EU-Kommission will neuen Anlauf bei Regulierung von Messengerdiensten

Die EU möchte neuen Schwung in die Regulierung von Messengerdiensten wie WhatsApp bringen. „Wir werden voraussichtlich einen neuen Vorschlag auf den Tisch legen müssen“, sagte der neue Industriekommissar Thierry Breton bei einem Treffen der Telekommunikationsminister am Dienstag in Brüssel. Das Gesetzgebungsverfahren für die sogenannte ePrivacy-Verordnung steckt seit drei Jahren fest.

Die EU-Kommission hatte 2017 eine Reform der seit 2002 geltenden Regeln angestoßen. Die bisher geltenden Vorschriften greifen lediglich bei traditionellen Telekommunikationsanbietern, nicht jedoch bei digitalen Angeboten wie WhatsApp, Telegram oder dem Facebook-Messenger. Die neue Verordnung soll die im Mai 2018 in Kraft getretene Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) ergänzen, die Mitgliedstaaten konnten sich aber bisher nicht einigen.

Die Meinungen der 28 Regierungen gehen bei verschiedenen Themen wie dem Umgang mit Kinderpornografie im Internet und der Handhabung sogenannter Cookies, die Werbetreibende zur Nutzerverfolgung verwenden, teils weit auseinander. Das EU-Parlament hatte seinerseits bereits 2017 seinen Standpunkt zum Vorschlag der Kommission festgelegt.

„Schlechte Nachrichten. Der ePrivacy-Vorschlag hätte schon vor langer Zeit verabschiedet werden sollen“, reagierte der europäische Verbraucherverband BEUC auf die Ankündigung von Industriekommissar Breton. Das EU-Parlament habe einen guten Job gemacht, aber solange die Mitgliedstaaten sich nicht einigen könnten, würden für Verbraucher im Internet veraltete Regeln gelten.

US-Behörde untersucht Amazons Cloud-Geschäft

Die US-amerikanische Kartellbehörde hat einem Medienbericht zufolge den Internetriesen Amazon ins Visier genommen. Demnach wird untersucht, ob der Konzern im Cloud-Geschäft wettbewerbswidrig arbeitet.

Die Behörden hätten Softwareunternehmen nach Praktiken rund um die Amazon-Cloud-Einheit Amazon Web Services befragt. Im Cloud-Computing, einem der am schnellsten wachsenden Bereiche der Technologiebranche, mieten Unternehmen Server von Amazon, anstatt ihre eigenen Rechenzentren zu betreiben.

Twitter verwaltet künftig Nicht-EU-Konten in den USA

Twitter hat ein Daten-Center eingerichtet, in dem Nutzer einen leichteren Überblick über die Verwendung ihrer Daten bekommen sollen. Mit der Einführung des Privacy-Centers einher geht auch eine Veränderung der Geschäftsbedingungen. Die tatsächlich größere Neuerung ist der Wechsel der Zuständigkeit für Konten von Nutzern, die nicht in der EU leben. Bisher war die Twitter International Company mit Sitz in Irland für sie zuständig, nun verwaltet die Twitter Inc. in San Francisco diese Konten. Obwohl Kalifornien ein recht strenges Datenschutzgesetz (California Consumer Privacy Act) nach europäischem Vorbild hat, lässt die europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) weniger Spielraum zu.

Man wolle mehr Flexibilität haben, um den Dienst zu verbessern, heißt es in einer Zusammenfassung der Änderungen von Twitter. Die DSGVO sei zwar noch neu, erste Interpretationen ließen aber erahnen, dass es wenig Flexibilität gäbe. „Mit dem Umzug mancher Twitter-Konten unter das Dach von Twitter Inc. haben wir größere Freiheiten, neue Funktionen und Einstellungen zu testen, die Menschen eine ihren Erwartungen und Bedürfnisse entsprechende Kontrolle geben.“ Als Beispiel nennt Twitter Tests, ob Menschen zusätzliche Opt-In- oder Opt-Out-Präferenzen hätten.

Uber startet Limousinen-Service in Deutschland

Der Fahrdienstvermittler Uber erweitert sein Angebot in Deutschland mit einem neuen Premium-Dienst. Ab sofort können Nutzer zunächst in Berlin über den neuen Service „Uber Premium“ Fahrten in Limousinen der gehobenen Mittel- und Oberklasse bestellen.

Zu den verfügbaren Modellen der Flotte gehören etwa die Mercedes E-Klasse, Jaguar I-Pace oder Audi A6, teilte der Betreiber der Mobilitätsplattform am Donnerstag mit. Der Preis liege etwa 60 Prozent über denen der Angebote „UberX“ und „UberGreen“.

Bereits vor der Fahrt könnten Kunden Präferenzen an den Fahrer übermitteln, etwa welche Raumtemperatur im Fahrzeug sie bevorzugen oder ob sie Interesse an Unterhaltung haben. Wie bei den anderen Mobilitätsangeboten kommen professionelle Fahrer eines lizenzierten Mietwagenunternehmens zum Einsatz.

In Deutschland sowie in Österreich steht Uber seit langem im Clinch mit der Taxi-Branche. Laut einer einstweiligen Verfügung des Landgerichts Köln aus dem Juli darf die Firma ihr traditionelles Angebot „Uber X“ eigentlich nicht mehr zur Mietwagenvermittlung in Deutschland über die App offerieren – wegen monierter Verstöße gegen das Personenbeförderungsgesetz. Das Verbot gilt allerdings erst ab der Zustellung der Entscheidung an Uber in Amsterdam, die bislang noch nicht erfolgte.

Ericsson: Kapazitäten für Aufbau europäischer 5G-Netze vorhanden

Der schwedische Mobilfunkausrüster Ericsson sieht sich in der Lage, Europa mit genügend 5G-Funkeinheiten zu versorgen, um die Netze für die fünfte Mobilfunkgeneration aufzubauen. Das sagte Ericsson-Manager Fredrik Jejdling.

Jejdling trat damit Befürchtungen entgegen, Ericsson verfüge nicht über genügend Kapazitäten, alle europäischen Mobilfunknetzbetreiber mit 5G zu beliefern, wenn chinesische Anbieter wegen Sicherheitsbedenken in Europa ausgeschlossen werden sollten.

In den westlichen Ländern wird auch vor dem Hintergrund des Handelskriegs der USA gegen China kontrovers diskutiert, ob insbesondere der chinesische Konzern Huawei beim Aufbau des 5G-Netzes nicht von vornherein ausgeschlossen werden sollte. Vertreter der USA, aber auch etliche Politiker in Deutschland und in anderen westlichen Ländern sehen die Gefahr, dass Huawei aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen in seinem Heimatland gezwungen sein könnte, Informationen und Daten, die eigentlich geschützt werden sollen, dem Heimatland zur Verfügung zu stellen. Huawei weist diese Bedenken als unbegründet zurück. In Österreich hat die Regulierungsbehörde RTR keine Sicherheitsbedenken.

China ist beim Aufbau seines eigene 5G-Netzes deutlich weiter als Europa. Wie Staatsmedien berichteten, hat Anfang November der 5G-Betrieb in 50 Städten zumindest teilweise begonnen. In den chinesischen 5G-Netzen wird aber auch Ausrüstung von Ericsson eingesetzt. China ist für den schwedischen Konzern nach den USA der zweitgrößte 5G-Absatzmarkt.

Der Lateinamerika- und Europachef von Ericsson, Arun Bansal, wies in einem Beitrag auf LinkedIn diese Argumentation zurück. „Wir sind führend bei 5G“, erklärte er und verwies dabei auf eine Studie der Anwaltskanzlei Bird & Bird zur Qualität der 5G-Patente. Um die Kapazität auszubauen, habe Ericsson ein neues Werk in Estland gebaut, das kurz vor der Eröffnung stehe.

Ruag verkauft britischen Cybersicherheitsspezialisten Clearswift

Der Schweizer Industrie- und Rüstungskonzern Ruag verkauft den britischen Cybersecurity-Spezialisten Clearswift an das US-Unternehmen HelpSystems. Damit tätigt die Ruag im Rahmen der im Frühjahr angekündigten und vom Schweizer Bundesrat (Schweizer Regierung, Anm.) genehmigten Entflechtung des Unternehmens einen weiteren Schritt.

150 Mitarbeiter

HelpSystems werde alle Clearswift-Anteile kaufen und somit Alleineigentümer der mit rund 150 Mitarbeitern auf Informationssicherheit spezialisierten Firma, teilte die Ruag am Montag mit. Zum Preis haben die Parteien Stillschweigen vereinbart.

Mit dem Verkauf ziehe sich die Tochter Ruag International vollständig aus dem Cybersicherheits-Geschäft zurück, hieß es weiter. Die Schweizer Aktivitäten in diesem Bereich hatte Ruag bereits in der Vergangenheit neu strukturiert oder an die neue Einheit Ruag MRO Schweiz übertragen.

Internetnutzung in Deutschland produziert so viel CO2 wie der Flugverkehr

Laut einem ZDF-Bericht sorgt etwa die Versendung von E-Mails für einen enormen Stromverbrauch. Die Internetnutzung in Deutschland würde jedes Jahr so viel CO2 produzieren wie der gesamte Flugverkehr.

Der Bericht stützt sich auf eine Studie von Experten des Berliner Borderstep Institut für Innovation und Nachhaltigkeit. „Wir schreiben in Deutschland rund eine Milliarde E-Mails pro Tag. Dabei fallen 1.000 Tonnen Kohlenstoffdioxid an, ein Gramm pro E-Mail. Eine Stunde Video-Streaming produziert so viel CO2 wie ein Kilometer Autofahren“, so der an dem Institut tätige Energieforscher Ralph Hintemann. Das schädliche Klimagas würde auch bei Nutzung der Google-Suchmaschine entstehen: Jede Anfrage würde etwa 0,2 Gramm CO2 produzieren. Jeden Tag werde 3,45 Milliarden Mal gegoogelt, somit komme täglich eine große Menge an CO2 zusammen.

Die Nutzung digitaler Lösungen wie E-Paper und E-Mail als Alternative zu Zeitung und Brief schone zwar Papier. Die Digitalisierung sei aber nicht umweltschonender. Daten wie Nachrichten, Fotos und Videos würden in einer Cloud gespeichert. Weltweit seien Milliarden permanent laufender Server in großen Rechenzentren in Betrieb. Die Server müssen wegen der Wärmeentwicklung nicht nur gekühlt werden, sie verbrauchen auch viel Strom. Rund um den Globus würden IT-Geräte und Anwendungen 800 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr produzieren. Das sei in etwa so viel die die gesamten Treibhausgas-Emissionen in Deutschland. Die Rechenzentren in der Bundesrepublik brauchen laut den Experten des Borderstep-Instituts 14 Milliarden Kilowattstunden. Das sei ein um 40 Prozent höherer Energieverbrauch als noch 2010.

„Bald“ Apple-Pay auch bei Bank Austria, Raiffeisen und Volksbanken

„Bald“ heißt es seitens der Bank Austria, der Raiffeisen und den Volksbanken, wenn man nach dem Start von Apple-Pay nachfragt. Wann die Geldinstitute das Service anbieten können, entscheidet nämlich Apple. Allerdings soll der Start nun unmittelbar vor der Tür stehen, wie aus dem Umfeld der Banken zu erfahren ist.

Seit dem Start im April bieten sieben Institute die Möglichkeit an, mit dem iPhone oder der Apple-Watch zu bezahlen. Vom Start weg ein österreichischer Kooperationspartner war die Erste Bank mit den Sparkassen und N26. Um Apple-Pay nutzen zu können, muss eine Kreditkarte oder Bankomatkarte einer Bank auf dem Smartphone „hinterlegt“ werden. Voraussetzung sind Kassen bzw. Terminals in Geschäften, Restaurants, Taxis oder an Verkaufsautomaten, die für kontaktloses Bezahlen eingerichtet sind, sowie Apple-Geräte (Handy, Smartwatch, Tablet) die für biometrische Erkennungsverfahren ausgestattet sind. Die Zahlung selbst – mit einem einmaligen und spezifischen Sicherheitscode autorisiert – wird mittels Gesichtserkennung bzw. Fingerprint bestätigt und abgeschlossen.

Whatsapp bekommt bald selbstzerstörende Nachrichten

Whatsapp bekommt eine Selbstzerstörungsfunktion, das testet das Unternehmen aktuell. In der Betaversion ist sie bereits im Einsatz – und laut des bekannten Whatsapp-Blogs WABetaInfo (via Yahoo News) dürfte der Start nicht allzu weit entfernt sein. Erwartet wurde das Feature nämlich bereits in der aktuellsten Version des Messengers.

Die Funktion erlaubt Usern, einen bestimmten, aus mehreren Optionen gewählten Timer einzustellen– anders als bei Telegram und Signal ist dieser allerdings etwas höher angesetzt. So beginnt das Limit bei einer Stunde – aktiviert man dieses, verschwinden Nachrichten nach Ablauf dieser Zeit. Das Maximum ist vergleichsweise hoch angesetzt und liegt in der aktuellen Betaversion bei einem Jahr.

Europol nimmt 30.000 Domains offline

In einer koordinierten Aktion mit Behörden aus 18 EU-Mitgliedstaaten, einem Bereich der US-Zollbehörde sowie Europol haben die Behörden eigenen Angaben zufolge mehr als 30.000 Domainnamen beschlagnahmt. Über diese Domains wurde laut Angaben der Polizeibehörden eine Vielzahl verschiedener Verstöße gegen Immaterialgüterrechte wie Urheberrecht oder Markenrecht begangen.

Laut der Pressemitteilung von Europol handelt es sich dabei in den meisten Fällen konkret um den Vertrieb von nachgemachten Produkten wie etwa „pharmazeutische Produkte, Schwarzkopien von Filmen, das illegale TV-Videostreaming, Musik, Software, Elektronik oder andere gefälschte Produkte“.

Im Zuge der Maßnahmen haben die Behörden drei Verdächtige festgenommen und Vermögen beschlagnahmt. Dazu gehören 26.000 Luxusprodukte, Hardware, ungefähr 150.000 Euro auf verschiedenen Konten sowie mehr als 350 Liter alkoholischer Getränke.

37.920 Prozessorkerne: Leistungsfähigster Computer Österreichs nahm offiziell Betrieb auf

Österreichs leistungsfähigster Computer hat offiziell seinen Betrieb aufgenommen. Der „Vienna Scientific Cluster 4“ (VSC-4) ist mit einer Rechenleistung von 2,7 Petaflops viermal so leistungsstark wie das Vorgängermodell VSC-3. Der acht Millionen Euro teure Supercomputer ist ein Gemeinschaftsprojekt von fünf Universitäten und steht für wissenschaftliche Berechnungen zur Verfügung.

37.920 Prozessorkerne

Der neue Supercomputer verfügt über 790 Knoten zu je zwei Prozessoren mit je 24 Kernen – also insgesamt 37.920 Prozessorkerne. Die Komponenten kommen von Lenovo, die Prozessoren von Intel. Je Prozessor stehen sechs Memorymodule mit jeweils acht Gigabyte zur Verfügung, pro Knoten also 96 GB RAM, einzelne Knoten haben aber auch bis zu 768 GB RAM. Mit den übertakteten Prozessoren verbraucht der Rechner üblicherweise 460 Kilowatt, bei Spitzenlast bis zu 600 Kilowatt und muss mit Wasser gekühlt werden. Dazu werden rund zehn Liter Reinwasser pro Sekunde durch Kupferleitungen rund um die Prozessoren und Speichermodule gepumpt.

Breitbandmilliarde: Ministerium schreibt weitere 60 Millionen Euro aus

Das Infrastrukturministerium (BMVIT) hat die nächste Ausschreibung mit Mitteln der Breitbandmilliarde 2020 gestartet. Diesmal geht es um 60,5 Millionen Euro. Im August waren bereits rund 820 Millionen Euro aus der Breitbandmilliarde vergeben bzw. in Vergabe. Das Förderprogramm soll aber weitergehen.

In der aktuellen Ausschreibung stehen 42,3 Millionen Euro für die Erweiterung der Glasfasernetze (Access) zu Verfügung. 6,1 Millionen Euro sollen in die Anbindung von Mobilfunkmasten und regionalen Netzen an das Glasfasernetz fließen („Backhaul“). 12,1 Millionen Euro sind für die Verlegung von Leerverrohrungen geplant.

Digitalsteuer: USA überlegen Strafmaßnahmen gegen Frankreich

Die US-Regierung will mögliche Strafmaßnahmen gegen Frankreich wegen der Digitalsteuer für Internetkonzerne verkünden. Das Büro des US-Handelsbeauftragten Robert Lighthizer kündigte einen Bericht zu seiner Untersuchung zu der Steuer an. Lighthizer werde dann auch Maßnahmen vorschlagen, die sich aus der Untersuchung ergeben hätten.

Das französische Parlament hatte die sogenannte Gafa-Steuer – benannt nach den Anfangsbuchstaben der Internetriesen Google, Amazon, Facebook und Apple – im Sommer verabschiedet. Der in Frankreich erzielte Umsatz großer Internetunternehmen, die in Europa kaum Steuern auf ihre Gewinne zahlen, wird mit drei Prozent besteuert.

„Unverständlich“

Der französische Wirtschaftsminister Bruno Le Maire sagte der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch, es wäre „unverständlich“, wenn die USA Handelssanktionen gegen Frankreich verhängen würden. Er betonte, ein internationales Abkommen für eine solche Digitalsteuer sei „in Reichweite“. Le Maire verwies auf die laufenden Verhandlungen bei der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), der auch die USA angehören.

Die Gafa-Steuer ist nur als Übergangslösung gedacht, bis es eine internationale Einigung für eine Besteuerung von Online-Unternehmen gibt. Die USA haben aber höchst verärgert auf die Steuer reagiert, die auch, aber nicht nur US-Unternehmen betrifft. Präsident Donald Trump hat die Steuer in der Vergangenheit als „unfair“ bezeichnet und Frankreich mit Strafzöllen auf Wein gedroht.

Deutsche Telekom lotet Fusion mit Orange aus

Die Deutsche Telekom lotet eine Fusion mit dem französischen Netzbetreiber Orange aus. Der Konzern gehe diese Möglichkeit in einem Planspiel durch.

An der Deutschen Telekom ist die Bundesregierung beteiligt, der französische Staat an Orange. Die Aktien beider Unternehmen verbuchten am Mittwoch Kursgewinne. Von der Deutschen Telekom war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Panasonic trennt sich von Halbleiter-Sparte

Der japanische Elektronikkonzern Panasonic trennt sich im Zuge seiner Restrukturierungen von seiner verlustbringenden Halbleiter-Sparte. Sie soll für 250 Millionen Dollar (227,09 Mio. Euro) an die Nuvoton Technology aus Taiwan gehen.

Panasonic hat bereits einen Großteil seines Chipgeschäfts veräußert, da der Konzern im Vergleich zu den koreanischen und taiwanischen Wettbewerbern Marktanteile verloren hat. Der Verkauf ist Teil von Panasonics Plan, bis März 2022 die Kosten um 920 Millionen Dollar zu reduzieren.

KommAustria genehmigt Testbetrieb für 5G-Antennenfernsehen

Die Medienbehörde KommAustria genehmigt einen Pilotversuch für digitalen Rundfunk auf Basis des Mobilfunk-Übertragungsstandards 5G. Neben Fernsehen sollen auch Radioprogramme als echtes Rundfunkangebot, also als „one-to-many“-Signal, aber eben unter Verwendung von 5G ausgestrahlt werden.

Durchgeführt wird der Testbetrieb über die Wiener Großsendeanlagen am Kahlenberg und in Liesing. Dafür stellt die Behörde befristet bis zum 30. Juni 2020 einen Kanal im 700-MHz-Band zur Verfügung.

Im Frühjahr wird dann auch dieses Frequenzband für den Auf- und Ausbau von 5G-Mobilfunk versteigert. Der Bescheid der KommAustria sieht auch vor, dass sich Programmveranstalter mit ihren Programmen an dem Testbetrieb der ORS beteiligen können. Mehr zu Einzelheiten und Auflagen finden Sie hier.

Hintergrund zur 5G-Technologie

5G wird nicht ausschließlich eine Mobilfunk-Technologie sein, sondern kann in Kombination mit einer eigens für Mobilfunkstandards entwickelten Technik auch als Träger für Rundfunksignale zum Einsatz kommen. Die derzeit für Testzwecke dafür verfügbare Zusatz-Technik eines Broadcast Modes wird als „further evolved Multimedia Broadcast Multicast Service“ (feMBMS) bezeichnet.

Schwere Sicherheitslücken im RCS-Handynetz

Zwei Sicherheitsforscher haben Schwachstellen im Mobilfunknetz entdeckt, durch die potenziell Millionen von Handynutzern weltweit angreifbar sind. Die Sicherheitslücken ermöglichen es Hackern, Nachrichten mitzulesen, Telefonate abzuhören, den Aufenthaltsort von Zielpersonen zu überwachen oder im Namen eines Opfers Daten zu verschicken. Entdeckt haben die Schwachstellen Luca Melette und Sina Yazdanmehr vom Berliner IT-Sicherheits-Unternehmen SR Labs. Die Schwachstellen betreffen den relativ neuen, bei Kunden kaum bekannten Mobilfunkstandard Rich Communication Service (RCS). Dieser Standard wird mittlerweile vor allem von Google vorangetrieben und soll den SMS-Standard ersetzen und Konkurrenten wie WhatsApp oder iMessage von Apple angreifen.

Anfällig sind Kunden, wenn ihr Handynetz RCS anbietet, wie dies in Deutschland Vodafone und die Deutsche Telekom tun – und wenn sie ein RCS-kompatibles Telefon haben. Dazu zählen nahezu alle in den vergangenen vier Jahren entwickelten Smartphone-Modelle. „Selbst wer noch nie von dem Standard gehört hat, kann gehackt werden“, sagt Karsten Nohl, Leiter von SR Labs. Zwar sind die deutschen Netze vor dem Mitlesen von Nachrichten recht gut mit Passwörtern geschützt. Das Tracken eines groben Aufenthaltsorts ist allerdings ohne Passwort möglich. Zudem verwendet mindestens einer der weltweit rund 80 Mobilfunkanbieter, die RCS anbieten, zu kurze Passwörter.

Der für Kunden wohl gefährlichste Angriff auf das RCS-Netz ermöglicht es Hackern, die Kurznachrichten ihrer Opfer mitzulesen. Besonders einfach ist dies möglich, wenn ein Opfer sich mit einem falschen, kostenlosen Hotspot verbindet. Um eine solche Falle aufzustellen, brauchen Hacker wenig mehr als einen Laptop. Fake-Hotspots könnten kriminelle Hacker beispielsweise am Flughafen neben einer Airline-Lounge betreiben, um potenziell lukrative Opfer zu finden.

Sobald die Zielperson in dem falschen Wlan eine Website aufruft, leiten die Hacker die Anfrage auf eine von ihnen kontrollierte Webpage. Das Opfer kann sich dagegen nicht wehren. Auf seinem Gerät sieht das Opfer die Website, die es tatsächlich aufgerufen hat, nur die Adresszeile verrät die Manipulation. Doch für die Opfer ist es schon zu spät. Die Angreifer haben einen Schadcode verschickt, der dafür sorgt, dass sie jetzt im Besitz der Konfigurationsdatei des RCS-Netzes sind. Diese ist klein, aber der entscheidende Schlüssel zur Kommunikation des Opfers.

Mit den abgefangenen Daten erreichen die Hacker, dass alle Textnachrichten ab sofort auf ihrem Laptop oder Handy landen – auch nachdem das Opfer den falschen Hotspot verlassen hat. Der Angriff funktioniert auch aus der Ferne, wenn das Opfer eine harmlos aussehende, aber schädliche App herunterlädt. Studien zeigen, dass viele Nutzer auf solche Angriffe reinfallen.

Mit den abgefangenen Textnachrichten können die Hacker die Konten für E-Mail-Accounts übernehmen, in dem sie sich neue Passwörter auf ihr Handy schicken lassen oder die für Banküberweisungen wichtigen TAN-Codes abfangen. Besonders fatal: Ob die Opfer die Nachrichten zu sehen bekommen oder nicht, können die Hacker pro Nachricht selbst entscheiden. So können sie verhindern, dass ihr Angriff bemerkt wird.

Die Konfigurationsdatei ist zwar durch ein sogenanntes One-Time-Passwort (OTP) geschützt, doch dieses können Hacker in manchen Fällen problemlos überwinden. In einem Mobilfunknetz stießen Melette und Yazdanmehr auf einen Anbieter, der einen sechs Ziffern langen Code als Passwort verlangte, aber unendlich viele Eingabeversuche erlaubte. Das Passwort konnten die Sicherheitsforscher so in wenigen Minuten von einem Programm knacken lassen. Diese Konfiguration fanden sie bei einem größeren europäischen Telefonanbieter. Welcher betroffen ist, wollen sie nicht verraten, um kriminellen Hackern keinen Hinweis auf Ziele zu geben. Vodafone und die Deutsche Telekom verlangen jedoch laut ihren Tests ein verhältnismäßig sicheres OTP, das den Angriff auf Textnachrichten extrem erschwert.

Tele Columbus: Kundenzahlen und Umsatz schrumpfen

Zahl der Internet-Abonnements steigt auf 579.000

Die Dienste von Tele Columbus werden über die Marke PŸUR vermarktet. Nach Unternehmensangaben zählte der Kabelnetzbetreiber am 30. September 579.000 Internet-Abonnements von Privat- und Geschäftskunden. Das sind 8.000 mehr gegenüber dem Vorjahr, 2.000 davon konnte Tele Columbus im dritten Quartal hinzugewinnen.

Die Zahl der Abonnements für Telefonie über das Kabelnetz des Anbieters lag Ende September 2019 dagegen nur noch bei 429.000. Das sind 19.000 weniger im Vergleich zum Vorjahr. Im Zeitraum von Anfang Juli bis Ende September verzeichnete der Kabelnetzbetreiber hier einen Rückgang um 2.000 Telefonie-Abos.
Geschäft mit Kabelfernsehen weiter im Sinkflug

Auch die Entwicklung der Kabel-TV-Sparte verlief für Tele Columbus nicht erfreulich. Die Zahl der Abonnements für Kabelfernsehen schrumpfte gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahrs um 44.000 auf 2,234 Millionen. Alleine im dritten Quartal verlor Tele Columbus 24.000 Kabel-TV-Abonnements. Auch mit Premium TV konnten die Berliner weniger Kunden begeistern. Gegenüber dem Vorjahr weist das Unternehmen noch 545.000 Abos für Premium TV aus, das sind 8.000 weniger als noch ein Jahr zuvor.

Amazon droht EuGH-Urteil wegen Markenrechtsverletzungen

Der US-Konzern Amazon könnte künftig verstärkt für Markenrechtsverletzungen von Partnern zur Verantwortung gezogen werden. Ein Generalanwalt des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) vertrat in einem Gutachten die Auffassung, dass ein Unternehmen nach EU-Recht nicht von der Haftung befreit ist, wenn es aktiv am Vertrieb von Waren beteiligt ist.

Dies sei zum Beispiel bei Waren der Fall, die von Amazon im Rahmen des Programmes „Versand durch Amazon“ ausgeliefert werden.

Dieses Programm ermöglicht es Verkäufern, ihre Produkte in Amazon-Logistikzentren zu lagern. Die Waren werden nach einer Bestellung dann auch durch Amazon verpackt und versendet.

Hintergrund des Gutachtens ist ein Rechtsstreit in Deutschland. In diesem hat das Unternehmen Coty Germany verschiedene Unternehmen des Amazon-Konzerns auf Unterlassung und Schadenersatz verklagt, weil es über einen Testkäufer festgestellt hatte, dass von Dritten über die Website amazon.de ohne Genehmigung das Parfüm „Davidoff Hot Water“ verkauft wird. Eine Erlaubnis wäre aber eigentlich notwendig, da Coty Germany eine Lizenz an der für Parfüm eingetragenen Marke „Davidoff“ hält.

Twitter will nicht aktive Accounts wieder freigeben

Twitter wird Accounts, die über einen längeren Zeitraum nicht aktiv waren, demnächst löschen und wieder freigeben. Es ist die erste breit angelegte Aktion dieser Art seit der Gründung des Dienstes 2006.

Das bedeutet aber nicht, dass man schon bald auf die Jagd nach freigewordenen Account-Namen gehen kann. Die Löschung der Profile werde einige Zeit in Anspruch nehmen, sagte ein Twitter-Sprecher dem Technologieblog The Verge. Unklar ist, was mit Profilen gestorbener Nutzer passiert. Twitter hat keine Funktion, um Accounts von Gestorbenen in einen Gedenkzustand zu versetzen, wie das etwa bei Facebook der Fall ist. Man denke aber über eine Lösung dafür nach, sagte der Sprecher.

Die Bereinigung könnte auch Versuche erschweren, die öffentliche Meinung mit Hilfe gefälschter Profile zu manipulieren. Eine Vorgehensweise der von Russland aus gesteuerten Kampagnen im Zuge der US-Präsidentenwahl 2016 war nach Angaben von IT-Sicherheitsexperten, große Mengen vor Jahren eingerichteter Accounts zu reaktivieren.

London entzieht Uber die Lizenz

Die Londoner Transportbehörde TfL entzog Uber die Fahrlizenz. Diese Entscheidung ist weit schlimmer als der Verlust an Börsenwert, denn London gilt als Prestigeregion.

Dort sind 45.000 Fahrer für Uber im Einsatz, 3,5 Millionen Nutzer haben die App geladen. Es ist die größte Uber-Region in Europa. Schmerzhaft ist auch die Begründung: Die Behörde macht Sicherheitsbedenken geltend. Uber habe 14.000 Fahrten mit nicht lizenzierten Fahrern zugelassen.

Londoner Taxi-Chauffeure dürften zufrieden sein mit der Entscheidung der Verkehrsbehörde. „Was ich von Uber halte?“, fragt der Fahrer eines der schwarzen Taxis, die vor dem Bahnhof St. Pancras auf Kunden warten. „Die sind schrecklich“, sagt er. „Es sind viel zu viele, sie können nicht fahren und verstopfen nur die Straßen.“

Es gibt wohl kaum einen „Cabbie“, wie die Fahrer der „Black Cabs“ in London genannt werden, der Uber gut findet. Kein Wunder: Gerade junge Londoner bestellen sich lieber per App ein Uber, das einen durch die Stadt fährt als eines der traditionellen Taxis heranzuwinken – schließlich sind die Preise sehr viel günstiger.

Doch Uber wird die Lizenzverlängerung in der britischen Hauptstadt nicht wegen überfüllter Straßen verweigert. Die Behörde hat Sicherheitsbedenken: Uber habe 14.000 Fahrten mit nicht versicherten Fahrern zugelassen, teilte TfL mit. Die Sicherheit der Fahrgäste sei gefährdet. Fahrer, die bereits von der App verbannt worden waren, hätten sich mit einem neuen Konto wieder registrieren und weiter arbeiten können.

Unter anderem führte TfL das Beispiel eines Uber-Fahrers an, der seinen Personenbeförderungsschein verlor, nachdem er anstößige Fotos von Kindern verbreitet hatte. Es sei inakzeptabel, dass Uber Fahrer auf die Straße lasse, die nicht lizensiert und nicht versichert seien, sagte Helen Chapman, Regulierungschefin bei TfL.

Der Verband der Black Cabs in London begrüßte erwartungsgemäß die Entscheidung. Die Londoner Fahrgäste seien nun sicherer, jubelte Verbandschef Steve McNamara. „Ubers Geschäftsmodell ist unregulierbar.“ Der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan (Labour), dem die TfL über einen Ausschuss unterstellt ist, sagte, er wisse, dass viele Uber-Nutzer mit dieser Entscheidung unzufrieden seien.

„Aber ihre Sicherheit ist das wichtigste Anliegen.“ Uber hat 21 Tage Zeit, gegen die Entscheidung Berufung einzulegen, und kann so lange den Betrieb aufrecht erhalten. Der Lieferdienst Uber Eats ist von der Entscheidung nicht betroffen. Auch der Betrieb in anderen britischen Städten wie Birmingham, Edinburgh und Belfast kann weitergehen.

Die Entscheidung der britischen Hauptstadt wird in Deutschland aufmerksam registriert. „Das Londoner Urteil setzt erstmalig einen Fokus auf das Thema Verkehrssicherheit. Das Bundesverkehrsministerium sollte es sich deswegen genau anschauen“, sagte Stefan Gelbhaar, Obmann der Grünen-Bundestagsfraktion im Verkehrsausschuss, dem Handelsblatt.

Uber bietet seine Dienste inzwischen nur noch als Mitwagen-Vermittler an. Die unterliegen besonderen Regeln des Personenbeförderungsgesetzes. Das wird gerade überarbeitet. Und die zentralen Fragen lauten, wie neue digital gesteuerte Mobilitätsdienste in das Regelwerk eingebaut und zugleich Sozialstandards für die Fahrer gesichert werden können.

Denn einer der wichtigsten Kritikpunkte des Taxengewerbes lautet, Uber betreibe Preisdumping, um das Geschäft mit Fahrvermittlungsdiensten an sich zu reißen. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) ist es bislang nicht gelungen, die geplante Reform des Personenbeförderungsgesetzes entscheidend voranzubringen.

Proteste gegen Verkauf der .org-Registry an Investor

Weltweit setzen Schulen, Open-Source-Initiativen, Umweltschutzgruppen und ähnliche Organisationen für ihre Internetauftritte auf die .org-Top-Level-Domain. Die Abkürzung „org“ – kurz für Organisation – hat sich mittlerweile als digitales Erkennungszeichen für gemeinnützige Verbände und Vereinigungen durchgesetzt.

Derzeit jedoch ist die Szene verunsichert. Denn vor kurzem wurde bekannt, dass die sogenannte Public Interest Registry (PIR) an die Investmentgesellschaft Ethos Capital verkauft wird. Die PIR ist die Registrierungsstelle für .org-Domains und damit für deren Verwaltung zuständig.

Organisationen wie Wikimedia, Creative Commons und die Electronic Frontier Foundation (EFF) warnen nach der Verkaufsankündigung vor negativen Konsequenzen. Sie protestieren mit einem offenen Brief gegen die Übernahme der PIR durch Ethos Capital.

„Nicht-staatliche Organisationen weltweit sind auf die .org-Top-Level-Domain angewiesen“, heißt es in dem offenen Brief der Kampagne „Save.org“ an den bisherigen Besitzer der PIR, den nicht-gewinnorientierten Dachverband Internet Society. „Wir bitten Sie dringend, den Verkauf der Public Interest Registry (PIR) an Ethos Capital zu stoppen.“ Bisher haben rund 8000 Unterstützer für das Anliegen unterzeichnet.

NGOs warnen vor „erheblichem Schaden“

Ihren Vertragsabschluss mit Ethos Capital hatte die Internet Society Mitte November in einer Mitteilung bekannt gemacht. Die Übernahme soll ihr zufolge im ersten Quartal 2020 abgeschlossen werden. Die genauen Folgen des Verkaufs für Domain-Inhaber sind zwar noch unklar – die Initiatoren der Protestkampagne befürchten aber Preiserhöhungen.

Die ICANN, die der PIR als Organisation noch übergeordnet ist, hatte die Preisbeschränkung für die .org-Domains bereits im Sommer dieses Jahres aufgehoben – schon dies hatte heftige Kritik ausgelöst.

Tim Berners-Lee stellte Vertrag gegen Missbrauch des Netzes vor

Der als Vater des WWW geltende britische Physiker Tim Berners-Lee hat einen „Vertrag“ gegen den Missbrauch des weltweiten Netzes vorgestellt. „Wenn wir jetzt nicht handeln, gemeinsam handeln, um das Netz vor jenen zu schützen, die ausbeuten, spalten und untergraben, dann riskieren wir, sein Potenzial für das Gute zu vergeben“, sagte Berners-Lee.

Der „Vertrag für das Internet“ sei ein „Fahrplan für den Aufbau eines besseren Internets“. Berners-Lee stellte ihn zu Beginn des Internet Governance Forums der Vereinten Nationen in Berlin vor. Er rief die Regierungen auf, Gesetze und Regeln zu schärfen, und forderte von Unternehmen, das Streben nach Gewinn nicht auf Kosten von Menschenrechten und Demokratie durchzusetzen. Die Bürger müssten diejenigen an der Macht zur Verantwortung ziehen, sie müssten ihre digitalen Rechte einfordern und dabei helfen, online eine „gesunde Diskussion“ zu pflegen.

Dell senkt Umsatzprognose wegen Engpässen bei PC-Chips von Intel

Dell muss wegen Lieferproblemen von PC-Chips durch Intel trotz guter Nachfrage nach Computern bei seiner Umsatzprognose zurückrudern. Zusätzlich belasten die Handelsstreitigkeiten das Geschäft mit Servern, in China und bei großen Kunden ist die Nachfrage im dritten Quartal deutlich gesunken. Nun werde der Umsatz für das laufende Geschäftsjahr (bis Anfang Februar 2020) zwischen 91,8 und 92,5 Milliarden US-Dollar erwartet, teilte Dell Technologies mit. Im Sommer war der Konzern noch von 93 bis 94,5 Milliarden Dollar ausgegangen. Für das dritte Geschäftsquartal wies Dell einen Umsatz von 22,9 Milliarden Dollar aus, ein Plus von 1,2 Prozent.

Dell war erst Ende vergangenen Jahres nach mehr als fünfjähriger Abwesenheit an die Börse zurückgekehrt. Gründer und Chef Michael Dell hatte den einst weltgrößten PC-Hersteller 2013 zusammen mit Finanzinvestoren für rund 25 Milliarden Dollar gekauft und von der Börse genommen. Dadurch – und durch die 67 Milliarden Dollar schwere Übernahme des Speicherspezialisten EMC – entstand allerdings ein erheblicher Schuldenberg, dessen Last auch die Rückkehr an die Börse abbauen sollte.

Bundesrichter stärken Recht auf Vergessen im Internet

Das Bundesverfassungsgericht hat die Rechte eines Mörders im Zusammenhang mit namentlicher Medienberichterstattung gestärkt. Der Erste Senat gab einer Verfassungsbeschwerde des 1982 wegen Mordes verurteilten Mannes gegen ein Urteil des Bundesgerichtshofs mit einem veröffentlichten Beschluss statt.

Der Mann wehrt sich dagegen, dass Berichte eines Nachrichtenmagazins bei einer Internetsuche mit seinem Namen unter den ersten Treffern angezeigt werden. Zumutbare Vorkehrungen gegen diese Auffindbarkeit wären in Betracht zu ziehen gewesen, urteilten die Verfassungsrichter. Die Grundrechte der Meinungs- und Pressefreiheit sowie das allgemeine Persönlichkeitsrecht seien abzuwägen.

Während der aktuellen Berichterstattung seien grundsätzlich seien auch identifizierende Berichte über rechtskräftig verurteilte Straftäter zulässig. Das berechtigte Interesse an einer identifizierenden Berichterstattung nehme mit zunehmendem zeitlichen Abstand zur Tat aber ab. (Az: 1 BvR 16/13)

In einer zweiten Entscheidung wies der Erste Senat eine Verfassungsbeschwerde gegen das Oberlandesgericht Celle ab. In diesem Fall verlangte eine Frau von einem Suchmaschinenbetreiber, die Verknüpfung ihres Namens mit einem Beitrag einer Rundfunkanstalt aus dem Jahr 2010 aufzuheben. Sie hatte für diesen Beitrag ein Interview gegeben.

Frankreich legt Mindestpreis von 2,17 Milliarden Euro für 5G fest

Frankreich hat einen Mindestpreis von 2,17 Milliarden Euro für Frequenzen des superschnellen Funkstandards 5G festgelegt. Das sagte die Staatssekretärin im französischen Wirtschafts- und Finanzministerium, Agnès Pannier-Runacher. Die Frequenzen sollen Anfang kommenden Jahres vergeben werden.

In Deutschland war die Auktion der Frequenzen für den superschnellen Funkstandard im Juni zu Ende gegangen. Insgesamt 6,55 Milliarden Euro hatten die großen Mobilfunkkonzerne Vodafone, Telekom, Telefónica und Neueinsteiger Drillisch zusammen dafür gezahlt.

RTR startet „zertifizierte Messung“ für Festnetzgeschwindigkeit

Die Telekombehörde RTR bietet für Festnetzkunden eine „zertifizierte Messung“ ihrer Download- und Uploadgeschwindigkeit an. „Diese ist vor allem wichtig, um im Falle von Streitigkeiten über die Leistungserbringung gegenüber Betreibern in einem Schlichtungs- oder Gerichtsverfahren einen aussagekräftigen Beweis zu haben“.

Vorgesehen sind mindestens drei Messzyklen, die an drei unterschiedlichen Tagen durchgeführt werden müssen. Während eines Messzyklus werden mehrere Einzelmessungen durchgeführt und etwaige Qualitätsmängel der Internetversorgung aufgezeigt. Als Ergebnis erhält man ein Protokoll mit Informationen zu allen durchgeführten Messungen.

Amazon klagt gegen Auftragsvergabe des Pentagon an Microsoft

Der Internetkonzern hat Klage gegen die Entscheidung des US-Verteidigungsministeriums eingereicht, einen mit bis zu zehn Milliarden Dollar dotierten Großauftrag an den Konkurrenten Microsoft zu vergeben. Amazon hatte als Favorit in dem Vergabeverfahren gegolten, bis Microsoft zum Überraschungssieger erklärt wurde. Amazon sprach daraufhin von politischer Einflussnahme.

Verteidigungsminister Mark Esper wies den Vorwurf vergangene Woche zurück. US-Präsident Donald Trump liefert sich seit langem eine Fehde mit Amazon-Gründer Jeff Bezos.

Hack bei Willhaben: Telefondaten von Nutzern gestohlen

Der Online-Marktplatz ist Opfer eines Cyberangriffs geworden. Dabei wurden die Telefonnummern von Usern entwendet, heißt es von der Firma, die dazu noch keine öffentlichen Mitteilungen verlautbart hat.

Dem Unternehmen zufolge wurden „in den vergangenen Tagen mittels großem technischen Know-how und hoher krimineller Energie“ verborgene Telefonnummern ausgelesen.

Auch hat Willhaben kürzlich vor Phishing-SMS gewarnt, die an nichtsahnende Nutzer der Plattform versandt werden. Darin steht der Name des jeweiligen Users, dass eine „Vorauszahlung bezahlt“ worden sei, sowie ein angefügter Link zu einer gefälschten Webseite, deren Link so aussieht wie jener des Online-Marktplatzes („www-willhaben-org“).

Nutzern wird empfohlen, sie zu ignorieren. Für User, die Opfer des Betrugs geworden sind, empfiehlt es sich, sämtliche installierten Apps zu entfernen, das Smartphone zurückzusetzen, Passwörter zu ändern sowie gegebenenfalls das Bankkonto zu sperren.

Deutsche Telekom lotet Verkauf von T-Mobile Niederlande aus

Bei der Deutschen Telekom werden die Verkäufe mehrerer Tochterunternehmen für das kommende Jahr durchgespielt. Aussichtsreichster Kandidat ist laut Insidern die Mobilfunktochter T-Mobile Niederlande, die im dritten Quartal ihren operativen Gewinn (Ebitda) um 25 Prozent auf 132 Millionen Euro gesteigert hatte.

Neben einem Verkauf wird auch ein Börsengang erwogen. Gleiches gilt für die Deutsche Funkturm, in die man 2002 das Infrastrukturgeschäft mit den 33.000 konzerneigenen Mobilfunkmasten ausgelagert hatte. Innerhalb der Telekom hält man einen Unternehmenswert von bis zu neun Milliarden Euro für realistisch. Der Konzern würde aber nur einen Minderheitsanteil veräußern. Hintergrund der Planspiele ist die angespannte Finanzlage. Zuletzt waren die Nettoverbindlichkeiten der Telekom auf fast 80 Milliarden Euro gestiegen.

Realme bringt günstige Smartphones nach Europa

Der chinesische Smartphone-Hersteller Realme dürfte erst im Spätsommer einer breiteren Öffentlichkeit bekannt geworden sein. Damals präsentierte das Unternehmen das Realme XT, eines der ersten Smartphones mit einer 64 MP Kamera.

Bislang waren Realme-Handys hauptsächlich in Asien verfügbar. Nun bringt Realme seine vergleichsweisen günstigen Smartphones auch nach Europa, wie das Unternehmen bekannt gegeben hat.

Das Realme 5 mit einer Vierfach-Kamera wird in Europa etwa zu einem Preis von 159 Euro verkauft. Es verfügt über einen Mittelklasse-Prozessor Snapdragon 665, 4 GB Arbeitsspeicher und 128 GB Speicherplatz. Die Hauptkamera löst mit 12 MP auf und hat eine Makro-Linse, eine Ultraweitwinkel-Linse sowie einen Tiefensensor zur Seite gestellt. Der Akku hat eine Kapazität von 5000 mAh.

US-Aufsicht wirft Huawei aus Hilfsprogramm für lückenlosen Mobilfunk

Die USA gehen weiter gegen den chinesischen Handy-Hersteller und Netzwerkausrüster Huawei vor. Die Aufsichtsbehörde FCC entschied Huawei und das ebenfalls chinesische Unternehmen ZTE stellten eine Gefahr für die nationale Sicherheit dar.

Damit geht die Regelung einher, dass Mobilfunkanbieter in ländlichen Gegenden der USA milliardenschwere Fördergelder aus Bundesmitteln vorenthalten werden, wenn sie bei den Chinesen Ausrüstung kaufen oder Dienstleistungen buchen. Die Unternehmen werden zugleich verpflichtet, bereits genutzte Produkte von Huawei und ZTE zu ersetzen. Dies könnte der FCC zufolge bis zu zwei Milliarden Dollar kosten.

Rund ein Dutzend Telekomfirmen aus ländlichen Gegenden der USA, die auf kostengünstige Produkte wie von Huawei und ZTE angewiesen sind, haben bereits die Fühler zu den skandinavischen Konkurrenten Ericsson und Nokia ausgestreckt, wie die Nachrichtenagentur Reuters im Juni erfuhr. Im Mai hatte die US-Regierung fast allen amerikanischen Firmen die Zusammenarbeit mit Huawei verboten. Sie wirft dem Konzern zu große Nähe zur kommunistischen Führung in Peking und Spionage vor. Das Unternehmen streitet dies ab. Seit dem Verbot wurden immer wieder Ausnahmeregelungen erlassen. Die USA und China ringen derzeit auch um eine Einigung in ihrem seit Monaten andauernden Handelsstreit.

Trump will Apple als Ausrüster für 5G in den USA

US-Präsident Donald Trump hat den Vorstandsvorsitzenden von Apple, Tim Cook, gebeten, die Entwicklung der Infrastruktur für 5G-Mobilfunknetze in den USA zu prüfen. Das berichtete die Nachrichtenagentur Reuters am 21. November 2019 unter Berufung auf den Präsidenten. „Sie haben alles – Geld, Technologie, Vision und Cook“, twitterte Trump, ohne näher darauf einzugehen, wie der iPhone-Hersteller zu 5G-Netzen beitragen soll. Trump traf Cook am 20. November während seines Besuchs auf dem neuen Campus von Apple in Texas.

Mit einem am 15. Mai 2019 erlassenen Dekret hat Trump den nationalen Notstand für die Telekommunikation erklärt. Das US-Handelsministerium untersagte alle Geschäfte, die „ein Risiko für die USA darstellen“, und setzte Huawei auf die sogenannte Entity-Liste von betroffenen Unternehmen. Die USA haben keinen nationalen 5G-Mobilfunkausrüster. Lucent Technologies fusionierte im Jahr 2006 mit der französischen Alcatel. Das Gemeinschaftsunternehmen wurde später von Nokia gekauft. Das Mobilfunknetzgeschäft von Motorola Solutions ging im Jahr 2010 an Nokia Siemens Networks. Cisco und Adtran versuchen, im 5G-Bereich ein Angebot aufzubauen, haben aber keine End-to-End-Technologie.

Die Trump-Regierung hat auch Anklage gegen Huawei erhoben, dem sie Bankbetrug, Verstöße gegen US-Sanktionen gegen den Iran und Diebstahl von Geschäftsgeheimnissen vorwirft, was Huawei bestreitet. Die USA konnten bisher keine Belege für Hintertüren in Produkten von Huawei oder eine Zusammenarbeit mit dem chinesischen Geheimdienst vorlegen.

290 Millionen Dollar für deutsches Daten-Start-up Celonis

Der Münchner Datenanalyse-Spezialist Celonis hat sich bei Investoren 290 Mio. Dollar (262,2 Mio. Euro) frisches Geld für weiteres Wachstum besorgt. Das Start-up, das auf die Verbesserung von Prozessabläufen in Unternehmen spezialisiert ist, wurde dabei insgesamt mit 2,5 Mrd. Dollar bewertet.

Im Sommer vergangenen Jahres lag die Bewertung in einer 50 Mio. Dollar schweren Finanzierungsrunde noch bei einer Mrd. Dollar. Unter den Kunden von Celonis sind Großkonzerne wie Airbus, Siemens, BMW, L’Oreal, Nestle oder der Fahrdienst-Vermittler Uber.

Celonis nennt seine Technologie „Process Mining“. Dabei werden Abläufe in Unternehmen anhand der dabei anfallenden Daten durchleuchtet, um Schwächen und Ineffizienzen aufzuspüren. BMW zum Beispiel entwickelt „digitale Zwillinge“ von Prozessen, um Reibungspunkte zu finden. Lufthansa optimierte mit Hilfe von Celonis die Abfertigung von Flugzeugen am Gate, beim Kosmetik-Riesen l’Oréal ist der Anteil automatisierter Bestellungen bei Lieferungen an den Handel nun sieben Mal höher.

SAP-Mitgründer Plattner verkauft Aktien für etwa 100 Millionen Euro

SAP-Aufsichtsratschef und -Mitgründer Hasso Plattner hat Aktien des Software-Riesen im Wert von etwa 100 Millionen Euro verkauft. Das ging aus Pflichtmitteilungen hervor. Der 75-Jährige hält damit einem SAP-Sprecher zufolge noch geschätzte 6,2 Prozent an dem Walldorfer Konzern nach 6,3 Prozent, die im Februar bekanntgeworden waren. Plattner hatte SAP 1972 zusammen mit vier weiteren IT-Spezialisten gegründet. Er absolviert nach eigenen Angaben seine letzte Amtszeit.

DHL investiert Milliarden in Expressdienste

Mit einem milliardenschweren Investitionsprogramm will der Logistikkonzern Deutsche Post DHL seine lukrativen Geschäfte mit Expressdiensten stärken. Pro Jahr werde künftig mehr als eine Milliarde Euro ausgegeben für Sortieranlagen, Flugzeuge und Fahrzeuge.

Auch Schulungen der Mitarbeiter würden damit finanziert. In den vergangenen Jahren war es nach Firmenangaben etwas weniger, eine konkrete Vergleichszahl wurde aber nicht genannt.

Am Airport nahm die Firma am Dienstag ein neues Drehkreuz offiziell in Betrieb, das für 123 Millionen Euro gebaut worden war. Jede Nacht kommen an dem Flughafen bis zu 14 DHL-Express-Maschinen an. Das Unternehmen war bereits zuvor an dem Standort aktiv, hat ihn nun aber erweitert. Stärkster Express-Hub in Deutschland und Europa bleibt Leipzig mit bis zu 70 Maschinen pro Nacht.

Die Eilsendungen sind für den Logistikkonzern der profitabelste Geschäftszweig. Weltweit sind rund 100.000 Menschen in diesem Bereich des Bonner Konzerns beschäftigt und damit etwa jeder fünfte Konzernbeschäftigte. Große Konkurrenten sind UPS und Fedex.

Die Express-Sparte der Deutschen Post fürchtet nicht, dass große Online-Händler wie Amazon zum Konkurrenten werden könnten. Amazon sei vielmehr ein wichtiger Kunde und Partner, sagte der Chef der Sparte, John Pearson. Seine Sparte biete zeitkritische und grenzüberschreitende eilige Sendungen (TDI) an, die Online-Riesen könnten dies nicht – auch wenn sie eigene Logistik-Netze aufbauten.

Conrad Electronic gehackt

Der deutsche Elektronik-Onlineshop Conrad Electronic ist nach eigenen Angaben Opfer eines Hackerangriffs geworden. „Das Unternehmen hat Kenntnis davon erlangt, dass sich Unbekannte durch Ausnutzung einer Sicherheitslücke Zugang zu einem begrenzten Bereich des Conrad IT-Systems verschafft hatten“, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Damit sei auch Zugriff auf 14 Millionen Kundendatensätze möglich gewesen.

Datensätze mit Adressen und IBAN

Die betroffene Datenbank beinhaltet Postadressen, E-Mail-Adressen, Fax- und Telefonnummern. Bei knapp einem Fünftel der Datensätze seien auch IBAN inkludiert. Kreditkarteninformationen und Passwörter seien davon nicht betroffen, so das Unternehmen. Die meisten Daten würden von deutschen Kunden stammen. Ob auch österreichische Kunden betroffen sind, ist nicht bekannt. Eine Anfrage an das Unternehmen läuft.

Glasfasernetze von Tirol und Südtirol zusammengeschlossen

Unter dem Motto „Mit Lichtgeschwindigkeit durch die Europaregion“ wurde die neue Nord-Süd-Datenachse Tirol-Südtirol als Verbindung zwischen den großen internationalen Netzknoten Mailand und Frankfurt von Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) und seinem Südtiroler Amtskollegen Arno Kompatscher (SVP) eingeweiht. Platter bezeichnete den Zusammenschluss als „historischen Schritt“.

Ungewöhnlich: Apple kündigt Event für 2. Dezember an

Für gewöhnlich hält Apple im Dezember eigentlich keinen Special Event mehr ab. Doch für dieses Jahr hat das Unternehmen Medienvertreter am 2. Dezember nach New York geladen.

Die besten Apps und Games

Die Event-Einladung ist so gestaltet, dass man bereits erahnen kann, worum es geht. Über einem goldenen Symbol des App-Stores ist „Loved by milliones. Created by the best“ zu lesen. Darunter: „Join us for an Apple special event honoring our favorite apps and games of 2019“.

Es scheint sich also um das Ranking der Top-Apps und -Games zu handeln. Die Bestenlisten veröffentlicht Apple zwar jedes Jahr, aber bisher ohne eigene Veranstaltung. Dass das Unternehmen bei der Gelegenheit auch neue Hardware zeigt, ist unwahrscheinlich.

HP hält Xerox‘ Übernahmeangebot für zu niedrig und lehnt ab

Xerox wird HP bis auf Weiteres nicht übernehmen. Der Verwaltungsrat HPs hat das unerwartete Übernahmeangebot Xerox‘ einstimmig abgelehnt, weil es „HP signifikant unterbewertet und nicht im besten Interesse der HP-Aktionäre“ sei. Zu Deutsch: Xerox müsste einen höheren Kaufpreis bieten. Das alleine würde aber noch nicht reichen .

Das HP-Aufsichtsgremium sorgt sich um Klauseln des Übernahmeofferts, die dieses „unsicher“ machten, und um möglicherweise zu hohe Schulden eines Xerox-HP-Konzerns. HP hält auch seine eigenen Aktien für „signifikant unterbewertet“ und gibt sich selbstbewusst hinsichtlich des zukünftigen Erfolgs der eigenen Strategie. Geplant seien Aktienrückkäufe und der Zukauf anderer Unternehmen. Das geht aus dem offiziellen Antwortschreiben auf das Offert hervor.

Ganz schlägt der HP-Verwaltungsrat die Tür zu dem von Xerox gemachten Angebot noch nicht zu, zumindest auf dem Papier: HP sei bereit, zu erforschen, ob eine potenzielle Fusion von HP und Xerox den HP-Aktionären Mehrwert bringe. Dem schließen HP-CEO Enrique Lores und HP-Präsident Chip Bergh aber sogleich Kritik an: Der Umsatz Xerox‘ sei rückläufig, und es fehle eine „rigorose Analyse erreichbarer Synergien“. Die Absender fordern mehr Engagement seitens des Xerox-Managements und Zugang zu mehr Information.

Labour verspricht kostenloses Breitbandinternet für jeden Haushalt

Knapp einen Monat vor der vorgezogenen Parlamentswahl in Großbritannien hat die oppositionelle Labour-Partei kostenloses Breitbandinternet für jeden Haushalt versprochen. Es sei an der Zeit, dass es „in jedem Haus in diesem Land“ einen kostenlosen Glasfaser-Breitband-Anschluss gebe, sagte Parteichef Jeremy Corbyn am Freitag. Um das Vorhaben umzusetzen, will Labour einen Teil der britischen Telekom BT verstaatlichen.

Die regierenden Tories und Wirtschaftsverbände kritisierten die Idee scharf. Der konservative Premierminister Boris Johnson bezeichnete das Vorhaben als Schnapsidee. Anleger zeigten sich nervös und stießen Aktien des britischen Telekomanbieters BT ab.

„Das Internet ist zu so einem zentralen Teil unseres Lebens geworden“, sagte Corbyn. „Was einst ein Luxus war, ist jetzt eine wesentliche Notwendigkeit.“ Internet per Glasfaser müsse deshalb zur öffentlichen Dienstleistung werden, sagte der Oppositionsführer. Kostenloses und schnelles Internet für alle würde das „Land verändern, die Rechnungen der Menschen senken, unsere Wirtschaft voranbringen und die Lebensqualität der Menschen verbessern“, sagte Corbyn. Die Einsparungen durch den kostenlosen Dienst für eine Person würden laut Labour durchschnittlich 30,30 Pfund (35,4 Euro) im Monat betragen.

Die regierenden Tories von Premierminister Johnson kritisierten das Wahlversprechen als „Fantasieplan“. Digitalminister Nicky Morgan warnte, eine „faktische Verstaatlichung“ der Breitbanddienste der BT würde Milliardenkosten bei „hart arbeitenden Steuerzahlern“ verursachen.

US-Regierung verlängert Ausnahmeregelung für Huawei

Nutzer von Huawei-Smartphones erhalten weitere drei Monate problemlos Updates für das Android-Betriebssystem und haben auch weiterhin Zugang zu Googles Play Store. Die US-Regierung verlängerte die Ausnahmeerlaubnis für bestimmte Geschäfte mit dem chinesischen Smartphone-Anbieter und Netzwerkausrüster um weitere 90 Tage, wie das US-Handelsministerium mitteilte.

Zuletzt hatte die US-Regierung Mitte August 2019 einen solchen 90-Tage-Aufschub festgelegt und erklärt, dies solle betroffenen Kunden mehr Zeit geben, nach Alternativen zu suchen. Die erneute Verlängerung dürfte auch darauf ausgerichtet sein, die laufenden Handelsgespräche mit China nicht zu torpedieren.

Der chinesische Konzern Huawei ist ein führender Ausrüster von Mobilfunknetzen, unter anderem in Europa, und der zweitgrößte Smartphone-Anbieter der Welt. Die USA hatten Huawei im Mai 2019 auf eine Liste von Unternehmen gesetzt, deren Geschäftsbeziehungen zu US-Partnern strengen Kontrollen unterliegen. Das war inmitten des Handelskrieges mit China.

Wer US-Technik an Huawei verkaufen oder transferieren will, muss eine Lizenz erwerben. Diese kann verweigert werden, wenn Sicherheitsinteressen berührt sind. Huawei wird von den USA verdächtigt, für China zu spionieren. Beweise dafür wurden bislang nicht öffentlich gemacht, Huawei weist die Vorwürfe zurück.

Apple kritisiert neue deutsche Vorschriften gegen Geldwäsche

Apple hat die neuen deutschen Vorschriften gegen Geldwäsche kritisiert. „Wir befürchten, dass der Gesetzentwurf die Nutzerfreundlichkeit bei Zahlungen verschlechtern und den Datenschutz und die Sicherheit von Finanzdaten gefährden könnte“, erklärte das Unternehmen.

Mit dem verabschiedeten Gesetz werden Änderungen der EU-Geldwäscherichtlinie in Deutschland umgesetzt. Eine kurzfristig vorgenommene Änderung des Textes betrifft aber auch den Bezahldienst Apple Pay.

Dabei geht es um die technische Schnittstelle NFC, die das kontaktlose Bezahlen mit Apple-Geräten wie dem iPhone ermöglicht. Apple beschränkt die Nutzung von NFC auf den eigenen Bezahldienst Apple Pay – im Gegensatz zu beispielsweise Google, das die Verwendung anderer Bezahl-Anwendungen auf seinen Android-Smartphones erlaubt.

Das neue deutsche Geldwäschegesetz, das noch vom Bundesrat bestätigt werden muss, schreibt nun vor, dass Technologiekonzerne derartige Schnittstellen Konkurrenzunternehmen zugänglich machen müssen. Das ist vor allem im Interesse von Banken, die ihre eigenen Bezahldienste etablieren wollen, für Apple-Geräte aber bisher keine Möglichkeit des kontaktlosen Bezahlens anbieten können.

Amazon testet neue Versandoption: Bündelung von Lieferungen

Amazon testet eine neue Versandoption in Deutschland. Dabei sollen die Sendungen mehrerer Tage gebündelt und an einem vom Kunden gewählten Termin zugestellt werden. Amazon erklärte dazu: „Wir testen unterschiedliche Programme, die es Prime-Mitgliedern ermöglichen, die Zustellungszeit zu steuern.“ Wie aus Kreisen zu erfahren war, handelt es sich dabei allerdings um einen Test mit einer sehr begrenzten Zahl von Kunden.

In den USA hat der Konzern bereits vor einigen Monaten das „Amazon Day“ genannte Konzept eingeführt. Auch dort würden mehrere Bestellungen gebündelt und teilweise in einem Paket verschickt. So könne auf der einen Seite Verpackung gespart werden, andererseits steige durch den Wunschliefertag die Wahrscheinlichkeit, dass der Kunde zu Hause sei.

Gekaufte Fake-Bewertungen sind rechtswidrig

In einem Urteil mit Signalcharakter hat das Münchner Landgericht gekaufte Fake-Bewertungen im Internet für rechtswidrig erklärt. Das Gericht gab mit der Entscheidung am Donnerstag einer Klage des Urlaubsportals Holidaycheck gegen erfundene Bewertungen statt, die die im südamerikanischen Kleinstaat Belize ansässige Firma Fivestar Marketing an mehrere Hoteliers verkauft hatte.

Gekaufte Amazon-Bewertungen sind mit einem Preis ab 19,40 am teuersten, Bewertungen kann die Kundschaft aber auch für Google, Facebook oder Arbeitgeberbewertungsportale kaufen – im Paket billiger. Fivestar warb in der Vergangenheit damit, dass Spitzenbewertungen verkauft werden, hat diesen Hinweis aber mittlerweile gestrichen.

Die Aktivitäten von Fivestar sind auch anderen Online-Konzernen aufgefallen. Der US-Konzern Amazon ist ebenfalls sehr darauf bedacht, Fake-Bewertungen einen Riegel vorzuschieben. In Deutschland habe Amazon ein Dutzend Gerichtsentscheidungen gegen Unternehmen erwirkt, die Bewertungen verkaufen, erklärte ein Sprecher auf Anfrage. „Unter anderem haben wir zwei einstweilige Verfügungen gegen Fivestar Marketing erreicht, von denen eine bereits durch ein rechtskräftiges Urteil bestätigt wurde.“

Das beklagte Unternehmen hat sich kürzlich umbenannt und die Rechtsform geändert, von Fivestar Marketing UG in Fivestar AG bR, wie der Richter vortrug. Der ehemalige Geschäftsführer ist nun nicht mehr Geschäftsführer, ein neuer ist im Handelsregister nicht eingetragen. Das wird dem Unternehmen aber nicht helfen, den Ansprüchen der siegreichen Holidaycheck zu entgehen. „Das ist wie eine Geschlechtsumwandlung“, sagte Richter Gawinski zur Änderung der Rechtsform. „Das bedeutet nicht, dass es die Firma nicht mehr trifft.

Allianz wird Softwareanbieter und schließt Bündnis mit Microsoft

Die Allianz will sich in einem Bündnis mit Microsoft zum führenden Software-Anbieter für das Geschäft mit dem Risiko entwickeln. Europas größter Versicherer wird wesentliche Teile seines hauseigenen Software-Systems ABS anderen Unternehmen der Versicherungsbranche auf Microsofts Cloud-Servern anbieten.

Darüber hinaus will die Allianz den Quellcode ihres Systems als Open-Source-Software offen legen, sodass externe Entwickler neue Funktionen entwickeln und einbauen können. Das teilten die Unternehmen mit.

Microsoft gehört mit seiner Plattform Azure zusammen mit Amazon und Google zu den global führenden Cloud-Anbietern. „Das ist eine Einladung an die gesamte Versicherungsgemeinde“, sagte Allianz-Vorstand Christoph Mascher, der bei dem Münchner Konzern als Chief Operating Officer hauptverantwortlich für das Tagesgeschäft ist. „Wir haben seit vielen Jahren eine hervorragende Partnerschaft mit der Allianz“, sagte Jean-Philippe Courtois, Vizepräsident und Chef des weltweiten Vertriebs und Marketings bei Microsoft.

WeWork mit Verlusten in Milliardenhöhe

Der US-Büroplatzvermieter musste im dritten Quartal größere Verluste als im Vorjahr einstecken. Der Nettoverlust stieg im abgelaufenen Quartal auf 1,25 Milliarden Dollar von 497 Millionen Dollar im Jahresvergleich, gab der Mutterkonzern WeWork Company bekannt. Wie aus den Geschäftszahlen hervorgeht, ist der Verlust der Eröffnung von 97 neuen Standorten geschuldet.

Der Bruttogewinn aus dem Verkauf von Büro-Mitgliedschaften und Service-Umsätzen stieg im dritten Quartal von 454 Millionen Dollar im Vorjahresquartal auf 808 Millionen Dollar. Nach dem Scheitern der WeWork-Börsenpläne hatte der japanische Technologie-Investor Softbank mehr als zehn Milliarden Dollar in das Unternehmen gesteckt und seinen Anteil von rund einem Drittel auf 80 Prozent ausgebaut.

Ohne die Finanzspritze aus Japan wäre WeWork laut Insidern bereits in wenigen Wochen das Geld ausgegangen. Insgesamt wird das Start-up nach der Kapitalspritze nur noch mit acht Milliarden Dollar bewertet. Vor wenigen Wochen hatte das Unternehmen zum geplanten Börsengang noch 47 Milliarden Dollar anvisiert – doch die Investoren bekamen kalte Füße.

Der Börsengang wurde abgesagt, weil es an der Wall Street keine Nachfrage nach dem hochbewerteten, aber auch hochdefizitären Start-up gab. WeWork-CEO Adam Neumann musste den Chefposten räumen. Softbank und andere Investoren haben Neumann das Vertrauen entzogen. Als Nachfolger ist der derzeitige T-Mobile US-Chef John Legere im Gespräch.

Carl Icahn für Übernahme von HP durch Xerox

Der Milliardär Carl Icahn ist Unterstützer der Übernahme des PC- und Druckerherstellers HP durch Xerox. Icahn erklärte der renomierten US-Wirschaftszeitung Wall Street Journal, dass ihm 4,24 Prozent der Anteile an HP gehörten, die 1,2 Milliarden US-Dollar wert seien. Zudem besitze der 83jährige 10,6 Prozent der Aktien von Xerox.

Die Beteiligung von Icahn an HP war bisher nicht bekannt. Icahn argumentierte im Gespräch mit der Zeitung, dass eine Kombination der beiden Druckerhersteller große Gewinne für die Investoren bringen könnte. Eine Fusion hätte „ein Einsparpotenzial von 2 Milliarden US-Dollar“.

Xerox hatte vergangene Woche ein Angebot zum Kauf von HP für 33 Milliarden US-Dollar oder 22 US-Dollar pro Aktie gemacht. HP hat jedoch einen mehr als dreifach höheren Marktwert als Xerox, das eine Marktkapitalisierung von rund 8 Milliarden US-Dollar aufweist. HP bestätigte den feindlichen Übernahmeversuch am folgenden Tag, ohne das Angebot weiter zu kommentieren.

Icahn sagte, dass er sich nicht auf eine bestimmte Struktur festgelegt habe. Einige Analysten hatten nämlich eingewandt, dass ein Kauf von Xerox durch HP sinnvoller sein könnte. Wichtig sei ihm ein starkes Managementteam des möglichen Gemeinschaftsunternehmens.

Xerox mit Sitz in Norwalk, Connecticut, stellt hauptsächlich Großdrucker und Kopiergeräte her. Der Hauptteil seines Jahresumsatzes von fast 10 Milliarden US-Dollar stammt aus der Vermietung und Wartung dieser Geräte für Unternehmen. Beide Konzerne spüren den massiven Rückgang der Nutzung von Druckern.

Google will ab 2020 Girokonten anbieten

Für das Unterfangen kooperiert Google mit der Citigroup Bank und einer lokalen Kreditgenossenschaft aus Stanford. Das “Wall Street Journal” hatte über das nicht öffentliche Projekt als erstes berichtet und sich auf Insider berufen.

Die Girokonten sollen bereits 2020 auf den Markt kommen. “Unser Ansatz wird es sein, eng mit Banken und dem Finanzsystem zusammenzuarbeiten”, sagte Google-Manager Caesar Sengupta. Die Citigroup erfülle die meisten Finanz- und Compliance-Anforderungen, so der Insider gegenüber den “WSJ”.

Google ist nicht das erste Tech-Unternehmen, das sich im Finanzsektor versucht. Apple bietet Services an, darunter eine Kreditkarte in den USA. Facebook arbeitet an der digitalen Währung Libra.

Ärzteportal Jameda muss Profile löschen

Zwei Kölner Zahnärzte haben das Arzt-Bewertungsportal Jameda erfolgreich auf die Löschung ihrer Profile verklagt. Die ohne Einverständnis der Betroffenen angelegten Bewertungsseiten seien in der bisherigen Form unzulässig, entschied das Oberlandesgericht Köln.

Die Online-Plattform verlasse in diesen Fällen die Rolle des „neutralen Informationsvermittlers“ und gewähre Ärzten, die für ihre dortige Präsenz zahlen, „verdeckte Vorteile“, argumentierte das Gericht laut einer Mitteilung (Az.15 U 89/19 und 15 U 126/19).

Anders als zuvor das Landgericht erklärte das Oberlandesgericht es allerdings nicht für grundsätzlich unzulässig, zahlenden Kunden des Portals zusätzliche Funktionen zur Verfügung zu stellen. Gegen das Urteil ist Revision möglich.

Hintergrund sind Angebote, die Jameda seinen zahlenden Kunden ermöglicht hatte: Auf den Zahler-Profilen konnten die Kunden in einer älteren Version – anders als bei den Nicht-Zahlenden – unter anderem ein Foto hinterlegen und so ihre Seite attraktiver gestalten. Außerdem gab es bei den Zahlern keine Links auf andere, konkurrierende Ärzte in der Region.

BITMOVIN erhält millionenschwere Finanzierung von EU-Bank

Die Europäische Investitionsbank (EIB) leiht dem Klagenfurter Online-Unternehmen Bitmovin GmbH Finanzmittel in der Höhe bis zu 20 Mio. Euro. Das Geld soll der IT-Firma ermöglichen, ihre Teams für Forschung- und Entwicklung (F&E) sowie für Produktentwicklung und Investitionen in Vertrieb und Marketing zu verstärken, um ihr Vertriebsnetzwerk zu vergrößern, teilte die EIB am Dienstag mit.

Das Darlehen der EU-Bank wird demnach durch eine Garantie des Europäischen Fonds für Strategische Investitionen (EFSI) abgesichert. Dieser Fonds gilt als Herzstück des Investitionsplans für Europa – des sogenannten Juncker-Plans. Dieser soll mit der EIB Finanzierungen im Sinne einer Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft fördern.

Rocket Internet kauft größeren Anteil an United Internet

Rocket Internet hat sich an United Internet beteiligt. Das geht aus einer Stimmrechtsmitteilung vom 11. November 2019 hervor. Mitte vergangener Woche besaß der Startup-Investor Rocket Internet einen Anteil von 5,46 Prozent im Wert von rund 320 Millionen Euro an dem Mobilfunk-und Internetprovider United Internet, zu dem die Marken 1&1, GMX, Web.de und Drillisch gehören.

United Internet ist seit dem Jahr 2014 selbst an Rocket Internet beteiligt und hält nach jüngsten Angaben rund neun Prozent an dem Investor. United Internet investierte 435 Millionen Euro in Rocket Internet.

United Internet besitzt auch annähernd 29 Prozent an dem Kabelnetzbetreiber Tele Columbus (Pyur), an dem sich im Oktober auch Rocket Internet mit rund 12 Prozent beteiligte. Rocket Internet habe das strategische Ziel des „Auf- und Ausbaus eines weltweiten Netzwerks von Tech-Unternehmen“ kommentierte das Unternehmen.

Der Kurs der Tele-Columbus-Aktie ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesunken. Der drittgrößte Kabelnetzbetreiber Deutschlands hat nur noch eine Marktkapitalisierung von 313 Millionen Euro. Seit Jahren gibt es Spekulationen, dass United Internet den Kabelnetzbetreiber komplett übernehmen könnte, was gerade durch den Aufbau eines eigenen 5G-Netzes auch technisch sinnvoll wäre.

USA prüfen Schritte gegen TikTok

Die US-Regierung will rechtliche Mittel prüfen mit dem Ziel, Tiktok zu verbieten. Das Argument: Die App könnte die nationale Sicherheit gefährden. Die beiden US-Senatoren Chuck Schumer (Demokraten) und Tom Cotton (Republikaner) warnten, TikTok könne bei den anstehenden Präsidentschaftswahlen in den USA „zum Einfallstor für chinesische Wahlmanipulation“ werden. Schumer und Cotton waren schon bei Huawei die Scharfmacher.

TikTok ist eine Kurzvideo-App, die bei Teenagern weltweit derzeit für Begeisterung sorgt. Es handelt sich um eine Art Anti-Instagram. Während sich die Nutzer auf Instagram gerne von ihrer perfekten Seite zeigen – schicke Klamotten, gerne am Strand liegend und Cocktail schlürfend – zeigen sich die Teenies auf TikTok von ihrer ulkigen Seite.

In den kurzen Clips, die die Nutzer posten, machen sie Grimassen, singen und tanzen Popstars nach oder machen anderen Klamauk vor den Kameras. Die aufgenommenen Clips lassen sich bearbeiten. Mit speziellen Gesichtsfiltern etwa kann man sich buschige Augenbrauen retuschieren lassen oder extra große Segelohren. Die so entstandenen Clips sind meist nicht länger als 15 Sekunden lang.

Werbeplattform für große Marken

Kommerziell ist die App ein großer Erfolg: Seit dem vergangenen Jahr gehört TikTok in den App-Stores von Apple und Google durchgängig zu den am häufigsten heruntergeladenen Apps, noch vor Instagram, Snapchat und Facebook. Über 500 Millionen Nutzer zählt TikTok in mehr als 150 Ländern bereits und liegt damit vor Twitter. In den USA gibt es mehr als 27 Millionen Nutzer, in Deutschland hat Schätzungen zufolge jeder zweite Teenager die App auf sein Smartphone geladen.

Viele Nutzer in Europa und den USA wissen gar nicht, dass hinter dieser App die chinesische Firma ByteDance steckt. Gegründet wurde TikTok, das in China unter dem Namen Douyin bekannt ist, von dem chinesischen IT-Unternehmer Zhang Yiming. Über ihn selbst ist nur wenig bekannt. Er hatte angeblich einst eine Suchmaschine speziell für Immobilien programmiert und war auf diese Weise reich geworden.

Im Dezember 2017 kaufte seine Firma ByteDance für rund 1 Milliarde US-Dollar die Karaoke-App Musical.ly, quasi der Vorläufer von TikTok. International beliebte Marken wie Nike und Coca-Cola haben die Bedeutung dieser App vor allem unter Teenagern längst erkannt und nutzen sie als Werbeplattform. Und auch Hollywood-Promis posten lustige Clips von sich auf TikTok. Mit einer Marktkapitalisierung von 75 Milliarden Dollar gilt ByteDance derzeit als das wertvollste Start-up-Unternehmen der Welt.

SAP setzt Sparmaßnahmen und gute Cloudgeschäfte

Die neuen SAP-Chefs Jennifer Morgan und Christian Klein wollen Europas größten Softwarekonzern mit Effizienzsteigerungen, gezielten Sparmaßnahmen und einem stärkeren Cloud-Geschäft auf Kurs halten. Es sei das Ziel, etliche technische Prozesse in den SAP-Anwendungen zu automatisieren, ohne dass ein Mensch noch Hand anlegen müsse, sagte Co-Vorstandschef Christian Klein.

Automatisierung steigern

„Wir wollen die Automatisierung bei unseren Kunden um mindestens 20 bis 40 Prozent steigern, indem wir Künstliche Intelligenz einsetzen“, sagte Klein bei einem auf Analysten und Investoren zugeschnittenen Kapitalmarkttag in New York.

Abseits dessen setzt das Unternehmen voll auf ein wachsendes Geschäft mit Cloud-Software zur Miete aus dem Internet. Im Cloudbereich will der deutsche Softwarekonzern alte Speicher auf neuen Technikplattformen vereinheitlichen und auch verstärkt auf die großen Rechenzentren von Tech-Riesen wie Amazon, Microsoft, Alibaba und Google setzen.

SAP-Finanzvorstand Luka Mucic kündigte ferner Einsparungen im Marketing und im Vertrieb an. Zudem solle der Einkauf gestrafft und die Lieferantenzahl gesenkt werden. Nach dem im Jänner angekündigten Abbau von 4.400 Stellen in Bereichen, die laut Management keine große Zukunft haben, hätten bereits 2.500 Mitarbeiter das Unternehmen verlassen, hieß es.

Die Co-Vorstandsvorsitzende Morgan betonte, Silodenken im Konzern beseitigen und Doppelarbeit reduzieren zu wollen. Bei dem derzeit wertvollsten DAX-Unternehmen, das zuletzt weltweit knapp 100.000 Menschen beschäftigte, solle es künftig einen klareren Fokus auf Verantwortlichkeiten geben.

Morgan und Klein hatten den Vorstandsvorsitz im Oktober von dem überraschend zurückgetretenen Bill McDermott übernommen. „Wir sind jetzt vier Wochen in dem Job, und um sehr ehrlich zu sein: Diese vier Wochen fühlen sich manchmal wie zehn Jahre an“, kommentierte Klein die Zeit seit der Beförderung.

Schrems gegen Facebook: Prozess in Wien hat begonnen

Im Rechtsstreit des Datenschutzaktivisten Max Schrems gegen Facebook ist ein neues Kapitel aufgeschlagen worden. Am Landesgericht für Zivilrechtssachen in Wien trafen einander Vertreter des Social-Media-Konzerns mit dem Kläger, um weiterhin die Frage zu klären, wem die Daten auf Facebook eigentlich gehören und welche davon eigentlich gespeichert werden. Ein Urteil wird nicht erwartet.

Die Zulässigkeit der 2014 eingebrachten Klage beschäftigte bereits das Landesgericht Wien, das Oberlandesgericht (OLG) Wien, den Obersten Gerichtshof (OGH) und sogar den Europäischen Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg. Im Jänner 2018 entschied der EuGH, dass Schrems zwar keine „Sammelklage“ einbringen dürfe, aber das Landesgericht Wien für seine eigenen Ansprüche zuständig sei, da er Facebook rein privat als Verbraucher nutze.

Schrems erwartet sich vom Prozess Aufklärung darüber, welche Daten Facebook eigentlich speichert, wie es in einer Stellungnahme hieß. Das Unternehmen gebe dies bis heute nicht preis, obwohl es nach dem Gesetz dazu verpflichtet sei. Ein weiterer Vorwurf von Schrems ist, dass Facebook die notwendige „Einwilligung“ nach der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) einfach umgeht, indem diese einfach in den Vertrag geschrieben wird.

Am ersten Verhandlungstag stand die Einvernahme der Vertreter beider Seiten auf der Agenda. Ein Urteil erwarteten beiden Seiten noch nicht.

Youtube behält sich Löschung unwirtschaftlicher Kanäle vor

Ab dem 10. Dezember 2019 gelten auf Youtube neue Nutzungsbedingungen. Darin findet sich erstmals eine Passage, die für Diskussionen sorgt: Das Videoportal behält sich nämlich das Recht vor, „den Zugriff auf sein Konto zu beenden“, wenn die „Bereitstellung des Dienstes unwirtschaftlich“ sei. Sprich: Wenn ein Kanal zu wenig oder keinen Profit für Youtube abwirft, kann er geschlossen werden.

Die Entscheidung trifft das ebenso wie Google zur Holding Alphabet gehörende Unternehmen „nach eigenem Ermessen“. Kanalbetreiber erhalten also keine Hinweise darauf, unter welchen Umständen sich ein Kanal für Youtube nicht mehr lohnt – sondern müssen schlimmstenfalls damit rechnen, dass sie von heute auf morgen von der Plattform fliegen. Auch die mit dem Konto verbundenen Zugänge zu Google, etwa Mail, können laut den neuen Nutzungsbedingungen gesperrt werden.

So haben sich inzwischen viele Influencer in sozialen Netzwerken und Foren teils entsetzt über die Änderungen geäußert. Ein auf Wrestling spezialisierter Youtuber schreibt etwa, „jetzt stehe ich vielleicht kurz davor, meinen Lebensunterhalt zu verlieren, meine Leidenschaft und mein Publikum.“ Youtube selbst hat sich bislang nicht öffentlich zu dem Thema geäußert.

Diese drei Smartphone-Hersteller wollen den Markt in Europa erobern

In den europäischen Smartphone-Markt kommt Bewegung. Denn neben Xiaomi kündigen sich weitere Hersteller an, die Samsung, Huawei und Apple die Butter vom Brot nehmen wollen.

Der Smartphone-Markt wird seit Jahren von Samsung dominiert. Diesen Status quo stellen drei chinesische Smartphone-Hersteller nun infrage: Neben Xiaomi, die ihren Marktstart schon offiziell angekündigt haben, bereiten sich die beiden großen Player Oppo und Vivo auf ihren Auftritt hierzulande vor. Wir stellen euch die drei kurz vor.

Xiaomi ist seit Ende August am Start und baut sein Angebot hierzulande allmählich weiter aus. Der chinesische Konzern ist weltweit die Nummer vier im Smartphone-Sektor und arbeitet sich bei den Absatzzahlen langsam an Apple heran. Xiaomis Smartphones sind im Vergleich zu den Modellen der Mitbewerber mit nahezu gleicher Ausstattung relativ günstig, weshalb techaffine Nutzer auch in Deutschland schon lange ein Auge auf den Hersteller geworfen und Geräte über Umwege aus China besorgt haben. Seit 2017 ist das nicht mehr nötig, da Xiaomi sich in ersten europäischen Ländern niedergelassen hat.

Oppo ist ein noch eher unbeschriebenes Blatt, weltweit ist das Unternehmen allerdings auf Platz fünf im Smartphone-Ranking positioniert. Das Unternehmen ist eine Tochter des chinesischen Elektronikriesen BBK, zu dem unter anderem auch Vivo gehört, eine gewisse Nähe zu Oneplus ist ebenso vorhanden. So nutzt der hierzulande bekanntere Smartphone-Hersteller etwa die Produktionsanlagen und Gerätedesigns, verpasst ihnen aber eigene Software und Ausstattung.

Dass Oppo sich in Europa breitmachen will, ist schon seit Anfang 2018 bekannt – seit Mitte 2019 steht fest, dass die Europa-Zentrale am Graf-Adolf-Platz in Düsseldorf entsteht.

Zuletzt hat Oppo das Volldisplay-Smartphone Reno 2 mit Popup-Kamera angekündigt. Der Hersteller ist bekannt für Innovationen in den Bereichen Schnellladetechnologien und Frontkameras.

Wann Oppo seine ersten Geräte in Deutschland und Österreich anbieten will, ist noch nicht bekannt. Lange dauern wird der Start nicht mehr, wenn man die ambitionierten Ziele betrachtet: Mit 400 bis 500 Beschäftigten wolle man in Deutschland vier Millionen Smartphones verkaufen und einen Marktanteil von 15 Prozent erreichen, heißt es in der Mitteilung der Stadt Düsseldorf.

Der dritte große Player, ist Vivo *. Der 2009 gegründete Hersteller, der auch Teil des BBK-Konzerns ist, spielt wie seine Konzern-Schwester Oppo international schon auf den vorderen Plätzen mit, laut Counterpoint Research liegt der Hersteller mit einem Marktanteil von sieben Prozent dicht hinter Oppo und weit vor Lenovo (drei Prozent).

Die Produkte des Unternehmens können sich sehen lassen: Trotz verhältnismäßig günstigen Preisen sind die Topmodelle mit Hightech vollgestopft. In Sachen Innovationen legt Vivo seinen Fokus unter anderem auf Kamera-Entwicklung und Schnellladetechnologien für Akkus.

Der Hersteller ist bislang zwar eher in China, Indien und Russland aktiv und macht dort mit aggressiver Werbung auf sich aufmerksam. Dass Vivo aber tiefe Marketingtaschen hat, zeigte sich unter anderem an Produktplatzierungen im Marvel-Blockbuster Captain America: Civil War. Geräte des Herstellers wurden von Captain America und Iron Man genutzt. Darüber hinaus ist der Hersteller Partner des erfolgreichen Battle-Royale-Spiels Player Unknown Battlegrounds (PUBG). Wir können davon ausgehen, dass Vivo lautstark auf sich aufmerksam macht, wenn das Unternehmen in Deutschland loslegt.

Das Hass-Forum 8chan kehrt zurück

Die Betreiber des zweifelhaften Diskussionsforums 8chan wollen ihre Plattform unter neuem Namen wieder online bringen. Das sogenannte «Imageboard» ist bekannt geworden, weil rechtsradikale Attentäter dort ihre radikalen Parolen verbreitet und ihre Hass-Taten angekündigt haben. Auch der rechtsextreme Attentäter, der vergangenen Monat in Halle (Sachsen-Anhalt) Menschen ermordet hat, soll 8chan genutzt haben. 8chan ist überdies nicht nur für rechtsradikale, sondern für eine Vielzahl von rassistischen, sexistischen und pornografischen Inhalten bekannt.

8chan ist nicht mehr zu erreichen, seit die Internetsicherheitsfirma Cloudflare den Schutz der Plattform vor Hackerangriffen aufkündigte. «8chan hat wiederholt bewiesen, dass es eine Jauchegrube für Hass ist», teilte der Cloudflare-Chef mit. Man werde 8chan nicht weiter vor Cyberattacken schützen.

Betreiber setzen auf dezentrale Struktur

Eine derart kontroverse und Hass verbreitende Web-Plattform kann sich ohne speziellen Schutz vor Überlastungsattacken durch Gegner kaum im Netz halten. Seit 8chan offline ist, sollen die Betreiber immer wieder versucht haben, bei anderen Netzwerkdienstleistern zur Absicherung unterzukommen – ohne Erfolg. Doch nun ist das Imageboard unter dem Namen 8kun erneut aufgetaucht.

Für die neue Präsenz des fragwürdigen Forums setzen die Betreiber laut amerikanischen Fachmedien nun auf dezentrale Web-Hosting-Technologie auf Basis eines Netzwerkprotokolls namens Lokinet. Das soll in der Funktionsweise dem bekannteren Darknet-Netzwerk «Tor» ähneln, das insbesondere auch in Ländern populär ist, in denen freie Meinungsäusserung unterdrückt wird.

Neben einer mit herkömmlichen Web-Browsern im Internet zugänglichen Version wird 8kun offenbar auch als versteckte Darknet-Seite angeboten. Die Betreiber, ein amerikanischer Militärveteran namens James Watkins und dessen Sohn Ron, versprechen sich durch den Aufbau einer dezentralen Infrastruktur offenbar, das Forum auch ohne konventionelle Internet- und Sicherheitsprovider online halten zu können.

Die neue Variante 8kun scheint noch nicht richtig zu funktionieren: Offenbar ist es kaum möglich, Beiträge in den Foren zu platzieren. Auch musste 8kun-Initiator Watkins die Nutzer bereits über Sicherheitsprobleme informieren. Betreiber von Serververbindungspunkten des dezentralen Netzes («8kun-Knoten») könnten die Identität von Web-Surfern herausfinden. Dies dürfte viele potenzielle 8kun-Nutzer abschrecken, da diese anonym bleiben wollen.

Laut amerikanischen Tech-Blogs sollen nur 20 Minuten nach dem Start bereits die ersten Überlastungsangriffe (DDoS-Attacken) auf 8kun durchgeführt worden sein und einen Ausfall bewirkt haben.

Auf der neuen Plattform fehlt auch das Unterforum «/pol», kurz für für «Politically Incorrect». Dieses Forum galt als Treffpunkt für hass- und gewaltverherrlichende Gesinnungen und wird von 8chan-Gründer Brennan als «Neonazi-Board unter dem Deckmantel der freien Meinungsäusserung» bezeichnet.

Massnahmen gegen Gewalt und Hetze

Rechtsradikale und Verbreiter anderer «verstörender Inhalte» nutzen indes auch andere Möglichkeiten, um im Dunkeln der Anonymität zu kommunizieren und Hass-Inhalte zu teilen – beispielsweise die verschlüsselte Messenger-Plattform Telegram. Auch das Video des Attentäters von Halle wurde dort verbreitet und wurde laut Angaben der Extremismusforscherin Megan Squire von mehr als 15 000 Zuschauern gesehen.

In Deutschland wurde infolge der antisemitisch motivierten Schüsse in Halle im Oktober ein ganzes Massnahmenpaket beschlossen, um rechtsextreme Netzwerke zu zerschlagen und rechtsextreme Gewalt einzudämmen. Dazu gehört auch, dass Internetprovider dazu verpflichtet werden, strafbare Inhalte zu melden und zu löschen.

Uber und WeWork brockten Softbank Milliardenverlust ein

Der japanische Technologieinvestor Softbank hat sich verzockt und erstmals seit 14 Jahren einen milliardenschweren Quartalsverlust eingefahren.

Weil seine Investitionen in den US-Bürovermieter WeWork und den Taxi-Rivalen Uber an Wert verloren, häufte sich von Juli bis September ein operativer Verlust von 6,5 Mrd. Dollar (5,85 Mrd. Euro) an. Im Vorjahr hatte noch ein operativer Gewinn in dieser Höhe in den Büchern gestanden.

Analysten hatten im Vorfeld nur mit einem Bruchteil des Verlusts gerechnet. Nach dem gescheiterten Börsengang von WeWork butterte Softbank mehr als zehn Mrd. Dollar in das Unternehmen.

T-Mobile US will 10 Millionen Haushalten Gratis-Internet liefern

Mit dem Angebot möchte die T-Mobile eine Gruppe von Generalstaatsanwälten dazu bewegen, eine Klage gegen den Firmenzusammenschluss weiter zu verfolgen. Die „5G for Good“ soll die Generalstaatsanwälte davon überzeugen, dass der geplante Zusammenschluss im Interesse der Verbraucher und nicht wettbewerbswidrig ist.

Für das Programm stellt der Konzern 10 Milliarden US-Dollar in den nächsten fünf Jahren bereit. T-Mobile wird weitere 700 Millionen US-Dollar in 10 Millionen Haushalte zu investieren, um Hardware, Hotspots und kostengünstige Geräte für den Internetzugang bereitzustellen.

Anspruchsberechtigte Familien erhalten bis zu 100 GB kostenlosen Internetzugang pro Jahr, einen kostenlosen WLAN-fähigen Hotspot und die Option, ausgewählte WLAN-fähige Geräte auf Kosten des Unternehmens zu erwerben.

T-Mobile kündigt an, dass es mit lokalen Organisationen zusammenarbeiten wird, um die Anspruchsberechtigten zu ermitteln und einen Registrierungsprozess für das Projekt zu entwickeln.

Magenta mit mehr Vertrags- und weniger Prepaid-Kunden

Der Mobilfunknetzbetreiber Magenta (vormals T-Mobile Austria) konnte heuer mehr Vertragskunden gewinnen, bei den Wertkartennutzern gab es allerdings einen Rückgang. Zahlen nannte die Tochter der Deutschen Telekom dazu keine. Bei den Breitbandkunden wurde in den ersten neun Monaten ein Wachstum von rund drei Prozent auf 609.000 Anschlüsse verzeichnet.

Der Umsatz in den ersten neun Monaten stieg um 30 Prozent auf 939 Mio. Euro, ist aber mit dem Vorjahreszeitraum nur bedingt vergleichbar, da auch die Übernahme des Mitbewerbers UPC eingeflossen ist. Nach dem Kauf erfolgte die Umbenennung in Magenta, diese lässt sich das Unternehmen 20 Mio. Euro kosten. Das um Sonder- und Leasingeffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) wuchs um 43 Prozent auf 368,1 Mio. Euro. Die Investitionen (CAPEX) erhöhten sich um 12 Prozent auf 156,1 Mio. Euro, teilte Magenta am Donnerstag in einer Aussendung mit.

In China dürfen Jugendliche fortan nicht mehr nach 22 Uhr spielen

In China ist ein neues Gesetz in Kraft getreten, das die Spielzeit von Jugendlichen stark reguliert. Alle Chinesen unter 18 Jahren dürfen nun nicht mehr als 90 Minuten täglich Games nutzen. Gespielt werden darf außerdem nicht mehr zwischen 22 beziehungsweise 8 Uhr.

Das Gesetz soll Videospielesucht und „schlechte Schulnoten“ bekämpfen. Zudem sieht dieses auch ein Zahlungslimit für DLCs und Mikrotransaktionen vor. Junge Spieler dürfen fortan nur mehr zwischen 28 beziehungsweise 57 Dollar pro Monat ausgeben – der Beitrag skaliert mit dem Alter.

In China war die Nutzung von Games bereits zuvor stark reguliert. So müssen Spiele von der Regierung vorab abgesegnet werden, damit diese überhaupt auf den Milliardenmarkt verfügbar sind. Entwickler müssen sich dabei auch Zensurmaßnahmen unterwerfen. Manchmal führt dies dazu, dass es eigene Ausgaben eines Games nur für den chinesischen Markt gibt.

Huawei-Chef bietet No-Backdoor-Vereinbarung an

Huawei-Chef Ren Zhengfei bietet für das 5G-Netz eine Vereinbarung gegen Hintertüren an.

Der 75jährige betonte, er könne ausschließen, dass Daten durch Hintertüren in der Technik nach China abfließen könnten. Huawei werde sich an den Bewertungskriterien des BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) messen lassen.

Ein Verbot von Huawei würde auch bestehende Netze in Deutschland betreffen und damit den Betrieb aller Telekommunikationsnetze des Landes gefährden. Fraglich ist, ob eine solche Verordnung rechtssicher umzusetzen wäre, die zudem keiner der Netzbetreiber befürwortet. Die Mobilfunkbetreiber setzen überall in Deutschland – auch regional – auf mehrere Ausrüster, was sich Multi-Vendor-Strategie nennt.

Huawei hatte bereits im März 2019 in Brüssel sein Cybersicherheits-Transparenzzentrum eröffnet. Dort werde Regierungsstellen und Kunden der Quellcode für Huawei-Netzausrüstung vorgelegt. Der Quellcode der Huawei-Software soll mit Signatur gesichert überprüfbar gemacht werden.

WhatsApp schränkt Gruppenfunktion ein

Die Nutzer sollten bestimmen können, wer sie zu Gruppen hinzufügen kann – zum Schutz von Nutzern mit nervigen Bekanntschaften.

Nun hat das Unternehmen ein entsprechendes Update angekündigt. Nach dem Update hat man die Möglichkeit, in den Datenschutzeinstellung zu bestimmen, wer einen zu einem Gruppenchats hinzufügen kann.

Dazu gibt es die Einstellungen „Jeder“, „Meine Kontakte“ oder „Meine Kontakte, außer…“. Die Nutzer müssen diese Funktion allerdings selbst aktiv auswählen, standardmäßig bleibt die Einstellung auf „Jeder“.

Xerox will HP für 27 Milliarden US-Dollar kaufen

Xerox strebt die Übernahme des PC- und Druckerherstellers HP an. Wie das Wall Street Journal aus informierten Kreisen berichtet, wurden dazu Gespräche geführt. Das Angebot hat ein Volumen von rund 27 Milliarden US-Dollar.

Es steht noch nicht fest, dass Xerox ein Angebot unterbreitet und dass es erfolgreich sein wird. HP hatte erst in der vergangenen Woche mit Enrique Lores einen neuen Chief Executive ernannt und ist mehr als dreimal so groß wie Xerox.

Der Plan der Xerox-Führung, die Firma an den japanischen Konkurrenten Fujifilm Holding zu verkaufen, wurde im April 2018 gestoppt. Die Großaktionäre Carl Icahn (83) und Darwin Deason (76) verhinderten die Übernahme und setzten den Vorstandschef ab. Eine Klage von Fujifilm dagegen wurde abgewiesen.

Hewlett-Packard hatte die Aufspaltung in zwei separat gehandelte börsennotierte Unternehmen im Oktober 2014 angekündigt. Unter Hewlett-Packard Enterprise wurden IT-Infrastruktur, Software und Services für Großunternehmen zusammengefasst. In der Firma HP laufen alle Druck- und PC-Produkte unter dem alten Firmenlogo. HP mit Sitz in Palo Alto, Kalifornien, bietet hauptsächlich kleinere Drucker und Druckerzubehör sowie 3D-Drucker und ist außerdem einer der größten PC-Hersteller der Welt. Das Unternehmen erzielte im vergangenen Geschäftsjahr, das im Oktober 2018 endete, einen Umsatz von rund 58 Milliarden US-Dollar.

Insolvenz: Messenger Ginlo macht dicht

Mit einem voll auf Privatsphäre ausgerichteten Konzept ging das Start-up Brabbler Mitte 2017 an den Start: Sein neuer Messenger Ginlo sollte die voll verschlüsselte Chat-Zentrale für jedermann werden.

Noch im Frühjahr übernahm Brabbler den Messenger-Dienst Simsme samt Nutzern von der Deutschen Post AG. Doch jetzt ist dem Unternehmen das Geld ausgegangen, das Insolvenzverfahren eröffnet.

Es sei nicht möglich gewesen, eine weitere Finanzierung zu sichern, wie Brabbler mitteilt. Ginlo werde zu Ende Dezember eingestellt.

Dateien sichern

Bis dahin soll der Dienst noch weiterlaufen, allerdings im Minimalbetrieb ohne Kundensupport. Funktionen wie die Contentchannel für Privatnutzer oder DHL-Paketbenachrichtigungen werden laut Brabbler ab sofort deaktiviert.

Real schmiedet Allianz gegen Amazon

Nun soll ein internationales Bündnis zusätzliches Wachstum bringen. So hat Real gemeinsam mit cdiscount aus Frankreich, eprice aus Italien und emag aus Rumänien das International Marketplace Network (IMN) gegründet, dessen Ziel es ist, den Zugang zu 230 Millionen potenziellen Kunden in Europa zu bündeln – und so ein Gegengewicht zu schaffen zu den großen global operierenden Plattformen Amazon und Ebay.

„IMN verkörpert die Idee eines grenzenlosen Europas und eines barrierefreien Onlinehandels“, sagt Patrick Müller-Sarmiento, CEO von Real. Ein Jahr lang haben die vier Marktplätze mit rund 100 Händlern das Projekt getestet, am Donnerstag gehen sie damit dann in den Regelbetrieb.

Dann können sich Händler, die auf einem der Marktplätze aktiv sind, für die anderen Plattformen freischalten lassen, ohne eine neue technische Anbindung und ohne zusätzliche Kosten. Über ein System können sie dann Daten wie Verkaufspreis oder Lieferbedingungen für jedes Land individuell einstellen. „Die technische Integration ist die höchste Hürde für Händler, um auf einen Marktplatz zu gehen“, erklärt Claudia Bolten, Geschäftsführerin von real.de. Diese soll mit der IMN weitgehend gesenkt werden.

„Die Händler merken, dass sie sich zunehmend unabhängig machen müssen von Amazon“, beobachtet Bolten. Mit dem neuen Netzwerk will sich Real als attraktive Alternative etablieren und sein Angebot weiter ausbauen. Der Marktplatz bietet heute schon 15 Millionen Produkte an.

Versand ins Ausland noch hoher Aufwand

Zu Beginn der stürmischen Expansion von real.de stand eine Übernahme. So kaufte Real 2016 den kleinen, aber technologisch innovativen Marktplatz Hitmeister und verschmolz ihn mit seinem eigenen Marktplatz, der die bekanntere Marke und einen großen Bestand an Kunden einbringen konnte. Auf dieser Basis warben sie aggressiv Dritthändler für die Plattform. Mittlerweile sind es mehr als 5000.

„Das Management von real.de hat nach der Übernahme von Hitmeister viel richtig gemacht“, lobt Jan Bechler, Geschäftsführer der Agentur Finc3 Commerce, die Markenhersteller wie Bosch oder Bahlsen bei ihrem Auftritt auf Onlinemarktplätzen berät. Der Marktplatz sei mittlerweile sehr relevant und generiere viel Reichweite. „Deswegen ist real.de für Händler und Marken ein weiterer wichtiger Vertriebskanal neben Amazon und Ebay“, erklärt Bechler.

Urteile der Händler stützen dies. So hat real.de bei einer Umfrage des Händlerbunds unter 1077 Onlinehändlern nach der Beliebtheit der Marktplätze deutlich besser abgeschnitten als Amazon und landete hinter Ebay auf Platz zwei. Ganz vorn liegt real.de bei der Frage, wie fair sich Händler von den Handelsplattformen behandelt fühlen.

Gerald Reischl wird Kommunikationschef von AT&S

Gerald Reischl ist neuer „Director Communications & Public Relations“ des österreichischen Leiterplattenhersteller AT&S. Reischl war lange Technologiejournalist des „Kurier“ und leitete danach den Startup-Cluster des ORF namens Futurelab 261.

Bei AT&S ist Reischl Unternehmenssprecher und seit Monatsbeginn zuständig für Corporate Communications, Internal Communications und Marketing Communications.