Uber kauft Essenslieferdienst Postmates

Der weltgrößte Fahrdienstvermittler Uber übernimmt den Essenslieferanten Postmates. Uber lege 2,65 Milliarden Dollar auf den Tisch. Es handele sich um einen reinen Aktiendeal.

Uber betreibt mit Uber Eats bereits einen Essenslieferdienst und war auch am US-Konkurrenten Grubhub interessiert, bei dem jedoch Just Eat Takeaway.com zugeschlagen hat. Bei der letzten Finanzierungsrunde im September war Postmates mit 2,4 Milliarden Dollar bewertet worden. Essenslieferdienste erleben in der Coronakrise einen Nachfrage-Boom.

Kurier organisiert Chefredaktion neu

Der Kurier verpasst sich eine neue Struktur in der Chefredaktion: Michael Jäger, neben Gert Korentschnig stellvertretender Kurier-Chefredakteur, tritt nach 40-jähriger Tätigkeit für den Kurier den Ruhestand an. Seine Stelle wird vorerst nicht nachbesetzt, seine Agenden aufgeteilt: Als neuer Produktionsleiter fungiert ab sofort Christian Bartos, bisher für Leserforum/Leserservice zuständig; Helge Schalk bleibt weiterhin Leiter Kreation. Jäger wird bis Ende August Tageschef sein – diese Funktion wird ab September Wolfgang Unterhuber zusätzlich zu seiner Tätigkeit als Ressortleiter Wirtschaft übernehmen und somit neben Korentschnig und Richard Grasl das Tageschef-Team ergänzen.

Charles Bahr startet bei Tiktok

„Einer der bisher bedeutendsten Schritte in meiner Karriere steht bevor“, schreibt Charles Bahr auf Linkedin. Dann kündigt der 18-jährige Gründer und Berater an, sich von seiner Agentur zu trennen und zukünftig unter einer anderen Marke Unternehmen dabei zu helfen, mit den Generation Z zu kommunizieren. „Ich freue mich riesig, ab heute das Brand Partnerships Team von TikTok zu unterstützen.“

Urs Meier übernimmt Führung bei Project Z

Die operative Führung seiner Agentur Project Z übernimmt derweil Urs Meier. Als Gründer werde Bahr die Entwicklung aus der Ferne beobachten und sich auf die weiteren Schritte freuen, schreibt er auf dem Karriere-Netzwerk.

Ennio Morricone ist tot

Der für seine unvergesslichen Filmmusiken bekannte italienische Komponist Ennio Morricone ist tot.

Der im römischen Stadtteil Trastevere geborene Morricone, der auch gerne als Dirigent auf Tournee ging, war in den 1960er Jahren zu Weltruhm gelangt, als er seine Zusammenarbeit mit Sergio Leone begann. In den Folgejahren schrieb er den Soundtrack zu den großen Spaghetti-Western des Regisseurs – von „Spiel mir das Lied vom Tod“ über „Eine Handvoll Dollar“ bis hin zu „Zwei glorreiche Halunken“.

Auch für Klassiker wie „The Mission“ und „Es war einmal in Amerika“ – mit Hollywoodstar Robert de Niro in der Hauptrolle – ersann der Mann mit der markanten Brille ebenso eindrucksvolle wie bewegende Melodien. Die zarten Oboen-Klänge, mit denen Jeremy Irons alias Pater Gabriel in „The Mission“ Kontakt zu dem Volk der Guaraní aufnimmt, brachten dem vielfach ausgezeichneten Morricone eine seiner mehrfachen Oscar-Nominierungen und einen Golden Globe ein.

Trotz aller Nominierungen erhielt der Komponist, der am römischen Konservatorium Santa Cecilia studiert hatte, erst im Alter von 87 Jahren die begehrte Oscar-Statue – für seinen Soundtrack zu Quentin Tarantinos Western „The Hateful 8“, dessen verschneite Landschaften er stimmungsvoll in Szene gesetzt hatte. 2007 hielt er den Oscar bereits einmal in Händen, allerdings nicht für eine Filmmusik, sondern für sein Lebenswerk.

Tagesspiegel beruft neue Geschäftsleitung

Der Tagesspiegel beruft eine neue operative Führungsebene unterhalb der Geschäftsführung. Die vier Geschäftsleiter sollen sich vor allem um den weiteren Geschäftsausbau und zentrale Prozesse der Tagespiegel Verlagsgruppe kümmern. Mit Christian Tretbar zieht auch ein Mitglied der Chefredaktion in die Geschäftsleitung ein.

Mit Stefan Janßen wurde außerdem ein Chief Operating Officer in die neue Geschäftsleitung berufen. Er ist ab sofort unter anderem für die Strukturierung von Prozessen, Fachinformationen und den Bereich Politik und Konzepte beim Tagesspiegel zuständig. Die Stelle wurde neu geschaffen.

NGOs fordern „sofortige“ Freilassung von Julian Assange und kritiseren Isolationshaft

Dutzende Nichtregierungsorganisationen haben die „sofortige“ Freilassung des Wikileaks-Gründers Julian Assange aus einem britischen Hochsicherheitsgefängnis gefordert. In einem am Freitag veröffentlichten Brief forderten die rund 40 Organisationen die britische Regierung zudem dazu auf, eine Auslieferung Assanges in die USA zu „blockieren“. Der Australier ist in den USA unter anderem wegen Spionage angeklagt; bei einer Verurteilung in dem Land drohen ihm bis zu 175 Jahre Haft.

Die Organisationen argumentieren in dem Brief, dass die „Verfolgung“ des 49-jährigen Assange „zu einer Verschlechterung der Pressefreiheit im Vereinten Königreich“ beitragen und die internationale Reputation des Landes trüben könne. Zu den Unterzeichnern zählten unter anderem Reporter ohne Grenzen, die Schriftsteller-Vereinigung PEN International und die Internationale Journalisten-Föderation.

Die USA werfen dem Wikileaks-Gründer die Verbreitung von 700.000 Geheimdokumenten über militärische und diplomatische Aktivitäten der USA vor. Assanges Anwälte weisen die Vorwürfe zurück und werfen ihrerseits den US-Behörden „Lügen“ vor.

Die Enthüllungsplattform Wikileaks hatte 2010 und 2011 Hunderttausende geheime Papiere vor allem zum Irak-Krieg ins Internet gestellt, die ihr von der früheren US-Soldatin Chelsea Manning zugespielt worden waren. Sie enthielten hochbrisante Informationen über die US-Einsätze in dem Land, unter anderem über die Tötung von Zivilisten und die Misshandlung von Gefangenen.

DMEXCO sagt Vor-Ort-Veranstaltung nun doch ab

Seit Ausbruch der Pandemie wurden in diesem Jahr fast alle Messen abgesagt – bzw. rein digital veranstaltet. Die DMEXCO wollte unter den ersten sein, die auch wieder „physisch“ vor Ort stattfinden sollte, mit angepasstem Konzept in der Kölnmesse. Dass viele noch immer nicht reisen wollen oder dürfen, hatte man zwar erwartet und daher erst in der vergangenen Woche ein „Hybrid-Konzept“ aus physischer und digitaler Messe präsentiert, an der Interessierte auch von zu Hause teilnehmen sollten. Doch dieses Konzept stieß offenbar schon bei den Ausstellern nicht auf die erhoffte Resonanz, wie viele Besucher sich dann nach Köln getraut hätten, hätte dann zudem ja noch auf einem ganz anderen Blatt gestanden.

AUA-Sprecher Peter Thier wechselt zur Erste Group

Der langjährige Austrian Airlines-Sprecher Peter Thier übernimmt die Leitung der Kommunikation in der Erste Group Bank AG mit 1. Oktober. Für Thier bedeutet dieser Schritt die Rückkehr in bekannte Gefilde, war er bereits von 2007 bis 2012 für die Kommunikation der Bank verantwortlich.

Bei den Austrian Airlines wird Tanja Gruber, Leiterin der Abteilung Communications Distribution & Media Relations, ab sofort zusätzlich zu ihrer Funktion die Rolle der Unternehmenssprecherin und die Leitung des Bereichs Corporate Communications interimistisch übernehmen.

100 Jahre Festspiele: ORF mit 130 Stunden Programm

Mehr als 130 Stunden Programm, davon 55 im Fernsehen und 76 Stunden im Radio, bietet der ORF anlässlich des 100-Jahr-Jubiläums der Salzburger Festspiele. Schon am ersten Festspieltag, dem 1. August, überträgt ORF 2 den „Jedermann“ live-zeitversetzt um 21.15 Uhr.

„Das sind historische Salzburger Festspiele, das kann man jetzt schon sagen“, sagte ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz. Vieles vom umfassenden Paket, das man geschnürt habe, sei zudem unabhängig vom Corona-Geschehen.

CEO Lars Janzik verlässt Axel Springer

Erst im April gab Axel Springer bekannt, dass die Gründerszene unter das Dach von Business Insider rückt. Als Konsequenz verabschiedet sich nun Lars Janzik. Er war seit 2018 CEO der Springer-Tochter Vertical Media, in der das Magazin für die Digitalwirtschaft erscheint.

Janzik leitete von 2015 an das Produktmanagement von Welt N24, bevor er 2018 als CEO zu Vertical Media wechselte. Zu Axel Springer gekommen war er nach Stationen bei der Musikvermarktungsagentur BLI-Music/Löwe Song, dem Softwarehersteller Magix AG und dem Online-Karriereportal Monster.

Millionenfacher Onlinebetrug: Instagram-Influencer festgenommen

Wegen millionenfachen Internetbetrugs sind ein nigerianischer Instagram-Influencer und mehrere Komplizen in Dubai verhaftet worden.

Wie die Polizei Dubai mitteilte, habe das FBI den Behörden der Vereinigten Arabischen Emirate für die Verhaftung und Auslieferung in die USA gedankt. Der Mann soll zusammen mit Komplizen fast zwei Millionen Opfer über das Internet betrogen haben.

Er hat auf Instagram rund 2,4 Millionen Follower und präsentiert sich in seinen Beiträgen mit teuren Luxusautos und Privatjets. Zusammen mit anderen Verdächtigen soll er unter anderem bestehende Internetseiten gefälscht haben, um Überweisungen auf eigene Konten umzuleiten. Zudem soll das Team weltweit Firmen-E-Mails gehackt haben, um anschließend Zahlungsaufforderungen an Kunden zu schicken. Nach Angaben von Polizeidirektor Dschamal Salim al-Dschalaf sollen die Verdächtigen für Betrug in Höhe von rund 1,6 Milliarden Dirham (umgerechnet etwa 390 Millionen Euro) verantwortlich sein.

Die nigerianische Anti-Betrugs-Behörde EFCC bezeichnete den Influencer als meistgesuchten Hacker des Landes. Demnach wurden er und seine Komplizen bereits Mitte Juni verhaftet.

Deutsche Zeitungen: Weniger Weihnachtsgeld statt Kündigungen

Es gibt eine Einigung der Tarifpartner, die betriebsbedingte Kündigungen bei Zeitungsverlagen trotz der Corona-Krise möglichst verhindern soll. Die Einigung sieht vor, dass die laufenden Gehalts- und Manteltarifverträge erst einmal bis Ende 2020 unverändert weiter laufen, es also keine Erhöhung gibt. Feste freie Journalisten sollen eine Ausgleichszahlung für entgangene Honorare erhalten. Zudem hat man sich geeinigt, dass die Verlage das Weihnachtsgeld in diesem Jahr kürzen können. Dafür muss aber die Zustimmung der Gewerkschaften eingeholt werden, Voraussetzung sei eine „nachgewiesene Notlage“.

Je nach Umfang der Kürzung, müssen die Verlage aber im Gegenzug dann sechs oder zwölf Monate auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten. Dabei wolle man Doppelbelastungen für zuvor von Kurzarbeit Betroffene vermeiden.

Netflix mit neuer Marketing-Chefin

Netflix bekommt schon wieder eine neue Marketing-Chefin. Wie das Unternehmen bestätigt hat, wird Bozoma Saint John ab August das Marketing-Budget in Milliarden-Höhe verantworten, zuletzt soll Netflix 2,65 Milliarden US-Dollar für das Marketing ausgegeben haben. Bozoma Saint John wird die dritte Marketing-Chefin des Streamingdienstes innerhalb nur eines Jahres. Im Sommer 2019 trat Kelly Bennett nach mehr als sieben Jahren zurück, seine Nachfolgerin wurde Jackie Lee-Joe. Sie geht nun aus privaten Gründen.

Bozoma Saint John kommt von der Künstleragentur Endeavor, wo sie die letzten zwei Jahre ebenfalls als Marketing-Chefin gearbeitet hat. Vor ihrer Zeit bei Endeavor arbeitete sie unter anderem auch schon für Uber und Apple. Zu ihrem neuen Job bei Netflix sagt sie: „Ich freue mich sehr, zu Netflix zu kommen. Insbesondere in einer Zeit, in der das Geschichtenerzählen für unser globales, gesellschaftliches Wohlergehen von entscheidender Bedeutung ist.“

Ex-Burda-Vorstand Winners geht zu Lakestar

Der ehemalige Digitalvorstand des Burda-Verlags, Stefan Winners, wird Senior Advisor bei der Risikokapitalgesellschaft Lakestar. In seiner neuen Funktion soll Winners unter anderem Portfolio-Unternehmen in Wachstumsfragen beraten. Damit hat der 53-Jährige durchaus Erfahrung.

In seiner Zeit bei dem Münchner Verlag war er Aufsichtsratsvorsitzender bei Burda-Beteiligungen wie New Work SE (ehemals Xing) oder der Reiseplattform Holidaycheck. Zuvor war Winners Chef der Burda-Digitalsparte Tomorrow Focus. Ende vergangenen Jahres verließ der Manager den Verlag dann überraschend.

Aus dem Umfeld des Unternehmens war von unterschiedlichen Auffassungen über die Weiterentwicklung des Digitalgeschäfts zu hören.

Winners Wechsel ist nicht der erste von Burda zu Lakestar. 2016 ging Ex-Burda-Manager Christoph Schuh zu der von Klaus Hommels gegründeten Investmentfirma. Lakestar hat unter anderem in die Reiseplattform Getyourguide, die Logistikplattform Sennder und das soziale Netzwerk Nebenan.de investiert.

Julia Ortner bei ‚Report‘

Nach dem Ausscheiden von Ernst Johann Schwarz und Martina Schmidt beim Polit-Magazin des ORF verstärkt „Report“-Chef Wolfgang Wagner seine Redaktion nun mit Julia Ortner, die schon ab 2011 für den ORF und dort für die „ZiB2“ tätig war. 2015 dann engagierte sie Eva Weissenberger als ihre Stellvertreterin in der Chefredaktion von „News“. Das Projekt von VGN-Chef Horst Pirker, die Illustrierte mit den beiden Journalistinnen an der Spitze, neu zu positionieren, war allerdings nicht von Erfolg gekrönt.

Ortner studierte nach der Matura Publizistik und Philosophie an der Universität Wien. Ihre journalistische Karriere begann 1998 bei der Tageszeitung Die Presse. Sowohl ihr Vater als auch ihr Großvater waren Chefredakteure der Vorarlberger Nachrichten.

RTL Group streicht Dividende

Der Medienkonzern RTL Group schüttet keine Dividende für das vergangene Jahr an die Aktionäre aus. Ursprünglich hatte der Verwaltungsrat einen Vorschlag von 4,00 Euro pro Aktie gemacht, hatte diesen aber dann im April wegen der Corona-Pandemie zurückgezogen. Für das abgelaufene Geschäftsjahr werde nun keine Dividende ausgeschüttet, teilte die im MDax notierte Bertelsmann-Tochter am Dienstag nach der Hauptversammlung in Luxemburg mit.

Dem Konzern geht es darum, Liquidität sicherzustellen. Den wirtschaftlichen Ausblick für das Geschäftsjahr hatte das Unternehmen wegen der Pandemie ebenfalls im April zurückgezogen. Den Umsatz wollte RTL ursprünglich eigentlich um 2 bis 3 Prozent steigern.

Ein Problem für Medienkonzerne in der Krise sind wegfallende Werbeerlöse und Werbeprojekte, die abgesagt oder verschoben werden. Zur RTL Group gehören mehr als 60 TV-Sender, darunter in Deutschland RTL, RTL Zwei, Super RTL, n-tv und Vox.

Spotify setzt auf Fiktion mit neuem Podcast

Der Streamingdienst Spotify bringt einen neuen eigenen fiktionalen Podcast über künstliche Intelligenz auf den Markt. Die Hauptrollen sind prominent besetzt, darunter sind Martina Hill, Almila Bagriacik und Bastian Pastewka. Der Podcast „SUSI“ mit sieben Folgen startet am 7. Juli, kündigte Spotify an. Darin geht es um Sara (Bagriacik), die einen neuen Job bei einer Tech-Firma antritt.

Spotify zufolge handelt es sich um eine deutschsprachige Adaption von Gimlet. Spotify kaufte im vergangenen Jahr die Produktionsfirma auf. Der Streamingdienst hat zuletzt auch die Zahl seiner eigenen exklusiven Podcasts aufgestockt.

Tom Berger ist neuer Head of LAOLA1

Tom Berger übernimmt ab 1. Juli als Head of LAOLA1 die Gesamtverantwortung für alle Medien- und Vermarktungsthemen von LAOLA1.at. In seiner neuen Funktion wird Berger direkt an die Geschäftsleitung berichten, die sich verstärkt internationalen Projekten im Sportradar-Konzern widmen wird. „Zusammen mit dem motivierten LAOLA1-Team möchte ich die fast zwanzigjährige Erfolgsgeschichte des Unternehmens fortschreiben“, freut sich Berger. „Gemeinsam wollen wir die künftigen Herausforderungen mit dem ,Spirit of Sports‘ angehen, der LAOLA1 auszeichnet. Es geht darum, die österreichische Sportwirtschaft in deren schwierigster Stunde zu stärken und neue Erfolge zu ermöglichen.“ Erste berufliche Erfahrungen sammelte Berger unter anderem beim ORF, bevor er fast fünf Jahre als Geschäftsführer für den Handball Rekordmeister Bregenz Handball tätig war. Zuletzt bekleidete er die gleiche Funktion bei der Handball Liga Austria (jetzt: spusu LIGA). Berger gehört neben diversen österreichischen Spitzensportlern auch zu den Gründern des Unternehmens Sportbox, das Sportcamps für Kinder und Jugendliche ausrichtet und die spusuSPORTinsel betreibt.

Funke verkauft die Verlagsgruppe Bahn an GeraNova Bruckmann

Das Verlagshaus GeraNova Bruckmann, München, hat mit Wirkung zum 1. Juli 2020 die VGB Verlagsgruppe Bahn GmbH mit Sitz in Fürstenfeldbruck von der Funke Mediengruppe übernommen. Bei der VGB erscheint eine Reihe an Magazinen für Eisenbahnfreunde und Modelleisenbahner, darunter Europas größte Zeitschrift für diese Zielgruppe, ‚ModellEisenBahner‘. Weitere Titel sind ‚MIBA – Die Eisenbahn im Modell‘ oder ‚DIMO – Digitale Modelleisenbahn*. Zum Programm gehören außerdem Bücher, Kalender und Filme.

Das VGB-Buchprogramm, das über 100 lieferbare Titel umfasst und bislang über den Essener Klartext Verlag vertrieben wurde, geht ebenfalls an GeraNova über. Bis zum Jahreswechsel 2020/2021 liegt die Buch-Auslieferung aber weiterhin beim Klartext Verlag bzw. bei Prolit.

IFA muss 2020 ohne Samsung auskommen

Die Berliner Technik-Schau IFA muss im Krisenjahr 2020 ohne den großen Stammausteller Samsung auskommen. „Wir haben uns entschieden, unsere wichtigsten Neuigkeiten und Ankündigungen dieses Jahr im Rahmen einer eigenen digitalen Veranstaltung Anfang September zu präsentieren“, teilte der südkoreanische Konzern mit.

Der globale Marktführer in der Unterhaltungselektronik wird der Messe aber nicht dauerhaft den Rücken kehren. „Obwohl Samsung nicht an der IFA 2020 teilnehmen wird, freuen wir uns auf die zukünftige Fortsetzung unserer Zusammenarbeit mit der IFA“, erklärte das Unternehmen.

So soll die „Special Edition“ der IFA laufen

Die IFA 2020 wurde im Gegensatz vielen anderen Messen nicht abgesagt, sondern soll als Fachveranstaltung in kleinerem Rahmen stattfinden. An der „IFA 2020 Special Edition“ im September in Berlin sollen nur Fachbesucher und Journalisten auf Einladung teilnehmen können, wie die Veranstalter ankündigten. Die Dauer wurde auf drei Tage verkürzt – vom 3. bis 5. September.

„SZ“-Korrespondentin Cathrin Kahlweit wechselt wieder nach Wien

Sie war seit Juli 2017 Korrespondentin für das Vereinigte Königreich mit Sitz in London, zuvor von 2012 bis 2017 „SZ“-Korrespondentin für Mittelosteuropa in Wien.

„SZ“-Korrespondentin Cathrin Kahlweit wechselt mit August wieder nach Wien. Sie wird Korrespondentin für den Südosten der EU und zusätzlich Sonderkorrespondentin für Osteuropa.

Seit Mitte 2017 ist Kahlweit Korrespondentin für das Vereinigte Königreich mit Sitz in London. Zuvor war sie (von 2012 bis 2017) von Wien aus „SZ“-Korrespondentin für Mittelosteuropa und zuständig für Österreich, die Ukraine, Ungarn, Slowakei und Slowenien.

Programmdirektor Jacobi verlässt überraschend den MDR

Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) und sein Programmdirektor Wolf-Dieter Jacobi gehen überraschend ab sofort getrennte Wege.

Jacobis Abschied „nach fast 30 Jahren erfolgreicher Tätigkeit“ wurde am Dienstag, seinem letzten Tag beim MDR, bekanntgegeben. Der Fernsehmanager höre auf, „um sich neuen beruflichen Aufgaben widmen zu können“, erklärte der MDR.

Der 54-jährige Jacobi hatte seine Karriere als Sportreporter begonnen. Bekannt wurde er als Boxkommentator der ARD. 2011 wurde er zum Fernsehdirektor ernannt. Ab 2016 leitete Jacobi die Programmdirektion Leipzig, zu der unter anderem die sogenannten Hauptredaktionen Fernsehfilm, Information und Sport gehören. Auch der Kika ist dort angegliedert. Seine fünfjährige Amtszeit wäre eigentlich noch bis 2021 gelaufen.

„Der MDR dankt Herrn Jacobi für seine besonderen Verdienste um den MDR und wünscht Herrn Jacobi für seine neuen beruflichen Aufgaben Erfolg und Anerkennung“, teilte der Sender mit. Seine Aufgaben übernehme kommissarisch seine bisherige Stellvertreterin Angela Tomschke.

Joe Pawlas übernimmt den Vorsitz von Antenne Deutschland

Zum Start der bundesweit einzigen privaten Digital Radio Plattform übernimmt Joe Pawlas die Stelle des Vorsitzenden der Geschäftsführung von Antenne Deutschland. In dieser Rolle verantwortet er künftig den Aufbau weiterer Geschäftsaktivitäten.

Zu den künftigen Ziel äußert er sich wie folgt: „Wir wollen nicht weniger als für Werbekunden und bundesweite Hörer die Top-Adresse im deutschen Audio- und digitalem Radiomarkt werden, über DAB+ aber natürlich auch im Stream. Wir haben Großes vor und wir freuen uns, dem Markt Stück für Stück mehr über unsere Vorhaben zu erzählen.“

Stellvertretender Phoenix-Chef verlässt den Sender

Michael Kolz verlässt Phoenix zu Ende Juli, das hat der Sender nun angekündigt. Der langjährige Leiter der Ereignisredaktion und stellvertretende Phoenix-Programmgeschäftsführer geht auf eigenen Wunsch und orientiert sich neu. Ab August wird er Lobbyist für AT&T/Warner Media in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Als Leiter Regierungsbeziehungen soll er künftig für seinen neuen Arbeitgeber lobbyieren.

Kolz war seit 2010 stellvertretender ZDF-Programmgeschäftsführer bei Phoenix und leitete seitdem die Ereignisredaktion, zunächst zusammen mit Alfred Schier (WDR) und seit 2018 alleinverantwortlich. Darüber hinaus war er als Moderator der Sendungen „Phoenix der tag“ und „Phoenix plus“ sowie als Live-Reporter von Parteitagen sowie bei nationalen und internationalen Wahlen regelmäßig auf dem Bildschirm präsent. Die Ereignisredaktion wird bis zur Neubesetzung kommissarisch von Alexander Kähler und der stellvertretenden Redaktionsleiterin Julia Grimm geführt.

Schrader neuer COO bei Madsack ab

Die Madsack Mediengruppe beruft Benjamin Schrader zum 1. Oktober 2020 in die Konzerngeschäftsführung. Er wird Nachfolger für Christoph Rüth, der zur Funke-Mediengruppe wechselt und dort neuer Zeitungschef werden soll. Als COO wird Schrader für das operative Geschäft der Mediengruppe verantwortlich sein, zudem erhält er auch die Verantwortung für die beiden Wachstumsfelder Post und Reisen. Schrader ist seit 2013 bei Madsack, seit 2015 leitet er die Märkische Verlags- und Druck-Gesellschaft, die die „Märkische Allgemeine Zeitung“ herausgibt.

Elon Musk greift Amazon-Chef an: „Jeff Bezos ist ein Nachahmer“

Sie sind zwei der schillerndsten Personen der Tech-Branche – und einander alles andere als grün. In den vergangenen Monaten hat der Konflikt zwischen Tesla-Chef Elon Musk und Amazon-Gründer Jeff Bezos deutlich Fahrt aufgenommen – wobei es vor allem Musk ist, der gerne über seinen Konkurrenten ätzt. Ein aktueller Deal von Amazon gibt ihm nun neuen Anlass dazu.

Kopierkatze

„Jeff Bezos ist ein Nachahmer“: Mit diesem kurzen Tweet reagiert Musk auf die Übernahme von Zoox durch den Onlinehändler. Handelt es sich doch dabei um eine Firma, die auf Software für selbstfahrende Autos spezialisiert ist. Ein Feld, in dem auch Tesla äußerst umtriebig ist – auch wenn Zoox eigentlich eher für Fahrtendienste wie Uber gedacht ist.

Musk scheint schon länger einen Groll gegen Bezos zu hegen. Was der konkrete Auslöser für diese Abneigung ist, lässt sich dabei nicht so einfach bestimmen. Allerdings ist klar, dass beide ähnliche Nebenprojekte pflegen. So ist auch Bezos mit der Firma „Blue Origin“ im Bereich der Raumfahrt tätig, und hat dieses sogar zwei Jahre von Musks Space X gegründet – das aber wiederum erheblich erfolgreicher ist.

Zerschlagung

Erst vor wenigen Wochen ließ Musk dann mit einem direkten Angriff auf den Konkurrenten aufhorchen: Er forderte kurzerhand die Zerschlagung von Amazon: „Monopole sind unrecht“ argumentierte er dabei. Auslöser dafür war, dass Amazon zunächst den Verkauf eines Buches, dass sich kritisch mit den Covid-19-Maßnahmen auseinandersetzt, blockiert hat. Dass Amazon später betonte, dass es sich dabei um einen Fehler handelte, half auch nichts mehr.

Zoox

Doch auch mit Zoox hat Musk bereits eine einschlägige Vorgeschichte. So hatte Musk im Vorjahr vollmundig angekündigt, dass seine Autos schon Mitte 2020 vollkommen autonom – also ohne jeglichen menschlichen Eingriff – fahren könnten. Eine Behauptung, die Zoox-Mitgründer Jesse Levinson damals mit den Worten, dass es unmöglich sei, dass das passieren werde, kommentiert hatte. Immerhin sei Tesla in dieser Hinsicht noch weiter von den führenden Firmen in diesem Bereich entfernt – und selbst diese werden für dieses Ziel noch einige Zeit brauchen. Für Musk läuft die Frist, den Wahrheitsbeweis anzutreten, aber ohnehin bald ab. Insofern wird sich bald zeigen, ob er recht hatte.

ORF-Radiokulturhaus zählte 2019 rund 30.000 Besucher

Rund 30.000 Besucher fanden 2019 ihren Weg in das Wiener ORF-Radiokulturhaus. Bei insgesamt 276 Veranstaltungen bedeutet das eine Auslastung von 79 Prozent, hieß es am Montag in einer Aussendung. Ein Großteil der Events, genauer gesagt 254 Veranstaltungen, wies einen „wesentlichen Österreich-Bezug“ auf. Bei knapp der Hälfte (119 Veranstaltungen) spielte Live-Musik eine zentrale Rolle.

„Die Bilanz zeigt deutlich, dass sich die innovativen Veranstaltungsideen und unkonventionellen Programme des ORF-Radiokulturhauses bewähren“, wurde ORF-Radiodirektorin Monika Eigensperger zitiert. Durch neue inhaltliche Formate sei außerdem der Wandel „vom Veranstalter zum multichannelfähigen Kulturcontent-Lieferanten“ gelungen, ergänzte ORF-Radiokulturhaus-Leiter Thomas Wohinz. In Summe wurden im Vorjahr so 220 Sendestunden für das Radio sowie 130 Stunden TV-Programm produziert.

„taz“-Redaktion bittet um Unterstützung der Polizei

Die Redaktion der Berliner taz hat wegen Drohungen gegen Hengameh Yaghoobifarah und weitere Mitarbeiter um Unterstützung der Polizei gebeten. Nach der Veröffentlichung der polizeikritischen Kolumne All cops are berufsunfähig von Yaghoobifarah seien zahlreiche Anrufe und E-Mails eingegangen, von denen einige als direkte Gefährdung für die Journalistinnen und Journalisten eingestuft werden könnten. Die taz-Redaktion habe daher um ein Beratungs- und Sicherheitsgespräch bei der Berliner Polizei gebeten, sagte die stellvertretende Chefredakteurin Katrin Gottschalk.

In dem satirischen Text fragt Yaghoobifarah, wo Polizisten arbeiten könnten, wenn die Polizei abgeschafft würde – der Kapitalismus aber nicht. Zum Schluss der Kolumne heißt es: „Spontan fällt mir nur eine geeignete Option ein: die Mülldeponie. Nicht als Müllmenschen mit Schlüsseln zu Häusern, sondern auf der Halde, wo sie wirklich nur von Abfall umgeben sind. Unter ihresgleichen fühlen sie sich bestimmt auch selber am wohlsten.“

ZDF und ORF produzieren neue Zaubershow

Wie lässt man eine Cola-Dose fliegen? Wie liest man die Gedanken seiner Freunde oder wie drückt man eine Münze durch einen Holztisch? Diese Fragen will man in „1000 Tricks“ beantworten, wie das ZDF bekanntgab. In der neuen Sendung sollen die jungen Zauberer Melli und Christoph verschiedene Illusionen präsentieren. Die beiden weiteren Protagonisten der Show sind der Magier Tristan sowie „Magic Max“, dessen Kunststücke sich laut Ankündigung „immer am Rande einer kleinen Katastrophe“ befinden sollen.

Die Zauberer werden in der Sendung die Geheimnisse ihrer Kunststücke mit dem Publikum teilen. Gerade junge Zuschauerinnen und Zuschauer sollen so zu Hause mit etwas Übung selbst zum Magier werden können. Das Konzept erinnert ein wenig an das ehemals erfolgreiche US-Format „Die Tricks der größten Zauberer“, das seit 1998 auch im deutschen Fernsehen zu sehen war, unter anderem moderiert von Barbara Eligmann und Nazan Eckes.

„1000 Tricks“ wird von Tower 10 Kids TV im Auftrag des ORF und des ZDF produziert. Die Dreharbeiten sollen bis zum 10. Juli stattfinden. Die 13 Folgen der ersten Staffel sollen noch in diesem Jahr im ORF und bei KiKA ausgestrahlt werden.

Dieter E. Zimmer gestorben

Der 1934 in Berlin-Pankow geborene Zimmer studierte Literatur- und Sprachwissenschaft in Berlin, Genf und den USA. Ab 1959 lebte er in Hamburg und war über vier Jahrzehnte Redakteur der Wochenzeitung „Die Zeit“, rechte Hand des Feuilletonchefs Rudolf Walter Leonhardt, von 1973 bis 1977 selbst Feuilletonchef.
Vielleicht war das nicht seine ureigenste Profession, das war wohl eher die des Wissenschaftsautoren. Seit 2000 ist Zimmer als freier Schriftsteller, Kritiker, Übersetzer und Publizist in Berlin tätig. Die Bezeichnungen „Universalfeuilletonist“ oder „Renaissance-Mensch“ sind wohl nicht übertrieben.

In Sachen intellektueller Neugier konnte es höchstens noch der 1996 verstorbene Philosoph Hans Blumenberg mit Zimmer aufnehmen. Dieser veröffentlichte Bücher und Zeitschriftenartikel zu Fragen der Psychologie, Biologie, Anthropologie, Linguistik oder Intelligenzforschung.

Seit 1989 war Zimmer Herausgeber der deutschen Gesamtausgabe von Nabokovs Schriften. „Was er in dieser Hinsicht als Übersetzer, Herausgeber und Bibliograph geleistet hat, ist so enorm und so exzeptionell, dass es anmaßend erscheinen mag, seine Arbeit mit den üblichen lobenden Sätzen zu bedenken“, schrieb Marcel Reich-Ranicki.

„Wir verdanken ihm mehr als den meisten deutschen Lyrikern und Romanciers unserer Tage. Wozu haben wir die vielen Literaturpreise, die so gern jenen verliehen werden, die schon zehnmal preisgekrönt wurden?“
Seinen ersten Artikel für die „Zeit“ schrieb Zimmer 1959 über – Vladimir Nabokov. Dessen „Lolita“ galt damals als Schundbuch, durfte nicht in die USA eingeführt werden, erschien aber bereits in deutscher Übersetzung bei Rowohlt. Zimmers offenbar letzter Artikel in der „Süddeutschen Zeitung“ 1996 machte sich auf die Suche „ nach dem gelben Mauerstück – Wie Marcel Proust bei Vermeer etwas sah, das gar nicht da ist“.

Bertelsmann holt Henrik Poulsen in den Aufsichtsrat

Henrik Poulsen, Chief Executive Officer des dänischen Energieunternehmens Ørsted, ist neu in den Aufsichtsrat von Bertelsmann berufen worden.

Poulsen folgt Adidas-CEO Kasper Rorsted nach, der 2019 aus dem Kontrollgremium von Bertelsmann ausgeschieden war. Poulsen führt den Energiekonzern Ørsted seit dem Jahr 2012. Das dänische Unternehmen ist mit einem Umsatz von umgerechnet rund 9 Mrd Euro und 6.500 Beschäftigten Weltmarktführer und Pionier im Bereich Offshore-Windenergie und gilt als einer der nachhaltigsten Konzerne der Welt.

Uwe Böhler verlässt Mediengruppe RTL Ende 2020

Uwe Böhler, Bereichsleiter Services & Qualität bei infoNetwork und Chairman of the Board of Directors der ENEX S.A. in Luxemburg, verlässt zum Jahresende das Unternehmen. Das passiere auf den Wunsch von Böhler, wie das Unternehmen betont. Wohin es ihn künftig zieht, ist derzeit noch unklar. Böhler ist ein Urgestein des Unternehmens: 1998 kam er als Produktionsleiter Magazine zu RTL. Danach arbeitete er unter anderem noch als Leiter Produktionsmanagement News & Magazine bei RTL, 2008 folgte schließlich der Einstieg in die Geschäftsleitung der damals neu gegründeten infoNetwork. Und seit 2009 leitete er als Chairman eben auch das Board o Directors bei der ENEX S.A. – Enex ist eine weltweit agierende Nachrichtenorganisation, in der sich viele Privatsender zusammengeschlossen haben.

Bei infoNetwork verantwortete Böhler in den vergangenen Jahren das operative Geschäft außerhalb der Content-Erstellung. Wer ihm in dieser Position nachfolgen wird, ist ebenfalls noch nicht klar. Michael Wulf, RTL-Chefredakteur und Geschäftsführer der infoNetwork, sagt: „Uwe Böhler hat mit seiner hohen fachlichen und generalistischen Expertise sowie seinem strategischen Weitblick sehr maßgeblich am Erfolg der infoNetwork mitgewirkt. Ich danke Uwe ganz ausdrücklich für seinen persönlichen und versierten Einsatz in den verschiedenen Management-Positionen, die er innerhalb der Mediengruppe RTL innehatte. Für seine Zukunftspläne wünsche ich ihm persönlich und beruflich nur das Beste und viel Erfolg.“

DuMont übernimmt den Düsseldorf-„Express“ komplett

Vor der Coronakrise hat die Mediengruppe DuMont seine Regionalmedien auf den Prüfstand gestellt, auch ein Verkauf sämtlicher Titel stand zur Debatte. Am Ende hat man sich von etlichen Zeitungen und Verlagen getrennt, unter anderem vom Berliner Verlag und der „Hamburger Morgenpost“. Den Standort Köln will man aber behalten, zuletzt kündigte man hier massive Investitionen an. Nun hat man angekündigt, den Düsseldorf-„Express“ vollständig zu übernehmen.

Schon bislang hielt man 50 Prozent an der Zeitung, künftig wird man Alleingesellschafter. Der andere Gesellschafter, der die Zeitung bislang gemeinsam mit DuMont herausgegeben hat, ist die Westdeutsche Zeitung GmbH & Co. KG, zu diesem Verlag gehört die „Westdeutsche Zeitung“. Durch die Übernahme der Anteile endet auch die 50-jährige Zusammenarbeit der beiden Verlage in diesem Bereich – in der Vermarktung der Zeitung wollen sie aber dennoch weiterhin zusammenarbeiten.

Von DuMont heißt es, durch die Akquise unterstreiche man die Fokussierung auf die Weiterentwicklung und Digitalisierung der beiden Marken „Express“ und „Kölner Stadt-Anzeiger“. Der „Express“ sei schon heute eines der reichweitenstärksten regionalen Newsportale, so DuMont. Künftig soll die Seite auch überregionale News- und Entertainment-Schwerpunkte setzen.

Seehofer verzichtet auf Anzeige und will Gespräch mit taz

Bundesinnenminister Horst Seehofer stellt entgegen früherer Ankündigung doch keine Strafanzeige gegen die Verfasserin einer polizeikritischen Kolumne in der Tageszeitung „taz“. Das teilte das Innenministerium am Donnerstag in Berlin mit. Der CSU-Politiker will stattdessen mit der „taz“-Chefredaktion über die Kolumne sprechen. Die linke Tageszeitung zeigte sich offen – will sich dazu aber nicht wie vorgeschlagen im Bundesinnenministerium, sondern in einer Polizeischule treffen.

Vier Tage lang hatte es eine Hängepartie um die Strafanzeige gegeben, die Seehofer am Sonntag in der „Bild“-Zeitung angekündigt hatte. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte mit ihrem Minister über den Fall gesprochen. Seehofer betonte am Donnerstag: „Mir geht es bei der von mir angestoßenen Diskussion nicht um Strafverfolgung einer Person und schon gar nicht um einen Eingriff in die Pressefreiheit.“ Er ergänzte: „Mir geht es im Gegenteil darum, dass wir dringend eine gesellschaftliche Diskussion darüber führen müssen, wie wir in dieser Gesellschaft miteinander umgehen und wo die Grenzen einer Auseinandersetzung sind.“

„taz“-Chefredakteurin Barbara Junge reagierte am Donnerstag so: „Die Ankündigung einer Anzeige gegen unsere Autorin war ein massiver Einschüchterungsversuch und ein beschämender Angriff auf die Pressefreiheit. Es ist bezeichnend, dass der Bundesinnenminister für eine solche Erkenntnis vier Tage gebraucht hat.“ Die „taz“ führe gerade eine „leidenschaftliche Diskussion über Rassismus und Polizei und den journalistischen Umgang damit“. Sie begrüße, dass Seehofer sich daran beteiligen wolle.

Zugleich machte Junge klar: „Ich halte aber das Bundesinnenministerium nicht für den richtigen Ort für dieses Gespräch und schlage einen gemeinsamen Besuch der Polizeischule in Eutin vor, die ihrem Rassismusproblem in den eigenen Reihen begegnet, indem sie sich dem Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ angeschlossen hat.“

Styria-Vorstand Mair als VÖZ-Präsident wiedergewählt

Die Generalversammlung des Verbands Österreichischer Zeitungen (VÖZ) hat Markus Mair erneut zum Präsidenten gewählt. Der Vorstandsvorsitzende der Styria Media Group AG steht dem Branchenverband seit zwei Jahren vor. Alle Präsidiumsmitglieder wurden für zwei Jahre verlängert, teilte der VÖZ in einer Aussendung mit.

In seiner Rede appellierte Mair an die Politik, die geplante Umsatzsteuerreduzierung im Medienbereich „praxistauglich“ zu gestalten. Im ersten Halbjahr 2020 sei für den gesamten Printsektor ein Schaden von rund 45 bis 50 Mio. Euro entstanden. Die Reduktion der Mehrwertsteuer für Zeitungen und Magazine auf Vertriebserlöse könnte einen wichtigen Impuls darstellen, um nachhaltige Geschäftsmodelle zu fördern, so Mair.

Maximilian Dasch („Salzburger Nachrichten“) und Claudia Gradwohl („profil“) wurden im Rahmen der Generalversammlung neben Thomas Kralinger („Kurier“) und Eugen A. Russ („Vorarlberger Nachrichten“) erneut zu Vizepräsidenten bestellt. Ebenfalls bestätigt wurden Hermann Petz („Tiroler Tageszeitung“) in seiner Funktion als Schriftführer, Rainer Eder („Österreichische Bauernzeitung“) in seiner Funktion als Kassier sowie Lorenz Cuturi („OÖN“), Friedrich Dungl („NÖN“) und Alexander Mitteräcker (DER STANDARD). Darüber hinaus wurde Gerhard Valeskini („Kronen Zeitung“) neu ins Präsidium gewählt.

Roland Weißmann wird Geschäftsführer des neuen ORF-Players

Der gebürtige Oberösterreicher, der seine ersten journalistischen Erfahrungen im Landesstudio Niederösterreich machte und später mit Finanzdirektor Richard Grasl nach Wien wechselte, ist derzeit Chefproducer des ORF-Fernsehens und damit „Herr“ über rund 400 Budget-Millionen. Diese Position soll Weißmann nach behalten.

Für die digitale Transformation des größten heimischen ­Medienunternehmens (knapp eine Milliarde Euro Umsatz, 4.000 Vollzeitstellen) sieht der 51-Jährige freilich einen Kulturwandel als notwendig an. Weißmann: „Es bedarf eines positiven Change-Prozesses. Hier entsteht etwas ganz Neues, und wir haben die Chance, daran mitzuarbeiten. Wann ist das schon der Fall? Umso wichtiger ist es, alle Mitarbeiter miteinzubeziehen. Sie sind es, die den Player am Ende mit Leben befüllen werden.“

Katja Pietsch wird Chefredakteurin von Radio Bremen

Zum 1. August tritt Katja Pietsch die Nachfolge von Andrea Schafarczyk als neue multimediale Chefredakteurin von Radio Bremen an – bis zur Zustimmung durch den Verwaltungsrat zunächst noch unter Vorbehalt. Sie verantwortet somit die gesamte regionale Berichterstattung des Senders in Fernsehen, Hörfunk und Online. Zudem ist sie unter anderem auch für die Zulieferung für die „Tagesschau“ sowie für Recherche, Sport und Nachrichten zuständig. Sie soll in den kommenden Monaten die regionale Berichterstattung und die crossmediale Vernetzung stärken sowie das „journalistische Standing von Radio Bremen im Land und in der ARD“ festigen.

„Index“ im „Würgegriff“

Das größte unabhängige Onlineportal Ungarns, Index.hu, bangt weiter um seine Existenz als kritisches Medium. Nach Berichten über Umstrukturierungspläne ist der Chefredakteur des Portals, Szabolcs Dull, aus der Direktion der Index-Eigentümerin MFA entfernt worden. Er soll interne Informationen der Direktion an die Öffentlichkeit gebracht haben.

Diese Begründung gab Kuratoriumsvorsitzende Laszlo Bodolai den Schritt im Onlineportal Media-1.hu. Dull und mehrere Journalisten hatten am Sonntag wie berichtet in einem offenen Brief erklärt, dass es „Einfluss von Außen gebe“, der zum Verschwinden der Nachrichtenredaktion führen könnte.

Das gleichsam unabhängige Nachrichtenplattform 24.hu hatte die internen Informationen über die bei Index geplanten Umstrukturierungspläne veröffentlicht. Nach diesen Plänen könnten Teile der Redaktion in externe Firmen ausgelagert und so die Unabhängigkeit des Portals und auch Arbeitsplätze in Gefahr gebracht werden. Geringere Werbeeinnahmen wegen der Corona-Pandemie werden seitens der Eigentümerin für diese Pläne angeführt.

Diese waren auch der Grund für den am Dienstag erfolgten Rücktritt des Generaldirektors der Index GmbH, Andras Pusztay. Dieser hatte bereits letzte Woche angekündigt, den Direktionsbeschluss reinen Gewissens nicht durchsetzen zu können. Details zu seiner Entscheidung wurden nicht bekannt.

Laut dem Mitbegründer von Index und früherem Chefredakteur Peter Uj will die Regierung Orban die Tür aktuell nicht zuschlagen, sondern die meistbesuchte ungarische Nachrichten-Website in einen „immer engeren Würgegriff nehmen“. Was bei Index zu sehen sei, wäre ein „langer Prozess, eine sich monoton verschlechternde Lage, die heute anscheinend eine neue Stufe erreichte“, betonte Uj.

Das Portal hatte 2018 auf seiner Website ein Barometer hinsichtlich der aktuellen Unabhängigkeit der Redaktion mit drei Stufen eingerichtet: Grün für unabhängig, gelb für Gefahr und rot für nicht unabhängig. Gegenwärtig steht der Zeiger auf Gefahr.

Neue Programmführung bei Brandstätter

Der österreichische Verlag Brandstätter (Wien) ordnet sein Führungsteam im Programm neu: Judith E. Innerhofer übernimmt die Programmleitung Sachbuch, Stefan Schlögl wird Cheflektor.

Innerhofer (36) verantwortet das Sachbuch-Programm. Zuvor war sie als Redakteurin der Hamburger Wochenzeitung „Die Zeit“ in Wien tätig. Sie hat Politikwissenschaften studiert und als Journalistin und Filmemacherin für verschiedene Verlage und Medienhäuser in Deutschland, Österreich und Italien gearbeitet.
Schlögl (46) ist neuer Cheflektor. In dieser neu geschaffenen Funktion wird er Innerhofer und Stefanie Neuhart, die in der Programmleitung für die Kochbuchsparte und Corporate Publishing zuständig ist, unterstützen. Der studierte Publizist und Pädagoge war Chef vom Dienst bei der österreichischen Tageszeitung „Der Standard“ und Redakteur im Österreich-Büro der Wochenzeitung „Die Zeit“.

Comeback für Mehmet Scholl bei Bild Live

Drei Jahre nach der Trennung von der ARD kehrt Mehmet Scholl als Fußball-Experte zurück auf den Bildschirm. Bild Live hat den 49-Jährigen für zwei Jahre verpflichtet. Vereinbart sind jeweils mindestens 20 Einsätze. Los gehen soll es im August, beim Champions-League-Turnier in Lissabon.

Neun Jahre stand Mehmet Scholl in Diensten der ARD. Als bester TV-Experte bei der WM 2014 wurde er mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet.

Beim Bieterverfahren der DFL erhielt Axel Springer den Zuschlag für das Paket M. Es ermöglicht Bild Live, die Highlights der ersten und zweiten Fußballbundesliga ab der Saison 2021/22 direkt nach Abpfiff im kostenpflichtigen Angebot von Bild plus zu zeigen. Entsprechende Formate, um damit auch die Zahl der aktuell rund 480 000 Abonnenten von Bild plus zu erhöhen, sind derzeit in Planung, darunter dem Vernehmen nach eine 20-minütige Sendung nach Abpfiff, in der Scholl eine tragende Rolle spielen wird.

Die Vereinbarung sieht vor, dass der frühere Bayern-Profi in den nächsten beiden Jahren jeweils mindestens 20 Mal zum Einsatz kommen wird. Die Premiere soll im August sein, beim Champions-League-Turnier in Lissabon.

Olympus will seine Kamerasparte abschaffen

Der japanische Optik- und Kamerahersteller hat angekündigt, seine Kamerasparte abzugeben. Eine Absichtserklärung mit einem Käufer sei bereits unterzeichnet.

Demnach wird das Unternehmen Japan Industrial Partners (JIP) diesen Teil von Olympus übernehmen. Der Vertrag soll Ende September unterzeichnet werden, die Transaktion bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Über den Preis wurde nichts bekannt.

Der Digitalkameramarkt sei sehr schwierig geworden, schreibt Olympus. Vor allem durch die Entwicklung von Smartphones habe es einen „rapiden Marktrückgang“ gegeben. Olympus habe versucht, dem durch eine Umstrukturierung der Produktionsstandorte und die Konzentration auf hochwertige Wechselobjektive entgegenzuwirken. Trotzdem habe das Imaging-Geschäft von Olympus in drei aufeinanderfolgenden Geschäftsjahren operative Verluste verzeichnen müssen.

Schon vor einigen Monaten hatte es Gerüchte über einen möglichen Verkauf der Kamerasparte gegeben. Lange hatte Olympus-Chef Yasuo Takeuchi darauf beharrt, dass diese Sparte nicht zum Verkauf steht. Ein Gespräch mit der US-Nachrichtenagentur Bloomberg im November vergangenen Jahres legte jedoch nahe, dass dies möglicherweise so nicht mehr galt.

Andy Main wird neuer Global CEO von Ogilvy

Andy Main wird neuer Global Chief Executive Officer bei Ogilvy. Main kommt von Deloitte, wo er als Head of Deloitte Digital und Leiter von Deloitte Consulting LLP tätig war.

Main folgt auf John Seifert, die letzten fünf Jahre als Global CEO die Geschicke der Agentur verantwortete. Seifert hatte seinen Rücktritt bereits im April angekündigt und wird das Netzwerk zum Ende Juli nach 41 Jahren verlassen.

Andy Main begann seine Karriere bei Andersen Consulting und wechselte 1999 als Leiter der Hi-Tech-Sparte zu Deloitte Consulting. Davor war er bereits im Vorstand von Deloitte Consulting tätig.

2014 übernahm Main die Leitung von Deloitte Digital und baute das Unternehmen seitdem zu einer internationalen Marke aus. Während seiner Amtszeit übernahm Deloitte Digital verschiedene Kreativagenturen und erweiterte so das Portfolio eines reinen Beratungsunternehmens um Creative Services. Damit setzte er einen Trend, der die Branche nachhaltig beeinflusst hat.

Bauer Media Group plant Einstellung des Betriebs von VPM Druck

Die Bauer Media Group gibt bekannt, den Betrieb ihrer Offset-Druckerei VPM Druck in Rastatt zu Ende Oktober 2020 einzustellen. Das Unternehmen wird sich in seinem Druckereigeschäft zukünftig ausschließlich auf den Tiefdruckbereich konzentrieren.

Von der Schließung sind 163 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen betroffen. In den kommenden Wochen werden in Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat die Verhandlungen zum Interessensausgleich und zum Sozialplan aufgenommen. Die Leitung von VPM Druck wird bis zu ihrer Schließung interimistisch von Roland Ort übernommen. Der bisherige Leiter der Druckerei, Günter Jerger, verlässt das Unternehmen auf eigenen Wunsch.

US-Justiz klagt Wikileaks-Gründer Julian Assange erneut an

Die US-Justiz hat eine neue Anklage gegen Wikileaks-Gründers Julian Assange erlassen. Das Justizministerium in Washington teilte mit, gegen den 48-Jährigen werde von einer breiteren Verschwörung beim Hacken von Computern als bislang ausgegangen. Demnach hätten „Assange und andere“ Menschen dafür rekrutiert, Netzwerke zu hacken, damit Wikileaks davon profitiere. Allerdings würden zu den bisher 18 Anklagepunkten gegen Assange keine weiteren hinzugefügt.

Alte Anklage

Die US-Justiz wirft Assange vor, der Whistleblowerin Chelsea Manning geholfen zu haben, geheimes Material von US-Militäreinsätzen im Irak und in Afghanistan zu veröffentlichen. Dabei soll der Anklage zufolge insbesondere die Sicherheit von US-Informanten aufs Spiel gesetzt worden sein. Bei einer Verurteilung in allen 18 Anklagepunkten drohen Assange bis zu 175 Jahre Haft. Assange bestreitet die Vorwürfe. Die Wikileaks-Enthüllungen hatten auch zur Aufdeckung von Kriegsverbrechen durch amerikanische Soldaten geführt.

Assange hatte sich aus Angst vor einer Auslieferung an die USA 2012 in die ecuadorianische Botschaft in London geflüchtet. Damals lag gegen ihn ein europäischer Haftbefehl wegen Vergewaltigungsvorwürfen in Schweden vor. Die Ermittlungen wurden jedoch später eingestellt. Die britische Polizei verhaftete Assange im April 2019, weil er mit der Flucht in die Botschaft gegen Kautionsauflagen verstoßen hatte. Er wurde zu einem knappen Jahr Gefängnis verurteilt. Der gebürtige Australier sitzt seit rund einem Jahr im Londoner Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh. Eine Anhörung zum US-Antrag auf Auslieferung Assanges war im Mai wegen der Corona-Pandemie auf September verschoben worden.

Ella Wassink wird neue Geschäftsführerin des DJV

Die Politologin Ella Wassink (52) wird zum 1. November 2020 in die Geschäftsführung des Deutschen Journalisten-Verbands eintreten. Sie folgt zum Jahreswechsel als Hauptgeschäftsführerin auf Kajo Döhring.

Wassink arbeitet derzeit noch als Geschäftsführerin beim Dachverband der Berliner Selbsthilfe-Kontaktstellen. Nach dem Studium der Politikwissenschaften war sie unter anderem 14 Jahre als Pressereferentin beim Deutschen Presserat tätig. In der DJV-Pressestelle arbeitete sie mehr als ein Jahr in der Elternzeitvertretung.

In einem offenen Bewerbungsverfahren hatte sich Ella Wassink gegen zahlreiche Kandidatinnen und Kandidaten durchgesetzt. Überall: „Der DJV-Bundesvorstand entschied sich einstimmig für sie.“

Arte bekommt ab 2021 eine neue Film-Chefin

Arte hat zum 1. Januar 2021 einen Wechsel in der Hauptabteilung Spielfilm/Fernsehfilm angekündigt. Diese wird ab dem neuen Jahr von Claudia Tronnier geleitet, das hat die Mitgliederversammlung des Senders nun entschieden. Tronnier, die zunächst auf vier Jahre bestellt wurde, folgt auf Andreas Schreitmüller, der nach einer 30-jährigen Karriere bei Arte zum Jahresende 2020 in den Ruhestand gehen wird.

Tronnier arbeitet bereits seit 1990 für Das kleine Fernsehspiel im ZDF, zunächst als freie Mitarbeiterin, später auch als festangestellte Redakteurin. Seit 2008 leitet sie den Bereich im ZDF. Ihre Kompetenzen im Bereich lineare und nichtlineare Programme sowie ihre Teamleitungserfahrung würden Tronnier zu einer „ausgezeichneten Besetzung für die Leitung der Hauptabteilung Spielfilm und Fernsehfilm“ machen, heißt es von Arte. In ihrer neuen Position wird sie künftig übrigens auch Mitglied der Programmkonferenz von Arte sein.

Helga Schubert gewinnt Bachmannpreis

Helga Schubert hat den Ingeborg Bachmannpreis 2020 gewonnen. Das Klagenfurter Wettlesen war, wie viele Veranstaltungen, in diesem Jahr ins Digitale verlagert worden und fand per Videokonferenz statt.

Helga Schubert ist mit 80 Jahren die älteste Bachmann-Preisträgerin. Sie setzte sich mit ihrem Text „Vom Aufstehen“ durch, in dem es um eine schwierige Mutter-Tochter-Beziehung geht. Für Schubert war das bereits der zweite Anlauf, beim Literaturwettbewerb teilzunehmen. Ihr erste Teilnahme im Jahr 1980 scheiterte an der Ausreise aus der DDR.

In ihrer Laudatio sagte Patin Insa Wilke, die Schubert zum Wettbewerb eingeladen hatte, „Vom Aufstehen“ über eine Frau, die im Bett liege, habe alle berührt: ein klassisches literarisches Motiv, das Erinnern an die Mutter. „Der Text lehrt das Lesen und das Leben, aber ohne zu Belehren.“

Die weiteren Preisträger des Wettbewerbs im Überblick:

Deutschlandfunkpreis: Lisa Krusche
KELAG-Preis: Egon Christian Leitner
3sat-Preis: Laura Freudenthaler
Publikumspreis: Lydia Haider

RTL steigt nach 30 Jahren aus der Formel 1 aus

Nach 30 Jahren stellt RTL zum Ende der Saison seine Live-Berichterstattung von der Formel 1 ein. Die Rechtekosten sind nach Angaben des TV-Senders vom Sonntag zu hoch. RTL hatte die wichtigste Motorsport-Serie seit 1991 übertragen.

Wo die Formel 1 ab dem kommenden Jahr in Deutschland gezeigt wird, ist noch nicht bekannt. Als Interessent gilt der Pay-TV-Sender Sky, der in der am 5. Juli in Spielberg beginnenden Saison noch parallel zu RTL überträgt.

Grund für das RTL-Aus zur kommenden Saison seien finanzielle Gründe. „Wenn Konkurrenten im Spiel sind, die bereit sind, das Doppelte zu bieten, muss man sich mit einem Ausstiegsszenario zwangsläufig auseinandersetzen“, sagte RTL-Sportchef Manfred Loppe am Sonntag. RTL will „auch zukünftig selbstverständlich versuchen, unseren Zuschauern attraktive Sportangebote zu präsentieren. Klar ist, dass dabei wirtschaftliche Limits ebenso eine Rolle spielen wie die veränderten Wettbewerbsbedingungen.“

Die Formel 1 hatte sich in Deutschland nach dem Hype der Michael-Schumacher-Jahre zuletzt auf einem beachtlichen Quoten-Niveau stabilisiert. Im Jahresdurchschnitt aller 21 Formel-1-Übertragungen kam RTL im Vorjahr auf 4,05 Millionen Zuschauer und einen Marktanteil von 23,2 Prozent.

Spiegel beruft Stefan Ottlitz in die Geschäftsführung

Stefan Ottlitz wechselte 2018 von der Süddeutschen Zeitung zum Spiegel, wo er unter anderem das Bezahlmodell Spiegel+ erfolgreich umbaute und den Relaunch von Spiegel Online verantwortete. Vor allem die erfolgreiche Neustrukturierung von Spiegel+ dürfte das Gesellenstück des 43 Jahre alten Journalisten gewesen sein.

Ottlitz wird innerhalb der Geschäftführung für die Bereiche Produktmanagement, Produktentwicklung/Innovationsmanagement, Spiegel Media, IT einschließlich des Spiegel Tech Lab und die Herstellung verantwortlich zeichnen. „Ich hab meinen doppelten Wechsel – sowohl zurück zum Spiegel als auch vom Journalismus in den Verlag – in den vergangenen zweieinhalb Jahren keine Sekunde bereut. Im Gegenteil“, teilt Ottlitz bei Twitter mit. „So viel Reform an Strukturen, Produkten, lange scheinbar Unreformierbarem; so viel Energie in der Transformation eines Medienhauses; vor allem so viele Kolleg*innen mit Gestaltungsmut und -wut, erst recht in fordernden Zeiten: Das ist gerade jetzt ein guter, richtiger Ort zum Anpacken. Und weiter geht’s!“

Karsten Kredel folgt auf Barbara Laugwitz bei Ullstein

Ullstein hat einen Nachfolger für Barbara Laugwitz gefunden: Karsten Kredel, bislang Leiter von Hanser Berlin, wechselt zu den Ullstein Buchverlagen. Als verlegerischer Geschäftsführer wird er den Verlag zukünftig mit seinem Co-Geschäftsführer Urban van Melis leiten. Laugwitz hatte Ullstein nach nur rund eineinhalb Jahren wieder verlassen um zu dtv zu wechseln, wo sie in Nachfolge von Claudia Baumhöver ab 1. August neue verlegerische Geschäftsführerin wird.

Herold.at vollzieht umfangreichen Relaunch

Das Suchportal Herold.at verzeichnet monatlich drei Millionen Besucher, jeder zweite führte in weiter Folge zu einer Kontaktaufnahme. Jährlich erhalten Unternehmen mehr als 17 Millionen Aufrufe, Website-Besuche und E-Mail über Herold.at. Damit das auch in Zukunft so bleibt, wurde das Portal www.herold.at nun einem umfangreichen und tiefgreifenden Check sowie einem Design-Relaunch unterzogen. Das erklärte Ziel des Relaunchs: Die Bedürfnisse der Herold.at User sollten zunächst genau analysiert, verstanden und anschließend umgesetzt werden. Das Ergebnis ist eine komplett überarbeitete Suchmaschine, die dem neuen Corporate Design des Unternehmens angepasst ist, und sowohl am Desktop wie auf mobilen Endgeräten optimal funktioniert: frei nach dem Motto: „Firmen finden ohne lange zu suchen“. „Unser Ziel war es, einerseits für Konsumenten auf der Suche nach einem Anbieter ein perfektes Nutzererlebnis zu schaffen. Andererseits wollen wir so sicherstellen, dass die heimischen Betriebe auch weiterhin über Herold.at wertvolle Kontakte zu potenziellen Kunden erhalten“, bringt es Alberto Sanz de Lama, Geschäftsführer und CEO von Herold, auf den Punkt.

Die ersten Änderungen zeigen sich bereits auf der neuen Startseite von Herold.at: Über Schnelleinstiege gelangt man direkt zur Unternehmenssuche. Zudem wird die Suche nach Anbietern in der gewünschten Branche durch smarte Filter- und Sortierfunktionen erleichtert. Und damit die Suchergebnisse möglichst einfach und schnell zu erfassen sowie miteinander zu vergleichen sind, werden sie ab sofort in drei Spalten mit Foto oder Logo, Firmeninformation und geografischer Lage angezeigt. So erhält der User rasch einen Überblick über die möglichen Dienstleister. Userrelevante Informationen wie Kontaktdaten, Öffnungszeiten oder etwa auch Bewertungen sind kontrastreich gekennzeichnet. „Durch die geschickte Präsentation der Firmeninformationen, die für den Konsumenten besonders wichtig sind, konnten wir die Anzahl der Kontaktaufnahmen (Conversion Rate) um 25 Prozent steigern“, so Sanz de Lama.

Kundenbewertungen spielen bei der Kaufentscheidung eine ganz entscheidende Rolle. Daher werden Betriebe, die bereits besonders viele positive Bewertungen in ihrer Branche erhalten haben, ab sofort als sogenannte „Tip Top Unternehmen“ präsentiert und mit dem neuenSiegel ausgezeichnet. Das Gütesiegel von Herold steht für Qualitätsmerkmale wie mindestens 4,1 Sterne und mindestens 90 Prozent Weiterempfehlungsrate, basierend auf einer relevanten Anzahl an Bewertungen. Dieserart ausgezeichnete Betriebe erhalten zudem eine eigene „Tip Top Urkunde“ und einen „Tip Top Aufkleber“, der direkt im Geschäftslokal gut sichtbar angebracht werden kann.

Zattoo feiert 15-jähriges Jubiläum

Mit Zattoo haben Nutzer ihr TV kostenfrei und rechtlich einwandfrei lizenziert über das Internet gestreamt, lange bevor große US-Konzerne Filme und Serien online angeboten haben. Im Juni feiert Zattoo 15-jähriges Jubiläum und gibt Einblick in 15 Jahre Unternehmensgeschichte:

2005 ist ein ereignisreiches Jahr: Angela Merkel wird Bundeskanzlerin, das Videoportal YouTube geht an den Start und die deutsche Rechtschreibreform tritt endgültig in Kraft. 2005 ist auch das Jahr in dem aus der Vision, TV kostenfrei und rechtlich einwandfrei lizenziert über das Internet zu streamen, der TV-Streaming-Anbieter Zattoo wird. Nur ein Jahr später, mit gerade einmal einem Dutzend Mitarbeitern, startet Zattoo seinen Dienst in der Schweiz. Startschuss für die Schweizer ist das Eröffnungsspiel Deutschland gegen Costa Rica am 9. Juni 2006. Damit bringt Zattoo als erster Anbieter weltweit gratis Live-TV auf den PC. Ein Jahr später folgt die Expansion nach Deutschland.

2007 streamen schon über eine Million Nutzer mit Zattoo Fernsehen über das Internet.
Es folgen einige turbulente Jahre, in denen Zattoo nicht nur auf immer mehr Plattformen mit einer wachsenden Senderauswahl verfügbar ist, sondern auch Jahre in denen durch die Finanzkrise das Geschäftsmodell auf eine harte Probe gestellt wird. Als Konsequenz folgt 2009 der Rückzug aus einigen europäischen Märkten. Ab 2010 fokussiert sich Zattoo regional auf die Schweiz und Deutschland sowie auf Apps für mobile Endgeräte.

Finanzkrise 2008 erster großer Prüfstein

Die Zeiten, wo Zuschauer zu vorgeschriebenen Zeiten vor dem Fernseher saßen gehören damals schon immer mehr der Vergangenheit an. 2010 launcht Zattoo die Replay-Funktion in der Schweiz, die es den Nutzern ermöglicht, das TV-Programm der letzten 30 Tage nach Ausstrahlung zu schauen.

Dieser Dienst wurde mit der Einführung der Aufnahmefunktion und dem Restart, einer Funktion, mit der bereits gestartete Live-Sendung von Beginn an geschaut werden können, weiter ausgebaut und später auch im deutschen Markt eingeführt. Seit einigen Jahren bietet Zattoo seinen Nutzern zudem ein vielseitiges Video-on-Demand-Angebot.

Mit der langjährigen Erfahrung aus dem eigenen Endkundengeschäft gründet Zattoo 2012 ein eigenes B2B-Geschäft und liefert fortan komplett gehostete und gemanagte IPTV, OTT, TV Everywhere und Hybrid TV Services für Netzbetreiber und Medienunternehmen. Aktuell zählt das B2B-Geschäft mehr als 30 Kunden (u.a. 1&1, Salt Mobile, Eir) und gilt damit als eine der erfolgreichsten TV-as-a-Service Plattformen in Europa.

Auch das Endkundengeschäft wächst weiter und erreicht mit rund 1,8 Millionen Zuschauern bei der Fußball-EM 2016 einen neuen Spitzenwert. Einer der Gründe: die massiv gestiegene Nutzungsdauer auf dem großen TV-Bildschirm. Seitdem hat Zattoo seinen Service für Smart-TVs, Amazon Fire TV, Xbox One, Android TV und Apple TV umfangreich weiterentwickelt, um ein noch besseres TV-Streaming-Erlebnis zu ermöglichen. Mit dem Launch des Ultimate-Abos 2018 und den ersten Full-HD-Sendern, schafft Zattoo ein immer attraktiveres Produkt für den grossen Bildschirm im Wohnzimmer.

1,8 Millionen Zuschauer bei Fußball-EM 2016

“Mit drei Millionen Nutzern monatlich sind wir nicht nur der führende TV-Streaming-Anbieter in Europa, sondern mit unserem B2B-Geschäft auch führender Partner von internationalen
Telekommunikationsunternehmen. Seit 15 Jahren entwickeln wir moderne TV-Produkte für sich stetig weiterentwickelnde Internet-Technologien in einer zunehmend digitalen Medienlandschaft. Mit dieser Strategie sind wir auch zukünftig weiter auf Wachstumskurs”, so Nick Brambring, CEO bei Zattoo.

In den letzten Jahren hat sich Zattoo stets weiterentwickelt. Von einem Live-TV-Dienst für den PC hin zu einem führenden live und on demand TV-Service für den Fernseher im Wohnzimmer und auf mobilen Endgeräten. Von einem werbefinanzierten Direct-to-Consumer-Anbieter ist Zattoo zum ersten und echten End-to-End, multinationalen und multimandanten TV-Plattform-Betreiber geworden. Als Innovationsführer leistet Zattoo, damals wie heute, einen wesentlichen Beitrag zur Weiterentwicklung der TV-Industrie.

Für diese Leistung wurde Zattoo 2020 mit dem Technology and Engineering Emmy-Award der National Academy of Television Arts and Sciences ausgezeichnet.

Zattoo hat im Übrigen zu seinem 15-jährigen Bestehen eine eigene Jubiläums-Homepage online gestellt, auf der man bei einem Quiz unter anderem ein 15-Jahres-Abo des Ultimate-Pakets gewinnen kann.

Alarmstufe Rot: Veranstalter senden Warnsignale

Über 4000 Gebäude in Deutschland waren am 22.06. rot beleuchtet: Die Aktion soll darauf hinweisen, dass Tausende Veranstalter vor der Pleite stehen.

Die Aktion ist allerdings kein Kunsthappening, sondern ein verzweifeltes Notsignal der Veranstaltungsbranche in Zeiten von Corona.

Die Farbe Rot ist bewusst gewählt: „Die Veranstaltungswirtschaft steht auf der Roten Liste der akut vom Aussterben bedrohten Branchen“, meint Tom Koperek, Initiator der „Night of Light“. Die Branche brauche echte Hilfe statt Kreditprogramme, sonst komme eine riesige Insolvenzwelle, warnt der 52-jährige Unternehmer aus Essen. „Wir wollen sichtbar machen, wie groß und bedeutsam unsere Branche ist.“ Sie werde von der Politik völlig unterschätzt und in der Coronakrise im Stich gelassen.

Knapp 130 Milliarden Euro setzt die deutsche Veranstaltungswirtschaft sonst im Jahr mit ihren 1,5 Millionen Beschäftigten um. Vom Umsatz her ist sie die sechstgrößte Branche hierzulande. Zum Vergleich: Das Bauhauptgewerbe erwirtschaftet nur rund 86 Milliarden Euro. Das zeigt eine aktuelle Metastudie des Rifel-Instituts im Auftrag der Interessengemeinschaft Veranstaltungswirtschaft.

Dabei werden fast 90 Prozent des Umsatzes mit wirtschaftsbezogenen Events wie Messen oder Kongressen gemacht. Rund 423 Millionen Teilnehmer kamen 2019 zu 2,89 Millionen Tagungen und Events in Deutschland. Davon profitieren auch andere Branchen enorm.

Trotzdem fühlt sich die Veranstaltungswirtschaft zu wenig wertgeschätzt. Denn sie ist sehr heterogen und zersplittert. Soloselbstständige gehören genauso dazu wie börsennotierte Veranstaltungskonzerne wie Eventim oder Deag. Rund 150 verschiedene Disziplinen gibt es – vom Messebau zur Lichttechnik, von der Event- und Ticketagentur über Locations, Theater und DJs bis zum Opernagenten, Floristen und Caterer.

Mit Corona kam der Zusammenbruch. „Seit dem 10. März ist unserer Branche die Arbeitsgrundlage komplett entzogen“, klagt Koperek. Der Unternehmer gründete 1993 in Essen einen technischen Dienstleister für Veranstaltungen. Heute beschäftigt die LK AG 120 Mitarbeiter, davon 20 Auszubildende. Das Unternehmen ist zum Komplettdienstleister für Veranstaltungen aller Art angewachsen.

Unter dem Dach der Holding gibt es unter anderem eine Eventagentur, eine Firma für Veranstaltungstechnik und einen Web- und App-Entwickler. Für Kunden wie Evonik oder Hochtief bietet LK einen Rundumservice für Messeauftritte, Tagungen oder Hauptversammlungen. Koperek betreibt auch die Eventlocation Grand Hall Zollverein auf dem Gelände der alten Zeche in Essen. Dort haben bis zu 2500 Menschen Platz.

Hilferuf an die Politik

„Seit Monaten haben wir keinerlei Einnahmen mehr, so wie die meisten meiner Branche“, konstatiert Koperek. Kosten von monatlich mehr als 100.000 Euro laufen jedoch weiter. 80 Mitarbeiter sind in Kurzarbeit. Bis Mitte 2021 wurden Events bereits storniert.

„Vor Corona waren wir ein kerngesundes Unternehmen mit einer satten Eigenkapitalquote von 60 Prozent.“ Inzwischen sind die Rücklagen aufgezehrt. „Nun geht auch die Altersversorgung von uns Gesellschaftern den Bach herunter. Denn wir haben alles in die Firma reinvestiert“, betont der Unternehmer.

Soforthilfe konnte Koperek für die LK AG nicht beantragen, weil die Firma eine Holding ist. Die neu beschlossenen staatlichen Hilfen für Unternehmen mit Umsatzeinbrüchen von mehr als 50 Prozent könnten höchstens einen Monat überbrücken.

Ein Ende der Krise scheint nicht absehbar. Gerade erst haben Bund und Länder das Verbot von Großveranstaltungen bis Ende Oktober verlängert. Konzerte, Fachmessen oder Tagungen sind zwar seit Kurzem in beschränktem Umfang wieder erlaubt. Die meisten Veranstaltungen werden trotzdem abgesagt oder ins Internet verlegt.

Denn viele Gäste bleiben aus Angst vor Ansteckung fern. Und mit wenigen Teilnehmern lohnt sich weder ein Konzertabend noch ein Kongress. Die Unternehmen verlieren so pro Monat einen durchschnittlichen Jahresertrag, rechnet die Studie vor.

KfW-Kredite würden die Malaise nur herauszögern, meint Koperek. „Wir bekommen eine künstliche Beatmung, aber am Ende des Jahres ist die Sauerstoffflasche leer.“ 2021 seien viele in der Branche so überschuldet, dass sie Insolvenz anmelden müssten. Die „Night of Light“, die der Essener initiiert hat, sieht er als Hilferuf an die Politik.

Die Illumination der mehr als 4000 Gebäude soll ein leuchtendes Mahnmal sein, ein flammender Appell zur Rettung der Veranstaltungswirtschaft. Sonst gehen vielerorts für immer die Lichter aus.

Lina Muzur wird neue Verlagsleiterin von Hanser Berlin

Lina Muzur, seit 2018 stellvertretende Verlagsleiterin von Hanser Berlin, übernimmt nach dem Wechsel von Karsten Kredel zu Ullstein die Verlagsleitung.

Von 2006 bis 2015 war die 1980 in Sarajevo (Bosnien Herzegowina) geborene Muzur Lektorin für deutschsprachige Literatur bei Hanser in München, bevor sie als Programmleiterin Literatur zum Aufbau Verlag nach Berlin wechselte. Die Position wurde bei Hanser Berlin damals neu eingerichtet.

Der Deutsche Comedypreis wandert von RTL zu Sat.1

Seit vielen Jahren ist RTL die feste Heimat des Deutschen Comedypreises gewesen. Zuletzt setzte man sogar auf eine Live-Übertragung der Preisverleihung, die Quoten lagen 2019 und 2018 aber dennoch im überschaubaren Bereich. Nun kommt es zu einem Senderwechsel: Der Deutsche Comedypreis wechselt zu Sat.1 und wird dort in diesem Jahr erstmals zu sehen sein.

Verliehen wird der Deutsche Comedypreis vom Köln Comedy Festival, einer Tochter der Produktionsfirma Brainpool, die auch weiter für die Umsetzung der Show verantwortlich zeichnet. Sat.1 und das Köln Comedy Festival haben sich in Sachen Comedypreis zudem auf eine mehrjährige Zusammenarbeit verständigt, auch 2021 wird der Comedypreis also in Sat.1 ausgestrahlt.

„Preis der Freiheit“ räumt beim Deutschen Fernsehpreis ab

Der ZDF-Dreiteiler „Preis der Freiheit“ mit den beiden Schauspielern Barbara Auer (61) und Joachim Krol (63) ist großer Gewinner des diesjährigen Deutschen Fernsehpreises. Sowohl Auer als auch Krol wurden für ihre Leistungen in dem Drama über die Wendejahre in der DDR mit Auszeichnungen bedacht – Auer als „Beste Schauspielerin“, Krol als „Bester Schauspieler“.

Darüber hinaus fuhr „Preis der Freiheit“ die Ehrung als „Bester Mehrteiler“ ein, wie die Jury in Köln mitteilte. Das machte insgesamt also drei Trophäen in wichtigen Kategorien. Das Ost-West-Drama war schon vor der Verleihung als Favorit gehandelt worden.

Der österreichische Burgschauspieler Nicholas Ofczarek, der ebenfalls in der Kategorie „Bester Schauspieler“ nominiert war, konnte sich nicht durchsetzen. Dafür gewann die Serie „Der Pass“ von Pay-TV-Anbieter Sky, in der Ofczarek einen Ermittler spielt, in der vielbeachteten Kategorie „Beste Drama-Serie“.

Im Pendant „Beste Comedy-Serie“ siegte die deutsche Netflix-Serie „How to Sell Drugs Online (Fast)“. Im Reality-Fernsehen punktete RTL. Der Sender gewann mit seinem Promi-Format „Das Sommerhaus der Stars“ die Auszeichnung in der Kategorie „Beste Unterhaltung Reality“. Zur besten Comedy wurde die „heute-show“ mit Oliver Welke (54) im ZDF gekürt.

Nur wenige andere Produktionen konnten wie der „Preis der Freiheit“ mehrfache Auszeichnungen einheimsen. Dazu zählte die ProSieben-Show „The Masked Singer“, die sich als beste Unterhaltungsshow gegen die Konkurrenz durchsetzte. Dazu kam ein Preis für ihre Ausstattung, also Kostüme und Szenenbild: Geehrt wurde Gewandmeisterin Alexandra Brandner, die für die aufwendigen Masken verantwortlich ist, unter denen Promis in der Show um die Wette singen. Ihre Identität geben sie erst preis, wenn sie herausfliegen – oder am Ende die Show gewinnen. Die dritte Staffel soll im Herbst laufen.

Deutsche Telekom macht Europachef zum Deutschlandchef

Die Deutsche Telekom will Europachef Srini Gopalan zum neuen Deutschlandchef machen. Eine entsprechende Entscheidung zwischen Vorstand und Aufsichtsrat sei am Donnerstag gefallen, gab das Unternehmen am 18. Juni 2020 bekannt. Der bisherige Deutschlandchef Dirk Wössner hatte im Februar angekündigt, zum Ende des Jahres den Konzern zu verlassen.

Er galt laut Informationen des Handelsblatts zwischenzeitig als Kandidat für die Nachfolge von Konzernchef Timotheus Höttges. Wössner seien intern jedoch Versäumnisse im Deutschlandgeschäft im Konkurrenzkampf mit Vodafone angelastet worden.

Gopalan leitet seit dem Jahr 2017 das Europageschäft der Telekom. Zuvor führte er das Privatkundengeschäft des indischen Telekommunikationsunternehmens Bharti Airtel. Bharti Airtel betreibt Netze in 18 Ländern in Asien und Afrika. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Neu-Delhi.

Telekom-Konzernchef Höttges sagte: „Die Besten bekommen die schwierigsten Jobs. Was er bisher für die Deutsche Telekom erreicht hat, ist bemerkenswert.“ Das Europasegment stehe sehr gut da, Gopalan habe es zurück auf die Wachstumsspur gebracht. Ihn zeichne ein gutes Verständnis für die Bedürfnisse der Kunden aus, verbunden mit ausgeprägten analytischen Fähigkeiten. „Zu seinen Schwerpunkten wird der Ausbau einer leistungsfähigen FTTH-Infrastruktur in Deutschland und der Ausbau unserer 5G-Marktführerschaft gehören“

„Mit dem Ausbau des 5G-Netzes und der FTTH-Infrastruktur für Deutschland werden uns in den nächsten Jahren gleich zwei Großprojekte fordern“, erklärte Gopalan. Übergangsweise wird er auch weiterhin das Europaressort leiten, bis ein Nachfolger gefunden ist.

Gopalan arbeitete mehr als zehn Jahre in Großbritannien – zunächst beim Startup Capital One, danach wechselte er als Managing Director Marketing zu T-Mobile UK. Anschließend war der studierte Wirtschaftswissenschaftler drei Jahre lang Leiter der Privatkundensparte bei Vodafone Großbritannien.

Katja Füchsel bekommt den Theodor-Wolff-Preis

Für ihre Reportage „Verdammt“ über einen Berliner Sexualstraftäter, der nach mehreren Haftstrafen und Sicherungsverwahrung nun unter besonderer Beobachtung in Freiheit lebt, hat Tagesspiegel-Redakteurin Katja Füchsel den Theodor-Wolff-Preis erhalten, die renommierteste Auszeichnung, die die Zeitungsbranche zu vergeben hat.

„Verdammt“ sei ein „starker, relevanter, tief recherchierter“ Text, so die Jury für den Journalistenpreis der deutschen Zeitungen – Theodor-Wolff-Preis (TWP), die am Mittwoch Abend an fünf Journalistinnen und Journalisten diesen Preis vergeben hat.

In der Kategorie „Meinung überregional“ erhielt ihn Julia Schaaf (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung) für „Frauen: Lasst die Vollzeit! Und Männer: Ihr auch!“.

Die Würdigung in der Kategorie „Meinung lokal“ geht an Hans-Georg Gottfried Dittmann (Mindener Tageblatt) für „Rückruf“. In einem der kürzesten Texte, die je für den TWP nominiert wurden, so die Jury, mache sich der Autor „als Intervention originell und auf den Punkt“ Gedanken über sein Heimatdorf und die Alten, die vereinsamt zurückbleiben, wenn die Jungen in die Stadt fortziehen.

Ausgezeichnet in der Kategorie „Reportage überregional“ wurde Tina Kaiser (Welt am Sonntag) mit „Nahkampf“ über die Landtagswahl in Sachsen sowie beim Thema des Jahres „Klimawandel“ Katrin Langhans (Süddeutsche Zeitung) für „Bis zum Umfallen“. Die Autorin gehe das große Thema Klimaschutz/-wandel über die Nutztierindustrie an, die auch in Deutschland zu den größten Verursachern klimaschädlicher Gase zählt.

An der Ausschreibung hatten sich 401 Journalistinnen und Journalisten beteiligt. Der Preis ist mit insgesamt 30.000 Euro dotiert.

Die Preisträger und ihre Beiträge sowie die übrigen nominierten Autorinnen und Autoren werden auf der Website www.theodor-wolff-preis.de näher vorgestellt. Erstmals in der TWP-Geschichte tagte die Jury mit Rücksicht auf die Corona-Krise per Videokonferenz; aus diesem Grund musste auch die für den Abend geplante große Festveranstaltung mit rund 300 Gästen entfallen.

Eine Preisverleihung im kleineren Kreis soll es auf Wunsch des TWP-Kuratoriums aber geben: Wenn die weitere Entwicklung des Corona-Virus es zulasse, sollen die Preise am 9. September persönlich in Berlin überreicht werden.

RiC-Eigentümer will sich fit für die Zukunft machen

Die Your Family Entertainment AG (YFE) ist ein kleines mittelständisches Unternehmen mit einem Jahresumsatz von knapp drei Millionen Euro. Dennoch ist man auf dem TV-Markt recht umtriebig. So betreibt man den Free-TV-Sender RiC sowie den Bezahlkanal Fix & Foxi TV. Von beiden Sendern gibt es auch internationale Ableger. Nun hat das Unternehmen Bernd Wendeln zum 1. Juni in den Vorstand berufen, bereits seit Dezember 2019 arbeitet er als Chief Operating Officer (COO) bei YFE.
Die Beförderung in den Vorstand kommt nicht überraschend, war sie doch bereits im vergangenen Jahr in Aussicht gestellt worden. Und doch ändert sich dadurch für das kleine Unternehmen einiges, künftig wird es nämlich nicht mehr alleine von Stefan Piëch geführt, sondern eben durch das Vorstands-Duo Piëch/Wendeln. Und Wendeln, der das operative Geschäft der YFE AG verantwortet, hat durchaus ambitionierte Ziele.

„Ich sehe noch sehr viel Potenzial im Bereich digitaler non-linearer Channels“, sagt der neue Vorstand. Die Inhalte der Sender sollen also auf noch mehr Plattformen verfügbar gemacht werden – national wie international. Das Ausland werde zwar tendenziell wichtiger, Kernmarkt ist und bleibe aber Deutschland. Und auch im Bereich des Lizenzhandels sieht Wendeln noch viel ungehobenes Potenzial. Hier gibt es ja den Trend, dass große US-Studios eigene Streamingplattformen aufbauen und ihre Inhalte dann bevorzugt nur noch dort verfügbar machen – das trifft durch den Start von Disney+ auch auf den Kindermarkt zu. Darüber hinaus gibt es aber auch noch viele Plattformen, die kein großes Studio im Rücken haben. „Wir haben als Anbieter im Bereich Familienunterhaltung eine gute Position, weil der Markt enger wird. Disney und andere große Studios nutzen ihren Content inzwischen überwiegend auf ihren eigenen Plattformen und lizenzieren nicht mehr. Dabei ist die Nachfrage nach gutem Kinder-Content weiter hoch“, sagt Wendeln.

Kim Kardashian bekommt eigenen Podcast auf Spotify

Reality-Star und Fast-Anwältin Kim Kardashian West (39) hat einen Vertrag für ihren eigenen Podcast mit dem Musikstreamingdienst Spotify unterschrieben. Darin soll es um das Thema Strafjustiz gehen, wie das „Wall Street Journal“ berichtete.

In den Folgen soll Kardashian West gemeinsam mit der Fernsehproduzentin Lori Rothschild Ansaldi die Untersuchung eines Mordurteils begleiten. Der Mann, dem dreifacher Mord vorgeworfen wird, besteht auf seiner Unschuld. Es ist nicht das erste Mal, dass sich Kardashian für Häftlinge einsetzt.

Kardashian lässt sich seit 2018 zur Anwältin ausbilden. In Kalifornien können Menschen auch ohne Universitätsabschluss Recht studieren, schrieb der TV-Star voriges Jahr in einem Instagram-Post. Ihr Vater Robert Kardashian war ein Promi-Anwalt, der zum Verteidiger-Team von O.J. Simpson gehörte.

Oscars werden verschoben

Acht Wochen länger als geplant muss Hollywood auf seine große Nacht warten: Die Oscars werden 2021 erst im April vergeben. Die Coronavirus-Pandemie wirbelt den Filmbetrieb weiter auf. Hat das auch Folgen für die Berlinale?

Die Show im kommenden Jahr sei ein „historischer Moment“, um Filmfans in aller Welt durch die Kinokunst zu vereinen, formulierten es die Veranstalter optimistisch. Mit dem Oscar-Aufschub wolle man den Filmemachern die Möglichkeit geben, ihre Filme fertigzustellen und in die Kinos zu bringen, hieß es in einer Mitteilung der Akademie-Vorsitzenden.

Historisch gesehen ist ein Aufschub „Big News“, denn in der langen Academy-Geschichte kam das bisher erst drei Mal vor. 1938 wurde Los Angeles von einer Flutkatastrophe heimgesucht, die Verleihung musste um eine Woche verschoben werden. 1968 fand die Feier am 10. April und damit zwei Tage später statt als zunächst geplant. Grund war die Ermordung des Bürgerrechtlers Martin Luther King, der am 9. April beigesetzt wurde. Wegen eines Attentats auf US-Präsident Ronald Reagan wurde die Show 1981 um einen Tag verschoben. Reagan überlebte den Anschlag schwer verletzt.

Um bei den Oscars mitzumischen, müssen Filme jeweils vor dem Jahresende eine Woche lang in einem Kino im Raum Los Angeles gezeigt werden. Für die Oscars in 2021 hätten sich – ohne Coronavirus – Filme aus diesem Kalenderjahr bewerben können. Doch mit Drehstopps und geschlossenen Kinos hat die Pandemie seit März Hollywood praktisch lahm gelegt, Premieren wurden abgesagt, Filmstarts verlegt.

Daher zieht die Oscar-Akademie die Reißleine. Statt Ende Dezember ist die Frist für die Filmveröffentlichung jetzt bis Ende Februar verlängert worden. Die Nominierungen für Hollywoods wichtigsten Filmpreis sollen dann am 15. März verkündet werden.

APA-Belegschaft protestiert mit öffentlicher Betriebsversammlung gegen Personalabbau

Mit einer öffentlichen Betriebsversammlung hat die Belegschaft der APA – Austria Presse Agentur gegen den geplanten Stellenabbau im Unternehmen protestiert. Rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus allen Konzernbereichen versammelten sich zu einem Protestmarsch zum APA-Gebäude an der Wienzeile. So sollen bis 2022 insgesamt 25 Stellen wegfallen.

Die Qualität der Berichterstattung werde leiden, wenn weniger Leute in der Redaktion arbeiten. Aber nicht nur die Redaktion sei vom Personalabbau betroffen, sondern auch die kaufmännischen Bereiche der APA-Genossenschaft. Auch dort würden die Einsparungen zu verstärkter Arbeitsverdichtung und erhöhtem Druck auf die Beschäftigten führen, fürchtet der APA-Betriebsrat.

„Kurier“-Chefredakteurin Martina Salomon drei weitere Jahre verlängert

Martina Salomon (59), seit Oktober 2018 Chefredakteurin des „Kurier“, wurde vom Aufsichtsrat vorzeitig für weitere drei Jahre bis September 2023 verlängert.

Kurier-Aufsichtsratsvorsitzender Erwin Hameseder sieht damit „die umsichtige Führung der Redaktion“ sichergestellt, „und der sehr erfolgreiche Weg einer Mischung aus Bewährtem und innovativen Ideen kann nahtlos fortgesetzt werden“.

Mariusz Jan Demner mit IAA Global Compass Award ausgezeichnet

Der Vorsitzende und Weltpräsident der IAA, Srinivasan Swamy, gab die Gewinner der IAA Champion Compass Awards 2020 bekannt. Unter den fünf ausgezeichneten IAA-Mitgliedern ist dieses Jahr auch Mariusz Jan Demner, Gründer von Demner, Merlicek & Bergmann.

„Die IAA ist in erster Linie ein Zusammenschluss herausragender Persönlichkeiten und die IAA Compass Awards würdigen außerordentlich engagierte Mitglieder für ihre zahlreichen Erfolge und Dienstleistungen, um die IAA weltweit voranzubringen und das weltweite Ansehen der Marketingkommunikation zu verbessern. Die diesjährigen Preisträger haben nicht nur ihre Expertise eingebracht, sie inspirierten die MARCOM-Industrie mit ihrer Vision, Energie, Leidenschaft und ihrem engagiertem Handeln“, sagt Srinivasan Swamy zum Award.

Neben Demner wurden Tom Doctoroff (Global Senior Advisor, Prophet, USA), Walid Kanafani (Beyond Consulting Services, Kuwait), Prashant Kumar ´(Entropia, Malaysia) und Joel Nettey (Ninani Group, Ghana) mit dem Award geehrt.

AT&T will tausende Jobs abbauen

Der US-Telekom-Riese AT&T plant nach Gewerkschaftsangaben den Abbau von mehr als 3.400 Techniker- und Bürojobs. Außerdem will AT&T den Angaben zufolge über 250 Geschäfte dauerhaft schließen. Das wiederum würde etwa 1300 Verkäufer treffen.

Der Abbau soll eine Reaktion auf die wirtschaftlichen Einbußen durch die Corona-Pandemie und die gesunkene Nachfrage nach älteren Produkten sein. Man wolle sich nun auf neue Wachstumsbereiche konzentrieren.

Bei der Stellenstreichung soll es mehrheitlich Mitarbeiter treffen, die nicht fix angestellt sind und von denen viele außerhalb der USA beheimatet sind. Betroffene sollen Abfindungen und teilweise bis zu sechs Monate andauernde Krankenversicherungsleistungen erhalten, die in den USA in der Regel an den Arbeitgeber gebunden sind.

Das Unternehmen wechselt Anfang Juli seinen Chef aus. Dann übernimmt John Stankey für Randall Stephenson, der wiederum bis kommenden Jänner noch den Aufsichtsrat anführen wird.

Denton wird Nachfolger von Stehmeier bei Red Arrow

Joel Denton wurde zum Acting President von Red Arrow Studios International bestellt, wie die Produktionstochter von ProSiebenSat.1 bekannt gab. Er wird von London aus für eine Übergangszeit mit Bo Stehmeier zusammenarbeiten. Stehmeier hatte im Mai seinen Wechsel zur ZDF-Enterprises-Tochter Off the Fence bekanntgegeben und wird Red Arrow Studios International im weiteren Verlauf des Jahres den Rücken kehren. Denton war schon bei verschiedenen Unternehmen für den internationalen Vertrieb verantwortlich, darunter A+E Networks, RHI Entertainment und Hallmark Entertainment. Und auch Red Arrow Studios kennt er bereits, dort baute er ab 2011 zwei Jahre das britische Geschäft mit auf.

„Voice of America“- Chefin zurückgetreten

Die Direktorin des staatlich finanzierten US-Auslandssenders Voice of America (VOA), Amanda Bennett, und ihre Stellvertreterin haben inmitten von Spannungen mit dem Weißen Haus ihren Rücktritt erklärt.

In einem Schreiben an die Mitarbeiter ging Bennett auf den Zwist nicht direkt ein, wie der Sender berichtete. Das Weiße Haus hatte die Berichterstattung von Voice of America (Stimme Amerikas) über die Corona-Pandemie kritisiert und dem Sender zuletzt vorgeworfen, chinesische Propaganda zu verbreiten. Bennett erwähnte in ihrem Schreiben demnach aber die Ernennung eines Vertrauten von Präsident Donald Trump zum Vorsitzenden der für staatliche Medien zuständigen Behörde (USAGM). Michael Pack habe nun das Recht, sie und ihre Stellvertreterin zu ersetzen. Es sei daher für beide an der Zeit zu gehen.

Pack war vor knapp zwei Wochen vom Senat als Chef der USAGM bestätigt worden. Der konservative Filmemacher hatte einst mit Trumps ehemaligem Chefstrategen Steve Bannon zusammengearbeitet. Im Kongress habe Pack geschworen, die Unabhängigkeit der Voice of America zu gewährleisten, schrieb Bennett.

Jasmin Fischer leitet Funke-Unternehmenskommunikation

Jasmin Fischer leitet ab sofort die Unternehmenskommunikation der Funke Mediengruppe. Sie ersetzt in der Position Tobias Korenke, der sich künftig von Berlin aus um Public Affairs kümmert.

In dieser Funktion verantwortet sie die Positionierung des Verlages sowie die interne, externe Kommunikation und Corporate Events. Fischer berichtet direkt an Andreas Schoo, den Sprecher der Geschäftsführung.

Die 44-jährige Jasmin Fischer ist ausgebildete Redakteurin leitete zuletzt die globale Pressearbeit für die Aufzugstechnologie von Thyssenkrupp. Sie hat an den Universitäten Leipzig und Binghamton (New York) Politikwissenschaft, Journalistik und Amerikanistik studiert und am Berliner John F.-Kennedy-Institut promoviert. Von 2007 bis 2013 verantwortete sie als jüngste Auslandskorrespondentin die Berichterstattung über Großbritannien und Irland für die damalige WAZ-Mediengruppe und eine Vielzahl weiterer, renommierter Regionalzeitungen.

ORF-TV-Redakteur Toni Oberndorfer gewann Sportjournalistenpreis

Toni Oberndorfer ist mit dem österreichischen Sportjournalisten-Preis 2020 ausgezeichnet worden. Der ORF-TV-Redakteur gewann den von Sports Media Austria (SMA), der Vereinigung der österreichischen Sportjournalisten, vergebenen Preis mit seinem Beitrag „Flucht und Verrat – Die Stasi-Akte Tuchscherer“.

Oberndorfer setzte sich mit 29,6 Prozent der Stimmen durch und erhält den von Coca-Cola gesponserten Siegerscheck in Höhe von 2.000 Euro. In seinem Beitrag thematisierte er die Flucht von DDR-Skispringer Claus Tuchscherer, der sich bei den Olympischen Winterspielen 1976 in Innsbruck abgesetzt hat und später für den ÖSV an den Start ging.

Die weiteren Klassensieger sind Moritz Ablinger (Print/Ballesterer), Leonhard Föger (Foto/Reuters), Andreas Hagenauer (Multimedia/DER STANDARD) und Silvana Strieder (Audio/Radio NJOY 91,3), die jeweils einen Scheck über 1.000 Euro bekommen. Den mit 500 Euro dotierten Nachwuchs-Preis gewann Martin Hanebeck von Dazn.

VÖZ begrüßt Steuersenkung auf Zeitungen und Magazine

Als „wichtigen Konjunkturimpuls“ hat VÖZ-Präsident Markus Mair die angekündigte Senkung der Mehrwertsteuer auf Zeitungen und Magazine begrüßt – und zugleich der Hoffnung Ausdruck verliehen, dass es nicht nur bei einer temporären Maßnahme bleibt.

Die am Steuersenkung auf fünf Prozent für journalistische Printprodukte, aber auch deren Online-Ausgaben sieht Mair als „richtigen Schritt, der das erfolgreiche Vertriebsmodell der österreichischen Zeitungen und Magazine unterstützt und stärkt“. Er verwies darauf, dass vor allem Print mit Anzeigenausfällen im Volumen von 50 Millionen Euro in den letzten Monaten zu leiden gehabt hätte.

Außerdem verwies Mair darauf, dass der Mehrwertsteuersatz auf Zeitungen und Magazine in vielen anderen europäischen Ländern „bereits deutlich unter zehn Prozent oder sogar bei Null“ liege, was als indirekte Presseförderung gelte. Man sei „selbstverständlich an einer dauerhaften Lösung in diesem Zusammenhang interessiert“ und appelliere an die europäische Politik, diesbezügliche Impulse in den Mitgliedsstaaten entsprechend zu unterstützen.