Schlappe für Hauptstadt-Briefing

Im Streit um die Marken- und Titelrechte seines jüngsten Hauptstadt-Newsletters hat Media Pioneer vor dem Landgericht Hamburg eine juristische Schlappe erlitten. Ein paar Tausend Euro Ordnungsgeld gibt es obendrein.

Unter dem Titel „Hauptstadt-Briefing“ war der wie bei Gabor Steingart üblich mit großem Tamtam eingeführte jüngste Newsletter gerade erst gestartet, als auch schon ein Unterlassungsbegehren eintraf. Da eine Reaktion ausblieb, folgte wenig später eine einstweilige Verfügung.

Der Unternehmer Detlef Prinz, seit 20 Jahren Verleger des unter anderem sonntags der Berliner Morgenpost beiliegenden „Hauptstadtbriefs“, störte sich an dem Titel. Er sah sich in seinen Marken- und Titelrechten verletzt.

Deutsches Kartellamt billigt Meet-Group-Übernahme durch ProSieben

Das deutsche Bundeskartellamt genehmigt die 500-Mio.-Dollar-Übernahme (445 Mio. Euro) des US-App-Entwicklers Meet Group durch den deutschen Fernsehkonzern ProSiebenSat.1. „Eine erhebliche Beeinträchtigung des Wettbewerbs bei den Online-Dating-Plattformen durch den Zusammenschluss ist trotz der Marktstärke der beteiligten Unternehmen nicht zu erwarten“, sagte Behördenchef Andreas Mundt.

Es komme zwar zu einer weiteren Konzentration beim Online-Dating. Dieser Markt sei aber „durch dynamisches Wachstum, Marktzutritte und Wettbewerb gekennzeichnet“. ProSieben begrüßte den Schritt, verwies allerdings darauf, dass auch noch die US-Kartellwächter grünes Licht geben müssten. ProSieben will sich künftig stärker auf das Unterhaltungs- und TV-Geschäft konzentrieren und im Zuge des Konzernumbaus seine Dating-Sparte (Parship, ElitePartner) 2022 an die Börse bringen.

ORF sperrt ATV-Produzenten von „Alles Liebe“

Liebeshungrige Singles, Dekozeugs im Vorder- und Schlagermusik im Hintergrund: Die Ähnlichkeiten zwischen dem ATV-Kuppelformat „Alles Liebe“ und der ORF-Kultsendung „Liebesg’schichten und Heiratssachen“ waren nicht zu übersehen – sehr zum Ärger des ORF. Nach Elizabeth T. Spiras Tod im März 2019 versuchte ATV das Liebesvakuum zu füllen und rückte im Jänner erstmals 2020 „Alles Liebe“ ins Programm. Für Andreas Mannsberger, der die fünf Folgen mit seiner Mabon Film produziert hatte, hat die Sendung jetzt ein Nachspiel: Der ORF „sperrt“ ihn.

Mannsberger hätte im Mai eine neue Folge der erfolgreichen ORF-Reportagereihe „Am Schauplatz“ realisieren sollen, sagt er im Gespräch mit dem STANDARD. Die Ausstrahlung war für September geplant. Das Thema: Umweltskandale und Bürgerbewegungen. Dass es nicht dazu gekommen sei, habe mit seinem Engagement für die ATV-Sendung „Alles Liebe“ zu tun, so Mannsberger.

Der ORF verweist auf das Statement, das Zechner bereits der „Kronen Zeitung“ gegeben hat. „Fast alle ,Am Schauplatz‘-Sendungen werden von der eigenen Redaktion gestaltet. Drei im Jahr werden derzeit an Auftragsproduzenten vergeben“, wird Zechner in der „Krone“ zitiert. Und: „Herr Mannsberger war mit der Herstellung einer Kopie einer renommierten ORF-Sendung für einen anderen Sender beschäftigt. Im nächsten Jahr können wir aus budgetären Gründen nur eine Auftragsproduktion vergeben. Der Zuschlag dafür ist nicht an bestimmte Firmen gebunden.“

Produzent spricht von „Berufsverbot“

Für Mannsberger kommt die „Sperre“, wie er den ORF-Liebesentzug nennt, einem „Berufsverbot“ gleich. Die ATV-Sendung „Alles Liebe“ habe nicht er konzipiert, sondern nur mit seiner Firma produziert. Er beschäftige acht Mitarbeiter, die müssten auch bezahlt werden.

ATV ist der wichtigste Kunde von Mabon Film. Der Privatsender gibt bei der Firma Formate wie „Das Geschäft mit der Liebe“, „Wachzimmer Ottakring“, „Die Finanzpolizei“, „Nacktes Österreich“ oder „Einsatz live“ in Auftrag. Neben ATV arbeitet Mannsberger auch noch für Servus TV.

NRW bleibt TV-Produktionsstandort Nummer Eins, Hamburg fällt zurück

Nordrhein-Westfalen bleibt Deutschlands großes Fernsehland, kämpft aber mit den Folgen der Corona-Krise für seine TV-Branche. 2018 – also deutlich vor der Pandemie – kamen Produzenten mit Sitz in NRW auf rund 285.000 Produktionsminuten, wie aus einer Vergleichsstudie des Dortmunder Formatt-Instituts um den Medienwissenschaftler Horst Röper hervorgeht.

Das war nicht ganz der Spitzenwert von rund 313.400 Produktionsminuten aus dem Jahr 2016, bedeutete aber einen starken Marktanteil von 38 Prozent. Deutlich hinter NRW rangieren Bayern (192.500 Minuten), Berlin (89.100 Minuten) und – immer mehr zurückfallend – Hamburg (68.000 Minuten).

Ein Grund für die Dominanz: die Unterhaltung. Wenn im deutschen Fernsehen eine Show oder Doku-Soap über den Bildschirm flimmert, stecken oft Köpfe aus NRW dahinter. Im Entertainment beziffert die Studie den Marktanteil auf fast 55 Prozent. Bayern zum Beispiel kann da nicht mithalten, liegt allerdings bei fiktionalen Formaten vorne – zum Beispiel bei Filmen und Serien. Die Studie erfasst Auftragsproduktionen. Eigenproduktionen von Fernsehveranstaltern werden nicht berücksichtigt.

2017 und 2018 seien „stolze Jahre“ für die Produktionsbranche gewesen, sagte Medienwissenschaftler Röper am Montag in Köln. Zugleich sei der Schritt zurück in die Zeit von vor zwei Jahren ein gewagter. „Das werden wir natürlich in diesem Jahr so nicht erleben“, sagte er über das Jahr 2020. Man werde wegen der Corona-Pandemie einen „signifikanten Einbruch“ erleben.

Die TV-Branche wurde hart von der Krise getroffen, Produktionen mussten unterbrochen werden oder konnten erst gar nicht gedreht werden. Viele Firmen und Selbstständige hätten in den vergangenen Monaten keine Aufträge bekommen, erläuterte der für Medien zuständige Chef der Staatskanzlei, Nathanael Liminski. Kontaktbeschränkungen und Hygienevorschriften hätten neue Produktionen massiv erschwert. Nachdem die Restriktionen weitgehend aufgehoben worden seien, gehe es nun darum, das Risiko für Produzenten zu minimieren.

Rowohlt sucht Krimiautoren für sein Digitallabel Rotation

Rowohlt bohrt sein Digitallabel Rotation auf und will es künftig auch zum Talentscouting nutzen. Der Verlag hatte Rotation 2016 als Digital-Imprint für Kurztexte gegründet – und in Anlehnung an die Rotationsromane benannt, mit denen Rowohlt einst sein Taschenbuchprogramm startete.

Bislang sind bei Rotation ausschließlich kürzere Texte von Rowohlt-Autoren als E-Book-Only erschienen, unter anderem von Daniel Kehlmann, Simon Beckett und Renate Bergmann. Ergänzend soll jetzt auch das Talentscouting in den Fokus rücken, erklärt Programmleiterin Ricarda Saul.

MDR schließt Geschäftsjahr 2019 mit 4,1 Mio. Verlust ab

Der MDR hat im Geschäftsjahr 2019 Gesamterträge in Höhe von 787,3 Millionen Euro erzielt, fast 17 Millionen mehr als im Jahr zuvor. Der Großteil (587 Millionen) davon kam aus den Rundfunkbeitrag. Die Gesamtaufwendungen lagen bei 791,4 Millionen Euro. Somit ergibt sich ein Fehlbetrag in Höhe von 4,1 Millionen Euro. Damit fiel das Minus etwas höher aus als geplant, allerdings längst nicht so hoch wie noch 2018, als der MDR noch 29,3 Millionen Euro in den roten Zahlen lag. Diese Ergebnisverbesserung war allerdings auch zu erwarten, erklärt sie sich doch im Wesentlichen durch den Wegfall der Sport-Großereignisse Olympia und WM, die stets für eine größere Belastung sorgen, die in den großereignis-freien Jahren dann ausgeglichen werden müssen.

RTL 2 bringt Erotikmagazin „Peep“ zurück ins TV

Das Erotikmagazin „Peep“ kehrt zurück ins Fernsehen – wenn auch nur für einen Abend. Anlass ist die Erstausstrahlung der Sendung vor 25 Jahren: „Natürlich machen wir was Schickes zum Jubiläum“, sagte ein Sprecher des Senders RTL 2 in München. Ein Datum nannte er nicht, es soll aber noch diesen Sommer soweit sein.

„Peep“ war im Mai 1995 gestartet. Pro Ausgabe gaben zwei Prominente Auskunft über ihr Liebesleben, zudem liefen diverse Erotikclips. Moderiert wurde das TV-Magazin erst von der Popsängerin Amanda Lear. Im Juni 1996 kam Verona Pooth, damals noch Feldbusch. Sie zog sich aber 1999 zurück, weil sie die Sendung als zu pornografisch empfand. Ihr folgte Nadja Abdel Farrag, auch bekannt als „Naddel“, die ebenso wie zuvor Feldbusch mit Pop-Produzent Dieter Bohlen liiert war.

Discovery kauft Tele 5

Discovery Deutschland übernimmt von Leonine den Sender Tele 5. Zusätzlich schließen beide Parteien laut einer Pressemitteilung einen langfristigen Programmliefervertrag. Dieser soll Discovery erlauben, auf das Lizenzangebot von Leonine im Bereich fiktionaler Content zuzugreifen. Die Übernahme stehe derzeit noch unter Vorbehalt der Zustimmung der zuständigen Behörden.

Mit der Einverleibung der „SchleFaZ“- und „Bumsbuster“-Heimat Tele 5 verdeutlicht Discovery Deutschland seine Ambition, die Präsenz des Unternehmens im deutschen Free-TV Markt weiter auszubauen. Die Integration der nischenlastigen Sendermarke Tele 5 ins Markenportfolio soll so neue Zielgruppen und Vermarktungspotenziale erschließen. Tele 5 wird damit Teil des Free TV-Angebots von Discovery Deutschland, bestehend aus DMAX, TLC, Eurosport 1 und Home & Garden TV.

Leonine baut indes mit dem Verkauf von Tele 5 und dem Abschluss eines langfristigen Programmliefervertrags sein Lizenzhandelsgeschäft weiter aus und fokussiert sich damit gleichzeitig auf Wachstum in den drei strategischen Unternehmenssegmenten „Production“, „Distribution“ und „Licensing“.

50 Mio. Euro Staatshilfe für deutsche Filmbranche

Kulturstaatsministerin Monika Grütters will der durch die Corona-Krise stark gebeutelten Filmbranche mit bis zu 50 Mio. Euro unter die Arme greifen.

Die Finanzspritze für Drehausfälle sei Teil des Hilfs- und Investitionspakets „Neustart“. Das Geld sei „für die Übernahme von pandemiebedingten Ausfallkosten bei Kinofilmproduktionen und hochwertigen Serienproduktionen für dieses und das nächste Jahr“ gedacht, so Grütters.

Aktuell würden entsprechende Kriterien für die Finanzspritze erarbeitet. Dies auch im Austausch mit der Branche. Grütters: „Zudem gilt auch weiter, dass wir bei einem Drehabbruch wegen Corona möglichst keine Fördermittel zurückfordern, die bereits ausgegeben wurden.“ Grütters fordert zudem, dass Länder und Sender im Rahmen ihrer Möglichkeiten „solidarische Lösungen“ entwickeln.

Kauft Springer Sport1?

Es ist zwar nicht das erste Mal, dass ein derartiges Gerücht die Runde macht, bereits 2017 stand die Übernahme des Sportsenders durch die große Mediengruppe Axel Springer relativ greifbar im Raum. Passiert ist sie dann doch nicht – und auch jetzt wird eine mögliche Einverleibung der Bewegtbild-Sparte von Sport1 durch das Springer-Imperium seitens des Senders entschieden dementiert.

Das genügt den Spekulationen jedoch nicht zum Abbruch – so sieht die Kolumne „Medienmacher“ der „Berliner Zeitung“ bereits nahezu untrügliche Vorzeichen für eine derartige Bewegung: Ein Indiz soll die angekündigte Verpflichtung des ehemaligen RTL-Chefs Frank Hoffmann sein, der noch im laufenden Jahr die Zügel beim Springer-Unternehmen WeltN24 GmbH übernehmen soll. Dass Springer im Bewegtbild-Segment also etwas großes plane, ist für den Autor der Kolumne unter Berufung auf Brancheninsider quasi klar.

Darüber konstituiert die Transformation der Online-Inhalte von Springer-Medien, am auffälligsten davon „Bild“, hin zu Bewegtbild-Angeboten in Kombination mit dem Rechteerwerb für die Highlights kommender Bundesliga-Spielzeiten eine Ausgangslage, in der Sport1 mit seinem Basisprogramm und Talk-Formaten wie „Doppelpass“ zum Schlüsselfaktor werden könnte. Neben dem Springer-Verlag hat vor wenigen Jahren auch Pay-TV-Sender Sky Interesse an Sport1 gezeigt – es kam jedoch damals mit keinem der beiden prominenten Bieter zu einer Einigung.

Aus für „Europäische Rundschau“

Das Dahinscheiden erfolgte nicht mit lautem Getöse, sondern still und leise: Am 03.07. wurde die letzte Ausgabe der „Europäischen Rundschau“ ausgeliefert. 47 Jahre lang war die Vierteljahreszeitschrift ohne Unterbrechung erschienen, letztlich sind es gut 190 Hefte geworden. Aber jetzt sind der Publikation, die im Ausland noch mehr als in Österreich als geistige Visitenkarte des neutralen Kleinstaats angesehen wurde, die Mittel versiegt. Zeitschriftengründer und Redaktionsleiter Paul Lendvai blieb nichts anderes übrig, als die Stopptaste zu drücken.

Die „Europäische Rundschau“ war über viele Jahre vor allem eine Aussichtsplattform auf das Geschehen in Mittel- und Osteuropa. Während der kommunistischen Ära fanden hier Bürgerrechtler wie Wladsylaw Bartoszewski oder Bronislaw Geremek, aber auch systemtreue Querdenker wie Václav Klaus oder Jewgenij Primakow einen Platz für ihre Gedanken. Die Zeitschrift habe als Impulsgeber für das magische Umbruchsjahr 1989 eine „ungeheure Rolle“ gespielt, konstatierte der frühere tschechische Außenminister Karel Schwarzenberg.

Who is Who der politischen Denker

Die Autoren und Autorinnen, die hier in den vergangenen 47 Jahren Texte ablieferten, lesen sich wie ein Who is Who großer politischer Denker – von Timothy Garton Ash bis Walter Laqueur, von Zbigniew Brzeziński bis Tony Judt. Lendvais Rundschau war es, die Francis Fukuyamas bahnbrechenden Text „Das Ende der Geschichte“ erstmals auf Deutsch veröffentlichte und so die Diskussion darüber auch im deutschsprachigen Raum vorantrieb. Auch in den Streit über die Vergleichbarkeit des braunen und roten Totalitarismus schaltete sich die „Rundschau“ ein, ebenso in die Debatte über die Reformierbarkeit oder Unreformierbarkeit des Kommunismus.

An der Wiege der Zeitschrift standen der Harvard-Historiker Richard Pipes und Lendvai. Bruno Kreisky und Josef Taus halfen, Lendvais „Kind“ großzuziehen. Aber uneigennützige Förderer wie Taus und Walter Rothensteiner gab es zuletzt immer weniger. Das breite Interesse am Geschehen der mit Österreich historisch eng verbundenen Nachbarschaft im Osten und Südosten ist zuletzt immer mehr erschlafft. Lendvai aber blieb seinem Vorsatz, Mittelosteuropa besser auszuleuchten, bis zum letzten Heft treu: Es widmet sich den vielen Nachbeben der Trianon-Verträge von 1920.

Zattoo erweitert Angebot um Filme und Serien von MGM

Ab sofort können Nutzer beim TV-Streaming-Anbieter Zattoo (Angebote von Zattoo) auf das Film- und Serien-Paket von Metro-Goldwyn-Mayer (MGM) zugreifen. Mit dem neuen Dienst der US-amerikanischen Filmproduktionsgesellschaft können Abonnenten Hollywood-Filme und TV-Serien zu Hause oder unterwegs für 3,99 Euro pro Monat schauen. Neben Amazon-Channels ist Zattoo derzeit der einzige Anbieter von MGM On Demand in Deutschland.

Serien und Filme von MGM

Der neue Dienst bietet allen Nutzern eine große Auswahl aus Film und Fernsehen, darunter Serien-Hits, beliebte Klassiker, Publikumslieblinge und Kassenschlager aus dem Katalog von MGM, berichtet Zatoo. Zu den Titeln gehörten beispielsweise die preisgekrönte Serie „The Handmaid’s Tale“, die amerikanische Komödien-Drama-Serie „Get Shorty“, Blockbuster-Action wie „Robocop“ und „Terminator“ und die Komödien-Hits 21 und „22 Jump Street“ mit Jonah Hill und Channing Tatum in den Hauptrollen sowie eine ganze Reihe von Filmtiteln, die auf Deutsch synchronisiert und in Full-HD verfügbar seien.

Facebook verstößt gegen selbstgesetzte Datenschutz-Auflage

Facebook hat gegen eine Selbstverpflichtung verstoßen, keine Daten mehr an Apps zu geben, die länger als 90 Tage nicht genutzt werden. Das räumte das Netzwerk in einem Blog-Eintrag ein.

Nach dem Cambridge-Analytica-Skandal habe man 2018 diese Regel festgelegt. Kürzlich habe man jedoch bemerkt, dass in einigen Fällen Apps weiterhin die Daten empfangen, wenn die App in den vergangenen 90 Tagen nicht benutzt worden sei. Dabei habe es sich um die Daten gehandelt, die zuvor auch von den Nutzern freigegeben worden seien.

‚Hallo NÖ‘ auf schauTV

Der Sender schauTV erweitert sein Portfolio mit der Sendung „Hallo NÖ – die Analyse“. Bis zu zwölfmal jährlich – immer im Anschluss an die Sitzungen im niederösterreichischen Landtag – analysieren mit Kurier-Chronik-Leiter Martin Gebhart, Bezirksblätter Niederösterreich-Chefredakteur Oswald Hicker und Journalisten-Urgestein Hubert Wachter aktuelle politische Themen aus Niederösterreich.

schauTV will eigenen Angaben zufolge das Regionale immer stärker in den Fokus rücken: „schauTV bleibt seinen Wurzeln treu: Seit Anbeginn stehen wir für regionales Infotainment und Geschichten aus der Ostregion. Mit Hallo NÖ – die Analyse wollen wir zeigen, dass profunde politische Analysen nicht nur auf dem nationalen Parkett, sondern auch im Bundesländerkontext möglich sind – Qualitätsjournalismus aus der Region für die Region“, erklärt schauTV-Geschäftsleiter Matthias Hranyai.

Deutsche Verlage befürchten Nachteile für gedruckte Medien

Mit mehr als 200 Millionen Euro will die deutsche Bundesregierung deutsche Verlage unterstützen. Die Verlagswirtschaft begrüßt zwar die finanziellen Hilfen des Bundes. Doch durch die geplante Förderung geraten gedruckte Publikationen ins Hintertreffen

Zwar begrüßen die Medienunternehmen die finanziellen Hilfen der Bundesregierung, die vor allem die digitale Transformation der Unternehmen vorantreibt. Andererseits geraten hiermit aber gedruckte Publikationen ins Hintertreffen, da der Bund die Mittel für die Zustellung von Tageszeitungen und Magazinen gestrichen hat. Dadurch droht die Zustellung von gedruckten Medien, wirtschaftlich rasch aus dem Ruder zu laufen. Die Folge: In vielen Vertriebsregionen Deutschlands tauchen schnell weiße Flecken auf, heißt es in Branchenkreisen. Leidtragende sind vor allem ältere Bevölkerungsschichten, die über keine digitalen Zugänge verfügen. Sie werden damit vom Medienkonsum abgeschnitten.

Der Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) rügt daher, dass die ursprünglich geplante und auch im Koalitionsvertrag vereinbarte, übergangsweise Sicherstellung der Infrastruktur bei der Zeitungszustellung nicht gefördert wird. „Der Verband erkennt das Bemühen der Regierung an, systemrelevante privatwirtschaftlich agierende Medien wie die Zeitungen zu unterstützen, um eine möglichst große Pressevielfalt zu gewährleisten“, sagt dazu BDZV-Hauptgeschäftsführer Dietmar Wolff. Mit der Investition in IT gebe es allerdings einen Paradigmenwechsel weg von der Zustellförderung hin zur Förderung technologischer digitaler Ausrüstung. „Die Details kennen wir noch nicht“, führt Wolff weiter aus. „Wichtig bleibt, dass der weitere Ausbau der Infrastruktur der Verlage gestärkt wird, ohne dass die Unabhängigkeit der Redaktionen berührt ist.“

Puls 24 bringt „Ladies First“ im Sommerkabarett

Ab 16. Juli zeigt Puls 24 um 20.15 Uhr in drei Ausgaben von „Ladies First – Das Sommerkabarett“ aktuelle Programme von Kleinkünstlerinnen. Auftritte absolvieren unter anderen Dolores Schmidinger Nadja Maleh Lydia Prenner-Kasper Aida Loos Angelika Niedetzky Caroline Athanasiadis.

Der ORF besetzte sein „Sommerkabarett“ ursprünglich ganz ohne Frauen. Als Kritik hagelte, nominierte der Küniglberg rasch zwei Teilnehmerinnen nach. Wer das ist, soll nächste Woche bekannt gegeben werden.

‚Handelsblatt‘ wird überarbeitet

Die Handelsblatt Media Group unterzieht ihrem Flaggschiff, dem ‚Handelsblatt‘, einen Relaunch. In Zusammenarbeit mit dem Zeitungsdesigner Mario Garcia wurde eine neue Optik entwickelt, mit der die Wirtschafts- und Finanzzeitung künftig eleganter und moderner wirken soll. Man habe darauf hingearbeitet, die Leserführung intuitiver und die Themenauswahl fokussierter zu gestalten, erklärt Chefredakteur Sven Afhüppe.

Inhaltlich werde die Berichterstattung über Unternehmen und Finanzen ausgebaut. Ein Schwerpunkt soll dabei auf den Themenfeldern Technologie und Innovation liegen. Auch über globale Wirtschaft und Politik wolle das ‚Handelsblatt‘ künftig intensiver berichten.

Madsack will Regionalzeitung in Niedersachen übernehmen

Der Zeitungskonzern Madsack, Hannover, plant sein Regionalmedien-Portfolio auszubauen und die eigene Position in Niedersachsen zu stärken. Das Unternehmen hat beim Bundeskartellamt den Erwerb wettbewerblich erheblichen Einflusses über die J. Hoffmann GmbH & Co. KG aus Nienburg an der Weser angemeldet. Der Verlag gibt die seit 1871 erscheinende Tageszeitung ‚Die Harke‘ heraus.

Gründervater des Regionalblattes ist Julius Hoffmann. Heute befindet sich der Verlag in fünfter Generation im Familienbesitz der Verleger-Familie Hoffmann / Rumpeltin. Christian Rumpeltin führt die Geschäfte des Unternehmen. ‚Die Harke‘ erscheint im Landkreis Nienburg (nordwestlich von Hannover) mit einer Verkaufsauflage von rund 16.000 Exemplaren.

15 Millionen Euro Sonderförderung für Österreichs Privatsender

Die Rundfunk- und Telekomregulierung RTR hat 15 Millionen Sonderförderung der Republik für Privatsender aufgeteilt, die zusätzlich zu regulären 20 Millionen TV-Förderung für kommerzielle Stationen Werbeausfälle durch Corona-Maßnahmen abfedern sollen.

An Fernsehsender gingen 12.275.559 Euro, an Radiosender 4.169.714 Euro aus der Sonderförderung. Die höchsten TV-Sonderförderungen pro Sender erhalten Oe24 (1,74 Millionen) und Servus TV (1,374 Millionen). Österreichs größte private TV-Gruppe ProSiebenSat1Puls4 erhält für ATV, Puls 4 und Puls 24 insgesamt 3,75 Millionen Euro Sonderförderung. Krone.tv bekommt 1,2 Millionen Euro.

Die Tabelle listet die Sender mit den höchsten Fördersummen auf, darunter ist neu auch STANDARD TV.

Die Radio-Förderung

Von rund 4,2 Millionen Euro Corona-Sonderförderung gehen gut 670.000 an größere Radiosender der Fellner-Gruppe, 436.000 an die beiden großen Styria-Antennen in Steiermark und Kärnten und 365.000 an Kronehit.

5,24 Millionen Euro reguläre Privatradioförderung wurden schon Anfang 2020 vergeben.

Fünf Millionen für nicht kommerzielle Stationen

Die Regierung stockte die Förderung für nicht kommerzielle Stationen von regulär drei Millionen Euro pro Jahr als Corona-Maßnahme auf fünf Millionen auf.

Beim ersten regulären Antragstermin gingen 370.000 an das Wiener Okto TV, beim zweiten mit Sonderförderung weitere 300.000 Bundesförderung. Das Linzer Dorf-TV erhielt 281.000 plus 230.000 Euro, das Salzburger FS 1 232.500 plus 190.000.

200 Millionen Förderung für deutsche Verlage

Ein Entwurf sieht einmalig 220 Millionen Euro verteilt auf mehrere Jahre vor.

Eine genaue Verteilung und nähere Details blieben unklar. Es ist von der „Förderung der digitalen Transformation des Verlagswesens zur Förderung des Absatzes und der Verbreitung von Abonnementzeitungen, -zeitschriften und Anzeigenblättern“ die Rede. Die Mittel sollen auch helfen, den Journalismus und darin tätige Medienschaffende zu stärken.

Ursprünglich war der Plan, speziell den Bereich der Zustellung von Zeitungen und Anzeigenblättern zu unterstützen. Im November hatte der Bundestag mit den Stimmen der großen Koalition beschlossen, dass der Staat in die Förderung der Zeitungszustellung einsteigt. Im Haushalt 2020 waren dafür 40 Millionen Euro für Abonnementzeitungen und Anzeigenblätter vorgesehen – Zeitschriften waren nicht berücksichtigt. Die Ausgaben waren bislang allerdings gesperrt, bis ein Gesamtkonzept vorliegen würde. Ein solches Konzept wurde aber bislang nicht bekannt.

Hintergrund der ursprünglich geplanten Unterstützung der Zeitungszustellung sind die seit Jahren sinkenden Auflagen von gedruckten Zeitungen. Verlage beklagen zudem gestiegene Kosten. Die Rufe nach der Förderung waren nach dem Ausbruch der Coronavirus-Krise lauter geworden. Zeitschriftenverleger hatten zugleich immer wieder bemängelt, dass sie nicht berücksichtigt würden.

Vor Wochen legte der Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) eine eigens in Auftrag gegebene Studie vor, wonach die Zeitungszustellung in den nächsten Jahren in immer weniger Gemeinden in Deutschland wirtschaftlich sein wird. Bis 2025 erhöhe sich die Zahl der zustellgefährdeten Gemeinden auf ungefähr 40 Prozent (fast 4400 Gemeinden). Derzeit liege die Zahl bei 718 Gemeinden, in die nicht mehr oder überwiegend nicht mehr zu betriebswirtschaftlich sinnvollen Konditionen die Tageszeitung geliefert werden könne. Die Versorgung werde überwiegend durch Abos in wirtschaftlicheren Gebieten quersubventioniert.

Privatsender warnen vor „digitalen Alleingängen“ des ORF

Kronehit-Geschäftsführer Ernst Swoboda und ProSiebenSat1Puls 4-Chef Markus Breitenecker sind als Vorsitzende des Verbands Österreichischer Privatsender (VÖP) bestätigt worden. In einer Aussendung am Mittwoch forderten sie Maßnahmen zur Förderung der Privatsender und warnten davor, dem ORF „digitale Alleingänge“ zu erlauben.

„Gewaltige Herausforderungen“

Die Privatrundfunkbranche stehe gewaltigen Herausforderungen gegenüber, so Swoboda. „Die Coronakrise hat das Ungleichgewicht am österreichischen Rundfunkmarkt bedrohlich verstärkt“, wurde er in der Aussendung zitiert. „Eine weitere Stärkung des ORF, etwa durch jedwede Erleichterung im Online-Bereich, hätte fatale Auswirkungen auf die Vielfalt und Qualität im Rundfunkmarkt. Ohne engagierte Maßnahmen zur Förderung der Privatsender und zugleich sehr klare, inhaltliche und ökonomische Leitlinien für den ORF wäre die Existenz des privaten Rundfunks in Österreich akut gefährdet, wodurch die Politik scharfe Gegenwehr provozieren würde.“

„Dem ORF digitale Alleingänge zu erlauben hätte schwerwiegende negative Konsequenzen. Das Versprechen des Regierungsprogramms, den ORF zu mehr Kooperation zu verpflichten, muss erfüllt werden“, forderte auch Breitenecker.

Lettland verbietet RT

Der lettische Rat für elektronische Massenmedien hat den einflussreichen russischen Auslandssender RT im Land verboten. Betroffen sind sieben Kanäle des Senders, darunter sind neben RT und RT HD auch die spanisch- und arabischsprachigen Programme sowie zwei Doku-Kanäle. Der Medienrat rief alle anderen Staaten der Europäischen Union auf, den vom russischen Staat kontrollierten Sender RT ebenfalls zu verbieten. „Solche Programme haben keinen Platz in Lettland oder anderswo in der EU“, zitierten baltische Medien den Chef des lettischen Medienrats, Ivars Abolins.

Lettland begründet das Verbot damit, dass RT von Dmitrij Kisseljow kontrolliert und gemanagt werde, der auf der Sanktionsliste der EU steht, weil er bei Russlands militärischem Vorgehen in der Ukraine „eine zentrale Rolle bei der Regierungspropaganda“ spielte. „Der Bann wird so lange gelten, bis RT Kisseljow entlässt und durch einen anderen Chef ersetzt, der nicht auf der EU-Sanktionsliste steht“, sagte Abolins der Nachrichtenagentur AFP. RT, das früher unter dem Namen Russia Today bekannt war, habe seit Jahren die Informationspolitik und Propaganda des Kremls ausgeweitet, sagte der Leiter des lettischen Medienrats. Abolins warf dem russischen Sender dabei auch vor, dass er versucht habe, Lettland als einen gescheiterten Staat darzustellen.

Lettland hat eine große russischsprachige Minderheit. Russland wirft dem Baltenstaat immer wieder vor, diese Minderheit zu diskriminieren, Riga wiederum sieht sich von massiver russischer Propaganda bedroht. Lettland hat deshalb schon mehrmals russische Programme verboten. Für Riga ist es also eine neue Runde in einem langen Kampf.

Banijay darf Endemol Shine übernehmen

Im Oktober 2019 hat die Banijay Group angekündigt, Endemol Shine vollständig übernehmen zu wollen. Apollo Global Management und Disney, die zuvor jeweils 50 Prozent an der Produktionsschmiede hielten, wollten schon lange verkaufen, fanden aber nie einen Käufer. Zwischenzeitlich war der Verkaufsprozess unterbrochen, dann schlug Banijay doch noch zu. Nun nimmt die Übernahme konkrete Formen an: Die Europäische Kommission hat dem Vorhaben von Banijay grünes Licht erteilt.

Wie viel genau Banijay für Endemol Shine auf den Tisch legt, ist nicht klar. Damals wie heute steht aber eine Summe von rund zwei Milliarden Euro im Raum – darin enthalten sind aber auch die immens hohen Schulen von 1,75 Milliarden Euro, die Endemol Shine in den vergangenen Jahren angehäuft hat.

Die Übernahme von Endemol Shine durch Banijay dürfte auch in Deutschland zu Veränderungen führen. Wie genau die aussehen werden, ist derzeit aber noch unklar. Hierzulande agieren Banijay Germany und Endemol Shine Germany, beide inklusive diverser Tochtergesellschaften, unabhängig voneinander. Während Banijay vom ehemaligen Endemol-Shine-Germany-Chef Marcus Wolter geführt wird, sitzt auf dessen ehemaligen Sessel Magnus Kastner.

‚Tagesspiegel‘ zieht eine Paywall hoch

Die Berliner Regionalzeitung ‚Tagesspiegel‘, Teil der DvH Mediengruppe von Dieter von Holtzbrinck, startet ein digitales Paid-Content-Modell. Abonnenten von ‚Tagesspiegel Plus‘ erhalten künftig Zugriff auf exklusive Inhalte auf der Website und in der App. Einige Texte sind jedoch auch weiterhin frei zugänglich.

„Nachdem wir die ‚Leser Experience‘ konsequent optimiert haben, runden wir gemäß unserer subscription first strategy mit ‚Tagesspiegel Plus‘ unser Digitalabo-Angebot ab, um aus unseren loyalen Lesern, die unseren Journalismus unterstützen wollen, zahlende Leser zu machen“, erklärt Farhad Khalil, Geschäftsführer beim Tagesspiegel.

Deutschland will EU-Linie für Medienvielfalt durchboxen

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) will die EU-Ratspräsidentschaft zu einer gemeinsamen europäischen Linie für mehr Medienvielfalt nutzen.

Dabei geht es unter anderem um die Plattformregulierung. „Die meisten Mitgliedstaaten versuchen auf nationaler Ebene, Plattformregulierung im Interesse großer Medienvielfalt und für eine vitale Demokratie zu betreiben“, sagte Ministerin Grütters der Deutschen Presse-Agentur zum Start der deutschen EU-Ratspräsidentschaft.

Man wolle aber unter Berücksichtigung der Kompetenzen der Mitgliedstaaten ergänzend auch noch stärker auf die medienpolitische Agenda der EU setzen, „wie man unabhängigen Journalismus und Freiheit der Medien in der digitalen Gesellschaft im Interesse einer pluralistischen Medienlandschaft sichern kann“.

Grütters zählte Regeln für die Auffindbarkeit von Medieninhalten auf großen Plattformen auf und forderte eine Transparenzpflicht für Betreiber, ihre Algorithmen offenzulegen. „Plattformregulierung ist nicht nur ein Thema, das in der Medienwelt stattfindet, sondern sie ist relevant für unseren gesamten Alltag“, betonte Grütters und nannte etwa Desinformation und die Sicherung der Meinungsfreiheit.

Forum.eu Abo-Angebot für europäischen Qualitätsjournalismus

Das Berliner Start-up geht mit einem Paid-Content-Angebot an den Start, das europäischen Qualitätsjournalismus fördern und gleichzeitig den beteiligten Verlagen neue Umsatzströme bescheren soll.

Die besten Artikel über Europa zum Lesen und Debattieren, übersetzt in europäische Sprachen, an einer zentralen Stelle – das ist die Idee, mit der die Macher der digitalen Medienplattform Forum.eu ab sofort bei Lesern und Verlagen punkten wollen. Das Produktversprechen an die Leser ist einfach: Für mindestens vier Euro monatlich bekommen sie jeden Tag sieben handverlesene relevante Artikel über Europa aus vertrauenswürdigen Quellen serviert – und das werbefrei. Zum Start dabei ist die Frankfurter Allgemeine Zeitung aus Deutschland, aber auch andere europäische Traditionstitel wie El Mundo und El Diario (beide Spanien), Diario de Noticias und ECO (beide Portugal), Ethnos (Griechenland) sowie Rzeczpospolita (Polen).

Das Besondere an dem Angebot, das nun in der Beta-Version startet und in diesem Sommer noch kostenlos getestet werden kann, ist, dass sich die Artikel in mehreren Sprachen abrufen lassen. Aktuell sind Englisch, Deutsch, Französisch, Polnisch, Spanisch und Griechisch verfügbar. „Nur wenn Sprachbarrieren wegfallen, kann eine offene Diskussionskultur entstehen, die so viele Europäer herausfordert, informiert und einbezieht wie möglich“, fasst Paul Ostwald, einer der Gründer, die Idee des Forums zusammen. Langfristig sollen sogar alle europäischen Sprachen angeboten werden.

Das Geschäftsmodell erinnert etwas an das der deutschen taz, die sich zum Teil durch freiwillige Spenden ihrer Leser finanziert. Nur, dass sich bei Forum.eu die Freiwilligkeit lediglich auf die Höhe des Betrags bezieht und nicht darauf, ob man zahlt oder nicht. So können die Leser das Forum zusätzlich unterstützen, indem sie anstelle des Mindestbetrags von 4 Euro („Keep us going“) auf freiwilliger Basis einen höheren Beitrag bezahlen („Keep us growing“). Die zusätzlichen Erlöse sollen zu 100 Prozent in die Sprachenvielfalt investiert werden, um auf der Plattform moderierte Diskussionen zu ermöglichen, die Einblicke in alle vorhandenen europäischen Sichtweisen geben.

Auch wenn zum Start schon renommierte Titel dabei sind, ist es durchaus der Anspruch von Forum.eu, noch weitere Partner zu überzeugen, um so auch die Qualität des Angebotes auszubauen. „Es gibt natürlich in jedem Land ganz offensichtliche Qualitätsführer, die wir gern auf der Plattform hätten. Einige davon haben wir schon. Mit allen anderen sprechen wir“, sagt Commercial Director Philipp Graf Montgelas.

Argumente, um die Verlage zu überzeugen, hat er reichlich auf Lager. Dabei geht es nicht nur um die 20-prozentige Umsatzbeteiligung, die Verlage auf Basis des Lesekonsums erhalten sollen. So hätten Partner von Forum.eu die Chance, Teil der europäischen Öffentlichkeit zu werden – und das „ohne Anstrengung, ohne Kosten und ohne Risiko“, sagt Montgelas. Zudem sollen Verlagspartner „umfangreiche analytische Daten zu Märkten, Themen und Nutzerverhalten“ sowie „qualitativ hochwertige redaktionelle Übersetzungen ausgewählter Artikel für den eigenen Gebrauch“ erhalten, verspricht Montegas. Bereits in Kürze will er neue Partner verkünden.

Drei Millionen regionale und digitale Covid-Sondermedienförderung soll in Ministerrat

Drei Millionen regionale und digitale Covid-Sondermedienförderung soll in Ministerrat

Der Ministerrat soll weitere Tranche der Corona-Sondermedienförderung auf den Weg bringen: Drei Millionen Euro sollen nun an regionale Medien gehen, aber auch an reine Onlinemedien.

Die weitere Tranche der Corona-Sondermedienförderung schließt an 9,75 Millionen Euro für Tageszeitungen nach deren vorjähriger Druckauflage, 5,7 Millionen Sonder-Vertriebsförderung für Tages- und Wochenzeitungen sowie 15 Millionen zusätzlicher Förderung für kommerzielle Privatsender sowie zwei Millionen für nicht kommerzielle Privatsender an. Mehr zu den ersten 32,6 Millionen Corona-Sondermedienförderung unter diesem Link.

Die Konjunkturkrise im Gefolge der Corona-Maßnahmen führte zu deutlichen Werbeeinbrüchen, die von ebenfalls merklich erhöhten öffentlichen Inseraten nur teilweise abgefedert wurden. Die „Schau auf dich, schau auf mich“-Kampagne wurde nach ersten Angaben im März und April etwa mit 15 Millionen Euro budgetiert.

Nun sollen weitere drei Millionen an mehr als 100 bisher nicht geförderte Medien gehen. Mit dieser Tranche sollen auch reine Onlinemedien gefördert werden.

Bayerischer Rundfunk stellt sich neu auf: TV, Radio und Online gemeinsam

BR mit trimedialer Neuaufstellung zur Jahresmitte – Über alle Ausspielwege hinweg werden die Angebote künftig federführend von zwei inhaltlich organisierten Programmdirektionen verantwortet:

Diese heißen „Information“ und „Kultur“. Die jahrzehntelange Aufteilung an der Spitze des öffentlich-rechtlichen Senders nach Fernsehen und Hörfunk ist damit abgeschafft. Letzter Schritt auf dem trimedialen Weg mit TV, Radio und Digital unter gemeinsamer Führung: Der bisherige Hörfunkdirektor Martin Wagner geht zum 1. Juli in den Ruhestand. Die Programmdirektionen werden damit von drei auf zwei reduziert.

Der frühere Fernsehdirektor Reinhard Scolik leitet die «Kultur». Die «Information» verantwortet schon seit Mai 2014 Thomas Hinrichs – sie war damals erster Schritt zur trimedialen Organisation zusätzlich zu den zunächst weiter bestehenden Hörfunk- und Fernsehdirektionen geschaffen worden, um alle aktuellen Redaktionen aus Radio, TV und Online zu bündeln.

BR-Intendant Ulrich Wilhelm sagte am Montag in München zum Umbau: „Mit der medienübergreifenden Neuaufstellung unserer Programmdirektionen erhöhen wir die publizistische Schlagkraft und stärken die Zukunftsfähigkeit des Bayerischen Rundfunks auch organisatorisch.“ Die Grenzen zwischen den Ausspielwegen würden zunehmend verschwimmen und neben Fernsehen und Hörfunk insbesondere digitale Wege an Bedeutung gewinnen, betonte er.

Noch für diesen Sommer steht auch die Entscheidung Wilhelms an, ob er für eine dritte Amtszeit an der BR-Spitze kandidiert. Der 58-Jährige ist seit 2011 BR-Chef. Seine zweite Amtszeit endet im Januar nächsten Jahres.

Der Intendant wird vom BR-Rundfunkrat jeweils für fünf Jahre gewählt – in der Regel mit deutlichem Vorlauf zur neuen Amtsperiode.

Australische Agentur AAP kann weiterarbeiten

Ein Konsortium aus „Philantrophen und Investoren“ hat einen Deal mit den bisherigen Anteilseignern geschlossen, um die Australian Associated Press zu erwerben, teilte die Nachrichtenagentur selbst in Sydney mit.

Die neuen Besitzer hätten das Bedürfnis, die Medienvielfalt in Australien zu schützen – dies gelinge durch den langfristigen Erhalt der Nachrichtenagentur AAP und ihres Angebots von unabhängigen Qualitätsjournalismus, hieß es in einer Stellungnahme der Käufergruppe.

Das Konsortium wird von Nick Harrington geleitet, zu den Unterstützern zählt zudem der frühere News-Corp-CEO Peter Tonagh. Die Agentur, die neben journalistischen Texten auch Bilder und Videos anbietet, blickt auf eine 85-jährige Geschichte zurück. Sie wurde 1935 vom Verleger Keith Murdoch gegründet, dem Vater von Medienunternehmer Rupert Murdoch.

Bislang gehörte die AAP den Medienunternehmen Nine, News Corp Australia, The West Australian und Australian Community Media. Anfang März hatte die AAP die Einstellung ihres Betriebs zu Ende Juni bekanntgegeben: Das Geschäft sei in Zeiten, in denen es zunehmend kostenlose Inhalte im Internet gebe, nicht mehr rentabel, hieß es von der Geschäftsführung. Damit drohte 180 fest Beschäftigten in Büros in Australien, Neuseeland, Los Angeles und London der Jobverlust.

Doch auch mit der Rettung würden Arbeitsplätze nun verloren gehen, heißt es in der AAP-Mitteilung. Nun soll die AAP nach einer Übergangszeit im Juli am 1. August mit 85 redaktionellen Stellen neu starten.

Banijay Deutschland übernimmt Brainpool nun komplett

Banijay Deutschland hält ab sofort 100 Prozent an Brainpool. Die beiden Brainpool-Gründer Jörg Grabosch und Ralf Günther sowie Andreas Scheuermann haben ihre Anteile von jeweils 12,5 Prozent an den Konzern verkauft. Das hat Banijay nun gegenüber DWDL.de bestätigt. Brainpool wandert damit vollständig unter das Dach von Banijay Germany, das Unternehmen von Marcus Wolter hielt auch bislang schon die Mehrheit an Brainpool.

Damit endet nun auch endgültig eine Ära – und ein jahrelanger Streit. Zusammen mit Stefan Raab hielten Grabosch, Günther und Scheuermann schon vor Jahren 50 Prozent – und sorgten damit für einen Patt im Gesellschafterkreis. Die übrigen 50 Prozent hielt Banijay. Als Stefan Raab seine Anteile 2018 aber an Banijay verkaufen wollte, sah Jörg Grabosch (Foto rechts) sein Lebenswerk in Gefahr – und wollte den Deal verhindern. Es folgte eine juristische Auseinandersetzung, die sich über Monate hinweg zog und das Unternehmen lähmte. Irgendwann zog Grabosch jedoch den Kürzeren – und Banijay übernahm die Mehrheit an Brainpool.

Reddit sperrt Pro-Trump-Gruppe mit 800.000 Nutzern

Die Online-Plattform Reddit will die Verbreitung von hasserfüllten Inhalten bekämpfen und hat daher eine bei vielen Unterstützern von US-Präsident Donald Trump beliebte Gruppe geschlossen. Neuen Regeln zufolge sollen Nutzer, die hasserfüllte Botschaften wie zum Beispiel rassistische Inhalte posten, künftig gesperrt werden, wie die Plattform am Montag erklärte.

Zunächst würden 2000 Gruppen gesperrt, von denen die meisten inaktiv seien.

Wiederholte Regelverstöße

Die bei Trumps Anhängern beliebte Gruppe „The_Donald“ habe wiederholt gegen die Regeln des Forums verstoßen, erklärte Reddit weiter. Die Moderatoren hätten sich geweigert, „unsere einfachsten Erwartungen zu erfüllen“. Der „New York Times“ zufolge hatte die Gruppe zuletzt knapp 800.000 Mitglieder. Eine weitere große und eher linkslastige Gruppe („Chapo Trap House“) werde ebenfalls wegen anhaltenden Verstößen gegen die Richtlinien gesperrt. Die Plattform betonte, alle politischen Meinungen seien auf Reddit willkommen, aber alle Nutzer müssten sich an die Regeln halten.

Spekulationen über neues Buchmesse-Konzept 2021

„Neue Perspektiven für die Kultur- & Kreativwirtschaft“ – unter dieser Überschrift hatten die Stadt Frankfurt, die Messe Frankfurt und die Frankfurter Buchmesse für Dienstag, 30. Juni zu einer gemeinsamen Pressekonferenz eingeladen. Themenstellung und das Absender-Trio deuteten darauf hin, dass es hierbei nicht um die geplante „Sonderedition“ einer stark corona-eingeschränkten Frankfurter Buchmesse in diesem Oktober geht, sondern um einen Zukunftswurf. Update: Diese Pressekonferenz wurde mittlerweile abgesagt.

Zum Thema hatte die „FAZ“ in ihrer Regionalausgabe (Rhein-Main-Zeitung) vorab berichtet, es sei eine „kleine Revolution“ geplant: „Von 2021 an sollen die Frankfurter Buchmesse, die Musik- und eine Gaming-Messe unter einem Dach vereint werden.“ Nach Informationen der „FAZ“ orientieren sich die Pläne am Format „South by Southwest“ (SXSW), das in Austin, Texas Festivals, Konferenzen und Fachausstellungen aus Musik, Film und interaktiven Medien vereint.

Die Kreativwoche solle rund um den geplanten Termin der Buchmesse stattfinden und nach Hörensagen mindestens 400 Veranstaltungen aus Literatur, Film, Musik, Gaming und Medien umfassen. Die drei Fachbesuchertage der Buchmesse sollen laut dem Zeitungsbericht unberührt bleiben. Die Zusammenführung und Aufbrezelung zum Kreativfestival mit anderen Branche dürfte die Publikumstage betreffen. Hier geht es zum ausführlichen „FAZ“-Bericht.
Buchmesse: »Es gibt keine Vereinbarung«

Die Frankfurter Buchmesse erklärt dazu, die Meldung bedürfe einer Richtigstellung: „Die Formulierung, dass die Frankfurter Buchmesse ,gemeinsam mit anderen Veranstaltungen zu einem neuen Frankfurter Kreativfestival zusammengefasst werden soll‘, ist falsch.“ Und: „Vereinbarungen dieser Art gibt es jedenfalls seitens der Frankfurter Buchmesse nicht.“

Weiter: „Das schließt allerdings Konferenzformate, die den Austausch mit den benachbarten Kreativbranchen fördern, nicht aus. So können wechselseitige Impulse gesetzt werden, um in einer Welt, in der die Grenzen zwischen den Medien zunehmend verschwimmen, neue Formate, Geschäftsmodelle oder auch Kooperationen zu entwerfen.

Mit The Arts+ hat die Frankfurter Buchmesse seit inzwischen fünf Jahren ein solches Format aufgebaut, das als Schnittstelle zwischen den verschiedenen Branchen funktioniert und die Zusammenarbeit und damit die Erweiterung des Geschäfts für die Buchbranche vorantreibt.

NZZ-Mediengruppe will Kosten senken und streicht Stellen

Die schweizerische NZZ-Mediengruppe will ihre Kosten senken. Sie hat ein Sparziel formuliert, das Einsparungen von insgesamt 13,4 Millionen Franken (12,55 Mio. Euro) vorsieht. Geplant ist auch ein mittelfristiger Stellenabbau von unter fünf Prozent.

Teilweise werde der Stellenabbau über natürliche Fluktuation gehen, vereinzelt werde es auch Entlassungen geben, schreibt die NZZ-Medienstelle auf Anfrage. Vorwiegend gespart werde beim Marketing, Vertrieb, in den Service-Bereichen sowie beim Druck und in der Logistik.

In erster Linie gehe es um organisatorische und nicht um personelle Kostensenkungen. Die Einsparungen im redaktionellen Bereich machen 30 Prozent, also 3,9 Millionen Franken aus, wie es weiter hieß.

Google will Verlagen Geld für journalistische Inhalte zahlen

Der US-Technologieriese Google macht eine Kehrtwende und will Verlagen in Deutschland, Brasilien und Australien künftig Geld für journalistische Inhalte zahlen. „Wir kündigen heute eine neue Initiative an, in deren Rahmen wir von Verlagen Lizenzen über qualitativ hochwertige Inhalte für ein neues Nachrichtenformat erwerben“, teilte Google-Manager Brad Bender in einem Blogeintrag mit.

Das Projekt solle noch in diesem Jahr starten. Wie viel Geld die einzelnen Verlage bekommen, teilte Google allerdings nicht mit. Aus einem großen deutschen Medienhaus hieß es, der Betrag sei angemessen. „Nicht zu viel, aber auch nicht Peanuts.“

Während Kritiker aus der Branche Google mangelnde Transparenz beim Preis vorwerfen, hieß es an anderer Stelle: „Das ist ein Riesenparadigmenwechsel. Vor fünf Jahren wäre das undenkbar gewesen.“ Einige deutsche Verlage hatten sich in den vergangenen Jahren wiederholt vor Gericht um einen finanziellen Gegenwert für die Veröffentlichung von Pressetexten im Internet durch Google gestritten. Die Verlage hatten zwar vor Gericht einen Rückschlag erlitten, weil das deutsche Leistungsschutzrecht gekippt wurde. Allerdings muss das neue europäische Urheber- und Leistungsschutzrecht in Deutschland bis Mitte 2021 in nationales Recht umgesetzt werden.

Auf deutscher Seite sind anfangs mehrere Verlage am Google-Projekt beteiligt: Der „Spiegel“, die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, die „Zeit“, der „Tagesspiegel“ und die „Rheinische Post“. Stefan Ottlitz, Geschäftsführer der „Spiegel“-Gruppe, sprach von einer interessanten neuen Partnerschaft. „So können wir unsere Reichweite erweitern und vertrauenswürdige Nachrichten in überzeugender Art und Weise über verschiedene Google-Produkte anbieten.“ FAZ-Herausgeber Carsten Knop begrüßte es, dass man „gemeinsam an einem neuen Produkt“ arbeite. „Dieses wird den Lesern der FAZ auf den Google News-Plattformen einen echten Mehrwert bieten.“

Frauennetzwerk Medien will Frauenförderung als Kriterium für Medienförderung

Die sozialen und wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie treffe Frauen stärker als Männer, auch in den Medienberufen, eine gemeinsame Initiative von Medienvereinen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz fordert daher jetzt die Politik und Redaktionen zum Handeln auf. ProQuote Medien (Deutschland), dem Presseclub Concordia (Österreich), das Frauennetzwerk Medien (Österreich) und die Medienfrauen Schweiz haben einen Forderungskatalog mit folgenden acht Punkten erstellt. Sie fordern von Medienhäusern, Redaktionen und der Medienpolitik:

* 50 Prozent Frauen auf allen Führungsebenen in den Redaktionen und Medienhäusern

* mehr Frauen als Protagonistinnen und Expertinnen in der Berichterstattung

* 50 Prozent Kolumnistinnen, Leitartiklerinnen und Kommentatorinnen in den meinungsbildenden journalistischen Formaten

* Möglichkeiten auf Führungspositionen in Teilzeit, Jobsharing und für familienfreundliche Arbeitsbedingungen.

* Unterstützung, Solidarität und Hilfsfonds für Freie MitarbeiterInnen.

* Gleiches Gehalt für gleiche Arbeit. Für eine gerechte Bezahlung unserer Leistung unabhängig vom Geschlecht.

* Mehr Diversität in Redaktionen

* Berücksichtigung der fairen Repräsentanz und Frauenförderung als Kriterium bei der Vergabe öffentlicher Fördermittel wie zum Beispiel Presse- und Medienförderung oder Projektförderungen für Medien.

Hamburger Morgenpost stellt Sonntagsausgabe ein – und wird samstags dicker

Die „Mopo am Sonntag“ ist ab Anfang August Geschichte. Wie der Verlag mitteilt, wird die Sonntagszeitung, die sich zuletzt noch rund 15.000 Mal verkaufte, dann in der neuen, auf insgesamt 72 statt bislang 40 Seiten erweiterten Samstagsausgabe aufgehen. Diese soll wie bisher im kompakten Tabloidformat erscheinen und den Lesern zu einem um 70 Cent erhöhten Copypreis von 2 Euro neben einer neuen Rätselbeilage auch mehr klassische Formate wie Interviews, Reportagen und Services mit Fokus auf Hamburg bieten.

Für die Entscheidung ausschlaggebend waren offenbar nicht zuletzt die hohen Kosten für die Produktion, und die wenig effizienten Abläufe. Denn die Sonntagsausgabe kam bislang in einem deutlich größeren Format daher als die „normale“ Mopo – und musste daher aufwendig gelayoutet und extern produziert werden.

Disney+: Muppets mit eigener Show

Ab 31. Juli werden Kermit, Gonzo, Miss Piggy, Fozzie Bär, Scooter und wie sie nicht alle heißen, wieder über die Bühne fegen – diesmal unter dem Titel „Muppets Now“ bei Disney+. Nach mehreren Filmerfolgen, aber auch gescheiterten Reboot-Versuchen im TV, unter anderem mit den „Muppets Tonight“ (1996-98) und letztmalig ab 2015 unter dem Originaltitel auf ABC, steht nun ein erneuter Anlauf auf dem Programm.

Neu ist, dass die zunächst sechs neuen Folgen komplett improvisiert sein sollen. Die alte Tradition von äußerst populären Gaststars wird jedoch beibehalten. Auch wenn Kermit in dem Trailer nicht verraten darf, wer alles dabei sein wird, sind in dem Clip dann doch zumindest Seth Rogen oder auch Ru Paul schon zu sehen. Man darf gespannt sein, welche Stars sich noch ins Impro-Puppentheater wagen und ob die Show der erhoffte Hit wird.

Bunte bringt Ableger zum Thema Reisen an den Kiosk

Das Magazin stellt in zehn Kategorien die hundert schönsten Reiseziele in Deutschland vor. Neben Tipps für Aktive bietet das Heft auch Destinationen für Menschen, die lieber Ruhe suchen und die Seele baumeln lassen möchten. Die Auswahl der Redaktion wird Bunte-typisch durch „Insider-Tipps“ ortskundiger Promis ergänzt.

Servus TV holt kanadischen „Kommissar Rex“ ins Free-TV

Kommissar Rex dürfte für viele auch 16 Jahre nach dem Serienende in Deutschland und Österreich noch ein Begriff sein. In Kanada gibt’s seit vergangenem Jahr nun eine Neuauflage unter dem Titel „Hudson & Rex“. Im Pay-TV war sie auch hierzulande schon bei TNT Serie zu sehen, nun kommt das Hund-Mensch-Polizistengespann auch ins Free-TV: Servus TV wird die erste Staffel ab dem 7. August freitags um 20:15 Uhr in Doppelfolgen ausstrahlen.

„Kommissar Rex“ war einst in Deutschland und Österreich, aber auch weit darüber hinaus, ein großer Erfolg. Die Serie endete 2004. Zwischen 2007 und 2015 produzierte der italienische Sender Rai eine eigene Adaption der Serie. Sat.1 versuchte es im letzten Jahr mit einem ähnlich gelagerten Format, „Der Bulle und das Biest“ erwies sich aus Quotensicht allerdings als Totalausfall.

Corona-Podcast mit Drosten gewinnt doppelt beim Grimme Online Award

Der Podcast „Das Coronavirus-Update“ mit dem Berliner Virologen Christian Drosten hat gleich zwei Auszeichnungen beim deutschen Grimme Online Award abgeräumt. Einen Preis gab es bei der Verleihung am Donnerstagabend von der Jury, einen vom Publikum. Die NDR-Produktion mit dem Charité-Wissenschaftler war damit der große Gewinner des Abends.

Prämiert wurde auch das viel geklickte Video „Die Zerstörung der CDU“ von YouTuber Rezo, das in der Kategorie „Spezial“ einen Award einfuhr. Insgesamt setzten sich in diesem Jahr sehr viele informative Formate durch. Das war kein Zufall: Der Grimme Online Award bildet oft aktuelle Trends im Internet ab.

Google zahlt Verlagen erstmals Lizenzgebühren für Inhalte

Seit vielen Jahren liegen die Verlage und Google im Dauerclinch, blicken die Verlage doch neidisch auf die Werbeeinnahmen, die Google einsammelt und hätten davon gern selbst etwas ab. Obwohl Google lediglich kleine Text-Ausschnitte verwendet und für die kompletten Texte auf die Websites der Verlage verlinkt – und ihnen damit erst die hohe Reichweite beschert, die sie so gerne feiern – wollen die Verlage dafür Geld von Google sehen – Stichwort Leistungsschutzrecht. Google hat sich dem bislang stets verweigert. Für die normale Verlinkung bei Google respektive Google News gilt das auch weiterhin, doch für ein neues Produkt lizenziert Google nun doch erstmals Verlagsinhalte, wie das Unternehmen in einem Blog-Eintrag ankündigte.

Man werde im zweiten Halbjahr ein neues „Nachrichtenformat“ starten, heißt es dazu etwas nebulös. „Das neue Programm wird den teilnehmenden Verlagen helfen, die Sichtbarkeit ihrer Inhalte durch ein verbessertes Storytelling-Erlebnis zu vergrößern. Durch das neue Format können Leser tiefer in anspruchsvolle Geschichten eintauchen, auf dem Laufenden bleiben sowie neue Themen und Interessen entdecken.“ Im Rahmen dieser Initiative wird es für Nutzer des Google-Angebots offenbar auch möglich sein, kostenlosen Zugriff auf ansonsten kostenpflichtige Artikel der Angebote zu bekommen. „So können Verlage, die eine Paywall einsetzen, ihre Reichweite vergrößern und den Nutzern die Möglichkeit geben, Inhalte zu lesen, die sie normalerweise nicht sehen“, so Google.

Bauer UK gibt diverse Magazine auf

Der britische Tochterverlag der Hamburger Bauer Media Group schließt demnächst eine Reihe von Spezial-Zeitschriften.

So werden der Musiktitel ‚Planet Rock‘, das „True Life-Magazin“ ‚Simply You‘ und das Foto-Blatt ‚Practical Photography‘ im Juli 2020 mit ihren letzten Ausgaben erscheinen.

Das Medienhaus erklärt, dass diese Zeitschriften nach der Covid-19-Krise als „wahrscheinlich nicht mehr tragbar“ angesehen werden.

Bauer schließt auch die Print- und Digital-Ausgaben von ‚Mother and Baby‘, um sich stattdessen auf die Online-Präsenz der Marke und auf Events zu konzentrieren. Zudem wird der Special Interest-Titel ‚Golf World‘ künftig mit der Zeitschrift ‚Today’s Golfer‘ fusioniert.

Fünf weitere britische Bauer-Zeitschriften befinden sich derzeit in „fortgeschrittenen Verkaufsverhandlungen“ mit potenziellen Interessenten: Dabei handelt es sich um das Musikmagazin ‚Q‘, ‚Car Mechanics‘, ‚Modern Classics‘, ‚Your Horse‘ and ‚Sea Angler‘. Über die möglichen Käufer äußert sich der Verlag zwar nicht, Insider vermuten aber, dass das Medienhaus Future Publishing zu den Interessenten gehören könnte.

„Träum dein Wien – Das Magazin“ erscheint im Herbst

‚Träum dein Wien – Das Magazin‘ erscheint erstmals am 16. September 2020 kostenlos als Beilage der bz-Wiener Bezirkszeitung in einer Auflage von 560.000 Stück. „Wien ist eine wunderschöne Stadt. Gemeinsam können wir dafür sorgen, dass es so bleibt. ‚Träum dein Wien‘ ist ein kleiner Beitrag dazu“, so bz-Geschäftsführer Gerhard Riedler.

KKR und Norwegen erhöhen Anteile an ProSiebenSat.1

Rund sechs Jahre, nachdem die Ära der Finanzinvestoren KKR und Permira bei ProSiebenSat.1 endete, wurde im Mai bekannt, dass KKR wieder bei dem TV-Konzern aus Unterföhring eingestiegen ist. Damals hielt KKR wieder 3,21 Prozent der Stimmrechte direkt und weitere zwei Prozent über Finanzinstrumente. „Wir sind davon überzeugt, dass das Unternehmen derzeit am Kapitalmarkt unterbewertet ist“, sagte ein KKR-Sprecher damals dem „Handelsblatt“. Und seither hat KKR weiter zugekauft, sodass KKR nun 6,61 Prozent der Stimmrechte direkt hält.

Und auch der norwegische Staat hält über die Norges Bank nun bereits 5,22 Prozent der Stimmrechte an ProSiebenSat.1, 3,22 Prozent direkt, zwei weitere Prozent über Finanzinstrumente. Mit Blackrock hat ein anderer Finanz-Investor seine Anteile hingegen etwas reduziert. Größter Einzelaktionär bleibt aber weiterhin die italienische Mediaset mit über 24 Prozent der Stimmrechtsanteile. An der Börse läuft es am heutigen Dienstag übrigens bestens, der Aktienkurs liegt über fünf Prozent im Plus.

Amazon plant eigenes Live-Fernsehprogramm

Aktuell arbeitet Amazon nun mit Hochdruck daran, ein eigenes Live-Fernsehprogramm auf die Beine zu stellen. Viel scheint darüber noch nicht bekannt zu sein – es soll jedoch an das bestehende Online-Videoangebot Prime Video angeschlossen werden, das derzeit für alle Prime-Kunden ohne Aufpreis inklusive ist. Ob sich die Preisgestaltung des Angebots im Rahmen dieser groß angelegten Veränderungen neu aufstellen wird, bleibt als eine von vielen Fragen derzeit noch unbeantwortet.

Sicher ist allerdings, dass Amazon große Ambitionen hat: In einer Stellenausschreibung sucht Amazon entsprechend erfahrene Führungskräfte um die „nächste Generation der problemlosen linearen TV-Erfahrung“ auf den Weg zu bringen (Originalzitat: „Innovate on the next-gen worry-free Linear TV experience“).

„ze.tt“ verliert einen Teil seiner Eigenständigkeit

Die Zeit Verlagsgruppe hat umfassende Änderungen bei ihrem jungen Online-Magazin „ze.tt“ angekündigt. Die Mitte 2015 gestartete Plattform, die sich an junge Menschen richtete, wird es künftig nicht mehr in der aktuellen Form geben. Im Herbst wird „ze.tt“ zu einem Ressort von „Zeit Online“. Der Verlag spricht in einer Pressemitteilung von „wirtschaftlichen Ausfällen“, die es auch durch die Coronakrise gegeben habe. Ziel der Integration bei „Zeit Online“ sei es, die Marke zu erhalten.

Bislang wurde „ze.tt“ von der zum Verlag gehörenden ze.tt GmbH verantwortet, das Unternehmen wird nun abgewickelt. Der Umbau soll aber garantieren, dass ze.tt „langfristig auf eine wirtschaftlich zukunftsfähige Basis“ gestellt wird. Wie es für die Mitarbeiter des Online-Angebots weiter geht, scheint unklar. Chefredakteurin Marieke Reimann soll den Übergang und die Eingliederung als „Zeit Online“-Ressort begleiten. Zu ihren weiteren Aufgaben im Verlag sei man im Gespräch – ihre Zukunft scheint also keinesfalls klar.

Marieke Reimann leitete das Jugend-Portal seit Januar 2018. Jetzt sagt sie: „Mein Team hat in den letzten Jahren bewiesen, dass eine diversere Berichterstattung in Deutschland möglich ist und auf eine immer noch stark wachsende Community trifft. Uns ist es gelungen, all diejenigen abzuholen, die sonst maximal als ‘Randgruppen’ in den Medien erwähnt werden. Diesen Leuten bleiben wir erhalten.“

Sky übernimmt Formel-1-Rechte in Deutschland ab 2021

Nach dem angekündigten Abschied von RTL haben sich die Formel 1 und der Pay-TV-Anbieter Sky Deutschland auf eine mehrjährige Partnerschaft geeinigt. So wird Sky ab 2021 Exklusivsender für die Formel 1 in Deutschland. Vier Rennen muss der Sender frei zugänglich machen. Entweder selbst oder via Sublizenz über einen anderen Sender.

Sky überträgt bisher parallel zu RTL, das mit Ende der Saison 2020 aussteigt. Der Pay-TV-Sender will alle Rennwochenenden der Formel 1 live übertragen, vom ersten freien Training bis zum Rennen am Sonntag. Auf dem frei empfangbaren Sender Sky Sport News HD werde es zudem nach jedem Rennen eine 30-minütige Highlight-Show geben, hieß es via Aussendung.

Frank Hoffmann wird TV-Chef von Welt, Rossmann geht

Bei WeltN24 geht eine Ära zu Ende: Torsten Rossmann, der den Sender schon seit seiner Gründung im Jahr 1999 zunächst als Konzernsprecher von ProSiebenSat.1 begleitete und seit 2003 auch Geschäftsführer war, ihn 2010 im Rahmen eines Management-Buyouts gemeinsam mit Partnern von ProSiebenSat.1 übernommen und 2014 an Springer verkauft hat, wird bis spätestens Ende 2020 die Geschäftsführung der WeltN24 GmbH mit den Sendern Welt, N24 Doku und der Produktionsfirma MAZ&More, die unter anderem das „Sat.1 Frühstücksfernsehen“ herstellt, abgeben. Lediglich als Berater in Sachen Bewegtbildstrategie bleibt er Springer verbunden, zudem bleibt er erstmal in den Aufsichtsräten von VG Media, AGF und im VAUNET-Vorstand.

Neuer TV-Geschäftsführer der WeltN24 GmbH wird ab dem 1. September 2020 stattdessen Frank Hoffmann, der dann zeitnah die Leitung von Welt Fernsehen sowie neben Claus Strunz die Leitung von MAZ & More übernehmen wird. Frank Hoffmann war zuletzt von 2013 bis 2019 Programmgeschäftsführer von RTL, zuvor stand er seit 2005 an der Spitze von Vox. Seine Wurzeln hat er aber im journalistischen Bereich: Ab 1992 war er für „Explosiv“ bei RTL tätig, 1994 übernahm er die Redaktionsleitung von „Extra“, ab 1999 war er Bereichsleiter für alle RTL-Magazine.

Stellenabbau bei Schweizer Nachrichtenagentur Keystone-sda

Die Schweizer Nachrichtenagentur Keystone-SDA verkleinert die Geschäftsleitung und baut Stellen ab, betroffen seien zehn Mitarbeiter. Die Nachrichtenagentur will sich künftig auf das Kerngeschäft als nationale und multimediale Nachrichtenagentur konzentrieren und sich von den Bereichen PR und Corporate Production trennen.

Keystone-SDA ist im Jahr 2018 aus der Fusion zwischen der Schweizerischen Depeschenagentur SDA und der Bildagentur Keystone entstanden. Die Restrukturierung führte zum Abbau von 36 der insgesamt 150 Stellen in der Redaktion, das sorgte damals wie berichtet für Streik. Die Austria Presse Agentur (APA) ist mit 30 Prozent an Keystone-SDA beteiligt und damit größter Aktionär.

Sky und Dazn kaufen DFL Fußball-TV-Pakete

Für die Fußballfans ändert sich wenig. Sky und Dazn bleiben die Live-Sender der Bundesliga. Andere Unternehmen gingen bei der Auktion der Rechte leer aus.

200 Punktspiele bei Sky, 106 Partien bei Dazn – so sieht von der Saison 2021/2022 an die Verteilung der Fußball-Bundesliga aus. Sky als langjähriger Pay-Partner der Liga hat sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur drei der vier Live-Pakete gesichert. Ein Paket erhält der ebenfalls kostenpflichtige Streamingdienst Dazn. Offiziell bestätigt wird der Verkauf der Medienrechte bis zur Spielzeit 2024/2025 am Montag nach der Mitgliederversammlung der 36 Proficlubs durch die Deutsche Fußball Liga.

Sky darf mit den Paketen A, B und C alle Partien am Samstag live senden und zudem die beliebte Konferenz übertragen. Außerdem gehören Begegnungen während der englischen Wochen, die Relegation zur 1. Liga sowie der Supercup zum zukünftigen Angebot.

Im Gegensatz zur laufenden und zur kommenden Saison hat der langjährige Zahlmeister der Liga aber weniger Partien im Angebot, denn mit Dazn hat sich der wichtigste Konkurrent bei der Auktion ebenfalls viele Spiele gesichert. Sky, Dazn und die Deutsche Fußball Liga wollten am Wochenende keine Kommentare dazu abgeben.

Der erst seit 2016 in Deutschland aktive Streamingdienst kaufte – wie auch die „Bild am Sonntag“ berichtete – das Paket D. Dieses umfasst alle Partien am Freitag und Sonntag. Zuletzt hatte Dazn über eine Sub-Lizenz von Eurosport ein Paket mit 40 Punktspielen gehalten – und nach dem Re-Start und der Eurosport-Kündigung einzelne Partien von der DFL erworben.

Sky hat ab der übernächsten Spielzeit weniger Bundesliga-Spiele im Angebot, konnte aber das Schlimmste verhindern. Nach dem Verlust der TV-Rechte an der Champions League stand das Unternehmen aus Unterföhring enorm unter Druck. Ein Verlust der Bundesliga wäre wohl existenzbedrohend geworden.

So hat der Pay-Anbieter auch zukünftig ein umfangreiches Fußball-Angebot, zu dem nach dpa-Informationen auch die 2. Liga gehört. Die neu eingeführten Samstagabend-Spiele (20.30 Uhr) im Fußball-Unterhaus sollen nach Angaben des „Kicker“ im Free-TV bei Sport1 laufen.

Der im Vorfeld als aussichtsreicher Kandidat gehandelte Onlinehändler Amazon hat wie die Telekom keines der insgesamt sieben audiovisuellen Live-Rechtepakete gekauft. Zuletzt hatte Amazon mit dem Kauf von Rechten der Premier League und der Champions League für Aufsehen gesorgt. Nach der Corona-Zwangspause erwarb der Internet-Gigant einzelne Spiele und übertrug parallel zu DAZN.

Sky bleibt mit dem Kauf von drei der vier teuersten Rechte-Pakete der wichtigste Geldgeber der deutschen Profivereine. Derzeit fließen durchschnittlich 876 Millionen Euro pro Jahr an die Liga. Zahlen für die vier Spielzeiten ab 2021 sind noch nicht bekannt.

Wissenschaftsjournalisten fordern Vergabe der Medienförderung nach Qualitätskriterien

Gerade die Corona-Krise verdeutliche, dass die Bevölkerung ein sehr hohes Interesse an seriösen und hochwertigen Recherchen und Berichten im Bereich Wissenschaft, Medizin und Forschung habe. Der Klub der Bildungs- und Wissenschaftsjournalist*innen forderte daher am Montag in einer Aussendung, dass die Berichterstattung zu Wissenschaft, Forschung und Bildung zu einem Kriterium für die Vergabe der Medienförderung wird.

„Qualität, und nicht Auflage, sollte belohnt werden“, so Eva Stanzl, Vorstandsvorsitzende des Klubs der Bildungs- und Wissenschaftsjournalist*innen und Wissenschaftsredakteurin der „Wiener Zeitung“. Faktenbasierter Wissenschaftsjournalismus sei ein wesentliches Qualitätsmerkmal für Zeitungen, Magazine, Nachrichtensender und Online-Publikationen. Es gelte, einer wachsenden Zahl krauser Verschwörungstheorien verständlich erklärte wissenschaftliche Fakten entgegenzusetzen. Gleichzeitig werde die materielle Lage vieler Wissenschaftsjournalist*innen in Zeiten von Kurzarbeit und wirtschaftlichen Engpässen zunehmend prekär.

Trio um Medienmanager Markus Posset will „Buzzfeed“ Deutschland kaufen

Der deutsche Ableger der US-Onlineplattform „Buzzfeed“ soll verkauft werden. So soll es auch bereits Interessenten geben. Berichtet wird von einem Trio um den österreichischen Medienmanager Markus Posset, der kurze Zeit als Geschäftsführer für den Magazinbereich in der Mediengruppe Österreich eingesetzt war. Davor war Posset als Managing Director für „Profil“ und „Trend“ in der Verlagsgruppe News tätig,

Zu dem Interessententrio gehört auch Alexander Schütz, Aufsichtsrat der Deutschen Bank AG und Gründer und Vorstandsvorsitzender der C-Quadrat Investment Group. Vervollständigt wird das Trio von Filmunternehmer und Immobilieninvestor Klemens Hallmann.

Schwerer Konflikt bei der „Taz“

In der linken „Tageszeitung“ erscheint eine Kolumne zum Thema Polizei, Innenminister Seehofer kündigt daraufhin eine Strafanzeige an. In der Zeitung bricht eine aufgebrachte Debatte aus.

Wer den Aufruhr verstehen will, wird um einen Blick auf die Kolumne aus der Taz nicht herum kommen, die alles auslöste. Erschienen ist sie in der alternativen Tageszeitung am Montag der vergangenen Woche. Hengameh Yaghoobifarah schrieb darin, wenn die Polizei abgeschafft würde, der Kapitalismus aber nicht, gebe es für die 250 000 Polizisten hierzulande keine andere Verwendung als „die Mülldeponie“ – und legte nahe, sie seien Abfall. So steht es im letzten Satz der Kolumne, in der sich schon vorher wüste Beschimpfungen gegen Polizisten aneinanderreihen, die man, ein Zitat, „streng genommen nicht einmal in die Nähe von Tieren lassen möchte“.

Menschen als Müll? Der Text, dessen Anlass die Debatte über Polizeigewalt war, löste Entsetzen aus. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) kündigte am Sonntagabend via Bild an, Strafanzeige gegen die Kolumnistin zu stellen: „Eine Enthemmung der Worte führt unweigerlich zu einer Enthemmung der Taten und zu Gewaltexzessen“. Auch Polizeigewerkschaften kündigten Strafanzeigen an, beim Presserat gingen zahlreiche Beschwerden ein. Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Irene Mihalic schrieb an die Taz: „Die Kolumne ist von einer Menschenverachtung geprägt, die ich sonst nur bei Nazis finde.“

Bei der Taz ist anhand der Kolumne ein Streit über das eigene Selbstverständnis entbrannt, der auch für die streitfreudige Berliner Redaktion außergewöhnlich heftig – und dazu noch in der Öffentlichkeit – geführt wird, ausgetragen auf Twitter. Nach Redaktionskonferenzen mit erbitterten Diskussionen hat am Samstag Chefredakteurin Barbara Junge eine Entschuldigung formuliert, die zugleich Auftakt einer Debatte im Blatt sein soll. Junge schreibt, dass Yaghoobifarah nach der Kolumne zur Zielscheibe von Hass und Hetze gemacht worden sei, die Redaktion sei deshalb in Sorge um ihr Mitglied. Zugleich erklärt die Chefredakteurin, die erst seit kurzem das Blatt führt, es widerspreche fundamental dem Selbstverständnis der Taz, „Menschen, egal welcher Berufsgruppe, als Müll zu bezeichnen“. Es tue ihr leid.

Gibt es im Journalismus einen Generationenkonflikt?

Zwei namhafte Taz-Autoren distanzieren sich deutlich von der Kolumne. Von einer Satire könne keine Rede sein, schreibt etwa der Parlamentsredakteur Stefan Reinecke in der Samstagausgabe, er fühle sich vielmehr an „rechte Hate Speech“ erinnert. Andere Taz-Autoren halten diesen Umgang mit der Kolumne für unsolidarisch, Yaghoobifarah werde allein gelassen. Reineckes Text soll der Auftakt der Taz-Debatte sein, für diese Montagsausgabe wurde ein Artikel geplant, der eine Gegenposition vertritt, die Haltung erklären soll, die hinter der Kolumne steckt. Es geht in diesem Konflikt weniger um die so oft hilflos gestellte Frage, was denn Satire dürfe. Der Streit geht tiefer, und er spiegelt vermutlich einen Generationenkonflikt im Journalismus wieder, wie ihn nicht nur die Taz erlebt – über die Frage, wie subjektiv der Blick von Autoren sein darf oder soll. „Bei uns bricht das mal wieder zuerst aus“, sagt eine langjährige Taz-Redakteurin am Sonntag. Vor allem einige jüngere Autoren wollten sich oft nicht mit Analysen oder argumentierenden Meinungsartikeln begnügen, sondern mit Härte angreifen, oft aus persönlicher Betroffenheit.

Die Taz ist vor mehr als vier Jahrzehnten als alternatives Projekt gegründet worden, um ein Forum für Nachrichten und Meinungen zu schaffen, die in deutschen Medien der Siebziger Jahre nicht oder kaum vorkamen. Sie erweiterte so das Spektrum, orientierte sich aber über die Jahre zunehmend an klassischen journalistischen Kriterien.

Nun führt die Redaktion, so schreibt Chefredakteurin Junge, einen Konflikt über die Frage, ob es einen anderen Journalismus geben müsse. Konkret wird darüber diskutiert, ob etwa Menschen „mit Diskriminierungserfahrung“ anders über Polizeigewalt schreiben. Schon während der Woche erklärte die Taz dazu: „Autorinnen oder Autoren, die selbst mehrfach zum Ziel rassistischer Beleidigungen und Bedrohungen geworden sind, können gleichwohl ein anderes Verhältnis zu dem Thema haben und das in emotionalere und zugespitztere Worte fassen als Autorinnen oder Autoren ohne entsprechende Erfahrungen.“ Für nicht wenige bei der Taz rechtfertigt das die Kolumne – und manche finden offenbar, dass Menschen ohne Migrationshintergrund sich ganz heraushalten sollen. Sie hätte sich „gewünscht, dass all die White Privilege People“ nichts zu der Kolumne gesagt hätten. „Den Diskurs sollten diejenigen führen, die wirklich etwas zu struktureller Diskriminierung zu sagen haben“, twitterte die Taz-Geschäftsführerin Aline Lüllmann. Pascal Beucker, Teil des Taz-Vorstandes, sieht darin eine „private Äußerung im Sinne des von der Taz gelebten Meinungspluralismus.“ Ein Zerwürfnis zwischen Chefredaktion und Geschäftsführung oder dem Vorstand gebe es nicht.

Dass die Geschäftsführerin sich zu Redaktionsbelangen äußerte, fanden andere Redakteure im Gespräch mit der SZ irritierend, dem Selbstverständnis nicht nur dieser Redaktion widersprechend. Und ihre Aussage bedeute letztlich, dass Teile der Redaktion aus dem Gespräch ausgeschlossen werden sollen. Bei der Taz bereiten sie sich auf einen langen Streit vor, viele Redakteure seien aufgebracht und wollten weitere Texte dazu schreiben. Die Lager seien so zerstritten, dass schwer eine Mitte zu finden wäre. Es sei, so ist zu hören, etwas explodiert, was schon lange schwelt.

Sky und Discovery schmieden langfristigen Deal

Die Sky Group und Discovery haben sich auf eine Vertragsverlängerung bei der Zusammenarbeit in Großbritannien, Irland, Deutschland und Österreich geeinigt. Für die hiesigen Sky-Kunden bedeutet dies, dass der Pay-TV-Anbieter weiterhin den Discovery Channel verbreiten kann. Bezüglich der ebenfalls zu Discovery gehörenden Eurosport-Sender gibt es in Deutschland separate Verträge.

In Großbritannien hingegen beinhaltet der Deal auch Sportevents wie Olympia zwischen Discovery und Sky. So wird man dort beispielsweise Discovery-Übertragungen der Olympischen Spiele 2021 in Tokio mitunter auch via Sky Q verfolgen können. Auch eine Werbepartnerschaft ist Teil des Deals. Zur Länge der Vereinbarung wurde zunächst keine Angabe gemacht. Es hieß lediglich, dass diese langfristig ausgelegt sei. In Anbetracht atmosphärischer Störungen bei der letzten Verlängerung 2017 könnte dies eine kluge Entscheidung gewesen sein.

Stephen van Rooyen, Sky-CEO in Europa und Großbritannien, zu dem Deal: “Es freut uns, dass wir mit Discover zu einer neuen Vereinbarung gekommen sind. Unsere Kunden von Großbritannien über Deutschland bis Österreich können damit weiterhin die Programminhalte von Discovery genießen.”

Ungarische Nachrichtenplattform index.hu sieht Unabhängigkeit bedroht

Das größte ungarische Nachrichtenportal sieht seine Unabhängigkeit bedroht. Es gebe einen “Einfluss von Außen”, der zum Verschwinden der Nachrichten-Redaktion führen könne, erklärten Chefredakteur Szabolcs Dull und dutzende Redakteure.

Die Redaktion hatte wiederholt auf eine solche Gefahr hingewiesen, seit es einen Eigentümerwechsel bei dem Unternehmen gab, das die Werbung für index.hu verkauft. Dort war Ende März der Geschäftsmann Miklós Vaszily, der der Regierung nahesteht, mit 50 Prozent eingestiegen.

In Ungarn hat die Regierung in den vergangenen Jahren bei den meisten Medien die Kontrolle übernommen, oder regierungsfreundliche Geschäftsleute sind dort eingestiegen. Orbans Regierungspartei FIDESZ hat eine Zweidrittelmehrheit im Parlament. Die EU wirft ihm seit Jahren vor, Prinzipien des Rechtsstaats zu unterlaufen, indem etwa seine Partei die Kontrolle über Justiz und Medien übernimmt.

NDR strukturiert weiter Literaturprogramm um

Erst vor einigen Wochen hatte es Wirbel um die abgesetzte NDR-Sendung „Bücherjournal“ gegeben. Jetzt erwägt der Sender auch die Kinderliteratur-Rundfunk-Sendung „Ohrenbär“ abzusetzen. Die Sendung wird gemeinsam mit dem rbb produziert. 55 Autorinnen und Autoren haben sich in dieser Woche mit einem offenen Brief an den Intendanten gewandt und plädieren für den Erhalt. Ob der „Ohrenbär“ 2021 nicht fortgesetzt wird, sei derzeit noch nicht entschieden, man befinde sich in Gesprächen mit dem rbb, erklärte NDR Hörfunk-Chefredakteur Adrian Feuerbacher nach Medienberichten in „NDR Info im Dialog“.

24 der Unterzeichnenden sind selbst Ohrenbär-Autorinnen und -Autoren. Das Format „Ohrenbär“, in dem Gute-Nacht-Geschichten erzählt werden, existiert seit 32 Jahren. „Alle Inhalte (gerade für Kinder) ins Netz zu verlagern, ist gewiss der falsche Weg. Die Corona-Krise hat gezeigt, dass nicht alle Familien echten digitalen Zugang haben – und Kinder schon gar nicht. Aber ‚Radio geht immer‘ sollte man meinen – wenn eben nicht an den falschen Enden gespart wird“, schreibt Stefan Gemmel, Mitglied des PEN und des Verbandes deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller.

Der NDR hatte bereits im Vorfeld Sparmaßnahmen angekündigt. In den kommenden 4 Jahren muss er 300 Mio Euro einsparen. Auf die Proteste zum Absetzen des „Bücherjournals“ hatte der NDR wie folgt reagiert und sein weiteres Vorhaben im Kulturbereich angekündigt. Gerade erst ist der neue Literatur-Podcast des NDR „eat.READ.sleep.“ an den Start gegangen.

Verwirrung um Klien-Show

75 Millionen Euro muss der ORF im kommenden Jahr einsparen, rund 30 davon im TV-Bereich. Peter Kliens Satiresendung ‚Gute Nacht Österreich‘ auf ORF1 steht deshalb in Diskussion.

Entgegen ersten Meldungen ist die Einstellung jedoch nicht fix, es werde aber „massiv darüber nachgedacht“, so ein Insider. Von Produktionsseite wiederum betont man, dass ein entsprechender Vertrag bis Ende 2020 laufe. Ende August könne eine Verlängerungsoption gezogen werden. Auch darüber wird nun verhandelt.

Hintergrund: In der krisenbedingt schlechten Finanzlage des ORF – bis zu 55 Millionen Euro Verlust heuer, 75 Millionen Einsparnotwendigkeiten im kommenden Jahr – scheint das Format in der aktuellen Form nicht mehr leistbar – zumal die Late-Night-Show auch unter den (hohen) Quotenerwartungen blieb. Als wesentlicher Teil der laufenden Reform von ORF1 und zuletzt mit den Eigenproduktionen („Dok1“) auf den Mittwoch-Sendeplatz gewechselt, gibt es dennoch gewichtige Stimmen, die sich für eine Weiterführung der Sendung einsetzen. „Günstiger produzieren, nicht einstellen“, wie es ein Beteiligter formuliert.

Für Aufsehen sorgte Kabarettist Peter Klien, zuvor legendärer reisender Reporter für die Sendung „Willkommen Österreich“, aber allemal: Heimische Boulevardzeitungen wurden in der seit Herbst 2019 laufenden Show ebenso vorgeführt wie Kritik am ungarischen Mediensystem von Viktor Orbán geübt.

Deutscher Innenminister Seehofer überdenkt nach Merkel-Intervention „Taz“-Anzeige

Der deutsche Innenminister Horst Seehofer hat seine Ankündigung einer Anzeige gegen eine Kolumnistin der Zeitung „Taz“ nach Gesprächen mit Kanzlerin Angela Merkel relativiert. „Über die Strafanzeige wurde noch nicht entschieden“, sagte ein Sprecher des Innenministeriums.

Die Kanzlerin und der Innenminister stünden dazu in „vertraulichen Gesprächen“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Ob Merkel Seehofer von einer Anzeige abgeraten habe, wollte er nicht sagen. Die Journalistengewerkschaft Dju bezeichnete eine Anzeige als einen „völlig falschen Weg“.

Der CSU-Politiker Seehofer hatte zuvor eine Anzeige gegen die „Taz“-Kolumnistin Hengameh Yaghoobifarah angekündigt, die in einem Beitrag Polizisten mit Müll verglichen hatte. „Ich werde morgen als Bundesinnenminister Strafanzeige gegen die Kolumnistin wegen des unsäglichen Artikels in der ‚Taz‘ über die Polizei stellen“, hatte er der „Bild“-Zeitung am Sonntagabend gesagt.

„Enthemmung der Worte“

Zudem hatte Seehofer eine direkte Verbindung zu den Krawallen in der Stuttgarter Innenstadt am Wochenende gezogen. Denn eine „Enthemmung der Worte führt unweigerlich zu einer Enthemmung der Taten und zu Gewaltexzessen, genauso wie wir es jetzt in Stuttgart gesehen haben.“ Am Montag sagte ein Sprecher des Innenministeriums, dass es „mindestens prüfenswert“ sei, wenn Polizisten als Müll bezeichnet würden.

Seehofer reiste nach Stuttgart. Nach einer Drogenkontrolle war es dort in der Nacht auf Sonntag zu Ausschreitungen in der Innenstadt gekommen. Dabei gab es Angriffe auf Polizeibeamte, Streifenwagen und Geschäftslokale im Stadtzentrum, wie das Polizeipräsidium mitteilte.

RBB präsentiert Entwürfe für digitales Medienhaus in Berlin

Der RBB gibt online einen Ausblick darauf, wie das digitale Medienhaus, das bis 2024/25 in Berlin entstehen soll, aussehen könnte. 14 Architekturbüros hatten ihre Entwürfe für das neue Gebäude eingereicht und darüber hinaus auch Ideen für den gesamten Berliner rbb-Standort als Campus. Daraus wählte ein Preisgericht unter dem Vorsitz von Christian Thalgott schon im März drei Preisträger aus. Wie die Umsetzung nun tatsächlich aussehen soll, ist aber noch nicht entschieden, hier will man sich aber noch in diesem Sommer festlegen.

Das neue Gebäude soll den Bedürfnissen und Anforderungen der modernen, stark auf nicht-lineare Ausspielwege ausgerichteten Medienwelt gerecht werden. Auf einer Brutto-Fläche von bis zu 20.000 Quadratmetern solle es „agile und crossmediale Arbeits- und Produktionsprozesse unter einem Dach ermöglichen“, heißt es vom RBB. Über die Kosten könne man noch keine Angaben machen, sie hängen vom noch auszuwählenden Entwurf ab. Zur Finanzierung will man auf Rücklagen zurückgreifen und auch neue Kredite aufnehmen.

Buchgroßhändler Bertrams meldet Konkurs an

Seit Anfang Mai hatte die Münchner Aurelius-Gruppe „strategische Optionen“ für den britischen Buchgroßhändler Bertrams ausgelotet. Nachdem sich kein Käufer gefunden hat, hat der zweitgrößte Grossist der Insel Konkurs angemeldet, berichtet das britische Fachblatt „The Bookseller“. Den Mitarbeitern wurde bis auf eine Notbesetzung mit sofortiger Wirkung gekündigt.

Laut Konkursverwalter Turpin Baker Armstrong betrifft der Konkurs außer Bertram Trading Limited auch die beiden Tochterunternehmen Education Umbrella Limited (Schwerpunkt Schulbuch und digitale Lehrhilfen) sowie Dawson Books Limited (Fachbuch und Spezialbibliotheken). Sämtliche Lagerbestände, darunter knapp 300.000 Bücher, und die gesamte Einrichtung von Bertrams‘ Logistikzentrum in Norwich sollen bereits in der ersten Juliwoche versteigert werden.

In das Bedauern über das Aus von Bertrams nach mehr als 50 Jahren mischt sich in der Branche auch Unverständnis. Der „Bookseller“ berichtet, dass viele Verlage verärgert sind, weil Rechnungen teilweise offensichtlich schon seit Dezember nicht mehr bezahlt wurden und E-Mails, in denen die Rückgabe gelieferter Bücher verlangt wurde, unbeantwortet blieben.

Bedey Media gründet Imprint für Science Fiction Plan9

Der Verlag Bedey Media ist in den vergangenen Monaten durch zahlreiche Verlagsübernahmen und Imprint-Gründungen aufgefallen. Nun kommt mit Plan9 ein neues Science-Fiction-Programm hinzu.

Ab September 2020 startet Bedeys neues Programm für ferne Welten, exotische Planeten, neue Lebensformen und Technologien mit 7 Neuerscheinungen und 12 Backlist-Titeln. Der Plan9 Verlag ist das zwölfte Belletristik-Imprint der Verlagsgruppe und widmet sich ausschließlich dem Genre Science Fiction. Mit Autorinnen und Autoren wie Andreas Eschbach, Tanya Huff und Klaus N. Frick startet Programmleiterin Sandra Thoms, die neben Björn Bedey Geschäftsführerin der Gruppe ist, in die Zukunft, wie der Verlag schreibt. Auch der Verlagsname ist genregeprägt: Er soll an den Film „Plan 9 from Outer Space“ des Regisseurs Ed Wood aus dem Jahr 1959 erinnern.

Funke will mit Ausschlussklage die Verlegerfamilie Dichand loswerden

Seit rund zwei Jahrzehnten tobt zwischen der Funke-Mediengruppe (WAZ) und der Verlegerfamilie Hans Dichand ein erbitterter und viele Millionen Euro teurer Streit um das gemeinsame Zeitungsimperium (Kronen-Zeitung, Kurier) in Österreich. Nun fährt der Essener Zeitungskonzern im Kampf um die Macht bei der größten Zeitung des Landes schweres Geschütz auf.

Funke will mit einer Ausschlussklage die Wiener Verlegerfamilie aus den gemeinsamen Unternehmen katapultieren. „Die Ausschlussklage beim Handelsgericht in Wien hat zum Ziel, die Dichands komplett aus dem Unternehmen zu drängen“, sagten informierte Medienkreise dem Handelsblatt in Wien. „Die Ausschlussklage ist traditionell das allerletzte Mittel, einen Gesellschafterstreit endgültig zu lösen.“

Ein Sprecher des Handelsgerichts Wien bestätigt dem Handelsblatt die Ausschlussklage der Funke-Mediengruppe. Die Dichands hätten bereits Ende Mai mit einer Erwiderung darauf reagiert. Der erste Verhandlungstag der Erzrivalen ist am 26. August. „Die Funkes schlagen voll zurück. Jetzt werden sie alle Möglichkeiten ausschöpfen“, hieß es in Kreisen der Verlegerfamilie Dichand am Donnerstag.

Die Klage richtet sich gegen Eigentümer Christoph Dichand und seine Geschwister Johanna und Michael sowie der Verlegerwitwe Helga und die Krone-Verlag GmbH. Weder die Funke Mediengruppe noch die Rechtsvertreterin der Familie Dichand, Huberta Gheneff, wollten sich auf Anfrage äußern. „Krone“-Mitgesellschafter Rene Benko ließ eine Anfrage unbeantwortet.

Die Waffe einer Ausschlussklage gegen die Familie Dichand mit Christoph Dichand als Eigentümervertreter und Herausgeber der „Krone“ an der Spitze ist erst durch ein rechtliches Manöver der österreichischen Verlegerfamilie ermöglicht geworden. Die Dichands haben ihre Anteile in einer gemeinsamen Gesellschaft in Wien zusammengefasst. Davon gibt es offenbar eine Urkunde vom Januar 2020. Das ist laut Gesellschaftervertag nicht erlaubt. Somit ist die Ausschlussklage überhaupt erst möglich geworden.

Sollte sich Funke in der österreichischen Hauptstadt vor Gericht durchsetzen, hätte das womöglich fatale wirtschaftliche Folgen für die Familie Dichand. „Bei einem Ausschluss würde nur der Buchwert des komplexen Medienunternehmens für die Entschädigung berücksichtigt“, heißt es in Medienkreisen.

Der Funke-Mediengruppe und der Familie Dichand gehört jeweils die Hälfte der „Krone“. Seit 2018 ist in Funkes Beteiligungsunternehmen auch die Signa-Holding des Immobilienentwicklers und Warenhausbesitzers Rene Benko an Bord. Der österreichische Milliardär besitzt 24,5 Prozent an der „Krone“ und 24,2 Prozent am „Kurier“. Er soll dafür nach Handelsblatt-Informationen rund 90 Millionen Euro gezahlt haben. Im laufenden Geschäftsjahr, das am 30. Juni enden wird, werden Erlöse von über 400 Millionen Euro erwartet. Das Ergebnis vor Steuern soll bei rund 20 Millionen Euro liegen, berichtet ein Insider.

Der „Krone“ geht es in Österreich nicht zuletzt großzügiger Anzeigenkampagnen von staatlichen Institutionen wesentlich besser als der Boulevardkonkurrenz in anderen europäischen Ländern. „Die Krone leidet nicht so sehr wie vergleichbare Zeitungen in Deutschland. Die Inserate der öffentlichen Hand fangen vieles in Österreich auf“, sagt eine Person, die die Zahlen kennt. Allein aus dem Corona-Medienhilfspaket erhielt die „Krone“ zuletzt 2,7 Millionen Euro an Steuergeldern.

Benko ist offenbar an Mehrheitsübernahme interessiert

Die Dichands nehmen den neuen Angriff sehr ernst. „Es gibt einen riesigen Druck“, heißt es im Umfeld der Verlegerfamilie. Die Hoffnung von Funke und Benko ist, dass sich die Familie Dichand auf Grund der Ausschlussklage freiwillig von ihren Anteilen trennt. Vor allem Benko hat großes Interesse am politisch einflussreichen Medienimperium in seiner österreichischen Heimat.

„Signa hat ein größeres Interesse als die Funke-Mediengruppe und wird bei einem Ausstieg der Dichand-Familie dann Mehrheitsgesellschafter“, hieß es in gut informierten Medienkreisen. Er sei bei der „Krone“ an der Rendite interessiert und nicht an anderen Dingen. Ein Komplettausstieg von Funke sei nach dem Ausschluss der Dichands vorstellbar, auch wenn die Zusammenarbeit mit Benko sehr gut funktioniere. „Benko will die Anteile komplett“. hieß es auch im Umfeld der Dichands.

Benko verfügt seit Jahren über exzellente Beziehungen zu Österreichs Bundeskanzler und ÖVP-Chef Sebastian Kurz. Die „Krone“ macht dem Immobilienunternehmer, dessen Vermögen im vergangenen Jahr vom US-Magazin Forbes auf 4,9 Milliarden Dollar geschätzt wurde, auf Grund ihrer Angriffe allerdings wenig Freude. Es sei abscheulich, dass Rene Benko von der ,Krone‘ attackiert wird. Christoph Dichand lasse sich davon nicht abbringen, heißt es in der Medienbranche. Zudem hat er Probleme in Deutschland.

Der 43-jährige Benko kämpft unterdessen mit seinem Warenhausriese Galeria Karstadt Kaufhof um das Überleben. Bis zu 80 der 172 Warenhäuser müssen geschlossen werden.

Privileg eines Vorabgewinns

Der mit harten Bandagen geführte Streit im Gesellschafterkreis hat deutlich an Geschwindigkeit gewonnen. Zuletzt hatten die Dichands im Schweizer Schiedsgerichtsverfahren einen Erfolg erzielt. Eigentümervertreter Christoph Dichand sieht durch dieses Urteil die Vorrechte der Dichands in den Verträgen mit der Funke-Gruppe „vollinhaltlich“ bestätigt, wie seine Rechtsanwältin Gheneff zuletzt bekräftigte.

Der „Krone“-Gründer Hans Dichand hatte mit der damaligen WAZ-Gruppe – der Funke-Mediengruppe – in den 80-er Jahren das Privileg eines Vorabgewinns ausgehandelt. 2014 kündigte Funke diesen Vertrag. Die Dichand-Erben haben die Kündigung nie anerkannt.

Funke will den Schiedsgerichtsspruch in der Schweiz nicht kampflos hinnehmen. Das Familienunternehmen aus dem Ruhrgebiet will schnellstmöglich eine Korrektur juristisch erkämpfen. Der Hebel soll die angebliche Befangenheit des Mitglied des Schiedsgerichts, Paul Oberhammer, sein. „Die Funke-Mediengruppe wird am 19. Juni eine Aufhebung der Entscheidung des Schiedsgerichts in Zürich beim Obersten Bundesgericht beantragen“, berichten Medienkreise. Funke wollte sich auf Anfrage nicht äußern. In Essen ist es aber ein offenes Geheimnis, dass die Entscheidung des Schiedsgerichts als große Enttäuschung empfunden wurde.

Die Dichands geben sich unterdessen gelassen. „Die Familie lässt sich davon nicht beeindrucken. Die Ausschlussklage ist ein verzweifelter Versuch nach der Niederlage vor dem Schweizer Schiedsgericht“, sagte ein Wiener Vertrauter der Familie. Eine Entscheidung des Obersten Bundesgerichts dauert offenbar einige Monate. „Wir sind guter Dinge, dass Schweizer Schiedsgerichturteil ins Wanken zu bringen“, sagte ein Insider.

Bauer Media Group rechnet mit Ergebnis unter Erwartungen

Die Bauer Media Group rechnet wegen der Corona-Pandemie mit einem niedrigeren Ergebnis und weniger Umsatz in diesem Jahr als ursprünglich geplant. „Ich würde schätzen, vom Nettoergebnis werden wir ungefähr bei 70 Prozent von dem landen, was wir uns im Budget vor Corona vorgenommen hatten“, sagt Verlagsmanager Veit Dengler. „Beim Umsatz werden es wahrscheinlich 90 Prozent sein.“ Dengler betonte zugleich: „Wir haben nach wie vor einen sehr positiven Cashflow.“

Die jüngsten Umsatzzahlen, die der Konzern bekanntgab, beziehen sich auf 2018: Damals erzielte Bauer Media einen globalen Umsatz von 2,3 Milliarden Euro. Der Konzern mit Sitz in Hamburg hatte in dieser Woche bekanntgemacht, dass er das Australien- und Neuseelandgeschäft mit rund 50 Titeln an einen Investoren verkauft. Die Corona-Pandemie habe diese Pläne beschleunigt.

Nachrichtenagentur APA erwartet für Geschäftsjahr 2020 „stabile Entwicklung“

Die APA – Austria Presse Agentur hat bei ihrer Generalversammlung eine Ergebnis- und Umsatzerhöhung vorgelegt. So lag der Konzernumsatz 2019 bei 66,0 Millionen Euro nach 63,71 Millionen Euro 2018. Das entspricht einem Umsatzwachstum betrug von 3,6 Prozent. Für das Geschäftsjahr 2020 wird laut Aussendung eine stabile Entwicklung der APA mit einem ausgeglichenen Ergebnis erwartet. Eine Gesamtprognose für das restliche Jahr sei „derzeit nicht möglich“.

Das operative Ergebnis (EBIT) der APA-Gruppe lag 2019 bei 2,16 Millionen nach 1,25 Millionen Euro 2018. Das Jahresergebnis (EGT) betrug 2,14 Millionen Euro nach 0,62 Millionen Euro 2018. Die Zahlen wurde zur direkten Vergleichbarkeit jeweils um einen einmaligen Verkaufserlös in Folge des Tausches der Beteiligung der Keystone-Anteile in Höhe von 50 Prozent gegen 30 Prozent an der fusionierten Nachrichtenagenturgruppe Keystone-SDA in 2018 bereinigt. Der durchschnittliche Personalstand des Konzerns nach dem Beschäftigungsausmaß betrug 509 nach 519 in 2018.

Bibel TV: Erlöse steigen 2019 auf 12,9 Millionen Euro

Beim Free-TV-Sender Bibel TV mit Sitz in Hamburg hat sich die positive Entwicklung auch im Geschäftsjahr 2019 fortgesetzt. Die Erlöse aus Werbung und Spenden stiegen 2019 auf 12,9 Millionen Euro – davon entfielen 9,9 Millionen Euro auf Spenden, die von rund 67.000 Spendern überwiesen wurden. Die Werbung steuert mit drei Millionen Euro ein Viertel der Erlöse bei. 2018 lagen die Erlöse bei 12,4 Millionen Euro, davon wurden 8,8 Millionen Euro von ca. 64.000 Spendern beigetragen.

Als neue Partner konnte Bibel TV unter anderem die Päpstlichen Missionswerke in Österreich (Missio Österreich), den Salzburger Dom und den Berliner Dom gewinnen. Die Programm-Partner steuern eigene Beiträge in das TV-Angebot bei. Gut entwickelt hat sich auch die 2019 gestartete Live-Streaming-Plattform, auf inzwischen über 50 Anbieter von der katholischen ‚Home Church‘ bis zur freikirchlichen ‚ICF‘ registriert sind. Eine weitere Programm-Ausweitung in 2019 war der Start des Streaming-Dienstes „Yesflix“. Dort strahlt Bibel TV lebensbejahenden Content aus, der mit christlichen Werten im Einklang steht.

Zeit Verlag startet Newsletter für ‚Zeit Verbrechen‘

Der Zeit Verlag, Hamburg, erweitert das Markenuniversum von ‚Zeit Verbrechen‘ um ein neues Angebot: Ab Freitag, den 19. Juni 2020, wird monatlich ein kostenloser Newsletter zum Kriminalmagazin bereitgestellt.

Mit ‚Zeit Verbrechen‘ ist dem Hamburger Verlag ein erfolgreicher Magazin-Start gelungen. Im Herbst 2019 wurde die Druckauflage aufgrund des wachsenden Einzelverkaufs von 65.000 auf 90.000 Exemplare erhöht und das Magazin zusätzlich im Abonnement angeboten. Anfang 2020 wurde zudem die Erscheinungsweise von zwei auf vier Ausgaben pro Jahr erhöht. Neben der Zeitschrift produziert das Medienhaus einen gleichnamigen Podcast, der mit rund 700.000 Downloads pro Folge nach Verlagsangaben zu den erfolgreichsten Podcasts in Deutschland gehört.

Burda will in Frankreich expandieren

Im Vergleich zu anderen Ländern ist das Frankreich-Geschäft von Burda noch relativ klein. Inklusive der neuen drei Titel werden dem Print-Portfolio dann acht Titel angehören, wie es weiter hieß. Online mit Bezahlschranke gibt es zudem bislang eine Marke (Le Nouveau Détective).

„Wedomosti“: Gefangen im Netz der Oligarchen

In Moskau geht der Kampf um die führende russische Qualitätszeitung „Wedomosti“ einem bitteren Ende entgegen. Wochenlang leistete die Redaktion ihrem neuesten Chefredakteur Andrej Schmarow Widerstand. Schmarow war Ende März im Hinblick auf einen weiteren Verkauf des Blatts als geschäftsführender Chefredakteur eingesetzt worden. Er machte umgehend deutlich, dass er von der objektiven, unabhängigen und daher oft kritischen Haltung von „Wedomosti“ wenig hält. (F.A.Z. vom 15. April). Insbesondere, was die Berichterstattung zu Rosneft angeht, dem staatlich kontrollierten Ölkonzern unter Führung von Igor Setschin, einem Weggefährten von Präsident Wladimir Putin – die Rolle des früheren Bundeskanzlers Gerhard Schröder als Rosneft-Aufsichtsratsvorsitzender ist vornehmlich zeremoniell. Die Redaktion warf Schmarow nach Eingriffen in die Berichterstattung Zensur und Verstöße gegen die Redaktionsstatuten vor. Diese „Dogmen“ stammen aus der Zeit, als Business News Media (BNM), die Aktiengesellschaft hinter „Wedomosti“, einem amerikanisch-britisch-finnischen Konsortium gehörte; sie sind in Russland legendär und tragen dazu bei, dass „Wedomosti“ trotz der eher geringen Printauflage von 75000 Exemplaren dennoch Bedeutung hat. Der Kreml jedoch verbot es Ausländern von 2016 an per Gesetz, mehr als zwanzig Prozent eines russischen Medientitels zu besitzen.

Die Redaktion beließ es nicht bei Klagen: Sie recherchierte mit Kollegen anderer unabhängiger Medien, dass Rosnefts gefürchteter Pressesprecher vermutlich an der Ernennung seines Bekannten Schmarow beteiligt war und dass BNM seit 2017 enorme Schulden bei einer Tochterbank des Ölkonzerns hat. Zwar verbot Schmarow, unter Berufung auf eine Kreml-Bitte, Umfrageergebnisse des unabhängigen Meinungsforschungsinstituts Lewada-Zentrum zu veröffentlichen, die Unmut über Putins sinkende Beliebtheit spiegeln. Doch die Redaktion veröffentlichte die Ergebnisse weiter – darunter auch Beiträge von Lewada-Mitarbeitern auf der „Wedomosti“-Meinungsdoppelseite, einem Refugium für liberale Stimmen. „Wenn der Chefredakteur nicht Chef in der Redaktion ist, dann ist es keine Redaktion mehr, sondern irgendeine Partisaneneinheit“, sagte der stellvertretende Kommunikationsminister Alexej Wolin zur Situation. Er forderte, Journalisten, die sich Anordnungen des vom Eigentümer eingesetzten Chefredakteurs widersetzten, „unverzüglich“ zu entlassen.

90 Mitarbeiter gingen aufgrund des neuen Chefredakteurs

Als Eigentümer von „Wedomosti“ gilt nach undurchsichtigem Gezerre seit Ende Mai der Medienunternehmer Iwan Jerjomin. Dessen Newsportal „Federal Press“ war Rosneft-Strukturen jahrelang durch lukrative Werbeaufträge verbunden, veröffentlichte PR-Material. So war niemand verwundert, dass Jerjomin an Schmarow festhielt, als es am Montag abermals um die Wahl des Chefredakteurs ging. Die Redaktion stellte eine mit dem Haus vertraute Gegenkandidatin auf. Schmarow wurde gewählt, weil die Stimme des Eigentümers die entscheidende ist. Daraufhin kündigten alle fünf stellvertretenden Chefredakteure an, dass sie „Wedomosti“ so bald wie möglich verlassen würden; sie alle arbeiteten schon lange vor dem Kreml-Gesetz gegen ausländischen Einfluss bei der Zeitung und standen für Kontinuität. Auch der Online-Chef von „Wedomosti“ und die Leiterin des Wirtschaftsressorts wollen gehen. Zuvor hatten schon etwa zehn der rund neunzig Mitarbeiter die Zeitung Schmarows wegen verlassen. Weitere suchen jetzt über Facebook nach Arbeit „im Zusammenhang mit dem Ende der Geschichte der Zeitung“.

Die stellvertretenden Chefredakteure begründeten ihren Fortgang damit, dass die Grundsätze der Zeitung mit Schmarows Ernennung nicht mehr gewährleistet sein würden. Einer der fünf, Dmitrij Simakow, der selbst achtzehn Jahre bei „Wedomosti“ wirkte, klagte, unter „respektabler Etikette“ solle „etwas Serviles“ entstehen. Das sei „eine Katastrophe“. Mit Ausnahme eines Investors, der die – vor dem Mediengesetz vom russischen Ableger von Axel Springer herausgegebene – russische Ausgabe der Zeitschrift „Forbes“ kaufte, sieht Simakow keinen „weißen Ritter“ auf dem Medienmarkt, der die großen Risiken auf sich nehmen wolle. Die Lage werde „jedes Jahr toxischer“.

TV Now stärkt Kids- und Family-Bereich

Es ist eine Content-Offensive die TV Now mit ZDF Enterprises, der WDR Mediagroup und Super RTL startet. Die Nutzer erwartet ein Paket an nationalen und internationalen Programmen. Familien mit einem Premium- und Premium+-Account können im Family- und Kids-Bereich Inhalte wie „Woozle Goozle“ und „ALVINNN!!! and the Chipmunks“ über „Lassie“, „Das Dschungelbuch“, „Shaun das Schaf“ und „Der kleine Maulwurf“ bis zu „Fünf Freunde“ und der Emmy-prämierten Teenie-Serie „Zac & Mia“ streamen.

„Der ,Local Hero‘ unter den deutschen Streaminganbietern sind wir bereits – diese Position wollen wir mit unserem kuratierten Angebot für Kinder, Jugendliche und die ganze Familie nun weiterausbauen. Denn Co-Viewing durch die Eltern ist ausdrücklich gewünscht“, so Henning Tewes, Geschäftsleiter TV Now.

Die erste Eigenproduktion „Ninja Warrior Germany Kids“ ist eine Zusammenarbeit mit Super RTL. Ab Juli wird der Sender auch ausgewählte Toggo–Inhalte auf der Plattform anbieten. Von den öffentlich-rechtlichen Sendern werden zahlreiche, beliebte Kinder-Programme verfügbar sein, von ZDFtivi select sowie solche, die von der WDR Mediagroup lizenziert wurden.

Insgesamt können Kinder und Familien damit bereits zum Start auf ein umfangreiches und vielseitiges Angebot von rund 2.250 Programmstunden zugreifen. Zum Start des Family- und Kids-Bereichs wird außerdem die neue Profile-Funktion aktiviert. Dadurch haben alle registrierten User die Möglichkeit, bis zu drei Profile anzulegen und zwischen Erwachsenen- und Kinderprofilen zu unterscheiden.

US-Wahl: Facebook startet Informationszentrum

Facebook will bei der US-Präsidentenwahl im November eine aktivere Rolle spielen. Alle amerikanischen Nutzer werden prominent einen Bereich mit offiziellen Informationen zum Ablauf und zu Regelungen zur Wahl angezeigt bekommen.

Das Ziel sei, vier Millionen Menschen bei der Anmeldung zur Wahl zu helfen – doppelt so vielen wie bei den vergangenen beiden Präsidentenwahlen.

Facebook gibt Nutzern auch die Möglichkeit, Wahlwerbung und als Anzeigen verbreitete politische Botschaften komplett aus ihren Newsfeeds herauszuhalten. Zugleich schließt das Online-Netzwerk eine oft kritisierte Lücke bei der Auszeichnung von Wahlwerbung. Die Anzeigen sind zwar grundsätzlich mit einem Link versehen, unter dem man Informationen dazu bekommt, wer für sie bezahlt hat.

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