Daten von 1,3 Millionen Clubhouse-Nutzern in Hacker-Forum aufgetaucht

Nach Facebook und Linkedin sorgt nun die nächste Social-Media-Plattform für Schlagzeilen. Persönliche Daten von rund 1,3 Millionen Nutzern der Trend-App Clubhouse sollen nun im Internet frei zugänglich gemacht worden sein. So handelt es sich dabei um Details zu Namen, verknüpften Social-Media-Profilen und Nutzer-IDs. Die Betreiber von Clubhouse haben sich noch nicht dazu geäußert.

Aktuell umfasst die Sammlung Nutzerdaten, die öffentlich einsehbar sind. Diese wurden mittels sogenannter „Datascraping“-Technik gesammelt und zu einer Datenbank zusammengefasst. Dieser Datensatz wurde nun in einem beliebten Hackerforum frei zugänglich gemacht. Zwar handelt es sich bei der Veröffentlichung der betroffenen Daten technisch gesehen nicht um einen Hackerangriff, dennoch stellt die Datensammlung eine Gefahr für Nutzerinnen und Nutzer dar.

Infineon sichert sich 1,3 Milliarden Dollar für Cypress-Übernahme

Der Halbleiterhersteller Infineon hat sich in den USA 1,3 Mrd. Dollar (1,09 Mrd. Euro) für die Finanzierung der Übernahme des US-Rivalen Cypress Semiconductor gesichert. Die Anleihen seien im Rahmen einer Privatplatzierung auf den Markt gebracht worden, teilte das Unternehmen mit.

Finanzvorstand Sven Schneider erklärte, die Emission sei stark überzeichnet gewesen. Insgesamt hätten sich mehr als 40 institutionelle Investoren beteiligt. Die Anleihe sei in vier Tranchen mit Laufzeiten von sechs, acht, zehn und zwölf Jahren begeben worden. Mit dem Geld will Infineon Bankdarlehen ablösen.

Google gibt Lyra frei

Google hat Lyra als Open-Source veröffentlicht, einen Audio-Codec, der maschinelles Lernen nutzt, um mit sehr wenigen Daten hochwertiges Audio zu erzeugen. Der Open-Source-Sprachcodec funktioniert auch in Netzwerken mit geringer Bandbreite.

Das KI-Team von Google stellt Lyra für Entwickler zur Integration in ihre Kommunikations-Apps zur Verfügung. Das neue Tool ermöglicht Audioanrufe in ähnlicher Qualität wie die gängigsten bestehenden Codecs und benötigt dabei 60 % weniger Bandbreite.

Audiocodecs sind heute für die internetbasierte Echtzeitkommunikation weit verbreitet. Die Technologie besteht aus der Komprimierung einer Eingabe-Audiodatei in ein kleineres Paket, das weniger Bandbreite für die Übertragung benötigt, und der anschließenden Dekodierung der Datei zurück in eine Wellenform, die über den Telefonlautsprecher eines Zuhörers wiedergegeben werden kann.

Je stärker die Datei komprimiert ist, desto weniger Daten werden benötigt, um die Audiodaten an den Hörer zu senden. Aber es gibt einen Kompromiss: Die am stärksten komprimierten Dateien sind in der Regel auch schwieriger zu rekonstruieren und neigen dazu, in weniger verständliche, roboterhafte Sprachsignale dekomprimiert zu werden.

„Eine ständige Herausforderung bei der Entwicklung von Codecs, sowohl für Video als auch für Audio, besteht darin, mit weniger Daten eine höhere Qualität zu erzielen und die Latenz für die Echtzeitkommunikation zu minimieren“, schreiben Andrew Storus und Michael Chinen, beide Software-Ingenieure bei Google, in einem Blogbeitrag.

Die Ingenieure stellten Lyra erstmals im Februar letzten Jahres als eine mögliche Lösung vor. Im Grunde funktioniert Lyra ähnlich wie herkömmliche Audiocodecs: Das System besteht aus zwei Teilen, einem Encoder und einem Decoder. Wenn ein Anwender in sein Telefon spricht, identifiziert und extrahiert der Encoder Attribute aus seiner Sprache, die so genannten Features, in Abschnitten von 40 Millisekunden, komprimiert die Daten und sendet sie über das Netzwerk an den Decoder, der sie an den Empfänger ausliest.

Um den Dekodierer zu verbessern, haben die KI-Ingenieure von Google das System mit einem speziellen Machine-Learning-Modell ausgestattet. Der Algorithmus wird als generatives Modell bezeichnet und wurde mit Tausenden von Stunden an Daten trainiert. Er ist in der Lage, eine vollständige Audiodatei selbst aus einer begrenzten Anzahl von Merkmalen zu rekonstruieren.

Während herkömmliche Codecs lediglich Informationen aus Parametern extrahieren können, um ein Stück Audio zu rekonstruieren, kann ein generatives Modell also Merkmale auslesen und neue Klänge auf der Basis einer kleinen Menge von Daten generieren.

Generative Modelle standen in den letzten Jahren im Mittelpunkt vieler Forschungen, und verschiedene Unternehmen haben sich für diese Technologie interessiert. Ingenieure haben bereits hochmoderne Systeme entwickelt, angefangen mit DeepMinds WaveNet, das Sprache erzeugen kann, die die menschliche Stimme nachahmt.

Ausgestattet mit einem Modell, das Audio mit minimalen Datenmengen rekonstruiert, kann Lyra daher sehr komprimierte Dateien mit niedrigen Bitraten beibehalten und trotzdem eine hochwertige Dekodierung am anderen Ende der Leitung erreichen.

Linkedin: Daten von 500 Millionen Nutzern online zum Verkauf angeboten

Nach einem Bericht von Cybernews werden zwei Millionen Linkedin-Datensätze für Forum-Credits im Wert von 2 US-Dollar angeboten. Die kompletten 500 Millionen Profildaten können dann auf Anfrage für einen mindestens vierstelligen Preis erstanden werden. Sensible Daten wie Kennwörter, Kreditkarten- oder Bankinformationen gehören nach Ansicht der zum Beweis angebotenen Datensätze allerdings nicht dazu, da für die Datensammlung lediglich automatisierte Anfragen – sogenanntes „Scraping“ – in großem Stil genutzt wurden.

Laut Linkedin unerlaubtes Scraping öffentlicher Daten

Die angebotenen Mitgliederdaten umfassen Linkedin-IDs, vollständige Namen, E-Mail-Adressen, Telefonnummen, Geschlecht, Berufsbezeichnung und andere Job-bezogene Daten, Links zu Linkedin-Profilen und Profilen in anderen sozialen Netzwerken. Dies sind alles von den Linkedin-Nutzern selbst veröffentlichte Daten und für andere Linkedin-Anwender einsehbar. Allerdings können sie in aggregierter Form für Phishing-Angriffe oder Brute-Force-Methoden zur Ermittlung von Kennwörtern genutzt werden.

Vor wenigen Tagen erst wurden Daten hunderter Millionen Facebook-Nutzer erneut im Netz entdeckt. Die vertraulichen Daten der Facebook-Anwender sind in einem Forum für Cyberkriminelle aufgetaucht. Sie stammen aus einem Leak im Jahr 2019. Facebook hat dieses Problem damals behoben, aber jetzt waren die Daten kostenfrei verfügbar.

Im Jahre 2012 waren bereits Linkedin-Passwörter im Umlauf. In einschlägigen Internet-Foren kursierte eine Liste mit über 6 Millionen Passwort-Hashes, die von Linkedin stammen. 2016 wurde allerdings bekannt, dass das Linkedin-Passwort-Leck desaströse Ausmaße angenommen hat, da nicht nur die damals veröffentlichten 6 Millionen Passwörter geklaut, sondern über 100 Millionen im Untergrund gehandelt

Facebook will Betroffene nicht über Datenleck informieren

Das Social-Media-Unternehmen sei nicht sicher, dass es den vollen Überblick darüber habe, welche Nutzer benachrichtigt werden müssten, erklärte der Sprecher. Bei der Entscheidung, die Nutzer nicht zu informieren, müsste zudem berücksichtigt werden, dass die Nutzer das Problem nicht beheben könnten und die Daten ohnehin öffentlich zugänglich gewesen seien.

In einem Blogeintrag betont Facebook derweil erneut, dass es davon ausgeht, dass die Daten durch Scraping abgeflossen sind. Demnach hätten Betrüger den Kontaktimporter von Facebook missbraucht, um die entsprechenden Daten abzufragen.

Über die Funktion konnte mit Hilfe einer Telefonnummer oder E-Mail-Adresse nach dem zugehörigen Facebook-Nutzenden gesucht werden. Kriminelle konnten die Funktion jedoch auch dazu missbrauchen, um Telefonnummern durchzuprobieren und Facebook-Konten zuzuordnen.

Die Telefonnummern an sich waren also gar nicht öffentlich zugänglich, sondern konnten durch schlichtes Ausprobieren mit einem Facebook-Profil verknüpft werden. Die so erlangten Daten werden bereits seit geraumer Zeit verkauft. So konnte gegen Zahlung von 20 US-Dollar die zugehörige Telefonnummer zu einer Facebook-ID über einen Telegram-Bot abgefragt werden. Auch die passende Facebook-ID zu einer Telefonnummer konnte auf diese Weise erfragt werden.

Willhaben warnt vor Betrügern

Willhaben warnt vor einer aktuellen Phishing-Welle. Betrüger versenden SMS und WhatsApp-Nachrichten, die vorgeben, von dem Flohmarkt-Portal zu stammen.

Laut diesen Nachrichten habe man eine Zahlung für Ware auf Willhaben erhalten. Sie enthalten den Text: „Ich habe die Ware über die willhaben bezahlt“ oder „Ware via willhaben bezahlt“ und einen Link, der in den meisten Fällen „willhaben“ in der URL beinhaltet.

Klickt man den Link an, kommt man auf eine Seite, die im Stil der Willhaben-Plattform gestaltet ist. Die Website gibt vor, dass man eine Zahlung mittels PayLivery, dem Bezahldienst von Willhaben, erhalten habe. Die User werden aufgefordert, ihre Daten einzugeben.

Das sollte man keinesfalls machen, da die Daten an die Cyberkriminellen übermittelt werden. Hat man bereits die Daten eingegeben, sollte man umgehend sein Passwort auf Willhaben ändern und bei allen anderen Diensten, bei denen dieselbe Kombination aus Mail-Adresse und Passwort verwendet wird

Deutsche Post hebt nach Gewinnsprung die Prognose

Die Deutsche Post setzt ihren Höhenflug nach den Rekordergebnissen des vergangenen Jahres fort. Wie der Bonner Dax-Konzern mitteilte, verdreifachte sich in den ersten drei Monaten 2021 der Ertrag vor Steuern und Zinsen (Ebit) gegenüber dem Vorjahrsquartal. Insgesamt kamen 1,9 Milliarden Euro zusammen, nach vergleichsweise geringen 592 Millionen Euro im ersten Quartal 2020.

„Der Start in das neue Geschäftsjahr war so dynamisch wie noch nie“, kommentierte Vorstandschef Frank Appel das Ergebnis. „Das zeigt, dass wir unser Geschäft erfolgreich auf die richtigen Wachstumstreiber ausgerichtet haben.“

Gleichzeitig hob Appel den erst am 9. März veröffentlichten Ausblick für das laufende Geschäftsjahr an. Das Konzern-Ebit für 2021 werde nun „deutlich“ über der zuletzt verkündeten Marke von 5,6 Milliarden Euro liegen. Beim freien Cashflow erwarte man ebenfalls „deutlich“ mehr als die zunächst prognostizierten 2,3 Milliarden Euro.

Wie der Bonner Logistikkonzern berichtet, blieb das an Privathaushalte zugestellte Paketvolumen in den ersten drei Monaten des Jahres unverändert hoch. Zudem zogen die Sendungsmengen an gewerbliche Empfänger, die im vergangenen Jahr stagnierten, wieder an.

Auch die Frachtsparte erholte sich. „Ein Jahr nach Beginn der Pandemie sehen wir eine deutliche Stabilisierung im Welthandel mit steigenden Luft- und Seefrachtvolumen“, sagte Appel. Der Betriebsgewinn der Sparte Global Forwarding/Freight, der 2020 unter einem um ein Zehntel eingebrochenen Transportvolumen gelitten hatte, verdreifachte sich im ersten Quartal auf 215 Millionen Euro. Auch die Lagerei-Sparte, deren Ergebnis im ersten Pandemie-Jahr wegen zeitweiser Betriebsschließungen unter Druck geraten war, stieg um rund 50 Prozent auf 165 Millionen Euro.

Die ohnehin stark wachsende Express-Sparte verdreifachte ihr Quartals-Ebit nahezu auf 955 Millionen Euro, im Post- und Paketgeschäft ging es von 334 auf 555 Millionen Euro nach oben. Auch das ausländische Paketgeschäft, das unter dem Namen E-Commerce Solutions geführt wird, glänzte mit einem Betriebsgewinn von 115 Millionen Euro. Die noch junge Konzerntochter hatte im Vorjahresquartal gerade einmal sechs Millionen Euro verdient.

Die positive Geschäftsentwicklung führt außerdem zu einer starken Cashflow-Entwicklung. So kam in den ersten drei Monaten 2021 rund eine Milliarde Euro an freiem Cashflow zusammen, während der Wert zwölf Monate zuvor noch bei minus 409 Millionen Euro gelegen hatte.

Twitch sperrt Nutzer künftig auch für Taten außerhalb der Plattform

Im Detail bedeutet das, dass Twitch bei der Untersuchung eines gemeldeten Vorfalls während eines Livestreams auch Belästigungen auf Twitter berücksichtigen werde. Neu ist jedoch insbesondere die zweite Kategorie: Denn Twitch wird nun „gegen schwerwiegende Verstöße vorgehen, die ein erhebliches Sicherheitsrisiko für die Twitch-Community darstellen. Auch wenn diese Handlungen vollständig außerhalb von Twitch stattfinden.“

Begrenzter Handlungsspielraum

Dazu zählt die Plattform Taten wie tödliche Gewalt und gewalttätigen Extremismus, terroristische Aktivitäten oder Rekrutierung. Aber auch sexuelle Übergriffe, die sexuelle Ausbeutung von Kindern oder Drohungen gegen Twitch und seine Mitarbeiter werden vom Unternehmen aufgelistet.

Bei den Ermittlungen wird Twitch von einer externen Anwaltskanzlei unterstützt. Außerdem wurde die E-Mail-Adresse „OSIT@twitch.tv“ eingerichtet, an die jeder Beweise für Fehlverhalten außerhalb der Plattform schicken kann. Gleichzeitig wies das Unternehmen jedoch darauf hin, dass der eigene Handlungsspielraum begrenzt sei. Deshalb könne man sich nur mit gemeldeten Verhaltensweisen befassen, die explizit unter die aufgelisteten Bereiche fallen.

Neue Regeln bezüglich Hassrede

Schon in der Vergangenheit wurden Personen wegen ihres Verhaltens abseits der Plattform gesperrt. So auch letztes Jahr, als mehrere Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs gegen bekannte Twitch-Streamer aufkamen. Infolge dessen wurde der Super Smash Bros.-Streamer Zero von der Plattform verbannt, nachdem er zugegeben hatte, sexuell eindeutige Nachrichten an Minderjährige gesendet zu haben.

Die Klarstellung der eigenen Richtlinien bezüglich Off-Plattform-Belästigung folgt einer Aktualisierung der Regeln bezüglich Hassrede und Belästigung vom Jänner 2021. Dabei stellte Twitch klar, dass unter anderem „das Teilen von hasserfüllten Bildern oder Symbolen“ und „das Angreifen anderer mit wiederholten oder schweren persönlichen Angriffen“ verboten sind.

SAP gewinnt Google als Kunden

SAP hat Google als neuen großen Kunden für seine Buchhaltungs-Software gewonnen. Für den deutschen Konzern ist es auch ein Prestige-Erfolg im Wettbewerb mit dem Erzrivalen Oracle, von dem der Internet-Riese zu den Deutschen wechselt.

Google und Oracle sind Konkurrenten im Cloud-Geschäft – und dieser Wettbewerb wurde oft mit harten Bandagen geführt. So weigerte sich Oracle über Jahre, seine Datenbanken-Software für Googles Cloud-Dienste zu zertifizieren. Das hatte zur Folge, dass Oracle-Kunden sich nicht sicher sein konnten, ob sie dafür Googles Cloud nutzen konnten, ohne die Lizenzbedingungen zu verletzen. Der Google-Sprecher betonte bei CNBC, dass der Internet-Konzern eine technische Lösung dafür anbiete. „Aber das ist völlig unabhängig von unserer Entscheidung, als Unternehmenskunde unsere Finanzsysteme von Oracle auf SAP umzustellen.“

Über ein Jahrzehnt stritten die Unternehmen auch vor Gericht über gut 11 000 Zeilen Software-Code von Schnittstellen der Programmiersprache Java, die Google für das Smartphone-System Android verwendet hatte. Das Oberste Gericht der USA entschied in letzter Instanz, dass Google damit keine Urheberrechtsverletzung begangen habe.

Toshiba soll für 21 Milliarden Dollar von CVC übernommen werden

In einer knappen Mitteilung von Toshiba heißt es, der Konzern werde um weitere Informationen bitten und das Angebot sorgfältig prüfen. Die japanische Wirtschaftszeitung Nikkei berichtete, CVC wolle umgerechnet 21 Milliarden US-Dollar, rund 17,7 Milliarden Euro, für den japanischen Traditionskonzern bieten und danach von der Börse nehmen.

Eine Übernahme durch einen nicht japanischen Bieter müsste aus Gründen der nationalen Sicherheit von der Regierung in Tokio genehmigt werden. Da Toshiba auch in strategischen Bereichen wie im Kernkraftgeschäft tätig ist, würde eine solche Transaktion sehr sorgfältig unter die Lupe genommen werden.

Apple öffnet Ortungsnetzwerk „Wo ist?“ für Drittanbieter

Apple öffnet sein Ortungsnetzwerk „Wo ist?“, mit dem bisher nur konzerneigene Produkte lokalisiert werden konnten, für externe Hersteller. Zu den ersten Drittanbieter-Geräten, die mit Hilfe des Apple-Dienstes geortet werden können, gehören unter anderem bestimmte Fahrräder eines niederländischen Herstellers.

Der Dienst „Wo ist?“ war 2010 als „Find my iPhone“ eingeführt worden, um verloren gegangene oder gestohlene Geräte zu orten. Später wurde der Dienst um eine Ortungsfunktion für Freunde („Find my Friends“) erweitert. Seit der Betriebssystemversion iOS 13 wurden die beiden Dienste zu „Find my“ („Wo ist?“) zusammengeführt. Mit dem Service können inzwischen Macintosh-Computer, iPads, die Apple Watch sowie die AirPods-Kopfhörer auf einer digitalen Karte lokalisiert werden.

Samsung geht von starkem Gewinn im ersten Quartal aus

Der weltgrößte Handyhersteller Samsung geht davon aus, dass sein Gewinn im ersten Quartal um etwa 44 Prozent gestiegen ist. Analysten führen den Anstieg auf den regen Verkauf von Smartphones und Fernsehern zurück. Samsung prognostizierte für den Zeitraum von Jänner bis März einen operativen Gewinn von 9,3 Billionen Won (etwa 7 Milliarden Euro), teilte das südkoreanische Unternehmen mit. Samsung ist marktführend bei Smartphones, Speicherchips und Fernsehern.

Beim Umsatz rechnet Samsung Electronics für das abgelaufene Quartal mit einem Anstieg um 17,5 Prozent auf 65 Billionen Won (etwa 49 Milliarden Euro).

Samsung EYELIKE

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) leiden mindestens 2,2 Milliarden Menschen an einer Form von Sehbehinderung. Fast die Hälfte dieser Fälle war vermeidbar oder muss noch behandelt werden. Im Rahmen des „Galaxy Upcycling Programms“ mit wiederverwendeten Smartphones will Samsung rund eine Milliarde dieser Fälle von Sehbehinderung adressieren.

Microsoft im Java-Ökostystem

Die Binärdateien von Microsofts OpenJDK haben das Java Technology Compatibility Kit (TCK) für Java 11 wohl bestanden. Die Builds folgen offenbar denselben Skripten, die das Eclipse-Adoptium-Projekt (vormals AdoptOpenJDK) verwendet. Zu den Mitgliedern der kürzlich eröffneten Eclipse Adoptium Working Group gehört auch Microsoft. Microsoft wird Java-8-Binärdateien von Eclipse Adoptium auf Azure-verwalteten Services unterstützen, die diese eigentlich veraltete Java-Version als Ziel-Runtime anbieten. Die Idee von AdoptOpenJDK geht unter anderem auf Martijn Verburg zurück. Dessen Unternehmen jClarity hatte Microsoft 2019 übernommen. Verburg ist seitdem mittlerweile Principal Engineering Group Manager für Java bei Microsoft.

Microsoft als großer Java-Nutzer

Java spielt bei Microsoft eine größere Rolle. So heißt es, dass das Unternehmen „intern über 500.000 Java Virtual Machines (JVMs) einsetze – ohne alle Azure-Dienste und Kunden-Workloads – mit Anforderungen, die von Backend-Microservices über Big-Data-Systeme, Message Broker, Event-Streaming-Dienste bis hin zu Gaming-Servern reichen“. Mehr als 140.000 dieser JVMs basierten bereits auf dem Microsoft Build des OpenJDK.

Googles smartes Display kommt nach Österreich

Der neue Google Nest Hub soll ab Anfang Mai auch in Österreich erhältlich sein. Dies kündigte Google im Rahmen eines Pressegesprächs gegenüber Medienvertretern an. Österreich ist dabei Teil der zweiten Welle an unterstützten Ländern, zu der sonst unter anderem Spanien, die Niederlande und die Schweiz zählen.

Rein äußerlich ähnelt der neue Nest Hub der ersten Hardwaregeneration aus dem Jahr 2018 stark. Die wirklich relevanten Unterschiede gibt es insofern im Inneren, und dabei sticht vor allem ein Name hervor: Project Soli. Jener Radar-Chip, der im Smartphone Pixel 4 sein Debüt gegeben hatte – und für das Pixel 5 wieder gestrichen wurde –, hat nun einen neuen Einsatzort gefunden. Beim neuen Nest Hub ist er zunächst einmal für Gestenerkennung zuständig. So ist es berührungslos möglich, abgespielte Inhalte zu pausieren oder auch einen Wecker in der Früh zu snoozen.

Seinen interessantesten Einsatzort findet Soli jedoch an anderer Stelle: für die Schlafanalyse. Der neue Nest Hub kann nun den Schlaf seiner Nutzer überwachen und anschließend Daten über dessen Qualität liefern. So wird nicht nur darüber informiert, wie lange man geschlafen hat, sondern auch, wie die Atemfrequenz des Nutzers war. Auch Schnarchen, Husten und Licht werden verzeichnet, durch die Erfassung kleiner Bewegungen soll dabei sogar unterschieden werden können, ob man wach herumliegt oder tatsächlich schläft.

Google versichert dabei, dass man hierbei zuverlässig die Daten einer einzelnen Person analysieren kann. Um dies zu garantieren, nimmt die Schlafanalyse zunächst eine Kalibrierung vor, um zu sehen, in welchem Bereich der jeweilige Nutzer schläft.

Zu den weiteren Neuerungen gehört ein verbesserter Klang, Google spricht von einem 50 Prozent stärkeren Bass. Die Erkennung von Sprachbefehlen wurde mithilfe eines dritten Mikrofons verbessert. Gerne betont Google auch, dass sich diese Mikrofone über einen mechanischen Schalter deaktivieren lassen, wenn man etwa ganz auf Fernsteuerung via App oder die Nutzung per Touchscreen setzen will – was auch aus Privacy-Gründen interessant sein kann.

Der Nest Hub der zweiten Generation soll ab dem 4. Mai im österreichischen Google Store zum Kauf stehen. Der Preis liegt erneut bei 99,99 Euro, es wird wieder Farbausführungen in Schwarz und Grau geben, die Varianten in hellem Rot und Blau sind hingegen anderen Ländern vorbehalten. Gerne betont Google auch seine Umweltschutzbemühungen – so seien 54 Prozent des Gehäuses aus recyceltem Kunststoff.

Lenovo und Nokia legen Patentstreit bei

Der PC-Marktführer Lenovo und Nokia haben ihren jahrelangen Patentstreit beigelegt. Die Unternehmen gewähren sich gegenseitig Zugang zu ihren Patenten.

Lenovo werde zudem eine Ausgleichszahlung an den Netzwerk-Ausrüster leisten, wie Nokia mitteilte. Der Betrag wurde nicht genannt.

Nokia hatte Lenovo unter anderem in München und den USA mit dem Vorwurf von Patentverletzungen verklagt. Der finnische Konzern besitzt unter anderem als einstiger Handy-Weltmarktführer Schutzrechte für diverse grundlegende Technologien – und zieht auch oft vor Gericht, um Lizenzdeals zu erzwingen. Zu Lenovo gehört unter anderem die Smartphone-Marke Motorola.

Signal bekommt Bezahlfunktion via Kryptowährung

Signal bekommt einen eigenen Bezahldienst namens Signal Payments. Dieser nutzt das Mobilecoin-Netzwerk beziehungsweise dessen Kryptowährung MOB, um Überweisungen zwischen zwei Usern zu ermöglichen. Signal selbst stelle dabei nur den Vermittler dar, betont man. Das bedeute, dass man keinerlei Daten über Transaktionen sammle, genau genommen sei dies durch den Aufbau von Mobilecoin auch gar nicht möglich.

Und doch gab es umgehend auch Kritik an der Entscheidung von Signal. Zwar ist das auf Blockchain-Technologie basierende Mobilecoin größtenteils Open Source, es nutzt aber auch Intels proprietäre SGX-Lösung. Dabei handelt es sich um eine Art Hochsicherheitsbereich in aktuellen Intel-CPUs, den Signal auch für andere Dinge wie die Kontakterkennung nutzt. Kritik daran gab es immer wieder, da SGX unter Sicherheitsexperten nicht unbedingt einen guten Ruf hat.

Beschränkung

Signal Payments ist Teil der aktuellen Beta-Versionen des Messengers für Android und iOS. Allerdings gibt es dabei eine wichtige Einschränkung zu beachten: Fürs Erste geht all das nur in Großbritannien. Wann sich das ändern soll, lässt man derzeit noch offen. Interessant ist zudem, dass die Entwickler in Zusammenhang mit Mobilecoin vom ersten unterstützten Bezahlprotokoll sprechen. Es könnte also durchaus sein, dass Signal Payments später auch andere Kryptowährungen unterstützen wird.

Yahoo Answers wird nach 15 Jahren endgültig eingestellt

In den letzten Jahren entwickelte sich das Forum zunehmend zu einer Plattform für Verschwörungserzählungen und politische Meinungen.

Auf der Startseite von Yahoo Answers befindet sich seit 6.4. ein Hinweis auf die nahende Stilllegung der Webseite. Schon ab dem 20. April wird es nicht mehr möglich sein, neue Fragen einzureichen. Nutzer, die Zugriff auf ihre Daten erlangen möchten, können diese bis zum 30. Juni herunterladen. Danach werden alle Fragen, Antworten, und Bilder, die von Nutzern generiert wurden, nicht mehr zugänglich sein, schreibt Yahoo im FAQ.

Ressourcen für andere Produkte

In einer Benachrichtigung für registrierte Nutzer gibt Yahoo Details zum Grund für das Ende der Plattform preis. Yahoo Answers sei lange Zeit ein wichtiger Bestandteil der Produktpalette des Unternehmens, das 2017 von Verizon übernommen wurde, gewesen, doch über die Jahre habe es an Beliebtheit verloren, schreibt das Team des Forums. Nun wolle man die Ressourcen des Unternehmens für andere Produkte einsetzen, berichtet „The Verge“.

Verschwörungserzählungen

2005 ging Yahoo Answers das erste Mal online und galt lange Zeit als Anlaufstelle für alle Fragen, die mit einer einfachen Google-Suche nicht gelöst werden konnten. In den letzten Jahren entwickelte sich das Forum jedoch zunehmend zum Meinungsportal für politische Fragen und Verschwörungstheorien.

Google gewinnt milliardenschweres Verfahren gegen Oracle

Der Online-Gigant Google hat eine milliardenschwere Klage des Softwarekonzerns Oracle wegen angeblicher Urheberrechtsverletzungen beim Smartphone-System Android vor dem Obersten US-Gerichtshof abgewehrt. Der Supreme Court entschied, dass Google keine Rechtsverstöße begangen habe und überstimmte damit ein Urteil aus unterer Instanz.

Streit seit 2010

Für Google und den Mutterkonzern Alphabet ist das ein großer Sieg. Oracle hatte rund neun Milliarden Dollar an Entschädigungszahlungen gefordert. Google hatte für Android ungefähr 11.000 Zeilen Software-Code der Programmiersprache Java verwendet.

Oracle, das Java 2010 mit der Übernahme von Sun Microsystems gekauft hatte, hatte Google noch im selben Jahr verklagt. Der zuständige Richter hatte zunächst entschieden, dass die Java-Schnittstellen grundsätzlich nicht urheberrechtlich schützbar gewesen seien. In Berufungsverfahren wurde dieses Urteil jedoch gekippt. Die Richter des Supreme Courts entschieden jetzt mit sechs zu zwei Stimmen zugunsten von Google.

Streit um Programmierschnittstellen

Gestritten wurde konkret um Programmbibliotheken, welche die Android-Macher selbst zur geschrieben hatten, anstatt die Standardbibliotheken von Sun Microsystems zu nutzen. Oracle ortete Plagiarismus und forderte für die Verwendung der Programmierschnittstellen (APIs) Lizenzgebühren.

LG baut keine Smartphones mehr

Aus dem Smartphone mit dem t-förmigen Bildschirm wird nichts: Der südkoreanische Konzern LG Electronics stellt die Produktion von Handys ein. Die Sparte soll bis Ende Juli geschlossen werden.

LG ziehe sich „aus dem äußerst wettbewerbsintensiven Mobiltelefonsektor“ zurück, heißt es in einer Mitteilung des Konzerns. Das Unternehmen wolle sich auf andere Bereiche konzentrieren. Dazu gehöre die Herstellung von Komponenten für Elektroautos, von vernetzten Geräten oder Robotern. Auch Smart Homes und künstliche Intelligenz wurden genannt.

Gerüchte über ein Ende von LGs Smartphone-Sparte gab es schon länger: Anfang des Jahres war ein internes Dokument aufgetaucht, in dem die Rede davon war, dass der Unternehmensbereich verkleinert, verkauft oder geschlossen werden könnte.

LG war Anfang der 2010er Jahre noch einer der größten Smartphone-Produzenten. Seither hat der südkoreanische Konzern jedoch stark an Marktanteilen verloren. Da halfen auch ungewöhnliche Smartphone-Konzepte nicht, wie etwa das LG Wing mit einem drehbaren Display und einem darunter liegenden zweiten Bildschirm.

Die Smartphone-Bereich macht hohe Verluste

Die Smartphone-Sparte von LG ist seit Jahren defizitär: Seit 2015 wurde in jedem Quartal operative Verluste gemeldet. In den vergangenen sechs Jahren soll der Bereich Einbußen von insgesamt rund 4,5 Milliarden US-Dollar gehabt haben.

Die vorhandenen Bestände an Smartphones will LG noch weiterhin zum Verkauf anbieten. Auch würden „für einen bestimmten Zeitraum, der nach Region variiert“, Support und Software-Updates angeboten, teilte der Konzern mit.

Ganz aus dem Mobilfunkbereich zurückziehen wird sich LG aber nicht: Der Konzern will nach eigenen Angaben „Mobilfunk-Technologien wie 6G“ entwickeln.

Daten von mehr als 500 Millionen Facebook-Nutzern erneut im Netz entdeckt

Die Daten von mehr als 500 Millionen Facebook-Nutzern, die 2019 erbeutet worden waren, sind im Internet in einem Hacker-Forum veröffentlicht worden. Zu den veröffentlichten Nutzerdaten zählen auch vollständige Nutzernamen, Geburtsdaten und Beziehungsstatus.

Telefonnummern, E-Mail-Adressen und andere Daten von Hunderten Millionen Facebook-Nutzern sind am Wochenende erneut in einem Hacker-Forum entdeckt worden. Zu den veröffentlichten Nutzerdaten zählten unter anderem auch vollständige Nutzernamen, Geburtsdaten und mitunter auch der Beziehungsstatus.

„Das sind alte Daten, über die bereits 2019 berichtet wurde. Wir haben das Problem im August 2019 entdeckt und behoben“, schrieb eine Sprecherin des Online-Netzwerks daraufhin am Samstag (Ortszeit) bei Twitter.

Zuvor hatte die IT-Sicherheitsfirma Hudson Rock Daten von 533 Millionen Facebook-Nutzern im Netz entdeckt, wie die Nachrichtenseite „Business Insider“ berichtete. Einige der Daten seien noch aktuell, hieß es in dem Bericht.

Alon Gal, Technologie-Chef des Unternehmens Hudson Rock, das Informationen über Cyberkriminalität zusammenträgt, warf Facebook „absolute Nachlässigkeit“ vor. „Das bedeutet, dass wenn du einen Facebook-Account hast, es äußerst wahrscheinlich ist, dass die für den Account genutzte Telefonnummer durchgesickert ist“, erklärte Gal. „Schlechte Akteure werden die Informationen sicherlich für Social Engineering, Betrug, Hacken und Marketing nutzen.“

Facebook hat 2,8 Milliarden aktive Nutzer

Wenn persönliche Informationen wie E-Mail-Adressen und Telefonnummern im Umlauf sind, steigt die Gefahr, dass Menschen auf gefälschte E-Mails reinfallen, weil sie authentischer gestaltet werden können. Facebook hat nach jüngsten Angaben 2,8 Milliarden Nutzer, die mindestens einmal im Monat aktiv sind.

Schon 2019 waren Telefonnummern von 420 Millionen Nutzern im Netz aufgetaucht, nachdem eine Funktion zur Freundessuche für den Datenabgriff missbraucht worden war. Die Telefonnummern waren zwar nicht offen sichtbar, konnten jedoch über automatisierte Anfragen – sogenanntes „Scraping“ – in großem Stil abgerufen werden. Das verstieß gegen die Facebook-Regeln, war aber technisch möglich, bis das Online-Netzwerk die Funktion schließlich abschaltete. Sind solche Daten erst einmal abgegriffen, kann ihre Verbreitung im Netz kaum noch gestoppt werden.

Scraping wurde für Facebook immer wieder zum Problem. So musste das Online-Netzwerk 2018 einräumen, dass vermutlich alle öffentlich zugänglichen Daten der damals bereits mehr als zwei Milliarden Nutzer durch automatische Abrufe systematisch eingesammelt wurden.

Später gab es Datenschutzdebatten über die Firma Clearview AI, die öffentlich sichtbare Bilder unter anderem von Facebooks Fotoplattform Instagram sammelte und auf dieser Basis eine Datenbank zur Gesichtserkennung zusammenstellte. Unter den Kunden von Clearview AI sind unter anderem US-Polizeibehörden.

USA und Japan planen Halbleiter-Abkommen

Angesichts der Lieferengpässe der Chipindustrie planen die USA und Japan ein Abkommen über die Versorgung mit kritischen Halbleiterkomponenten. Für den Antrittsbesuch des japanischen Ministerpräsidenten Yoshihide Suga beim neuen US-Präsidenten Joe Biden in diesem Monat strebten beide Regierungen eine entsprechende Vereinbarung an.

Das Treffen, das ursprünglich für den 09. April geplant war, wird nach Angaben der Regierung in Tokio auf den 16. April verschoben. Suga ist voraussichtlich der erste ausländische Regierungschef, den Biden empfängt. Regierungskreisen zufolge ist Sugas Abreise in Japan am 15. April und seine Abreise in Washington am 17. April geplant. Nachschubprobleme mit Halbleitern und ihren Komponenten haben unter anderem die Autoindustrie empfindlich getroffen.

Apple: Update-Blockade für Apps, die Anti-Tracking-Regeln umgehen

Mittlerweile dürfen nur mehr Updates in den App Store hochgeladen werden, wenn diese sich an die neuen Transparenzregeln halten. Konkret bedeutet dies, dass sie entweder kein app- oder webseitenübergreifendes Tracking durchführen, oder aber die Nutzer zumindest explizit davor warnen. Dabei geht es vor allem um den Zugriff auf Apples eigenen Identifier for Advertisers (IDFA). Will eine App diesen nutzen, zeigt iOS künftig einen Warndialog an, der sehr deutlich macht, dass hier Daten an Dritte weitergegeben werden.

Bis zuletzt gab es Fragen, wie strikt Apple die ATT durchsetzen wird, und nun zeigt sich: Ziemlich strikt. So berichten laut Macrumors mehrer App-Entwickler, dass ihre aktuellen Updates abgelehnt wurden. Dies mit dem Hinweis: „Ihre App nutzt algorithmisch konvertierte Geräte- und Nutzungsdaten, um die User eindeutig zu identifizieren und zu tracken“. In Folge wird dann auch angezeigt, welche Daten konkret gesammelt werden. Zudem werden die Entwickler aufgefordert, diese Maßnahmen zu beenden, so sie weiter im App Store verbleiben wollen – oder die Nutzer davor zu warnen.

Was die Situation allerdings etwas komplizierter macht: Viele der betroffenen Entwickler waren von dieser Nachricht offenbar überrascht. Das liegt daran, dass es gar nicht ihr App-Code selbst ist, der als problematisch erkannt wird, sondern von Drittherstellern integrierte Software Development Kits (SDKs). Und das ist kein Randproblem. So wird etwa das SDK der Firma Adjust, das zu den Betroffenen zählt, von mehr als 50.000 Apps genutzt.

D: Gesetze gegen Hass und zur Passwortherausgabe treten in Kraft

Das Paket besteht aus dem „Gesetz zur Bekämpfung des Rechtsextremismus und der Hasskriminalität“, das am 3.4. in weiten Teilen in Kraft tritt, sowie dem ab 2.4. geltenden „Gesetz zur Anpassung der Regelungen über die Bestandsdatenauskunft an die Vorgaben aus der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom 27. Mai 2020“.

Mit dem Anti-Hass-Gesetz wird das Strafgesetzbuch erweitert und verschärft. Schon das „Billigen“ oder Androhen von Straftaten etwa in sozialen Netzwerken gilt wieder als Verbrechen, wenn entsprechende Äußerungen geeignet sind, den öffentlichen Frieden zu stören. Drohungen mit Taten gegen die sexuelle Selbstbestimmung, die körperliche Unversehrtheit, die persönliche Freiheit oder gegen Sachen von bedeutendem Wert, die sich gegen die Betroffenen oder ihnen nahestehende Personen richten, werden ebenfalls strafbar.

Wer öffentlich im Netz andere beleidigt, dem drohen bis zu zwei Jahre Haft. Den Katalog der rechtswidrigen Inhalte im Netzwerkdurchsetzungsgesetz hat der Gesetzgeber um das „Delikt der Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener“ ergänzt.
Pflicht zur Passwortherausgabe

Anbieter von Telemediendiensten wie WhatsApp, Google, Facebook, Tinder & Co. müssen sensible Daten von Verdächtigen wie IP-Adressen und Passwörter künftig an Sicherheitsbehörden herausgeben. Dazu kommt eine Pflicht für Betreiber großer sozialer Netzwerke wie Facebook, TikTok und Twitter, strafrechtlich relevante Inhalte wie Hassbeiträge, Terrorismuspropaganda oder Bedrohungen und Darstellungen sexuellen Kindesmissbrauchs nicht mehr nur zu löschen, sondern parallel unaufgefordert –zusammen mit aussagekräftigen Internetkennungen inklusive Portnummern – ans Bundeskriminalamt (BKA) zu melden.

Für diese lange besonders umstrittene Bestimmung gilt eine Übergangsklausel bis zum 1. Februar 2022, damit die Provider und das BKA ihre Prozesse umstellen können. Netzpolitisch aktive Vereine hatten gewarnt, dass dort eine umfassende „Verdachtsdatenbank“ in Form eines polizeilichen Zentralregisters entstehe. Die Grünen forderten daher ein entschärftes zweistufiges Verfahren, fanden dafür aber auch im Vermittlungsausschuss keine Mehrheit.

Wegen enthaltener Vorschriften zur Bestandsdatenauskunft hing auch das neue Zollfahndungsdienstgesetz bei Steinmeier fest. Dieses trägt mit den Korrekturen von Bund und Ländern nun ebenfalls die Unterschrift des Bundespräsidenten. Es tritt so am Freitag in Kraft. Die Kompetenzen des Zollkriminalamts und der Zollfahndungsämter etwa bei der – auch präventiven – Überwachung der Telekommunikation sowie des Brief- und Postverkehrs hat der Gesetzgeber hier deutlich ausgeweitet. Verbunden ist damit erstmals auch die Befugnis, Staatstrojaner für die Quellen-TKÜ nutzen zu dürfen.

Microsoft und US-Militär schließen Milliardendeal ab

Das Pentagon hat für bis zu 21,9 Milliarden Dollar (18,6 Mrd. Euro) Headsets und Cloud-Dienste bei Microsoft bestellt. Der Vertrag läuft über bis zu zehn Jahre und umfasst unter anderem die Produktion von rund 120.000 auf Microsofts Hololens-Hardware aufbauenden Augmented-Reality-Brillen, wie ein Unternehmenssprecher erklärte. Microsoft hatte 2018 zunächst für rund 480 Millionen Dollar die Entwicklung von Prototypen vereinbart.

Eine Hololens-Brille kostet im normalen Handel 3.500 Dollar, doch der Deal mit dem Militär geht weit darüber hinaus.

Das Integrated Visual Augmentation System (IVAS) genannte Programm basiert auf Microsofts Cloud-Diensten rund um die Plattform Azure.

Microsoft stellt Cortana auf Android und iOS ein

Seit 31. März 2021 sind via Cortana erstellte Inhalte – etwa To-Do-Listen und Erinnerungen – nicht mehr auf den Smartphones verfügbar, können aber nach wie vor via Windows abgerufen werden.

Außerdem werden Listen, Aufgaben und Erinnerungen automatisch mit Microsofts To-Do-App synchronisiert, die in den Stores der beiden Mobile-Betriebssysteme heruntergeladen werden kann, wie Microsoft mitteilt.

Cortana war ursprünglich als ein Smart Assistant entwickelt worden, der unter anderem als Brücke zwischen Windows-PCs und Windows Phones fungieren sollte. Aus den Windows Phone-Plänen wurde bekanntermaßen nichts. Für Android und iOS wurde Cortana dann ab Ende 2015 bereitgestellt.

Nun dürfte man vor allem damit zu kämpfen haben, dass die Konkurrenz schlichtweg stärker vertreten ist. Amazon hat mit Alexa in diversen Echo-Geräten den Markt der Smart Speaker erobert, der Google Assistant beherrscht die Android-Smartphones sowie diverser anderer Google-Geräte und innerhalb des Apple-Ökosystems hat Siri die Nase vorn.

Protestaufrufe für Kremlkritiker Nawalny: Russland droht Twitter und Facebook

In Moskau ist Twitter zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Es geht um nicht gelöschte Protestaufrufe gegen die Inhaftierung von Kremlgegner Alexej Nawalny. Auch Facebook blüht Ärger.

Kritiker sehen darin einen weiteren Versuch, die Meinungsfreiheit in sozialen Netzwerken einzuschränken: Ein Moskauer Gericht hat Twitter zu 8,9 Millionen Rubel Strafe verurteilt. Als Begründung nannten die Richter Demonstrations-Aufrufe an Minderjährige, die Russland gelöscht haben wollte. Die umgerechnet rund 99.200 Euro dürften für den US-Konzern kein Problem sein. Eine Sperrung seines Angebots schon.

Der Medienaufsichtsbehörde Roskomnadsor zufolge droht Twitter bald sogar eine vollständige Blockade. Die russischen Medienwächter rechtfertigen dies nicht nur mit Tweets und Protestaufrufen gegen die Inhaftierung des Kremlgegners Alexej Nawalny. Twitter soll auch andere verbotene Beiträge – darunter angeblich kinderpornografisches Material – nicht gelöscht haben.

Seit Wochen schon werden einige Twitter-Inhalte in Russland auf viele Geräte nur noch mit geringerer Datengeschwindigkeit übertragen.

Quantencomputer – es wird ernst

Quantencomputer gelten schon länger als eine mögliche Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts. In den kommenden Monaten könnte der Durchbruch gelingen.

Es ist das Zeitalter der großen Zahlen, aber die Summe von 450 Milliarden Dollar lässt dann doch aufhorchen. So viel Wert schaffen laut Unternehmensberatung BCG Quantencomputer: pro Jahr ab dem Jahr 2050, zum Teil durch neue Umsätze, zum Teil durch Kostenersparnisse.

Es gibt Marktschätzungen, wonach bis 2030 die Branche selbst, also die Hersteller von Quantencomputern, auf einen Umsatz von 65 Milliarden Dollar kommt.

Entsprechend alarmiert sind Investoren: Rund 200 Mio. Dollar Wagniskapital investierten sie in den vergangenen Jahren jährlich in Startups, die Quantencomputer entwickeln. Im vergangenen Jahr dann, 2020, folgte die Verdoppelung: Da wurden rund 500 Mio. Dollar investiert. Jüngst hat ein Hersteller, IonQ, bekannt gegeben, an die Börse zu gehen. Investoren sind etwa der Fonds-Riese Fidelity und Google Ventures.

Siri wird ab iOS 14.5 divers

Apples Sprachassistent Siri ist bisher in der Voreinstellung weiblich, doch das ändert sich ab iOS 14.5, dessen sechste Beta vor einigen Tagen erschienen ist. Wie Apple ankündigte, soll das Sprachassistenzsystem in Zukunft diverser werden. Nutzer müssen bei der Einrichtung des Geräts wählen, mit welcher Stimme Siri spricht, die weibliche Voreinstellung wurde abgeschafft. Das wird künftig auch bei anderen Apple-Geräten so sein.

Die Maßnahme sei die Fortsetzung von Apples „anhaltendem Commitment zu Diversität und Inklusion“, teilte das Unternehmen mit. Die Produkte würden so konzipiert, dass sie „die Diversität der Welt, in der wir leben, besser reflektieren“.

Bislang war die weibliche Stimme die Standardeinstellung. Auch vor iOS 14.5 konnte aber eine männliche Stimme gewählt werden. Ob Apple den Set-up-Prozess in allen Ländern einführt, ist nicht bekannt.

Im Rahmen der Beta-Veröffentlichung sind auch noch zwei englischsprachige Stimmen hinzugekommen, die die Text-to-Speech-Engine von Apple nutzen. Diese kann mittels der Neutral Engine aus Wortfragmenten Sätze bilden. Auch Russisch und Italienisch sollen davon profitieren.

Die neue Beta 6 von iOS 14.5 enthält außerdem ein neues Feature für die iPhone-11-Gerätefamilie. Dabei werden Akkuprobleme bei einigen iPhones adressiert. Durch eine Rekalibrierung der maximalen Kapazität und der Höchstleistungsfähigkeit des Akkus sollen Probleme beim iPhone 11, iPhone 11 Pro und iPhone 11 Pro Max beseitigt werden.

Private Rundfunksender wollen 5G-Broadcast durchdrücken

Private Radioveranstalter aus Deutschland, Österreich und der Schweiz wollen ihre Programme unbedingt mit dem Rundfunkmodus 5G verbreiten. Das gaben die vier Verbände Vaunet (Verband Privater Medien), AG Privater Rundfunk (APR) aus Deutschland, der Verband Österreichischer Privatsender (VÖP) und der Verband Schweizer Privatradios (VSP) am 31. März 2021 bekannt. Beim 5G-Broadcast ist bisher hauptsächlich die Verbreitung von linearen TV-Programmen geplant.

Der europäische Rundfunk engagiert sich seit Jahren, um den 5G-Standard so zu erweitern, dass die Verbreitung von linearen TV-Programmen zukünftig möglich sein wird. Die 5G-Broadcast Technologie ermöglicht es, die Vorteile von Rundfunk (one-to-many) mit mobilem Breitband (one-to-one) zu kombinieren. Dazu können existierende Rundfunksendeanlagen (High Tower High Power) verwendet werden, von denen ähnlich wie bei DVB-T2 ein Signal von einem Sender gleichzeitig an eine unbegrenzte Anzahl von Empfängern gesendet wird. Dies erlaube einen unabhängigen Netzbetrieb durch Rundfunknetzbetreiber über große Funkzellen mit Radien von bis zu 60 Kilometern. 5G Broadcast, eine Erweiterungen des globalen 5G-Standards, ist technisch gesehen FeMBMS (Further evolved Multimedia Broadcast Multicast Service).

Ein Konsortium wollte bisher bestehende UHF-Frequenzen für 5G-Broadcast einsetzen. Bis 2030 bleiben diese Frequenzblöcke für die terrestrische digitale Fernsehversorgung in Nutzung mit DVB-T2. Der Frequenzbereich von DVB-T2 liegt bei 470 MHz bis 690 MHz.

5G: Freier Empfang von Rundfunkprogrammen auf allen relevanten Empfangswegen

„Der freie Empfang von Rundfunkprogrammen auf allen relevanten Empfangswegen muss langfristig sichergestellt werden“, hieß es in dem gemeinsamen Positionspapier der Vertreter des privaten Rundfunks der drei Länder. Es gehe um eine zukunftssichere Multiplattformstrategie für den Rundfunk. Neben der Verbreitung über analoge und digitale Terrestrik, IP, Satellit und Kabel sei „die Verbreitung via 5G-Broadcast für den Rundfunk zukunftsentscheidend“.

Die notwendigen Frequenzen für die 5G-Rundfunkübertragung im Bereich 470 – 694 MHz müssen langfristig abgesichert werden. Marco Maier von Vaunet forderte: „Die verantwortlichen Institutionen und Politik in Deutschland, Österreich und der Schweiz müssen sich auf EU-Ebene und insbesondere bei der World Radio Conference 2023 dafür einsetzen, dass das Frequenzspektrum für den Rundfunk und auch für drahtlose PMSE-Geräte erhalten bleibt, um den Sendern 5G-Broadcast zu ermöglichen.“

Weiter sprachen sich die Verbände für eine Must-Carry-Regelung für lizenzierte Rundfunkprogramme bei 5G Broadcast aus. Zudem forderten sie für die Übertragung von 5G-Broadcast eine Pflicht zur Zusammenschaltung und Interoperabilität der benötigten Rundfunk – und Mobilfunknetze.

Trotz US-Sanktionen: Huawei macht Milliardengewinn

Huawei hat trotz harter Sanktionen der USA das vergangene Jahr mit einem Milliardengewinn abgeschlossen. Der chinesische Technologiekonzern profitierte dabei von der starken Position im Heimatmarkt, während international unter anderem der Smartphone-Absatz absackte.

Der Umsatz des Unternehmens aus dem südchinesischen Shenzhen stieg 2020 um 3,8 Prozent auf 891,4 Milliarden Yuan (rund 115,8 Mrd. Euro). Der Gewinn stieg um 3,2 Prozent auf 64,6 Milliarden Yuan (8,4 Mrd. Euro), wie Huawei mitteilte.

Im Großen und Ganzen sei das Geschäft ganz gut gelaufen, sagte der Chefsekretär des Huawei-Vorstands, Jiang Xisheng, der Deutschen Presse-Agentur. Doch „natürlich haben wir wegen der US-Sanktionen viele Schwierigkeiten“, sagte der Top-Manager. Insbesondere der Rückgang beim Absatz von High-End-Smartphones sei „relativ groß“.

Nach Berechnungen der Marktforschungsfirma IDC fiel der Smartphone-Absatz von Huawei 2020 um mehr als ein Fünftel auf 189 Millionen Geräte. Huawei, das einst Marktführer werden wollte, lag damit weltweit auf dem dritten Platz nach Samsung und Apple. Zum vierten Quartal mit dem Weihnachtsgeschäft beschleunigte sich die Talfahrt demnach auf ein Minus von mehr als 40 Prozent.

Auslöser für den Absturz auf dem Weltmarkt war, dass Huawei wegen der US-Sanktionen keine Smartphones mit vorinstallierten Google-Diensten mehr verkaufen kann. Dazu gehört auch die App-Plattform Play Store, über die die Nutzer von Android-Telefonen im Westen meist ihre Anwendungen laden.

Derweil helfen andere Geschäftsbereiche, einen Teil der Rückgänge auszugleichen. Das Geschäft mit Wearables wie Computer-Uhren oder anderen Endgeräten im Konsumentenbereich wie Kopfhörern, Laptops und smarten Bildschirmen entwickle sich „sehr gut“.

Zudem arbeite Huawei etwa an Produkten für vernetzte Autos und intelligente Fahrzeuge. „Wir möchten in Zukunft auch einen Fokus auf diesen Bereich legen“, sagte Jiang Xisheng. Ausdrücklich wolle Huawei nicht selbst Fahrzeuge produzieren, sondern verstärkt als Zulieferer mit Herstellern zusammenarbeiten. Auch an weiteren Kooperationen mit deutschen Autobauern habe man Interesse.

TSMC investiert 100 Milliarden Dollar in Ausbau von Fertigung

Der taiwanische Chipproduzent will in den kommenden drei Jahren 100 Milliarden Dollar in den Ausbau seiner Fertigungsstätten stecken. So solle die Kapazität der Produktion gesteigert werden. Man erwarte eine sehr hohe Nachfrage angesichts von 5G und dem Trend zu sehr leistungsfähigen Computern, erklärte der Konzern, zu dessen Kunden unter anderem Apple und Qualcomm gehören.

„Außerdem beschleunigt die Covid-19-Pandemie die Digitalisierung in allen Bereichen.“ TSMC hatte bereits angekündigt, in diesem Jahr zwischen 25 und 28 Milliarden Dollar für die Entwicklung und Produktion moderner Chips auszugeben.

Spotify kauft Betty Labs auf

Kürzlich hat Spotify Betty Labs übernommen, um neue Formate für Live Audio zu entwickeln. Betty Labs ist der Entwickler des Clubhouse-Konkurrenten Locker Room, einer App für Live Audio Diskussionen über Sport. „Diese Übernahme baut auf unserer Arbeit an den Audio-Formaten der Zukunft auf und wird Spotifys Einstieg in den Live-Audio-Bereich beschleunigen“, teilt Spotify mit.

Locker Room für mehr Themen: Sport, Musik und Podcasts

Innerhalb der nächsten Monate will Spotify Locker Room weiterentwickeln. Aus der Plattform für Sport-Fans soll eine Live-Audio App für ein breiteres Publikum entstehen. Die Inhalte sollen aus den Bereichen Sport, Musik und Podcast stammen. Durch „eine Vielzahl von interaktiven Funktionen“ sollen Hosts sich in Echtzeit mit dem Publikum verbinden können, kündigt Spotify an.

Apps bleiben getrennt, aber dennoch verbunden

Spotifys Forschungs- und Entwicklungschef Gustav Söderström sagte gegenüber „The Verge“, dass Locker Room als eigene App bestehen bleiben soll, eventuell mit neuem Branding. Dort sollen nicht nur Spotify-Hosts, sondern alle User Diskussionen starten können.

Langfristig sei es denkbar, einige oder alle Funktionen von Locker Room in Spotify zu integrieren. Für den Anfang soll es bei der Möglichkeit bleiben, Talks von Locker Room direkt auf Spotify zu veröffentlichen. Auch Monetarisierungsfunktionen wie kostenpflichtige Chatrooms sollen getestet werden.

Blackberry-Umsatz gesunken: Schwache Nachfrage nach Autosoftware

Der kanadische Softwarehersteller Blackberry hat im vergangenen Geschäftsquartal die Erwartungen der Wall Street verfehlt. Der Umsatz sank nach Firmenangaben von 282 Millionen Dollar im gleichen Vorjahreszeitraum auf nun 210 Millionen Dollar (knapp 179 Millionen Euro) und lag damit unter der Analystenprognose von rund 245 Millionen Dollar. Der Nettoverlust vergrößerte sich im vierten Quartal (per 28. Februar) von 41 Millionen auf 315 Millionen Dollar.

Das Management verwies auf eine schwache Nachfrage nach der Autosoftware QNX, die unter anderem von Volkswagen, BMW und Ford genutzt wird. Die Fahrzeugverkäufe werden derzeit von der Coronakrise belastet.

Großbritannien ordnet Prüfung von Giphy-Übernahme durch Facebook an

Großbritannien hat eine eingehende Untersuchung der Übernahme des GIF-Datenbank-Anbieters Giphy durch das weltgrößte Internetnetzwerk Facebook angeordnet. Zuvor habe Facebook erklärt, keine Vorschläge unterbreiten zu wollen, um auf Bedenken einzugehen, teilte die britische Kartellbehörde mit. Die Wettbewerbshüter sorgen sich um die Auswirkungen auf Online-Werbung und das Angebot von animierten Bildern. Beide Unternehmen waren zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

Facebook hatte Giphy im Mai übernommen und angekündigt, die Plattform in Instagram zu integrieren. Laut Medienberichten legten die US-Amerikaner rund 400 Millionen Dollar (341,15 Mio. Euro) auf den Tisch. Weltweit gibt es viel Kritik, dass die Marktmacht von Facebook und anderen Technologiekonzernen zu groß wird. Auch die österreichische Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) prüft den im Mai 2020 erfolgten Kauf der US-GIF-Plattform Giphy durch Facebook.

Deutsche Telekom bekräftigte ambitionierte Glasfaser-Ausbauziele

Die Deutsche Telekom hat ihre milliardenschweren Internet-Ausbaupläne für ein umfangreiches Glasfasernetz bekräftigt. „Das ist eine Rieseninvestition, vielleicht die größte Investition in der Geschichte der Deutschen Telekom“, sagte Tim Höttges.

Bis Ende 2024 will die Telekom in zehn Millionen deutschen Haushalten „Fiber“-Speed ermöglichen, das wären um fast acht Millionen mehr als derzeit. Die Glasfaser-Investitionen werden hochgeschraubt, bis 2024 sollen diese Ausgaben von zuletzt rund 1,5 Mrd. Euro auf 2,5 Mrd. Euro steigen. Es geht um Glasfaser bis in die Wohnungen.

Engpass bei Computerchips dauert mindestens bis Sommer

Der durch einen Brand bei dem japanischen Hersteller Renesas Electronics verursachte Engpass bei Computerchips wird sich vermutlich noch einige Monate hinziehen. Es werde mindestens 100 Tage dauern, bis die Produktion wieder normales Niveau erreiche, teilte das Unternehmen mit.

Die durch das Feuer am 19. März unterbrochene Fertigung könne zwar voraussichtlich binnen eines Monats wieder aufgenommen werden, sagte Konzernchef Hidetoshi Shibata bei einer Pressekonferenz. Bis alle 23 beschädigten Maschinen ausgetauscht oder repariert seien, könnten aber 100 bis 120 Tage vergehen. Damit zeichnet sich ab, dass sich Lage für die Automobilindustrie, die auf den Lieferanten angewiesen ist, erst im Sommer entspannen dürfte.

Ob dann wieder ausreichend Halbleiter zur Verfügung stehen, ist allerdings fraglich. Denn Computerchips sind, waren schon vor dem Brand bei Renesas knapp. Weltweit stockte deshalb bei vielen Autobauern bereits die Produktion.

Renesas versucht unterdessen, die ausgefallene Chip-Fertigung an andere Hersteller auszulagern. Durch eigene Produktion und Outsourcing solle der Produktionsrückstand bis Dezember aufgeholt werden. Dennoch rechnet das Unternehmen in diesem Jahr mit einem Umsatzrückgang zwischen 19,5 und 26 Milliarden Yen (gut 200 Millionen Euro).

Apple läutet Ende der SIM-Karte ein

Apples neue iPhones bieten erstmals Dual-SIM an. Und auch wenn Apple behauptet, dass sie es erfunden hätten, gibt es schon lang Smartphones, die zwei SIM-Karten verarbeiten können. Neu ist aber sehr wohl die Kombination aus herkömmlicher SIM-Karte und eSIM. Doch gleich zum Start darf man sich nicht auf diese Neuerung freuen. „Erst später im Jahr“ soll die Funktion via Update freigeschaltet werden, erklärte Apple.

Das gibt auch den Mobilfunkprovidern die Möglichkeit, ihre Systeme anzupassen. In Österreich ist das laut Apple nur T-Mobile. Bei A1 äußert man sich auf Nachfrage noch vorsichtig zu diesem Thema, ist aber überzeugt, dass man zum Start der Funktion diese auch seinen Kunden werde anbieten können.

Unklar ist die reale Nachfrage in Österreich nach Dual-SIM. „Wir können ja nicht wissen, ob in dem A1-Gerät zusätzlich eine argentinische SIM-Karte verwendet wird“, erklärt Marktführer A1. Es sei aber ein klarer Trend in diese Richtung zu erkennen – seitens der Hersteller. Auch T-Mobile und „3“ haben keine Nennzahlen zur tatsächlichen Nachfrage. Bei Samsung setzt man seit geraumer Zeit auf Hybrid-Slots. Das bedeutet, man kann entweder zwei SIM-Karten oder eine SIM- und eine SD-Karte gleichzeitig nutzen. Von den Südkoreanern heißt es, die Nachfrage sei steigend.

Wettbewerbsbehörde prüft Giphy-Übernahme durch Facebook

Die heimische Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) prüft den im Mai 2020 erfolgten Kauf der US-GIF-Plattform Giphy durch Facebook. Die Übernahme sei in Österreich nicht angemeldet worden. Aufgrund der seit 2018 existierenden Transaktionswertschwelle hätte der Zusammenschluss jedoch eventuell gemeldet werden müssen. Die BWB prüft nun vor allem das Ausmaß, in dem die Dienste von Giphy in Österreich genutzt werden. Die Ermittlungen laufen derzeit.

Die Transaktionswertschwelle wurde 2018 in Österreich eingeführt und dient der Kontrolle bei Zusammenschlüssen. So muss eine Übernahme in Österreich seitdem nicht mehr nur dann gemeldet werden, wenn im Land ein bestimmter Mindestumsatz erzielt wird, sondern auch dann, wenn der Wert der Übernahme 200 Millionen Euro überschreitet und wenn das Zielunternehmen „in erheblichem Umfang“ im Inland tätig ist, so die BWB.

Die Ermittlungen laufen, es gebe derzeit Gespräche mit Facebook, so die BWB. In dem Fall arbeite die Behörde auch eng mit der Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR) zusammen, die für die BWB auch ein „Gutachten zur wirtschaftlichen Bedeutung der mittelbaren Nutzung von Giphy“ erstellt habe. Nach dem Abschluss der Ermittlungen könnte es zu einem Verfahren vor dem Kartellgericht kommen. Komme das Gericht zu dem Schluss, dass es einen Gesetzesverstoß gab, könne eine Geldstrafe von bis zu 10 Prozent des Gesamtumsatzes des vergangenen Geschäftsjahres verhängt werden.

Schufa soll an Finanzinvestoren verkauft werden

Die Kreditauskunft Schufa könnte teilweise oder komplett verkauft werden. Laut einem Bericht des Handelsblatts verhandeln mehrere Schufa-Eigentümer, darunter die Commerzbank und die Deutsche Bank, über den Verkauf ihrer Anteile. Ausgangspunkt für die Gespräche ist demnach der Finanzinvestor EQT, der sein Interesse an der Schufa bekundet haben soll.

Mittlerweile sollen jedoch auch andere Private-Equity-Firmen wie Hellman & Friedman an den Verhandlungen beteiligt sein. Die Gespräche befänden sich jedoch noch in einem frühen Stadium; ob es wirklich zu einem Verkauf komme, sei unklar. Bei einem Verkauf könnte die Schufa mit zwei Milliarden Euro bewertet werden.

Die Schufa wurde 1927 mit dem Ziel gegründet, Bonitätsauskünfte zu erteilen. Zu den Eigentümern der Kreditauskunft gehören verschiedene Banken sowie einige Einzelhandelsunternehmen. Dabei halten die Banken rund 87 Prozent der Anteile. Laut eigenen Angaben hat die Schufa Daten zu rund 68 Millionen Personen Daten gespeichert. Aus diesen ermittelt sie die Kreditwürdigkeit der Personen, auch mit einem umstrittenen Scoring-Verfahren.

Zuletzt geriet das Unternehmen in Kritik, weil es unter dem Namen Check Now die Kontoauszüge von Personen mit einem schlechten Score auswerten wollte. Die Kontoauszüge sollten freiwillig zur Verfügung gestellt werden, um – je nach Ausgang der Auswertung – dennoch einen Kredit oder einen Vertrag zu erhalten.

Chip-Produktion von Samsung in den USA fast wieder normal

Der weltgrößte Handyhersteller Samsung sieht seine Chip-Produktion im US-Werk in Austin, Texas, nach einer einmonatigen Unterbrechung beinahe wieder auf normalem Niveau. Samsung wollte aber keine Angaben dazu machen, wann die Fertigung wieder vollständig rund läuft. Der Konzern und andere Chiphersteller mit Produktionsstätten in der Region hatten Mitte Februar wegen Unwetters die Produktion stilllegen müssen, was den weltweiten Halbleiterengpass noch verschärfte.

Marktbeobachter von TrendForce schätzen, dass durch die Störung die Smartphone-Produktion weltweit im zweiten Quartal um fünf Prozent geschmälert wird.

Trotz hoher Kosten: IT-Firmen wollen deutschen Rechenzentren

Deutsche Firmen haben auch vier Jahre nach der NSA-Affäre noch Vorbehalte gegen die Datenlagerung im Ausland. „Speziell in Deutschland ist Nähe für die Kunden durchaus ein Entscheidungskriterium für ein Rechenzentrum“, sagte Jürgen Burkhardt, Leiter der SAP-Rechenzentren weltweit, der Deutschen Presse-Agentur. Nahezu alle Daten von deutschen SAP-Kunden lagerten auch hier in Deutschland.

Insbesondere der deutsche Mittelstand lege Wert darauf zu wissen, wo seine Daten lagern. Kleinere Firmen haben nach einer Erhebung des IT-Verbands Bitkom aus diesem Jahr immer noch Vorbehalte, Software oder Kundendaten auf die Server von IT-Firmen auszulagern. Unter den Nichtnutzern von Cloud-Diensten ist das Thema Datensicherheit der größte Hemmschuh. Mittelständler ließen sich bei Führungen schon mal ganz genau zeigen, wie die Rechenzentren aussehen, so Burkhardt: „Oft kommt bei Besuchen die Frage „Ist das mein Server?““

Der Softwarekonzern hat deshalb gerade erst ein neues Rechenzentrum an seinem Stammsitz im baden-württembergischen Walldorf gebaut. Mehr als 60 Millionen Euro hat SAP für die erste Bauphase ausgegeben. Wenn der zweite Teil abgeschlossen ist, soll es Platz für 29 Millionen Gigabyte haben. Zum Vergleich: Das neue iPhone verfügt in seiner Top-Ausstattung über 512 Gigabyte Speicher.

KommAustria: Barrierefreiheit-Richtlinien für private Fernsehangebote

Die KommAustria hat Richtlinien veröffentlicht, die die Barrierefreiheit für private Fernsehsender und vergleichbare Onlineangebote regeln. Demnach sind geplante Maßnahmen in einem auf drei Jahre ausgerichteten Aktionsplan darzustellen. Auf diese Weise „soll ein meinungsvielfältiges Angebot für Menschen mit Seh- und/oder Hör-Beeinträchtigungen sowie für Menschen mit intellektuellen Beeinträchtigungen beständig wachsen“.

Über die Umsetzung der geplanten Schritte ist die Kommunikationsbehörde von den Betreibern jährlich zu informieren, wie es in einer Aussendung heißt. Diese Meldungen werden von der KommAustria wiederum in Jahresberichten zusammengefasst. Zudem wird klargestellt, wie die Fortschrittsberichte der Dienste zu gestalten sind. So will man „eine transparente und objektive Vergleichbarkeit der Pläne, Maßnahmen und Meldungen“ erreichen.

Havas Media Group verknüpft Social und Programmatic

Das Agentur-Netzwerk geht eine Partnerschaft mit dem Konzern für Social Display, Spaceback, ein, um die Kreativität für Werbung in den sozialen Medien global in den Bereich Programmatic zu bringen.

Diese Partnerschaft soll es Vermarktern ermöglichen, „Social Experiences“ über eine programmatische Infrastruktur zu verbreiten und beliebige Posts von allen wichtigen Plattformen in wenigen Sekunden anzupassen.

Social- und Programmatic-Teams hätten oft das gleiche Ziel: die beste Medienerfahrung zu liefern, um Kunden zu binden und Kaufabsichten zu fördern. Dennoch würden die beiden Einheiten selten, wenn überhaupt, in Synergien zusammenarbeiten. Diese Partnerschaft ändere das, indem sie den Aufwand und die Investitionen, die in Messaging und Kreativität für soziale Medien gesteckt werden, nutze und auf das gesamte Programm übertrage. Programmatische Aktivierung nutze das Ausmaß bezahlter Social-Investitionen, profitiere von Erkenntnissen über das Engagement in Echtzeit und verstärke die Einheiten mit hoher Geschwindigkeit über Display und Video.

Mit dieser Partnerschaft schließt die Havas Media Group gleichzeitig die organisatorische Überführung ihrer digitalen Expertise in bietbare Teams ab. James Gyngell, Global Managing Director of Partnerships bei der Havas Media Group, ergänzt: „Spaceback stellt die Technologie zur Verfügung, und unsere Reorganisation bietet die Struktur und die Talente, die benötigt werden, um eine neue Grenze für Marken zu schaffen.“

Facebook schränkt Seite von Venezuelas Präsident Maduro ein

Facebook schränkt die Seite von Venezuelas Präsident Nicolas Maduro wegen möglicher Falschinformationen ein. Der US-Konzern löschte ein Video, in dem Maduro ein Heilmittel für Covid-19 anpreist. Es handelte sich dabei um ein homöopathisches Mittel, das aus Thymian gewonnen wurde.

Maduro nannte die Lösung „Wundertropfen“ und lobte sie als einen „medizinischen Durchbruch“. Ärzte in Venezuela haben Maduros Behauptungen, das Mittel könne das Coronavirus behandeln, als „gefährlich“ bezeichnet.

Es ist nicht das erste Mal, dass Maduro auf seinen Social-Media-Profilen falsche Behauptungen über Coronavirus-Behandlungen aufstellt. Im März letzten Jahres entfernte Twitter einen Beitrag Maduros, in dem er eine Flüssigkeit bewarb, die „die infektiösen Gene“ von COVID-19 beseitigen könne. Die Löschung des Tweets erfolgte trotz der strengen Haltung Twitters gegen die Entfernung von Beiträgen von Weltführern, es sei denn, die Tweets verstießen ausdrücklich gegen die anderen Regeln.

Neues Jugendschutzgesetz: Mehr Sicherheit für Kinder und Jugendliche im Internet

Der Bundesrat hat der Reform des Jugendschutzgesetzes zugestimmt. Am 1. Mai soll das Gesetz in Kraft treten. Es erweitert den Geltungsbereich des Jugendschutzes von „Trägermedien“, von denen bislang neben „Telemedien“ die Rede war, auf alles – auf internationale Anbieter, auf digitale Medien und das Internet. Es bestimmt, dass Filme, Spiele und Plattformen „verbindlich und einheitlich Alterseinstufungen enthalten“ müssen. Bei der Einstufung werden künftig nicht mehr nur die Darstellungen von Gewalt und Sex berücksichtigt, sondern auch die mit den Inhalten – etwa Computerspielen – verbundenen Interaktionen. „Kostenfallen, unbeschränkte Kontaktfunktionen oder glücksspielähnliche Elemente“ müssen durch „Kennzeichnungen mit Symbolen, die neben die bekannte Alterskennzeichnung tritt“, transparent gemacht werden. Anbieter müssen sichere technische Voreinstellungen für den Jugendschutz anbieten sowie ein Beschwerde- und Hilfesystem einrichten.

Mit der Überwachung der Anbieter wird die „Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz“ betraut, die bislang als „Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften“ firmierte. Die Behörde wird erheblich ausgebaut, erhält einen Beirat, in dem auch Eltern und Jugendliche vertreten sind. Sie kann Maßnahmen anordnen und Bußgelder verhängen. „Das Gesetz“, sagte Bundesfamilienministerin Franziska Giffey, verpflichte „nationale und internationale Anbieter, ihrer Verantwortung gerecht zu werden und Interaktionsrisiken einzudämmen. Hierfür müssen sie geeignete Schutzkonzepte wie altersgerechte Voreinstellungen und Hilfs- und Beschwerdesysteme für ihre junge Zielgruppe entwickeln und umsetzen.“

Anfang des Monats wurde das Gesetz mit den Stimmen von CDU, CSU und SPD im Bundestag beschlossen, Grüne und AfD enthielten sich, FDP und Linke stimmten dagegen. Unterstützung fand das Gesetz bei Kinderschutz- und Familienverbänden, Kirchen, Unicef und dem Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs. Kritik indes kam von den Verbänden betroffener Anbieter wie dem Verband Privater Medien (Vaunet), Bitkom, Game und der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft (Spio). Sie bemängeln, dass „das Dickicht aus Regelungen und Zuständigkeiten“ nicht verringert werde, wie der Game-Geschäftsführer Felix Falk sagte. Es werde keine Klarheit geschaffen, „Komplexität und Unsicherheit“ nähmen zu. Der „deutsche Sonderweg im gesetzlichen Jugendschutz“ sei so „überkomplex und undurchschaubar geworden“, dass eine Reform kaum umsetzbar erscheine. Es drohe „eine Doppelregulierung, der Aufbau von Doppelstrukturen und eine Überfrachtung der Alterskennzeichen“, hatte die Vaunet-Geschäftsführerin Daniela Beaujean bei der Verabschiedung des Gesetzes im Bundestag gesagt.

Auf diese deutet hin, dass der Bundesrat das Gesetz zwar passieren ließ und nicht den Vermittlungsausschuss anrief, aber zugleich deutliche Kritik formulierte und der Hinweis erfolgte, dass die Länder ihren eigenen Jugendschutz-Apparat, den die für die Aufsicht privater Medienanbieter zuständigen Landesmedienanstalten darstellen, fortentwickeln wollen.

„Die Länder“, sagte die Bevollmächtigte für Medien und Digitales in Rheinland-Pfalz, Heike Raab (SPD), setzten „ihre Arbeit an der Weiterentwicklung des Jugendmedienschutz-Staatsvertrags und der Umsetzung eines umfassenden und kohärenten Schutzes von Kindern und Jugendlichen bei der Nutzung elektronischer Medien fort“. Die Regelungen zum Jugendmedienschutz im neuen Jugendschutzgesetz würden „aus Sicht von Rheinland-Pfalz den Herausforderungen an das gewandelte Mediennutzungsverhalten von Kindern und Jugendlichen nicht gerecht“. Die Länder, teilte der Bundesrat mit, wollten „mit der Bundesregierung in einen konstruktiven Dialog treten, um einen effektiven und konvergenten Jugendmedienschutz zu erreichen und diesen mit den Anforderungen der Medienregulierung zu verzahnen“. Für die Zukunft, sagte die CDU-Bundestagsabgeordnete Bettina M. Wiesmann, die im Gesetzgebungsverfahren darauf gedrungen hatte, zwischen Bund und Ländern Brücken zu bauen, erwarte sie „weiterhin ein konstruktives Zusammenwirken von Bund und Ländern“. Nur gemeinsam könne man „Sicherheit für Kinder und Jugendliche bewirken“.

E-Book entleihen: Ein Sci-Hub für Nachrichten?

Eigentlich ist es ein Wunder, dass es Bibliotheken gibt. Bibliotheken sind magische Orte, an denen die Idee der Informationsfreiheit mit Leben erfüllt wird. Sie bieten (fast) kostenlos Zugang zu gesammeltem Wissen, für den man in der freien Wildbahn Unmengen Geld zahlen müsste. In der Pandemiezeit ermöglichen sie auch digitalen Zugang zu Informationen, etwa über die Verbindung mit der Datenbank von genios, durch die viele Bibliotheksnutzer:innen Presseerzeugnisse lesen können. Würden Bibliotheken heutzutage erst erfunden werden, Verlage würden es verhindern.

Marktmacht und Einfluss der großen Verlage

Mit ihrer Marktmacht und ihrem politischen Einfluss schaffen es die großen Verlage in Deutschland von Springer bis Holtzbrinck seit langem, Innovationen aus dem Markt zu verdrängen und damit ihre eigene Stellung zu verteidigen. Gleichzeitig (oder auch deswegen) scheitern sie seit vielen Jahren größtenteils daran, einfache, bequeme Lösungen im Digitalen zu entwickeln, um die Inhalte von Zeitungen und Magazinen attraktiv einem eigentlich gerne zahlenden Publikum anzubieten.

Ein Beispiel: Wer die Nachrichten hinter den Paywalls vom Tagesspiegel, dem Spiegel, der Süddeutschen Zeitung oder auch der Märkischen Allgemeinen Zeitung lesen will, muss jeweils ein Abo bei jedem einzelnen Medium abschließen (das in der Regel auch noch lange keine Garantie dafür ist, die jeweilige Website bequem zu nutzen). Einen gemeinsamen Bezahl-Zugang oder die Option, einen einzelnen Artikel für wenig Geld zu kaufen, gibt es nicht.

Die Pressedatenbank genios

Dem Entwickler Stefan Wehrmeyer (mit dem ich bei FragDenStaat zusammenarbeite) ist es mit vergleichsweise wenig Aufwand jetzt gelungen, das Problem mit einer einfacher Browser-Extension legal zu lösen: Er veröffentlichte vor zwei Wochen den VÖBBot, der über den Umweg über Bibliotheksdatenbanken einen Zugang zu den Paywall-Inhalten ermöglicht.

Hat man die Extension installiert und gleichzeitig einen Account beim Berliner Bibliotheksverband VÖBB, loggte sich der Bot beim Besuch von Paywall-Seiten auf spiegel.de, zeit.de und Co. über die Bibliothek in die Pressedatenbank genios ein, kopierte von dort die Inhalte auf die Nachrichtenseite und, voilà, umging damit die Paywall auf spielerische Weise.

Drohanrufen, Kündigungsmails, Blockade

Die Verlage reagierten darauf, ihrer eigenen Tradition entsprechend, panisch: Wenige Tage nach der Veröffentlichung zwangen sie mit Drohanrufen und Kündigungsmails die Berliner Bibliotheken, den genios-Zugang mindestens vorübergehend zu blockieren. Er war in den folgenden Tagen gar nicht mehr über die Bibliotheken zugänglich – weder über den Bot noch auf direktem Wege.

Aus Hintergrundgesprächen mit Verlagsmanagern wird deutlich, dass sie offenbar noch nicht einmal verstanden haben, was der Bot überhaupt macht (obwohl der Source Code offen einsehbar ist), sondern einfach nur eine mögliche Bedrohung ihres Geschäftsmodells abschalten wollten.

Ungenutzte Chancen und mögliche Konsequenzen

Vor allem aber haben großen Verlage noch überhaupt nicht verstanden, wie Innovationen im Digitalen funktionieren können. Ein Bot wird veröffentlicht, der viele Menschen für Nachrichtenseiten interessiert? Das müsste eigentlich eine gute Sache für Verlage sein. Zeit, nachzuforschen, wer den Bot nutzt, Befragungen dazu zu starten, dem Experiment zuzuschauen und den Entwickler zu kontaktieren.

Wenn etwa der Tagesspiegel im Digitalen weiterhin wie die Axt im Walde vorgeht, sollte er sich nicht wundern, wenn er sich, wie die gesamte Branche, bald ein wesentlich radikaleres Projekt als den VÖBBot, der bereits die Wissenschaftsverlage kalt erwischt hatte: Es wäre nämlich durchaus möglich, dass bald Programmierer:innen auf die Idee kommen, eine Art Sci-Hub für deutsche Nachrichtenseiten zu entwickeln – also eine Plattform, auf der auch aktueller Paywall-Content von Nachrichtenseiten frei zur Verfügung steht, mit Servern in Russland oder anderen Jurisdiktionen, die für deutsche Ermittler außer Reichweite sind.

Bibliotheken – ein anderes Trauerspiel

Vielleicht würden dann Bibliotheken auch wieder ein attraktiverer Partner für die Verlage werden. Dass die übrigens ihre machtlose Stellung gegenüber Verlagen offenbar weitestgehend akzeptieren, ist ein anderes Trauerspiel. Es wäre ihnen zu wünschen, dass die Politik ihnen den Zugang zu Verlagsinhalten erkämpft – beispielsweise mit einem gesetzlichen Zugang zu Pressedatenbanken.

Adobe steigert Quartalsumsatz zweistellig – und heuert Barbara Kux und Dieter Zetsche an

Adobe steht für das PDF. Das US-Unternehmen erfand 1993 das „Portable Document Format“, ein plattformunabhängiges Dateiformat, das bis heute viele nutzen. Weniger bekannt ist, wie sehr sich das bald 40-jährige Unternehmen in den vergangenen Jahren zum schnell wachsenden Softwarekonzern wandelte.

Nach neuen Zahlen stieg der Umsatz in den ersten drei Monaten 2021 um 26 Prozent auf 3,9 Milliarden Dollar, der Gewinn um 28 Prozent auf 1,3 Milliarden Dollar. Damit übertraf Adobe die Analystenerwartungen, wie auch mit seiner Umsatzprognose für das Gesamtjahr von knapp 15,5 Milliarden Dollar.

Die Wachstumsaussichten seien „gewaltig“, vor allem im internationalen Geschäft, sagte Vorstandschef Shantanu Narayen. Bislang erzielt Adobe 42 Prozent seines Umsatzes außerhalb der USA. Deutschland gehört mit zu den wichtigeren Märkten für das Unternehmen.

Die Börse honoriert das Wachstum. Mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 216 Milliarden Dollar gehört Adobe zu den größeren Unternehmen im Silicon Valley. Das meiste Geld erzielt Adobe im „kreativen“ Bereich, also mit Bildbearbeitung durch Photoshop oder Zeichnungen mit Illustrator.

Adobe will jetzt in neue Bereiche vordringen und für Unternehmen Marketing- und Vertriebslösungen anbieten. Allerdings trifft es auf einige Konkurrenz wie beispielsweise von Salesforce bei CRM-Lösungen.

Mit einem „internationalen Beratungsstab“ will Adobe den Anteil ausbauen. Von den sieben Mitgliedern sind gleich zwei bekannt in Deutschland: der ehemalige Daimler-Chef Dieter Zetsche und die Henkel-Aufsichtsrätin Barbara Kux. „Ich freue mich sehr darüber“, sagt Paul Robson, Chef des internationalen Geschäfts von Adobe. „Wir wollen unsere Kunden und Branchen besser verstehen.“

Scout24 denkt an Zukäufe

Nach dem milliardenschweren Verkauf des Autoanzeigen-Geschäfts denkt Scout24 wieder an Übernahmen. Es gehe darum, die Funktionalität von ImmobilienScout24 zu erweitern, etwa durch Angebote zur Baufinanzierung oder zur Bewertung von Immobilien, sagte Vorstandschef Tobias Hartmann am Donnerstag.

An eine Expansion in andere Geschäftsfelder oder neue Märkte denkt er nicht. „Der Immobilienmarkt birgt genügend Wachstumspotenzial.“ Scout24 werde sich auf Deutschland und Österreich beschränken. In Deutschland ist das Portal die Nummer eins vor dem Rivalen Immowelt.

Die 2,84 Milliarden Euro, die Scout24 mit dem Verkauf von AutoScout24 eingenommen hat, gehen größtenteils an die Aktionäre. Ein öffentlicher Aktienrückkauf über rund eine Milliarde Euro steht noch aus; er soll bis zur Hauptversammlung am 8. Juli abgeschlossen sein.

Auf das laufende Jahr blickt der Scout24-Vorstand mit gemischten Gefühlen. Bei Gewerbeimmobilien-Anzeigen sei wegen der Coronakrise nur ein geringes Wachstum zu erwarten, sagte Finanzchef Dirk Schmelzer. Im Handel und in der Gastronomie rechnet er nach dem Ende der Pandemie mit anziehenden Umsätzen, bei Büros sehe es kurzfristig schlechter aus.

AT&S will Mittelfristziele früher erreichen

Der steirische Leiterplattenhersteller will seine Mittelfristziele ein Jahr früher als bisher geplant erreichen. Sowohl die Zwei-Milliarden-Euro-Umsatzgrenze als auch das Ebitda-Margen-Ziel von 25 bis 30 Prozent sollen bereits 2023/24 erreicht werden, teilte die Firma mit.

Sogenannte ABF-Substrate sind laut AT&S die derzeit dominierende Technologie für die Anwendung im Bereich von Hochleistungsrechnern, die im Herzen der meisten Server, Personal Computer, 5G-Basisstationen und künftig Automobilen zu finden sind.

Slack will Bürokommunikation mit neuer Funktion erweitern

Der Bürokommunikationsdienst Slack will eine größere Rolle im Arbeitsalltag spielen und bricht dafür Grenzen zwischen Unternehmens-Netzwerken auf der Plattform auf. Bisher bewegte man sich bei Slack grundsätzlich im Arbeitsbereich der eigenen Firma. Die Funktion Slack Connect hebt diese Beschränkung auf – und seit Mittwoch können alle Slack-Nutzer sich gegenseitig kontaktieren, wenn sie ihre E-Mail-Adresse kennen.

Der Dienst, der gerade vom SAP-Konkurrenten Salesforce übernommen wird, musste dabei nach Kritik die Umsetzung der Funktion anpassen. Experten verwiesen darauf, dass bei der Kontaktaufnahme auch Beleidigungen und Belästigungen verschickt werden konnten. Slack deaktivierte danach am Mittwochabend die Möglichkeit, zur Kontaktanfrage individuelle Nachrichten hinzuzufügen.

Gründer und Chef Stewart Butterfield betonte, dass die Einführung von Slack Connect zu mehr Sicherheit in der Bürokommunikation führen solle. Aktuell wichen Mitarbeiter der Einfachheit halber oft auf Chatdienste aus – und ihre Kommunikation entziehe sich damit dem Firmen-Netzwerk. Slack arbeite aktuell auch an verifizierten Accounts – vergleichbar mit den Häkchen bei Twitter. Slack habe keine Ambitionen, mit Videokonferenz-Angeboten wie Zoom oder Microsoft Teams zu konkurrieren, betonte Butterfield.

EU und USA wollen intensiver an neuem Datenschutzabkommen arbeiten

Die EU und die neue US-Regierung wollen intensiver an einem neuen Abkommen für den Transfer personenbezogener Daten arbeiten. Ziel sei es, dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs von vergangenem Sommer zu entsprechen, hieß es in einem gemeinsamen Statement von EU-Justizkommissar Didier Reynders und US-Handelsministerin Gina Raimondo.

Die höchsten EU-Richter hatten die Datenschutzvereinbarung „Privacy Shield“ zwischen der EU und den USA im Juli mit der Begründung gekippt, dass das Datenschutzniveau in den USA nicht den Standards in der EU entspreche. Die Richter bemängelten vor allem die weitreichenden Zugriffsmöglichkeiten von US-Geheimdiensten auf die Daten der Europäer.

Auf derlei Probleme ging das gemeinsame Statement vom Donnerstag allerdings nicht ein. Stattdessen hieß es, die Verhandlungen unterstrichen den gemeinsamen Einsatz für Datenschutz und Rechtsstaat. Auch hoben beide Seite den Stellenwert des transatlantischen Datenflusses für Bürger und Wirtschaft hervor.

Intel will Apple wieder als Kunden

Im Rahmen einer Telefonkonferenz mit Analysten hat Intel-Boss Pat Gelsinger durchblicken lassen, dass er Apple gerne wieder als Kunden hätte – nur diesmal nicht im Bereich der hauseigenen Core-Prozessoren, sondern für die ARM-Auftragsfertigung. „Wir werden Möglichkeiten bei Apple verfolgen“, so Gelsinger.

Gegenüber dem US-Portal Yahoo Finance präzisierte er, er habe bereits mit Apple-Chef Tim Cook gesprochen und denke, es gebe „eine Chance für Intel, Apple bei der Herstellung von Chips zu helfen“.

Ob Apple Intels Angebot annimmt, lässt sich nicht sagen. Die Offerten wurden bislang nicht kommentiert. Mit TSMC verbindet Apple ebenfalls eine langjährige Geschäftsbeziehung – einst baute auch Samsung SoCs für das iPhone, nun setzt Apple komplett auf die Taiwaner. Ob Intel deren Qualität und Lieferkonsistenz erreicht und ob sich dies für Apple finanziell lohnt, ist ebenfalls noch unklar. Gelsinger äußerte sich zudem regelmäßig kritisch über den einstigen Kunden. Apple wird seine Bestellungen bei Intel in den nächsten anderthalb Jahren komplett einstellen, wenn der ARM-Switch abgeschlossen ist.

Der Windows Explorer bekommt neue Symbole

Vom Desktop über Bilder bis hin zum Papierkorb: Microsoft arbeitet weiter an neuen Symbolen für Windows 10. Jetzt ist der Dateimanager dran.

Überarbeitet werden vor allem die kontospezifischen Windows-Verzeichnisse im Unterverzeichnis C:\Users\. Dazu zählen Icons für den Desktop, Dokumente, Downloads, Musik, Bilder und Videos, welche standardmäßig per Schnellzugriff sichtbar sind. Aber auch andere Systemicons wurden verändert. Auf einem Screenshot zeigt Microsoft etwa überarbeitete Symbole für Laufwerke, das Root-Verzeichnis Dieser Computer und die Netzwerkumgebung. „Und ja, auch das Papierkorb-Symbol wurde überarbeitet“.

Die neuen Icons sollen sich besser an die Optik von Microsoft-Produkten anlehnen, die spezifisch für das Anzeigen von Dateien entwickelt wurden. Zuvor wurde ein neues Iconset für Taskbar- und Startmenüsymbole angekündigt.

Zeitungsverlage erwerben Post-Rivalen Mailworxs

Vier deutsche Tageszeitungsverlage steigen rückwirkend zum 1. Januar 2021 beim Post-Rivalen Mailworxs ein. Die Würzburger Firma dient unter der Marke „Mail Alliance“ als Drehscheibe für 90 regionale Briefdienste in Deutschland.

Zu einem ungenannten Kaufpreis gehen jeweils 20 Prozent der Gesellschafteranteile an die Essener Funke Mediengruppe, die Madsack Mediengruppe in Hannover, die Augsburger Mediengruppe Pressedruck und die Berliner PIN AG, die zu rund einem Drittel von der Vermögensbeteiligungsfirma des Handelsblatt-Verlegers Dieter von Holtzbrinck kontrolliert wird.

Verkäufer von Mailworxs ist Postcon, eine ehemalige Tochter der niederländischen Post und seit zwei Jahren im Besitz des Finanzinvestors Quantum Capital Partners. Den Rest der Anteile halten Minderheitsgesellschafter.

„Wir übergeben unsere in Berlin und Brandenburg eingesammelten Sendungen bereits seit Langem an Mailworxs, wenn sie in anderen Regionen Deutschlands von dessen Partner-Briefdiensten verteilt werden müssen“, sagte Marc Zeimetz, Aufsichtsratschef der PIN AG. „Jetzt aber beteiligen wir uns auch gesellschaftsrechtlich an der Plattform.“

Ähnliches gelte auch für die übrigen neuen Gesellschafter. Nach eigenen Angaben liefen im vergangenen Jahr 160 Millionen Sendungen über Mailworxs, 65 Prozent aller deutschen Haushalte seien über das Netz der regionalen Briefdienstleister erreichbar.

Schon seit mehr als 20 Jahren engagieren sich deutsche Verlage in der Briefzustellung. Dabei nutzen sie insbesondere Zeitungszusteller. „Hier gibt es große Synergien“, berichtet Zeimetz. Mit dem Porto sei man „deutlich günstiger“ als die Deutsche Post. Für Berlin, wo die PIN AG auch Sendungen von Privatleuten akzeptiert und Briefmarken in Edeka-Läden vertreibt, wirbt man auf der Homepage mit Preisvorteilen von bis zu 18 Prozent.

Apple verletzt Patent und muss Millionenstrafe zahlen

Apple muss nach einem Urteil eines US-Bezirksgerichts 308,5 Millionen Dollar an Strafe bezahlen. So hat der Konzern Patente der Firma Personalized Media Communications (PMC) verletzt.

Der Fall gegen Apple begann im Jahr 2015, als PMC vor Gericht zog und angab, Apples Digital Restriction Management (DRM)-System „Fairplay“ nutze ein Patent, ohne dafür die nötige Genehmigung zu besitzen. Unter dem Namen Fairplay versteht Apple eine Kopiersperre, die für Downloads im iTunes Store genutzt wird. Zunächst konnte Apple die Gültigkeit des PMC-Patents anfechten und dieses für nichtig erklären lassen, weil es zu allgemein gehalten war.

Apple enttäuscht

Im März 2020 wurde dann der von PMC eingelegten Berufung stattgegeben und das Verfahren abermals aufgenommen. Dies führte jetzt dazu, dass die Geschworenen des US-Bezirksgerichtes PMC recht gaben und den Techkonzern zu der Strafe verurteilten. Die Höhe einer Strafe – in diesem Fall 308,5 Millionen Dollar – richtet sich gewöhnlich nach den Verkaufszahlen eines Produkts oder einer Dienstleistung. Apple zeigte sich nach dem Urteil enttäuscht und will Berufung einlegen.

Telegram sammelt über Unternehmensanleihen eine Milliarde Dollar ein

Der Messengerdienst Telegram hat über den Verkauf von Unternehmensanleihen eine Milliarde Dollar (knapp 840 Mio. Euro) eingenommen. Der russische Gründer des Unternehmens, Pawel Durow, teilte über seinen eigenen Telegram-Kanal mit, bei den Abnehmern handle es sich um „einige der größten und sachkundigsten Investoren“ aus aller Welt.

Die Einnahmen würden es Telegram erlauben, „zu wachsen und gleichzeitig an seinen Werten festzuhalten und unabhängig zu bleiben“, fuhr Durow fort. Im Dezember hatte der Dienst seine neue Finanzstrategie vorgestellt. Er plant unter anderem die Einführung zahlungspflichtiger Inhalte noch in diesem Jahr, etwa für Premiumnutzer. Die Einnahmen über Bonds sollen die Strategie verstärken.

Der Dienst war 2013 von den Brüdern Nikolai und Pawel Durow gegründet worden. Ein Vermögen machten sie bereits mit dem russischen sozialen Netzwerk VKontakte. Telegram ist vor allem deshalb beliebt, weil es seinen Nutzern eine vollständige Verschlüsselung garantiert. Immer wieder wurde der Dienst deshalb dafür auch kritisiert, weil er weniger als andere Anbieter mit den Behörden kooperiert.

Die App wird zudem häufig zur Organisation von Demonstrationen in Staaten genutzt, in denen die Meinungsfreiheit eingeschränkt ist, wie etwa Belarus. Telegram wird wegen seiner Verschlüsselungstechnologie auch vorgeworfen, Dschihadisten als attraktives Kommunikationsmittel zu dienen.

Fyber: 500 Millionen Euro für deutsches Start-Up

Der deutsche Investor Lars Windhorst hat sieben Jahre nach der Übernahme des Berliner Start-Up-Unternehmens Fyber sein Investment mit seiner britischen Tennor Holding vergoldet. Für 600 Millionen US-Dollar wird der texanische Konzern Digital Turbine Inc. mehr als 90 Prozent der Fyber-Anteile von Tennor übernehmen.

Windhorst war 2014 mit seiner Firma RNTS Media für rund 160 Mio. Euro bei Fyber eingestiegen. Fyber ist ein Technologie-Anbieter, der Werbung gezielt auf mobile Endgeräte bringt und Tools für die Vermarktung von Apps entwickelt.

Tennor ist in Deutschland vor allem bekannt, weil das Unternehmen beim Fußball-Bundesligisten Hertha BSC für 224 Millionen Euro 49,9 Prozent der GmbH & Co KGaA erworben hat. Für Windhorst ist der erfolgreiche Abschluss des siebenjährigen Investments in Fyber Teil einer Comeback-Geschichte, nachdem er nach dem Platzen der Internetblase im Jahr 2001 finanziell in Schwierigkeiten geraten war.

Palfinger zahlte Lösegeld, um globalen Cyberangriff abzuwehren

Ende Jänner machte der börsennotierte Kranarmhersteller Palfinger Schlagzeilen, weil die Firma „Ziel eines laufenden globalen Cyberangriffs“ gewesen sei, wie damals der Konzernsprecher Hannes Roither bekanntgab. Nachdem Hacker einen Großteil der weltweiten Standorte für rund zwei Wochen lahmlegten, habe sich das Salzburger Unternehmen dazu entschieden, ein Lösegeld zu zahlen, berichtet der ORF.

Wie hoch die gezahlte Summe gewesen sei, gibt Palfinger nicht bekannt, doch der Angriff habe praktisch den gesamten Betrieb lahmgelegt, sagt der Vorstandsvorsitzende Andreas Klauser diesbezüglich. „Nach zehn Tagen waren wir wieder handlungsaktiv, der Angriff kam aus dem Darknet und lässt sich nicht genau nachvollziehen. Europol und Interpol sind hier als Fahnder tätig, aber man konnte keine konkrete Spur verfolgen“, wird der Unternehmer zitiert.

Weil die Täter weltweit agierten, scheint auch die Hoffnung auf die Überführung der Täter nicht groß zu sein. Klauser geht zudem davon aus, dass es von Beginn an um Erpressung gegangen sei, denn es seien keine Daten gestohlen worden.

Urteil: Mobilfunkanbieter müssen Endgerätefreiheit sicherstellen

Mobilfunkanbieter dürfen ihren Kunden nicht vorschreiben, dass diese einen Tarif zum Internetzugang nur mit bestimmten Geräten nutzen dürfen. Dies hat das Landgericht München I nach einer Klage des Bundesverbands der Verbraucherzentralen (vzbv) gegen Telefónica Deutschland entschieden. Beim Tarif „O2 Free Unlimited“ mit unbegrenztem Datenvolumen hatte der Provider die Internetnutzung nur für Endgeräte erlaubt, die eine mobile Nutzung unabhängig von einem kabelgebundenen Stromanschluss ermöglichen – stationäre LTE-Router waren ausdrücklich ausgeschlossen.

Laut dem jetzt vom vzbv veröffentlichten Urteil (Az.: 12 O 6343/20) vom 28. Januar verstößt diese Schranke gegen die EU-Verordnung für ein offenes Internet von 2015, mit der der europäische Gesetzgeber die Netzneutralität festgeschrieben hat. Diese räumt Verbrauchern das Recht ein, über ihren Internetzugangsdienst Endgeräte ihrer Wahl zu verwenden.

Klausel unwirksam

Mit der Vorgabe von Telefónica können laut den Richtern zahlreiche Geräte, die sich für den Internetzugang eigneten und üblich seien, nicht genutzt werden. Das sei mit dem Grundgedanken der Endgerätefreiheit nicht zu vereinbaren. Dies gelte „zunächst uneingeschränkt und untersagt vertragliche Abweichungen zu Lasten des Kunden“. Die umstrittene Klausel sei unwirksam, weil sie die Verbraucher als Vertragspartner unangemessen benachteilige.

Die Auffassung der Beklagten, die Vertagspflicht bestehe in der Zurverfügungstellung eines Internetzugangs nur für Mobilgeräte, weil es sich um einen darauf zugeschnittenen Tarif handele, teilte das Gericht nicht. Diese Ansicht beruhe auf einer – letztlich willkürlich – vorgenommenen Unterteilung des Angebots von Internetzugangsdiensten in mobile und stationäre „Produktwelten“. Es handele sich letztlich aber um einen allgemeinen Vertrag über die Nutzung eines Online-Zugangs.

Nach Exchange-Hack: Erpresser fordern von Acer 50 Millionen Dollar

Die Ransomware-Gang namens REvil fordert laut mehreren Branchenmedien 50 Millionen Dollar Lösegeld vom taiwanesischen Computerhersteller Acer. Zuvor waren die Hacker in das Netzwerk des IT-Giganten eingedrungen.

Bei dem Hack wurde möglicherweise eine Microsoft-Exchange-Schwachstelle ausgenutzt. Die Sicherheitslücke in Microsoft Exchange war Anfang März in der breiten Masse bekannt geworden. Auch in Österreich sollen mehr als 1.500 Organisationen von der Exchange-Lücke betroffen sein. Microsoft selbst hatte davor gewarnt, dass es wegen der Sicherheitslücke zu Hacks und Ransomware-Forderungen kommen könnte.

Amazon liefert Alexa-Notizzetteldrucker dieses Jahr

Amazon hat seine erste Buid-It-Aktion beendet und mitgeteilt, dass nur eines von drei Produkten das gesetzte Finanzierungsziel erreicht hat. Vor einem Monat hatte Amazon das Crowdfunding-Projekt Build It gestartet und im Zuge dessen drei Zusatzgeräte für Echo-Geräte vorgestellt. Das einzige realisierte Projekt ist ein Notizzetteldrucker für Echo-Geräte.

Mit dem Abschluss der Finanzierungsrunde kann der Alexa-Notizzetteldrucker für Echo-Geräte weiterhin vorbestellt werden. Wer das tun möchte, zahlt dafür 115 US-Dollar. Alle Build-It-Projekte gibt es weiterhin nur in den USA, eine Lieferung in andere Länder ist nicht vorgesehen.

Der Alexa-Notizzetteldrucker wurde im Rahmen des Build-It-Projekts für 90 US-Dollar angeboten und ist nun für 25 US-Dollar mehr zu haben. Der bisher reduzierte Preis war ein Anreiz für die Kundschaft, sich am Build-It-Projekt zu beteiligen. Zum Lieferumfang des Thermodruckers gehört eine Rolle gelbes Notizzettelpapier. Bei der Realisierung des Produkts will Amazon weitere Papierfarben einzeln anbieten.

Apple muss zwei Millionen Dollar Strafe wegen fehlender Ladegeräte zahlen

Der brasilianische Regulator für Konsumentenschutz, Procon-SP, hat Apple zu einer Strafe in Höhe von umgerechnet zwei Millionen US-Dollar verurteilt. Der Grund dafür ist die Vorgangsweise des Unternehmens, das iPhone 12 und andere neue iPhones ohne dazugehöriges Ladegerät auszuliefern.

Die Strafe wird mit „irreführender Werbung und dem Verkauf des Geräts zu unfairen Bedingungen“ begründet. Unter anderem bemängelt der Regulator auch, dass Apple nicht auf die Frage geantwortet habe, ob man angesichts des fehlenden Ladegeräts auch den Verkaufspreis für das Gerät senken werde. Wegen der schwächelnden brasilianischen Währung kostet das iPhone in Brasilien deutlich mehr als in den USA.

Außerdem soll der Support betroffenen Kunden nicht unterstützt haben, als diese sich mit Problemen an sie gewendet hatten. Andere Nutzer hatten „Probleme mit manchen Funktionen“ nach einem Softwareupdate – auch hier soll der Support nicht geholfen haben. Und schließlich werden noch „unfaire Bedingungen“ bemängelt: Der Regulator beklagt, dass Apple bei versteckten Defekten die Garantieleistung aussetze.

Magenta erhöht Servicepauschale für neue Smartphone-Tarife

Der Telekomanbieter Magenta erhöht seine Servicepauschale für Neukunden von 27 auf 29,99 Euro. Seit 19.3. ist die neue Servicepauschale auf der Webseite von Magenta. Wie der Anbieter bestätigte, sind nur Neukunden von aktuellen Smartphone-Tarifen mit inkludiertem Service betroffen. Für Bestandskunden und jene, die ihren Vertrag verlängern möchten, ändert sich nichts.

Die neue Servicepauschale begründet Magenta mit der Erweiterung von zwei zusätzlichen Leistungen, die zuvor jeweils fünf Euro kosteten. Einerseits handelt es sich um eine Kopie der Hardware-Rechnung, also einen Garantiebeleg und dem Ausdruck einer Kopie der Einzelgesprächsnachweise.

Die Preiserhöhung folgt knapp einen Monat nach jener des Netzwerkanbieters A1, der auch seine jährliche Servicegebühr von 27 auf 29,99 Euro für Neukunden angehoben hatte. Das Timing scheint auffällig zu wirken.

AMS baut Online-Jobbörsen aus

Das Arbeitsmarktservice (AMS) baut angesichts der andauernden Coronapandemie die Online-Vermittlung aus. Von März bis Juni sollen 15 Online-Jobbörsen österreichweit stattfinden. Das AMS Oberösterreich hat bereits mit dem „eJOBmeeting“ ein Pilotprojekt für die digitale Vermittlung Arbeitssuchender entwickelt, das nun österreichweit ausgerollt wird.

Im zweiten Quartal will das AMS rund 10.000 Arbeitslose mit Unternehmen bei den Online-Jobbörsen zusammenbringen. Die Teilnahme für Arbeitssuchende an dem „eJOBmeeting“ – mit Möglichkeit zum Online-Bewerbungsgespräch – beruht auf Freiwilligkeit.

Clubhouse: Frankreich ermittelt wegen möglichen Verstößen gegen DSGVO

Die französische Datenschutzbehörde CNIL hat Untersuchungen zur Social-Media-App Clubhouse eingeleitet. Es solle geprüft werden, ob die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) anwendbar ist und wenn ja, ob sie verkannt werde, teilte die Behörde mit. Im Fall eines Verstoßes könne die CNIL Restriktionen anordnen.

Clubhouse ist eine Audio-App aus den USA, bei der die Anwender Gesprächen wie bei einem Live-Podcast zuhören oder sich aktiv an Diskussionen beteiligen können.

Im Gegensatz zu Netzwerken wie Twitter kann man Beiträge in Clubhouse nicht schriftlich kommentieren oder „Likes“ vergeben. Die Beiträge können auf der Plattform nicht zeitversetzt angehört werden. Unklar ist allerdings, wie lange die Audio-Runden in den USA gespeichert werden.

Indien will chinesische Hersteller aus Internetzugängen verbannen

Die indische Regierung hat Internetanbieter aufgefordert, zukünftig nur noch Ausrüstungsgegenstände einer ausgewählten Liste zu beschaffen. Diese Liste enthält von der Regierung genehmigte Geräte, die hinsichtlich nationaler Sicherheit als unbedenklich eingestuft werden. Die Liste ist bislang noch nicht endgültig abgeschlossen, dürfte aber keine Gerätschaften chinesischer Herstellern wie Huawei und ZTE umfassen.

Indien hat in diesem Monat die Beschaffungsregeln für Telekommunikationsunternehmen geändert. Ab 15. Juni 2021 sollen „Internet Service Provider“ (ISP) nur noch „vertrauenswürdige Produkte“ einkaufen. Ende 2020 zählte Indien nach Angaben von LightReading 1437 ISP.

Indien arbeitet an Liste vertrauenswürdiger Geräte

Die Lizenzvereinbarungen der ISP mit den indischen Telekommunikationsbehörden enthalten eine Klausel mit Beschaffungsregeln. Demnach kann die indische Regierung den Kauf von Gerätschaften einschränken, wenn dies hinsichtlich nationaler Sicherheit oder Verteidigung geboten ist. Die ISP müssen der Regierung auf Anfrage außerdem jegliche Informationen zur Verfügung stellen.

Doodle wächst in der Coronakrise dank Geschäftskunden stark

Die Coronapandemie hat dem zur TX Group gehörende Online-Terminplaner Doodle im vergangenen Jahr ein starkes Wachstum im Geschäftskundenbereich beschert. So habe die Plattform bei den Geschäftskunden eine Verfünffachung der mit Doodle geplanten Meetings verzeichnet.

Die Zahl der Mitarbeiter hat sich per Jahresende von 51 auf 104 mehr als verdoppelt. Mit der Gründung von Doodle USA sowie den Integrationen von MS Teams und Zoom seien zudem wichtige Meilensteine erreicht worden.

Die Transformation in ein „Software-as-a-Service“ (SaaS)-Unternehmen zeige sich durch die Verdopplung der bezahlten Abonnements, so das Unternehmen. Der durch Geschäftskunden generierte Umsatz sei um 54 Prozent auf einen neuen Höchststand gestiegen.

Doodle ist nach eigenen Angaben mit monatlich über 30 Millionen Nutzern der „weltweit führende“ Online-Terminplaner. Das Unternehmen hat den Sitz in Zürich sowie Niederlassungen in Berlin, Belgrad, New York und Atlanta.

Starlink, OneWeb & Co.: Rechtsbasis für Satelliten-Internet kommt

Breitband-Internetdienste aus dem All sollen in Deutschland künftig rechtssicher eingesetzt werden können. Das Bundeskabinett hat dazu einen Entwurf für die vierte Novelle der Frequenzverordnung gebilligt. Damit sollen neue Regeln für den Aufbau von Mega-Satelliten-Konstellationen wie Starlink von SpaceX und OneWeb kommen. Dabei handelt es sich um Systeme, die aus zigtausend Einzelsatelliten auf unterschiedlichen nicht geostationären Umlaufbahnen bestehen.

Internet „kleinzelliger“ bereitstellen

Mit der Initiative will die Bundesregierung nun „Leistungsgrenzwerte“ sowie „Ausbau- und Reportverpflichtungen“ für die Betreiber festlegen, wie das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur mitteilte. So könne es prinzipiell möglich werden, „wesentlich kleinzelliger als bislang Breitbandinternet einer großen Öffentlichkeit in einer bestimmten Region zur Verfügung zu stellen“.

Eine Anfrage von heise online, in welchem Spektrum sich die Leistungsvorgaben bewegen sollen, beantworte das Ressort am Donnerstagnachmittag nicht. Starlink befindet sich seit gut vier Monaten im öffentlichen Beta-Test und hat bereits mehr als 10.000 Nutzer in den USA und darüber hinaus. Individuelle Kunden sollen mindestens 100 MBit/s im Downstream und 20 MBit/s im Upstream erhalten, 95 Prozent von ihnen bei einer Latenz von 31 Millisekunden oder weniger.

SpaceX-Chef Elon Musk kündigte jüngst an, dass der Betreiber die Download-Geschwindigkeit auf mindestens 300 MBit/s hochschrauben und die Latenz auf weniger als 20 Millisekunden drücken wolle. Die Bundesnetzagentur teilte der US-Firma im Dezember erste befristete Frequenzen zur Nutzung zu.

EU-Satelliten-Internet

Die EU-Kommission plant ein eigenes europäisches Satelliten-Internet mit dem Fokus auf Verfügbarkeit, Sicherheit und Widerstandsfähigkeit. Sie will dafür noch in diesem Jahr einen Vorschlag machen.

Mit den Kleinstsatelliten-Konstellationen sollen laut der Bundesregierung auch in dem zukunftsträchtigen Frequenzbereich von 275 GHz bis 450 GHz Breitbandkommunikationsverfahren erforscht, erprobt und zur Marktreife gebracht werden. Dies sei für den Wirtschafts- und Wissensstandort Deutschland von großer Bedeutung.

Mit der Reform will die Regierung ferner die frequenzrechtlichen Grundlagen zur Nutzung von Höhenplattformen für Kommunikationsverbindungen schaffen. Solche High-Altitude Platform Stations (HAPS) seien in der Stratosphäre fliegende, quasi-stationäre unbemannte Flugobjekte. Diese Pseudosatelliten könnten etwa zur Überwachung von Verkehr, Veranstaltungen und Wetter sowie in der Astronomie verwendet werden. Bei entsprechender Höhe sei auch ein Einsatz für Mobilfunk ohne die von Satelliten bekannte Verzögerung möglich.

Huawei liefert Glasfasernetzerk für die Flugraumüberwachung Österreichs

Der in den USA unter Beschuss geratene chinesische Telekom-Ausrüster Huawei hat in Österreich einen Auftrag der Flugsicherungsbehörde Austro Control erhalten und bereits abgeschlossen. Wie Huawei mitteilte, lieferte das Unternehmen ein Glasfasernetzwerk mit Übertragungsgeschwindigkeiten von 100 Gibabit pro Sekunde. Das ist etwa hundertmal so schnell wie derzeit oft üblich.

Huawei habe für die Sicherung des österreichischen Luftraums ein Hochgeschwindigkeitsübertragungsnetz mit niedriger Latenz und einem äußerst zuverlässigen WDM-Netzwerk bereitgestellt, um die Austro Control bei der effizienten und sicheren Übertragung und Verwaltung ihrer Verkehrsdaten zu unterstützen, erklärte der Netzwerkausrüster in einer Presseaussendung.

Das optische Netzwerk von Huawei namens „Intelligent OptiX Network“ verbinde alle Hauptstandorte der Austro Control miteinander. Eine gute Datenverbindung ist für die Flugsicherung besonders wichtig. Netzwerkverzögerungen, die den Kontakt beeinflussen, könnten nämlich schwerwiegende Folgen haben, etwa dass sich Flugzeuge in der Luft zu nahe kommen und im schlimmsten Fall kollidieren.

Die USA beschuldigen Huawei der Spionage für Peking. Der Konzern steht zudem wegen seiner mutmaßlichen Beteiligung an der Unterdrückung der muslimischen Minderheit der Uiguren in der Kritik. Er soll China dafür Überwachungssoftware geliefert haben, hat die Vorwürfe aber stets zurückgewiesen. Huawei ist einer der weltweit größten Telekommunikationsausrüster und führend etwa bei der 5G-Technologie. Die USA und Großbritannien haben das Unternehmen vom Aufbau ihrer 5G-Netze ausgeschlossen und üben Druck auf europäische Staaten aus, dies ebenfalls zu tun.