Booker Prize 2019: Margaret Atwood und Bernardine Evaristo ausgezeichnet

Der diesjährige Booker Prize geht gleich an zwei Autorinnen: Margaret Atwood und Bernardine Evaristo werden mit dem wichtigsten britischen Literaturpreis geehrt. Sie teilen sich das Preisgeld von 50.000 Britischen Pfund.

Die Kanadierin Margaret Atwood erhält den Preis für ihren Roman „The Testaments“ (deutsch „Die Zeuginnen“, bei Piper), in dem sie ihren Bestseller „Der Report der Magd“ fortschreibt. Atwood wird bereits zum zweiten Mal ausgezeichnet: 2000 erhielt sie den Booker Prize für ihren Roman „The Blind Assassin“. Auch mit weiteren Büchern stand sie mehrfach auf der Shortlist.

Die Britin Bernardine Evaristo erhält den Auszeichnung für ihren achten Roman „Girl, Woman, Other“ . Darin erzählt die Schriftstellerin mit nigerianischen Wurzeln die Geschichten von zwölf Menschen, meist dunkelhäutigen britischen Frauen, deren Leben miteinander verwoben sind. Zum Werk der 60-Jährigen gehören auch Essays und Bühnenstücke sowie Texte für den Rundfunksender BBC-Radio. „Ich bin die erste schwarze Frau, die diesen Preis gewonnen hat“, sagte Evaristo bei der Preisvergabe. Sie hoffe aber, dass sie nicht lange die einzige bleibe.

Saša Stanišić gewinnt den Deutschen Buchpreis

Der Deutsche Buchpreis 2019 geht an Saša Stanišić für seinen Roman „Herkunft“. Diese Entscheidung der Jury wurde im Frankfurter Römer bekanntgegeben.

Nominiert waren auch die 29-jährige Wienerin Raphaela Edelbauer („Das flüssige Land“), der 27-jährige, in Neu-Delhi geborene Wiener Tonio Schachinger („Nicht wie ihr“) sowie Norbert Scheuer („Winterbienen“), Jackie Thomae („Brüder“) und Miku Sophie Kühmel („Kintsugi“) aus Deutschland.

Der 2005 ins Leben gerufene Deutsche Buchpreis wird traditionell am Vorabend der Eröffnung der Frankfurter Buchmesse vergeben. Gesucht wird der beste deutschsprachige Roman des Jahres. Der Sieger erhält 25.000 Euro, die übrigen fünf Autoren der Shortlist jeweils 2.500 Euro. Die Auswahl trifft eine siebenköpfige Jury, die jedes Jahr neu besetzt wird und heuer insgesamt 200 Titel gesichtet hat. Erst zweimal erhielten Österreicher den Preis: 2005 gewann Arno Geiger mit seinem Roman „Es geht uns gut“, 2017 wurde Robert Menasse für „Die Hauptstadt“ ausgezeichnet. Im Vorjahr siegte Inger-Maria Mahlke mit dem Roman „Archipel“.

Sandra Maischberger stellt ihre Talkshow dauerhaft um

Nach einer Probephase seit Sommer präsentiert Sandra Maischberger ab 16.10. ihre politische Talkshow im Ersten künftig in einem neuen Format. Statt einem einzigen Thema geht es in der Sendung um mehrere Themen, die in der laufenden Woche aktuell sind.

Elemente seien ein Einzelinterview sowie eine Runde von Kommentatoren, die kontrovers diskutieren, erläuterte Maischberger. Im Fernsehen gibt es viele politische Talkshows. Wie setzt man sich ab? Sandra Maischberger versucht jetzt einen neuen Weg. Aus Sicht von Moderatorin Sandra Maischberger müsste es mehr Gäste aus der Wirtschaft in politischen Talkshows geben. Das sei bislang “ein großes Manko”, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. “Die haben einfach sehr viel zu verlieren. Ein falsches Wort kann den Börsenkurs in freien Fall bringen”, sagte sie über börsennotierte Unternehmen. Deswegen gebe es eine Zurückhaltung.

Nach ihrer Beobachtung habe sich auch etwas mit dem Internet verändert. “Eine unbedachte Äußerung kreist und kreist und kreist und ist immer auffindbar im Netz. Sie werden immer wieder dann darauf gebracht und zum Teil auch darauf reduziert. Und deswegen gibt es da auch eine große Hemmung.”

Zugleich habe sich aber an mancher Stelle etwas getan – Maischberger nannte die derzeitige Umweltbewegung als Beispiel. “Plötzlich melden sich ganz viele, die dazu etwas sagen wollen.”

Sie verwies darauf, dass sich die politischen Talkshows in der Vergangenheit oft “ins Gehege gekommen sind.” Sie ergänzte: “Weil wir alle mehr oder weniger das gleiche Konzept hatten: das Thema der Woche mit den wichtigsten Köpfen der Woche.” Deshalb wolle sie hier ausbrechen. Ihre Talkshow gibt es seit 2003, künftig läuft sie unter dem Titel “maischberger. die woche”. Die Quoten der TV-Sendung waren zuletzt ähnlich wie bei anderen Polit-Talkformaten rückläufig.

Zalando führt Geschlechterquote ein

Der Onlinemodehändler Zalando führt eine Geschlechterquote für sein Management ein. Auf den sechs oberen Führungsebenen solle bis Ende 2023 ein ausgewogenes Verhältnis von Frauen und Männern erreicht werden, teilte das Unternehmen heute mit. Der Anteil soll jeweils zwischen 40 und 60 Prozent liegen.

Der Onlinehändler Zalando SE hat europaweit rund 14.000 Beschäftigte. Das Management musste sich zuletzt kritische Fragen gefallen lassen, weil im Vorstand fünf Männer sitzen, aber keine Frau. Bei der jüngsten Erweiterung des Gremiums verwiesen die Verantwortlichen auf die Eignung der jeweiligen Kandidaten.

„In den letzten elf Jahren lag unser Fokus klar auf der Etablierung und dem Wachstum unseres Geschäfts“, erklärte Zalando-Kochef Rubin Ritter nun. „Wir haben nicht genug Anstrengungen unternommen, um dem entstandenen strukturellen Ungleichgewicht entgegenzuwirken.“ Die Führungsteams seien nicht vielfältig genug.

Im Jahr 2018 waren bei dem Unternehmen etwa zwei Drittel aller Führungskräfte Männer – je höher die Führungsebene, desto geringer der Frauenanteil. Bisher galt als Ziel eine Frauenquote von 25 Prozent auf der Ebene unterhalb des Vorstands und 30 Prozent auf der Ebene darunter. 2018 waren dort elf beziehungsweise 16 Prozent der Führungskräfte Frauen. Die neue Quote gilt auch für den Aufsichtsrat und den Vorstand.

Seit Anfang 2016 müssen die etwa 100 größten börsennotierten und voll mitbestimmungspflichtigen Unternehmen in Deutschland nach dem Aktiengesetz mindestens 30 Prozent der Posten in ihren Kontrollgremien mit Frauen besetzen. Für das Management gibt es nur Vorgaben für die Ebenen unterhalb des Vorstands.

In den Topetagen börsennotierter Unternehmen sind heute so viele Frauen vertreten wie nie. In den 160 Unternehmen der Börsenindizes Dax, M-Dax und S-Dax saßen nach einer Untersuchung des Beratungsunternehmens EY in der ersten Hälfte dieses Jahres 61 Frauen – aber auch 640 Männer. Der Frauenanteil lag damit bei knapp 9 Prozent.

Tower will neue Promi-Musikshow nach Deutschland holen

Pünktlich zur Fernsehmesse MIPCOM hat sich Tower Productions für den deutschen Markt die Rechte an der französischen Musikshow „Celebrity Song Challenge“ gesichert. Punkten will das Format mit seiner Verknüpfung von linearem TV und Social Media.

Die Musikshow „Celebrity Song Challenge“, die im Sommer erfolgreich beim französischen Fernsehsender TF1 angelaufen ist, hat auch das internationale Interesse geweckt. Wie jetzt bekannt wurde, hat sich Tower Productions das Format für eine mögliche Umsetzung auf dem deutschen Markt von Vivendi Entertainment gesichert. In Italien liegen die Rechte an der Show bei Endemol Shine.

Deloitte will die Nummer drei in Deutschland werden

Unter den führenden Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen in Deutschland glänzt Deloitte weiter mit dem höchsten Wachstumstempo. Darauf jedenfalls deuten jüngsten Geschäftszahlen und Prognosen der Nummer vier der Branche.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2018/19, das Ende Mai zu Ende ging, steigerte das Unternehmen seine Gesamtleistung um 17 Prozent auf rund 1,7 Milliarden Euro. Auch in den nächsten Jahren wollen die Münchener stärker zulegen als die Konkurrenz, wie Deloitte-Deutschland-Chef Martin Plendl betont.

Das Ziel, unter den „Big Four“ auf Rang drei vorzurücken und damit KPMG zu überholen, gilt nach den Worten Plendls für Deloitte unverändert. Dennoch lässt er offen, ob das tatsächlich schon 2020 gelingen kann. „Wir sehen weiter Potenzial, über die nächsten fünf Jahre marktführendes Wachstum zu erzielen, ohne dass wir dafür größere Akquisitionen machen.“ Im letzten Jahr hatte Deloitte noch 300 Millionen Euro Rückstand gegenüber KPMG.

Für das laufende Jahr stellt der Deloitte-Chef abermals rund zehn Prozent Wachstum für die Gruppe in Aussicht. Schon in den beiden Vorjahren fielen die Prognosen ähnlich aus, wurden dann aber mit Steigerungsraten von 18 und 17 Prozent jeweils deutlich übertroffen.

Seit März spürt Deloitte zwar Auswirkungen der Konjunkturabkühlung. Das Wachstum im Beratungsmarkt insgesamt werde sich daher insgesamt wohl abkühlen. In die wichtigen zukunftsweisenden Themen wie Digitalisierungsprojekte investierten Industrie und Finanz-Dienstleister jedoch weiterhin stark.

Fokus auf Digitalisierung

Aus Sicht Plendls kommt Deloitte vor diesem Hintergrund die Strategie der letzten Jahre zugute, in diesen Bereichen verstärkt Kompetenz durch neue Mitarbeiter, kleinere Technologie-Zukäufe und die Entwicklung neuer Werkzeuge aufzubauen.

Dazu gehören etwa mit Künstlicher Intelligenz unterstützte Software-Lösungen für die Analyse von Geschäftsprozessen und die Strategieentwicklung. Im Bereich der digitalen Transformation sieht Plendl Deloitte daher als klaren Marktführer. „Klassische Strategieberater tun sich in dem Bereich schwerer, weil sie nicht die Lösungen dazu anbieten können.“

Insgesamt steigerte Deloitte die Gesamtleistung im Consulting-Bereich um 24 Prozent auf 655 Millionen Euro. Weitere 338 Millionen Euro (plus zehn Prozent) entfallen auf die Finanzberatung, wo die Gruppe unter anderem von wachsender Nachfrage im Bereich der Transaktionsberatung profitierte. Alles in allem liefert das Beratungsgeschäft damit inzwischen rund 58 Prozent der Gesamtleistung von Deloitte.

Auch im Prüfungsgeschäft will Deloitte weiter kräftig zulegen. Zwar konnte man über Bayer hinaus keine weiteren Mandate bei Dax-30-Firmen gewinnen. Dennoch zeigt sich Plendl mit der Leistung zufrieden. Insgesamt legte Deloitte im Audit-Bereich um 16 Prozent auf 450 Millionen Euro zu.

Blizzard sagt überraschend „Overwatch“-Event ab

Blizzard hat überraschend ein Overwatch-Event in New York abgesagt. Der Hersteller wollte dort den Start ihres Shooters auf der Nintendo Switch zelebrieren, kurzfristig hat man sich aber doch dagegen entschieden. Zu den Hintergründen wurde bislang nichts verlautbart. Die Info zu der Absage wurde über den Nintendo NY-Account verlautbart.

Der Hintergrund für die Absage dürften aber die fortlaufenden Proteste rund um die Sperre eines E-Sportlers sein, der sich vor laufender Kamera für die Freilassung von Hong-Kong ausgesprochen hatte. Blizzard suspendierte den Spieler und sogleich auch die Kommentatoren des Events. Daraufhin folgten tagelange Proteste, die auch intern begleitet wurden.

Armin Wolf als „Europäischer Journalist des Jahres“ geehrt

ORF-Journalist Armin Wolf, der bei der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt mit der “ZiB 2” eine der wichtigsten Nachrichtensendungen des Landes moderiert, ist als Europäischer Journalist des Jahres ausgezeichnet worden. Der Preis wurde im Rahmen der Prix Europa Awards verliehen, bei dem weitere Medienschaffende des gesamten Kontinents geehrt wurden. Wolf folgt damit auch Laurent Richard. Der französische Investigativ-Journalist und Gründer von Forbidden Stories wurde 2018 Europäische Journalist des Jahres.

Die Auszeichnung als „Europäischer Journalist des Jahres“ wurde inzwischen schon zum neunten Mal vergeben. Zu den ehemaligen Preisträgern zählen der türkische Publizist Can Dündar, die BBC-Legende Sir David Attenborough und die deutsche Filmproduzentin Regina Ziegler.

In einer Mitteilung der Veranstalter des Preises heißt es, Wolf lasse sich nicht einschüchtern von Drohungen und Kritik. Er befrage seine Interviewpartner immer auf die gleiche Art und Weise. „Ich konfrontiere sie mit Kritik, Widerspruch und Gegenargumenten zu ihrer politischen Position. Wenn ein Politiker behauptet, zwei mal zwei wäre fünf, ist es natürlich die Aufgabe von Journalist*innen, es besser zu wissen und klarzustellen, dass das nicht stimmt. Und zu hinterfragen, warum das gesagt wurde und welche Interessen dahinter stecken könnten“, sagt Wolf selbst. Für seine „aufrechte und transparente Haltung“ zeichne man ihn nun aus.

Wolf ist weit über die Landesgrenzen Österreichs hinaus bekannt. Im deutschsprachigen Raum sowieso – und jetzt wahrscheinlich auch im Rest von Europa.

Chefredakteur Steffen Haug verlässt „Spiegel TV“

Nach dem Umbau der Führungsebene bei „Spiegel TV“ gehen die Fernseh-Produktionsfirma und Chefredakteur Steffen Haug getrennte Wege. Das Vertragsverhältnis werde zum 29. Februar 2020 beendet, teilte die „Spiegel“-Gruppe am 11. Oktober in Hamburg mit.

Darauf einigten sich demnach der 52 Jahre alte Journalist und „Spiegel TV“ einvernehmlich. Haug war seit Mai 2014 dort alleiniger Chefredakteur.

Im Januar hatte die „Spiegel“-Gruppe mitgeteilt, dass sich die TV-Produktionsfirma neu aufstellt (InfoDigital berichtete). Seit Anfang 2019 werden die verschiedenen Redaktionen von mehreren Produzenten geleitet – die Position des Chefredakteurs entfiel zugleich.

Bastian Schweinsteiger wird ARD-Fußball-Experte

Bastian Schweinsteiger hat seine aktive Karriere gerade erst beendet, da hat er auch schon einen neuen Vertrag an Land gezogen: Der Fußball-Weltmeister von 2014 wird neuer Fußball-Experte bei der ARD. Der 35-Jährige wird zunächst von 2020 bis 2022 die Live-Übertragungen im Ersten begleiten.

Schweinsteiger ersetzt bei der ARD Christoph Metzelder. Die Zusammenarbeit mit dem erst im Sommer verpflichteten ehemaligen Fußball-Profi ruht derzeit. Gegen Metzelder wird wegen des Verdachts der Verbreitung von Kinderpornographie ermittelt.

SAP: Der erste Dax-Konzern mit einer Frau an der Spitze

Der Softwareriese SAP wird künftig von einem Duo geführt und bekommt als erster Dax-Konzern überhaupt eine Vorstandschefin. Die US-Amerikanerin Jennifer Morgan lenkt die Geschicke ab sofort gemeinsam mit Christian Klein. Die beiden Vorstandsmitglieder folgen auf Bill McDermott, der überraschend seinen Rückzug bekanntgab. Der 58-Jährige hatte Europas größten Softwarekonzern seit 2010 geführt, zunächst ebenfalls als Teil einer Doppelspitze, seit 2014 dann allein.

„Jennifer Morgan und Christian Klein ergänzen sich perfekt und werden starke Co-CEOs sein“, sagte Aufsichtsratschef Hasso Plattner zu der Neubesetzung der SAP-Führungsspitze. „Dieses Führungsmodell hat sich bei SAP bereits bewährt, dies belegen mehrere Beispiele in der Vergangenheit.“

Die Initiative Frauen in die Aufsichtsräte (FidAR), die sich für einen wachsenden Anteil von Frauen in Führungspositionen einsetzt, lobte die Ernennung Morgans als „Signal an alle Unternehmen: Es geht!“ SAP sei „ein Paradebeispiel für einen großen Konzern, der systematisch Frauen in die Führungsspitze geholt und so das Potenzial von Frauen entwickelt“ habe, betonte FidAR-Präsidentin Monika Schulz-Strelow.

Morgan ist 48 Jahre alt und kommt wie ihr Vorgänger McDermott aus den USA, wo sie bisher auch lebt und hauptsächlich arbeitet. Sie ist seit 2004 bei SAP und seit 2017 im Vorstand, verantwortlich war sie zuletzt für die Cloud-Geschäftsbereiche.

Dermott hatte den wertvollsten deutschen börsennotierten Konzern, der zuletzt weltweit knapp 100.000 Menschen beschäftigte, in den vergangenen Jahren stark umgebaut – vom klassischen Geschäft mit Softwarelizenzen hin zum Cloud-Geschäft, bei dem Anwendungen mit einer Art Abonnement über das Internet genutzt werden. Für die Konzerne hat dieses Modell den Vorteil, dass das Geschäft damit gleichmäßiger läuft und die Umsätze besser planbar sind. „Von dieser Weichenstellung wird das Wachstum von SAP noch viele Jahre profitieren“, sagte Plattner.

McDermott gilt als begnadeter Verkäufer, bekannt dafür, selbst die drögesten Zahlen mit maximaler Begeisterung zu verkünden und nicht mit Superlativen zu sparen. Für das Wachstum in der Cloud steckte SAP in seiner Zeit viele Milliarden in teure Zukäufe.

Die neuen Chefs Morgan und Klein sind öffentlich bisher eher wenig in Erscheinung getreten. An McDermotts Seite tauchte in der Regel Finanzchef Luka Mucic auf. Klein hatte in einem Interview mit dpa im Juli mehr Mut und Tempo beim digitalen Wandel in Deutschland gefordert. Es werde viel diskutiert, aber zu wenig und vor allem zu langsam umgesetzt, hatte er kritisiert.

Die Literaturnobelpreise gehen an Olga Tokarczuk und Peter Handke

In diesem Jahr hat die Schwedische Akademie gleich zwei Literaturnobelpreise vergeben: Die Auszeichnung für 2018 erhält Olga Tokarczuk, der diesjährige Preisträger ist Peter Handke.

Handke, der erste deutschsprachige Preisträger seit Herta Müller (die 2009 den Nobelpreis erhielt), werde ausgezeichnet „für ein einflussreiches Werk, das mit linguistischem Einfallsreichtum die Randbereiche und die Besonderheit der menschlichen Erfahrung erforscht“ habe, würdigte der neue Ständige Sekretär Mats Malm, der die Preisträger unmittelbar nacheinander verkündet hatte.

Die Romane des österreichischen Autors erscheinen in Deutschland bei Suhrkamp, zuletzt „Die Obstdiebin“ (2017).

Werke von Peter Handke (Auswahl):

  • Die Hornissen. Roman. Suhrkamp, 1966
  • Publikumsbeschimpfung und andere Sprechstücke. Suhrkamp, 1966
  • Die Angst des Tormanns beim Elfmeter: Erzählung. Suhrkamp, 1970
  • Wunschloses Unglück. Residenz, 1972
  • Der kurze Brief zum langen Abschied. Suhrkamp, 1972
  • Langsame Heimkehr: Erzählung. Suhrkamp, 1979
  • Versuch über die Jukebox: Erzählung. Suhrkamp, 1990
  • Mein Jahr in der Niemandsbucht: Ein Märchen aus den neuen Zeiten. Suhrkamp, 1994
  • Kali: eine Vorwintergeschichte. Suhrkamp, 2007
  • Die morawische Nacht: Erzählung. Suhrkamp, 2008
  • Immer noch Sturm. Suhrkamp, 2010
  • Ein Jahr aus der Nacht gesprochen. Jung und Jung, 2010
  • Die Geschichte des Dragoljub Milanović. Suhrkamp 2011
  • Die schönen Tage von Aranjuez: Ein Sommerdialog. Suhrkamp, 2012
  • Versuch über den Stillen Ort. Suhrkamp, 2012
  • Versuch über den Pilznarren: Eine Geschichte für sich. Suhrkamp, 2013
  • Die Unschuldigen, ich und die Unbekannte am Rand der Landstrasse: Ein Schauspiel in vier Jahreseiten. Suhrkamp, 2015
  • Notizbuch: 31. August 1978 – 18. Oktober 1978. Insel, 2015
  • Tage und Werke: Begleitschreiben. Suhrkamp, 2015
  • Die Obstdiebin oder Einfache Fahrt ins Landesinnere. Suhrkamp, 2017
  • Handke Bibliothek I: Bde 1-9 Prosa, Gedichte, Theaterstücke. Suhrkamp, 2018
  • Handke Bibliothek II: Bde 10-11 Aufsätze. Suhrkamp, 2018
  • Handke Bibliothek III: Bde 12-14 Journale. Suhrkamp, 2018
    Zeichnungen. Schirmer Mosel, 2019

Tokarczuk werde für ihre erzählerische Imagination ausgezeichnet, die „mit enzyklopädischer Leidenschaft das Überschreiten von Grenzen als eine Lebensform“ darstelle, begründete Malm. Die Werke der polnischen Schriftstellerin erscheinen bei Schöffling & Co. und im Kampa Verlag, der aktuell den Roman „Die Jakobsbücher“, ihr Opus magnum, veröffentlicht hat. Im Frühjahr 2019 erschien bereits als Neuausgabe der Roman „Unrast“, für den Tokarczuk 2018 mit dem Man International Booker Prize ausgezeichnet wurde. Weitere Neuausgaben sollen bei Kampa folgen.

Werke von Olga Tokarczuk:

  • Ur und andere Zeiten. Roman. Aus dem Polnischen von Esther Kinsky. Berlin-Verlag, 2000 (Neuausgabe bei Kampa geplant)
  • Der Schrank. Erzählungen. Aus dem Polnischen von Esther Kinsky. Deutsche Verlags-Anstalt, 2000
  • Taghaus, Nachthaus. Roman. Aus dem Polnischen von Esther Kinsky. Deutsche Verlags-Anstalt, 2001 (Neuausgabe bei Kampa geplant)
  • Letzte Geschichten. Roman. Aus dem Polnischen von Esther Kinsky. Deutsche Verlags-Anstalt, 2006 (Neuausgabe bei Kampa geplant)
  • Spiel auf vielen Trommeln. Erzählungen. Aus dem Polnischen von Esther Kinsky. Matthes und Seitz, 2006
  • AnnaIn in den Katakomben: der Mythos der Mondgöttin Inanna. Aus dem Polnischen von Esther Kinsky. Berlin Verlag, 2007
  • Unrast. Aus dem Polnischen von Esther Kinsky. Schöffling, 2009; Neuausgabe: Kampa Verlag 2019
  • Der Gesang der Fledermäuse. Roman. Aus dem Polnischen von Doreen Daume. Schöffling, 2011 (Neuausgabe bei Kampa geplant)
  • Die Jakobsbücher. Aus dem Polnischen von Lisa Palmes und Lothar Quinkenstein. Kampa, 2019

SAP-Chef McDermott tritt überraschend zurück

Paukenschlag in Walldorf: Der seit 2010 amtierende SAP-Vorstandschef Bill McDermott tritt überraschend zurück. Die Vorstandsmitglieder Jennifer Morgan und Christian Klein sollen als Führungsduo mit sofortiger Wirkung seine Nachfolge antreten und Europas größten Softwarehersteller führen, wie der Dax-Konzern mitteilte.

Seit 2014 lenkte der heute 58-jährige McDermott die Geschicke des wertvollsten deutschen börsennotierten Konzerns an der Vorstandsspitze allein. Der US-Amerikaner hat den Konzern stark in Richtung Cloudsoftware zur Miete aus dem Internet umgebaut. „Von dieser Weichenstellung wird das Wachstum von SAP noch viele Jahre profitieren“, sagte Aufsichtsratschef und SAP-Mitgründer Hasso Plattner. Mit dem Führungswechsel greife die langfristige Nachfolgeplanung des Kontrollgremiums, hieß es.
Einen konkreten Grund für den Rücktritt McDermotts nannte das Unternehmen bisher nicht. McDermotts Vertrag lief noch bis 2021, diesen werde er nicht verlängern. Er ist seit 2002 im Unternehmen. Noch bis Ende des Jahres will der Manager in einer beratenden Rolle im Unternehmen bleiben. „Jetzt ist der Moment gekommen, ein neues Kapitel aufzuschlagen“, sagte er.

Jack Ma ist auch 2019 reichster Chinese

Jack Ma, der Gründer des chinesischen Internet-Konzerns Alibaba, bleibt der reichste Mann Chinas. Mit einem geschätzten Vermögen von 275 Milliarden Yuan (etwa 35 Milliarden Euro) belegte der 55-Jährige das zweite Jahr in Folge den Top-Platz der am Donnerstag veröffentlichten Reichenliste des chinesischen Magazins „Hurun“. Ma liegt auch in der Liste des US-Magazins „Forbes“ an Platz eins der reichsten Chinesen. Weltweit liegt er dort auf Platz 21. „Forbes“ schätzt sein Vermögen auf knapp 34 Milliarden Euro.

Zwar nahm das Vermögen der reichsten Chinesen insgesamt zu. Der Reichtum verteilte sich jedoch auf weniger Köpfe, da 266 Superreichen den Sprung in das diesjährige Ranking nicht mehr geschafft haben. Dafür schafften es nur 192 neue Millionäre auf die Liste. Es ist nach 2018 der zweite Rückgang in Folge. Um auf die „Hurun“-Liste zu kommen, muss jemand zwei Milliarden Yuan, umgerechnet 254 Millionen Euro, besitzen.

Auf Platz zwei der „Hurun“-Liste landete Ma Huateng (49) vom Internetkonzern Tencent mit einem Vermögen von umgerechnet 33 Milliarden Euro. Den dritten Rang belegte in diesem Jahr der Immobilienunternehmen Xu Jiayin, dessen Vermögen auf umgerechnet 30,5 Milliarden Euro beziffert wurde.

ORF 1 launcht neues Vorabendquiz-Format

„Q1 Ein Hinweis ist falsch“ läuft ab 2. Dezember wochentags um 18.40 Uhr.

Zwei Kandidaten spielen gemeinsam in der Quizshow als ein Team. In Anlehnung an den Format-Titel dreht sich alles um die Hinweise: Der Moderator nennt das Thema des Begriffes, den er sucht. Vier Hinweise sollen die Kandidaten auf die richtige Spur führen.

Das neue Quiz-Format ist Teil des von Channel-Managerin Lisa Totzauer eingeleiteten ORF-1-Umbaus, hin zu mehr österreichischem Content. Die Quoten des vorabendlichen „Magazin 1“ etwa, Teil der schrittweisen Neuerungen, wollen nicht vom Fleck kommen. Das Format hat kaum mehr Zuseher als die „Simpsons“ zuvor.

Patricia Pawlicki wechselt vom „Hohen Haus“ ins ORF-„Weltjournal“

Patricia Pawlicki – bisher Moderatorin der ORF-Parlamentssendung „Hohes Haus“ und Ehefrau von Neos-Politiker und Ex-„Kurier“-Chefredakteur Helmut Brandstätter – soll ab November zum „Weltjournal“ wechseln und auch Moderationen von „Runden Tischen“ zu EU- und Auslandsthemen übernehmen.

Pawlicki legte wie berichtet wegen Brandstätters Neos-Kandidatur im September eine Pause beim „Hohen Haus“ ein. Beim „Weltjournal“ soll sie Cornelia Vospernik nachfolgen, die künftig für den ORF wieder als Korrespondentin tätig sein soll.

Die Außenstelle in Rom als auch die in Berlin seien ORF-intern ausgeschrieben worden. Deutschland-Korrespondentin Hanna Sommersacher kehrt nach Wien zurück, als Nachfolge in Berlin wird Radio-Wirtschaftsredakteur Volker Obermayr gehandelt.

Ex-Bauer-Manager Dirk Wiedenmann neuer Vermarktungschef

Es war ein überraschender Abgang: Völlig unverhofft verließ vor Kurzem der Deutschland-Vermarktungschef Dirk Wiedenmann die Bauer Media Group. Als Auslöser für seinen Rückzug führte der Geschäftsmann persönliche Gründe an. Angeblich, so hieß es damals, soll es den Rheinländer zurück in die Heimat ziehen.

Nun verdichten sich in Branchenkreisen die Gerüchte, dass der ehemalige Bauer-Manager offenbar bei der Essener Funke Mediengruppe einen Job bekommen könnte. Hier soll er die Aufgabe eines Art konzernweiten Vermarktungschefs bekommen.

Deutscher Kabarettist wegen Thunberg-Witz unter schwerem Beschuss

Der deutsche Kabarettist Dieter Nuhr (58) hat sich wegen einer satirischen Äußerung über die umstrittene schwedische Klima-Aktivistin Greta Thunberg einen veritablen Shitstorm aus Kreisen von Linken und Umweltaktivisten vor allem auf sozialen Medien eingefangen.

Nuhr verteidigt sich in Interviews mit deutschen Medien und kritisiert umgekehrt die Kritisierer als witzlos: „Wenn ich den Witz mache, dass ich meine Tochter unterstütze und deshalb ihr Zimmer nicht heize, dann offenbart das den zentralen Konflikt: Nämlich dass die meisten Kinder und Jugendlichen gar nicht abschätzen können, was eine Erfüllung ihrer Forderungen für sie ganz persönlich bedeuten würde“, sagte er dem „Münchner Merkur“ und der Zeitung „TZ“ am Donnerstag. „Das ist nicht den Kindern anzulasten, sondern denen, die sie einseitig informieren. Aber wenn man Witze erklären muss, ist es eh schon zu spät“, so der Komiker.

„Ich kann nicht mehr tun, als in jeder Sendung betonen, dass ich die Klimaproteste an sich begrüße, weil sie die Problemlösung vorantreiben, dass ich aber die Lösungsvorschläge der Bewegung für naiv und gefährlich halte“, so der Kabarettist.

Strache will Recht auf Facebook-Seite notfalls einklagen

Heinz-Christian Strache lässt das Recht auf seine offizielle Facebook-Seite derzeit juristisch prüfen und überlegt notfalls eine Klage. Das teilte der Anwalt des ehemaligen FPÖ-Obmanns mit. „Sollte eine außergerichtliche Inanspruchnahme ohne Erfolg bleiben, werden wir etwaige Ansprüche unseres Mandanten mit gerichtlicher Hilfe durchsetzen“, hieß es in einem schriftlichen Statement.

Strache waren nach dem Ibiza-Skandal die Administratoren-Rechte für seine Facebook-Seite mit 790.000 Fans entzogen worden. Derzeit ist er lediglich „Redakteur“ des Auftritts, die Veröffentlichung seiner Beiträge muss daher erst vonseiten der FPÖ geprüft werden. Am Dienstag ließ Strache auf seinem privaten Facebook-Account aufhorchen, indem er andeutete, sein „persönliches Eigentum“ einklagen zu wollen. Der private Facebook-Account hat gut 50.000 Abonnenten.

Im Impressum der „großen“ Seite steht allerdings nicht Strache selbst, sondern die FPÖ. „Schwer bestreitbar stehen unserem Mandanten bezüglich der Facebook-Präsenz jedenfalls das Namensrecht, das Recht am eigenen Bild sowie das Recht am eigenen Wort im Hinblick die Inhalte zu“, ließ Straches Recht svertretung dazu nun wissen. Auf dieser Grundlage sowie auf Grundlage weiterer rechtlicher Erwägungen werde nun die „Geltendmachung einer Übertragung der alleinigen Nutzungsrechte“ für die Facebook-Seite geprüft.

Österreichischer Buchpreis 2019: Die Shortlist

Die Jury hat fünf Titel für den Österreichischen Buchpreis 2019 nominiert: 140 belletristische, essayistische, lyrische und dramatische Werke, die zwischen dem 10. Oktober 2018 und 8. Oktober 2019 erschienen sind, wurden eingereicht.

Auf der Shortlist für den Österreichischen Buchpreis 2019 sind folgende Werke (in alphabetischer Reihenfolge):

  • Raphaela Edelbauer: Das flüssige Land (Klett-Cotta)
  • Karl-Markus Gauß: Abenteuerliche Reise durch mein Zimmer (Zsolnay)
  • Norbert Gstrein: Als ich jung war (Carl Hanser)
  • Sophie Reyer: Mutter brennt (edition keiper)
  • Clemens J. Setz: Der Trost runder Dinge (Suhrkamp)

Verlegerin Yvonne Bauer will das Geschäft down under umbauen

Die Bauer Media Group steht offenbar davor, das Geschäft in Australien neu auszurichten. Wie es heißt, liebäugelt Verleger Yvonne Bauer damit, die Magazintitel ihres australischen Konkurrenten Pacific Magazin zu übernehmen. Damit könnte die Tochtergesellschaft down under wieder auf Expansionskurs gebracht werden. Es gibt aber auch andere Optionen.

Es war ein Mega-Deal. Vor sieben Jahren übernahm die Bauer Media Group den Zeitschriften-Großtanker Australian Consolidated Press (ACP) Magazines Ltd. Rund 512 Millionen Dollar zahlte der familiengeführte Hamburger Bauer Verlag für die Magazinsparte des australischen Medienunternehmens Nine Entertainment Co. Der Kauf sorgte in der Branche für viel Aufmerksamkeit. Denn der Firmenzweig entsprach damals der Größenordnung des Hamburger Zeitschriftenhauses Gruner + Jahr.

Jetzt steht die australische Tochtergesellschaft erneut vor unruhigen Zeiten. Angeblich soll Bauer damit liebäugeln, vom australischen Konkurrenten Seven West Media die Magazinsparte Pacific Magazine zu übernehmen. Dazu gehören unter anderem Titel wie “Marie Claire”, “Better Homes and Gardens” und “New Idea”. Hierüber sollen beide Unternehmen seit geraumer Zeit verhandeln. Mit dem Erwerb könnte die Tochterfirma in Sydney wieder auf den Expansionspfad gebracht werden. Der Magazinmarkt in Australien steht massiv unter Druck. Rückläufige Anzeigen- und Vertriebserlöse belasten die Verlagshäuser dort schwer. Mit dem Zukauf könnte Bauer die Marktposition auf dem Kontinent verbessern.

Thalia feiert »erfolgreichstes Geschäftsjahr der Geschichte«

Kurz vor der Frankfurter Buchmesse präsentiert sich Buchhandels-Marktführer Thalia mit breiter Brust. Im zurückliegenden Geschäftsjahr 2018/19 (30.9.) konnte der geschäftsführende Gesellschafter und CEO Michael Busch eine Reihe von Übernahme-Coups landen, darunter die Fusion mit dem nordrhein-westfälischen Regionalfilialisten Mayersche. Dessen Chef Hartmut Falter gehört jetzt ebenfalls zum Gesellschafterkreis und ist in die Geschäftsführung von Thalia eingezogen. Er soll dort u.a. den Integrationsprozess organisieren und spricht von einer seit Juni gestarteten „harmonischen und zügigen“ Integration der beiden Ketten.

Zur Geschäfts-Entwicklung meldet Busch, es sei „das erfolgreichste Geschäftsjahr der Geschichte“. Es zeichne sich das beste Ergebnis der Geschichte ab, auf Basis eines soliden Wachstums. Ohne absolute Zahlen zu nennen, nennt Thalia folgende Wachstums-Kennzahlen für den Zeitraum 1. Oktober 2018 bis 30. September 2019 noch ohne Mayersche:

  • +6% Umssatzzuwachs insgesamt
  • +2% stationär auf konstanter Fläche
  • +5% im Online-Handel (E-Commerce)

Für die Mayersche meldet Falter (mit abweichendem Geschäftsjahr) für die ersten 9 Monate 2019 ein flächenbereinigtes Umsatzplus von 3,5%.

Busch und Falter verweisen auf eine gute Buchkonjunktur in Deutschland und: „Wir machen das Beste draus.“ Insgesamt kommt die Mayersche-Thalia-Gruppe einschließlich der Schweizer Orell-Füssli-50%-Beteiligung Busch zufolge auf deutlich über 1 Mrd Euro Umsatz.

Deutscher Fernsehpreis wieder im TV

Nach vier Jahren ohne Ausstrahlung wird der Deutsche Fernsehpreis 2020 wieder über den Sender gehen – und das live. Es ist die sichtbarste, aber nicht einzige einzige Änderung bei der von ARD, ZDF, RTL und Sat.1 gestifteten Auszeichnung.

Auf Beschluss der Stifter (ARD, ZDF, RTL und Sat.1) wird der Award daher in den kommenden vier Jahren von den jeweils ausrichtenden Sendern im Fernsehen übertragen. Federführung und Ausrichtung der ersten Verleihung des neuen Turnus liegt bei RTL. Veranstaltet wird der Deutsche Fernsehpreis 2020 am 6. Juni und wird an diesem Samstagabend um 20.15 Uhr live übertragen. Produziert wird die Verleihung jedoch nicht, wie in den vergangenen 20 Jahren von Kimmig Entertainment. Zuletzt hatte es zunehmend Kritik an deren Inszenierung gegeben.

Drei Batterie-Forscher ausgezeichnet

Der Nobelpreis für Chemie geht an drei verschiedene Wissenschaftler: John Goodenough, Stanley Whittingham und Akira Yoshino. Die Forscher werden für ihre Beiträge in der Batterieentwicklung ausgezeichnet. Ihre Arbeit habe die Grundlagen für Lithium-Ionen-Batterien gelegt, hieß es zur Begründung.

Der Preis wird seit 1901 verliehen. Seiher gab es, die nun ausgezeichneten Wissenschaftler noch nicht eingerechnet, 181 Preisträger, darunter 176 Männer und fünf Frauen. Als einziger zwei Mal gewann der Brite Frederick Sanger den Preis: 1958 für die Aufklärung der Insulin-Struktur und 1980 gemeinsam mit Paul Berg und Walter Gilbert für Arbeiten zur Bestimmung der Basenabfolge im Erbgut.

Die „Lindenstraße“ kommt ins Museum

Mit der letzten Folge der Serie „Lindenstraße“ im Ersten endet im März 2020 ein Kapitel Fernsehgeschichte. Die Deutsche Kinemathek in Berlin will der Serie nun eine eigene Sammlung widmen. Das Film- und Fernsehmuseum hat dafür aus rund 1.800 Folgen etwa 370 Episoden ausgewählt, wie die Kinemathek mitteilte.

Von November bis März soll ein Zusammenschnitt der Folgen im Museum zu sehen sein. Die ganzen Folgen sollen auch danach noch auf Abruf vor Ort verfügbar sein. Ausgesucht wurden beispielsweise alle Folgen, die Weihnachtsfeiern, Hochzeiten oder Wahlen zeigen.

Die Auswahl mache sichtbar, „welche erzählerische Bedeutung und mediale Bindungskraft diese Familienserie über mehr als 30 Jahre hinweg entwickelt“ habe, teilte die Kinemathek mit.

Vorgestellt werden soll die Sammlung am 7. November in Berlin. Am Potsdamer Platz sollen dann auch Schauspieler wie Marie-Luise Marjan (Helga Beimer), Joachim H. Luger (Hans Beimer), Irene Fischer (Anna Ziegler) und Georg Uecker (Dr. Carsten Flöter) dabei sein.

Nobelpreis geht an drei Astrophysiker

Mit dem Nobelpreis für Physik werden in Stockholm die Astrophysiker James Peebles, Michel Mayor und Didier Queloz ausgezeichnet – für ihre Arbeiten zum Universum und der Entdeckung eines Planeten.

Drei Forscher teilen sich in diesem Jahr den Nobelpreis für Physik: James Peebles, Michel Mayor und Didier Queloz.

Der Nobelpreis, die renommierteste Auszeichnung der Wissenschaft, ist mit neun Millionen schwedischen Kronen dotiert – umgerechnet ungefähr 830.000 Euro. Der Physik-Nobelpreis wurde zum ersten Mal 1901 vergeben. Die Entscheidung fällt die Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften.

Die Medizin-Nobelpreisträger in diesem Jahr heißen William Kaelin, Gregg Semenza und Peter Ratcliffe. Die beiden US-Amerikaner und der Brite wurden am Montag für ihre Untersuchungen zur Sauerstoffversorgung von Zellen ausgezeichnet.

Thilo Sarrazin muss Random House 25.000 Euro zurückzahlen

Im Streit um sein Buch „Feindliche Übernahme“, in dem es um eine angebliche Islamisierung Deutschlands geht, hat der Bestseller-Autor und frühere SPD-Politiker Thilo Sarrazin jetzt eine Niederlage vor Gericht hinnehmen müssen. So muss er 25.000 Euro an den Verlag Random House zurückzahlen.

Bei der Bertelsmann-Tochter Random House war Sarrazins Bestseller “Deutschland schafft sich ab” erschienen. “Feindliche Übernahme” sollte auch dort erscheinen, der Verlag machte aber einen Rückzieher. Ein Vorschuss von 100.000 Euro war aber bereits an Sarrazin ausbezahlt. Das Buch erschien dann im Sommer 2018 bei einem anderen Verlag und Sarrazin verklagte Random House auf 800.000 Euro. 500.000 Euro sollten für den entgangenen Gewinn sein und 300.000 Euro wegen Rufschädigung.

Werner Kerschbaum ist Fundraiser des Jahres

Fundraising Verband zeichnet den langjährigen Generalsekretär des Österreichischen Roten Kreuzes für seine Verdienste um das Spendenwesen aus.

Der Dachverband Österreichs Spendenorganisationen (Fundraising Verband Austria) zeichnete am Montag in einer feierlichen Gala hervorragende Leistungen in der Spenderkommunikation aus. In den sechs Kategorien Spendenspot, Innovation, Online-Kampagne, Fundraising Aktion, Spendenmailing sowie Unternehmenspartnerschaft des Jahres wurden die renommierten Fundraising Awards an namhafte NPOs und Agenturen verliehen. Höhepunkt des Abends war die Auszeichnung des langjährigen Generalsekretärs des Österreichischen Roten Kreuzes, Werner Kerschbaum, mit dem Sonderpreis „Fundraiser des Jahres“.

Leipziger Preis für Freiheit der Medien an Armin Wolf

Armin Wolf erhielt den Leipziger Preis für die Freiheit und Zukunft der Medien. Der Anchorman der ZiB 2 im ORF erhielt die Auszeichnung zusammen mit dem deutschen Investigativjournalisten Arndt Ginzel und dem Kameramann Gerald Gerber.

Der Preis würdigt Medienschaffende, die sich mit großem Einsatz, oft unter Inkaufnahme persönlicher Risiken, gegen Beschränkungen der Pressefreiheit und für eine unabhängige Berichterstattung einsetzen. Er ist von der Medienstiftung der Leipziger Sparkasse mit insgesamt 30.000 Euro dotiert.

Der Vorstandsvorsitzende der Medienstiftung, Harald Langenfeld, würdigte die Preisträger als „unerschrocken und beharrlich“.

Vertriebschefin Birgit Hennig verlässt Herder

Der Verlag Herder verschlankt seinen Vertrieb: Birgit Hennig, Mitglied der Geschäftsleitung und Vertriebschefin sowie Teil der Doppelspitze des Münchner Standorts, hat das Unternehmen Ende September verlassen.

Hennig hatte gemeinsam mit Simon Biallowons seit Anfang 2018 den Münchner Standort geleitet. Sie war seit November 2016 als Vertriebschefin Mitglied der Geschäftsleitung von Herder. Ihre Aufgaben sollen der Geschäftsführung zugeordnet und intern neu strukuriert werden, teilt das Unternehmen mit.

Funke baut Gesundheits-Kompetenz aus

Funke kauft die Plattform gesundheit.de von der Alliance Healthcare Deutschland AG, Frankfurt am Main. Die Übernahme erfolgt mit sofortiger Wirkung. Das Online-Angebot informiert über Ursachen und Symptome von Krankheiten sowie deren Behandlung und erreicht monatlich rund 2,5 Millionen Visits.

Mit dem Erwerb erweitert das Medienunternehmen sein Portfolio an Gesundheitsportalen, die unter der Dachmarke Lifeline betrieben werden und derzeit insgesamt 16 Healthcare-Websites und Apps umfasst. Zum Angebot gehören etwa allgemeine Gesundheitsportale sowie Spezialpublikationen zu den Themenbereichen Rückenschmerzen, Wechseljahre oder Herzkreislauferkrankungen.

„gesundheit.de ist nicht nur eine tolle Domain mit enormem Wachstumspotenzial – im Zusammenspiel mit unseren weiteren Publikationen werden wir das Portal zu einem der führenden Gesundheitsangebote im Netz ausbauen“, sagt Matthias Sandner, Director Operations der Funke Zeitschriften Digital GmbH.

Medizin-Nobelpreis 2019 geht an drei Zellforscher

Mit dem Nobelpreis für Medizin und Physiologie werden in diesem Jahr drei Wissenschaftler geehrt, die sich mit der Grundlage unseres Lebens auseinandersetzen: Sauerstoff. William Kaelin, Gregg Semenza und Peter Ratcliffe haben „die Basis geschaffen für unser Verständnis darüber, wie Sauerstoff unseren Zellstoffwechsel und physiologische Funktionen beeinflusst“, heißt es in der Begründung des Nobel-Komitees.

Der Nobelpreis für Medizin ist mit neun Millionen schwedischen Kronen dotiert, das entspricht rund 830.000 Euro. Im vergangenen Jahr hatten die Forscher James Allison und Tasuku Honjo den Nobelpreis für Medizin und Physiologie erhalten. Sie waren für die Erforschung von Therapien ausgezeichnet worden, bei denen das Immunsystem Krebszellen attackiert.

„Spiegel“: Özlem Gezer wird „Reporter“-Chefin

Nach dem Fälschungsskandal wird das Relotius-Ressort im „Spiegel“ umgebaut. Keine eigenen Seiten mehr, neuer Name – und neue alte Chefin.

Sie soll diejenige gewesen sein, die den betrügerischen Reporter Claas Relotius zum Reden brachte. Özlem Gezer sei in der Nacht zum 13. Dezember 2018 zu Relotius gefahren und habe ihn gestellt. So erzählt es der 17-seitige Relotius-Bericht vom Mai. Zu diesem Zeitpunkt war Gezer Stellvertretende Ressortleiterin „Gesellschaft“.

Dieses Ressort wird sie nun alleine leiten, wie der Spiegel am Mittwoch mitgeteilt hat. Nur wird es anders heißen: „Reporter“. Das ist nicht nur treffender – es handelte sich schon immer um ein Reportageressort –, sondern auch ein nötiger Imagewechsel. Spiegel-“Gesellschaft“, das wird immer Relotius sein. Aber wie viel ändert sich mit neuem Namen und neuer, alter Spitze?

Deutschlandradio trennt sich nach Täuschungen von Reporter

Dass sich Betrugsfälle im Journalismus nicht nur auf das gedruckte Wort beschränken, hat bereits vor Wochen RTL bewiesen, das einen Betrüger in den eigenen Reihen einräumte. Nach dem Fall Relotius beim „Spiegel“ ist nun die gesamte Branche deutlich sensibler, wenn es um Fälschungen geht – und nun ist auch das Radio betroffen. Wie „Übermedien“ berichtet, hat ein Mitarbeiter von Deutschlandradio in den vergangenen Monaten O-Töne verwendet, die nicht von ihm selbst waren.

In seinen Stücken hat der Reporter allerdings den Eindruck erweckt, er sei bei den Reportagen persönlich vor Ort gewesen. Deutschlandradio hat den Fall gegenüber „Übermedien“ bereits eingeräumt, auch der betroffene Journalist bestätigte den Fall. Er selbst erklärte, er habe seinen Wohnort aus persönlichen Gründen für die Reportagen nicht verlassen können. Er habe aus einer „persönlichen Notlage“ heraus gehandelt, das entschuldige aber nichts.

Softbank-Technologiefonds unter Druck: Investoren schrecken zurück

Die vom japanischen Investor Softbank mit großem Tamtam angekündigten Pläne für den weltgrößten Technologiefonds fallen Insidern zufolge in sich zusammen. Nach dem Desaster um den Bürovermieter WeWork und anderen Fehlschlägen des Vorgängerfonds werde der sogenannte „Vision Fund 2“ von Softbank deutlich weniger Geld als die einst angekündigten 108 Mrd. Dollar (98,6 Mrd. Euro) einsammeln.

Das sagten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen. Zwar sei Softbank-Gründer Masayoshi Son fest entschlossen, die Pläne für seinen zweiten Technologiefonds voranzutreiben. Berater drängten ihn jedoch, das Projekt zu verschieben. „Vision Fund“ und der Softbank-Konzern lehnten eine Stellungnahme ab.

Noch vor wenigen Monaten galt der Vorgängerfonds „Vision Fund 1“ als ein Erfolg, die Aussichten für den „Vision Fund 2“ schienen gut. Softbank erklärte im Juli, es habe Investitionszusagen über 108 Mrd. Dollar, die von Firmen wie Microsoft oder Apple stammten. Doch feste Verpflichtungen gibt es bisher nicht. Die 38 Mrd. Dollar, die Softbank selbst beisteuern will, seien bisher die einzige große Zusage.

Doch auch hinter dieser Summe stehen Fragezeichen. Softbank hatte Ende Juni zwar 27,4 Mrd. Dollar an liquiden Mitteln, muss allerdings in nächster Zeit hohe Verbindlichkeiten bedienen. Die Aktie notiert auf dem niedrigsten Stand seit Jänner und die Einnahmen waren im vergangenen Quartal niedriger als die Ausgaben. Softbank könnte sich daher schwer tun, Milliarden an frischen Mitteln aufzunehmen.

Der gescheiterte Börsengang von WeWork kratzt am Nimbus von Softbank-Chef Son, der etwa mit seinem frühen Investment in den chinesischen Amazon-Rivalen Alibaba ein glückliches Händchen bewiesen hatte. Im Jahr 2000 steckte Son 20 Mio. Dollar in das kurz zuvor gegründete Unternehmen. Inzwischen ist der Anteil mehr als 100 Mrd. Dollar wert.

Angetrieben von solchen Erfolgen legte der 62-Jährige vor gut zwei Jahren den ersten „Vision Fund“ auf, der 97 Mrd. Dollar einsammelte und Son zu sehr viel Einfluss im Start-up-Markt verhalf. Er wettete groß auf schnell-wachsende, junge Technologiefirmen, und päppelte sie mit hohen Investitionen auf, um bei einem Börsengang oder Ausstieg Kasse zu machen. Dabei konnte der an rund 80 Unternehmen beteiligte Fonds durchaus Erfolge verbuchen. Softbank, das rund ein Drittel an dem „Vision Fund“ besitzt, hatte im Juli berichtet, mit seiner Investition in den Fonds inklusive Managementgebühren eine Rendite von 62 Prozent erzielt zu haben. Doch nun gerät das Geschäftsmodell ins Wanken – nicht zuletzt durch das Scheitern des WeWork-Börsengangs.

Jugendliche klagen „Fortnite“-Hersteller

Epic Games, das Studio, das hinter dem Millionenerfolg „Fortnite“ steckt, würde sein Spiel bewusst in einer Art und Weise entwickeln, durch die es Spieler süchtig macht: So lautet der Vorwurf zweier Minderjähriger, einem 15-jährigen Jugendlichen und einem zehnjährigen Kind. Wie „Heise“ unter Berufung auf „La Presse“ berichtet haben eine Sammelklage bei einem Gericht im kanadischen Quebec beantragt, um dagegen vorzugehen. Die Vorgehensweise des Unternehmens würde nämlich gegen ein Gesetz verstoßen, welches Werbeeinschaltungen an Minderjährige unter 13 verbietet.

Schwere Sucht

Die beiden Kläger geben an, schwer nach dem Spiel süchtig geworden zu sein – der Zehnjährige habe fast 1.900 Spiele innerhalb eines Jahres, der 15-Jährige rund 7.800 Spiele innerhalb weniger als zwei Jahren bewältigt. Gesucht werden nun weitere Betroffene, die sich der Sammelklage anschließen.

Führungswechsel bei Bertelsmann-Stiftung: Aart De Geus geht zum Jahresende

Überraschender Wechsel an der Spitze der Bertelsmann-Stiftung: Aart De Geus soll den Vorsitz der Stiftung zum Ende des Jahres abgeben. Seine Nachfolge tritt der McKinsey-Berater Ralph Heck an. Das teilte die Stiftung mit. Der Niederländer Aart De Geus hatte das Amt als Vorstandsvorsitzender der Stiftung im August 2012 übernommen.

De Geus war bereits seit 1. September 2011 Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung und verantwortete die Programme im Bereich Europa, Arbeitsmarkt und Globalisierung. Zuvor war er von 2007 bis 2011 stellvertretender Generalsekretär der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Von 2002 bis 2007 war De Geus niederländischer Minister für Arbeit und Soziales unter Ministerpräsident Jan Peter Balkenende.

Neuer Vorstandschef soll Ralph Heck werden. Er war bislang Kuratoriumsmitglied in der Bertelsmann Stiftung und ist seit mehr als 30 Jahren bei der Unternehmensberatung McKinsey tätig. Der promovierte Wirtschaftsingenieur ist dort Experte für die Gestaltung von Veränderungsprozessen in Unternehmen. Heck, in Belgien geboren, hat in Volkswirtschaftslehre an der Universität Karlsruhe promoviert und verfügt über mehrjährige Auslandserfahrung.

OMR und “Capital” machen beim Aufbau eines neuen Finanz-Mediums gemeinsame Sache

Die Medien- und Event-Plattform OMR (Online Marketing Rockstars) und das Gruner + Jahr-Wirtschaftsmagazin „Capital“ machen gemeinsame Sache mit „Finance Forward“. OMR hatte unter dem Namen zunächst in eigener Regie ein neues Finanz-Medium gestartet. Mit „Capital“ holt OMR-Gründer Philipp Westermeyer jetzt einen klassischen Medienpartner an Bord.

“Finance Forward” soll mit Events, digitalen Beiträgen und Podcasts die Transformation der Finanzbranche begleiten. Thematische Schwerpunkte werden die Digitalisierung der Branche, Fintech, Insurtech, Robo Advisor sowie alle Themen rund um Krypto-Währungen und Blockchain sein. Die Plattform richtet sich an Menschen, die sich für Finanz- und Wirtschaftsthemen interessieren, an Beschäftige aus der Branche sowie an Gründer und Mitarbeiter aus der Fintech- und Insurtech-Szene.

Motor Presse Stuttgart: Kartellamt gibt grünes Licht für Übernahme von ADAC-Lizenzen

Die Motor Presse Stuttgart bekommt vom Bundeskartellamt grünes Licht für den Erwerb von Magazin-Lizenzen von der ADAC Medien und Reisen GmbH mit Sitz in München. Wie aus einer Bekanntmachung der Behörde hervorgeht, wurde „der Erwerb von Vermögenswerten des ADAC-Verlags“ am 27. September 2019 freigegeben. ’new business‘ hatte bereits am 13. September 2019 über die Pläne berichtet.

Neben der ADAC-Mitgliederzeitschrift ‚Motorwelt‘, die mittlerweile vom BCN (Burda) produziert und vermarktet wird und nur noch zehnmal im Jahr erscheint (13,5 Mio. verkaufte Exemplare), bringt die ADAC Medien und Reise GmbH das ‚ADAC Reisemagazin‘ (zweimonatliche Erscheinungsweise, verkaufte Auflage: 53.000 Exemplare), den ‚ADAC Campingführer‘, den ‚ADAC Camping- und Stellplatzatlas‘, ‚DAR Deutsches Autorecht‘ (Rechtszeitschrift des ADC) und ‚ADAC Meine Kreuzfahrt‘ (Kreuzfahrt-Führer) heraus.

Übernahme von Kathrein-Antennensparte durch Ericsson fix

Bereits im Februar war die Übernahme der Antennensparte des Rosenheimer Traditionsunternehmens durch den global Player Ericsson angekündigt worden, dann verzögerte sich der Prozess.

Nun vermeldet der schwedische Ericsson-Konzern Vollzug: Kathrein hat sein Kerngeschäft, die Produktion von Mobilfunk-Antennen, nach Durchlaufen sämtlicher behördlicher Genehmigungsverfahren nun an Ericsson übergeben.

Das betrifft auch die 3500 Mitarbeiter in der Sparte, die ebenfalls zum schwedischen Großunternehmen wechseln.

Weiter in der Hand von Kathrein verbleiben die mit etwa 350 Mitarbeitern bemannten Geschäftsbereiche Rundfunkantennen, Satellitenempfangstechnik und Solutions.

Rainer Stäbler wird COO von HSE24

Die Geschäftsführung von HSE24 ist nun komplett. Als letztes Mitglied arbeitet Rainer Stäbler seit dem 1. Oktober 2019 als Chief Operating Officer.

Der 49-Jährige hat vor allem Erfahrung auf den Gebieten Omnichannel Commerce, Consumer Goods und Medien. Nach verschiedenen Positionen bei den Medien- und Handelsunternehmen Holtzbrinck, Bertelsmann und Arcandor war er seit 2011 für die Finanzinvestoren Carlyle Group und Nordic Capital als CEO des Versandhauses Walz sowie als Managing Director bei Britax-Römer Childcare tätig.

Chaos Computer Club veranstaltet Hackerkongress in Leipzig

Der 36. Chaos Communication Congress soll zwischen dem 27. und dem 30. Dezember in der Leipziger Messe stattfinden.

Auf dem Programm stehen Themen wie Informationstechnologie, Computersicherheit und der kritisch-schöpferische Umgang mit Technologie und deren Auswirkungen auf die Gesellschaft.

2017 war der Hackerkongress erstmals in Leipzig organisiert worden. Zuvor war Hamburg Veranstaltungsort. Dort war man aber an Kapazitätsgrenzen gestoßen. Nach Veranstalterangaben ist der Chaos Communication Congress die größte Hackerkonferenz in Europa. Erwartet werden wie im vergangenen Jahr rund 17 000 Teilnehmer, darunter mehr als 2000 Helfer.

Böhmermann hat noch Chance auf Kandidatur für SPD-Vorsitz

Eigentlich schien alles klar. Die SPD sucht derzeit in einem aufwendigen Verfahren einen neuen Parteivorsitz – und der Fernseh-Satiriker Jan Böhmermann ist nicht dabei. Erfolglos hatte Böhmermann vor einem Monat versucht, als Kandidat zugelassen zu werden. Doch er war noch nicht einmal Parteimitglied. Nun aber ist Böhmermann überraschend doch noch in die Traditionspartei aufgenommen worden – und prompt kündigt er erneut an, Vorsitzender werden zu wollen.

Die Partei ist derzeit mit ihrem aufwendigen Casting beschäftigt. Sieben Kandidatenduos reisen gerade quer durch die Bundesrepublik und erzählen, warum sie an die Spitze der SPD wollen. Ein Mitgliederentscheid soll folgen, und im Dezember soll ein Parteitag in Berlin die neue Spitze bestätigen. Doch nun kommt der Fernseh-Satiriker Jan Böhmermann von der Seitenlinie aufs Spielfeld – aus Spaß oder im Ernst? Und geht das überhaupt?

Der 38-Jährige ist jetzt Genosse. Ein Kreisverband aus Sachsen-Anhalt machte den Parteieintritt am Dienstagabend möglich. Auf Twitter schrieb der Satiriker: Gemäß SPD-Organisationsstatut werde er „gemeinsam mit vier durchgeknallten SPD Ortvereinen“ seine Bewerbung für den Vorsitz „offiziell und fristgerecht zum Parteitag einreichen, damit die Delegierten entscheiden können“.

Tatsächlich: Rein formal hätte Böhmermann, bekannt durch seine ZDF-Show „Neo Magazin Royale“ und seinen Podcast „Fest & Flauschig“ mit Musiker Olli Schulz, tatsächlich die Chance auf eine Kandidatur. Denn das Kandidaten-Casting der Partei ist nicht der einzige mögliche Weg. So könnte er mit Unterstützung von drei Ortsverbänden bis zu zwei Monate vor dem Parteitag seinen Hut in den Ring werfen – das sieht das Organisationsstatut der Partei vor. Im Fall einer Initiativbewerbung geht es laut Geschäftsordnung sogar noch direkt auf dem Konvent im Dezember in Berlin. Dann ist allerdings die Unterstützung von 50 Delegierten aus fünf Bezirken nötig.

In der Partei rechnet man allerdings eher nicht damit, dass es tatsächlich dazu kommt. Von Anfang an bezweifelten Kritiker, dass der TV-Satiriker ernst machen will mit einer Kandidatur. Schließlich hatte er erst drei Tage vor dem Ende der damaligen Bewerbungsfrist angekündigt, dass er am Auswahlverfahren für die Kandidaten teilnehmen will. Unter anderem mangels Parteimitgliedschaft wurde dann nichts aus dem Plan – worauf Böhmermann die SPD kritisierte: „Wenn sie sich oben öffnet, macht sie offensichtlich unten zu.“

“Steirerin” und “Burgenländerin” mit neuer Chefredaktion

Der bisherigen Chefredakteurin Daniela Müller folgen Alexandra Reischl in der Steiermark und Nicole Schlaffer im Burgenland nach.

Umbau bei den Bundesländerinnen-Magazinen Steirerin und Burgenländerin: Alexandra Reischl wird ab Oktober neue Chefredakteurin der Steirerin, die Chefredaktion der Burgenland-Ausgabe, die bisher aus Graz mitbetreut wurde, übernimmt künftig Nicole Schlaffer.

Die bisherige Chefredakteurin Daniela Müller verlässt laut Aussendung der Moser-Holding auf eigenen Wunsch das Monatsmagazin.

Michael Spreng gibt seine DWDL.de-Anteile an die Redakteure Uwe Mantel und Alexander Krei ab

Das Kölner Online-Medienmagazin DWDL.de bekommt zwei neue Gesellschafter. Der frühere „Bild am Sonntag“-Chefredakteur Michael Spreng gibt seine 20 Prozent an dem Unternehmen ab an den stellvertretenden DWDL.de-Chefredakteur Uwe Mantel und den Redakteur Alexander Krei.

Uwe Mantel ist seit 2004 für das Medienmagazin DWDL.de tätig, Alexander Krei kam vor zehn Jahren ins Unternehmen.

Eike Schmidt sagt als KHM-Direktor ab

Minister Schallenberg nennt Schmidts höchst kurzfristige Absage als Direktor des Kunsthistorischen Museums „unprofessionell und beispiellos“.

Schmidt hätte bereits Anfang November als Nachfolger von Sabine Haag beginnen sollen. Nun sagte er kurzfristig telefonisch ab. Man kann davon ausgehen, dass die Italiener in letzter Sekunde ein neues – finanziell besser dotiertes – Angebot geschnürt haben, um Schmidt zu halten. Mit Erfolg.

Der Minister hat nun Sabine Haag gebeten, das KHM weiterhin interimistisch zu führen. Sie hatte sich ursprünglich für eine Verlängerung ihres Vertrages interessiert, doch Minister Drozda hatte ihr überraschend Eike Schmidt vorgezogen. Da dieser nicht gleich in Florenz abkömmlich war, berief Gernot Blümel, Drozdas Nachfolger als Kulturminister, Ende 2018 Sabine Haag zur interimistischen Leiterin des KHM. Gut möglich, dass sie nun dauerhaft zum Zug kommt.

Carel Halff verlässt Bastei Lübbe Ende 2020

Der Vorstandsvorsitzende der Bastei Lübbe AG, Carel Halff (68), wird auf eigenen Wunsch nach Ablauf seines Vertrages zum 31. Dezember 2020 aus seinem Amt ausscheiden, meldet das Unternehmen.

Das Medienhaus hatte Halff 2017 als neuen CEO an Bord geholt. Der frühere Weltbild-Chef verantwortete die Gesamtführung der Unternehmensgruppe.

Der Aufsichtsrat dankt Herrn Halff für sein „sehr erfolgreiches Engagement bei der Restrukturierung der Bastei Lübbe AG mit umfangreicher Bereinigung des Beteiligungsportfolios und Abschluss eines Effizienzsteigerungsprogramms“. Das Unternehmen sei im vergangenen Geschäftsjahr in die Gewinnzone zurückgekehrt. Die „gelungene Neuausrichtung“ bestärke die Unternehmensführung darin, den von Herrn Halff initiierten Strategiewechsel weiter voranzutreiben.

Axel Springer Award geht an Wissenschaftlerin Shoshana Zuboff

Die Buchautorin Shoshana Zuboff erhält den Axel Springer Award 2019 für ihre kritische Auseinandersetzung mit den Auswirkungen der Internetökonomie. Am 7. November findet die Preisverleihung in Berlin statt.

Zuboff ist US-amerikanische Wirtschaftswissenschaftlerin und hat u.a. das Buch “Das Zeitalter des Überwachungskapitalismus“ geschrieben. Seit vielen Jahren setzt sie sich wissenschaftlich mit den Auswirkungen der Internetökonomie auf den Menschen und die Arbeitswelt auseinander. Unter dem Motto “An Evening for Shoshana Zuboff“ wird der Axel Springer Award am 7. November 2019 bei einer Abendveranstaltung im Journalisten-Club von Axel Springer in Berlin verliehen.

Den Award verleiht Springer nun zum viertel Mal an Personen, die in besonderer Weise die Kultur und Gesellschaft prägen. Erster Preisträger war im Februar 2016 Mark Zuckerberg, Gründer und Vorstandsvorsitzender von Facebook. Im Mai 2017 erhielt ihn der World Wide Web-Erfinder Sir Tim Berners-Lee. Im April 2018 wurde Jeff Bezos, Gründer und CEO von Amazon und Eigentümer der “Washington Post“, mit dem Axel Springer Award geehrt. Über seine Vergabe entscheidet der Vorstand der Axel Springer SE nach Vorschlägen von Mitarbeitern des Hauses oder aus der Öffentlichkeit.

ESC-Chef Jon Ola Sand hört im nächsten Jahr auf

Die European Broadcasting Union verliert 2020 mit Jon Ola Sand ihren ESC-Chef. Der gebürtige Norweger hat angekündigt, nach dem Musik-Wettbewerb im kommenden Jahr in Rotterdam aufzuhören. Sand ist seit 2011 Executive Supervisor des ESC und damit der Chef der gesamten Veranstaltung. Außerdem wird er auch den Posten des Head of Live Events abgeben, in dieser Rolle verantwortete er den Junior Eurovision Song Contest, die Eurovision Young Musicians und die Eurovision Choir-Wettbewerbe.

Während die Arbeiten am ESC in den Niederlanden fortgesetzt werden, muss sich die EBU jetzt nach einem Nachfolger für Sand umsehen. Er selbst wird im kommenden Jahr nach Norwegen zurückkehren und beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk NRK anheuern. „Das vergangene Jahrzehnt bei der European Broadcasting Union war fantastisch und aufregend, aber es wird auch gut sein, nach Hause zu kommen“, sagt Sand.

Handelsblatt Media Group erweitert die Geschäftsleitung

Sieben Führungskräfte steigen zum 1. Oktober in die erweiterte Geschäftsleitung der Handelsblatt Media Group auf. Das Medienhaus möchte mit dem Schritt die Entscheidungsstrukturen breiter aufstellen.

Gleich sechs Führungskräfte der Handelsblatt Media Group (HMG) und Kim Robertz, zuletzt Managing Director des MM-Musik-Media-Verlages, werden zum 1. Oktober in die erweiterte Geschäftsleitung der Düsseldorfer Mediengruppe berufen. Dies gab das Medienhaus bekannt. Diese ergänzen damit die Geschäftsführung mit Gerrit Schumann und Oliver Voigt. Weiterhin gehören Miriam Meckel, Sven Afhüppe und Beat Balzli der erweiterten Geschäftsleitung an.

Eric Pleskow ist tot

Der österreichische Filmtycoon wurde 95 Jahre alt. Zahlreiche seiner Filme wurden mit dem Oscar ausgezeichnet.

Seit 1998 hatte Eric Pleskow dieses Ehrenamt inne. Dass er der entsprechenden Einladung gefolgt war, war ein Entgegenkommen seinerseits und ein äußeres Zeichen dafür, dass er zu guter Letzt in seiner Heimatstadt eine „neue Generation“ am Werk sah und für sich selbst hier wieder einen Platz: Am 24. April 1924 war Pleskow als Erich Pleskoff in Wien zur Welt gekommen, er wuchs in der Brigittenau und am Alsergrund auf, bis sich seine jüdische Familie 1939 gezwungen sah, das Land zu verlassen.

Interessiert an der „human condition“

14 Oscars hat Eric Pleskow erhalten. In einem Interview mit der Zeit sagte er: „Mich hat immer the human condition interessiert. Der Mensch und die Verhältnisse, in denen er lebt und gegen die er manchmal ankämpfen muss. Mich interessieren nicht diese Hollywood-Helden, die über sich selbst hinauswachsen, sondern ihre Krisen und Kämpfe, auch mit sich selbst.“ 2008 hat die Autorin Andrea Ernst Pleskows Lebenserinnerungen aufgezeichnet. Und kein geringerer als Billy Wilder setzte ihm bereits 1961 ein filmisches Denkmal in One, Two, Three: als von James Cagney verkörperter, legendär hyperaktiver Niederlassungschef eines traditionsreichen amerikanischen Limonadenherstellers im geteilten Berlin. Nun ist der Unermüdliche im Alter von 95 Jahren in den USA gestorben.

Geo-Chefredakteur Christoph Kucklick wird Leiter der Henri-Nannen-Schule

Die Henri-Nannen-Schule bekommt nach zwölf Jahren eine neue Leitung. Andreas Wolfers verlässt die von Gruner + Jahr, der Zeit und dem Spiegel getragene Journalistenschule zum Jahresende. Sein Nachfolger wird Christoph Kucklick, derzeit Chefredakteur von Geo.

Wolfers leitet die Henri-Nannen-Schule seit 2007. Zuvor war der Journalist unter anderem Reporter bei Geo und Textchef des Stern.

Christoph Kucklick ist seit fünf Jahren Chefredakteur von Geo und verantwortet als Herausgeber außerdem die Magazine Walden, Geo Saison und Geo Special. Der promovierte Soziologe absolvierte von 1985 bis 1987 selbst die Henri-Nannen-Schule und war danach unter anderem Ressortleiter bei der Hamburger Morgenpost, Textchef von Amica und Chefredakteur von Geo Saison. Über seine Nachfolge bei Geo will Gruner + Jahr zu einem späteren Zeitpunkt informieren.

Terra Mater und „Universum“ bei „Naturfilm-Oscar“ ausgezeichnet

Am 26.09. wurden beim Naturfilmfestival „Jackson Wild“ im US-amerikanischen Jackson Hole die Preise vergeben. Unter den Gewinnern in 30 Kategorien finden sich auch heimische Produktionen: Zweimal waren die Terra Mater Factual Studios bei dem als „Naturfilm-Oscars“ geltenden Wettbewerb erfolgreich, einmal konnte sich die ORF-Reihe „Universum“ durchsetzen.

Der von Terra Mater produzierte und aktuell im Kino laufende Ökothriller „Sea of Shadows“ wurde als „Best Theatrical Film“ prämiert, das Studio war weiters in der Sparte „Best Writing Film“ mit der Dokumentation „Wunderwesen Schmetterling“ erfolgreich. Der ORF darf sich über einen Preis in der Kategorie „Best Audioscape“ freuen, hier wurde die „Universum“-Episode „Kuba – Die wilde Revolution“ ausgezeichnet. Über 1.000 Arbeiten wurden heuer für das Festival eingereicht und von einer aus rund 250 Personen bestehenden Jury gesichtet.

Zwei neue Geschäftsführerinnen bei oe24.at

Mit dem 1. Oktober bekommt das Online-Portal oe24.at mit Beate Österreicher und Tamara Chambers zwei neue Geschäftsführerinnen, ergänzend zu dem bestehenden Geschäftsführer Niki Fellner. Österreicher wird dabei die Geschäfstsbereiche Sales und Kampagnenmanagement leiten, Chambers übernimmt die Bereiche Technik, Organisation, Projektentwicklung, Marketing und Personal. Mit der Berufung der neuen Geschäfstsführerinnen scheidet Christopher Sima aus.

Österreicher begann ihre Karriere vor fast 15 Jahren im Verkauf am Privatradio-Markt und wechselte danach zu oe24 in den Online-Verkauf und das Content Marketing.Chambers startete in der Verlagsgruppe News und war bis vor Kurzem über zehn Jahre lang in den USA bei Fox Interactive und verschiedenen Start-Ups im Silicon Valley tätig.

In der Mediengruppe Österreich seien bereits 65 Prozent der Führungspositionen von Frauen besetzt, so Niki Fellner. „Vor allem aber wollen wir mit unseren beiden neuen Geschäftsführerinnen die Innovationskraft und die Projektentwicklung bei oe24 deutlich verstärken.“

Whatsapp testet „selbstzerstörende“ Nachrichten

Schon vor einem Jahr sickerte durch, dass sich der weltweit populärste Messenger Whatsapp eine Scheibe von Snapchat und Co. abschneiden möchte – und zwar in Form „selbstzerstörender“ Nachrichten. Nun ist dieses Feature erstmals gesichtet worden.

Wie WABetainfo berichtet, ist diese Funktion Teil der Android-Betaversion 2.19.275 des Messengers, die an Teilnehmer des Testprogramms über Googles Play Store verteilt wurde. Allerdings wird sie nur einem bestimmten Kreis an Usern bereits angezeigt.

Das neue Feature kommt demnach als Einstellung für Gruppenchats. Wer eine Gruppe verwaltet, kann festlegen, ob Nachrichten automatisch wieder gelöscht werden sollen und wie lange sie zuvor sichtbar bleiben. Gepostete Messages sollen nach Ablauf der eingestellten Zeit unwiderruflich entfernt werden – und zwar ohne, dass dies nachträglich erkennbar wäre. Ob Whatsapp dazu auch eine Funktion einbaut, die erkennt, wenn jemand Screenshots einer Konversation aufnimmt, bleibt abzuwarten.

Druckerei-Chef Thomas Drensek verlässt überraschend Berliner Medienkonzern

In der Belegschaft von Axel Springer wächst die Unsicherheit über einen drohenden Stellenabbau. Vorstandschef Mathias Döpfner hatte die Arbeitnehmer bereits vorgewarnt, dass es zu harten Personaleinschnitten kommen könnte. Betroffen von den Umstrukturierungen ist neben “Bild”, “Welt”, den Zeitschriften und der Holding auch die Drucksparte. Dabei will Döpfner “eher bei den Häuptlingen als bei den Indianern sparen“.

Jetzt geht ein erster “Häuptling”. Überraschend verlässt Thomas Drensek, langjähriger Geschäfts- und Werkleiter der drei Druckhäuser Ahrensburg, Essen-Kettwig und Spandau, den Konzern. Das bestätigt ein Sprecher von Springer. Zu den Gründen über das Ausscheiden will der Unternehmenssprecher keine Angaben machen. Drensek, 1960 geboren, verbrachte fast sein gesamtes berufliches Leben bei Axel Springer. Er hatte hier 1989 als Assistent des Vorstands “Technik” angefangen.

Zuckerberg warnt vor Zerschlagung Facebooks

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg rechnet nach einem Regierungswechsel in den USA mit dem Versuch, große IT-Konzerne wie Facebook, Google oder Amazon aufzuspalten. Das sagte Zuckerberg im vergangenen Juli in einer Mitarbeiter-Versammlung, deren Audio-Mitschnitte vom US-Portal The Verge veröffentlicht wurden. Zwar geht Zuckerberg davon aus, mit rechtlichen Mitteln eine solche Aufspaltung am Ende verhindern zu können. Dennoch würde dieser Rechtsstreit mit der eigenen Regierung „nerven“.

Zuckerberg bezog sich in seinen Äußerungen auf die demokratische US-Senatorin Elizabeth Warren, die im März 2019 gefordert hatte, große IT-Konzerne wie Google, Amazon, Facebook und Apple zu zerschlagen. Dabei sollte auch der Kauf von Instagram und Whatsapp durch Facebook rückgängig gemacht werden. Warren, die im kommenden Jahr gegen Amtsinhaber Donald Trump bei den US-Präsidentschaftswahlen antreten will, hatte ihre Forderungen vor allem damit begründet, dass die Plattformen zu mächtig geworden seien und zu starken Einfluss auf die öffentliche Meinungsbildung hätten. Außerdem hätten neue, aufstrebende Firmen gegen die geballte Marktmacht zu wenig Chancen zur Entfaltung.

Goldener Delphin für Gleisgeschichten der ÖBB

Was hat ein goldener Delphin aus Cannes im Bahnhofsgarten von Kritzendorf verloren? Das Festival für Corporate Media und TV an der Côte d’Azur verleiht Delphin-Statuetten für Sebstdarstellungen von Unternehmen. Und die ÖBB bekam gerade einen in Gold für ihre Gleisgeschichten.

Die ÖBB-Serie „Vom Eisenbahntraum zur Traumeisenbahn“, inzwischen in der zweiten Staffel, läuft auf Youtube und Facebook. Die erfolgreichste Gleisgeschichte kommt aus Kritzendorf. Edith und Augustine stelle in der Folge den Kritzendorfer Bahnhofsgarten vor, und das sieht so aus.

Terra Mater und „Universum“ bei „Naturfilm-Oscar“ ausgezeichnet

Am 26.09. wurden beim Naturfilmfestival „Jackson Wild“ im US-amerikanischen Jackson Hole die Preise vergeben. Unter den Gewinnern in 30 Kategorien finden sich auch heimische Produktionen: Zweimal waren die Terra Mater Factual Studios bei dem als „Naturfilm-Oscars“ geltenden Wettbewerb erfolgreich, einmal konnte sich die ORF-Reihe „Universum“ durchsetzen.

Auszeichnungen für Terra Mater und „Universum“

Der von Terra Mater produzierte und aktuell im Kino laufende Ökothriller „Sea of Shadows“ wurde als „Best Theatrical Film“ prämiert, das Studio war weiters in der Sparte „Best Writing Film“ mit der Dokumentation „Wunderwesen Schmetterling“ erfolgreich. Der ORF darf sich über einen Preis in der Kategorie „Best Audioscape“ freuen, hier wurde die „Universum“-Episode „Kuba – Die wilde Revolution“ ausgezeichnet. Über 1.000 Arbeiten wurden heuer für das Festival eingereicht und von einer aus rund 250 Personen bestehenden Jury gesichtet.

NDR Rundfunkrat genehmigt Jahresabrechnung 2018

Die Jahresabrechnung des NDR für das Jahr 2018 schließt mit einem positiven operativen Ergebnis von 3,8 Mio. Euro. Dieser Überschuss liegt um 26,5 Mio. Euro über der Planung und steht dem NDR zur Deckung seiner Aufwendungen und zum Ausgleich des Erfolgsplans in der Beitragsperiode bis 2020 zur Verfügung.

Die Verbesserung resultiert insbesondere aus der Entnahme der in den Jahren 2017 und 2018 gebildeten Rücklage aus Beitragsmehrerträgen. Die Entnahme dient der Finanzierung der Mehraufwendungen aus einem Vergleich mit den Kabelanbietern, die im Rundfunkbeitrag nicht enthalten sind.

Das handelsrechtliche Ergebnis, das sich als Differenz von Erträgen in Höhe von 1.090,0 Mio. Euro und Aufwendungen von 1.219,9 Mio. Euro ergibt, beläuft sich auf einen Fehlbetrag von knapp 130,0 Mio. Euro, der über das Eigenkapital des NDR ausgeglichen wird. Von diesem Ergebnis sind jedoch Sondereffekte abzuziehen, die insbesondere die kalkulatorischen Altersversorgungsaufwendungen und die Beitragsrücklage betreffen, und die weder vom NDR beeinflussbar noch dem operativen Geschäft zuzuordnen sind.

Die Erträge des NDR lagen um rund 3,6 Mio. Euro unter dem Plan, was vor allem auf geringere Beitragserträge, u. a. aufgrund der vom Bundesverfassungsgericht festgestellten Befreiung von Zweitwohnungen, sowie auf niedrigere Kapitalerträge zurückzuführen ist. Auf der Aufwandsseite haben sich vor allem die neuen Richttafeln 2018G der Heubeck AG ausgewirkt, mit denen der gestiegenen Lebenserwartung Rechnung getragen wird und die zu einer kalkulatorischen Höherbewertung der Pensionsrückstellungen führten.

Axel Springer Award geht an Wissenschaftlerin Shoshana Zuboff

Die Buchautorin Shoshana Zuboff erhält den Axel Springer Award 2019 für ihre kritische Auseinandersetzung mit den Auswirkungen der Internetökonomie. Am 7. November findet die Preisverleihung in Berlin statt.

Zuboff ist US-amerikanische Wirtschaftswissenschaftlerin und hat u.a. das Buch “Das Zeitalter des Überwachungskapitalismus“ geschrieben. Seit vielen Jahren setzt sie sich wissenschaftlich mit den Auswirkungen der Internetökonomie auf den Menschen und die Arbeitswelt auseinander. Unter dem Motto “An Evening for Shoshana Zuboff“ wird der Axel Springer Award am 7. November 2019 bei einer Abendveranstaltung im Journalisten-Club von Axel Springer in Berlin verliehen.

Den Award verleiht Springer nun zum viertel Mal an Personen, die in besonderer Weise die Kultur und Gesellschaft prägen. Erster Preisträger war im Februar 2016 Mark Zuckerberg, Gründer und Vorstandsvorsitzender von Facebook. Im Mai 2017 erhielt ihn der World Wide Web-Erfinder Sir Tim Berners-Lee. Im April 2018 wurde Jeff Bezos, Gründer und CEO von Amazon und Eigentümer der “Washington Post“, mit dem Axel Springer Award geehrt. Über seine Vergabe entscheidet der Vorstand der Axel Springer SE nach Vorschlägen von Mitarbeitern des Hauses oder aus der Öffentlichkeit.

Gottfried Zmeck hört als CEO bei Mainstream Media auf

Gottfried Zmeck hört als CEO der Mainstream Media AG auf. Einen entsprechenden „kress“-Bericht bestätigte das Unternehmen am 30.09. auf Nachfrage des Medienmagazins DWDL.de. Zmeck wird den Posten zum 1. Oktober an Tim Werner übergeben, der bereits seit acht Jahren als Vorstandsmitglied fungiert und bislang als COO des Pay-TV-Senders Romance TV fungiert.

Im Zuge dessen soll der Vorstand der Mainstream Media AG, die neben Romance TV auch den Heimatkanal und GoldStar TV betreibt, verkleinert werden und neben Werner als CEO noch aus Horst Kümmel als Finanzchef bestehen. Gottfried Zmeck wiederum wechselt im Gegenzug als Vorsitzender in den Aufsichtsrat. Zudem bleibt er weiterhin Mehrheitsaktionär der AG.

SVG Verlag holt Silvan Dahl als neue Führungskraft

Der SVG Verlag holt Silvan Dahl in die Geschäftsführung. Er wird sich künftig gemeinsam mit SVG-Gründer und Herausgeber Hermann Hell und Thomas Ulrich um die crossmediale Vermarktung des SVG-Portfolios kümmern.

Der Verlag für Wassersporttitel baut damit seine Geschäftsleitung um. Im Zuge dessen verlässt Thorsten Höge, Gründer und Geschäftsführer Now Medien, die Geschäftsführung, um sich künftig neuen digitalen Projekten zu widmen.

Zwei neue Geschäftsführerinnen bei oe24.at

Mit dem 1. Oktober bekommt das Online-Portal oe24.at mit Beate Österreicher und Tamara Chambers zwei neue Geschäftsführerinnen, ergänzend zu dem bestehenden Geschäftsführer Niki Fellner. Österreicher wird dabei die Geschäfstsbereiche Sales und Kampagnenmanagement leiten, Chambers übernimmt die Bereiche Technik, Organisation, Projektentwicklung, Marketing und Personal. Mit der Berufung der neuen Geschäfstsführerinnen scheidet Christopher Sima aus.

Österreicher begann ihre Karriere vor fast 15 Jahren im Verkauf am Privatradio-Markt und wechselte danach zu oe24 in den Online-Verkauf und das Content Marketing.Chambers startete in der Verlagsgruppe News und war bis vor Kurzem über zehn Jahre lang in den USA bei Fox Interactive und verschiedenen Start-Ups im Silicon Valley tätig.

In der Mediengruppe Österreich seien bereits 65 Prozent der Führungspositionen von Frauen besetzt, so Niki Fellner. „Vor allem aber wollen wir mit unseren beiden neuen Geschäftsführerinnen die Innovationskraft und die Projektentwicklung bei oe24 deutlich verstärken.“

Thalia übernimmt Wiener Traditionsbuchhandlung Kuppitsch

Das deutsche Unternehmen übernimmt zwei Geschäfte und 22 Mitarbeiter.

Der Buchhandelskonzern Thalia übernimmt die beiden Kuppitsch-Buchhandlungen in Wien. Die Übernahme soll mit 15. Oktober 2019 über die Bühne gehen, teilt Kuppitsch in einer Aussendung mit. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Die Marke Kuppitsch wird beibehalten. „Ich bin sehr froh und erleichtert, dass das Familien- und Lebenswerk in gute Hände gelangt. Der Geist wird weiterleben, davon bin ich überzeugt“, so Martin Seidl, Teilgesellschafter von Kuppitsch.

Die traditionelle Wiener Buchhandlung, die seit 230 Jahren besteht, beschäftigt an den beiden Standorten in der Schottengasse und in der Alserstraße am Campus im Alten AKH in Summe 22 Mitarbeiter. Diese werden zur Gänze vom neuen Eigentümer Thalia übernommen.

Mit der Übernahme der Kuppitsch Buchhandlungen durch Thalia dürfen sich die Kunden auf ein „Best-of“ aus den beiden Welten freuen. „Die Lust am Lesen verbindet uns. Wir haben gemeinsam eine große Vergangenheit, auf die wir sehr stolz sind. Großes Vertrauen, Sicherheit und der Blick in die Zukunft gerichtet, das ist es, was unseren gemeinsamen, zukünftigen Weg am besten beschreibt“, so Thomas Zehetner, Geschäftsführer Thalia Österreich.

Zwei Buchhandlungen mit langer Geschichte

Bis ins Jahr 1789 geht die Historie der Traditionsbuchhandlung zurück. Im Jänner 1821 scheint der Name Kuppitsch in den Annalen der Firma erstmals auf. Matthäus Kuppitsch, ein ehemaliger Mitarbeiter, wird 1826 Inhaber des Unternehmens. Im Jahr 1866 tritt mit Arnold Schlesinger der Urgroßvater der jetzigen Eigentümer in die Geschäftsführung ein. 1971 wurde der heutige Standort in der Schottengasse bezogen. In den 90er Jahren trat mit den jeweils zweitgeborenen Söhnen der beiden Inhaberinnen Andreas Beer und Mag. Norbert Seidl die 4. Generation in unmittelbarer Folge ins Geschäft ein. Während sich die Familie Beer um die Jahrtausendwende aus dem Betrieb zurückzog, expandierte der nunmehrige Alleininhaber Norbert Seidl weiter, so wurde unter anderem das Stammhaus in der Schottengasse um eine Etage im 1. Stock auf über 1.000 Quadratmeter erweitert. Nach dem Tod von Norbert Seidl im August 2007, traten seine Geschwister Elisabeth und Martin Seidl das Erbe als gleichberechtigte Gesellschafter an.