung Conzes voranzutreiben“. Neuer Finanzvorstand soll Rainer Beaujean werden, der bisher in gleicher Funktion beim Verpackungshersteller Gerresheimer arbeitete. Für Eckhardt solle Ex-Dyson-Managerin Michaela Tod kommen.

Von den bisherigen Vorstandsmitgliedern lediglich Konzernchef Conze und sein Stellvertreter Conrad Albert übrig. Albert, für Medienpolitik und Rechtsfragen zuständig, zählt ebenfalls zu den altgedienten Managern von ProSiebenSat.1. Er kam im Jahr 2005 und gehört dem Vorstand seit 2011 an.

4,7 Mio. Unterschriften zu EU-Urheberrechtsreform überreicht

Netzaktivisten der Kampagne zur „Rettung des Internets“ haben Justizministerin Katarina Barley (SPD) eine Petition zum EU-Urheberrecht überreicht. Sie protestieren unter anderem gegen sogenannte Upload-Filter.

Mit solcher Software können Plattformen wie YouTube bereits beim Hochladen überprüfen, ob Bilder, Videos oder Musik urheberrechtlich geschützt sind. Die Mit-Initiatoren der Kampagne „Stoppt die Zensurmaschine – Rettet das Internet“ Dominic Kis und Pascal Fouquet übergaben Barley am Montag einen Stick mit den Angaben zufolge mehr als 4,7 Millionen Unterschriften, darunter rund 1,3 Millionen aus Deutschland.

ARD legt Kosten für umstrittenes “Framing Manual” offen

Seit Tagen ist es in der Diskussion: Kritiker sehen in dem „Framing Manual“ der ARD eine Sprachregelung für die Mitarbeiter. Der ARD-Vorsitzende Ulrich Wilhelm bestreitet das – und legt nun die Kosten offen.

Die Kosten für die Arbeitsunterlage und begleitende Workshops beliefen sich der ARD zufolge auf 90.000 Euro, die der MDR als Vorsitzanstalt bezahlt hat. Weitere 30.000 Euro habe das ARD-Generalsekretariat für Folgeworkshops bezahlt. Wilhelm will das Manual vor allem als “Workshop-Unterlage von 2017 und nicht um eine verbindliche Kommunikationsstrategie oder um eine Handlungsanweisung an die Mitarbeitenden” verstanden wissen.

Der Inhalt des Manuals sei bei jedem Workshop, bei dem es eingesetzt wurde, diskutiert worden – und das auch kritisch. “Aus den Workshops selbst gab es bisher insgesamt positives Feedback, dass das Thema Framing aufgegriffen und offen diskutiert wurde”, so das Generalsekretariat. Angesichts des Charakters des Papiers sei die Aufregung und Kritik daran stark überzogen. “Schließlich handelt es sich um eine Workshop-Unterlage, ausdrücklich nicht um eine Kommunikationsstrategie oder eine Handlungsanweisung für Mitarbeitende.”

Russisches Militär verbietet Handys im Dienst

Soldaten in Russland dürfen im Dienst keine Handys mit Internetempfang mehr benutzen. Das hat die Duma beschlossen. Dem Gesetz zufolge soll damit verhindert werden, dass Militärangehörige im Internet Informationen über sich selbst oder über Kollegen veröffentlichen. Außerdem solle unterbunden werden, dass Angaben zum Standort von Einheiten öffentlich werden.

Eingeschränkt würden außerdem Geräte, mit denen Audio-, Foto- und Videoaufnahmen sowie Geodaten ins Internet gestellt werden können. „Gewöhnliche Tastentelefone ohne Kamera werden nicht verboten“, sagte der Vize-Chef des Verteidigungsausschusses, Andrej Krasow, der Agentur Tass zufolge. Von den Einschränkungen betroffen seien auch Wehrdienstleistende. Dem Gesetz zufolge dürfen auch keine Daten über ehemalige Soldaten und deren Angehörige veröffentlicht werden. Zur Begründung für das Gesetz wurde darauf verwiesen, dass Extremisten diese Daten missbrauchen könnten.

„Presse“-Geschäftsführer Schwarz wechselt zu Esterhazy-Betrieben

Rudolf Schwarz (38) verlässt Ende April die Geschäftsführung der „Presse“. Der gebürtige Steirer wechselt mit 1. Mai zu den Esterhazy Betrieben, wo er die Geschäftsführung verstärkt. Schwarz war seit 2014 in der Geschäftsführung der „Presse“ tätig.

Bei den Esterhazy Betrieben soll Schwarz in mehreren zentralen Bereichen die Geschicke mitlenken.
Der Vorsitzende der „Presse“-Geschäftsführung, Herwig Langanger, bereits seit 2010 Geschäftsführer, wird nun zusätzlich zu den bestehenden Aufgaben die B2B-Vermarktung übernehmen und gemeinsam mit Rainer Nowak, Chefredakteur, Herausgeber und Geschäftsführer, die Verlagsgeschicke der „Presse“ leiten.

GfK: Streaming-Dienste erreichten 18,8 Millionen Deutsche im vierten Quartal 2018

Im Zeitraum von Oktober bis Dezember 2018 nutzten rund 18,8 Millionen Deutsche (29 %) kostenpflichtige Streaming-Angebote. Im Vergleich zum dritten Quartal 2018 entspricht das einem Zuwachs von 2,3 Millionen Nutzern (+14 Prozent). Das ergab der SVOD-Tracker der GfK, Nürnberg, für den rund 2.200 Teilnehmer ab 14 Jahren zu ihrer Nutzung von kostenpflichtigen Subscription-Video-on-Demand (SVOD) befragt wurden.

Wie die Studienautoren mitteilen, dominieren in Deutschland die beiden Plattformen Netflix und Amazon Prime Video: Beide US-Player vereinen neun von zehn gesehene Streaming-Stunden auf sich. Insgesamt verbrachten deutsche Konsumenten eine Milliarde Stunden auf Paid-VoD-Plattformen.

Innerhalb der einzelnen Altersgruppen gibt es jedoch starke Unterschiede bei Nutzung von Streaming-Diensten.
Während in jüngeren Altersgruppen knapp 60 Prozent auf entsprechende Angebote zurückgreifen (14- bis 29-Jährige: 58 %; 30- bis 39-Jährige: 59 %), zeigen sich ältere Zielgruppen diesbezüglich noch zurückhaltend (50- bis 5-Jährige: 19 %, ab 60-Jährige: 4 %).

Besonders beliebt unter VoD-Kunden sind Serien: Rund 83 Prozent der Gesamtabrufe entfielen im vierten Quartal 2018 auf dieses Genre. An der Spitze des Rankings befindet sich die Serie ‚The Walking Dead‘, die von 13 Prozent aller Nutzer im Zeitraum von Oktober bis Dezember 2018 gestreamt wurde. Danach folgen ‚Chilling Adventures of Sabrina‘ und ‚Lucifer‘ mit jeweils neun Prozent.

„Stern“ und „Gala“ bringen Lagerfeld-Sonderhefte raus

Gruner + Jahr hat für das kommende Woche gleich zwei Sonderhefte anlässlich des Todes von Karl Lagerfeld angekündigt. Zum Einen erscheint eine 100 Seiten umfassende Sonderausgabe des „Stern“, die ab Samstag für 6,50 Euro zu haben sein wird, zum Anderen legt auch die „Gala“ ein 100-seitiges Sonderheft auf, das mit 4,90 Euro zu Buche schlägt. Die Druckauflage liegt jeweils bei 100.000 Exemplaren. Der „Stern“ kündigt an, in zehn Kapiteln „mit der für das Magazin typischen visuellen Kraft“ über das Leben und Wirken Lagerfelds zu berichten. Dazu gibt’s einen Nachruf von „Stern“-Autor Dirk van Versendaal, der den Modeschöpfer über Jahre begleitete. Die „Gala“ verspricht opulenet Bilder und viele persönliche Erinnerungen.

Holtzbrinck gründet Spezialvermarkter für Programmatic

Die Holtzbrinck Digital Content Group baut ihre Vermarktungsaktivitäten aus. Mit Highfivve hebt die Tochter der Beteiligungsholding Holtzbrinck Digital einen programmatischen Spezialvermarkter mit Fokus auf Programmatic First und smarter Monetarisierung aus der Taufe.

Der Vermarkter ist aus der erfolgreichen Inhousing-Strategie bei dem Holtzbrinck-Portal Gutefrage.net hervorgegangen. Das Portal vermarktet seit dem vergangenem Jahr sein Inventar programmatisch in Eigenregie und konnte seinen Umsatz dadurch deutlich steigern. Im Bereich der mobilen programmatischen Vermarktung übertraf das Portal den Branchenschnitt eigenen Angaben zufolge um 80 Prozent. Auch das Schwesterportal Med1 wird rein programmatisch vermarktet.

In den kommenden Monaten soll das Portfolio weiter ausgebaut werden. Dabei will Highfivve vor allem Publisher gewinnen, denen der Vermarkter mehr Transparenz, Unabhängigkeit und vor allem höhere Erlöse verspricht.

Sky startet Offensive im Gastronomie-Bereich

Die sogenannte ‚Starter Box‘ umfasst einen 12-monatigen Gastro-Standardvertrag mit sechsmonatiger Testoption. Neukunden erhalten eine einmalige Option zur Kündigung nach sechs Monaten. Weitere kostenfreie Bestandteile sind unter anderem ein großformatiger 55 Zoll UHD-Fernseher mit UHD-Receiver zur Leihe, ein Sky Leuchtkasten sowie ein umfassendes Werbemittelpaket. Zudem sind die Gema Gebühren bereits enthalten. Das Vorteilspaket hat ein Wert von circa 1.300 Euro.

Daimler und BMW wollen zusammen den Carsharing-Markt erobern

Daimler und BMW sind eigentlich Wettbewerber. Im hart umkämpften Carsharing-Markt gibt es jetzt aber eine Partnerschaft: Millionen Großstädter sollen Mietauto und Taxi, U-Bahn- und Parkticket per Fingertipp bald auf einer gemeinsamen Smartphone-App bekommen.

Details wollen die beiden Konzernchefs erst an diesem Freitag (22. Februar) in Berlin vorstellen, aber klar ist: Millionen Großstädter sollen Mietauto und Taxi, U-Bahn- und Parkticket per Fingertipp bald auf einer einzigen, gemeinsamen Smartphone-App bekommen, alles vernetzt aus einer Hand. Gut für die Kunden, gut für die beiden Unternehmen, sagen Branchenexperten.

„Der Kunde will einfach bequem und schnell durch die Stadt kommen. Er will nicht 15 Apps haben“, sagt Juergen Reiner, Partner bei der Unternehmensberatung Oliver Wyman. Bislang gibt es viele konkurrierende Angebote, aber oft mit großen Lücken.

Denn es ist teuer, eine Carsharing-Flotte aufzubauen und zu betreiben. Das Ganze „ist heute noch ein Zuschussgeschäft“, sagt Ferdinand Dudenhöffer von der Uni Duisburg-Essen. Das Zusammenlegen von Verwaltung, Flottenmanagment und Service spart – vor allem aber bekommen die Kunden ein besseres Angebot.

Zusammen bieten Car2Go und DriveNow, die beiden Carsharing-Dienste von Daimler und BMW, heute weltweit 20.000 Autos an und kommen auf etwas mehr als vier Millionen Kunden. Aber die Konzerne haben große Pläne. „Unsere Vision ist es, gemeinsam einen global bedeutenden Player für nahtlos und intelligent vernetzte Mobilitätsdienstleistungen zu schaffen“, sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche. Mit allen Taxi-, Mitfahr-, Park- und Ladediensten hat die neue Tochter insgesamt 40 Millionen Kunden.

Apples Talfahrt in China hält an

Der Kultkonzern aus Cupertino hat in seinem einst zweitwichtigsten Absatzmarkt im Schlussquartal des vergangenen Jahres dramatisch an Boden verloren. Wie die Investmentbank Rosenblatt in einer neuen Kurzstudie festgestellt hat, halten die Probleme im neuen Jahr an. Die Preissenkungen zum chinesischen Neujahrsfest sind offenbar schnell wieder verpufft.

In einer Kurzstudie, die dem Blog AppleInsider vorliegt, sieht Analyst Jun Zhang keine Anzeichen für eine Trendwende in Apples einst zweitwichtigstem Absatzmarkt. “Nachdem wir zahlreiche Daten aus dem chinesischen Einzelhandel ausgewertet haben, glauben wir, dass die Preisnachlässe den iPhone-Verkäufen in China wenig geholfen haben”, schreibt der Rosenblatt-Analyst.

Auch UBS-Analyst Timothy Arcuri hatte in der vergangenen Woche bereits festgestellt, dass Apples Preissenkungen der neuen iPhone-Modelle zum chinesischen Weihnachtsfest “wenig positive Effekte auf die verkauften iPhone-Einheiten habe.

iPhone-Absätze dürften auf Niveau von 2013 abstürzen

Rosenblatt-Analyst Zhang geht unterdessen davon aus, dass der chinesische Smartphone-Markt im Januar um knapp 13 Prozent nachgegeben hat, ausländische Markenanbieter wie Apple und Samsung sogar bis zu 50 Prozent weniger Geräte verkauft haben.

ZDF-Journalistin Yvette Gerner soll neue Intendantin von Radio Bremen werden

Fast fünf Monate dauerte die Suche – jetzt ist klar, wer die Nachfolge des scheidenden Radio-Bremen-Intendanten Jan Metzger antreten soll: Die Findungskommission des RB-Rundfunkrats hat sich einstimmig auf die ZDF-Journalistin Yvette Gerner geeinigt. Falls der Rundfunkrat am 5. März dieser Empfehlung folgt, wird die kleinste ARD-Anstalt ab 1. August erstmals von einer Frau geleitet – nach acht männlichen Intendanten seit 1946. Die 51-jährige Yvette Gerner ist seit 2010 Chefin vom Dienst in der ZDF-Chefredaktion.

TM3 muss Sendebetrieb ab sofort einstellen

Der früher unter dem Namen Family TV bekannte Privatsender TM3 soll seinen Sendebetrieb ab sofort einstellen. Das Verwaltungsgericht Stuttgart hat einen Antrag auf vorläufige Aussetzung der Vollziehbarkeit des Lizenzentzugs abgelehnt.

Wie die Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK) meldete, sei damit nun auch gerichtlich bestätigt, dass die Veranstaltung des Programms TM3, das bis Januar als Family TV ausgestrahlt wurde, sofort zu beenden ist.

Ebenso ist die Programmverbreitung, die derzeit unter anderem über den Satelliten Astra und verschiedene Kabelnetze erfolgt, einzustellen.

Grund für diese bislang einmalige Maßnahme war die Feststellung der fehlenden Zuverlässigkeit des Veranstalters, die auf der Prüfung unterschiedlicher Kriterien beruhte. Unter anderem war es im Programm zu wiederholten Urheberrechtsverletzungen und zu Verstößen gegen medienrechtliche Bestimmungen gekommen.

Klassische Medien vor US-Plattformen

Wie stark dominieren die großen US-Plattformen inzwischen nicht nur den digitalen Werbemarkt, sondern auch die Rezeption von Nachrichten?

Eine neue Studie soll nun etwas Licht ins Dunkel bringen. Erster Punkt: Wie bewusst nehmen die Deutschen die unterschiedlichen Informationsquellen wahr? Es geht also nicht um die schiere technische Reichweite, bei der Google News und Facebook weit enteilt sind, sondern um die „bewusste Reichweite“. Ergebnis: Die Vorstellung, etablierte Medien spielten nur noch eine Nebenrolle als Informationsquellen, ist falsch (siehe Tabelle „Tagesschau ist vorn“). Fazit Köcher: „Über dastagesaktuelle Geschehen informieren sich die Menschen in erster Linie in den klassischen Medienmarken. Und das wird in den nächsten Jahren auch so bleiben.“

Zweitens: Reichweite ist nicht gleich Reichweite. Worum es auch ganz zentral geht, ist die Glaubwürdigkeit der unterschiedlichen Informationsquellen. In diesem Punkt sind die Ergebnisse für die sozialen Netzwerke niederschmetternd.

Was bedeutet das alles für den Werbemarkt? Der Anspruch ist, „dem Werbemarkt einen neuen, zusätzlichen Maßstab zu bieten, der die Markenrelevanz planungsrelevant abbildet“. Das freilich scheint etwas hoch gegriffen – von einer operationalisierbaren Kennziffer ist die „bewusste Reichweite“ noch weit entfernt.

Ein hoher Anteil der Deutschen findet die Informationen in sozialen Netzwerken unglaubwürdig, gezielt falsch, einseitig und aggressiv. Vor allem der rüde Tonfall stößt zunehmend auf Widerstand. Im Interview sagt Allensbach-Chefin Renate Köcher: „Trendanalysen zeigen, dass sich dazu allmählich eine starke Gegenbewegung formiert.“

Was ist unter „bewusster Reichweite“ genau zu verstehen? Laut Allensbach ist sie „ein neuer Leistungswert, der die erinnerte, crossmediale Nutzung einer Marke messbar macht“. Die bewusste Reichweite sei „als Ergänzung zu gattungsspezifischen Mediawährungen zu verstehen“. Nimmt man nur die technische Reichweite, liegen heute Google News und Facebook weit vor den traditionellen Medien. Fragt man nach der bewussten Nutzung, ergibt sich ein deutlich anderes Bild. Demnach liegen die Nachrichtenmarken der öffentlich-rechtlichen Sender an der Spitze. Zusammengenommen spielen auch die Zeitungen und Zeitschriften auf Augenhöhe mit Google News und Facebook. Was auf den ersten Blick verblüfft, ist das besonders gute Abschneiden von Springers Welt. Die naheliegende Erklärung: Die Welt ist anders als Süddeutsche und FAZ auch als TV-Sender präsent.

Immerhin ein Viertel der Bevölkerung denkt nicht darüber nach, ob eine Informationsquelle vertrauenswürdig ist. Auffallend sind die Unterschiede je nach sozioökonomischem Status: Menschen mit einem hohen Status machen sich zu 60 Prozent Gedanken über die Verlässlichkeit von Informationsquellen, bei Menschen mit niedrigem sozialen Status liegt der entsprechende Wert bei lediglich 38 Prozent. Für die Werbeindustrie bedeutet das: Je kaufkräftiger die Klientel, desto bedeutsamer die Qualität des Umfeldes, in dem geworben wird.

Das Ergebnis ist vernichtend für Facebook: 70 Prozent der Deutschen halten das Risiko, auf der Social-Media-Plattform auf falsche Informationen zu treffen, für besonders groß. Allen Diskussionen über eine angebliche „Lügenpresse“ zum Trotz liegt der entsprechende Wert bei überregionalen Tageszeitungen bei lediglich 4 Prozent. Ein Punkt ist besonders interessant: Intensive Nutzer sozialer Netzwerke sind besonders skeptisch. 74 Prozent von ihnen sehen bei Facebook ein „Fake-News-Risiko“ (Gesamtbevölkerung: 70 Prozent). Noch eklatanter sieht es bei Kommentaren und Bewertungen anderer Internetnutzer aus: Hier steigt der Wert von 66 auf 77 Prozent. Im Klartext: Je intensiver sich Nutzer mit sozialen Netzwerken und User Generated Content befassen, desto größer ist ihre Skepsis bezüglich der Glaubwürdigkeit.

Soziale Netzwerke dienen primär der privaten Kommunikation und Interaktion, zum Beispiel in Form von Chats, dem Folgen von Aktivitäten anderer Mitglieder oder dem Erstellen eigener Beiträge. Jedoch und für Werbungtreibende interessant: Immerhin 44 Prozent informieren sich auch über Produkte, die sie interessieren. In der Zielgruppe 16 bis 29 Jahre trifft das sogar auf 48 Prozent zu. Die Vorstellung, es würde viel und kontrovers über Marken diskutiert, ist freilich falsch. Renate Köcher von Allensbach: „Nach unseren Untersuchungen hat bisher nur eine Minderheit Erfahrungen mit Shitstorms.“

Amazon will bis 2030 die Hälfte seiner Pakete klimaneutral verschicken

Amazon will bis 2030 die Hälfte seiner Pakete klimaneutral verschicken. Amazon plant, dafür mehr erneuerbare Energie wie Solarenergie einzusetzen, mehr Pakete in elektrischen Lieferwagen zuzustellen und bei Zulieferern Änderungen an den Verpackungen zu erreichen.

Amazon nennt das Programm „Shipment Zero“ und beabsichtigt, dieses Jahr zum ersten Mal seine Kohlendioxid-Bilanz zu veröffentlichen. Der US-Konzern hat nach eigenen Angaben zwei Jahre lang seinen CO2-Fußabdruck überprüft und nach Möglichkeiten gesucht, den Ausstoß klimaschädlicher Gase zu verringern.

Neue ORF-Serie „Fisch ahoi! Das Meer braucht eine Pause“

Der Ochs kam ins Glas, jetzt muss der Fisch in die Dose: Florian Holzer, Thomas Nowak und Ingo Pertramer verarbeiten Süßwasserfische im Akkord. 2015 waren die drei schon einmal aktiv geworden zur Endverwertung: In Ochs im Glas wurde ein Ochs sozusagen mit Haut und Haaren in Weckgläser eingerext. Das Programm kam an, wurde mehrfach ausgezeichnet und unerwartbar nach Rumänien und Usbekistan verkauft.

Es beginnt beim Fang in heimischen Gewässern wie dem Neusiedler See, dem Attersee und der Donau, wo es offenbar überraschend große Bestände gibt: „Wir waren völlig verblüfft von dieser Fülle und diesem Reichtum“, schwärmt Holzer. „200 Flusskrebse in der Donau, gleich beim Voest-Werk in Linz. 17 Kilo“, gingen ins Netz, erzählt Pertramer.

Mit vollen Netzen machen sich die drei auf in ihre – vom Ochs bekannte – Freilandküche, in der die Fänge mittels einer Dosenverschließmaschine im Retrostyle hochwertige Nahrung werden. In puncto Dosenkultur sehen die drei Österreich als rückständig an: „Bei uns hat sich das Einfrieren derartig durchgesetzt, dass alle anderen Konservierungsmethoden untergegangen sind“, sagt Holzer.

Wie sich Russland zur IT-Großmacht entwickelt

Mit mehr als 90 Millionen Usern ist der russische Internetmarkt inzwischen zum größten in Europa angewachsen. Laut den Marktforschern des Nürnberger Institits GfK haben damit 75,4 Prozent der Russen Internetzugang und der Anstieg komme, weil inzwischen auch 36 Prozent der über 55 Jahre alten Russen im World Wide Web surfen. Dabei gehen 59 Prozent der Russen über ihr Smartphone ins Netz. Interessant dabei ist, dass die Zahl der Smartphone-Verträge mit 150 Millionen höher ist als die Einwohnerzahl, Säuglinge und ältere Herrschaften eingerechnet.

Enormes Potenzial bietet auch die Branche des E-Commerce, der bereits in den vergangenen Jahren weiter gewachsen ist: Die US-Investmentbank Morgan Stanley analysiert, dass der Online-Einzelhandelsumsatz mit physischen Waren in Russland von 18 Milliarden Dollar im Jahr 2017 auf 31 Milliarden Dollar im Jahr 2020 steigen und bis 2023 sogar 52 Milliarden Dollar erreichen könnte. Der E-Commerce-Gesamtmarkt (Warenhandel und Dienstleistungen) ist indes noch deutlich größer, er lag schon 2016 bei 26 Milliarden Dollar.

Trotz des Wachstums ist in Russland noch kein dominanter E-Commerce-Anbieter entstanden. „Russland ist der letzte große Schwellenmarkt ohne einen dominanten Online-Händler“, sagen die Morgan-Stanley-Experten. Aber sie sind auch sicher: „Russland befindet sich an einem Wendepunkt.“ bis 2020 werde ein dominanter Player mit einem Wert von über zehn Milliarden Dollar entstehen.

Die vier führenden E-Commerce-Unternehmen in Russland machen derzeit nur 27 Prozent des Gesamtmarktes aus, gegenüber 63 Prozent in den USA und 84 Prozent in China. Insgesamt beträgt der Anteil des Online-Handels am gesamten Einzelhandel bisher gerade einmal drei Prozent beträgt.

Das dürfte sich laut Experten wie Adrien Henni vom Branchendienst East-West Digital News nun drastisch ändern. Zum einen haben auch bereits neun von zehn Russen laut den Marktforschern von Nielsen mindestens einmal im Netz eingekauft. Zum anderen haben sich zwei Riesen aufgemacht, den russischen Online-Markt aufzurollen: Das Unternehmen Yandex mit der gleichnamigen Suchmaschine und Sberbank, das mit Abstand größte Finanzinstitut in ganz Osteuropa, haben mit „Beru“ (Russisch für „das nehme ich“) einen schlagkräftigen Marketplace scharf gestellt. Die Sberbank, die 70 Prozent aller Russen als Kunden hat, investiert allein 500 Millionen Dollar in Beru.ru.

Die „rote Welle“ schwappt nach Russland
Daneben positioniert sich eine weitere Allianz: Der chinesische Online-Handelsriese Alibaba, die Mail.Ru Group als führender russischer Email- und Social Media-Anbieter, der russische Mobilfunker MegaFon und der staatliche Fonds Russian Direct Investment Fund (RDIF) haben im vorigen September eine „strategische Partnerschaft“ besiegelt. Sie werden dabei in den Bereichen E-Commerce, Social Media, Online Entertainment und Kommunikation zusammenarbeiten.

Der stark außerhalb Chinas expandierende Internetkonzern bringt dabei AliExpress Russia, den B2C-Marktplatz von Alibaba sowie TMall, die den Großteil der E-Commerce-Ströme zwischen China und Russland kontrollieren, ein. Mail.ru und Megafon haben zudem die tiefen Taschen des vom „Forbes“-Magazin auf 12,5 Milliarden Dollar Vermögen geschätzten Oligarchen Alisher Usmanow und bringen Pandao ein – die Plattform, über die Mail.ru bisher chinesische Produkte an russische Online-Konsumenten verkauft.

Generaldirektor der Private Equity Gesellschaft RDIF, Kirill Dmitrijew, sprach seinerseits von einer Milliarden-Investition mit der Übernahme von 13 Prozent des Joint Ventures. Am AliExpress Russia heißenden E-Commerce-Riesen hält zudem die Alibaba Group 48 Prozent, MegaFon 24 und Mail.Ru Group (die auch die führenden Social Media Kanäle Russlands kontrolliert, wie Odniklassniki und VKontakte) 15 Prozent.

Weitere Anbieter im Online-Handel sind zudem Ozon.ru und mit Ulmart.ru. Der St.Petersburger Handelskonzern profitiert vor allem von der russischen Lust, ein besonders großes Internetangebot zu haben und es dann in der eigenen Stadt testen und abholen zu können. In einer Befragung gaben 78 Prozent der Russen an, sie würden mehr Online bestellen, wenn sie die Waren selbst abholen könnten.

Denn bisher ist die Auslieferung durch „Potschta Rossii“ – Russlands Post – oft nervenaufreibend und langwierig. Doch eine Investoffensive der Post und der massive Aufbau von Logistikzentren anderer Anbieter lassen Experten an eine deutliche Zunahme von Online-Bestellungen glauben.

Yandex will mehr als nur Google- und Amazon-Rivale werden
Aber Russlands IT-Industrie geht weit über den Online-Handel hinaus. Allein mit Russlands größtem Technologiekonzern Yandex – lässt man den Schwer- und Rüstungsindustrie-Giganten Rostech unberücksichtigt – ist viel mehr als ein russischer Google-Rivale und im Begriff zum Amazon des Riesenreichs zu werden. Immerhin hat der Konzern monatlich 50 Millionen Kunden.

Zum Amazon-Rivalen gehört zum einen Yandex.Taxi, das bereits Uber in Russland geschluckt hat und laut Yandex-CFO Greg Abovsky spätestens 2020 eigenständig an die Börse gebracht werden soll. Zum anderen gehört auch der Carsharing-Anbieter Yandex.Drive mit seinen über 7000 Autos allein in der Hauptstadt Moskau zu ihm (dem mit 16.500 Carsharing-Fahrzeugen größten europäischen Markt). Zu guter Letz bietet der Konzern mit Alisa, einem Yandex-Lautsprecher à la Amazons Alexa. Yandex-eigene Auto-Bordcomputer können in Autos der Marken VW bis KIA eingebaut werden.

Dabei setzt die 1997 gegründete und offiziell in Holland registrierte Moskauer Datenkonzern vor allem auf Machine Learning und Künstliche Intelligenz. 2017 kamen noch 92 Prozent der Einnahmen aus Online-Anzeigen der Yandex-Suchmaschine. „Unser Konkurrent ist nicht Amazon, sondern der klassische Handel, der sein ganzes Leben nichts anderes als Verkaufen gemacht hat“, meint Michael Levin, Chief Data Scientist bei Yandex. Und mit der eigenen Marke würden Produkte versehen, „weil sie sehr hohes Vertrauen am Markt genießen“.

Yandex kopiert nicht nur erfolgreich Ideen aus dem Westen, hat nicht nur einen eigenen Such-Algorithmus entwickelt, sondern ist Waymo und anderen Entwicklern selbstfahrender Autos inzwischen überlegen. Das beweise der bereits mehrere tausend Male erfolgte Einsatz selbstfahrender Yandex-Taxis, meint Wladimir Issajew von Yandex.Taxi. Dabei werde jetzt eben auch mit komplizierten Wetterbedingungen experimentiert, „um alle Arten von Herausforderungen in Betracht zu ziehen, damit unsere Roboter-Autos einmal ein Massenprodukt werden“.

Helfen würde dabei die Vernetzung innerhalb des inzwischen besonders breit aufgestellten Konzerns – was er selbst euphemistisch „Eco System“ nennt -, die in deutlich mehr Bereichen Daten abgreift als westliche Wettbewerber. So „verwenden wir die anonymen Daten von Yandex.Navigator-Benutzern, die uns helfen zu verstehen, wie man das Auto in einer Stadt mit Verkehr, Geschwindigkeitsbegrenzungen, geschlossenen Straßen und anderen Situationen fährt“, sagt Issajew.

Dabei ist Yandex keineswegs allein im immer bedeutender werdenden russischen IT-Sektor. In einem zwei Milliarden Dollar schweren Deal wurde im Januar gerade mit der in New York gelisteten Luxsoft einer der größten russischen Software-Entwickler durch DXC Technology übernommen.

„Russische Gründer sind fleißig, findig und flexibel bei der Umsetzung ihrer Ideen“, lobt etwa Germany Trade and Invest. Allerdings ist Russland 2018 auf dem Bloomberg Innovations-Index um zwei Plätze auf Rang 27 heruntergegangen. Platz eins und zwei nehmen dort Südkorea und Deutschland ein, China und die USA sind dort 16. und 9.

Sicherheitsvorfälle bei Strom- und Wasserversorgern nehmen zu

Die Zahl von Zwischenfällen bei Energieversorgern und anderen Betreibern kritischer Infrastruktur hat in Deutschland stark zugenommen. Allerdings handelt es sich nicht in allen Fällen um Hackerangriffe.

Insgesamt seien 2018 allein im zweiten Halbjahr 157 Meldungen über Störungen eingegangen – davon 19 aus dem Energiesektor. In den zwölf Monaten zuvor war das BSI über 145 Störfälle insgesamt informiert worden, im vorhergehenden Berichtszeitraum über gerade mal 34.

Mehr Sicherheitsmeldungen

Die „Welt am Sonntag“ hatte Ende letzter Woche zunächst berichtet, das BSI habe deutlich mehr Meldungen über Cyberangriffe auf die Stromversorgung und andere kritische Infrastrukturen erhalten. Die Sicherheitsbehörde aber dementierte und erklärte, dass nicht jede Störung auf einen Hackerangriff zurückzuführen sei. Gemeldet werden auch andere Sicherheitsvorfälle wie der Ausfall eines Servers.

Die Sicherheitsbehörde geht laut dem Bericht dabei von einer Dunkelziffer aus, die Anzahl der Störfälle bei kritischer Infrastruktur liege noch viel höher. Anders als etwa Energieversorger müssen kleinere Betreiber Vorfälle nicht melden.

Zum Anteil von Hackerattacken an den gemeldeten Vorfällen hat das BSI bisher keine Angaben gemacht.

Bereits 2017 hatte das BSI jedoch darauf hingewiesen, dass die Gefährdungslage in den kritischen Infrastrukturen insgesamt auf hohem Niveau sei. Die meisten der 145 im letzten Berichtsjahr gemeldeten Störfälle waren laut dem deutschen Bundesamt aus dem Bereich IT und Telekommunikation, die zweitmeisten aus dem Energiesektor.

Cyber-Attacke auf Energieversorger

Im Juni 2018 hatte die Behörde gewarnt, dass deutsche Unternehmen aus der Energiebranche Ziel einer großangelegten weltweiten Cyber-Attacke waren. Die Angreifer nutzten unterschiedliche Methoden und konnten „in einigen Fällen“ auf Büro-Netzwerke der Unternehmen zugreifen, teilte die Behörde mit. Zugriffe auf die kritische Infrastruktur, also Produktions- oder Steuerungsnetzwerke, waren dem BSI nicht bekannt geworden.

Die Behörde warnte allerdings vor weiteren Angriffen. In mehreren Fällen konnten Spuren der Angreifer nachgewiesen werden, die auf Angriffsvorbereitungen zur späteren Ausnutzung hindeuteten.

Zu den Betreibern kritischer Infrastruktur gehören neben Energie- und Wasserversorgungsfirmen etwa auch Betriebe im Gesundheitswesen und in der Logistik oder Telekommunikation.

Sport 1 sichert sich Übertragungsrechte an eFootball.Pro League

Die Sportplattform Sport 1, Ismaning, baut ihr E-Sports-Portfolio weiter aus: Bereits ab 23.2.2019 sind auf Sport1.de sowie auf dem Pay-TV-Kanal eSports1 Spiele der eFootball.Pro League zu sehen. Dazu hat das Medienunternehmen plattformneutrale Medienrechte für Live- und Highlight-Berichterstattung des laufenden Wettbewerbs in Deutschland, Österreich und der Schweiz erworben.

Die reguläre Saison der eFootball.Pro League, in der sich pro Duell jeweils Teams aus zwei Spielern gegenüberstehen, ist im Dezember 2018 gestartet und geht noch bis April 2019. „Durch die Kooperationen mit der eFootball.Pro League und der TAG Heuer Virtual Bundesliga bieten wir eSports-Fans auf eSports1 nun die gesamte Bandbreite des virtuellen Fußballs an“, sagt Daniel von Busse, COO TV und Mitglied der Geschäftsleitung der Sport1 GmbH. Im Rahmen des e-Sports-Disziplin kooperiert Sport 1 mit Sportradar, einem Anbieter von Sportdaten-, Medien- und Unterhaltungslösungen.

Ai Weiwei und Til Schweiger aus Episodenfilm geschnitten

Zu dem Episodenfilm „Berlin, I Love You“ sollte auch Ai Weiwei einen Beitrag beisteuern, der bereits 2015 abgedreht wurde. Nun wurde seine Inszenierung rausgeschnitten – der Künstler beklagt Zensur.

Es war eine vom Produzenten Claus Clausen angekündigte Weltpremiere: Ai Weiwei hatte 2015 von China aus per Videochat einen Film in Berlin gedreht. Das acht Minuten lange Segment sollte Teil des Episodenfilms „Berlin, I Love You“ werden, auch Til Schweiger spielt darin mit. Nun soll die Produktion mit zehn Kurzfilmen in die Kinos kommen – allerdings ohne den Teil des bekanntesten zeitgenössischen Künstlers.

Ai Weiwei beklagt, die Produktionsfirma habe seine Arbeit aus dem Film geschnitten, weil man politische Konsequenzen seitens der chinesischen Regierung fürchte. Schon vor Jahren fiel der 61-Jährige bei den Machthabern in Peking in Ungnade und stand zeitweise unter Hausarrest.

Auch die Berlinale habe Druck ausgeübt, seinen Beitrag zu verhindern, sagt Ai Weiwei. „Ich fragte meinen Produzenten. Der sagte mir, die Berlinale hätte den Film nicht akzeptiert, wenn ich ein Teil davon gewesen wäre.“ Der Film hat mit „Paris, je t’aime“ (2006), „New York, I Love You“ (2009) und „Rio, Eu Te Amo“ (2014) erfolgreiche Vorläufer.

Karl Lagerfeld ist 85-jährig gestorben

Als Designer der Pariser Modehäuser Patou (1958–1963) und Chloé (1963–1978) war Lagerfeld in den Nachkriegsjahrzehnten zwar eine feste Größe der Pariser Mode, wirklichen Ruhm streiften damals aber nur die „Couturiers“ ein, Designer, die für ihr eigenes Haus entwerfen. Lagerfeld aber war im Unterschied zu Saint Laurent ein „Styliste“, jemand, der für ein anderes Haus, einen anderen Namen arbeitet.

Coco Chanel hatte ein Arsenal an wiedererkennbaren Stilelementen geschaffen. Doch es war Lagerfeld, der daraus wieder ein modernes und hochprofitables Designuniversum schuf. „Man nennt mich auch Logofeld“, scherzte Lagerfeld einmal in einem Interview, und auch wenn er damit in erster Linie seine eigene Verwandlung in eine Ikone (Vatermörder, Sonnenbrille, weißgepuderter Pferdeschwanz, Motorradhandschuhe und unzählige Ringe) meinte: Das Wort trifft auch auf seine Arbeit für Chanel zu.

Allein für das legendäre französische Modehaus entwarf Lagerfeld acht Kollektionen im Jahr. Dazu kamen noch zwei für das römische Pelz- und Luxushaus Fendi, für das er ohne Unterbrechung seit 1965 (!) arbeitete, und bis zu zehn Kollektionen im Jahr für das Label Karl Lagerfeld. Bei letzterem wechselten in Laufe seiner Geschichte genauso oft die Besitzer wie die Labelnamen. Multitasker ist das Wort, das im Falle von Lagerfeld besonders oft fällt.

Der Modemacher, der Fotograf, der Bücherverleger, das Katzen-Herrl, der Selbstoptimierer, der Marketingmagier: Lagerfeld war schon immer berühmt dafür, dass er auf vielen Hochzeiten gleichzeitig tanzt. Bis heute weiß man nicht, für welche Modefirmen er im Laufe seiner langen Laufbahn im Geheimen sonst noch arbeitete. Sich in das Designrepertoire anderer Marken hineinzuversetzen und es neu zu erfinden – darin war Lagerfeld Weltmeister. Nur bei seiner eigenen Marke war dem Designer nie wirklicher Erfolg beschieden. Vielleicht, weil es so etwas wie einen bestimmten Lagerfeld-Stil nie gegeben hat.

Im Jänner erschien Lagerfeld nicht wie üblich am Ende seiner Modeschau. Spekulationen über seinen Gesundheitszustand hatten bereits seit längerer Zeit die Runde gemacht. Am 18. Februar wurde er laut französischen Medienberichten ins Krankenhaus eingeliefert. Am Morgen des 19. Februars ist er im Alter von 85 Jahren gestorben. Lagerfelds Nachfolgerin bei Chanel wird die bisherige Vize-Kreativdirektorin Virginie Viard.

SAP steht vor dem nächsten großen Personalumbruch

Dass sich SAP immer wieder an technische Neuerungen anpassen muss, ist unstrittig. Und dass der Konzern eine großzügige Regelung anbieten will, nimmt den Mitarbeitern die Angst. Allerdings dürfte das Programm große Veränderungen mit sich bringen, gerade in der Konzernzentrale in Walldorf. Wenn der Aufsichtsrat ab diesem Mittwoch tagt, dürfte der Plan daher auf der Tagesordnung stehen.

Mit dem Programm will SAP die Belegschaft umfangreich umbauen. 800 bis 950 Millionen Euro plant der Konzern ein, um Mitarbeiter in den Vorruhestand zu verabschieden oder ihnen Abfindungen anzubieten. Unabhängig davon gibt es ein neues Altersteilzeitprogramm, auf das sich Management und Konzernbetriebsrat jüngst einigen konnten.

SAP geht aufgrund früherer Erfahrungen davon aus, dass weltweit bis zu 4 400 Mitarbeiter das Unternehmen verlassen, davon 1000 bis 1200 in Deutschland. Sollten es mehr sein, würde das Management das aber akzeptieren, wie es anklingen lässt. Die Resonanz hängt indes von der konkreten Gestaltung ab, über die der Vorstand derzeit mit dem Konzernbetriebsrat verhandelt.

Gerade in der Zentrale in Walldorf gibt es viele Mitarbeiter, für die das Programm infrage kommen könnte: Sie heuerten ab den 1990er-Jahren an, als SAP zu einer globalen Größe wurde. Arbeitnehmervertreter berichten, dass in der Altersklasse ab 55 zahlreiche Kollegen hoffen, sich mit einer großzügigen Regelung in den Ruhestand verabschieden zu können.

Bereits 2015 hatte der Konzern älteren Mitarbeitern üppige Abfindungsangebote gemacht. Bei zehn Jahren Betriebszugehörigkeit wurden 18,5 Monatsgehälter gezahlt, bei 20 Jahren 33,4 und 30 Jahren 43,5.

Gleichzeitig sucht SAP in den Wachstumsbereichen weiter Mitarbeiter. „Wir gehen davon aus, dass wir Ende des Jahres mehr Mitarbeiter haben werden als jetzt“, so Cawa Younosi, Personalchef von der deutschen Gesellschaft, gegenüber dem Handelsblatt. Da das Prozedere langwierig sei, habe die Personalabteilung bereits Pläne entwickelt. Im März soll eine Rekrutierungsoffensive beginnen.

Stefanie Penck ist neue Marco Polo-Chefredakteurin

Stefanie Penck hat die Chefredaktion für die Marke Marco Polo übernommen. Marion Zorn, bisher Chefredakteurin der Marco Polo-Reiseführer, hat das Unternehmen verlassen. Ihre Nachfolgerin ist bereits seit 2017 bei MairDumont an Bord. Davor war Penck Programmleiterin bei GeraNova Bruckmann. Mit ihrer Berufung zur Chefredakteurin wurde gleichzeitig die langjährige Redakteurin Kristin Wittemann zur stellvertretenden Chefredakteurin Marco Polo ernannt.

Türkei: Führende Ex-Mitglieder von „Cumhuriyet“ müssen ins Gefängnis

Führende Ex-Mitarbeiter und Journalisten der regierungskritischen türkischen Zeitung „Cumhuriyet“ müssen nach einem gescheiterten Berufungsverfahren ins Gefängnis. Das Berufungsgericht in Istanbul wies den Einspruch der 14 Angeklagten zurück, die im vergangenen April zu teils mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden waren.

Unter den Verurteilten waren der Herausgeber Akin Atalay, der Chefredakteur Murat Sabuncu und der Kolumnist Kadri Gürsel. Die Angeklagten waren wegen der Unterstützung verschiedener Terrororganisationen zu Haftstrafen bis zu acht Jahren verurteilt worden. Jene Angeklagten, die mehr als fünf Jahre erhielten, können nun noch Einspruch vor dem Kassationsgericht einreichen.

Laut „Cumhuriyet“ müssen jedoch sechs frühere Mitarbeiter mit Haftstrafen unter fünf Jahren ins Gefängnis zurückkehren, um den Rest ihrer Strafe zu verbüßen. Dies betrifft unter anderem den Karikaturisten Musa Kart. Jene Angeklagten, die mehr als fünf Jahre erhielten, können nun noch Einspruch vor dem Kassationsgericht einreichen.

TV-Wartezimmer steigert Werbeumsätze 2018 um 90 Prozent

TV-Wartezimmer, ein Anbieter für digitale Arzt-Patienten-Kommunikation mit Sitz in München, erwirtschaftete im vergangenen Jahr Netto-Mediaumsätze in Höhe von zwei Millionen Euro – ein Plus von 90 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Wie das Health-TV-Network mitteilte, stieg die Anzahl der Neukunden an (+ 60 %). Im Jahr 2018 warben erstmals Unternehmen wie CP GABA, ARAG oder die Paul Hartmann AG im Programm.

TV-Wartezimmer wurde 2003 gegründet und verfügt über mehr als 7.000 installierte Systeme in deutschsprachigen Arztpraxen und Kliniken. Das Programmangebot, das unter anderem Patientenfilme über Vorsorgemöglichkeiten und Therapieformen bietet,erreicht nach Sender-Angaben pro Monat mehr als sieben Millionen Zuschauer.

Telefónica Deutschland mit geringerem Verlust

Der Mobilfunkkonzern Telefónica Deutschland hat seinen Verlust 2018 von 381 auf 230 Millionen Euro verringert. Der Trend zur Nutzung von Videos, Fotos und Musik via Smartphone habe den mobilen Datenverkehr in seinem Netz 2018 um 49 Prozent auf 622.000 Terabyte wachsen lassen. Die Einnahmen aus dem Verkauf von Smartphones seien deutlich gestiegen, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit.

Aber hohe Abschreibungskosten belasteten das Unternehmen weiterhin, und der Festnetzumsatz sank. Die Integration des übernommenen Konkurrenten E-Plus sei inzwischen im Wesentlichen abgeschlossen. Für das laufende Jahr stellte das Unternehmen einen unveränderten Umsatz von 7,3 Milliarden Euro und einen unveränderten oder etwas höheren Betriebsgewinn in Aussicht.

Mit 45,3 Millionen Mobilfunkanschlüssen ist Telefónica nach Kunden die Nummer eins im deutschen Markt. Durch weitere LTE-Stationen konnte das Unternehmen bei der Netzqualität im vergangenen Jahr aufholen. Der LTE-Ausbau soll dieses Jahr weiter vorangetrieben werden. Insgesamt sollen weiterhin 13 bis 14 Prozent des Umsatzes für Sachinvestitionen ausgegeben werden.

Trotz des Jahresverlusts will Telefónica Deutschland eine Dividende von 27 Cent je Aktie ausschütten. Die spanische Mutter Telefónica hält 69 Prozent der Aktien und erhält damit 556 Millionen Euro.

Telefónica Deutschland – in Deutschland vor allem für die Marke „o2“ bekannt – hatte 2014 den Düsseldorfer Mobilfunkanbieter E-Plus für 8,6 Milliarden Euro übernommen und die Integration des Netzes vergangenes Jahr abgeschlossen.

Russischer Sender RT empört über Sperrung „beliebter“ Facebookseite

Die Sperrung einer zum russischen Fernsehsender RT gehörenden Facebookseite hat für Empörung in Moskau gesorgt. „Wir haben keinerlei Facebookregeln gebrochen“, beschwerte sich RT-Chefredakteurin Margarita Simonjan im Messengerdienst Telegram.

Facebook habe die „weithin beliebte“ Seite des englischsprachigen RT-Projekts „In the Now“ nach einem Bericht des US-Senders CNN gesperrt, „ohne die Anschuldigungen darzulegen“.

Der CNN-Bericht hatte offengelegt, dass „In the Now“ – ebenso wie RT – vom russischen Staat finanziert wird. Simonjan argumentierte, es sollte kein Problem sein, dass die Seite die russische Finanzierung den Nutzern gegenüber nicht offen kommuniziert hätte.

„Erklärung von Facebook“

Kreml-Sprecher Dmitri Peskow forderte eine „Erklärung von Facebook hinsichtlich der genauen Gründe“ für die Sperrung. Das soziale Netzwerk sei ein „Druckmittel“ Washingtons, fügte er hinzu.

Facebook begründete die Sperrung mit fehlenden Angaben zur Herkunft der Inhalte. Besucher einer Seite sollten nicht die Irre geführt werden darüber, „wer dahinter steht“, teilte das Unternehmen auf AFP-Anfrage mit.

Die Facebookseite von „In the Now“ war am Montag nicht abrufbar. Auf der Videoplattform Youtube erklärt „In the Now“, eine „Gemeinschaft aufmerksamer Medienkonsumenten um wichtige, neugierige und zielgerichtete Inhalte“ aufbauen zu wollen. Der 2014 gestartete Youtube-Kanal erwähnt keine Verbindung zu RT oder Russland und hat 2,8 Millionen Seitenaufrufe. Die gesperrte Facebookseite zählte laut Simonjan vier Millionen Abonnenten und 2,5 Milliarden Aufrufe.

Junges Publikum

Das von der EU finanzierte Projekts EU vs. Disinfo (EU gegen Fehlinformation) erklärte, „In the Now“ sei für ein junges Publikum erschaffen worden, das mit den politischen Berichten von Russia Today nichts anfangen kann. Videos über die Säuberung der Ozeane oder wachsenden Atheismus hätten einen „hohen emotionalen und Unterhaltungswert“ und dienten als „Köder“, um die Verbindungen des Projekts mit Russland zu „tarnen“, hieß es.

Facebook hatte im vergangenen Monat nach eigenen Angaben mehr als 500 aus Russland stammende Seiten gelöscht. Die meisten von ihnen wiesen Verbindungen zu Mitarbeitern der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Sputnik auf, an deren Spitze ebenfalls Simonjan steht.

„Bezos entblößt Schniedel“: Wie im amerikanischen Boulevard unter der Gürtellinie gekämpft wird

Auf den ersten Blick sieht der Sexskandal des Amazon-Chefs Jeff Bezos nach dem alltäglichen Promiklatsch aus. Dahinter verbergen sich jedoch politische Intrigen, wie man sie nur aus Hollywoodfilmen kennt.

In Amerika blickt man derzeit fasziniert in die Abgründe der Boulevardpresse, auf eine Skandalgeschichte mit vielen Vektoren: Genital-Selfies eines hormongesteuerten Multimilliardärs, zwielichtige Trump-Anwälte, Mobiltelefon-Hacker und Erpressungen bis hin zu den mörderischen Machenschaften Saudiarabiens.

Die Rede ist vom Fall eines Revolverblatts das gegen Jeff Bezos schießt, Amazon-Gründer und mit rund 160 Milliarden Dollar reichster Mann der Welt. Am Anfang der Räubergeschichte steht – ganz Boulevard – ein Sexskandal. Der bekannteste Titel der US-Regenbogenpresse, der wie fast alle Tabloids von American Media Inc. (A.M.I.) herausgegebene „National Enquirer“, hat Anfang Januar eine explosive Geschichte im Angebot: Jeff Bezos’ 25-jährige Ehe steht wegen einer Affäre vor dem Aus. Der „National Enquirer“ verfügt über anzügliche Textnachrichten von Bezos und seiner Geliebten Lauren Sánchez. Bezos bekommt Wind, kommt der Enthüllung zuvor und kündigt kurz vor der Publikation der Story öffentlich die Trennung von seiner langjährigen Gattin MacKenzie an.

Die Macht der Supermarket-Tabloids

So weit, so Boulevard. Auch in den USA verkauft sich feixende Schadenfreude über Fehltritte der Schönen, Reichen und Mächtigen gut. In Regalen vor der Supermarktkasse locken Schockschlagzeilen der bunten Magazine, oft jenseits der Geschmacksgrenze. Klatsch, Krankheit, Drogen, Sex, auf Verdacht hin als schön aufbereitetes Gerücht – was der „Enquirer“ druckt, ist derber und fieser, als man es im puritanischen Amerika erwarten würde. Möglich macht das der in den USA hohe Schutz der Pressefreiheit. Das Risiko, sich Verleumdungsklagen einzufangen, ist sehr überschaubar. Kann ein Verleger den Neuigkeitswert einer Story darlegen, entgeht er dem Vorwurf der Ehrverletzung oder Persönlichkeitsschädigung in den USA eher als anderswo.

Auch deswegen verkauft der von William Randolph Hearst 1926 gegründete „Enquirer“ immer noch über 300 000 gedruckte Exemplare, viele davon in Walmart-Filialen und anderen Supermärkten. Das ist zwar nur noch ein Bruchteil früherer Auflagen – den Rekord hält ein 6,7 Millionen Mal verkauftes Heft mit dem Foto von Elvis Presleys Sarg von 1977. Dennoch dominiert das vom A.M.I-CEO David Pecker seit 1999 geleitete Magazin das Segment der Supermarket-Tabloids. Mit dem Kauf von Konkurrenten wie Rupert Murdochs „Star“ oder dem „Globe“ des kanadischen Publishers Mike Rosenbloom erlangte Pecker bereits um die Jahrtausendwende das Boulevard-Monopol. Seine Medienmacht setzt der in der Bronx geborene New Yorker strategisch ein.

ARD-Generalsekretärin wegen internen Papiers massiv in der Kritik

Ein Papier zeigt, wie die Öffentlich-Rechtlichen sich selbst durch sprachliche Tricks besser dastehen lassen – und Konkurrenten diffamieren.

Weil in der Arbeit der im kalifornischen Berkeley forschenden deutschen Sprachwissenschaftlerin Elisabeth Wehling Kampfbegriffe für die Konkurrenz und Weißwäscherworte für die eigene Welt empfohlen werden, debattiert das Land heftig über die ARD und ihre verantwortliche Generalsekretärin. Die meldete sich mit einer „Klarstellung“ zu Wort, die allerdings vor allem neue Fragen aufwirft. „Framing Manual“ sei ein „missverständlicher Titel“, verkündete Pfab auf der ARD-Website.

Es handele sich lediglich um Vorschläge und eine „Diskussionsgrundlage“ für Teilnehmer an Workshops mit Framing-Expertin Wehling. Die Aufregung um das Papier entstehe nur, wenn man den Kontext ausspare – auch deswegen sei es „zur Weitergabe völlig ungeeignet“. Es gehe um einen „verantwortungsvollen Umgang mit Sprache“, so Pfab. Der solle in Workshops den eigenen Mitarbeitern vermittelt werden.

In dieser Terminologie wird die böse Welt als „Profitwirtschaft“, „Kommerzfernsehen“ oder als „profitmaximierende Sender“ gegeißelt. Als Beispielslogans werden „Fernsehen ohne Profitzensur“ oder „Exzellenz statt Umsatz“ genannt sowie „Wir sind deins“. Der Satz wurde Ende 2017 tatsächlich der neue Leitspruch der ARD, ein Erbe der damaligen ARD-Vorsitzenden Karola Wille vom Mitteldeutschen Rundfunk. Sie hatte viel über Wesen und Reformen der ARD arbeiten lassen und das Framing-Projekt gefördert. Nachfolger Ulrich Wilhelm vom Bayerischen Rundfunk (BR) setzt andere Schwerpunkte.

Der Schlagzeilen um Susanne Pfab legen nahe, wie wenig Segen auf dem Amt der ARD-Generalsekretärin liegt. 2006 war es als Vehikel für mehr Schlagkraft entstanden, was den damaligen ARD-Granden Fritz Pleitgen und Jobst Plog überaus gefiel. Doch die erste Amtsinhaberin Verena Wiedemann stritt 2011 vor Gericht wegen Mobbing und Diskriminierung. Man einigte sich geräuschlos.

Dann verpflichtete die ARD bereits im September 2012 Susanne Pfab; sie hatte von 2002 bis 2006 das Gremienbüro des BR geleitet, ehe sie dann die Geschäfte der Konferenz aller ARD-Gremienvorsitzenden führte. Aus familiären Gründen war Pfab jedoch erst Anfang 2015 bereit für ihren Job als Generalsekretärin, ausgestattet mit einem Vertrag bis Ende 2019. Eine Frau, die sich als „verbindendes Element“ versteht und „auch mal Wadln beißen“ will, wie man es in der Politik mache.

T-Mobile und Sprint nehmen den Kampf um ihre Fusion wieder auf

Mit dem Ende des Shutdowns in den USA haben auch T-Mobile US und Sprint ihre Lobbyarbeit wieder hochgefahren. Schließlich arbeiten jetzt die Behörden, die der geplanten Fusion zwischen der Nummer drei und der Nummer vier des US-Mobilfunkmarkts ihren Segen geben müssen, erneut mit voller Kraft.

Der oft schrill auftretende T-Mobile-Chef John Legere wirbt persönlich um das Wohlwollen der Telekomaufsicht FCC und stellte sich in der vergangenen Woche im magentafarbenen T-Shirt den Fragen des Kongresses.

Im vergangenen Jahr hatte die geplante Fusion bereits wichtige Zustimmung von verschiedenen Stellen bekommen, die für die nationale Sicherheit zuständig sind. Aber das endgültige Okay der FCC und des Justizministeriums stehen noch aus.

Erst vor Kurzem hatte eine Gruppe von acht demokratischen Senatoren und der unabhängige Bernie Sanders in einem Schreiben die Behörden dazu aufgerufen, die Fusion zu blockieren. Sie fürchten Jobverluste und höhere Mobilfunkpreise für Verbraucher, wenn sich die Nummern drei und vier des Markts zusammentun.

In der Anhörung hat sich Legere vor allem als Garant des amerikanischen Fortschritts beim Ausbau der künftigen Mobilfunkgeneration 5G positioniert. „Das neue T-Mobile wird sicherstellen, dass Amerika das 5G-Rennen gewinnt“, sagte er vor den Politikern. Der Echtzeitmobilfunk könnte die amerikanische Wirtschaft voranbringen.

‚Diva‘ goes Schweiz

Die Diva, laut Eigendefinition Österreichs Magazin für Mode, Schönheit und Luxus, feiert heuer ihren 30. Geburtstag. Zum runden Jubiläum begibt man sich dabei in neue Gefilde, denn die Styria will mit dem Titel jetzt auch den Schweizer Lesermarkt erobern. Bereits von 2013 bis 2014 war das Verlagshaus mit der Stilbibel, einer zweimal jährlich erscheinenden Sonderausgabe der Diva zu den Key-Looks der Saison, bei den Nachbarn im Westen vertreten. Unter geänderten Vorzeichen nimmt man sich den Markt nun mit einer Mutation der Österreich-Ausgabe der Diva erneut vor.

Netflix beendet auch seine letzten beiden Marvel-Serien

Etwas mehr als fünf Jahre ist es nun her, dass Netflix im Rahmen eines großen Deals eine ganze Reihe von Marvel-Serien angekündigt hat, nun hat Netflix auch das Ende der letzten beiden noch verbliebenen Produktionen der Disney-Tochter angekündigt.

In einem Rutsch kündigten Netflix und die zu Disney gehörenden Marvel Studios vor etwas mehr als fünf Jahren die Produktion von gleich fünf Marvel-Superhelden-Serien an. Letztlich entstanden sogar sechs an der Zahl – doch nun geht die Marvel-Ära bei Netflix geht komplett zu Ende. Nachdem zuletzt schon bei „Daredevil, „Iron Fist“ und „Luke Cage“ der Stecker gezogen wurde und „The Defenders“ ohnehin nur auf eine Staffel angelegt war, bestätigte Netflix nun auch das Aus für „The Punisher“ und „Jessica Jones“.

Offiziell hat sich Netflix nie zu den genauen Gründen für das Aus der Marvel-Serien geäußert, es ist aber schon aufgrund der zeitlichen Koinzidenz nicht allzu schwer zu erraten, dass es nicht zuletzt mit den eigenen Streaming-Ambitionen von Disney zusammenhängt. Neue Marvel-Inhalte werden auch bei Disney+ eine Heimat finden – und bei Netflix war man wohl nicht gewillt, mit den Marvel-gebrandeten Serien für den neuen Konkurrenten auch noch Werbung zu machen.

App holt Weltkriegs-Zeitzeugen virtuell ins Klassenzimmer

Bomber über den Köpfen, Enge im Bunker: Mit einer neuen App können Zeitzeugen des Zweiten Weltkriegs und des Nationalsozialismus ihre Erlebnisse für Schüler virtuell erlebbar machen. „Es war die Hölle“, sagte Anne Priller-Rauschenberg über einen Bombenangriff auf ihre Heimatstadt Köln, den sie erlebte.

„Feuer, Sturm, Hitze, kein Essen, kein Schlaf“, berichtete die 88-Jährige bei der Vorstellung des Projekts. „Es ist eine wichtige Aufgabe, das konserviert wird, was die Zeitzeugen zu sagen haben“, sagte WDR-Intendant Tom Buhrow, in dessen Auftrag die App „WDR AR 1933-1945“ entwickelt wurde.

Mit Tablets oder Smartphones können Nutzer die Zeitzeugen in das Klassenzimmer oder die eigene Wohnung holen. Durch sogenannte Augmented Reality erscheinen Hologramme und Animationen auf dem Bildschirm. Wenn Priller-Rauschenberg von Funken spricht, wehen sie durchs Bild. Später stehen Nutzer vor der zerstörten Kölner Innenstadt. „Das muss weitergegeben werden. Das darf nie verloren gehen“, sagte die Zeitzeugin. Die kostenlose App ist zunächst für Apple-Geräte verfügbar. Eine Android-Version soll bald folgen.

Auch Überlebende der deutschen Luftangriffe auf London und der Blockade von St. Petersburg schildern in kurzen Videos ihre Erfahrungen. „Wir haben nach einer Form gesucht, die bei Jugendlichen funktioniert“, sagte Maik Bialk aus der WDR-Redaktion Doku und Digital.

Samsung will von Huawei-Problemen profitieren

Samsung Electronics will Profit aus den Spionagevorwürfen gegen den weltgrößten Netzwerkausrüster Huawei schlagen und sein eigenes Infrastrukturgeschäft ausbauen. Es würden mehr Ressourcen in den Bereich gesteckt, sagten mehrere Firmenvertreter. Demnach wechseln Manager und andere Angestellte von der schwächelnden Handysparte zur Netzwerk-Tochter.

Der Technologiegigant setzt angesichts der weltweiten Schwierigkeiten des Branchenprimus darauf, dass jetzt die Stunde der Südkoreaner schlägt. Den chinesischen Rivalen Huawei beuteln Spionagevorwürfe. In vielen Industriestaaten laufen Anstrengungen, den Anbieter sowie seinen kleineren heimischen Konkurrenten ZTE vom Ausbau des 5G-Netzes auszuschließen.

Der neue Mobilfunkstandard, der deutlich schnellere und reibungslosere Übertragungsraten verspricht, wird derzeit erst eingeführt. Beim Vorgängernetz 4G haben die meisten Telekomkonzerne weltweit mit den Chinesen zusammengearbeitet.

Angesichts der Schwächen auf dem Smartphone- und Chipmarkt will Samsung in den nächsten drei Jahren 22 Milliarden Dollar in 5G-Technologien und andere Felder investieren. Wie viel von der Summe genau in 5G wandert, lässt der Konzern – auch auf Anfrage – offen. Neben den notwendigen Investitionen in neue Technik wird das Unternehmen einige Gelder benötigen, um Talente anzulocken.

„Wir benötigen mehr Software-Ingenieure und wollen mit der Regierung zusammenarbeiten, um diese zu finden“, zitierten Regierungsvertreter den Samsung-Chef Jay Y. Lee aus einem Gespräch mit dem Ministerpräsidenten Lee Nak Yeon.

Während Samsung auf Expansion setzt, befinden sich Nokia und Ericsson auf einem ganz anderen Pfad und sind eher dabei, Kosten zu streichen. Bisher konnten sie nach Einschätzung von Branchenkennern kaum von den Huawei-Problemen profitieren. Allerdings sind die Zyklen im kosten- und zeitintensiven Telekomsektor lang und Veränderungen in den Geschäftsbeziehungen machen sich erst nach und nach bemerkbar.

Netflix zahlt in deutsche Filmförderung ein

Während der Berlinale ist bekannt geworden, dass der Streaminganbieter Netflix künftig Filmabgabe nach dem deutschen Filmförderungsgesetz zahlen wird. „Netflix lässt seine Klagen fallen und zahlt künftig in die deutsche Filmförderung ein. Diesen Schritt begrüße ich sehr“, sagte die kultur- und medienpolitische Sprecherin der Unionsfraktion, Elisabeth Motschmann (CDU).

Netflix zeige damit, dass Deutschland als Filmmarkt international attraktiv sei. Dass neben Amazon nun auch der zweite große Streaminganbieter seiner Abgabepflicht nachkomme, trage zur Fairness bei, betonte Motschmann. Während der Berlinale habe Netflix-Chef Reed Hastings Kulturstaatsministerin Monika Grütters getroffen, die den Streamingkonzern aufgefordert habe, sich „verdammt an die Regeln des hiesigen Marktes zu halten“.

Wer in Deutschland mit Filmen Umsätze macht, muss darauf Abgaben leisten. Die Kinos mit dem höchsten Umsatz zahlen einen Anteil von 1,8 bis 3 Prozent des Umsatzes an die Filmförderungsanstalt (FFA). Die Filmabgabe wird neben den Kinos von der Videowirtschaft und dem Fernsehen erhoben. Motschmann forderte Google auf, diesem Beispiel zu folgen und für seinen Dienst Google Play Movies ebenfalls an die Filmförderungsanstalt zu zahlen.

Wie die Förderungsanstalt auf Nachfrage der Welt bestätigte, zahlt Netflix ab September in die deutsche Filmförderung ein. Die Anstalt erhält insgesamt von allen Marktteilnehmern jährlich 75 Millionen Euro. Von den Videoanbietern kommen bisher rund 14 Millionen Euro, hierzu wird künftig auch Netflix einen Anteil beitragen. Ein für Netflix sicher überschaubarer Betrag.

Videogames machen nicht gewalttätig

Hartnäckig hält sich die Ansicht, dass das Spielen von gewaltverherrlichenden Games Jugendliche aggressiver mache. Wissenschafter der University of Oxford haben nun in einer Studie keine Belege für diese Hypothese gefunden.

In einer Untersuchung mit rund tausend Teenagern im Alter von 14 und 15 Jahren kamen die Forscher zum Schluss, dass das Spielen von Gewaltspielen nicht zu aggressiverem Verhalten führe – auch dann nicht, wenn immer intensiver gespielt werde.

Gewaltbereitschaft im Alltag
Es gebe auch bei zunehmendem Konsum von Gewaltspielen keinen Hinweis auf einen «kritischen Kipp-Punkt», an dem Spieler plötzlich zu mehr Gewalt neigten, so die Forscher. Für ihre Untersuchung ließen die Wissenschafter die Teenager unterschiedliche Gewaltspiele spielen und verglichen Nutzungsdauer und Verhalten mit dem vorangegangenen Vergleichsmonat.

Für die Bewertung des Gewalt-Levels der Games wurde ein unabhängiges Bewertungssystem auf Basis der europäischen und amerikanischen Altersfreigabesysteme genutzt.

Kein messbarer Einfluss
Darin unterscheide sich die Untersuchung von vielen anderen Studien zum Thema, bei denen jugendliche Teilnehmer den Gewalt-Level selbst bewerteten, so die Autoren der Studie. Auch habe man die Einschätzung des eigenen Aggressionsverhaltens nicht den Probanden überlassen, sondern Erziehungsberechtigte oder Betreuer der Jugendlichen befragt.

Die Forscher gehen davon aus, dass zwei Drittel der männlichen Teenager und fast 50 Prozent der Mädchen regelmäßig gewaltvolle Games spielen. Dass allein der Konsum von Gewaltspielen keinen messbaren Einfluss auf aggressives Verhalten von Jugendlichen habe, hieße jedoch nicht, dass manche Mechanismen und Situationen beim Gaming nicht etwa negative Reaktionen wie Wut oder etwa Versagensängste förderten, so die Forscher.

Ein anderes Problem sehen Experten darin, dass es bei jungen Menschen zunehmend zu einer exzessiver Nutzung von Computerspielen und sozialen Netzwerken komme.

Heranwachsende im Alter von 12 bis 17 Jahren seien stärker als andere Altersgruppen gefährdet, Abhängigkeiten zu entwickeln, warnten Forscher im letzten Jahr anlässlich eines Kongresses für Suchtforschung und Suchttherapie. Laut den Experten kann exzessiver Konsum zu sozialer Isolation führen und das Risiko von Depressionen erhöhen.

UK: Facebook hat gegen Datenschutz verstoßen

Facebook hat nach Einschätzung des britischen Parlaments „vorsätzlich und wissentlich“ gegen Datenschutz- und Wettbewerbsrecht verstoßen. In einem Bericht fordern Abgeordnete in London, dass Social-Media-Unternehmen für Inhalte, die auf ihren Seiten geteilt werden, Verantwortung übernehmen. „Unternehmen wie Facebook sollten sich nicht wie ‚digitale Gangster‘ in der Online-Welt verhalten dürfen“, so der Bericht.

Seit 2017 hatten Parlamentarier mitunter untersucht, welche Rolle „Fake News“ beim US-Wahlkampf sowie beim Brexit-Referendum gehabt haben könnten. Der Bericht befasst sich auch mit dem Datenskandal um Cambridge Analytica. In dem Fall hatte der Entwickler einer Umfragen-App vor rund fünf Jahren Informationen von Dutzenden Millionen Facebook-Nutzern an die Datenanalyse-Firma Cambridge Analytica weitergegeben. In dem Parlamentsbericht heißt es nun, Facebook sei bereit, sich über Datenschutzeinstellungen seiner Nutzer hinwegzusetzen, um Daten an App-Entwickler weiterzugeben.

Die Parlamentarier fordern einen verbindlichen Verhaltenskodex, auf dessen Basis Technologieunternehmen gegen „schädliche und illegale Inhalte“ auf ihren Seiten vorgehen müssten. Eine unabhängige Regulierungsbehörde sollte dies überwachen und hohe Bußgelder verhängen, wenn Unternehmen sich nicht daran hielten, heißt es in dem Bericht des Ausschusses für Digitales, Kultur, Medien und Sport.

Die Abgeordneten werfen Facebook-Chef Mark Zuckerberg darin auch „Missachtung“ des britischen Parlaments vor, weil er sich geweigert hatte, dort zum Umgang seines Unternehmens mit Nutzerdaten auszusagen. Der Ausschuss hatte Zuckerberg im Zuge des Datenskandals um Cambridge Analytica aufgefordert, persönlich zu erscheinen.

Goldener Bär geht an den israelischen Film „Synonyme“

Als erster Regisseur aus Israel hat Nadav Lapid den Goldenen Bären gewonnen. Die Internationale Jury der 69. Berlinale unter Vorsitz der französischen Schauspielerin Juliette Binoche zeichnete sein Drama „Synonyme“ mit dem Hauptpreis des Festivals aus. „Synonyme“ handelt vom jungen Yoav (Tom Mercier) aus Tel Aviv, der seine Vergangenheit hinter sich lassen will.

  • Der Silberne Bär für die beste Regie ging an Angela Schanelec. Die 57-Jährige erzählt in „Ich war zuhause, aber…“ davon, wie eine Mutter mit dem Tod ihres Partners umgeht. Es ist aber auch ein Film über die Kunst an sich.
  • Das Drama „Systemsprenger“ der deutschen Regisseurin Nora Fingscheidt bekam den Alfred-Bauer-Preis.
  • Den Großen Preis der Jury holte der französische Regisseur François Ozon mit „Gelobt sei Gott“ über Missbrauch in der katholischen Kirche.
  • Als beste Darsteller wurden die Chinesen Yong Mei und Wang Jingchun ausgezeichnet: Sie spielen in „So Long, My Son“ ein Ehepaar, dessen Schicksal über 30 Jahre hinweg begleitet wird.
  • Der Silberne Bär für das beste Drehbuch geht an ein Team um den Autor und Mafiakritiker Roberto Saviano.

Warren Buffett verkauft Aktien von Apple

Buffets Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway veräußerte gar erstmals Anteilsscheine von Apple!

Das letzte Hohelied auf Apple klingt bei manchem Anleger noch nach. “Hunderte Millionen und nochmals viele Hunderte Millionen Menschen verbringen praktisch ihr ganzes Leben mit dem iPhone”, erklärte Großaktionär Warren Buffett im letzten Jahr und verglich Apples Kultsmartphone mit anderen unentbehrlichen Dingen.

“Ich habe ein Flugzeug, das mich vielleicht eine Million Dollar im Jahr kostet. Aber wenn ich das iPhone wie meine Freunde nutzen würde, würde ich eher auf das Flugzeug als auf das iPhone verzichten”, frohlockte Buffett noch im vergangenen September, als der iKonzern kurz vor dem Launch des iPhones jenseits der Bewertungsmarke von einer Billion Dollar von Allzeithoch zu Allzeithoch sprang.

Der legendäre Investor hatte zuvor noch erklärt, er wünschte, ihm würden 100 Prozent an Apple gehören. Im Falle nachgebender Kurse würde er seine Position weiter ausbauen, so wie es das “Orakel von Omaha” zwei Jahre lang auch bei deutlich gestiegenen Kursen getan hatte.

Die große Chance, die mit Abstand größte Position seiner Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway aufzustocken, bekam Buffett so unerwartet wie der Rest der Wall Street im vierten Quartal, in dem Apple in den freien Fall überging und in der Spitze mehr als 40 Prozent an Wert verlor.

Doch was machte Buffett aus der seltenen Chance? Er ließ sie komplett verstreichen, wie aus der Pflichtmeldung bei der US-Börsenaufsicht hervorgeht. Mehr noch: Nicht nur, dass die 87-jährige Investmentlegende erstmals keine weiteren Apple-Aktien einsammelte – Berkshire Hathaway trennte sich sogar von Papieren!

Knapp drei Millionen Aktien veräußerte Berkshire zwischen vergangenem Oktober und Dezember. So hat ein Fondsmanager der Beteiligungsgesellschaft die Anteilsscheine verkauft – nicht aber Buffett persönlich. Sei’s drum: Allein die Tatsache, dass der legendäre Investor entgegen früherer Beteuerungen die Chance zu antizyklischen Käufen nicht genutzt hat, ist alles andere als ein Vertrauensbeweis für Apple – sondern wohl eher ein Alarmsignal…

Bunte überholt Focus und Hörzu im Umsatz

Die Umsätze der deutschen Publikumszeitschriften in den Sparten Anzeigen und Vertrieb sind auch im Jahr 2018 weiter gesunken. So büßten 37 der Top-50-Titel Brutto-Umsatz ein. Vorn bleiben trotz solcher Verluste souverän Der Spiegel und der stern, dahinter überholte die Bunte den Focus und die Hörzu. Größter prozentualer Verlierer war in der Top 50 Cosmopolitan, größter Gewinner die Landlust.

3,21 Mrd. Euro setzten die 50 stärksten deutschen Publikumszeitschriften im Jahr 2018 mit Werbung und Vertrieb um – ein Minus von 1,6% gegenüber der Top 50 des Jahres 2017, die noch auf 3,26 Mrd. Euro kam. Die beiden Spitzen-Titel Spiegel und stern verloren mit 5,5% und 3,0% überdurchschnittlich stark, bleiben aber mit 215,5 Mio. Euro und 178,4 Mio. Euro deutlich vor der Konkurrenz.

Von Platz 5 auf 3 sprang im Jahr 2018 die Bunte: Sie gewann gegen den Trend 1,0% hinzu und überholte mit 137,1 Mio. Euro sowohl den Focus, als auch die Hörzu. Der Grund für das Bunte-Plus ist ausschließlich der Anzeigenumsatz, bei dem das People-Magazin fast 4 Mio. Euro hinzu gewann. Bei Abos und im Einzelverkauf büßte hingegen auch die Bunte ein, unter dem Strich bleibt dann ein Gesamt-Plus von 1,3 Mio. Euro, bzw. 1,0%.

Neu auf 6 und 11 finden sich die TV-Supplements rtv und prisma. “Neu” deswegen, weil bisher die einzelnen Regionalausgaben getrennt ausgewiesen wurden, in diesem Jahr aber erstmals alle Ausgaben unter der jeweiligen Dachmarke in das Ranking kamen. Wie auch bei Titeln wie der ADAC Motorwelt oder der Apotheken Umschau kommen solche Supplements und Kundenmagazine natürlich nur mit ihren Werbeumsätzen in die Statistik – Vertriebsumsätze fließen hier ja nicht.

Neben der Bunten gewannen zehn weitere Top-50-Titel Umsatz hinzu: TV14, Auf einen Blick, die Wirtschaftswoche, c’t, Funk Uhr, die Landlust als größter prozentualer Gewinner mit einem Zuwachs von 6,3%, die Fernsehwoche, Lisa, die Apotheken Umschau und das Stiftung-Warentest-Magazin test. Das wiederum ist ebenfalls ein Sonderfall, da hier ja keine Werbeumsätze fließen, test ist frei von Anzeigen. Die erreichten 24,8 Mio. Euro sind ein reiner Vertriebsumsatz, der zudem auf Auflagen-Angaben des Verlags basiert, da test kein IVW-Mitglied ist.

Die „Staatskünstler“ schlagen nach dem ORF bei Puls 4 auf

Nach dem ORF heuern die „Staatskünstler“ bei Puls 4 an. „Wir erobern den Aschermittwoch für das Kabarett zurück – denn Kabarett muss der Politik folgen und nicht die Politik dem Kabarett“, wird Staatskünstler Florian Scheuba in einer Aussendung zitiert.

Das Programm von „Wir Staatskünstler – Aschermittwoch“ ist am 6. März um 20.15 Uhr auf Puls 4 zu sehen. Es dauert 90 Minuten.

Lega will Quote für italienische Musik im Radio erhöhen

Italiens Radiosender sollen die nationale Musik mehr fördern. Laut einem Gesetzentwurf, den die rechte Regierungspartei Lega dem Parlament in Rom eingereicht hat, sollen Radiosender künftig einen fixen Anteil von 33 Prozent an italienischer Musik senden.

Jedes dritte Lied soll von einem italienischen Komponisten stammen. Zehn Prozent der gesendeten italienischen Musik soll aus Liedern junger Musiker bestehen, oder von kleinen italienischen Plattenfirmen produziert werden, heißt es im Gesetzentwurf, der in Italien bereits für hitzige Diskussionen sorgte.

Der Verfasser des Gesetzentwurfs, der Lega-Parlamentarier Alessandro Morelli, hofft auf die Unterstützung aller Parteien im Parlament, um sein Projekt durchzubringen. „Es ist wichtig, dass die italienische Musik parteiübergreifend unterstützt wird“, meinte Morelli. Derzeit senden die zehn erfolgreichsten Radiosender lediglich eine Quote von 23 Prozent an italienischen Liedern. Vor zehn Jahren lag dieser Anteil noch bei 35 Prozent.

G+J mit nächstem Personality-Magazin

„Wohllebens Welt“ wird der Naturerlebnis-Titel heißen und erstmals am 18. April erscheinen. Für dieses Jahr sind vier Ausgaben geplant, thematisch angelehnt an die Jahreszeiten. Der Copypreis soll bei 6 Euro liegen. Für die Erstausgabe peilt G+J eine Druckauflage von 120.000 Exemplaren an. Sicherlich wird Peter Wohlleben dann darauf geachtet haben, dass beim Fällen der dafür nötigen Bäume alles mit rechten Dingen zugegangen ist. Der Förster erlangte durch sein Buch „Das geheime Leben der Bäume“ bundesweite Bekanntheit. Darin plädiert er für eine ökologisch und ökonomisch nachhaltige Waldwirtschaft.

Die Zeitschrift will Phänomene der Tier- und Pflanzenwelt „verständlich, gehaltvoll und unterhaltsam“ erklären und Leser dazu inspirieren, die Natur in all ihren Facetten zu erleben, teilte G+J mit. Entwickelt wurde das Magazin, das als Line Extension von Geo auftritt, von einem Team um Geo-Wissen-Chefredakteur Michael Schaper.

Sechs Prominentenmagazine sind im vergangenen Jahr auf den Markt gekommen, allein in diesem Januar waren es weitere drei – und am vergangenen Donnerstag kam das nächste. Kein Zweifel, nach dem Start von Gruner + Jahrs Barbara (Schöneberger), der Mutter aller Personality-Magazine, ist hier seit Herbst 2015 ein boomendes Segment entstanden, das die Umsatzverluste mancher Verlage bei vielen ihrer Stammtitel etwas lindern kann.

BLM: Brexit-Lizenzen für TV-Spartenprogramme von Discovery

Der Medienrat der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) hat die Genehmigung zur Verbreitung von 19 Fernsehprogrammen mit Schwerpunkt Unterhaltung für die Gebiete Dänemark, Finnland, Norwegen und Schweden erteilt. Zudem hat er Discovery die Genehmigung zur pan-europäischen Verbreitung des Fernsehspartenprogramms „Golf TV“ ausgesprochen. Sämtliche Lizenzen werden vorbehaltlich der noch ausstehenden Genehmigung der Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK) vergeben.

Da Lizenzen der britischen Medienaufsichtsbehörde Ofcom mit dem bevorstehenden Brexit nicht mehr Rechtsgrundlage für eine europäische Verbreitung sein können, möchte der Discovery Konzern den bestehenden Standort München ausbauen und beantragte bei der BLM neue Zulassungen für die genannten Programme. Auch wenn – bis auf „Golf TV“ – all diese Programme nicht in Deutschland, sondern in anderen EU-Mitgliedsstaaten sowie Norwegen (Mitglied der Europäischen Freihandelsassoziation) verbreitet werden, ist die Landeszentrale zuständig: Denn die Hauptverwaltung von Discovery liegt in München und die redaktionellen Entscheidungen werden ebenfalls hier getroffen.

Das Unternehmen plane laut BLM, mit Aufnahme des Betriebs unter deutscher Lizenz auch neue Stellen, vor allem im Bereich Jugendschutz, in München zu schaffen.

Siegfried Schneider, Präsident der BLM: „Die neuen Lizenzen bedeuten für uns eine weitere Stärkung des Medienstandorts Bayern – für die Unternehmen bedeuten sie Rechtssicherheit.“

e-Book: Digitalmarkt im Aufwind

Digitale Bücher ziehen an: Der Absatz am Publikumsmarkt knackte 2018 erstmals die 30-Mio-Marke und stieg um 12,7% auf 32,8 Mio E-Books. Der Umsatz nahm im selben Zeitraum um 9,3% im Vergleich zu 2017 zu. Damit wurden 2018 5% des Buchumsatzes am Publikumsmarkt mit E-Books gemacht (2017: 4,6%). Diese Kennzahlen meldet der Börsenverein in seinem aktuellen Quartalsbericht für den Digitalmarkt.

  • Das E-Book konnte im vergangenen Jahr Käufer für sich zurückgewinnen: 3,6 Mio Menschen erwarben 2018 mindestens ein E-Book (2017: 3,5 Mio)
  • Auch die Kaufintensität nahm weiter zu: Im Schnitt legte sich jeder Käufer 9,2 E-Books in den Warenkorb, fast eines mehr als im Vorjahr (8,3 Stück).
  • Der Trend zum Kauf günstigerer Titel setzt sich derweil fort: 2018 gaben Käufer durchschnittlich nur noch 6,19 Euro pro Buch und damit 3% weniger als im Vorjahr aus.

Schauspieler Bruno Ganz gestorben

Am vergangenen Freitag ist Bruno Ganz, einer der größten deutschsprachigen Schauspieler, im Alter von 78 Jahren in seiner Geburtsstadt Zürich einer Krebserkrankung erlegen.

Ganz war ein Bühnenstar, der mit allen großen Regisseuren seiner Zeit arbeitete, darunter auch mit Claus Peymann, mit dem er 1972 für die Salzburger Festspiele Der Ignorant und der Wahnsinnige machte. Mit Peter Stein erarbeitete er 2000 eine integrale Faust-Aufführung, die allerdings von einem schweren Bühnenunfall von Ganz überschattet wurde.

TU Wien entwickelt revolutionäres Display für Blinde

Dabei handelt es sich um ein ringartiges Gerät, das nicht nur in die Jackentasche passen, sondern auch weitaus günstiger als bestehende Lösungen sein soll. Entwickelt wird es von einem Arbeitskreis an der TU Wien, der unter dem Namen Tetragon die Firmengründung vorbereitet. „Herkömmliche Braille-Displays bestehen aus einer unbeweglichen Zeile. Wenn der Zeigefinger am Ende angekommen ist, wird die Zeile neu aufgebaut“, erklärt Projektinitiator Wolfgang Zagler, der sich an der TU Wien seit über 40 Jahren dem Thema widmet.

„Bei unserer Lösung ruht der Zeigefinger im Inneren eines sich drehenden Rings. Während der Ring wie eine Computermaus auf dem Tisch fortbewegt wird, werden die Braille-Buchstaben bei jeder Umdrehung neu gebildet. Dadurch entsteht für den Lesenden der Eindruck einer unendlich langen Zeile“, erklärt Zagler. In späteren Versionsmodellen soll der Ring überhaupt von einem Motor angetrieben werden. Dann könne man das Gerät einfach in der Hand halten, um zu lesen.

Für den ersten Prototypen, der im Rahmen eines Spin-off-Programms der Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) bis November 2019 fertiggestellt und dann in Kleinserie produziert werden soll, wollen es die Verantwortlichen so einfach wie möglich halten. Die Stromversorgung und Datenübertragung soll zunächst über Kabel abgewickelt werden. Im nächsten Schritt soll der sogenannte BrailleRing dann komplett drahtlos mittels Akku und Bluetooth-Anbindung benutzt werden können.

Schätzungen gehen davon aus, dass es derzeit etwa 285 Millionen Menschen mit einer schweren Sehbehinderung gibt. 40 Millionen gelten als blind. „Wir streben einen Preis weit unter 1000 Euro an. Damit bekommen viele Menschen überhaupt erstmals die Möglichkeit, so ein Braille-Display zu erwerben. Mittel- und langfristig muss der Preis so gering sein, dass wir den Markt in der 3. Welt bedienen können, wo – etwa aufgrund von tropischen Krankheiten – 80 bis 90 Prozent aller blinden Menschen weltweit leben“, sagt Zagler.

Mit dem Gerät, das nicht nur besonders robust und preiswert sein soll, sondern vor allem auch Freude bei der Nutzung bereiten soll, wollen die Entwickler dazu beitragen, dass die Kenntnis und Verwendung von Braille wieder zunimmt. In den vergangenen Jahren bescherten Smartphones Menschen mit einer Sehbeeinträchtigung ungeahnte Möglichkeiten.

Die von Haus aus integrierte Sprachausgabe liest sämtliche Inhalte vor, die sich auf dem Handydisplay befinden. So können sich Blinde mit ein wenig Übung wie Sehende durch Apps hangeln oder sich eMails oder Nachrichten vorlesen lassen. Auch Sprachbefehle funktionieren im Zeitalter von Siri, Google Assistant und Alexa immer besser.

Funke streicht in der Vermarktung fast 130 Stellen

Funke kommt nicht zur Ruhe: Nach dem Nord-Süd-Tausch bei seinen Zeitschriften und dem großen Streichprogramm vor allem bei den Zeitungen ist nun die Werbevermarktung an der Reihe – hier will die Mediengruppe am meisten einsparen.

Ziel in der eigenen Organisation sei nun eine „sinnvolle Zentralisierung“ über alle Standorte hinweg bei „gleichzeitiger Schaffung schlagkräftiger Teams vor Ort“, sagte Geschäftsführer Ove Saffe bereits in der vergangenen Woche. Zugleich solle der Schwerpunkt ins Digitale verlagert werden.

Nach Informationen des Betriebsrates soll die Regionalmedien-Vermarktung in Nordrhein-Westfalen (Media Sales NRW) „quasi halbiert“ werden: 120 von 335 Stellen will der Verlag an Rhein und Ruhr in diesem Bereich offenbar abbauen und 40 Mitarbeiter in eine andere Firma verschieben. Die Zahl der Außenbüros soll von 24 auf acht bis zwölf sinken. In den Regionalmedien-Vermarktungen in Hamburg (Mediahafen) und Berlin (Media Checkpoint) sollen zwei beziehungsweise vier Stellen gestrichen und weitere nicht nachbesetzt werden; zudem will man die Handelsvertreterstruktur überprüfen. In Thüringen sollen in der Vermarktung vakante Stellen nicht neu besetzt werden und befristete Verträge auslaufen.

Deutsche Vice-Ableger müssen ohne eigene Teams auskommen

Erst kürzlich kündigte Vice den Abbau von rund zehn Prozent der weltweit 2500 Stellen an, nun werden auch in Deutschland die ersten Folgen der Kürzungen sichtbar. Das Unternehmen konzentriert sich in der DACH-Region künftig auf die Kernmarke Vice.com, Ableger wie Broadly oder Noisey werden nicht mehr mit eigenen, lokalen Inhalten gefüllt.

In Berlin hatten die Mitarbeiter wegen des drohenden Stellenabbaus erst in der vergangenen Woche die Gründung eines Betriebsrats beschlossen. Dieser wird sich aber wohl erst in einigen Wochen konstituieren.

Werbungen und Tracker haben massiven Einfluss darauf, dass Websites langsamer laden

Entwickler Patrick Hulce hat einen Blick darauf geworfen, welcher Code beim Laden einer Website am längsten benötigt. 60 Prozent der Ladezeit entfallen demnach auf Werbung beziehungsweise Skripten, die das Userverhalten tracken.

Der größte „Sünder“ ist laut dem Programmierer Javascript-Code, der Google dabei hilft Werbungen zu platzieren und die User-Aktivität zu verfolgen. Dieser führt zu den längsten Verzögerungen und ist auf Millionen Seiten im Einsatz. 59 Prozent der Ladezeit gehen demnach auf den Google-Code zurück.

Bei seiner Analyse stieß Hulce auch auf JavaScript-Skripten, die noch mehr Zeit in Anspruch nahmen.

Ein Adblocker ist laut Hulce allerdings nicht das beste Gegenmittel. Diese können nämlich dazu führen, dass bei Erkennung Gegenmaßnahmen ergriffen werden, die noch mehr Zeit in Anspruch nehmen.

Hulce hofft auf Verbesserung durch Internet-User, die ein gutes Werbe- und Tracking-Vorgehen wertschätzen. „Ich bin mir sicher, dass es hilft, wenn man Seiten unterschützt, die eine gute User-Experience mit sich bringen“, sagt der Dev zuletzt.

ÖBB Werbung launcht österreichweites DOOH-Netzwerk

Die ÖBB Werbung als Außenwerber-Arm der Bundesbahnen startet mit „Railscreen Station“ ein umfassendes DOOH-Netz. Zum Start stehen bereits 50 großformatige digitale Werbe-Screens auf den 40 meist frequentierten heimischen Bahnhöfen zur Verfügung.

Man bringe damit auch „Bewegung in die Außenwerbung“, paraphrasiert Karin Seywald-Czihak, Geschäftsführerin ÖBB Werbung, den Firmenslogan, und unterstreicht, das aktive Werbeerlebnis binde Kunden ein und steigere dadurch Recall und Brand-Wahrnehmung. Das Netz aus vorerst 50 über das ganze Land verteilten Screens soll in weiterer Folge auf 100 Screens aufgestockt werden.

Deutsche Post legt Paketzustellung mit Delivery zusammen

Die Deutsche Post legt ihre Paketzustellung mit dem Versand der Billigtochter Delivery zusammen. Auch die Verwaltungsarbeit in den Niederlassungen werde gekürzt und aus zehn Standorten abgezogen. Insgesamt fielen Hunderte Stellen weg. Hintergrund sei ein Sparprogramm von Postchef Frank Appel, der den Gewinn in der Brief- und Paketsparte um eine halbe Milliarde Euro erhöhen wolle.

Axel Springer: Neue Verlagsleitung für ‚Bild‘-Gruppe

Der Axel Springer-Konzern in Berlin hat eine neue Verlagsleitung für die ‚Bild‘-Gruppe ernannt. Das Führungsteam um Carolin Hulshoff Pol ergänzen Andreas Conradt und Bettina Formen, die beide künftig als stellvertretende Verlagsleiter fungieren. Conradt, bislang General Manager von ‚Bild Regional‘, verantwortet ab sofort im Führungsgremium ‚Bild Regional‘. Fromm trägt die Verantwortung für die ‚Bild am Sonntag‘, die Markenkooperationen und das Lizenzgeschäft. Sie war bislang General Manager für die ‚Bild am Sonntag‘.

Zum Team für ‚Bild Regional‘ gehören Alexandra Braun, General Manager für die B.Z. sowie ‚Bild Ost‘, Petra Polley, General Manager für ‚Bild Bayern‘ und Daniel Pichutta als General Manager für ‚Bild Nord‘ und Projekte. Neu hinzu kommt Alexandra Leppert,  als General Manager für ‚Bild NRW‘.

Lena Gericke übernimmt kommissarisch das General Management für ‚Bild Südwest‘. Sie tritt die Nachfolge von Barbara Hunger an, die Ende 2018 laut Verlagsangaben auf eigenen Wunsch aus dem Unternehmen ausgeschieden ist, um sich neuen beruflichen Herausforderungen zu stellen.

D: Regierungsberaterin will Smartphone-Verbot für Kinder

Unter 14-jährige Kinder sollten nach Ansicht einer Internetexpertin, die die Bundesregierung berät, noch kein Smartphone nutzen dürfen. Tatverdächtige würden immer jünger, seit jedes Kind ein Smartphone habe.

„Täter und Opfer werden immer jünger“. „So, wie wir Kinder vor Alkohol oder anderen Drogen schützen, sollten wir sie auch vor den Risiken einer zu frühen Smartphone-Nutzung schützen“, sagte Internetexpertin im Fachbeirat des Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung, Julia von Weiler.

Auch polizeiliche Ermittler beobachten den Trend, den von Weiler beschreibt: „Die Zahl der Anzeigen in diesem Bereich ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen“, sagte Judith Dobbrow vom Landeskriminalamt (LKA) Berlin. Die Ermittler seien inzwischen im Schnitt alle zwei Wochen in einer Schule, um dort einer solchen Anzeige nachzugehen. „Seit jedes Kind ein Smartphone hat, werden auch die Tatverdächtigen immer jünger.“

Von Weilers Verbotsvorschlag kommentierte der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, so: „Eine gesetzliche Altersbeschränkung für Smartphones wäre möglicherweise eine schnelle und vermeintlich einfache Lösung.“ Sie löse aber nicht das Grundproblem des fehlenden Schutzes im Netz, sagte Rörig den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

IG unabhängige Verlage wählt neue Sprecher

Die IG unabhängige Verlage des Börsenvereins hat auf ihrer Jahrestagung neue Sprecher gewählt. Neu in dem Gremium sind Robert S. Plaul und Karin Timme.

Plaul ist Geschäftsführer des Carpathia Verlags (Berlin), Timme Geschäftsführerin des Verlags Frank & Timme, der ebenfalls in Berlin seinen Sitz hat. Die Mitglieder wählten sie für drei Jahre in das Sprecheramt.

Obike kehrt zurück – und zwar mit E-Scootern

Mit der Vermietung freistehender Fahrräder wurde Obike zuerst zu einem wahren Magneten für Investoren – und anschließend zu einem riesigen Flop.

Im Herbst 2018 stieg jedoch ein neuer Eigentümer ein. Die Investorengruppe OSS Inversiones aus Costa Rica sicherte sich über zwei Drittel der Firmenanteile. Nun kehrt der Mobilitätsanbieter zurück – und zwar mit E-Scootern.

OSS hat in Singapur um Lizenz angesucht für einen Leihservice im Stile von Lime, Bird und Co. anzubieten. 500 Roller möchte man im Zentrum des Stadtstaates aufstellen. Es soll der erste Schritt für OSS sein, um im Bereich der „Personal Mobility“ weltweit mitzuspielen.

Auch Vodafone stellt Eilantrag gegen geplante 5G-Auktion

Die für die zweite Märzhälfte geplante Versteigerung der Frequenzen für den Echtzeitmobilfunk 5G droht sich deutlich zu verzögern. Denn nachdem der Telekommunikationsanbieter Telefónica Deutschland (O2) bereits per Eilantrag gegen die geplante Frequenzauktion vorgeprescht war, zieht Konkurrent Vodafone jetzt nach.

So ist ein entsprechender Eilantrag beim Verwaltungsgericht Köln eingegangen, bestätigte ein Gerichtssprecher. Wann mit einer Entscheidung zu rechnen sei, sei offen, da der Antrag zunächst geprüft werden müsse, so der Gerichtssprecher.

Vodafone begründet seinen Eilantrag mit der Wahrung juristischer Interessen nach dem Vorstoß von Telefónica Deutschland. „Das jüngst eingeleitete Eilverfahren eines Mitbewerbers gegen die Auktionsbedingungen hat hier allerdings eine neue Situation für uns geschaffen“. „Um hier jetzt ebenfalls rechtlich Gehör zu finden und auch unsere juristischen Interessen zu vertreten, sahen wir uns gezwungen, ebenfalls einen Eilantrag beim VG Köln einzureichen. Dies haben wir am Freitag getan“.

Das Unternehmen sei nach wie vor vor an einer schnellen Durchführung der 5G Auktion interessiert, „denn wir wollen 5G schnell und breit ins Land bringen“. Allerdings seien die ursprünglichen von der Bundesnetzagentur vorgelegten Auktionsbedingungen in den vergangenen Monaten durch externen Druck stark verändert worden.

Auch die Deutsche Telekom erwägt, einen Eilantrag gegen das Auktionsverfahren zu stellen. Derzeit prüfe man aber alle rechtlichen Möglichkeiten, sagte ein Telekom-Sprecher.

Telefónica und die Anwälte von der Kanzlei Bird & Bird beklagen in ihrer Klageschrift vor allem die Vielzahl der politisch motivierten Entscheidungen. So hatten Politiker aus Bund und Ländern über den Beirat der Netzagentur massiven Einfluss auf die Auktionsregeln und vor allem auf die Versorgungsauflagen genommen, die alle erfolgreichen Bieter erfüllen müssen.

Putins schärfste Waffe: RT

Eine der Säulen, auf denen die Macht des russischen Präsidenten ruht, ist das vom Staat gelenkte Fernsehen. Dort wird auf Anweisung aus dem Kreml die Wahrheit verbogen. Ein Einblick in den Propagandabetrieb Von Friedrich Schmidt (FAZ).

Auf den wesentlichen Kanälen versuchen Amerikaner, Revolutionen anzuzetteln, entwickeln Waffen in Geheimlaboren, um Russland zu vernichten. Zum Glück wacht ein erfahrener Mann mit Nuklearwaffen, der Menschen und besonders Kinder liebt, über Land und Leute, bestraft die Ungerechten, hält ausländische Verderbtheit fern. So funktioniert, nur leicht vereinfacht, Fernsehen in Russland. Sieben von zehn Russen beziehen ihre Informationen über das fast vollständig vom Kreml kontrollierte Medium. In diesem Paralleluniversum eilen Land und Präsident von Erfolg zu Erfolg, an Missständen sind Verräter schuld. Einblicke in diese Stütze von Wladimir Putins Macht sind rar. Aber es gibt sie, von der Spitze der Mediensäule und von ganz unten. Sie erhärten das Bild eines Systems, in dem Kontrolle und Bereicherung viel, Wahrhaftigkeit, Konsequenz und Russland-Treue hingegen wenig zählen.

Wichtige Fernsehleute, die bei der Arbeit russische Zustände schönen oder Bedrohungen aus dem Westen ausmalen, haben dort selbst Lebensmittelpunkte. Durch den Antikorruptionskämpfer Aleksej Nawalnyj wurde im November bekannt, dass der Moderator Sergej Briljow, zudem stellvertretender Generaldirektor des Staatssenders Rossija und Stichwortgeber Putins bei vielen Auftritten, seit 2001 neben der russischen die britische Staatsangehörigkeit hat und seit 2016 über seine Frau eine schicke Wohnung in London. Berichtet wurde auch, dass Briljow dorthin häufig auf Staatssenderkosten fliegt.

Vor wenigen Jahren, vor der Verschärfung des Gegensatzes mit dem Westen, hätte das in Russland kaum jemanden gestört. Aber nun werden Russen mit Westverbindungen als „Verräter“ und „Agenten“ diffamiert, teils vor Gericht gestellt und verurteilt, auch wenn sie nur Diabeteskranken geholfen haben.

Dem Kaliningrader Journalisten Igor Rudnikow wird gerade zur Last gelegt, über einen amerikanischen Aufenthaltstitel zu verfügen (F.A.Z. vom 6. Februar). Es ist seit 2014 in Russland eine Straftat, eine ausländische Staatsangehörigkeit oder einen ausländischen Wohnsitz nicht anzuzeigen.
Daher erregte die Enthüllung zu Briljow Aufsehen. Der Moderator behauptete, er habe nie etwas verheimlicht. Wenigstens die Mitgliedschaft des Briten in einem Beirat des russischen Verteidigungsministeriums wäre ausgeschlossen. Es geht um Loyalität: Das Nato-Mitglied Großbritannien liegt mit Russland etwa im Vergiftungsfall Skripal über Kreuz. Aber Briljow blieb in dem Beirat und auch sonst auf Posten. Der Präsidentensprecher nahm ihn in Schutz: Briljow beweise, dass man die britische Staatsangehörigkeit haben und zugleich „echter Patriot Russlands“ sein könne.

Einem weiteren Staatsfernsehmann hat Nawalnyj zwei Villen am norditalienischen Lago di Como nachgewiesen. Die erste in Pianello del Lario im Wert von rund neun Millionen Euro, die zweite in Menaggio, erworben 2013 für mehr als eine Million Euro. Zurzeit wird dort gebaut. Unterlagen weisen den Bauherrn, Wladimir Solowjow, als Bewohner von Pianello del Lario und „Künstler“ aus. Tatsächlich beeindruckt Solowjows Biegsamkeit. Noch im November 2013 sagte der Russe, der stets im dunklen Rundhalssakko oder -hemd auftritt, zum Wunsch nach einer „Rückkehr der Krim“ zu Russland: „Gott bewahre“, denn das bedeute Krieg mit der Ukraine. Die Annexion der Halbinsel vier Monate später rühmte er als „historische Gerechtigkeit“. Im Staatsfernsehen forderte er, angeblich faschistische Ukrainer zu erhängen und zu erschießen. In Lettland begründete eine Behörde mit solchen Äußerungen Solowjows im Januar ein dreimonatiges Ausstrahlungsverbot für einen Sender mit russischem Staatsfernsehprogramm. Solowjow verflucht Demonstranten („zwei Prozent Scheiße“), erklärt gekränkt Russlands Bruch mit dem Westen („Wir hatten eine sehr romantische Vorstellung vom Westen und seiner Moral. Leider hat die Praxis das nicht bestätigt“) und huldigt salbungsvoll seinem Präsidenten („Gesandter der Leute an der Macht“). Letztere Gabe des „talentierten Journalisten“ (so Mercedes-Benz Russland in einem Instagram-Dankes-Post, als Solowjow vor einem Jahr eine Luxuslimousine erwarb) gab wohl den Ausschlag dafür, dass ihm im September eine weitere Wochensendung anvertraut wurde: „Moskau. Kreml. Putin“ erzählt, wie der Präsident trotz Stress und Feinden obenauf und menschlich bleibt. Von Journalisten nach den Villen im Nato-Land Italien befragt, sagte Solowjow, er habe kein Gesetz verletzt und werde, wenn er Lust bekomme, weiteren Besitz erwerben.

Solche Enthüllungen bleiben einem interessierten (Online-)Publikum vorbehalten, ihren Weg ins kontrollierte Fernsehen finden sie nicht. Auch nicht, wer die Aufsicht über die staatlichen und die privaten, linientreuen Sender hat. Das ist laut russischen Berichten der 58 Jahre alte Erste Stellvertretende Leiter der Präsidialverwaltung, Alexej Gromow. Ins Zentrum der Macht kam er vor mehr als 22 Jahren unter Präsident Boris Jelzin. Von 2000 bis 2008 war Gromow Putins Sprecher und in dieser Zeit laut Recherche des Investigativportals „Projekt“ daran beteiligt, unbotmäßige Privatsender unter Kontrolle zu bringen.

Demnach entscheidet Gromow, worüber zu berichten ist und worüber nicht. Das ist oft eine Abwägung zwischen Verschweigen und Verbiegen. So fiel am 26. März 2017, als in Dutzenden Städten Zehntausende gegen Korruption demonstrierten, im kontrollierten Fernsehen kein Wort über die Massenproteste, laut „Projekt“ auf Anweisung Gromows. Erst später strahlte man, um die Proteste in das aus Kreml-Sicht rechte Licht zu rücken, einen Clip zu einem Fall aus, in dem Demonstranten einen Polizisten verletzten. Bilder von Gewalt gegen Demonstranten wurden nicht gezeigt.

Es gibt laut „Projekt“ wöchentliche Besprechungen der Senderchefs, ihrer Stellvertreter oder der Chefredakteure in Gromows Büro, zu denen die Pressestäbe von Präsident, Ministerien und Parlament kommen, mit Anweisungen. Die zentrale Lenkung erklärt, warum der Machtapparat bei wichtigen Themen komplementäre oder identische Botschaften aussendet.

Gromow kontrolliert laut „Projekt“ auch den als „Kreml-Pool“ bekannten Pressetross, der Putin begleitet. Die Reisen organisiere ein Privatunternehmen, das anteilig einem Kommilitonen Gromows aus Moskauer Studientagen gehöre, zu extrem überhöhten Preisen. Gromow bereitet Putin demnach einen „Digest“ genannten täglichen Nachrichtenüberblick vor und ist einer der wenigen, der fast immer zum Präsidenten gelangen kann. Das gibt dem Medienlenker Macht. „Projekt“ ordnete Gromow unter anderem einen alle Beamteneinkünfte sprengenden „Palast“ auf einem Grundstück nahe Putins Hauptresidenz zu. Gromows Familie steht demnach zwei Milliardären nahe, Oleg Deripaska und Roman Abramowitsch, mit einträglichen Vorteilen für den älteren seiner beiden Söhne.

Gromow kommentierte die Recherche nicht. Doch veröffentlichte der Staatssender RT einen Bericht, der mit der Frage, wer für solche „Enthüllungen“ (in Anführungszeichen) zahle, Zweifel an der Arbeit von „Projekt“ zu säen suchte. (Dessen Gründer hat angegeben, „Spender“ seien „russische und ausländische natürliche und juristische Personen“.) Gromow war 2005 an der Gründung des Senders als „Russia Today“ beteiligt, erwirkte damals laut „Projekt“ die Ernennung des Kreml-Pool-Mitglieds Margarita Simonjan zu dessen Leiterin – und vor kurzem die Staatsfinanzierung von Simonjans mit deren Gatten gedrehten Kinofilm „Krim-Brücke. Mit Liebe gemacht“, der ansonsten floppte.

Am unteren Ende der Mediensäule ist weniger Geld da, aber der Druck, auf Linie zu bleiben, immer noch groß. So berichtet es Leonid Kriwenkow, einer der wenigen früheren Mitarbeiter des Staatsfernsehens, die sich mit Klarnamen zitieren lassen. Kriwenkow, sechzig Jahre alt, ist Chemiker und war nur Hobbyfilmer. Ein Bekannter brachte ihn als Kameramann zum Staatsfernsehen, anfangs für eine Morgenshow, seit 2006 beim Staatsnachrichtensender Rossija 24. Kriwenkow berichtet, wie er dort regelmäßig Schmiergeld zahlen musste, für die Anstellung und dafür, dass man ihn nach Entlassung jedes Jahr Anfang Januar wieder anstellte. Um jahrelang vorenthaltenen Urlaub prozessierte er erfolglos: Gerichte und Behörden waren auf Seiten des Staatsfernsehens. Als Disziplinierungsmittel diente die Drohung, nur das Grundgehalt auszuzahlen, nach heutigem Kurs rund neunzig Euro. Mit Zuschlägen kam Kriwenkow auf ein mageres, aber in Moskau übliches Nettogehalt von 560 Euro.

Kriwenkow berichtet, dass es für die Nachrichtensendungen verpflichtende Themen gab, an denen der Chefredakteur nichts ändern konnte. Oft seien Sätze gefallen wie „Sie haben aus dem Kreml angerufen“, wenn ein Thema aus dem Programm ausgeschlossen oder befohlen wurde, es anders zu präsentieren.

Mit teils absurden Ergebnissen. Bei den Unterhauswahlen 2011 verkündeten Moderatoren Ergebnisse der Parteien, die in der Summe 146 Prozent ergaben. Kriwenkow erklärt, der Kreml habe nur die Prozentzahlen der Machtpartei „Einiges Russland“ bestimmt und aufgegeben, den anderen Parteien deren tatsächliche Ergebnisse zuzuweisen. Kriwenkow erinnert vorauseilenden Gehorsam: Einmal habe ein Fachmann im Studio über die Herstellung und den Einsatz von Giftgas durch das syrische Regime gesprochen. Für den Kreml, der den Vasallen schützt, ein Tabu. Der Chefredakteur habe dem Moderator über den technischen Kanal befohlen, dem Gast „das Maul zu stopfen“, worauf der das Gespräch abgebrochen habe. Trotzdem sei ein Rüffel aus dem Kreml gekommen. Beim Abschuss von Flug MH17 über der Ostukraine im Juli 2014, der 298 Menschen tötete, meldete Rossija 24 zunächst, die „Bürgerwehr“ (im Westen als „prorussische Separatisten“ bekannt) habe neuerlich ein ukrainisches Militärflugzeug abgeschossen, zeigte Bilder der Rauchsäule. Als sich abzeichnete, was wirklich für ein Flugzeug getroffen war, ging man dazu über, Kiew zu beschuldigen, in unterschiedlichen Versionen. Kriwenkow berichtet von hektischen Anrufen: „Sie wussten nicht, wie sie das rüberbringen sollten.“

Oft habe er mit den Moderatoren in Pausen zusammengesessen und gesagt: „Vor einer Stunde hast du doch noch etwas ganz anderes erzählt.“ Reaktion: „Was soll man machen, so ist die Arbeit.“ Kriwenkow meint, aus Überzeugung arbeiteten beim Staatsfernsehen höchstens zehn Prozent, neunzig Prozent „verstehen alles“, arbeiteten aber aus wirtschaftlichen Gründen weiter. Auch Kriwenkow selbst hielt die Sorge um den Lebensunterhalt beim Sender, obwohl er die Politik der Führung abgelehnt habe, wie er sagt. Besonders frustriert habe ihn, nach Putins Lebensmittelembargo im August 2014 als Reaktion auf westliche Sanktionen ständig Bilder von Traktoren anzusehen, die Käse und Äpfel zerstörten, „in einem Land, in dem die Hälfte der Bevölkerung nie normalen Käse probiert hat“ und dazu Moderatorenlob der „klugen Entscheidung“ anzuhören. Anfang 2016 schied er aus dem Sender aus.

„Ich muss mich bei den Zuschauern von Rossija 24 entschuldigen, dass ich daran beteiligt war, sie zu desinformieren“, sagt Kriwenkow. Er sei überzeugt, dass Putin das Land in die Katastrophe führe. Jeder Bürger müsse seinen Teil tun, um das zu verhindern. Deshalb die Interviews mit Klarnamen. Nach einem ersten Gespräch für Radio Free Europe/Radio Liberty im Januar sah er auf Facebook, dass ihm nicht nur viele frühere Kollegen die „Freundschaft“ kündigten, sondern sogar Leute aus seinem Fahrradclub. Er berichtet über Versuche, seine Konten bei Facebook und G-Mail zu knacken. Mit dem Druck habe er gerechnet, sagt Kriwenkow. „Ich bin schon lange zu dem Schluss gekommen, dass das Fernsehen die wichtigste Waffe des in Russland herrschenden Regimes ist.“

Sky steigert Werbeumsatz und setzt wieder auf Formel 1

Beim Sky-Vermarkter Sky Media herrscht Zuversicht für das Jahr 2019. Nach einer positiven Werbeumsatzentwicklung in 2018 hat der Abo-Sender mit Sitz in Unterföhring soeben die populäre Formel 1 zurück ins Programm geholt, die als Ergänzung des Sportrechte-Portfolios ein hohes Wirkungspotenzial für Kampagnen bieten soll.

Im März werden die populären Formel 1-Grand Prix-Rennen nach einem Jahr Pause wieder ins Sky-Programm zurückkehren. Die neue Vereinbarung gilt für die beiden Saisons 2019 und 2020. Deissenberger erläuterte im Interview: „Wir haben auf die Wünsche unserer Kunden gehört, die die Art, wie wir die Formel 1 zeigen, im vergangenen Jahr vermisst haben. Das haben uns auch die unmittelbaren Reaktionen nach Bekanntgabe der News deutlich gezeigt. Die Zuschauer dürfen sich ab Mitte März nun wieder auf die beste Berichterstattung der Formel 1 im deutschen Fernsehen freuen, auf die Werbekunden warten attraktive redaktionsnahe Platzierungsmöglichkeiten.

DAB+ in Bayern auf der Zielgeraden: Ab Sommer fast alle Lokalradios digital

Endspurt bei der Umsetzung des DAB+ Konzepts der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM): Mit seiner Entscheidung, im lokalen DAB-Versorgungsgebiet Voralpenland die zeitgleiche digitale Verbreitung der lokalen UKW-Hörfunkprogramme zu ermöglichen, gab der BLM-Medienrat grünes Licht für die letzte Etappe der Simulcast-Verbreitung im Freistaat. Mit der Umsetzung im Regelbetrieb, der für den westlichen Teil des Voralpenlands ab Juli und für den östlichen Teil im Jahr 2020 geplant ist, wird Bayern als erstes Bundesland das gesamte UKW-Radioangebot auch über das Digitalradio DAB+ anbieten können.

Die Voraussetzungen dafür schuf der BLM-Medienrat in seiner Sitzung und wies den Anbietern der Programme Radio Alpenwelle, Bayernwelle-Südost, Radio Charivari Rosenheim, Radio Galaxy Rosenheim, Radio Oberland und Radio Inn-Salzach-Welle entsprechende digitale Datenkapazitäten bis zum 30.06.2025 zu. In den DAB-Netzen Allgäu, Unterfranken, Mittelfranken, Oberfranken, Niederbayern, Oberpfalz, München, Nürnberg, Augsburg und Ingolstadt werden bereits alle UKW-Programme simulcast über DAB+ verbreitet.

Im Zuge der Umsetzung des DAB+-Konzepts wies der BLM-Medienrat zudem der rt1.digital broadcast GmbH für zehn Jahre digitale Übertragungskapazitäten zur Verbreitung des bundesweiten Programms rt1 relax im DAB+-Versorgungsgebiet Augsburg zu. Das Programm werde eigens für den lokalen Standort Augsburg produziert, begründete der Medienrat seine Auswahlentscheidung.

Insgesamt hatten sich auf die Ausschreibung der Landeszentrale für Kapazitäten in den lokalen DAB-Versorgungsgebieten Augsburg und Nürnberg vier Bewerber mit sieben Angeboten beworben. Allerdings waren aufgrund zum Teil nicht behebbarer Formmängel nicht alle Bewerbungen berücksichtigungsfähig. Die BLM wird die DAB+-Kapazitäten in Nürnberg daher zeitnah neu ausschreiben.

Warum Lego Wear und Snapchat einen leeren Pop-up-Store eröffnen

Lego Wear, die Bekleidungstochter des dänischen Spielwarenherstellers, hat in London für einen Tag einen leeren Pop-up-Store eröffnet. Kleidungsstücke? Fehlanzeige. Stattdessen nur vier weiße Wände. Dahinter steckt eine Aktion in Zusammenarbeit mit Snapchat.

Im Eingangsbereich des etwa 30 Quadratmeter großen Ladens befindet sich ein Sockel, auf dem ein aus Lego-Steinen erbauter Snapcode befestigt ist. Dabei handelt es sich quasi um eine Art QR-Code für die Snapchat-App. Wenn Besucher mit ihrer Snapchat-App diesen Code scannen, aktivieren sie ein Augmented-Reality-Tool, das aus dem leeren Store prompt ein virtuelles Einkaufserlebnis werden lässt.

In der virtuellen Modeboutique können die Nutzer anschließend die neue und limitierte Streetwear-Kollektion von Kabooki anschauen. Das Unternehmen ist Lizenznehmer von Lego Wear und lanciert zur am Freitag startenden Fashion Week in London eine limitierte Kollektion für Erwachsene. Das AR-Erlebnis ist darüber hinaus mit einer interaktiven DJ-Kabine, einer Arcade-Maschine und vor allem mit einem exklusiven Zugang zum limitierten Modeprogramm ausgestattet.

Besucher, die über ihr Smartphone virtuell eintreten, können die Produkte durchstöbern und über eine integrierte „Shop now“-Funktion online kaufen. „Wir freuen uns, gemeinsam mit dem Lego-Team mit einem neuen und innovativen digitalen Kundenerlebnis zu experimentieren. Die Ansprache eines erwachsenen Publikums mit dieser limitierten Bekleidungslinie durch ein AR-Erlebnis ist etwas, was wir noch nie zuvor gemacht haben“, sagt Birgitte Holgaard Langer, Chief Operating Officer & Chief Marketing Officer bei Kabooki.

„Facebook ist überbewertet“.

Herr Kawohl, wer Werbung machen will, sollte auf Prominente setzen, die möglichst viele Follower haben und mehrmals täglich auf Facebook posten. Richtig?

Nein, dieses Vorgehen ist nicht mediengerecht. Wir haben über 2300 Posts von 37 digitalen Superstars ausgewertet, und sind zu völlig anderen Ergebnissen gekommen. Facebook zum Beispiel ist überbewertet. Wer strategisch klug ist, setzt heute eher auf Instagram.

Aber Facebook ist, mit fast doppelt so vielen Nutzern wie Instagram, immer noch das größte soziale Netzwerk.

Mag sein, aber die Wachstumsraten der von uns untersuchten Influencer sind auf Instagram mehr als zehnmal höher als auf Facebook. Vor allem aber sind die Interaktionsraten bei Instagram mit 3,7 Prozent fast zwanzigmal so hoch wie auf Facebook. Zwanzigmal! Die Instagram-Interaktionsraten von 3,7 Prozent bedeuten: Von einhundert Followern, die ich habe, reagieren im Schnitt über drei von ihnen auf jeden meiner Posts, indem sie ihn teilen, kommentieren oder einfach liken. Auf Facebook dagegen müsste ich zehnmal so viel posten, um auch nur halb so viele Reaktionen zu bekommen.

Liegt die hohe Interaktionsrate vielleicht einfach daran, dass Instagram einfacher zu benutzen ist? Die meisten User verteilen dort einfach nur Herzchen, während auf Facebook und vor allem Twitter viel intensiver diskutiert wird.

Vielleicht, aber wer keine Lust auf Diskussionen hat, könnte ja auch auf Facebook einfach nur „Like“ klicken, ohne einen Kommentar zu schreiben. Aber selbst dieser einfache Klick ist vielen Nutzern zu viel, da haben wir auf Facebook eine große Lethargie festgestellt.

Aber nach wie vor gilt: Viel hilft viel. Wer viele Follower hat, bekommt also mehr Aufmerksamkeit?

Nicht einmal das stimmt, haben wir festgestellt. Ab einer bestimmten Zahl von Followern geht die Interaktionsrate in den Keller. Globale Stars wie Ronaldo haben zwar weit über 20 Millionen Follower, aber keine besonders hohen Interaktionsraten. Vielleicht ziehen solche Superpromis einfach zu viele halbherzige Mitläufer an. Schauen Sie zum Beispiel das Profil der amerikanischen Sängerin Selena Gomez an, die 2018 das mit 145 Millionen Followern reichweitenstärkste, persönliche Instagram-Profil weltweit hatte. Ihre Interaktionsraten von rund 2,75 Prozent sind relativ niedrig. Wir haben festgestellt, dass die optimale Zahl an Followern eher bei etwa zwölf Millionen liegt. Mehr bringt nicht mehr.

Im Vergleich zu Gomez schneidet der Microsoft-Mitgründer Bill Gates mit „nur“ 2,8 Millionen Instagram-Fans relativ schwach ab.

Auch hier ist die reine Zahl der Follower irreführend. Bill Gates hat vielleicht nicht die meisten Follower, aber er hat mit 12,86 Prozent eine der höchsten Interaktionsraten. Gates schlägt Gomez um mehr als den Faktor vier, was die Begeisterungsfähigkeit seiner Fans angeht.

Galt Gates früher nicht eher als Hassfigur und Quasimonopolist?

Vielleicht, aber im Mainstream wird er immer noch als Inbegriff des Erfolgs wahrgenommen. Gates gilt vielen als reichster Mann der Welt, obwohl er längst von Amazon-Gründer Jeff Bezos abgehängt worden ist. Er kommt einfach sympathisch rüber, so nach dem Motto: der Milliardär, der mein Nachbar sein könnte.

Das überrascht, denn Gates postet gar nicht besonders viel. Im Vergleich zum weit verbreiteten „Oversharing“ scheint er fast zurückhaltend zu sein.

Genau. Und diese Zurückhaltung ist offenbar ein Erfolgsfaktor. Wer hätte das gedacht? Wir haben uns selbst darüber gewundert, denn diese Erkenntnis liegt quer zur öffentlichen Wahrnehmung, wie soziale Medien funktionieren. Viele Influencer handeln nach dem Prinzip: Je mehr ich poste, desto mehr Aufmerksamkeit bekomme ich. Aber damit liegen sie falsch. In Wahrheit ist es genau andersherum. Denn irgendwann empfinden die Follower das als Spam, sie reagieren nicht mehr. Bill Gates erreicht seine im Gegensatz zu Gomez gigantischen Interaktionsraten vielleicht auch durch seine fast altmodisch wirkende Zurückhaltung. Er postet im Schnitt seltener als einmal am Tag. Damit liegt er nahe am Optimum, das wir auch empirisch gemessen haben: Fünf bis sechs Posts pro Woche sind ideal, wer mehr als einmal am Tag postet, nervt.

Kosmetikkette Sephora greift Douglas in Deutschland an

Sephora will in Deutschland eigene Läden eröffnen und Marktführer Douglas Marktanteile abjagen. Der härteste Kampf wird wohl im InternetInternationale SEO-Präsenz ausgefochten werden, wo Douglas zuletzt 423 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftete und in diesem Jahr 500 Millionen anpeilt. „E-Commerce ist für uns der am schnellsten wachsende Bereich und der wichtigste Kanal, um in diesem dezentralen Markt viele Kunden zu erreichen“, verrät Sephora-Deutschlandchefin Miriam von Löwenfeld. Das sei für sie das „Kern-Thema“.