DuMont könnte auf Management Buy-outs setzen

Die zum Verkauf stehenden DuMont-Regionalzeitungen stoßen bei externen Investoren eher auf verhaltenes Interesse. Vor allem Großverlage wie Madsack und Funke sollen abgewunken haben. Lediglich für die Berliner Titel soll es einen externen Interessenten geben. In Branchenkreisen wird deshalb kolportiert, dass DuMont-Chef Christoph Bauer jetzt auf Management-Buy-Outs setzen könnte.

Beispiele für Management-Buy-Outs gibt es in der Medienbranche viele. Als Verlagsleiterin des Hamburger Großverlags Gruner + Jahr hatte die Juristin Katarzyna Mol den Frauentitel “Emotion” 2006 mit entwickelt und an den Markt gebracht. Doch das Magazin entwickelte sich unter der Ägide von G+J nicht wie gewünscht. Überraschend kaufte deshalb die Geschäftsfrau die Zeitschrift 2009 Gruner + Jahr ab – im Rahmen eines Management-Buy-outs (MBOs), also den Kauf eines Unternehmens oder Firmenteilen durch die Geschäftsführung oder Belegschaft.

Jetzt könnten MBOs auch beim Kölner Medienhaus DuMont ein Thema werden. Das Haus will seine Regionaltitel – von “Hamburger Morgenpost” bis “Berliner Zeitung” – loswerden. In Branchenkreisen wird kolportiert, das bei einem möglichen Verkauf MBOs als Option zum Zuge kommen könnten. Damit könnte DuMont auf das mäßige Interesse externer Investoren reagieren. So sollen Madsack Mediengruppe, die Essener Funke Mediengruppe und auch die “Rheinische Post” inzwischen abgewunken haben. Lediglich für die Berliner Titel soll ein externer Interessent parat stehen: der in der Branche weitgehend unbekannte Medienunternehmer Detlef Prinz, der unter anderen in der Hauptstadt die englischsprachige “The Berlin Times” und “Der Hauptstadtbrief” herausgibt.

Drucken