Funke will Dichand als „Krone“-Chef absetzen

Die Hälfteeigentümer der „Kronen Zeitung“ lassen nicht locker: Sie fechten das Patt beim Gesellschafterbeschluss zur Abberufung Christoph Dichands als Herausgeber nun vor dem Handelsgericht an – mit kreativem Zugang.

Funke/Benko beantragten im März anhand von Spesenvorwürfen gegen Christoph Dichand, den Sohn des „Krone“-Gründers als Herausgeber „mit sofortiger Wirkung“ abzusetzen (nach bisherigen Infos als Chefredakteur, laut Gerichtsakt geht es aber um die Funktion des grundlegend bestimmenden Herausgebers).

Am 22. März 2019 stimmten die Gesellschafter der „Kronen Zeitung“ über den Antrag ab. Der Tagesordnungspunkt drei – Dichands Abberufung – endete unentschieden. Nicht ganz überraschend: Die Familie Dichand und die in einer Holding vereinten Gesellschafter Funke und Benko halten jeweils exakt 50 Prozent der Anteile.

Funke ficht den Gesellschafterbeschluss zudem mit dem Argument an, Christoph Dichand (beziehungsweise seine Anteile) könnte nicht in eigener Sache mitstimmen. Ohne seine Stimmen wäre der Antrag, Dichand abzusetzen, mit Mehrheit durchgegangen.

Ein Sprecher des Handelsgerichts bestätigte die Klage von Funke/Benko (formal: ihrer Beteiligungsgesellschaft NKZ Austria). Die Funke-Gruppe beantwortete Anfragen zum Verfahren nicht.

Die Dichand-Seite argumentierte, ihre Anteile seien vertraglich gebündelt und könnten nicht einzeln abstimmen (oder nicht).

Derzeit tagt ein Schiedsgericht nach Schweizer Recht darüber, ob die Funke-Gruppe die Vorrechte der Familie Dichand in der „Krone“ kündigen kann, ohne damit gleich die Gesellschaft aufzulösen. Die Vorrechte sind in Rahmenverträgen mit der Funke-Gruppe aus 1987 festgehalten. Die Funke-Gruppe (oder andere Eigentümer ihrer Anteile) müssen für einen garantierten Jahresgewinn der Dichands – kolportiert: ein hoher einstelliger Millionenbetrag – sorgen, unabhängig davon, ob die Gesellschaft ihn abwirft.

Die Funke-Gruppe hat die Verträge gekündigt. Bekommt sie vom Schiedsgericht recht (das üblicherweise Monate bis eher Jahre berät), dürfte Benko die Anteile der Funke-Gruppe an der „Krone“ komplett übernehmen.

Die Dichands, „Krone“ und „Heute“ (Herausgeberin: Dichands Frau Eva Dichand) attackierten Benko in den vergangenen Wochen publizistisch massiv.

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