EU verlost Gratis-WLAN

Europäische Gemeinden können sich ab 19.09. für das EU-geförderte WLAN-Programm Wifi4EU bewerben. Wie die EU-Kommission mitteilte, verlost die Brüsseler Behörde unter den Teilnehmenden 1.780 Gutscheine für die Einrichtung von Hotspots an öffentlichen Plätzen, in Rathäusern, Bibliotheken und Museen oder in Parks. Die Bewerbungsfrist endet am Freitag um 17 Uhr, frühe Bewerbungen werden jedoch bevorzugt. Allerdings soll auch eine geografische Balance gewährleistet werden.

Nach Angaben der EU-Kommission ist es die dritte Bewerbungsrunde für einen Wifi4EU-Voucher im Wert von 15.000 Euro. Bislang wurden bereits mehr als 6.000 Gutscheine vergeben, bis 2020 sollen es insgesamt 9.000 werden. Teilnehmen können Gemeinden aus allen 28 EU-Staaten sowie aus Norwegen und Island. 120 Millionen Euro stehen dafür bereit. Eine vierte und letzte Ausschreibung soll noch folgen.

Die teilnehmenden Gemeinden müssen mindestens drei Jahre WLAN mit einer Geschwindigkeit von mindestens 30 Megabit pro Sekunde garantieren. Spätestens eineinhalb Jahre, nachdem der Gutschein vergeben wurde, muss der Internetzugang zur Verfügung stehen.

Nächste 5G-Auktion soll wie geplant Anfang 2020 stattfinden

Die nächste Versteigerung von Mobilfunkfrequenzen für den neuen ultraschnellen Übertragungsstandard 5G soll wie geplant Anfang 2020 stattfinden. Sowohl Übergangsregierung als auch Telekom-Behörde RTR halten am ursprünglich Zeitplan fest. In der Branche waren zuletzt wegen des Regierungswechsel leichte Zweifel am Zeitplan aufgetaucht.

Der zuständige Verkehrsminister Andreas Reichhardt muss die Ausschreibung noch absegnen. „Aufgrund des kommunizierten Zeitplanes der Telekom-Control-Kommission ist davon auszugehen, dass die Ausschreibungsunterlage noch im 4. Quartal 2019 an den Bundesminister zur Einholung der Zustimmung übermittelt werden wird“, teilte seine Sprecherin mit.

Bei der Multiband-Auktion 2020 geht es um die Frequenzbänder 700, 1.500 und 2.100 Megahertz, die eine großflächige Versorgung mit 5G ermöglichen sollen. Ein Mindestgebot gibt es noch nicht, von der abgesetzten ÖVP-FPÖ-Regierung sind 350 Mio. Euro budgetiert worden. Bei der ersten 5G-Vergabe heuer im März sind Lizenzen für 188 Mio. Euro versteigert worden. A1 zahlte 64 Mio. Euro, T-Mobile (nun Magenta) 57 Mio. Euro und Drei 52 Mio. Euro.

Facebook wehrt sich gegen politische Bedenken zu Digitalwährung Libra

Facebook hat nach massiver politischer Kritik an seiner geplanten Digitalwährung Libra Bedenken zurückgewiesen, sie könne in die Hoheit von Notenbanken eingreifen. Bei Libra werde kein neues Geld ausgegeben, was souveränen Staaten vorbehalten bleibe, betonte der beim Online-Netzwerk für die Entwicklung von Libra zuständige Top-Manager David Marcus.

Libra soll nach bisherigen Plänen eins zu eins mit einem Korb von stabiler Währungen und Staatsanleihen abgesichert werden. Wenn jemand Libra mit einer klassischen Währung kauft, soll das Geld direkt in diesen Fonds gehen, wie Facebook erklärt. Libra würde dann als System für schnelle internationale Überweisungen fungieren. Politiker und Regulierer befürchten zugleich, dass der Fonds angesichts der Größe von Facebook mit mehr als zwei Milliarden Nutzern zu Verwerfungen auf den Geldmärkten führen könnte.

Facebook will die Verwaltung der Digitalwährung rasch der Libra Association mit Sitz in der Schweiz überlassen. Facebook-Manager Marcus soll dann das hauseigene Digital-Portemonnaie für die Währung mit dem Namen Calibra entwickeln. Nach bisherigen Plänen soll Calibra als einzige digitale Geldbörse für Libra in Facebooks Chatdiensten WhatsApp und Messenger mit jeweils deutlich mehr als einer Milliarde Nutzer verfügbar sein. Für andere technische Plattformen soll es aber auch alternative „Wallets“ geben.

Adobe mit schwachem Ausblick

Der US-Software-Konzern Adobe hat die Börse mit einem schwachen Ausblick auf das vierte Quartal enttäuscht. Das Unternehmen prognostizierte Umsätze unter den Erwartungen der Analysten.

Der Konzern rechnet mit 2,97 Milliarden Dollar (2,69 Mrd. Euro) verglichen mit den durchschnittlichen Erwartungen von 3,03 Milliarden Dollar der Experten. Hauptgrund sei der harte Wettbewerb im Cloud-Markt, hieß es. Die Adobe-Titel gaben im nachbörslichen Handel umgehend rund 3 Prozent ab.

Im dritten Quartal steigerte Adobe dagegen dank der Nachfrage nach seinen Produkten zur Gestaltung vom digitalen Inhalten den Umsatz und den Gewinn. Der Nettogewinn kletterte auf 792,8 Millionen Dollar von 666,3 Millionen Dollar ein Jahr zuvor. Der Umsatz legte um 24 Prozent auf 2,83 Milliarden Dollar zu. Vor allem die Geschäfte im Segment Digital Media liefen gut, teilte der Konzern mit.

Deutsches Kartellamt will Daten von Online-Riesen für Konkurrenten öffnen

Von Nutzern eingesammelte Datenbestände sollen nach Ansicht des deutschen Bundeskartellamts nicht dauerhaft exklusives Eigentum von Internet-Riesen bleiben dürfen. „Es spricht einiges dafür, dass wir an solche Datenschätze heran müssen“, sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt.

Es stelle sich die Frage, ob über Jahre angesammelte Daten „dauerhaft Exklusiveigentum eines vielleicht auch noch marktbeherrschenden Unternehmens“ sein dürften. Es gebe bereits erste Verfahren von Wettbewerbsbehörden, die darauf abzielten, Wettbewerbern Zugang zu solchen Daten einzuräumen. Die großen Online-Plattformen hätten über Jahre Daten angesammelt, die neue Konkurrenten oder kleinere Wettbewerber nicht hätten. Plattformen verfügten so über „perfekte Persönlichkeitsprofile“ von Nutzern, sagte Mundt.

Das deutsche Bundeskartellamt hat sich bereits seit Jahren auf die Fahnen geschrieben, auch in der Internet-Wirtschaft Märkte offen zu halten und die Interessen der Verbraucher zu schützen. Die Behörde hatte zahlreiche Verfahren in dem Wachstumsmarkt angestrengt. Unter anderem hatte sie Amazon ins Visier genommen. Auch Pläne von Online-Riesen wie Facebook für eine eigene Kryptowährung sehen die Wettbewerbshüter kritisch. Die EU-Kommission will sich etwa mit der von Facebook vorangetriebenen Cyberwährung Libra befassen. Auch das Kartellamt sehe sich dies an, sagte Mundt. Solche Währungen seien für Online-Riesen auch ein Mittel zur Bindung von Nutzern.

US-Regierung reicht Klage gegen Snowden ein

Die US-Regierung hat Klage gegen Edward Snowden wegen der Veröffentlichung seiner Memoiren eingelegt. Zum Verkaufsstart des Buches „Permanent Record“ teilte das US-Justizministerium mit, Snowden habe mit dem Buch gegen Vertraulichkeitsvereinbarungen verstoßen, die er mit den US-Geheimdiensten CIA und NSA unterzeichnet habe.

Snowden werde vorgeworfen, das Buch veröffentlicht zu haben, ohne es – wie in den Vereinbarungen vorgesehen – vorab zur Überprüfung vorzulegen. Er hatte für die CIA und die NSA gearbeitet.

Das Ministerium teilte weiter mit, mit der Klage solle nicht die Veröffentlichung oder Verbreitung des Buches gestoppt werden. Die Regierung wolle stattdessen auf die Einnahmen zugreifen, die Snowden durch das Buch erziele. Snowdens Autobiografie kam in den USA und auch in Deutschland in den Buchhandel.

Der Ex-Geheimdienstler hatte 2013 Dokumente zu Ausspäh-Aktivitäten des US-Abhördienstes NSA und seines britischen Gegenparts GCHQ an Journalisten gegeben. Deswegen wurde er später in den USA wegen Spionage angeklagt und per Haftbefehl gesucht. Auf der Flucht über Hongkong wollte er nach eigenen Angaben nach Ecuador, strandete aber am Moskauer Flughafen, nachdem die US-Regierung seinen Reisepass annulliert hatte. Snowden bekam Asyl in Russland, nach einer Verlängerung aktuell bis 2020. Aus Moskau meldet er sich immer wieder zu Wort. In einem Interview betonte er kürzlich wieder: „Wir müssen die massenhafte Datensammlung stoppen.“

Sony will Halbleitersparte trotz Druck von Investor behalten

Der japanische Elektronikkonzern Sony stellt sich gegen eine Investoren-Forderung nach einer Abspaltung des Halbleitergeschäfts. Der Vorstand habe einstimmig beschlossen, dass der Erhalt der Sparte die beste Strategie sei, um den Unternehmenswert langfristig zu steigern, hieß es in einem Brief des Vorstandsvorsitzenden Kenichiro Yoshida an die Aktionäre.

Der aktivistische Finanzinvestor Third Point hatte zuletzt nach einem Milliarden-Investment in den japanischen Konzern eine Abspaltung der „Imaging & Sensing Solutions“ genannten Sparte gefordert. Seiner Einschätzung nach sei die Sparte sowie der ganze Konzern unterbewertet. Er forderte daher, die Sparte abzuspalten und unter dem Namen „Sony Technologies“ an die Börse in Japan zu bringen. Sony selbst sollte als „führendes globales Unterhaltungsunternehmen“ neu ausgerichtet werden. Daneben empfahl der Investor den Verkauf der Anteile an Sony Financial, M3 Inc, Olympus und Spotify.

Steuern in Irland: Apple und EU-Kommission streiten um 13 Milliarden Euro

Im Streit zwischen Apple und der EU-Kommission um die 13 Milliarden Euro schwere Steuernachzahlung in Irland wird es ernst. Die beiden Seiten treffen mit ihren Argumenten vor dem EU-Gericht aufeinander.

EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager hatte Apple im August 2016 aufgefordert, die Milliardensumme in Irland nachzuzahlen, weil das Land dem iPhone-Konzern eine unzulässige Sonderbehandlung bei den Steuerkonditionen gewährt habe. Apple – und auch Irland – streiten das ab.

Im Kern des Streits liegt die Frage, wo Unternehmensgewinne besteuert werden müssen. Aus Sicht der Kommission ordnete Apple Erträge „Verwaltungssitzen“ zu, die nur auf dem Papier existierten, statt Steuern in Europa zu bezahlen. Der Konzern erklärt, dass ein Großteil seiner Gewinne in den USA zu versteuern sei, weil dort mit der Entwicklungsarbeit auch die Werte geschaffen würden.
Trump-Reform

Die in Irland angehäuften Auslandsgewinne waren nach Auslegung von Apple dort nur in Erwartung günstigerer Steuerkonditionen in den USA geparkt worden. In den USA wurden bis zur 2018 in Kraft getretenen Steuerreform 35 Prozent auf Auslandsgewinne amerikanischer Unternehmen fällig. Mit der Reform von Präsident Donald Trump wurde auf die angesammelten Gewinne ein Abschlag mit einem deutlich niedrigeren Satz fällig – der zugleich unabhängig davon bezahlt werden musste, ob das Geld in die USA transferiert wird.

Apple gehörte zu den vielen amerikanischen Firmen, die danach Milliarden ins Heimatland holten. Die US-Regierung hatte entsprechend auch betont, dass die Steuerzahlungen ihr zustünden. Apple zahlte nach Angaben von Jänner 2018 rund 38 Milliarden Dollar Steuern auf den im Ausland gelagerten Geldberg von 252 Milliarden Dollar. Die EU-Kommission betonte danach, der Schritt ändere nichts an der Forderung, die Steuern in Irland nachzuzahlen. Apple hinterlegte samt Zinsen 14,3 Milliarden Euro auf einem Treuhandkonto.

Weichenstellung

Für Vestager, die in der neuen Kommission zusätzlich auch stärker die Digitalpolitik prägen soll, war das Verfahren gegen Apple einer der Höhepunkte ihrer bisherigen Karriere. Der Ausgang des Streits könnte wichtige Weichen für die Besteuerung von US-Unternehmen und das künftige Vorgehen gegen Technologieriesen stellen. Zu Vestagers Aufgaben könnte es in Zukunft gehören, eine europäische Steuer für Digitalunternehmen zu entwerfen.

Rund um den Streit kochten immer wieder die Emotionen hoch. So hatte Apple-Chef Tim Cook die Kritik Vestagers, Apple habe in Irland im Jahr 2014 eine Körperschaftssteuer von nur 0,005 Prozent bezahlt, als „politischen Dreck“ bezeichnet.

Ebay Deutschland kassiert nun selbst

Ebay hat begonnen, den End-To-End-Zahlungsprozess auf seinem deutschen Marktplatz selbst durchzuführen. Das teilte das Unternehmen am 16. September 2019 auf der eBay-Verkäuferkonferenz Ebay Open Deutschland mit. Zum Start der neuen Zahlungsabwicklung in Deutschland sind Google Pay, Apple Pay und wie bisher Kreditkarte, Lastschrift und Paypal zugelassen. Das niederländische Unternehmen Adyen agiert im Hintergrund als Zahlungsabwickler und ist für Kunden nicht sichtbar.

Ebay gab im Januar 2018 bekannt, Paypal als wichtigsten Zahlungsabwickler auszutauschen. Ersetzt werde Paypal Mitte 2020 durch Adyen. Seit 2017 verfügt Adyen über eine europäische Banklizenz. Nutzer sollen Paypal mindestens bis 2023 aber weiter als Zahlungsoption nutzen können.

Ebay stellte in den vergangenen Tagen die Konten erster deutscher Verkäufer auf die neue Zahlungsabwicklung um. In den kommenden Wochen wird der Marktplatzbetreiber weitere Verkäufer zu der neuen Zahlungsabwicklung einladen. Für viele Verkäufer sollten die Gesamtverkaufskosten sinken, erklärte Ebay.

Die Vielfalt von Zahlungsoptionen sei deutschen Nutzern wichtig, sagte Eben Sermon, Deutschlandchef von Ebay. Zudem werde der Katalog weiterentwickelt, „um unsere Daten besser zu strukturieren und es den Käufern einfacher zu machen, genau das zu finden, was sie suchen, sowie eBay Fulfillment, um eine schnellere und zuverlässigere Lieferung von Artikeln zu ermöglichen“. Tatsächlich sind Artikel bisher nicht selten besser über die Google-Suche als über die Site Search bei Ebay oder in der App zu finden.

Stiftung Warentest: 41.000 deutsche Mobilfunkkunden erhielten falsche Rechnungen

Drei Monate lang erhielten Mobilfunkkunden von Vodafone, mobilcom-debitel und Klarmobil überhöhte Rechnungen. Sie sollten laut Stiftung Warentest für nicht bestellte Sonderdienste eines Drittanbieters zahlen.

Ärger für 41.000 Mobilfunkkunden der Anbieter mobilcom-debitel, Vodafone und Klarmobil. Laut Bericht von „Stiftung Warentest sollen die betroffenen Kunden falsche und überhöhte Rechnungen erhalten haben. Sie sollten für den Abruf von Drittanbieterleistungen wie den Abruf von Videos und andere „Sonderdienste“ zahlen. Die Kunden hätten solche Dienste jedoch nicht bestellt.
Kunden erhalten Geld erstattet

Drei Monate lang seien falsche Rechnungen verschickt worden. Die unklaren Posten auf den Handyrechnungen der Kunden stammen laut Rechnungsangaben von der Firma Infin. Details zu den angeblich bestellten Diensten der Kunden lassen sich den Rechnungen nicht entnehmen.

Kunden erhielten auf Anfrage bei Infin eine schriftliche Rückmeldung. Infin stehe „fälschlicherweise“ auf der Rechnung und habe die Dienste auch nicht zur Verfügung gestellt oder berechnet. Zahlen sollten die Kunden an einen anderen Anbieter, der jedoch gar nicht auf der Rechnung stand. Nach Einschalten von Finanztest hätten Vodafone-Kunden das Geld erstattet bekommen. Gutschriften sollen auch Kunden von Klarmobil und mobilcom-debitel erhalten.

US-Abgeordnete fordern interne Unterlagen von Tech-Konzernen ein

Der Justizausschuss im US-Kongress hat eine breite Auswahl interner Dokumente der vier großen Tech-Konzerne für seine Wettbewerbsuntersuchung eingefordert. Die Google-Mutter Alphabet, Apple, Facebook und Amazon sollen unter anderem E-Mails von Top-Managern herausrücken, in denen es um Wettbewerbsthemen geht. Außerdem wollen die Abgeordneten Unterlagen zu allen Behörden-Ermittlungen gegen die Firmen sowohl aus den USA als auch aus dem Ausland sehen.

Angefordert sind auch Dokumente, die von den Unternehmen in den vergangenen zehn Jahren bei der Wettbewerbsprüfung von Übernahmeplänen eingereicht worden waren, wie der Ausschuss am Freitag mitteilte. Das könnte den Fokus der Untersuchung auf Facebook lenken: Die Übernahmen der Fotoplattform Instagram 2012 und des Chatdienstes WhatsApp 2014 stehen besonders oft in der Kritik. Unter anderem die demokratische Präsidentschaftsanwärterin Elizabeth Warren fordert, die beiden Dienste von Facebook wieder abzuspalten.

Der Justizausschuss des Repräsentantenhauses will auch konkrete Zahlen zu einzelnen Produkten und Diensten sehen. Hier sind die Unternehmen bei der Vorlage ihrer Ergebnisse oft sehr zurückhaltend. So weiß man etwa bei Facebook nicht, wie viel Umsatz Instagram macht, und bei Apple sind zwar die iPhone-Erlöse bekannt, aber nicht die Geschäftszahlen zu seinem App Store.

Die großen Tech-Konzerne sind in den USA in diesem Jahr ins Visier diverser Wettbewerbs-Untersuchungen geraten. Eine führende Rolle spielt dabei das US-Justizministerium, aber auch die Staatsanwälte von Bundesstaaten leiteten Kartellermittlungen gegen Facebook und Google ein.

Steigende Nachfrage in China treibt Huawei-Handy-Geschäft an

Um ein Viertel mehr Handys im ersten Halbjahr ausgeliefert.

Der chinesische Technologieriese Huawei hat im ersten Halbjahr dank der wachsenden Nachfrage nach seinen Smartphones in China den US-Sanktionen trotzen können. So schnellte die Menge der ausgelieferten Handys im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast ein Viertel in die Höhe auf 118 Millionen Einheiten.

Gewinn und Umsatz

Der Gewinn des Geschäftsbereiches erreichte 11 Mrd. Yuan (1,4 Mrd. Euro) bei einem Umsatz von 211 Mrd. Yuan. 2018 verdiente der Bereich mit einem Umsatz von 329 Mrd. Yuan den gleichen Betrag. Dies geht aus einem Anleihe-Verkaufsprospekt des Konzerns hervor.

Digital-Förderprogramm für KMU wird mit 4 Millionen Euro verlängert

Das Förderprogramm „KMU Digital“ des Wirtschaftsministeriums in Kooperation mit der Wirtschaftskammer wird verlängert – zumindest bis ins nächste Jahr hinein, dann muss die nächste Bundesregierung entscheiden, ob es weiteres Geld gibt. Vorerst stehen vier Mio. Euro zur Verfügung, so Wirtschaftsministerin Elisabeth Udolf-Strobl und Kammerpräsident Harald Mahrer am Freitag vor Journalisten.

Pro Klein- und Mittelbetrieb (maximal 250 Mitarbeiter) werden maximal 4.000 Euro gefördert. Das Programm „KMU Digital“ gliedert sich in drei Phasen: Wie digital ist das Unternehmen, was soll sich wie ändern und wie wird es umgesetzt. Zur Beratung stehen zertifizierte Trainer zur Verfügung, die Förderanträge können in den Landesstellen der Wirtschaftskammer gestellt werden.

AMS plant Hauptversammlung für Osram-Übernahme Ende Oktober

Der österreichische Chiphersteller AMS will Ende Oktober eine außerordentliche Hauptversammlung für die Übernahme des deutschen Lichtkonzerns Osram abhalten. Wie das steirische Unternehmen am Montag in der Früh in einer Pflichtmitteilung mitteilte, soll dabei die Aktienemission in Höhe von 1,5 Milliarden Euro genehmigt werden. Diese soll einen Teil der Übernahmekosten finanzieren.

AMS sprach inbezug auf die Übernahmepläne von einer „positiven Dynamik“ seitens der Aktionäre und Investoren während der Roadshow in den vergangenen zwei Wochen. „Um diese positive Dynamik zu nutzen, beabsichtigt AMS, die Mindestannahmeschwelle des Angebots auf 62,5 Prozent von zuvor 70 Prozent zu senken, um das Risiko des Angebots nach weiterer Analyse der Aktionärsstruktur von Osram zu verringern und schneller zum Erfolg gelangen.“ Das Angebot laufe unverändert bis 1. Oktober.

Broadcom mit Minus

Der US-Chiphersteller Broadcom bekommt die schwache Nachfrage in der Branche und die makroökonomische Unsicherheit wegen des anhaltenden chinesisch-amerikanischen Handelsstreits zu spüren. Der Nettogewinn fiel im dritten Quartal von 1,2 Mrd. Dollar im gleichen Vorjahreszeitraum auf 715 Mio. Dollar (652,2 Mio. Euro), wie das Unternehmen mitteilt.

Umsatz erhöht

Der Umsatz erhöhte sich dagegen von 5,06 Mrd. auf 5,52 Mrd. Dollar, was aber unter den durchschnittlichen Analystenerwartungen von 5,54 Mrd. Dollar liegt. An seiner Jahresprognose von einem Umsatz von 22,50 Mrd. Dollar hielt der Konzern aber fest.

Konsumentenschützer raten, Jö-Bonusclub zu kündigen

Im Mai startete der Rewe-Konzern sein neues Kundenbindungsprogramm, den Jö-Bonusclub. Dieser hat die einzelnen Kundenkarten bei Ketten wie Billa, Bipa und Merkur ersetzt. Kurz nach dem Start gab es jedoch Kritik von Konsumentenschützern an der Menge der gesammelten Daten. Nun häufen sich Kundenbeschwerden, wie der Verein für Konsumenteninformation (VKI) berichtet.

Die Beschwerden beziehen sich demnach vor allem auf Schwierigkeiten bei der Kündigung. Auch dass Smartphone-Besitzer, die die Jö-App herunterladen, einen Startbonus bekommen, Kunden ohne App aber nicht, wird kritisiert. Zudem gebe es Verunsicherung darüber, wann und wie die Rabatte eingelöst werden sollten. Konsument.at listet noch diverse andere Beispiele.

Die Konsumentenschützer sind in ihrer Empfehlung sehr deutlich: Wer Wert auf seine Privatsphäre legt, sollte dem Club nicht beitreten oder ihn kündigen. „Andere Unternehmen zeigen, dass es auch ohne Kundenkarte, Datensammeln und mühsame Rabattkonstrukte geht“, heißt es auf konsument.at.

Netzbetreiber Tennet braucht bis 2028 bis zu 4,75 Milliarden Euro

Der auch in Deutschland aktive niederländische staatliche Stromnetzbetreiber Tennet benötigt nach Einschätzung der Regierung in Den Haag bis einschließlich 2028 zusätzliches Geld von bis zu 4,75 Milliarden Euro für weitere Investitionen. In den kommenden Monaten würden verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten geprüft – darunter eine Kapitalspritze vom niederländischen Staat, ein teilweiser oder vollständiger Verkauf des Staatsunternehmens oder „eine Form der Zusammenarbeit mit dem deutschen Staat“, wie die niederländische Regierung in Den Haag weiter mitteilte.

Tennet betreibt 23.000 Kilometer Hochspannungsleitungen und spielt eine wesentliche Rolle bei der Energiewende und dem Ausbau des Stromnetzes in Deutschland. Dieser kommt bisher allerdings nur schleppend voran. Die niederländische Regierung bezifferte die Investitionsagenda des Unternehmens für den Zeitraum zwischen 2019 und 2028 auf insgesamt 35 Milliarden Euro.

Tennet selbst bezifferte den zusätzlichen Finanzbedarf in den kommenden fünf Jahren auf zwei bis drei Milliarden Euro, wie Finanzchef Otto Jager bei der Vorlage der Halbjahresergebnisse mitteilte. In der ersten Jahreshälfte seien 1,1 Milliarden Euro investiert worden, etwa 190 Millionen mehr als im Vorjahreszeitraum. Dabei gehe es um Investitionen sowohl in deutsche als auch in niederländische Netze. „Wir stehen in einem konstruktiven Dialog mit unserem Eigentümer, dem niederländischen Finanzministerium, um zu sehen, welcher der beste Weg voran ist“, sagte Jager.

Europäischer Gerichtshof kippt deutsches Leistungsschutzrecht für Verlage

Der Europäische Gerichtshof hat über dem 2013 eingeführten deutschen Leistungsschutzrecht für Presseverlage den Daumen gesenkt. Es sei nicht anwendbar, da die Bundesregierung den Entwurf nicht vorab an die EU-Kommission übermittelt hatte, stellten die Richter fest.

Der EuGH war 2017 vom Berliner Landgericht eingeschaltet worden. Auslöser war ein Verfahren, in dem die Verwertungsgesellschaft VG Media Schadenersatz von Google verlangt. Die VG Media vertritt dabei viele Presseverlage in Deutschland.

Dass der Europäische Gerichtshof das deutsche Leistungsschutzrecht für „nicht anwendbar“ hält, begründen die Richter damit, dass es sich um „eine Vorschrift betreffend einen Dienst der Informationsgesellschaft und somit um eine technische Vorschrift“ handele. Der Entwurf hätte somit der Kommission vorab vorgelegt werden müssen, heißt es beim EuGH. „Ist dies nicht geschehen, kann ein Einzelner deren Unanwendbarkeit geltend machen“, heißt es in der Urteilsbegründung weiter.

„Das Urteil heißt im Grunde, dass Google solche Snippets unentgeltlich veröffentlichen kann“, betonte Michael Knospe, Medienrechtsexperte im Münchner Büro von Simmons & Simmons. Das gelte, bis die Vorgaben der neuen EU-Richtlinie in nationales Recht umgesetzt werden. „Auch über diese Umsetzung wird die Kommission in Kenntnis gesetzt werden müssen.“ Google selbst ist mit dem Urteil freilich zufrieden. „Wir freuen uns, dass dies nun geklärt ist“, erklärte Google am Donnerstag knapp zu dem EuGH-Urteil.

Der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ), der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) und der Verband Deutscher Lokalzeitungen (VDL) zeigten in einer ersten gemeinsamen Stellungnahme indes wenig Verständnis für die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs. „Der EuGH-Beschluss irritiert“, teilten die Verlegerorganisationen mit. Begründet wird das damit, dass die Europäische Union ihrerseits inzwischen ein Recht der Presseverleger beschlossen hat. „Fast sechs Jahre nach Erlass des Gesetzes in Deutschland warten Verlage und Redaktionen immer noch darauf, dass Google und andere digitale Plattformen für die unstreitige Verwertung der Verleger- und Urheberrechte endlich zahlen“, heißt es weiter in der Stellungnahme.

Auch die VG Media hat wenig Verständnis für die Entscheidung des EuGH. „Der EuGH äußert sich nur zur Vergangenheit. Er erklärt nichts zu der Frage, wie sich der Erlass der Urheberrechtsrichtlinie ab dem 17. April 2019 für die vorgelegten Fragen konkret auswirkt. Damit berücksichtigt die Entscheidung nur den Zeitraum zwischen 2013 und 17. April 2019. Auswirkungen auf die laufenden Verfahren sind zu prüfen“, sagt Geschäftsführer Markus Runde. Zudem bemängelt Runde, dass die Entscheidung das materielle Recht, um dessen Durchsetzung es dem deutschen und europäischen Gesetzgeber derzeit gehe, gar nicht berücksichtige. Die Entscheidung sei „sehr formal und verfahrensorientiert“.

Huawei will seine 5G-Technik verkaufen

Huawei-Chef Ren Zhengfei hat angeboten, US-Unternehmen die 5G-Technologie zur Verfügung zu stellen. Ren sagte der New York Times, Huawei sei „offen für den Austausch unserer 5G-Technologien mit US-Unternehmen, damit diese ihre eigene 5G-Branche aufbauen können. Dies würde eine ausgewogene Situation zwischen China, den USA und Europa schaffen.“

„Aber“, fügte er hinzu, „dafür muss die US-Seite uns in gewisser Weise entgegenkommen. Amerikanische Unternehmen können auch unsere 5G-Technologien modifizieren, um ihre Sicherheitsanforderungen zu gewährleisten.“ Sie könnten sogar „den Software-Code ändern“.

Mit einem am 15. Mai 2019 erlassenen Dekret hatte US-Präsident Donald Trump den nationalen Notstand für die Telekommunikation erklärt. Das US-Handelsministerium untersagte alle Geschäfte, die „ein Risiko für die USA darstellen“ und setzte Huawei auf die sogenannte Entity-Liste. Tatsächlich haben die USA keinen Mobilfunkausrüster mehr, besonders im Bereich Radio. Lucent Technologies fusionierte im Jahr 2006 mit der französischen Alcatel. Das Gemeinschaftsunternehmen wurde später von Nokia gekauft. Das Mobilfunknetzgeschäft von Motorola Solutions ging im Jahr 2010 an Nokia Siemens Networks. Cisco und Adtran versuchen in dem 5G-Bereich ein breiteres Angebot aufzubauen.

In einem Interview mit The Economist erklärte Ren, dass ein Käufer der 5G-Technologie gegen eine einmalige Gebühr unbefristeten Zugriff auf die bestehenden 5G-Patente, Lizenzen, Codes, technischen Entwürfe und das Produktions-Know-how von Huawei erhalte. Der Erwerber könnte den Quellcode auch modifizieren.

Checkfelix integriert „Handgepäck-Checker“ in der App

In der Checkfelix-App der Reisesuchmaschine wurde eine Funktion für Smartphones neuer Generationen (iOS und Android) integriert. Mit Hilfe von Augmented Reality kann der Koffer über die Funktion „Miss deinen Koffer“ gescannt werden. Indem die Kamera um die Tasche geführt wird, wird die Größe des Handgepäcks bestimmt. Der Handgepäck-Checker nutzt AR-Technologie, um die Ausmaße zu berechnen (Länge, Breite und Höhe sowie hervorstehende Teile) und diese mit den Vorgaben der Fluglinie zu vergleichen, sodass Reisende wissen, ob sie ihr Handgepäck mitnehmen dürfen oder aufgeben müssen.

Viele Österreicher entdecken Europa und die Welt mit nur Handgepäck. Wie groß das Handgepäck in der Kabine sein darf, hängt jedoch von der Fluglinie ab. Daher möchten wir es für Reisende schnell, einfach und transparent gestalten, ihr Gepäck zu messen und dem passenden Flug automatisch zuzuordnen“, sagt John-Lee Saez, Director Europe bei checkfelix .

atms vollzieht Markenwechsel zu „yuutel“

Im Fokus des Telekombetreibers, der ausschließlich auf Telekomleistungen für Unternehmen fokussiert, steht seit über 18 Jahren der weltweite telefonische Kundenservice beziehungsweise „T-Commerce“-Leistungen (über das Telefon abgewickelte Geschäfte) sowie das Angebot der dafür benötigten Service-Telefonnummern und Netzleistungen aus einer Hand. Fast zwei Jahrzehnte nach ihrer Gründung schärft die atms GmbH ihre strategische Ausrichtung für das All-IP-Zeitalter und präsentiert sich unter einer neuen Marke: Der auf cloudbasierte Business-Telefonie spezialisierte Telekombetreiber bündelt ab sofort all seine Angebote unter der Marke yuutel.

Sunrise-Aktionär AOC geht gegen UPC-Übernahme auf die Barrikaden

„Wir glauben, dass die Transaktion zwei bis 2,5 Milliarden Franken zu teuer ist“

Mit dem aktivistischen Investor Active Ownership Capital (AOC) spricht sich ein weiterer großer Sunrise-Aktionär gegen die vom Schweizer Mobilfunkanbieter geplante Milliardenübernahme des Kabelnetzbetreibers UPC aus. „Wir glauben, dass die Transaktion zwei bis 2,5 Mrd. Franken (1,8 bis 2,3 Mrd. Euro) zu teuer ist“, sagte AOC-Partner Florian Schuhbauer.

Sunrise will UPC für 6,3 Mrd. Franken vom US-Kabelriesen Liberty Global übernehmen. Gegen das Vorhaben macht der größte Sunrise-Aktionär, die deutsche Freenet, Front. Freenet hält rund ein Viertel der Anteile. Die Beteiligung von AOC liege unter drei Prozent, sei aber „nennenswert“, sagte Schuhbauer.

Galileo erreicht eine Milliarde Smartphone-Nutzer

Das europäische Satelliten-Navigationssystem Galileo erreicht mittlerweile rund eine Milliarde Smartphone-Nutzer. Wie die EU-Kommission mitteilte, basiert der „Meilenstein“ auf der Zahl der weltweit verkauften Mobiltelefone, die das System verwenden. Hinzu kommen noch in Autos und in Lastwagen eingebaute Geräte wie Notfallortungssystem oder Fahrtenschreiber.

Mit dem milliardenschweren Prestigeprojekt Galileo will Europa unabhängig vom amerikanischen GPS werden. Bisher wurden dafür 26 Satelliten ins All gebracht. Weitere vier sollen folgen. Beim Start des Systems gab es allerdings immer wieder Verzögerungen. Galileo hätte eigentlich 2008 in Vollbetrieb gehen sollen. Nach mehreren Verzögerungen wurde der Betrieb allerdings erst 2016 aufgenommen. Im Juli gab es einen tagelangen Totalausfall.

Paypal führt eigene Ratenzahlung ein

Der Bezahldienst baut sein Geschäft mit Ratenzahlungen in Deutschland aus. Die Option soll künftig grundsätzlich beim Bezahlen per Paypal verfügbar sein, bisher wurde sie nur selektiv vom Händler angeboten.

Geldgeber für das neue Ratensystem bei Paypal ist der Anbieter selbst, die Prüfung der Kreditwürdigkeit erfolgt online, der Händler bekommt sein Geld sofort.

Die Ratenzahlung wird von Paypal für Einkäufe zwischen 199 Euro und 5000 Euro angeboten. Die Laufzeit liegt bei 12 Monaten bei einem effektiven Jahreszins von 9,99 Prozent. Paypal setzt damit darauf, dass Nutzer für die schnelle Verfügbarkeit der Ratenzahlung einen möglicherweise höheren Zinssatz als anderswo in Kauf nehmen. Für die Rückzahlung werden monatliche Raten per Lastschrift eingezogen.

Huawei lässt Klage gegen US-Regierung fallen

In einem Nebenschauplatz des Konflikts um Huawei hat der chinesische Konzern eine Klage gegen die US-Regierung fallengelassen. Huawei hatte im Juni geklagt, wegen einer noch im September 2017 festgesetzten Lieferung von Telekomausrüstung. Kürzlich sei die Technik von den US-Behörden freigegeben worden, deswegen werde auch die Klage zurückgenommen, teile Huawei mit.

Lieferung blockiert

Die von Huawei hergestellten Geräte sollten seinerzeit nach Tests in den USA zurück nach China gehen, erklärte das chinesische Unternehmen. Die Lieferung sei aber blockiert worden, mit der Begründung, man müsse klären, ob für die Ausfuhr eine Exportlizenz notwendig gewesen wäre, hieß es. Nach der Huawei-Klage habe die US-Regierung die Technik freigegeben.

Apple-Keynote: Die wichtigsten Termine zu den neuen Produkten

iPhone 11, iPhone 11 Pro und iPhone 11 Pro Max

Die wohl wichtigsten Produkte der gestrigen Keynote waren die drei neuen iPhone-Modelle des Jahrgangs 2019. Sie sind ab dem kommenden Freitag (13. September) bestellbar, als Starttermin für die Preorder-Phase hat Apple diesmal 14 Uhr gewählt, das entspricht 5 Uhr morgens US-Westküstenzeit.

Das neue Einsteiger-iPad lässt sich bereits auf Apple.com vorbestellen. Allerdings wird erst ab dem 30. September geliefert beziehungsweise in den Läden verkauft.

Apple Watch Series 5

Sämtliche Modelle der neuen Computeruhr mit „Always-on“-Bildschirm sind bereits auf Apple.com vorbestellbar, Liefer- und Verkaufsbeginn ist der 20. September, also der diesjährige „iPhone Day“.

Apple TV+

Apples erster eigener Videostreamingdienst mit Originalinhalten kostet ebenfalls 5 Euro im Monat, startet allerdings erst ab dem 1. November. Wie groß das Inhalteangebot anfangs sein wird, ist noch unklar.

iOS 13, iPadOS, watchOS 13, macOS 10.15

Die frischen Betriebssysteme lassen je nach Hardware noch etwas auf sich warten. Los geht es am 19. September mit iOS 13, das allerdings nur für iPhone und iPod touch bereitsteht. Ein erstes Update von iOS 13, iOS 13.1, ist bereits für den 30. September angekündigt – es liefert wahrscheinlich noch fehlende Funktionen nach. Apples Tablet-Variante von iOS 13, nun iPadOS getauft, erscheint ebenfalls am 30. September – ob bereits in Version 13.1, weiß noch niemand.

Sonys Smartphone-Chef Kishida: Zuversichtlich trotz Absatzeinbruch

Sony sieht sich trotz eines weiteren Absatzeinbruchs bei seinen Smartphones auf Kurs, das Steuer in dem Geschäft herumzureißen. Er sei jetzt sogar zuversichtlicher als Anfang des Jahres, sagte der zuständige Spartenchef Mitsuya Kishida auf der Technik-Messe IFA in Berlin. Das Top-Modell Xperia 1, bei dem Sony den Fokus auf Video-Inhalte und Musik legte, verkaufe sich gut. Auf der IFA stellte Sony das nächste Modell Xperia 5 vor, das mit etwas kompakterer Form vor allem mehr Frauen ansprechen soll.

Im vergangenen Quartal fiel der Verkauf der Sony-Smartphones im Jahresvergleich von zwei Millionen auf nur noch 900.000 Geräte. Der Konzern kappte die Absatzprognose für das noch bis Ende März 2020 laufende Geschäftsjahr von fünf auf vier Millionen Smartphones. Dies gehe allerdings auf sinkende Verkäufe wenig lukrativer Einstiegsgeräte zurück, sagte Kishida. Dadurch habe Sony erstmals nach einer langen Durststrecke wieder einen operativen Gewinn mit Smartphones erwirtschaftet, betonte er. Der war mit einer Milliarde Yen, umgerechnet rund 8,5 Mio Euro, allerdings ziemlich schmal. Sony hatte als Reaktion auf die Probleme auch die Belegschaft in der Sparte halbiert.

Finanzinvestoren wollen Symantec für 16 Milliarden Dollar kaufen

Der US-amerikanische Sicherheitssoftware-Hersteller Symantec steht parallel zu dem geplanten Verkauf des Geschäfts mit Firmenkunden vor der Übernahme durch zwei Finanzinvestoren. Advent und Permira wollen das Unternehmen für 16 Milliarden US-Dollar übernehmen.

Den Symantec-Aktionären sollen dabei 26 bis 27 Dollar je geboten werden. An der Börse sorgte die Nachricht für einen Anstieg des Aktienkurses um bis zu fast zehn Prozent auf 25,77 Dollar. Zuletzt musste das Papier wieder einen Teil der Gewinne abgeben und stand mit einem Aufschlag von fünf Prozent bei 24,65 Dollar.

Die Übernahme soll zufolge aber nichts daran ändern, dass Symantec seine Unternehmenskunden-Sparte für 10,7 Milliarden Euro an den US-Chiphersteller Broadcom verkaufen will. Broadcom will bar bezahlen. Advent und Permira würden damit neben dem Privatkundenbereich von Symantec viel Bargeld bekommen. Eigentlich war vorgesehen, dass Symantec einen Teil der Erlöse aus dem Verkauf der Sparte an Broadcom über eine Sonderdividende von 12 Dollar je Aktie an die Anteilseigner weitergeben will. Nach Informationen der Zeitung sei ein Grund der komplizierten Transaktion die Reduzierung der Steuerlast aus diesem Deal für die Symantec-Anteilseigner.

China will eine staatliche Kryptowährung einführen

Das kurz vor seiner Premiere stehende Digitalgeld Chinas wird Ähnlichkeiten mit der geplanten Facebook-Kryptowährung Libra haben. Dies kündigte der für den Bereich Zahlungsverkehr zuständige Vizedirektor der Notenbank, Mu Changchun. an.

Die Kryptowährung werde zwar einige Gemeinsamkeiten mit Libra von Facebook aufweisen, jedoch keine direkte Kopie sein, hieß es. Das US-Finanzmagazin „Forbes“ berichtete jüngst, China wolle sein Digitalgeld am 11. November herausbringen und damit Facebook ausstechen, das Libra erst in der ersten Jahreshälfte 2020 an den Start bringen kann.

Notenbankmanager Mu betonte mit der chinesischen Digitalwährung sichere China seine „geldpolitische Souveränität“ ab. „Wir müssen uns für schlechte Zeiten rüsten.“ Bei dem neuen Digitalgeld sei zwar anonymisiertes Zahlen möglich, zugleich seien aber Vorkehrungen gegen Geldwäsche getroffen worden.

Er kündigte an, die neue Kryptowährung sei so sicher wie das von der Zentralbank herausgegebene Papiergeld. Es sei auch möglich, die neue Währung sogar ohne Internet-Verbindung zu nutzen. Sie sei somit sogar in Erdbebengebieten weiter einsetzbar, wenn alle sonstigen Kommunikationsverbindungen zusammengebrochen seien. Über die technischen Details schwieg sich der Digitalgeld-Manager aus. Die Notenbank PBOC plant, die neue Währung unter anderem über Zahlungsplattformen des chinesischen Amazon-Rivalen Alibaba, sowie des ebenfalls einheimischen Internetgiganten Tencent zu verbreiten.

Entwickler möchte Wunderlist von Microsoft zurück

Im Juni 2015 hat Microsoft für eine Summe zwischen 100 und 200 Millionen US-Dollar das Berliner Start-up 6Wunderkinder mitsamt deren Aufgabenverwaltung Wunderlist gekauft. Nun möchte Christian Reber, der die Anwendung unter anderem mit Frank Thelen (TV-Sendung: Die Höhle der Löwen) entwickelt hat, sie zurück. Das schreibt Reber in einem Beitrag auf Twitter, in dem er unter anderem Microsoft-Chef Satya Nadella direkt anspricht.

Hintergrund ist, dass Microsoft schon länger damit beschäftigt ist, Wunderlist einzustellen. Stattdessen will der Konzern eine eigene Aufgabenliste namens To-Do vermarkten, in die einige Elemente aus Wunderlist einfließen. Die erste Version von To-Do wurde 2017 vorgestellt, die für mehrere Plattformen verfügbare Anwendung ist Teil der abobasierten Office-365-Suite. In der Software erstellte Aufgaben werden demnach mit anderen Terminkalendern etwa in Outlook synchronisiert.

Noch ist Wunderlist verfügbar, das Programm hat auch noch eine große Fangemeinde. Wie lange das Programm noch aktualisiert wird, hängt vermutlich schlicht vom Zustand von To-Do ab. Noch ist die Microsoft-eigene Aufgabenverwaltung längst nicht fertig, Termine liegen nicht vor. Eine der größeren Herausforderungen für das Team ist, dass nicht mehr wie bei Wunderlist die Amazon Web Services als Cloud dienen können, sondern Azure von Microsoft.

Wie wahrscheinlich es ist, dass Microsoft sich wieder von Wunderlist trennt – unklar. Spontan erinnert uns der Fall an Bungie, die nach ihrem Kauf durch Microsoft nach einigen unzufriedenen Jahren ja auch wieder in die Selbständigkeit durften. Das Hauptprodukt des Studios, nämlich das Actionspiel Halo, blieb allerdings bei dem Konzern.

Huawei-CEO: Mate 30 kommt ohne Google-Dienste

Nach der Präsentation des Kirin 990 spricht Yu in kleiner Runde dann doch über den drohenden Verlust von Android. So wird das Mate 30, das Huawei in zwei Wochen in München vorstellen will, mit einem Android ohne Google-Dienste auf den Markt kommen. „Auf diesem Gerät können wir die Google Mobile-Dienste (GMD) nicht installieren“. Es bleibe den Kunden überlassen, das selbst zu machen. Doch es ist schwer abzuschätzen, ob Huawei-Nutzer bereit sind, das Google-Paket oder die Alternativen selbst nachzuinstallieren.

Android ohne Google? Das geht, allerdings fehlen dann Dienste und Apps, an die sich die Android-Nutzer gewöhnt haben – zum Beispiel Google Pay, Maps oder der Play Store. Doch während viele Anwendungen noch relativ leicht zu ersetzen sind, ist es bei den eng mit dem Betriebssystem verwobenen Play-Diensten nicht so einfach. Google stellt zahlreiche Dienste und APIs für Apps zur Verfügung, über die zum Beispiel die Benachrichtigungen laufen. Auch die regelmäßigen Sicherheitsupdates gibt es ohne Google nicht so einfach.

Wenn man mit Vertretern von Huawei oder der ebenfalls betroffenen Tochtermarke Honor spricht, wird eins klar: Die Chinesen wollen lieber weiter mit Google zusammenarbeiten. Zwar bereitet sich der Konzern für den Ernstfall vor, doch ist das nicht die bevorzugte Lösung – und der Weg zu einem alternativen Ökosystem dürfte ein steiniger sein. „Wir möchten die Zusammenarbeit mit unserem langjährigen Partner fortsetzen“, sagt Sam Yuan, Honors Vice President für Europa, auf der IFA.

iPhone-Hack: Kritik an Apple wegen Schweigens zur Menschenrechtslage in China

Durch eine iOS-Lücke soll es möglich gewesen sein, über manipulierte Websites iPhones mit Malware zu infizieren und ihre Nutzer umfassend zu überwachen. Das ergab eine Untersuchung des von Google geleiteten Sicherheitsteams „Project Zero“.

Nach anhaltender Berichterstattung reagierte Apple nach einer Woche mit einer Stellungnahme. Weil es Beunruhigung unter der eigenen Kundschaft gab, wolle man nun sicherstellen, dass diese über „alle Fakten“ verfüge, erklärte man. Doch die folgende Botschaft sorgt nun für noch mehr Kritik, unter anderem aus der Sicherheitscommunity, schreibt Ars Technica.

Man habe die der Gefahr zugrunde liegenden Schwachstellen bereits im Februar repariert, binnen zehn Tage nachdem man davon erfahren hatte. Als man von Google kontaktiert wurde, sei man bereits mitten in der Behebung gewesen. Dem Konzern wirft man vor, mit der Veröffentlichung des Reports ein halbes Jahr später den „falschen Eindruck einer massenhaften Ausnutzung zur Beobachtung privater Aktivitäten ganzer Bevölkerungsgruppen“ zu erwecken.

Stattdessen seien die Webseiten, die entsprechend präpariert waren, um die Schwachstellen auszunutzen, nur etwa zwei Monate in Betrieb gewesen, während der Project Zero-Bericht implizieren, dass sie seit zwei Jahren im Netz gewesen wären. Man nehme die Sicherheit der eigenen Kunden „extrem ernst“ und die eigenen Experten seien „rund um die Welt immer damit befasst, neue Sicherheitsmaßnahmen zu entwickeln und Schwachstellen zu patchen, sobald sie entdeckt wurden.“

Apple-Zulieferer Foxconn verstößt gegen Arbeitsregeln

Apple und sein chinesischer Zulieferer Foxconn haben eingeräumt, in China zu viele Zeitarbeiter beschäftigt zu haben. Die Organisation China Labour Watch beschuldigte die Firmen in einem Bericht, dass die Belegschaft der iPhone-Fabrik in der chinesischen Stadt Zhengzhou im August zu etwa 50 Prozent aus temporären Arbeitskräften bestand. Nach chinesischem Recht sind nur zehn Prozent zulässig.

Auch Apple bestätigte, dass Standards nicht eingehalten wurden. Der Konzern wolle eng mit Foxconn zusammenarbeiten, um die Probleme zu beheben.

N26 will wertvoller als die Deutsche Bank werden

Die Berliner Onlinebank N26 will die etablierte Konkurrenz überholen. „Wir haben die großartige Möglichkeit, in weniger als zehn Jahren die wertvollste deutsche Bank zu werden“, sagte Deutschlandchef Georg Hauer.

Der geplante Wertzuwachs ist möglich: Das Fintech-Startup N26 wurde zuletzt mit 3,1 Milliarden Euro bewertet, die Deutsche Bank hat nur noch einen Börsenwert von 13,8 Milliarden Euro. N26 ist noch nicht an der Börse notiert.

Im Juli 2019 erklärte die mobile Bank (PDF), in einer neuen Finanzierungsrunde mit 3,5 Milliarden Dollar bewertet worden zu sein. Dabei erhielt die Smartphonebank mit der Erweiterung ihrer Series-D-Finanzierungsrunde 170 Millionen US-Dollar. Alle Investoren, die bereits an der Serie-D-Finanzierungsrunde im Januar 2019 beteiligt gewesen waren, hatten erneut in N26 investiert, darunter Insight Venture Partners, Singapurs Staatsfonds GIC, der chinesische Internetkonzern Tencent, Allianz X, Peter Thiels Valar Ventures, Earlybird Venture Capital und Greyhound Capital. Bis Juli 2019 hatte N26 Finanzierungen mit einem Volumen von mehr als 670 Millionen US-Dollar erhalten.

Valentin Stalf und Maximilian Tayenthal gründeten N26 im Jahr 2013 und starteten die Onlinebank im Jahr 2015 in Deutschland und Österreich. N26 hat über 3,5 Millionen Kunden in 26 Ländern und rund 1.300 Beschäftigte in Berlin, Barcelona, Wien, São Paulo und New York. N26 besitzt eine europäische Banklizenz und hat kein eigenes Filialnetz, setzt aber auf Kooperationen mit Betreibern von Geldautomaten mit drei kostenlosen Abhebungen im Monat.

„Eve Online“ richtet Beratungsstelle für trauernde Gamer ein

Eve Online ist ein hartes Pflaster. Bis man sich in dem Weltraum-MMO zurechtfindet, können Wochen vergehen. Im vergangenen Jahr sollen etwa 600.000 neue Spieler das kostenlose Game ausprobiert haben, und nur zehn Prozent davon blieben länger als sieben Tage. Trotzdem soll das Spiel im Gegensatz zum Großteil anderer MMOs weiterhin beständig neue User anlocken, wie kürzlich von CEO Hilmar Veigar Pétursson verraten wurde.

Trotzdem will der Hersteller das Game einsteigerfreundlicher gestalten, damit neue Spieler länger bleiben. „Wir nehmen dafür eine Menge Geld in die Hand, weil wir hier einfach die größte Chance für das Spiel sehen“, sagte Pétursson. Eine der Maßnahmen ist, dass man neuen Spielern eine Art Beratungsstelle im Game bietet, an die sie sich wenden können, sollte ihr erstes Schiff zerstört werden. Die Zerstörung ist nämlich permanent, und etliche Stunden Spielzeit können sich so einfach in Luft auflösen.

Entwickler hat Civilization in Excel nachgebaut

Ein Entwickler mit dem Pseudonym S0lly hat den 1991 veröffentlichten Strategieklassiker in der Tabellenkalkulation Excel nachgebaut. Die Umsetzung trägt den Titel Cellivization – das „Cell“ ist eine Anspielung auf die Zellen von Excel. Anwender können mit Siedlern, Kriegern, Bogenschützen, Schwert- und Formationskämpfern sowie Rittern und Katapulten um den Sieg streiten. Neben den Einheiten kann man auch Städte bauen und in einer Art Scharmützelmodus gegen einen anderen Spieler antreten.

Falls Cellivization auf größeres Interesse stößt, sollen weitere Einheiten und Funktionen nachgereicht werden. Vor allem soll es einen eigenständig agierenden Computergegner geben sowie mehr als zwei Zivilisationen und Diplomatie, Wissenschaft und Wunder.

Download von Cellivization ist über die offizielle Projektseite kostenlos möglich: in der Excel-Tabelle die Übersicht Main Menu auswählen und dann entweder Deathmatch oder Start Large World anklicken, um den entsprechenden Modus aufzurufen. Die Einheiten werden über die Zifferntasten gebaut und mit WASD bewegt. Zum Spielen müssen Makros aktiviert werden.

Die Umsetzung ist im Rahmen des OLC Code Jam 2019 entstanden. Entwickler S0lly hat Cellivization nach eigenen Angaben in rund einer Woche programmiert. Er bittet die Nutzer seines Werks, für ihn zu stimmen, sofern ihnen das Spiel gefällt.

Millionenstrafe gegen Amazon in Frankreich verhängt

Das französische Handelsgericht hat eine Rekordstrafe von vier Millionen Euro gegen den Online-Händler Amazon verhängt. Das Pariser Gericht hält es für erwiesen, dass der US-Konzern Anbieter auf seinem „Marktplatz“ im Internet benachteiligt.

Nach Angaben der Abteilung für Betrugsbekämpfung im Pariser Wirtschaftsministerium ist es die höchste Strafe, die in einem solchen Fall in Frankreich bisher verhängt wurde. Das Gericht urteilte, Amazon habe in seine Verträge mit den Händlern unrechtmäßige Klauseln eingebaut.

Amazon nahm sich laut dem Gericht das Recht heraus, die Verträge mit den Anbietern kurzfristig zu ändern, kürzere Lieferzeiten zu verlangen oder Lieferungen zu blockieren. Über die weltweit tätige Plattform vertreiben in Frankreich rund 10.000 kleine und mittlere Unternehmen ihre Waren.

EuGH macht strenge Vorgaben für Standortermittlung

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat den EU-Staaten strenge Vorgaben in Sachen Standortermittlung gemacht: Telekommunikationsfirmen müssen nach einem Urteil des Gerichtshofs bei einem 112-Notruf in jedem Fall unmittelbar und gebührenfrei Informationen über den Standort des Anrufers übermitteln. Das gelte auch dann, wenn die Anrufe von Mobiltelefonen ohne Sim-Karte eingingen, erklärten die Luxemburger Richter am Donnerstag (Rechtssache C-417/18). Die EU-Staaten müssten die Umsetzung dieser Regelung sicherstellen.

Die obersten EU-Richter betonten nun, dass der entsprechenden EU-Richtlinie zufolge die Standortdaten bei allen Anrufen unter der 112-Nummer übermittelt werden müssten – Notrufe von Handys ohne Sim-Karte seien davon nicht ausgenommen. Je nach Land und dem jeweiligen Mobilfunknetz könnten die Daten unterschiedlich präzise sein. In jedem Fall müsse es aber Polizei, Feuerwehr und Rettungswagen möglich sein, anhand der Informationen tätig zu werden.

Notrufe von Handys ohne Sim-Karte seien nicht zulässig, erklärte die Behörde. Diese Regelung sei 2009 erlassen worden, um einem Missbrauch der Notrufnummer zu begegnen. Zuvor sei die Nummer genutzt worden, um die Funktionsfähigkeit von gebrauchten Geräten zu demonstrieren. Ob sich aus der EuGH-Entscheidung Handlungsbedarf in Deutschland ergebe, müsse geprüft werden.

Check24 will eigene Banklizenz

Das Finanzvergleichsportal Check24 treibt seine Expansion als Finanzdienstleister weiter voran – und will künftig offenbar noch stärker als eigenständiger Anbieter von Finanzprodukten agieren. Zu dem Zweck hat Check24 bei der Finanzaufsicht Bafin eine eigene Banklizenz beantragt, wie ein Sprecher bestätigte. Das Portal Finanz-Szene.de hatte zuerst über die Pläne berichtet.

„Wir befinden uns gerade im Antragsprozess für eine Vollbanklizenz, um unser Geschäftsmodell flexibel weiterentwickeln und auf Veränderungen im Bankenmarkt reagieren zu können“, teilte der Check24-Sprecher mit. So wolle das Unternehmen mit der Lizenz auf Kundenbedürfnisse reagieren und Produkte anbieten, die der Markt nicht bereitstelle. Ein Beispiel dafür seien Kredite mit Negativzins.

Zuletzt warben einige Kreditvermittler mit Negativzinsen für einen Ratenkredit, die aber oft nur Lockangebote sind. Auch Check24 hatte in der Vergangenheit solche Kredite bereits sporadisch angeboten. Nun will das Unternehmen bei derartigen Offerten offenbar mehr Freiheiten gewinnen.

Samsung faltet das Handy zum zweiten Mal

Nun ist es also da, das erste faltbare Samsung-Handy, das der koreanische Konzern schon mehrmals angekündigt hat. Das Galaxy Fold lässt sich dank neuartiger Technik zu einem durchgängigen Bildschirm in Tablet-Größse aufklappen. Technische Probleme mit dem Faltmechanismus haben die Markteinführung verzögert.

Samsung hat nachgebessert und im Rahmen der IFA nun angekündigt, das Galaxy Fold 5G noch diesen Monat auf den Markt zu bringen. Das Falt-Handy wird ab 18. September in den Farben Schwarz und Silber erhältlich sein. Der Preis: 2100 Euro – das sind 100 Euro mehr als noch im April angekündigt.

Inspiriert von «präziser Uhrmacherkunst»

Erste Geräte, die Samsung im Frühjahr an amerikanische Medien zu Vorab-Tests geschickt hatte, überstanden den Praxiseinsatz nicht lange. Verschiedene Tester berichteten, dass ihre Muster bereits nach wenigen Tagen Schäden am Display aufwiesen, etwa Ausbeulungen in der Mitte. Manchmal fielen Teile oder die gesamte Fläche des Bildschirms aus.

Smartphone und Tablet in einem

Das neue Samsung-Modell, das erste faltbare Galaxy-Handy, besitzt einen sehr grossen Bildschirm: Aufgeklappt entfaltet sich das Hauptdisplay des Galaxy Fold mit 7,3 Zoll (18,5 Zentimeter) auf die Grösse eines Tablets.

Ein speziell entwickeltes Interface und auf den neuen Formfaktor abgestimmte Apps sollen neue Anwendungsmöglichkeiten eröffnen. Beispielsweise können Nutzer bis zu drei kompatible Apps parallel nutzen («Multi Active Window») – etwa während sie Videos bearbeiten, die Fotogalerie durchblättern und Nachrichten beantworten. Für reibungsloses Multitasking sind zwölf GByte Arbeitsspeicher verbaut. 512 GByte interner Speicher bieten Platz für Videos, Fotos oder Apps.

Apple plant für 2020 Nachfolger für iPhone SE

Apple will im kommenden Frühjahr wieder ein günstigeres iPhone-Modell ins Sortiment nehmen, um den Absatz in China und anderen Schwellenmärkten anzukurbeln. Es werde als Nachfolger des inzwischen ausgemusterten iPhone SE gesehen, das Apple 2016 auf den Markt brachte, schrieb die japanische Zeitung „Nikkei“ am Mittwoch. Das SE gab es damals in Deutschland ab 489 Euro zu kaufen, während der Preis des günstigsten aktuellen Modells iPhone XR bei 629 Euro anfängt.

Apple setzte lange auf die Strategie, sich aus dem hart umkämpften Marktsegment günstiger Smartphones herauszuhalten. Das sicherte dem Konzern hohe Gewinne. Doch inzwischen sind auch technisch hochgerüstete Smartphones mit dem Google-Betriebssystem Android schon für 300 bis 400 Euro bzw. Dollar zu bekommen. Analysten wie Anshul Gupta vom Marktforscher Gartner rechnen damit, dass sich ein zunehmender Teil des Smartphone-Geschäfts in dieser Preiskategorie abspielen wird, vor allem in wichtigen Wachstumsmärkten wie Indien.

Die iPhone-Verkäufe gingen zuletzt zurück, dem Konzern zufolge vor allem wegen des schwächeren Verkaufs in China. Apple konterte unter anderem mit dem Ausbau von Angeboten, bei denen man seine alten Geräte in Zahlung geben kann. Der Smartphone-Markt schrumpft aber auch insgesamt.

Das iPhone SE war mit seinem 4-Zoll-Bildschirm kleiner als das damals aktuelle iPhone 6. Der Bildschirm bei der Neuauflage solle mit 4,7 Zoll dagegen so groß sein, wie etwa beim iPhone 8, schrieb „Nikkei“ unter Berufung auf informierte Personen.

Zuteilung erster 5G-Frequenzen für Deutsche Telekom

Zwölf Wochen nach der Versteigerung der Frequenzen für die fünfte Mobilfunkgeneration in Deutschland hat die Bundesnetzagentur der Deutschen Telekom die erste Nutzungsurkunde übergeben.

Der Telekom wurden zunächst die ersteigerten Frequenzen im Bereich bei 3,6 GHz zugeteilt. „Die Frequenzen der anderen erfolgreichen Bieter können auf Antrag ebenfalls zugeteilt werden“, erklärte die Bundesnetzagentur. Zuteilungsanträge der 1&1 Drillisch Netz AG und der Vodafone GmbH liegen demnach bereits vor und sollen in Kürze beschieden werden.

Bei der Frequenzauktion in Mainz waren 41 Frequenzblöcke aus den Frequenzbereichen 2 GHz und 3,6 GHz für knapp 6,6 Milliarden Euro versteigert worden. Die vier Bieter hatten nach der Auktion zunächst Gelegenheit, sich über die genaue Lage der abstrakt ersteigerten Frequenzblöcke in den Frequenzbereichen zu verständigen. Weil eine vollständige Einigung nicht erzielt wurde, hatte die Bundesnetzagentur am 2. August 2019 über die Zuordnung entschieden.

Vor allem Telefonica und 1&1 Drillisch hatten sich eine lange Auseinandersetzung geliefert, die zu der wochenlangen Verzögerung führte. Nach einem Bericht von Golem.de stand zwar die Zuordnung für Vodafone und Deutsche Telekom mit Ablauf der Versteigerung bereits fest. Telefonica und 1&1 Drillisch mussten sich dagegen auf die genaue Zuordnung im mittleren Bereich zwischen den Frequenzblöcken von Vodafone und Telekom einigen. Hauptsächlich der Newcomer 1&1 Drillisch habe dabei die Einigung erschwert.

Mit der Zuteilung gehen die Unternehmen auch die Verpflichtung ein, die Versorgungsauflagen umzusetzen. Demnach müssen die Provider unter anderem bis Ende 2022 jeweils 98 Prozent der Haushalte je Bundesland und alle Bundesautobahnen, die wichtigsten Bundesstraßen und Schienenwege mit mindestens 100 Megabit pro Sekunde versorgen. Bis Ende 2024 sollen alle übrigen Bundesstraßen mit mindestens 100 Mbit/s, alle Landes- und Staatsstraßen, die Seehäfen und wichtigsten Wasserstraßen und alle übrigen Schienenwege mit mindestens 50 Mbit/s versorgt werden. Die Provider können dabei aber nicht nur 5G-Technik einsetzen, sondern auch mit LTE (4G) arbeiten.

Smartphone-Bank N26 nun auch in der Schweiz gestartet

Die von Österreichern gegründete deutsche Smartphone-Bank N26 nimmt den Schweizer Markt ins Visier. Vorerst gibt es zwar nur Euro-Konten, dies soll sich aber längerfristig ändern. Seit Dienstag ist N26 auch in der Schweiz verfügbar und ist neben Anbietern wie Revolut, TransferWise oder Neon ein weiterer Anbieter von Bankdienstleistungen via Handy-Apps.

Vorerst bietet das Fintech mit Sitz in Berlin in der Schweiz zwei Arten von Euro-Konten an: ein Standardkonto für Privatpersonen sowie ein Geschäftskonto für Selbstständige – dies zwar ohne Schweizer IBAN-Nummer, dafür aber gratis.

„Die Schweiz gehörte zum letzten dunklen Fleck von N26 in Europa“, sagte Georg Hauer, der bei N26 für die Regionen Deutschland, Schweiz und Österreich verantwortlich ist. Für einen Markteintritt in der Schweiz gesprochen hätten die vergleichsweisen hohen Gebühren bei Euro-Zahlungen bei Schweizer Banken und die gleichzeitig aktive Nutzung von Euro-Konten in der Bevölkerung, erklärte Hauer.

Telefonnummern von 420 Millionen Facebook-Nutzern im Netz entdeckt

Telefonnummern von rund 420 Millionen Facebook-Nutzern waren offen im Netz zugänglich. Die Datenbank scheint aus öffentlich verfügbaren Informationen zusammengestellt worden zu sein. Es ist unklar, wer sie erstellt und hochgeladen hat. Facebook erklärte am Mittwoch, es handle sich um alte Daten.

Sie seien anscheinend gesammelt worden, bevor das Online-Netzwerk im vergangenen Jahr die Möglichkeit abschaffte, Bekannte mit Hilfe ihrer Telefonnummer zu finden. Facebook habe keine Hinweise darauf, dass Accounts gehackt worden seien.

Die Datei mit den Telefonnummern hatte ein IT-Sicherheitsforscher entdeckt und darauf das Technologieblog „TechCrunch“ hingewiesen. Sie sei unverschlüsselt zugänglich gewesen und inzwischen entfernt worden. Unter den Telefonnummern seien 133 Millionen von Facebook-Nutzern aus den USA gewesen. Die Gefahr bei solchen Daten ist, dass Online-Kriminelle sie nutzen könnten, um Account-Passwörter zurückzusetzen und die Profile zu kapern.

Facebook hatte bereits im April 2018 eingeräumt, dass die Freunde-Suche nach Telefonnummern dazu missbraucht wurde, Daten abzugreifen, und schaltete die Funktion ab.

Regulierer warnen vor Facebooks Kryptowährung Libra

Europas oberster Bankenaufseher hat vor großen Lücken bei der Regulierung von Digitalwährungen wie Libra gewarnt. Auf die von Facebook geplante Cyberdevise müsse besonders geachtet werden, sagte der Präsident der Europäischen Bankenaufsicht (EBA), Jose Manuel Campa.

Für solche von privaten Unternehmen organisierten Cyberdevisen gebe es bisher keine ausreichenden Regeln. Sie fielen in ein „großes Loch“, so Campa.

Twitter blockiert Versenden von Tweets per SMS

Twitter-Nutzer dürfen vorerst keine Tweets mehr per SMS veröffentlichen, nachdem auf diesem Wege der Account von Firmenchef Jack Dorsey für rassistische Botschaften missbraucht wurde. Mobilfunk-Anbieter müssten Schwachstellen in ihren Verfahren ausbessern.

Unbekannte sollen sich bei einem Netzbetreiber eine kopierte SIM-Karte mit Dorseys Telefonnummer beschafft haben und setzten über die SMS-Funktion am Wochenende mehrere Tweets ab. So wurden ähnliche Nachrichten vom Account der Schauspielerin Chloe Grace Moretz verschickt. Kurz darauf machte Twitter die Funktion dicht. Sie solle aber demnächst in Ländern, in denen SMS wichtig für verlässliche Kommunikation seien, wieder aktiviert werden, hieß es. Die Möglichkeit, Tweets per SMS an eine bestimmte Nummer zu posten, wird in den meisten Ländern kaum genutzt.

Europäische Zahlungsanbieter wollen Apple Pay Konkurrenz machen

Eine Allianz aus europäischen Zahlungsanbietern will einen neuen Standard für mobiles Bezahlen entwerfen. Damit soll eine Alternative geschaffen werden zu den bisher von Tech-Firmen wie Apple und Google angeboten Bezahlmethoden. Zahlungsanbieter aus neun Ländern Europas schlossen sich zu der European Mobile Payment Systems Association (EMPSA) mit Sitz in Zürich zusammen, wie die beteiligten Firmen bekannt gaben.

„EMPSA ist die Schlüsselinitiative, um eigene Standards und einen wettbewerbsfähigen, interoperablen Rahmen für Europa zu schaffen und verloren gegangenes Terrain im europäischen Zahlungsraum zurückzugewinnen“, sagte der Vorstandschef des in Österreich und Deutschland tätigen Zahlungsanbieters Bluecode, Christian Pirkner. Neben Bluecode sind das aus der Schweiz stammende Unternehmen Twint, Swish aus Schweden, Vipps aus Norwegen, die in Finnland und Dänemark tätige MobilePay, Bancontact Payconiq aus Belgien und Sibs/MB Way aus Portugal beteiligt. Gemeinsam decken sie nach eigenen Angaben rund 25 Millionen Kunden und etwa eine Million Händler ab.

Android 10 mit mehr als 50 neuen Funktionen verfügbar

Die neue Android-Version 10 kann ab sofort auf Pixel-Smartphones installiert werden. Wie Google am 3. September 2019 in einem Blogbeitrag mitteilte, unterstützt die Version des Betriebssystems neue Techniken wie faltbare Smartphones oder Tablets sowie den neuen Mobilfunkstandard 5G. Darüber hinaus ermöglichen mehr als 50 neue Funktionen und Änderungen im Bereich Datenschutz und Sicherheit „besseren Schutz, mehr Transparenz und umfangreiche Kontrollmöglichkeiten für Nutzer“.

Runtastic stellt Web-Version ohne Vorwarnung ein

Das österreichische Vorzeige-Start-up Runtastic hat im Sommer seine Web-Version eingestellt. Man wolle sich künftig auf die Entwicklung der Apps konzentrieren. Die Einstellung erfolgte im August, seither hagelt es auf der Facebook-Seite Kritik. Die zu Adidas gehörende Firma hat seit Mai einen neuen Chef.

Anstatt Statistiken über die persönlichen Sportaktivitäten zu erhalten, informiert Runtastic nach dem Login über das Ende der Online-Version: „Damit du weiterhin von der bestmöglichen Benutzererfahrung in unseren Lauf- und Trainingsapps profitieren kannst, verlegen wir unseren Schwerpunkt vom Web in die Weiterentwicklung unserer Mobile Apps. Die meisten Web-Features wurden daher eingestellt.“

Auf runtastic.com können Nutzer nur noch ihre Privatsphäre-Einstellungen verwalten, die mit der App aufgezeichneten Aktivitäten exportieren sowie die kostenpflichtige Mitgliedschaft zu „Runtastic Premium“ kündigen. Vor allem User, die für erweiterte Statistiken bezahlt haben, beschweren sich in Kommentaren auf Facebook, dass die Einstellung ohne Vorwarnung erfolgt sei.

Der Runtastic-Kundendienst geht auf Facebook zwar auf die Kritik ein, hält an der Entscheidung aber fest: „Wir bringen den Mut auf und versuchen, uns ständig weiterzuentwickeln. Deshalb haben wir uns auch dazu entschieden, uns mit vollem Fokus auf die Weiterentwicklung der Runtastic und Runtastic Results App zu konzentrieren. Um das zu ermöglichen, mussten wir uns von einigen kleineren Apps und auch vom Web-Portal verabschieden. Das ist auch uns nicht leicht gefallen, wir sind aber überzeugt, dass das die richtige Entscheidung war.“

Wie viele Sportler der Fitness-App seit August den Rücken gekehrt haben, ist nicht bekannt. Unklar ist auch, ob die Einstellung der Web-Version Auswirkungen auf den Personalstand hat. Die Firma mit Sitz in Pasching in Oberösterreich hat heuer mit dem US-Amerikaner Scott Dunlap einen neuen Chef bekommen, nachdem sich Runtastic-Mitgründer und Firmenlenker Florian Gschwandtner Ende 2018 aus dem Unternehmen zurückzog.

Gschwandtner hatte die App 2009 gemeinsam mit drei Studienkollegen entwickelt. Runtastic war eine der ersten Fitness-Apps im deutschsprachigen Raum mit anfangs stark steigenden Nutzerzahlen. 2013 übernahm der deutsche Medienkonzern Axel Springer 50,1 Prozent der Runtastic GmbH. Mitte 2015 schluckte der deutsche Sportartikelhersteller Adidas Runtastic zur Gänze. Mit 220 Millionen Euro zählt der Deal zu den größten der heimischen Start-up-Szene. Zuletzt zählte Runtastic rund 240 Mitarbeiter.

Xiaomi kommt mit großer Produktpalette

Xiaomi will eine Vielzahl von Produkten, die das Unternehmen in China anbietet, längerfristig auch in Deutschland und Österreich auf den Markt bringen. Das hat der für Westeuropa zuständige PR-Chef Jacques Li bekräftigt. Dem Manager zufolge soll dieser Markt zudem künftig zu den Ländern gehören, die mit als erstes neue Produkte erhalten.

Gerüchte, dass Xiaomi einen Start in Deutschland plane, gab es bereits Ende August 2019. Nicht nur Smartphones sollen in Deutschland verkauft werden, sondern beispielsweise auch Xiaomis Haushaltsgeräte oder Streaming-Boxen. Bei den Smartphones sollen auch die günstigen Geräte der Redmi-Serie angeboten werden.

Xiaomi-Produkte sollen in einem eigenen Onlineshop sowie bei bekannten Händlern wie Media Markt oder Saturn verkauft werden. Die Verhandlungen mit diesen sogenannten Retailern sollen laut Li kurz vor dem Abschluss stehen – entsprechend rechnet der Manager noch in diesem Jahr mit dem Marktstart. Auch eigene Läden hat Xiaomi in den größten deutschen Städten geplant. Smartphones sollen auch bei den Netzanbietern erhältlich sein.

Iliad schließt Abkommen mit Nokia für Entwicklung von 5G-Netz ab

Die französische Mobilfunkgesellschaft Iliad hat mit Nokia ein strategisches Abkommen für die Entwicklung seines 5G-Netzes in Frankreich und Italien abgeschlossen. Ziel sei es, den Kunden die bestmöglichen Dienstleistungen anzubieten. Nokia war bereits Iliads Partner bei der Entwicklung seines 3G- und 4G-Mobilfunknetzes.

2,8 Millionen Kunden hat Iliad seit dem Start in Italien im Mai 2018 gewonnen. Iliad ist somit zum viertstärksten italienischen Mobilfunkbetreiber aufgerückt. In Italien wurden 261 Mio. Euro für das Netz und 342 Mio. Euro für die Frequenzen ausgegeben. Es ist das erste Mal, dass sich das französische Unternehmen im Besitz des französischen Telekom-Milliardärs Xavier Niel aus dem Heimatmarkt herauswagt.

Bisher hielten der ehemalige Staatsmonopolist Telecom Italia, Vodafone sowie Wind Tre jeweils gut ein Drittel am italienischen Markt. Iliad will bereits mit einem Marktanteil von unter zehn Prozent die Gewinnschwelle knacken.

Windows 10 erreicht 50 Prozent Marktanteil, Windows 7 weiter stark

Windows 10 verbreitete sich nach seiner Veröffentlichung 2015 trotz Gratis-Updatemöglichkeit für Nutzer von Windows 7 und 8 nur recht langsam.

Nun hat die Plattform laut der Marktforschungsfirma Netmarketshare einen wichtigen Meilenstein genommen. Ihr Marktanteil unter den Desktop-Betriebssystemen liegt erstmals über 50 Prozent.

Supportende lässt Marktanteil steigen

Genauer gesagt wird der Stand per Ende August mit 50,99 Prozent ausgeschildert. Erstmals laufen also mehr als die Hälfte aller Desktop-PCs, Laptops und Convertibles mit der Software. Der letzte Meilenstein ist laut den Netmarketshare-Daten Ende 2018 geglückt, als man mit knapp 40 Prozent erstmals Windows 7 überholen konnte.

In den vergangenen Monaten hat die Verbreitung merklich angezogen – hauptsächlich zu Lasten von Windows 7. Das dürfte wohl in Zusammenhang mit dem Zeitdruck angesichts des nahenden Supportendes für Windows 7 stehen. Mitte Jänner 2020 stellt Microsoft auch die Lieferung von Sicherheitsaktualisierungen für das 2009 erschienene System ein.

Rückzug: ProSiebenSat.1 will Red Arrow Studios verkaufen

Wenn der Preis stimmt, will sich die ProSiebenSat.1 Media SE vom internationalen TV-Produktionsmarkt zurückziehen, für den man seit 2010 in zunächst erstaunlichem Tempo und mit zahlreichen Zukäufen die Red Arrow Studios aufgebaut hatte. Es ist eine Kehrtwende, die allerdings nicht ganz überraschend kommt, nachdem in den vergangenen anderthalb Jahren eine Strategie für die Zukunft von Red Arrow Studios als Teil der ProSiebenSat.1 Media SE fehlte und mehrere Führungskräfte das Unternehmen verlassen.

So läuft seit vergangener Woche der Verkaufsprozess. ProSiebenSat.1 Media SE hat Morgen Stanley mit der Durchführung des Verkaufs – Projekt „Showtime“ – betraut. Die US-Investmentbank verschickte bereits sogenannte Teaser Decks an mögliche Investoren.

Neue US-Ermittlungen gegen Handyhersteller Huawei

Gegen den chinesischen Handyhersteller und Netzwerkausrüster Huawei Technologies sind neue Ermittlungen wegen des Verdachts auf Technologiediebstahl eingeleitet worden. Dem Konzern werde vorgeworfen, über Jahre hinweg geistiges Eigentum von Einzelpersonen und Unternehmen gestohlen zu haben. So soll Huawei Mitarbeiter von Konkurrenten abgeworben haben. Die Ermittlungen dürften damit über die bereits laufenden Untersuchungen hinausgehen.

Das US-Justizministerium beschuldigt das Unternehmen, gegen Iran-Sanktionen verstoßen zu haben. Doch auch Präsident Donald Trump geht im Handelsstreit mit China gegen den Netzwerkausrüster vor. Er fürchtet nach eigenen Angaben, dass Huawei-Technik der chinesischen Regierung zur Spionage dienen könnte. Der Konzern weist dies zurück.

Facebook darf Hass-Postings löschen

Facebook hat bei einer gerichtlichen Auseinandersetzung um die Löschung eines als Hassrede eingestuften Posts Recht bekommen. Das Stuttgarter Landgericht entschied, dass der Beitrag gegen die aktuellen Gemeinschaftsstandards des sozialen Netzwerks verstößt.

Der Kläger hatte demnach den Beitrag eines anderen Nutzers geteilt, in welchem dieser „Migranten auf dem Mittelmeer“ pauschal unterstellt hatte, in Zukunft schwere Straftaten zu begehen. Dazu schrieb der Kläger auch selbst einen Text: „Für sowas wird man im Merkel-Deutschland 2018 30 Tage gesperrt. Da kann man sich mal wieder vorstellen was da so vor den Zensurhebeln hockt.“

Gemäß den Gemeinschaftsstandards von Facebook werde generell kein Unterschied gemacht, ob ein Nutzer einen als Hassrede einzustufenden Beitrag selbst verfasse oder den eines anderen verbreite – zumal der Kläger sich in diesem Fall nicht von dem Inhalt distanziert habe. Im Gegenteil: Er habe zum Ausdruck gebracht, dass er den geteilten Beitrag nicht für sperrwürdig erachte, und die Abwertung von Flüchtlingen zumindest bagatellisiert, entschied die Kammer.

IFA will Umsatzflaute in der Unterhaltungselektronik trotzen

Die Technikmesse IFA will sich in Zeiten sinkender Umsätze in der Unterhaltungselektronik als Wachstums- und Innovationsmotor der Branche unter Beweis stellen. Sowohl das Gelände unter dem Funkturm, als auch die Station Berlin als Austragungsort des Fachbesucher-Treffs IFA Global Markets seien in der kommenden Woche vollständig belegt.

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die IFA sind eher unfreundlich: Die Branche verzeichnete zuletzt weiter teils kräftige Umsatzrückgänge. Im ersten Halbjahr 2019 ging dem Hemix-Index zufolge der Umsatz mit klassischer Unterhaltungselektronik um 7,1 Prozent auf 3,9 Milliarden Euro zurück. Während der Absatz halbwegs stabil ist, leidet die Branche unter einem schnellen Preisverfall ihrer Produkte.

Zu den großen Trends in der Unterhaltungselektronik und bei Hausgeräten gehören in diesem Jahr Künstliche Intelligenz etwa für die Sprachsteuerung sowie der neue Mobilfunkstandard 5G. Auch TV-Geräte mit Displays in besonders hoher 8K-Auflösung sind die Aushängeschilder der Hersteller. Die IFA wolle Ausblicke auf Produkte und Technologien geben, „die künftig unseren Lebensstil beeinflussen werden“, sagte Hans-Joachim Kamp, Aufsichtsratsvorsitzender der Branchengesellschaft und IFA-Veranstalterin gfu.

Gleichzeitig sei die IFA stets Treffpunkt aller Beteiligten im Markt, sagte Kamp. Dazu gehörten Industrie und Handel, Fachbesucher, Medien und das breite Publikum – „für die alle Produkte letztendlich entwickelt und produziert werden“. Anders als die CES in Las Vegas, die sich als reine Fachmesse versteht, hat die IFA stets an dem Konzept der Publikumsmesse festgehalten. Zudem erweiterten die Veranstalter das Produkt-Portfolio vor gut einem Jahrzehnt mit Elektro-Klein- und Großgeräten wie Waschmaschinen und Haartrockner. „Mit diesem Konzept, alles auf einer Messe zu vereinen, ist die IFA die weltweit bedeutendste Plattform ihrer Art“, sagte Kamp.

Trotz der Umsatzrückgänge gehe die Branche in Summe mit einer positiv gestimmten Prognose ins zweite Halbjahr, sagte Kamp. Über alle Produktgruppen hinweg sehe es „nicht ganz so schlecht aus“.

Wie auch in den vergangenen Jahren gehört das smarte, vernetzte Zuhause zu den großen Themen auf der IFA. Sicherheit, Bequemlichkeit und Energieeffizienz seien die Impulse für die Konsumenten dabei, sagte Kamp. 79 Prozent waren sich demnach in einer Umfrage der gfu sicher, dass die intelligente Vernetzung von Hausgeräten ein bequemeres Leben ermögliche.

Account von Twitter-Chef Jack Dorsey gehackt

Unbekannte haben das Konto von Twitter-Chef Jack Dorsey gekapert und mehrere aggressive Tweets verbreitet, darunter einen über Deutschland während des Dritten Reichs.

Von Dorseys Account @jack wurden mehrere Tweets an seine mehr als vier Millionen Follower weiterverbreitet, darunter einer, in dem es hieß: „Nazi-Deutschland hat nichts falsch gemacht.“ Einige Tweets enthielten auch rassistische und antisemitische Inhalte. In einem war von einer Bombe im Twitter-Hauptquartier die Rede. Twitter löschte die Tweets rasch wieder aus Dorseys Timeline.

Dorsey nutzt – wie viele andere Nutzer auch – nach eigenem Bekunden die sogenannte Zwei-Faktor-Authentifizierung, bei der man zur Anmeldung zusätzlich zu Benutzernamen und Passwort auch einen frisch generierten Code eingeben muss. Diese Codes werden aber in vielen Fällen per SMS versandt. Angreifern gelang es schon in der Vergangenheit immer wieder, bei Mobilfunk-Anbietern SIM-Karten mit derselben Telefonnummer zu ergattern und die Codes abzufangen. Mit Hilfe dieser Methode soll eine Hacker-Gruppe 2016 auch Twitter-Accounts mehrerer Tech-Bosse wie Dorsey und Facebook-Chef Mark Zuckerberg gekapert haben.

Telekom Austria verkauft Beteiligung in Liechtenstein

Die teilstaatliche Telekom Austria verkauft ihre Beteiligung in Liechtenstein. Das börsenotierte Wiener Unternehmen hielt einen Anteil von 24,9 Prozent an der Telekom Liechtenstein (TLI) in dem Kleinstaat, der Rest entfiel auf das Land Liechtenstein. Die Telekom nutze damit ihre ordentliche Kündigungsmöglichkeit.

Da es sich um eine Minderheitsbeteiligung handle, werde sie im Konzernergebnis der Telekom nicht vollkonsolidiert und habe somit keine Auswirkung auf den Konzernumsatz bzw. das Betriebsergebnis. Es wird lediglich das anteilige Ergebnis der TLI im Finanzergebnis und damit im Konzerngewinn der Telekom Austria ausgewiesen, so der heimische Marktführer, der noch zahlreiche Beteiligungen in Südosteuropa hält und großteils der mexikanischen America Movil gehört.

Fabasoft startete 2019/20 mit Umsatz- und Ergebnisplus

Das in Frankfurt börsennotierte Linzer Softwareunternehmen Fabasoft hat im ersten Geschäftsquartal 2019/20 (April bis Juni) mehr Umsatz gemacht und die Gewinnzahlen verbessert. Die Erlöse wuchsen um 23 Prozent auf 10,9 Mio. Euro, das Vorsteuerergebnis und das Betriebsergebnis (EBIT) legten um über ein Drittel auf jeweils gut 2 Mio. Euro zu, der Nettogewinn um ein Drittel auf 1,5 Mio. Euro.

Das Eigenkapital steigerte die Gesellschaft im Jahresabstand um 18 Prozent auf 28,8 Prozent, die liquiden Mittel wuchsen um 30 Prozent auf 34,0 Mio. Euro.

Huawei bestätigt: Mate 30 kommt fix im September

Das Smartphone dürfte aufgrund des Konflikts mit den USA keine Google-Services erhalten. Huawei hat nun offiziell bekannt gegeben, wann es das neue Smarthone Mate 30 vorstellen will. In einem Tweet des Unternehmens nennt man den 19. September. Die Vorstellung findet demnach in München statt.

Aufgrund des Konflikts zwischen China und den USA wird das Android-Smartphone voraussichtlich keinen Zugang zu Google-Services erhalten. Der Internetriese hat dem chinesischen Hersteller die Lizenz mangels Ausnahmegenehmigung verweigert.

Das alles wird in dem Tweet nicht thematisiert. Darin gibt es nur einen kurzen Hinweis auf eine neue Kamera. Huawei wird die Vorstellung live im Internet streamen.

Apple gewährt freien Werkstätten Zugang zu Original-Ersatzteilen

Apple wird allen unabhängigen Reparatur-Werkstätten den Zugang zu Original-Ersatzteilen für sein iPhone öffnen. Das Programm startet zunächst in den USA und soll mit der Zeit auf andere Länder ausgeweitet werden. Die teilnehmenden Werkstätten können von Apple auch Spezialwerkzeug und Reparaturanleitungen bekommen. Voraussetzung ist, dass sie einen von Apple zertifizierten Techniker haben – die Größe des Reparaturbetriebs spielt dabei keine Rolle.

Bei dem neuen Programm geht es nur um Reparaturen nach Ablauf der Garantiezeit. In den häufigsten Fällen ist das der Austausch eines kaputten Displays oder der Batterie. Garantiefälle werden weiterhin von Apple selbst oder dem Netz der autorisierten Service-Anbietern behandelt. Man wolle den Kunden aber mehr Auswahlmöglichkeiten für hochwertige Reparaturen geben, erklärt der Konzern.

Die unabhängigen Werkstätten können dabei sowohl Ersatzteile direkt von Apple als auch solche von anderen Herstellern verwenden, die oft günstiger sind. Sie müssen das allerdings ihren Kunden transparent machen. Zudem will Apple die ausgebauten Komponenten zurückhaben, wenn sie durch Original-Teile ersetzt werden. Das solle eine Wiederverwendung oder ein besseres Recycling gewährleisten.

Vodafone schafft 5G-Tarifzuschlag ab

Der Provider verzichtet auf alle Zuschläge für die Nutzung des neuen Mobilfunkstandards. Die Änderung würde die wichtigen Red- und Young-Tarife betreffen, bei denen der Standard 5G häufig nicht Teil des Angebots ist.

Das 5G-Netz von Vodafone ist bisher an ausgewählten Standorten verfügbar. Nach dem Start von 25 Stationen im Juli funken jetzt mehr als 50 5G-Stationen im Vodafone-Netz. Diese sind in Städten wie Berlin, Köln, München, Duisburg, Düsseldorf und Bremen zu finden – aber auch in ländlichen Regionen wie in der Wedemark oder auf der Ostsee-Insel Usedom

Übernahme der Kathrein-Mobilfunksparte durch Ericsson verschoben

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben: Der eigentlich für den 31. August vorgesehene Abschluss der Übernahme von Kathrein SE durch die schwedische Firma Ericsson verschiebt sich nach hinten, da die entsprechende Genehmigung der EU-Kommission noch nicht eingetroffen ist.

Anstatt dessen soll es nun bis Mitte September so weit sein. Gegenüber Radio Charivari bestätigte der Rosenheimer Antennenhersteller, dass man noch keinen genaueres Datum für den Closing Termin festgelegt hat. Der Begriff bezeichnet in diesem, wie in anderen Fällen auch, die endgültige Eigentumsübertragung.

Smartphone-Verkäufe: Samsung schafft Trendwende

Chinesische Huawei auf dem Weg zum Marktführer.

Die Zahl der weltweit verkauften Smartphones ist Marktdaten zufolge erneut gesunken. Vor allem die Nachfrage nach teuren Mobiltelefonen ging weiter zurück, wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Studie des Marktforschungsinstituts Gartner hervorgeht. Insgesamt wurden mit 368 Millionen Smartphones im zweiten Quartal um 1,7 Prozent weniger verkauft als im Jahr zuvor.

Um Kunden wieder schneller zu einem Neukauf zu bewegen, statteten Handy-Hersteller mittlerweile auch günstigere Modelle mit mehreren Kameralinsen, rahmenlosen Displays und größeren Akkus aus, sagte Gartner-Experte Anshul Gupta.

Samsung gewinnt wieder

Nach sechs aufeinanderfolgenden rückläufigen Quartalen konnte Marktführer Samsung erstmals wieder zulegen und weitere Marktanteile gewinnen, wie aus den Zahlen hervorgeht. Allerdings sei schon im Laufe der letzten Wochen die Nachfrage für Samsungs Flagship-Handy S10 allmählich abgekühlt, so dass es für die Südkoreaner schwer werde, auch im Gesamtjahr einen Zuwachs zu erzielen. Die Nachfrage nach den iPhones von Apple ging dagegen weiter zurück, wenn auch langsamer als zum Jahresanfang.

Teamviewer will an die Frankfurter Börse

Der schwäbische Softwarehersteller Teamviewer will im Herbst den Sprung an die Frankfurter Börse wagen. Das Unternehmen aus Göppingen kündigte offiziell den Börsengang im Prime Standard für das laufende Jahr an. Der Finanzinvestor Permira, der 2014 bei Teamviewer eingestiegen war, will nach fünf Jahren die Gelegenheit zu einem Teilausstieg nutzen. Das Unternehmen selbst verkauft keine neuen Aktien. Insidern zufolge sollen rund 30 Prozent der Aktien bei neuen Investoren platziert werden. „Auch nach dem Börsengang bleiben wir als Großaktionär weiter stark engagiert“, sagte Permira-Deutschland-Chef Jörg Rockenhäuser.

Permira erhofft sich laut Finanzkreisen eine Bewertung von vier bis fünf Milliarden Euro für Teamviewer. Vor fünf Jahren hatte der Finanzinvestor 870 Millionen Euro gezahlt. Aus der Bewertung ergibt sich ein Emissionsvolumen von 1,2 bis 1,5 Milliarden Euro. Begleitet wird der Börsengang federführend von den US-Investmentbanken Goldman Sachs und Morgan Stanley. In der Regel dauert es von der offiziellen Ankündigung bis zur Erstnotiz rund vier Wochen.

China überwacht jetzt auch ausländische Firmen mit Punktesystem

Peking dehnt die totale Datenerfassung auf Unternehmen aus. Wer sich nicht regelkonform verhält, muss sofort mit Sanktionen rechnen. Der EU-Handelskammer in China zufolge trifft die Entwicklung viele Firmen völlig unvorbereitet.

Das könne tief greifende Auswirkungen auf die Unternehmen haben, glaubt die EU-Handelskammer in China daher. Sie warnt in einer aktuellen Studie, dass die wenigsten Firmen bisher auf das vorbereitet sind, was sie erwartet.

Es sei das umfassendste regulatorische System, das je eine Regierung eingeführt habe, stellt Jörg Wuttke, Chef der Handelskammer, fest. Und er geht sogar noch weiter, denn es sei durchaus vorstellbar, dass das neue Punktesystem „für einzelne Unternehmen über Leben und Tod entscheiden kann“, sagt er.

Belohnungen bei hohen Punktzahlen

Konkret sollen Daten, die verschiedene Behörden in allen Landesteilen über Firmen sammeln, in einer riesigen Datenbank zusammengeführt werden. Und während für die Umsetzung eines solchen Vorhabens in Deutschland leicht ein Jahrzehnt vergehen würde – abgesehen von allerlei Datenschutzbedenken – soll dies in China schon bis Ende kommenden Jahres geschehen. Dann sollen in Echtzeit sämtliche Daten überwacht und verarbeitet werden können.

Konkret gehört dazu nicht nur das, was hierzulande beispielsweise im Rahmen einer Prüfung der Kreditbonität zu beachten ist. Ebenso soll überwacht werden, ob die Unternehmen alle gesetzlichen Regeln einhalten, von der Steuer- bis zur Sozialgesetzgebung, ebenso wie beispielsweise die Entwicklung der umweltrelevanten Emissionen, die in Echtzeit kontrolliert werden sollen. Dazu soll auch verstärkt eine Videoüberwachung eingesetzt werden. Kurz: Alle relevanten Informationen zum Verhalten eines Unternehmens werden gesammelt.

Und auf dieser Basis werden dann Punkte vergeben. „Höhere Punktzahlen können niedrigere Steuersätze, bessere Kreditbedingungen, einfacheren Marktzugang und mehr öffentliche Beschaffungsmöglichkeiten für Unternehmen bedeuten“, sagt Wuttke. „Niedrigere Punktzahlen führen zum Gegenteil und können sogar zum Eintrag auf einer schwarzen Liste führen.“

Er sieht insgesamt durchaus positive Effekte darin für ausländische Unternehmen. Denn diese halten sich oft viel stärker beispielsweise an Umweltvorschriften als die chinesischen Wettbewerber. Wenn daher bisher an Tagen mit starker Luftverschmutzung verfügt wurde, dass alle produzierenden Unternehmen einen Produktionsstopp einlegen müssen, könnte dies künftig beispielsweise differenziert geschehen, je nachdem, wie stark die Firmen die Grenzwerte einhalten.

Spezielle schwarze Liste der Behörden

Allerdings warnt Wuttke auch davor, dass das System durchaus auch politisch missbraucht und zur Diskriminierung ausländischer Firmen eingesetzt werden könne. „Erstens gibt es keine Garantie dafür, dass die Ratings nicht willkürlich angewendet werden können und einige Unternehmen genauer unter die Lupe genommen werden als andere“, sagt er.

Zweitens gelten einige der Ratinganforderungen zwar für alle Marktteilnehmer gleichermaßen, sind jedoch für internationale Unternehmen schwieriger zu erfüllen. Und drittens könnten chinesische Unternehmen einen Vorteil darin haben, sich in den Feinheiten des Systems zurechtzufinden, was möglicherweise durch einen besseren Informationsfluss von Regierungsbehörden verbessert wird.
Schließlich gebe es aber auch noch eine spezielle schwarze Liste der Behörden, auf der sie sogenannte „stark verdächtige Unternehmen“ erfassen. Hier ist der Willkür Tür und Tor geöffnet, da sich die Behörden diese Liste jederzeit im Rahmen des Handelskonflikts zunutze machen können. Denn einen Klageweg gegen die Aufnahme in diese Liste gibt es natürlich nicht, rechtsstaatliche Verfahren schon gar nicht.

Ein weiteres Problem liegt in der schieren Menge an Daten, die zu liefern sind. Wuttke, der gleichzeitig Geschäftsführer der BASF in China ist, hat sein Unternehmen bereits darauf vorbereitet und stellt fest: „Es war schockierend festzustellen, wie groß der Aufwand ist, um sich auf die Implementierung einzustellen.“ Ein internationales Unternehmen müsse sich in rund 30 Bereichen einem Rating unterziehen und könne auf Basis von etwa 300 Faktoren benotet werden.

Facebook verschärft vor US-Wahl Regeln zur Wahlwerbung

Facebook will vor der US-Präsidentschaftswahl 2020 seine Transparenz bei Wahlwerbung verstärken. „Die Menschen sollten wissen, wer versucht, ihre Wahl zu beeinflussen, und Werbekunden sollten nicht in der Lage sein zu verschleiern, wer für die Anzeigen zahlt“, teilte das soziale Netzwerk am Mittwoch (Ortszeit) auf seinem US-Blog mit.

Facebook war seit dem Skandal um mutmaßliche russische Einmischung in die US-Präsidentenwahl 2016 zunehmend unter Druck geraten, seine Transparenz zu verbessern.

Ab Mitte September werden demnach strengere Regeln für den Autorisierungsprozess für US-Werbekunden gelten. Künftig müssten diese mehr Informationen über ihre Organisation preisgeben, um zugelassen zu werden, hieß es. Sollten sie den neuen Regeln bis Mitte Oktober nicht Folge leisten, würden ihre Werbeanzeigen gestoppt, teilte Facebook mit.

Grund für die Verschärfung der Regeln sei unter anderem, dass Werbekunden in einigen Fällen versucht hätten, irreführende Disclaimer mit dem Hinweis „Bezahlt von“ auf ihren Anzeigen zu führen. Mit dem Schritt wolle man es Anzeigenkunden schwerer machen zu verstecken, wer sich hinter der Werbung verberge, teilte Facebook mit.

Microsoft startet neuen Cloud-Versuch in Deutschland

Microsoft bietet seit 28.08. bestimmte Cloud-Dienste mit einer Beschränkung der Datenhaltung auf Server in Deutschland an. Den Anfang macht Microsoft Azure; weitere Dienste wie Office 365 und Dynamics sollen erst in einigen Monaten folgen.

Mit den angebotenen lokalen Rechenzentrumsregionen mit neuen Servern in Berlin und Frankfurt will Microsoft den Anforderungen deutscher Unternehmen erneut Rechnung tragen. Bereits 2015 hatte das Unternehmen eine Cloud-Lösung im Angebot, bei der die Telekom die Server betrieb. Der Dienst wurde vor rund einem Jahr zurückgezogen; seit August 2018 versorgt das Auslaufmodell Microsoft Cloud Deutschland nur noch Bestandskunden. Neuanmeldungen sind nicht mehr möglich.

Diesmal betreibt Microsoft die Server in Deutschland selbst – allerdings bei voller Anbindung an das weltweite Microsoft-Netzwerk. Das soll die Nutzung aller angebotenen Cloud-Dienste ermöglichen. Unklar ist bislang, wie Microsoft die Tatsache handhabt, dass für die Nutzung bestimmter Dienste eine Übertragung von Kundendaten in die USA notwendig bleibt. Das gilt auch für bestimmte Funktionen von Office 365, für das Microsoft eine Begrenzung auf die Region Deutschland ab Anfang 2020 verspricht. Bei Microsoft heißt es, dass nur „bestimmte Kundendaten in Deutschland“ gespeichert werden.

Es ist davon auszugehen, dass der Zugriff auf Microsoft-Server in Deutschland zumindest technisch auch aus den USA möglich ist. Dabei stellt sich die Frage, ob Microsoft im Zuge des Cloud Acts zur Herausgabe von Daten deutscher Kunden an US-Behörden veranlasst werden könnte.

China will mit eigener Digitalwährung Facebook zuvorkommen

China will einem Pressebericht zufolge bereits im Herbst mit einer Digitalwährung an den Start gehen und damit Facebook ausstechen. Dafür ist der 11. November vorgesehen: der sogenannte Single’s Day – der weltgrößte Online-Schnäppchen-Tag. Die Notenbank in Peking arbeitet bereits seit 2014 am Aufbau einer eigenen Digitalwährung. Anfang des Monats hatte der für den Bereich Zahlungsverkehr zuständige Vizedirektor mitgeteilt, man sei nun „fast fertig“.

Der Vorstoß zum Aufbau einer eigenen Kryptowährung in dem Land mit seiner Milliardenbevölkerung fällt in eine Zeit, in der auch der amerikanische Internet-Konzern Facebook eigene Pläne für sein Kryptogeld Libra vorantreibt: Es soll in der ersten Hälfte 2020 gestartet werden. Das Projekt ist bei Finanzaufsehern weltweit jedoch auf Skepsis gestoßen.

Französische Digitalsteuer wird abgeschafft

Im Streit um die französische Digitalsteuer für US-Internetkonzerne wie Google und Amazon bahnt sich eine Lösung an. „Wir haben eine Einigung erzielt“, sagte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit US-Präsident Donald Trump zum Abschluss des G7-Gipfels in Biarritz. Macron kündigte an, die französische Steuer werde abgeschafft, sobald es eine Lösung auf internationaler Ebene gebe.

Macron kam nach eigenen Angaben mit Trump überein, bis Ende 2020 auf Ebene der Organisation für Wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) ein Abkommen für eine internationale Steuer für Internetkonzerne zu schließen. Dieses Vorgehen entspricht einem deutsch-französischen Kompromissvorschlag.

Frankreich hatte in diesem Jahr auf nationaler Ebene eine Steuer für global agierende Internet-Unternehmen beschlossen. Washington hält die Abgabe für diskriminierend für multinationale Firmen mit Sitz in den USA – wie zum Beispiel Amazon, Facebook oder Apple. Trump hatte deshalb bereits zuvor mit Strafzöllen auf französischen Wein gedroht.

Trump selbst wollte diese Einigung auf Nachfrage nicht ausdrücklich bestätigen. Er äußerte sich auch nicht dazu, ob er im Fall einer internationalen Einigung seine Drohung mit Strafzöllen auf französischen Wein fallen lasse.