Das Erste setzt 2020 auf Sportevents, Gesellschaftsthemen und mehr VOD-Inhalte

Mit einem breitgefächerten Programmangebot will Das Erste im kommenden Jahr Zuschauer für sich gewinnen und „die gesellschaftliche Bedeutung und Bindungskraft eines öffentlich-rechtlichen Vollprogramms“ untermauern. Diesen Anspruch hob Programmdirektor Volker Herres auf einer Programmpräsentation am 3.12.2019 in Hamburg hervor. Herres sagt: „Mir ist wichtig, dass es uns immer wieder gelingt, relevante Themen in den Blickpunkt zu rücken und gesellschaftliche Debatten auszulösen. Und es gelingt – im Fiktionalen, wie im Journalistischen. Lineares Fernsehen spielt – allen Unkenruf zum Trotz – immer noch eine dominante Rolle.“

Im linearen TV-Angebot spielt Sportevents im kommenden Jahr eine große Rolle. So werden die Übertragung der Olympischen Sommerspiele aus Tokio (NDR), die UEFA Fußball-Europameisterschaft (WDR) und die Finals Rhein-Ruhr (WDR) besondere Schwerpunkte in 2020 bilden. Zudem präsentierte ARD-Sportkoordinator Alexander Balkausky den neuen ARD-Wintersportexperten Felix Neureuther.

Im Bereich Dokumentation hob ARD-Chefredakteur Rainald Becker mit ‚Das Forum – Rettet Davos die Welt?‘ (SWR/ARTE) und ‚Die Grünen und die Macht – Karriere einer Partei‘ (SWR/WDR) zwei politische Stücke hervor. Daneben wird die Sendeanstalt unter anderem die historische Dokumentation ‚Kinder des Krieges‘ zum 75. Jahrestag des Kriegsendes zeigen. Das Projekt ist als multimediales Gemeinschaftsprojekt der ARD unter Federführung von rbb und MDR angelegt.

Das fiktionale Portfolio bestückt das Erste unter anderem mit der sechsteilige Serie ‚Oktoberfest – 1900‘ (BR/ARD Degeto/WDR/MDR) und zwölf neuen Folgen der Erfolgsserie ‚Babylon Berlin‘, einer Partnerproduktion von X Filme Creative Pool und ARD Degeto für Das Erste, Sky, WDR und Beta Film. Die dritte Staffel der Historienserie wurde für den Herbst 2020 im Ersten angekündigt.

ARD-Koordinator Fernsehfilm Jörg Schönenborn verwies derweil auf das 50-jährige ‚Tatort‘-Jubiläum im November 2020 und stellte dazu einen zweiteiligen Cross-over-‚Tatort‘ (WDR/BR) in aussicht, in dem die Teams aus Dortmund und München erstmals gemeinsam ermitteln.

In diesem Zuge wurde auch das neue Radio Bremen-‚Tatort‘-Team vorgestellt: Mit Jasna Fritzi Bauer und Dar Salim, die zusammen mit Luise Wolfram vor Ort in Hamburg waren, konnten drei prominente Schauspieler für die Krimireihe gewonnen werden.

ATV startet 2020 vierten Eigenproduktionstag

Neue Shows und Variationen altbekannt-erfolgreicher Formate prägen die Programm-Highlights von ATV im kommenden Jahr. ATV-Produktionen sind künftig auch sonntags zu sehen, mit Musikant Marc Pircher setzt der Sender zum Jahreswechsel auf zünftige Unterhaltung.

Ab 12. Jänner startet der heimische Privatsender im Eigentum der ProSiebenSat.1 PULS 4-Gruppe mit dem vierten „Eigenproduktionstag“. Jeweils am Sonntag-Hauptabend wird dann – zusätzlich zu den etablierten Tagen Mittwoch, Donnerstag und Samstag – ATV-eigener Content ausgespielt. Zum Auftakt gibt’s für die Seher neue Folgen des ATV-Erfolgs „Pfusch am Bau“ (um 20:15 Uhr). Weitere Eigenproduktionen am Sonntag-Hauptabend sind laut ATV bereits in Planung.

“Tagesspiegel” und “Berliner Morgenpost” in Kooperation

Der Markt für Tageszeitungen in Berlin ist notorisch schwierig. Nun könnte bald ein wenig Bewegung in die Sache kommen. So loten der „Tagesspiegel“ (DvH Medien) und die „Berliner Morgenpost“ (Funke) eine Kooperation bei der regionalen Anzeigenvermarktung aus. Der „Tagesspiegel“ ist dabei in der deutlich stärkeren Position.

Die Pläne seien recht konkret, heißt es und würden bedeuten, dass der “Tagesspiegel” vom Frühjahr 2020 an die regionale Vermarktung der “Berliner Morgenpost” übernehmen würde.

Moskau verschärft Mediengesetz gegen ausländische Journalisten

Russland verschärft die Überwachung von Journalisten und Blogger. Präsident Wladimir Putin unterzeichnete am Montagabend nach Angaben des Kremls einen Zusatzartikel zu einem knapp zwei Jahre alten Gesetz, mit dem ausländische Medien als Agenten eingestuft werden können. Damit können nun auch einzelne Journalisten als „ausländische Agenten“ eingestuft werden, wenn sie für ein Medium arbeiten, das zuvor auf eine solche Liste gesetzt wurde.

Sport1 knüpft Wintersport-Vereinbarung mit Öffentlich-Rechtlichen

Sport1 wird durch die Vereinbarung mit der Sportrechte-Agentur von ARD und ZDF, SportA GmbH, ab sofort Highlights der wichtigsten Wintersport-Wettbewerbe auf seinen digitalen Plattformen präsentieren können.

Zu den Highlight-Clips, die sich Sport1 nun sichern konnte, gehören zahlreiche Biathlon- und Ski-Alpin-Weltcuprennen, Weltcups der Nordischen Kombination sowie Skisprung-Weltcups, inklusive Vierschanzen-Tournee, sowie Skiflug-Weltmeisterschaft.

“Bild” verteilte vorm Nikolaustag drei Millionen Sonderausgaben

Die Nikolaus-Ausgabe ist Beilage der “Bild” in den Ausgaben Hamburg, Hannover, Bremen, Frankfurt Rhein-Main, Düsseldorf, Köln, Ruhrgebiet, München, Stuttgart, Nürnberg, Leipzig, Dresden, Berlin-Brandenburg und der “B.Z.”. Über zwei Millionen Exemplare der Sonderausgabe werden laut Unternehmensangaben zusätzlich kostenlos an Haushalte in den jeweiligen Stadtgebieten verteilt.

Die Sonderausgabe zur Adventszeit steht im Zeichen der Festtags-Vorbereitungen. Verlegerin Friede Springer und Schauspielerin Uschi Glas sprechen gemeinsam über ihr soziales Engagement, “Ein Herz für Kinder”, den Wert von Ehrenämtern und warum Helfen nicht nur zur Weihnachtszeit glücklich macht. Moderatorin Verona Pooth und Heino backen Weihnachtsplätzchen. Kochstar Jamie Oliver zeigt mit seinem vegetarischen Weihnachtsgericht, wie die Feiertage auch ohne Braten gelingen und TV-Legende Harry Wijnvoord testet für “Bild” Glühweine. Modedesigner Harald Glööckler gibt Einblicke in sein opulent geschmücktes Haus.

Kouneli Media wird neue Heimat des ‚Playboy‘

Am 5. Dezember 2019 erscheint die erste Ausgabe des ‚Playboy‘ unter dem Dach der neu gegründeten Kouneli Media GmbH mit Sitz in München. Die früheren Burda-Mitarbeiter Florian Boitin und Myriam Karsch haben bekanntlich die Magazinlizenz für den ‚Playboy‘ erworben.

Die Verbindung zum bisherigen Lizenznehmer Burda bleibt weiter eng. So hat das neue Unternehmen eine Zusammenarbeit mit Hubert Burda Media in den Bereichen Vertrieb, Druck und Brand Licensing vereinbart. Auch die Vermarktung des Print-Magazins und der digitalen Auftritte liegt weiterhin exklusiv beim BCN.

Kouneli Media startet mit rund 20 Mitarbeitern. Neben den 14 Festangestellten wird das Team um freie Mitarbeiter ergänzt.

Song Contest 2020: Niederländisches Fernsehen bekommt zwölf Millionen Euro

Der niederländische Staat unterstützt die Ausrichtung des Eurovision Song Contests (ESC) im Mai 2020 in Rotterdam mit einer Millionenspritze. Das öffentlich-rechtliche Fernsehen (NPO) bekomme insgesamt 12,4 Millionen Euro, teilte der zuständige Minister Arie Slob.

Damit seien die auf 26,5 Millionen Euro veranschlagten Kosten der Show gedeckt, berichtete die niederländische Nachrichtenagentur ANP. 9,6 Millionen Euro sollen von der Europäischen Rundfunkunion (EBU) und aus Ticketverkäufen kommen. Die restlichen 4,5 Millionen stellen NPO und die niederländische Rundfunkgesellschaft Avrotos zur Verfügung.

Axel Springer soll Interesse an Reuters haben

Der Berliner Medien-Konzern Axel Springer SE zeigt offenbar Interesse an der Nachrichten-Agentur Reuters, die zum Unternehmen Thomson Reuters mit Sitz in Toronto und New York gehört. So haben sich in den vergangenen Monaten mehrere potenzielle Käufer an Thomson Reuters gewandt, neben Springer (unter seinem neuen Großaktionär KKR) u.a. auch der frühere Reuters-Chefredakteur und ITN-Chef Mark Wood. Wie es heißt, wurden die Offerten der Interessenten aber bisher abgelehnt.

Die ‚Financial Times‘ hatte vor einigen Wochen bereits berichtet, dass Personen, die David Thomson, dem Familienvorsitzenden der dritten Generation der kanadischen Gruppe, nahe stehen, sagten, er wolle Reuters News gern behalten. Jedoch sei er „nur ein Mitglied einer Familie mit unterschiedlichen Ansichten“, die Thomson Reuters über ihre Investmentfirma The Woodbridge Company kontrolliert.

Familie Agnelli vor Übernahme mehrerer italienischer Zeitungen

Die italienische Verlagsgruppe GEDI, die die Tageszeitungen „La Repubblica“, „La Stampa“ und „Il Secolo XIX“ sowie 13 lokale Blätter und das Nachrichtenmagazin „L’Espresso“ herausgibt, soll verkauft werden.

Die Unternehmerbrüder Rodolfo, Marco und Edoardo De Benedetti, die über die Holding CIR die Mehrheit an der börsennotierten GEDI halten, wollen sich von dem Verlag trennen. Verhandlungen mit der Finanzholding Exor im Besitz der Turiner Unternehmerfamilie Agnelli seien im Laufen, bestätigte GEDI. Exor wird von John Elkann, Verwaltungsratspräsident von Fiat Chrysler, geführt. Exor hält derzeit eine 5,99-prozentige Beteiligung an CIR. Die Kapitalisierung der GEDI-Gruppe an der Mailänder Börse beträgt 144,5 Mio. Euro.

Um GEDI tobt seit Oktober ein „Familienkrieg“. Der italienische Medienunternehmer Carlo De Benedetti hatte seinen Söhnen Marco, Rodolfo und Edoardo ein Angebot für den Erwerb einer 29,9-prozentigen Beteiligung an GEDI zu einem Preis von 0,25 Euro pro Aktie unterbreitet. Mit 40 Mio. Euro will De Benedetti die relative Mehrheit am Verlagskonzern zurückerlangen, den sein Sohn Marco als Präsident leitet.

De Benedetti erklärte, er wolle wieder die Führung der Verlagsgruppe übernehmen, die er zehn Jahre lang geleitet hatte. Er gab zu verstehen, dass er mit dem Führungskurs seiner drei Söhne nicht einverstanden sei.

D: Verlage sind unzufrieden mit 40-Millionen-Förderung

Auf die Umsätze, die mit E-Papern, Apps, Websites oder dem Zugriff auf Datenbanken erzielt werden, wird künftig der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von 7 statt 19 Prozent fällig. „Mit diesem Gesetz wird unsere freie und vielfältige Presselandschaft gestärkt“, so der Zeitschriftenverlegerverband VDZ.

Zum Anderen wurde beschlossen, die Zeitungszustellung insbesondere in ländlichen Regionen künftig mit Steuermitteln zu unterstützen. Für 2020 wurden dafür 40 Millionen Euro bereitgestellt – in der Diskussion waren zuvor auch deutlich höhere Beträge gewesen.

Die Zeitschriftenverleger fühlen sich ungerecht behandelt, weil sie von dieser Förderung gar nicht profitieren. Das VDZ-Präsidium fordert, dass „jedes Konzept zur Förderung privater Pressezustellung Zeitungen und Zeitschriften gleichermaßen“ zugute kommen müsse, wie es in der Vergangenheit auch der Fall gewesen sei. Dabei verweist man darauf, dass beim übergangsweise reduzierten Mindestlohn für Zusteller einst kein Unterschied zwischen Zeitungen und Zeitschriften gemacht worden sei.

ORF III mit Nachrichten in Einfacher Sprache

ORF III präsentiert im Rahmen der Sendung „Österreich Heute – das Magazin“ um 19.30 Uhr erstmals Nachrichten in Einfacher Sprache. Redaktionell betreut wird die Aktion von „Österreich Heute“-Moderatorin Vera Schmidt, die von der inklusiven Lehrredaktion des „Kurier“ unterstützt wird.

Die Lehrredaktion, finanziert durch den Fonds Soziales Wien (FSW), bietet sechs Menschen mit Behinderungen die Möglichkeit, täglich drei bis fünf Nachrichten in Einfacher Sprache zu produzieren.

NDR erwartet für 2020 mehr als 30 Millionen Euro Minus

Der NDR rechnet für das kommende Jahr mit einem Fehlbetrag von 132 Millionen Euro. Dabei handelt es sich aber zu einem großen Teil um kalkulatorische Aufwendungen, die nicht in die Bemessung des Rundfunkbeitrags durch die KEF eingeflossen sind, aus ihnen resultiert also kein Liquiditätsabfluss. Aber auch operativ sieht es nicht unbedingt besser aus: Hier erwartet der NDR für 2020 nämlich ein Minus von 34 Millionen Euro. Für den Zeitraum 2017 bis 2020 wird man dennoch ein ausgeglichenes Ergebnis erreichen.

Der Rundfunkrat des NDR hat dem Wirtschaftsplan des Unternehmens nun auch zugestimmt. Festgelegt ist darin unter anderem auch, dass man im kommenden Jahr 9,5 Stellen sozialverträglich abbaut. Damit wird es im NDR noch 3.378 Planstellen geben. Seit 1993 hat man damit 731 Planstellen abgebaut. In der aktuellen Beitragsperiode und in der Zeit bis 2024 plant der NDR einen Abbau ohne betriebsbedingte Kündigungen von mindestens 111,5 Planstellen.

Hauptbücherei Wien lässt Nutzer eigene Schallplatten digitalisieren

Neu eingerichteter „Vinyl Corner“ mit 260 Schallplatten vor Ort und 600 weiteren im Archiv. Seit einigen Jahren liegen Schallplatten wieder im Trend. Darauf hat auch die Wiener Hauptbücherei am Urban-Loritz-Platz reagiert

Dort hat man einen neuen „Vinyl Corner“ eingerichtet. Nutzer können Schallplatten nicht nur anhören, sondern auf Wunsch auch selbst mitgebrachte digitalisieren lassen.

260 Schallplatten gibt es vor Ort zu hören, 600 weitere befinden sich im Archiv. Die Hauptbücherei verspricht alte und neue Titel sowie Raritäten. Die Titel können im Online-Katalog gesucht werden.

Arte stellt alle Beethoven-Werke online

Am 15. Dezember 2020 jährt sich Ludwig van Beethovens Geburtstag zum 250. Mal. Deshalb steht das Programm bei Arte ab dem 15. Dezember 2019 ganz im Zeichen des großen Komponisten. Der Kultursender stellt alle 138 Opus-Werke Beethovens online unter arte.tv/beethoven zur Verfügung. Zu sehen und hören sind Archivaufnahmen in bester Qualität, Livestreams und aktuelle Einspielungen.

Aber auch im TV kann sich das Publikum auf zahlreiche Konzerte freuen. Seinen Höhepunkt findet das Beethoven-Jahr auf Arte am 21. Juni: Dann werden alle neun Symphonien aus neun verschiedenen europäischen Städten live übertragen.

Mit dem Online-Angebot möchte Arte das Publikum dazu einladen, neben den berühmten Symphonien auch andere Stücke Beethovens zu erleben. So etwa Sonaten, Konzerte und seine Kammermusik. Aber auch unbekanntere Kammermusikstücke, Liederzyklen, Orchesterwerke und Bühnenmusiken werden online abrufbar sein.

Ungarn sagt Teilnahme am ESC ab

Ungarns öffentlich-rechtliche TV-Company hat erklärt, nicht mehr am Eurovision Song Contest (ESC) teilzunehmen zu wollen. Nicht bestätigt wurde der Hauptgrund für den Rückzug vom europäischen Pop­festival: dass es zu schwul sei.

Der ESC ist, gleich ob für Montenegro (das Land verzichtet ebenfalls auf eine ESC-Teilhabe 2020), Bosnien und Herzegowina (ist einige Jahre schon nicht mehr dabei, aus budgetären Gründen), Bulgarien oder Tschechien, ein teures Projekt. Da nützt es auch nix, dass der ESC dort auch ziemlich gute Quoten erzielt: Teuer ist teuer, zu teuer heißt Insolvenz.

Servus TV startete „Bares für Rares“ Österreich

Die Trödelshow ist die meistgesehene Sendung im deutschsprachigen Fernsehen – mit 5,6 Millionen Zuschauern. Nun zieht Servus TV nach: Ab 01.12. zeigt der Privatsender die Premiere der Österreich-Version. Ab 20.15 Uhr führen Roland Gruschka und Horst Lichter durch das Format.

Das Prinzip der Show ist, dass Privatpersonen Händlern Antiquitäten anbieten. Und am Ende stehen die Fragen: Krempel oder Rarität? Und sind die Kandidaten bereit, ihre Stücke auch zu verkaufen?

Serbischer Kabelanbieter setzt regierungskritischen Sender ab

In Serbien hat der staatliche Kabelanbieter Posta NET den regierungskritischen Regionalsender N1 aus seinem Angebot genommen. Die Geschäftsführung sei an einer Verlängerung des Vertrages mit N1 nicht interessiert gewesen, teilte der TV-Sender auf seiner Website mit.

N1 gilt als regierungskritischer Sender, der über einige für Behörden und Politiker äußerst unbeliebte Themen berichtete – etwa die Korruptionsvorwürfe gegen den serbischen Innenminister Nebojsa Stefanovic wegen eines Waffengeschäfts oder dessen Studium an einer praktisch nicht existierenden Fakultät sowie über Plagiatsvorwürfe gegen Finanzminister Sinisa Mali. N1 berichtete außerdem regelmäßig über die seit einem Jahr andauernden Proteste von Regierungsgegnern.

ORF-1-Redakteure protestieren: „Prominenz statt Information, Qualität in Gefahr, Vertrauen zerstört“

ORF-1-Redakteure protestieren gegen Kürzung und Neupositionierung des erst im April gestarteten „Magazin 1“.

Die Redakteurinnen und Redakteure von ORF 1 sehen „journalistische Freiheit und Qualität der Infosendungen in Gefahr“. Sie fordern ORF-General Alexander Wrabetz, Channel Managerin Lisa Totzauer und Chefredakteur Wolfgang Geier auf, „Missstände“ rasch zu beseitigen. In ihrer Resolution protestieren sie etwa gegen die „Versetzung“ ihres stellvertretenden Chefredakteurs (zu ORF 2) und „Prominenz und Unterhaltungswert“ statt Nachrichtenwert ab Dezember in einem auf zehn Minuten verkürzten „Magazin 1“.

Die erst im April auf einem bisherigen „Simpsons“-Sendeplatz gestartete, aber vom Publikum nicht recht angenommene Hauptinformationssendung des jüngeren ORF-Kanals werde kommende Woche in ein Unterhaltungsformat umgewandelt – für das die weiterhin die Info-Redakteure zuständig seien.

Auf ORF 1 gebe es mit der Umstellung tagesaktuell nur noch Kurznachrichten, „in denen dem Publikum kein umfassender und einordnender Informationsmehrwert mehr geboten“ werde. Das (laut Infos im ORF-Publikumsrat für Donnerstag) geplante wöchentliche „News-Magazin“ auf ORF 1 werde die Kürzung nicht kompensieren können, heißt es in der Resolution.

Um 18.20 programmiert Senderchefin Totzauer ab kommender Woche das Quizformat „Q1“. Mit der Kürzung von „Magazin 1“ endet das Raten rechtzeitig vor „Bundesland heute“ in ORF 2 – Länder-Stiftungsräte des ORF schienen wenig erfreut über eine zunächst geplante Überschneidung mit einem Beginn um 18.40 Uhr.

Die ORF-1-Redakteure haben die Resolution einstimmig beschlossen. Sie äußern den Eindruck, dass Kritik als Illoyalität ausgelegt werde, vermissen Debattenkultur und von „zerstörtem Vertrauen“.

Die Resolution der ORF-1-Information im Wortlaut:

„Die Redakteurinnen und Redakteure der ORF-1-lnformation sind schockiert über die Vorgehensweise, wie dem steilvertretende Chefredakteur Thomas Faustmann aus für viele nicht nachvollziehbaren Gründen eine Job Rotation nahegelegt wurde, was von vielen in Anbetracht der aktuellen Situation als Versetzung wahrgenommen wird. Faustmann hat in einem Hearing um den Chefredakteursposten von den Redakteurinnen und Redakteuren die mit Abstand meisten Stimmen erhalten, bis heute ist das Vertrauen innerhalb der Redaktion in ihn ungebrochen. Diese Versetzung veranlasst die ORF-1-Redaktion, auf mehrere Missstände aufmerksam zu machen.

Ausgangstage und Feedback

Die ORF-1-lnformation galt über Jahre als Vorzelge-Redaktion innerhalb des ORF: Gestalterische Innovationen im Bereich Grafik, Kamera, Schnitt haben neue Standards gesetzt und haben sich schnell auch In anderen Bereichen des Hauses durchgesetzt. Der journalistische Anspruch wurde stets hochgehalten, neue Erzählformen entwickelt und zahlreiche Aufsehen erregende Projekte umgesetzt. Die ORF 1-lnfo-Redaktion hat sich durch flache Hierarchien und ein offenes Klima ausgezeichnet, was Kreativität und Mut in der redaktionellen Arbeit ermöglicht und gefördert hat.

Mittlerweile sehen die ORF-1-lnforedakteurinnen und -redakteure all das in Gefahr: Inhaltliche Auseinandersetzung mit den Sendungsinhalten findet zu wenig statt. Bei vielen entsteht der Eindruck, dass Kritik als Illoyalität ausgelegt wird. Kritische Redakteurinnen und Redakteure werden zu persönlichen Gesprächen eingeladen. Es gibt keine Debattenkultur mehr in der Hauptredaktionssitzung: Redakteurinnen und Redakteure fühlen sich von journalistischen Entscheidungsprozessen ausgeschlossen und haben den Eindruck, dass einige wenige Führungskräfte darüber entscheiden, was und wie berichtet wird, was sowohl dem Redakteursstatut wie auch den gesetzlich vorgegebenen Verpflichtungen, die der ORF gegenüber seinem Publikum hat, widerspricht.

Mit Anfang Dezember wird die Hauptinformationssendung von ORF 1 (Magazin 1) um zwei Drittel (!) gekürzt und in ein Unterhaltungsformat umgewandelt. Laut ersten Planungsvorgaben soll es in dieser Sendung keine Nachrichten-Themen mehr geben, Expertinnen und Experten sollen nicht mehr live im Studio zu Wort kommen, und als wichtige Kriterien gelten stattdessen der Prominenz-Faktor und der Unterhaltungswert der Sendungsinhalte. ORF 1-lnforedakteurinnen und -redakteure, die allesamt Nachrichten-Journalistinnen und -journalisten sind, sollen somit in Zukunft ein Unterhaltungsformat befüllen. Das derzeit zusätzlich geplante wöchentliche News-Magazin wird die Kürzung der Infoflächen auf ORF 1 nicht kompensieren können.

Die Redakteurinnen und Redakteure der ORF 1-lnfo fordern die Rücknahme der Kürzungen im Info- Bereich und kritisieren, dass Informationssendungen, beispielsweise zur Wahlberichterstattung, („Mein Wahlometer“) an Produktionsfirmen ausgelagert wurden.

Bei den verbleibenden Nachrichtensendungen auf ORF 1 (ZIB18, ZIB 20, ZIB Nacht, ZIB Flash) handelt es sich nur mehr um Kurz-Formate, in denen dem Publikum kein umfassender und einordnender Informationsmehrwert mehr geboten werden kann. Journalistisch sorgfältige Recherche wird dadurch erschwert, Beiträge wiederholt und auf aktuelle Ereignisse kann nur mehr mit größter Anstrengung reagiert werden.

Die ZIB-Redakteurinnen und -Redakteure auf ORF 1 kämpfen täglich dagegen an, zu reinen Content- Verwalterinnen und -Verwaltern zu werden. Wenn auf diese Missstände aufmerksam gemacht wird, verlangen Führungskräfte von Redakteurinnen und Redakteuren, Abstriche bei der Qualität ihrer Arbeit zu machen. So wird dazu aufgefordert die „Ansprüche herunter zu schrauben“ und das Publikum nicht mit „komplexen“ Inhalten zu überfordem.In der Redakteurlnnen-Versammlung am 28.11.2019 hat ORF 1-Chefredakteur Wolfgang Geier zugesagt, Missstände zu beseitigen, trotzdem wollen die Redakteurinnen und Redakteure ihre Forderungen zusammenfassen und konkretisieren.

Forderungen

Die Redakteurinnen und Redakteure der ORF-1-lnforedaktion sehen die journalistische Freiheit und Qualität der Infosendungen in Gefahr und fordern Generaldirektor Alexander Wrabetz, ORF 1- Channelmanagerin Lisa Totzauer und ORF 1-Chefredakteur Wolfgang Geier auf, rasch zu handeln und die angeführten Missstände umgehend zu beseitigen.

Die Redakteurinnen und Redakteure der ORF-1-lnformation fordern die Rückkehr zu einer gelebten und offenen Diskussions- und Debattenkultur hinsichtlich der inhaltlichen und gestalterischen Ausrichtung der Berichterstattung. Feedback und Kritik sollte in Zukunft nicht mehr persönlich genommen oder als feindschaftlicher bzw. illoyaler Akt interpretiert, sondern als konstruktive Mitarbeit gesehen werden, die dazu beiträgt, die Produkte der ORF 1-lnformation zu verbessern.

Die verantwortlichen Führungskräfte werden dazu aufgefordert, neue Sendungskonzepte in enger Abstimmung und Zusammenarbeit mit der Redaktion zu erarbeiten und Kernaufgaben von Nachrichtenredaktionen, wie Formate im Rahmen von Wahlberichterstattung, nicht mehr auszulagern.

Die ORF-1-lnforedakteurinnen und -redakteure protestieren gegen die als Versetzung empfundene Job-Rotation des stellvertretenden Chefredakteurs Thomas Faustmann, der seit Gründung derRedaktion in alle Bereiche involviert war und zahlreiche innovative Projekte begleitet hat. Angesichts der bevorstehenden Umstrukturierungen wird befürchtet, dass sich sein Weggang negativ auf die Qualität der Sendungen auswirken könnte.

Die Redakteurinnen und Redakteure der ORF-1-lnformation sehen sich als motivierte, kompetente, aber auch kritische Partner und Partnerinnen In sämtlichen Innovationsprozessen, sofern sie den öffentlich-rechtlichen Ansprüchen des ORF und des Publikums genügen. Die Redakteurinnen und Redakteure erwarten, dass das Management Maßnahmen ergreift, um das bei vielen Kolleginnen und Kollegen in den letzten Monaten zerstörte Vertrauen zurück zu gewinnen.“

ARD will Mediathek zur Streaming-Plattform à la Netflix ausbauen

Inmitten des digitalen Medienwandels mit immer mehr Streaming-Plattformen will auch die ARD verstärkt exklusive Angebote über ihre Mediathek im Internet anbieten. Sie soll sich zu einem eigenständigen Streaming-Angebot hin entwickeln, wie der Programmdirektor des Ersten Deutschen Fernsehens, Volker Herres, gemeinsam mit dem ARD-Vorsitzenden, Ulrich Wilhelm, ankündigte. Um das Angebot der Mediathek insgesamt zu verstärken, werde es künftig eine integrierte Programmplanung in der ARD-Programmdirektion nicht nur für das Erste, sondern künftig auch für die Mediathek geben.

Die Bedeutung des linearen Fernsehens – damit ist das fortlaufende Programm in den TV-Sendern gemeint – ist nach wie vor groß. Aber es verringert sich zugleich auch durch Angebote abseits des klassischen Fernsehens. Die Zahl der Streaming-Anbieter steigt und sie ziehen wie zum Beispiel der große Player Netflix Abonnenten an. Private und öffentlich-rechtliche TV-Sender bieten ihrerseits abseits des klassischen Fernsehens Mediatheken an. Erst am Dienstag wurde etwa bekannt, dass die Plattform Joyn der TV-Anbieter ProSiebenSat.1 und Discovery darüber hinaus nun einen kostenpflichtigen Ableger mit eigenproduzierten Serien und mehr Sendern an den Start gebracht hat.

Das Erste wiederum hat mit stetigen Quotensiegen im TV-Abendprogramm Rückenwind für Nutzer der ARD-Mediathek. Herres zufolge erreicht der Sender Das Erste im Schnitt am Tag rund 25 Millionen Menschen. Man könne diese lineare Kraft für die Mediathek nutzen.

Herres sagte dazu, dass die Planung jetzt zusammengezogen wird: „Ich empfinde das als ganz großen Schritt und als große Zäsur auch.“ In einem föderalen komplexen Verbund wie der ARD-Landesrundfunkanstalten sei das kein ganz einfacher Schritt gewesen. Dieser sei aber „dringend fällig“ gewesen. „Wir erleben eine Umbruchsituation in der digitalen Welt, die die Medienangebote und die Mediennutzung komplett verändern.“ Man müsse künftig Inhalte crossmedial über alle Ausspielwege hinweg denken. Dann könne man auf Marktentwicklungen auch reagieren.

Eine Mediathek sei nicht mehr so etwas wie ein „Videorekorder“, bei dem man die verpasste Sendung noch einmal nachschauen könne, betonte Herres. „Es muss zunehmend ein Streaming-Angebot werden, ein eigenständiges.“ Dazu brauche es mehr Inhalte als jetzt und andere. „Wir werden auch exklusiv für die Mediathek dann produzieren“, sagte der Programmdirektor. Er sprach von Serien-Formaten. Für die neue Struktur wird laut Wilhelm, der auch Intendant des Bayerischen Rundfunks (BR) ist, der Programmgeschäftsführer des jungen Content-Netzwerks Funk von ARD und ZDF, Florian Hager, zum 1. Januar 2020 an Bord geholt – als stellvertretender Programmdirektor in der Programmdirektion. Bisher liegt die Verantwortung für die Mediathek Herres zufolge bei ARD online in Mainz.

Welt schließt Sportressort, Textkorrektur wird automatisiert

Mathias Döpfner, Vorstandschef des Berliner Medienhauses Axel Springer, nimmt bei der WeltN24 GmbH weitere Einschnitte vor. Neben der geplanten Einstellung von „Welt Kompakt“ und „Welt Hamburg“ soll das „Welt“-Sportressort voraussichtlich zum Jahreswechsel geschlossen und durch ein objektübergreifendes Kompetenzzentrum Sport bedient werden. Auch andere Ressorts wie „Icon“ und „Stil Reise“ werden neu ausgerichtet. Die Textkorrektur soll voll automatisiert werden.

Konkret sind auch die redaktionellen Arbeitsabläufe betroffen. Perspektivisch soll der Bereich “Textkorrektur” verschlankt werden. “So ist eine vollständige Automatisierung dergestalt geplant, dass die Textkorrektur ausschließlich durch ein IT-System erfolgt”, heißt es. Ausgenommen von der geplanten Restrukturierung sei hingegen Welt TV in Berlin, die Axel Springer Digital News Media GmbH & Co. KG sowie die Außenstandorte der “Welt”-Redaktion in Düsseldorf und Frankfurt.

Burda stellt Personality-Magazin mit Birgit Schrowange ein

Birgit Schrowange hat erst kürzlich mitgeteilt, dass sie ihre Moderationstätigkeit bei der TV-Sendung „Extra“ nach 25 Jahren abgegeben wird. Auch ihr Engagement beim Personality-Magazin „Birgit“ geht nun zu Ende, gab BurdaLife am Mittwoch bekannt. Personelle Auswirkungen soll die Einstellung der Zeitschrift nicht haben.

Dass Birgit Schrowange ihre Arbeit als Moderation des RTL-Magazins “Extra” Ende Dezember beendet und den Job an Nazan Eckes überreicht, wurde erst kürzlich bekannt. Nun hat Hubert Burda Media mitgeteilt, dass auch ihr Ausflug ins Print-Geschäft keine Fortsetzung finden wird. Die gemeinsam mit BurdaLife produzierte Zeitschrift “Birgit” wird Ende des Jahres eingestellt. Die Einstellung hat laut dem Medienhaus “keinerlei personelle Auswirkungen”, da sie innerhalb des Redaktionsnetzwerk von BurdaLife produziert wurde.

ZS gibt Gault&Millau-Lizenz ab

Der zur Edel Gruppe gehörende ZS Verlag beendet die Zusammenarbeit mit Gault&Millau: Seit 2017 waren dessen Deutschland Restaurant- und Weinguides beim Verlag erschienen. Stattdesssen will ZS jetzt einen „neuen großen deutschen Gourmetführer” aufbauen.

Partner des neuen Projekts ist „Gusto”:

  • Gemeinsam sollen Print- und Digitalangebote ausgebaut und neu entwickelt werden.
  • Im Herbst 2020 soll der erste überarbeitete Führer als Buch erscheinen.

„Gusto” wurde 2002 von Markus Oberhäußer als regionaler Restaurantführer für Bayern gegründet und dann auf weitere Bundesländer ausgeweitet. 2010 erschien die erste bundesweite Ausgabe. „Was Markus Oberhäußer und sein Gusto-Team in 15 Jahren aus der Taufe gehoben und mit größter Kompetenz und Liebe aufgebaut haben, ist einzigartig und verdient nun den großen Schritt in die Öffentlichkeit“, begründet ZS-Verleger Jürgen Brandt die Zusammenarbeit.

Viacom und CBS sind ab Anfang Dezember wieder eins

Aus Viacom Inc. und der CBS Corporation wird ViacomCBS Inc., ab dem 5. Dezember wollen die beiden Unternehmen unter diesem gemeinsamen Dach auftreten. Dann soll die angestrebte Fusion abgeschlossen sein, das haben die beiden Medienkonzerne nun mitgeteilt. Bereits Mitte August ist bekannt geworden, dass sich die Führungen der beiden Unternehmen auf eine erneute Fusion geeinigt haben.

Anfang Dezember endet damit eine scheinbar endlose Geschichte. Im Jahr 2000 fusionierten beide Unternehmen schon einmal, doch nur sechs Jahre später gingen CBS und Viacom wieder getrennte Wege. 2016 forderte die Eigentümer-Familie der beiden Unternehmen, die Redstones, erneut Gespräche über eine Fusion, die kurz darauf verworfen wurden. 2018 gab es die Forderung der Eigentümer dann erneut. Die CBS-Mannschaft unter der Führung von Leslie Moonves war aber dagegen und wehrte sich, Moonves musste allerdings aufgrund eines Belästigungsskandals kurze Zeit später seinen Posten räumen. Unter neuer CBS-Führung wurde der Deal dann schließlich besiegelt.

ViacomCBS kommt auf einen Umsatz von fast 30 Milliarden Dollar. Im Vergleich zu den direkten Konkurrenten wie etwa Disney, Comcast oder inzwischen auch AT&T ist das vergleichsweise wenig – auch die Aktienhändler sind sich nicht sicher, ob der Deal Viacom und CBS wirklich voran bringen wird. Zuletzt haben die Aktien beider Unternehmen an Wert verloren. Shari Redstone, Chefin der Eigentümergesellschaft National Amusements, griff die Skepsis zuletzt auf und erklärte: „Skepsis ist sehr motivierend.“ Man könne sich durchaus mit den Besten messen, so Redstone.

Puls 4 ab Frühjahr mit neuen Eigenproduktionen

Der Privatsender Puls 4 startet mit neun neuen Eigenproduktionen ins nächste Programmjahr, wie Senderchefin Stefanie Groiss-Horowitz bekanntgab. Höhepunkt ist „The Masked Singer“, der ab Frühjahr laufen wird. In dieser Musikshow treten Prominente – maskiert und in Ganzkörperkostümen – mit selbst ausgewählten Songs gegeneinander an. Das für diesen November angekündigte vierteilige Mörderdrama „Prost Mortem“ wird auf Jänner verschoben. „Bundeswirtshausspiele“ ist eine Gameshow, in der sich Prominente beim „Kellnerparcours“ oder beim Fingerhakeln herausfordern. Den Auftakt machen Armin Assinger und Winzer Leo Hillinger.

Die Start-up-Show „2 Minuten 2 Millionen“ erhält ein Spin-off: In „2 Minuten 2 Mentoren“ pitchen Schüler ihre Ideen vor einer Jury, der unter anderem Ex-Neos-Politiker Matthias Strolz und der Hotelier Erich Falkensteiner angehören. Austria’s Next Topmodel“ wird es nach den enttäuschende Quoten im kommenden Jahr nicht geben.

ORF-Radiothek ist gestartet

Früher als erwartet und etwas überraschend ist am 26.11. die ORF-Radiothek online gegangen. Auf der Plattform bietet der öffentlich-rechtliche Rundfunk Livestreams, sieben Tage On-Demand-Player und alle Podcasts der ORF-Radios an. Auf der Startseite werden zunächst die Player aller ORF-Radios angezeigt. In darunter positionierten, nach Sendern strukturierten Lanes bieten die einzelnen Redaktionen ihren Hörerinnen und Hörern Empfehlungen/Highlights/Features ihres Senders. Außerdem kann über die Startseite direkt auf Podcasts zugegriffen werden. Weitere Lanes bieten aktuelle Themenschwerpunkte auf einen Blick oder zeigen, zu welchen Themen zeit- und kulturhistorische Audio-Archive verfügbar sind. Über Navigationsleisten können darüber hinaus Features wie die senderübergreifende Suchfunktion oder Playlists aufgerufen werden.

Was für das Fernsehen die ORF-TVthek leiste, werde mit der Radiothek auch im Audiobereich Realität, „nämlich die Zusammenführung und Bereitstellung aller Contents auf einer Streaming-Plattform“, so ORF-Onlinechef Thomas Prantner in einer Aussendung. „ORF-Radio – das ist modernes, facettenreiches, erfolgreiches Public Service. ORF-Radiothek – das ist ein weiterer wichtiger Schritt im Rahmen unserer Digitalisierung und Playerstrategie“, meint ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz zum Start der Plattform.

Dem Start, der eigentlich für Dezember erwartet wurde, ging ein jahreslanges Genehmigungsverfahren voraus. 2015 genehmigte die Medienbehörde KommAustria erstmals ein Konzept. Die Bundeswettbewerbsbehörde legte dagegen aber Beschwerde ein, da sie “negative Auswirkungen des neuen Angebots auf die Wettbewerbssituation im Bereich der Hörer- bzw Nutzermärkte für Hörfunk und Hörfunk-Online-Angebote” befürchtete.

ORF-Player

Vergangenes Jahr wies das Bundesverwaltungsgericht die Beschwerde ab. Die Radiothek soll künftig teil des ORF-Players sein, der neben der ORF-Radiothek und der bereits erfolgreichen TVthek weitere Angebote enthalten soll. Dafür wünschte sich Alexander Wrabetz von der Politik „ein kleines, feines Digitalpaket“, damit unter anderem die Sieben-Tage-Beschränkung für ORF-Sendungen fallen kann. Der Verband Österreichischer Privatsender (VÖP) läuft gegen diese Pläne sturm.

Geplant sei, so Prantner im HORIZONT-Interview, dass 2020 “wesentliche und große Schritte” Richtung ORF-Player gemacht werden: “Neben dem ORF-Player werden wir in der TVthek statt bisher 70 Prozent der Inhalte alle vier Fernsehkanäle 24 Stunden livestreamen.”

„Dossier“ legt zweite Printausgabe vor – Thema: Korruption

Das zweite Print-Projekt der Rechercheplattform „Dossier“ steht vor der Tür. Am 27.11. ist das Heft zum Thema „Korruption“ in Druck gegangen, kommenden Montag (2. Dezember) wird es präsentiert. Das 100 Seiten starke Heft erscheint in einer Auflage von 4.000 Stück.

Wie bereits bei der ersten gedruckten Ausgabe zum Thema „Kronen Zeitung“ (erschienen im Frühling 2019) haben die „Dossier“-Macher das Projekt mit einer Crowd-Funding-Initiative finanziert.

Die „Spender“ können sich nun ab kommender Woche auf Post von Chefredakteur Florian Skrabal und seinem Team freuen. „100 Seiten über Machtmissbrauch, Nepotismus und Korruption, die Österreich prägen – akribisch recherchiert, liebevoll gestaltet“, kündigt Skrabal an. Eine weitere Printausgabe ist bereits in Planung, das Thema will er aber noch nicht verraten.

‚Zeit Verbrechen‘ auf Erfolgskurs

„Ursprunglich war das Magazin für den Zeit Verlag ein Test. Aber schon beim ersten Heft wurden unsere Erwartungen übertroffen“, sagt Malte Riken, stv. Verlagsleiter beim Zeit Verlag. „Der Verkauf von Heft drei hat das dann noch einmal getoppt: Wir gehen von einem Gesamtverkauf von 40.000 Exemplaren aus und liegen damit rund 10.000 Exemplare über der vorherigen Ausgabe.“

Mit Blick auf weitere Auflagenentwicklung ist der ‚Zeit‘-Verantwortliche optimistisch. Trotz der Erhöhung des Copy-Preises um einen Euro auf 6,95 Euro erwartet Riken bei Heft vier, das am 19. November 2019 auf den Markt kam, „einen weiteren Verkaufsschub“.

Aus für Radionomy: 6000 Internet-Sender gehen offline

Die französisch-belgische Onlineradio-Plattform Radionomy hat am Silvestertag 2019 ihren letzten Sendetag und wird ihren Service somit im neuen Jahr nicht weiter anbieten.

Etwa 6000 Onlinesender nutzten Radionomy bislang zur Verbreitung ihres Programms, das nicht für die Hörer kostenlos zu empfangen war. Auch den Sendern ermöglichte der Anbieter gebührenfreie Verbreitungswege. Diese mussten nur ein gewisses Mindestpublikum erreichen, um ihr Programm kostenlos über die werbefinanzierte Plattform verbreiten zu dürfen.

Ebenfalls entrichtete Radionomy die anfallenden Lizenzgebühren an die SABA, das belgische GEMA-Äquivalent. Dahingehend gab es jedoch bereits im Vorfeld auch seitens der GEMA immer wieder Schwierigkeiten, im Zuge derer auch die etwa 80.000 Lieder umfassende Musikbibliothek von Radionomy offline gehen musste.

Netflix betreibt Traditionskino und zeigt dort eigene Filme

Netflix verhindert die dauerhafte Schließung eines New Yorker Traditionskinos, indem der Streaminganbieter dieses anmietet und betreibt. Netflix will in dem Kino unter anderem selbst produzierte Filme zeigen.

Im August diesen Jahres schloss das Filmtheater zunächst, durch den Mietvertrag mit Netflix besteht das Kino nun jedoch weiter. Bisher konzentrierte sich das Kino auf ausländische Filme und Art-House-Produktionen, um in dieser Nische überleben zu können.

Seit Anfang November 2019 zeigt Netflix im The Paris Theater die selbst produzierte Tragikomödie Marriage Story von Noah Baumbach, die am 6. Dezember 2019 in das Netflix-Sortiment aufgenommen wird. Der Film behandelt Probleme und Schwierigkeiten einer Scheidung. In den Hauptrollen sind Scarlett Johansson und Adam Driver zu sehen. Baumbach führte Regie und schrieb das Drehbuch.

Netflix gab bekannt, künftig im The Paris Theater weitere Eigenproduktionen auf großer Leinwand zu zeigen. Zudem soll es Sonderveranstaltungen geben. Derzeit ist in dem Kino weiter der Netflix-Film Marriage Story zu sehen. The Paris Theater wurde 1948 eröffnet und seitdem als Kino genutzt.

Wie lange Netflix das Haus gemietet hat, ist nicht bekannt. Ted Sarandos, Chief Content Officer von Netflix, sagte, der Streaminganbieter sei stolz darauf, „diese historische New Yorker Institution zu erhalten“. Es solle „ein filmisches Zuhause für Filmliebhaber“ bleiben. Offen ist, welche Mietzahlungen Netflix für das Kino leisten muss. Nicht bekannt ist zudem, ob Netflix weitere Kinos betreiben will.

„Sendung mit der Maus“ kommt ins Radio

Die im Fernsehen groß gewordene „Sendung mit der Maus“ ist startklar für ihren ersten Auftritt im Radio. Die ersten Beiträge für die neue „Die Sendung mit der Maus zum Hören“ sind produziert und wurden am Dienstag in Köln vom Westdeutschen Rundfunk (WDR) vorgestellt.

Das Programm startet am 1. Dezember unter anderem als Digitalradiokanal und mit mehreren Podcasts. Geplant ist ein Mix aus den bekannten Lach- und Sachgeschichten, Reportagen, Comedy, Musik und Kinderfragen – etwa über das Rätsel, warum beim Waschen Socken verschwinden.

Linksgerichteter TV-Sender Telesur in Bolivien abgeschaltet

In Bolivien hat die nach dem Sturz von Präsident Evo Morales im Amt befindliche Interimsregierung den Empfang des linksgerichteten lateinamerikanischen TV-Senders Telesur unterbunden.

Das staatliche Kabelunternehmen Entel begründete die Abschaltung von „Telesur“ mit dem Hinweis, das Netz werde derzeit „reorganisiert“. Dies sei jedoch vorgeschoben, argumentierte Villegas, tatsächlich handle es sich „um einen weiteren Fall von Zensur seit dem Putsch gegen Präsident Evo Morales“. Zuerst habe es geheißen, es gebe technische Probleme. Telesur werde aber weiterhin daran festhalten, „die Wahrheit zu berichten“, betonte Villegas.

In der vergangenen Woche waren Reporter von der in Opposition zu Morales stehenden Interimsregierung beschuldigt worden, den Aufstand gegen das interimistisch eingesetzte Kabinett zu fördern und mit Strafverfahren bedroht. „Das Gesetz wird umfassend gegen jene Journalisten oder Pseudo-Journalisten durchgesetzt, die aufrührerisch sind, egal, ob sie Inländer oder Ausländer sind“, sagte die von der selbsternannten Präsidentin Jeanine Áñez, die aus dem Lager der Morales-Gegner stammt, eingesetzte Kommunikationsministerin Roxana Lizarraga.

Disney bestätigt Österreich-Starttermin für Disney+

Disney hat nun bestätigt, dass Disney+ auch Anfang kommenden Jahres nach Österreich kommen wird. „Disney+ wird ab Frühjahr 2020 auch in Österreich verfügbar sein“, schreibt der Unterhaltungskonzern. Ohne ein genaues Datum zu nennen, gilt der 31. März 2020 als wahrscheinlicher Starttermin.

Wie viel Disney+ in Österreich kosten wird, ist noch unklar. In den Niederlanden kostet der Netflix-Konkurrent 6,99 Euro monatlich und 69,99 im Jahr. Auch hier ist davon auszugehen, dass sich die Österreich-Preise nicht wesentlich davon unterscheiden werden.

Wie es mit den in Österreich abrufbaren Filmen und Serien aussieht, wird sich auch erst zeigen. Disney hat stets betont, dass es länderspezifische Einschränkungen bei der Verfügbarkeit geben kann. Ein Grund dafür sind beispielsweise Exklusivrechte, die an andere Streaminganbieter verkauft wurden. Sobald diese Verträge auslaufen, sollten die betroffenen Titel allerdings bei Disney+ verfügbar werden.

Französische Verleger bringen Beschwerde gegen Google ein

Französische Verleger haben im Streit um die Anwendung des EU-Urheberrechts Beschwerde gegen Google eingebracht. Das teilte der Verband L’Alliance de la presse d’information générale in Paris mit.

Die im Frühjahr auf EU-Ebene verabschiedete Reform soll das veraltete Urheberrecht in der EU ans digitale Zeitalter anpassen und Urhebern für ihre Inhalte im Netz eine bessere Vergütung sichern.

Europäische Verleger hatten sich Hoffnungen auf Zahlungen von Google gemacht, nachdem in der Reform das sogenannte Leistungsschutzrecht festgeschrieben wurde. Demnach müssen Suchmaschinen Lizenzen für die Anzeige von Auszügen aus Medieninhalten erwerben.

Google will in Frankreich als erstem Land mit den neuen Regeln auf die standardmäßige Anzeige kleiner „Snippet“-Vorschauen von Presseartikeln mit Textausschnitten und Bildern verzichten und kein Geld für die Darstellung von Links mit Überschriften in der Websuche zahlen. „Wir verkaufen Anzeigen und keine Suchergebnisse – und jede Anzeige bei Google ist klar gekennzeichnet“, erklärte der zuständige Top-Manager Richard Gingras vor rund zwei Monaten. „Deshalb zahlen wir nicht an Verleger, wenn Leute auf deren Links in Suchergebnissen klicken.“

Die französischen Verleger argumentieren, dass der Internet-Gigant in einer „Quasi-Monopolposition“ habe und seine beherrschende Marktstellung ausnutze.

Berliner Zeitung Verleger verteidigt Umgang mit Stasi-Vergangenheit

Der neue Eigentümer des Berliner Verlages, Holger Friedrich, hat sich gegen Kritik verteidigt, seine Stasi-Kontakte nicht schon früher bekannt gemacht zu haben. Er und seine Frau Silke hatten unlängst das Medienhaus übernommen.

So ist bekanntgeworden, dass Holger Friedrich in der DDR zeitweise Inoffizieller Mitarbeiter der Staatssicherheit (Stasi) war. „Die jetzige Reaktion zeigt, dass wir, wenn wir früher damit offensiv umgegangen wären, keine Chance bekommen hätten“, sagte Friedrich in einem Interview.

„Ich habe es persönlich bisher immer so gehandhabt, dass immer dann, wenn ich mit jemandem ein Vertrauensverhältnis entwickelt hatte, ich damit sehr, sehr offen umgegangen bin.“ Friedrich betonte zugleich: „Und selbstverständlich tut es mir leid, was damals passiert ist.“

Seine Frau Silke Friedrich sagte in dem Interview ebenfalls dazu, warum sie nicht schon früher über die Vergangenheit informiert haben: „Was wäre der perfekte Zeitpunkt gewesen? […] Vor dem Kauf des Verlages? Dann würden wir nicht hier sitzen – und wir glauben, dass damit eine Chance vertan wäre. Insofern diskutieren wir dieses Thema zu einem Zeitpunkt, an dem wir uns der Redaktion gegenüber schon als neue Eigentümer bewiesen haben.“

Friedrich hatte nach einer Rechercheanfrage zur seiner Stasi-Vergangenheit die Antworten auf die Fragen der WamS selbst auf der Webseite der „Berliner Zeitung“ veröffentlicht.

Silke Friedrich betonte an anderer Stelle des Interviews: „Wir müssen uns jetzt dieser Lebensgeschichte stellen. Wir gehen völlig transparent damit um.“ Man habe jetzt auch den anderen Teil der Akten beantragt, den Opferteil, der bisher nicht betrachtet worden sei. „Es ist wichtig zu verstehen, dass das eine komplexe Geschichte ist. Wir leben in Zeiten von verkürzten Wahrheiten und schneller Urteile.“

Das Unternehmerehepaar hatte den Berliner Verlag mit „Berliner Zeitung“ und „Berliner Kurier“ von der DuMont-Mediengruppe übernommen. Die Redaktion der „Berliner Zeitung“ will die Stasi-Vergangenheit von Holger Friedrich selbst journalistisch aufarbeiten. Friedrich sicherte laut Redaktion seine Unterstützung zu.

Er selbst erklärte, er habe eine handschriftliche Verpflichtungserklärung bei der Stasi aus einer Notsituation nach einer Verhaftung heraus verfasst, um einer befürchteten Gefängnisstrafe zu entgehen. Er sei „nicht aktiv“ für die Staatssicherheit tätig gewesen.

Filmfonds Wien fördert neue Kino- und TV-Projekte mit 4,1 Millionen Euro

Bei der vierten Sitzung des Filmfonds Wien 2019 erteilte die Jury insgesamt elf Projekten Zusagen – Mittel in Höhe von 3,15 Millionen Euro wurden vergeben. Eingereicht waren 22 Projekte mit einer Antragssumme von etwa 4,61 Millionen Euro. Zum dritten TV-Antragstermin 2019 wurden 24 Fernsehprojekte mit der Gesamtantragssumme von 2,19 Millionen Euro eingereicht, 15 Projekte erhielten Zusagen vom Filmfonds Wien in Höhe von knapp einer Million Euro.

‚Emotion‘ feiert 10-jähriges Jubiläum

Am 19. November 2009 hat Kasia Mol-Wolf das Magazin ‚Emotion‘ durch einen Management Buyout von Gruner + Jahr abgekauft. Die Verlegerin sagt: „Zehn Jahre später sind Magazin und Marke klar am Markt positioniert und der Verlag Inspiring Network wächst kontinuierlich. Die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft sind gestellt.“

Mittlerweile ist der Titel kein reines Print-Produkt mehr, sondern wird von weiteren Kanälen und Maßnahmen flankiert. Neben den Präsenzen auf den gängigsten Social Media-Plattformen gehören auch diverse Podcasts (u.a. ‚Kasia trifft…‘), Newsletter, Extensions (z.B. ‚Working Women‘) und Events wie das alljährliche Großereignis ‚Emotion Women’s Day‘ und seit neun Jahren der Emotion Award zur Marke.

“Berliner Zeitung” plant Redaktionsstatut und Beirat

Die Journalisten der „Berliner Zeitung“ ziehen Konsequenzen aus den aktuellen Ereignissen um ihren neuen Eigentümer Holger Friedrich. Sie wollen ein Redaktionsstatut und einen Redaktionsbeirat einführen. Damit will die Redaktion vermeiden, dass sich ein solcher Fauxpas wie im Fall der Medizintechnikfirma Centogene wiederholt.

Die Redaktionsversammlung habe sich darauf verständigt, eine Arbeitsgruppe zu bilden. Sie soll aus 16 Redakteurinnen und Redakteuren bestehen und das Statut erarbeiten sowie den Redaktionsbeirat gründen. Schlüter: “Das Ergebnis dieser Arbeitsgruppe wird der Redaktion vorgelegt und zur Abstimmung gegeben. Erst dann verfügte ein Beirat über eine verbindliche Arbeitsgrundlage.” Das Statut und die Einsetzung des Beirats müsse mit der Chefredaktion beziehungsweise der Verlagsleitung rechtsverbindlich getroffen werden. Ziel des neuen Status sei es, für inner- und außerredaktionelle Transparenz zu sorgen und zugleich für die journalistische Unabhängigkeit und Qualität der Redaktionen der “Berliner Zeitung” und des “Berliner Kuriers” zu garantieren.

Weimer Media Group startet Bewegtbild-Sparte

Am 1. Dezember startet die Weimer Media Group (WMG) des früheren „Welt“-Chefredakteurs und „Cicero“-Gründers Wolfram Weimer sowie von Christiane Goetz-Weimer eine eigene Bewegtbild-Sparte. Geleitet wird Weimer Media TV von Matthias Nieswandt, ehemals Sender- und Vermarktungschef beim Red Bull-Sender ServusTV Deutschland.

In der WMG erscheinen das Debattenmagazin “The European”, die Unternehmerzeitung “WirtschaftsKurier”, die “Börse am Sonntag” sowie “Anlagetrends”, aber auch das Satiremagazin “Pardon”. Die WMG ist außerdem Veranstalter von Konferenzen wie dem Ludwig-Erhard-Gipfel, dem SignsAward oder dem Mittelstandspreis der Medien im Rahmen der Frankfurter Marken Gala. Die Verlagsgruppe produziert auch Bücher sowie Unternehmermagazine und ist als Online-Publisher aktiv.

Experten halten Gehälter bei öffentlich-rechtlichen Sendern für zu hoch

Vor einigen Tagen wurde bekannt, dass die aus unabhängigen Experten bestehende Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) in einem vorläufigen Entwurf dafür plädiert, den Rundfunkbeitrag in Deutschland ab 2010 von 17,50 Euro pro Monat und Haushalt um 86 Cent auf 18,36 Euro anzuheben. Die Erhöhung wäre die erste seit 2009. Endgültig entscheiden jedoch die Bundesländer über die künftige Höhe des Rundfunkbeitrags für ARD, ZDF und Deutschlandradio.

Nun hat sich die KEF für ihr Gutachten auch mit der Gehaltsstruktur des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland beschäftigt. Sie beauftragte die Kienbaum Consultants International GmbH für ein Gutachten, das zu dem Ergebnis kam, dass die Mitarbeiter dort überproportional gut verdienen.

Kienbaum verglich das Vergütungsniveau der elf öffentlich-rechtlichen Sender mit der öffentlichen Verwaltung, kommerziellen Medienunternehmen sowie mit Handels-, Industrie- und Dienstleistungsunternehmen. Demnach liegt der Westdeutsche Rundfunk (WDR) deutlich, der Bayerische Rundfunk (BR), Hessische Rundfunk (HR) und das ZDF spürbar und der Saarländische Rundfunk (SR) etwas über dem Durchschnitt.

Da das Gehaltsniveau der Rundfunkanstalten höher liegt als bei der öffentlichen Verwaltung, ist die KEF dafür, den Personalaufwand der Sender in der kommenden Vier-Jahres-Periode (2021 bis 2024) um insgesamt 60,3 Millionen Euro zu kürzen – und zwar um 49,1 Millionen Euro bei der ARD, 9,6 Millionen Euro beim ZDF und 1,7 Millionen Euro beim Deutschlandradio.

„Die Kommission geht davon aus, dass insbesondere die im internen Vergleich mit einem besonders hohen Vergütungsniveau auffälligen Anstalten (BR, HR, SR, WDR, ZDF) deutliche Anstrengungen unternehmen, ihre überproportionalen Vergütungsniveaus zu korrigieren“, heißt es laut „Medienkorrespondenz“ im Entwurf des KEF-Berichts.

Demnach seien die Anstalten bereits über die Ergebnisse des Gutachtens informiert worden. Sie verwiesen dem Vernehmen nach darauf, ihre Vergütungsstrukturen seien angemessen, um konkurrenzfähig mit Wirtschaftsunternehmen zu bleiben. Sie hätten zudem Kritik an dem Gutachten geübt, weil der höhere Altersdurchschnitt ihrer Mitarbeiterschaft und dessen Auswirkungen auf die Vergütungen nicht ausreichend berücksichtigt worden seien. Die KEF hält die Argumente jedoch nicht für stichhaltig und hat deshalb in ihrem Berichtsentwurf die Kürzung beim Personalaufwand vorgeschlagen.

Viel Gesprächsstoff also für die 16 Ministerpräsidenten, die am 5. Dezember über den Rundfunkbeitrag diskutieren wollen. Veröffentlicht wird der 22. KEF-Bericht mit dem endgültigen Vorschlag für die Rundfunkbeitragshöhe ab Januar 2021 im Februar 2020.

Lettland verbietet neun russische Fernsehsender

Lettland hat neun russische Fernsehsender auf seinem Staatsgebiet verboten. Grund für die Maßnahme seien die von der EU verhängten Sanktionen gegen einen der Miteigentümer der Sender, sagte der stellvertretende Leiter der lettischen Medienaufsichtsbehörde NEPLP, Ivars Abolins.

Das Verbot bleibe so lange bestehen, bis Brüssel die Sanktionen gegen den Miteigentümer, den Milliardär Juri Kowaltschuk, aufhebe, fügte er hinzu. Gegen Kowaltschuk seien Sanktionen wegen seiner „Beteiligung an der Verletzung der Souveränität, territorialen Integrität und Unabhängigkeit der Ukraine“ verhängt worden, sagte Abolins. Kowaltschuk ist ein Banker, dem Verbindungen zum Kreml nachgesagt werden.

Unter den nun verbotenen Sendern sind russischsprachige Unterhaltungskanäle, die vor allem von der russischen Minderheit in Lettland gesehen werden.

Ägypten geht gegen regierungskritisches Medium vor

Ägyptens autoritäre Führung ist gegen eines der letzten regierungskritischen Medien in dem nordafrikanischen Land vorgegangen. Bereits am Samstag nahmen Sicherheitskräfte einen Redakteur der Nachrichtenseite Mada Masr fest. Am Sonntag berichtete Mada Masr über Twitter, Sicherheitskräfte in Zivil seien bei einer Razzia in die Kairoer Redaktion eingedrungen.

Die Mitarbeiter würden festgehalten, ihre Telefone seien abgeschaltet worden. Mada Masr gehört zu den letzten wenigen Medien Ägyptens, die kritisch über die Regierung berichten. Damit findet die Nachrichtenseite international große Beachtung, da es in dem Land kaum noch eine freie Presse gibt. Die Seite wird in Ägypten selbst seit mehr als zwei Jahren blockiert, genauso wie andere regierungskritische Medien.

So hatte Mada Masr berichtet, vier Sicherheitskräfte in Zivil hätten ihren 37 Jahre alten Mitarbeiter Shadi Zalat in seiner Wohnung in Kairo festgenommen. Dessen Computer und Mobiltelefon seien beschlagnahmt worden. Einen Haftbefehl hätten die Sicherheitskräfte nicht gehabt. Es sei unklar, wohin sie Zalat gebracht hätten. „Er hat nichts anderes getan, als Wörter zu benutzen, um über Neuigkeiten zu berichten“, erklärte Mada Masr. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International forderte Salats Freilassung.

Springer will “Bild”-Mitarbeitern mit Turbo-Prämie den Abschied erleichtern

Nach der “Welt” will der Springer-Chef im Rahmen des Projekts “Herkules” für die “Bild”-Belegschaft ein Programm aufsetzen, um sie zum freiwilligen Ausscheiden zu bewegen. Dazu nehmen nach Informationen von MEEDIA die Verlagsgeschäftsführung und der Betriebsrat nächste Woche die Verhandlungen auf. Die Arbeitnehmervertreter hoffen, dass sie für die “Bild”-Belegschaft eine höhere finanzielle Entschädigung als die Kollegen der blauen Gruppe erhalten. Diese sollen auf das bis Juni 2022 gültige Rationalisierungsschutzabkommen eine finanzielle Prämie von 20 Prozent erhalten. Eine Sprecherin von Springer: “Geschäftsführung und Betriebsrat sind fortlaufend in Gesprächen. Geplant ist, auch bei ‘Bild’ den Mitarbeitern ein Freiwilligen-Programm anzubieten. Die Details werden jetzt gemeinsam ausgearbeitet. Bitte um Verständnis, dass wir den Gesprächen nicht vorgreifen möchten.”

Dass die “Bild”-Mitarbeiter mehr Geld erwarten können, liegt an dem größerem Restrukturierungsbedarf. Döpfner will weite Teile des “Bild”-Imperiums umbauen, um die Ertragslage der unter Auflagenrückgängen leidenden Zeitungsgruppe zu verbessern. Da ist es nicht hilfreich, wenn Arbeitsgerichtsprozesse den Umbau verzögern.

Dazu stellt Springer rund 20 Millionen Euro an Investitionsmitteln bereit. Die “Bild”-Verlagsgeschäftsführung hofft, diese Summe durch neue Vermarktungserlöse im TV-Geschäft schnell wieder zu erwirtschaften.

ZDF arbeitet an neuen Spätnachrichten

Die ZDF-Spätnachrichtensendung „heute+“ steht nach vor dem Aus. Wie ein Sendersprecher auf Nachfrage bestätigte, soll das Format im kommenden Jahr nicht mehr im Fernsehen ausgestrahlt werden. Gestartet war „heute+“ im Mai 2015 als Nachfolger von „heute nacht“ mit dem Ziel, verstärkt junge Zuschauer anzusprechen – was nach „Markus Lanz“ oder „Aspekte“ zugegebenermaßen nicht so einfach war. Seither hatten die Macher vor allem im Netz immer wieder am Konzept geschraubt.

Das Ende von „heute+“ geht einher mit einer Neuaufstellung der Nachrichtenangebote, die das Ziel hat, neben den TV-Marken „heute“ und „heute-journal“ auch „im Netz stärker und umfassender präsent zu sein“, wie es aus Mainz heißt. Überschrieben ist die Reform mit dem Namen „ZDFheute 2020“, in deren Zentrum ein Relaunch der Nachrichten-App steht. Diese soll „ein aktuelles und noch breiteres News-Angebot liefern“ und die Nachrichten-Inhalte „noch vielfältiger in den sozialen Netzwerken“ präsentieren, sagte ein Sendersprecher.

Zugleich arbeitet das ZDF aktuell auch an einer neuen Optik für sein Nachrichtenstudio, das jedoch auch weiterhin virtuell sein wird. Komplett verschwinden wird die junge Nachrichtenmarke „heue+“ im Zuge dessen aber nicht. „Das netzaffine Nachrichtenformat ‚heute+‘, das bereits für den Brückenschlag zwischen TV und Netz steht, geht dann konsequent ins Netz und wird dort Video-Formate entwickeln, die auch die TV-Sendungen bereichern können – auch das späte Nachrichtenformat nach Mitternacht“, kündigt das ZDF an. Auch in Zukunft will der öffentlich-rechtliche Sender also nicht auf Nachrichten am späten Abend verzichten.

Amnesty International: Google und Facebook bedrohen Menschenrechte

„Genauso wie Regierungen die Rechte der Bevölkerung auf Nahrung, Kleidung und Unterkunft zu gewährleisten haben, sind sie auch hier gefragt, dem unkontrollierten Überwachungskapitalismus ein Ende zu setzen“, erklärte der Generalsekretär von Amnesty International in Deutschland, Markus N. Beeko, zur Veröffentlichung eines Berichts der Organisation am Donnerstag.

Google und Facebook kontrollierten die wichtigsten Kanäle, über die Milliarden Menschen das Internet nutzten, argumentiert Amnesty International. Zu Facebook gehören auch die Chatdienste WhatsApp und Messenger sowie die Fotoplattform Instagram. Teil von Google ist auch die Videoplattform YouTube – und bei dem Internet-Konzern wird zudem das dominierende Smartphone-System Android entwickelt.

Amnesty International sieht unter anderem ein Problem darin, dass Menschen für die Nutzung von Facebook- und Google-Diensten den Zugriff auf ihre Daten öffnen müssten. Das Geschäftsmodell der Konzerne basiere auf „allgegenwärtiger Überwachung“, hieß es in dem Bericht der Organisation. „In einem ersten Schritt sollten die Gesetzgeber es Unternehmen untersagen, den Zugang zu ihren Diensten davon abhängig zu machen, ob die Nutzer der Sammlung und Nutzung ihrer persönlichen Informationen zu Werbezwecken „zustimmen““, forderte Beeko.

ORF-Journalisten befürchten massiven Einbruch in der Qualität des Programms

Der ORF-Redakteursausschuss hat in seiner Herbsttagung folgende Resolution einstimmig beschlossen: Die Einsparungen beim Personal haben den öffentlich-rechtlichen Rundfunk an die Grenzen des Möglichen gebracht.

Von 2007 bis 2016 hat der ORF rund 500 Vollzeitstellen abgebaut. Von 2017 bis zum Ende des nächsten Jahres müssen weitere 300 Arbeitsplätze im Konzern weggefallen sein. „Damit muss jetzt Schluss sein“, fordert der ORF-Redakteursausschuss, also die Redakteurssprecher aus allen Bereichen. Im Rahmen ihrer Herbsttagung konstatieren die Redakteursvertreter, dass der gewohnte Qualitätsjournalismus unter dem immensen Spardruck auf allen Ebenen gefährdet sei. „Hochrangige Führungskräfte verlangen bereits von den Redaktionen, Abstriche bei der Qualität ihrer Arbeit zu machen“, heißt es in einer Aussendung.

Gabor Steingart kündigt zwei neue Podcasts an

“Überstunde” sei als Live-Show geplant, zunächst im Studio von Media Pioneer, später auf dem im Bau befindlichen Redaktionsschiff Pioneer One. Steingart lässt gerade ein Spree-Schiff als mobile Redaktion inklusive Podcast-Studio bauen. Weisband und Bröcker sollen in dem Podcast auf prominente Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft treffen. Der “politischer Feierabend Talk” soll dem Vernehmen nach zweimal im Monat stattfinden. “Überstunde” soll allerdings erst im ersten Quartal 2020 starten.

Schon im Dezember geht es mit “Wallstreet Weekly” los, einem Ausblick auf die Börsenwoche mit Sophie Schimansky, die schon in Steingarts “Morning Briefing”-Podcast eine feste Rubrik hat. Sie präsentiert in ihrem eigenen Podcast laut Steingart “Analysen und Prognosen und lässt uns zuhören bei den vertraulichen ‘Earning Calls’ der wichtigsten CEOs der Welt, von Google, Coca-Cola bis Tesla.”

Mit “The Americans” ist seit einiger Zeit bereits der zweite Media Pioneer-Podcast online, in dem Chelsea Spieker wöchentlich mit US-Amerikanern in Berlin spricht.

ARD Tagesschau startet auf TikTok

Die ARD-Tagesschau erweitert ihr Social-Media-Angebot und ist künftig auch auf TikTok vertreten. In der Kurzvideo-App, die einen besonderen Fokus auf unterhaltende Inhalte legt, bietet die Tagesschau-Redaktion von heute an (20. November 2019) neben journalistischen Inhalten für eine junge Zielgruppe auch einen „humorvollen Blick“ hinter die Kulissen der TV-Nachrichtensendung.

Produziert werden die TikTok-Videos vom Social-Media-Team der Tagesschau. Neben bekannten TV-Persönlichkeiten wie Jan Hofer, Judith Rakers, Jens Riewa, Linda Zervakis und anderen werden daher auch neue Gesichter in den Videos auftauchen.

Gruner + Jahr baut “Geo Special” und “Geo Saison” um

Gruner + Jahr hat seine beiden Reisemagazine „Geo Saison“ und „Geo Special“ gründlich überarbeitet. Redaktionsleiter und „Walden“-Gründer Markus Wolff baut die beiden Zeitschriften zu Reiseführern aus, die mehr Buchcharakter bekommen sollen. Dadurch hofft Wolff, die Auflagen der Titel zu steigern.

Besonders sichtbar wird der Umbau bei “Geo Special”, dem monothematischen Reisetitel der “Geo”-Gruppe. Künftig erscheint das Magazin im kleineren Format, das Cover wirkt reduzierter und wertiger. Auch innen zeigt sich das Heft im neuen Look. Das Layout wurde mit mehr Weißflächen aufgelockert, optische Spielereien mit Überschriften gehören der Vergangenheit an.

ARD, Bertelsmann, RMS, OMR, radio.de, Springer und andere starten den Deutschen Podcast Preis

Eine illustre Runde an Medien-Unternehmen, -Verbänden und -Organisationen bringt einen neuen Preis für das Boom-Genre Podcast an den Start: Am 19. März 2020 wird in Berlin erstmals der Deutsche Podcast Preis verliehen – in sechs Kategorien. Ziel: „die renommierteste nationale Auszeichnung der aufstrebenden Audio-Genre in Deutschland werden“.

Zudem gibt es einen “Publikumspreis / Beste Unterhaltung”. Besonderheit: Um einen Podcast für den Deutschen Podcast Preis einzureichen, muss eine Begründung mitgeliefert werden – als Audiodatei. Zudem soll ein “maximal fünfminütigen Zusammenschnitt einiger Highlights des entsprechenden Podcasts” mitgeschickt werden. Einsendeberechtigt sind Personen und Organisationen, die an dem einzureichenden Podcast mitgewirkt haben, so die Initiatoren. Eine Jury “aus Personen mit ganz eigenen Erfahrungen und echter Expertise in der Audiowelt” soll dann über die Preise entscheiden.

Erstmals verliehen wird der Deutsche Podcast Preis dann am 19. März ab 19 Uhr im Berliner Festsaal Kreuzberg. Alle weiteren Informationen zum Preis und Prozedere gibt es ab sofort und in Zukunft auf der frisch gestarteten Website.

ORF-Krimiserie „Vienna Blood“ feierte Erfolg bei BBC

Die historische Krimireihe „Vienna Blood“ kann bereits vor der ORF-Premiere am 20. Dezember einen internationalen Erfolg verbuchen: So erreichte man mit der BBC-Premiere am Montag durchschnittlich 1,8 Millionen Zuseher, was laut ORF-Aussendung einem Marktanteil von neun Prozent entspricht.

„Vienna Blood“ basiert auf den „Liebermann“-Roman von Frank Tallis. In der dreiteiligen Serie gehen Matthew Beard (als junger Arzt und Psychoanalytiker) und Juergen Maurer (als Kriminalbeamter) im dunklen Wien der Jahrhundertwende auf unkonventionelle Mörderjagd. Regie führten Robert Dornhelm und Umut Dag nach Drehbüchern von Steve Thompson.

New-York-Times-Chefredakteur: Trump bringt Reporter in Lebensgefahr

Der Chefredakteur der amerikanischen Tageszeitung „New York Times“ wirft US-Präsident Donald Trump vor, mit seiner Rhetorik zu Gewalt gegen Journalisten anzustacheln. „Ich denke, mit persönlichen Angriffen auf Journalisten, wenn er sie beschimpft, bringt er sie in Lebensgefahr“, sagte Dean Baquet dem „Guardian“ in einem Interview. Reporter als „unamerikanisch“ oder als „Volksfeinde“ zu bezeichnen, sei ein „widerwärtiger Angriff auf die Presse“, so Baquet.

Die „New York Times“ wurde in den vergangenen Jahren zum Feindbild für die Unterstützer des Präsidenten. Das Blatt profitierte aber auch durch gestiegene Abonnentenzahlen. Trotz kritischer Berichterstattung über Trump will Baquet nicht so weit gehen, über die Absichten des US-Präsidenten zu urteilen. Beispielsweise weigert er sich, ihn als Rassisten oder Sexisten zu verurteilen, obwohl er Aussagen Trumps als „spaltend“ bezeichnet. Besser sei es, einfach zu berichten, was Trump sage oder mache, so Baquet. Die Leser könnten sich ihr eigenes Urteil bilden.

“Spiegel” will Medien- und Nachrichtenkompetenz junger Menschen stärken

Nun hat der „Spiegel“ das gemeinnützige Bildungsangebot „Spiegel Ed“ gestartet. Das Ziel: die Medien- und Nachrichtenkompetenz von junger Menschen stärken.

In Zeiten von Über- und Falschinformation, heißt es in der Mitteilung, möchte das Medienhaus “jungen Menschen das Rüstzeug an die Hand gegeben, aus der Vielzahl medialer Angebote die vertrauenswürdigen auszusuchen und in der Flut der Informationen eine eigene Perspektive zu entwickeln.”

Das Angebot richtet sich deutschlandweit an Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schuler ab der 8. Klasse. Dazu gehören Lernmaterialien und Erklärvideos, die kostenlos auf der Plattform zur Verfügung gestellt werden. Das Video-Glossar möchte Antworten auf Fragen geben wie “Was sind Fake News” oder “Wie funktioniert Recherche”. Zum Start sind in den verschiedenen Kategorien Artikel und Links zu finden, die sich unter anderem mit Meinungs- und Pressefreiheit, Datenschutz, Medienkritik und Cybermobbing befassen.

Ein zentraler Bestandteil ist das Workshop-Programm “Gute Nachrichten!”, das in Kooperation mit der Schwarzkopf-Stiftung Junges Europa entwickelt wird. In der Mitteilung heißt es dazu: “Ausgehend von der Mediennutzung Jugendlicher vermitteln die Workshops ein Verständnis für journalistische Arbeitsweisen und den Wert einer freien Presse für die demokratische Kultur. Gleichzeitig regen sie dazu an, den eigenen Umgang mit Nachrichten zu reflektieren.” Dabei helfen sollen Trainerinnen und Trainer der Stiftung, die gemeinsam mit den Klassen an den Themen arbeiten. “Spiegel”-Journalisten sollen die Perspektive aus der Praxis liefern und für Diskussions- und Fragerunden zur Verfügung stehen.

Thiem beschert ServusTV Rekorde

Die Übertragung des Endspiels zwischen dem Niederösterreicher und dem Griechen Stefanos Tsitsipas brachte ServusTV mit durchschnittlich 677.000 Zuschauern den bisher stärksten Zuseherwert in der Sendergeschichte.

Der Spitzenwert lag laut Aussendung des Salzburger Senders vom Montag bei mehr als einer Million Zusehern. Der Marktanteil betrug 19,6 Prozent in der Basis.

D: Rundfunkbeitrag über 18 Euro?

Die aus unabhängigen Experten bestehende Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) schlägt in einem noch vorläufigen Entwurf eine Anhebung auf 18,36 Euro pro Monat vor. Derzeit sind pro Haushalt monatlich 17,50 Euro fällig.

Es handelt sich noch nicht um den endgültigen Bericht der Kommission, den sie in Abständen vorlegt. Zunächst sollen Anhörungen folgen, die abschließende KEF-Empfehlung wird Anfang des nächsten Jahres erwartet. Das letzte Wort haben dann die Bundesländer, die über die künftige Höhe des Rundfunkbeitrags für ARD, ZDF und Deutschlandradio entscheiden.

Die tatsächliche Höhe kann also von der Kommissions-Empfehlung abweichen.

Stasi-Affäre setzt den Verleger der „Berliner Zeitung“ unter Druck

Auch in digitalen Zeiten ist ein Zeitungshaus ein besonderes Unternehmen; irgendetwas zwischen Wirtschafts- und Kulturgut mit gesellschaftlicher Ausstrahlung. Und so schien sich Silke Friedrich, 47, wie im Himmel zu fühlen, als ihr IT-versierter Mann Holger, 53, nach einem Vortrag bei der DuMont-Gruppe immer enger in Kontakt mit der Verlegerdynastie kam.

Am Ende übernahm er tatsächlich aus dem Regionalpresse-Besitz der Kölner für kleines Geld den Berliner Verlag, mit dem Flaggschiff „Berliner Zeitung“ und vielen anderen Aktivitäten. „Andere Männer kommen mit einem Ring“, sagte Silke Friedrich, „meiner bringt einen Verlag an.“

Jüngst, kurz vor dem 30. Jahrestag des Mauerfalls und nach der kartellrechtlichen Genehmigung des Deals, legte das Paar mit einem langen Manifest im eigenen Stammblatt los. Es liest sich wie eine leicht überdrehte Begründung, warum die Republik „Ost-Stolz“ braucht und warum Familie Friedrich – gestählt in den Wirrnissen der Wendezeit – genau die Richtigen sind für einen neuen Kick, für eine Dosis „Ost-Punk“ im museal erstarrten Betrieb Deutschland AG.

Der Aufsatz gipfelt in einem Lob für den einstigen DDR-Staatsratsvorsitzenden Egon Krenz, weil er im Unruheherbst 1989 nicht schießen ließ. Er habe, so die ambitionierten Autoren, mit dieser „persönlichen Entscheidung Millionen Menschen selbstbestimmte, positive Lebenswege ermöglicht, die uns unter anderem diesen Text in dieser Zeitung veröffentlichen lasen“.

Doch der Honeymoon der Zeitungs-Newcomer, die wie im Debattenrausch Interview auf Interview gaben, scheint nun nach kurzer Zeit vorbei. In die Partystimmung Ost schlug zunächst die Entzauberung einer „ostdeutschen Erfolgsstory in der Medizin“ ein, die die „Berliner Zeitung“ über die Firma Centogene aus Rostock präsentierte Dabei verschwieg das Blatt, dass just der eigene Verleger dort beteiligt ist und im Aufsichtsrat sitzt.

Am Wochenende dann detonierte eine Enthüllung der „Welt am Sonntag“ aus dem Hause Axel Springer: Danach war Holger Friedrich in der DDR als Inoffizieller Mitarbeiter (IM) „Bernstein“ dem System dienlich, mit überlieferten zwölf Spitzelreports zwischen Dezember 1987 und Februar 1989.

Er sei zu einer „Wiedergutmachung“ gezwungen worden, nachdem er von der Stasi wegen Verdachts der Republikflucht verhaftet worden war, verteidigte sich Friedrich, damals Mitglied der SED und für drei Jahre freiwillig der Armee als Unteroffizier verpflichtet. In seinem eigenen Ost-Essay hatte er die „Bernstein“-Tage nicht öffentlich gemacht.

Diese Geschichte ist umso fataler, als sich die „Berliner Zeitung“ selbst in den 1990er-Jahren um Aufklärung rund um ehemalige Stasi-Zuträger in den eigenen Reihen mühte. Damals gehörte das Blatt zum Bertelsmann-Verlag Gruner + Jahr, Chefredakteur war Michael Maier, studierter Jurist und Kirchenmusiker aus Österreich – den die Neuverleger Friedrich nun zum Herausgeber und Vorsitzenden der Geschäftsführung gekürt haben. Maier, 61, schreibt von der „verstörenden Geschichte des Holger Friedrich“, die Entwicklung zeige, „dass der Neuanfang immer noch nicht abgeschlossen ist“.

Gelitten hat schon jetzt die Idee, ein wirtschaftlich erfolgreicher Unternehmer könne quasi aus dem Stand einen Zeitungsverlag aufmöbeln – so wie es Amazon-Gründer Jeff Bezos mit der traditionsreichen „Washington Post“ vorexerziert. In Deutschland blieb nach 1945 aus gutem Grund der Besitz von Medien und Wirtschaftsunternehmen getrennt.

Das Beispiel des Großindustriellen Alfred Hugenberg, der den Nazis zur Macht verhalf, wirkte abschreckend. Im Westen bekamen nur politisch nicht vorbelastete Bürger von den Alliierten eine Lizenz; in der DDR übernahmen Parteien die Zeitungen.

Mit Holger Friedrich brach das alte Trennungsgebot auf. Hier begann einer zu wirbeln, der mit dem Verkauf eines Softwareunternehmens an SAP reich geworden war, der über die Technologiefirma Core SE im lukrativen IT-Beratungsgeschäft mitmischt und seine Geschäftsaktivitäten in der Holding CCG Commercial Coordination Germany bündelt.

Silke Friedrich wiederum leitet die Berlin Metropolitan School im Bezirk Mitte der Hauptstadt, eine internationale Privatschule, die von dem Ehepaar aufgebaut worden ist. Zum Königreich Friedrich gehört auch das E-Werk in Berlin-Mitte, eine bekannte Veranstaltungslocation.

Striktes Kostenmanagement

Mit dem Berliner Verlag aber haben sich die beiden Umtriebigen eine besondere Herausforderung aufgeschultert. Der Umsatz soll 2018 knapp 60 Millionen Euro betragen haben, der Gewinn 750 000 Euro. Die Auflage der „Berliner Zeitung“ lag zuletzt noch bei knapp 85 000 Exemplaren. Insbesondere die mitgekaufte Druckerei sorgt für Kosten. Selbst beim Verkäufer DuMont in Köln war man überrascht, dass Friedrich auch hier zuschlug.

Hatte die PR-Präsenz der Neuverleger anfangs eine gewisse Euphorie noch verstärkt, so gibt es nun allerhand investigative Nachforschungen. Etwa zu der Frage, wie es Holger Friedrich als Co-Geschäftsführer der Internetfirma Verimi (zuständig für Technik) mit Auftragsvergaben gehalten hat. An dem Log-in-Bündnis Verimi sind neben Friedrichs Firma Core SE auch Lufthansa, Allianz, Volkswagen, Deutsche Bank und Axel Springer beteiligt.

Auf die wachsende Zahl der Probleme reagiert man unter Friedrichs Führung im Berliner Verlag mit Solidaritätsbekundungen und mit einem strikten Kostenmanagement, wie aus Verlagskreisen zu hören ist. Geschäftsführer Holger Friedrich ist nun sozusagen auch Controller und setzt auf technische Innovationen wie ein neues Redaktionssystem. Eine neue Website bringt Texte auf Englisch und Russisch.

Er habe verstanden, dass die eigene technische Kompetenz im Zeitungsverlegerverband BDZV nicht willkommen sei, sagt Friedrich. Deshalb wolle er einen Aufnahmeantrag für den Technologieverband Bitkom stellen.

Zu einem klassischen Verleger und den Usancen der Presse passt freilich auch nicht, dass Holger Friedrich vorige Woche die schriftlich gestellten „Bernstein“-Fragen der „Welt“-Journalisten nicht persönlich beantwortete, sondern online im eigenen Medium Stellung bezog.

In der „Neuen Zürcher Zeitung“ waren die Friedrichs auskunftsfreudiger: Sie lobten die Plattform „Berlin Online“ als den „eigentlichen Schatz unseres Deals“ aus. Zusammen mit der Stadt Berlin soll hierüber E-Government für die Hauptstadt aufgebaut werden – Behörden-Dienstleistungen über eine App. „Berlin ist nicht austrainiert“, befand Silke Friedrich.

Die Hauptstadt habe viel technologisches Potenzial. Wenn da nur nicht wieder eine „Bernstein“-Affäre dazwischenkommt.

Bauer Media Group plant Zukauf in den USA

Die US-Tochter der Hamburger Bauer Media Group will ihre Aktivitäten rund um die Zielgruppe Frauen weiter ausbauen. Bauer hatte bekanntlich Mitte 2018 seine amerikanischen Celebrity- und Jugend-Titel an American Media, Inc. veräußert, um sich fortan ganz auf das klassische Frauen-Portfolio zu fokussieren – mit dem Ziel, die Marktführerschaft hier weiter auszubauen. Im Fokus stehen dabei Bauers Magazin-Topseller ‚Woman’s World‘ and ‚First for Women‘ mit ihren hohen Einzelverkäufen.

“Reiselust” erschien erstmals in “Bild” und “Bild am Sonntag”

Das neue Magazin “Reiselust” erschien erstmals am Samstag, 16. November, in ausgewählten “Bild”-Ausgaben und tags darauf in der “Bild am Sonntag”. Auf 44 Seiten erhalten die Leserinnen und Leser Länder-Reports, Urlaubsgeschichten, Hotel-Specials und Ratgeberthemen.

Laut Pressemitteilung gibt es in der Premierenausgabe Reportagen aus Bangkok und Paris, Stories zu Urlaub in ehrwürdigen Grandhotels sowie Schneeschuhwandern in Norwegen. Die redaktionelle Verantwortung liegt bei Ulrike Zeitlinger-Haake, Chefredakteurin Entwicklung und Innovation bei “Bild”.

D: Anzeigenblätter wollen mehr Geld

Gerade erst hat der Haushaltausschuss des Bundestages beschlossen, Anzeigenblätter und Abo-Zeitungen mit einer Zustellförderung in Höhe von 40 Millionen Euro zu unterstützen. Dort begrüßt man die Maßnahme zwar, fordert aber mehr Geld

BVDA-Geschäftsführer Jörg Eggers begrüßt die grundsätzliche Entscheidung zur Förderung zwar, kritisiert aber gleichzeitig: „Die jetzt vom Haushaltsauschuss des Bundestages vorgeschlagene Höhe von 40 Millionen Euro greift eine finanzielle Entlastung von Anzeigenblättern und Tageszeitungen auf, die schon im Koalitionsvertrag vereinbart worden ist. Allerdings war die dort angepeilte Förder- bzw. Entlastungshöhe mit Blick auf die äußerst angespannte Kostensituation in den Verlagen bereits damals von der Realität überholt. Dies gilt noch mehr für den heutigen Stand und erst recht für die nächsten fünf Jahre – den geplanten Zeithorizont der Förderung.“

Wer auch in Zukunft auf eine „Pressevielfalt im Lokalen“, so nennt es Eggers, Wert lege, müsse eine „angemessene Fördersumme“ anvisieren. Um eine nahezu flächendeckende Sicherung der Zustellung auch künftig leisten zu können, müsste die Branche mit 200 bis 300 Millionen Euro gefördert werden, fordert der BVDA-Chef. Eggers verweist auf andere europäische Länder, wo bereits mehr Geld fließe als in Deutschland.

Deutsche Welle bekommt mehr Geld vom Bund

1,001 Million Euro für jeden Sendetag: Der Bundeszuschuss für die Deutsche Welle erhöht sich im kommenden Jahr um 15 Millionen Euro auf insgesamt 365,5 Millionen. Der Vorsitzende des Rundfunkrats, Prälat Karl Jüsten, hierzu:

„Wir sind dankbar für diese Empfehlung des Haushaltsausschusses an den Bundestag. Die Steigerung des Etats ist ein Signal dafür, dass die Politik die DW für die ständig steigenden Aufgaben des deutschen Auslandssenders angemessen ausstatten will. Es zeigt auch, dass die hervorragende Leistung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der DW gewürdigt wird.“

De Gruyter expandiert in Asien

De Gruyter will seine Geschäfte im asiatischen Raum ausbauen und stockt dazu auch personell auf. Zuvor hatte der Wissenschaftsverlag bereits angekündigt, seine Präsenz in Nordamerika zu verstärken.

Der internationale agierende Verlag hat seinen Hauptsitz in Berlin und verfügt über weitere Standorte in Boston, Peking, Basel, Wien, Warschau und München. Die aktuellen Veränderungen bei De Gruyter im asiatisch-pazifischen Raum (APAC) im Überblick:

  • Die Entwicklung des Zeitschriftengeschäfts in China und dem gesamten APAC-Raum sowie den Ausbau von Partnerschaften verantwortet ab 2020 Wendy Ding als Editorial Director China und Director APAC Partnerships. Sie kommt von Taylor & Francis, wo sie zuletzt als Head of Research Services and Networks gearbeitet hat. Von Peking aus wird sie an Lyndsey Dixon, Global Journals Director und Vice President APAC Partnerships, berichten, die im September zu De Gruyter gekommen war.
  • In Singapur ist Steven Chong als Sales Director APAC für de Gruyter tätig. Er war zuletzt bei Springer Nature für die Zeitschriften im APAC-Raum sowie das Buchmarketing verantwortlich. Steven Chong soll De Gruyters Reichweite und verlegerische Präsenz in Asien ausbauen. Er wird in dieser Position Tony Ng ablösen, der in den vergangenen sechs Jahren am Aufbau des Asien-Geschäfts beteiligt war und den Verlag zum Jahresende verlassen wird.
  • Lervinia Swee, Marketing Manager APAC, verantwortet künftig, ebenfalls von Singapur aus, die Marketingaktivitäten im asiatisch-pazifischen Raum.

Disney+ bereits mit über 10 Millionen Sehern nach nur zwei Tagen

Der Streamingmarkt wird um einen weiteren Anbieter reicher: Knapp zwei Wochen nach Apple brachte auch Disney seinen eigenen Streamingdienst Disney+ an den Start. Und das Angebot kommt an. Laut Disney konnte man bereits über zehn Millionen Seher gewinnen. Dafür sorgt hauptsächlich die Star Wars-Serie „The Mandalorian“ – das richtige Angebot für die Zielgruppe. Konkurrent Netflix hat derzeit 163 Millionen Nutzer.

In Deutschland soll der Dienst nach Unternehmensangaben ebenso wie in Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien am 31. März kommenden Jahres starten. Ein Österreich-Starttermin ist noch nicht fixiert. Welche Inhalte Disney+ anbietet, kann dabei je nach Land variieren. Zum Start in den USA kostet der Dienst 6,99 Dollar im Monat, umgerechnet derzeit 6,34 Euro. Das ist weniger als die Angebote von Netflix oder Amazon.

Der Streamingmarkt ist hart umkämpft. Neben Netflix, Prime Video und dem Anfang November gestarteten Dienst TV+ des iPhone-Herstellers Apple will in den USA demnächst auch der Kabelsender HBO mit um die Aufmerksamkeit der Streaming-Konsumenten wetteifern.

ORF darf Flimmit zum Teil aus Programmentgelt finanzieren

Die KommAustria erlaubt dem ORF, die Streaming-Plattform Flimmit aus einer Kombination von ORF-Programmentgelt und Abonnement-Gebühren zu finanzieren.

Die Medienbehörde entschied eine entsprechende Auftragsvorprüfung positiv, teilte sie in einer Aussendung am Donnerstag mit. Der ORF hatte der Behörde im April ein Konzept mit dem Titel „Öffentlich-rechtlicher Abrufdienst mit fiktionalem Schwerpunkt (Film und Serie)“ im zweiten Anlauf vorgelegt. Er will die bisher über Tochtergesellschaften in seinem Besitz befindliche, kommerzielle Online-Videothek zu einem eigenen, öffentlich-rechtlichen und werbefreien Abrufdienst umbauen.

Zu sehen wären auf der Plattform dann vor allem ORF-Produktionen, die nach Ablauf der Sieben-Tage-Frist aus der TVThek weichen müssen. Die Inhalte sollen zu 95 Prozent aus im ORF-TV-Programm ausgestrahlten Sendungen bestehen und mit Fremdproduktionen ergänzt werden. Das Angebot soll überwiegend österreichische und europäische Werke enthalten, davon zu etwa zwei Drittel Eigen-, Auftrags- und Co-Produktionen des ORF. Bisher wurde Flimmit ohne Einsatz der GIS-Gebühren betrieben.

2018 war der ORF mit dem Vorhaben, aus Flimmit eine öffentlich-rechtliche, kostenpflichtige Streaming-Plattform zu machen, noch abgeblitzt. Die Behörde beanstandete damals das Finanzierungskonzept, da offen blieb, in welchen Ausmaß und wofür genau das ORF-Programmentgelt hinzugezogen werden sollte. Im neuerlichen Antrag hat der ORF dies nun mit einem Betrag von 500.000 bis 600.000 Euro pro Jahr „eindeutig beziffert und gedeckelt“, heißt es in der Aussendung der KommAustria.

“Hawaiitoast”: Axel Springer startet journalistisches Magazin

Maximal eine Minute sind die eigens produzierten Videos lang – was für Tiktok-Verhältnisse schon viel ist. Erstmals erprobt Springer damit den Anspruch, ernsthafte Themen auf die sonst für Spaß- und Playback-Videos bekannte Plattform zu bringen. Andere Publisher haben in ihrer Strategie bislang vermehrt auf Unterhaltung gesetzt.

Auf dem Profil des Magazins “Hawaiitoast” finden sich bislang 26 Videos der Schüler. In den Clips trafen die Reporter etwa den Vorbeter der Synagoge von Halle, die zum Ziel eines Terroranschlags wurde, erzählen die Geschichte einer Flucht aus der DDR oder sprechen mit jungen Juden und Muslimen über deren Ängste.

„Bravo“ erscheint nur noch monatlich

Die Verlagsgruppe Bauer Media Group hat bekannt gegeben, dass die „Bravo“ nur noch ein Mal im Monat, insgesamt 13 Mal im Jahr, erscheinen wird. Bereits 2015 war die Erscheinungsweise von wöchentlich auf 14-tägig umgestellt worden.

Man wollte stattdessen in digitale Kanäle, soziale Medien und Bewegbild investieren.

Die ORF-Landesstudios fordern neue Sendungen und ein höheres Budget

Rechtzeitig zur heißen Phase in der ORF-Budgetplanung für 2020 kommen auch aus den Bundesländern Wünsche. Bei zwei neuen Sendereihen soll das Landesstudio Salzburg federführend sein.

Wie die SN erfahren haben, haben die Landesstudios und die Landesstifungsräte gemeinsam zwei Ziele, zwei „übergeordnete Maßnahmen“ und fünf inhaltliche Forderungen für die kommenden beiden Jahre aufgesetzt. Die Ziele und Maßnahmen lassen sich einfach zusammenfassen: Die Regionalität des ORF sollte ausgebaut werden. Und dafür bräuchten die Landesstudios zusätzliche Sendeflächen auf ORF 2 sowie ein höheres Budget, schildert der Salzburger Stiftungsrat Matthias Limbeck. „Nur so können wir dem Seherwunsch nach stärkerer Regionalität nachkommen.“

Zu den fünf inhaltlichen Forderungen gehören neben einer Erneuerung der Marke „ORF Landesstudios“ vier Sendeflächen: Im ORF-2-Hauptabend sollen zumindest fünf Sondersendungen ausgestrahlt werden, die aus den Landesstudios kommen, etwa eigene Jahresrückblicke. Am Spätabend soll es zudem ein vierminütiges „Bundesland heute“ geben – „ein regionaler News-Flash“ aus den Bundesländern um 21.55 Uhr, wie Limbeck beschreibt.

Bei zwei weiteren Ideen soll das Landesstudio Salzburg federführend sein: Zum einen wird ein „Universum Spezial“ gefordert, das Grenzregionen der Bundesländer behandelt. Zum anderen soll es ein Kulturmagazin für die Länder geben, täglich von Juni bis August um 18.30 Uhr auf ORF 2.

Bei einer außerordentlichen Sitzung des ORF-Finanzausschusses kommenden Montag, bei der es allgemein um das Budget 2020 geht, soll über die Vorschläge diskutiert werden. Danach liege der Ball bei der ORF-Geschäftsführung. „Es sollten möglichst alle Forderungen umgesetzt werden“, sagt Limbeck.

Brüssel billigt Springer-Deal des Investors KKR

Für den Einstieg beim deutschen Medienkonzern Axel Springer hat der US-Finanzinvestor KKR die Genehmigung der EU-Kommission bekommen. Es gebe keine Wettbewerbsbedenken, weil die Übernahme nur geringe Auswirkungen auf den Markt haben werde, erklärte die Brüsseler Behörde. Das Vorhaben sei im vereinfachten Verfahren der Fusionskontrolle geprüft worden.

Der US-Finanzinvestor Kohlberg Kravis Roberts (KKR) hatte die Übernahme von mehr als 40 Prozent der Springer-Aktien angekündigt. Der Medienkonzern Axel Springer will mit dem Einstieg von KKR das Wachstum im Digitalen vorantreiben.

Springer gibt unter anderem die Tageszeitungen „Bild“ und „Welt“ heraus. Neben den journalistischen Inhalten setzt der Konzern schon länger stark auf digitale Rubrikengeschäfte. Im ersten Halbjahr des laufenden Jahres erzielte der Konzern bereits fast 74 Prozent der Umsatzerlöse im Digitalen.

Deutschland plant Millionen-Förderung für Zeitungen

Nachdem viele Zeitungsverlage deutlich gemacht haben, dass sich das Austragen gedruckter Exemplare vor allem auf dem Land kaum noch finanzieren lässt, steht offenbar politische Hilfe kurz bevor. Abgeordnete unterschiedlicher Fraktionen rechnen damit, dass die Bundesregierung noch in den laufenden Beratungen über den Haushalt für das kommende Jahr vorschlagen wird, ein Millionen-Budget für die Förderung der Zeitungszustellung freizugeben. „Es dürfte zwar schwer werden, kurzfristig schon im nächsten Jahr alle Wünsche zu erfüllen, aber wir sollten 2020 unbedingt schon einen ersten Impuls setzen“, sagte etwa der kultur- und medienpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Martin Rabanus.

Verleger aus dem gesamten Bundesgebiet haben die Abgeordneten ihrer Region angeschrieben und um eine positive Haltung für die „aktuell im Bundestag anstehenden Beratungen über eine Infrastruktur-Förderung von Zeitungsverlagen“ gebeten – obwohl das Thema den Bundestag offiziell noch gar nicht erreicht hat.

Das Arbeitsministerium betonte, Ziel der aktuellen Überlegungen sei, „dass Regionen nicht von der Pressezustellung abgehängt werden“. Wie eine genaue Förderung aussehen kann, sei aber noch offen, da die Gespräche hierzu „noch nicht abgeschlossen“ seien. Allerdings sind die Pläne weiter fortgeschritten, als es diese diplomatische Antwort zu erkennen gibt: Gezahlt werden soll nach Auflage. Im Gespräch ist ein gestaffeltes Modell, das Zustellregionen in Städten, in ländlichen Regionen und in Mischgebieten unterscheidet. Für die Zustellung auf dem Land soll es das meiste Geld geben.

Netflix wappnet sich mit Nickelodeon gegen Disney+

Gerade erst hat Disney in den USA seinen neuen Streamingdienst an den Start gebracht, da verbündet sich Netflix mehr denn je mit Nickelodeon. Wie jetzt bekannt wurde, haben die beiden einen mehrjährigen Vertrag geschlossen, in dessen Rahmen Nickelodeon zahlreiche animinierte Filme und Serien für Netflix produzieren soll.

Dabei geht es um bekannte Figuren aus der Nickelodeon-Welt, aber auch um neue Konzepte. Schon bisher haben Netflix und Nickelodeon zusammengearbeitet, etwa beim Special des Zeichentrick-Klassikers „Rockos modernes Leben“. Darüber hinaus befinden sich bereits Specials zu „The Loud House“ und „Rise of the Teenage Mutant Ninja Turtles“ in Arbeit. Zudem wird über ein Spin-Off von „SpongeBob Schwammkopf“ spekuliert, das bei Netflix landen könnte.