Bertelsmann streicht 100 Stellen in der Konzernzentrale

Am Konzernsitz in Gütersloh und den Niederlassungen steht ein deutlicher Arbeitsplatzabbau bevor. Demnach sollen bis Mitte kommenden Jahres 100 der insgesamt 700 Stellen in diesem Bereich wegfallen. Man greife damit „Möglichkeiten moderner Arbeitsabläufe auf, die sich schon in den vergangenen Monaten bewährt haben“, heißt es demnach in dem Schreiben.

Insgesamt wolle man die jährlichen Kosten durch die Maßnahmen, von denen auch die Führungsebenen nicht ausgenommen seien, um 35 Millionen Euro senken. Bertelsmann reagiert damit auf den Umsatzrückgang in der Corona-Krise. Im ersten Halbjahr war der Umsatz um 9 Prozent gesunken. Allerdings geht es dem Unternehmen aktuell nicht gerade schlecht: Durch Kostensenkungen hatte man das Konzernergebnis im ersten Halbjahr mit 488 Millionen Euro annähernd sogar stabil halten können.

US-Regierung verbietet TikTok

US-Präsident Donald Trump hat eine Sperre der beiden chinesischen Socia-Media-Apps TikTok und WeChat angekündigt. Ab 20.09. sei der Download in den USA nicht mehr möglich, teilte das Weiße Haus mit.

TikTok solle zudem ab dem 12. November für Nutzer in den USA nicht mehr funktionieren, während dies im Fall von WeChat ab Sonntag der Fall sein soll. Trump habe jedoch eine Frist bis zum 12. November gesetzt, innerhalb der die Bedenken hinsichtlich der nationalen Sicherheit noch ausgeräumt werden können, erklärte Handelsminister Wilbur Ross. Damit erhöht Trump den Druck im Ringen um die Zukunft der Video-App – und lässt eine Einigung weiter offen.

Zuletzt hatte die US-Regierung versucht, einen Einstieg des Softwarekonzerns Oracle und der Supermarktkette Walmart zu erreichen. Noch am Donnerstag sprach Trump davon, dass auch Microsoft noch im Rennen sei. Der Software-Riese hatte über einen Kauf des TikTok-Geschäfts in den USA und anderen Ländern verhandelt, teilte vor wenigen Tagen aber mit, dass sein Angebot vom chinesischen TikTok-Besitzer Bytedance abgelehnt worden sei.

Microsofts Gespräche waren von der chinesischen Regierung torpediert worden: Sie führte eine Regel ein, nach der sie dem Verkauf von Software-Algorithmen ins Ausland zustimmen muss. Danach wurde schnell ein Ersatzplan ausgearbeitet, nach dem Oracle als Technologiepartner von TikTok auftreten soll und das globale Geschäft der Video-App in eine neue Firma mit Sitz in den USA eingebracht wird.

Trump bezeichnet TikTok als Sicherheitsrisiko mit der Begründung, dass chinesische Behörden an Daten von Amerikanern kommen könnten. TikTok und Bytedance bestreiten dies. Ohne einen Deal droht der App das Aus im US-Markt, wo TikTok nach eigenen Angaben rund 100 Millionen Nutzer hat.

Facebook verliert bei jungen Nutzern den Anschluss

Das mit Abstand meistgenutzte soziale Medium ist laut der Erhebung der Messenger WhatsApp, der von 87 Prozent der deutschen Bevölkerung verwendet wird. Damit stieg die Verbreitung des zu Facebook gehörenden Dienstes hierzulande im Vergleich zum Vorjahr um 7 Prozentpunkte. Dahinter folgt Youtube: 69 Prozent der Befragten nutzen die Video-Plattform von Google, ein Anstieg um 9 Prozentpunkte gegenüber 2019. Facebook kommt unverändert auf 63 Prozent und fällt damit hinter Youtube zurück. Instagram legt um 4 Prozentpunkte auf 41 Prozent zu. TikTok ist trotz der großen öffentlichern Aufmerksamkeit dagegen noch ein Nischenphänomen: Lediglich 6 Prozent der Deutschen nutzen die gehypte Video-App.

Facebook droht vor allem bei jungen Nutzern den Anschluss zu verlieren: In der Altersgruppe der 15- bis 25-Jährigen nutzt nur noch jeder Zweite (51 Prozent) das soziale Netzwerk. In allen anderen Altersgruppen kommt Facebook auf eine Verbreitung von über 60 Prozent. Die begehrte Generation Z ist vor allem bei Youtube (89 Prozent), Instagram (68 Prozent) und Snapchat (40 Prozent) aktiv. TikTok kommt bei den jungen Nutzern auf 15 Prozent, auch bei Reddit sind die 15- bis 25-Jährigen überdurchschnittlich vertreten (19 Prozent). Bei der Frage nach der Social-Media-App, auf die man am wenigsten verzichten kann, steht WhatsApp mit 60 Prozent an erster Stelle, gefolgt von Facebook (15 Prozent) und Instagram mit 12 Prozent.

Aus Marketingsicht besonders interessant ist Instagram: 30 Prozent der User folgen dort Marken oder Unternehmen. Auf eine ähnlich hohen Wert kommt lediglich noch LinkedIn (28 Prozent). Bei Twitter folgen 23 Prozent der User einer oder mehreren Marken, bei Xing 20 Prozent, bei Pinterest und Facebook sind es jeweils 16 Prozent.

Als Nachrichtenplattform ist Twitter das wichtigste soziale Netzwerk: 59 Prozent nutzen die Plattform, um dort Nachrichten zu erfahren. Ebenfalls gern als News-Quelle genutzt werden Reddit (40 Prozent), Facebook (33 Prozent), Instagram (25 Prozent) und Youtube (24 Prozent). Auch bei den Karriereplattformen Xing (21 Prozent) und LinkedIn (22 Prozent) lesen die Nutzer häufig Nachrichten.

Digitalsteuer: Concordia will Mehreinnahme für unabhängigen Journalismus nutzen

Die Einnahmen aus der neuen Digitalsteuer übertreffen die Prognosen. Diese erfreuliche Entwicklung lässt den Presseclub Concordia die Aufstockung der Digitalförderung erwarten.

Seit Jahresbeginn müssen die Internetgiganten in Österreich Steuer auf Digitalwerbung zahlen. In den ersten fünf Monaten 2020 wurden aus der neuen Digitalsteuer laut Finanzministerium über 20 Millionen Euro eingenommen. Hochgerechnet auf das Kalenderjahr 2020 sind das 48 Millionen. Prognostiziert wurden Einnahmen von 25 Millionen, wovon 2020 im ersten Jahr 18, dann je 15 Millionen der Finanzierung des digitalen Transformationsprozesses österreichischer Medienunternehmen gewidmet waren. Jetzt ist mehr Geld da – das ist für den Presseclub Concordia erfreulich. Der Presseclub erwartet, dass die Mehreinnahmen für die Förderung von unabhängigem Journalismus eingesetzt werden. „Bei doppelt so hohen Einnahmen sollte die Förderung analog auf 30 bis 36 Millionen pro Jahr steigen“, meint Concordia-Präsident Andreas Koller.

Zentral für jede Form der Presse-, Medien- und Journalismusförderung sind aus Sicht der Concordia Erhalt und Ausbau von Arbeitsplätzen für Journalisten mit dem Ziel, Vielfalt und Qualität in allen Marktsegmenten anzuregen und demokratische mit wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit zu kombinieren. Das gilt nicht nur für traditionelle Medienmarken, sondern auch für digitale Neugründungen und innovative Projekte in bestehenden Unternehmen. Ebenfalls seit langem fordert die Concordia als Grundvoraussetzung für den Erhalt staatlicher Förderungen den Ausbau von Qualitätssicherung und ethischen Grundregeln in Redaktionen – zumindest jedoch die Teilnahme am Presserat und das Anerkennen des Ehrenkodex. Die Concordia versteht Medienförderung nicht als eine Subvention einer notleidenden Branche, sondern als Investition in die Infrastruktur der Demokratie im digitalen Umbruch. Und dazu soll die Digitalsteuer ja dienen.

Deutschland macht Weg für neue Tabakwerbeverbote frei

Die Werbung für gesundheitsschädliches Rauchen wird weiter eingeschränkt. Der Bundesrat machte den Weg für ein schrittweises Verbot der Plakatwerbung frei. Es soll ab 2022 zunächst für herkömmliche Tabakprodukte gelten. Für Tabakerhitzer soll es ab 2023 greifen, für E-Zigaretten ab 2024.

Bereits ab 1. Januar 2021 tabu sein soll Kinowerbung fürs Rauchen, wenn ein Filme für unter 18-Jährige freigegeben ist. Schluss sein soll dann auch mit dem Verteilen von Gratis-Proben außerhalb von Fachgeschäften etwa bei Musikfestivals und von Tabakprodukten als Gewinne bei Preisausschreiben.

SRF will mit einer neuen News-App die Konkurrenz angreifen

SRF plant die Expansion im Internet und will dort ebenso relevant werden, wie es heute im Radio und Fernsehen ist. Künftig soll mindestens die Hälfte der Deutschschweizer die neue News-App von SRF täglich nutzen. Heute ist es rund ein Viertel. Die Verantwortlichen des Schweizer Radios und Fernsehens haben dieses ambitionierte Ziel kürzlich an der internen Mitarbeiterinformation zum Projekt «SRF 2024» geäussert, wie die NZZ erfahren hat.

Beim digitalen Transformationsprojekt «SRF2024» geht es um eine radikale Neuausrichtung des Schweizer Radios und Fernsehens, die SRF Ende August kommuniziert hat: Künftig soll der Grundsatz «Digital first» gelten. Planung und Organisation werden auf die Online-Kanäle ausgerichtet.

Ein wichtiger Teil des Projekts ist die grundlegende Überarbeitung der heutigen Smartphone-App «SRF News». Die neue App soll auf neuer Technologie beruhen, attraktiver gestaltet und einfacher zu bedienen sein sowie mit personalisierten Angeboten die Nutzerbindung erhöhen. Der ehrgeizige Plan sieht einen Relaunch bereits bis Ende 2021 vor.

Junge wollen online vor allem streamen, chatten und spielen

Die Internetnutzer in Österreich sind mit den verfügbaren Bandbreiten generell zufrieden, auch die jungen Power-User unter 30 Jahren, die das Internet besonders intensiv zum Streamen von Musik und Videos, zum Chatten oder für Online-Games nutzen. Teleworking war schon vor Corona für viele ein Thema, zeigt eine Umfrage, die Telekomregulator Klaus Steinmaurer am Freitag präsentiert hat.

Insgesamt sei das Nutzungsverhalten in den letzten Jahren ziemlich stabil geblieben, sagte Steinmaurer. Er ist Geschäftsführer der RTR für den Fachbereich Telekommunikation und Post. Das mobile Breitband habe zuletzt etwas zugelegt: 26 Prozent der Nutzer hätten ausschließlich einen mobilen Internetzugang. Vor fünf Jahren lag dieser Wert bei 21 Prozent, im Jahr 2011 allerdings auch schon bei 25 Prozent. Zwei Drittel haben nach wie vor nur einen festen Internetzugang und acht Prozent beides.

Mit der Bandbreite ihres Anschlusses sind 88 Prozent der Kunden sehr zufrieden oder zufrieden, wobei die Zufriedenheit in den Landeshauptstädten höher ist als außerhalb. „Wir haben am Land noch einiges an Nachholbedarf, sowohl mobil als auch fest“, so Steinmaurer. „Das ist einer der Gründe, warum wir bei unserer 5G-Ausschreibung so sehr auf die Versorgung geschaut haben.“

Diverse Studien, wonach es in Österreich vergleichsweise wenige Breitbandanschlüsse gebe, seien mit Vorsicht zu betrachten, sagte der Regulator, da viele Kunden zwar keinen fixen Breitbandanschluss hätten, aber dafür mobiles Breitband. Es gebe auch 50- bis 100-Megabit-Anschlüsse im Festnetzbereich, die zwar nicht mit Glasfaser angebunden, aber für viele Kunden dennoch ausreichend seien.

Unterschiede beim Nutzungsverhalten gibt es abhängig vom Alter. „Die Power-User, die wirklich die guten Netze brauchen, die sind durchwegs jünger als 30 Jahre.“ Dabei gehe es um Streaming von Videos und Musik, aber auch Online-Gaming. „Online-Gaming ist der Bereich, wo auch Latenz gefragt ist“, also die Reaktionszeit bei der Datenübertragung. Die werde sich durch 5G stark verbessern. 5G werde man etwa 2023 deutlich spüren und einen wirklich flächendeckenden Ausbau werde man 2027 haben.

Sandra Maischberger macht neuen Podcast bei Spotify

Sandra Maischberger wird Podcasterin: Die ARD-Talkerin wird ab sofort wöchentlich mit ihrem „Sandra Maischberger Podcast“ exklusiv bei Spotify zu hören sein. Geplant sind zunächst 17 Ausgaben, in denen sie unter anderem Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und Gesundheitsminister Jens Spahn interviewt. Zum Auftakt spricht Maischberger mit dem Unternehmer Dirk Rossmann.

In den Gespräche soll es nicht primär um Tagespolitik gehen. „Für mich ist es eine perfekte Ergänzung zu dem, was ich im Fernsehen mache“, sagte die Moderatorin jetzt dem „Handelsblatt“. „In meiner Sendung bin ich stark darauf fokussiert, was in dieser Woche politisch wichtig ist. Im Podcast kann ich mich stärker auf eine Person einlassen.“ Der Gedankenbogen sei länger, so Maischberger. „Man soll das Gespräch auch noch in einem Jahr hören können und etwas Neues erfahren.“

Europa soll mit frischem Geld führend bei Supercomputern werden

In Europa sollen acht Milliarden Euro in die nächste Generation von Supercomputern fließen. „Wie wir im Kampf gegen die Corona-Pandemie sehen, unterstützen Supercomputer bereits heute die Suche nach Therapien, die Erkennung und Vorhersage der Infektionsverbreitung oder die Entscheidungsfindung über Eindämmungsmaßnahmen“, sagte die Vizepräsidentin der EU-Kommission, Margrethe Vestager, in Brüssel.

Hochleistungsrechner könnten zudem einen Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel leisten. Dies beispielsweise indem sie helfen, die Stromversorgung effizienter zu machen.

Die 8 Mrd. Euro werden es Europa nach Angaben der Brüsseler Behörde erlauben, Rechner zu betreiben, die mehr als eine Trillion Rechenoperationen pro Sekunde ausführen können. Zudem soll es Infrastrukturen geben, die sogenannte Quantencomputer mit klassischen Rechnern kombinieren.

3,5 Milliarden Euro aus EU-Haushalt

Finanziert werden soll das neue europäische Supercomputer-System mit 3,5 Milliarden Euro aus dem EU-Haushalt und einem ebenso großen Betrag aus den nationalen Haushalten europäischer Staaten. Eine weitere Milliarde Euro würde in Form von Geld- und Sachleistungen von nicht-staatlichen Unterstützern der Initiative kommen.

Rocket Internet verbuchte im ersten Halbjahr rote Zahlen

Der deutsche Start-up-Investor Rocket Internet hat im ersten Halbjahr einen kleinen Verlust gemacht. Unter dem Strich stand ein Fehlbetrag von 12 Mio. Euro, nach einem Gewinn von 548 Mio. Euro vor einem Jahr, wie das MDax-Unternehmen mitteilte.

Wesentliche Beteiligungen und Gemeinschaftsunternehmen von Rocket Internet hatten auch im zweiten Quartal rote Zahlen eingefahren. Dennoch hätten sie sich operativ trotz Covid-19-Krise gut entwickelt, hieß es vom Konzern.

Die Börsenkurse von Beteiligungen entwickelten sich laut Rocket-Chef Oliver Samwer im zweiten Quartal positiv. Ende August verfügte Rocket Internet netto über liquide Mittel von 1,2 Mrd. Euro. Ende April waren es noch 1,9 Mrd. Euro gewesen. Rocket will sich von der Börse zurückziehen und hat Anfang September den Investoren den Rückkauf der Aktien zu 18,57 Euro angeboten.

Thomas Spiegel verlässt Ringier

Laut einer Mitteilung der Ringier AG wird Thomas Spiegel, bisher Head Global Media und Group Executive Board Mitglied der Ringier AG, das Unternehmen auf eigenen Wunsch verlassen. Ladina Heimgartner übernimmt auf Group Executive Ebene die Verantwortung für Global Media. Gleichzeitig wird sie CEO der „Blick“-Gruppe.

D: Neuer Vorschlag zu Leistungsschutzrecht und Uploadfiltern

Die Bundesregierung kommt bei der Umsetzung der EU-Urheberrechtsrichtlinie den Interessen der Verlage entgegen. Das geht aus einem aktuellen Referentenentwurf des Bundesjustizministeriums hervor, der Golem.de vorliegt. Demnach soll beim Leistungsschutzrecht für Presseverlage nur noch die Nutzung „einzelner Wörter oder sehr kurzer Auszüge“ von Artikeln im Internet lizenzfrei erlaubt sein.

In früheren Vorschlägen waren dazu noch konkrete Vorgaben gemacht worden, beispielsweise „bis zu acht Wörter“. In dem nun vorliegenden Entwurf von Anfang September findet sich keine entsprechende Konkretisierung mehr. Ein Diskussionsentwurf vom Januar 2020 hatte noch die Überschrift explizit als lizenzfrei erklärt. Diese Präzisierung lehnten Verlegerverbände jedoch strikt ab.

Private Nutzung bleibt erlaubt

Langwierige Gerichtsverfahren darüber, wie lang „sehr kurze Auszüge“ in der Praxis sein dürfen, sind daher zu erwarten. Das war auch beim gescheiterten deutschen Leistungsschutzrecht der Fall.

Anders als von den Verlagen gefordert verzichtet das Justizministerium unter Christine Lambrecht (SPD) weiterhin nicht auf den Passus, wonach die „private oder nicht kommerzielle Nutzung einer Presseveröffentlichung durch einzelne Nutzer“ lizenzfrei erlaubt bleibt.

Auch die „roten Linien“, die nach Ansicht des Bundeswirtschaftsministeriums und des Bundeskanzleramts nicht überschritten werden dürfen, werden in dem Entwurf mehr oder weniger ignoriert. So hält das Justizministerium an der kumulativen Nutzung verschiedener Artikelelemente wie Texte, Bilder, Grafiken und Videos fest. Die kumulative Nutzung mehrerer Elemente könne „zulässig sein, soweit es sich jeweils um einen sehr kurzen Auszug aus der Presseveröffentlichung handelt“. Nach Ansicht des CDU-geführten Wirtschaftsministeriums widerspricht das jedoch der zugrunde liegenden EU-Richtlinie.

Mindestbeteiligung der Urheber bleibt

Ebenfalls beharrt das SPD-geführte Ministerium auf einer Mindestbeteiligungsquote der Urheber von einem Drittel an den möglichen Einnahmen aus dem Leistungsschutzrecht. Im Gegenzug soll die Beteiligung der Verlage bei Einnahmen aus Verwertungsgesellschaften wie der VG Wort weiterhin auf ein Drittel begrenzt werden.

Was an dem Entwurf auffällt: Der erst im Juni vorgelegte Diskussionsentwurf zur Umsetzung der Uploadfilter ist ebenfalls schon enthalten. Offenbar soll die EU-Richtlinie nun nicht mehr mit zwei verschiedenen Gesetzen umgesetzt werden. Das gesamte Paket soll nun exakt zum Ablauf der Umsetzungsfrist am 7. Juni 2021 in Kraft treten.

Interesse an werbefinanzierten Streaming-Diensten steigt

In Zusammenarbeit mit Tremor Video hat Unruly für die Studie über 500 Menschen in Deutschland sowie mehr als 3.000 Verbraucher weltweit im Juli 2020 befragt. Es zeigt sich, dass gerade die Corona-Pandemie die Entwicklung in der CTV-Landschaft beschleunigt hat. So geben mehr als ein Viertel der deutschen Befragten an, seit dem Ausbruch des Coronavirus einen Streaming-Dienst ausprobiert zu haben. Insgesamt haben 68 Prozent der deutschen Teilnehmer heute Zugang zu CTV-Inhalten.

Besonders Smart-TVs sind in Deutschland weit verbreitet und werden zum Konsum von CTV-Inhalten verwendet. 55 Prozent der Befragten besitzen ein solch internetfähiges Gerät, 37 Prozent schauen CTV über eine Spielekonsole und 35 Prozent über ein Streaming-Media-Gerät wie etwa den Amazon Fire TV Stick oder Google Chromecast.

Gerade jüngere Altersgruppen haben verstärkt ein Interesse daran werbefinanzierte Streaming-Dienste zu nutzen. Bei den 18- bis 24-Jährigen und bei den 24- bis 34-Jährigen sind es 30 Prozent, die sich dafür aktuell interessieren. Knapp zwei Drittel der Befragten hat zudem angegeben, dass sie es nicht stört Werbung zu schauen, wenn sie dafür kostenfrei Filme oder Serien sehen können.

Dass sich Verbraucher offen für Werbung im CTV-Umfeld zeigen, demonstriert auch eine Studie der Video-Werbeplattform Spotx. Hier würden 40 Prozent der Befragten im Tausch gegen kostenlose Streaming-Inhalte Werbeanzeigen akzeptieren.

Nutzer wollen Ausgaben für Streaming reduzieren

46 Prozent der befragten Konsumenten im Rahmen der Unruly-Erhebung denken darüber nach, ihre Ausgaben für TV- und Streaming-Abonnements in den nächsten zwölf Monaten zu reduzieren. Dies lässt durchaus auf eine Übersättigung des Marktes schließen und zeigt die steigende Bedeutung von kostenlosen Angeboten. Der bevorzugte Weg die Kostenreduktion zu erreichen, ist für die meisten die Anzahl kostenpflichtig abonnierter Streaming-Dienste zu reduzieren. Knapp ein Fünftel will die Anzahl einmaliger Video-on-Demand-Käufe verringern und 17 Prozent wollen mehr TV-Inhalte online bei den Mediatheken der Sender schauen. Auch hier ergibt sich eine Chance für werbefinanzierte Streaming-Anbieter.

Salt blitzt mit rechtlichen Schritten gegen Sunrise-Übernahme ab

In der Schweiz ist Salt Mobile mit rechtlichen Schritten gegen die Übernahme des Telekomkonzerns Sunrise durch den US-Kabelriesen Liberty Global vorerst abgeblitzt. Das Handelsgericht des Kantons Zürich lehnte einen Antrag von Salt auf eine einstweilige Verfügung ab.

Salt hatte beantragt, dass Sunrise-Großaktionär Freenet sowie Verwaltungsräte und Manager des Unternehmens ihre Aktien nicht andienen dürften. Nach einer mündlichen Anhörung kam das Gericht zum Schluss, dass eine Vereinbarung zu einer Glasfaser-Kooperation zwischen Sunrise und Salt durch die Transaktion nicht verletzt werde. Salt kann gegen das Urteil vor dem Bundesgericht berufen.

Umfrage: 88 Prozent sind mit den verfügbaren Bandbreiten zufrieden

Telekom-Regulator: „Wir haben am Land noch einiges an Nachholbedarf, sowohl mobil als auch fest“

Die Internet-Nutzer in Österreich sind mit den verfügbaren Bandbreiten generell zufrieden, auch die jungen Power-User unter 30 Jahren, die das Internet besonders intensiv zum Streamen von Musik und Videos, zum Chatten oder für Online-Games nutzen. Teleworking war schon vor Corona für viele ein Thema, zeigt eine Umfrage, die Telekom-Regulator Klaus Steinmaurer präsentiert hat.

Insgesamt sei das Nutzungsverhalten in den letzten Jahren ziemlich stabil geblieben, sagte Steinmaurer. Er ist Geschäftsführer der RTR für den Fachbereich Telekommunikation und Post. Das mobile Breitband habe zuletzt etwas zugelegt: 26 Prozent der Nutzer hätten ausschließlich einen mobilen Internetzugang. Vor fünf Jahren lag dieser Wert bei 21 Prozent, im Jahr 2011 allerdings auch schon bei 25 Prozent. Zwei Drittel haben nach wie vor nur einen festen Internetzugang und 8 Prozent beides.

„Wir haben am Land noch einiges an Nachholbedarf, sowohl mobil als auch fest“

Mit der Bandbreite ihres Anschlusses sind 88 Prozent der Kunden sehr zufrieden oder zufrieden, wobei die Zufriedenheit in den Landeshauptstädten höher ist als außerhalb. „Wir haben am Land noch einiges an Nachholbedarf, sowohl mobil als auch fest“, so Steinmaurer. „Das ist einer der Gründe, warum wir bei unserer 5G-Ausschreibung so sehr auf die Versorgung geschaut haben.“

Diverse Studien, wonach es in Österreich vergleichsweise wenige Breitbandanschlüsse gebe, seien mit Vorsicht zu betrachten, sagte der Regulator, da viele Kunden zwar keinen fixen Breitbandanschluss hätten, aber dafür mobiles Breitband. Es gebe auch 50- bis 100-Megabit-Anschlüsse im Festnetzbereich, die zwar nicht mit Glasfaser angebunden, aber für viele Kunden dennoch ausreichend seien.

Gmünd oder Zwettl

Ein wichtiges Thema für viele Menschen sei Teleworking, schon vor dem Corona-Lockdown hätten 24 Prozent der Kunden regelmäßig von zu Hause gearbeitet. Befragt wurden diesmal 2.432 Haushalte im Zeitraum Jänner bis März 2020 und 1.093 Unternehmen, bei denen die Befragung von Jänner bis Mai durchgeführt wurde. Darum sei es umso wichtiger, den Ausbau in den ländlichen Gebieten rasch voranzutreiben, „und nicht nur in den Speckgürteln“, so Steinmaurer. „Wir wissen, dass Homeoffice funktioniert, also warum sollte nicht jemand im Waldviertel oder noch weiter oben in Gmünd oder Zwettl wohnen können und nur an zwei Tagen nach Wien runterfahren?“

Smart-Speaker-Nutzung ist weiter auf dem Vormarsch

Die Corona-Pandemie hat nicht nur den Fernsehkonsum beflügelt, sondern auch die Nutzung von Smart Speakern. Das geht aus der zweiten Auflage der Smart-Speaker-Studie des Audiovermarkters RMS hervor. Demnach verwenden 42 Prozent der Nutzer ihr Gerät seit Beginn der Pandemie deutlich häufiger.

Aber auch generell werden die internetfähigen Lautsprecher mit Sprachassistent häufiger eingeschaltet: Im Vergleich zur ersten Erhebung 2018 ist die Nutzung in den vergangenen zwei Jahren um 61 Prozent gestiegen. Das kommt natürlich auch dem Audio-Konsum in den Haushalten zugute, die mit einem Smart Speaker ausgestattet sind: 69 Prozent der Nutzer hören seit der Anschaffung deutlich mehr Audio als zuvor.

97 Prozent der Befragten gaben an, über ihren Lautsprecher überwiegend Musik und andere Audio-Inhalte zu konsumieren. Andere Funktionen wie zum Beispiel die Steuerung von Smart-Home-Anwendungen oder die Suche nach Informationen im Internet spielen also nur eine untergeordnete Rolle.

Insgesamt gibt es mittlerweile in 41 Prozent der Haushalte einen oder mehrere Smart Speaker. 37 Prozent nutzen diese regelmäßig. Das entspricht 21,6 Millionen Nutzern. Jeder dritte (32 Prozent) plant zudem die Anschaffung eines smarten Lautsprechers.

Für die Studie befragte Interrogare im Juni rund 2000 Internetnutzer von 16 bis 69 Jahren. Darunter waren 820 Besitzer eines Smart Speakers und 745 aktive Nutzer, die das Gerät innerhalb der letzten 14 Tage benutzt haben.

Tiroler Koch-Media-Gruppe übernimmt Vertigo Games

Die Koch-Media-Gruppe, ein Computer- und Konsolenspielehersteller mit Sitz in Höfen (Bezirk Reutte), hat das niederländische Unternehmen Vertigo Games übernommen. Die auf Virtual Reality spezialisierte Vertigo Games kostete das Unternehmen 115 Mio. Euro, berichtete die „Tiroler Tageszeitung“ (Freitags-Ausgabe). Laut dem Bericht ist dies „der größte Deal in der Koch-Media-Geschichte“.

Koch Media, das zur börsennotierten schwedischen Embracer Group gehört, steigerte heuer im neuen Geschäftsjahr mit Start 1. April den Umsatz um 48 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Außerferner Unternehmen machte bisher pro Jahr knapp 400 Mio. Euro Umsatz – die Exportrate beträgt 98 Prozent. Neben dem Deal mit Vertigo Games übernahm das Tiroler Unternehmen das französische Karaoke-Studio Voxler und die deutsche Sola Media, in Tokio und Hongkong wurden Verkaufsbüros eröffnet.

USA verhängen Sanktionen gegen iranische Hacker

Die USA haben Sanktionen gegen eine iranische Hackergruppe und 45 damit verbundene Personen verhängt. Das Finanzministerium in Washington teilte am Donnerstag mit, die Gruppe mit dem Namen „Advanced Persistent Threat 39“ (APT39) werde über eine nun ebenfalls mit Sanktionen belegte Tarnfirma namens Rana Intelligence Computing Company (Rana) durch das iranische Geheimdienstministerium kontrolliert.

Über APT39 habe die iranische Regierung iranische Dissidenten, Journalisten, internationale Firmen und Reisebüros über Jahre hinweg mit Schadsoftware ausspioniert.

Etwaiger Besitz der Gruppe, der Firma und der Personen in den USA werden eingefroren. US-Staatsbürgern werden Geschäfte mit den Betroffenen untersagt. Finanzminister Steven Mnuchin erklärte: „Das iranische Regime benutzt sein Geheimdienstministerium als Werkzeug, um unschuldige Zivilisten und Unternehmen ins Visier zu nehmen und seine destabilisierende Agenda auf der ganzen Welt voranzutreiben.

„Neue Zeit“ erscheint wieder online

„Alternativen zur neoliberalen Denkweise“

Im Impressum definiert die sich die neue „Neue Zeit“ so: „Wir dienen nicht dem großen Geld, wir dienen nicht der Hetze. Wir zeigen Alternativen zur neoliberalen Denkweise auf, liefern kritische Analysen zum Rechtspopulismus und berichten über das große Thema Gerechtigkeit. Kurz: Wir schauen dort hin, wo andere Medien wegschauen.“

Fünf Mitarbeiter weist das Impressum derzeit aus: Philipp Stadler als Chefredakteur und Redakteur, Michael Wanek als Chef vom Dienst und Redakteur, Gerald Demmel als Projektmanager, Dawid Sowka ist demnach zuständig für Entwicklung, und Anna Fischer ist Büroleitung und Redaktionsassistentin.

Gemeinsamer Projektmanager mit kontrast.at des SP-Parlamentsklubs

Demmel etwa ist auch Projektleiter und stellvertretender Chefredakteur von kontrast.at, dem Onlinemedium des SPÖ-Parlamentsklubs.

Die Leykam Medien AG gehört zu fast 80 Prozent einer Spectro gemeinnützige Gesellschaft für wissenschaftliche Forschung GmbH, die wiederum ganz im Besitz der steirischen SPÖ steht. Die übrigen Anteile an der Leykam Medien AG halten die Steiermärkische Bank und Sparkassen AG und die Landes-Hypothekenbank Steiermark AG.

Drei Abomodelle

Die digitale „Neue Zeit“ ruft zur Unterstützung des Projekts mit drei Abomodellen auf: einem „Standard-Abo“ für acht Euro im Monat, einem „Förder-Abo“ für 15 Euro und einem „Soli-Abo“ für 30 Euro monatlich. Alle drei versprechen eine werbefreie Nutzung der Seite und einen Newsletter, die höherpreisigen Abos auch Infos über den Fortschritt des Projekts.

Die „Neue Zeit“ wurde 1945 gegründet und erschien über Jahrzehnte als Parteitageszeitung der steirischen SPÖ. 1987 drohte die Einstellung, die Mitarbeiter übernahmen sie und führten sie weiter. Sie gründeten einen „Verein der Freunde der NZ“, der nun als Herausgeber fungierte.

Max feiert Comeback im D-A-CH-Raum

Im Jänner 1991, erschien die erste Max-Ausgabe in Deutschland unter dem Chefredakteur Andreas Wrede, der auch bei der aktuellen Neuauflage des Magazins wieder die Führung übernimmt. Zwischenzeitlich war er unter anderem stellvertretender Chefredakteur von Cinema, Programmdirektor von Premiere, Chefredakteur von Spiegel Spezial, GQ Germany, Korrespondent in New York für den Axel Springer Auslandsdienst und ist Dozent für Journalismus in Hamburg. Ab dem 12. November ist Max in deutscher Sprache wieder in Österreich, Deutschland und der Schweiz erhältlich, nachdem das Magazin vor Kurzem noch sein Comeback mit einer englischsprachigen Version europaweit feierte.

John Sargent verlässt Holtzbrinck Publishing Group

Macmillan-Chef und Holtzbrinck-Buchvorstand John Sargent verlässt zum 1. Januar 2021 die Holtzbrinck Publishing Group. Grund für das Ausscheiden seien unterschiedliche Auffassungen über die Unternehmensführung von Macmillan, heißt es in einer Mitteilung.

Sargent verantwortet bislang das Gesamtgeschäft von Macmillan und führt als Holtzbrinck-Buchvorstand die internationalen Geschäfte (u.a. Deutschland, Großbritannien).

Don Weisberg, derzeit Präsident von Macmillan US Trade, wird Sargent zum 1. Januar 2021 als CEO von Macmillan Publishers nachfolgen. Susan Winslow, derzeit General Manager von Macmillan Learning, wird zur Präsidentin des US-Hochschulbildungsverlags Macmillan Learning ernannt.

„Apotheken Umschau“: Dennis Ballwieser übernimmt die Chefredaktion

Dennis Ballwieser, Arzt und Geschäftsführer des Wort & Bild Verlags, treibt den Umbau der Redaktion voran und übernimmt in diesem Zuge auch die Verantwortung als Chefredakteur für die Apotheken Umschau.

Ballwieser zur Positionierung der Apotheken Umschau: „Wir haben uns eine Qualitätsführerschaft bei den Apotheken, bei den Lesern und Nutzern erarbeitet; darauf bauen wir auf und führen sie in cross- und multimedialen Formaten weiter fort“. Mit der neuen Struktur, so Ballwieser, werde der Verlag „flexibler, schneller und in einfacheren Abläufen“ Gesundheitsjournalismus betreiben und seine Führungskompetenz in der Gesundheitskommunikation weiter ausbauen. Hier sollen laut Wort & Bild Verlag künftig auch digitale Lösungen eine entscheidende Rolle spielen.

Peter Kraus vom Cleff wird Präsident des europäischen Verlegerverbandes FEP

Der kaufmännische Geschäftsführer der Rowohlt Verlage wurde bei der virtuellen Hauptversammlung der Organisation an die Spitze des europäischen Dachverbandes der Buchbranche gewählt. Kraus vom Cleff ist seit 2017 Delegierter des Börsenvereins bei der FEP und seit 2018 Vizepräsident. Er löst Rudy Vanschoonbeek (Belgien) ab, dessen Amtszeit turnusgemäß endet. Die Amtszeit dauert zwei Jahre.

Neuer FEP-Vizepräsident ist Ricardo Franco Levi (Italien). Schatzmeister bleibt Benedikt Föger (Österreich). Der Vorstand besteht außerdem aus den drei neuen Mitgliedern Catherine Blache (Frankreich), Michiel Kolman (Niederlande) und Sakari Laiho (Finnland).

Sport 1 und Sky Sport News verlängern Partnerschaft

Auch in der kommenden Saison der Fußball-Bundesliga zeigen die Free-TV-Sender Sport 1 und Sky Sport News die Highlight-Zusammenfassungen aller Spiele der 2. Bundesliga. Die Produktion ‚Sky Sport News – Highlights der 2. Liga‘ wird weiterhin auf Sport 1 und im 24/7-Livestream auf Sport1.de zu sehen. Die Sendung wird an Spieltagen immer am Freitag- und Sonntagabend ausgestrahlt und fasst die Höhepunkte der Partien des Tages zusammen.

Zeitungsverleger: Anzeigenmarkt weiter unter Druck

Die Zeitungsverleger in Baden-Württemberg rechnen auch für das kommende Jahr mit großen Problemen auf dem Anzeigenmarkt. In den vergangenen Monaten seien die Anzeigenerlöse wegen der Corona-Krise um bis zu 60 Prozent eingebrochen, sagte der Verbandsvorsitzende Valdo Lehari jr.. „Da kehrt langsam eine gewisse Normalität zurück, aber man ist immer noch weit entfernt von den Erlösen vor der Pandemie.“

Große Anzeigenkunden wie der Einzelhandel und die Automobilindustrie seien schwer unter Druck, ebenso die Bereiche Veranstaltungen, Restaurants und Gaststätten. In den meisten Verlagen gebe es noch Kurzarbeit, wenn auch teilweise sehr reduziert, erklärte Lehari. „Man muss damit rechnen, dass das auch im nächsten Jahr so sein wird.“

Der Präsident des Bundesverbands Digitalpublisher und Zeitungsverleger, Mathias Döpfner, hatte am vergangenen Dienstag eine dauerhaft geringere oder sogar ganz gestrichene Mehrwertsteuer für Medienprodukte vorgeschlagen. Aus Sicht von Lehari, Verleger des Reutlinger General-Anzeigers, eine gute Idee, aber die Frage sei: „Wer profitiert davon? Wenn die Mehrwertsteuer auf Null runtergeht, könnte die Forderung aufkommen: Das Abo muss entsprechend günstiger werden.“

Wenn keiner Verantwortung trägt, kippt jede Diskussion ins Hässliche

Das Internet ist von einer Utopie zu einer Dystopie geworden, in der Hass, Lügen und Hetze dominieren. Wie schützen wir die öffentliche Debatte in der Demokratie?

Der Künstler Scott Adams, der mit seinem Comicstrip Dilbert weltberühmt – und reich – wurde, beschimpft auf Twitter wiederholt den demokratischen Bewerber Joe Biden auf eine Art, die in der NZZ nicht veröffentlicht werden kann. Er lässt die Welt ungefiltert an dem teilhaben, was ihm gerade durch den Kopf geht, so wie Präsident Trump, der auch gerne mal Verschwörungstheorien teilt – an 85 Millionen Follower.

Es ist durchaus möglich, dass die Nutzung des Internets das menschliche Denken verändert, aber hier haben wir es mit Altem zu tun. Auch vor der Zeit des Internets waren Fremdenhass, Streitsucht, Verschwörungstheorien im privaten und lokalen Bereich vorhanden – aber sie wurden weitgehend aus dem öffentlichen demokratischen Diskurs herausgehalten.

Noch Mitte der 1990er Jahre gab es viele Stimmen, die mit dem Internet eine offenere Gesellschaft aufziehen sahen, ein «new Athenian age of democracy» (Al Gore). Das hat sich in kurzer Zeit fundamental gewandelt. Warum?

Erinnerungen an den Dreissigjährigen Krieg

Im Internet fallen Barrieren der Mitteilung weg – die Kosten eines Flugblatts, der Redaktor der Meinungsseite, auch der Anstand zwischenmenschlicher Beziehungen. Am Smartphone zu Hause, ohne den urteilenden Blick eines Gesprächspartners, wird die Transgression zu einfach.

Das hat Folgen: eine Polarisierung der Gesellschaft, Erfolgswellen für identitäre Parteien und autoritäre Tendenzen, die Korrumpierung der faktenbasierten politischen Diskussion, das Entstehen nur schwer identifizierbarer Manipulationsnetze, die auch in Wahlen eingreifen und damit die Grundlage der westlichen Demokratien erschüttern. In der Formulierung des Computerwissenschafters Moshe Vardi: «Die Utopie des Internets hat sich zur Dystopie verkehrt.»

Plus ça change: Mit dem Buchdruck hatten wir das schon einmal. Auf Unmengen anonymer Flugblätter des 16. und 17. Jahrhunderts waren Juden Kindermörder, gar Kannibalen; heilkundige Frauen Hexen; und Protestanten und Katholiken riefen zum gegenseitigen Mord auf. Die Welt des Dreissigjährigen Kriegs war polarisiert, voller identitärer Parteien, korrumpierter Fakten und schwer identifizierbarer Manipulationsnetze.

Wir haben dann für den Diskurs mühsam neue Regeln entwickelt, mit Pflichten und Rechten. Dem Autorprinzip mit sanktionierten Verantwortlichkeiten (dem Impressum und dem Medienrecht) folgte die Gatekeeper-Funktion von Zeitungen und dann anderer Nachrichtenmedien. Sie filterten, welche Nachrichten in den öffentlichen Diskurs gelangten und welche nicht, und wurden rechtlich auf die Faktizität des Berichteten verpflichtet. Dafür erkämpften diese Medien sich das Recht auf Freiheit von Zensur. The great bargain demokratischer Gesellschaften: die Freiheit von Zensur im Austausch für die gesetzlich verankerte Verantwortung der Medien.

Als grundsätzlich für alle verfügbares Medium mit globaler Reichweite unterläuft das Internet diese gesellschaftlichen Umgangsregeln des politischen Diskurses. Die Gatekeeper-Funktion wird hinfällig, das Autorprinzip greift nicht mehr. Wie beim Flugblatt der Religionskriege gilt nun wieder das Prinzip der Anonymität – und der grossen Verantwortungslosigkeit.

Es gibt für so gut wie alles, was das Internet an Problematischem gebracht hat, gesetzliche Regelungen aus der Zeit vor dem Internet – aber sie werden kaum auf im Internet begangene Taten angewendet, weil die Justiz schon aufgrund der Menge überfordert ist. Was soll man tun, wenn, wie letztes Jahr in Österreich, eine Bundesministerin mit Migrationshintergrund vereidigt wird und binnen wenigen Tagen in sozialen Netzwerken mindestens 25 000 Postings mit vermutlich strafrechtlicher Relevanz abgesetzt werden?

Wie mit dieser Situation umgehen, die das demokratische Fundament – die offene Kommunikation – unterspült? Hier sind ein paar praktische Vorschläge:

1. Es ist ein folgenschwerer Irrtum, zu glauben, dass die Meinungsfreiheit auch die Freiheit zur Anonymität umfasst. Klarnamen legen die Identität des Senders offen und können durch eine Ausweispflicht bei der Eröffnung eines Kontos auf einem sozialen Netzwerk, analog zur Eröffnung eines Bankkontos, dokumentiert werden. Klarnamen werden keine Manieren erwirken: Menschen wie Scott Adams ist es offensichtlich egal, wenn sie öffentlich pöbeln, auch wenn sich deren Eltern oder Kinder oft schämen werden. Die Anonymität ermöglicht aber Manipulation und unterläuft das Prinzip der Verantwortung; ohne Verantwortung kann jeder Diskurs kippen.

2. Zu wenig am Radar der Justiz sind Nutzerkonten in sozialen Netzwerken; das sollte sich ändern. Man kann die nicht mehr funktionierende Unterscheidung von privat/öffentlich durch jene von einmalig/wiederholt ersetzen. Konten, auf denen wiederholt strafrechtlich relevante Äusserungen getätigt werden, könnten suspendiert und bei weiterer einschlägiger Betätigung endgültig gesperrt werden. Natürlich könnten die Kontoinhaber wieder ein neues Konto eröffnen, dieses hätte jedoch anfangs keine follower, wäre also zunächst weniger wirkungsvoll. Dieser Ansatz wird etwa vom Berliner Richter und Sachverständigen in Fragen staatlicher Netzpolitik Ulf Buermeyer vertreten.

Die Plattformen sollten für jedes gesperrte Konto eine Strafe zahlen. Das würde als Nebeneffekt die Justizbehörden weiter entlasten, da dadurch ihr Eingreifen höchstwahrscheinlich seltener notwendig wäre. Wir würden dem politischen Diskurs Luft verschaffen, da grosse Quellen strafrechtlich relevanter Postings immer wieder austrockneten.

3. Soziale Netzwerke müssen rechtlich mit traditionellen Medien gleichgestellt werden. Diese Forderung ist nicht neu, wird aber von den globalen Grössen der Branche öffentlich wie im Hintergrund vehement und bis jetzt mit Erfolg bekämpft, etwa durch die Initiierung und finanzielle Unterstützung eines akademischen Diskurses zum Thema ethical AI, Ethik in künstlicher Intelligenz, mit dem Tenor, dass anstehende Probleme technisch gelöst werden können. Es ist schwer einzusehen, wie Maschinen und Algorithmen ohne menschliches Zutun ethische Entscheidungen treffen können, aber um diesen Punkt geht es hier nicht. Es geht darum, dass die Entscheidung über solche maschinellen Ansätze nach der Vorstellung dieser Unternehmen im jeweiligen Unternehmen bleiben soll. Es geht darum, dass diese Firmen die Macht über eine Diskursregulierung beanspruchen, die für alle Länder gilt, in denen sie genutzt werden, mithin vom konkreten politischen Diskurs der einzelnen Staaten unabhängig ist. Es soll die Firmenleitung in Menlo Park festlegen, nach welchen Regeln nationale politische Diskurse im Internet ablaufen, also auch über das politische Klima in diesen Staaten und damit über den Ausgang von Wahlen herrschen.

Facebook zum Beispiel, hat sich ein prominent besetztes Oversight Board verpasst, um sich Regeln vorzugeben, deren Einhaltung es selbst prüft. Dass das nicht funktionieren kann, liegt auf der Hand. Der politische Diskurs in den USA befindet sich derzeit ja auch nicht wirklich in einem Zustand, der es nahelegte, europäischen Demokratien zu empfehlen, ihn als Norm zu übernehmen.

Twitter ist etwas anständiger und blockiert gewisse Posts, die offensichtlich unwahr oder hetzerisch sind; allerdings geschieht das nach eigenem Gutdünken. Deshalb gilt auch hier: Medien sollten ihre Regulierung nicht selbst gestalten, das bleibt Aufgabe der Gesellschaft.

Das sind, aus der Defensive gespielt, nötige Massnahmen, damit der öffentliche Diskurs in Demokratien nicht vollends aus den Fugen gerät. Zur Übernahme der regulatorischen Rolle, die die Nationalstaaten in der analogen Welt gespielt haben, gibt es keine Institution. Die Schaffung einer globalen Institution ist nicht realistisch; sie ist für demokratische Länder auch nicht wünschenswert. Nationalstaatliche Massnahmen haben hingegen begrenzte Wirkung – im Wortsinn. Durch eine gesamteuropäische Vorgehensweise würden sie an Effizienz gewinnen. Konkret: Die EU muss die Regulierungshoheit über den politischen Diskurs für sich wahrnehmen und durchsetzen.

In der Ökonomie gilt Greshams Law: «Bad money drives out good.» Wenn Menschen nicht sicher sein können, dass Silbermünzen oder Banknoten echt sind, werden sie die Nutzung von Geld meiden, da es zu schwierig ist, jedes Geldstück auf seine Echtheit zu prüfen. Geld verliert seine Funktion.

Gleiches gilt für die Kommunikation: «Bad discourse drives out good.» Es ist oft nicht möglich, fake news von echten Nachrichten zu unterscheiden. Wenn es uns nicht mehr möglich ist, Fakt von Fiktion zu unterscheiden, dann verliert Kommunikation einen grossen Teil ihrer Funktion. Wir verfallen in Gleichgültigkeit oder Defaitismus, in Aberglauben, gar Hysterie. Das wissen wir seit Gutenberg.

So wie wir uns vor Falschgeld schützen, so müssen wir uns vor fake news schützen. Sonst wachen wir eines Tages auf und bemerken, dass wir gar nicht mehr in einer Demokratie leben, sondern in einer Apoteokratie: einer Herrschaft der Rattenfänger. Man braucht nicht weit zu blicken, um diese Anfänge zu sehen.

Wie die GAFAs in der Coronakrise noch dominanter werden

Man könne „die ohnehin bestehenden Trends wie unter einem Brennglas überdeutlich erkennen“. So beschreibt Chris Schneider, Director Strategy bei der Agenturgruppe Pilot, seine Erfahrungen in der Coronakrise. Ähnliches hört man von fast allen Mediaexperten. Und zu den bestehenden Trends gehört nicht zuletzt, dass immer mehr Werbeetats auf die großen US-Plattformen verschoben werden. Sie profitieren davon, dass Performance und Programmatic bei knappen Etats Vorfahrt haben. Sechs Monate Coronakrise haben vor allem dafür gesorgt, dass – abgesehen vom Shooting-Star TikTok – die GAFAs ihre Marktanteile verbessern konnten. Während viele kleinere Konkurrenten kreativ um jeden Werbe-Euro kämpfen müssen, schnurrt bei den US-Giganten die Vermarktungsmaschinerie verlässlich weiter.

Wie gut die GAFAs bislang durch die Werbekrise kommen, haben bereits die offiziellen Zahlenwerke gezeigt. Google musste im 2. Quartal zwar erstmals in seiner Geschichte ein Minus (8 Prozent) bei den Werbeerlösen hinnehmen – Analysten hatten aber Schlimmeres erwartet. Das Geschäft sei auch zuletzt wieder auf Erholungskurs gewesen, ließ der Alphabet-Konzern selbstsicher verlauten. Facebook konnte den Werbeumsatz im selben Zeitraum sogar um 10,2 Prozent steigern, und in den ersten Juli-Wochen soll es trotz der Boykott-Bewegung ein ähnliches Wachstum gegeben haben.

Amazon gilt ohnehin als Krisengewinner par excellence und präsentierte den höchsten Quartals-Nettogewinn aller Zeiten. Der E-Commerce-Boom zieht auch das Werbegeschäft mit: Der Umsatz kletterte gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 41 Prozent.

Was bedeutet das für die internationalen Machtverhältnisse? Laut „Advertising Expenditure Forecast“ der Agentur-Gruppe Zenith werden die weltweiten digitalen Werbeausgaben in diesem Jahr um rund 2 Prozent schrumpfen. Das heißt, dass Facebook und Amazon ihre Marktanteile locker ausbauen können, eng kann es nur für Google werden. Das Duo Google-Facebook zusammengenommen, dessen weltweiten Anteil am digitalen Werbekuchen das Marktforschungsinstitut E-Marketer bereits 2019 auf rund 60 Prozent schätzte, wird auf jeden Fall noch dominanter werden.

Index.hu: „Telex“ soll für Medienvielfalt sorgen

Direkte Einnahmen durch Abonnements oder Spenden von Lesern gelten im Onlinejournalismus nicht nur seit Corona als Heilmittel gegen einen labilen Anzeigenmarkt und als Qualitätsgarant. Doch in Ungarn ist es mehr als ein Geschäftsmodell. Für Veronika Munk, ehemalige stellvertretende Chefredakteurin vom größten Nachrichtenportal des Landes Index.hu, ist es ein großes Wagnis. Und, wie für viele andere Journalisten im Land, ist es die beste Chance, weiter ihren Job so zu machen, wie es der Berufsstandard verlangt: unabhängig, kritisch und frei.

Mit mehr als 90 Kollegen kündigte Munk Ende Juli, als Reaktion auf die Entlassung ihres Chefredakteurs Szabolcs Dull. „Es war klar, dass wir bei Index nicht mehr wie gewohnt frei arbeiten können“, sagt Veronika Munk. Gleichzeitig gaben sie das Versprechen, dass es bald ein anderes Nachrichtenportal geben wird. So zuverlässig und schnell wie Index – und unabhängig.

Die Umstände um Szabolcs Dulls Entlassung wurden bislang nicht öffentlich. Klar ist, dass er wegen Differenzen mit den neuen Geschäftsführern den Posten räumen musste. Am Donnerstag erhielt Dull in Potsdam den M100-Medienpreis. Für Potsdams Oberbürgermeister und Vorsitzenden des M100-Beirats, Mike Schubert, sind Dulls Entlassung und „die aktuell gegen ihn laufende Hetzkampagne regierungsnaher Medien ein Fanal für den gefährdeten Zustand der Medienfreiheit in Ungarn und darüber hinaus.“

Unter Führung von Veronika Munk kristallisiert sich nun ein neues Projekt der Ex-Index-Mitarbeiter heraus: „Telex“ soll ein freies Onlinemedium werden, mit „großer Reichweite und großer Schlagkraft“, verspricht Munk. Bisher wirbt die Webseite Telex.hu nur mit dem zukünftigen Produkt, aber nach deren Angaben sollen es schon über 31 000 Menschen sein, die mit einem einfachen oder regelmäßigen Beitrag den Start des Portals unterstützen.

Den Lesern verspricht das neue Telex-Team, dass sie „nach ihren besten Fähigkeiten“ über alles berichten werden. Sie wollen ein unparteiisches Medium schaffen in einem Land, dessen Medienlandschaft stark polarisiert ist. Damit das klappt, soll es „aus eigener Kraft“ und durch finanzielle Unterstützung der Leser entstehen.

Seit zehn Jahren regiert der rechtsnationale Ministerpräsident Viktor Orbán Ungarn, auf dem Index der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen ist das Land von Platz 23 auf Platz 89 gerutscht. Nicht nur durch Gesetze wird die Pressefreiheit eingeschränkt, auch Arrangements helfen, bei denen Medien durch regierungsnahe Oligarchen aufgekauft und ganze Redaktionen geschlossen werden.

„Dazu ist Medienpluralismus unabdingbar.“

Bei Index verlief dieser Prozess langsamer als anderswo. Mehr als zwanzig Jahre lang prägte das Portal einen schnellen, unabhängigen Journalismus für ein breites Leserspektrum. Es gilt auch vielen Fidesz-Wählern als vertrauenswürdige Nachrichtenquelle und schien daher im System Orbán sicher.

Mittlerweile wird die Index-Redaktion von einem neuen Chefredakteur und seinen vier Stellvertretern geführt. Die meisten von ihnen hatten zuvor wichtige Positionen bei staatlichen Medien oder solchen, die der Regierungspartei Fidesz nahe stehen.

Zudem ist es für unabhängige Medien, die auch über die Regierung und regierungsnahe Akteure kritisch berichten, schwieriger, sich über Werbung zu finanzieren, als für solche, die der Regierung nahe stehen. Letztere werden über Regierungswerbung mit Steuergeldern finanziell unterstützt. Medienwissenschaftler Gábor Polyák beschreibt den ungarischen Markt daher als „wahnsinnig verzerrt“.

Auch Munk ist klar, dass sich „Telex“ nicht durch Anzeigenverkäufe halten kann: „Ich kenne den ungarischen Werbemarkt. Und die Corona-Pandemie (und mit ihr verbundene Anzeigeneinbrüche, Anm. d. R.) hat verstärkt gezeigt, dass Telex-Abos verkaufen muss, wenn es sich tragen soll.“

Index erreichte zu Hochzeiten über eine Million Leser pro Tag, in einem Land mit 10 Millionen Einwohnern. Wird „Telex“ das schaffen können, trotz verzerrtem Wettbewerb, allein durch die Loyalität der Leser? Munk sagt, ihr Ziel als Journalistin sei es immer gewesen, Menschen mit möglichst viel Informationen bei der freien Entscheidungsfindung zu helfen.

„Dazu ist Medienpluralismus unabdingbar, der Zugang zu schnellen, genauen und vertrauenswürdigen Informationen.“ Für die Zukunft des Online-Journalismus sei es aber entscheidend, dass Leser die Medien finanziell unterstützen, sagt Munk.

Neben dem Zahlungswillen der Leser braucht es aber auch politischen Willen, um die Pressefreiheit zu schützen. Sie möchte als Journalistin keine Empfehlungen an Politiker aussprechen. Aber Munk weiß, dass die Europäische Kommission in vielen Wirtschaftszweigen sehr stark gegenüber solchen „illegalen staatlichen Hilfen“ und anderen Praktiken auftreten kann, wenn sie die Wettbewerbsfreiheit beeinträchtigen. Warum nicht auch im Medienmarkt? „Die Europäische Union könnte auf verschiedene Arten für ordentliche Wettbewerbsvoraussetzungen in der Medienbranche sorgen“, so Munk. „Zum Beispiel in dem sie dort, wo die Situation europaweit am schlechtesten ist, den Aufbau neuer Medien unterstützt.“

In diesen Wochen startete ein weiteres Medium die Berichterstattung aus Budapest: Das US-finanzierte Radio Free Europe/Radio Liberty (RFE/RL) sendet nun wieder auf Ungarisch, als Reaktion auf die beschleunigte und langfristige Verschlechterung der Medienlandschaft und die Gefährdung der Pressefreiheit. Dabei war 1993 Ungarn einer der ersten Standorte, die das wichtige westliche, freie Radio nach dem Kalten Krieg aufgaben.

rtv media group liefert TV-Supplement an weitere ‚Bild‘-Ausgaben

Das Nürnberger Medienunternehmen rtv media group baut seine Kooperation mit dem Axel Springer-Titel ‚Bild‘ aus. Ab dem 1. Oktober 2020 liegt das TV-Supplement ‚tvtv Magazin‘ zusätzlich den ‚Bild‘-Regionalausgaben in Hamburg, Hannover, Bremen, Saarland, Berlin-Brandenburg, Chemnitz und Dresden bei. Damit steigt die Gesamtauflage des Magazins auf rund 920.000 Exemplare und die Gesamtauflage der rtv-Plus-Kombination auf über 6,5 Millionen Exemplare. Mit dem Ausbau der Reichweite werden künftig auch ‚Bild Live‘-Programminformationen in die ‚tvtv‘-Beilage integriert. Das TV-Programmheft wird bereits seit Anfang 2019 in ausgewählten Regionen für die ‚Bild‘-Zeitung produziert.

French Open auch in Österreich in UHD zu sehen

In Österreich wird es mittels einer Kooperation mit SimpliTV die French Open in UHD zu bewundern geben.

Somit werden auch in Österreich alle Matches auf dem Centre Court Philippe Chartrier in UltraHD zu sehen sein. Dank der Partnerschaft mit SimpliTV ist der Eurosport 4K Event-Kanal an allen 15 Turniertagen der French Open verfügbar und bietet bis zu 120 Stunden Live-Tennis von den Topspielen des Turniers mit deutschem Kommentar.

Die French Open finden vom 27. September bis 11. Oktober statt. Neben den UHD Übertragungen bei SimpliTV und HD Plus zeigt Eurosport das Turnier auch in beiden Ländern im Free-TV. Es ist 2020 ausnahmsweise die letzte Austragung eines Grand Slams des Jahres.

Silver Living JournalistInnen Award verliehen

Der Silver Living Award, der journalistische Arbeiten in den Kategorien Text, Hörfunk und TV/Film auszeichnet, wurde in feierlichem Rahmen unter dem Titel „Leben im Alter – Ein Thema für alle Generationen“ verliehen. Der Preis ist mit insgesamt 9.500 Euro dotierte, die von Silver Living, Öko-Wohnbau, wert.bau und dem Jugen Senat der Wirtschaft gesponsort werden.

Zu den Preisträgern der ersten Plätze gehören heuer:
Kategorie Text: Köksal Baltaci/Die Presse für „Gebrechlichkeit: Die verdrängte Volkskrankheit “
Kategorie TV/Film: Lisa Gadenstätter und Alexandra Wieser/ORF, Dok 1 für „Nie zu spät – die Träume der Hundertjährigen“
Kategorie Hörfunk: Katja Arthofer und Julia Schmuck/ORF Ö1, Journal Panorama für „Das brennende Thema Pflege“

Zu den Preisträgern der zweiten Plätze gehören:
Kategorie Text: Bernd Vasari/Wiener Zeitung für „Roboter, übernehmen Sie!“
Kategorie TV/Film: Sonja Hochecker/ORF, Thema für „Pflege in Not“
Kategorie Hörfunk: Sebastian Possert/Life Radio Tirol für „Fast ein Jahrhundert – Der Life Radio Generationentalk“

Und zu den Preisträgern der dritten Plätze gehören:
Kategorie Text: Lisa Bolyos/Augustin für “ Es ist nie zu spät, sich zu befreien“
Kategorie TV/Film: Marianne Waldhäusl /ORF, konkret für „Demenz-Zentrum“
Kategorie Hörfunk: Alois Schörghuber/ORF Ö1, Moment für „Im Herbst des Lebens“

Der Nachwuchspreis ging an Nina Pöchhacker von noe.orf.at für „Neues Leben für gute Nachbarschaft“.

Neue Redaktionsstrukturen bei der NZZ Mediengruppe

Bei der NZZ Mediengruppe aus Zürich stehen organisatorische Veränderungen bevor. Diese betreffen in erster Linie die Redaktionen der Tageszeitung ‚NZZ‘ und der Sonntagszeitung ‚NZZ am Sonntag‘.

Das fusionierte Wirtschaftsressort wird künftig von Chanchal Biswas geleitet. Er war bisher Ressortleiter Wirtschaft der ‚NZZ am Sonntag‘. Der Ressortleiter Wirtschaft der ‚NZZ‘, Peter A. Fischer, wird Chefökonom der NZZ Mediengruppe und soll in dieser Funktion die wirtschaftspolitische Ausrichtung und Berichterstattung prägen. Zudem übernimmt er die publizistische Gesamtverantwortung für die Plattform NZZ Pro Global, auf der Abonnenten seit Ende August 2020 Analysen, Hintergrundberichte und Reportagen über geopolitische und geoökonomische Themen finden.

Das fusionierte Auslandsressort wird künftig von Peter Rásonyi geleitet. Er war bisher Ressortleiter Ausland der ‚NZZ‘. Die Leiterin des Auslandsressorts der ‚NZZ am Sonntag‘, Gordana Mijuk, wird in der neuen Struktur stellvertretende Ressortleiterin, ebenso wie Andreas Rüesch, bislang Auslandsredakteur der ‚NZZ‘.

59 Millionen Werbeausgaben der öffentlichen Hand

Die öffentliche Hand hat im zweiten Quartal 2020 rund 59 Millionen Euro für Werbung in Medien ausgegeben. Das geht aus den veröffentlichten Medientransparenzdaten hervor. Damit wurde der Vergleichszeitraum 2019 um rund neun Millionen Euro übertroffen. Besonders großzügig zeigte sich das Kanzleramt, das zehnmal so viel investierte wie im zweiten Quartal des Vorjahres.

Insgesamt warb die Bundesregierung in den von Corona-Informationsbedarf geprägten Monaten April bis Juni mit rund 13,9 Millionen Euro deutlich mehr in den Jahren davor (Vergleich mit den Daten seit 2015). Einer Anfragebeantwortung von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) vom Juli zufolge gab die Regierung von März bis Ende Mai mehr als zehn Millionen Euro für die Schaltung von Corona-Aufklärungs-Inseraten, Spots in privaten TV- und Radiokanälen und Online-Info aus. Allein das Kanzleramt warb den am Dienstag veröffentlichten Daten zufolge im zweiten Quartal 2020 (April bis Juni) um rund 6,7 Millionen Euro. Zum Vergleich: Im zweiten Quartal 2019 waren es nur rund 700.000 Euro gewesen.

Kanzleramt überholt Stadt Wien

Damit gab das Kanzleramt erstmals mehr aus als die Stadt Wien, die traditionell der größte Einzelwerber ist. Die Stadt wendete knapp sechs Millionen Euro auf. Rechnet man ihre Beteiligungen dazu, steigt die Summe auf knapp neun Millionen. Die Wirtschaftskammern gaben rund vier Millionen Euro aus, die Arbeiterkammern rund 1,2 Millionen.

Ein großer Brocken ging mit rund 14,8 Millionen Euro wie immer an die Boulevardmedien. Rund 7,3 Millionen Euro erhielt die „Kronen Zeitung“ (inklusive online und Kronehit), rund 3,6 Millionen gingen an „Österreich“ (inklusive „oe24.at“ und „oe24.tv“) und weitere 3,9 Millionen flossen insgesamt an „Heute“ (inklusive Online-Ausgabe und netdoktor.at). Für den ORF gab es rund 6,9 Millionen Euro.

Auch in die von der österreichischen Medienpolitik gerne gescholtenen internationalen Plattformen investierten Bund, Länder, Gemeinden und staatsnahe Unternehmen wieder kräftig: Für Google-Werbung (inklusive YouTube) wurden rund zwei Millionen Euro ausgegeben. Rund 1,4 Millionen Euro erhielten Facebook und Instagram.

Apple bündelt erstmals Abo-Dienste in eigenem Angebot

Apple will sich mit neuen Abo-Angeboten stärker im Alltag der Nutzer seiner Geräte verankern. Der iPhone-Konzern bündelt dafür erstmals mehrere Dienste in günstigeren Paketen und steigt auch ins Geschäft mit Online-Trainings ein.

Das Kombi-Abo Apple One hat mehrere Preisstufen, wie Apple ankündigte. Dass der Konzern darin seine Musik-, Video- und Spiele-Angebote zusammenführt, könnte das Streaming-Geschäft insgesamt stärker in diese Richtung drängen – nachdem bereits Amazon mit seinem Prime-Service auf ein ähnliches Modell setzt.

Für 14,95 Euro bekommt man bei Apple zusätzlich zu Musik, Video und Spielen von Apple Arcade 50 Gigabyte Online-Speicher für einen Nutzer. Für 19,95 Euro sind es dann 200 Gigabyte für bis zu sechs Familienmitglieder.

Die dritte One-Preisstufe, die neben dem maximalen Online-Speicher von 2 Terabyte auch das Zeitungs- und Magazinabo Apple News+ und den neuen Dienst Fitness+ einschließt, wird es in Deutschland zunächst nicht geben, weil sie hierzulande vorerst nicht eingeführt werden. In den USA kostet Apple One Premier 29,95 Dollar im Monat. Fitness+, wo es wöchentlich neue Trainings-Anleitungen in Verbindung mit der Apple Watch geben soll, kostet allein 9,99 Dollar im Monat. Das Angebot wird allerdings neben den USA zunächst nur in Großbritannien, Irland, Kanada, Australien und Neuseeland verfügbar sein.

„Falter“ mit digitalem Tagesmedium?

Der Falter hat ein neues Projekt in der Pipeline: Chefredakteur Florian Klenk teilte die Ausschreibung am Dienstag Abend via Twitter mit. „Wir planen ein digitales Tagesmedium, das an Werktagen neue und gesellschaftlich relevante Geschichten aus Wien erzählt“, heißt es auf der Bewerbungsseite. „Die Geschichten sollen genau jene sein, die Wien im Moment bewegen, die Menschen interessieren und durch den Tag begleiten.“

Einzelheiten will Klenk vorerst nicht bekanntgeben. „Wir basteln noch“, meinte er auf APA-Anfrage. Die Bewerbungsfrist läuft bis 9. Oktober. Detail am Rande: Der Falter startete seine offizielle Suche nach Journalisten für ein Digital-Projekt just an dem Tag, an dem die Rechercheplattform Addendum endgültig eingestellt wurde.

Mehrheit würde eigenen Körper mithilfe von Technologie verbessern

Fast zwei Drittel (64 Prozent) von 1.000 befragten Österreichern wären bereit, sich mit Hilfe von Human Augmentation (auch als Human Enhancement bekannt) weiter zu entwickeln – entweder dauerhaft oder vorübergehend. An der Spitze der Optimierungs-Wunschliste stehen Gesundheit, Sehvermögen und Kraft.

Allerdings haben die von Opinium Research im Auftrag von Kaspersky zwischen dem 9. und 27. Juli befragten Personen auch Zweifel: Der Großteil schätzt, dass sich Human-Augmentation-Technologie nur Wohlhabende werden leisten können (82 Prozent), während 91 Prozent die Sorge haben, ihr smarter werdender Körper könnte zum Hacking-Ziel für Cyberkriminelle werden, berichtete das Cybersicherheitsunternehmen.

Sorge um Abhängigkeit vor Techkonzernen

61 Prozent sprachen sich gegen den Einsatz von Human Augmentation für militärische Zwecke aus. Fast Dreiviertel (72 Prozent) der österreichischen Teilnehmer an der Erhebung sind der Meinung, dass die Menschen selber entscheiden sollten, in welcher Form sie ihren Körper durch Human Augmentation verbessern. Nahezu ein Drittel (30 Prozent) sieht die Verantwortung zur Regulierung beim Staat.

Die Befragten Österreicherinnen und Österreicher sorgen sich vor allem aber um die Abhängigkeit von Technologie-Unternehmen. 88 Prozent fürchten, dass ausschließlich Privatfirmen Human Augmentation-Technologie kontrollieren könnten.

Gemeinsame Standards nötig

„Human Augmentation ist einer der bedeutendsten Technologietrends“, sagte Marco Preuss, Leiter des Forschungs- und Analyseteams von Kaspersky in Europa. „Wir sehen bereits eine Vielzahl praktischer Anwendungen, die in den alltäglichen Bereichen unseres Lebens wie Gesundheits- und Sozialwesen, Sport, Bildung und Verkehr eingesetzt werden.“ Exoskelette für Feuerwehr und Rettungsdienste oder Bioprinting von Organen seien einige Beispiele dafür.

Chinesische Firma erstellt Profile von Millionen Ausländern

Die chinesische Firma Shenzhen Zhenhua Data Technology soll in einer Datenbank detaillierte Informationen von Millionen Ausländern gesammelt haben. Das berichten der US-Wissenschaftler Christopher Balding und der australische Sicherheitsexperte Robert Potter in einem fünfseitigen Papier vom 13. September 2020. Potters Sicherheitsfirma Internet 2.0 soll etwa zehn Prozent der 2,4 Millionen Datenbankeinträge rekonstruiert haben. Sie sollen Politiker, Wissenschaftler, Diplomaten, Militärs, Geschäftsleute, Ingenieure und Journalisten betreffen. Aber auch viele Namen der Organisierten Kriminalität seien zu finden.

Einem Bericht des australischen Senders ABC zufolge betreffen die rekonstruierten Profile unter anderem 52.000 US-Bürger, 35.000 Australier, 10.000 Inder, 9.700 Briten und 5.000 Kanadier. Wie viele Bundesbürger sich in der Datenbank wiederfinden, ist bislang unklar.

Auf Anfrage des britischen Guardian wies das Unternehmen die Vorwürfe zurück. Der Bericht sei falsch. „Unsere Daten sind alles öffentliche Daten aus dem Internet. Wir sammeln keine Daten. Dies ist nur eine Datenintegration. Unser Geschäftsmodell und unsere Partner sind unsere Geschäftsgeheimnisse. Es gibt keine Datenbank mit zwei Millionen Menschen“, sagte ein Unternehmensvertreter dem Blatt.

Laut Balding und Potter wurde die sogenannte Overseas Key Information Database (OKIDB) aus mehreren bestehenden Datensammlungen zusammengeführt, darunter die Datenbank Factiva des US-Unternehmens Dow Jones. Auch aus sozialen Medien wie Twitter, Facebook, Linkedin, Instagram oder Tiktok stammten die Daten. Medienberichte, Strafregister und Firmenvergehen seien ebenfalls ausgewertet worden. Aber auch vertrauliche Angaben, die aus Bankunterlagen, Bewerbungsschreiben, psychologischen Profilen oder dem Darknet stammen könnten, seien in den Profilen zu finden. Das sollen 10 bis 20 Prozent der Daten sein.

Sky-Geschäftsführer Holger Enßlin geht von Bord

Ende 2020 wird er von seiner Funktion als Geschäftsführer und General Counsel in Deutschland, Österreich und der Schweiz zurückzutreten. Um den wichtigen und reibungslosen Übergang zu gewährleisten, wird er Sky in der ersten Jahreshälfte 2021 als Senior Advisor zur Verfügung stehen.

Während des Übergangs von Premiere zu Sky Deutschland und dem anschließenden Verkauf an Sky plc spielte Dr. Holger Enßlin eine zentrale Rolle beim Management von Aktionären und Regulierungsbehörden. Als Teil des Kernführungsteams verhalf er Sky Deutschland zum bisher schnellsten Wachstum, dem Wiedererwerb der Bundesliga-Rechte, dem Rebranding von Premiere zu Sky, der Einführung von HD, der Einführung von Sky+ und dem Launch von Sky Sports News. In den letzten Jahren hat er das Distributionsgeschäft ausgebaut und Sky Switzerland zum zweitgrößten OTT-Anbieter in diesem Markt auf- und ausgebaut. Er half auch bei der Einführung von Sky X in Österreich und spielte eine entscheidende Rolle bei sechs Bundesliga-Rechteausschreibungen sowie bei der Akquisition von anderen Sportrechten wie UEFA Champions League und Formel 1.

Österreichs Politiker twittern fleißig

Die „Twitter Politician Database“ von Forschern um Livia van Vliet von der Universität Amsterdam umfasst neben den Tweets der nationalen Volksvertreter auch die Twitter-Aktivitäten von Europaparlamentariern von Mai 2017 bis Oktober 2019. Insgesamt handle es sich laut Kenntnisstand der Projekt-Initiatoren um die umfassendste Zusammenfassung von Informationen dieser Art bisher, schreiben sie in der im Fachjournal „Plos One“ erschienen Arbeit.

Nicht nur Trump

Dieses relativ neue Phänomen der Politikkommunikation beschränkt sich schon lange nicht mehr auf den ob seiner Tweets berüchtigte Vorreiter auf dem Gebiet, US-Präsident Donald Trump. Bisherige einschlägige wissenschaftliche Studien seien allerdings vielfach Einzelaufnahmen, die etwa nur auf ein oder wenige Länder betreffende Fragestellungen fokussieren, und mit unterschiedlichem Datenmaterial und Methoden arbeiten, heißt es.

Insgesamt zeige sich, dass die Parlamentarier auf der Plattform zum allergrößten Teil innenpolitische Themen verhandeln. Bei einer Analyse darüber, wie stark sich Politiker mittel Twitter an internationalen Debatten beteiligen, wurden große Länderunterschiede deutlich: Im Zentrum dieser Diskussionen stehen demnach meistens Großbritannien und Deutschland und etwas weniger stark Frankreich – also wenig überraschend die politischen Schwergewichte Europas. Auf der anderen Seite sind es großteils Vertreter kleinerer Länder, die sich von außen an diesen Debatten beteiligen.

So ist der Anteil an Erwähnungen, die sich auf andere Länder beziehen, unter österreichischen Parlamentariern am größten, heißt es in der Studie. Dahinter folgen in der Auswertung mit Island und Malta weitere kleinere Staaten. „Kleine Länder erscheinen stärker nach außen orientiert“, schreiben die Autoren. Umgekehrt erwähnen der Analyse zufolge nur sehr selten Parlamentarier aus anderen Ländern, Volksvertreter aus kleinen Ländern wie Österreich. Innerhalb Europas landet Österreich hinter Italien und vor Irland an der zwölften Stelle der für internationale Twitter-Debatten wichtigsten Staaten.

Streamingdienst „Mubi Go“ schickt Abonnenten gratis ins Kino

Das Konzept von Mubi besteht darin, jeden Tag einen neuen Film im Streamingprogramm zu präsentieren. Abonnenten können diesen dann für jeweils 30 Tage ansehen. Zusätzlich steht erst seit diesem Jahr eine Videothek zur Verfügung mit weiteren unzähligen prominenten Arthouse-Titeln und Geheimtipps. Doch die Videothek-Funktion scheint nicht die einzige Neuerung für 2020 zu sein. Mubi baut sein Programm weiter aus, um seine Vorreiterposition als Streamingdienst für Cineasten und Filmkunstliebhaber zu festigen.

Mit „Mubi Go“ sollen Nutzer der Plattform jede Woche einen Film gratis im Kino sehen können. Ein Paradebeispiel quasi, dass Streaming nicht gleich den Untergang der Kinolandschaft bedeuten muss, sondern beide Welten sich sogar gegenseitig unterstützen können. Bisher wurde Mubi Go bereits 2018 in England und 2019 in Indien gestartet. Noch dieses Jahr will man das Angebot auf Amerika und Deutschland erweitern. Das geht aus einem Flyer hervor, den der Streamingdienst im Rahmen der 20. Filmkunstmesse zur Verfügung stellt. Auch auf einer eigenen Website im Netz wird das Konzept bereits beworben.

Kuratiertes Programm

Und wie funktioniert das Modell? Das Filmprogramm wird kuratiert. Bedeutet, dass die Filmexperten der Plattform jede Woche einen Filmstart aus dem aktuellen Kinoprogramm auswählen. Mubi-Nutzer können sich dann über eine App einen Gutschein für ein Ticket für diesen Film herunterladen. Dieser kann dann in teilnehmenden Partnerkinos für die jeweilige Vorstellung eingelöst werden. Mubi will dabei den Kinobetreibern jedes eingelöste Ticket zu einem vereinbarten Preis zurückerstatten. Die Betreiber sollen davon ihren regulären Verleihanteil zahlen, wie es in der Ankündigung heißt.

Zu den bisherigen Titeln von Mubi Go sollen unter anderem Hits wie „The Favourite“, „Once Upon a Time in Hollywood“ und „Portrait einer jungen Frau in Flammen“ gehören. Wie Mubi ausführt, soll das Angebot vor allem ein junges Publikum für das Kino erschließen. Seit dem Launch in Großbritannien soll Mubi Go die Zahl der Kinobesuche unter seinen Nutzern mehr als verdoppelt haben.

Softwarespezialist Snowflake schafft größten US-Börsengang des Jahres

Der Softwarespezialist Snowflake nimmt mit seinem Börsengang 3,36 Milliarden Dollar (2,83 Mrd. Euro) ein und schafft damit das bisher größte Marktdebüt in den USA in diesem Jahr. Die Aktien würden zu 120 Dollar angeboten, teilte das Unternehmen mit. Damit wird die Cloud-Datenplattform aus Kalifornien mit mehr als 30 Milliarden Dollar bewertet.

Am 14.09. hatte Snowflake angekündigt, 28 Millionen Papiere zwischen 100 und 110 Dollar verkaufen zu wollen. Am Mittwoch soll der Handel an der New York Stock Exchange unter dem Symbol „SNOW“ starten. Bisher hatte Royalty Pharma den Titel als größter Börsengang des Jahres in den USA inne.

ViacomCBS greift mit Paramount+ international an

Das Plus im Namen ist derzeit offenbar ein gefragtes Stilmittel bei neuen Streamingdiensten – und nach Apple TV+ und Disney+ kommt jetzt noch ein weiteres Angebot hinzu: ViacomCBS hat angekündigt, 2021 seinen Streamingdienst CBS All Access in Paramount+ umzubenennen – und in der Folge dann auch international auszurollen. Damit setzt man nach der Fusion von Viacom und CBS also nicht mehr auf eine CBS-, sondern eine Marke, die durch Viacom in den Konzern gekommen ist. Vor allem soll „Paramount“ als traditionsreicher Name eines der Major-US-Filmstudios seine Kraft entfalten.

Außerhalb der USA soll Paramount+ dann neben exklusiven Produktionen des Streamingdienstes eben auch die Heimat für Inhalte von CBS Television Studios, Paramount Television Studios, BET, Nickelodeon und MTV sein – aber auch von Showtime, das in den USA weiterhin als eigentständiges Pay-TV-Angebot am Markt ist. Inhaltlich wird sich das Angebot von Paramount+ trotz des identischen Namens damit von Land zu Land und vor allem vom amerikanischen zum weltweiten Angebot deutlich unterscheiden.

Geplant ist der internationale Start zunächst in Australien, Lateinamerika und Skandinavien, wo CBS auf bestehende Angebote – die teils ohnehin schon ganz ähnlich Paramount Plus heißen – aufbauen kann.

Novelle zum Epidemiegesetz: Journalistengewerkschaft sieht Redaktionsgeheimnis gefährdet

Die Journalistengewerkschaft übte am 15.09. in einer Aussendung scharfe Kritik an der Novelle zum Epidemiegesetz. „Der im Nationalrat vorgelegte Entwurf einer Novelle für das Epidemiegesetz gefährdet das Reaktionsgeheimnis und damit die Pressefreiheit in Österreich, heißt es darin. „Es ist inakzeptabel, dass eine Bezirksverwaltungsbehörde unter dem Vorwand der Pandemie-Bekämpfung in Redaktionen ‚in alle Unterlagen Einsicht nehmen kann'“, sagt Eike-Clemens Kullmann, Bundesvorsitzender der Journalistengewerkschaft in der GPA-djp. „Auch wenn keine konkrete Absicht erkennbar ist, würde sich die Regierung mit diesem Kontrollmechanismus im Gesetz bei exzessiver Auslegung eine Handhabe schaffen, die Pressefreiheit auszuhebeln.“ Kullmann fordert, dass der Paragraph 9, Abs.1 der Novelle „umgehend geändert werde. Er appelliert auch an alle im Nationalrat vertretenen Parteien, klare Regelungen zum Schutz von Redaktionsgeheimnis und Persönlichkeitsrechten zu treffen.

DSGVO: Das sind die acht größten Datensünder

Die europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) wurde am 25. Mai 2018 ins Leben gerufen, um freien Datenverkehr und den Schutz personenbezogener Daten in der Europäischen Union zu gewährleisten. Unternehmen die gegen die DSGVO verstoßen werden mit Bußgeldern abgestraft. Die Grafik von Statista zeigt, basierend auf den Daten von CMS, welche Unternehmen die höchsten Strafen aufgrund von DSGVO-Verstößen zahlen mussten.

Auf Platz 1 rangiert British Airways, das im Vorjahr die bisher höchste Individualstrafe von rund 205 Millionen Euro erhielt. Denn über die Webiste des britischen Luftfahrt-Unternehmens wurden seit Juni 2018 circa 500.000 Personendaten an Betrüger weitergeleitet. Platz 2 im Ranking der größten Datensündern macht Marriott International, das mit einem Bußgeld von 110 Millionen Euro belegt wurde. Den dritten Platz belegt der Online-Gigant Google, der aufgrund von DSGVO-Verstößen ein Bußgeld von 50 Millionen Euro zu entrichten hatte. Auf Platz vier rangiert das italienische Unternemen TIM mit einer Strafe von 27,8 Millionen Euro. Den fünften Platz macht sogar ein österreichisches Unternehmen – die Österreichische Post AG – die ein Bußgeld von 18 Millionen Euro erhielt. Windtre positioniert sich mit einer Strafe von 16,7 Millionen Euro auf Platz 6 im Ranking der größten Datensünder. Die Deutsche Wohnen und 1&1 haben unter den deutschen Nachbarn die größten Rügen erhalten und wurden mit Bußgeldern in Höhe von 14,5 und 9,6 Millionen Euro versehen.

Besucherzahlen und Erlöse der deutschen Kinos brechen um die Hälfte ein

Die Zahlen überraschen nicht, sind aber dennoch erschreckend: Die Kinobesuche und damit der Umsatz der deutschen Kinos sind im ersten Halbjahr wegen der Coronakrise um über 50 Prozent eingebrochen. Einzig die Autokinos konnten von der Schließung der klassischen Lichtspielhäuser profitieren. Die Zahl der Kinos ist bislang stabil – die Frage ist, wie lange noch.

Seit Mitte Mai dürfen die Kinos zwar wieder Filme zeigen – allerdings unter strengen Hygieneauflagen und mit einer deutlich reduzierten Auslastung. Erschwerend kommt hinzu, dass der Start vieler Filme verschoben wurde.

Unter dem Strich gingen die Kinobesuche in den ersten sechs Monaten des Jahres um 51,7 Prozent auf 25,9 Millionen verkaufte Ticktes zurück, der Umsatz der deutschen Kinos brach im selben Zeitraum um 52,3 Prozent auf 220 Millionen Euro ein. Das geht aus der Halbjahresbilanz der Filmförderungsanstalt (FFM) hervor.

Allein die Autokinos profitierten von der Krise: Diese verkauften im ersten Halbjahr 1,5 Millionen Tickets und erzielten damit 14,4 Millionen Euro Umsatz. Zum Vergleich: Für das gesamte Vorjahr verzeichnete die Filmförderungsanstalt gerade einmal 110.000 verkaufte Autokino-Tickets.

Bislang hat der noch nie dagewesene Umsatz-Einbruch noch kein Kinosterben ausgelöst: Die Zahl der Kinos (1734) und der Kinounternehmen (947) ist im Vergleich zum Vorjahr stabil. Dabei wird es aber wohl nicht bleiben, befürchtet FFA-Vorstand Peter Dinges: „Leider täuschen diese Zahlen. Viele Kinobetreiberinnen und -betreiber kämpfen derzeit um ihre Existenz. Die wirklichen Auswirkungen der Pandemie auf die Kinolandschaft werden jedoch erst in den kommenden Monaten sichtbar werden.“

Für das zweite Halbjahr hofft die Branche nun auf eine schrittweise Erholung und auf die Zugkraft großer Blockbuster wie aktuell „Tenet“ oder den neuen James Bond „Keine Zeit zu sterben“, der im November in die Kinos kommt.

Apple beherrscht den Smartwatch-Markt

Zwar verlief der Verkaufsstart der ersten Apple Watch im April 2015 nicht unbedingt so, wie der iPhone-Konzern sich das vorgestellt hatte. Der damalige Apple-Chefdesigner Jony Ive hatte noch davon geträumt, in das Segment der Luxusuhren vorzustoßen. Die aberwitzig teure, goldene Apple Watch Edition, die zwischen 11 000 und 18 000 Euro kostete, erwies sich aber als Ladenhüter. Die technisch identischen Versionen mit einem Aluminuium- oder Edelstahl-Gehäuse waren hingegen weit billiger zu haben und lockten ein Millionen-Publikum.

Apple etabliert Smart Watches am Massenmarkt

Apple stand damals – wie so oft – nicht in der ersten Reihe, um die neue Produktsparte ins Leben zu rufen. Doch auch keinem der Wettbewerber war es bis zu diesem Zeitpunkt gelungen, eine Computeruhr im Massenmarkt zu etablieren. Manche Sportler trugen spezialisierte Smartwatches von Polar oder Fitness-Armbänder von Fitbit am Handgelenk. Und Google versuchte etwas halbherzig, mit Partnern wie Fossil oder dem Schweizer Luxusuhren-Hersteller Tag Heuer eine Variante des Betriebssystems Android, die inzwischen WearOS heißt, auf die Uhr zu bringen. Zum Durchbruch reichte es nicht.

Im Wettlauf um die Vorherrschaft im Smartwatch-Markt kam Apple der Umstand zugute, dass viele Käufer ein iPhone oder andere Geräte von Apple besitzen. Sie lassen sich untereinander einfacher verknüpfen als Geräte von unterschiedlichen Herstellern aus dem Android-Lager. Dieser Vorteil schlug sich auch in der Apple-Bilanz nieder.

Die Absatzzahlen der Apple Watch kommuniziert der Konzern zwar nicht, auch der Umsatz in Dollar wird in einer größeren Sparte versteckt. Es gibt aber zuverlässige Schätzungen: Der als treffsicher geltende Analyst Neil Cybart von AboveAvalon hat im Vorfeld des anstehenden Apple Events berechnet, dass inzwischen 103,2 Millionen Geräte verkauft wurden. Im Weihnachtsquartal 2018 wurde demnach erstmals die Schwelle von zehn Millionen Stück überschritten, ein Jahr später lagen 13,8 Millionen Apple Watches unter dem Weihnachtsbaum.

Der Boom der Apple Watch hat auch damit zu tun, dass der Konzern sich auf bestimmte Themen fokussierte, die bei den Anwendern besonders viel Anklang fanden: Benachrichtigungen, Navigation und Fitness/Gesundheit.

Nach Berechnungen des Marktforschungsinstituts Strategy Analytics dominiert Apple mit einem Marktanteil von 55,5 Prozent (Absatz) die gesamte Branche, gefolgt von Samsung (13,9 Prozent) und Garmin (8,0 Prozent). In den Top-3 taucht der Smartwatch-Pionier Fitbit gar nicht mehr auf, der für rund zwei Milliarden Dollar von Google übernommen werden soll – wenn die Wettbewerbshüter grünes Licht geben. Der Milliardendeal zeigt aber auch, dass Google das Segment noch nicht aufgegeben hat. Samsung setzt im Wettlauf mit Apple allerdings nicht auf das Google-System Android Wear, sondern auf die eigene Software Tizen. Dass der chinesische Technologie-Riese Huawei bei seinen Smartwatches auch auf ein eigenes System setzt, zeigt, dass Google bei seiner Aufholjagd mit WearOS gegenüber Apple aktuell nicht auf viel Unterstützung außerhalb des Geschäfts mit sogenannten Fashion-Uhren von Anbietern wie Fossil zählen kann.

Die Grünen investieren am wenigsten in klassische Medien

Die Auswertung der Ergebnisse zeigt, dass die ÖVP mit 36 geschalteten Printanzeigen in der letzten Woche die SPÖ (33) und FPÖ (24) hinter sich lässt. Deutlich weniger Inserate tätigten die Grünen (6), sowie das Team HC Strache (5) und die NEOS (3).

Bei der Anzeigenfläche tauschen ÖVP und SPÖ hingegen die Plätze. Hier liegt die sozialdemokratische Partei mit fast doppelt so viel Raum (16.985 cm²) vor der ÖVP (9.198 cm²). Die FPÖ kommt auf eine Fläche von 7.035 cm² und das Team HC Strache auf 2.266 cm². Auffallend ist, dass die grüne Regierungspartei mit 1.170 cm² auch noch hinter den NEOS (1.661 cm²) landet.

Wer investiert am meisten?

Unter Berücksichtigung von Anzeigenfläche und Listenpreis der jeweiligen Medien investierte die FPÖ in der letzten Woche mehr als jede andere Partei in Printanzeigen (>180.000.-), gefolgt von der SPÖ (>140.000.-) und der ÖVP (>87.000.-). Auch bei dieser Auswertung zeigt sich, dass die Grünen (>7.000.-) hinter dem Team HC Strache (>58.000.-) und den NEOS (>49.000.-) landen.

Die meisten redaktionellen Berichte gab es in der Vorwoche über die beiden Großparteien SPÖ (153) und ÖVP (148). Die Grünen landen mit 122 Printartikeln auf Platz 3, noch vor der FPÖ (107) und den NEOS (90). Das Team HC Strache (42) kommt auf weniger als halb so viele redaktionelle Berichte wie die Partei von Beate Meinl-Reisinger.

Wie schon bei den Printanzeigen nimmt die SPÖ auch bei der redaktionellen Berichterstattung die größte Fläche ein (102.154 cm²). Die ÖVP belegt mit 92.997 cm² den zweiten, die Grünen mit 85.670 cm² wieder den dritten Platz. Die zurückhaltende mediale Anzeigenpräsenz der Grünen im Printbereich wird so durch eine stärkere redaktionelle Berichterstattung ausgeglichen.

‚Süddeutsche Zeitung‘ vor massivem Stellenabbau

Bei der ‚Süddeutschen Zeitung‘ in München muss gespart werden. In der Folge sollen bis Ende des Jahres bis zu 50 Stellen in der Redaktion wegfallen – das sind fast ein Zehntel der Radaktionsjobs. Allerdings startet die Mutterholding Südwestdeutsche Medienholding (SWMH) ein Freiwilligenprogramm. Demnach erhalten Redakteure, die freiwillig ausscheiden eine Abfindung bis zu 134.000 Euro. Das gilt allerdings nur für festangestellte Redakteure mit mindestens 3 Jahren Betriebszugehörigkeit.

Hintergrund des Stellenabbaus sind die seit Jahren sinkenden Printauflagen und die zunehmende digitale Nutzung, was eine Restrukturierung notwendig gemacht habe.

Marcela Atria ist neue ÖAK-Präsidentin

Im Rahmen der 27. Ordentlichen Generalversammlung wurde Marcela Atria (Atria Media) zur Präsidentin gewählt. Atria folgt auf die langjährige Präsidentin Sibylle Callagy, die seit 2004 den Vorsitz innehatte.

Als Vizepräsidenten bestätigt wurden Thomas Kralinger („Kurier“) und Erwin Vaskovich (Publicis Media Austria). Als dritter Vizepräsident wurde Robert Langenberger (Styria Medienhaus Lifestyle) neu ins Präsidium gewählt.

EuGH: Handytarife mit unlimitiertem Streaming verstoßen gegen Netzneutralität

Handytarife, bei denen bestimmte Dienste, etwa für Musikstreaming, nicht auf das Datenvolumen des Kunden angerechnet werden, verstoßen nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) gegen EU-Recht.

Die Anbieter dürften bestimmte Anwendungen nicht bevorzugt behandeln, die Nutzung der übrigen Dienste nach Verbrauch des Datenvolumens hingegen blockieren oder verlangsamen, befanden die Luxemburger Richter am Dienstag (Rechtssachen C-807/18 und C-39/19). Dies verstoße gegen den Grundsatz der Netzneutralität, wonach alle Daten im Internet diskriminierungsfrei gleich behandelt werden müssen.

Bricht das Neutralitätsgebot

Hintergrund ist ein Fall in Ungarn, ähnliche Tarife wurden beziehungsweise werden aber auch in Deutschland und Österreich angeboten. Verbraucherschützer hatten dies bereits kritisiert. Konkret geht es um Tarife mit einem begrenzten Internetdatenvolumen. Ist dieses Volumen verbraucht, wird der weitere Datenverkehr verlangsamt oder blockiert. Der Datenverkehr bestimmter Dienste wie Video- oder Musikstreaming-Apps wird nicht auf das Volumen angerechnet und ist auch nicht von der Verlangsamung betroffen.

US-Kartellbehörde nimmt Facebook ins Visier

Die US-Handelskommission FTC bereitet ein mögliches Kartellverfahren gegen den Internetkonzern Facebook vor. Noch in diesem Jahr könnte die Behörde demnach ein Verfahren eröffnen um zu klären, ob das Unternehmen gegen das Wettbewerbsrecht verstoßen habe.

Die FTC beschäftigt sich bereits seit Juni 2019 mit dem Internetkonzern. Im Kern geht es um die Frage, ob die Übernahmen von Firmen wie Instagram und WhatsApp dazu genutzt wurden, den Wettbewerb im Markt auszuschalten oder nicht. Konzernchef Mark Zuckerberg wurde bereits im vergangenen Monat von der Behörde befragt. Die Eröffnung eines Verfahrens gegen das Unternehmen erfordert eine Mehrheitsentscheidung des fünfköpfigen Führungsgremiums der US-Handelskommission.

Auch in Deutschland will die Politik die Daumenschrauben bei den US-Technologieunternehmen anziehen. Mit einer Gesetzesnovelle sollen den Kartellbehörden mehr Befugnisse bei der Kontrolle der großen Digitalkonzerne wie Google, Facebook und Amazon gegeben werden.

Stars boykottieren Instagram für einen Tag

Reality-Star Kim Kardashian sowie die Schauspieler Leonardo DiCaprio, Jennifer Lawrence und Sacha Baron Cohen haben bei einer Protestaktion gegen Hassbotschaften den Bilderdienst Instagram boykottiert.

„Ich kann nicht zuschauen und still bleiben, während diese Plattformen es zulassen, dass Hass, Propaganda und Falschinformation verbreitet werden“, schrieb Kardashian auf Twitter. Der Boykott bleibt allerdings auf einen Tag beschränkt. Kim Kardashian hat auf Instagram, das zum Facebook-Konzern gehört, 188 Millionen Follower. Die TV-Ikone will auch ihre Seite im Facebook-Netzwerk einen Tag lang einfrieren.

Die großen Onlinenetzwerke stehen im aktuellen US-Präsidentschaftswahlkampf unter stark gewachsenem öffentlichen Druck, gegen aufwiegelnde, manipulative und irreführende Inhalte auf ihren Seiten vorzugehen. Sie haben auch mehrere Schritte in diese Richtung unternommen, die aber nach Ansicht von Kritikern bei Weitem nicht ausreichen. Mehrere Großunternehmen stellten vorübergehend ihre Werbeanzeigen auf Facebook ein, um auf ein energischeres Vorgehen gegen Hass- und Falschbotschaften hinzuwirken.

5 Titel für Schweizer Buchpreis nominiert

Dorothee Elmiger, Tom Kummer, Charles Lewinsky, Karl Rühmann und Anna Stern stehen auf der Shortlist des Schweizer Buchpreises 2020. Dorothee Elmiger hat es auch auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises geschafft. Die Auszeichnung ist mit insgesamt 42.000 Schweizer Franken dotiert. Der Hauptgewinner erhält 30.000 Franken, die 4 Finalisten je 3000 Franken.

Die Titel in der Übersicht:

  • Dorothee Elmiger: Aus der Zuckerfabrik (Carl Hanser Verlag)
  • Tom Kummer: Von schlechten Eltern (Tropen Verlag)
  • Charles Lewinsky: Der Halbbart (Diogenes Verlag)
  • Karl Rühmann: Der Held (Rüffer & Rub Verlag)
  • Anna Stern: das alles hier, jetzt. (Elster & Salis Verlag)

Die öffentliche Preisverleihung findet am Sonntag, 8. November 2020 um 11 Uhr im Rahmen des Internationalen Literaturfestivals BuchBasel im Theater Basel statt.

Für den Schweizer Buchpreis 2020 hat die Jury über 83 Titel aus 54 Verlagen geprüft. Der Jurysprecher Daniel Graf sagt zur Wahl: „Neben hoher Qualität darf man der Deutschschweizer Prosa 2020 eine große stilistische Vielfalt attestieren. Diese spiegelt sich auch in der Shortlist: fünf sehr unterschiedliche Bücher, jedes davon ästhetisch eigensinnig und formbewusst.“

Gründungsurkunde für europäische Cloud-Initiative unterschrieben

Das europäische Cloud-Projekt Gaia-X nimmt allmählich Gestalt an. 22 Unternehmen und Institutionen – je zur Hälfte aus Deutschland und Frankreich – haben die notariellen Unterlagen für die Gründungsorganisation unterzeichnet, wie das Projekt mitteilte.

Die gemeinnützige Gründungsorganisation wird ihren Sitz in Brüssel haben. Sie ist für die Finanzierung und die Organisation des Projekts verantwortlich, mit dem Europa unabhängiger von den USA und China werden will. Zu den Gründungsmitgliedern gehören unter anderem BMW, Bosch, SAP, die Deutsche Telekom sowie die französischen Konzerne Atos, Orange und EDF.

20 Arbeitsgruppen feilen bereits an konkreten Anwendungen, unter anderem in den Bereichen Industrie, Gesundheitswesen, Finanzen und Energie. Es wird erwartet, dass Staaten am Anfang große Auftraggeber sein werden, um das Projekt in Schwung zu bringen. Anfang 2021 soll Gaia-X operativ am Markt sein und europäischen Firmen eine Alternative zu amerikanischen und chinesischen Cloud-Computing-Anbietern für Speicher-, Software- und Rechendienstleistungen über das Internet geben.

Vaunet hat jetzt eine Chefin

Annette Kümmel von ProSiebenSat.1 wurde nach kurzfristiger Nachfolgersuche einstimmig zur neuen Vorstandsvorsitzenden gewählt, wie der Verband mitteilte. Sie leitet als sogenannte Chief Sustainability Officer bei der ProSiebenSat.1 Media SE das Nachhaltigkeitsressort. Sie folgt Hans Demmel, der vier Jahre an der Spitze stand, und nicht erneut für den Vorstand kandidierte.

Der Fachbereich Radio und Audiodienste des Vaunet hat Marco Maier, Geschäftsführer der Radio / Tele FFH GmbH & Co. Betriebs-KG, als Vorsitzenden, und Dr. Nina Gerhardt, Leiterin Medienpolitik & Kommunikation RTL Radio Deutschland, zur stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Marco Maier folgt in dieser Funktion Klaus Schunk, der sein Amt anlässlich seines Ausscheidens aus der Geschäftsführung von Radio Regenbogen im Juni niedergelegt hatte. Claus Grewenig, Bereichsleiter Medienpolitik der Mediengruppe RTL Deutschland GmbH, wird neuer Vorsitzender des Fachbereichs Fernsehen und Multimedia. Er folgt in dieser Funktion auf die neue Vorsitzende Kümmel. Zum stellvertretenden Fachbereichsvorsitzenden wurde Dr. Michael Müller, Chief Distribution Officer, Legal & Regulatory und Leiter Medienpolitik ProSiebenSat.1 Media SE, gewählt.

Streaming-Anbieter Deezer startet neue Hörspiel-App

Der französische Audio-Streamingdienst Deezer startet in Deutschland ein neues Angebot für das gesprochene Wort: Hörspiele und Hörbücher sind künftig auch in der neuen App „Audiobooks by Deezer“ verfügbar. Das Neue: Die Inhalte sind dort mit zusätzlichen Funktionen wie smarten Lesezeichen, Sortierfunktionen oder auch einem Kids-Modus mit ausgewählten Angeboten für Kinder versehen.

Deezer reagiert damit auf einen Trend, den es vor allem in Deutschland gibt: das Vorlesen von Büchern. Etwa ein Fünftel der rund 16 Millionen Deezer-Nutzer hört sich neben den Musikangeboten auch Hörspiele, Hörbücher oder Podcasts an. Deezer will das Angebot, das sich nach Unternehmensangaben auf „einige Zehntausend“ erstreckt, ausweiten.

„In keinem anderen Land ist das Thema so etabliert wie in Deutschland“, sagt Richard Wernicke, Head of Content bei Deezer, dem Handelsblatt. Insofern sei es nur logisch, dass es die neue App bislang nur in Deutschland gibt.

Doch der Wunsch nach Expansion ist groß: In Holland hat Deezer in der vergangenen Woche Hörbücher als Genre in der App eingeführt.

Die Musikstreaming-Anbieter rüsten dabei weiter nach. Das Angebot an Podcasts und Hörbüchern wächst stetig. Amazon, nach Spotify und Apple die Nummer drei im Musikstreaming-Markt, hat mit Audible ebenfalls seit Langem eine eigene Hörbuch-Tochter am Markt platziert. Mittlerweile hat sie sich zu einem Marktführer in diesem Segment entwickelt.

Auch Audible spürt den „Corona-Effekt“. Es gebe etwa eine Million neue Hörer, die vor der Coronazeit keine Podcasts oder Hörbücher gehört hätten und nun zu den Kunden zählten, sagte Audible-Deutschlandchef Oliver Daniel.

„Domani“: Ist das die Zeitung von morgen?

Ist das tatsächlich etwas Neues oder bloß die Rache eines jüngst entmachteten Patrons? Ist die Zeitung „Domani“, die am Dienstag in Italien an den Start ging, wirklich das Blatt für morgen – wie ihr Titel verspricht – oder nur ein Abklatsch von gestern? Gründer und Geldgeber der neuen Tageszeitung, die online sowie gedruckt mit einem Umfang von sechzehn Seiten zum Einzelpreis von einem Euro erscheinen wird, ist Carlo De Benedetti. Aus seinem Privatvermögen bringt der inzwischen 85 Jahre alte Unternehmer zunächst zehn Millionen Euro ein. Mit weiteren zehn Millionen Euro will er eine Stiftung ausstatten, die später die Zeitung herausgeben wird.

De Benedetti gehört zu jener Generation italienischer Industriekapitäne, die ihren Reichtum und ihre Macht maßgeblich dem italienischen Wirtschaftswunder der fünfziger bis siebziger Jahre verdanken. Er hat unter anderem den Computerkonzern Olivetti, eine Bank, den Nudelhersteller Buitoni und kurzfristig auch Fiat geführt. Zur Generation der überaus aktiven Mittachtziger gehören außerdem der „Brillenkönig“ Leonardo Del Vecchio, der Modeschöpfer Giorgio Armani sowie Luciano Benetton, der vom Pulloverstricken aufs Betreiben privater Autobahnen umgesattelt hat. Und natürlich Silvio Berlusconi, Bau- und Medientycoon sowie mehrfacher Regierungschef, der auf der jüngsten Etappe seines langen Kämpferlebens soeben eine Covid-19-Erkrankung überstanden hat.

An die Konservativen verkauft

De Benedetti hat 1976 die linksliberale Tageszeitung „La Repubblica“ gegründet, deren maßgebliche Kommentatorenstimme seit Jahr und Tag der legendäre Eugenio Scalfari ist. Scalfari ist gar schon 96 Jahre alt, schreibt aber eisern jeden Sonntag seine Titelblatt-Kolumne – zuletzt über die „Dialektik von Macht und Liebe“.

De Benedetti machte die „Repubblica“ zur maßgeblichen publizistischen Stimme der italienischen Linken, die sich in der expliziten Gegner-, ja Feindschaft zu Berlusconi positionierte. Ihre auch wirtschaftliche Blüte erlebte „La Repubblica“ von Mitte der neunziger Jahre bis etwa 2007, mit einer Auflagenspitze von fast 800.000 Exemplaren. Heute verkauft das Blatt vielleicht noch 100.000 gedruckte Zeitungen und weitere rund 100.000 Digitalabos. Wie fast alle Zeitungen hat auch „La Repubblica“ schwer mit dem Leser- und Anzeigenschwund zu kämpfen.

Im Juni 2017 übergab Carlo De Benedetti die Führung seiner Medienholding, zu der neben der „Repubblica“ auch zahlreiche Lokalzeitungen, das linke Wochenblatt „L’Espresso“ und die italienische Ausgabe des Nachrichtenportals „Huffington Post“ gehören, an seine drei Söhne.

Doch schon bald kam es zum Familienzwist, weil die Söhne das publizistische Lebenswerk des Vaters ausgerechnet an die Agnelli-Familie verkaufen wollten. Dabei hatten sich die Agnellis, unter Führung von Familienpatriarch und Fiat-Chef Gianni Agnelli (1921 bis 2003), mit dem konservativen Turiner Traditionsblatt „La Stampa“ längst ihr eigenes publizistisches Sturmgeschütz besorgt. Die Bemühungen von Vater Carlo, seine Zeitung und die Holding zurückzukaufen, scheiterten. Die Söhne verkauften im April 2020 für 102 Millionen Euro ihre Holdinganteile an das Medienunternehmen der Agnellis.

Online first

Seither herrscht John Elkann, 44 Jahre alter Enkel von Gianni Agnelli, über das einstige Medienhaus Carlo De Benedettis. Obwohl es unter der neuen Verlagsführung bisher nicht zu dem von De Benedetti prophezeiten Rechtsruck der „Repubblica“ gekommen ist, wird das einstige Amts- und Mitteilungsblatt der etablierten Linken und der sozialdemokratischen Hierarchie von manchen jetzt verächtlich als „Stampubblica“ bezeichnet.

Und nun also geht De Benedetti mit „Domani“ ins Rennen um die Lesergunst. Als einzige Tageszeitung Italiens werde das Blatt einer Stiftung statt einem Verlag gehören, was deren „absolute Unabhängigkeit“ garantiere, versichert De Benedetti. Als liberal-progressive, überparteiliche Stimme solle das Blatt gemäß seinem Namen vor allem in die Zukunft blicken. „Es wird eine Post-Covid-19-Zeitung sein, im Geiste der Hoffnung auf den Wiederaufbau des Landes geboren“, verspricht De Benedetti. Themen wie Umweltschutz und Klimawandel, globale Armut und soziale Ungleichheit werden dauerhaft im Mittelpunkt stehen.

Chefredakteur ist der 36 Jahre alte Stefano Feltri. Er kommt von der Zeitung „Il Fatto Quotidiano“, die der linkspopulistischen Fünf-Sterne-Bewegung nahesteht. Die Redaktion von zunächst anderthalb Dutzend Mitarbeitern, die überwiegend zwischen dreißig und vierzig Jahre alt sind, hat ihren Sitz in Rom. Schwerpunkte sind Reportagen und Hintergründe zu Umwelt, Politik und Wirtschaft, ein Feuilleton und einen Sportteil gibt es vorerst nicht. Kulturthemen werden in den Kommentarspalten behandelt.

Der Online-Auftritt (editorialedomani.it) werde keine Digitalversion der gedruckten Ausgabe sein, sagt Feltri, vielmehr gelte das Prinzip „online zuerst“. Das sei „für Italien revolutionär“, versichert der Chefredakteur – obschon es auch in Italien seit langem mehrere reine Online-Zeitungen gibt. Jedenfalls komme es stets auf den einzelnen Artikel an, gleichviel, wo er zuerst veröffentlicht werde, sagt Feltri.

Kein philanthropisches Unternehmen

Täglich erscheinen zwanzig bis 25 Artikel. Online gibt es kostenlosen Zugang zu einigen Stücken sowie zu Kurzfassungen von Texten, die in jeweils drei Punkten (bullet points) zusammengefasst sind. Den Tageszugang zum gesamten Inhalt gibt es für einen Euro. Zunächst dreizehn Euro kostet das Digitalabo für einen Monat, für das digitale Jahresabo werden als Einführungspreis 138 Euro verlangt; später sollen die Preise auf zwanzig beziehungsweise zweihundert Euro angehoben werden. Chefredakteur und Verleger sind zuversichtlich, genug zahlungswillige Abonnenten zu finden – es brauche „nur ein paar tausend“, sagt Feltri; schon vor dem Start habe man knapp achthundert Abos verkaufen können, heißt es.

Die erste Ausgabe vom Dienstag macht einen professionellen, aber auch konventionellen Eindruck. Aufmacherthema der gedruckten Ausgabe ist der Schulbeginn vom Montag. Die von linken wie rechten Blättern scharf kritisierten Vorbereitungen der Regierung zu Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts nach mehr als einem halben Jahr Unterbrechung werden von „Domani“ eher wohlwollend beschrieben.

Auf der Website werden prominent ein neuer Finanzskandal bei der rechtsnationalistischen Lega des früheren Innenministers Matteo Salvini sowie die Regionalwahlen vom Sonntag unter anderem in der „roten“ Toskana behandelt, wo die seit Jahrzehnten regierende Linke mit dem Rücken zur Wand gegen die junge Lega-Kandidatin Susanna Ceccardi um den Machterhalt kämpft. Im Leitartikel zum Start versichert Chefredakteur Feltri, „Domani“ sei „kein philanthropisches Unternehmen: Zeitungen überleben, wenn sie am Kiosk sowie im Internet zahlende Leser haben“. Diese Herausforderung muss das ehrgeizige Projekt nun bestehen.

US-Magazin „Scientific American“: Wahlempfehlung für Biden

Zum ersten Mal in der 175-jährigen Geschichte des amerikanischen Wissenschaftsmagazins ruft der Scientific American zur Wahl eines Präsidentschaftskandidaten auf. Die Wahlempfehlung wurde am Dienstag auf der Website des Magazins gepostet. In dem Editorial schreiben sie, diese Entscheidung fiele ihnen nicht leicht. Doch: „Die Beweise und die Wissenschaft zeigen, dass Donald Trump den USA und ihrem Volk schweren Schaden zugefügt hat – weil er Beweise und Wissenschaft ablehnt.“

Als Beispiel wird darin das Corona-Krisenmanagement des Präsidenten genannt, in der Pandemie sind bisher mindestens 190.000 Menschen in den USA gestorben. Zudem werden die Kürzungen der Finanzmittel für die Wissenschaft und die Behinderung der Maßnahmen gegen den Klimawandel kritisiert. „Aus diesem Grund bitten wir Sie dringend, für Joe Biden zu stimmen, der faktenbasierte Pläne zum Schutz unserer Gesundheit, unserer Wirtschaft und der Umwelt anbietet“ heißt es weiter.

Bei Twitter lobten viele Nutzer:innen die Entscheidung des renommierten Wissenschaftsmagazins. Doch auch Kritik wurde geäußert – und das nicht nur von Trump-Supportern. Die Kolumnistin S.E. Cupp twitterte, dass sie zwar auch Biden wählen wolle, auf die Empfehlung des Magazins aber mit gemischten Gefühlen blicke. Sie sei sich nicht sicher, ob das ein guter Gebrauch von wissenschaftlichem Einfluss und Glaubwürdigkeit sei. Der Psychologe und Autor Geoffrey Miller schrieb: „Ich bin alt genug, um mich an die Zeit zu erinnern, als euer Magazin eine gewisse Integrität hatte.“

Die Chefredakteurin Laura Helmuth verteidigte den Entschluss des Magazins und schrieb: „Wir hatten den Eindruck, dass es als Teil dieser Mission unsere Pflicht war, die Menschen zu warnen, dass Trump für Forschung, Wissenschaft, Gesundheit und Umwelt verheerend ist.“ US-Präsident Trump hat sich bisher noch nicht zur Sache geäußert.

Sennder kauft Ubers Frachtgeschäft in Europa

Das Logistik-Startup Sennder übernimmt das europäische Frachtgeschäft des US-Fahrdienstvermittlers Uber. Der Deal erfolge über einen Aktientausch, teilte Sennder am Mittwoch mit. Uber Freight werde Minderheitsaktionär. „Die Akquisition von Uber Freight festigt unsere Spitzenposition“, sagte Sennder-Chef David Nothacker, dessen Unternehmen durch den Zukauf in die Niederlande expandiert.

Es ist bereits die zweite Transaktion für das deutsche Unternehmen, das als digitale Spedition agiert, die sich auf Komplettladungen konzentriert – also vollständig ausgefüllte Lkw-Frachträume, deren Inhalt zu einem einzigen Empfänger gebracht wird. Erst im Sommer hatte sich Sennder mit dem französischen Konkurrenten Everoad zusammengetan.

Im Zuge der Übernahme verbünden sich Sennder und Uber Freight und wollen unter anderem ein Spediteur-Vermittlungsprogramm aufbauen. Seit der Gründung 2015 hat das Berliner Unternehmen, das mit Vermittlungsgebühren Geld verdient, mehr als 120 Millionen Euro Kapital von Investoren wie Accel und Lakestar eingesammelt. Nach der Transaktion ist Sennder in sieben Ländern aktiv und zählt 500 Mitarbeiter.

„Blacklist“, „Slave“: SAP streicht diskriminierende Begriffe aus seinem Wortschatz

Die antirassistischen Proteste der Black-Lives-Matter-Bewegung haben in den vergangenen Monaten auch in der Softwarewelt grundlegende Diskussionen ausgelöst – oder zumindest neu angefacht. So haben mittlerweile mehrere große Konzerne wie Google oder Microsoft angekündigt, als diskriminierend wahrgenommene Begriffe wie „Master“, „Slave“ oder auch „Blacklist“ zu streichen.

Nun schwappt die Diskussion auch auf alteingesessene europäische Konzerne über. Gegenüber der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ betonte SAP-Vorstand Jürgen Müller, der auch Chief Information Officer (CIO) des Unternehmens ist, dass diskriminierende Begriffe wie „Master“ und „Slave“ aus dem SAP-Wortschatz gestrichen werden sollen. Stattdessen soll künftig von „Leitsystem“ und „Folgesystem“ die Rede sein. Statt „Blacklist“ und „Whitelist“ soll es fortan „Sperrlisten“ und „Erlaubnislisten“ heißen.

Das Unternehmen will die neuen Regeln recht zügig umsetzen. Innerhalb des kommenden halben Jahres sollen Dokumentation, Trainingsmaterialen und Webseiten, aber auch Benutzeroberflächen der eigenen Software angepasst werde, heißt es.

Gruner + Jahr führt neues digitales Paid-Angebot für ‚Capital‘ ein

Nachdem bereits der ‚Stern‘ und ‚Stern Crime‘ neue digitale Abo-Modelle erhalten haben, ist nun auch ein überarbeitetes Paid-Angebot für das Wirtschaftsmagazin ‚Capital‘ an den Start gegangen. Capital + bietet neben den Artikeln aus dem Magazin exklusive Inhalte zum Thema persönliche Finanzen, Vorsorge und Immobilien sowie aktuelle Analysen und Kommentare zu den Finanzmärkten, zur Konjunktur und Weltwirtschaft.

Herzstück des Angebots sind umfangreiche Dossiers zu Themen wie Immobilienkauf, Vermögensaufbau oder Altersvorsorge. Die Nutzer bekommen zudem Zugriff auf sämtliche Rankings, Studien und Datenbanken, die ‚Capital‘ regelmäßig durchführt. Ausgewählte Stücke stehen auch im Vorlesemodus bereit. Fester Bestandteil von Capital + ist die monatliche digitale Ausgabe des Magazins, auf die die Nutzer jederzeit on- und offline Zugriff haben. Ein neues Ressort ist zudem „History & Crime“, das Themen zu Wirtschaftsverbrechen und zur Wirtschaftsgeschichte künftig bündelt.

Rundfunkbeitrag in D: Jetzt kommt alles auf den Tisch

Die Debatte über die geplante Erhöhung des Rundfunkbeitrags nimmt eine neue Wendung. Jetzt stehen die Intendantengehälter im Fokus. Und wieder kommen die kritischen Stimmen aus Sachsen-Anhalt, dem Land, in dem die Zustimmung zur Beitragserhöhung am stärksten wackelt: „Stand jetzt ist, dass wir den Staatsvertrag ablehnen“, sagt Stefan Gebhardt, parlamentarischer Geschäftsführer und Medienpolitiker der Linken, die neben der AfD- und Teilen der CDU-Fraktion angekündigt hat, den Beitrag zu blockieren.

Ende des Jahres muss der neue Rundfunkfinanzierungsstaatsvertrag von allen Landesparlamenten gebilligt werden, damit die Erhöhung kommen kann – voraussichtlich Mitte Dezember werden die Abgeordneten von Sachsen-Anhalt entscheiden. Es könnte sein, dass sie den Vertrag scheitern lassen. „Es kann schiefgehen – und dann gehen wir nach Karlsruhe“, sagte RBB-Intendantin Patricia Schlesinger in einem Interview. Als die Landesparlamente zuletzt eine von der Kef, der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten, als bedarfsgerecht anerkannte Erhöhung blockierten, klagten die Sender am Bundesverfassungsgericht und bekamen 2007 recht.

Skepsis auch bei der Landesregierung

Zwar stellt die CDU mit SPD und Grünen die Regierungsmehrheit, doch auch innerhalb der Partei herrscht Skepsis. „Für die geplante Beitragserhöhung gibt es bei uns keine Mehrheit“, erklärte der medienpolitische Sprecher der CDU in Sachsen-Anhalt, Markus Kurze, vergangene Woche in einer Landtagssitzung. Mit dem derzeitigen Nein der Linken wird die Ratifizierung des Staatsvertrags also immer unwahrscheinlicher.

Man habe bestimmte Erwartungen an den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, sagt Gebhardt: „Wir wollen mindestens einen Stopp bei den Intendantengehältern. Wie sollen wir den Wählern vermitteln, dass im Programm gekürzt wird, die Intendantengehälter aber steigen?“

Offenbar stört man sich vor allem am Gehalt des WDR-Intendanten und derzeitigen ARD-Vorsitzenden Tom Buhrow. Dieser erhält rund 400 000 Euro im Jahr und verdient damit am meisten, SR-Chef Thomas Kleist liegt mit 245 000 Euro am unteren Ende, die anderen Fernsehintendanten bewegen sich dazwischen. Das sei unverhältnismäßig, findet man bei der Linken. Auch Kurze tut sich da schwer: „Wie soll ich jemandem erklären, dass so mancher Intendant fast doppelt so viel wie der Bundespräsident verdient?“

Um 86 Cent soll der Beitrag ab 2021 steigen, von derzeit 17,50 Euro auf 18,36 Euro pro Monat – die erste Erhöhung seit zwölf Jahren. Eine Anhebung unter der Inflationsrate. Die Gehälter der Intendanten: seit Jahren transparent. Kurz vor der Abstimmung über die Beitragserhöhung wird alles Thema, alles, was den Politikern im Osten am öffentlich-rechtlichen Rundfunk seit Jahren schon stinkt: zu groß, zu teuer, zu wenig Berücksichtigung der ostdeutschen Länder in den Strukturen des ARD-Senderverbunds, und eben die Gehälter.

Widerstand vor allem aus dem Osten

Bereits im Frühjahr gab es Widerstand aus Sachsen-Anhalt, Sachsen, und Thüringen. Reiner Haseloff (CDU), Sachsen-Anhalts Ministerpräsident, enthielt sich im März bei der Abstimmung im Kreis der Länderchefs gar, weil die Erhöhung den Abgeordneten nicht vermittelbar sei.

Auch danach kehrte keine Ruhe ein. Der Generalsekretär der CDU in Sachsen-Anhalt Sven Schulze plädierte wegen eines Satirevideos des öffentlich-rechtlichen Jugendangebots Funk dafür, die Erhöhung des Beitrags zu stoppen. Ihm und anderen Unionspolitikern hatte der Inhalt nicht gepasst, es ging um Racial Profiling und Rassismus bei der Polizei. Wieder mussten Rundfunkfreiheit und Staatsferne angeführt werden, nach denen politische Forderungen nicht mit der Beitragserhöhung verknüpft werden dürfen.

Gleiches gilt für die Höhe der Gehälter. Die Zustimmung zur Beitragserhöhung dürfe nicht davon abhängig gemacht werden, ob die Intendanten eine Bereitschaft zum Gehaltsverzicht zeigten, sagt der Mainzer Medienrechtler Dieter Dörr. Linken-Politiker Gebhardt sagt, das sei klar: „Aber wir sind gerade dabei, eine Debatte zu führen – und das geht.“

Der Grat zwischen zulässiger Debatte und unzulässiger Verknüpfung ist jedoch schmal und werde überschritten, „sobald auch nur anklingt, dass man die Zustimmung von einer Forderung abhängig macht“, sagt Dörr. Darauf verweisen auf Anfrage auch die ARD-Anstalten: Es sei legitim, über die Gehälter zu diskutieren, die Entscheidung über den Rundfunkbeitrag dürfe allerdings nicht von medienpolitischen oder programmlichen Erwägungen abhängig gemacht werden. Beim ZDF heißt es, man habe ausgewogene und leistungsgerechte Vergütungsstrukturen.

Die Intendanten-Gehälter haben mit dem Beitrag nichts zu tun

Und ein weiteres Problem stellt sich: Die Beitragserhöhung, die durch eine Empfehlung der unabhängigen Kef zustande kommt, hat mit der Höhe der Intendantengehälter nichts zu tun. Die Kef legt lediglich fest, wie viel Geld die Sender zur Deckung ihres Programm- und Personalbedarfs benötigen. Was die Chefs verdienen, wird davon unabhängig in den Aufsichtsgremien der jeweiligen Sender ausgehandelt. In ihnen sind verschiedene gesellschaftliche Gruppen vertreten, auch Parteien – sie könnten Kritik und Forderungen also auch dort einbringen, sagt Dörr.

Linken-Politiker Gebhardt hingegen geht es „um ein Signal“, sagt er: „dass die Intendanten bei der nächsten Tarifrunde Verzicht üben, nicht einfach alles so mitnehmen, nur weil es geht.“ Lobend erwähnt wird in Sachsen-Anhalt immer wieder MDR-Intendantin Karola Wille. Diese verzichtet seit Jahren freiwillig auf eine Gehaltsanhebung. Aber auch beim SR hat man bereits 2015 entschieden, die Gehälter der Geschäftsleitung im Rahmen der regelmäßigen Tarifrunden nicht zu erhöhen. Und BR-Intendant Ulrich Wilhelm verzichtet seit seinem Amtsantritt 2011 auf Bezüge in Aufsichtsratsgremien von Tochterfirmen und Beteiligungen des BR.

Wie man am Ende abstimmen wird? „Den Ausgang wollen wir uns bis zum Ende offenlassen, und wir sind auch immer noch offen“, sagt Gebhardt. Man sei in Gesprächen mit den Intendanten. Im Oktober soll es zu einem Treffen kommen.

Leon-Zelman-Preis an Olga Kronsteiner

Am 14.09. erhielt Olga Kronsteiner den Leon-Zelman-Preis für Dialog und Verständigung 2020. Mit akribischer journalistischer wie historischer Recherche trage die seit langem für den STANDARD tätige Journalistin dazu bei, „das Bewusstsein der Öffentlichkeit in Bezug auf die Shoah und deren Folgen zu schärfen“, erklärte das von Zelman gegründete Jewish Welcome Service die Auszeichnung.

Kronsteiner setzt sich seit vielen Jahren in ihren Texten zu Kunst und Kultur umfassend mit der Entrechtung, Beraubung, Vertreibung und Verfolgung der Wiener Jüdinnen und Juden auseinander.

Der Preis ist mit 5000 Euro dotiert und von der Stadt Wien gestiftet. Er wird seit 2013 an Menschen oder Initiativen vergeben, die sich im Sinne Leon Zelmans aktiv für die Erinnerung an die Shoah und den Dialog zwischen dem heutigen Österreich und den Opfern der NS-Verfolgung und ihren Nachkommen einsetzen.

Mediengruppe RTL: Jan Wachtel geht

Stühlerücken bei der Mediengruppe RTL Deutschland: Jan Wachtel, Geschäftsführer digitale Medien & journalistische Inhalte, verlässt das Unternehmen auf eigenen Wunsch. Seine Aufgaben übernehmen Matthias Dang und Stephan Schäfer, die damit die Verantwortlichkeiten im Management bündeln.

Künftig sind die Geschäftsbereiche in Köln wie folgt aufgeteilt: Für alle kommerziellen, technologischen und digitalen Aktivitäten zeichnet Matthias Dang, Geschäftsführer Vermarktung, Technologie und Daten, zuständig. Sämtliche Inhalte und Marken inklusive des gesamten journalistischen Angebots über alle Mediengattungen hinweg führt fortan Stephan Schäfer, Geschäftsführer Inhalte & Marken und gleichzeitig Chief Product Officer bei Gruner + Jahr.

Döpfner kritisiert Verlagsförderung

In seiner Eröffnungsrede beim BDZV-Kongress 2020, der erstmals rein digital stattfindet, sprach Döpfner über die Zukunft von unabhängigem Journalismus und in diesem Zusammenhang auch über die Förderung für digitale Transformation des Verlagswesens, wie sie der Bundestag Anfang Juli 2020 beschlossen hat. Mit dieser Förderung sollen Verlagshäuser mit 220 Mio. Euro vom Staat unterstützt werden.

„Um es ganz klar zu sagen: Der BDZV hat um diese Transformationsförderung nicht gebeten“, betonte Döpfner. „Die von uns ursprünglich angeregte und klar geforderte Maßnahme war als reine Infrastrukturförderung, als Förderung der Zustellung von Zeitungen, formuliert.“

Für ihn sei „eine rote Linie überschritten, wenn der Staat redaktionelle Leistungen direkt oder indirekt fördert“. Journalismus sei ein „ständiges Kalibrieren zwischen Nähe und Distanz zu den Zentren der Macht“ und deshalb müssten deutsche Zeitungen „ganz besonders vorsichtig und kritisch sein, wenn es darum geht, Subventionen vom Staat oder von digitalen Plattformen anzunehmen“.

Adgar für DDB Wien, DMB und Fuel Austria

Der Verband Österreichischer Zeitungen hat zum mittlerweile 36. Mal seinen Werbepreis Adgar verliehen. Dabei wurden auf den ersten Rängen die kreativsten Sujets folgender Agenturen prämiert: DDB Wien, DMB und Fuel Austria.

Die Sonderpreise gingen an Merlicek & Partner mit ihrer Ja Natürlich!-Kampagne im STANDARD und Springer & Jacoby Österreich mit einem Banner für Wien Energie. „Printwerber des Jahres“ wurde Skoda Österreich.

Wegen Corona wurde die Adgar-Gala dieses Jahr abgesagt, die Trophäen wurden daher von VÖZ-Geschäftsführer Gerald Grünberger sowie vom Vorsitzenden der Adgar-Jury, Helmut Hanusch überreicht.

Das Sujet „Lebe das Leben – Kuss jung/alt“ für die Wiener Städtische Versicherung brachte der Agentur DMB den Adgar in der Kategorie Dienstleistungen.

Sky Österreich startet Marketing-Kampagne für neues Live-Sport-Angebot

Der Start der neuen Sky Österreich Marketing-Kampagne erfolgt parallel zum neuen Sky Angebot. Das neue Live-Sport-Portfolio bietet Zusehern in Österreich um 25 Euro pro Monat Zugang zu europäischen Fußball Top-Ligen und Wettbewerben mit insgesamt 1096-Live-Spielen, dazu Weltklasse-Tennis der ATP-Tour, Golf, Formel 1, Eishockey sowie exklusive Sky Entertainment-Programme. Um dieses neue Angebot dreht sich auch die neue Sky Marketing-Kampagne. Diese wird im 360-Grad-Stil über die relevanten Medien-Kanäle TV, Print, Online und Social Media österreichweit verbreitet.

Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2020 ist da

„Nominiert sind sechs Romane, die uns durch ihre sprachliche Ausdruckskraft und formale Innovation überzeugt haben, zugleich aber auch auf besonders kluge Weise politische Dringlichkeit dokumentieren. Einige schöpfen aus unerwarteten Quellen oder wenden sich historischen Stoffen zu, um darüber zu großen, allgemeingültigen Fragen zu gelangen. Die Shortlist trägt zugleich hervorragenden Titeln Rechnung, die sich biografischen und zeitgenössischen Themen auf überraschende Weise widmen.“, erklärte Jurysprecherin Hanna Engelmeier (Kulturwissenschaftliches Institut Essen und Autorin) die Auswahl.

Die nominierten Romane:

  • Bov Bjerg, Serpentinen (Claassen, Januar 2020)
    Dorothee Elmiger, Aus der Zuckerfabrik (Carl Hanser, August 2020)
  • Thomas Hettche, Herzfaden (Kiepenheuer & Witsch, September
    2020)
  • Deniz Ohde, Streulicht (Suhrkamp, August 2020)
    Anne Weber, Annette, ein Heldinnenepos (Matthes & Seitz Berlin,
    Februar 2020)
  • Christine Wunnicke, Die Dame mit der bemalten Hand (Berenberg,
    August 2020)

Nach den Erfahrungen im Buchhandel führt die Berücksichtigung auf der Shortlist oft dazu, dass die Nachfrage nach einem Titel deutlich anzieht. Auf der SPIEGEL-Bestsellerliste haben sich bisher bereits die folgenden Autoren platziert:

  • Bov Bjerg mit „Serpentinen“
  • Thomas Hettche mit „Herzfaden“

Der Gewinner erhält ein Preisgeld von 25.000 Euro, die 5 weiteren Shortlist-Kandidaten jeweils 2.500 Euro.

Amazon Music startet Podcast-Angebot

Amazon steigt in den boomenden Podcast-Markt ein. In Deutschland, Großbritannien, den USA und Japan wird von sofort an ein umfangreicher Podcast-Bereich in Amazon Music erscheinen, kündigte der Internet-Konzern in Seattle an. Das Podcast-Angebot sei für alle Nutzer nicht mit zusätzlichen Kosten verbunden – vom kostenfreien Grundservice von Amazon Music bis hin zum kostenpflichtigen Premium Angebot Amazon Music HD.

Amazon reagiert mit seinem Podcast-Engagement aber auch auf die Aktivitäten der Konkurrenz und die rasanten Zuwächse im Markt. Derzeit liefern sich vor allem Spotify und Apple einen Wettkampf um die populärste Podcast-Plattform. Aber auch Google, Deezer sowie Plattformen aus Deutschland wie FYEO – „For Your Ears Only“ – vom Medienkonzern ProSiebenSat.1 oder Audio Now von Bertelsmann buhlen um die Aufmerksamkeit der Podcast-Hörer.

In Deutschland setzt Amazon Music unter anderem auf populäre Formate wie Apokalypse & Filterkaffee, Baywatch Berlin, Die Johnsons, Fiete Gastro, Football Bromance, Handelsblatt Today, Schwarze Akte und etliche andere frei verfügbare Shows.