Hoher TV-Konsum im Alter schadet dem Gehirn

Übermässiges Fernsehen wirkt sich laut einer britischen Langzeitstudie bei über 50-Jährigen negativ auf das verbale Gedächtnis aus. Couch-Potatoes können sprachliche Informationen schlechter verarbeiten.

Forscher des University College London haben über sechs Jahre hinweg die Auswirkungen des Fernsehkonsums auf das Gehirn von über 50-Jährigen untersucht und gehen davon aus, dass es bei täglich mehr als 3,5 Stunden vor dem Fernseher zu einem Abbau des Sprachgedächtnisses kommen kann.

Untersucht wurden knapp 3600 Probanden, die bei Studienbeginn mindestens 50 Jahre alt waren. Nicht ganz ein Drittel der Teilnehmer ging noch einer Voll- oder Teilzeitarbeit nach.

Es zeigte sich nach Auswertung der kognitiven Leistungen und der Fernsehdauer, dass das verbale Gedächtnis der Teilnehmer mit einem täglichen TV-Konsum von mehr als 3,5 Stunden nach sechs Jahren schlechter ist als das der Teilnehmer, die weniger Zeit vor dem TV verbrachten. Der Gedächtnisabbau ist zudem umso grösser, je mehr Zeit Menschen vor dem Fernseher verbringen.
Merkfähigkeit beeinträchtigt

Wird die sprachliche Gedächtnisleistung beeinträchtigt, können verbale Informationen schlechter erfasst und verarbeitet werden. Probanden, die viel fernsahen, konnten sich beispielsweise Wörter deutlich schlechter merken.

Andere Einflussfaktoren wie etwa Gesundheitszustand, Alter, Geschlecht, Berufstätigkeit oder Bewegungsmangel seien aus den Ergebnissen herausgerechnet worden, so die Forscher. Mit Berücksichtigung dieser Faktoren liessen sich nur 44 bis 55 Prozent der Störung der Gedächtnisleistung erklären.

Weshalb es zu dem beobachteten Abbau des Sprachgedächtnisses durch hohen TV-Konsum komme, müsse weiter untersucht werden. Auch ob konsumierte Inhalte je nach ihrer Art eine stärkere oder weniger starke Auswirkung hätten oder ob das Vielfernsehen eventuell auch das Demenzrisiko erhöhe, sei noch nicht ausreichend erforscht.

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