China startet Technologiebörse nach Nasdaq-Vorbild

Am 22.07. debütieren 25 Unternehmen aus Zukunftsbranchen wie Computerchips, Künstliche Intelligenz und Biotechnologie am „Star Market“.

Mit dem Startschuss für die Technologiebörse Star Market läutet China Experten zufolge seine bisher kühnste Kapitalmarktreform ein. Das nach der US-Börse Nasdaq modellierte Segment gibt chinesischen Firmen mehr Freiheiten, bei Investoren Geld einzusammeln.

Am 22.07. debütieren 25 Unternehmen aus Zukunftsbranchen wie Computerchips, Künstliche Intelligenz und Biotechnologie am Star Market, der von der Shanghaier Börse betrieben wird. Anders als in anderen Segmenten wird der Ausgabepreis allein durch Angebot und Nachfrage bestimmt und nicht von staatlichen Vorgaben beeinflusst. Auch bei Timing und Emissionsvolumen haben Behörden kein Mitspracherecht.

Kurs anfangs komplett freigegeben

Im täglichen Handel sind die Grenzen ebenfalls weiter gesteckt. In den ersten fünf Tagen nach Debüt eines Papieres ist dessen Kurs komplett freigegeben. Danach wird bei einem Kursausschlag von 20 Prozent der Handel mit dem betroffenen Titel vorübergehend gestoppt. In den übrigen Segmenten in China liegt dieses Limit bei zehn Prozent.

Vor diesem Hintergrund warnt Terence Lin, Chef der Investmentbank World Financial, vor Kursturbulenzen am Star Market. Beim Vorbild Nasdaq beherrschten Profi-Anleger das Geschehen. Die neue chinesische Börse könne dagegen zum Spielplatz spekulativ orientierter Anleger werden.
Kaufen ohne Wissen

„Viele Kleinanleger kaufen Aktien aufgrund von Empfehlungen in Sozialen Medien, ohne zu wissen, was diese Unternehmen tun.“ Vor diesem Hintergrund betonten Analysten, der Erfolg von Star Market hänge davon ab, ob auch Grosskonzerne wie der Amazon-Rivale Alibaba oder der Facebook-Konkurrent Tencent ihre Aktien dort handeln lassen.

Die 25 Star-Market-Pioniere sammelten bei Investoren insgesamt umgerechnet rund fünf Milliarden Euro ein. Dabei übertraf der Ausgabepreis den Gewinn je Aktie teilweise um das 171-fache. Im US-Index Nasdaq liegt das sogenannte Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV) derzeit bei etwa 24 und im deutschen Technologie-Index TecDax bei rund 28. Unter chinesischen Kleinanlegern übertraf die Nachfrage nach den Anteilsscheinen der Debütanten das Angebot den Angaben zufolge um das 1.700-fache.

Telekom und Verbände erwägen Klage gegen Vodafone

Die Deutsche Telekom und mehrere Branchenverbände erwägen, mit rechtlichen Schritten gegen die Entscheidung der Europäischen Kommission vorzugehen, die Übernahme von Unitymedia durch Vodafone zu genehmigen.

„Wir werden die Entscheidung der Wettbewerbsbehörde intensiv analysieren und dann entscheiden, ob eine gerichtliche Überprüfung zum Schutz des Wettbewerbs geboten ist“, sagte ein Telekom-Sprecher gegenüber InfoDigital. „Wir sind überzeugt, dass die Auflagen nicht ausreichen, negative Auswirkungen im Bereich der Medien- und Programmvielfalt abzuwenden.“

Auch der Privatsender-Verband VAUNET will sich „die Entscheidung im Detail ansehen und weitere Schritte prüfen“. Die EU-Kommission zementiere ein „Quasi-Monopol“ von Vodafone im deutschen Kabelmarkt, in dessen Händen sich dann rund 80 Prozent der Kabelanschlüsse befänden. Entsprechend leicht werde es Vodafone fallen, die Bedingungen für die Verbreitung, Paketierung, Zugang und Auffindbarkeit von Inhalten zu diktieren.

Der Kabelverband FRK will die EU-Entscheidung ebenfalls juristisch prüfen lassen und gegebenenfalls zusammen mit anderen Verbänden dagegen vorgehen. „Das jetzt manifestierte Duopol aus Vodafone und Telekom wird mit seiner geballten Macht den gesamten Mittelstand in einem ungleichen Wettbewerb in seiner Existenz bedrohen“, warnt der FRK-Vorsitzenden Heinz-Peter Labonte. Zugleich sei damit „das Ende des flächendeckenden Glasfaserausbaus eingeläutet, dessen Treiber bisher die mittelständischen Kabelnetzbetreiber, Stadtwerke und regionalen Anbieter waren“.

Auch nach Ansicht des Bundesverbands Breitbandkommunikation (BREKO) wird der Zusammenschluss zu „einer erheblichen Einschränkung des Wettbewerbs – und damit zu Nachteilen für Bürger und Unternehmen – führen“. Als Beispiele nennt der Verband den Markt für Verträge mit der Wohnungswirtschaft zur Versorgung von Endkunden, den so genannten Gestattungsmarkt, den Vodafone künftig mit einem Marktanteil von rund 75 Prozent dominiere, und den Glasfasermarkt, in dem regionale und mittelständische Unternehmen kaum noch Chancen hätten, während sich Vodafone selbst vom Glasfaserausbau zurückziehen könnte, da man nur auch aufs Kabelnetz setze.

Philips mit hohem Umsatzplus

Getragen von der starken Nachfrage nach Krankenhaus-Ausrüstung in China und den USA hat der niederländische Medizintechnik-Konzern Philips im zweiten Quartal besser abgeschnitten als erwartet. Für das Gesamtjahr bekräftigte Vorstandschef Frans van Houten das Umsatzziel von einem Zuwachs von vier bis sechs Prozent.

„Wir hatten starke Zugkräfte in den Schwellenländern, darunter China, und das wird sich voraussichtlich fortsetzen“, erklärte van Houten. Er gehe auch davon aus, dass die reifen Märkte in der zweiten Jahreshälfte stärker werden.

Der Handelsstreit zwischen den USA und China könnte bei weiter steigenden Zöllen allerdings zu zusätzlichen Belastungen beim Gewinn führen. „Wenn das passieren würde, würde sich der Betrag, um den unser Ergebnis in diesem Jahr belastet wird, um 20 Millionen Euro erhöhen, aber niemand weiß, ob es passieren wird“, sagte der Philips-Chef. Bislang hat er mit 45 Millionen Euro kalkuliert.

Im zweiten Quartal übertraf der Siemens-Healthineers -Rivale mit einem Umsatzplus von sechs Prozent auf 4,67 Milliarden Euro die Analystenschätzungen von vier Prozent. Der bereinigte Betriebsgewinn (Ebita) stieg um 14 Prozent auf 549 Millionen Euro und lag damit im Rahmen der Marktprognosen.

 

App spioniert Instagram-Freunde aus

Die neue App Who’s in Town macht sich die Daten zunutze, die Instagram-Nutzer über sich preisgeben. Dazu muss man sie mit dem eigenen Account auf Facebooks Foto-Dienst verknüpfen. Anschließend zeigt die App auf einer interaktiven Karte, wo sich seine Instagram-Freunde gerade aufhalten. Außerdem kann man darauf detailliert nachverfolgen, wo sie waren.

Zunutze macht sich die Who’s in Town nichts anderes, als freiwillig geteilte Informationen. Wenn ein Kontakt also ein Foto oder eine Story mit einem Geotag versieht, wird jener getrackt und gespeichert. Einzeln für sich ist die Geo-Information wenig brisant. Im größeren Kontext bzw. einer Chronologie alles besuchten Orte, verrät sie aber mehr über einen, als einem vielleicht bewusst ist. So lassen sich etwa leicht Dinge wie Lieblingscafés oder etwa Jogging-Routen finden.

„Die Datenmenge ist verrückt“, sagte Erick Barto, der Entwickler der App gegenüber Wired. “Es ist, als würde man einfach jeden Ort einer Story oder eines Posts notieren, aber permanent.”

In einer Studie haben die App-Macher vorab untersucht, wie mitteilungswillig die Instagram-User sind. Von 15.000 untersuchten Konten, haben rund 30 Prozent der Leute an einem Wochenende mindestens einen Standort gepostet.

Datenschützer sehen das Mitteilungsbedürfnis von Instagram-Usern kritisch: „Diese Funktion ist aus Sicht des Datenschutzes problematisch, da langfristige aggregierte Daten auf verschiedene Weise missbraucht werden können“, so Jason Polakis, Sicherheitsforscher und Assistenzprofessor an der Universität von Illinois in Chicago.

Frank Pearce verabschiedet sich von Blizzard

­Der Mitbegründer des Entwicklerstudios Blizzard Entertainment Frank Pearce wird das Unternehmen verlassen. Das schreibt er in einem Abschiedsbrief an Mitarbeiter und Community: „Die Zeit ist für mich gekommen, von Blizzard zurückzutreten und die Fackel der nächsten Generation von Anführern zur überreichen“. Bis zu seinem Abgang war er damit 28 Jahre im Unternehmen tätig.

In seiner Abschiedsnachricht ruft Pearce dazu auf, dass Mitarbeiter weiterhin die Werte des Unternehmens leben – dass sie respektvoll und nett bleiben. Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass er mit der derzeitigen Richtung, die das Unternehmen einschlägt, unzufrieden ist. Anfang 2019 wurden beispielsweise 800 Mitarbeiter wegen einer größeren Umstrukturierung entlassen. Zu einem ähnlichen Zeitpunkt hat auch der Blizzard-Co-Gründer Mike Morhaime das Unternehmen verlassen.

Die Abschiedsworte lassen auch vermuten, dass sich Pearce überarbeitet hat. „Ich plane, draußen mehr aktiv zu sein. Ich will ein Instrument lernen. Ich will mehr Zeit den Aspekten meines Lebens geben, die nicht so viel Aufmerksamkeit in der Vergangenheit erhalten haben“, schreibt er. Er will aber trotzdem Teil der Blizzard-Familie bleiben. „Frank kann einschüchternd sein, und manchmal kommt er etwas ruppig rüber. Darunter ist eine tief empfindsame und liebevolle Person, beschreibt Blizzard-Präsident J. Allen Brack seine Erfahrungen mit Pearce. Derweil ist unklar, wann genau er das Unternehmen verlässt.

Huawei: Eigenes Betriebssystem doch kein Ersatz für Android

Seit Wochen hat Huawei auf Fragen zur eigenen Smartphone-Zukunft dieselbe Antwort parat: Sollte der Handelsbann aufrecht bleiben, sei das überhaupt kein Problem. Immerhin habe man mit Hongmeng ein eigenes Betriebssystem als Ersatz parat. Seit Jahren im Geheimen entwickelt, sei es nicht nur flotter als Android, nein, es werde gar Apples iPhone abhängen, und weil das noch nicht reicht, könnte man auch gleich Windows am Desktop ersetzen. All das samt perfekter Android-Kompatibilität. Wie sich nun herausstellt, dürfte Huawei dabei allerdings reichlich kreativ mit der Wahrheit umgegangen sein.

Alles ist anders

Am 18.07. lud Huawei zahlreiche Journalisten zu einem Briefing nach Brüssel ein, und was Catherine Chen, Senior Vice President des Unternehmens, dort zu sagen hatte, sorgt nun für einige Verblüffung. Hongmeng sei nie für Smartphones gedacht gewesen, entsprechend sei es auch kein Android-Ersatz. Vielmehr ziele das Betriebssystem auf Einsatzbereiche wie das Internet der Dinge und industrielle Anwendungen ab. Ob es jemals auch als Basis für ein Smartphone-System dienen kann, sei bisher noch nicht geklärt, gesteht Chen ein, wie die offizielle chinesische Nachrichtenagentur Xinhua berichtet.

Dies steht in krassem Gegensatz zu früheren Aussagen. Noch im Juni betonte etwa Unternehmenssprecher Andrew Williamson gegenüber Reuters, dass man im Falle einer dauerhaften Android-Blockade innerhalb weniger Monate auf Hongmeng wechseln könne. Das System werde gerade in China getestet, versicherte er im selben Atemzug.

Ausblick

Das wirft natürlich die Frage auf, wie es mit dem Smartphone-Geschäft von Huawei weitergehen soll, und hier hat Chen eine nicht ganz überraschende Antwort: Man habe vor, weiter auf Android zu setzen. Details zur Frage, wie das konkret aussehen soll, falls der Handelsbann der US-Regierung doch aufrecht bleibt, liefert der Bericht nicht. Eine Option wäre, dass man dann einfach eine Android-Abspaltung mit eigenem App Store nutzt, so wie es auf Huawei-Geräten in China schon seit Jahren der Fall ist. Immerhin sind dort Google-Dienste generell – zumindest offiziell – nicht verfügbar.

Vaunet: Durch Unitymedia-Übernahme entsteht Quasi-Monopol

Die Entscheidung der EU-Kommission hat in den Augen des Verbands die Marktrealität in Deutschland in fast allen wesentlichen Punkten unberücksichtigt gelassen. „Die größten Befürchtungen der privaten Rundfunkveranstalter zur zukünftigen Marktmacht des entstehenden Quasi-Monopolisten haben sich bewahrheitet“, so eine Vaunet-Mitteilung vom Vortag. Man sieht bei dem Verband keine wesentlichen Verbesserungen zu den bereits vollkommen ungenügenden, von Vodafone vorgeschlagenen Maßnahmen.

Da das zusammengeschlossene Unternehmen rund 80 Prozent der Kabelanschlüsse in Deutschland bündeln wird, befürchtet der Vaunet, dass es Vodafone zukünftig leichtfallen dürfte, die Bedingungen für die Auffindbarkeit von Inhalten und die kommerziellen Bedingungen für Pay-TV und Free-TV zu diktieren. Dies betrifft nicht nur die Einspeiseentgelte, sondern auch beispielsweise Exklusivitätsfenster für die Verbreitung von Content auf der Plattform und die zur Verfügung gestellten Kapazitäten für Rundfunk im Standard DVB-C sowie den Zugang zu Daten.

Die schon existierenden IPTV- und OTT-Angebote haben an den zementierten Verbreitungsstrukturen im Kabel nicht gerüttelt und daran würde sich auch durch ein neues Angebot kaum etwas ändern. Der klassische Kabelanschlusskunde wechselt kaum, nicht zuletzt, weil er oft den Kabelanschluss mit den Nebenkosten begleicht. Damit bliebe Laut Vaunet das Brot-und-Butter-Geschäft der privaten Rundfunkunternehmen auf Sicht vom klassischen Kabelanschluss und hier zukünftig allein von Vodafone abhängig.

EU-weite Risikobewertung von 5G soll bis Oktober vorliegen

Die EU-Kommission will bis 1. Oktober eine EU-weite Risikobewertung zur Sicherheit von 5G-Mobilfunknetzen erstellen. Diese soll auf Basis der EU-Länderberichte ausgearbeitet werden, teilte EU-Sicherheitskommissar Julian King am Freitag mit. 24 EU-Mitglieder hätten bisher nationale Risikobewertungen eingereicht, die vier fehlenden sollen in Kürze folgen, erklärte King.

Die EU-weite Risikobewertung ist Teil der Entwicklung eines gemeinsamen Ansatzes der EU-Länder, durch den die Cybersicherheit der neuen Telekommunikationstechnologie garantiert werden soll. „Enge EU-weite Zusammenarbeit ist zentral, um starke Cybersicherheit aufzubauen und um die Vorteile voll auszuschöpfen, die 5G für Menschen und Unternehmen zu bieten hat“, so der Kommissar.

Microsoft mit Rekord-Gewinn und Umsatz

Der Software-Riese Microsoft bleibt dank seiner florierenden Cloud-Dienste auf Erfolgskurs. Im abgelaufenen Geschäftsquartal bis Ende Juni schoss der Gewinn im Jahresvergleich um 49 Prozent auf 13,2 Milliarden US-Dollar (11,7 Milliarden Euro) in die Höhe, wie Microsoft mitteilte. Das lag zwar auch maßgeblich an einer Steuergutschrift über 2,6 Milliarden US-Dollar, doch auch das operative Ergebnis legte um starke 20 Prozent zu.

Microsoft verdient weiter prächtig an seinem boomenden Cloud-Geschäft mit IT-Diensten im Internet. Beim Flaggschiff – der Azure-Plattform für Unternehmen – kletterte der Umsatz um 64 Prozent. Das ist zwar ein beeindruckender Wert, allerdings lag das Wachstum im Vorjahreszeitraum noch bei 89 Prozent und im Vorquartal bei 73 Prozent. Die Cloud-Dienste sind ein großer Teil des Erfolgsrezepts, mit dem Konzernchef Satya Nadella Microsoft seit seinem Amtsantritt 2014 zu einem kaum für möglich gehaltenen Comeback verholfen hat.

Doch auch in vielen anderen Sparten brummt das Geschäft. Das 2016 übernommene Online-Karriereportal LinkedIn erhöhte den Umsatz um ein Viertel. Microsofts Web-Version des Büroprogramms „Office 365“ legte um starke 31 Prozent zu. Insgesamt steigerte der Konzern die Erlöse um zwölf Prozent auf 33,7 Milliarden US-Dollar. Sowohl Gewinn als auch Umsatz lagen über den Erwartungen der Analysten. Anleger reagierten positiv: Die Aktie stieg nachbörslich um rund zwei Prozent.

Galileo-Satellitennavigation wieder in Betrieb

Ein unabhängiger Untersuchungsausschuss wurde eingerichtet, um Lehren für die Zukunft zu ziehen. Dabei gehe es unter anderem um die Verbesserung der Redundanz, also einer doppelten Auslegung der Infrastruktur, um Fehler abfangen zu können.

Das Satelliten-Navigationssystem Galileo war seit 12. Juli fast komplett ausgefallen. Mit dem milliardenschweren Prestigeprojekt will Europa unabhängig vom amerikanischen GPS werden. Derzeit befinden sich 26 Galileo-Satelliten in der Umlaufbahn. Weitere sollen folgen. Kontrollzentren stehen im bayerischen Oberpfaffenhofen und im italienischen Fucino. Die zuständige EU-Agentur GSA hat ihren Sitz in Prag. Neben Galileo gibt es das US-amerikanische GPS, das russische Glonass sowie das chinesische Beidou.

Wirecard übernimmt einen Teil der Kartenzahlungen in Aldi-Märkten

Der Zahlungsabwickler Wirecard übernimmt in den deutschen Filialen der Aldi-Gruppe künftig einen Teil der Kartenzahlungen. Wirecard sowie Aldi Nord und Aldi Süd haben eine Absichtserklärung unterzeichnet, um im bargeldlosen Zahlungsverkehr zusammenzuarbeiten, wie der Dax-Konzern mitteilte.

Künftig wollen Aldi Nord und Aldi Süd alle Zahlungen mit Kreditkarten sowie mit internationalen Debit-Karten in ihren deutschen Läden über Wirecard abrechnen. Die mehrheitlich von Sparkassen und Volksbanken ausgegebenen Girocard-Karten (ehemals EC-Karte) gehören allerdings nicht dazu. Die Unternehmen prüfen, ob sie auch in weiteren Bereichen kooperieren wollen.

Der Konzern hat insgesamt nach jüngsten Angaben 280.000 überwiegend kleine Händler an die eigene Plattform angeschlossen. Knapp 200 von ihnen generieren demnach Zahlungsabwicklungen von über 100 Millionen Euro jährlich, lediglich 16 erzeugten 2018 mehr als eine Milliarde Euro an Transaktionen.

Wirecard macht sein Geld damit, dass es von den abgewickelten Transaktionen eine Gebühr einbehält, die laut Vorstandschef Markus Braun im Schnitt zwischen 1,4 und 1,7 Prozent liegt.

Brüssel erlaubt Unitymedia-Übernahme durch Vodafone unter Auflagen

Die EU-Wettbewerbshüter haben die Übernahme des Kölner Kabelanbieters Unitymedia durch den britischen Telekommunikationskonzern Vodafone unter Auflagen erlaubt. Die Bedingungen sollten sicherstellen, dass Kunden weiterhin von fairen Preisen, hochwertigen Dienstleistungen und innovativen Produkten profitieren könnten, sagte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager.

Das neue Unternehmen müsse unter anderem garantieren, dass einem Käufer – den Angaben zufolge Telefonica – Zugang zum Kabelnetz gewährt werde, um den Wettbewerbsdruck zu sichern. Zudem dürften die Gebühren für frei empfangbare Fernsehsender, die ihre Programme über das Kabelnetz von Vodafone in Deutschland übertragen, nicht erhöht werden.

Vor etwa zwei Jahrzehnten hatte die Deutsche Telekom ihr TV-Kabelnetz auf Druck der EU-Kommission abgegeben und sie an mehrere regionale Anbieter veräußert. Die Kabel spielen längst auch beim schnellen Festnetz-Internet eine entscheidende Rolle.

Vodafone hatte im Frühjahr 2018 angekündigt, die Kabelnetze von Liberty Global – in Deutschland unter dem Namen Unitymedia tätig – auch in Ungarn, Tschechien und Rumänien für insgesamt etwa 18,4 Mrd. Euro übernehmen zu wollen. Die Wettbewerber Deutsche Telekom und Telefonica Deutschland sahen die Fusion kritisch.

EU-Kommission verhängt 242 Millionen Euro Strafe gegen Qualcomm

Die EU-Wettbewerbshüter haben gegen den US-Chipkonzern Qualcomm wegen illegaler Geschäftspraktiken eine Strafe von 242 Millionen Euro verhängt. Das Unternehmen habe vor rund zehn Jahren seine marktbeherrschende Stellung ausgenutzt, um Konkurrenten zu verdrängen, erklärte die EU-Kommission.

Im Kern geht es um Baseband-Chipsätze für den Mobilfunkstandard UMTS der dritten Generation (3G), die die Verbindung von mobilen Geräten mit Mobilfunknetzen und dem Internet ermöglichen. „Das strategische Vorgehen von Qualcomm verhinderte Wettbewerb und Innovation auf diesem Markt und beschränkte die Auswahl der Verbraucher in einer Branche, in der die Nachfrage nach innovativen Technologien und das Potenzial dafür sehr hoch sind“, sagte die zuständige EU-Kommissarin Margrethe Vestager.

Braun Audio kehrt nach 28 Jahren auf den Markt zurück

Die neu entwickelte LE-Serie konzentriert sich auf schlichtes Design, einfachste Bedienung und Konnektivität und vor allem auf die Reinheit des Klangs. Die neuen Lautsprechereinheiten (LE) werden auf der IFA in Berlin (6. bis 11. September) zum ersten Mal vorgestellt.

Historisch gesehen ist Braun ein Unternehmen mit vielen Premieren – und die Kategorie Audio ist diesbezüglich keine Ausnahme. Mit dem legendären Designer Dieter Rams als Leiter von Braun Design wurde 1956 das erste HiFi-Plattenspielersystem mit einer transparenten Plexiglasabdeckung auf den Markt gebracht: das SK 4. Dieses Design sollte den Standard für nachfolgende Audiogeräte setzen.

1959 stellte Braun mit dem TP 1 die weltweit erste Kombination aus mobilem Plattenspieler und Radio vor. Die von 1980 bis 1990 produzierte Atelier Reihe war die erste stapelbare HiFi-Anlage auf dem Markt. Dabei konnten alle Komponenten, die in der zehnjährigen Produktionszeit hergestellt wurden, optisch und technisch mit allen anderen kombiniert werden.

Die Wiedereinführung von Braun Audio markiert nach 28 Jahren Abwesenheit im Audiomarkt einen Wendepunkt und unterstreicht den hohen Anspruch der Marke Braun. Oliver Grabes, Leiter von Braun Design, sagt: „In diesem Jahr feiern wir spannend die Rückkehr von Braun Audio mit der Neuerfindung einer der bekanntesten Produktreihen der Marke – der LE. Tradition, Design und Innovation stehen bei Braun seit jeher im Mittelpunkt des Unternehmens. Die Wiedereinführung von Braun Audio bedeutet nun, dass die Marke ihre Beziehung zur Audiowelt und die Bedeutung, die der Klang und insbesondere die Musik in unserem Leben haben, wiedererweckt.“

Microsoft schließt langfristige Cloud-Allianz mit AT&T

Microsoft hat für sein Cloud-Geschäft eine mehrjährige Allianz mit dem US-Telekom-Riesen AT&T zur gemeinsamen Nutzung ihrer Technologien geschlossen.

Die Vereinbarung hat einen Wert von mehr als zwei Milliarden Dollar. Mit dem Deal setzt AT&T für seine über 250.000 Mitarbeiter künftig auf Microsofts Cloud-Service Azure und will alle Arbeitsabläufe in die öffentliche Cloud auslagern.

AT&T gehört seit langem zum Kundenstamm des Softwarekonzerns und zählt in den USA zu dem Pionieren beim schnellen Mobilfunkstandard 5G. Bereits in der ersten Jahreshälfte 2020 will der Telekom-Riese 5G landesweit anbieten. Auf dieser Basis wolle Microsoft wiederum Software und Funktionen für das sogenannte Edge Computing entwickeln.

Software AG senkt nach Quartalsbilanz Teilprognose

Die Software AG hat nach einem insgesamt befriedigend verlaufenen zweiten Quartal ihre Jahresprognose leicht verändert. Beim Umsatz mit Integrationssoftware sei 2019 nun mit einer Veränderung von minus sechs bis plus null Prozent zu rechnen. Bisher war die Software AG von plus drei bis plus sieben Prozent ausgegangen.

Insgesamt legten die Erlöse im abgelaufenen Jahresviertel um 2,1 Prozent auf 201 Millionen Euro zu. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sank um 8,6 Prozent auf 47,7 Millionen Euro. Beide Werte lagen auf dem Niveau der genannten Markterwartung.

US-Regierung droht mit Blockade von T-Mobile-Sprint-Fusion

Die Luft für einen Zusammenschluss von T-Mobile US und Sprint wird offenbar dünner. Das US-Justizministerium setzte einem Insider zufolge den Firmen die Pistole auf die Brust: Sollten sich beide Parteien nicht bis zum Ende der nächsten Woche einigen, werde die Behörde eine Klage anstrengen, um die geplante milliardenschwere Fusion zu blockieren.

Beide Unternehmen waren zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Das Justizministerium lehnte einen Kommentar dazu ab.

Widerstand

Der 26 Milliarden Dollar (23 Milliarden Euro) schwere Deal war zuletzt bei immer mehr US-Staaten auf Widerstand gestoßen. Insidern zufolge will das Justizministerium nur zustimmen, wenn mehrere Unternehmensteile verkauft werden.

Libra: US-Abgeordnete üben scharfe Kritik an Facebooks Digitalwährung

Facebook hat auch am zweiten Tag der Anhörungen vor dem US-Kongress zu seiner geplanten Digitalwährung Libra deutliche Kritik und Vorbehalte der Abgeordneten zu spüren bekommen. Sie habe „ernste Bedenken“, sagte am Mittwoch die demokratische Vorsitzende des Ausschusses für Finanzdienstleistungen, Maxine Waters.

Ihre Parteikollegin Carolyn Maloney forderte ein Pilot-Programm mit einer Millionen Menschen unter der Aufsicht der Regulierungsbehörden sowie der Notenbank Fed. Allerdings sagte sie dem Facebook-Manager David Marcus: „Ich bin der Meinung, dass Sie Libra überhaupt nicht einführen sollten.“ Marcus versicherte, vorher würden alle Regierungsfragen gelöst.

Marcus hatte den Senatoren im Bankenausschuss der zweiten Kongresskammer Rede und Antwort gestanden. Auch dort schlug ihm von Vertretern beider Parteien Misstrauen bezüglich der Pläne für die Währung entgegen. „Ich vertraue euch Kerlen nicht“, sagte etwa die republikanische Senatorin Martha McSally. Der ranghöchste demokratische Senator im Ausschuss, Sherrod Brown, verwies auf die jüngsten Skandale bei dem sozialen Netzwerk: „Wir wären verrückt, wenn wir denen die Möglichkeit geben würden, mit den Konten der Leute zu experimentieren.“

Facebook hatte am 18. Juni seine Pläne für Libra veröffentlicht und angekündigt, die Cyberwährung im kommenden Jahr einführen zu wollen. Seitdem haben Politiker und Regulierungsbehörden in zahlreichen Ländern Bedenken angemeldet.

IBM-Umsatz fällt wieder

Der Computerkonzern IBM hat im zweiten Quartal wegen der anhalten Schwäche im IT-Kerngeschäft erneut starke Umsatzeinbußen verzeichnet. Verglichen mit dem Vorjahreswert sanken die Erlöse um 4,2 Prozent auf 19,2 Milliarden Dollar (17,11 Mrd. Euro), wie der Konzern am Mittwoch nach US-Börsenschluss mitteilte. Dennoch konnte IBM den Gewinn unter anderem dank geringerer Kosten um vier Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar und damit stärker als von Finanzexperten erwartet steigern.

Reaktion

Die Aktie reagierte nachbörslich zunächst mit leichten Kursgewinnen. Der IT-Dino tut sich nach einem tief greifenden Konzernwandel schwer, mit neuen Geschäftsbereichen wie Cloud-Diensten, Datenanalyse und künstlicher Intelligenz die Probleme in der klassischen Hardware-Sparte mit Servern und Großrechnern abzufedern. Zudem belastet der starke Dollar die Bilanz, der die internationalen Einnahmen nach Umrechnung in die heimische Währung schmälert. Das US-Unternehmen macht den Großteil seines Umsatzes im Ausland.

TomTom hebt Umsatzprognose an

Der Navigationsgeräte-Anbieter TomTom hat nach einem Umsatzsprung im zweiten Quartal seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr angehoben. In den Monaten April bis Juni kletterten die Erlöse um zwölf Prozent auf 211 Mio. Euro. Das lag über den Erwartungen der vom Unternehmen befragten Analysten, die im Schnitt mit 177 Mio. Euro gerechnet hatten.

„Der positive Umsatztrend setzte sich auch im zweiten Quartal fort“, erklärte Vorstandschef Harold Goddijn. Vor allem die Nachfrage von Geschäftskunden nach digitalen Karten, Verkehrsinformationen und Navigationssoftware sei gestiegen. Für das Gesamtjahr erwartet TomTom nun einen Umsatz von mindestens 700 Mio. Euro, bisher hatte das Unternehmen 675 Mio. Euro angepeilt.

A1 verlor zehntausende Mobilfunkkunden

Der Mobilfunkmarkt in Österreich bleibt in Bewegung. Billiganbieter wie Hot oder Spusu sorgen für massiven Wettbewerb und können etablierten Anbietern tausende Kunden abjagen. Zusätzlich sorgt die Registrierungspflicht für Wertkarten-Handys für einen Kundenschwund. Das zeigen die am Dienstag veröffentlichten Geschäftszahlen der Telekom Austria für das zweite Quartal dieses Jahres.

Im Vergleich zum Vorjahr hat A1 über 42.000 seiner Mobilfunkkunden verloren. Hauptsächlich im Wertkartensegment, das von der Sim-Registrierungsplicht betroffen ist. Die Regelung „führte zu geringeren Brutto-Neuzugängen und Kundenzahlen im Prepaid-Segment“, hält A1 dazu in seinem Bericht fest.

Trotz Kundenschwund zählt A1 noch immer über 5,2 Millionen Mobilfunkkunden. Besonders mobiles Internet und „Free Stream“ kommen gut an. Mit „Free Stream“ bietet der Mobilfunker A1 seinen Kunden unlimitiertes Streaming bestimmter Audio- und Videodienste an, das nicht auf das jeweilige Datenvolumen angerechnet wird.

Im Festnetzbereich verlor A1 rund 80.000 Kunden. Beachtlich ist, dass A1 mehr Erlöse aus dem Festnetz erzielt, als mit seinen Mobilfunkangeboten. 346,7 Millionen Euro stehen 229,9 Millionen Euro Umsatz gegenüber. Im Festnetzbereich hat das Unternehmen 3.2 Millionen Kunden. Trotz der Kundenabwanderung konnte A1 beim Umsatz wachsen. Im zweiten Quartal wurden 658,5 Millionen Euro eingefahren, im vergangenen Jahr waren es um diese Zeit 648,8 Millionen. Dafür sorgen auch die jährlichen Preiserhöhungen („Indexierung“), die allerdings Kunden zu neuen Anbietern treiben.

Facebook will Kryptowährung Libra nur mit Genehmigung der Behörden starten

Facebook will seine geplante Kryptowährung Libra erst nach der Zustimmung der Aufsichtsbehörden starten. Bedenken müssten vor einem Start vollständig ausgeräumt werden, hieß es in einem vorbereiteten Redetext von David Marcus, der bei Facebook für Libra zuständig ist.

Es soll vor einem Start von Libra entsprechende Genehmigungen geben. Bisher war der offizielle Start für die erste Jahreshälfte 2020 vorgesehen.

Die Kryptowährung werde nicht mit den nationalen Währungen der Länder konkurrieren und die Geldpolitik der Zentralbanken nicht beeinträchtigen, so Marcus. Man wolle auch nicht die Geldpolitik der Notenbanken beeinflussen.

Der Plan von Facebook zur Einführung der Libra war zuvor von etlichen Spitzenpolitikern und Zentralbankchefs kritisiert worden. So hatten sich der Vorsitzende der US-Notenbank, Jerome Powell, der französische Finanzminister Bruno Le Maire und der Gouverneur der Bank of England, Mark Carney, gegen die Libra ausgesprochen und scharfe Regulierungen gefordert. „Facebooks Kryptowährung Libra wird wenig Ansehen und Zuverlässigkeit haben“, sagte US-Präsident Donald Trump. Kryptowährungen seien nicht wertbeständig und basierten auf „dünner Luft“.

Das deutsche Finanzministerium sieht laut einem Zeitungsbericht Libra als Bedrohung für den Euro: Es bestehe ein Risiko für die staatliche Hoheitsgewalt, berichtete „Bild“ (Dienstagausgabe) vorab unter Berufung auf ein internes Papier des Ministeriums. „Ein ‚Wettbewerb‘ zwischen staatlicher und privater Währung könnte sich negativ auf das Währungsmonopol der EZB auswirken“, zitiert die Zeitung daraus. Gemeinsam mit der Deutschen Bundesbank solle die deutsche Regierung prüfen, „wie eine Etablierung als echte Alternative zur staatlichen Währung verhindert werden kann“. Eine Stellungnahme des deutschen Finanzministeriums lag zunächst nicht vor.

Amazon lenkt im Streit mit Kartellamt ein

Der Online-Riese Amazon ändert auf Druck des Bundeskartellamts seinen Umgang mit Händlern, die über „Amazon Marktplätze“ ihre Produkte verkaufen. Im Gegenzug zu umfangreichen Änderungen der Geschäftsbedingungen wird ein sogenanntes Missbrauchsverfahren eingestellt, wie Deutschlands oberste Wettbewerbshüter am Mittwoch in Bonn mitteilten.

Das Verfahren war im November 2018 eingeleitet worden, nachdem sich zahlreiche Händler beschwert hatten. Sie bemängelten Haftungsregeln, die zu ihren Lasten gingen, intransparente Kündigungen und Sperrungen von Konten sowie einbehaltene oder verzögerte Zahlungen.

Die Marktplätze – also die Plattform für Waren von Drittanbietern – sind für den US-Konzern immens wichtig. Nach Firmenangaben stammen 58 Prozent des weltweit über Amazon erwirtschafteten Bruttowarenumsatzes von diesen Händlern.

Amazon kommt den Händlern nun deutlich entgegen und ändert die bisher sehr einseitigen Regeln. So wurden zum Beispiel Vorgaben zur Haftung bei kaputten Produkte umformuliert, die bisher zulasten der Händler gingen – künftig sind sie ausbalancierter. Es geht nicht nur um „amazon.de“, sondern um alle Online-Marktplätze des Unternehmens.

Zudem wurde das Kündigungsrecht modifiziert. Bisher hatte Amazon nach Angaben des Kartellamts ein unbeschränktes Recht zur sofortigen Kündigung und der sofortigen Sperrung von Konten der Händler – Gründe musste der US-Konzern hierbei nicht angeben. Künftig gilt bei ordentlichen Kündigungen eine 30-Tage-Frist. Bei außerordentlichen Kündigungen und Sperrungen muss Amazon die Händler nun informieren und dies begründen.

Google beerdigt Projekt „Dragonfly“ endgültig

Google beerdigt sein Projekt „Dragonfly“ endgültig. Das gab Manager Karan Bhatia auf einer Anhörung des US-Senatsausschusses für Justiz bekannt. Die Bemühungen des Suchmaschinenriesen, eine eigene zensierte Suchmaschine speziell für China ins Leben zu rufen, waren zuletzt stark kritisiert worden – intern wie extern.

An Dragonfly hatte Google in den vergangenen Jahren still und heimlich gearbeitet. Mit ihr wollte man ein für den Konzern gewaltiges Dilemma lösen und es als größte Suchmaschine der Welt schaffen, China zu erobern und Baidu Marktanteile abzujagen.

Denn China ist auf der einen Seite gemessen an der Nutzerzahl der größte Internetmarkt der Welt, mit Innovationen, digitalem Pioniergeist und technologischen Infrastrukturen, die ihresgleichen suchen. China ist auf der anderen Seite aber ein Land mit einer der stärksten Internetzensuren weltweit und einem für europäische Verhältnisse undenkbarem Eingriff der Regierung in die Privatsphäre der Nutzer.

Letzteres sorgte aber jüngst für heftige Furore. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International sprach von einem „schweren Angriff auf die Informationsfreiheit“, aber auch mehr als 1.000 Google-Mitarbeiter äußerten in einem Brief Bedenken gegen die Rückkehr des Suchmaschinen-Giganten nach China. Das Ganze werfe „dringende moralische und ethische Fragen“ auf.

Konsumentenschützer warnen: Alexa, Siri und Co hören immer zu

Sprachassistenten sind lange kein Nischenprodukt für Technologiebegeisterte mehr. Smartlautsprecher haben Apples Siri, Amazons Alexa und Microsofts Cortana in unzählige Wohnzimmer gebracht. Dort können sie Musik abspielen, das Licht per Sprachbefehl ausschalten und Rezepte vorlesen. Was sich praktisch anhört, kann jedoch auch gefährlich sein, denn die Sprachassistenten lauschen bei den intimsten Momenten ihrer Nutzer mit, warnen Vertreter der Arbeiterkammer (AK).

Die Geräte sind mit Mikrofonen ausgestattet und warten regelrecht auf ein Schlüsselwort, das sie in Gang setzt. Um Befehle ausführen oder Antworten auf Fragen bieten zu können, müssen die Konversationen mit den Assistenten aufgezeichnet werden. Anbieter verarbeiten sie extern, um die Qualität der Gespräche zu verbessern – so zumindest das Argument der Hersteller, um die Datenspeicherung zu rechtfertigen.

Anders sehen es die AK und das Institut für Technikfolgenabschätzung (ITA) in einer Studie. So würden sehr genau Profile jedes Haushalts und seiner Mitglieder erstellt werden. Während bei blinden bzw. motorisch eingeschränkten Personen die Vorteile wohl meist überwiegen, sollten sich andere Konsumenten über die Hintergründe informieren und abwägen. Die Menge an Daten, die gespeichert werden, und die fehlende Transparenz seien ein großes Risiko. Man gebe seine Privatsphäre freiwillig auf, ohne viel Nutzen daraus zu ziehen, warnt die AK. Die Studie kritisiert, dass man Nutzern keine Wahl lasse: Wer seine Daten verweigert, kann den Dienst nicht nutzen. Eine Begründung dafür gibt es nicht.

Die Studie der ITA sieht das Geschäftsmodell der Unternehmen hinter Sprachassistenten als bedenklich. Mithilfe der aufgezeichneten Daten könnten detaillierte Personenprofile erstellt werden.

Auch wenn Datensammlung im Internet nichts Neues ist, die Informationen, die aus Konversationen mit Sprachassistenten hervorgehen, öffnen neue Türen. Neben Ort, Zeit und Alter soll es auch möglich sein, die Gefühlslage, Gesundheit und Gewohnheiten der Nutzer zu erheben. So könne die Tagesverfassung mit dem Nutzungs- und Kaufverhalten verknüpft werden.

Eine weitere Problematik sei, wie Smart Speaker auswählen, welche Antwort sie auf eine Frage geben. Wenn sich der aktuelle Trend fortsetzt, werden Assistenzsysteme bald an unterschiedlichsten Orten zur Verfügung stehen. Smart Speaker zu Hause, in Autos und im Smartphone also. Durch die Omnipräsenz des sprachgesteuerten Dienstes könnten sie zum „Gatekeeper“ des digitalen Informationsstroms werden und kontrollieren, welche Informationen aus welchen Quellen ihre Nutzer erreichen.

Vodafone: Deutschlands erstes 5G-Netz startet

Vodafone öffnet als erster Betreiber in Deutschland das 5G-Netz für private Nutzer. Schon ab 17. Juli können Kunden in Deutschland an ersten Orten im 5G-Netz surfen – zuhause und unterwegs.

Zum Auftakt aktivierte Ametsreiter heute die ersten 25 5G-Stationen mit mehr als 60 5G-Antennen in 20 Städten und Gemeinden. Im August funken dann mehr als 50 Stationen mit 120 5G-Antennen im Netz. Die ersten 5G-Endgeräte und die passenden 5G-Tarife sind ab morgen online und in ersten Shops verfügbar.

Der Düsseldorfer Telekommunikationskonzern öffnet den Zugang zu seinem neuen 5G-Netz für Privatkunden in allen Red und Young Tarifen sowie im Vodafone Black Tarif. Geschäftskunden mit den Tarifen Red Business+ und Red Business Prime können den Zugang zu 5G ebenfalls hinzubuchen. Die ersten Smarthones im Angebot, die 5G unterstützen, sind das Huawei Mate 20 X 5G und das Samsung Galaxy S10 5G. Beide siind ebenfalls ab dem morgigen Mittwoch erhältlich. Auch mit dem Router GigaCube 5G bekommt man künftig mobilen Zugang ins 5G-Netz. Er bringt an den ersten 5G-Stationen Geschwindigkeiten von bis zu 500 Megabit pro Sekunde.

Xoom: PayPal bringt Geldtransferdienst

Ein neuer Geldservice von PayPal kommt: Über den Transferdienst Xoom kann ab sofort Geld von Deutschland aus an Empfänger in mehr als 130 Märkten weltweit versendet werden. Zum Angebot des Dienstes gehört auch das Begleichen von Rechnungen oder das Aufladen von Handyguthaben.

Allein aus Deutschland fließen jährlich mehr als 24,6 Milliarden US-Dollar ins Ausland, informiert PayPal in seiner Präsentation des neuen Dienstes. Für solche Transaktionen sei Xoom gemacht. Das über den Service verschickte Geld soll bereits innerhalb weniger Minuten auf dem Bankkonto der Begünstigten ankommen. Es kann alternativ auch an einem Partnerstandort abgehoben werden.
„Die Art und Weise, wie wir unser Geld bewegen, hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Die Zeiten, in denen man stundenlang an einem Schalter anstehen musste, um Geld ins Ausland zu senden, liegen zum Glück hinter uns“, sagt Dan Schulman, PresidentKommunikation in hochpolitischen Zeiten und CEO von PayPal. „Wir wissen, wie wichtig diese Geldtransfers für Millionen von Menschen weltweit sind – und wie entscheidend es ist, dass dieses Beträge zügig ankommen, damit sie für wesentliche Dinge verwendet werden können. Mit Xoom ist es nun möglich, einfach vom Smartphone aus Geld zu senden.“

So funktioniert Xoom
Bei Xoom lassen sich Beträge bis zu einer Höhe von 10.000 Euro überweisen. Das dafür nötige Xoom-Konto gibt es als App für iOS oder Android beziehungsweise auf der Xoom-Website. Praktisch für PayPal-Kunden: Diese können direkt über ihr PayPal-Konto auf die Dienste von Xoom zugreifen.

Gericht zwingt Telekom zu Änderungen bei „StreamOn“-Tarifen

Die Deutsche Telekom muss ihre „Stream On“-Tarife nach einer Gerichtsentscheidung ändern oder vom Markt nehmen. Das Angebot verstoße gegen die Netzneutralität – der Datenverkehr werde also nicht wie vorgeschrieben gleichbehandelt, teilte das Oberverwaltungsgericht (OVG) mit.

In dem sogenannten Eilverfahren gab das Gericht der Bundesnetzagentur recht, die eine Änderung verfügt hatte. Ganz Schiffbruch erlitten hat die Telekom aber noch nicht, da ein separates Hauptsacheverfahren am Kölner Verwaltungsgericht noch läuft – dieses hat nun aber keine aufschiebende Wirkung.

Bei „StreamOn“ wird der Datenverbrauch nicht auf das Monatsvolumen angerechnet, wenn man zum Beispiel Videos über Netflix oder der ARD Mediathek streamt. Allerdings drosselt die Telekom die Übertragungsrate in bestimmten Tarifen, und man kann den Film unterwegs nur in einer niedrigeren Auflösung (SD) sehen als dies zu Hause im WLAN möglich ist (HD/Ultra HD). Unter anderem diese „Videodrossel“ stört die Netzagentur und das OVG, da hierbei Datenströme eben nicht gleichbehandelt würden. Ein Sprecher der Netzagentur sagte nach der Gerichtsentscheidung: „Wir werden die Anpassung des Produkts nun zügig gegenüber der Telekom durchsetzen.“

Facebook muss in den USA fünf Milliarden Dollar Strafe zahlen

Wegen gravierender Datenschutzverstöße muss Facebook in den USA einem Medienbericht zufolge eine Strafe von fünf Milliarden Dollar (4,4 Milliarden Euro) zahlen. Die US-Verbraucherschutzbehörde FTC stimmte einem milliardenschweren Vergleich zu.

Die FTC hatte im vergangenen Jahr Ermittlungen wegen eines möglichen Verstoßes des Konzerns gegen eine im Jahr 2011 geschlossene Verpflichtung zu mehr Datenschutz eingeleitet.

Die drei republikanischen Vertreter der Behörde votierten dem Bericht zufolge für den Vergleich, die zwei demokratischen Vertreter dagegen. Das Justizministerium muss der Entscheidung noch zustimmen. Es folgt jedoch in der Regel den Empfehlungen der US-Behörde. Es wäre die höchste bisher wegen Datenschutzverstößen verhängte Strafe. Der Facebook-Konzern äußerte sich dazu bisher nicht.

Ende April hatte der Konzern angekündigt, er habe bereits vorsorglich drei Milliarden Dollar zur Seite gelegt. Ausgelöst worden waren die Ermittlungen der FTC gegen den Internetkonzern durch den Skandal um den Missbrauch von Facebook-Nutzerdaten durch die Datenanalysefirma Cambridge Analytica. Die britische Firma hatte heimlich die Daten von rund 87 Millionen Nutzern abgefischt. Sie wurden unter anderem für den Wahlkampf von US-Präsident Donald Trump benutzt.

In der 2011 geschlossenen Vereinbarung mit der FTC hatte das Unternehmen einen transparenteren Umgang mit Nutzerdaten zugesagt. Auch sicherte Facebook zu, die Nutzer in klarerer Form als zuvor darüber zu informieren, wenn deren Informationen mit Dritten geteilt werden sollten.

EU-Gericht bestätigt Millionenstrafen gegen Computer-Zulieferer

Das EU-Gericht hat Millionenstrafen gegen Sony, Toshiba und andere Hersteller bestätigt, die in einem Kartell die Preise für Computerteile hochgetrieben haben sollen. Die EU-Richter wiesen eine Klage der Unternehmen gegen die Geldbußen von zusammen mehr als 100 Millionen Euro zurück.

Die EU-Kommission war 2015 gegen die asiatischen Konzerne vorgegangen. Nach Erkenntnissen der Brüsseler Behörde hatten sie sich bei Ausschreibungen der PC-Hersteller Dell und Hewlett Packard für optische Laufwerke zwischen 2004 und 2008 abgesprochen und so den Wettbewerb ausgehebelt. Das EU-Gericht bestätigte jetzt das Vorgehen der Kommission und die Geldstrafen.

Von verschiedenen Unternehmen der Sony-Gruppe forderte die Kommission insgesamt knapp 31 Millionen Euro, von Hitachi-LG rund 37 Millionen Euro und von Toshiba Samsung gut 41 Millionen Euro. Quanta Storage kam mit 7,1 Millionen Euro Geldstrafe davon. Philips und Lite-On wurden verschont, weil sie das Kartell angezeigt hatten.

Galileo-Satellitennavigation ist vollständig ausgefallen

Das gesamte Galileo-System ist ausgefallen. Demnach berichten Nutzer, dass bereits am 11.7. alle Satelliten aufhörten, Signale über ihre Position im Orbit zu senden. Alle 22 Satelliten der europäischen Alternative zum GPS sind betroffen.

Erst am 13.07. veröffentlichte das zuständige GNSS Service Centre eine offizielle Nachricht an die Nutzer des Galileo-Systems. Laut dieser Nachricht begann der vollständige Ausfall am Freitag um 3:50 Uhr mitteleuropäischer Zeit. „Bis auf weiteres erleben Nutzer einen Ausfall des Services. Die Signale sollten nicht benutzt werden.“

Auf einer Webseite zum aktuellen Status der Galileo-Satelliten sind alle aktiven Satelliten ohne weitere Erläuterungen als „nicht benutzbar“ gekennzeichnet. Über den Grund oder die mögliche Länge des Systemausfalls wird nichts berichtet.

Nach vielen Problemen und Pannen ging Galileo am 15. Dezember 2016 mit 18 Satelliten in Betrieb. Seitdem sind vier weitere Satelliten hinzugekommen. In der Zwischenzeit kam es durch einen Konstruktionsfehler zu Problemen mit den Atomuhren an Bord der Satelliten. Die in der Schweiz gebauten Uhren werden benötigt, um den genauen Ort und Zeitpunkt zu bestimmen, von dem die Navigationssignale gesendet werden. Aus dem Ort und dem Sendezeitpunkt von mehreren Satellitensignalen kann der Ort des Empfängers bestimmt werden.

US-Firmen nehmen Huawei-Handel in zwei Wochen wieder auf

Nachdem US-Präsident Trump unlängst die Handelsbeschränkungen mit dem chinesischen Unternehmen Huawei gelockert hat, wurde nun von einem US-Beamten verkündet, dass die Handelswiederaufnahme bereits in spätestens zwei Wochen starten wird. Huawei ist der weltweit größte Telekommunikationsausrüster und darf nun wieder mit den USA verhandeln.

Generell hat sich das Wachstum Chinas im zweiten Quartal des Jahres aufgrund des Handelsstreits um 6,2 Prozent verringert. Damit wächst die zweitgrößte Volkswirtschaft so langsam wie seit fast drei Jahrzehnten nicht mehr. Wie das Statistikamt am Montag in Peking berichtete, erreichte das Wachstum seit Jahresanfang insgesamt noch einen Zuwachs von 6,3 Prozent.

Erfinder des Computer-Passworts tot

Praktischer jeder, der einen Computer verwendet, nutzt Fernando Corbatós Erfindung. Der MIT-Wissenschaftler hat das Konzept von Passwort-geschützten Nutzerprofilen entwickelt. Er ist am im Alter von 93 Jahren gestorben.

Corbató wurde 1926 in Oakland, Kalifornien geboren. Er studierte am California Institute of Technology. 1956 promovierte er am Massachusetts Institute of Technology (MIT) zum Doktor der Physik. Danach ging er nicht in die Wirtschaft, sondern blieb er an der renommierten Einrichtung und wurde dort 1965 Professor.

Mit seiner Arbeit am sogenannten Compatible Time-Sharing System wurde in den 1960ern ein wichtiger Grundstein für Computer-Nutzung und -Sicherheit gelegt. Es gilt als eines der ersten Betriebssysteme und ermöglichte es, dass sich mehreren Nutzer gleichzeitig an einem Computer anmelden konnten. Dafür entwickelte der Forscher das Konzept, dass sich die verschiedenen Nutzer mit einem Passwort in ihr Profil einloggen können. In weiterer Folge arbeitete Corbató an Multics, einem Betriebssystem für Großrechner, und Vorläufer von Unix.

Von Corbató stammt auch die Regel: Die Anzahl der Zeilen eines Programmcodes, die ein Programmierer in einer bestimmten Zeit schreiben kann, ist immer die gleiche, unabhängig von der Sprache, die benutzt wird. Für seine Pionierarbeit erhielt er 1990 den Turing-Award.

Nokia will vom Huawei-Streit mit der US-Regierung profitieren

Nokia schaltet in den Offensivmodus: Der einstige Handy-Marktführer aus Finnland geht davon aus, in den nächsten Monaten Marktanteile hinzugewinnen zu können.

Grund dafür ist unter anderem der Konflikt zwischen dem chinesischen Wettbewerber Huawei und der US-Regierung, wie Eric Matthes, Deutschlandchef des Nokia-Lizenznehmers HMD Global sagt: „Wir haben jetzt die Chance, Marktanteile zu gewinnen, die wir ohne diesen Handelskonflikt vermutlich niemals gewonnen hätten.“

Pixel 4: Neues Google-Handy?

In Sachen Geheimhaltung scheint Google bei seiner Pixel-Reihe nur mäßig bemüht zu sein. Von beinahe jedem der Smartphones ist im Vorfeld zumindest ein Foto aufgetaucht, welches das Gerät in der Öffentlichkeit zeigt.

Der neue Leak bestätigt einmal mehr, dass heuer auch für die Pixel-Reihe die Ära der Solo-Kameras endet. Bislang hatte man darauf verzichtet, zusätzliche Fotosensoren einzubauen und mittlerweile gängige Features wie Zoom mit Hilfe künstlicher Intelligenz realisiert. Es wird angenommen, dass es sich beim zweiten Modul um eine Telefoto-Kamera mit einer Auflösung von 16 Megapixel handelt. Dazu dürfte auch noch ein Time-of-Flight oder Spektralsensor zur genaueren Analyse des Umgebungslichts an Bord sein. Um das Design des Kameramoduls macht mittlerweile auch Google selbst kein Geheimnis mehr.

Bis zur Veröffentlichung des Pixel 4 ist allerdings noch Geduld angesagt. Typischerweise stellt Google die Geräte im Spätherbst vor. Das Pixel 3 etwa ging am 2. November 2018 an den Start. Seit Mai gibt es auch eine kleinere und günstigere Variante in Form des Pixel 3a.

DHL will Kunden künftig präziser über Paketzustellung informieren

Vorstandschef Frank Appel will das Zustellsystem der Deutschen Post DHL nach Kritik in der Vergangenheit verbessern. Dabei sollen die Kunden bei der Paketzustellung zeitgenau über den Weg der Lieferung informiert werden. „Unsere Kunden sollen zuerst per E-Mail eine ungefähre Zeit erhalten, zu der der Zusteller kommt. Und zum Beispiel 15 Minuten vor Ankunft gibt es dann eine erneute Mail mit der genauen Zeit, die wir anhand der per GPS erfassten Position des Lieferwagens berechnen“, sagte Appel.

Laut Appel werde dieses System zunächst in „einigen Regionen“ getestet. „Und im Laufe des Jahres 2020 soll es diese Just-in-Time-Pakete bundesweit geben“, sagte Appel weiter. Der Postchef erklärte, das die Zwischenlagerung von Sendungen für Verzögerungen und Ärger bei den Kunden gesorgt habe. Dem wirke man sei geraumer Zeit entgegen.

Amazon Phishing-Mail-Scam bedroht Nutzer vor Prime Day

Am 15.07. ist Amazons Prime Day – ein jährliches Event des US-Konzerns, bei dem Produkte vergünstigt angeboten werden. Pünktlich dazu warnen Sicherheitsforscher von McAfee nun vor einem Phishing Scam, der aktuell die Runde macht. Dabei werden Mails versendet, die so aussehen, als stammen sie von Amazon. Oft ist eine PDF-Datei angehängt, öffnet man diese, wird zu Phishing-Seiten verlinkt.

Diese sehen dem echten Amazon-Login-Bildschirm täuschend ähnlich und setzen darauf, Usern die Nutzerdaten zu stehlen. Zum Teil werden auch Daten wie Geburtstag, Adresse, Kreditkartennummer und Co abgefragt.

Die E-Mail ist ident zu einem Phishing-Scam, der bereits im November 2018 zum Einsatz kam. Damals wurden allerdings nicht Amazon-, sondern Apple-Nutzer als Ziel gewählt. Besonders von anderen Phishing-Versuchen unterscheidet sich der aktuelle Betrugsversuch nicht, jedoch ist der Zeitraum geschickt gewählt. Amazon selbst versendet kurz vor dem Prime Day mehr E-Mails als normalerweise, weswegen Nutzer womöglich eine gefälschte Nachricht für echt halten könnten. Zudem dürften Konsumenten sowieso Informationen des Konzerns erwarten, weswegen sie eher auf eine solche Mail reagieren könnten.

Libra: Japan nimmt Facebook-Pläne für Kryptowährung unter die Lupe

Facebook ist mit seinen Plänen für eine eigene Kryptowährung ins Visier der japanischen Aufsichtsbehörden geraten. Die Notenbank, das Finanzministerium und die für Bankenregulierung zuständige Behörde haben Tokioter Regierungskreisen zufolge eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die sich mit möglichen Auswirkungen auf Geldpolitik, Finanzmärkte und Steuersysteme beschäftigen soll.

Japan hoffe, andere Länder für den Ausbau des eigenen Experten-Gremiums zu einer größeren Gruppe von Steuer- und Finanzkontrolleuren zu gewinnen, sagten Regierungsvertreter.

Facebook hat mit seinen im Juni bekannt gegebenen Plänen für eine eigene Kryptowährung mit dem Namen „Libra“ Notenbanken und Politiker weltweit aufgeschreckt. Bedenken gibt es im Zusammenhang mit Finanzmarktstabilität, Geldwäsche, Privatsphäre von Nutzern und allgemeinem Verbraucherschutz.

Am 12.07. forderte US-Präsident Donald Trump eine Bankenregulierung für Kryptowährungen. Die Gruppe der sieben führenden Industriestaaten (G-7) hat bereits eine Arbeitsgruppe zu dem Thema eingesetzt. Geleitet wird sie von EZB-Direktor Benoit Coeure. Facebooks Pläne dürften nächste Woche ein wichtiger Diskussionspunkt beim Treffen der G-7-Finanzminister und -Notenbank-Gouverneure in Chantilly nördlich von Paris sein.

Google blockiert Zugriff auf YouTube-Tonspuren

MP3-Dateien aus Musikvideos saugen, Kochclips auf das Tablet herunterladen und TV-Dokus auf dem Rechner speichern: Wer sich nicht damit zufrieden gibt, YouTube-Videos nur online anzuschauen, kann die Clips mit Hilfe von Sound- und Videokonvertern auch offline speichern. Doch Google schiebt den Anbietern offenbar verstärkt einen Riegel vor. Mehrere der Umwandlungsdienste haben keinen Zugriff mehr auf die Videoplattform.

Zu den gesperrten Diensten gehören unter anderem „YouTube MP3 Converter“ und „OnlineVideoConverter“. Video- und Tonspuren von YouTube-Clips können auf diesen Seiten über den Browser unter anderem in MP3- und MP4-Dateien umgewandelt und auf der Festplatte abgelegt werden. Während das mit Videos von Facebook und Vimeo in der Regel noch immer klappt, erscheint eine Fehlermeldung, wenn man es mit einem YouTube-Video versucht.

Auch die Plattform „DLNow Video Download“ war zumindest über mehrere Stunden nicht erreichbar, nachdem der Zugang zu YouTube gekappt wurde. „DLNow Video Download“ bietet Nutzern an, sowohl über ein Onlineformular als auch über eine kostenpflichtige Windows-Software die Tonspuren aus YouTube-Videos auszulesen.

So teilte der Betreiber mit, dass Google ohne Vorwarnung den Zugang abgeschaltet habe. „Wir haben keine Benachrichtigung von YouTube erhalten, aber es scheint so, als hätten sie eine ganze Reihe von IP-Adressen gesperrt, wovon unsere Server und die einiger Mitbewerber betroffen sind.“

Die Musikindustrie stört sich seit Jahren an den Streamrippern. Zwar waren „gerippte“ MP3-Dateien schon zu CD-Zeiten im Umlauf. Doch nun müssen die Nutzer nicht einmal mehr einen Tonträger besitzen. Die Musik gibt es auf YouTube, Spotify und vielen anderen Portalen.

Bereits 2017 musste ein Streamripper-Portal den Betrieb nach einem Gerichtsverfahren einstellen. Und vor einigen Wochen traf es auf Druck der Musikindustrie die deutsche Seite „Convert2MP3“, die jährlich knapp 700 Millionen Besucher zählte.

Doch auch wenn solche Download-Dienste immer wieder aus dem Netz verschwinden, an anderer Stelle tauchen neue auf. Rechtlich bewegen sich Nutzer mit den Downloads mindestens in einer Grauzone. Zwar gibt es im Urheberrechtsgesetz das Recht auf Privatkopie, doch das gilt nicht, wenn zur Vervielfältigung eines geschützten Werks „eine offensichtlich rechtswidrig hergestellte oder öffentlich zugänglich gemachte Vorlage“ verwendet wird. Das kann auf YouTube durchaus der Fall sein.

Huawei plant massiven Job-Abbau in den USA

Der chinesische Netzwerkausrüster und Handy-Hersteller Huawei will einem Zeitungsbericht zufolge in den USA Hunderte Mitarbeiter entlassen. Betroffen seien Angestellte der auf Forschung und Entwicklung spezialisierten Tochterfirma Futurewei Technologies.

Hunderte Stellen könnten demnach gestrichen werden. Aus China stammenden Angestellten sei angeboten worden, auf Posten in der Heimat zu wechseln. Futurewei Technologies beschäftigt der Zeitung zufolge 850 Mitarbeiter in mehreren US-Städten. Huawei war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Die US-Regierung hat Huawei auf eine schwarze Liste gesetzt und dies damit begründet, dass die Technologie des Unternehmens zur Spionage in den USA verwendet werden könnte. Damit ist es US-Firmen untersagt, mit dem chinesischen Konzern Geschäfte zu tätigen. Huawei weist die Vorwürfe zurück. Das Verkaufsverbot belastet das Geschäft: Huawei strich unlängst seine Umsatzprognose für das laufende und das kommende Jahr zusammen.

UKW-Verbreitung in der Schweiz könnte bereits früher enden

Die Sender des schweizerischen Rundfunks SRF werden zwar keinen Alleingang starten, aber es gibt wohl Gespräche in der gesamten Rundfunkbranche, den Umstieg von UKW auf DAB Plus vorzuziehen.

Eigentlich ist im Alpenstaat vorgesehen, dass 2024 die traditionelle Radio-Verbreitung eingestellt wird. Sollten die Gespräche erfolgreich verlaufen, könnte bereits 2022 Schluss sein. Die SRG SSR, die Muttergesellschaft des SRF bestätigte mittlerweile offen für ein schnelleres Prozedere zu sein.

Trump fordert Bankenregulierung für Facebook

Donald Trump hat für Kryptowährungen eine Bankenregulierung gefordert. Facebook und andere Unternehmen „müssen sie sich der Bankenregulierung unterwerfen, genau wie andere Banken auch, sowohl national als auch international“, schrieb der US-Präsident auf Twitter.

Er sei generell kein Freund von Kryptowährungen wie dem Bitcoin, fuhr Trump fort. Es handele sich nicht um wirkliches Geld, der Wert sei sehr schwankungsanfällig. Tatsächlich schwankt der Wert der bisher bekanntesten Kryptowährung teils binnen Stunden um mehrere tausend Dollar.

Bislang sind Kryptowährungen nicht reguliert. Mit seinen Plänen für eine eigene Cyberdevise mit dem Namen Libra hatte Facebook die großen Notenbanken und Politiker auf den Plan gerufen. Fed-Chef Jerome Powell warnte vor einer Gefährdung der Privatsphäre, vor Geldwäsche, lückenhaftem Verbraucherschutz und vor Risiken für die Finanzstabilität.

Libra soll in der ersten Hälfte 2020 starten. Damit steigt Facebook in den weltweiten Zahlungsverkehr ein. Das soziale Netzwerk wird jeden Tag von ein bis zwei Milliarden Menschen genutzt. Libra soll es allen Nutzern des Netzwerks ermöglichen, untereinander Geld zu versenden und Waren von Unternehmen zu erwerben.

Microsoft Teams überholt Slack

Der Firmen-Messenger Slack ist eines der erfolgreichsten Startups der vergangenen Jahre. Und das schlägt sich auch am Aktienmarkt nieder: Erst vor wenigen Wochen sorgte das Unternehmen für Aufsehen, mit einem Plus von 60 Prozent am ersten Tag legte man ein fulminantes Börsendebüt hin. Gleichzeitig wird aber auch die Konkurrenz härter – und die kommt vor allem von alteingesessenen Mitspielern im Enterprise-Markt.

Microsofts Slack-Konkurrent Teams bringt es mittlerweile auf 13 Millionen täglich aktive Nutzer, das behauptet der Softwarehersteller in einem Blogeintrag. Bei den wöchentlichen Zahlen kommt Teams sogar auf 19 Millionen Nutzer. Damit hätte man Slack mittlerweile als erfolgreichster Firmen-Messenger überholt, die aktuellsten Zahlen sprechen dort von 10 Millionen täglich aktiven Usern. Diese sind zwar nicht mehr ganz aktuell, aber die Entwicklungskurve legt trotzdem nahe, dass Teams tatsächlich die Spitzenposition erobert hat.

Teams ist deutlich jünger als Slack: Die Microsoft-Lösung wurde erst im März 2017 vorgestellt, während Slack bereits seit 2013 erhältlich ist. Zudem hat Teams natürlich einen weiteren Vorteil: Es ist bei einem Office 365 Abo mit dabei, seit 2018 gibt es überhaupt eine freie Version. All das macht es für viele Firmen, die ohnehin schon in der Microsoft-Welt verankert sind, verlockend, zu Teams zu greifen.

Signavio gelingt große Finanzierungsrunde

Signavio ist bereits mit gut 350 Millionen Euro bewertet – und wächst kräftig. Doch dafür musste Mitgründer Gero Decker kräftig umdenken. Ganz oben auf seiner Agenda steht nicht mehr die Unabhängigkeit von Investoren, sondern rasches Wachstum.

„Wir wollen mit dem Geld unser internationales Geschäft mit neuen Vertriebsbüros vor allem in Amerika und Asien ausbauen. Zudem stärken wir die Produktentwicklung in Berlin“, sagt Decker. Die Zuversicht kommt nicht von ungefähr: Sein Unternehmen vertreibt gefragte Software, mit der Unternehmen ihre internen Abläufe besser verstehen und optimieren können. Zu den Kunden gehören bekannte Namen wie der Telekomanbieter 1&1, Zalando und die Sparda-Bank.

Deckers aktuelle These: Signavio kann sich global einen Platz in der lukrativen Softwarewelt für Unternehmen sichern, wenn es entschlossen handelt. Der Gründer steht mit seiner Einschätzung nicht allein. Die Investorenplattform „Tech Tour“ zählte Signavio Anfang 2019 zu denjenigen deutschen Unternehmen, die absehbar eine Bewertung von über einer Milliarde Euro erreichen könnten, und die Beratung Deloitte zeichnete Signavio schon 2014 als eines der wachstumsstärksten deutschen Unternehmen aus.

In zwei Runden steckte der Kapitalgeber zusammen 46,5 Millionen Euro ins Unternehmen – und half mit Know-how. „Der Investor im Rücken hat uns auch dabei geholfen, deutlich erfahrenere Leute für unser Team zu gewinnen“, sagt Decker. „Er war außerdem ein guter Sparringspartner bei dem Prozess, herauszufinden, wie unser Unternehmen mit einigen Hundert Mitarbeitern aussehen kann.“ Zugleich verteilten die Gründer ihre Rollen neu – einer zog sich etwa als Berater aus der Chefetage zurück. Den Einstieg von Apax hat Summit nur zum Teil zum Ausstieg genutzt.

Mit den Investitionen will der 37-jährige promovierte Software-Ingenieur vor allem gegen zwei deutsche Konkurrenten auf dem Weltmarkt bestehen: gegen die schon 1969 gegründete Darmstädter Software AG und gegen das 2011 von Absolventen der TU München gegründete Start-up Celonis. Alle drei bieten Software für die Prozessanalyse an.

Computer-Software besiegte erstmals fünf Poker-Profis gleichzeitig

Das Programm „Pluribus“ von den Forschern Noam Brown und Tuomas Sandholm setzte sich bei über 10.000 gespielten Händen in der Poker-Variante „No Limit Texas Hold’em“ mit insgesamt sechs Spielern häufiger durch als echte Poker-Cracks.

Die Wissenschafter von der Carnegie Mellon University in Pittsburgh (USA) veröffentlichten die Ergebnisse in der Fachzeitschrift „Science“. Sie bezeichneten ihren Erfolg als „Meilenstein“ in der Entwicklung von Künstlicher Intelligenz (KI).

Bisherige Computer-Programme hatten sich auf das Besiegen eines einzelnen Gegners beim Pokern beschränkt – darunter die Software „Libratus“ von Brown und Sandholm sowie das Programm „DeepStack“ eines Entwickler-Teams von der University of Alberta in Edmonton (Kanada). Nach Angaben der Forscher stellen Spiele mit mehr als zwei Teilnehmern jedoch höhere Anforderungen an den Computer. Brown und Sandholm entwickelten deshalb eine Software mit dem Namen „Pluribus“, die die Komplexität der Spielsituation reduzieren soll.

Amazon führt Rücksendungen ohne Karton ein

Die Zunahme des Lieferverkehrs, die enorme Zahl an Paket-Rücksendungen – und ihre teilweise Vernichtung – hat in Deutschland in den vergangenen Monaten eine politische Diskussion über den Versandhandel ausgelöst.

Vor diesem Hintergrund hört sich die jüngste Ankündigung von Amazon in den USA zunächst einmal wie ein möglicher Beitrag zu mehr Ressourcen-Schonung und Umweltschutz an: Das Unternehmen schafft – zunächst für US-Kunden – die Notwendigkeit ab, Retouren in Kartons zu verpacken und per Post zurückzuschicken.

Das gelte bereits für „Millionen von Produkten“, schreibt das Unternehmen in einem Blogeintrag. Statt per Post können Kunden Einkäufe in Amazons eigenen Shops zurückgeben, bei der Handelskette Kohl’s (1150 Filialen) oder bei den knapp 5000 Niederlassungen des Paketzustellers UPS.

Stattdessen könnten Kunden in Zukunft einfach online einen Code abrufen, diesen bei einer Amazon-Annahmestelle vorzeigen und die Einkäufe zurückgeben. Um die Verpackung, Klebeband und den Weiterversand kümmern sich dann die Angestellten

Schrems vs. Facebook: Der EuGH hat wieder das Wort

Der EuGH muss sich nach seinem einschneidenden Urteil von 2015 erneut mit dem Fall beschäftigen, weil die für Facebook in Europa zuständige irische Aufsichtsbehörde Data Protection Commission (DPC) weiteren Klärungsbedarf hinsichtlich der Anwendung von EU-Recht sieht.

Der österreichische Jurist und Aktivst Max Schrems hatte im Lichte von Edward Snowdens Enthüllungen über US-Geheimdienstaktivitäten 2013 gegen die Weitergabe von Facebook-Daten an die USA geklagt. Das Verfahren endete mit einem spektakulären Urteil des EuGH, das das Ende des „Safe Harbor“ genannte Datenschutzabkommens zwischen der EU und den USA bedeutete. Die von der EU geschaffene Anschlussregelung „Privacy Shield“ halten Schrems und mittlerweile auch das Europäische Parlament ebenfalls für nicht mit EU-Grundrechten vereinbar.

Nach dem Urteil vertrat die irische Datenschutzbehörde die Position, Facebooks Datenübermittlungen in die USA seien von jeher durch sogenannte Standard Contract Clauses (SCC) geregelt, mit denen nach EU-Datenschutzrecht Unternehmen und ihre Kunden oder Nutzer Datentransfers einvernehmlich regeln können. Schrems hatte daraufhin versucht, die irische Datenschutzaufsicht zu einer individuellen Entscheidung gegenüber Facebooks Datentransfers zu zwingen.

Die DCP hält sich dafür nicht für befugt. Die Behörde hält eine Datenübermittlung im Hinblick auf die US-Überwachungsgesetze zwar auch für europarechtlich problematisch, sieht in den SCC aber keine Handhabe für eine Intervention. Stattdessen müssten die SCC selbst grundsätzlich für ungültig erklärt werden. Schrems hält das für nicht nötig und sieht im geltenden Recht genug Handhabe für die Datenschützer, die Datenübertragungen in die USA zu unterbinden, erläuterte die von Schrems gegründete Organisation Noyb (None of your business).

Schrems argumentiert, die Enthüllungen von Edward Snowden hätten die direkte Zusammenarbeit von Facebook mit dem US-Geheimdienst National Security Agency (NSA) im Rahmen des Prism-Projekts klar werden lassen. Die massenhafte Überwachung von EU-Bürgern durch den oder die US-Geheimdienste verletzt nach Ansicht des Klägers deren Grundrechte.

Die Vertreter von Unternehmen, etwa der Verband Digital Europe, warnten bei der Anhörung vor schweren Konsequenzen für das Cloud-Computing. Das Ende des Internet sahen Facebook-Vertreter laut einem Tweet von Schrems gekommen. Und einmal mehr warnen US-Vertreter vor Versuchen der EU, exterritorial ihre Datenschutzbestimmungen gegen Drittstaaten durchzusetzen. Doch Schrems sieht sich in Teilen sogar auf einer Linie mit den Unternehmensvertretern: Auch sie wollen die SCC als mögliche Grundlage für den Datenverkehr erhalten.

Online-Händler müssen Kunden keine Telefonnummer zur Verfügung stellen

Online-Händler wie Amazon sind nach EU-Recht nicht verpflichtet, ihren Kunden immer eine Telefonnummer zur Verfügung zu stellen. Das entschied der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg am 10.07. in einem Rechtsstreit zwischen dem deutschen Verbraucherzentrale Bundesverband und Amazon.

Der EuGH machte aber zugleich deutlich, dass Unternehmen Kommunikationsmittel bereitstellen müssten, über die Verbraucher schnell und effizient mit den Händlern Kontakt aufnehmen könnten. (Az. C-649/17)

Der Bundesgerichtshof (BGH) hatte den EuGH nach einer Klage der Verbraucherzentrale gegen Amazon um Auslegung der maßgeblichen EU-Richtlinie über die Rechte der Verbraucher gebeten. Strittig war unter anderem, ob der vom Unternehmen angebotene Rückrufservice ausreicht.

Der Gerichtshof in Luxemburg stellte dazu nun fest, dass Unternehmen nach der EU-Richtlinie nicht einen Telefon- oder Fax-Anschluss oder ein E-Mail-Konto neu einrichten müssten. Die Händler können demnach auch andere Kommunikationsmittel wie ein Rückrufsystem oder einen Internet-Chat anbieten.

IBM schluckt Red Hat für 34 Milliarden Dollar

Der bisher größte IT-Deal des Jahres ist beschlossene Sache. Branchenriese IBM wird den Softwarehersteller Red Hat, vielen vor allem durch die gleichnamige Linux-Distribution bekannt, übernehmen. Als Kaufpreis wurden 190 Dollar je Aktie vereinbart, insgesamt wiegt der Deal etwa 34 Milliarden Dollar (derzeit rund 30,3 Milliarden Euro). Die Aufsichtsbehörden haben der Übernahme bereits zugestimmt.

IBM hofft vor allem auf Synergien zwischen Red Hats hybriden Cloud-Lösungen und seiner eigenen Serverinfrastruktur. Gemeinsam will man die Cloudangebote weiter entwickeln und technisch voranbringen. Gerichtet sind die Services vor allem an Unternehmen, IBM ist in 175 Märkten tätig. Beide Firmen betonen ein langfristiges Commitment für Open-Source-Lösungen. Quelloffenheit sei zum „De-Facto-Standard“ in der IT-Technologie geworden, heißt es weiter.

Jim Whitehurst, CEO von Red Hat, wechselt in das Management von IBM, bleibt aber weiter für sein Unternehmen zuständig, das der „Cloud and Cognitive Software“-Sparte von IBM unterstellt wird. Das Cloudgeschäft ist für IBM mittlerweile ein wichtiges Standbein geworden. Steuerte es 2013 noch vier Prozent zum Gesamtumsatz bei, sind es mittlerweile 25 Prozent. In der einjährigen Rechnungsperiode mit Ende des ersten Quartals meldete die Sparte einen Umsatz von 19 Milliarden Dollar. Red Hat schloss sein letztes Geschäftsjahr mit einem Umsatz von 3,4 Milliarden Dollar und somit einem Plus von 15 Prozent im Vorjahresvergleich ab.

Datenschützer: Office 365 darf an Schulen nicht verwendet werden

An österreichischen wie an deutschen Schulen kommen mehrere Microsoft-Produkte zum Einsatz. Unter anderem auch Office 365. Das Cloud-basierte Programm-Paket darf nach Einschätzung des hessischen Datenschutzbeauftragten Michael Ronellenfitsch in Standardkonfiguration derzeit jedoch nicht eingesetzt werden. Denn die in der Cloud gespeicherten Daten könnten von US-Behörden abgegriffen werden.

Zwar ist der Einsatz von Cloud-Lösungen grundsätzlich kein Problem, im Fall von Microsoft ist die Sache jedoch anders gelagert. Denn dabei könnten personenbezogene Daten von Lehrpersonal und Schülern online gespeichert werden, auf die auch US-amerikanische Behörden Zugriff haben.

Situation in Österreich

Auch in Österreich kommt Office 365 an Schulen zur Anwendung. Bezüglich des Datenschutzes heißt es auf der Website des Bildungsministeriums: „So die Schule keinen eigenen E-Mailserver betreibt, können für schulzugehörige Personen E-Mailadressen in MS-Office 365 eingerichtet werden. §10 DSG sieht diesbezüglich den Abschluss einer Dienstleistervereinbarung für die Betreiber solcher Mailserver vor.“ Und weiter: „Da Microsoft seit kurzem eine diesbezügliche Dienstleistervereinbarung mit der öffentlichen Verwaltung im EU-Raum abgeschlossen hat, sind Mail-Adressen in MS-Office 365 aus Sicht des Datenschutzes bei Verwendung geeigneter, verschlüsselter Mail-Übertragungsprotokolle (zB TLS) zulässig. Grundsätzlich sind personenbezogene Daten aber immer nur in der dafür vorgesehen Fachanwendung (Sokrates im Bund, Lernplattformen, Web-Untis, ISO/Ideal (Web), Portal Austria, PH-Online, etc.) zu speichern.“ Von den Schülern benötige man dafür eine Einverständniserklärung.

Frankreichs Nationalversammlung billigt Gesetz gegen Hass im Netz

Die französische Nationalversammlung hat ein neues Gesetz gegen Hass im Netz gebilligt: Die Abgeordneten stimmten in erster Lesung einer Vorlage zu, nach der Betreiber von Online-Netzwerken wie Facebook und YouTube Aufrufe zum Hass innerhalb von 24 Stunden nach einer Beschwerde löschen müssen. Tun sie dies nicht, drohen Geldbußen von bis zu 1,25 Millionen Euro.

In der Nationalversammlung stimmten 434 Parlamentarier für die Vorlage, es gab 33 Gegenstimmen und 69 Enthaltungen. Präsident Emmanuel Macron hatte das neue Gesetz nach einer Serie antisemitischer Vorfälle angekündigt. Der französische Entwurf nimmt das deutsche Netzwerk-Durchsetzungsgesetz (NetzDG) zum Modell, das seit 2018 in Kraft ist. Allerdings reicht es weiter.

Arbeiterkammer unterstützt erste Projekte aus ihrem Digitalisierungsfonds

Rund um den Digitalisierungsfonds der Arbeiterkammer (AK), mit dem der Sozialpartner die Digitalisierung offensiv angehen will, ist die erste Einreichrunde beendet. Aus mehr als 80 Einreichungen werden nun 15 Projekte und Initiativen von der AK mit insgesamt 1,3 Mio. Euro unterstützt. „Das große Interesse hat uns überrascht“, sagte AK-Vizedirektorin Maria Kubitschek in einer Aussendung.

Projekt „Gläserne Belegschaft“

Mit dem AK Digitalisierungsfonds Arbeit 4.0 unterstützt die AK Projekte und Initiativen, die Digitalisierung aus der Perspektive von Arbeitnehmern betrachten. Gefördert wird etwa ein Projekt namens „Gläserne Belegschaft“, das sich mit Überwachung und Kontrolle am Arbeitsplatz 4.0 aus Sicht der Beschäftigten auseinandersetzt. In eine ähnliche Richtung geht ein zweites Projekt. Dabei geht es um eine Befragung von Betriebsräten zu personenbezogener Datenverarbeitung.

EuGH prüft Facebook-Datenübermittlung in die USA

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) befasst sich in einer mündlichen Verhandlung damit, ob das Online-Netzwerk Facebook personenbezogene Daten in die USA übermitteln darf. Der österreichische Datenschutz-Aktivist Maximilian Schrems wehrt sich dagegen, dass Facebook in Europa mit Firmensitz in Irland Daten an den Mutterkonzern in den USA weitergibt.

Er forderte deshalb von der irischen Datenschutzbeauftragten, alle Datenübermittlungen auszusetzen. Der Oberste Gerichtshof Irlands legte den Fall dem EuGH vor. (Az. C-311/18)

Panasonic zeigt transparenten OLED-Prototyp

In den nächsten zwei Tagen wird ein neuer Prototyp eines transparenten OLED-Bildschirms der Öffentlichkeit vorgestellt, informierte der japanische TV-Hersteller. Die Besucher können sich auf der Funkausstellung Anfang September dann auch von der Bild- und Soundqualität der neuen OLED-TV Serien überzeugen.

Prototyp des transparenten OLED-Bildschirms erscheint im ausgeschalteten Zustand wie eine aus Holz gefertigte Vitrine mit einer eingelassenen Glasscheibe. Wenn das Gerät eingeschaltet wird, liefert das Display eindrucksvolle Bilder mit lebhaften Farben.

Der Prototyp besteht aus Materialien wie Holz, Metall und Glas. Alle technologischen Komponenten sind im Holzrahmen verborgen, der gleichzeitig als Ständer für das Gerät dient. Im Rahmen ist ebenfalls ein Beleuchtungselement untergebracht.

Loewe: Internationaler Verkaufsprozess eingeleitet – Investor gesucht

Am 1. Juli 2019 wurde das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Loewe Technologies GmbH („Loewe“) eröffnet. Der Insolvenzverwalter Rüdiger Weiß von der Kanzlei WallnerWeiß habe laut einer veröffentlichten Pressemitteilung umgehend einen strukturierten internationalen Verkaufsprozess eingeleitet, um die Vermögenswerte und den Geschäftsbetrieb von Loewe an einen neuen Investor zu veräußern. Zu den Vermögenswerten zählt ebenfalls die Marke Loewe, die an einen Hauptgläubiger verpfändet wurde, hieß es weiter.

Der Insolvenzverwalter ist laut der Mitteilung optimistisch, für sämtliche oder ausgewählte Vermögenswerte von Loewe einen neuen Investor zu finden. Im Zuge der geplanten Veräußerung übernehme der neue Investor keine Verbindlichkeiten aus der Unternehmenshistorie, heißt es weiter. Mehr als zehn Parteien hätten bereits ihr Erwerbsinteresse bekundet und die ersten Werksbesichtigungen seien bereits letzte Woche durchgeführt worden. Zusätzlich werde PwC in den nächsten Tagen eine breite internationale Marktansprache durchführen. Der Verkaufsprozess soll so schnell wie möglich abgeschlossen werden.

Chinesische Publisher schlagen eigene Altersfreigaben vor

Mehr als zehn der wichtigsten Spielepublisher in China haben ihren Vorschlag für ein neues Altersfreigabesystem vorgestellt. Firmen wie Tencent (Honour of Kings), Netease (Rules of Survival) und Perfect World (Star Trek Online) hätten gerne, dass es vier Stufen gibt: Ähnlich wie in Deutschland soll es Freigaben ab 6, 12, 16 und 18 Jahren geben. Spieler unter 6 Jahren sollen in China nicht ohne Aufsicht spielen.

Im Unterschied zu vergleichbaren Systemen in vielen westlichen Ländern sollen neben dem Inhalt auch die Mikrotransaktionen entscheidend dafür sein, welche Altersfreigabe ein Titel erhält. Bei der deutschen Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) spielt das gar keine Rolle, hier kommt es primär auf die Art und Weise von Gewaltdarstellungen an.

Der Vorschlag für die neuen Altersfreigaben soll mit Wissenschaftlern, Spieleexperten und Pressevertretern diskutiert werden. Eine entscheide Frage ist aber unklar, nämlich wie das System mit den staatlichen Vorgaben verzahnt und entsprechend durchgesetzt werden soll.

Die Behörden selbst haben erst Anfang April 2019 neue Regeln für Freigaben eingeführt. Sie betreffen unter anderem Verschärfungen in den Bereichen Gewalt und Glücksspielelemente sowie den Blick auf China und seine Geschichte.

In China gehört Spielen auf dem Smartphone viel stärker als im Westen zum Alltag. Der Staat versucht seit einigen Monaten, das Gaming zurückzudrängen – insbesondere bei Kindern und Jugendlichen. 2018 gab es einen mehrmonatigen Stopp bei der Freigabe neuer Mobile Games, der Rückstau ist immer noch nicht abgearbeitet. Bei Spielen mit Freigaben werden die Vorgaben streng durchgesetzt. Spielzeitsperren etwa lassen sich nicht ohne Weiteres umgehen, weil bei der Anlage neuer Nutzerkonten die Angabe der Ausweisnummer vorgeschrieben ist.

Der tragbare Kassettenspieler kommt zurück – mit Bluetooth

Kassettenkinder und Retro-Fans können sich freuen: Auf Kickstarter läuft derzeit die Finanzierung eines tragbaren Kassettenspielers mit Bluetooth 5.0. Der sieht dem Walkman von früher sehr ähnlich, wird aber nicht von Sony sondern von Ninm aus Hong Kong entwickelt und vertrieben. Der kleine Kasten nennt sich „It’s OK“ – ein bisschen Melancholie und Sehnsucht schwingt da irgendwie mit.

Das Projekt kommt gut an, das Finanzierungsziel von rund 11.000 Euro war zügig erreicht und dann auch übertroffen. Den Kassettenspieler soll es in drei Farben geben: „Cloud“ (hellblau), „Sakura“ (hellrosa) und „Evening“ (dunkelblau). Letzterer erinnert optisch am stärksten an den Original-Walkman von Sony.

Unterstützer der Crowdfunding-Kampagne zahlen umgerechnet rund 67 Euro für eines der Geräte. Wie bei allen Kickstarter-Kampagnen besteht auch hier die Gefahr, dass am Ende die Retroträume platzen und der Spieler nie erscheinen. Ninm hat aber immerhin schon eine Kampagne erfolgreich zu Ende gebracht, da ging es um eine Retro-Kamera, die Magny 35.

Die Auslieferung für den Bluetooth-Kassettenspieler ist für Dezember geplant, die Produktion soll einen Monat vorher losgehen. Der Versand erfolgt weltweit von Hong Kong aus.

A1 stellt Paybox teilweise ein: Service nur mehr für Parkscheine nutzbar

Während andere Bezahldienste wie Apple-Pay in Österreich boomen, stellt der Mobilfunker A1 sein Angebot Paybox ein. Künftig ist das Service ausschließlich für Handy-Parken nutzbar. Offiziell wird der Schritt mit „neuen gesetzliche Regelungen für Zahlungsdienste“ begründet. Laut A1 sind 90.000 Kunden betroffen. Dazu kommt, dass Paybox hauptsächlich für Parkscheine genutzt wurde, andere Angebote fanden kaum Kunden.

Gesetzliche Regelungen sorgten in den Jahren 2012 und 2013 dafür, dass das Unternehmen scharenweise Kunden verlor. Zahlreiche Bestandskunden reagierten nämlich nicht auf die Aufforderung, Paybox Unterlagen zur Überprüfung ihrer Daten zu schicken. In Folge mussten viele Kunden gekündigt werden. Zusätzlich verlangte das Unternehmen plötzlich Gebühren für bestimmte Services. Seither führt Paybox ein Schattendasein.

Auch konnte neuen Playern wie Apple-Pay nicht entgegensetzen. Apple-Pay kommt in Österreich seit dem Start im April gut an. Die Bewerbung sorgt dafür, dass auch andere Handy-Bezahlservices stärkere Beachtung finden.

UK: Provider-Organisation hält Mozilla für „Internetschurken“

In einer geradezu obskur erscheinenden Pressemitteilung bezeichnet der Provider-Verband des Vereinigten Königreichs, ISPA UK, den Browser-Hersteller Mozilla als „Internetschurken“. Begründet wird dies mit der geplanten Einführung von DNS-over-HTTPS (DoH) im Firefox – eigentlich einer Sicherheitstechnik für Nutzer. Dies unterlaufe die Sicherheitsstandards für das Internet im Vereinigten Königreich.

Mithilfe des DoH-Protokolls sollen einige langjährige Missstände der bisherigen DNS-Auflösung behoben werden. Dazu gehört insbesondere die Übertragung der Anfragen und Antworten über einen verschlüsselten Kanal. Außerdem läuft DoH über die üblichen HTTP-Ports und lässt sich damit nicht von normalem Web-Traffic unterscheiden, wodurch es auch nicht über eine Portsperre blockiert werden kann.

Aus Sicht des Entwicklers Daniel Stenberg, der für große Teile der DoH-Implementierung im Firefox-Browser zuständig war, sind das klare Vorteile für Endnutzer. Vor allem einige Hoster und Provider kritisieren das Protokoll aber dafür, dass damit die Möglichkeit geschaffen werde, die bisher umgesetzte Filterung von DNS-Anfragen durch Provider zu unterlaufen.

Genau dieses Argument wiederholt nun auch die ISPA UK. In der Pressemitteilung wird Mozilla dafür kritisiert, DoH auf eine Weise einführen zu wollen, die eine „Umgehung der britischen Filterpflichten und der elterlichen Kontrolle“ ermögliche, „wodurch die Internetsicherheitsstandards in Großbritannien untergraben werden“.

Offenbar haben sich die Provider aber weder ausreichend mit DoH noch mit den konkreten Plänen von Mozilla auseinandergesetzt. Diese hat das Unternehmen zuletzt im Frühjahr dieses Jahres erneut ausführlich dargelegt. Demnach plant das Unternehmen, mit vielen Providern und DNS-Anbietern für DoH zusammenzuarbeiten. Bisher testet das Unternehmen seine Implementierung unter anderem mit Cloudflare.

Darüber hinaus arbeitet Mozilla mit weiteren Beteiligten an einer DoH-Erweiterung, die einen Wechsel vom bisherigen System-DNS-Resolver auf dessen DoH-Angebot ermöglicht. Bekommt ein Nutzer also etwa wie bisher üblich von seinem ISP einen Resolver zugewiesen, den das Betriebssystem nutzt, soll der Firefox-Browser diesen Resolver dann einfach per DoH ansprechen und verwenden.

Browser-Version von Outlook bekommt neues Design

Die Webausgabe von Microsofts E-Mail-Client Outlook soll „schneller“ und „moderner“ werden. Diese gerne verwendeten Schlagwörter verwendet der IT-Riese für das Redesign von Outlook.com, das nun nach acht Monaten Entwicklung und Tests mit Nutzern offiziell fertig geworden ist.

Noch im Laufe des Juli soll die frische Oberfläche für alle Nutzer des Browser-Outlook verfügbar werden. Neben erneuerter Optik werden auch einige neue Features Einzug halten.

Die sichtbarste Änderung dürfte wohl der „Dark Mode“ werden. User können auf Wunsch ihre Oberfläche auf ein dunkles Design umstellen, das bessere Kontraste bietet und vor allem am Abend die Augen schonen soll. Microsoft verspricht gar „den besten Dark Mode“ aller Mailprogramme – ob man dies einhalten kann, wird sich zeigen.

Neu hinzu kommen auch Tabs. Statt immer nur eine Mail im gleichen Fenster zu öffnen oder ein neues erscheinen zu lassen, können mehrere Nachrichten jetzt in mehreren Tabs öffnen. Für Ordnung sorgen sollen zudem Kategorien. Sie erlauben es, E-Mails verschiedene Tags zu geben und sie später danach zu sortieren. Zudem lassen sich eingegangene Nachrichten per Snooze-Funktion ausblenden, um sie später wieder oben angezeigt zu bekommen – etwa wenn man sich dann Zeit nehmen möchte, eine wichtige Mail zu beantworten. Beim Verfassen von Nachrichten steht Nutzern nun ein „Expressions“-Menü zur Verfügung. Botschaften lassen sich darüber mit Emojis und animierten GIFs anreichern.

Google schafft Noindex und andere Regeln ab

Ab 1. September gelten neue Regeln für den Suchmaschinen-Einweiser. Google unterstützt dann einige Anweisungen in der Robots.txt nicht mehr. Sie werden angeblich zu selten verwendet.

Nun hat Google nachgelegt und einige Details zum künftigen Handling des REP veröffentlicht. In Zukunft sollen einige bisher angewandte Regeln in der Robots.txt nicht mehr unterstützt werden. Ab 1. September 2019 sollen sie durch den Google-Bot keine Beachtung mehr finden. Betroffen sind die Anweisungen:

  • Noindex
  • Nofollow
  • Crawl-delay

Als Begründung gibt Google an, dass die genannten Anweisungen nur eine sehr geringe Verbreitung besitzen. Lediglich 0,001 Prozent aller Robots.txt-Dateien im Internet verwenden sie. Außerdem habe Google diese Anweisungen nie offiziell dokumentiert.

Änderung für Robots.txt: Google bietet Alternativen

Als Alternativen für die betroffenen Anweisungen nennt Google folgende Vorgehensweisen:

  • Die Noindex-Anweisung in den X-Robots-Tag im HTTP-Header oder die Meta Robots-Tags setzen. Das ist der effektivste Weg, einzelne Websites aus dem Google-Index herauszuhalten, wenn Crawlen generell erlaubt ist.
  • 404- oder 410-Status-Codes setzen: Das gaukelt dem Bot vor, dass die Seiten nicht existieren, also werden sie aus dem Google-Index herausfallen.
  • Passwortschutz nutzen: Inhalte hinter einen Login zu setzen, schützt sie davor, vom Google-Index erfasst zu werden.
  • Disallow in der Robots.txt einsetzen: Suchmaschinen können nur Seiten indexieren, von denen sie wissen. Setzt man den Crawlern ein Stoppschild vor die Nase, wird der Seiteninhalt üblicherweise nicht indexiert. Zwar kann die Suche eine URL selbst auf den Index stellen, bedingt durch Links von anderen Seiten, aber wenn sie keinen durchsuchbaren Inhalt enthält, soll die betreffende Seite künftig deutlich weniger sichtbar in den SERP sein, so Google.
  • In der Google Search Console das Tool Remove URL verwenden: Eine einfache und schnelle Methode, um eine URL temporär aus den Google Suchergebnissen zu entfernen.

Frankreich plant 24-Stunden-Löschfrist gegen Hasspostings im Netz

Die französische Nationalversammlung hat den Weg für weitreichende Vorgaben gegen Hass im Netz geebnet: Die Abgeordneten billigten den ersten Artikel eines Gesetzes, nach dem die Betreiber von Online-Netzwerken wie Facebook und YouTube Aufrufe zum Hass innerhalb von 24 Stunden nach einer Beschwerde löschen müssen. Tun sie dies nicht, drohen Geldbußen von bis zu 1,25 Millionen Euro

Das gesamte Gesetz gegen Hass im Netz, zu dem es 370 Änderungsanträge gibt, soll am kommenden Dienstag verabschiedet werden. Staatspräsident Emmanuel Macron hatte die Vorlage nach einer Serie antisemitischer Vorfälle angekündigt. Der französische Gesetzentwurf nimmt das deutsche Netzwerk-Durchsetzungsgesetz (NetzDG) zum Modell, das seit 2018 in Kraft ist.

EuGH: Sender mit Hassbotschaften dürfen beschränkt werden

EU-Staaten dürfen Sender mit Hassbotschaften ins Bezahlfernsehen verbannen. Der Europäische Gerichtshof in Luxemburg bestätigte eine entsprechende Entscheidung in Litauen gegen einen Sender, der sich auf Russisch an die russische Minderheit in dem Baltenstaat richtet. Der in Großbritannien ansässige Betreiber scheiterte mit seiner Klage dagegen.

Die litauische Fernsehkommission hatte 2016 verfügt, den Kanal NTV Mir Lithuania für zwölf Monate nur noch im Bezahlfernsehen zuzulassen. Hintergrund war eine Sendung, die aus Sicht des Gremiums zu Feindseligkeit und Hass aufgestachelt hatte. Der Sender habe Falschinformationen verbreitet, unter anderem zu einer angeblich neonazistischen Innenpolitik, die angeblich eine Bedrohung der russischen Minderheit darstelle.

Digitalsteuer kommt mit anonymisierter IP-Speicherpflicht

Im Initiativantrag der ÖVP und FPÖ heißt es: „Für Zwecke der Digitalsteuer ist eine Speicherung von allenfalls personenbezogenen Daten nur in anonymisierter Form erforderlich. Eine Übermittlung an die Abgabenbehörde soll nur auf Anforderung und jedenfalls in anonymisierter Form erfolgen.

Der Regierungsentwurf zur vorgeschriebenen Speicherung von IP-Adressen wurde von Datenschützern sowie Juristen stark kritisiert. Im Initiativantrag der ÖVP und FPÖ heißt es: „Für Zwecke der Digitalsteuer ist eine Speicherung von allenfalls personenbezogenen Daten nur in anonymisierter Form erforderlich. Eine Übermittlung an die Abgabenbehörde soll nur auf Anforderung und jedenfalls in anonymisierter Form erfolgen.

Eine weitere Änderung betrifft Vermittlungsplattformen wie Airbnb. Diese sollen zukünftig verpflichtet sein, die Daten ihrer Kunden auf Aufforderung an die Finanz zu melden. Das Digitalsteuerpaket richtet sich gegen Online-Riesen wie Facebook, Google, Amazon und Airbnb. Dieses umfasst eine fünfprozentige Abgabe auf Online-Umsätze, eine Ausdehnung der Einfuhrumsatzsteuer im Onlinehandel sowie eine Haftungsklausel für Online-Vermittlungsplattformen. Es wird mit 200 Millionen Euro an Einnahmen gerechnet, 15 Millionen davon sollen österreichischen Medien zugutekommen.

Tausende Prime-Kunden bekommen Geld von Amazon zurück

Das Unternehmen informiert Kunden derzeit darüber, dass Prime-Kunden einen Teil ihrer bereits bezahlten Gebühr zurückbekommen. Dafür sorgten Konsumentenschützer der Arbeiterkammer (AK), die Amazon aufgrund unzulässiger Geschäftspraktiken und Klauseln erfolgreich geklagt hatten. Konkret ging es unter anderem um eine Preiserhöhung des Premiumdiensts Prime im Februar 2017 von 49 auf 69 Euro, beim Studententarif von 24 auf 34 Euro. Diese war laut Handelsgericht Wien und Oberlandesgericht nicht zulässig. Sie sei rechtswidrig und demnach nicht wirksam.

Für die AK ist dies ein großer Erfolg. In den vergangenen Jahren ist sie immer wieder gegen AGB-Änderungen, etwa bei Mobilfunkern, erfolgreich vor Gericht gezogen. Die vergleichsweise unkomplizierte Lösung mit Amazon kann durchaus als absoluter Meilenstein bezeichnet werden.

Post-Daten: Wiener Arzt bringt Klage ein

In der Datenschutz-Affäre bei der Österreichischen Post hat nun ein Arzt eine Klage gegen das Unternehmen nach der Datenschutzgrundverordnung eingebracht. Der Arzt will wissen, wem die Post seine Daten verkauft hat. Die Post wiederum sieht sich dazu nicht verpflichtet.

„Eine Nennung aller Datenempfänger ist laut DSGVO (Datenschutzgrundverordnung, Anm.) nicht verpflichtend“, hieß es seitens der Post. Der Anwalt des Arztes, Robert Haupt, sieht das anders: „Wenn die Post den Empfänger kennt, muss sie ihn auch nennen.“

Die Post wiederum argumentiert, bekanntgegeben zu haben, welche Kategorien von Empfängern die Daten erhalten haben, nämlich werbetreibende Unternehmen. „Das sind zum Beispiel Versandhandel und stationärer Handel, Finanzdienstleister und Versicherungen, IT- und Telekommunikationsunternehmen oder Energieversorger. Auch Vereine wie Spendenorganisationen, NGO ́s oder Parteien können Daten erhalten. Somit entsprechen die Antworten den Bestimmungen der DSGVO.“

Dem Arzt reicht das nicht, er will die Namen der Post-Kunden, die diese Daten gekauft haben.

Anfang des Jahres wurde bekannt, dass die Post Daten für Werbezwecke an Kunden, darunter Parteien, verkauft hat. Nach heftiger Kritik hat die Post die Datenbank gelöscht, jedoch stets betont, rechtlich korrekt vorgegangen zu sein. Mittlerweile hat die Post bereits 15.000 Personen Auskünfte über die gespeicherten Daten erteilt.

Telekom startet öffentliches 5G-Netz

Die Deutsche Telekom hat drei Wochen nach der Versteigerung der Frequenzen für die fünfte Mobilfunkgeneration ihr 5G-Netz für Kunden geöffnet.

Derzeit betreibt die Telekom in Europa 150 Antennen mit 5G-Technologie im geschlossenen Test. Am Mittwoch startete die Telekom auch den Vertrieb erster 5G-tauglicher Smartphones und 5G-Tarife. Das Samsung Galaxy S10 5G wird für knapp 900 Euro angeboten. Der 5G-Tarif für unbegrenztes Surfen kostet knapp 85 Euro im Monat.

Bei der längsten Auktion von deutschen Mobilfunkfrequenzen hatte die Telekom 13 Blöcke ersteigert und muss dafür 2,17 Milliarden Euro zahlen. Das öffentliche 5G-Netz der Telekom startet nun zunächst in Berlin und Bonn, kündigte Dirk Wössner, VorstandKommunikation in hochpolitischen Zeiten Telekom Deutschland, an.

Danach sollen Darmstadt, Hamburg, Leipzig und München folgen. „Wir werden bis zum Jahresende rund 300 neue Antennen an mehr als 100 Standorten aufstellen.“ Bis Ende 2020 sollen die 20 größten Städte mit 5G angebunden sein. Neue Standorte auf dem Land sollen wenn möglich auch mit 5G aktiviert werden.

Samsung erwartet deutlichen Gewinnrückgang

Der Marktführer bei Speicherchips, Smartphones und Fernsehern geht davon aus, dass sich der Gewinn aus den Kerngeschäften im zweiten Quartal 2019 im Jahresvergleich mehr als halbiert hat. Der operative Gewinn werden um 56 Prozent auf 6,5 Billionen Won (4,9 Milliarden Euro) zurückgehen, teilte das südkoreanische Unternehmen mit.

Beim Umsatz im zweiten Quartal rechnet Samsung mit einem Rückgang um 4,2 Prozent auf 56 Billionen Won. Genaue Geschäftszahlen legt der Konzern wie üblich erst zu einem späteren Zeitpunkt vor.

Bei Smartphones setzt die Konkurrenz aus China den Marktführer immer stärker unter Druck. Samsung setzt seine Hoffnung unter anderem auf die 5G-Version aus seiner Galaxy S10-Reihe. Der Konzern hatte das weltweit erste verfügbare Smartphone mit eingebautem Mobilfunkchip für die neuen Hochgeschwindigkeitsnetze (5G) im April auf den Markt gebracht.

Russische Suchmaschine Yandex von westlichen Geheimdiensten gehackt

Die russische Suchmaschine Yandex ist nach Angaben Ende 2018 im Auftrag westlicher Geheimdienste gehackt worden. Vier mit dem Vorgang vertraute Personen sagten mit dem Spionage-Programm Regin sollten die Daten der Nutzer der auch als „russisches Google“ bekannten Plattform ausgespäht werden.

Vom Programm Regin ist bekannt, dass es von den Geheimdiensten der USA, Großbritanniens, Australiens, Neu Seelands und Kanadas eingesetzt wird. Keiner der fünf Geheimdienste wollte Stellung zu dem Vorfall nehmen. Der Whistleblower Edward Snowden hatte öffentlich gemacht, dass Regin auch vom US-Geheimdienst NSA benutzt wurde.

Yandex bietet neben der Suchfunktion auch Email-Dienste oder Taxi-Rufe an. Das Internet-Unternehmen hat nach eigenen Angaben in Russland über 108 Millionen Nutzer pro Monat.

Loon errichtet erstes kommerzielles Netz

Googles Ballon-Internetprojekt Loon bereitet sich auf den ersten kommerziellen Test vor. Wie das Unternehmen erklärte, findet der Test mit Telkom Kenia, dem drittgrößten Netzbetreiber des Landes, statt. Ziel ist es, Bergdorfbewohnern 4G-Dienste zu ermöglichen.

Die kenianische Luftfahrtbehörde gab bekannt, dass die endgültige Genehmigung in diesem Monat unterzeichnet wird.

Mit Ballons, die in der Stratosphäre fliegen, will Google seit dem Jahr 2001 einen breitbandigen Internetzugang über LTE-Mobilfunk in Gegenden schaffen, die sonst nicht versorgt werden. Dabei werden heliumgefüllte Ballons mit einem Technikpaket und Solarzellen an Bord in großer Höhe (18 bis 25 km) platziert. Die Ballons des Project Loon werden vom Boden aus beeinflusst und können so durch die Ausnutzung der Windrichtung in der jeweiligen Höhe in bestimmte Richtungen dirigiert werden. Die Windgeschwindigkeiten sind in der Stratosphäre recht gering: Bei 8 bis 32 Kilometern pro Stunde sollen die Ballons sehr lange in der Luft bleiben.