Forum.eu Abo-Angebot für europäischen Qualitätsjournalismus

Das Berliner Start-up geht mit einem Paid-Content-Angebot an den Start, das europäischen Qualitätsjournalismus fördern und gleichzeitig den beteiligten Verlagen neue Umsatzströme bescheren soll.

Die besten Artikel über Europa zum Lesen und Debattieren, übersetzt in europäische Sprachen, an einer zentralen Stelle – das ist die Idee, mit der die Macher der digitalen Medienplattform Forum.eu ab sofort bei Lesern und Verlagen punkten wollen. Das Produktversprechen an die Leser ist einfach: Für mindestens vier Euro monatlich bekommen sie jeden Tag sieben handverlesene relevante Artikel über Europa aus vertrauenswürdigen Quellen serviert – und das werbefrei. Zum Start dabei ist die Frankfurter Allgemeine Zeitung aus Deutschland, aber auch andere europäische Traditionstitel wie El Mundo und El Diario (beide Spanien), Diario de Noticias und ECO (beide Portugal), Ethnos (Griechenland) sowie Rzeczpospolita (Polen).

Das Besondere an dem Angebot, das nun in der Beta-Version startet und in diesem Sommer noch kostenlos getestet werden kann, ist, dass sich die Artikel in mehreren Sprachen abrufen lassen. Aktuell sind Englisch, Deutsch, Französisch, Polnisch, Spanisch und Griechisch verfügbar. „Nur wenn Sprachbarrieren wegfallen, kann eine offene Diskussionskultur entstehen, die so viele Europäer herausfordert, informiert und einbezieht wie möglich“, fasst Paul Ostwald, einer der Gründer, die Idee des Forums zusammen. Langfristig sollen sogar alle europäischen Sprachen angeboten werden.

Das Geschäftsmodell erinnert etwas an das der deutschen taz, die sich zum Teil durch freiwillige Spenden ihrer Leser finanziert. Nur, dass sich bei Forum.eu die Freiwilligkeit lediglich auf die Höhe des Betrags bezieht und nicht darauf, ob man zahlt oder nicht. So können die Leser das Forum zusätzlich unterstützen, indem sie anstelle des Mindestbetrags von 4 Euro („Keep us going“) auf freiwilliger Basis einen höheren Beitrag bezahlen („Keep us growing“). Die zusätzlichen Erlöse sollen zu 100 Prozent in die Sprachenvielfalt investiert werden, um auf der Plattform moderierte Diskussionen zu ermöglichen, die Einblicke in alle vorhandenen europäischen Sichtweisen geben.

Auch wenn zum Start schon renommierte Titel dabei sind, ist es durchaus der Anspruch von Forum.eu, noch weitere Partner zu überzeugen, um so auch die Qualität des Angebotes auszubauen. „Es gibt natürlich in jedem Land ganz offensichtliche Qualitätsführer, die wir gern auf der Plattform hätten. Einige davon haben wir schon. Mit allen anderen sprechen wir“, sagt Commercial Director Philipp Graf Montgelas.

Argumente, um die Verlage zu überzeugen, hat er reichlich auf Lager. Dabei geht es nicht nur um die 20-prozentige Umsatzbeteiligung, die Verlage auf Basis des Lesekonsums erhalten sollen. So hätten Partner von Forum.eu die Chance, Teil der europäischen Öffentlichkeit zu werden – und das „ohne Anstrengung, ohne Kosten und ohne Risiko“, sagt Montgelas. Zudem sollen Verlagspartner „umfangreiche analytische Daten zu Märkten, Themen und Nutzerverhalten“ sowie „qualitativ hochwertige redaktionelle Übersetzungen ausgewählter Artikel für den eigenen Gebrauch“ erhalten, verspricht Montegas. Bereits in Kürze will er neue Partner verkünden.

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