Kogels Pläne mit Leonine: “Haben zum ersten Mal die Chance, aus Deutschland heraus nachhaltig für den Weltmarkt zu produzieren”

Erstmals seit sich mit Leonine ein neues Medienunternehmen formiert hat, äußert sich dessen CEO Fred Kogel ausführlich zu den Plänen und dem Geschäftsmodell dahinter. Über das mögliche Wachstum verrät der Medienmanager unter anderem: „In den nächsten zwei Jahren wollen wir in Deutschland, Österreich und der Schweiz organisch wachsen.“

Über das Frühjahr und den Sommer verging fast keine Woche, in der es nicht neue Nachrichten um das Medienunternehmen Leonine gab. Die Holding von Fred Kogel und Finanzinvestor KKR, zu dem die frühere Tele München Gruppe, Universum Film, i&u TV und Wiedemann & Berg Film gehören, ließ sich allerdings darüber hinaus nicht in die Karten blicken. Das hat nun ein Ende. Der Medienmanager Kogel hat sich erstmalig ausführlich über die Pläne mit Leonine geäußert und sich dafür ausgesucht.

Das Geschäftsmodell sei auf die Zukunft ausgerichtet. Denn die sei digital, so Kogel. “Wir sehen klar die Chancen, die die disruptiven Umbrüche im Markt bieten, und wollen sie konsequent nutzen. Sie kennen die Marktsituation ja so gut wie ich: Aktuell ändert sich die Art und Weise, wie die Konsumenten den Content nutzen, radikal und irreversibel.” Trotz aller damit verbundenen Risiken, wolle das Team die Chancen nutzen und den Markt gestalten.

Heute sei es grundlegend, “mit den Produktionen, Film- oder TV-Rechten, die man besitzt, eine stimmige Wertschöpfungskette zu bilden”, erläutert Kogel. “Für uns geht es dabei um Kino, TV, Fiction und Entertainment fürs digitale Zeitalter.” Mit dem Aufbau des Unternehmens schaffe man einen “‘One-Stop-Shop’ für Premiuminhalte aller Art”. Er präzisiert: “Wir haben zum ersten Mal die Chance, aus Deutschland heraus nachhaltig für den Weltmarkt zu produzieren.”

Zu den Kunden zählen langjährige Partner wie ARD, ZDF, ProSiebenSat.1 und RTL. Aber auch Firmen wie Amazon Prime, Netflix, die Deutsche Telekom und YouTube gehören dazu. Axel Springer, gibt Kogel zu, sei ein interessanter, potenzieller Kunde. Der Berliner Medienkonzern möchte ins TV-Geschäft einsteigen und hat mit KKR denselben Partner bzw. Investor wie Leonine. U.a. soll die “Bild” auch als TV-Format etabliert werden, hieß es bei Springer.

Neben dem TV-Markt spielt vor allem das Kino-Geschäft eine wichtige Rolle, sagt der Manager gegenüber DWDL.de. “Das Kino ist auch heute noch die Königsdisziplin für eine filmische Erzählung. Wir lieben Kino – als Produzenten und Lizenzhändler.” Ab dem Kinojahr 2020/21 wolle man um die 20 Filme jährlich ins Kino bringen, darunter zwei bis drei nationale Eigenproduktionen sowie zwei bis drei Ko-Produktionen und 15 Lizenzfilme.

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