Hass im Netz: Österreich für koordinierte Vorgehensweise der EU

Justizministerin Alma Zadic sieht in punkto Hass im Netz „eine koordinierte Vorgehensweise der EU-Institutionen und der Mitgliedstaaten“ als entscheidend an und begründet dies mit der „grenzüberschreitenden Dynamik“. Dies teilte die Ministerin im Anschluss an eine informelle Videokonferenz der EU-Justizminister mit.

Dabei thematisierten Zadic und ihre EU-Amtskollegen erstmals unter deutscher EU-Ratspräsidentschaft die Problemfelder Falschinformation und Hassrede. In Deutschland tritt demnächst ein neues Gesetz zur Bekämpfung von Rechtsextremismus und Hasskriminalität im Internet in Kraft. Für soziale Netze wie Facebook und Twitter gibt es demnach weitreichende Pflichten. EU-Justizkommissarin Vera Jourova kritisiert den deutschen Alleingang.

„Ich verberge nicht, dass wir für die Europäische Union eine paneuropäische Lösung möchten“, sagte Jourova am Montag dazu. Dies bedeute, dass die EU-Staaten nicht ihre jeweils spezifischen Gesetze haben sollten. Zugleich stellte die Vizepräsidentin der Brüsseler Behörde bis Ende des Jahres EU-weit verpflichtende Vorgaben für Online-Netzwerke in Aussicht. Elementarer Grundsatz solle stets die Redefreiheit bleiben.

Österreich unterstütze und beteilige sich intensiv an den Maßnahmen der Europäischen Kommission, hieß es seitens des Justizministeriums. „Aus österreichischer Sicht muss mehr Verantwortung, Transparenz und Rechtsstaatlichkeit im Online-Bereich geschaffen werden“, betonte Zadic.

Rückhalt aus Deutschland

Dieser Ansicht ist auch die deutsche Justizministerin Christine Lambrecht (SPD). Wir müssen Demokratie und Rechtsstaatlichkeit gerade jetzt stärken“, forderte die Ministerin. Europa dürfe nicht hinnehmen, dass die öffentliche Debatte verdreht und vergiftet werde. Derzeit versuchten Populisten und Radikale, die Not der Menschen in der Corona-Krise auszunutzen. Umso wichtiger seien parlamentarische Kontrolle, eine unabhängige Justiz und freie Medien.

„In der Pandemie sind Leben gefährdet, wenn blanker Unsinn über Impfstoffe verbreitet oder das Virus schlicht geleugnet wird“, ist die Ministerin überzeugt. Soziale Netzwerke wie YouTube und Facebook stünden in der Verantwortung, sich nicht für Hass und Desinformation missbrauchen zu lassen. Hier müsse es weitere Schritte bis hin zu klaren Verpflichtungen für die Plattformen geben.

Großbritannien vor Ausschluss von Huawei bei 5G-Mobilfunknetz

Großbritanniens Premierminister Boris Johnson wird den chinesischen Netzwerkausrüster Huawei beim Ausbau des neuen Mobilfunkstandards 5G noch in diesem Jahr ausschließen.

Derzeit werden Pläne erarbeitet, binnen sechs Monaten den Einsatz von Huawei-Technologie zu beenden und bereits eingesetzte Teile zu entfernen.

Zuvor habe die britische Geheimdienstbehörde GCHG weitere Bedenken über die Sicherheit von chinesischen Technologiekonzernen geäußert. Großbritannien hat Huawei bei 5G eine begrenzte Rolle eingeräumt. Die USA fordern aus Sicherheitsgründen jedoch einen Ausschluss des Unternehmens vom 5G-Netz.

Deutschland: Grundsicherung soll Mobilfunkkosten berücksichtigen

Erstmals sollen nun auch Handykosten bei der Berechnung der Regelsätze des Arbeitslosengelds II („Hartz IV“) berücksichtigt werden. Das berichtet das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) unter Berufung auf einem Gesetzentwurf des Bundesarbeitsministeriums, in dem es um die geplanten Regelsätze ab kommendem Jahr geht. Für alleinstehende Erwachsene soll der demnach um 7 auf monatlich 439 Euro steigen, für Kinder von 14 bis 17 Jahren um 39 auf 367 Euro.

Der Gesetzentwurf dient demnach noch der Koordinierung mit dem Kanzleramt und im Zuge des Gesetzgebungsverfahrens sei wegen aktualisierter Daten noch eine Erhöhung zu erwarten.

„Die Nutzung von Mobilfunk, also der Verwendung von Handys, ist heute Bestandteil des Alltags und damit gesellschaftliche Realität“, zitiert das RND aus dem Gesetzentwurf die Begründung für die Einbeziehung der Mobilfunkkosten. Anfang 2010 hatte das Bundesverfassungsgericht geurteilt, dass der Gesetzgeber bei der Bestimmung des Existenzminimums die soziale Wirklichkeit zu erfassen habe und dabei die Realitäten einer technisierten Informationsgesellschaft anerkennen müsse.

Slack wirft Microsoft unfairen Wettbewerb vor

Der Bürokommunikationsdienst Slack rechnet im als unfair empfundenen Wettbewerb mit Microsoft nicht mit einer Unterstützung durch ein Kartellverfahren in den USA. Microsoft sei geradezu von der Idee besessen, Slack an den Rand zu drängen, und verteile seine Teams-Software massenhaft kostenlos mit Windows 10, sagte Slack-CEO Stewart Butterfield in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Trotzdem sei es Microsoft nicht gelungen, sein Unternehmen vom Markt zu drängen. Slack habe im ersten Quartal weltweit 122.000 zahlende Kunden gehabt und verzeichne weiter ein starkes Wachstum. Insgesamt nutzten im ersten Quartal über 750.000 Unternehmen weltweit Slack, viele davon im kostenlosen Modell.

„Ich glaube, dass Märkte eine Rolle spielen und Wettbewerb gut ist“, betonte Butterfield. Und deshalb sei es sehr schwer festzulegen, wo man eine Grenze ziehen müsse und wo der Staat tatsächlich eingreifen sollte. Sich in den USA für ein Kartellverfahren stark zu machen, sei aber im Grunde eine Zeitverschwendung. „Der Kongress müsste handeln, und es kann Jahre dauern, bis da eine Entscheidung fällt.“ Und da ein Votum der Politik mit Sicherheit vor Gerichten angefochten werde, würde vermutlich mehr als ein Jahrzehnt verstreichen, bevor Microsoft in die Schranken gewiesen werde.

Microsoft ist netter als zu Zeiten des Browserkriegs

Im Vergleich zu den Zeiten, in denen Microsoft im sogenannten Browserkrieg seinen Wettbewerber Netscape auch mit umstrittenen Maßnahmen niedergerungen habe, sei der Konzern aber inzwischen „durch eine wärmere und freundlichere Kultur geprägt“, sagte Butterfield. Obwohl man Slack in Microsoft-Pressemitteilungen diskreditiert habe: „Microsoft-CEO Satya Nadella ist eine großartige Person – aber man wird auch nicht Chef dieses Konzerns, wenn man keine scharfen Ellbogen besitzt.“

Microsoft entgegnet, seine Software Teams werde bei Windows 10 nicht standardmäßig installiert, weder in den Versionen für Privatanwender noch bei den sogenannten Commercial-Lizenzen für gewerbliche Kunden. „Grundsätzlich kann aber jeder PC-Hersteller natürlich Microsoft-365-Anwendungen oder andere Programme installieren.“

Slack steigerte zuletzt seinen Umsatz in dem Ende April abgeschlossenen ersten Geschäftsquartal im Jahresvergleich um 50 Prozent auf 201,7 Millionen Dollar (179,8 Mio Euro). Allerdings wuchs Slack auch schon vorher mit ähnlichem Tempo. Investoren hatten erwartet, dass die Heimarbeit und das Lernen zu Hause in der Corona-Krise das Geschäft der Firma noch stärker ankurbeln. Für das laufende Vierteljahr stellte Slack ein Umsatzplus von bis zu 44 Prozent in Aussicht.

Deutscher Bundesrat billigt Gesetz gegen Hass im Netz

Der Bundesrat billigte das Gesetz gegen Hass im Netz, das auch eine Meldepflicht für die Betreiber sozialer Netzwerke vorsieht. Sie müssen bei Hassdelikten das Bundeskriminalamt (BKA) einschalten, damit diese von den Ermittlungsbehörden verfolgt werden können.

Unter die Meldepflicht Morddrohungen, Volksverhetzung und Gewaltdarstellungen, die Billigung von Straftaten sowie die Verbreitung von Kinderpornografie. Gemeldet werden müssen zudem die Verbreitung von Propagandamitteln und die Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat sowie die Unterstützung krimineller und terroristischer Vereinigungen.

Strafbar sind der Neuregelung zufolge künftig Drohungen mit Körperverletzung – oder wenn jemand derartige Delikte gutheißt. Darunter fällt es etwa, wenn die Aussage, jemand gehöre „an die Wand gestellt“, gebilligt wird. Wer jemanden öffentlich im Netz beleidigt, kann künftig mit bis zu zwei Jahren Haft bestraft werden, bisher galt ein Jahr.

Der im Strafrechtsparagrafen 188 festgelegte Schutz für Politiker vor übler Nachrede und Verleumdung wird außerdem auf die kommunale Ebene ausgeweitet. Und wenn eine Tat aus antisemitischen Motiven begangen wird, gilt dies künftig ausdrücklich als strafverschärfend.

Künftig können zudem Menschen, die von Bedrohungen, Beleidigungen und unbefugten Nachstellungen betroffen sind, leichter eine Auskunftssperre im Melderegister eintragen lassen.

Intel steigt mit 226 Millionen Euro bei indischer Digitalplattform ein

Der US-Chipkonzern Intel schließt sich bekannten Firmen wie Facebook und dem Finanzinvestor KKR an und beteiligt sich am Digitalarm des indischen Reliance-Konglomerats. Für 255 Millionen Dollar (226 Mio. Euro) erwerbe Intel einen Anteil von knapp 0,4 Prozent, teilte Reliance mit.

Inzwischen haben die Inder etwa ein Viertel an ihrer Tochter Jio Platforms verkauft und insgesamt 15,8 Milliarden Dollar eingenommen, um den eigenen Schuldenberg abzubauen. Jio betreibt Plattformen für Kinofilme, Musik sowie Indiens größten Mobilfunker Jio Infocomm. Das Interesse ausländischer Investoren gilt als Zeichen dafür, dass Jio Indiens Digitalwirtschaft dominieren könnte.

Interessenverbände warnen vor Googles Fitbit-Übernahme

Insgesamt 20 Interessenverbände haben gemeinsam vor der Übernahme des Fitness- und Wearable-Unternehmens Fitbit durch Google gewarnt.

Die Verbraucherschutzorganisationen sind vor allem besorgt, dass Google Fitbit-Daten wie die Anzahl der Schritte, die Pulsrate sowie die Qualität des Schlafes für anderweitige Geschäftsfelder nutzen könnte. „Die Erfahrungen der Vergangenheit zeigt, dass Aufsichtsbehörden vorsichtig sein müssen, was die Versprechungen von fusionierenden Unternehmen sein müssen, was die Verwendung der Nutzerdaten betrifft“, erklären die Interessenverbände.

„Die Aufsichtsbehörden müssen davon ausgehen, dass Google in der Realität das gesamte momentan noch unabhängige Datenmaterial von Fitbit in Kombination mit seinen eigenen Daten verwenden wird“, schlussfolgern die Gruppen.

Google versucht, Bedenken auszuräumen

Google widerspricht diesen Bedenken. Wie eine Unternehmenssprecherin Reuters mitteilt, gehe es bei der Übernahme um die Geräte, nicht um die Daten Fitbits. „Wir glauben, dass die Kombination von Googles und Fitbits Hardware die Konkurrenz in diesem Wirtschaftsbereich beleben wird.“

Google hatte die Übernahme von Fitbit im November 2019 angekündigt. Der Wearable-Hersteller soll Google 2,1 Milliarden US-Dollar wert gewesen sein, offizielle Zahlen hat das Unternehmen allerdings nicht veröffentlich. Der Marktwert von Fitbit lag Ende Oktober 2019 bei 1,56 Milliarden US-Dollar, gemessen an der Marktkapitalisierung.

Magenta aktiviert 5G an über 600 Standorten in ganz Österreich

Bis Jahresende werden noch rund 1.200 Standorte in ganz Österreich mit unterschiedlichen Ausbauprogrammen mit 5G erschlossen. Magenta investiert im Zeitraum 2018 bis 2021 rund eine Milliarde Euro in den Ausbau seiner mobilen und fixen Netze.

Innovative Technologie ermöglicht schnelleren 5G Ausbau

Der schnelle Rollout wird mit einem neuen Feature der innovativen Technologie 5G New Radio umgesetzt: Magenta Telekom gehört zu den ersten Mobilfunk-Netzbetreibern Europas, die diese Technologie einsetzen. Zusätzlich zum klassischen Ausbau mit Highspeed 5G Antennen wird dabei die Bestandstechnik mit Investitionen im zweistelligen Millionenbereich aufgerüstet. Das neue Feature von 5G New Radio (Dynamic Spectrum Sharing) macht es möglich, dass an einem Standort die Funkfrequenzen in einem bestimmten Frequenzband dynamisch für LTE und 5G verwendet werden. Je nach Nachfrage und örtlicher Verfügbarkeit von 5G nutzen Netzteilnehmer den schnellsten von ihrem Smartphone unterstützten Mobilfunkstandard.

Speedlink hat einen Käufer gefunden

Das Logistikunternehmen Zeitfracht wird wohl zum 1. August 2020 den Hersteller der Marke Speedlink, Jöllenbeck, und den Distributor First Wise Media übernehmen. Das berichtet das Branchenmagazin Gameswirtschaft. Dabei sei es wichtig, dass die 300 Mitarbeiter von Jöllenbeck und First Wise Media ihre Arbeit nicht verlieren. Bisher werden sie über die Bundesagentur für Arbeit weiter bezahlt. Beide Unternehmen haben einen kombinierten Umsatz von etwa 150 Millionen Euro zu verzeichnen. Jöllenbeck schrieb allerdings seit 2017 mehr als 1 Million Euro Verluste jährlich und musste im Mai 2020 Insolvenz anmelden.

„Die Geschäftsaktivitäten beider Unternehmen passen perfekt zu jenen der KNV Zeitfracht in der Medienlogistik“ sagte Zeitfracht-CEO Dominik Wiehage. Das Unternehmen beliefert diverse Einzelhandelsunternehmen, darunter Buchhandlungen und Elektronikmärkte, und wickelt generell Logistik ab. Etwa 5.000 Lieferanten werden von Zeitfracht verwaltet. Außerdem berät das Unternehmen Kunden in Logistikfragen. Derzeit hat Zeitfracht etwa 2.500 Mitarbeiter und ist an 14 Standorten vertreten.

Jöllenbeck und First Wave haben seit einiger Zeit zusammengearbeitet. Letzteres Unternehmen hat die Logistikaufgaben und Zulieferung der Jöllenbeck-Produkte übernommen. Die Marke Speedlink ist bekannt für diverse Peripheriegeräte im unteren bis mittleren Preissegment. Dazu zählen Headsets, Mäuse, Tastaturen und Lautsprechersysteme. Sehr prominent vertreten sind die Produkte oft in Media-Markt- und Saturn-Filialien.

Safari: Google zahlt Apple Milliarden für Safari

Britische Wettbewerbshüter haben Google und Apple ins Visier genommen. Der Grund: Der Suchmaschinenanbieter zahlt Browseranbietern jährlich hohe Beträge, um als Standardsuchmaschine ausgewiesen zu werden. In Großbritannien sei das ein „bedeutender Teil“ der 1,2 Milliarden Pfund (ca. 1,33 Milliarden Euro), die Google ausgibt.

Das ist den Regulatoren der Wettbewerbs- und Marktaufsichtsbehörde ein Dorn im Auge, da dadurch vor allem kleine Unternehmen auf Barrikaden stoßen. So sei es für Konkurrenten des Anbieters so schwierig, zu expandieren. In dem Bericht wird vorgeschlagen, entweder Apple zu verbieten, mit solchen Deals Geld zu verdienen oder die Firma dazu zu verpflichten, Nutzern bei der ersten Verwendung der App die Wahl zu lassen, welche Suchmaschine sie nutzen möchten.

Neun Milliarden in den USA geschätzt

Safari am Smartphone setzt seit Jahren auf Google – 2014 wurde bereits bekannt, dass der IT-Konzern Apple damals eine Milliarde US-Dollar zahlte, um in den USA aufzutauchen. Diese Zahl dürfte in den letzten Jahren wohl gestiegen sein, schreibt „The Verge“. Analysten schätzen, dass es heute neun Milliarden US-Dollar jährlich sind, die insgesamt an den iPhone-Hersteller fließen. Regulatoren sehen das sehr kritisch, da für mittlerweile für eine weitaus kleinere Region mehr Geld gezahlt wird. Googles Konkurrenz, etwa die Suchmaschine DuckDuckGo, könnten kaum mithalten.

Red Bull wertvollste Marke Österreichs, ÖBB die nachhaltigste

Red Bull ist und bleibt mit großem Abstand die wertvollste Marke Österreichs. Von Jahr zu Jahr ändert sich wenig unter den Top Ten, in die es diesmal der Verbund auf Kosten von Signa Retail geschafft hat. Neu ist, dass das European Brand Institute erstmals ein Ranking nach Nachhaltigkeit eingeführt hat. Diese Wertung gewann die ÖBB.

Die zehn wertvollsten Marken des Landes sind zusammen über 34 Milliarden Euro wert, fast die Hälfte davon (15,1 Milliarden) entfällt auf Red Bull, das einzige österreichische Unternehmen, das auch weltweit in den Top 100 ist. Das Salzburger Getränkeunternehmen legte noch einmal um über 14 Prozent zu. Auf Rang zwei folgt diesmal Novomatic, das Swarovski knapp überholt hat, beide kommen auf je 3,5 Milliarden Markenwert. Dahinter folgen Spar, Erste Group, Raiffeisen Bankengruppe und die ÖBB mit etwa zwei Milliarden Euro sowie OMV, Verbund und XXX Lutz mit 1,0 bi 1,5 Milliarden Das stärkste Wachstum beim Markenwert zeigte diesmal der Verbund.

Im neu geschaffenen „Sustainable Brand Rating“ hat das European Brand Institute für Marken „den Beitrag gemeinwirtschaftlicher Unternehmen und Organisationen zur nachhaltigen Entwicklung in Österreich“ erhoben. Bewertet nach Kriterien, die unter anderem aus den UN-Nachhaltigkeitszielen abgeleitet wurden, gab es die meisten Punkte im Sektor Verkehr für die ÖBB, in der Versorgungsinfrastruktur für die APG, bei Energieversorgern für die Wien Energie, unter den Finanzinstituten für die Erste Bank und in der Gesundheits- und Sozialinfrastruktur für das Rote Kreuz.

Facebook schraubt am Algorithmus

Seit Wochen ist es unruhig bei Facebook. Am 30.06. gab das Unternehmen nun bekannt, dass es Änderungen am Algorithmus vornehmen will, allerdings geht es dabei nicht um Werbung wie rund um den Ärger mit der ‚StopHateforProfit-Aktion, sondern um Journalismus: Der News Feed, der jedem Benutzer und jeder Benutzerin ausgespielt wird, soll nach zwei Faktoren verändert werden. Beide betreffen die Qualität von Nachrichten: Einerseits sollen ab sofort Artikel weiter nach oben rutschen, die Facebook als „Ursprungsquelle“ eines Themas identifiziert. Und andererseits sollen Nachrichten, die keine transparenten Informationen über die Redaktion oder den Verlag offenlegen, im News Feed herabgestuft werden.

Vereinfacht und theoretisch heißt das: Wer die Informationen, die er verbreitet, belegen kann und schnell ist, rutscht nach oben. Wer Unsinn verbreitet, soll weiter unten im News Feed landen.

Wie viel sich letztlich für die Facebook-Nutzer und -Nutzerinnen ändert, ist fraglich. Auch weiterhin werden die Mitglieder nur Nachrichten in ihrer Timeline ausgespielt bekommen, die ihre Freunde und Follower sich anzeigen lassen und teilen – und natürlich Nachrichtenquellen, die sie selbst abonniert haben.

Facebook wurde in der Vergangenheit immer wieder dafür kritisiert, Nachrichten von Qualitätsmedien nicht von Fake-News-Produktionen zu unterscheiden. Dass die Algorithmus-Änderung rechtzeitig vor der anstehenden Präsidentschaftswahl in den USA passiert, dürfte kein Zufall sein.

RTR: Mehrbelastung der Netze mit Netzneutralität sehr gut vereinbar

„Die europäische Netzneutralitätsverordnung hat sich in Österreich auch bei der Bewältigung der COVID-19-Krise bewährt. Dank ihrer Bestimmungen konnte die Telekom-Branche den plötzlichen Lockdown ‚digital‘ meistern“, erklärt Klaus Steinmaurer, Geschäftsführer der RTR für den Fachbereich Telekommunikation und Post, und verweist auf den aktuell veröffentlichten Netzneutralitätsbericht. „Wäre aufgrund drohender Netzüberlastung die Erbringung von Internetzugangsdiensten gefährdet gewesen, hätten die Anbieter von Internetzugangsdiensten von jetzt auf sofort Verkehrsmanagementmaßnahmen treffen dürfen, um die Überlastung ihrer Netze umgehend in den Griff zu bekommen. Uns als zuständige Regulierungsbehörde hätte man von derartigen Maßnahmen lediglich am selben Tag in Kenntnis setzen müssen – unbürokratisch, ohne aufwendiges Verfahren “, sagt Steinmaurer und resümiert: „Allerdings sind die österreichischen Fest- und Mobilfunknetze so gut dimensioniert, dass trotz Auslastungsspitzen kein einziger Provider während des Lockdowns Maßnahmen bei uns angemeldet hat.“

Ausgangsbeschränkungen ändern Nutzungsverhalten in Telekommunikationsnetzen

Am auffälligsten unmittelbar nach Inkrafttreten der Ausgangsbeschränkungen war der starke Anstieg der Sprachtelefonie. „Die vorgeschriebene physische Distanz wurde mittels Telefon überbrückt – die Menschen redeten wieder viel mehr miteinander. Die Nutzung von Sprachtelefonie stieg teils auf das Dreifache des Niveaus vor Corona“, führt Steinmaurer aus. „Beim ohnehin ständig zunehmenden Datenverbrauch war eine verstärkte Nutzung untertags zu beobachten – Stichwort Home Office oder Home Schooling, Auslastungsspitzen gab es aber auch in den Abendstunden und an den Wochenenden“, so Steinmaurer und ergänzt: „In ein paar Monaten werden wir genau sehen, wie Corona das Nachfrageverhalten beeinflussen wird. Ich bin überzeugt, dass man sowohl im Privatkunden- als auch im Geschäftskundensegment bereit sein wird, für einen gut funktionierenden Internetzugang mehr Geld in die Hand zu nehmen. Höhere Bandbreiten werden in Zukunft bei der Produktwahl den Ton angeben.“

Chiphersteller Micron profitiert vom Trend zum Homeoffice

Der US-Chiphersteller Micron profitiert vom Trend zum Homeoffice. Der Umsatz sei im dritten Quartal verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um 13,6 Prozent auf 5,44 Milliarden Dollar gestiegen.

Ohne Sonderposten verdiente Micron 82 Cent je Aktie, was über den durchschnittlichen Erwartungen der Experten von 77 Cent je Anteilsschein lag.

Wegen des Trends zum Home Office in der Coronakrise ist der Bedarf an Speicherchips in Datenzentren deutlich gestiegen. Für das vierte Quartal rechnet das Unternehmen mit Erlösen zwischen 5,75 Milliarden Dollar und 6,25 Milliarden Dollar.

Facebook muss Max Schrems 500 Euro zahlen

Nach sechs Jahren Prozess kam es in der Causa Max Schrems vs. Facebook am Wiener Landesgericht endlich zu einem Urteil: Die Wiener Richterin Margot Slunksy-Jost spricht Max Schrems eine Summe von 500 Euro zu. Zum Vergleich: Das ist genau so viel, wie eine Wiener Privatperson Strafe zahlen muss, die im Juni in Wien einen „lauten Darmwind“ vor einem Polizisten entweichen ließ.

Der Datenschutzaktivist hatte eine Klage gegen Facebook eingebracht, weil Facebook seiner Ansicht nach mehrere Datenschutzverletzungen begangen hat und er seine Daten vom US-Konzern, der in Europa eine Niederlassung in Irland hat, nie vollständig erhalten hat.

Max Schrems hat in seiner ersten Reaktion zum Urteil angekündigt, in Berufung gehen zu wollen. Das Urteil ist damit nicht rechtskräftig. Schrems kritisiert, dass die Richterin zwar die Fakten korrekt zusammengefasst habe, sich aber auf keine rechtliche Analyse der Causa eingelassen hat und spricht von einem „Non-Urteil“.

Datenschutzbehörde beklagt Personalmangel

Die Zahl der Beschwerden an die Datenschutzbehörde hat sich im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt. Schon im Jahr zuvor hatte sie sich verzehnfacht. Der Grund dafür liegt in der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO), die im Mai 2018 in Kraft getreten ist und Firmen zu einem sorgsameren Umgang mit Daten verpflichten sowie Bürgern mehr Rechte einräumen soll.

Sie hat gleichzeitig den Arbeitsaufwand der Behörde erheblich gesteigert: 2019 gab es 2.102 Beschwerden, 95 mit grenzüberschreitendem Sachverhalt. Weiters führte die Dienstelle 103 amtswegige Prüfverfahren. Im Jahr 2017, vor dem Inkrafttreten der DSGVO, waren es noch lediglich 156 Individualbeschwerden.

Bereits in den vergangenen Jahren monierte die Datenschutzbehörde Probleme mit dem Personalstand. „Die Vervielfachung der Beschwerden führte nicht nur zu einer sehr hohen Arbeitsbelastung, die Verfahrensführung dieser nationalen und internationalen Beschwerden bedingt großes Fachwissen“, schreibt sie dazu in ihrem aktuellen Datenschutzbericht.

Auch heuer gebe es zusätzlichen Personalbedarf, vor allem aufgrund der Führung von Verwaltungsstrafverfahren und Fällen, bei denen personenbezogene Daten unerlaubt weitergeben wurden – etwa durch Datenlecks oder E-Mails an falsche Adressaten. Gerade die Bearbeitung einer Vielzahl von Meldungen über Data Breaches wird als Begründung genannt, warum mehr Mitarbeiter gebraucht würden.

Sennheiser baut 650 Stellen ab

Der deutsche Audiospezialist Sennheiser hat den Abbau von mehreren hundert Arbeitsplätzen angekündigt. Bis 2022 sollen weltweit rund 650 der 2.800 Stellen wegfallen, davon etwa 300 in Deutschland. Hintergrund seien ein schwieriges Geschäftsjahr 2019 mit Verlust und die Auswirkungen der Coronakrise, teilte das Unternehmen aus Wedemark bei Hannover am Mittwoch mit.

Mit dem Betriebsrat würden Gespräche über sozialverträgliche Konzepte für den Stellenabbau geführt. Betriebsbedingte Kündigungen sollten „so weit wie möglich“ vermieden werden, sagte Unternehmenschef Andreas Sennheiser.

„Mit der Absage von Live-Events auf der ganzen Welt ist die gesamte Veranstaltungs- und Musikindustrie praktisch zum Stillstand gekommen und läuft nur sehr langsam wieder an“, ergänzte Co-Chef Daniel Sennheiser. „Dies hat deutliche Auswirkungen auf den Absatz von Mikrofonen, die sich auch noch im nächsten Jahr in unserem Geschäftsverlauf bemerkbar machen werden.“

S&T kauft Deutsche Citycomp Gruppe für 6 Mio. Euro

Der börsennotierte Linzer IT-Dienstleister S&T kauft die deutsche Citycomp Gruppe. Das Unternehmen habe einen Vertrag über den Erwerb von 55,5 Prozent an der deutschen Mutter inklusive der Töchter in Österreich und der Schweiz abgeschlossen. Der fixe Kaufpreis dafür liege bei 6 Mio. Euro.

Mit dem Kauf erwerbe S&T ein „flächendeckendes Service-Netzwerk in Deutschland, wo man bis dato nur regional präsent war“. Die Transaktion soll im dritten Quartal 2020 abgeschlossen sein. Citiycomp habe rund 300 Mitarbeiter und plane für das Geschäftsjahr einen Umsatz von rund 30 Mio. Euro sowie ein positives Nettoergebnis.

Softbank verkauft zunächst T-Mobile-US-Aktien für 4,9 Milliarden Euro

Der japanische Technologiekonzern Softbank wird nach eigenen Angaben im laufenden Quartal bis Ende Juni 600 Milliarden Yen (etwa 4,9 Milliarden Euro) durch den Verkauf eines Teils seiner T-Mobile-US-Aktien einnehmen.

Insgesamt will Softbank einen Anteil an der Deutsche-Telekom-Tochter im Wert von mehr als 20 Milliarden Dollar verkaufen. Damit sollen Schulden abgebaut und ein Aktienrückkauf finanziert werden.

Alphabet will Smartglasses-Flopp kaufen

Die Google-Mutter Alphabet soll sich in den finalen Verhandlungen einer Übernahme von North befinden. Laut The Globe and Mail, einer kanadischen Tageszeitung, soll Alphabet für den Smartglasses-Pionier rund 180 Millionen US-Dollar bezahlen. North hat seinen Sitz in Toronto und verkauft mit der Focals seit Oktober 2018 seine erste smarte Brille, die für 1.000 US-Dollar an den Start ging.

Wer eine Focals haben möchte, muss in einen der beiden Läden von North gehen – Brooklyn, New York, oder Toronto – und sich die Brille per 3D-Scan an den eigenen Kopf anpassen lassen. Die Focals kann das Datum und das Wetter zeigen und beispielsweise genutzt werden, um ein Uber-Taxi zu rufen. Sie wird per Bluetooth mit einem Android- oder iOS-Smartphone verbunden und unterstützt Alexa-Spracheingabe. Zur Steuerung ist aber primär ein kleiner Joystick gedacht, der per Ring am Zeigefinger getragen wird.

Ähnlich wie bei anderen Wearables, etwa Smartwatches, ist der Nutzen daher beschränkt. Hinzu kommt, dass die Focals täglich per USB-C geladen werden muss und das Display mit 300 x 300 Pixeln vergleichsweise niedrig auflöst. Zwar hat North den Preis im Februar Anfang 2019 auf 600 US-Dollar gesenkt, dennoch wurden einer Quelle mit Kontakt zum Vertrieb des Brillenherstellers zufolge wahrscheinlich kaum mehr als 1.000 Brillen verkauft.

USA wollen weiter Ericsson oder Nokia kaufen

US-Regierungsvertreter haben in den vergangenen Monaten weiter versucht, Technologiekonzerne wie Cisco, Private-Equity-Unternehmen und erfahrene Telekommunikationsmanager davon zu überzeugen, europäische Mobilfunkausrüster wie Ericsson oder Nokia zu kaufen. Das berichtet das Wall Street Journal unter Berufung auf informierte Kreise. In mehr als einem Fall sei Cisco nicht daran interessiert gewesen, „margenschwache Unternehmen“ zu erwerben.

Ericsson und Nokia sollten mit Steuervergünstigungen und Exportbankfinanzierungen unterstützt oder es sollte einer Private-Equity-Gruppe dabei geholfen werden, einen der beiden Ausrüster zu kaufen und von der Börse zu nehmen. Zudem versucht man die Stärkung von Open-RAN-5G-Mobilfunk basierend auf Standardhardware, wo hauptsächlich US-Unternehmen wie Airspan Networks, Altiostar Networks, Blue Danube Systems, Mavenir Systems und Parallel Wireless aktiv sind.

D: Upload-Plattformen: Gesetz soll »fairen Ausgleich« schaffen

Das Bundesjustizministerium (BMJV) hat einen weiteren Gesetzentwurf in Sachen EU-Urheberrecht vorgelegt: Das Eckpunktepapier enthält unter anderem Regelungen zur urheberrechtlichen Verantwortlichkeit von Upload-Plattformen wie Youtube.

Umgesetzt werden soll dies mit einem eigenen Urheberrechts-Diensteanbieter-Gesetz (UrhDaG), das erstmals gesetzlich die urheberrechtliche Verantwortlichkeit und die Sorgfaltspflichten von Upload-Plattformen für die von ihren Nutzern hochgeladenen Inhalte regelt: Hierzu zählt die Pflicht, bestimmte Lizenzen für die öffentliche Wiedergabe urheberrechtlich geschützter Werke zu erwerben (§ 4 UrhDaG-E).

Dabei gehe es nicht um ein Gegeneinander von Kreativen, Rechteverwertern und Nutzern, sondern um ein Miteinander, erklärt Bundesjustizministerin Christine Lambrecht. Der Entwurf schlage einen „fairen Ausgleich“ vor, von dem alle Beteiligten profitieren könnten. Demnach sollen die umstrittenen „Upload-Filter“ weiterhin überflüssig bleiben.

Kreative und Verwerter sollen fair an den Gewinnen beteiligt werden, die die Plattformen mit ihren Inhalten erzielen. Zugleich soll der Forderung der Nutzer nach der Wahrung der Kommunikations- und Meinungsfreiheit im Internet entsprochen werden. „Inhalte, die exklusiv auf Bezahl-Plattformen vermarktet werden sollen, können wir in unlizenzierten Uploads von Nutzern nicht dulden – auch das ist klar“, sagt die Ministerin weiter. „Hier müssen die Plattformen wirksame Mechanismen vorsehen, um solche Rechtsverletzungen zu verhindern. Und last but not least brauchen die Plattformen Rechtssicherheit; insbesondere bei der Frage, welche Inhalte sie lizenzieren müssen und welche nicht.“

Rolling Stones drohen Donald Trump

„Die Rolling Stones unterstützen Donald Trump nicht“, twitterte die Band bereits 2016. Nun gibt es erneut Streit um einen Song, den der US-Präsident im Wahlkampf nutzen wollte. Auch andere prominente Musiker beschwerten sich schon über widerrechtliche Nutzungen.

„You can’t always get what you want“ – Du bekommst nicht immer das, was du möchtest. Diesen Satz wenden die Rolling Stones nun offenbar auch gegen den Präsidenten der Vereinigten Staaten.

Ein offizieller Vertreter der Band droht Donald Trump und dessen Wahlkampfteam mit Klage, falls sie noch einmal den gleichnamigen Titel der britischen Rockband öffentlich nutzen.

Zuletzt hatte Trump den Titel bei seinem Wahlkampfauftritt in Tulsa (Oklahoma) einspielen lassen, auch schon im Wahlkampf 2016 ließ er den Song erklingen. Damals hatten die Stones getwittert: „Die Rolling Stones unterstützen Donald Trump nicht.“

Wie die britische BBC weiter meldet, haben sich die Rechtsanwälte der Band auch bereits an die Organisation für darstellende Rechte (BMI) gewandt, um die unbefugte Verwendung ihrer Musik zu stoppen. Das BMI wiederum habe dem Bericht zufolge das Wahlkampfteam von Trump auch schon darüber informiert, dass es keine weitere Aufführung geben dürfe.

Neue US-Liste erlaubt Beschlagnahmung von Huawei-Eigentum

Huawei ist mit vielen anderen chinesischen Konzernen auf einer Liste des US-Verteidigungsministeriums gelandet. Das könnte weitgehende Folgen haben.

Das US-Verteidigungsministerium hat Huawei auf eine Liste von 20 chinesischen Firmen gesetzt, die dem Militär gehören oder von diesem finanziert werden sollen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf das Dokument. Weder wurde die Liste von der US-Regierung veröffentlicht noch wurden Belege vorgelegt. Die aufgeführten Firmen müssen befürchten, dass die USA ihr Eigentum beschlagnahmt.

Die Vorwürfe aus den USA, wonach Huawei dem chinesischen Staat oder Militär gehört, werden seit Jahren erhoben.

Auf der Liste sind auch der teilstaatliche Videoüberwachungshersteller Hikvision, die staatlichen Netzbetreiber China Telecoms, China Mobile und der staatlicher Rüstungs- und Flugzeugkonzern AVIC. Außerdem stehen darauf der Gleisbaukonzern China Railway Construction, der Raumfahrtexperte China Aerospace Science and Industry Corp (CASIC) und der weltgrößte Personenzughersteller CRRC. Die drei Konzerne gehören ebenfalls dem chinesischen Staat.

Microsoft schließt alle eigenen Läden

Microsoft zieht sich weltweit mit seinen 82 eigenen Läden aus dem Einzelhandel zurück. Die Läden sollen geschlossen werden. Nur die Stores London, New York, Sydney und in der Nähe der Firmenzentrale in Redmond sollen als „Microsoft Experience Center“ erhalten bleiben, in denen dann aber auch keine Waren mehr verkauft werden.

Wie viele Arbeitsplätze von den Maßnahmen betroffen sein werden, sagte Microsoft nicht. Der Konzern kündigte an, Mitglieder des Einzelhandelsteams würden weiterhin Kunden von den Microsoft-Unternehmensstandorten aus betreuen und aus der Ferne Verkauf, Schulung und Support anbieten.

Microsoft hatte im Jahr 2009 damit begonnen, den Erfolg der zahlreichen Apple Stores in den USA mit einer Kette von einzelnen Einzelhandelsgeschäften nachzuahmen. Dort wurden Microsoft-Produkte wie die Surface-Rechner oder die Spielekonsole Xbox verkauft, aber auch Geräte von Herstellern wie Dell, HP und Lenovo. Außerdem wurde dort neue Technik wie die Augmented-Reality-Brille Hololens präsentiert. An den wirtschaftlichen Erfolg der Apple Stores konnten die Microsoft Stores aber nie heranreichen, auch weil Microsoft nach der Einstellung der Windows Phones nicht mehr über eigene Smartphones verfügte, während das iPhone die Geschäfte in den Apple-Läden antrieb.

ORF-TVthek: App fortan für mehr mobile Geräte verfügbar

Mit der App sollen alle Huawei Devices die Videoplattform des ORF nutzen können, wie die Sendeanstalt bekanntgab. Besonders Nutzer der Modelle der aktuellen Serie P40 sollen davon profitieren können, da sie nun erstmals via App die Möglichkeit haben, auf die Streamingplattform zuzugreifen.

Neben der Erweiterung auf den Huawei-Store fanden kürzlich Updates für die ORF-TVthek-Apps für iOS und Android sowie für Apple TV, Android TV und Amazon Fire TV statt. Im Rahmen der Updates sollen unter anderem die Darstellung von Suchergebnissen und Sendungsangeboten bzw. Sendungslinks verbessert worden sein. Neu sind auf Plattformen wie Apple TV, Android TV und Amazon Fire TV außerdem barrierefreie Maßnahmen wie VoiceOver und eine verbesserte Usability. Die will man unter anderem etwa durch das neue Anzeigen von „Ähnlichen Sendungen“ erreichen.

Ing. Michael Götzhaber, Technischer Direktor des ORF, kommentiert: „Ziel des ORF ist es, seine Streaming-Angebote plattformneutral und damit einem möglichst breiten Publikum bereitzustellen. Die Userinnen und User sollen unabhängig von Plattform, Provider und Endgerät ORF-TV-Contents abrufen können, und dies einfach, bequem, mit topaktuellen Features und in bester technischer Qualität.“

Browser-Hersteller verkürzen Zertifikats-Lebensdauer auf ein Jahr

Die maximale Gültigkeit von Zertifikaten für den Identitätsnachweis im Web wird weiter verkürzt – im nächsten Schritt auf ein Jahr. Zwar scheiterte im September eine Abstimmung darüber im CA/Browser Forum noch am Widerstand der Zertifizierungsstellen. Doch im März preschte Apple vor und erklärte, Safari werde nach dem 1. September 2020 ausgestellte Zertifikate nur noch akzeptieren, wenn sie nicht länger als 1 Jahr gültig sind.

Jetzt ziehen auch Mozilla und Google nach und schaffen damit Fakten. Früher waren Laufzeiten von 5 Jahren nicht ungewöhnlich. Aktuell dürfen Zertifikate noch auf 2 Jahre (genauer: 825 Tage — also plus etwas Karenz) ausgestellt werden. Mit der erneuten Verschärfung liefert etwa Chrome ein ERR_CERT_VALIDITY_TOO_LONG wenn ein Zertifikat nach dem 1. September 2020 ausgestellt wurde und länger als 398 Tage gültig ist.

Facebook stellt Verkauf der Oculus Go ein

Facebook wird den Verkauf seiner VR-Brille Oculus Go dieses Jahr einstellen, wie der Konzern auf dem Oculus-Blog mitteilt. Eingeführt worden war das kabellose und vergleichsweise günstige VR-Headset erst vor zwei Jahren.

Facebook erläutert dazu, dass man stattdessen vermehrt auf das teurere All-in-one-VR-Gaming-Headset Oculus Quest setze. Quest ermöglichte VR-Spiele wie Beat Saber, Dance Central und The Climb. Außerdem bietet das aktuellere VR-Headset Zugang zu PC-Spielen wie Asgard’s Wrath und Stormland. Das Kundenfeedback zur Quest war laut Blog-Eintrag so positiv, dass man nun „all-in“ gehen und ganz auf die Oculus Quest setzen wolle.

Sicherheits- und Fehler-Patches für Oculus Go sollen noch bis (einschließlich) 2022 veröffentlicht werden. Ab Dezember 2020 werden jedoch keine neuen Apps oder Updates für vorhandene Software für das VR-Headsets Oculus Go angeboten.

Deutsche Telekom will Mehrheit an US-Mobilfunker T-Mobile

Die Deutsche Telekom will ihren Anteil am US-Mobilfunker T-Mobile deutlich ausbauen. Die Bonner gaben einen Deal mit dem japanischen Softbank-Konzern bekannt, der ihre Beteiligung von zuletzt rund 43 auf 51 Prozent erhöhen soll. Softbank könnte demnach insgesamt bis zu 198 Millionen Aktien von T-Mobile im Wert von rund 21 Milliarden Dollar (18,7 Mrd Euro) verkaufen.

Die Telekom erhält Optionen für 101 Millionen davon, die bis Juni 2024 gezogen werden können. Bei vollständiger Ausübung würde der Anteil an T-Mobile US auf die genannten 51 Prozent steigen.

Softbank hatte als Mehrheitseigner des jüngst mit T-Mobile fusionierten US-Rivalen Sprint im Zuge des Zusammenschlusses einen Anteil von 24 Prozent am verschmolzenen Unternehmen erhalten. Nach dem nun geplanten Aktienverkauf soll dieser auf rund acht Prozent sinken.

Die Japaner hatten sich mit gewagten Investitionen etwa in den strauchelnden Büroraum-Vermittler WeWork verspekuliert und brauchen dringend Geld. Der Mischkonzern, der zu den weltweit größten Tech-Investoren zählt, hatte deshalb bereits angekündigt, den Verkauf eines milliardenschweren T-Mobile-Aktienpakets zu erwägen.

Internetwirtschaft: Delle durch Coronavirus, aber rosige Aussichten

Die Internetwirtschaft wird in diesem Jahr voraussichtlich rund 145 Milliarden Euro umsetzen, das würde ein Minus von 1,2 Prozent bedeuten, ergibt eine Studie des eco-Verbands. Nach der durch die Coronavirus bedingten Delle, die sich vor allem bei Aggregationsdiensten, Bezahlinhalten und in der Industrie 4.0 auswirken soll, darf sie aber bis 2025 mit einem Umsatzwachstum um knapp 75 Prozent auf rund 253 Milliarden Euro rechnen.

Das durchschnittliche jährliche Plus läge damit bei 15 Prozent; in der Vorgängerstudie waren es für die Jahre 2015 bis 2019 12 Prozent. Aktuell hat die Internetwirtschaft einen Anteil von 4,2 Prozent am Bruttoinlandsprodukt. Dieser soll sich laut der eco-Analyse bis 2025 auf Prozent ausweiten. In fünf Jahren sollen über eine halbe Million Menschen in der Internetwirtschaft beschäftigt sein.

Am stärksten profitieren der Bereich E-Commerce sowie Betreiber von beitragspflichtigen Portalen, Werbeträger, Online-Vermarktungsunternehmen und Anbieter von Transaktionsdiensten: Rund 40 Prozent des Umsatzvolumens beziehungsweise 57 Milliarden Euro sollen in diesen Bereichen generiert werden. Ein weiteres Drittel werde durch digitale Geschäftsmodelle in Anwenderindustrien und durch die Vermarktung digitaler Inhalte (Paid Content) generiert.

Mehr Bandbreite

Der Bedarf an Bandbreite in privaten Haushalten wird laut Studie mit der zunehmenden Verbreitung von 4K und UHD TV und Gaming mit hohen Anforderungen an eine geringe Latenzzeit auf mehrere hundert Megabit steigen. Der Datenverkehr soll ein Gesamtvolumen von 2960 Petabyte pro Monat in Deutschland und 176 Gigabyte pro Monat je UHD-TV-Set erreichen. Hinzu kommen der gestiegene Bedarf im Homeoffice und durch Videokonferenzen.

Zwischen 2019 und 2030 erhöht sich voraussichtlich der Anteil an Haushalten mit Breitbandanschluss insgesamt von 75 auf 80 Prozent. Das entspricht 33 Millionen Haushalte, die mit schnellem Internet versorgt sind. Die auf einer Kupferleitung basierende VDSL-Technik soll nur noch temporär eine dominante Rolle spielen.

EU-Kommission fordert einheitlichere Umsetzung der DSGVO

Die EU-Kommission sieht eine einheitlichere Anwendung der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) in der EU als notwendig an. Dies sei „wichtig für die Bürger und für Unternehmen, insbesondere für Klein- und Mittelständische Unternehmen (KMU)“, sagte EU-Justizkommissar Didier Reynders anlässlich der Vorstellung eines Berichts der EU-Behörde zu zwei Jahren DSVGO in Brüssel.

Gleichzeitig müsse gewährleistet werden, dass die Bürger ihre Rechte uneingeschränkt nutzen können, so Reynders. Die DSGVO regelt die Verarbeitung personenbezogener Daten etwa durch Unternehmen, Organisationen oder Vereine.

Beidou für Navigationssystem ist komplett

China hat zufolge sein satellitengestütztes Navigationsnetzwerk „Beidou“ fertiggestellt. Am 23.06. sei der letzte der 35 notwendigen Satelliten erfolgreich in die Umlaufbahn gebracht worden, erklärten staatliche Medien. Das rund 10-Milliarden-Dollar-teure Ortungssystem ist das chinesische Gegenstück zum amerikanischen Global Positioning System (GPS).

Die Mission war ursprünglich für den 16. Juni geplant, wurde aber in letzter Minute wegen technischer Probleme bei Tests der Trägerrakete „Langer Marsch 3B“ vor dem Start abgebrochen.

Segways werden eingestellt

Segways zweirädriger Human Transporter wird eingestellt. Die Fahrzeuge mit zwei auf derselben Achse liegenden Rädern, zwischen denen die beförderte Person steht, und die sich durch eine elektronische Antriebsregelung selbst in Balance halten, verkauften sich zu schlecht, wie der gleichnamige Hersteller mitteilte. 21 Mitarbeiter verlieren ihre Jobs. Eigentümer Ninebot stellt seit Jahren auch andere zweirädrige Fahrzeuge wie E-Scooter her, der Human Transporter machte nur 1,5 Prozent des Umsatzes aus. Der Markenname bleibt erhalten.

Der Erfinder des Segways, Dean Kamen, wollte das 2001 vorgestellte Gefährt zu einer Revolution im städtischen Verkehr machen – doch dies gelang nicht. Der Preis von anfänglich 5.000 US-Dollar machte es unmöglich, größere Stückzahlen zu erreichen. Zudem wurde das Fahrzeug in vielen Ländern anmeldepflichtig, was weitere Käuferschichten davon abhielt, sich ein solches zu besorgen.

Zudem gab es spektakuläre Unfälle. Firmenbesitzer Jimi Heselden stürzte nicht einmal ein Jahr nach Kauf des Unternehmens mit einem Segway in den Tod.

2015 übernahm Ninebot den Segway. Ironischerweise war Ninebot zuvor von Segway beschuldigt worden, den Roller kopiert zu haben.

iOS 14 erfindet Homescreen und Apps neu

iOS 14 führt eine neue App-Organisation auf dem Homescreen ein. Die App Libraries sortiert Apps automatisch in Ordner. Außerdem lassen sich Widgets in unterschiedlichen Größen einblenden – auch direkt auf dem Homescreen statt in einem separaten Bereich. Android-Nutzer werden diese Optik bereits kennen. Smart Stacks sorgen dafür, dass die Widgets auch übereinander liegen und durchgeblättert werden können. Widgets werden zudem in einer Live-Galerie angezeigt, um eine Vorschau zu erhalten.

Auf dem iPhone wird nun auch Picture-in-Picture-Video angeboten, während iPads diese Funktion schon seit Jahren beherrschen.

Die Spracherkennung beim Diktieren erfolgt auf den iOS-Geräten selbst – Apple wird nicht mehr kontaktiert. Zudem hat der Hersteller mit der App Translate eine Übersetzungsfunktion eingeführt, die offline funktioniert. Neben Text wird auch gesprochene Sprache akzeptiert. Der übersetzte Text wird auf Wunsch vorgelesen. Die gesprochene Sprache erkennt Translate automatisch. Unter anderem wird auch Deutsch unterstützt.

Die Nachrichten-App erhält eine deutliche Überarbeitung. Um Konversationen besser überblicken zu können, lassen sich besonders wichtige Unterhaltungen oben halten. Memojis enthalten mehr Optionen, um das eigene Ich in einen Avatar zu verwandeln. Gruppenchats ermöglichen auch Erwähnungen – so dass Benachrichtigungen auf Wunsch nur noch erscheinen, wenn man von der Gruppe direkt angesprochen wird.

Die Podcasts-App wird grundlegend überarbeitet und mit kuratierten Vorschlägen ausgestattet. Genau wie Apple Music soll auch die Podcast-App die persönlichen Vorlieben des Hörers kennenlernen, um neue Podcasts vorzuschlagen.

Die Karten-App erhält eine Navigationsfunktion, bei der Anwender einstellen können, dass sie das Ziel per Fahrrad erreichen wollen. Diese Option bot bisher der Rivale Google Maps, Apple hingegen nicht. Nutzer erhalten Hinweise auf Radwege, Treppen und die Steigungen auf dem Weg. Die Fahrradnavigation wird allerdings nur für die USA und China freigeschaltet. Für Elektroautofahrer gibt es Routing-Optionen mit Ladestationen, wobei eingestellt werden kann, welche Stationen bevorzugt werden.

Das iPhone wird zum Autoschlüssel

Carplay erhält neue Wallpaper, doch viel wichtiger ist Carkey. Mit Carkey will Apple das iPhone in einen digitalen Autoschlüssel verwandeln. Dazu ist das Unternehmen dem Car Connectivity Consortium (CCC) beigetreten. Um einen Autoschlüssel hinzuzufügen, müssen Nutzer beispielsweise eine App des Herstellers installieren oder einen Kopplungscode eingeben, um iPhone und Auto zu verbinden. Schlüssel können mit Familienmitgliedern geteilt werden. Das klappt über die Nachrichten-App. Zunächst funktioniert das Ganze nur mit dem neuen 5er BMW. 2021 sollen weitere Hersteller dazukommen.

„Keen“: Google präsentiert KI-unterstützten Pinterest-Konkurrenten

Googles Area 120 Team für experimentelle Projekte hat einen neuen Online-Dienst namens „Keen“ hervorgebracht. Mit ihm sollen Nutzer Inhalte aus dem Internet kuratieren und in bestimmte Themenbereiche zusammenfassen können, ganz ähnlich wie die Online-Plattform Pinterest. Besonders dabei sind jedoch Googles Machine-Learning-Systeme, die zum Einsatz kommen.

Keen soll laut Co-Founder CJ Adams eine neue Alternative für das „geistlose“ Scrollen auf Internetfeeds sein. Das Konzept dahinter ist jedoch alles andere als neu: Nutzer können Online-Inhalte zu interessanten Themen in einem „Keen“ zusammenfassen. Basierend auf den hinzugefügten Beiträgen und Bildern schlägt Keen neue, passende Inhalte aus dem Internet vor – genauso wie Pinterest.

Was Keen unterscheidet ist wohl der Einsatz von Googles Suchmaschine und Machine-Learning-Ressourcen. So schreibt Adams in einem Blogeintrag, dass die KI hinter Keen ähnliche Inhalte erkennen und so besonders „passende und hilfreiche Inhalte“ hervorbringen solle. Je mehr Beiträge Nutzer zu ihrem „Keen“ hinzufügen, desto genauer werden die Ergebnisse der Suche.

Auch Pinterest investiert in den Einsatz künstlicher Intelligenz. Einem Blogpost der Plattform zufolge hat Pinterest bereits 2017 mit der Implementierung von Machine-Learning für die Suche von sich ähnelnden Beiträgen begonnen. Anders als Keen hat Pinterest jedoch zusätzlich eine beachtliche Community vorzuweisen, die laufend Beiträge zu ihren eigenen Pinnwänden hinzufügt und so den Algorithmus mit Daten zu Präferenzen füttert. Daher ist es interessant zu beobachten, ob und inwiefern eine KI-basierte Plattform wie Keen mit einem sozialen Medium, wie Pinterest konkurrieren kann, dem sich bereits eine große Nutzerbasis bedient.

Innenministerium und Magenta nennen Zahlen zur Handyüberwachung in Österreich

In der Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage nennt Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) Details zur Handyüberwachung in Österreich. Demnach werden keine stillen SMS eingesetzt, und sogenannte IMSI-Catcher kamen im vergangenen Jahr 89-mal zum Einsatz. Für das Abhören von Gesprächen und anderer Kommunikation ist das Ministerium auf die Zusammenarbeit mit Mobilfunkern angewiesen. Als einziger Anbieter veröffentlicht Magenta (vormals T-Mobile) Zahlen dazu.

Laut Transparency Report des Telekom-Unternehmens haben österreichische Behörden im vergangenen Jahr 1.614 Anschlüsse direkt überwacht, 38.076 Stammdaten (Subscriber Master Data) und 12.792 sogenannte Data Traffic Records – also Standortlokalisierungen, Auskünfte über Nachrichtenübermittlungen wie beispielsweise eingehende und ausgehende Anrufe, und einzelne ausgewertete Funkzellenabfragen –, abgefragt sowie 400 IP-Adressen überprüft. Ein Jahr davor waren es 2.075 Anschlüsse, 36.456 Stammdatenauskünfte, 12.581 Standortabfragen und 113 IP-Adressen. Seitens anderer Mobilfunker heißt es lediglich, dass die Überwachungsmaßnahmen gestiegen seien.

Während in Deutschland das Versenden stiller SMS zum Alltag von Strafverfolgungsbehörden und Geheimdiensten zählt, kommt diese Methode der Ortung von Handys in Österreich nicht zum Einsatz. „Das Bundesministerium für Inneres verfügt über kein System zur Versendung von stillen SMS oder stillen Anrufen“, so Innenminister Nehammer in seiner Beantwortung der parlamentarischen Anfrage. Mithilfe stiller SMS können Mobiltelefone geortet werden. Die Nachricht wird auf dem Display des Empfängers nicht angezeigt, sein Telefon bestätigt jedoch unbemerkt den Eingang der Nachricht. So können etwa durch eine permanente Ortung Bewegungsprofile von Handynutzern erstellt werden.

Allerdings bekommen Handynutzer hierzulande regelmäßig unsichtbare SMS, da ihre Mobilfunker derartige Nachrichten verschicken. A1, Magenta und „3“ nutzen die Technik, um Handys besser auf ihr Netz abzustimmen. Die Mobilfunker sprechen von „OTA-SMS“. A1 versendet solche „Over the air“-SMS, um seine bevorzugten Roamingpartner auf den SIM-Karten zu speichern. Bei T-Mobile kommen derartige Nachrichten etwa bei der Erstaktivierung einer SIM-Karte zum Einsatz.

Um Handys zu orten, werden sogenannte IMSI-Catcher genutzt. Im Jahr 2019 gab es 89 Einsätze, im Jahr zuvor waren es 122. IMSI-Catcher, die sich zwischen Handys und die gemeinhin als „Handymast“ bekannte Basisstation schalten, ermöglichen neben der Standortbestimmung des Handynutzers auch das Abhören von Telefonaten und das Mitlesen von SMS-Nachrichten. Laut Innenministerium werden hierzulande die Geräte „ausschließlich genutzt, um Mobiltelefone auszuforschen und zu lokalisieren“.

Französisches Gericht bestätigt Datenschutzstrafe gegen Google

Die Berufung des Internetkonzerns gegen die vergangenes Jahr verhängte Strafe in Höhe von 50 Millionen Euro wegen Verstößen gegen die EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) wurden abgewiesen.

Die im Jänner 2019 von der französischen Datenschutzbehörde CNIL verhängte Strafe war die erste größere Strafe im Zusammenhang mit der seit 2018 geltenden DSGVO.

Nokia streicht bei Frankreich-Tochter Drittel der Stellen

Der finnische Telekomausrüster Nokia baut bei seiner französischen Tochter Alcatel-Lucent International ein Drittel aller Stellen ab. Insgesamt 1.233 Jobs seien betroffen, teilte das Unternehmen mit. Der Ericsson- und Huawei-Konkurrent begründete die Entscheidung mit dem Kostendruck.

Die Pläne könnten ein politisches Nachspiel haben: Nokia hatte Alcatel-Lucent vor fünf Jahren übernommen und versprochen, die Belegschaft zu halten und den Bereich Forschung und Entwicklung auszubauen. Einer Sprecherin zufolge muss sich das Unternehmen seit diesem Monat daran nicht mehr halten. Die Übernahme war 2015 vom damaligen Wirtschaftsminister und heutigen Präsidenten Emmanuel Macron genau überprüft worden.

Amazon wehrte bislang größte DDoS-Attacke ab

Laut dem eigenen Gefahrenbericht (PDF) hat Amazon im vergangenen Februar den – so ZDNet – bisher größten dokumentierten Cyberangriff dieser Art abgewehrt. Zu den Spitzenzeiten des verteilten Angriffs wurde ein Datenaufkommen von 2,3 Terabit pro Sekunde (Tbit/s) gemessen. Ein deutlicher Zuwachs zum bisherigen Spitzenreiter. Eine Cyberattacke auf Netscout Arbor im März 2018. Während diesem wurde ein Volumen von bis zu 1,7 Tbit/s erzielt. Die Angreifer nutzten eine Schwachstelle von UDP-Servern aus, die viele Anbieter mittlerweile behoben haben.

Reflection Attack

Für Amazon war es aber nicht nur deswegen eine ungewöhnlich große Attacke. Seit Frühjahr 2018 gab es keinen DDoS-Angriff über einem Tbit/s mehr. In diesem Jahr waren es abgesehen von diesem Datenbeschuss meist Attacken mit 43 Gigabit pro Sekunde oder weniger.

Den Rekordwert erzielten die Angreifer über eine sogenannte „Reflection Attack“. Dabei nutzt man eine Anfälligkeit fremder Server aus, um diese dazu zu bekommen, Daten an das eigentliche Ziel zu versenden. Im konkreten Falle waren es Server für CLDAP, ein Protokoll, das oft für die geteilte Nutzung von Verzeichnissen über das Internet zum Einsatz kommt. Angriffe dieser Art wurden erstmals 2016 registriert.

USA geben Rückzug aus Verhandlungen über Digitalsteuer bekannt

Die USA haben nach eigenen Angaben die Verhandlungen mit Vertretern der Europäischen Union über eine geplante Digitalsteuer abgebrochen. Finanzminister Steven Mnuchin habe die Entscheidung getroffen, sagte der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer am Mittwoch.

„Wir haben keine Fortschritte erzielt“, erklärte er während einer Anhörung vor dem Kongress. Eine Sprecherin des Finanzministeriums lehnte eine Stellungnahme ab. Zuvor hatte die „Financial Times“ berichtet, Mnuchin habe in einem Brief vom 12. Juni an Frankreich, Spanien, Großbritannien und Italien um eine Aussetzung der Gespräche gebeten.

Die USA und mehrere EU-Staaten streiten seit Monaten über die Einführung einer Digitalsteuer. Diese richtet sich vor allem gegen US-Konzerne wie Google oder Amazon. Mnuchin hat mit Auto-Zöllen gedroht, sollten unfaire Digitalsteuern eingeführt werden. Die USA haben auch ein Verfahren gegen Österreichs Digitalsteuer eingeleitet, die seit 1. Jänner gilt.

Russland gibt Blockade von Telegram auf

Die russischen Behörden wollen den populären Internet-Nachrichtenkanal Telegram nicht länger blockieren. In Absprache mit der Generalstaatsanwaltschaft werde nicht weiter versucht, den Zugang zu dem Dienst einzuschränken, teilte die Medienaufsichtsbehörde Roskomnadsor in Moskau mit.

Sie verwies zur Begründung auf Aussagen von Telegram-Gründer Pawel Durow, Ermittler im Kampf gegen Terrorismus und Extremismus unterstützen zu wollen. Telegram war offiziell verboten, konnte aber genutzt werden.

Kommentatoren meinten, Roskomnadsor habe mit der Entscheidung vor Telegram kapituliert. Der Dienst hatte sich mit den russischen Behörden angelegt und sich geweigert, die Datenverschlüsselung herauszugeben. Der russische Inlandsgeheimdienst FSB vermutete, dass auch Terroristen die Kommunikation nutzen. Telegram ist wegen der Verschlüsselung bei Oppositionellen in vielen Ländern beliebt.

Kooperation

Durow schrieb bei Telegram: „Unsere Erfahrung in dutzenden Ländern in den vergangenen sechs Jahren zeigt: Der Kampf gegen den Terrorismus und das Recht auf Privatsphäre bei der persönlichen Korrespondenz schließen sich nicht aus.“ Die Methoden zur Aufdeckung und Beseitigung extremistischer Propaganda seien verbessert worden, sagte er. Immer wieder würden Aufrufe zu Gewalt und Terror gestoppt.

Durow gilt als der russische Mark Zuckerberg. Aus Angst vor politischer Verfolgung lebt Durow im Ausland. Er hat auch das soziale Netzwerk Vkontakte gegründet, das russische Pendant zu Facebook.

Wirecard verschiebt Jahresabschluss erneut, Aktien brechen ein

Der deutsche Zahlungsdienstleister Wirecard kann wegen milliardenschwerer Unklarheiten in der Bilanz seinen Jahresabschluss erneut nicht vorlegen. Die beauftragte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY habe das Unternehmen darüber informiert, dass über die Existenz von Bankguthaben auf Treuhandkonten in Höhe von 1,9 Milliarden Euro keine ausreichenden Prüfungsnachweise vorlägen, teilte der Dax-Konzern mit.

Es gebe Hinweise, dass dem Abschlussprüfer von einem Treuhänder oder aus dem Bereich von Banken, die die Treuhandkonten führen, „unrichtige Saldenbestätigungen zu Täuschungszwecken vorgelegt wurden“, hieß es am Donnerstag in Aschheim bei München. Der Aktienkurs brach daraufhin um die Hälfte ein – zuletzt, kurz nach 11 Uhr, lagen die Titel bereits mit 66,5 Prozent im Minus.

„Opfer eines gigantischen Betrugs“

Der Konzern muss seine bereits mehrfach – zuletzt auf diesen Donnerstag – verschobene Vorlage des Jahresabschlusses für 2019 daher erneut vertagen. Ein neues Datum steht noch nicht fest.

„Der Vorstand arbeitet mit Hochdruck daran, den Sachverhalt in Abstimmung mit dem Abschlussprüfer weiter aufzuklären“, hieß es. Möglicherweise sei man Opfer eines gigantischen Betrugs geworden.

Sollte der Konzern einen testierten Abschluss bis Freitag (19. Juni) nicht vorlegen, könnten Kredite der Wirecard AG in Höhe von etwa zwei Milliarden Euro gekündigt werden, warnte das Unternehmen. Wirecard wird vom Österreicher Markus Braun geleitet.

Der Flash Player stirbt endlich offiziell

Der Hersteller Adobe hat erstmals ein konkretes Datum genannt, an dem der Flash Player eingestellt wird.

Schluss, aus, finito!

Jetzt hat wohl auch Adobe eingesehen, dass es keinen Sinn mehr hat, Flash weiter am Leben zu erhalten. Auf der offiziellen Support-Seite ist zu lesen, dass der Flash Player am 31. Dezember 2020 eingestellt wird. Adobe wird ihn nicht mehr zum Download anbieten und bisherige Versionen werden nicht mehr aktualisiert.

Adobe will auch keine kritischen Sicherheitsupdates nach diesem Stichtag zur Verfügung stellen. Adobe empfiehlt Usern den Flash Player bis zum 31. Dezember 2020 zu deinstallieren. Ende des Jahres werden User per Systemnachricht aufgefordert, den Flash Player zu deinstallieren. Wird das nicht gemacht, wird der Flash Player unbrauchbar: Nach dem 31. Dezember 2020 können damit keine Flash-Inhalte mehr wiedergegeben werden.

Apple und YouTube als Flash-Killer

Flash war Anfang der 2000er weit auf Websites verbreitet. Besonders bei interaktiven Elementen, Games und zur Wiedergabe von Videos und Audio kam es zum Einsatz. Bei der Gründung von YouTube nutzte das Videoportal ebenfalls Flash.

Das Ende wurde 2007 eingeleitet. Apples iPhone unterstützte kein Flash. YouTube begann deshalb die Videos in HTML5 anzubieten, damit das Portal von iPhone-Usern genutzt werden konnte. 2010 verfasste schließlich Steve Jobs einen offenen Brief, in dem er Flash kritisierte und bekannt gab, dass Flash auf iOS-Geräten nicht erlaubt ist.

2015 stellte YouTube komplett auf HTML5 um. Schon damals ging man davon aus, dass dies der letzte Sargnagel für Flash sei. Adobe kündigte aber erst 2017 an, Flash einstellen zu wollen – ohne konkretes Datum. 3 Jahre später wird dieses Kapitel Web-Geschichte nun endgültig geschlossen.

Komplett-Verschlüsselung für Gratis-Nutzer

Der Videokonferenzdienst Zoom wird in einer Kehrtwende nun doch auch Gratis-Nutzern die Absicherung mit Komplett-Verschlüsselung anbieten. Von ihnen sollen dafür aber zusätzliche Informationen wie die Bestätigung einer Telefonnummer verlangt werden, wie Firmenchef Eric Yuan ankündigte. Das sei eine gängige Maßnahme, um Missbrauch zu verhindern.

Ende-zu-Ende-Verschlüsselung führte Zoom erst nach Kritik ein

Bei sogenannter Ende-zu-Ende-Verschlüsselung sind Inhalte grundsätzlich nur für die Teilnehmer im Klartext zugänglich, aber nicht für die Plattform. Zoom hatte die Funktion ursprünglich gar nicht. Die Übertragung ist zwar verschlüsselt, aber Zoom hatte auch die Schlüssel – zum Beispiel, um die Einwahl per Telefonanruf zu ermöglichen. Nach Kritik kündigte Zoom die Einführung von Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für zahlende Nutzer an.

Vor wenigen Wochen bekräftigte Yuan noch, dass es dabei auch bleiben werde. „Gratis-Nutzern wollen wir das ganz bestimmt nicht geben, weil wir etwa mit dem FBI und örtlichen Polizeibehörden zusammenarbeiten wollen, wenn Leute Zoom für schlechte Zwecke missbrauchen“, hatte er Anfang Juni bei der Vorlage aktueller Quartalszahlen gesagt. Zoom stellte nach dieser Äußerung klar, dass Ermittler – wie auch bei anderen Unternehmen – nur mit richterlichem Beschluss Zugang zu Informationen bekommen. Nun folgt auch das Umdenken bei den Gratis-Nutzern.

Zoom will Missbrauch der Verschlüsselung verhindern

Tech-Konzerne, die zum Datenschutz die sogenannte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung einsetzen – etwa Apple oder Facebook beim Chatdienst WhatsApp – werden regelmäßig von Behörden kritisiert, mit dem Vorwurf, dies behindere die Aufklärung von Straftaten. Yuan zeigte sich nun überzeugt, dass mit den vorgesehenen Verifikationsmaßnahmen ein Missbrauch der Verschlüsselung vermieden oder bekämpft werden könne.

US-Politik will stärkere Haftung von Internet-Konzernen

Die US-Regierung treibt einem Insider zufolge einen Plan voran, Internet-Konzerne stärker für die Inhalte ihrer Nutzer verantwortlich zu machen.

Das Justizministerium werde möglicherweise noch im Laufe des Tages einen entsprechenden Gesetzentwurf vorstellen, sagte ein Mitarbeiter, der namentlich nicht genannt werden wollte. Dieser müsste vom Kongress verabschiedet werden.

Zuerst hatte das „Wall Street Journal“ über den Schritt berichtet. Präsident Donald Trump hatte Ende Mai eine Verordnung mit einem ähnlichen Ziel unterzeichnet. Derartige Erlasse des Präsidenten sind jedoch in der Regel schwächer als Gesetze des Kongresses. In den USA schützt ein unter dem Schlagwort Section 230 bekannter Abschnitt des Communications Decency Act (CDA) von 1996 Technologieunternehmen wie Twitter oder Facebook davor, für die von ihren Nutzern ins Internet gestellten Inhalte haftbar gemacht zu werden. Kritiker bemängeln seit längerem, dass deswegen nicht ausreichend gegen etwa terroristische Propaganda im Netz vorgegangen werde. Die Trump-Regierung hat ihrerseits erklärt, Republikaner hätten das Gefühl, dass konservative Stimmen von den Sozialen Medien „völlig unterdrückt“ würden. Der regelmäßige Twitter-Nutzer Trump hat sich zuletzt über neue Maßnahmen zur Bekämpfung von Falschinformationen durch das US-Unternehmen geärgert, die ihn selbst betrafen.

Trump hatte mit seinem Erlass https“>www.whitehouse.gov/presidential-actions/executive-order-prev“>https://www.whitehouse.gov/presidential-actions/executive-order-prev enting-online-censorship unter anderem versucht, die Auslegung von Section 230 zu ändern. Experten erklärten dazu, dies werde vermutlich vor Gericht keinen Bestand haben. Zu dem geplanten Gesetz kündigte der Republikaner an, es solle Section 230 „entfernen oder verändern“. Allerdings müsste ein solches Gesetz beide Kammern des Kongresses passieren. Im Repräsentantenhaus sind jedoch die Demokraten in der Mehrheit. Die Präsidentin der Kammer, Nancy Pelosi, hat sich empört über Trumps Pläne gezeigt und ihm vorgeworfen, von der Coronavirus-Pandemie ablenken zu wollen. Die betroffenen Technologie-Konzerne wie Google und Twitter haben erklärt, die Maßnahmen könnten die Meinungsfreiheit im Internet gefährden und der US-Wirtschaft Schaden zufügen.

Softbank will Anteile an T-Mobile US loswerden

Der japanische Technologieinvestor Softbank will seine milliardenschwere Beteiligung an der Deutsche-Telekom-Tochter T-Mobile US verringern. Der Konzern erwäge öffentliche oder private Platzierungen seiner T-Mobile-Aktien und sei auch in Gesprächen mit der Deutschen Telekom sowie mit T-Mobile US selbst, teilte Softbank mit.

Der Tech-Investor ist in Folge der Coronakrise unter Druck geraten, auch weil sich milliardenschwere Investments in den Büroflächenanbieter WeWork und den Mitfahrdienst Uber nicht so entwickelt haben wie geplant. Beteiligungsverkäufe sollen die Bilanz nun stärken. An T-Mobile US hält Softbank rund 23 Prozent und die Deutsche Telekom 43 Prozent.

Sollte Europas größter Telekomkonzern bei T-Mobile-US auf 50 Prozent aufstocken wollen, wären mehr als 7 Mrd. Euro fällig. Zuletzt hat die Deutsche Telekom ihre Liquidität in den Rückkauf eigener Anleihen gesteckt.

Über 10 Millionen Breitbandanschlüsse in Österreich

Die Zahl der Breitbandanschlüsse in Österreich hat weiter zugelegt. Mit Ende 2019 stieg sie im Vergleich zum Vorjahr um 2,7 Prozent auf 10,6 Mio. Anschlüsse, teilte die Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR) am Dienstag mit. Die Mehrheit dieser Anschlüsse – rund drei Viertel – entfielen auf Mobile und Smartphone-Tarife, rund ein Viertel wurde über Festnetze realisiert.

Am deutlichsten stieg die Zahl der Smartphone-Tarife mit plus 4,8 Prozent, während die Zahl der festen Anschlüsse und der mobilen Datentarife im vierten Quartal 2019 nahezu unverändert blieben.

Neuer Datenrekord

Auch bei der Durchdringung schneiden Smartphone-Tarife mit knapp 150 Prozent am stärksten ab. Laut Definition der RTR beschreibt die Breitbandpenetration den Anteil der Breitbandanschlüsse im Fest- bzw. Mobilnetz an der Anzahl der österreichischen Haushalte. Festes Breitband war dagegen in 62,6 Prozent und mobile Datentarife in 54 Prozent der Haushalte vorhanden, geht aus dem Internet-Monitor 2019 der RTR hervor.

Die Datennutzung erreichte im Schlussquartal 2019 mit mehr als 1.500 Petabyte (1 Petabyte =1.024 Terabyte) einen neuen Höchstwert. Im Gegensatz zu der Zahl der Anschlüsse machte der Konsum von festem Datenvolumen knapp doppelt so viel aus wie der Konsum von mobilem Datenvolumen.

RTR betont Wichtigkeit von Netzausbau

Mit Breitband wurden im Vorjahr insgesamt rund 1,6 Mrd. Euro Umsatz gemacht, im vierten Quartal alleine waren es 407 Mio. Euro, so die RTR. Dabei entfallen rund 60 Prozent der Umsätze auf festes Breitband und knapp 39 Prozent auf mobiles Breitband. Der Rest sind Vorleistungsumsätze.

EU-Wettbewerbshüter nehmen sich Apples App Store und Apple Pay vor

Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager leitete zwei offizielle Verfahren gegen Apple ein. Beispielsweise der Musikdienst Spotify beschwerte sich in Brüssel über die Abgabe von 30 beziehungsweise 15 Prozent auf Abo-Einnahmen im App StoreSponsored Post, die ihn demnach gegen Apples eigenes Angebot benachteiligen. Bei Apple Pay kritisierten Banken unter anderem, dass sie nicht an Apple vorbei auf den NFC-Chip zum kontaktlosen Bezahlen zugreifen können.

Die Debatte über beide Punkte gibt es schon lange. Apple Pay ist derCyber-Resilienz einzige Weg, um auf iPhones Zugriff auf den NFC-Chip zu bekommen, über den man das Telefon an der Ladenkasse statt einer Bankkarte einsetzen kann. Apple sieht das als technische Lösung, um die Sicherheit der Zahlungen zu gewährleisten und versichert, dass jeder, der Zugang zu Apple Pay wolle, ihn auch bekomme.

Die Kommission hat nach einer vorläufigen Prüfung jedoch Bedenken, dass die Geschäftsbedingungen von Apple hier den Wettbewerb verfälschen und die Auswahl für Verbraucher verringern. „Apple legt offenbar Bedingungen für die Nutzung von Apple Pay in kommerziellen Apps und auf Websites fest“, sagte Vestager. „Apple darf den Verbrauchern mit seinen Maßnahmen aber nicht die Vorteile der neuen Zahlungstechnologien vorenthalten.“

Vorwürfe zurückgewiesen

Im App Store verlangt Apple seit dem Start der Download-Plattform 2008 grundsätzlich eine Abgabe von 30 Prozent auf Einnahmen mit digitalen Dienstleistungen oder Artikeln. Bei länger laufenden Abos sinkt die Kommission auf 15 Prozent.

Der Videodienst Netflix zum Beispiel bietet unter diesen Umständen seine Abos nicht direkt in den Apps auf Apple-Geräten an. Spotify schickte wegen der Praxis im Frühjahr vergangenen Jahres eine Beschwerde an die EU-Kommission. Die Firma sieht sich im Nachteil, weil Apple als Plattform-Betreiber beim eigenen Streaming-Dienst Apple Music den gesamten Betrag behalten könne. Der „Financial Times“ zufolge schloss sich der japanische Konzern Kobo jüngst dieser Beschwerde mit Blick auf sein E-Book-Geschäft Kobo an.

Zudem wollen die Wettbewerbshüter Einschränkungen in den Blick nehmen, wonach App-Entwickler die Nutzer nicht über alternative und häufig günstigere Kaufoptionen außerhalb der Apps informieren dürfen. „Es scheint, als habe Apple beim Vertrieb von Apps und Inhalten an Nutzer der beliebten Apple-Geräte die Rolle eines „Torwächters“ eingenommen“, sagte Vestager. Es müsse sichergestellt werden, dass dies nicht zu Wettbewerbsverzerrungen führe.

Apple wies die Vorwürfe am Dienstag zurück. „Es ist enttäuschend, dass die Europäische Kommission den haltlosen Beschwerden einiger weniger Unternehmen folgt, die einen Freifahrschein wollen, statt nach den gleichen Regeln zu spielen wie alle anderen auch“, sagte ein Sprecher. Apple halte das nicht für richtig. „Wir wollen gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle erhalten, damit jeder mit einer guten Idee und Entschlossenheit Erfolg haben kann.“

Oracle verfehlte Erwartungen

Der US-Softwarekonzern Oracle hat wegen schwächerer Umsätze in seinem Geschäft mit Softwarelizenzen im abgelaufenen Quartal die Erwartungen von Analysten verfehlt. Der Umsatz fiel um etwa sechs Prozent auf 10,44 Milliarden Dollar (9,28 Mrd. Euro), nachdem mehrere Kunden wegen der Coronakrise Investitionen verschoben hatten.

Analysten hatten im Schnitt mit Erlösen in Höhe von 10,63 Milliarden Dollar gerechnet. Die Oracle-Aktie gab nachbörslich mehr als drei Prozent nach.

Deutschland will bis zu 5.000 Funklöcher schließen

Die Bundesregierung will bundesweit an bis zu 5.000 Standorten Funklöcher schließen und dafür 1,1 Milliarden Euro in die Hand nehmen. „Jeder hat gesehen, wie wichtig und notwendig die flächendeckende Verfügbarkeit einer leistungsfähigen digitalen Infrastruktur ist, auch um die Herausforderungen der Corona-Krise zu bewältigen“, heißt es nach einem Bericht des „Hauptstadt-Briefings“ des Nachrichtenportals „The Pioneer“ im Entwurf der Abschlusserklärung für den Mobilfunkgipfel.

Bei dem Treffen des für digitale Infrastruktur zuständigen Ministers Andreas Scheuer (CSU) mit Vertretern von Ländern, Kommunen und Netzbetreibern soll es demnach eine Finanzzusage des Bundes geben. Die Regierung wolle Versorgungslücken dort schließen, „wo ein privatwirtschaftlicher Ausbau auch aufgrund von Versorgungsverpflichtungen oder Ausbauzusagen zeitnah nicht zu erwarten ist“. Eine Kofinanzierung durch Länder und Kommunen sei nicht vorgesehen. Die Betreiber müssten sich jedoch an den Kosten beteiligen. Koordiniert werden soll der Ausbau von einer Mobilfunkinfrastrukturgesellschaft des Bundes.

Laut Beschlusspapier sollen die Verfahren zur Genehmigung von Mobilfunkmasten beschleunigt werden: „Ziel ist es, dass Anträge auf Genehmigung von Mobilfunkstandorten binnen einer Frist von drei Monaten nach der Vorlage vollständiger Antragsunterlagen beschieden werden.“

Deutsche Telekom fürchtet Milliardenbelastung durch Huawei-Bann

Die Deutsche Telekom rechnet mit Kosten von mindestens 3 Mrd. Euro, sollte die Regierung in Berlin den Einsatz chinesischer Mobilfunktechnologie verbannen.

Die schwarz-rote Koalition in Berlin streitet seit eineinhalb Jahren über die Beteiligung von Huawei am 5G-Ausbau. Die SPD will Anbieter aus Ländern ohne rechtsstaatliche Kontrollen sicherheitshalber ausschließen. Kanzlerin Angela Merkel und Wirtschaftsminister Peter Altmaier (beide CDU) sträuben sich dagegen. Sie fürchten Ärger mit China und Nachteile für die deutsche Wirtschaft.

Google-Drohnen liefern Bücher an US-Schüler im Lockdown

Wegen der akuten Corona-Situation sind Schulen und Büchereien in Teilen der USA weiterhin geschlossen. Um Schüler während des Lockdowns mit Lesestoff zu versorgen, arbeitet eine Schulbücherei im US-Staat Virginia.

Bibliothekarin Kelly Passek startete die Kooperation mit Googles fliegendem Lieferservice, nachdem sie selber während des Lockdowns Gebrauch einer kontaktlosen Lieferung gemacht hatte. Wie Engadget berichtet sollen die Drohnen nun Schülern auch den Zugang zu Büchern ermöglichen.

Bis zu 150.000 Bücher können von Schülern des öffentlichen Schulsystems in Montgomery County ausgeborgt werden. Über Google Forms können sie angeben, welches Buch sie benötigen, Passek wickelt die Bestellung ab und bringt die Bücher zu Wing Deliveries. Die Lieferung ist für die Schüler kostenlos.

Neuer Service

Seit 2019 liefert Googles Wing kleine Waren bis zu 1,3 Kilogramm vor die Türe seiner Kunden. Diese können etwa mit Supermarkteinkäufen, Essen oder Paketen von Fedex beliefert werden. Verfügbar ist der Service jedoch nur in einer Handvoll von Städten in den USA, sowie in Finnland und Australien. Konkurrenten sind etwa Ubers Drohnen Projekt Elevate, mit welchem in Zukunft sowohl Essen als auch Passagiere in der Luft transportiert werden sollen und Amazons Prime Air.

USA erlauben US-Firmen Kooperation mit Huawei bei 5G

Dies bestätigte Handelsminister Wilbur Ross.

Das Handelsministerium und andere Behörden hätten das veränderte Regelwerk bereits unterzeichnet. Eine offizielle Erklärung wurde noch im Laufe des Tages erwartet. Eine Huawei-Sprecherin wollte sich zunächst nicht äußern.

Präsident Donald Trump hatte Mitte Mai faktisch für ein weiteres Jahr Geschäfte mit den chinesischen Netzwerkausrüstern Huawei und ZTE untersagt. Er verlängerte damals ein im Mai 2019 unterzeichnetes Dekret, mit dem er einen Nationalen Notstand ausrief und Geschäfte zwischen US-Unternehmen und ausländischen Konzernen verbot, die die nationale Sicherheit der USA gefährden könnten.

Trump wirft Huawei vor, über dessen Technik die Überwachung durch den chinesischen Staat zu ermöglichen. Er fordert deshalb den Ausschluss des Konzerns vom Aufbau der Funknetze für den ultraschnellen Mobilfunkstandard 5G und verlangt dies auch von den EU-Ländern.

Vereinte Nationen wollen günstiges Internet voranbringen

Die Vereinten Nationen wollen weltweit den Zugang zum Internet erleichtern. Einstiegsangebote für Breitband-Internet dürften auch in ärmeren Ländern nicht mehr als zwei Prozent des durchschnittlichen Monatseinkommens kosten, heißt es in einem „Fahrplan für digitale Zusammenarbeit“, der in New York vorgestellt wurde.

Darin sind ein weltweiter Rat für Künstliche Intelligenz und Sicherheitsmaßnahmen für kritische Netz-Infrastruktur vorgesehen. Außerdem soll mehr Open-Source-Software eingesetzt werden, bei der die Weiterentwicklung des Programmiercodes für jedermann möglich ist.

„Gemeinsame Verantwortung“

„Wir haben eine gemeinsame Verantwortung, diesen Technologien eine Richtung vorzugeben, damit ihr Nutzen maximiert und unbeabsichtigte Konsequenzen und böswilliger Gebrauch eingedämmt werden“, schreibt UNO-Generalsekretär Antonio Guterres in dem am Donnerstag (Ortszeit) vorgestellten Bericht. Die UNO verstehe sich als Mittler zwischen Regierungen, Bürgern, der Wissenschaft und Unternehmen.

EU-Kommissionsberater für kostenlose Smartphones

Smartphone-Hersteller sollten nur noch Begleitdienste verkaufen, lautet eine Idee von der EuroDig. Alle wären so daran interessiert, Geräte länger zu behalten.

Ilias Iakovidis, Berater für gesellschaftliche Herausforderungen in der Generaldirektion Kommunikationsnetze, Inhalte und Technologien der EU-Kommission, will das Geschäftsmodell für Smartphone-Hersteller konsequent auf die Kreislaufwirtschaft ausrichten. Apple, Samsung, Huawei & Co. „sollten den Leuten keine Geräte mehr verkaufen, sondern Dienstleistungen“, forderte der Vertreter der Brüsseler Regierungsinstitution auf der Online-Konferenz EuroDig zur künftigen Internetregulierung.

Smartphones wie iPhones müssten kostenlos an die Nutzer abgegeben werden, beteuerte Iakovidis bei dem Panel. Dann wären alle Seiten daran interessiert, die Mobiltelefone „länger zu behalten“ und der digitalen Obsoleszenz in Form frühzeitig veralteter Hardware gemeinsam entgegenzusteuern. Derzeit würden Verbraucher oft gezwungen, sich ein neues Handy zu kaufen, da es für das alte keine Sicherheitsupdates oder aktualisierte Apps von Drittanbietern wie Facebook mehr gebe.

Eine Umfrage in Europa hat laut dem in Angewandter Medizinmathematik Promovierten aber ergeben, dass die Mehrheit der Bürger ihre Smartphones bei verfügbaren Updates fünf Jahre oder länger nutzen wolle. Derzeit liege der Standard bei rund zwei Jahren. Zugleich warb der Grieche für ein „automatisiertes Recycling“ im großen Stil. Entscheidend dafür seien digitale Produktpässe, die von sich aus darauf aufmerksam machten, welche Teile man wiederverwerten könne.

Kreislaufwirtschaft soll angekurbelt werden

Von allen Müllkategorien wachse Elektroschrott am schnellsten, führte Iakovidis aus. „Wir schmeißen Millionen iPhones weg“, beklagte er. Nur 20 Prozent der Mobiltelefone würden recycelt, der Großteil davon versauere „in unseren Schubladen“. Die Kommission habe daher neben ihrer „Bibel“ in Form des „Green Deals“ auch bereits etwa ein breites Recht auf Reparatur und weitere Maßnahmen zum Ankurbeln der Kreislaufwirtschaft auf den Weg gebracht.

American Express darf erstmals Zahlungen in China abwickeln

Erfolg für American Express: Der Kreditkartenkonzern darf als erster nicht-chinesischer Anbieter in dem Land Bankkartenzahlungen in lokaler Währung abwickeln. Die chinesische Notenbank erteilte laut einer Mitteilung vom Samstag dem Gemeinschaftsunternehmen von American Express, Express (Hangzhou) Technology Services, eine entsprechende Genehmigung. Binnen sechs Monaten muss das Unternehmen nun die Abwicklungsdienstleistung auch starten.

Mit dem Schritt öffnet China, das ausländisches Kapital anziehen will, seinen Finanzmarkt ein Stück weiter. Der Konkurrent des anderen großen US-Kreditkartenanbieters Visa wird sich in China nun in einem hart umkämpften Markt behaupten müssen.

Allerdings wächst der chinesische Markt rasant und ist wegen seiner schieren Größe sehr attraktiv für Zahlungsabwickler. Die Nachrichtenagentur Bloomberg beziffert das Zahlungsvolumen auf dem chinesischen Markt für 2018 auf etwa 27 Billionen US-Dollar.

Deutsche Corona-App ist nicht mit „Stopp Corona“-App des Roten Kreuzes kompatibel

Auch Deutschland hat seine Corona-App. Mit Hilfe von Bluetooth soll sie aufzeichnen, wann und wie lange sich jemand in der Nähe eines anderen Smartphone-Nutzers aufgehalten hat, der auf seinem Gerät ebenfalls diese Anwendung aktiviert hat. Infiziert sich jemand mit dem Coronavirus, kann er über die App anonym diejenigen informieren, die sich durch ihre Nähe zu ihm angesteckt haben könnten. Die Daten sollen anonymisiert und dezentral verarbeitet werden. Die Kontaktpersonen sollen sich dann in Quarantäne begeben können, damit sich das Virus nicht weiter ausbreitet. Die Nutzung ist freiwillig.

Die deutschen App, ist allerdings nicht mit der österreichische App kompatibel. Dies bestätigt das Berliner Gesundheitsministerium in Berlin dem Standard: „Die Corana-Warn-App ist beim Launch noch nicht mit anderen europäischen Apps kompatibel.“

Beide Apps

Touristen oder andere Besucher müssen also beide Apps installieren. Das soll aber nicht so bleiben. Nach Plänen der EU sollen die Apps der verschiedenen europäischen Staaten in Zukunft länderübergreifend arbeiten, so dass jeder EU-Bürger seine heimische Corona-Warn-App in der ganzen EU nutzen kann. Seitens des deutschen Gesundheitsministeriums wird betont, dass man „mit Hochdruck daran gearbeitet wird, das zu ändern.“

Wirecard und App Stocard kooperieren

Im Zuge der Zusammenarbeit profitiert die App Stocard von der Banking-as-a-Service-Lösung von Wirecard, um die neue Funktion der virtuellen Kreditkarte einzuführen. Noch in diesem Jahr soll diese Option Nutzern in ganz Europa zur Verfügung stehen.

Der Innovationstreiber für digitale Finanztechnologie Wirecard arbeitet mit Stocard zusammen. Die Kooperation ermöglicht es Usern der Stocard App eine neue mobile Zahlungsfunktion zu nutzen. Ab sofort können Stocard‐Nutzer in Großbritannien mit ihrer App über eine virtuelle, von Wirecard ausgegebene Mastercard‐Karte bezahlen. Wirecard stellt darüber hinaus auch den Acquiring‐Service für die sogenannte mobile Brieftasche (Mobile Wallet) von Stocard zur Verfügung. Diese ermöglicht den Nutzern, ihre Bankkarten in die App einzufügen und Gelder schnell und mühelos aufzuladen. Zahlungen über die mobile App von Stocard werden überall durch einfaches Antippen des Telefons am Terminal akzeptiert. Durch die Möglichkeit, Zahlungen mit Prämien und Treuepunkten zu bündeln, hat die App das Potenzial, das Einkaufserlebnis im Geschäft zu verbessern. Die neueste Zahlungsfunktion erschließt das volle Potenzial der App: Sie bringt Finanzdienstleistungen und Einkaufen an einem Ort zusammen. Noch in diesem Jahr soll diese Option den Nutzern in ganz Europa zur Verfügung stehen.

Kalifornien und Washington prüfen Amazons Geschäftspraktiken

Amazon wird von den US-Bundesstaaten Kalifornien und Washington genauer unter die Lupe genommen. Untersucht werden die Geschäftspraktiken des Online-Riesen und wie er mit den Drittanbietern auf seiner Plattform umgeht.

Dabei soll insbesondere geprüft werden, ob Amazon gesammelte Daten über Anbieter verwendet, um auf seiner Handelsplattform gegen sie zu konkurrieren. Die Prüfung ähnelt jener, die vor einem Jahr von der EU in die Wege geleitet wurde. Laut New York Times untersucht die Generalstaatsanwaltschaft von Washington auch, ob Amazon den Verkäufern erschwert ihre Produkte auf anderen Webseiten anzubieten.

Bereits im April wurde bekannt, dass der E-Commerce-Riese Daten von seinen Verkäufern, wie etwa Informationen zu Preisen, Gesamtumsätzen und Ausgaben für Marketing und Versand, sammle. Mithilfe dieser Daten bringe Amazon konkurrierende Produkte unter seinem Namen auf den Markt.

Amazon setzt Polizei-Kooperation bei Gesichtserkennung aus

Der US-Internetriese Amazon will der Polizei seine Gesichtserkennungssoftware für ein Jahr nicht mehr zur Verfügung stellen. Der Konzern habe sich für stärkere Regulierung seitens der Regierung für eine ethische Nutzung dieser Technologien eingesetzt, teilte Amazon am Mittwoch (Ortszeit) vor dem Hintergrund der jüngsten Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt mit. Man werde die Software mit dem Namen „Rekognition“ aber weiterhin zum Beispiel für Organisationen verfügbar machen, die nach vermissten Kindern suchen, die Opfer von Menschenhändlern geworden sein könnten.

Inzwischen scheine es so, als ob der US-Kongress diese Herausforderung angenommen habe. Das einjährige Moratorium solle der Politik ausreichend Zeit geben, angemessene Regeln zu erlassen. Amazon steht wegen der umstrittenen Nutzung seiner Dienste durch Justizbehörden stark in der Kritik. Bürgerrechtler zeigen sich infolge des gewaltsamen Todes von George Floyd besorgt, dass der Einsatz von Gesichtserkennungsprogrammen zu ungerechtfertigten Verhaftungen bei Demonstrationen gegen Polizeibrutalität und Rassenungerechtigkeit führen könnte.

Erst Anfang der Woche hatte IBM angekündigt, sich aus dem Geschäft mit Gesichtserkennungs-Software komplett zurückzuziehen. Der Computer-Konzern erklärte, er wolle nicht zulassen, dass Technologie für Massenüberwachung, rassistische Diskriminierung oder Menschenrechtsverletzungen verwendet wird, hieß es in einem Brief an US-Abgeordnete.

Die „Rekognition“-Software wird bei Amazons Cloud-Tochter AWS entwickelt. Bisher verteidigte Amazon stets ihren Einsatz bei der Polizei, auch nachdem Forscher nach einer Testreihe kritisiert hatten, dass das Programm mehr Fehler bei Gesichtern mit einer anderen Hautfarbe als weiß mache. Amazon-Chef Jeff Bezos hatte sich bereits im Herbst für eine Regulierung der Technologie ausgesprochen.

EU will Kartellverfahren gegen Amazon vorbereiten

Der Internetriese Amazon steht schon länger im Fokus der europäischen Behörden. Jetzt soll die Europäische Union eine Kartellbeschwerde gegen den Online-Händler eingereicht haben. Das berichtet das „Wall Street Journal“.

Die EU ermittelt bereits seit mehreren Monaten gegen den US-Konzern. Der Vorwurf: Kleinere Verkäufer sollen auf der Plattform benachteiligt werden. Sollte es tatsächlich zu einem Kartellverfahren kommen, drohen Amazon Bußgelder in Milliardenhöhe.

Der weltweit größte Online-Händler ist eines von mehreren Technologieunternehmen, das die Aufmerksamkeit der EU-Wettbewerbshüter auf sich gezogen hat. Die Europäische Union verdächtigt auch andere Unternehmen, sich mit unlauteren Methoden einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. Das sie jetzt Beschwerde gegen Amazon vorlegen, ist das Ergebnis einer jahrelangen Untersuchung.

Anderthalb Jahre lang haben EU-Beamte Amazon-Händler befragt, um ein Bild davon zu erhalten, wie das Unternehmen mit den Verkäufern auf seiner Website umgeht und unter welchen Kriterien Produkte das begehrte Prädikat „Amazon’s Choice“ erhalten, das den Käufern als Standardoption für den Kauf eines bestimmten Produkts angezeigt wird.

Der US-Riese ist kleineren Händlern auf seinem Online-Marktplatz gegenüber deutlich im Vorteil. Durch die gesammelten Daten seiner Kunden kann Amazon die Produkte seiner Eigenmarken immer gezielter platzieren.

Amazon hat in den nächsten Wochen Gelegenheit, Einspruch gegen die Vorwürfe zu erheben. Kritiker haben Fälle hervorgehoben, in denen Amazon offenbar Kopien von Bestsellern herausgebracht hat, die von anderen angeboten wurden.

Amazon steht auch in den USA vor einer kartellrechtlichen Untersuchung der Federal Trade Commission. Die EU-Untersuchung ist zwar noch nicht abgeschlossen, wird aber erster großer Testfall in der EU gesehen, die die mächtigen US-Technologiefirmen stärker kontrollieren will.

Online-Händler „erwarten von der EU, dass sie Amazon eindeutig für schädliches Verhalten bestrafen“, sagte Oliver Prothmann, Leiter des deutschen Online-Handelsverbandes BVOH. „Alle Händler sind sich sicher, dass Amazon die Daten der Händler verwendet, um wettbewerbswidrige Entscheidungen für sein eigenes Unternehmen zu treffen“. Amazon habe wiederholt bewirkt, dass Händler blockiert wurden, und zwar ohne angemessene Warnung, kritisiert Prothmann.

Sky, Netflix, Amazon, HBO Max: Europol schaltet illegales Streaming ab

Die Polizei hat einen illegalen Streamingdienst mit über 2 Millionen Abonnenten abgeschaltet, das einen Gewinn von schätzungsweise 15 Millionen Euro erzielt hat. Das gab Europol am 10. Juni 2020 bekannt. Angaben zu den Quellen der illegalen Kopien machte Europol nicht. In einem Youtube-Video der Strafverfolgungsbehörde ist eine Sky-Karte mit Cracker-Hardware zu sehen.

Nach Informationen des Nachrichtenmagazins Der Spiegel kamen die Inhalte von Netflix, Amazon Video und HBO Max. Über 40.000 Fernsehkanäle, Filme und Serien wurden illegal ausgestrahlt.

An der von Europol unterstützten Ermittlung waren auch Strafverfolgungsbehörden aus Belgien, Kanada, Tschechien, Dänemark, Frankreich, Italien, Deutschland, Luxemburg, den Niederlanden, Polen, Rumänien, Schweden, Großbritannien und den Vereinigten Staaten beteiligt.

Laut Angaben der spanischen Polizeibehörde Policía Nacional wurden am 3. Juni 2020 15 Hausdurchsuchungen durchgeführt und 11 Personen verhaftet, davon vier in Spanien, eine in Deutschland, drei in Schweden und drei in Dänemark. 16 weitere Personen wurden wegen ihrer möglichen Beteiligung verhört.

Der mutmaßliche Anführer des Netzwerks gehört laut Europol zu den Festgenommenen. Beschlagnahmt wurden 4,8 Millionen Euro, darunter Immobilien im Wert von mehr als zwei Millionen Euro, vier Autos im Wert von rund einer halben Million Euro, Luxusuhren, Bargeld, Kryptowährungen und Elektronik. Die Strafverfolgungsbehörden haben 50 IP-Adressen und einen Teil der Online-Infrastruktur abgeschaltet. 11 Bankkonten mit Guthaben von insgesamt 1,1 Millionen Euro wurden eingefroren.

Die Policía Nacional hatte im Jahr 2019 mehrere Webseiten entdeckt, die illegal vervielfältigte Inhalte in verschiedenen Ländern in Europa, Asien und im Nahen Osten verbreiteten und von Spanien aus verwaltet wurden. Das Netzwerk bot Inhalte aus aus Fernsehkanälen, Filme, Dokumentationen und anderes über Webseiten an, die auf einem internationalen Servernetzwerk gehostet wurden. Die Preise lagen deutlich unter denen des legalen Marktes.

EU überprüft Datenschutz bei Tiktok

Der Europäische Datenschutzausschuss (EDSA) will den Datenschutz bei der populären chinesischen Kurzvideo-App Tiktok überprüfen. Dazu werde eine Arbeitsgruppe eingerichtet, um mögliche Aktionen gegen die App zu koordinieren und ein besseres Verständnis von deren Datenverarbeitung und Praktiken zu erhalten, teilten die europäischen Datenschützer nach einer Sitzung.

Tiktok wird vom chinesischen Anbieter Bytedance betrieben. Die Anwendung gehört laut Angaben der Analytics-Plattform Sensor Tower zu den am häufigsten heruntergeladenen Apps. Die Playback-App Musical.ly wurde im November 2017 laut Medienberichten für rund 800 Millionen US-Dollar von Bytedance übernommen und mit Tiktok zusammengeführt. Bei Musical.ly sollen in maximal 15 Sekunden langen Clips die Lippen synchron zu Songs oder Filmzitaten bewegt werden. Die US-Komikerin Sarah Cooper ist mit lippensynchronen Äußerungen von US-Präsident Donald Trump populär geworden.

In einem Statement teilte Tiktok mit, dass Datenschutz und Sicherheit der Nutzer „höchste Priorität“ genössen und dass sich das Unternehmen freue, mit den EU-Datenschützern zu kooperieren. Körner sagte auf Anfrage von Golem.de: „Das Einrichten der Tiktok-Task-Force ist eine gute Nachricht und führt hoffentlich dazu, dass dem Daten-Drachen aus China die Zähne gezogen werden.“

Der Streit zwischen Sonos und Google eskaliert

Der Patentstreit zwischen dem Lautsprecher-Anbieter Sonos und Google eskaliert mit einer Gegenklage des Internet-Konzerns. Google warf Sonos am Donnerstag die Verletzung von fünf Patenten vor.

Es ist eine Auswahl technischer Lösungen aus verschiedenen Bereichen, darunter sind Technologien zur Suche nach Lieblingstiteln in der App des Sonos-Systems, zum Umgang mit Kopierschutz sowie zur Geräuschreduzierung bei Sprachaufnahmen.

Sonos hatte Google Anfang Jänner verklagt. Der Pionier bei vernetzten Lautsprechern im Haushalt nahm dabei die „Chromecast“-Technologie ins Visier, mit der man Lautsprecher in verschiedenen Räumen vernetzen kann. Das sind neben den smarten „Home“-Lautsprechern auch alle Pixel-Smartphones des Konzerns. Bei den ebenfalls fünf Sonos-Patenten in der damaligen Klage standen die Technologien für das Zusammenspiel mehrerer Lautsprecher im Fokus, zum Beispiel wenn es darum geht, die Lautstärke abzustimmen oder die Musikwiedergabe zu synchronisieren.

Sonos-Chef Patrick Spence kritisierte nach der Gegenklage, Google sei einst innovativ gewesen, verhalte sich jetzt aber so, dass „einstige Räuberbarone“ zufrieden wären.

Spusu plant Start in Italien

Ursprünglich war der Start in Italien bereits für März 2020 vorgesehen, wegen der Coronavirus-Epidemie in Italien musste das Unternehmen seine Pläne aber verschieben. Spusu hat bereits eine Filiale in Mailand gegründet, für den italienischen Kundendienst ist die Anstellung von 15 Leuten.

Spusu wird sich in Italien in das Netz von Wind/Tre einmieten. Mit einer Million Telefonnummern und der Vorwahl 3780 will Mass Response im eigenen Haus entwickelte Technologie verwenden. Wie bereits in Österreich sollen auch die italienischen Kunden alle nicht verbrauchten Einheiten als zusätzliches Datenguthaben in den Folgemonat mitnehmen. 2015 war Spusu in Österreich gestartet und ist Eigenangaben zufolge aktuell der am schnellsten wachsende Mobilfunkanbieter des Landes.

IBM steigt aus Geschäft mit Gesichtserkennungssoftware aus

Der US-Computerkonzern IBM kündigt seinen Rückzug aus dem Geschäft mit Gesichtserkennungs- und Analysesoftware an.

„IBM lehnt die Verwendung jeglicher Gesichtserkennungs-Technologie – einschließlich der von anderen Anbietern – zum Zeck der Massenüberwachung, rassistischer Profilierung, Verletzungen grundlegender Menschenrechte und Freiheiten sowie jeglichem Zweck, der nicht mit unseren Werten und Grundsätzen des Vertrauens und der Transparenz vereinbar ist, entschieden ab und wird dies auch nicht dulden“, teilte der neue Unternehmenschef Arvind Krishna in einem Brief an den US-Kongress mit.

IBM werde entsprechend also nicht nur den Verkauf entsprechender Software einstellen, auch die eigen Entwicklung und Forschung in diesem Bereich soll beendet werden. Supportvereinbarungen mit bestehenden Kunden werde man allerdings noch weiter nach kommen, betont IBM.

Überwachung

Zudem warnen Datenschutzaktivisten vor den massiven Auswirkungen für die Privatsphäre, falls Gesichtserkennung im großen Rahmen im öffentlichen Raum eingesetzt wird. Einzelne Städte wie San Francisco haben in Folge Gesichtserkennung im Behördeneinsatz verboten. Auch Firmen wie Google haben sich mittlerweile Selbstbeschränkungen auferlegt, und verkaufen entsprechende Technologien nicht mehr – und fordern ganz offen staatliche Regulierung für diesen Bereich. Unter den große IT-Anbietern ist es vor allem Amazon, das Gesichtserkennung trotz aller Kritik weiter an Behörden verkauft.

Alibaba will 5.000 neue Mitarbeiter in Cloud-Sparte einstellen

Der chinesische Technologieriese Alibaba geht für seine Cloud-Sparte auf Talentsuche. Innerhalb des bis Ende nächsten März laufenden Geschäftsjahres würden weltweit 5.000 neue Mitarbeiter eingestellt, kündigte das Unternehmen an. Es gehe um Jobs in den Bereichen Netzwerktechnologie, Datenbanken, Server und Künstliche Intelligenz (KI).

Der Präsident der Cloud-Sparte, Jeff Zhang, begründete den Bedarf mit der in der Coronakrise beschleunigten Digitalisierung: „Die digitale Transformation von Firmen in China, für die ursprünglich drei bis fünf Jahre eingeplant waren, wird nun wahrscheinlich innerhalb eines Jahres beendet sein.“ Erst kürzlich hatte der Konzern angekündigt, in den nächsten drei Jahren 28 Milliarden Dollar (knapp 25 Mrd. Euro) in seine Cloud-Infrastruktur zu stecken.

Aus für Intel: Apple setzt künftig auf eigene Prozessoren

Über einen Austausch der Intel-Halbleiter durch Chips von Apple wird schon seit längerer Zeit spekuliert. Der Mac-Hersteller hat erfolgreich eigene leistungsstarke Prozessoren für seine iPhones und iPads auf Basis der Architektur des Chipdesigners ARM entwickelt. In Apples Notebooks und Desktop-Rechnern kommen aber – wie in der PC-Branche größtenteils üblich – Chips von Intel mit der sogenannten x86er-Architektur zum Einsatz. Das sichert die Kompatibilität von Anwendungen über die Plattformen hinweg. In den vergangenen Jahren mehrten sich aber Hinweise, dass Apple die Erneuerung seiner Mac-Produktpalette wegen der späteren Verfügbarkeit neuer Intel-Prozessoren bremsen musste. ARM-Prozessoren gelten als energieeffizienter als x86er-Chips, was insbesondere für Laptops und kleinere Notebooks relevant ist.

Unter anderem auch Microsoft und Samsung haben bereits Notebooks mit Chips auf Basis von ARM-Architektur im Angebot. Sie können aber das Potenzial des Windows-Betriebssystems, mit dem sie laufen, nicht voll ausschöpfen. Die spannenden Fragen bei den Plänen von Apple wären, ob das macOS-System besser dafür optimiert ist – und ob der Konzern eine Art Übersetzungstechnologie für auf Intel-Chips ausgerichtete Apps vorstellt.

Die Macs haben einen Anteil von gerade einmal zehn Prozent am PC-Markt. Damit wäre der Verlust des Geschäfts für Intel finanziell noch zu verschmerzen. Es wäre aber ein Schlag für das Renommee des Chip-Giganten, der bisher das PC-Geschäft fest im Griff hatte. Für die Macs wäre das der dritte Wechsel der Chip-Plattform nach dem Übergang von Motorola zu IBMs PowerPC Anfang der 1990er Jahre und zu Intel im Jahr 2005. Der Zeitpunkt der Ankündigung könne auch noch verschoben werden, schränkte Bloomberg ein.

D: Recht auf schnelles Internet soll zum Gesetz werden

Die deutsche Bundesregierung hält weiter daran fest, möglichst alle deutschen Haushalte mit schnellem Internet zu versorgen. Das Recht auf schnelles Internet soll nun angeblich per Gesetz festgeschrieben werden.

Endnutzer sollen laut des neuen Gesetzesentwurfs „innerhalb einer angemessenen Frist an ihrer Hauptwohnung oder ihrem Geschäftsort“ mit Telekommunikationsdiensten versorgt werden. Das berichtete das Handelsblatt. Weiterhin heiße es in dem Gesetzestext, die Dienste müssten Verbrauchern und Kleinunternehmern sowie kleinen Unternehmen und Organisationen ohne Gewinnerzielungsabsicht zu einem erschwinglichen Preis angeboten werden.

Damit wolle man mindestens sicherstellen, dass Dienste wie etwa E-Mails, Anrufe, Social Media oder Online Banking zur Verfügung stehen. Wie das Handelsblatt ausführt, sollen alle Bürger spätestens 2025 einen „rechtlich abgesicherten Anspruch“ auf schnelles Internet haben. Damit solle dazu beigetragen werden, gleichwertige Lebensverhältnisse im Bundesgebiet zu gewährleisten.

Auf Netzbetreiber kommen laut des Berichts einige Neuerungen zu. Um dieses Ziel zu erreichen, sollen etwa über das neue Gesetz Telekommunikationsunternehmen dazu verpflichtet werden, an dem flächendeckenden Internet-Ausbau teilzunehmen. Ein weiterer Punkt betrifft unter anderem lokales Roaming. So soll der Gesetzesentwurf Netzbetreiber verpflichten, ihre Netze für die Konkurrenz zur Verfügung zu stellen, wenn sich deren Kunden in einem vom Anbieter nicht versorgten Gebiet befinden. Netzbetreiber sollen laut Handelsblatt künftig außerdem sämtliche relevanten Daten zu beispielsweise Netzen und Ausbauplänen offenlegen. Auf einem eigenen Datenportal sollen die Informationen dann gesammelt werden.

Massiver Angriff auf A1 Telekom Austria

Anfang Juni mussten alle Mitarbeiter des größten österreichischen Telekommunikations-Konzerns A1 Telekom ihr Passwort ändern. Das war nur das sichtbare Ende eines schwerwiegenden und vor allem erfolgreichen Angriffs, der die IT des Konzerns systematisch unterwandert hatte.

Die Angreifer hatten zentrale PCs und Server gekapert und gingen fast ein halbes Jahr lang quasi nach Belieben ein und aus. Um sie nachhaltig raus zu werfen, war eine koordinierte Aktion vieler Experten nötig. Da wurden auf einen Schlag alle Passwörter gesperrt, Webshell-Backdoors entfernt, neue Golden Tickets für den zentralen Kerberos-Server des Active Directories erstellt und vieles mehr.

Corona-Quarantäne verhindert Cleaning

Eigentlich war diese Aktion bereits für Ende März geplant. Doch da kamen Corona und die damit verbundenen Quarantäne-Auflagen dazwischen, die eine derartig komplexe Koordination zunächst unmöglich machten. Denn eine unvollständige oder auch nur nicht exakt gleichzeitig durchgeführte Aufräumaktion würde bedeuten, dass man die Hacker sofort wieder im Netz hätte.

Also hieß es zunächst, die Angreifer weiter zu beobachten und sie von allen wirklich kritischen Daten fernzuhalten, ohne dass die dabei Verdacht schöpfen und mit ihren hochkarätigen Zugriffsrechten verbrannte Erde zurücklassen. Es war ein Drahtseilakt, den A1-Security-Chef Wolfgang Schwabl und sein Team da absolvierten.

Einbruch im November

Doch der Reihe nach. Kurz vor Weihnachten machten das Computer Emergency Response Team (CERT) des österreichischen Telco-Riesen eine unangenehme Entdeckung: Auf einigen Office-Systemen befand sich Malware, die sich bei näherer Betrachtung als Backdoor entpuppte.

Weitere Nachforschungen ergaben, dass dies nur ein Symptom eines groß angelegten Angriffs auf den Telekommunikationskonzern war. Die folgenden forensischen Analysen ergaben, dass sich die Angreifer bereits im November 2019 Zugang zum Netz verschaffen konnten. Der ursprüngliche Infektionsvektor ließ sich nicht rekonstruieren; die Incident Response vermutet allgemein „gestohlene Zugangsdaten“.

Die Cyber-Kill-Chain

Ursprünglich erlangten die Angreifer damit lediglich normale Zugangsrechte auf einem Arbeitsplatz-PC. Sie konnten diese jedoch auf einem nicht ausreichend abgesicherten Server auf die eines lokalen Administrators ausbauen. Und dann war es nur noch eine Frage der Zeit. Irgendwann meldete sich ein Domänen Administrator auf dem System an – und dann war es „Game Over“. Das komplette Windows-Netz gehörte den Angreifern.

Anders als bei typischen Cybercrime-Attacken rollten die Hacker jedoch keine Ransomware aus. Es wurden keinerlei Daten verschlüsselt, versicherte Schwabl gegenüber heise Security. Das spreche für eine Advanced Persistent Threat (APT), wie sie typischerweise von staatlich gelenkten, Geheimdienst-nahen Gruppen durchgeführt werden.

Allerdings könne man den Angriff keiner der bekannten APT-Gruppen zuordnen, unter anderem weil keine speziellen Vorgehensweisen oder Tools zum Einsatz kamen. So passten die Angreifer ihre Aktivitätsphasen den Arbeitszeiten der Österreicher an. Sie nutzten auch keine speziellen, maßgeschneiderten Tools, sondern bevorzugt allgemein zugängliche Werkzeuge. So erfolgte etwa der Diebstahl der Domain-Admin-Credentials durch einen Ableger von Mimikatz, zu dem im Prinzip jeder Zugang hätte.

Keine Kundendaten entwendet

Mit der konzertierten Aktion vom 22. Mai sei damit jedoch Schluss. Er sei „sehr zuversichtlich“, dass man die Angreifer tatsächlich komplett aussperren konnte, gibt sich Schwabl optimistisch. Außerdem habe man im Bereich Security jetzt deutlich nachgebessert. Um es zukünftigen Angreifern nicht unnötig leicht zu machen, will Schwabl dazu keine Details nennen. Einzig dass jetzt wirklich alle Zugänge mit Zweifaktor-Authentifizierung gesichert werden, ließ er sich entlocken.

A1 beteuert nachdrücklich, dass von dem Vorfall keine sensiblen Daten von Kunden betroffen seien. Angesichts der vielen kompromittierten Systeme und der Dauer des Zugangs erschien uns das schwer vorstellbar. Doch A1 bleibt dabei: „Durch umfangreiches Monitoring und Analyse der Tätigkeiten des Angreifers“ könne man ausschließen, dass Kunden betroffen seien, erklärte Michael Höfler von A1 auf Nachfrage von heise Security.