US-Justiz verschärft Anklage gegen Assange

Die US-Justiz hat ihre Anklage gegen den WikiLeaks-Gründer Julian Assange erheblich verschärft. Assange ist nun auch angeklagt, durch die Veröffentlichung von vertraulichen diplomatischen und militärischen Dokumenten der USA gegen Anti-Spionage-Gesetze verstoßen zu haben.

Die Erweiterung der Anklage bedeutet, dass dem in Großbritannien inhaftierten Assange in den USA eine deutlich längere Haftstrafe droht als bisher. Die neuen Anklagepunkte kommen zu der bereits zuvor von der US-Bundesanwaltschaft erhobenen Anschuldigung gegen den WikiLeaks-Gründer wegen Verschwörung zum Angriff auf Regierungscomputer hinzu. Für diesen bisherigen Anklagepunkt allein drohten Assange bereits bis zu fünf Jahre Gefängnis.

Die USA haben in Großbritannien die Auslieferung von Assange beantragt. Er hat angekündigt, sich dagegen mit allen juristischen Mitteln zu wehren. Die jetzt neu gegen ihn erhobenen Anklagepunkte nach dem Anti-Spionage-Gesetz bedeuten, dass die US-Ermittler den WikiLeaks-Gründer nicht als Journalisten betrachten. Assanges Verteidigungslinie ist, dass WikiLeaks eine journalistische Publikation sei und die dortigen Veröffentlichungen folglich durch die Pressefreiheit geschützt seien.

S&T kauft Kapsch CarrierCom und Kapsch PublicTransportCom

Der Linzer IT-Dienstleister und Systemintegrator S&T übernimmt von der Kapsch Group die Bereiche Kapsch CarrierCom und Kapsch PublicTransportCom für einen „niedrigen zweistelligen Millionenbereich“. Der Kaufvertrag sei bereits abgeschlossen.

Konkret kaufen die Linzer 100 Prozent der Kapsch CarrierCom samt ihrer Töchter sowie den operativen Geschäftsbereich der Kapsch PublicTransportCom. Der nicht-operative Bereich der Kapsch Public TransportCom verbleibt dagegen formal bei der Kapsch Group, sagte der Sprecher der Kapsch Group.

Die zwei Kapsch-Bereiche erzielten laut der Aussendung im mit 1. April abgelaufenen Jahr gemeinsam einen Umsatz von rund 120 Mio. Euro und beschäftigten rund 500 Mitarbeiter. Bei der Übernahme werden zunächst alle Mitarbeiter übernommen, wie S&T danach vorgeht, sei zum momentanen Zeitpunkt aber noch nicht abschätzbar. „Die Entscheidung darüber liegt letztlich bei S&T“, so der Kapsch-Sprecher.

Erste Mobilfunker werfen Huawei-Smartphones aus dem Programm

Nach den Sanktionen der USA gegen Huawei setzen weltweit immer mehr Mobilfunkfirmen die Markteinführung neuer Smartphones des chinesischen Netzwerkausrüsters und Handykonzerns aus. In Großbritannien kündigte der größte Mobilfunkbetreiber EE an, beim Start der ersten 5G-Netzwerkdienste in mehreren Städten nicht wie geplant auch 5G-fähige Smartphones von Huawei anbieten zu wollen.

Vodafone kündigte an, wegen der Unsicherheiten rund um die weitere Unterstützung bei Vorbestellungen für das 5G-fähige Huawei Mate 20X in Großbritannien zunächst eine Pause einzulegen. In Japan teilte der Telekommunikationskonzern Softbank mit, dass die Mobilfunktochter Ymobile die für Freitag geplante Markteinführung des Huawei-Smartphones P30 Lite verschiebe. Auch der Rivale KDDI legt den Verkaufsstart des Huawei P30 Lite Premium zunächst auf Eis.

Auch bei der Mobilfunktochter Ymobile des japanischen Softbank-Konzerns heißt es, man wolle sich vor der Markteinführung eines neuen Huawei-Smartphones erst vergewissern, ob der Verkauf nach Einführung der Geschäftsrestriktionen gegen Huawei durch die USA noch möglich sei. Ins gleiche Horn stieß der japanische Internethändler Rakuten, der ebenfalls ankündigte, den Marktstart des Huawei P30 Lite zunächst zu stoppen. Österreichische Mobilfunker geben sich hingegen bisher zurückhalten.

Huawei gehört zusammen mit Apple und Samsung zu den größten Smartphone-Produzenten der Welt. Zudem ist Huawei der weltgrößte Netzwerkausrüster und spielt weltweit eine wichtige Rolle beim Ausbau des neuen Mobilfunkstandards 5G, der als Grundlage für künftige Schlüsseltechnologien wie künstliche Intelligenz und autonomes Fahren gilt. US-Präsident Donald Trump wirft dem Konzern vor, dass mit dessen Produkten Spionage für China betrieben werden kann. Huawei weist dies zurück.

Berliner Datenschutzbeauftragte verhängt DSGVO-Bußgeld gegen N26

Die Berliner Datenschutzbeauftragte Maja Smoltczyk hat gegen die App-Bank N26 eine Geldbuße in Höhe von 50.000 Euro wegen Verstößen gegen die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) verhängt. Ein Bericht des Fachdienstes „Tagesspiegel Background Digitalisierung & KI“ wurde durch das Finanzunternehmen bestätigt.

Das Bußgeld wurde verhängt, weil N26 die Daten einiger ehemaliger Kunden auf einer Art schwarzen Liste gespeichert hatte. Dies ist jedoch nur für Kunden zulässig, die unter Geldwäscheverdacht stehen. Die Betroffenen konnten dadurch keine neuen Konten eröffnen.

Inzwischen wurde die Praxis nach Angaben von N26 geändert, „sodass sich jetzt ehemalige Kunden, die nicht Geldwäsche-verdächtig sind, neu anmelden können“. N26 geht rechtlich gegen das verhängte Bußgeld vor.

Zuvor hatte bereits die Finanzaufsicht Bafin bei N26 Mängel bei Maßnahmen gegen Geldwäsche und Terrorfinanzierung entdeckt. So muss N26 nun einige Bestandskunden neu identifizieren. Außerdem müssen mehr Arbeitsabläufe schriftlich festgehalten und Rückstände bei der Kontrolle verdächtiger Transaktionen aufgearbeitet werden.

NATO warnt Russland eindringlich vor Cyberattacken

Die NATO ist nach Worten ihres Generalsekretärs Jens Stoltenberg bereit, „mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln“ auf Cyberattacken zu reagieren. „Potenzielle Angreifer müssen wissen, dass wir nicht auf eine Reaktion im Cyberspace beschränkt sind, wenn wir im Cyberspace angegriffen werden“, warnte Stoltenberg mit Blick unter anderem auf Russland.

„Wir können und wir werden alle uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten ausschöpfen“, hieß es weiter. Hintergrund ist die Sorge vor einer möglichen Einmischung in die Europawahl. Westliche Länder werfen Russland unter anderem vor, sich in die US-Präsidentschaftswahl 2016 eingemischt zu haben.

Großbritanniens Außenminister Jeremy Hunt, der sich gemeinsam mit Stoltenberg in London äußerte, sagte, das britische Cybersicherheitszentrum NCSC habe in den vergangenen 18 Monaten Erkenntnisse über feindliche russische Aktivitäten mit 16 der 29 NATO-Mitglieder ausgetauscht. „Jüngste Ereignisse zeigen, dass unsere Gegner demokratische Wahlen als zentrale Angreifbarkeit einer offenen Gesellschaft betrachten“, sagte Hunt.

Sky launcht TV-Box für Empfang ohne Sat und Kabel

Ein Jahr nach der Einführung von Sky Q will Sky jetzt auch seine Mini-Box in Deutschland auf den Markt bringen. Dabei handelt es sich um eine Android-Box für IPTV, die sowohl die Sky-Q-Bedienoberfläche als auch viele Funktionalitäten umfasst, die auf dem großen Receiver vorhanden sind. Dazu gehören lineare Sender, Filme und Serien auf Abruf sowie Apps und Features wie Restart, Kids Mode und Sprachsteuerung.

Die Box wird per HDMI mit dem Fernseher und wahlweise über LAN-Kabel oder WLAN mit dem Internet verbunden. „Mit der neuen Sky Q Mini Box bieten wir Kunden nun die maximale Freiheit. Ob im Schlafzimmer, Arbeitszimmer, Kinderzimmer oder Heimkino: Sky Q ist in jedem weiteren Raum verfügbar, in dem es sich die Kunden wünschen, direkt über das Internet und ohne weiteren Sat- oder Kabelanschluss“, so Julia Laukemann, Senior Vice President Product Management bei Sky Deutschland.

Google darf Huawei drei Minate weiter beliefern

Im Streit um den Ausschluss des Netzausrüsters Huawei vom US-Markt hat die Regierung in Washington einen Aufschub von drei Monaten für Technologieexporte an den chinesischen Konzern gewährt. Bis zum 19. August dürfen US-Unternehmen wie Intel oder Qualcomm ihre Produkte weiter an Huawei liefern, teilte Handelsminister Wilbur Ross mit. Das gilt auch für technologische Unterstützung durch Google. Die Zeitspanne von drei Monaten werde für Software-Updates und die Erfüllung anderer Vertragsverpflichtungen benötigt, erklärte Handelsminister Ross weiter.

US-Regulierungsbehörde dürfte Fusion von T-Mobile US und Sprint genehmigen

Ajit Pai, der Chef der zuständigen US-Regulierungsbehörde FCC erklärte in einer Stellungnahme, er werde seiner Behörde empfehlen, den Zusammenschluss zu genehmigen.

Die beiden Parteien hätten signifikante Zugeständnisse gemacht, so Pai. Er glaube, die Transaktion sei im öffentlichen Interesse. Neben der FCC prüft derzeit auch das US-Justizministerium die Fusion.

Ein Zusammengehen von T-Mobile US und Sprint war in den vergangenen Jahren bereits mehrfach an Wettbewerbsbedenken gescheitert. Vor gut einem Jahr hatte sich die Telekom nach langem Ringen mit dem Sprint-Haupteigner Softbank auf die Modalitäten eines Zusammengehens geeinigt.

Private Daten von Millionen Instagram-Nutzern im Netz

Immer wieder versäumen es Kunden von Amazons Clouddienst AWS, ihre gemieteten Online-Speicher ordentlich abzusichern. Das jüngste Beispiel ist die indische Firma Chtrbox. Sie hatte bei Amazon eine Datenbank mit bekannten Instagram-Nutzern hinterlegt: Influencer, Prominente, Marken-Accounts.

Gespeichert hatte Chtrbox jeweils die öffentlich zugänglichen Daten wie Followerzahlen, Foto, Biografie und Standort – aber auch nicht-öffentliche Daten wie Telefonnummern und E-Mail-Adressen. Die Datenbank war nicht passwortgeschützt und damit für jeden frei zugänglich, der sie finden konnte, berichtet „TechCrunch“.

Ein Sicherheitsforscher hatte die Datenbank entdeckt. „TechCrunch“ kontaktierte daraufhin mehrere Menschen, die darin aufgeführt waren. Zumindest zwei von ihnen bestätigten die Echtheit ihrer Daten. Allerdings sagten beide, dass sie nichts mit Chtrbox zu tun hätten.

Chtrbox hat eigentlich nur 185.000 Kunden

Das in Mumbai sitzende Unternehmen vermittelt zwischen Social-Media-Influencern und Marken, die Werbung machen wollen. Die Influencer werden je nach ihrer Reichweite für gesponserte Inhalte bezahlt.

Huawei-Bann: Hunderttausende österreichische Handynutzer betroffen

Google bestätigte, dass Huawei den Zugang zum Play Store für neue Geräte verliert. Bestehende Smartphones sollen hier zwar weiter Zugriff haben, es ist aber unklar, ob diese noch Systemupdates erhalten werden.

In Österreich sind zahlreiche Nutzer von dem Schritt betroffen, da Huawei hierzulande Handys wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln verkauft. Hinter Samsung nimmt Huawei den zweiten Platz bei den Verkäufen ein. Das Huawei P20 Lite war im vergangenen Jahr das meistverkaufte Smartphone des Landes. Auch die Billigmarke Honor ist von dem Android-Bann betroffen.

Der Schritt der USA hat aber nicht nur auf Handynutzer Auswirkungen. Das Unternehmen bemüht sich derzeit intensiv darum, von Magenta (vormals T-Mobile und UPC) den Auftrag für den Aufbau seines 5G-Netzes zu bekommen. In den letzten Wochen hat die US-Regierung den Druck auf die Regierung verstärkt, um zu verhindern, dass Huawei beim 5G-Aufbau zum Zug kommt.

Amazon darf .amazon-Domain nutzen

Nach einem jahrelangen und ergebnislosen Streit zwischen dem Onlinehändler Amazon und mehreren Amazons-Anrainerstaaten bezüglich der Top-Level-Domain (TLD) .amazon hat die Vergabeorganisation Icann (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers) nun entschieden: Künftig hat Amazon das Recht, die Domain für eigene Zwecke zu verwenden.

So hat die Icann ihre Entscheidung auch vor dem Hintergrund getroffen, dass sich die beteiligten Parteien seit knapp sieben Jahren nicht einigen können. Dem Recht Amazons, die Domain .amazon zu verwenden, liegt unter anderem die Zusage des Onlinehändlers zugrunde, die Adresse nicht zu verwenden, wenn es einen klaren Zusammenhang zum geografischen und kulturellen Gebiet gibt.

Zudem sollen die in dem Streit unterlegenen acht Staaten, darunter Brasilien und Peru, mehrere vom Wort Amazon abgeleitete Begriffe zu nicht kommerziellen Zwecken als TLDs verwenden dürfen. Bereits früher hatte Amazon angeboten, Bewerbungen für die TLDs .amazonas, .amazonia und .amazonica zu unterstützen.

Den Amazonas-Anrainerstaaten genügt dies offenbar nicht. „Wegen seiner untrennbaren semantischen Beziehung zum Amazonas-Regenwald sollte diese Domain in keinster Weise das Monopol eines Unternehmens sein“, teilte das brasilianische Außenministerium mit. Die Icann habe das öffentliche Interesse nicht berücksichtigt und die Notwendigkeit ignoriert, das kulturelle Erbe der Amazonasregion zu schützen.

Google Glass feiert Comeback

Die Datenbrille gilt bis heute als einer der größten Flops von Google. Bereits vor sieben Jahren stellte der Konzern die erste Google-Glass-Variante vor. Jetzt feiert das Gerät als „Glass Enterprise Edition 2“ eine Rückkehr, wie das Internet-Unternehmen bekannt gibt.

Die zweite Variante behält grundlegend das Vorgängerkonzept einer AR-Brille bei. Allerdings wurden die Komponenten aktualisiert. So widmete sich Google der Qualität und Performance der Kamera, erhöhte die Akku-Laufzeit deutlich und integrierte einen USB-C Port zum schnellen Aufladen. Darüber hinaus wurde das Betriebssystem auf Android umgestellt.

Und obwohl das Projekt nun das X-Labor von Alphabet verlässt und ab sofort wieder ein Teil von Google ist, heißt das Produkt weiterhin „Glass“ und nicht „Google Glass“.

Siemens Gamesa und Toshiba wollen insolvente Senvion – Magazin

Der deutsch-spanische Windkraft-Anlagenbauer Siemens Gamesa und der japanische Elektronikkonzern Toshiba haben nach einem Magazinbericht die Fühler nach dem insolventen Rivalen Senvion ausgestreckt.

Aber auch der US-Finanzinvestor Blackstone sei interessiert. Er habe dem Senvion-Mehrheitsaktionär Centerbridge bereits vor dem Insolvenzantrag dessen Anteil abkaufen wollen, sei dabei aber am Widerstand der Gläubiger gescheitert.

Senvion hatte Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet, nachdem dem Unternehmen wegen Verzögerungen bei Großprojekten das Geld auszugehen drohte. Die Windkraft-Branche steckt mitten in der Konsolidierung.

Fabasoft übernimmt Mehrheit an deutscher Software-Firma Xpublisher

Der in Frankfurt börsennotierte Linzer Softwarehersteller Fabasoft steigt beim deutschen Software-Spezialisten Xpublisher ein. Die Beteiligung werde zu 40 Prozent über die Zeichnung von Anteilen im Zuge einer Kapitalerhöhung der Xpublisher GmbH und zu 20 Prozent über den Erwerb von Anteilen von den Gründern und bisherigen Gesellschaftern erfolgen.

Beide Gründungsgesellschafter werden weiterhin mit gemeinsam 40 Prozent beteiligt bleiben und sich als Geschäftsführer um die Expansion in Europa und Nordamerika kümmern. Xpublisher erzielte zuletzt mit rund 25 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 1,7 Mio. Euro. Vor allem Verlags- und Medienhäuser sowie Druckereien würden auf das Crossmedia-Redaktionssystem von Xpublisher setzen.

Huawei verliert Android-Lizenz und Zugang zum Play Store

Der Softwarehersteller Google hat Teile seiner Geschäftsbeziehungen zum Netzwerkausrüster Huawei eingestellt, nachdem die US-Regierung den chinesischen Konzern auf eine Schwarze Liste gesetzt hat.

Allerdings verweist man darauf, dass der Play Store und die Sicherheitsfunktionen von Google Play Protect auf bestehenden Geräten weiter funktionieren werden.Für neue Geräte sieht es hingegen anders aus: Diese verlieren komplett den Zugang zum Play Store als auch zu den großen Anwendungen des Unternehmens. Dies beinhaltet etwa Gmail aber auch Google Maps, die Google-Suche oder Youtube.

Der Zugriff von Huawei auf Android-Bestandteile soll sich damit künftig auf die im Quellcode verfügbaren Bestandteile des Betriebssystems beschränken – das Android Open Source Project (AOSP). Diesem fehlen aber neben den Google-Apps auch wichtige Infrastrukturdienste. Allen voran die Google Play Services, die von einem großen Teil aller Android-Apps benötigt werden. Auch die Vorabinformation über Sicherheitslücken und neue Android-Generationen, die Google-Partner erhalten, entfallen damit.

Infineon setzt Chip-Lieferungen an Huawei aus

Der deutsche Halbleiterkonzern Infineon hat Chip-Lieferungen an den chinesischen Netzwerkausrüster Huawei ausgesetzt. Das Unternehmen hat damit auf die Entscheidung des US-Handelsministeriums reagiert, Huawei auf die schwarze Liste zu setzen.

Einer der Insider sprach von einer Vorsichtsmaßnahme von Infineon. Das Unternehmen werde die rechtliche Lage in dieser Woche bewerten.

Der Chiphersteller liefert unter anderem Microcontroller und Schaltkreise für die Stromversorgung an die Chinesen. So erwirtschaftet Infineon mit Huawei rund 100 Mio. Dollar (89,5 Mio. Euro) Umsatz im Jahr.

T-Mobile US und Sprint wollen Mega-Fusion mit Zugeständnissen retten

Die Telekom-Tochter T-Mobile US und ihr Konkurrent Sprint wollen bald Zugeständnisse zur Rettung ihrer geplanten Fusion bekanntgeben. Die beiden US-Mobilfunker wollen dabei zum Beispiel den Verkauf von Sparten anbieten, den Aufbau eines 5G-Netzes innerhalb von drei Jahren und auch die Versorgung von ländlichen Regionen garantieren.

Ein Zusammengehen von T-Mobile US und Sprint war in den vergangenen Jahren bereits mehrfach an Wettbewerbsdenken gescheitert. Nun rechnet die Telekom nach mehreren Unterbrechungen der Prüffrist von 180 Tagen Anfang Juni mit einer Entscheidung. Man befinde sich in der letzten Runde des Prozesses, hatte es zuletzt von der Deutschen Telekom Börsen-Chart zeigengeheißen.

Nach aktuellen Kursen legt die Telekom für die Übernahme von Sprint T-Mobile-US-Aktien im Wert von rund 30 Milliarden US-Dollar (27 Milliarden Euro) auf den Tisch, die Verschuldung wird auf Jahre spürbar steigen. In den ersten Jahren sollen zudem über 40 Milliarden Dollar in das dann gemeinsame Mobilfunknetz gesteckt werden.

D: 5G-Auktions-Gebote nähern sich der Marke von 6 Milliarden Euro

Zwei Monate nach dem Start läuft die 5G-Frequenzversteigerung der Bundesnetzagentur immer noch ohne finales Ergebnis. Die 5G-Auktion verabschiedete sich nach Auktionsrunde 365 ins Wochenende und am 20. Mai fortgesetzt. Die Summe der Gebote erreichte inzwischen einen Betrag von über 5,901 Milliarden Euro. Innerhalb einer Woche kletterten die Gebote damit um rund 150 Millionen Euro. Damit verteuerten sich die Lizenzkosten für die 41 zu vergebenden 5G-Frequenzblöcke weiter. In der kommenden Woche könnte eventuell die Marke von 6 Milliarden Euro geknackt werden.

1&1 Drillisch hatte in der letzten Auktionsrunde durch Rücknahme sämtlicher Höchstgebote im 3,6-GHz-Bereich für Unruhe und am darauf folgenden Montag für hektische Aktivitäten der übrigen drei Teilnehmer Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica Deutschland gesorgt. Danach hielt sich 1&1 Drillisch jedoch wieder zurück. Die Auktion wird wie schon in den Wochen zuvor vor allem durch Gebote für einzelne Frequenzblöcke am Leben gehalten. Zum Ende der Frequenzversteigerung kommt es erst, wenn in einer Runde keiner der vier Teilnehmer mehr ein Gebot abgibt.

HP-Nachfolgefirma übernimmt Supercomputer-Spezialisten Cray

Der traditionsreiche Supercomputer-Spezialist Cray gehört künftig zur einer Nachfolgefirma der Computerpioniers HP. Der auf das Geschäft mit Unternehmenskunden spezialisierte Konzern Hewlett Packard Enterprise übernimmt Cray in einem insgesamt 1,3 Mrd. Dollar (aktuell 1,16 Mrd. Euro) schweren Deal.

Der Zukauf soll das Angebot von HPE bei Hochleistungscomputern stärken, die für Aufgaben mit Rückgriff auf Künstliche Intelligenz, maschinelles Lernen sowie die Auswertung großer Datenmengen gebraucht werden.

Cray wurde 1972 gegründet und ist nach wie vor ein wichtiger Lieferant von Supercomputern für amerikanische Behörden und Forschungseinrichtungen. Damit dürfte der Zukauf das Geschäft von HPE mit diesen Kunden deutlich stärken.

TeamViewer war 2016 Opfer eines Cyber-Angriffs

Die deutsche TeamViewer GmbH wurde 2016 offenbar gehackt. Man machte den Vorfall jedoch damals nicht bekannt, weil man ihn nicht für bedeutsam genug hielt.

Mit einer Schadsoftware, die der mutmaßlich chinesischen Hackergruppe Winnti zugeschrieben wird, versuchten Hacker 2016 einen Cyberangriff auf die Netzwerke der TeamViewer-Entwickler. Die Hackergruppe Winnti wird auch für erfolgreiche Angriffe auf Thyssen-Krupp im Jahr 2016 und die Bayer AG im Jahr 2018 verantwortlich gemacht. Sicherheitskreise spekulieren dabei über Verbindungen der Hackergruppe mit dem chinesischen Staat. Der Angriff wurde erst jetzt öffentlich.

Die TeamViewer GmbH bestätigte den Cyberangriff, den man aber „rechtzeitig genug entdeckt habe, um größere Schäden zu verhindern“. Der Vorfall gelangte bisher nicht an die Öffentlichkeit, weil seinerzeit IT-Experten und Behörden keine Belege dafür gefunden hätten, dass Kundendaten entwendet oder Computersysteme von Kunden infiziert wurden. Deswegen habe man selbst die eigenen Kunden nicht gewarnt. „Nach übereinstimmender Meinung aller relevanten Drittparteien war eine breite Information an die Kunden hier nicht angezeigt“, sagte das Unternehmen dem Spiegel. Eine Pressemitteilung vom 1. Juni 2016 bestätigte lediglich einen Dienstausfall wegen eines Denial-of-Service-Angriffs auf die TeamViewer-DNS-Serverinfrastruktur.

Von der Presse wird die 2005 gegründete TeamViewer GmbH aus Göppingen als erfolgreiches deutsches Startup-Unternehmen und „Einhorn“ gefeiert. Die Fernwartungssoftware zählt zwischenzeitlich weltweit ungefähr 2 Milliarden Geräteaktivierungen. Weniger bekannt ist, dass die TeamViewer GmbH 2014 durch den Private Equity-Fonds Permira in aller Stille übernommen wurde. Permira zahlte 1,1 Milliarden US-Dollar (ca. 800 Millionen Euro) als Kaufpreis.

US-Minister: Huawei kommt auf die Schwarze Liste

Der chinesische Telekommunikationskonzern Huawei wird am 17.5. auf die US-Liste gebannter Unternehmen gesetzt. Das kündigte Wirtschaftsminister Wilbur Ross an. Damit ist es US-Firmen untersagt, ohne Genehmigung der Regierung Geschäfte mit dem Netzwerkausrüster und Smartphone-Hersteller zu tätigen.

US-Präsident Donald Trump wirft Huawei vor, mit seinen Produkten könne China Spionage betreiben. Huawei weist dies zurück. Europäische Staaten lehnten die Forderung der USA ab, ebenfalls Sanktionen gegen Huawei zu erlassen.

Der chinesische Konzern kündigte an, die Entscheidung der US-Regierung anzufechten. Huawei warnte, die Sanktionen könnten Zehntausende Arbeitsplätze in den USA gefährden. Amerikanische Geschäftspartner von Huawei könnten einen ernsthaften wirtschaftlichen Schaden nehmen. Zudem werde die Zusammenarbeit und das Vertrauen in die weltweiten Lieferketten beschädigt.

Sunrise macht Gewinn im ersten Quartal 2019

Der Schweizer Telekom-Konzern Sunrise hat im ersten Quartal zwar weniger umgesetzt, aber mehr verdient. Der Umsatz sank um 2,6 Prozent auf 447 Mio. Franken (396,4 Mio. Euro). Der bereinigte Betriebsgewinn (EBITDA) stieg dagegen um gut 13 Prozent auf 158 Mio. Franken. Unter dem Strich verdoppelte sich der Nettogewinn auf 35 Mio. Franken, wie Sunrise bekannt gab.

Dieses Plus sei vor allem dem Verkauf von 133 Handyantennenmasten an ein Konsortium unter der Führung der spanischen Cellnex, dem Kundenzuwachs bei Handyabos, TV und Internet sowie der Margenverbesserung bei den Telekomdienstleistungen zu verdanken.

Im Internet wuchs die Zahl der Abonnenten um 9,5 Prozent, während das TV-Geschäft gut 14 Prozent mehr Kunden zählt als im gleichen Vorjahreszeitraum. Bei der Festnetztelefonie nahm die Zahl der Kunden um 9,7 Prozent zu.

Dennoch sackte der Umsatz im Festnetz um ein Fünftel ab. Grund dafür ist, dass der internationale Handel mit Telefonminuten (Hubbing), der kaum Gewinn bringt, massiv zurückgefahren wurde. Dies zog den Gesamtumsatz des Konzerns leicht nach unten.

Im Fokus des Interesses steht allerdings die geplante Übernahme der Kabelnetzbetreiberin UPC Schweiz für 6,3 Mrd. Franken. Eine endgültige Entscheidung der Eidgenössischen Wettbewerbskommission (Weko) werde im zweiten Halbjahr erwartet.

Internetgiganten und Staaten sagen Online-Terror den Kampf an

Im Kampf gegen Terrorvideos im Netz haben Internetgiganten wie Amazon, Facebook oder Google und 17 Staaten ein internationales Bündnis geschmiedet. Anlass für den „Christchurch-Gipfel“ in Paris war der Terroranschlag in Neuseeland Mitte März mit 51 Toten. Der Täter übertrug seinen Angriff mit einer Helmkamera über Facebook zu großen Teilen live ins Internet. Davon gibt es auch ein insgesamt 17-minütiges Video, das millionenfach angeklickt wurde.

Die Internet-Unternehmen Microsoft, Twitter, Facebook, Google und Amazon begrüßten die Initiative und stellten mehr konkrete Schritte sowie Investitionen zum Kampf gegen Terror-Inhalte im Netz in Aussicht. Sie betonten zugleich, dass es hier um komplexe Probleme gehe, bei denen die gesamte Gesellschaft gefordert sei. Die Unternehmen sagten laut Aufruf zu, Inhalte mit terroristischem Inhalt sofort zurückzuziehen.

Deutschland gehört nach französischen Angaben zu den insgesamt 17 Ländern, die den Aufruf mittragen. Weitere Staaten sind Kanada, Großbritannien, Australien und Japan.

Cisco mit Optimismus

Der US-Netzwerk-Spezialist Cisco blickt nach einem guten Quartal positiv auf das laufende Jahresviertel. Der Umsatz werde im vierten Geschäftsquartal um 4,5 bis 6,5 Prozent zum entsprechenden Vorjahreszeitraum steigen.

Im abgelaufenen Quartal hatte Cisco den Umsatz um 4 Prozent auf 13,0 Milliarden Dollar gesteigert. Bereinigt um eine Übernahme hatte das Plus sogar bei 6 Prozent gelegen.

Vom Handelskonflikt zwischen Washington und Peking ist Cisco zwar kaum betroffen, weil es vom chinesischen Markt größtenteils ausgeschlossen ist.

San Francisco untersagt als erste US-Stadt Gesichtserkennung

San Francisco will als erste Stadt in den USA ihren Behörden den Einsatz der umstrittenen Technologie zur Gesichtserkennung verbieten. Das entschied am Dienstagabend (Ortszeit) mehrheitlich der Stadtrat der Westküstenmetropole. Das Verbot muss dem Bericht zufolge aber noch eine weitere Abstimmung in diesem Gremium passieren und dann von Bürgermeisterin London Breed unterschrieben werden, bevor es in Kraft tritt. Der Flughafen und der Hafen werden demnach ausgenommen sein, da sie unter Bundeskompetenz fallen.

Die Technologie der Gesichtserkennung hat sich in den USA schnell ausgebreitet, ist aber noch weitgehend unreguliert, wie die Zeitung „The Washington Post“ schreibt. Kritiker befürchten, sie könne zur Massenüberwachung missbraucht werden oder zu ungerechtfertigten Festnahmen führen.

Facebook vor Einigung mit US-Regierung wegen Datenskandal

Facebook steht Insidern zufolge kurz vor einer Einigung mit der US-Regierung im Verfahren zu Datenschutzverstößen. Die Vereinbarung sehe vor, dass die Online-Plattform in den kommenden 20 Jahren stärker von Aufsichtsbehörden überwacht werden soll. Eine endgültige Einigung könne es in etwa einem Monat geben, fügte ein anderer Insider hinzu.

Ein Vergleich mit den Behörden wird erwartet, seit Facebook im ersten Quartal in seiner Bilanz drei Milliarden Dollar dafür zurückgelegt hatte. Möglich ist dem Management zufolge auch eine Strafe von bis zu fünf Milliarden Dollar. Es wäre das höchste Bußgeld, das jemals an die US-Handelsaufsicht FTC gezahlt wurde.

Die Behörde untersucht, ob das weltgrößte soziale Netzwerk mit der Weitergabe von Nutzerdaten an die Analysefirma Cambridge Analytica im US-Präsidentschaftswahlkampf von Donald Trump gegen ein Datenschutz-Gesetz von 2011 verstoßen hat.

Handelskrieg trifft Apple: Aktie um fast sechs Prozent gesunken

Am 10.05. haben die USA die Sonderzölle auf Importe aus China von zehn auf 25 Prozent angehoben und damit auch eigene Technologieunternehmen in die Misere geritten. Denn US-Giganten wie Apple sind auf den transpazifischen Handel angewiesen. Zig Bestandteile der Computer und iPhones werden in Übersee produziert. Zwar sind einige davon aus dem Beschluss der Zollerhöhung ausgenommen, aber einige eben auch nicht.

Adapter, Ladegeräte, Kabel und iPhone-Hüllen werden demnach beim Import aus China in die USA mit dem Sonderzoll von 25 Prozent besteuert. Apple gab dazu keine Stellungnahme ab.

Der Aktienmarkt teilte aber anscheinend die Befürchtungen: Die Apple-Aktie fiel am 13.05. um 5,81 Prozent. Wobei hier auch reinspielen könnte, dass an diesem Tag das oberste US-Gericht eine Sammelklage gegen das Unternehmen erlaubt hat.

Letztlich muss auch die Relation gewahrt werden: Allein im letzten Quartal hat Apple 20 Milliarden US-Dollar Gewinn gemacht. Damit dürften die erhöhten Kosten aufgefangen werden können. Es besteht aber die ständige Gefahr, dass sich der Handelskrieg ausweitet und dann weitere Apple-Produkte betreffen könnte, etwa Airpods, Apple Uhren oder gar iPhones und MacBooks.

5G nur ohne Huawei: USA erhöhen Druck auf Wien

Die USA erhöhen den Druck auf die Regierung in Wien. Die Amerikaner wollen unbedingt verhindern, dass der chinesische Netzwerkausrüster Huawei beim Aufbau von 5G-Mobilfunknetzen in Österreich zum Zug kommt. Dementsprechend wurde das Thema von Botschafter Trevor Traina angesprochen, als er mit Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) in Wien zusammentraf.

Es war nicht das erste Mal, dass die Amerikaner diesbezüglich vorstellig wurden. Das Thema ist ihnen sehr ernst. Sie befürchten Spionage durch Huawei, da das Unternehmen eng mit dem chinesischen Staat verbunden sei. Auch sei es per Gesetz verpflichtet, mit der Regierung in Peking zusammenzuarbeiten. Dies wird von Huawei vehement in Abrede gestellt. Das Unternehmen sieht die Vorwürfe als Teil des Handelskrieges zwischen den USA und China. Handfeste Beweise für Spionage konnten die Amerikaner bisher nicht auf den Tisch legen. Auch wird betont, dass ausgerechnet ein US-Gesetz amerikanischen Behörden den Zugriff auf Daten über Landesgrenzen hinweg erlaube. Mithilfe des Cloud-Acts könnten etwa US-Geheimdienste auf Daten zugreifen, die von österreichischen Ministerien in der iCloud von Apple gespeichert werden.

Tatsächlich liegen die Chancen für das Unternehmen gut, auch hierzulande beim 5G-Aufbau eine tragende Rolle zu spielen. Während sich die beiden großen Handynetzbetreiber A1 und „3“ bereits für andere Lieferanten entscheiden haben, hält sich Magenta diesbezüglich noch bedeckt. Huawei liegt aber sehr gut im Rennen.

Telefonate ins EU-Ausland sind ab 15.05. weniger teuer

Vom 15.05. an werden die Gebühren für Telefonate und SMS aus dem Heimatland ins EU-Ausland gedeckelt. Ab dem 15. Mai dürfen EU-Bürgern pro Telefonatsminute maximal 19 Cent plus Mehrwertsteuer in Rechnung gestellt werden. Ob sie vom Festnetztelefon oder Handy aus anrufen, spielt keine Rolle.

Eine SMS ins EU-Ausland darf ab Mittwoch maximal sechs Cent kosten, auch hier kommt noch die Mehrwertsteuer hinzu. Nach Angaben des Europäischen Verbraucherverbandes fielen in Deutschland für Auslandsgespräche per Handy zuletzt bis zu 1,99 Euro pro Minute an.

Außer in den 28 EU-Ländern gelten die neuen Vorschriften bald auch in Norwegen, Island und Liechtenstein. Verbraucher müssen von ihren Anbietern über die Änderung, die nur für Privatkunden gilt, informiert werden.

Andrus Ansip, der für den digitalen Binnenmarkt zuständige Vizepräsident, sagt zu der neuen Kostendeckelung: „Die Preisobergrenzen für Anrufe innerhalb der EU sind ein konkretes Beispiel dafür, wie sich der digitale Binnenmarkt positiv auf den Alltag der Menschen auswirkt.“ Die Regeln würden „der EU insgesamt helfen, den wachsenden Konnektivitätsbedarf der Europäerinnen und Europäer zu decken und die Wettbewerbsfähigkeit der EU zu steigern“.

Die EU-Kommission nannte am 13.05 ein Beispiel: Eine Italienerin telefoniert jeden Monat zwei Stunden mit ihrer Tochter in Belgien – und zahlt dafür rund 105 Euro. Nach den neuen Regeln, auf die sich Europaparlament und EU-Staaten im vergangenen Juni geeinigt hatten, würde sie nun höchstens 27 Euro zahlen.

Windows im Aufwind

Microsofts Windows 10 hat es mittlerweile auf über 800 Millionen Geräte geschafft – Tendenz steigend. Jetzt kommt eine stark überarbeitete Version des Betriebssystems.

Laut einem amerikanischen Medienbericht soll das derzeitige Windows-Betriebssystem von Software-Hersteller Microsoft nun auf rund 825 Millionen Geräten installiert sein. Erst im März hatte Microsoft verkündet, die 800-Millionen-Marke mit Windows 10 geknackt zu haben.

Damit konnte das bereits im Jahr 2015 eingeführte Betriebssystem nun zwar weiter zulegen, ist aber nach wie vor weit entfernt von dem ursprünglich anvisierten Ziel. Microsoft hatte sich erhofft, bereits bis 2018 eine Milliarde Windows-10-Nutzer gewonnen zu haben.

Windows 7 nach wie vor populär
Viele Nutzer bleiben aber immer noch dem mittlerweile zehn Jahre alten Betriebssystem Windows 7 treu. Laut Netmarketshare hat Windows 10 es erst Ende 2018 geschafft, Windows 7 überhaupt einmal zu überholen. Im Mai letzten Jahres zählte Microsoft weltweit noch weniger als 700 Millionen aktive Geräte mit Windows 10.

Im April lag der Marktanteil von Windows 10 laut dem Marktforschungsunternehmen nun mit mehr als 44 Prozent deutlich über
Windows 7 mit rund 36,5 Prozent.

Die Chancen stehen derzeit so gut wie nie, noch mehr Nutzer zum Umstieg auf die neue Version des Microsoft-Betriebssystems zu bewegen. Denn das offizielle Support-Ende für die Vorgängerversion des glücklosen Windows 8, auf das schliesslich Windows 10 folgte, ist für Januar 2020 angekündigt. Windows 7 erhält dann keine Software-Updates mehr, was die Nutzung unsicher macht.

Update für Windows 10
Ein grosses Software-Update für Windows 10 wird Ende Mai für alle Nutzer ausgerollt. Damit führt Microsoft nicht nur zahlreiche Neuerungen bei Funktionen und Sicherheit ein, sondern auch eine Änderung am Update-Verfahren selbst.

Windows-10-Nutzer erhalten die Updates in der Regel automatisch, können künftig aber ein Funktionsupdate so lange hinauszögern, wie die genutzte Windows-10-Version mit Sicherheitsupdates versorgt wird. Wer ein grosses Update durchführen will, muss dies per Mausklick aktivieren.

Aktualisierung Ende Mai
Derzeit wird die jüngste Windows-10-Version noch getestet. Der Hersteller will Probleme vermeiden, wie sie beim letzten Funktionsupdate im Oktober auftraten. Microsoft sah sich gezwungen wegen Fehlern eine Aktualisierung des Betriebssystems rückgängig zu machen.

Das kommende Update wird «Windows 10 Mai 2019 Update» genannt, die offizielle Versionsnummer lautet «Windows 10 Version 1903». Unter anderem steht Nutzern damit ein neues «light theme» zur Verfügung, das anders als derzeit populäre «dark modes» die Windows-Optik aufhellt. Mit an Bord sind auch Verbesserungen im Startmenü oder eine verbesserte Suchfunktion.

Windows ist mit mehr als 88 Prozent unangefochtener Marktführer unter den Betriebssystemen und liegt mit grossem Abstand vor Apples macOS (9,74 Prozent) und Linux (2,16 Prozent).

Kunden können wegen App-Preisen gegen Apple klagen

Mit fünf zu vier Stimmen haben die Richter des obersten Gerichtshofs der USA den Weg für eine Sammelklage gegen Apple freigemacht. Am Montag bestätigte der Supreme Court sie die Entscheidung einer niedrigeren Instanz, die Klage zuzulassen.

Vier Kunden von Apple werfen dem Unternehmen im Fall „Apple Inc. vs. Pepper“ vor, als Quasi-Monopolist die Verantwortung für zu hohe Preise für iOS-Apps zu tragen. Apple-Kunden müssten Apps direkt bei Apple kaufen und dem Unternehmen so eine 30-Prozent-Gebühr zahlen, auch wenn sie ihre Apps lieber anderswo beziehen oder gern weniger dafür bezahlen würden. Man habe nur die Wahl, ob man eine App zum Apple-Preis kauft oder gar nicht.

Die Kunden kritisieren auch, dass es keine Alternativen zu Apples App Store gibt. Besitzer von Apple-Geräten könnten auf legalem Weg ausschließlich darüber an neue Software kommen.

Gestritten wird schon seit 2011
Apple verlangt für App-Verkäufe über seinen Store eine Provision von bis zu 30 Prozent. Die Kunden argumentieren, diese Provision würde wohl niedriger ausfallen, wenn Apple dabei mit anderen App-Plattformen konkurrieren müsste.

Die Auseinandersetzung um die App-Verkäufe tobt bereits seit 2011. Gestritten wurde vor allem über die Frage, ob es überhaupt Apple ist, das Apps an die Endkunden verkauft, oder ob es vielmehr die Entwickler sind, die dies tun – und ob die Kunden dann überhaupt ein Recht haben, Apple zu verklagen.

Bank UBS will Devisenhandel mit künstlicher Intelligenz ausbauen

Die UBS setzt im Devisenhandel auf künstliche Intelligenz und will damit neue Kunden anlocken. Die Schweizer Großbank hat einen Algorithmus entwickelt, der Investoren auch bei einem volatilen Marktumfeld oder einem Börsencrash die besten Preise bieten soll und mit ausreichend Liquidität versorgt.

Die Banken wollen damit nicht nur ihre Marktanteile ausbauen und neue Kunden anziehen, sondern auch sparen: Denn die zunehmende Automatisierung im Handel trägt dazu bei, die Kosten zu senken.

NCR investiert 90 Millionen Dollar in Belgrad

Die US-amerikanische IT-Firma NCR investiert nun 90 Mio. Dollar (80 Mio. Euro) in ein technologisches Zentrum in Belgrad. Das Gebäude im Geschäftsviertel Neu-Belgrad soll über 30.000 Quadratmeter umfassen.

NCR will nach der Fertigstellung des Gebäudes Ende 2020 oder Anfang 2021 die Beschäftigtenzahl auf 4.200 erhöhen, hieß es in Medienberichten. Das IT-Unternehmen beschäftigt bereits über 3.100 Arbeitnehmer an sechs Standorten in Serbien.

Laut früheren Angaben der serbischen Ministerpräsidentin Ana Brnabic entsteht in Belgrad der weltweit zweite NCR-Campus nach jenem in Atlanta.

Google will noch dieses Jahr 500 zusätzliche Software-Entwickler in München einstellen

Google stärkt im Zuge seiner Datenschutz-Kampagne den Standort in München. Bis Ende 2019 soll die Zahl der in München arbeitenden Entwickler auf mehr als 1000 verdoppelt werden, wie der Konzern am Dienstag mitteilte. Die Zahl der Spezialisten, die sich mit Sicherheit und Privatsphäre befassen, soll von etwa 100 auf rund 200 steigen. Dafür eröffnete Google in München das Safety Engeneering Center.

Mit der Erweiterung des Standorts will Google sein Versprechen von mehr und einfacherem Datenschutz untermauern.

Apple bringt neugestaltete TV-App heraus

Mit dem Umbau vertieft Apple die Anstrengungen, die TV-App für seine Kunden zu einer zentralen Anlaufstelle beim Video-Konsum zu machen. Bereits jetzt können sie in der Anwendung unter anderem nächste Serien-Folgen aus verknüpften Videodiensten wie Amazon Prime oder Sky Ticket anzeigen lassen. Zum Ansehen der ausgewählten Inhalte wird man dann in die App des jeweiligen Anbieters weitergeleitet. Das wird sich auch mit der neuen Version von Apples TV-Anwendung nicht ändern. Die nun hinzugefügten Channels laufen hingegen direkt in der TV-App.

In Deutschland startet Apples TV-App zunächst mit nur einem solchen Kanal: „STARZPLAY“, der nach einer Gratis-Testzeit von zwei Wochen 4,99 Euro im Monat kostet. Weitere sollen folgen. In den USA gehören zum Channel-Angebot zum Beispiel auch HBO und Showtime. In Deutschland bietet bisher unter anderem Amazon bereits Kunden seines Abo-Dienstes Prime eine breite Channel-Auswahl.

EU-Wahl: Facebook sperrt 23 Seiten wegen Rassismus und Anitsemitismus

Vor den EU-Parlamentswahlen startet Facebook eine Offensive gegen Fake News. Das Sozialnetzwerk von Mark Zuckerberg hat 23 italienische Facebook-Seiten mit politischen Inhalten und 2,46 Millionen Followers geschlossen. Dabei handelt es sich um Seiten, die die italienischen Regierungsparteien Lega und Fünf Sterne unterstützten.

Auf den geschlossenen Seiten waren zuletzt wiederholt falsche Informationen über Impfungen und rassistische oder antisemitische Slogans erschienen, berichtete Facebook. Das soziale Netzwerk schloss die Seiten nach Anzeigen des US-Online-Netzwerks Avaaz, das sich gegen die Verbreitung von Fake News im Internet einsetzt.

Die 23 geschlossenen Seiten zählten mehr Follower als die offiziellen Seiten der Lega und der Fünf-Sterne-Bewegung zusammen. Auf den Seiten wurden unter anderem falsche Aussagen von Prominenten veröffentlicht.

Kartellverfahren gegen Google-Mutter in Indien gestartet

Kartellwächter in Indien ermitteln Insidern zufolge gegen die Google-Mutter Alphabet wegen des Verdachts auf unzulässige Vorschriften für die Verwendung des Betriebssystems Android. Die Untersuchungen würden voraussichtlich ein Jahr dauern und Manager von Google würden in den kommenden Monaten bei der indischen Wettbewerbsbehörde CCI vorgeladen.

Google wurde in einem ähnlichen Verfahren von der EU-Kommission kürzlich zu einer Strafe von 4,3 Mrd. Dollar (3,8 Mrd. Euro) verdonnert. Der Konzern schaltete danach bei Android-Mobiltelefonen in Europa zusätzliche Internet-Browser und Suchmaschinen frei.

Ausschreitungen gegen Muslime: Sri Lanka blockiert Facebook, Whatsapp, Instagram

Nach Ausschreitungen gegen Muslime in Sri Lanka sind die Online-Netzwerke in dem Land vorübergehend blockiert worden. Die Behörden ordneten an, den Zugang zu Diensten wie Facebook, WhatsApp, Instagram zu sperren, wie die Internetprovider in dem südasiatischen Inselstaat am Montag mitteilten. Die Lage in Sri Lanka ist nach den mutmaßlich islamistischen Anschlägen am Ostersonntag auf mehrere katholische Kirchen und Luxushotels weiterhin angespannt.

Deutsche Regierung plant neues Cyber-Zentrum in Dresden

Die deutsche Bundesregierung plant zur Verbesserung der IT-Sicherheit den Aufbau eines neuen Cyber-Zentrums in Dresden. Bis 2020 sollen dort rund 200 Mitarbeiter des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) arbeiten.

Die Experten sollen sich demnach mit Forschungseinrichtungen und der Industrie vernetzen. Die Region Dresden, auch Silicon Saxony genannt, ist ein bedeutender Mikroelektronik-Standort. Dort haben sich neben zahlreichen Forschungseinrichtungen wie dem Fraunhofer Institut viele wichtige Industrieunternehmen angesiedelt. So produziert etwa der US-Chiphersteller AMD in Dresden seine gesamten Mikroprozessoren, die er weltweit verkauft.

Google und Amazon könnten Niederlassungen in Oberösterreich errichten

Im oberösterreichischen Kronstorf könnten demnächst die US-Konzerne Google und Amazon Niederlassungen errichten. Bereits vor elf Jahren wollte Google dort eine Server-Farm errichten, woraus jedoch nichts geworden ist. Der Kronstorfer Bürgermeister Christian Kolarik (ÖVP) bestätigte jetzt wieder Gespräche. Wenn sich Google für eine Betriebsansiedlung entscheiden sollte, könnte diese in vier bis fünf Jahren stattfinden.

Derzeit besitzt der Suchmaschinenbetreiber in der Region zwischen Kronstorf, Dietach und Hargelsberg ein Betriebsbaugebiet von 50 Hektar. Weitere 20 Hektar, die der US-Konzern vor elf Jahren erworben hat, habe die interkommunale Betriebsansiedlungsgesellschaft Kronstorf-Hargelsberg zurückgekauft. Es gebe Gerüchte, dass der E-Commerce-Riese Amazon diese Fläche erwerben wolle. Dem Vernehmen nach gehe es um den Bau eines Verteilzentrums mit rund 700 Beschäftigten, das dort errichtet werden solle.

Amazon hat erst im heurigen Februar sein erstes österreichisches Verteilzentrum im niederösterreichischen Großebersdorf errichtet. Google besitzt seit 2006 eine Niederlassung in Wien.

Facebook verklagt Datenanalyse-Firma wegen Missbrauchs von App-Daten

Facebook hat bei einem Gericht im US-Bundesstaat Kalifornien Klage gegen das südkoreanische Unternehmen Rankwave eingereicht. Rankwave soll als Datenanalyse-Firma Apps mit Facebook-Anbindung verwendet und die darüber gesammelten Daten weitergegeben und unter anderem für Werbezwecke eingesetzt haben, was den Richtlinien des sozialen Netzes widerspricht. Da Rankwave bei einer internen Überprüfung zur Einhaltung der Richtlinien nicht kooperiert habe, reichte Facebook Klage ein, schreibt der Konzern in einer Mitteilung.

Daten über Apps sammeln und weitergeben
Rankwave habe Daten aus dem sozialen Netzwerk über seine Apps erhoben und diese außerhalb der Apps genutzt. Im Juni 2018 – Rankwave war zuvor von einem anderen Unternehmen übernommen worden – wurde Facebook darauf aufmerksam und forderte Rankwave schließlich auf, diese Praktiken zu unterlassen. Rankwave habe nur zögerlich reagiert, die Vorwürfe bestritten und zunächst behauptet, seine Apps seit 2018 nicht mehr zu nutzen, was nicht den Tatsachen entsprochen habe. Facebook leitete daraufhin ein Audit ein, mit dem die Verwendung von Daten überprüft werden soll. Rankwave habe dies verzögert und nicht kooperiert, und Facebook zog letztendlich vor Gericht.

Rankwave habe aus den eingesammelten Facebook-Daten Analysen und Modelle zu Werbe- und Marketingzwecken (darunter Ad-Targeting) erstellt. Nach den Facebook-Richtlinien dürfen Apps, die die „Facebook Platform“ nutzen, Daten daraus nur zu dem Zweck sammeln, den App-Entwicklern Anhaltspunkte für die Weiterentwicklung ihrer Software zu geben. Die Verwendung für andere Geschäftszwecke, insbesondere die Weitergabe an andere, ist nicht zulässig. Facebook habe die Apps von Rankwave sowie dessen Facebook-Konten gesperrt und will vor Gericht außerdem durchsetzen, dass das Unternehmen alle zu Unrecht erhobenen Daten löschen muss und Facebook Schadenersatz erhält.

Die Rankwave-Apps richteten sich an Geschäftskunden, die damit das Nutzerverhalten auf ihren jeweiligen Facebook-Seiten mitverfolgen und auswerten konnten. Eine „Rankwave App“ mit Facebook-Login etwa sei für Anwender ausgelegt, die ihre eigene Beliebtheit auf Facebook untersuchen wollen – die App soll die Aktivitäten der Besucher auf der Facebook-Seite des App-Benutzers analysiert und aus ihnen einen „social influence score“ erstellt haben.

Uber stemmt Mega-Börsengang

Der Börsengang des Jahres ist perfekt: Uber hat sich mit der Ausgabe neuer Aktien rund 8,1 Milliarden Dollar bei Anlegern besorgt. Die Bewertung des Fahrdienstvermittlers beträgt damit 82 Milliarden Dollar. Die Erwartungen waren allerdings noch höher gewesen.

Beim größten Börsengang seit Jahren hat der US-Fahrdienstvermittler Uber seine Aktien nicht so erfolgreich wie erhofft bei Investoren losschlagen können. Das Unternehmen setzte den Ausgabepreis auf 45 Dollar je Aktie fest und bewegt sich damit am unteren Ende der anvisierten Preisspanne von 44 bis 50 Dollar.

Uber erlöst rund 8,1 Milliarden Dollar (7,2 Milliarden Euro). Mit Spannung wird nun erwartet, wie die Aktien sich beim ersten Handelstag an der New York Stock Exchange schlagen.

Angesichts der schlechten Stimmung am Markt hatte sich bereits abgezeichnet, dass die Nachfrage nach den Papieren eher verhalten sein dürfte. Uber bringt es dennoch auf eine beachtliche Gesamtbewertung von etwa 82 Milliarden Dollar und stemmt damit den größten Börsengang seit dem des chinesischen Amazon-Rivalen Alibaba im Jahr 2014. Allerdings bleibt das Volumen deutlich unter der zwischenzeitlich angepeilten Marke von 100 Milliarden Dollar.

Aufgrund der jüngsten Verluste an den Börsen war in den vergangenen Tagen schon spekuliert worden, dass der Zeitpunkt für Ubers Premiere sich als unglücklich erweisen könnte. Für Skepsis sorgte auch schon länger, dass Ubers kleinerer Rivale Lyft, der im März an die Börse ging, besonders unter Druck steht. Uber hatte bei der Festlegung der Preisspanne bereits zurückhaltend agiert. Voriges Jahr wurde Uber noch eine Bewertung von 120 Milliarden Dollar zugetraut.

Uber lockt Anleger mit starkem Wachstum. 2018 stiegen die Erlöse im Jahresvergleich um 42 Prozent auf 11,3 Milliarden Dollar. Im Fahrdienst-Kerngeschäft geriet das Wachstum in den letzten Quartalen allerdings ins Stocken. Zudem steckt Uber tief in den roten Zahlen. Ohne Sondererlöse durch den Verkauf von Geschäftsteilen fiel im vergangenen Jahr ein Minus von fast 1,9 Milliarden Dollar an.

Passwörter österreichischer Politiker im Internet

Bereits Anfang des Jahres ist im Internet ein gewaltiger Datensatz mit gestohlenen Log-in-Informationen aufgetaucht. Mehr als 900 Gigabyte an Daten umfasst die sogenannte „Collection #1-#5“. Die Online-Rechercheplattform „Addendum“ hat diese nun ausgewertet. Demnach sind auch 3,3 Millionen Österreicher betroffen. Auch von Politikern wurden E-Mail-Adressen und dazugehörige Passwörter entdeckt, darunter jene von Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) und Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP).

Laut „Addendum“ finden sich in dem Datensatz knapp 7.800 E-Mail-Adressen und dazugehörige Passwörter von Mitarbeitern der öffentlichen Hand. Am stärksten betroffen sind Polizei, Finanzministerium, das Land Steiermark sowie das Justizministerium. Auch Daten von rund 350 Politikern und Parteimitarbeitern sind enthalten. Die Grünen (122 E-Mail-Accounts) und die SPÖ (99 E-Mail-Accounts) sollen die höchste Zahl betroffener E-Mail-Adressen aufweisen. Wie „Addendum“ weiter berichtet, fanden sich im Leck auch E-Mail-Adressen plus Passwörter von sieben Ministern. Dabei soll es sich aber primär um Partei-Mail-Adressen handeln.

Seitens der Bundesregierung hieß es dazu auf Anfrage, dass keine E-Mail-Adressen, die „im Zuständigkeitsbereich der Bundesregierung liegen“ betroffen seien. Auch würden die .gv-Adressen der Minister und der zuständigen Mitarbeiter regelmäßig sicherheitsüberprüft, sagte der Sprecher des Regierungssprechers. Das Bundeskanzleramt räume dem Thema Cyber-Sicherheit und der Vertraulichkeit von Daten einen hohen Stellenwert ein. Auch gebe es eine eigene Abteilung Cyber-Sicherheit im Bundeskanzleramt.

Für die österreichische Digitalsteuer hagelt es Kritik

Österreich ist gerade dabei, eine Digitalsteuer auf Werbeumsätze der Internetgiganten, wie Google oder Facebook, im Alleingang einzuführen, nachdem eine gemeinsame, europäische Lösung gescheitert war. Diese soll „digitalisierte“ Werbeleistungen erfassen und der Steuersatz soll fünf Prozent betragen. Nun hagelte es zum Ende der Begutachtungsfrist des Gesetzesentwurfs heftige Kritik.

„Damit werden mehr Fragen aufgeworfen als Antworten darauf geliefert, wie die Internetwirtschaft gerecht besteuert werden kann. Der österreichische Alleingang führt zu massenhafter Speicherung privater Daten der Nutzerinnen und Nutzer und provoziert im schlechtesten Fall einen Handelskonflikt mit den USA“, sagt etwa Maximilian Schubert, Generalsekretär des Verbands Österreichischer Internetprovider (ISPA).

Mit der Digitalsteuer sollen Onlinewerbedienstleister dazu verpflichtet werden, alle erbrachten Dienstleistungen per IP-Adresse und Geolocation-Daten zu erfassen und für sieben Jahre zu speichern. Dies soll nur für „inländische IP-Adressen gelten.

Daran stößt sich jetzt sogar das Justizministerium in seiner Stellungnahme: „Fraglich ist, wann dies genau der Fall ist. Reicht etwa die Verwendung der deutschen Sprache bereits aus, um von einer an inländische Nutzer gerichtete Onlinewerbung auszugehen?“ Das Justizministerium sieht zudem das Prinzip der Datensparsamkeit verletzt, das die Datenschutzgrundverordnung vorsieht.

Große Internetunternehmen wie Facebook und Google müssten dem Entwurf zufolge künftig eigene Listen erstellen und darin speichern, wo sich Österreicher in den vergangenen sieben Jahren im Internet aufgehalten haben.

Die Grundrechts-NGO epicenter.works ortet darin einen „großflächigen und nicht gerechtfertigten Eingriff in die Grundrechte aller Internetnutzer im Inland“. „Es kann kein Versehen sein, dass hier eine neue und noch weiter ausgebaute Form der Vorratsdatenspeicherung etabliert wird, die man in die Hände von Großkonzernen wie Google legt“, sagt Christof Tschohl, Jurist und Vorstand des Vereins epicenter.works.

Der Datenschutzrat schlug vor, dass die Speicherung von IP-Adressen nur anonymisiert zu erfolgen habe. Zudem müsse geprüft werden, ob nicht datenschutzrechtlich weniger sensible Nachweise als Beleg für den Ort der Erbringung der Werbeleistung herangezogen werden sollten. Für die Anonymisierung der IP-Adressen kam bereits vor dem Begutachtungsende ein Lippenbekenntnis aus dem Finanzministerium. „Das ist aber nur dann sinnvoll, wenn es dazu auch ein Verbot dahingehend gibt, noch mehr zu speichern“, so Tschohl.

„Außerdem ist eine Umsetzung durch „Anonymisierung“ der IP Adressen bei näherer Betrachtung der praktischen Umsetzbarkeit eher ein Feigenblatt. Das Risiko für die Menschen wird damit nicht wirklich reduziert, weil die Anbieter Daten zunächst einmal vollständig speichern würden und dabei durchaus sogar längerfristige Interessen geltend machen könnten“, ergänzt der Jurist.

Wirecard erhöht nach schwungvollem Jahresstart Prognose

Das wegen Bilanzierungsproblemen unter Druck stehende Management um Vorstandschef Markus Braun schraubte die Erwartung an das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) in diesem Jahr auf 760 bis 810 Mio. Euro hoch.

Ursprünglich hatte der Österreicher Braun 740 bis 800 Millionen Euro angepeilt. Hauptgeschäft von Wirecard ist die Abwicklung bargeldlosen Bezahlens sowohl online als auch in Geschäften.

Im ersten Quartal kletterte der Umsatz von Wirecard im Jahresvergleich um knapp 35 Prozent auf 566,7 Mio. Euro, das operative Ergebnis sogar um fast 41 Prozent auf 158 Mio. Euro. Unter dem Strich stieg der Nettogewinn um die Hälfte auf 106 Mio. Euro.

Der Aktienkurs hat sich inzwischen deutlich von den Tiefschlägen erholt, liegt aber trotzdem weiter unter dem Niveau von vor dem Bekanntwerden der Probleme. Der geplante Einstieg des japanischen Konzerns Softbank über eine Wandelanleihe mit 900 Mio. Euro gab dem Aktienkurs jüngst noch einmal Schub.

Mehr als die Hälfte der Zahlungsströme wickelt Wirecard mittlerweile außerhalb Europas ab. Wirecard rechnet bis ins Jahr 2021 mit einem Marktwachstum bei bargeldlosen Zahlungen von rund 14 Prozent pro Jahr. 2025 will das Unternehmen mehr als 710 Milliarden an Zahlungen jährlich abwickeln, der Umsatz soll auf über 10 Mrd. Euro klettern.

‚Handelsblatt‘ startet Multimedia-Projekt über Digitalisierung

Das ‚Handelsblatt‘ hat die Multimedia-Serie ‚Digitale Revolution‘ gestartet. Die neue Rubrik enthält interaktive Elemente und wird in den kommenden Wochen verschiedene Facetten der Digitalisierung beleuchten und analysieren, wie neue Technologien Wirtschaft, Gesellschaft und Alltag verändern.

Jede Woche gibt es ein Schwerpunktthema, das in mehreren Beiträgen multimedial aufbereitet wird. Dabei kommen interaktive Grafiken, Videos oder Bildstrecken zum Einsatz. Die Beiträge erscheinen im Ressort Unternehmen und Märkte und sind unter www.handelsblatt.com/digitalerevolution abrufbar.

Das Auftakt-Thema lautet: „Diabetes: Wie Sensoren, Smartphones und digitale Pumpen gegen die Volkskrankheit eingesetzt werden“. Weitere Themen sind digitale Landkarten, die Voice-Technologie und autonomes Fahren.

Fernsehen über 5G startet in Deutschland

Das Projekt 5G Today hat mit der offiziellen Inbetriebnahme des Testfelds für 5G-Rundfunkübertragung begonnen. Das gaben die Projektpartner Bayerischer Rundfunk, das Institut für Rundfunktechnik (IRT), Kathrein, Rohde & Schwarz und Telefónica Deutschland am 9. Mai 2019 bekannt. Das 5G-Testfeld in Oberbayern wird von zwei Hochleistungssendern mit je 100 Kilowatt (kW) Ausgangsleistung an den Standorten Ismaning und am Wendelstein versorgt.

Michael Hagemeyer, Geschäftsführer des IRT, sagte, dass „bis zu einem möglichen öffentlichen Betrieb und bis zur Verfügbarkeit von kommerziellen Endgeräten noch einige Jahre vergehen werden“. Der Testempfänger für das Start-Event wird vom Institut für Nachrichtentechnik der Technischen Universität Braunschweig zur Verfügung gestellt. Der Testbetrieb von 5G Today läuft bis Ende Oktober dieses Jahres.

Durch hohe Sendetürme und die Leistung der Sender (High-Power-High-Tower-Konzept, HPHT) wird die Ausstrahlung von Rundfunkprogrammen mit dem Broadcast-Modus FeMBMS (Further evolved Multimedia Broadcast Multicast Service) getestet. Der FeMBMS-Rundfunkmodus erlaubt eine Verbreitung von Inhalten über große Funkzellen mit Radien von bis zu 60 Kilometern.

Der Leiter der Bayerischen Staatskanzlei, Staatsminister Florian Herrmann (CSU) startete den Betrieb des Senders per Tablet vor 150 Gästen, die an einer zweitägigen Fachkonferenz des IRT teilnehmen. Das Projekt wird seit dem Jahr 2017 mit Mitteln der Bayerischen Forschungsstiftung finanziert. „Ich freue mich, dass wir heute das erste großflächige Testnetz der Welt für 5G-Broadcasting eröffnen können“, sagte Ulrich Wilhelm, Intendant des Bayerischen Rundfunks und derzeit ARD-Vorsitzender.

Mit dem Projekt soll getestet werden, wie auf der Basis von 5G-Broadcasting zukünftig eine Overlay-Infrastruktur geschaffen werden kann, die sich zur gleichzeitigen Versorgung von Millionen von 5G-Mobilgeräten eignet. Dabei sollen weder die regulären Mobilfunknetze belastet werden noch zusätzliche Kosten für die Bürger entstehen.

USA verwehren China Mobile wegen Spionageverdachts den Marktzugang

Mitten im schwelenden Handelsstreit zwischen Washington und Peking hat die US-Regierung dem Telekomriesen China Mobile wegen Spionageverdachts den Marktzugang verwehrt. Die US-Branchenaufsicht FCC lehnte einen Antrag des chinesischen Staatskonzerns ab, seine Dienste in den USA anzubieten.

Es gebe ein beträchtliches Risiko, dass Chinas Regierung das Unternehmen nutze, um die nationale Sicherheit und wirtschaftliche Interessen der Vereinigten Staaten zu untergraben, sagte der FCC-Vorsitzende Ajit Pai. Das ohnehin stark angespannte Verhältnis zwischen China und den USA dürfte die Entscheidung weiter belasten.

„3“ startet eigenes Netz für IoT und 5G für Firmen

Der Mobilfunker „3“ geht mit einem Narrowband IoT-Netz in Österreich in Betrieb. Dabei handelt es sich um spezielle Kommunikationsnetze, die für das Internet der Dinge ausgelegt sind. Denn während heute nur wenige Smartphones und smarte Geräte das Mobilfunknetz nutzen, werden künftig etwa smarte Heizungen, Kühlschränke und Co die Zahl um ein Vielfaches erhöhen – mit Narrowband IoT wird nun ein eigenes Netz für Geräte und Maschinen gestartet.

Dieses bietet eine breitflächige Abdeckung, gleichzeitig wird Energie gespart, da nur kleine Datenmengen über lange Zeiträume – etwa einmal im Monat – versandt werden. Dabei werden auch spezielle Modems angeboten, die günstiger sind als herkömmliche Geräte. Sie erreichen mit zwei herkömmlichen AA-Batterien Akku-Laufzeiten von bis zu zehn Jahren, verspricht „3“.

Das Unternehmen verkündete bei seiner Pressekonferenz auch, dass sich die Zahl der Business-Vertragskunden seit der Übernahme von Tele2 um acht Prozent gesteigert hat. In den kommenden Wochen will „3“ den 5G-Betrieb für erste Unternehmenskunden starten.

„Magenta T“ ersetzt T-Mobile und UPC – Aus für Telering

Eineinhalb Jahre nach der Übernahme des TV- und Festnetzanbieters UPC, verschwinden die beiden Marktauftritte „UPC“ und „T-Mobile“ von der Bildfläche. An ihre Stelle tritt die neue Marke „Magenta“, also jener rotblaue Farbton, der von der Deutschen Telekom seit Jahrzehnten für ihren Markenauftritt genutzt wird. „Wir sind nun ein neues Unternehmen und wollen die Zugehörigkeit zum deutschen Mutterkonzern verdeutlichen“ erklärte Unternehmenschef Andreas Bierwirth den Besuchern der Veranstaltung, die unweit der Wiener Unternehmenszentrale über die Bühne ging.

Die Markenumstellung lässt sich das Unternehmen 20 Millionen Euro kosten. Ein Mitarbeiterabbau sei nicht vorgesehen, so Bierwirth. Allerdings werde es keine Nachbesetzungen bei Abgängen geben.

Auch die Mobilfunk-Diskontschiene Telering soll spätestens Anfang des kommenden Jahr ausgedient haben. Künftig gibt es nur Produkte von Magenta Telekom, wie das Unternehmen nun offiziell heißt.

UPC kostete 1,9 Milliarden Euro

Für den Kauf von UPC hat T-Mobile 1,9 Milliarden Euro in die Hand genommen. Damit positioniert sich das Unternehmen als „vollständiger Anbieter“, der neben Mobilfunk auch Festnetzinternet und TV im Angebot hat. Dementsprechend bietet die Firma Internet mit Gigabit-Geschwindigkeit in Wien an. „Im ganzen Netz von UPC, das sind 900.000 Haushalte“, wie Bierwirth betonte. Damit sei Wien auch eine der ersten Gigabit-Citys in Europa. Kunden bekommen das schnelle Festnetzinternet um 100 Euro monatlich. Das TV-Angebot soll nun in ganz Österreich genutzt werden können.

Derzeit steht aber noch nicht fest, wer Magenta die notwendige 5G-Technik dafür liefert. Gut im Rennen liegt der chinesische Netzwerkausrüster Huawei, der allerdings von den USA und der Nato unter Spionageverdacht gestellt wird. Die österreichische Regierung wurde seitens der Amerikaner vor Huawei gewarnt. Allerdings konnten bis dato keine Beweise für die Behauptungen erbracht werden.

Telenor und Axiata wollen in Asien Telekom-Giganten schmieden

Die norwegische Telekomfirma Telenor und die Axiata Group aus Malaysia wollen ihre Geschäfte in Asien zusammenlegen. Das gemeinsame Unternehmen würde in neun Ländern mit einer Gesamtbevölkerung von fast einer Milliarde Menschen vertreten sein, darunter Thailand, Malaysia, Bangladesch, Pakistan, Myanmar, Sri Lanka und Indonesien.

In der Region würde eines der größten Telekommunikationsunternehmen entstehen mit 300 Millionen Kunden. Der geschätzte Pro-Forma-Umsatz würde 13 Mrd. Dollar (11,65 Mrd. Euro) erreichen und das operative Ergebnis (Ebitda) 5,5 Mrd. Dollar. Einsparungen sollen den Gewinn antreiben.

AT&S weiter auf Wachstumskurs

Der börsennotierte steirische Leiterplattenhersteller AT&S ist weiter auf Wachstumskurs. In den kommenden Jahren will man neue Marktsegmente vor allem im Bereich Module erschließen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2018/19 wurde erstmals ein Umsatz von mehr als 1 Mrd. Euro erzielt.

AT&S profitiert von der zunehmenden Vernetzung. „In Summe sehen wir eine weiterhin sehr positive Marktentwicklung, sowohl bei Leiterplatten als auch IC-Substraten“, sagte Gerstenmayer. Das Marktwachstum für Leiterplatten und IC-Substrate wird im Zeitraum 2018 bis 2021 auf 3,7 Prozent pro Jahr geschätzt. Zahlen bis 2024 würden eine ähnliche Entwicklung andeuten. Besonders erfreulich sei die Entwicklung bei IC-Substraten mit mehr als 9 Prozent erwartetem Wachstum bis 2021. Treiber seien dabei Cloud Computing und Rechenzentren. Im Bereich Automotive wird bis 2021 ein Marktwachstum von mehr als 5 Prozent gesehen.

Weitere Chancen sieht AT&S in der geplanten Änderung der Aufstellung im Markt. Neben dem Bereich für Leiterplatten und Substrate, den AT&S schon heute bedient, wird die Lieferkette erweitert. Das Geschäft mit Leiterplatten/Substraten für Module soll ausgebaut werden.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat AT&S mit 1,028 Mrd. Euro (plus 3,6 Prozent) beim Umsatz erstmals die Milliarden-Euro-Grenze überschritten. Rund zwei Drittel des Umsatzes werden in Amerika erzielt, fast ein Fünftel in Deutschland und Österreich.

Der Konzerngewinn stieg 2018/19 von 56,5 auf 86,9 Mio. Euro, pro Aktie ergibt das einen Gewinn von 2,08 Euro.

Energie Steiermark steigt bei deutschem Start-up homee ein

Die Energie Steiermark beteiligt sich in Deutschland mit 50 Prozent an einem Start-up für vernetzte Haushaltsgeräte. Der steirische Landesenergieversorger und das deutsche Unternehmen Codeatelier aus Stuttgart starteten dafür das gemeinsame Joint Venture homee GmbH.

homee mit seinen rund zehn Mitarbeitern soll demnächst von Stuttgart nach Berlin übersiedeln und die europaweite Vertriebsoffensive vorantreiben. Produkt von homee ist ein Würfel, der die unterschiedlichsten Geräte und Sensoren im Haushalt steuert und auf Smartphone oder Tablet meldet, wenn etwa Alarmanlage oder Rauchmelder anschlagen. Auch die Sprach-Assistenten Alexa, Siri oder jener von Google Home sind mit homee kompatibel.

Siemens streicht mehr als 10.000 Jobs

Siemens will im Zuge seiner Neuordnung weltweit etwa 10.400 Arbeitsplätze streichen. Alle Maßnahmen sollten möglichst sozialverträglich erfolgen, teilte Siemens mit.

In Deutschland gelten mit den Arbeitnehmern Vereinbarungen, die betriebsbedingte Kündigungen weitgehend ausschließen. Im Rahmen seiner Wachstumspläne will der neue Siemens-Konzern bis 2023 an anderer Stelle rund 20.500 neue Jobs schaffen. Der Konzern spricht daher von einem „Netto-Aufbau von rund 10.000 Arbeitsplätzen“.

In seiner „Vision 2020+“ gibt Siemens-Chef Joe Kaeser den Geschäften deutlich mehr Eigenständigkeit. Daher war erwartet worden, dass vor allem die Zentrale deutlich verschlankt wird. Bis 2023 sollen nun 2.500 der insgesamt etwa 12.500 Stellen in den Zentralfunktionen abgebaut werden. Die Restrukturierungskosten bezifferte der Konzern auf etwa 400 Millionen Euro. Im neuen industriellen Kerngeschäft sollen zudem bei den Digitalen Industrien 4.900 Stellen und bei den Intelligenten Infrastrukturen 3.000 Stellen wegfallen.

Insgesamt sollen mit den Effizienzverbesserungen in der Zentrale und in den operativen Einheiten die Kosten um rund 2,2 Milliarden Euro gesenkt werden, teilte Siemens vor dem Kapitalmarkttag am Mittwoch mit. Dies beinhalte das Sparprogramm in der Kraftwerkssparte mit einem Volumen von 500 Millionen Euro. Bei den 10.400 Arbeitsplätzen, die gestrichen werden sollen, sind die Kürzungen bei „Gas and Power“ aber nicht mitgezählt.

Twitter rollt Neuerungen bei mobilen Retweets aus

Twitter erweitert die Möglichkeiten für Retweets auf mobilen Endgeräten. Diese können nun mit Bildern, Videos und Gifs aufgehübscht werden. Das hat Twitter gestern auf seiner Plattform mitgeteilt. Das Feature ist für iOS- und Android-betriebene Geräte, sowie über die mobileStrategische Tipps für hoch wirkungsvolles Mobile Marketing Twitter-Seite verfügbar.

Das Upgrade ist eigentlich nur eine kleine, dafür aber eine besonders effektvolle Erweiterung: Denn dank der Möglichkeit, auch Fotos, Videos und Gifs an die Tweet-Zitate anzuhängen, dürfte sich die Zahl über die Plattform verbreiteter Medien signifikant ändern, so der Hintergedanke Twitters.

Gleichzeitig ist die Erweiterung der Retweets allerdings auch als ein Schritt weg vom ursprünglichen Alleinstellungsmerkmal der Plattform: Bei der Einführung von Twitter ging es damals um ein soziales Medium, auf dem in Form von Kurznachrichten besonders prägnant und schnell kommuniziert werden konnte.

Waymo stattet Fahrdienst-Vermittler Lyft mit Roboterautos aus

Einige Kunden des Fahrdienst-Vermittlers Lyft in der US-Stadt Phoenix werden demnächst in Roboterautos der Google-Schwesterfirma Waymo unterwegs sein. Zunächst sollen in den kommenden Monaten zehn Fahrzeuge auf die Lyft-Plattform kommen. Unterdessen sicherte sich der Autoriese General Motors eine weitere Milliarden-Geldspritze für seine Roboterwagen-Firma Cruise.

Die 1,15 Milliarden Dollar (gut 1 Milliarde Euro) für Cruise kommen unter anderem von der Investmentfirma T. Rowe Price. Mit der neuen Finanzierung habe die Gesamtbewertung von Cruise 19 Milliarden Dollar erreicht, wie General Motors am Dienstag mitteilte. Ganz GM ist an der Börse unterdessen knapp 55 Milliarden Dollar wert.

Der Autokonzern hatte das Start-up Cruise 2016 gekauft, um zu Konkurrenten wie Waymo aufzuholen. Cruise ist inzwischen zur Basis für die Entwicklung selbstfahrender Fahrzeuge bei GM geworden. Der Konzern arbeitet an einem Robotaxi-Service und lässt dafür zahlreiche Cruise-Fahrzeuge durch San Francisco fahren. Laut Medienberichten sind rund 180 Fahrzeuge unterwegs.

Im vergangenen Jahr vereinbarte Cruise bereits eine Geldspritze vom Vision-Investionsfonds des japanischen Technologiekonzerns Softbank in Höhe von 2,25 Milliarden Dollar sowie weitere 2,75 Milliarden Dollar vom Autobauer Honda.

Waymo betreibt in einem Vorort von Phoenix bereits einen eigenen Robotaxi-Dienst. In diesen Fahrzeugen sitzt noch ein Sicherheits-Fahrer am Steuer, der bei Bedarf eingreifen kann. Das wird auch bei der Lyft-Integration so sein. Zudem gibt es in der Stadt aber auch ein Pilot-Programm von Waymo für ausgewählte Einwohner, bei dem die Fahrzeuge zum Teil ohne Sicherheitsfahrer unterwegs sind.

UNO will mit neuer Software gegen reisende Terroristen vorgehen

UN-Generalsekretär Antonio Guterres stellte in New York eine neue Software vor, mit der Länder sich besser über die Bewegungen von Extremisten austauschen sollen.

IS-Kämpfer, die nun aus dem Nahen Osten in ihre jeweiligen Heimatländer nach Hause zurückkehren wollen, stellten eine „große transnationale Bedrohung“ dar, sagte Guterres. „Viele sind gut ausgebildet und könnten künftige Terroranschläge ausüben. Andere hoffen darauf, zu radikalisieren und neue Anhänger zu gewinnen.“

Schätzungen der Vereinten Nationen zufolge hatten sich etwa 40.000 Menschen aus 110 Ländern in den vergangenen Jahren dem Kampf des IS in Syrien und dem Irak angeschlossen. Die Sicherheitsbehörden unter anderem in Deutschland befürchten, dass die Jihadisten in ihrer Heimat den Kampf fortführen und die IS-Ideologie verbreiten wollen.

Mit der Software mit dem Namen „goTravel“ wollen die Vereinten Nationen nun sicherstellen, dass die Terroristen identifiziert und gefasst werden können, bevor sie Gewalttaten verüben können. Das Programm soll vor allem solchen Ländern kostenfrei zur Verfügung gestellt werden, die bisher keine ausreichende Ausstattung zur Verfolgung von Terrorverdächtigen hatten.

Facebook geht gegen russische Propaganda in Österreich vor

Facebook geht gegen russische Propagandaseiten vor. In diesem Zusammenhang wurde auch eine Seite gelöscht, die in Österreich einschlägig tätig war. Laut Facebook war dieser Auftritt Teil eines Netzwerks, das von Russland aus in verschiedenen europäischen Ländern wie Deutschland, Spanien oder der Ukraine tätig war. Zu dessen Aufgaben zählte die Verbreitung von Falschmeldungen und polarisierenden Themen, etwa Artikeln über Migration oder Religion.

Die für Österreich zuständige Seite verbreitete etwa Artikel eines deutschen Magazins, dessen Herausgeber über Kontakte zu den österreichischen Identitären und anderen rechtsextremen Gruppierungen verfügt.

Nach eigenen Angaben hat Facebook 21 Userkonten, Seiten und Instagram-Accounts entfernt, die durch „koordiniertes unauthentisches Verhalten“ aufgefallen sind. Die Hintermänner sollen auch auf anderen Internetplattformen tätig gewesen sein. Sie nutzten Fake-Accounts, um Gruppen beizutreten, und gaben sich als andere Personen aus.

Was von der diesjährigen Google I/O zu erwarten ist

Bei der Entwicklerkonferenz Google I/O gibt es traditionell neue Details zur nächsten Version des meistgenutzten Smartphone-Systems Android. Dieses Jahr dürfte keine Ausnahme sein – und es wäre verwunderlich, wenn der Internet-Konzern nicht auch seine Fortschritte bei der Forschung an künstlicher Intelligenz demonstriert. Zugleich könnte bei dem Event nahe der Google-Zentrale in Mountain View laut Medienberichten auch neue Hardware vorgestellt werden. Ein Blick über die wichtigsten Erwartungen:

ANDROID: Einige Funktionen der nächsten Version des Mobil-Systems sind bereits bekannt. So gibt es mehr Einstellungen zur Privatsphäre.

Zum Beispiel die Option, dass Apps nur den Standort eines Nutzers erfassen können, wenn sie aktiv sind – wie bei Apples konkurrierendem iPhone-System iOS. Außerdem soll Android Q Bedienelemente für die neuen Auffalt-Smartphones enthalten. Die Tradition, Android-Versionen in alphabetischer Reihenfolge Namen von Süßspeisen zu geben, dürfte Google beim Buchstaben „Q“ unterdessen vor eine Herausforderung stellen.

KÜNSTLICHE INTELLIGENZ: Vor einem Jahr sorgte Google mit der Software Duplex, die beim Sprechen von einem Menschen nicht zu unterscheiden ist, für Aufsehen. Der Konzern musste sich einer Debatte stellen, ob sprechende Maschinen sich als Software-Roboter zu erkennen geben müssen. Bisher wurde Duplex nur als Teil des Google Assistant in den USA eingesetzt, um per Anruf Tische in Restaurants und Termine beim Friseur buchen zu lassen. Was hat die Software inzwischen Neues gelernt? Die Stärke bei Künstlicher Intelligenz dürfte Google auch bei anderen Assistant-Funktionen und wie üblich bei seiner Foto-App demonstrieren.

HARDWARE: Traditionell steht Software im Mittelpunkt der Google I/O, aber diverse Leaks deuten darauf hin, dass es diesmal auch Geräte geben könnte. So tauchen in den vergangenen Wochen online immer mehr Details zu einem Smartphone mit dem Namen Pixel 3a auf, das eine günstigere Version des aktuellen Google-Telefons werden dürfte. Schon im März entdeckte das Blog „Android Police“ auf einer Google-Seite einen wohl zu früh veröffentlichten Hinweis auf einen neuen vernetzten Lautsprecher mit Display mit dem Namen Nest Hub Max.

DATENSCHUTZ: Derzeit ist es bei den großen Konzernen im kalifornischen Silicon Valley angesagt, sich als Hüter der Privatsphäre darzustellen. Die Tech-Giganten loben jetzt sogar ständig die EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO), die sie zuvor noch mit hartnäckiger Lobbyarbeit verhindern oder zumindest aufweichen wollten. Vorreiter beim Thema Datenschutz ist Apple. Kein Wunder, denn der iPhone-Konzern ist nicht auf Werbung angewiesen. Zuletzt hatte sich aber auch Facebook-Gründer Mark Zuckerberg als Hüter der privaten Daten präsentiert. Google wird dieses Thema nicht alleine der Konkurrenz überlassen.

UND SONST NOCH?: Eine offene Frage ist, ob der Konzern bei der I/O neue Details zu Google Stadia veröffentlichen wird, dem angekündigten Cloud-Spiele-Service, bei dem die Games auf Servern im Netz statt auf den Geräten zuhause laufen. Hier fehlen noch Informationen unter anderem zum Preismodell. Google könnte das Event auch nutzen, um frische Software fürs Auto und Fernsehgeräte vorzustellen. Das Smartwatch-System Wear OS dürfte unterdessen keine größere Rolle spielen, da einige neue Funktionen bereits im Vorfeld angekündigt wurden.

Facebook plant offenbar eigene Kryptowährung

Facebook bereitet den Start einer eigenen Kryptowährung vor. Im Mittelpunkt der Pläne stehe eine digitale Währung, die Facebook-Nutzer künftig nicht nur untereinander tauschen und für Käufe über das soziale Netzwerk nutzen, sondern auch bei Transaktionen im Internet einsetzen können.

Bisher haben sich selbst etablierte Kryptowährungen wie der Bitcoin auch angesichts starker Kursschwankungen nicht als Zahlungsmittel im Internet durchsetzen können. Facebook arbeitet den Informationen zufolge bereits mehr als ein Jahr lang an dem Projekt, das sich der Konzern Investitionen von gut einer Milliarde Dollar (rund 900 Millionen Euro) kosten lässt. Für den Aufbau des eigenen Bezahlsystems rekrutiere Facebook derzeit Finanzfirmen und Online-Händler. So seien unter anderem auch die Kreditkartenfirmen Visa und Mastercard sowie der Zahlungsabwickler First Data angesprochen worden.

Diskutiert werde unter anderem die Möglichkeit, wie Nutzer künftig an die Währung herankommen sollen. Als eine Variante werde erwogen, etwa das Betrachten von Werbespots bei Facebook oder anderer Inhalte in der Digitalwährung zu entlohnen, oder wenn Nutzer über das Netzwerk einkauften. Ähnlich wie Facebook-Nutzer sich schon jetzt mit ihrem Profil auf anderen Webseiten im Internet einloggen können, soll eine spezielle Option ihnen auch beim Einkauf in der Facebook-Kryptowährung im Netz zur Verfügung stehen. Die angeschlossenen Händler wiederum könnten die Währung nutzen, um Werbung bei Facebook zu schalten.

Ein ähnliches Projekt – bei dem allerdings in „echter Währung“ und mit Kreditkarte gezahlt wird, hatte Facebook bereits im März bei seiner Tochter Instagram ins Leben gerufen.

Smartphone-Bank N26 will nach Amerika expandieren

Die von Österreichern gegründete Smartphone-Bank N26 mit Sitz in Berlin steht vor dem Sprung nach Amerika. „Den Schritt nach Amerika haben wir gut vorbereitet, seit anderthalb Jahren sitzt dort ein Team von mittlerweile 60 Leuten. In acht bis zwölf Wochen können wir loslegen“, sagte N26-Chef Valentin Stalf.

„Wir rechnen dort mit ein paar Millionen Kunden über die nächsten Jahre.“ Denn bisher habe sich dort noch kein Online-Player getraut, eine Bank komplett zu ersetzen, so Stalf. Die seit 2015 aktive N26 ist in den vergangenen Jahren sehr schnell gewachsen. Mit einer Bewertung von zuletzt 2,7 Milliarden Dollar gehört es zu den teuersten Start-ups in Deutschland. „Wir sind heute bereits profitabel pro Kunde“, sagte Stalf weiter. „Wir machen zwar absolut weniger Umsatz pro Kunde als eine traditionelle Bank, haben aber auch deutlich geringere Kosten.“

Spotify und App-Store-Gebühren: EU-Kommission bereitet Verfahren gegen Apple vor

Die Europäische Kommission steht vor der Einleitung eines Wettbewerbsverfahrens gegen Apple. So wird der formale Start der Untersuchungen nur noch wenige Wochen dauern.

Die EU reagiert mit dem geplanten Verfahren auf eine Beschwerde des Musikstreaming-Anbieters Spotify, die im März eingereicht worden war. Die Kartellwächter der Union hatten bereits angedeutet, sich den Fall näher anzusehen. Spotify, Marktführer im Bereich des Musikstreamings, will eine Änderung von Apples Geschäftspraktiken erreichen. Als Plattformbetreiber und gleichzeitiger Konkurrent im Musik-Streaming-Markt mit dem hauseigenen Dienst Apple Music verschaffe sich der Konzern „an jeder Ecke unfaire Vorteile“, schrieb Spotify-Gründer Daniel Ek.

Die App-Store-Regeln würden Wettbewerb und Innovation gezielt behindern und die Auswahl für Nutzer einschränken. Damit meint Ek die Tatsache, dass Spotify für den In-App-Verkauf von Abos für seinen Dienst 30 Prozent Provision abführen müsste, gleichzeitig aber auch nicht in seiner iOS-App für andere – für Spotify nicht mit Gebühren an Apple verbundene – Abowege werben darf.

Sollte die EU-Kommission erkennen, dass Apple wettbewerbswidrig handelt, könnte das für den Konzern teuer werden – Google wurden bereits Milliardenstrafen aufgebrummt. Grundsätzlich sind hier bis zu 10 Prozent eines Jahresumsatzes denkbar. Wie lange die Untersuchung andauert, ist unklar, diese können Jahre dauern, sollte ein Unternehmen nicht kooperieren. Allerdings sind vor Straferteilung auch direkte Einigungen mit den Wettbewerbshütern möglich.

Dell: Verheerende Sicherheitslücke bei vorinstallierter Software

Der Sicherheitsforscher Bill Demirkapi hat eine Sicherheitslücke in der Software gefunden, die Dell auf fast jedem seiner neuen Computer installiert.

Dabei handelt es sich um ein Support-Programm namens SupportAssist, welches eigentlich dazu gedacht ist, Treiber vereinfacht aktuell zu halten, ungebrauchte Dateien zu löschen und Einstellungen durchzuführen. Mit seinem Angriff kann Demirkapi das Programm so austricksen, dass es Malware aus der Ferne installiert.

ASML siegt im Technologiediebstahl-Prozess gegen Xtal

Der niederländische Chipausrüster ASML hat nach eigenen Angaben in einem Prozess wegen Diebstahl geistigen Eigentums einen Sieg errungen. Ein Gericht in Santa Clara habe ein rechtskräftiges Urteil zugunsten von ASML im Streit mit dem US-Softwarehersteller Xtal gefällt.

Den Niederländern stehen demnach nun 845 Mio. Dollar (757,5 Mio. Euro) zu. Allerdings hat Xtal Insolvenz angemeldet. Im Zuge einer Vergleichsvereinbarung werde ASML jedoch am Ende des Konkursverfahrens den größten Teil, möglicherweise sogar das gesamte geistige Eigentum von Xtal besitzen.

US-Präsident kritisiert Facebook-Sperre von Rechtsextremisten

US-Präsident Donald Trump hat die Kontensperrung einiger Rechtsextremisten durch Facebook verurteilt. Die „sozialen Medien und die Fake-News-Medien“ hätten keine Ahnung, in welch problematische Lage sie sich damit brächten, schrieb Trump auf Twitter. Er werde die Zensur amerikanischer Bürger auf Plattformen der sozialen Medien weiter beobachten.

Facebook hatte die Konten von Alex Jones, Paul Nehlen, Milo Yiannopoulos, Paul Joseph Watson, Laura Loomer und Louis Farrakhan gesperrt. Diese hätten über Facebook und Instagram Hass und Gewalt verbreitet, hieß es in einer Mitteilung des Unternehmens. Jones, Nehlen, Yiannopoulos, Watson und Loomer gehören zum extremistischen Spektrum weißer Suprematisten und rechter Verschwörungstheoretiker. Farrakhan ist Führer der religiös-politischen Bewegung Nation of Islam. Ihm wird angelastet, antisemitische Ansichten und die Überlegenheit schwarzer Menschen zu propagieren.

Jones hatte in der Vergangenheit etwa behauptet, dass die US-Regierung an den Anschlägen vom 11. September 2001 in New York beteiligt gewesen sei. Auch seine Website Infowars wurde durch Facebook gesperrt.

Intel senkt seine Prognosen: Zu wenig Geschäft mit Rechenzentren

Der US-Halbleiter-Riese Intel hat seine Prognosen für das laufende Jahr gesenkt, nachdem das Geschäft mit Chips für Rechenzentren zuletzt erstmals seit Jahren zurückgegangen ist. Im ersten Quartal legte zugleich der Intel-Umsatz bei PC-Chips trotz des insgesamt schrumpfenden Markts zu. Der Quartalsumsatz blieb im Jahresvergleich mit rund 16 Mrd. Dollar (14,4 Mrd. Euro) kaum verändert.

Der Gewinn fiel um gut ein Zehntel auf knapp 4 Mrd. Dollar. Intel rechnet nun für das gesamte Jahr mit einem Gewinn pro Aktie von 4,14 Dollar bei 69 Mrd. Dollar Umsatz. Zuvor waren Erlöse von 71,5 Mrd. Dollar und ein Gewinn pro Aktie von 4,35 Dollar erwartet worden. Die Intel-Aktie fiel im nachbörslichen Handel zeitweise um mehr als sieben Prozent.

Der Umsatz im Geschäft mit Chips für Rechenzentren sank im Jahresvergleich um 6 Prozent auf 4,9 Mrd. Dollar. Intel sieht den Grund unter anderem im schwächeren Wirtschaftswachstum in China. Bei PC-Prozessoren gab es dagegen ein Umsatzplus von 4 Prozent auf 8,6 Mrd. Dollar – weil Intel bei sinkenden Stückzahlen teurere Chips verkaufen konnte.

Intel stellte zudem klar, dass der Konzern aus dem Geschäft mit Smartphone-Modems ausstieg, weil der wichtige Kunde Apple seinen Patent-Streit mit dem Konkurrenten Qualcomm beigelegt hatte. Nach dieser Einigung habe Intel keinen Weg gesehen, in dem Markt profitabel zu agieren, sagte Konzernchef Bob Swan.

Zuvor war gerätselt worden, ob umgekehrt Apple die Einigung mit Qualcomm gesucht haben könnte, weil der iPhone-Konzern bereits wusste, dass Intel diesen Markt verlässt. Qualcomm hat bereits Chips für den schnellen 5G-Datenfunk im Angebot, Intel hatte sie erst für das kommende Jahr in Aussicht gestellt.

Xing wächst stark

Das deutsche Karrierenetzwerk Xing profitiert weiter stark von der Suche der Unternehmen nach Fachkräften. In den ersten drei Monaten des Jahres erhöhte das Jobportal seinen Umsatz und Gewinn deutlich.

Die Erlöse legten um 18 Prozent auf 62,6 Mio. Euro zu, wie Xing am Freitag in Hamburg mitteilte. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) kletterte um ein Fünftel auf 17,7 Mio. Euro.

„Der Geschäftsbereich B2B E-Recruiting, der Personalabteilungen bei der Suche nach Fachkräften hilft, war erneut stärkster Umsatztreiber“, sagte Konzernchef Thomas Vollmoeller. Der Umsatz zog in diesem Bereich um fast ein Drittel auf 31 Mio. Euro an. Xing habe Ende des ersten Quartals 15,9 Millionen Mitglieder verzeichnet. Unterm Strich verdiente das Unternehmen von Jänner bis März 8,9 Mio. Euro.

Anfang April hat Xing das Stellenportal für IT-Fachkräfte Honeypot für einen Kaufpreis von 22 Mio. Euro übernommen. Beim Erreichen bestimmter Ziele könnten zudem zusätzlich bis zu 35 Mio. Euro anfallen.

Weltweit zweitgrößter krimineller Darknet-Marktplatz ausgehoben

Behörden aus Europa und den USA haben den nach eigenen Angaben weltweit zweitgrößten illegalen Marktplatz im sogenannten Darknet ausgehoben. Auf der Plattform „Wall Street Market“ seien gestohlene Daten, gefälschte Dokumente und vor allem Drogen angeboten worden, sagte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft.

Nun säßen die drei mutmaßlichen Betreiber in Haft. Beim Darknet handelt es sich um einen abgeschirmten Teil des Internets. Bei den Männern soll es sich um einen 31-Jährigen aus Bad Vilbel (Hessen), einen 22-Jährigen aus Kleve (Nordrhein-Westfalen) und einen 29-Jährigen aus dem Landkreis Esslingen (Baden-Württemberg) handeln.