Energy Nest erhält Rekordinvestment von 110 Millionen Euro

Der britische Investmentfonds Infracapital investiert 110 Millionen Euro in das norwegische Start-up Energy Nest. Es ist das bislang größte Investment, das ein Unternehmen aus dem Bereich Wärmespeicher bislang bekommen hat – weltweit. „Wir haben uns für einen strategischen Partner anstelle eines Börsengangs entschieden, mit genügend Kapital und einem großen Kundennetzwerk, damit wir jetzt wirklich wachsen können“, sagte Energy Nest-CEO Christian Thiel im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Die Tochterfirma des britischen Vermögensverwalters M&G wird mit dem Rekordinvestment 51 Prozent des norwegischen Start-ups übernehmen und damit zum Mehrheitseigner. Energy Nest erhofft sich durch die Kapitalspritze einen erheblichen Schub für den erst anlaufenden Markt im Bereich der Wärme- und Kältespeicher.

Obwohl die technologischen Lösungen ein Schlüsselelement für eine erfolgreiche Energiewende darstellen, ist auf dem Gebiet bislang wenig passiert. Immerhin wird rund die Hälfte des weltweiten Gesamtenergiebedarfs für den Bereich Wärme verwendet. Trotzdem kommen nur neun Prozent der verwendeten Energie aus erneuerbaren Quellen.

Die eine Hälfte des Wärmebedarfs geht auf das Heizen von Gebäuden zurück, der Rest auf industrielle Prozesse. „Thermische Speicher können dabei helfen, den Wärmesektor trotz der schwankenden Stromerzeugung der Erneuerbaren flexibel zu steuern. Es braucht sie, um die großen Mengen grüner Energie in Industrie, Gebäude und das Stromnetz zu integrieren“, schreibt die International Renewable Energy Agency (Irena) in einem gerade veröffentlichten Innovationsbericht.

Die Speicher können grüne Energie aus dem Netz durch verschiedene Arten chemischer Reaktionen in Form von Wärme oder Kälte über einen kurzen oder längeren Zeitraum bewahren und dann zum Heizen oder Kühlen abgeben, oder bei Bedarf auch als Strom zurück ins Netz speisen.

Innerhalb der nächsten zehn Jahre rechnen die Experten damit, dass sich der Markt für thermische Speicher verdreifacht. 2030 könnten die Investments in diesem Bereich schon bei fast 30 Milliarden US-Dollar liegen. Start-ups wie Energy Nest, Kraftblock oder auch Highview Power wetten auf den Boom und versuchen, sich mit ihren Speichern als umweltfreundlichere Alternative zu fossilen Rohstoffen zu etablieren.

Versuch von erster Betriebsratsgründung bei Amazon in USA gescheitert

Der Versuch der Bildung der ersten Gewerkschaftsvertretung beim Onlineversandhändler Amazon in den USA ist gescheitert. Bei der live übertragenen Stimmauszählung erreichte das Nein-Lager die Mehrheit. Die Abstimmung in einem Amazon-Logistikzentrum in Bessemer im Bundesstaat Alabama hatte große symbolische Bedeutung: Amazon ist strikt gegen die Einrichtung von Arbeitnehmervertretungen.

Die Mobilisierungskampagne für das Votum war auf beiden Seiten scharf geführt worden und hatte internationale Aufmerksamkeit erregt. Von den mehr als 5.800 Mitarbeitern des Logistikzentrums gaben letztlich 3.215 ihre Stimme ab. Bei der laufenden Stimmauszählung überschritt das Nein-Lager die Mehrheitsschwelle von 1.608 Stimmen. Zu diesem Zeitpunkt waren lediglich etwas mehr als 600 Ja-Stimmen gezählt.

Zu viel Druck

Die Initiative der Einzelhandelsgewerkschaft RWDSU hatte eine landesweite Debatte über die Arbeitsbedingungen bei dem Versandhändler mit seinen 800.000 Angestellten in den USA ausgelöst. Gewerkschaften und auch Politiker beklagen seit langem, dass die Beschäftigten bei Amazon einem hohen Arbeitsdruck und einer permanenten Kontrolle ausgesetzt seien.

Amazon selbst ging entschieden gegen die Pläne vor. In dem Logistikzentrum in Bessemer sprach sich die Geschäftsleitung bei Konferenzen und sogar auf Flyern in den Toiletten gegen Gewerkschaften aus. Sie richtete auch eine Internetseite ein, auf der sie Argumente anführt, warum eine Gewerkschaft unnötig sei. Der Internetgigant argumentiert, dass er überdurchschnittliche Löhne und Zuschüsse zahle.

Delivery-Hero-Chef soll in den Aufsichtsrat von Zalando einziehen

Der Chef des Essenslieferdienstes Delivery Hero, Niklas Östberg, soll in den Aufsichtsrat von Europas größtem Online-Modehändler Zalando einziehen. Dort werde er Jørgen Madsen Lindemann folgen, teilte Zalando mit. Lindemann gehöre dem Gremium seit 2016 an und stelle sich nicht mehr zur Wiederwahl.

„Niklas ist ein erfahrener CEO eines globalen Plattform-Unternehmens, das in vielen Märkten agiert, in denen auch Zalando tätig ist“, begründete Aufsichtsratsvorsitzende Cristina Stenbeck die Wahl. Östberg soll auf der Hauptversammlung am 19. Mai gewählt werden.

Delivery Hero wie auch Zalando haben ihren Hauptsitz in Berlin. Während der Essenslieferdienst seit vergangenem Jahr im Dax vertreten ist, gilt Zalando als aussichtsreicher Kandidat für den Leitindex. Lange Zeit war Rocket Internet Großinvestor bei beiden Unternehmen.

Rapper DMX ist tot

Der legendäre Rapper DMX ist im Alter von 50 Jahren gestorben. Das teilte seine Familie mit. DMX, mit bürgerlichem Namen Earl Simmons, eroberte mit Songs wie „Ruff Ryders’ Anthem“ und „Party Up (Up in Here)“ immer wieder die Charts.

Der Rapper, der auch für einen Grammy nominiert war, starb an Herzversagen im Spital in White Plains im Bundesstaat New York. Er war letzten Freitag eingeliefert worden und befand sich seither auf der Intensivstation. In der Stellungnahme der Familie hieß es, Simmons sei „im Kreis der Familie gestorben“.

Sloweniens Premier Jansa attackiert ARD-Journalisten auf Twitter

Sloweniens Premier Janez Jansa hat sich auf Twitter wieder einmal auf einen ausländischen Journalisten eingeschossen. Offenbar missfallen hat Jansa ein Bericht der ARD über die Pressefreiheit in Slowenien. Den in Wien ansässigen ARD-Korrespondenten, Nikolaus Neumaier, beschuldigte er „Zensur im Stil von Prawda oder Der Stürmer“ zu betreiben.

Jansa warf dem Journalisten vor, aus seinem Beitrag fast alle Gesprächspartner herausgenommen zu haben, die mit seiner „einseitigen Agenda“ nicht einverstanden gewesen seien. „Eine Schande für die ARD“, twitterte der slowenische Regierungschef am gestrigen Mittwoch. Der TV-Bericht wurde am 31. März in den ARD-Tagesthemen ausgestrahlt, Jansa reagierte mit seiner Kritik auf einen Tweet des Journalisten, der zuvor die Berichterstattung aus Slowenien angekündigt hatte.

Es ist nicht das erste Mal, dass der slowenische Regierungschef ausländische Journalisten wegen deren Berichterstattung persönlich attackiert. Für großes Aufsehen sorgte im Februar sein Angriff auf die Journalistin des EU-Portals „Politico“ Lili Bayer, der Jansa wegen eines Artikels über die Medien Käuflichkeit vorgeworfen hatte. Die EU-Kommission verteidigte daraufhin die Medienfreiheit und verurteilte die Aussagen.

Bologna Children’s Book Fair sagt Präsenzmesse ab

Eine wirkliche Überraschung ist das nun auch nicht: Die Bologna Children’s Book Fair hat ihre Präsenzmesse 2021 abgesagt. Ursprünglich war die für Mitte April 2021 geplant, aber natürlich sorgt die anhaltende Corona-Pandemie für Einschränkungen.

Man habe sich nun für eine „Online Edition“ entschieden, die vom 14. bis zum 17. Juni stattfinden soll. Diese Online-Ausgabe soll dann auch umfangreicher stattfinden als noch im vergangenen Jahr. Innerhalb dieser Ausgabe sollen auch BolognaBookPlus und die Rechteplattform Global Rights Exchange unterkommen.

Ismael Ivo ist tot

Der brasilianische Choreograf und Mitbegründer des Wiener ImPulsTanz-Festivals, Ismael Ivo, ist tot. Er verstarb im Alter von 66 Jahren in seiner Heimatstadt Sao Paulo an einer Coronavirus-Infektion.

Der am 17. Jänner 1955 geborene Ivo hatte ImPulsTanz 1984 mit Karl Regensburger gegründet und war dafür 2019 mit dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst ausgezeichnet worden. Schon vor der Festivalgründung hatte Ivo eine der beeindruckendsten Tanzkarrieren der vergangenen Jahrzehnte hinter sich gebracht.

Geboren als Sohn eines Bauarbeiters und einer Putzfrau in Brasiliens Metropole Sao Paulo studierte Ivo in den 1970ern zunächst Sozialwissenschaft und Psychologie sowie Philosophie und Soziologie in seiner Heimatstadt, absolvierte ab 1976 aber auch parallel eine Tanzausbildung im Dance Center Ruth Rachou.

Texaner wollte Amazon-Rechenzentrum in die Luft sprengen

Ein 28-jähriger Texaner hat geplant, das Amazon-Rechenzentrum in Ashburn/USA in die Luft zu sprengen. Der Mann wurde am 8. April verhaftet, nachdem er versucht hatte, Sprengstoff von einem verdeckten Ermittler des FBI zu kaufen, teilte das US-Justizministerium mit.

Auf den Mann wurden die Behörden durch einen Tipp aufmerksam, der sie auf beunruhigende Aussagen des 28-jährigen hinwies. Dieser hatte in einem Forum, das sich selbst als patriotisches Netzwerk bezeichnet und sich zur Aufgabe gemacht hat, eine Miliz aufzubauen, verkündet, dass er plane, „ein kleines Experiment durchzuführen“. Dieses könnte „eine Menge Hitze erzeugen“ und „gefährlich“ sein. Auf die Frage, welches Ergebnis er sich wünsche, antwortete er schlicht: „Tod.“

Eine vertrauliche Quelle gab dem FBI die E-Mail-Adresse des Verdächtigen. Dieses durchsuchte anschließend dessen Facebook-Konto. Dort hatte der Mann geprahlt, dass er am Sturm auf das Kapitol im Januar beteiligt gewesen sei, allerdings das Gebäude nicht betreten habe. Dafür will er Glasscherben aus einem zerbrochenen Fenster mitgenommen und mit der Polizei „interagiert“ haben. Das abgesägte AR-Gewehr habe er im Auto gelassen.

Lars Boering wird neuer Direktor des EJC

Das European Journalism Centre (EJC) hat einen neuen Direktor: Die Non-Profit-Organisation mit Sitz in den Niederlanden gab bekannt, dass künftig Lars Boering das Institut leiten wird. Boering war von 2015 bis 2020 Geschäftsführer der World Press Photo Foundation und davor Geschäftsführer des niederländischen Fotografenverbandes. Er folgt Adam Thomas nach, der seit 2016 Direktor des EJC war.

Das EJC bietet unter anderem Weiterbildungsprogramme für Journalisten und Medienfachleute an und vergibt Förderungen und Zuschüsse für diverse Journalismus-Projekte in ganz Europa.

„Das EJC ist eine der wichtigsten Institutionen für Journalismus in Europa und genießt weltweit hohes Ansehen“, so Boering. „Die beeindruckende Liste von Partnern und Geldgebern ist ein klarer Beweis dafür. Mit einem intelligenten und talentierten Team werden wir die Transformation und Veränderung, die Adam mit Erfolg begonnen hat, weiter vorantreiben. Die Stärkung, Unabhängigkeit und Widerstandsfähigkeit von Journalisten und Medien wird ein wichtiger Teil unserer Arbeit bleiben. Wir alle sind verpflichtet, in einer Zeit, in der die faktenbasierte Berichterstattung unter Druck steht, für Pressefreiheit, Redefreiheit und freien Informationsfluss zu kämpfen.“

Ibrahimovic spielt im neuen Asterix-Film mit

Fußball-Star Zlatan Ibrahimovic will bald auch auf der Filmleinwand glänzen. Im neuesten Asterix-Film wird er die Rolle des Antivirus übernehmen.

Der Stürmer beim AC Mailand veröffentlichte ein entsprechendes Bild auf Instagram. Regisseur Guillaume Canet bestätigte mit einer Liste der Filmbesetzung das Engagement des Fußballprofis.

Worum genau es in dem Film gehen soll, verriet Canet mit der Bekanntgabe aber noch nicht. Der französische Titel lässt allerdings vermuten, dass es die Gallier auf eine Reise nach China ziehen wird.

Linda Zervakis hört als „Tagesschau“-Sprecherin auf

Viel Bewegung bei der „Tagesschau“. Nach dem Abschied von Chefsprecher Jan Hofer, dem Neuzugang Constantin Schreiber hört nun Linda Zervakis, 45, als „Tagesschau“-Sprecherin auf. Das bestätigte der Norddeutsche Rundfunk (NDR) am Freitag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Am 26. April werde sie zum letzten Mal die 20-Uhr-Ausgabe der „Tagesschau“ präsentieren.

Gründe für ihren kurzfristigen Abschied wurden nicht genannt. Nach 19 Jahren beim NDR werde es Zeit, neue Wege zu gehen. „Wenn nicht jetzt, wann dann?“, schrieb sie laut medieninsider.com. Man solle gehen, „wenn es am schönsten ist“.

Zuletzt hatte sich Zervakis auch unter die Podcaster gewagt. Im Sommer 2020 startete auf Spotify ihr Format „Gute Deutsche“, indem sie mit prominenten Gästen wie Salwa Houmsi, Giovanni di Lorenzo oder Mark Forster über Herkunft und Heimat spricht. Zervakis wuchs als Tochter griechischer Gastarbeiter in Hamburg-Harburg auf. 2010 kam sie zur „Tagesschau“, 2013 wurde Zervakis die erste Sprecherin in der 20-Uhr-Ausgabe mit Migrationshintergrund.

Darüberhinaus hatte sie Moderationen beim deutschen ESC-Vorentscheid. 2018 lief im NDR ihre Sendung „Linda Zervakis: Alles auf Anfang“, bei der sie mit jeweils zwei Prominenten wichtige Orte aus deren Vergangenheit besuchte. Es dürfte für die Journalistin, wie auch für Jan Hofer, ein Medien-Leben nach der „Tagesschau“ gebe. In der Branche wird spekuliert, dass Zervakis zum ZDF wechseln könnte. Dort wird der Anchor-Platz von Petra Gerster frei, die am 26. Mai zum letzten Mal die „heute“-Nachrichten moderiert.

Samsung Österreich stellt Unternehmenskommunikation neu auf

Samsung Electronics Austria GmbH stellt sich ab sofort in der Unternehmenskommunikation neu auf. Aus der Zusammenführung der Bereiche Public Affairs und Public Relations geht ein neues Kommunikationsteam hervor. Der bisherige Corporate Affairs Manager, Martin Zust, übernimmt dessen Leitung als Head of Corporate Communications für Österreich und die Schweiz. Mit Beginn des Jahres hat Thomas Spieler die Position als Corporate & Public Affairs Manager bei Samsung Österreich übernommen. Die externe Kommunikation für Österreich verantwortet wie bis hin Divna Ivic als Pressesprecherin.

Hans Küng ist tot

Einer der größten Kritiker in der katholischen Kirche ist tot: Der Theologe Hans Küng starb im Alter von 93 Jahren in Tübingen, wie eine Sprecherin der Tübinger Stiftung Weltethos bestätigte. Die Stiftung würdigte ihren „charismatischen und menschlich beeindruckenden“ Gründer als „visionären Vordenker für eine gerechtere und friedlichere Welt“.

Weil Küng die Unfehlbarkeit des päpstlichen Lehramtes anzweifelte, ließ Papst Johannes Paul II. ihm 1979 die kirchliche Lehrerlaubnis entziehen. Der Tübinger Theologieprofessor prangerte aber auch danach immer wieder die mächtige Position des Papstes an und bezeichnete die Kirche deshalb als Diktatur. In seinen Büchern und Vorträgen trieb er den Dialog zwischen den Weltreligionen voran.

In den vergangenen Jahren hatte sich Küng wegen seines Gesundheitszustands zunehmend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Er litt unter anderem an Parkinson, wie er in seiner Autobiografie öffentlich gemacht hatte.

Sein großes Alterswerk wurde die von ihm ins Leben gerufene Stiftung Weltethos. Sie setzt sich für interkulturelle und interreligiöse Forschung, Bildung und Begegnung ein.

Max Schrems geht gegen Werbe-ID auf Android-Handys vor

Google trackt laut Schrems Nutzer von Android-Handys ohne deren Zustimmung, also illegal. Das wird nun geprüft.

Der Wiener Datenschutzaktivist Max Schrems hat in Frankreich eine Beschwerde gegen Google eingereicht. Er wirft dem US-Tech-Unternehmen vor, Nutzer von Android-Telefonen ohne deren Zustimmung illegal zu verfolgen. Das teilte die österreichische Datenschutzorganisation Noyb mit und bestätigte damit einen Bericht der britischen Tageszeitung Financial Times.

Smartphones mit dem Google-Betriebssystem Android generieren eindeutige Werbe-IDs, die es Google und Drittanbietern ermöglichen, das Surfverhalten der Nutzer zu verfolgen, um sie gezielt mit Werbung anzusprechen. In einer Beschwerde (PDF) bei der französischen Datenschutzbehörde CNIL argumentiert Schrems‘ Datenschutzorganisation Noyb, dass Google die Anwender nicht zuvor ausdrücklich um Erlaubnis gebeten habe, bevor die Werbecodes erstellt und gespeichert worden seien. Dies seien „illegale Operationen“.

Zuvor hatte Noyb bereits rechtliche Schritte eines privaten Anwenders gegen die Werbe-ID auf den iPhones von Apple (Identifier for Advertisers, IDFA) unterstützt. Der Fall wird derzeit von den österreichischen und spanischen Datenschützern geprüft. Der US-Konzern wies die Vorwürfe von Noyb als „sachlich unzutreffend“ zurück.

Apple verweist auf weitreichende Möglichkeiten, das Tracking des Benutzerverhaltens für personalisierte Werbung zu unterbinden. Mit dem Betriebssystem iOS 14.5, das in den kommenden Wochen erwartet wird, baut Apple die Zustimmungspflicht für jede Form von Tracking weiter aus, was zu Beschwerden von Werbeanbietern wie Facebook geführt hat.

Französische Behörde prüft Vorwürfe

Noyb forderte nun die französische Datenschutzbehörde auf, eine Untersuchung über Googles Tracking-Praktiken einzuleiten und das Unternehmen zu zwingen, die Datenschutzregeln einzuhalten. Gleichzeitig forderte der Verein die CNIL auf, Geldstrafen gegen Google zu verhängen, wenn dem Tech-Giganten ein Fehlverhalten nachgewiesen werde.

Einstiger ORF-Kulturredakteur Franz Zoglauer gestorben

Viele Jahre war Franz Zoglauer eines der Aushängeschilder der Kulturberichterstattung des Senders. Nun ist der gebürtige Wiener nach kurzer Krankheit im Alter von 74 Jahren verstorben, wie sein einstiger Haussender mitteilt. Dort war der studierte Theaterwissenschafter von 1973 bis 2009 tätig gewesen und hatte unter anderem Sendungen wie das „Kulturjournal“ moderiert.

In Nachfolge von Karl Löbel fällte Zoglauer pointierte wie kenntnisreiche Urteile im Rahmen der „Nach der Premiere“-Kritiken.

Nach seinem Ausscheiden aus dem ORF zog sich der vielseitige interessierte Kulturjournalist allerdings beileibe nicht aufs Altenteil zurück. Er fand eine neue TV-Heimat bei ATV, wo er mit Erna Cuesta die Kultursendung „Highlights“ gestaltete. Und Franz Zoglauer wurde zum Schreiber, der nicht nur als Coautor bei der Biografie „Leicht muss man sein“ von Christa Ludwig fungierte, sondern auch für „Die Furche“ und den „Kurier“ schrieb. „Er war gleichermaßen ein Liebender wie ein kritischer Geist und konnte perfekt und punktgenau analysieren“, zollte ihm Gert Korentschnig vom „Kurier“ seinen Respekt.

Conchita Wurst moderiert auch heuer Stefan Raabs „Free ESC“

Dass ProSieben auch heuer wieder den von Stefan Raab im Vorjahr angesichts des abgesagten Eurovision Song Contest ersonnenen „Free ESC“ produzieren wird, steht bereits länger fest. Nun ist auch klar, wer die Musikshow 2021 moderieren wird: Österreichs ESC-Queen Conchita Wurst ist ebenso erneut mit an Bord wie Moderatorenkollege Steven Gätjen. Die Show startet an 15. Mai und damit eine Woche vor dem Finale des vom ORF ausgestrahlten Eurovision Song Contest in Rotterdam.

Deutscher Sachbuchpreis 2021: Jury nominiert acht Sachbücher

Aus rund 240 Titeln hat die Jury des Deutschen Sachbuchpreises 2021 nun acht Titel für die Auszeichnung ausgewählt.

  • Heike Behrend, Menschwerdung eines Affen (Matthes & Seitz Berlin, Oktober 2020)
  • Asal Dardan, Betrachtungen einer Barbarin (Hoffmann und Campe, Februar 2021)
  • Jürgen Kaube, Hegels Welt (Rowohlt Berlin, August 2020)
  • Andreas Kossert, Flucht – Eine Menschheitsgeschichte. Von der Aufklärung bis heute (Siedler, Oktober 2020)
  • Daniel Leese, Maos langer Schatten. Chinas Umgang mit der Vergangenheit (C.H.Beck, Oktober 2020)
  • Michael Maar, Die Schlange im Wolfspelz. Das Geheimnis großer Literatur (Rowohlt, Oktober 2020)
  • Christoph Möllers, Freiheitsgrade. Elemente einer liberalen politischen Mechanik (Suhrkamp, September 2020)
  • Mai Thi Nguyen-Kim, Die kleinste gemeinsame Wirklichkeit (Droemer Knaur, März 2021)

„DSDS“ hat einen Sieger – und Gottschalk veralbert Bohlen

Der Azubi Jan-Marten Block aus Nordfriesland hat mit Unterstützung von Showmaster Thomas Gottschalk die RTL-Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“ gewonnen. Der 25-Jährige setzte sich im Finale der 18. Staffel gegen seine drei verbliebenen Konkurrenten durch. Zum Triumph verhalf ihm seine ungemein tiefe Stimme – und sein neu eingespieltes Sieger-Lied „Never Not Try“. „Ich glaube, ich erkenne einen Hit, wenn ich einen höre“, sagte Gottschalk (70), der in der Show den früheren Chef-Juroren Dieter Bohlen (67) vertrat. „Und das ist einer.“

Die Entscheidung, die Block 100 000 Euro und einen Plattenvertrag einbrachte, traf am Ende allerdings das Publikum. Ein Drittel (33,38 Prozent) votierte nach RTL-Angaben für den Sänger.

Gottschalk hatte sich in der Finalshow für Block stark gemacht. Auch Schlagersängerin Maite Kelly, die neben dem Showdino in der Jury saß, lobte ihn. Sie nannte Jan-Marten – nicht gerade Typ Schlaks – „big Kuschelbär“, der aber auch eine Star-Aura habe.

Dass Gottschalk bei der Inthronisierung des „Superstars“ dabei sein und seinen Jury-Stuhl mit einer Luftgitarren-Nummer zur Musik von Status Quo einnehmen konnte, lag an der Abwesenheit von Langzeit-Juror Dieter Bohlen. RTL hatte vor Wochen angekündigt, dass seine Zeit bei dem Format nach der aktuellen Staffel ende. Generell soll die ganze Show einen komplett neuen Anstrich bekommen.

Fast hätte man im Finale auch vergessen können, dass Bohlen einmal der Chef in der Manege war. Größeres Thema war er nicht – bis Gottschalk sich dem Finalisten Kevin Jenewein (27) widmete, der von einer „Blase“ gesprochen hatte, in der er sich befinde. Der Showmaster konnte sich eine Spitze gegen Bohlen nicht verkneifen. „Wenn die Blase platzt – entspann dich. Sie platzt für jeden irgendwann mal“, erklärte Gottschalk Kevin. „Der Dieter sitzt auch in Mallorca und sortiert seine Camp-David-Hemden jetzt.“

E3 bleibt heuer digital und kostenlos

Die jährliche Electronic Entertainment Expo (E3) in Los Angeles ist eines der größten Events der Gaming-Branche. Aufgrund der Pandemie fand die Konferenz, auf der sonst zahlreiche Entwicklerstudios neue Hardware, Games und zugehörige Trailer präsentieren, zuletzt nicht statt. Wie viele andere Veranstaltungen verlagert sich auch die E3 heuer ins Internet – und das kostenlos.

Fraglich bleibt, welche Publisher sich auf der E3 präsentieren werden. Schon vor Ausbruch der Pandemie zog sich Sony 2019 aus dem Event zurück und nahm die Präsentation von Exklusivtiteln in die eigene Hand. Mit seinem Nintendo-Direct-Stream hat auch Nintendo schon länger das Konzept von Live-Konferenzen aufgegeben.

Die E3 ist heuer für 15. bis 17. Juni angesetzt. Wie bereits 2020 angekündigt, wird die ESA das Event „transformieren“. Konkrete Pläne für die Umsetzung und das Programm sind noch nicht bekannt. Auch wurde noch nicht bestätigt, ob die diesjährige E3 für die Öffentlichkeit zugänglich sein wird.

Xing-Mutter New Work SE baut Kiez-Kneipe

Die Burda-Tochter New Work SE (früher Xing SE) wird in Kürze ihr Headquarter in das ehemalige Unilever-Gebäude in der Hamburger HafenCity verlagern. In einem der oberen Stockwerke der New Work Harbour (so leutet der neue Name des Büro-Hauses) mit Blick auf die Elbbrücken wird derzeit eine Kiez-Kneipe „im Flair einer Bar wie auf dem Hamburger Berg mit Holz und verwinkelten Ecken“ gebaut. Das erklärte Petra von Strombeck, seit Mai 2020 neue CEO der New York SE, im Interview mit dem ‚Hamburger Abendblatt‘. Darüber hinaus wird es im neuen New Work-Hauptsitz auch noch ein Fitness-Studio sowie einen Raum der Stille geben, in die Möglichkeit zum Meditieren gegeben ist.

Derzeit stehen bei der börsennotierten Burda-Tochter rund 1.900 Beschäftigte aus über 50 Nationen auf der Pay-roll, von denen ca. 1.000 in die neue Zentrale umziehen werden. Der 2003 gegründete Internet-Portal-Betreiber ist gut durch die Corona-Krise gekommen. Nach vorläufigen Zahlen stiegen die Erlöse 2020 um zwei Prozent auf 276 Millionen Euro, das Konzern-Ergebnis wuchs doppelt so schnell: um vier Prozent auf beachtliche 37,4 Millionen Euro.

Waymo-Chef John Krafcik hört auf

Der Chef von Googles Schwesterfirma Waymo, John Krafcik, verlässt das Unternehmen. „Nach fünfeinhalb aufregenden Jahren als Leiter dieses Teams habe ich mich entschlossen, meine Position als CEO bei Waymo aufzugeben und mich neuen Herausforderungen zu stellen“, schrieb Krafcik in einem Blogbeitrag.

Die Waymo-Manager Dmitri Dolgov und Tekedra Mawakana sollen als Doppelspitze seinen Posten übernehmen. Krafcik hatte Googles Projekt für autonomes Fahren im September 2015 übernommen und im Dezember 2016 unter dem Namen Waymo ausgegliedert.

Krafcik hält die Umsetzung des autonomen Fahrens inzwischen für deutlich schwieriger als noch zu seinem Amtsantritt. „Es ist eine außergewöhnliche Plackerei“, sagte Krafcik in einem Interview Anfang dieses Jahres und fügte hinzu: „Ich würde sagen, es ist eine größere Herausforderung, als eine Rakete zu starten und sie in eine Umlaufbahn um die Erde zu bringen.“ Denn es müsse immer und immer wieder auf die Sicherheit geachtet werden.

„Eigentor“: Amazon entschuldigt sich für „Pinkeln in Flaschen“-Tweet

Amazon nennt es ein „Eigentor“ und entschuldigt sich nach einer Twitter-Auseinandersetzung darüber, wo und wie Beschäftigte ihre Notdurft verrichten, bei einem US-Abgeordneten. Der Online-Händler bestätigte das „Pinkelproblem“ und versprach, diese in Angriff zu nehmen.

Der Konflikt hatte vorletzte Woche mit einem kritischen Tweet des Abgeordneten Marc Pocan von der demokratischen Partei begonnen: „Mitarbeitern 15 US-Dollar Stundenlohn zu zahlen, macht einen nicht zu einem „fortschrittlichen Arbeitsplatz“, wenn man gegen Gewerkschaften vorgeht und Beschäftigte in Wasserflaschen urinieren“. Amazon hatte zunächst in ungewöhnlich scharfem Ton bei Twitter gekontert: „Sie glauben nicht wirklich die Sache mit dem Pinkeln in Flaschen?“. Und weiter: „Wenn das wahr wäre, würde niemand für uns arbeiten.“

Branchenweites Problem

Nun zeigte sich der Bezos-Konzern zwar einsichtig: „Wir entschuldigen uns beim Abgeordneten Pocan“. Eine Entschuldigung an die betroffenen Mitarbeiter enthält das Statement zwar nicht, allerdings kündigte Amazon an, das Pinkelproblem in Angriff nehmen zu wollen. „Wir wissen bislang noch nicht wie, aber wir werden nach Lösungen suchen.“ Das Unternehmen betonte jedoch auch, dass es sich um ein branchenweites Problem handele, das sich nicht auf Amazon beschränke und sich durch die Schließung öffentlicher WCs in der Corona-Krise verschärft habe.

Wiener ORF-Direktorin will ehemaligen „ZiB“-Verantwortlichen als Chefredakteur vorschlagen

Die Wiener ORF-Landesdirektorin Brigitte Wolf hat ihren Kandidaten für die Chefredaktion des Landesstudios gefunden und bei ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz deponiert. Wolf hat den früheren „Zeit im Bild“-Sendungsverantwortlichen Oliver Ortner vorgeschlagen. Doch weder das Votum der Redaktion noch der Vorschlag der Landesdirektorin muss der ORF-General bei der Besetzung berücksichtigen.
Pohanka und das Rathaus

Als zumindest aussichtsreicher Kandidat für den Job des Chefredakteurs in Wien wird wie berichtet ein anderer Kandidat gehandelt: Markus Pohanka. Er moderierte 2002 bis 2009 „Wien heute“ und wechselte dann zur Austro Control als Kommunikationsmanager. Pohanka pflegt sehr gute Kontakte ins Rathaus, er moderiert etwa Veranstaltungen für die Rathaus-SPÖ.

Die Länder und der ORF-General

Pohanka könnte die Chefredaktion auch nur als Zwischenstation zur Bestellung des ORF-Landesdirektors oder der -direktorin im September dieses Jahres sehen. ORF-Direktorin Wolf dürfte voraussichtlich nicht mehr antreten. Die im Herbst anstehende Bestellung der Landesdirektorinnen und -direktoren spielt auch bei der Wahl des ORF-Generaldirektors im Sommer eine wesentliche Rolle.

Im Stiftungsrat des ORF entscheidet im Sommer eine ÖVP-Mehrheit, ob der Sozialdemokrat wiederbestellt wird. Jedes Bundesland hat ein Mandat im ORF-Stiftungsrat.

Oliver Ortner hat unter den Bewerberinnen und Bewerbern für die Chefredaktion die größte professionelle Erfahrung bei, und das kann insbesondere im ORF ein Nachteil sein, nicht wahrnehmbarem politischem Rückenwind.

Ortner war von 2014 bis 2018 Sendungsverantwortlicher der meistgesehenen Nachrichtensendung in Österreich, der „Zeit im Bild“. 2018 verschwand sein Job – der neue ORF-2-Chefredakteur Matthias Schrom legte die Sendungsverantwortung der Tages-„ZiB“s und der Hauptnachrichten zusammen und besetzte den Job mit Christian Braun-Staudinger, inzwischen Chefredakteur von ORF.at. Ortner ging ins Channel Management von ORF 2.

Von 1986 bis 2004 arbeitete Ortner bei Radio Wien, als Beitragsgestalter und Chef vom Dienst von „Wien heute“, als Moderator und Chef vom Dienst der Radio-Wien-Nachrichten. 000 übernahm er die Leitung der Radio-Wien-Wortredaktion und war somit für alle Nachrichten und anderen Wort- bzw. Magazinbeiträge verantwortlich. 2003 wurde er Sendungsverantwortlicher von „Wien heute“, dessen Relaunch und Re-Design er federführend begleitet hat.

Im September 2004 wechselte Ortner in die Innenpolitik- und Chronikredaktion der „Zeit im Bild“. 2007 entwickelte er gemeinsam mit einem Projektteam das damals neue ORF-eins-Format „ZiB 24“, das er bis Dezember 2009 als Sendungsplaner und Chef vom Dienst betreute. Im Dezember 2009 wechselt er als Chef vom Dienst ins Team der „Zeit im Bild 1“. 2014 wurde er deren Sendungsverantwortlicher. In dieser Funktion hat er bis zuletzt – beginnend mit der Europawahl 2014 – auch alle bundesweit ausgestrahlten Wahlsendungen als Planer und Chef vom Dienst betreut.

Die Stimmen in der Redaktion

Bei der Abstimmung unter den rund 70 Redakteurinnen und Redakteuren des ORF Wien war Ortner unter den Kandidaten mit den meisten Stimmen. Die Stimmen in der Redaktion nach STANDARD-Infos:

16 für „Wien heute“-Sendungschef Peter Unger
15 für Oliver Ortner
15 für Politikredakteur Jörg Hofer
11 für „Wien heute“-Moderatorin Elisabeth Vogel
2 für Markus Pohanka
2 für ORF-Wien-Redakteur Karl Reis.

ORF-Landesdirektorin Brigitte Wolf antwortete nicht auf STANDARD-Anfrage zu ihrem kolportierten Besetzungsvorschlag für die Chefredaktion des Landesstudios Wien.

Hugo Portisch verstorben

Der Journalist Hugo Portisch ist tot. Vielen Österreichern galt Portisch als der Vermittler österreichischer Zeitgeschichte schlechthin. In die Annalen der Medienpolitik hat er sich als Initiator des Rundfunk-Volksbegehrens eingetragen. Nun starb er im Alter von 95 Jahren.

Der breiten Öffentlichkeit wurde Portisch als Chef-Kommentator des ORF-Fernsehens bekannt. Wie kein Zweiter beherrschte er die Kunst, komplizierte Sachverhalte in einfachen Worten zu erklären und Wissen mit hoher Kompetenz, aber ohne erhobenen Zeigefinger zu vermitteln. Mit seinen Fernsehserien „Österreich I“ und „Österreich II“ wurde er zur Inkarnation eines kollektiven österreichischen Geschichtsbewusstseins.

1955 holte ihn Hans Dichand, damals Chefredakteur, als Stellvertreter in den neugegründeten Kurier. Nach Dichands Abgang aus der damals größten Tageszeitung wurde Portisch 1958 Chefredakteur. 1967 wechselte er als Chefkommentator in den ORF – und wurde eines der Aushängeschilder der Bacher’schen Informationsoffensive.

Verlagschefin Julia Jäkel verlässt Gruner + Jahr

Julia Jäkel, CEO von Gruner+Jahr, und das Hamburger Verlagshaus gehen getrennte Wege. Diesem steht eine engere Verzahnung mit der Mediengruppe RTL Deutschland bevor.

Am Ende ging es dann ganz schnell: Die Verlagschefin Julia Jäkel verlässt Gruner + Jahr, nach insgesamt 23 Jahren im Unternehmen. Die 49-Jährige gehe „in ihrem zehnten Jahr an der Spitze freundschaftlich und auf eigenen Wunsch“, teilte das Hamburger Verlagshaus am Mittwoch mit.

Jäkels Nachfolger wird zum 1. April Stephan Schäfer. Der 46-Jährige ist bereits Mitglied der Geschäftsführung von Gruner + Jahr gewesen. Seit Februar 2019 ist er zusätzlich Geschäftsführer Inhalte & Marken der Mediengruppe RTL Deutschland. Diesen Posten behält Schäfer.

Die Personalie ist durchaus im Zusammenhang mit größeren Unternehmensumbrüchen zu sehen. Jäkels Abschied folgt der vor sechs Wochen öffentlich gemachten Ankündigung von Sondierungsgesprächen zwischen Gruner+Jahr und der Mediengruppe RTL Deutschland.

Es geht dabei um eine noch engere Zusammenarbeit, was auch eine Fusion der beiden Medienhäuser bedeuten kann. In Frage steht damit die eigenständige Zukunft von Gruner+Jahr in Hamburg und damit auch die Rolle von Julia Jäkel. Nun der Abschied.

„Mein Schritt, G+J zu verlassen, ist eine ganz persönliche Lebensentscheidung“, sagte Jäkel laut Mitteilung. „Das vergangene Jahr hat auch bei mir Gedanken darüber ausgelöst, was das Leben noch mit einem anstellen kann.“ Diesen Gedanken wolle sie mehr Raum geben. „Darum habe ich Bertelsmann gebeten, mir dies zu ermöglichen.“

Jäkel verlässt zugleich auch Bertelsmann, (Mutterkonzern von Gruner + Jahr ), wie das Unternehmen in Gütersloh mitteilte. Schäfer übernehme dort ihren Posten in dem Gremium Group Management Committee, das den Bertelsmann-Vorstand zu Konzernstrategie unterstützt und berät. Gruner + Jahr ist eine 100-prozentige Tochter von Bertelsmann, zu den Zeitschriftenmarken zählen unter anderen „Stern“, „Geo“ und „Capital“.

2012 der Aufstieg in den Vorstand von Gruner + Jahr

Damit gehen 23 Jahre Julia Jäkel bei Gruner-Jahr zu Ende. 1997 durchlief Jäkel das Bertelsmann Entrepreneurs Program und wechselte anschließend zu dem Verlagshaus. 1999 war sie im Gründungsteam der „Financial Times Deutschland“.

Nach diversen Stationen im Haus dann 2012 der Aufstieg in den Vorstand von Gruner + Jahr. Jäkel führte es seit 2013 und agierte seit 2015 als CEO. In ihre Amtszeit fällt der Ausbau des Digitalgeschäfts sowie der Vorstoß von G+J in neue Marken und Titel. 2016 wurde Julia Jäkel von Kress als „Medienmanagerin des Jahres“ ausgezeichnet.

In den vergangenen Jahren rückte die Zusammenarbeit mit der Mediengruppe RTL Deutschland in den Vordergrund, eine Entwicklung, der Jäkel offenbar nicht im Wege stehen wollte. Mit Schäfer an der Spitze wachsen RTL und Gruner + Jahr weiter zusammen.

Vor rund einem Monat hatte Bertelsmann-Boss Rabe im „Spiegel“ angekündigt, dass eine Fusion von Gruner + Jahr und RTL möglich sei. Darüber sei „noch nicht entschieden“, Rabe hielt es auch für denkbar „nur einige Geschäftsbereiche zu vereinen“.

ORF Wien sucht Chefredakteur. Redaktion wünscht sich Besetzung aus dem Haus

Das ORF-Landesstudio Wien sucht einen neuen Chefredakteur oder eine Chefredakteurin. Laut Redakteursstatut können die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über ihre künftige Führung abstimmen – in Corona-Zeiten über mehrere Tage unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen.

Als aussichtsreicher, weil auch der Rathaus-SPÖ sehr vertrauter Kandidat gilt Markus Pohanka, der 2002 bis 2009 „Wien heute“ moderierte und dann zur Austro Control wechselte. Er hat sich wie berichtet um die Chefredaktion beworben, könnte sie aber auch nur als Zwischenstation zur Bestellung des ORF-Landesdirektors oder der -direktorin im September dieses Jahres sehen.

Bei den Redakteurinnen und Redakteuren des ORF-Landesstudios hat es Exkollege Pohanka bei der Abstimmung nicht auf die vorderen Ränge geschafft.

Drei Bewerber sollen vorne liegen: „Wien heute“-Sendungschef Peter Unger mit einer Stimme Vorsprung vor dem ehemaligen „Zeit im Bild“-Sendungsverantwortlichen Oliver Ortner und Politikredakteur Jörg Hofer. Wenige Stimmen dahinter: „Wien heute“-Moderatorin Elisabeth Vogel. Pohanka und ORF-Wien-Redakteur Karl Reis sollen in der Abstimmung der Redakteurinnen und Redakteure sehr deutlich dahinter liegen.

Anton-Wildgans-Preis 2021 an Andrea Grill

Die Schriftstellerin Andrea Grill erhält den diesjährigen „Literaturpreis der Österreichischen Industrie – Anton Wildgans“. Die mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung soll der gebürtigen Oberösterreicherin am 9. September im Wiener Haus der Industrie überreicht werden, hieß es heute in einer Aussendung. Bei Grill finde man eine „vielsagende Sprache, in der gründliche Sachkenntnis zum Ausdruck kommt“, so die Jurybegründung.

Die „großen abstrakten Worte“ seien nicht Grills Sache, hieß es weiters, ebenso wenig wie „überschäumende Emotionen oder dramatische Konflikte“. Stattdessen finde sich in den Gedichten, Erzählungen und Romanen der studierten Biologin „nicht selten auch trockener Humor, eine feine Ironie und zugleich namentlich eine Empfindsamkeit sondergleichen allen Erscheinungen der Welt gegenüber“.

Die 1975 in Bad Ischl geborene Grill promovierte 2003 im Fach Evolutionsbiologie, 2017 folgte die Habilitation. Heute ist Grill als freie Schriftstellerin und Übersetzerin tätig und lebt in Wien und Amsterdam. Bisher sind u. a. die Bücher „Der gelbe Onkel. Ein Familienalbum“ (2005), „Das Schöne und das Notwendige“ (2010), „Safari, innere Wildnis – Gedichte“ (2014), „Das Paradies des Doktor Caspari“ (2015) sowie der Roman „Cherubino“ (2019) erschienen.

Apple will in Kalifornien batteriebasierte Speicheranlage bauen

Der US-Technologiekonzern Apple will eine batteriebasierte Speicheranlage für erneuerbare Energien in Kalifornien errichten. Die Anlage soll nahe der bereits bestehenden Solaranlage „California Flats“ entstehen, teilte der iPhone-Hersteller mit. Apple macht zudem Fortschritte bei seinem Plan, zum Jahr 2030 komplett klimaneutral zu werden.

Ziel sei es, bis zu 240 Megawatt-Stunden zu speichern, um alle Apple-Einrichtungen in Kalifornien Tag und Nacht mit Energie versorgen zu können. Bisher liefere die Solaranlage nur Strom während des Tages. „Die Herausforderung bei sauberer Energie – Solar- und Windenergie – ist, dass sie per Definition unstetig ist“, sagte Lisa Jackson, Vizepräsident für Umwelt, Politik und soziale Initiativen bei Apple. Der Konzern hoffe, mit dem Gelingen des Projekts weitere Unternehmen zum Umsteigen zu bewegen.

Bavaria Media holt sich personelle Verstärkung

Gleich drei personelle Neuzugänge gibt es bei der Bavaria Media, der Rechte- und Verwertungstochter von Bavaria Film. So soll Maike Haas künftig als Director of Acquisition und Co-Development Produktion und Vertrieb zusammenbringen. Zuvor arbeitete sie einige Monate als Produzentin bei Maria Furtwänglers Atalante Film. Niko Chainopoulos verantwortet ab sofort als Head of Digital Sales das Wachstum in digitalen Geschäftsfeldern, er arbeitete bereits für die Deutsche Telekom und Vodafone. In den kommenden Wochen wird das Akquise-Team der Bavaria Media zudem verstärkt durch Lisa Fidyka als Senior Acquisitions Manager. Sie war zuletzt Senior Scripted Acquisition Manager bei Red Arrow International.

Ziel des Unternehmens sei es, künftig bereits zu einem frühen Kofinanzierungszeitpunkt als Vertriebspartner sowohl Highend-Programme als auch „diverse, mutige und junge“ Produktionen zu ermöglichen, heißt es von Bavaria Media. Unter der Führung von Chainopoulos wolle man auch die VoD-Verwertung eigenständig verantworten. Die über viele Jahre für diese Verwertungsart bestehende Kooperation mit der WDRmediagroup wird beendet.

Prozess um Vergütung von „Boot“-Kameramann beginnt von vorn

Schon seit mehr als zehn Jahren prozessiert der Kameramann Jost Vacano an mehrere Fronten gegen die ARD, Bavaria Film und einen Videoverwerter. Vacano, Kameramann des Filmhits „Das Boot“ war, hatte damals umgerechnet rund 100.000 Euro für seine Arbeit erhalten und will wegen des großen Erfolg des Streifens jetzt mehr Geld. Der Kameramann beruft sich auf den sogenannten Bestseller-Paragrafen (auch: Fairnessparagraf), nach dem Urhebern im Nachhinein eine zusätzliche Vergütung zustehen kann, wenn ein Werk einen unerwartet großen Erfolg hat und „die ursprünglich vereinbarte Nutzungsvergütung in einem auffälligen Missverhältnis zu den Erträgen und Vorteilen aus der Nutzung des Werkes“ stehe.

Das Oberlandesgericht München sprach dem Kameramann im Zuge des Rechtsstreits im Jahr 2017 insgesamt 588.000 Euro zu. Diese Summe setzt sich aus 438.000 Euro Nachvergütung und 150.000 Euro Zinsen zusammen. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat dieses Urteil jetzt aber aufgehoben, das OLG muss sich nun erneut mit dem Fall befassen. Grund für die Aufhebung des Urteils sind „Berechnungsfehler“ bei der Ermittlung der möglichen Ansprüche des Kameramanns, die das Gericht festgestellt hat. Komplett nachzulesen ist das Urteil des BGH hier.

Die Klage jetzt richtete sich gegen den WDR, die Bavaria Film und einen Videoverwerter. Durch die Entscheidung zur Aufhebung des OLG-Urteils geht der Fall weiter, mit einer endgültigen Klärung ist nicht in nächster Zeit zu rechnen. Wahrscheinlich ist, dass sich das Verfahren weitere Monate, wenn nicht gar Jahre, hinzieht.

In einem weiteren Verfahren geht Jost Vacano auch gegen mehrere ARD-Anstalten vor, die den Film in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten oft wiederholt haben – und so eben auch Geld gespart haben, weil sie die Sendeflächen nicht mit neuen Produktionen füllen mussten. Ursprünglich waren dem Kameramann auch hier mehr als 300.000 Euro zugesprochen worden, allerdings hob der BGH auch dieses Urteil im vergangenen Jahr aufgrund von Berechnungsfehlern auf. Jost Vacano, der schon seit mehr als einem Jahrzehnt um mehr Geld kämpft, ist mittlerweile 87 Jahre alt.

Dem MWC rennen erneut die Aussteller weg

Intel und Cisco kehren der Mobilfunkmesse MWC den Rücken: Der Mobile World Congress (MWC) in Barcelona, die weltweit wichtigste Mobilfunkmesse, muss auf wichtige Unternehmen verzichten. Nach Informationen von Welt hat sich neben dem US-Chiphersteller Intel und dem US-amerikanischen Netzwerkspezialisten Cisco auch der Drohnen-Weltmarktführer DJI aus China entschlossen, Ende Juni nicht nach Spanien zu reisen. „In Übereinstimmung mit unseren Richtlinien in Bezug auf die laufende Pandemie wird unsere Präsenz auf dem diesjährigen MWC nur digital sein und wir werden keinen Stand haben“, heißt es bei Intel. Die Gesundheit der Mitarbeiter habe oberste Priorität. Auch Cisco führt Sicherheitsgründe an. Ericsson, Nokia und Sony hatten schon vor gut drei Wochen ihren Ausstieg bekanntgegeben. Der Welt bestätigte nun auch der Drohnen-Hersteller DJI seine Absage. Im vergangenen Jahr war der MWC die erste große internationale Messe, die wegen der Pandemie abgesagt wurde. In diesem Jahr hat der Veranstalter, die GSM Association, die Messe bereits von ihrem ursprünglichen Termin im Februar auf Ende Juni verlegt.

MediaMarkt und Saturn streichen bis zu 1.000 Stellen – Aus für 13 Märkte?

Deutschlands größter Elektronikhändler MediaMarkt-Saturn will in der Bundesrepublik bis zum Herbst 2022 bis zu 1.000 Arbeitsplätze streichen. 13 der 419 Märkte würden voraussichtlich geschlossen, berichtete die Deutschland-Geschäftsführung des Unternehmens in einem Brief an die Mitarbeiter.

Die Pandemie habe das Einkaufsverhalten nachhaltig verändert, begründete die Geschäftsleitung die Einschnitte in das Filialnetz. Immer mehr Kunden erledigten ihre Einkäufe online. Der E-Commerce-Anteil am Gesamtumsatz habe sich im laufenden Geschäftsjahr mehr als verdoppelt. Dies zwinge das Unternehmen, Anzahl und Größe der stationären Märkte auf die neuen Gegebenheiten auszurichten.

Karikaturist Plantu verlässt nach fast 50 Jahren „Le Monde“

Der bekannte Karikaturist Jean Plantureux verlässt die französische Tageszeitung „Le Monde“. Das Blatt präsentierte in seiner Ausgabe von 1. April eine letzte Zeichnung von Plantu – so lautet sein Künstlername. Die Karikatur zeigt den bedrängten Präsidenten Emmanuel Macron vor einer Fernsehansprache zur Corona-Krise. „Ein Zeichner macht, was er will“, sagte Plantu in einem Interview des Blatts.

Der Karikaturist habe 1972 bei der Pariser Tageszeitung begonnen und seitdem über 30.000 Zeichnungen angefertigt. „Le Monde“ präsentierte seinen Lesern eine achtseitige Sonderausgabe mit bekannten Karikaturen des mittlerweile 70-Jährigen. Einen direkten Nachfolger gibt es nicht.

Sky findet Sedlaczek-Nachfolgerin

Durch den Weggang von Esther Sedlaczek zur ARD wird Britta Hofmann in der Moderatoren-Hierarchie bei Sky aufsteigen. Nach „Bild“-Informationen soll Hofmann künftig vermehrt im Rahmen der Bundesliga-Übertragungen am Samstagnachmittag zum Einsatz kommen. Dort kommt sie bereits jetzt zum Zug, wie auch bei den Übertragungen des DFB-Pokals und der 2. Bundesliga, sowie beim Free-TV-Sender Sky Sport News.

Gut zehn Jahre ist Britta Hofmann bereits bei Sky. Zuvor war sie für die Mediengruppe RTL tätig. Vorwiegend war sie dabei in Sport-Formaten des Nachrichtensenders N-TV zu sehen, wo sie auch ihr Volontoriat ablegte. Zum Beispiel von den Olympischen Winterspielen in Vancouver berichtete sie 2010 aber auch im Hauptprogramm bei RTL.

Dani Linzer neue kronehit-Programmdirektorin

Dani Linzer übernimmt mit 1. April die Führung im Programmbereich bei Österreichs größtem Privatradiosender kronehit und somit die Agenden von Rüdiger Landgraf. Dieser leitet künftig die Stabsstelle „Strategie, Research und Digitale Entwicklungen“ und soll die Geschäftsführung und Programmdirektorin in diesen Bereichen unterstützen, wie das Unternehmen in einer Aussendung am Donnerstag mitteilte.

Linzer moderierte 15 Jahre die Morgenshow des Senders, bei dem sie schon seit dem Sendestart 2001 mitwirkt. „Es erfüllt mich mit großem Stolz, für unsere pulsierende kronehit-Community das beste Programm zusammenzustellen. Ich freue mich darauf, meine Ideen gemeinsam mit unserem herausragenden und motivierten Team zu entwickeln. In diesen Prozess fließt auch das umfangreiche Know-how von Rüdiger Landgraf mit ein, von dem ich in den letzten Jahren sehr viel lernte“, so die neue Programmdirektorin.

Mercury Awards: Donau-Universität Krems gewinnt internationalen Kommunikationspreis

Die Donau-Universität Krems gewann mit ihrem Magazin upgrade bei den Mercury Excellence Awards in New York den Grand Award. Bei dem internationalen Wettbewerb werden jährlich die weltweit besten Arbeiten aus dem Bereich Kommunikation prämiert. Upgrade, das vierteljährlich in einer Auflage von mehr als 16.000 Stück erscheint, gewann in der Kategorie Magazine/Design und wird gestalterisch mit der Agentur buero8 umgesetzt. Bereits zuvor erhielt upgrade im Rahmen des Wettbewerbs die Goldmedaille in der Kategorie Magazines – Design/Alumni Magazine.

Damit ist die Donau-Universität Krems erst die dritte österreichische Institution, die diesen Preis gewinnt. Im Wettbewerb standen 351 Projekte, die dieses Jahr von 56 Preisrichtern ausgewählt und prämiert wurden. Die Donau-Universität Krems ist neben der University of Pittsburgh die zweite Universität weltweit, die einen Mercury Grand Award gewinnen konnte.

Corona-Leugner kapern offenbar Frequenz von 1Live

In Nordrhein-Westfalen (NRW) sind offenbar Corona-Leugner unterwegs und sorgen für Störungen in der Sendefrequenz von 1Live. Die „Bild“ berichtet von einem Leser (€), der in seinem Auto statt der Dudelmusik des Radiosenders plötzlich eine mysteriöse Stimme hörte. Konkret geht es um die Stadt Ahaus im Kreis Borken. „Die Grippe ist plötzlich verschwunden, plötzlich gibt es Corona. Wann stellt ihr die richtigen Fragen?“, hieß es plötzlich aus dem Autoradio.

Nach kurzer Zeit war die Stimme verschwunden und aus dem Autoradio dudelte wieder 1Live. Das ist nun offenbar schon mehrmals und auch bei anderen Personen in der Stadt passiert. Wie der WDR gegenüber der Zeitung mitteilt, würden bei 1Live Meldungen eingehen, dass die Frequenz des Senders gekapert sei. „Diese Störungen wurden vor allem im Kreis Borken gemeldet.“ Man habe umgehend die Bundesnetzagentur informiert, heißt es vom WDR. „Diese geht der Störung durch Vorort-Messungen mit Messfahrzeugen und auch stationären Messeinrichtungen nach.“

Und tatsächlich ist die Bundesnetzagentur derzeit schon auf der Suche nach der Quelle für die Frequenz-Störungen. Wie die „Bild“ berichtet, liegen der Behörde bereits mehrere Hinweise auf Störungen vor. „Unser Prüf- und Messdienst ist seit Mitte März vor Ort dabei, die Quelle der Störungen zu ermitteln“, erklärte ein Sprecher der Agentur gegenüber der „Bild“. Wie lang das dauert, ist aber unklar. Derzeit wisse man noch nicht, ob die Störer einen mobilen oder einen festen Sender nutzen, so der Sprecher. „Auch wissen wir bisher nicht, ob die Störung von deutschem Hoheitsgebiet oder vom Ausland ausgeht.“ Ahaus liegt an der Grenze zu den Niederlanden.

Schlindwein verlässt Deutsche Produktionsunion schon wieder

Uwe Schlindwein und die Deutsche Produktionsunion gehen getrennte Wege. Man habe gemeinsam beschlossen, die Zusammenarbeit zu beenden. „Ab sofort ist Schlindwein dort [bei der Deutschen Produktionsunion, Anm.] als Geschäftsführer nicht mehr tätig“, heißt es in der Mitteilung des Unternehmens. Zu den Gründen machten beide Seiten keine Angaben.

Weil die Geschäftsführung schon bislang neben Schlindwein auch aus Alexander Isadi und Jürgen Hepp bestand, gibt es wohl keinen akuten Handlungsbedarf. Dennoch kommt die Trennung sehr überraschend, baut man das Unternehmen doch erst seit wenigen Monaten auf. Erst im Oktober 2020 wurde bekannt, dass man mit vereinten Kräften die Deutsche Produktionsunion groß machen will. Zu den Gesellschaftern des Unternehmens zählen unter anderem Jens Bujar und Florian Wieder mit ihrer Lodge of Levity, Mehrheitsgesellschafter ist eine Holding der Firmengruppe HPR von Gründer Jürgen Hepp.

Über die weiteren Pläne von Schlindwein gibt es derzeit keine Informationen. Der ehemalige Sat.1-Unterhaltungschef sollte bei der Deutschen Produktionsunion eigentlich die Inhalte verantworten und zudem als Bindeglied zu den Partnern agieren. Im Dezember hieß es noch, Schlindwein solle zusammen mit Jan-Philip Senfft den Bereich Factual im Unternehmen aufbauen.

Roger Federer wird neuer Markenbotschafter

Der ehemalige Tennisspieler Roger Federer wird neuer Markenbotschafter für Schweiz Tourismus, der Tourismusmarketingorganisation seines Heimatlandes. Gemeinsam will man nun Projekte entwickeln, um die Schweiz weltweit zu bewerben. „Das passt perfekt, denn die Schweiz und ihre makellose Natur haben eindeutig zu Rogers beispielloser Karriere beigetragen“, erklärt Sschweiz-Tourismus-Direktor Martin Nydegger. „Ich habe es immer gefühlt, jedes Mal, wenn ich auf den Platz trete, repräsentiere ich die Schweiz. Immer, wenn mein Name genannt wird, steht eine Schweizer Flagge daneben. Darauf war ich in den ersten 22 Jahren, in denen ich auf der Tour war, sehr stolz, und das wird auch immer so bleiben. Jetzt mit Schweiz Tourismus zusammenzuarbeiten ist für mich ein logischer Schritt“, so Federer zur Kooperation zweier international hochgeschätzten Marken.

Wahlkampfkosten: Urteil im Verfahren ÖVP gegen „Falter“

Das Handelsgericht sieht ÖVP „mit rund 55 Prozent unterlegen“. Der „Falter“ darf weiterhin schreiben, die ÖVP „bewusst die Öffentlichkeit über ihre Wahlkampfausgaben täuscht“.

In dem von der ÖVP angestrengten Prozess gegen die Wiener Wochenzeitung „Falter“ wegen des Vorwurfs der Wahlkampfkosten-Überschreitung 2019 gibt es ein Urteil. Das Handelsgericht Wien gibt der klagenden ÖVP darin zwar in einem Punkt Recht, in zwei weiteren aber nicht. „Die klagende Partei ist mit rund 55 Prozent unterlegen, hat jedoch mit 45 Prozent ihres Anspruches obsiegt“, heißt es in dem Urteil.

Konkret muss der „Falter“ die Behauptung, dass die ÖVP die Wahlkampfkosten-Überschreitung „vor dem Rechnungshof verbergen will“ unterlassen und widerrufen. Allerdings darf der „Falter“ weiterhin schreiben, dass „die ÖVP bewusst plane“, die gesetzliche Wahlwerbungsausgabenbeschränkung zu überschreiten und „bewusst die Öffentlichkeit über ihre Wahlkampfausgaben täuscht“.

SpaceX hat ersten Mondflug verkauft

Einen Termin gibt es noch nicht, aber einen zahlenden Passagier: Das US-Raumfahrtunternehmen Space Exploration Technologies (SpaceX) hat einen ersten Weltraumtouristen, der zum Mond fliegen und diesen umrunden will.

Das sei ein wichtiger Schritt für Menschen, die davon träumen, in den Weltraum zu reisen, verkündete das Unternehmen über Twitter. Wer der Passagier ist und warum er den Flug gebucht hat, will SpaceX Anfang kommender Woche bekanntgeben.

SpaceX hatte den Flug zum Mond Anfang 2017 angekündigt. Die Schwerlastrakete Big Falcon Rocket (BFR) soll die bemannte Raumkapsel auf die Reise zum Mond bringen. Sie soll den Mond einmal umrunden und dann zur Erde zurückkehren.

Facebook und Google planen Unterwasserkabel in Südostasien

Das weltgrößte Internetnetzwerk Facebook und der US-Suchmaschinenanbieter Google planen zwei neue Unterwasserkabel, um Singapur, Indonesien und Nordamerika miteinander zu vernetzen. Ziel sei es, die Verbindungskapazitäten zwischen den Regionen zu erhöhen, hieß es.

Der verantwortliche Facebook-Vizepräsident Kevin Salvadori sagte zu Reuters, die beiden Echo und Bifrost genannten Kabel seien die ersten, die eine neue Route durch die Javasee nutzen würden. Für Facebook sei es eine wesentliche Investition in Südostasien. Eine konkrete Summe nannte Salvadori nicht.

Echo wird in Zusammenarbeit mit Google und dem indonesischen Telekomkonzern XL Axiata errichtet und soll 2023 fertiggestellt werden, Bifrost ein Jahr später. Marktforschern zufolge hatten 2020 weniger als zehn Prozent der rund 270 Millionen Indonesier eine Breitbandverbindung.

APA schreibt Alfred-Geiringer-Stipendium 2021 aus

Das Ausbildungsprogramm ermöglicht einen Studienaufenthalt am Green College der Universität Oxford und die Teilnahme am exklusiven Journalism Training Programme der Thomson Reuters Foundation. Bewerbungen sind bis 14. Mai möglich.

Die Ausschreibung richtet sich an Kolleginnen und Kollegen der gesamten Branche in Österreich. Bewerberinnen und Bewerber für das Geiringer-Stipendium müssen vollberuflich für ein österreichisches Medium tätig sein und auf eine mindestens fünfjährige Erfahrung im Journalismus verweisen können. Gutes Englisch ist ebenfalls Voraussetzung. Bewerbungen sind bis 14. Mai 2021 an die Chefredaktion der APA zu richten.

SWR-Chef will effizientere ARD

SWR-Intendant Kai Gniffke schlägt in der Länderdebatte zur Struktur des öffentlich-rechtlichen Rundfunks das Prinzip eines „Schwarzen Brettes“ für mehr Zusammenarbeit in der ARD vor.

Als rein fiktive Beispiele für dieses Prinzip nannte Gniffke in der Video-Schalte mit den Rundfunkratsmitgliedern das Teilen eines Übertragungswagens, das Bilden von Einkaufsgemeinschaften oder Zusammenarbeit etwa bei Auslandsberichterstattung in Infoprogrammen. Der Intendant machte zugleich klar: „Wir werden bei der Regionalität keine Abstriche machen.“ Da, wo es sich nicht um genuin regionale Inhalte handele, könne man schauen, was zusammen gehe.

Ziel sei, „dass wir da sehr viel intensiver innerhalb der ARD, aber vielleicht auch mit dem ZDF in bestimmten Punkten kooperieren“. Das könnte aus seiner Sicht einer der Eckpunkte eines künftigen Medienstaatsvertrags für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk sein, ergänzte Gniffke.
ARD-interne Kooperationen, aber auch mit dem ZDF

Die Länder forcieren derzeit ihr Reformvorhaben zu Struktur und Auftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Bis Juni sollen in der Rundfunkkommission der Länder Vorschläge erarbeitet sein, die erste von zwei Phasen könnte zum Jahr 2023 in Kraft treten. Die Bundesländer legen in Staatsverträgen Auftrag und Struktur der Sender fest. Um journalistische Inhalte geht es dabei aber nicht, mit Blick auf die verfassungsrechtlich geschützte Pressefreiheit.

Kooperationen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk gibt es bereits. Ein Beispiel: Ende Januar wurde bekannt, dass die ARD-Sender stärker bei ihren Radio-Verkehrsredaktionen in der Nacht kooperieren, um Kosten einzusparen.

Im Januar hatte sich Intendant Gniffke bereits speziell mit Blick auf den Saarländischen Rundfunk (SR) für eine weitgehende Zusammenarbeit beider ARD-Anstalten ausgesprochen – zum Beispiel mit gemeinsamen Direktionen. Zu einer vollständigen Fusion hatte er sich aber zurückhaltend geäußert. In Saarbrücken reagierte man auf den Vorschlag Gniffkes prompt ablehnend. SR-Intendant Thomas Kleist sagte: „Ich weise die Überlegungen meines SWR-Kollegen entschieden zurück.“ Kooperation höre dort auf, wo die Souveränität der Landesrundfunkanstalt angetastet werde.

Belarus darf nicht am „ESC“ 2021 teilnehmen

Die Europäische Rundfunkunion in Genf, die den „Eurovision Song Contest“ organisiert, hat Belarus in diesem Jahr vom musikalischen Wettbewerb ausgeschlossen. Das autoritär geführte Land wollte mit einem Lied ins Rennen gehen, das übersetzt „Ich werde dir beibringen“ heißt. Der Song würde, heißt es in der Begründung der Disqualifikation, in den Augen vieler Menschen die politische Protestbewegung gegen Langzeitmachthaber Alexander Lukaschenko verhöhnen. Kritisch gesehen werden unter anderem Textzeilen wie „Ich werde dir beibringen, nach der Melodie zu tanzen, ich werde dir beibringen, der Linie zu folgen.“

Das Lied der Band Galasy ZMesta stelle den nicht-politischen Charakter der Veranstaltung infrage, begründeten die Organisatoren. Zunächst wurde eine Überarbeitung gefordert. Belarus reichte nach der Kritik einen neuen Song ein. Nach Prüfung des neuen Liedes „wurde der Schluss gezogen, dass die neue Einreichung auch gegen die Wettbewerbsregeln verstößt, die sicherstellen, dass der Wettbewerb nicht instrumentalisiert oder in Verruf gebracht wird“, erklärte die European Broadcasting Union nun.

Der diesjährige „Eurovision Song Contest“ findet am 22. Mai 2021 in Rotterdam statt. In den Tagen zuvor werden dort schon die Halbfinals ausgetragen. Für Deutschland tritt ein 26 Jahre alter Künstler an: Jendrik, der seinen Song „I Don’t Feel Hate“ selbst geschrieben hat. Auch die Produktion des Musikvideos hat er selbst übernommen.

„Black Panther“-Star Boseman posthum mit NAACP-Preis geehrt

„Black Panther“-Star Chadwick Boseman ist posthum mit einem NAACP-Preis für afroamerikanische Künstler geehrt worden. Boseman, der im vorigen August mit 43 Jahren an Krebs gestorben war, wurde am letzten März-Wochenende in der Kategorie „Bester Filmschauspieler“ ausgezeichnet. Den US-Preis bekam er für seine Rolle in „Ma Rainey’s Black Bottom“ als Jazz-Trompeter in den 20er-Jahren.

Die NAACP (National Association for the Advancement of Colored People) ist die älteste und größte Bürgerrechtsorganisation der USA. Die NAACP Image Awards wurden in diesem Jahr zum 52. Mal in Sparten wie Film, Fernsehen, Literatur und Musik vergeben. Schauspieler und Comedian Eddie Murphy wurde dabei in die Hall of Fame der Organisation aufgenommen.

Streik in sechs Verteilzentren Amazons

Mit Beginn der Nachtschicht am 29.3. hat Verdi die Beschäftigten in sechs Verteilzentren des Onlinehändlers Amazon zu einem viertägigen Streik aufgerufen. Das gab die Dienstleistungsgewerkschaft am 28. März 2021 bekannt. Durch die Arbeitsniederlegungen im Ostergeschäft wollen die Beschäftigten in Rheinberg, Werne, Koblenz, Bad Hersfeld (zwei Standorte) und Leipzig die Anerkennung der Flächentarifverträge des Einzel- und Versandhandels sowie den Abschluss eines Tarifvertrags durchsetzen.

Amazons Geschäftsleitung wusste von den Plänen. Konzernsprecher Stephan Eichenseher sagte Golem.de: „Auswirkungen auf Kundenlieferungen haben die Aktionen nicht, bei vergangenen Streikaufrufen haben über 90 Prozent der Mitarbeiter in den Logistikzentren ganz normal gearbeitet.“

Amazon-Beschäftigte in der Logistik erhalten ihm zufolge nach 24 Monaten durchschnittlich rund 2.600 Euro brutto pro Monat. Enthalten seien auch Mitarbeiteraktien und weitere Extras. Das sei auch der Gewerkschaft bekannt. „Wir sind zu einer Projektionsfläche für Gruppen geworden, die Aufmerksamkeit für ihre Themen suchen“, sagte Eichenseher.

Verdi sieht Spielraum für Lohnerhöhung durch Extraprofite

Angesichts des erneuten Lockdowns sei in der Woche vor Ostern bei Amazon ein starkes Bestellvolumen zu erwarten, teilte Verdi Nordrhein-Westfalen mit. „Die Bearbeitungszeiten für die Bestellungen werden immer enger getaktet. Coronagerechtes Arbeiten unter Einhaltung von Abstandsregelungen und Hygienevorschriften fällt dabei hinten runter“, betonte Gewerkschaftssekretärin Mechthild Middeke. „Nötig wären auch Pausen zum Verschnaufen, denn das dauerhafte Arbeiten mit Mund-Nase-Schutz ist sehr anstrengend.“ Die Coronapandemie habe Amazon hohe Extraprofite gebracht. Die Arbeiter hätten eine Bezahlung nach Tarifvertrag mehr als verdient.

Verdi fordert in der Tarifrunde des Einzel- und Versandhandels Hessen zudem eine Lohnsteigerung von 4,5 Prozent plus 45 Euro pro Monat.

Amazon schafft 5.000 neue Jobs in Deutschland

Der US-Konzern Amazon will in Deutschland heuer 5.000 neue Mitarbeiter einstellen. Damit soll deren Zahl um mehr als ein Fünftel steigen – von 23.000 auf 28.000.

Jobs in allen Bereichen

Gesucht sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unter anderem für die Versandzentren, Marketing, Finanzwesen sowie Forschung und Entwicklung. Wie viele neue Angestellte für die jeweiligen Bereiche gesucht werden, sagte Amazon nicht.

In Deutschland betreibt der Konzern vier Forschungs- und Entwicklungszentren in Aachen, Berlin, Dresden und Tübingen. Weltweit hat Amazon im vergangenen Jahr eine sechsstellige Zahl neuer Mitarbeiter eingestellt, Ende Dezember arbeiteten demnach weltweit knapp 1,3 Millionen Menschen für das Unternehmen.

Der Onlinehändler stand zuletzt wegen der permanenten Kameraüberwachung seiner Mitarbeiter und den aufgrund des Zeitdrucks unmöglichen Pausen in der Kritik.

Viele Angebote für Bohlen nach „DSDS“-Aus

Dieter Bohlen (67) blickt nach seinem Ausscheiden bei „Deutschland sucht den Superstar“ optimistisch in die Zukunft und hat eigenen Angaben zufolge Großes vor:

„Ich hab super viele Angebote natürlich bekommen, und da muss man natürlich so ein bisschen gucken, was man jetzt macht“, sagte Bohlen in einem Instagram-Video. Er sei mit der derzeitigen Situation sehr zufrieden. „Ich plane Großes, und ihr werdet von mir hören.“

Bohlen hatte seine Teilnahme am Halbfinale und Finale abgesagt und einen Krankenschein eingereicht. Eine etwas seltsam anmutende Art und Weise die Tätigkeit bei seinem langjährigen Arbeitgeber zu beenden. Schon einige Wochen zuvor hatte RTL angekündigt, dass Bohlens Zeit in der Show nach fast 20 Jahren endet. Auch beim „Supertalent“ wird er nicht mehr dabei sein.

DW-Korrespondent Connolly in Belarus festgenommen

Zum zweiten Mal binnen weniger Tage ist Journalist Nicholas Connolly (Deutsche Welle) in Belarus inhaftiert worden. Am 25.03. wurde er bei Dreharbeiten in Minsk von einer Streife festgesetzt und mitgenommen – nach Überprüfung seiner Akkreditierung kam er wieder frei. Am Samstag (28.03.) nun wurde er bei Dreharbeiten in Gewahrsam genommen und auf ein Polizeirevier in der belarussischen Hauptstadt gebracht, wo abermals Papiere überprüft wurden.

Die Deutsche Welle hat nun Protest eingelegt – direkt bei den Behörden in Minsk, aber auch beim belarussischen Botschafter in Berlin, Denis Sidorenko. Sie fordert zudem die unverzügliche Freilassung von Connolly. Ohne weitere Ausführungen teilte Sidorenko inzwischen mit, ein Mitarbeiter der deutschen Botschaft in Minsk könne den Journalisten auf dem Polizeirevier abholen. So wurde Connolly nach fünf Stunden auf dem Revier freigelassen. Der Reporter erklärte danach: „Während der gesamten fünf Stunden auf dem Polizeirevier hat mir niemand gesagt, was mir konkret vorgeworfen wird. Das Regime in Belarus versucht schlicht, Journalismus zu kriminalisieren. Die belarussischen Journalisten sind einem noch viel größeren Risiko ausgesetzt als Reporter internationaler Medien.“

Burda plant neue mediale Nachhaltigkeitsprodukte und holt Ex-Greenpeace-Vorständin

Unter dem Namen ‚For Our Planet‘ startet der Burda Verlag eine publizistische Initiative, um auf die Veränderung des globalen Klimas als die größte Herausforderung unserer Zeit aufmerksam zu machen. „Der Kampf gegen Corona hat den Klimawandel weltweit in der aktuellen politischen Agenda nach hinten gedrängt, dabei nimmt die Bedrohung unseres Planeten durch die Erderwärmung jeden Tag zu“, sagt Vorstand Philipp Welte. „Unser journalistischer Auftrag ist, die Sorgen der Menschen, die unsere Medien nutzen, anzunehmen. Deshalb wollen wir publizistische Plattform sein für eine inhaltlich fundierte Diskussion über die ökologischen, sozialen und politischen Folgen des Klimawandels.“

Um im Rahmen der publizistischen Offensive neue mediale Produkte zu entwickeln, wurde die Nachhaltigkeitsexpertin Sweelin Heuss an Bord geholt. Heuss war zuvor u.a. bei Greenpeace Deutschland tätig, wo sie im Vorstand zuständig für alle Medien der Umweltschutzorganisation war. Zuletzt führte sie die Geschäfte der gemeinnützigen Wissenschaftsorganisation Falling Walls Foundation. Eine weitere Station war die PR-Agentur Pleon.

„Bild“: Reichelt kehrt zurück, muss aber Macht abgeben

In den vergangenen Tagen hat Axel Springer mögliche Verfehlungen von „Bild“-Chefredakteur Julian Reichelt unter die Lupe genommen. Im Kern der Untersuchung standen die Vorwürfe des Machtmissbrauchs im Zusammenhang mit einvernehmlichen Beziehungen zu Mitarbeiterinnen sowie Drogenkonsum am Arbeitsplatz. Jetzt ist das Compliance-Verfahren beendet. Im Ergebnis hat man festgestellt, dass Reichelt durchaus Fehler gemacht hat. Diese waren aus Sicht des Verlags aber offenbar nicht so schwerwiegend, sodass Reichelt nun an seinen Arbeitsplatz zurückkehrt. Gleichzeitig stellt Springer die Redaktionsleitung von „Bild“ neu auf, künftig wird das Boulevardblatt neben Reichelt auch von Alexandra Würzbach geführt.

Für Reichelt bedeutet das einen Machtverlust. Würzbach, derzeit Chefredakteurin von „Bild am Sonntag“ und Mitglied der Chefredaktion der „Bild“-Gruppe, wird gleichberechtigte Vorsitzende neben dem amtierenden Chefredakteur, der zuletzt freigestellt war. Während sich Julian Reichelt künftig auf die Bereiche Print, Digital und „Bild Live“ konzentrieren soll, übernimmt Würzbach das übergreifende Personal- und Redaktionsmanagement. Für die inhaltliche Ausrichtung sind Reichelt und Würzbach gemeinsam verantwortlich.

Wie Springer in einer Pressemitteilung erklärte, habe es gegen Reichelt keine Vorwürfe der sexuellen Belästigung oder Nötigung gegeben, auch im Untersuchungsverfahren habe es keine entsprechenden Anhaltspunkte gegeben. Reichelt selbst hat die Vermischung von beruflichen und privaten Beziehungen eingeräumt, die anderen Vorwürfe wies er jedoch strikt zurück und versicherte das auch eidesstattlich.

Lego-Bausteine sind für das Europäische Gericht schützenswert

Die Gestaltung von Lego-Bausteinen ist für das Europäische Gericht schutzwürdig. Es widersprach in einer aktuellen Entscheidung dem Amt der EU für Geistiges Eigentum (EUIPO), das ein Geschmacksmuster eines Bausteins für nichtig erklärt hatte. Das EUIPO muss sich der Sache jetzt erneut annehmen.

Das Unternehmen Delta Sport hatte das Lego-Geschmacksmuster angefochten, daraufhin die EUIPO-Beschwerdekammer am 10. April 2019 entschieden, dass alle Erscheinungsmerkmale des Lego-Bausteins ausschließlich durch dessen technische Funktion bedingt seien, nämlich den Zusammenbau mit anderen Bausteinen des Spiels und dass sie es ermöglichen, sie zu zerlegen.

Noppen, Kreise, Zylinder

Dabei ging es um die Noppenreihe auf der Oberseite des Bausteins, die Reihe kleinerer Kreise auf der Unterseite, die beiden Reihen größerer Kreise auf der Unterseite, die rechteckige Form des Bausteins, die Dicke der Wände und die zylindrische Form der Noppen. Alle diese Merkmale seien ausschließlich durch die technische Funktion des Bausteins bedingt, meinte das EUIPO.

Lego klagte dagegen, das Europäische Gericht meinte nun in seinem Urteil , das EUIPO habe weder geprüft, ob eine von Lego geltend gemachte Ausnahmeregelung anwendbar ist, noch alle Erscheinungsmerkmale des Bausteins berücksichtigt. In der Ausnahmeregelung heißt es unter anderem, dass die Verbindungselemente der Bausteine „ein wichtiges Element der innovativen Merkmale von Kombinationsteilen bilden und einen wesentlichen Faktor für das Marketing darstellen“ kann.

Bislang hatten Gerichte die Frage bejaht, ob die Gestaltung von Legosteinen technischer Natur seien und es so anderen Unternehmen – die ihre Produkte in der Regel günstiger anbieten – ermöglicht, ebenfalls Klemmbausteine herzustellen und zu verkaufen. Nach EU-Recht sind technische Lösungen nur eine begrenzte Zeit schutzfähig, damit sollen Monopole verhindert werden. Das Urteil könnte dazu führen, dass andere Anbieter wegen des schutzwürdigen Designs der Legosteine nun ihre Produkte möglicherweise nicht mehr in der klassischen Form herstellen können.

Christian Jünger wird kaufmännischer Geschäftsführer bei Rowohlt

Der Nachfolger für Peter Kraus vom Cleff ist gefunden: Christian Jünger wird zum 1. Juni 2021 kaufmännischer Geschäftsführer der Rowohlt Verlage und übernimmt dort die Verantwortungsbereiche seines Vorgängers.

Jünger ist seit neun Jahren in der Buchbranche tätig und war in den letzten vier Jahren bei Amazon Deutschland im Buchbereich beschäftigt. Dort leitete er zuletzt das Geschäft mit Fach- und fremdsprachigen Büchern, Kalendern sowie den Barsortimenten. Zuvor war er bei der Verlagsgruppe Random House für die strategische Unternehmensentwicklung zuständig und berichtete in dieser Funktion direkt an den CEO. Er ist promovierter Wirtschaftswissenschaftler der Universität Witten/Herdecke.

Astrid Zimmermann ist neue Presserat-Ombudsfrau

Astrid Zimmermann, langjährige Generalsekretärin des Presseclubs Concordia, wurde zur neuen Ombudsfrau des Presserats bestimmt. Sie folgt damit Claus Reitan nach, der nun den Polit-Blog „Zur Sache“ leitet.

Die in Innsbruck promovierte Politikwissenschafterin und Pädagogin war unter anderem Journalistin beim „Standard“ und der Wochenzeitschrift „News“, Vorsitzende der Journalistengewerkschaft sowie Mitbegründerin des Medienhauses Wien. Auch beim Presserat übte sie mehrere Funktionen aus, etwa als Mitglied des Senats 1 und im Trägerverein. Von 2014 bis 2016 war Zimmermann die Präsidentin der Ethikeinrichtung.

Yasin Ateş wird Geschäftsleiter bei Ravensburger

Yasin Ateş (45) übernimmt zum 1. April 2021 die Geschäftsleitung der Region Deutschland, Österreich und Schweiz (DACH) der Ravensburger Verlag. Ateş berichtet an Susanne Knoche (47), Group Managing Director Global Sales. Er folgt auf Michael Bartl (65), der sich Ende Mai nach 49 Jahren bei Ravensburger in den Ruhestand verabschiedet.

WarnerMedia liebäugelt mit Start von HBO Max in Deutschland

Jason Kilar, CEO von WarnerMedia, macht sich Gedanken über die künftige Zusammenarbeit mit Sky. Noch bis zum Jahr 2025 läuft eine Vereinbarung beider Unternehmen, die Sky auch in Deutschland Zugang zu HBO-Formaten gewährt. Vor dem Hintergrund der geplanten Expansion des Streamingdienstes HBO Max darf allerdings bezweifelt werden, ob der Lizenzvertrag abermals verlängert wird.

Sky-Content-Chef Zai Bennett hatte bereits vor einigen Wochen ganz offen darüber gesprochen, dass man sich auf ein mögliches Ende des HBO-Deals vorbereite (DWDL.de berichtete). Man müsse ja „nur Eins und Eins zusammenzählen“, um zu wissen, dass man in einer Direct-to-Consumer-Welt eben eigene einzigartige Inhalte brauche. Für den Fall, dass sich HBO entscheide, HBO Max weltweit – also auch in den Sky-Ländern – zu starten, wolle man vorbereitet sein, sagte Bennett dem Branchendienst „Variety“.

ServusTV holt Rechte für French Open

ServusTV ist offensichtlich gewillt, nicht nur in Österreich als Tennis-Sender wahrgenommen zu werden, sondern auch in Deutschland. Erst vor wennigen Tagen hat ServusTV bekanntgegeben, die Übertragungsrechte am MercedesCup in Stuttgart sowie an den bett1open in Berlin erworben zu haben. Diese gelten bis einschließlich 2022. Darüber hinaus wird der Sender überraschend ab Ende Mai auch die French Open übertragen – parallel zu Eurosport, das nach wie vor die Rechte an sämtlichen Spielen hält, wird der ausgewählte Partien des Turniers sowie die Finalspiele zeigen. Wie ServusTV gegenüber DWDL.de bestätigte, wird man mit einem eigenen Reporter-Team an den Start gehen. David Morgenbesser, Bereichsleiter Sportrechte und Distribution sieht darin den „nächsten wichtigen Schritt beim Ausbau unseres Live-Sportprogramms in Deutschland“. Emilie Montané, FFT Media and Production Director: „Diese zusätzliche Free-TV-Übertragung bedeutet, dass Roland-Garros von einer größeren Einschaltquote in Deutschland profitieren wird.“

Deliveroo plant milliardenschweren Börsengang

Der britische Online-Lieferdienst Deliveroo schreitet bei dem geplanten Börsengang in London voran. Das Unternehmen biete die Aktien in einer Preisspanne von 3,90 bis 4,60 britische Pfund je Papier an. Das Unternehmen will bis zu rund 385 Millionen Aktien ausgeben. Dies entspreche einer geschätzten Marktkapitalisierung von 7,6 bis 8,8 Milliarden Pfund, hieß es.

Dabei rechnet das Unternehmen Mehrzuteilungsaktien nicht mit ein. Gehandelt werden sollen die Aktien an der Londoner Börse. Wie bereits bekannt, will der Online-Lieferdienst rund eine Milliarde britische Pfund über die Ausgabe neuer Aktien einnehmen.

Verlust von 226 Millionen Pfund

Deliveroo hat nach früheren Angaben gut 2.000 Mitarbeiter und arbeitet in zwölf Märkten mit über 100.000 selbstständigen Auslieferern zusammen. Im vergangenen Jahr hat das abgewickelte Bestellvolumen um nahezu zwei Drittel auf 4,1 Milliarden Pfund zugelegt, gut die Hälfte des Geschäfts machte das Unternehmen dabei in Großbritannien und Irland. Der Umsatz aus dem Tagesgeschäft kletterte um 57,5 Prozent auf 1,2 Milliarden Pfund. Unter dem Strich hat Deliveroo aber einen Verlust von 226 Millionen Pfund eingefahren. Aus Deutschland hatte sich der Anbieter im Herbst 2019 zurückgezogen.

Amazons mächtige Cloud-Sparte bekommt einen neuen Chef

Amazon steht vor dem dramatischsten Wechsel in seiner obersten Führungsebene seit der Gründung des Unternehmens. Zuerst wird der charismatische Gründer Jeff Bezos zum dritten Quartal 2021 als Vorstandsvorsitzender zurücktreten. Zu seinem Nachfolger hat er Andy Jassy erkoren. Jassy ist ein Weggefährte der ersten Stunden und hat für Bezos praktisch aus dem Nichts das Cloud-Computing erfunden und zu einem Milliarden-Dollar-Erfolg gemacht. Damit wird aber auch die Schlüsselposition von Jassy als Chef der Cloud-Sparte AWS vakant. Jetzt steht sein Nachfolger fest: Der frühere Amazon-Manager und Jassy-Weggefährte Adam Selipsky, 54.

Selipsky ist bei AWS kein Unbekannter. Seit 2005 leitete er dort als einer der ersten Angestellten Marketing, Vertrieb und Support, bevor er die Amazon-Tochter 2016 verließ, um das Softwareunternehmen Tableau zu leiten. Tableau selbst wurde dann 2019 von Salesforce.com in einer der größten Übernahmen der Technologiebranche für über 15 Milliarden Dollar übernommen. Selipsky blieb CEO von Tableau und begleitete die Umwandlung in eine reine Cloud-Firma. Jetzt kehrt er zu seinen Wurzeln zurück.

Jassy verwettet auch seine eigene Zukunft auf Selipsky. Denn AWS ist zu einer Überlebensfrage für Amazon und damit für ihn geworden. Die Cloud-Sparte habe eine „Runrate“ von über 50 Milliarden Dollar, teilte Jassy in einer internen E-Mail mit. Die „Runrate“ bezeichnet hier den angenommenen Umsatz auf Sicht von zwölf Monaten, wenn kein Wachstum zum jüngsten Quartalsergebnis unterstellt wird. Doch Wachstum gibt es auch noch, im jüngsten Quartal waren es 28 Prozent im Jahresvergleich.

Gleichzeitig ist AWS die Gewinnmaschine von Amazon. Während der Umsatz aktuell nur gut zehn Prozent des Konzernwertes ausmacht, liefert Cloud-Computing 52 Prozent des operativen Konzerngewinns. Das Wohlergehen der Gelddruckerei in der Cloud ist also von entscheidender Bedeutung für den Handlungsspielraums von Amazon-CEO Jassy.

Kinderbuchmesse Bologna soll im Juni 2021 mit Besuchern stattfinden

Die Internationale Kinderbuchmesse Bologna wurde vom April in den Juni 2021 verschoben, soll aber dann als Präsenzmesse stattfinden. So berichtet es das Portal Publishersweekly, Die Veranstalter würden zwar die Unsicherheits angesichts der weltweiten Pandemie anerkennen, doch bestehe Hoffnung, dass die Impfkampagnen bis dahin eine Präsenzveranstaltung möglich machen würde, heißt es.

Aussteller, die für die abgesagte Messe 2020 Standgebühren bezahlt hatten, könnten diese für die Messe 2021 anrechnen lassen. Sollte eine Präsenzmesse auch 2021 nicht möglich sein, würden die Gebühren erstattet.

Erstmals soll die Kinderbuchmesse von der allgemeinen Verlags-Konferenz „BolognaBookPlus“ begleitet werden. Darin geht es um Urheberrechte, Übersetzungen und Manuskript-Präsentationen.

50 Jahre „Dalli Dalli“ – ZDF feiert mit Johannes B. Kerner

Das ZDF feiert am 15. Mai 50 Jahre „Dalli Dalli“. Johannes B. Kerner wird dann zur besten Sendezeit durch eine Jubiläumsshow führen, berichtete ein Sendersprecher am Dienstag in Mainz. Zuvor hatte der Branchendienst dwdl.de berichtet. Schon eine Woche vor der Geburtstagsparty, in der Nacht vom 7. auf den 8. Mai wird die erste Ausgabe der legendären Spiel- und Quizshow mit Hans Rosenthal noch einmal gezeigt. Zu Gast: Liselotte Pulver. Eine weitere alte Sendung wird in der Nacht vom 14. auf den 15. Mai ausgestrahlt. In der ZDF-Mediathek gibt es ab 8. Mai ein Wiedersehen mit „Dalli Dalli“-Auftritten unter anderem von Hape Kerkeling (1986) und dem „Supernasen“-Duo Thomas Gottschalk und Mike Krüger (1983).

„Dalli Dalli“ gehörte in den 70er und 80er Jahren zu den beliebtesten deutschen Fernsehformaten und ist eng mit dem Namen des 1987 gestorbenen Entertainers Hans Rosenthal verbunden. Spätere Neuauflagen wurden moderiert von Andreas Türck und Kai Pflaume.

Vermarkter Visoon holt Michael Möller fürs Digitale an Bord

Michael Möller tritt bei Visoon Video Impact die neu geschaffene Position des Director Digital an. Fortan soll er die ganzheitliche Vermarktung aller Digital-Plattformen im Portfolio des Berliner Vermarkters vorantreiben, wie es heißt. Das Portfolio umfasst unter anderem die Marken Welt, N24 Doku, Comedy Central, Nick, MTV und Pluto TV.

Möller kommt von ShowHeroes, wo er zuletzt als Sales Director den Vertrieb in Deutschland verantwortet hat. In der Vergangenheit war er zudem für Spezialvermarkter wie smartclip und Teads tätig.

McKinsey zahlt 45 Millionen Dollar wegen Rolle in Opioid-Krise

McKinsey hat wegen der Beratung von Pharmafirmen bei der Vermarktung süchtig machender Schmerzmittel einen weiteren teuren Vergleich akzeptiert. Die Unternehmensberatung zahle zur Beilegung eines Verfahrens wegen dubioser Geschäftspraktiken im US-Bundesstaat Nevada 45 Millionen Dollar (37,7 Millionen Euro), teilte der dortige Generalstaatsanwalt Aaron Ford mit.

McKinsey hatte im Februar bereits einen Vergleich über 573 Millionen Dollar mit 47 Bundesstaaten sowie dem Regierungsbezirk Washington DC und fünf US-Territorien geschlossen, an dem sich Nevada allerdings nicht beteiligte. Nevada zähle zu den Bundesstaaten, die am stärksten unter der Opioid-Krise litten, deshalb habe er eine separate Lösung mit dem Unternehmen gesucht, erklärte Generalstaatsanwalt Ford nun.

McKinsey war aufgrund seiner Beratertätigkeit für Purdue Pharma – dem Hersteller des wegen seiner Suchtgefahr berüchtigten Schmerzmittels Oxycontin – und dessen Eigentümerfamilie Sackler in den Fokus von Ermittlungen geraten. Purdue selbst hatte im Oktober bei einem Deal mit der US-Regierung Zahlungen über 8,3 Milliarden Dollar zugestimmt.

Das Unternehmen wird beschuldigt, der Opioid-Epidemie durch rücksichtslose und aggressive Vermarktung von Oxycontin Vorschub geleistet zu haben. Ob Purdue das Geld aufbringen kann, ist unklar, der Konzern ist insolvent. Der Kompromiss der Trump-Regierung wurde vielfach als zu lasch kritisiert. Gegen Purdue liegen Tausende weitere US-Klagen vor, auch hier laufen Vergleichsverhandlungen.

Trump plant Rückkehr in soziale Medien – auf eigener Plattform

Der von Twitter verbannte frühere US-Präsident Donald Trump will nach Angaben seines Vertrauten Jason Miller mit einer eigenen Plattform in die sozialen Medien zurückkehren. Er rechne „wahrscheinlich in rund zwei bis drei Monaten“ damit, sagte Miller – der Wahlkampfberater Trumps war – am Sonntag dem Sender Fox News. „Diese neue Plattform wird groß sein.“

Er gehe davon aus, dass Dutzende Millionen Menschen Trump dann wieder auf seinem neuen Kanal folgen würden. Miller äußerte sich nicht zu Details. Er sagte aber, Trump habe in seinem Feriendomizil Mar-a-Lago in Florida intensive Treffen mit verschiedenen Teams wegen des Vorhabens.

Trump folgten auf Twitter mehr als 88 Millionen Menschen. Das Unternehmen verkündete im Januar, Trump wegen des „Risikos einer weiteren Anstiftung zur Gewalt“ dauerhaft zu sperren. Zuvor hatten Trump-Anhänger das Kapitol in Washington angegriffen und gestürmt, um gegen das Ergebnis der Wahl zu protestieren, die Trump verloren hatte. Trump wurde vorgeworfen, den Mob aufgestachelt zu haben. Der Republikaner hatte die Twitter-Sperre als eine Verschwörung von Mitarbeitern des Unternehmens mit Demokraten und „radikalen Linken“ dargestellt, die darauf abzielte, ihn zum Schweigen zu bringen. Belege für seine Anschuldigung legte er nicht vor.

Trump hatte bereits nach der Twitter-Sperre im Januar ankündigt, man sei mit mehreren anderen Webseiten in Verhandlung und ziehe auch den Aufbau einer eigenen Plattform in Betracht. Konkrete Ergebnisse sind seitdem nicht bekannt geworden. Zuletzt waren mit Parler und Gab zwei Plattformen in den Fokus der Aufmerksamkeit geraten, auf denen sich auch Trump-Anhänger versammelt hatten. Beide waren Ziel von Hacks geworden, bei denen große Mengen an Daten abgegriffen wurden.

Telekom holt Kerner als Moderator für Fußball-EM 2021

Johannes B. Kerner feiert ein Comeback in Sachen Fußball-Berichterstattung: Die Telekom hat ihn als Moderator für die Übertragung der Fußball-Europameisterschaften 2021 bei Magenta TV verpflichtet. Im Show-Bereich bleibt er dem ZDF aber weiterhin treu. „Ich bin meinem Heimatsender ZDF total dankbar, dass sie diesen Sportausflug ermöglichen“, lässt sich Kerner in „BamS“ zitieren.

Kerner hat eine lange Historie als Fußball-Moderator: Ab 1992 führte er bei Sat.1 durch „ran“, als er 1997 zum ZDF wechselte, war er dort nicht nur im „Aktuellen Sportstudio“, sondern auch bei zahlreichen Länderspielen sowie Welt- und Europameisterschaften im Einsatz, 2009 ging’s zurück zu Sat.1, wo er damals die Champions League-Übertragungen moderierte. Während dieser Zeit war er auch für den Telekom-Sender „Liga total!“ bei der Bundesliga im Einsatz.

Seit Kerner nach seinem – wenig erfolgreichen – Sat.1-Ausflug im Jahr 2013 zum ZDF zurückkehrte, setzt der Mainzer Sender ihn aber nur noch im Show-Bereich ein, Einsätze als Sportmoderator blieben ihm hingegen verwehrt. Auch wenn er sich offiziell stets zufrieden damit gab: Dass er nun bei der Telekom die Welt- und Europameisterschaften moderiert, für die auch das ZDF Übertragungsrechte besitzt, zeigt doch, dass ihn diese Aufgabe auch in den letzten Jahren gereizt hätte. Gegenüber „BamS“ sagte er nun: „Die Leidenschaft Fußball ist immer geblieben, auch wenn das Rotlicht der Kameras mal nicht an war.“

Wegen zehn Jahre alter Tweets – US-Journalistin verliert Job bei „Teen Vogue“

2019 bekam Alexi McCammond noch einen Preis als „Nachwuchsjournalistin des Jahres“, verliehen hat ihn der heute 27-Jährigen die „National Association of Black Journalists“. 2020 machte die Reporterin mit ihrer Berichterstattung über die Wahlkampagne von Joe Biden von sich reden.

Und in diesem Jahr sollte ein weiterer Karriereschritt folgen: McCammond sollte eine leitende Position bei der Zeitschrift „Teen Vogue“ übernehmen. Chefredakteurin Anna Wintour soll sich persönlich für die junge schwarze Journalistin eingesetzt haben – auch um das Magazin für neue Lesergruppen interessanter zu machen.

Doch zu dieser Neuerfindung der „Teen Vogue“ wird es nicht mehr kommen – jedenfalls nicht mehr unter der Ägide von Alexi McCammond. Nur zwei Wochen nachdem die Personalie publik wurde, hat die 27-Jährige den Job wieder verloren.

Der Journalistin wird Rassismus vorgeworfen. Sie hatte sich despektierlich über Menschen asiatischer Abstammung geäußert. Dass die Bemerkungen vor langer Zeit gemacht wurden – McCammond schrieb sie 2011 auf Twitter, zu der Zeit besuchte sie noch das College – und auch längst gelöscht waren, konnte ihre Karriere nicht mehr retten.

Der Fall macht derzeit Schlagzeilen im englischsprachigen Raum, britische und US-Medien berichteten mit großen Artikeln über diesen neuesten Fall von Cancel Culture. Den Protest gegen die 27-Jährige angeführt hatten deren zukünftige Mitarbeiter.

Mehr als ein Dutzend „Teen Vogue“-Angestellte hatten einen offenen Brief verfasst, der an „Vogue“-Chefin Anna Wintour adressiert war. Die wollte zunächst an der designierten jungen Führungskraft festhalten.

McCammond hatte sich zwar umgehend entschuldigt und ihre damaligen Tweets als Jugendsünde bezeichnet. Sie sei damals als 17-jährige Studienanfängerin von einer Party zurückgekehrt, erläuterte sie. Dann habe sie auf Twitter gescherzt, dass sie nun googeln würde, wie man denn vermeiden könne, am nächsten Tag mit „asiatischen Augen“ aufzuwachen. In einem anderen Fall beschwerte sie sich über eine „dumme asiatische“ Lehrassistentin, die ihr bei einem Chemie-Quiz nur 2 von 10 Punkten gegeben hatte.

Im Jahr 2019 hatte McCammond die Tweets von sich aus gelöscht und sich schon damals für die Veröffentlichung entschuldigt. Das jedoch half ihr nichts. Die Screenshots von damals kursierten wieder, und auch ihre erneute Entschuldigung konnte weder die potenziellen neuen Kollegen noch Lobbyverbände überzeugen.

Geäußert hatte sich unter anderem die „Asian American Journalist Association“, die den Verlag Condé Nast ebenfalls dazu aufforderte, den Vertrag mit der Redakteurin wieder aufzulösen. Zusätzlich befeuert wurde die Debatte noch durch die sogenannten „Spa-Morde“ in Atlanta: Dort hatte ein 21-Jähriger acht Menschen erschossen, darunter sechs asiatische Frauen, die in Massagesalons arbeiteten – der jüngste, blutigste Zwischenfall einer ganzen Reihe von Übergriffen auf Menschen mit asiatischer Herkunft in den USA.

Druck bekam der Verlag aber offenbar auch von Werbekunden, wie die „Daily Mail“ berichtet: Ein einflussreicher Anzeigenkunde hatte mit dem Aus einer Werbekampage gedroht, die dem Verlag Einnahmen im siebenstelligen Bereich gebracht hätten.

Nicht Condé Nast, sondern die Journalistin selbst beendete dann die Debatte um ihre Person. In einem Tweet erklärte sie ihren Rückzug von dem Posten bei der „Teen Vogue“ und schrieb zum Abschied: „Ich hätte nicht twittern sollen, was ich getan habe, und ich habe die volle Verantwortung dafür übernommen.“

‚Woman‘ feiert 500. Ausgabe

Vor 20 Jahren war die Zeitschrift das erste Mal zu lesen. Auch 100 Millionen gedruckte Magazine später will man ‚Inspiration und Empowerment für Frauen in Österreich‘ liefern.

Herausgeberin und Chefredakteurin Euke Frank erinnert sich im Editorial der aktuellen Ausgabe an die Anfänge: „Am 9. November 2001 erschien WOMAN zum ersten Mal. Nur wenige Wochen nach 9/11, am Anfang eines neuen Jahrtausends, mitten hinein in eine österreichische Medienlandschaft, die bis dahin kein wirklich breites, auflagenstarkes und wirtschaftlich erfolgreiches Frauenmagazin zu bieten hatte.“

Die nun 500. Ausgabe halte Überraschungen, Geschenke und Goodies (unter anderem von Lena Hoschek und Silvia Schneider) für die Community bereit. Marken wie Palmers oder Hämmerle erscheinen mit klassischen Image-Anzeigen. Zudem soll es dieses Jahr mehrere Aktionen geben, die zur Kooperation einladen. Der insgesamt 40. „Woman Day“ im April etwa wurde vor kurzem bestätigt.