Jeder Vierte will im Urlaub TV streamen

Das zeigt eine aktuelle Umfrage, die das Meinungsforschungsunternehmen Civey im Auftrag von Zattoo unter 3.500 Personen durchgeführt hat. Eine neue EU-Richtlinie macht seit letztem Jahr das EU-weite Streamen möglich. Sie hebt das Geoblocking für kostenpflichtige Streaming-Dienste bei vorübergehenden Aufenthalten im EU-Ausland auf.

Für jeden Vierten (26 Prozent) ist es interessant, das deutsche Fernsehen im Urlaub zu streamen. Vor allem die 40- bis 49-Jährigen wollen offensichtlich das gewohnte TV-Programm sehen. In dieser Altersklasse finden es 32 Prozent grundsätzlich interessant, mit Zattoo deutsches Fernsehen im EU-Ausland zu streamen (rd. 7 Prozent „unentschieden“, rd. 60 Prozent „nein“). Ablehnend demgegenüber stehen die 50- bis 64-Jährigen. Die Mehrheit von 68 Prozent beantwortet die Frage „Ist es für Sie grundsätzlich interessant, während eines Urlaubs im europäischen Ausland deutsches Fernsehen zu streamen (z.B. über Zattoo)?“ mit „nein“ (rd. 9 Prozent „unentschieden“, rd. 29 Prozent „ja“).

Insgesamt ist das deutsche TV für Männer im Urlaub wichtiger als für Frauen (29 Prozent vs. 23 Prozent). Das liegt möglicherweise an großen Sportereignissen, die oft im Sommer stattfinden, wie der Fußball-Weltmeisterschaft. Allerdings spielt es eine Rolle, ob Kinder im Haushalt sind oder nicht. Mehr als jeder Dritte mit Kindern (35 Prozent) findet es interessant, mittels TV-Streaming das gewohnte TV-Programm mit auf die Reise zu nehmen. Bei Haushalten ohne Kinder trifft dies auf 24 Prozent zu.

Täglicher Medienkonsum überspringt Acht-Stunden-Grenze

Laut einer Studie von Zenith konsumieren Menschen heuer weltweit im Schnitt erstmals acht Stunden pro Tag Medieninhalte, eine ganze Stunde mehr als noch 2013. Der Anstieg ist vor allem durch das mobile Internet angetrieben. Während einige Medien deutlich darunter leiden, zeigen sich andere erstaunlich robust.

In der inzwischen fünften der jährlichen Media Consumption Forecasts sieht Zenith den durchschnittlichen täglichen Medienkonsum (bei insgesamt 57 bewerteten Ländern weltweit) auf 479 Minuten gestiegen und die Acht-Stunden-Grenze damit de facto gefallen. Eine weitere Steigerung wird vorhergesagt: 2021 soll der Medienkonsum bereits bei 495 Minuten pro Tag liegen – getrieben vor allem durch mobiles Internet. Schon jetzt macht es 27 Prozent des gesamten Medienkonsums aus, bis 2021 soll der Anteil auf 31 Prozent steigen.

Das bedeutet zugleich ein langsames Abflachen des Mobile-Wachstums. Zenith begründet das mit beginnender Marktsättigung in Entwicklungs- und Schwellenländern. Zum Unterschied von jährlich durchschnittlich 13 Prozent Wachstum auf dem Mobile-Markt seien bis 2021 Wachstumsraten von rund acht Prozent zu erwarten. Damit wird etwa laut Zenith TV auch noch in drei Jahren das stärkste Medium sein, mit dann 33 Prozent Anteil am gesamten täglichen Medienkonsum. Für TV würde das allerdings Einbußen von zwei Prozentpunkten bedeuten: Jetzt sieht Zenith den Anteil bei 35 Prozent.

Auch Radio wächst
Andere Medien leiden deutlicher unter dem Wachstum des Mobile-Sektors: Zetungen wurden etwa laut der Erhebung 2014 noch 17 Minuten täglich gelesen, heuer aber nur noch elf Minuten, die Magazinen täglich gewidmete Zeit sank demnach im selben Zeitraum von acht auf vier Minuten. Zu beachten gilt es dabei allerdings, dass Web-Inhalte von Print-Inhalten zu den Online-Medien gezählt werden, und dass die globale Sicht gerade bei Print den Blick etwa auf mitteleuropäische Verhältnisse verfälscht. Das gilt etwa auch für Kino, das 2014 noch keine zwei Minuten täglichen Anteil am Medienkonsum hatte, nun aber – und das fast ausschließlich durch den Boom in China – bei drei Minuten täglich liegt.

Bestätigt werden durch Zenith allerdings optimistische Prognosen für das Medium Radio: Wurden 2014 noch durchschnittlich 53 Minuten täglich Radio gehört, so sind es heuer schon 55. Auch dabei wurde nur linear ausgestrahltes Radio gewertet. Jonathan Barnard, Head of Forecasting bei Zenith, macht allerdings darauf aufmerksam, dass nicht nur der Medienkonsum an sich steigt, sondern sich das Medienbild selbst wandelt: „Medien bedeutet jetzt auch Preisvergleich auf Einkaufsstraßen, mit Freunden Witze austauschen und den nächsten Urlaub buchen, was neue Möglichkeiten für Marken eröffnet, mit ihren Kunden in Kontakt zu treten“.

Oppo nimmt Europa ins Visier

Der chinesische Smartphone-Hersteller Oppo will in Düsseldorf seine Europa-Zentrale gründen. Aus der NRW-Hauptstadt heraus wolle sich Oppo innerhalb von drei Jahren auf dem europäischen Markt etablieren, erklärte Oppo-Chef Tony Chen auf der Internetseite der Stadt Düsseldorf.

Oppo gehört neben Huawei, OnePlus und Xiaomi zu den populären Smartphone-Herstellern aus China, die international gegen Samsung und Apple antreten. Bei der jüngsten Absatzstatistik des Marktforschungsunternehmens Gartner lag Oppo weltweit hinter Samsung, Huawei und Apple auf Platz vier.

Das aktuelle Spitzen-Smartphone von Oppo mit dem Betriebssystem Android zeichnet sich vor allem durch eine Frontkamera aus, die per Knopfdruck aus dem Gehäuse gefahren werden kann. In Europa ist Oppo bislang vor allem im Direktvertrieb über die eigene Website aktiv. Aus Düsseldorf heraus können die Chinesen ihre Präsenz im Einzelhandel ausbauen und stärker auf Kunden-Bedürfnisse eingehen.

Oppo wolle innerhalb von fünf Jahren in Deutschland mit 400 bis 500 Beschäftigten vier Millionen Smartphones verkaufen und einen Marktanteil von 15 Prozent erreichen, heißt es in der Mitteilung der Stadt. Der chinesische Oppo-Konkurrent Huawei hat seine Europazentrale bereits in Düsseldorf.

Holtzbrinck baut seinen Print-Vermarkter radikal um

Über ein Jahr hat es gedauert, bis DvH Medien, die Verlagsholding des Dieter von Holtzbrinck, den Umbau ihrer Print-Vermarktungsorganisation ausgetüftelt hat. Nun stehen die Grundzüge fest – und zeigen eine radikale Schrumpfung von IQ Media zugunsten der Einzelverlage Zeit, Handelsblatt/Wirtschaftswoche und Tagesspiegel. Sie sollen ihre Werbekunden künftig direkt ansprechen.

Und um die Mediaagenturen, also vorrangig um den volumenorientierten Verkauf von Anzeigeninventaren der DvH-Titel und der Mandanten (etwa Mare und Mercedes-Kundenmagazine). Dadurch soll sich die Belegschaft der Sparte nach HORIZONT-Informationen von derzeit über 70 Mitarbeitern auf nur noch rund 20 Köpfe mehr als halbieren. IQ-Media-Geschäftsführer Stefan Knieß verlässt das Haus im Herbst: Seine Nachfolgerin wird Julia Schleunung, seit 2017 Sales Director bei IQ Media, zuvor vier Jahre bei Mediaplus und davor neun Jahre bei Ströer.

Die etwa 50 betroffenen Mitarbeiter sollen künftig bei den Einzelverlagen zum Einsatz kommen. So erhält die Handelsblatt Media Group (HMG), zu der auch Wirtschaftswoche und Absatzwirtschaft gehören, offenbar über 25 bisherige IQ-Media-Köpfe dazu, die Zeit rund ein Dutzend. Auch beim Berliner Tagesspiegel docken wohl Werbeverkäufer an.

In der Pressemitteilung zum Ausscheiden von HMG-Chef Frank Dopheide heißt es lediglich, IQ Media werde sich ab Jahresmitte „noch fokussierter der Agenturvermarktung widmen“. Parallel dazu werde „in der HMG Solutions das hohe Know-how der HMG, kundenspezifische Konzeptvermarktungen zu entwickeln, gebündelt“.

HMG, Zeit und Tagesspiegel sollen ihre Kunden in Zukunft in Eigenregie bearbeiten – selbst wenn manche dann von zwei oder gar drei Holtzbrinck-Verkäufern adressiert werden. Wegen unterschiedlicher Titelschwerpunkte – etwa Lifestyle und Bildung in der Zeit, Finanzen und Auto im Handelsblatt – soll die interne Konkurrenz aber die Ausnahme bleiben. Zudem will man eine Holtzbrinck-Plattform aufbauen, zur Datenverknüpfung und zum systematischen Austausch von Informationen über Werbekunden und ihre Ziele und Marketingmaßnahmen. Ihre Rubrik- (Zeit) und Regionalanzeigen (Tagesspiegel) verkaufen die Titel seit jeher selbst.

Hintergrund: Die Vermarktungserlöse stammen nicht mehr nur aus dem Marketingbudget der werbungtreibenden Unternehmen, sondern zunehmend auch aus den Töpfen des Employer Branding, der Corporate Communications/PR und der Event-Sparte. Das Geschäft wird komplexer und beratungsintensiver, und boomende Werbeformate wie Native Advertising hängen – anders als klassische Anzeigen – maßgeblich von den Inhalten der jeweiligen Titel ab. Auch dies können Gründe sein, die Vermarktung zu den einzelnen Verlagen zu delegieren.

Zeit-Geschäftsführer Rainer Esser hatte eigene Pläne, das Direktkundengeschäft zu verstärken, bereits im März bestätigt: Dafür baut er seine Vermarktung um, in eine Matrix mit fünf Branchen-Sparten unter dem neuen Chief Sales Officer Áki Hardarson. Und mit der Querschnittsfunktion Business Solutions zur Kreation von Vermarktungspaketen inklusive Events und Content Marketing (Leitung: Mark Schiffhauer).

Harald Schmidt spricht Jan Böhmermann Eignung als Moderator ab

Der ehemalige Latenight-Moderator Harald Schmidt hält nicht viel von seinem Kollegen Jan Böhmermann. „Ich wusste schon früh, dass es Böhmermann als Moderator nie schaffen würde – aber dass er es als Krawallschachtel sehr weit bringen würde, wusste ich auch“, sagte Schmidt im Videogespräch.

Böhmermann, der seit 2015 das für das ZDF das „Neo Magazin Royale“ moderiert, sammelte demnach seine ersten Fernseherfahrungen bei Schmidt. Von 2009 bis 2012 sei er ständiger Gast in dessen Show gewesen – zunächst in der ARD, später dann bei Sat1.

Österreicher als selektive, aber treue Newsletter-Kunden

Bemerkenswerte Unterschiede zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz hat eine UIM-Erhebung zur Newsletter-Nutzung in den D-A-CH-Ländern ergeben. Österreicher sind demnach schwieriger für Newsletter zu interessieren als andere, dann dafür aber umso aufmerksamere Leser.

Mit den Nutzern der hauseigenen Marken web.de und GMX konnte UIM als deren Vermarkter auf reichlich Probanden für die Newsletter-Untersuchung zurückgreifen: Jeweils 800 Nutzer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz wurden befragt.UIM vertritt dabei die Meinung, dass sich die Effizienz von Newslettern nicht allein an Anklick- und Öffnungsraten ablesen lasse, sondern es vielmehr qualitative Aussagen brauche.

Auch scheinen die Newsletter-Empfänger unter den Österreichern eine sorgfältigere Auswahl zu treffen als andere: 24 Prozent geben an, mehrmals die Woche Newsletter zu lesen, weitere zehn Prozent „einmal täglich“. In Deutschland hingegen müssen sich offenbar mehr Newsletter die Aufmerksamkeit der Empfänger teilen: Hier lesen 65 Prozent „mehrmals täglich“ Newsletter. Geringer als in Österreich ist die Frequenz wiederum in der Schweiz, die jeweils die Kategorien „einmal die Woche“ oder seltener anführt. Das spiegelt sich in der Gesamtzahl: Österreicher lesen zu 58,3 Prozent mindestens einmal in der Woche einen Newsletter, Deutsche zu 53,2 Prozent und Schweizer zu 51,4 Prozent.

Instagram will in privaten Nachrichten Empfehlungen einblenden

Instagram hat mit dem Test eines neuen Features begonnen. „Suggestions for You“ soll in privaten Nachrichten eingeblendet werden, um Nutzer dazu zu bringen, mehr Accounts zu folgen. Unter den privaten Nachrichten sollen Accounts von Nutzern eingeblendet werden, die „ähnlich“ sind.

In der Praxis würde das dann etwa so aussehen: man erhält beispielsweise von seiner Schwester einen Link zu einem Account eines Promis. Darunter findet man dann eine Empfehlung eines anderen Promis auf Instagram, den man folgen könnte. Zudem wird ein Link zu weiteren, potentiellen Accounts, denen man folgen könnte, ausgespielt.

Es könnte sein, dass Instagram über diesen Weg künftig auch „Sponsored Content“ anbieten könnte. Noch gibt es dafür allerdings noch keine Hinweise oder Bestätigung. Unklar ist auch, wann das neue Empfehlungsfeature für alle Nutzer ausgerollt wird.

Amazons Großangriff auf TV-Werbeumsätze

Amazon hat angekündigt, sein Gratis-Streaming-Angebot IMDb TV im Laufe des Jahres auch nach Europa zu bringen. In den USA wird IMDb TV von der werbetreibenden Wirtschaft und Media-Agenturen bereits aufmerksam beobachtet und auch gebucht. Falls Amazon den Streaming-Service mit seinem E-Commerce-Angebot verknüpft, ergäben sich gewaltige Möglichkeiten.

So Amazon große Anstrengungen unternommen, IMDb TV in den USA bei Werbekunden und Media-Agenturen zu positionieren. Der Streamingservice ist einmal über die Website IMDb.tv abrufbar und auch in Amazons Prime Video Channels integriert, hier aber noch eher zurückhaltend. Noch unklar ist, wie Amazon Reichweiten bei IMBb TV messen will. Media-Agenturen und Werbetreibende fordern eine unabhängige Reichweiten-Erfassung. Bei Pay-Diensten, die in der Regel ohne Werbung auskommen, spielt das hingegen keine Rolle.

Amazon hat neue Verträge mit Rechteinhabern wie wie Warner Bros., Sony Pictures Entertainment und MGM Studios abgeschlossen und kann dadurch Filme wie “Captain Fantastic” ab sofort und “La La Land” (ab 1. Juli) zeigen. “La La Land” wird laut Mitteilung sogar erstmals im AVoD-Geschäftsmodell angeboten. Pro Film soll es bis zu zwölf Werbeblöcke geben. Teilweise können die Werbeeinblendungen nicht übersprungen werden.

In den USA haben bereits große Marken wie AT&T, Capital One, Pepsi, Procter & Gamble und Verizon bei IMDb TV gebucht. In Deutschland dürfte vor allem die beiden großen TV-Konzerne RTL Group und ProSiebenSat.1 den Amazon-Vorstoß ins werbefinanzierte Streaming-Geschäft kritisch beobachten.

Weitere US-Staaten klagen gegen Fusion von T-Mobile und Sprint

Neuer Ärger für die US-Mobilfunk-Tochter der Deutschen Telekom: Wie bekannt wurde, haben sich die Generalstaatsanwälte aus vier weiteren US-Bundesstaaten der Klage gegen die geplante Fusion von T-Mobile und Sprint angeschlossen. Damit wird der Weg für den Zusammenschluss immer schwieriger.

Am 11. Juni hatten bereits die Generalstaatsanwaltschaften der Bundesstaaten New York, Kalifornien, Colorado, Maryland, Michigan, Mississippi, Nevada, Virginia und Wisconsin sowie des Regierungsbezirks Washington DC wegen wettbewerbsrechtlicher Bedenken Klage gegen die Fusion der beiden Mobilfunker eingereicht. Nun beteiligen sich auch Hawaii, Massachusetts, Minnesota und Nevada, so dass insgesamt schon 13 Bundesstaaten und Washington DC klagen.

Kritiker der zuvor schon wiederholt gescheiterten Fusion der dritt- und viertgrößten US-Mobilfunker befürchten, dass der Zusammenschluss zu Preiserhöungen und negativen Folgen für Mitarbeiter führen würde.

Internationales Olympisches Komitee verlängert Coca-Cola-Deal bis 2032

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat zum Auftakt der 134. Session in Lausanne einen neuen Sponsorendeal verkündet. Die langjährige Vereinbarung mit Coca-Cola wurde bis 2032 verlängert, der Getränkehersteller aus den USA teilt sich die Partnerschaft jedoch ab 2021 mit dem chinesischen Milchproduzenten Mengniu.

Über die Vertragslaufzeit hinaus gab das IOC keine Zahlen bekannt. Coca-Cola unterstützt die olympische Bewegung seit den Sommerspielen 1928 in Amsterdam. Das Getränkeunternehmen gehörte zu den ersten Sponsoren des Top-Partner-Programms, das nach den Fernsehgeldern die zweitgrößte Einnahmequelle des IOC ausmacht.

falkemedia und sh:z-Tochter planen gemeinsames Zeitschriften-Unternehmen

Die falkemedia Beteiligungs GmbH und die zum Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag sh:z gehörende Medien- und Beteiligungsgesellschaft haben beim Bundeskartellamt die Gründung eines neuen Gemeinschaftsunternehmens zur Prüfung angemeldet. Dabei handelt es sich um ein Projekt im Zeitschriftenbereich. Die Behörde hat die Anmeldung am 21. Juni 2019 veröffentlicht, ohne weitere Details zu nennen.

Die falkemedia Beteiligungs GmbH befasst sich laut Handelsregister mit der Erstellung und dem Vertrieb von Kochzeitschriften und dem Einrichten sowie Betreiben von diesbezüglichen Internetportalen.

Marcus Luft wird Modechef beim stern

Der „stern“ verstärkt seine Mode-Kompetenz und holt Marcus Luft als Fashion Director ins Team. Ab dem 1. Juli verantwortet er die Mode im Magazin, insbesondere ie Extras und Supplements. Genügend Erfahrung bringt Luft mit: Seit über einem Jahrzehnt ist der Modechef der „Gala“.

Über zehn Jahre war er bereits Modechef bei der “Gala” und dazu seit 2015 stellvertretender Chefredakteur des People-Magazins. Diese Funktionen wird er neben seiner Fashion Director-Funktion beibehalten. Außerdem ist er als Modeexperte für das Magazin “JWD” mit Joko Winterscheidt zuständig.

Digitalisierung beeinflusst die meisten Jobs

Die Digitalisierung beeinflusst inzwischen die meisten Jobs. Die Österreicher fühlen sich aber zumeist den Herausforderungen gewachsen, auch wenn jeder Fünfte einen anderen Job gewählt hätte, hätte er oder sie die kommenden Veränderungen vorhergesehen. Das zeigt eine Umfrage von EY unter 1.000 Österreichern und Österreicherinnen.

Laut EY-Umfrage hat sich in den vergangenen fünf Jahren die Identifikation der Beschäftigten mit dem eigenen Job verringert. Fast jeder fünfte Beschäftigte in Österreich (19 Prozent) gebe an, dass er eine andere Karriere eingeschlagen hätte, wäre ihm zu Zeiten der Ausbildung bzw. des Studiums klar gewesen, wie sehr sich das angestrebte Berufsbild ändern würde. Männer hätten im Wissen um die zukünftige Wandlung des Berufsbildes deutlich häufiger eine andere Karriere angestrebt als Frauen.

Facebook-Cyberdevise Libra: Notenbanken warnen vor Risiken

Facebooks Pläne für eine eigene Kryptowährung schrecken weltweit die großen Notenbanken auf. Die Bank von England, die Fed, alle großen Zentralbanken und Aufseher müssten dieses Projekt des sozialen Netzwerks kontrollieren, sagte der Chef der Bank von England, Mark Carney. „Es muss sicher sein, oder es wird nicht passieren.“ Bundesbank-Präsident Jens Weidmann warnte auf einer Veranstaltung in Eltville vor den Risiken solcher Cyberdevisen. Auch er hält letztendlich eine Form der weltweiten Regulierung für erforderlich. Die Financial Action Task Force (FATF), ein weltweites Gremium zur Bekämpfung und Verhinderung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung, wollte noch am Freitag Maßnahmen für eine stärkere Überwachung von Kryptowährungen vorstellen.

Facebook hatte vor wenigen Tagen angekündigt, eine eigene Cyberdevise mit dem Namen „Libra“ in der ersten Hälfte 2020 an den Start bringen zu wollen und damit in den weltweiten Zahlungsverkehr einzusteigen. Facebook wird jeden Tag von etwa ein bis zwei Milliarden Menschen genutzt. Libra soll es allen Nutzern des Netzwerks ermöglichen, untereinander Geld zu versenden und Waren von Unternehmen zu erwerben – für Facebook ein gewaltiger Schub.

Bundesbank-Präsident Weidmann sieht in derartigen Kryptowährungen Gefahren für die Verbraucher. „Insbesondere gibt es die Frage, wie der Wert von stablecoins garantiert werden kann.“ Auch für die Finanzbranche drohten Risiken, sollten stablecoins große Verbreitung finden. „Sie könnten das Einlagengeschäft der Banken und ihre Geschäftsmodelle untergraben“, sagte Weidmann.

Weltbeste Werbespots des Jahres über den Wert des Journalismus

Cannes – „The Truth is Worth it“: Die weltbesten Werbespots des Jahres erklären den Wert des Journalismus. Der Grand Prix in der traditionellen Königsdisziplin des Werbefestivals von Cannes, dem Werbefilm, ging an die Kampagne von Droga5 für die „New York Times“, die so eindrücklich für Abos wirbt.

Die fünf Spots illustrieren in schnellen Bildern den langen Weg zur veröffentlichten Story, etwa zu den „IS-Files – wenn Terroristen das Rathaus führen“.

Mit den Preisverleihungen endete das diesjährige Weltwerbefestival in Cannes. Österreich schaffte einen Löwen in Bronze – Jung von Matt / Donau mit Henry in der Weihnachtskampagne der Erste Bank in der Kategorie Film Craft.

Sieben Löwen in Gold, Silber und Bronze holte die Superbowl-Kampagne für „Expensify Th!$“ mit Rapper 2 Chainz und Schauspieler Adam Scott im ersten steuerlich absetzbaren Musikvideo für die App, die Ausgabenmanagement und Buchhaltung erleichtern soll. Die Wiener Technologieagentur Wild war an der Kampagne beteiligt, eingereicht hat sie die New Yorker Agentur John & Hannes.

Bertelsmann: AdAlliance soll Teamstruktur bekommen

Die AdAlliance wird organisatorisch neu ausgerichtet. Künftig soll das Werbebündnis in Teams aufgeteilt werden, die sich inhaltlich in Mediaagenturen, größeren Einzelkunden und Spezialthemen aufsplittern. Bis Ende vergangener Woche konnte angeblich jeder Mitarbeiter für sich entscheiden, ob er dem neuen Zuschnitt des Werbebündnisses folgt. Denn für die Arbeitnehmer steigen die Anforderungen, da sie in der neuen Ausrichtung alle Kanäle – von TV bis Print – bedienen müssen.

Mit dieser neuen Organisationsform reagieren Dang und Vogel auf den wachsenden Druck der Mediaagenturen, die sich zunehmend eine Vermarktung der verschiedenen Kanäle – von TV bis Print – aus einer Hand wünschen. Denn dies spart den Agenturen Zeit, um Werbedeals abzuschließen. Doch die neue Teamstruktur stellt die Mitarbeiter der jeweiligen Vermarkter vor große Herausforderungen. Sie müssen in den Teams künftig alle Kanäle bedienen – von TV, Print bis digital, womit sich manche Arbeitnehmer schwertun, da einige von ihnen beispielsweise vor allem Print- und die dazugehörenden Digitalprodukte vermarktet haben, aber nicht TV.

Bis Ende vergangener Woche konnte jeder Mitarbeiter für sich entscheiden, ob er in der neuen Teamstruktur mit einem erweiterten Aufgabenfeld arbeiten will. Viele sind dazu offenbar bereit, heißt es aus Unternehmenskreisen der AdAlliance. Unterschiedlich ist die Führungsverantwortung für die einzelnen Teams. So können jeweils Führungskräfte von IP Deutschland oder G+J ems für die jeweiligen Teams fachlich oder disziplinarisch zuständig sein. Das hänge von den jeweiligen Team ab, heißt es. Arbeitsrechtlich sollen die Mitarbeiter unverändert bei ihren bisherigen Vermarktungsorganisationen angestellt bleiben und nicht zur Kölner AdAlliance GmbH wechseln, die als gesellschaftsrechtliche Klammer für das Werbebündnis dient, heißt es in Unternehmenskreisen.

Fraglich ist allerdings, ob sich in diese neue Teamstruktur die Mitarbeiter des Spiegel-Vermarkters Spiegel Media einreihen. Sie befürchten hierdurch, ihre Selbstständigkeit zu verlieren. Darauf pochte zuletzt Spiegel-Vermarktungschef Andre Pätzold. „Die Verantwortung für unsere Vermarktung geben wir nicht aus der Hand, sie bleibt beim Spiegel“, erklärte er vor wenigen Monaten. Eine Sprecherin der AdAlliance betont gegenüber Meedia, dass „der Ad Alliance-Verkauf näher aneinander rückt“ und fügt hinzu: „Die neue Struktur soll zum Start der Vermarktungsgespräche für 2020 stehen.“

Der Gütersloher Medienkonzern Bertelsmann hatte vor zwei Jahren die Vermarktung seiner Fernsehtochter RTL Group und der Zeitschriftenhaus Gruner + Jahr enger zusammengeführt. Die AdAlliance vermarktet ein reichhaltiges Medienportfolio – vom Fernsehsender RTL, Vox und n-tv, die Zeitschriften stern, Brigitte und Gala sowie die digitalen Angebote. Damit wollen IP-Deutschland-Chef Dang und G+J Ems-Chef Vogel die Nachfrage von Werbetreibenden nach gattungsübergreifenden Vermarktungsangeboten stillen.

Burgschauspieler Peter Matic 82-jährig verstorben

Das Gesicht von Schauspieler Peter Matic ist vielen ein Begriff, seine Stimme aber kennen alle. Immerhin war Matic, der seit 1994 Mitglied des Burgtheaterensembles war und im Haus am Ring 85 Rollen verkörpert hat, auch in zahlreichen Filmen und als Synchronsprecher etwa von Ben Kingsley im Einsatz. Am Donnerstag ist Peter Matic im Alter von 82 Jahren überraschend verstorben. Der 82-Jährige war ein Fixstern des heimischen Kulturlebens

Geboren wurde der grazile Publikumsliebling mit dem verschmitzt-freundlichen Äußeren am 24. März 1937 in Wien. Nach einer privaten Schauspielausbildung bei Dorothea Neff war er von 1960 bis 1968 am Theater an der Josefstadt engagiert. Nach Stationen in Basel und an den Münchner Kammerspielen wechselte er 1972 an das Berliner Schillertheater, wo er als einer der Ensemble-Stars in den folgenden 22 Jahren rund 50 Rollen spielte.

1993 war er in der österreichischen Erstaufführung von Hans Hollmanns Stück „Kroatischer Faust“ erstmals an der Burg zu sehen. Im Jahr darauf wurde er ins Ensemble aufgenommen und arbeitete in der Folge am Burgtheater u.a. mit Giorgio Strehler, Adolf Dresen, George Tabori, Dieter Giesing, Georg Schmiedleitner, Andrea Breth, Barbara Frey und Leander Haußmann. Daneben war Matic, der sich seit 2006 Kammerschauspieler nennen durfte, in Wien regelmäßig an der Volks- und der Staatsoper sowie bei den Sommerfestspielen Reichenau zu sehen.

Am Burgtheater war er bis zuletzt als Amtsgerichtsrat in „Glaube Liebe Hoffnung“ von Ödön von Horvath und als Rabbi in „Hiob“ von Joseph Roth zu sehen, mit seiner Rolle als Wirt in Johann Nestroys „Liebesgeschichten und Heiratssachen“ hätte sich Matic am Dienstag eigentlich am Haus am Ring in den Ruhestand verabschieden sollen. Wie zahlreiche andere Ensemblemitglieder war er noch am Mittwoch bei der Ehrung der scheidenden Burgtheater-Direktorin Karin Bergmann dabei. Das Burgtheater ist nach Matic‘ überraschendem Tod „in tiefer Trauer“.

Seit den 1960ern stand Matic auch vor der Kamera, zuletzt etwa im Österreich-„Tatort“ „Wahre Lügen“. Darüber hinaus wirkte in 50 ORF-Hörspiel-Produktionen mit und war als Hörbuch-Interpret und Synchronsprecher bekannt. Sein persönliches Opus Magnum dürfte Marcel Prousts Monumentalwerk „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ sein, das 2010 zum „Hörbuch des Jahres“ gekürt und 2011 mit dem „Preis der deutschen Schallplattenkritik“ ausgezeichnet wurde.

2001 wurde Matic mit dem Albin-Skoda-Ring für einen „besonders hervorragenden Sprecher unter den lebenden Schauspielern des deutschen Sprachgebietes“ ausgezeichnet, 2005 als „Schauspieler des Jahres“ beim „ORF-Hörspielpreis“. 2010 erhielt er das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien und 2015 das Goldene Ehrenzeichen des Landes Niederösterreich, im Jahr darauf folgte das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse.

„Tief betroffen“ zeigte sich Bundespräsident Alexander Van der Bellen angesichts des Ablebens von Peter Matic: „Er war ein Ausnahmeschauspieler, wie es nur wenige gibt“, schrieb das Staatsoberhaupt auf Twitter. Der für die Kulturagenden zuständige Außenminister Alexander Schallenberg würdigte den am Donnerstag überraschend verstorbenen Schauspieler und Sprecher als „Sprachkünstler“.

Für die Wiener Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ) besaß der 82-Jährige „die einzigartige Gabe, der Gesamtheit seines offenen Charakters und wachen Geistes mit seiner Stimme Ausdruck verleihen zu können“. „Unendlich traurig“, kommentierte auch die Wiener Staatsoper Matic‘ Tod. „Peter Matic war ein Grandseigneur, sowohl künstlerisch als auch menschlich, ohne sich als solcher zu gebaren“, so Direktor Dominique Meyer. Die Präsidentin der Salzburger Festspiele, Helga Rabl-Stadler lässt als „winziges Zeichen für die große Trauer und Dankbarkeit“ zur Erinnerung an Matic am Festspielhaus die schwarze Fahne wehen.

Der ORF ändert in memoriam Peter Matic sein Programm. ORF III zeigt u.a. noch am Freitagabend ein 2018 aufgezeichnetes Künstlergespräch mit Matic. In einer Nebenrolle ist Schauspieler überdies berdies am Samstag in „am Samstag in „Ein Sommer in … Kroatien“ um 21.55 Uhr in ORF 2 zu sehen.

Bitcoin-Höhenflug geht weiter: Kurs steigt über 11.000 Dollar

Getrieben von den Facebook-Plänen einer eigenen Digitalwährung setzen die meisten Kryptowährungen ihre jüngste Rallye fort. Der Bitcoin, die älteste und bekannteste Digitalwährung, übersprang am 23.06. erstmals seit März 2018 wieder die Marke von 11.000 Dollar, nachdem sie erst wenige Stunden zuvor erstmals seit langer Zeit wieder über die Hürde von 10.000 Dollar gestiegen war.

Einige Experten wie Timo Emden von Emden Research warnen nach dem jüngsten Höhenflug vor den zunehmenden Gefahren eines Kursabsturzes. Es gebe aber auch noch weiteres Kurspotenzial. „Angesichts einer derart dynamischen Rückeroberung des fünfstelligen Preisniveaus, dürfte der Krypto-Taler nicht nur Spekulanten anlocken, sondern zusehends auch institutionelle Adressen auf den Plan rufen“, schrieb Emden am Samstag in einem Marktkommentar. „Ein nicht unbedeutender Teil der Anleger hat schlichtweg Angst, etwas zu verpassen. Die Hausse nährt die Hausse.“

Emden warnte vor übertriebener Euphorie, viele Anleger blendeten derzeit die Risiken aus. „Die Kursrallye scheint die Sinne zu vernebeln. Die aktuellen Preisfantasien der Marktteilnehmer sorgen für hohe Volatilität am Markt. Gewinnmitnahmen und daraus resultierende kräftige Rücksetzer sind jederzeit möglich.“

Die Situation erinnere ein wenig an den Sommer und Herbst 2017 als der Bitcoin eine Tausender-Marke nach der nächsten übersprungen hatte und innerhalb weniger Monate von 2.000 bis auf 20.000 Dollar stieg. „Anleger haben derzeit ein Déjà-vu-Erlebnis. Es scheint, als würde sich die Geschichte wiederholen“, sagte Emden. „Nach dem Sprung über 10.000 Dollar fließt nun das ‚große Geld‘ in den Markt, welches den Kurs schnell in noch höhere Dimensionen hieven könnte. Auf der Gegenseite drohen nun spektakuläre Abstürze.“

Der Bitcoin profitiert zusammen mit anderen Kryptowährungen vor allem vom zunehmenden Interesse großer Investoren und Unternehmen an Digitalwährungen. Zum einen gibt es immer wieder Meldungen, dass größere Investmenthäuser ihren Kunden den Handel mit Digitalwährungen ermöglichen wollen. Dazu gehört mit Fidelity einer der größten Vermögensverwalter der Welt.

US-Gefängnisse verbieten IT-Lehrbücher

Im US-Bundesstaat Oregon wurden in Gefängnissen zahlreiche Bücher verboten, mit denen Insassen Programmieren oder andere technische Kenntnisse erlangen könnten. Sie werden schon in der Poststelle der Strafanstalten beschlagnahmt, damit die Gefangenen keinen Zugriff darauf haben können. Lehrbücher zu dem Thema im Allgemeinen sind nicht verbannt, jedoch wird jeder Inhalt einzeln evaluiert. Als Grund werden Sicherheitsbedenken genannt. Bücher, die Programmierkenntnisse schaffen könnten, werden als „Material, das eine Bedrohung auslöst“ gekennzeichnet, als konkretes Thema wird „Programmieren“ angegeben.

Neben Büchern, die tatsächlich eine Gefahr darstellen könnten – etwa „Black Hat Python“, mit denen Insassen Hacken lernen könnten – sind auch Bücher wie „Windows 10 for Dummies“, „Microsoft Excel 2016 for Dummies“ und weitere Druckerzeugnisse nicht erlaubt. Andy Rathbone, Autor von „Windows for Dummies“, kritisiert, dass so grundlegende Computerkenntnisse verwehrt bleiben. Außerhalb des Gefängnisses könnte es für die Ex-Insassen dann schwer werden, sich zu resozialisieren und einen Job zu finden.

Huawei verspricht allen Kunden das volle Android-Programm

Aktuelle Smartphones des chinesischen Herstellers sollen trotz des geplanten Google-Boykotts die nächste Version von Android bekommen. In einigen Ländern verspricht der Konzern sogar eine Geld-zurück-Garantie.

Der Smartphone-Hersteller Huawei müht sich, Nutzer und Käufer seiner Geräte zu beruhigen. Auf seiner Webseite www.huaweiantwortet.de macht das Unternehmen nun eine Zusage für Nutzer der neueren Smartphones: Sie sollen auch die nächste Version des mobilen Betriebssystems von Google mit der Bezeichnung Android Q bekommen. Das gilt für 17 Modelle, unter anderem auch für die P30-Serie und für das Mate 20 Pro.

Nach Angaben von Huawei werden alle Smartphones des Herstellers auch in Zukunft Zugang zu den Anwendungen bekommen, den sie in der Vergangenheit hatten. Die Smartphones und Tablets von Huawei werden demnach auch weiterhin Sicherheits-Patches und Android-Updates bekommen.

Der chinesische Konzern reagiert damit auf eine deutlich gesunkene Nachfrage nach den Huawei-Geräten außerhalb Chinas. Unternehmensgründer Ren Zhengfei sprach in der vergangenen Woche von einem Verkaufsrückgang von etwa 40 Prozent außerhalb Chinas.

Damit dürfte Huawei das Ziel verfehlen, noch in diesem Jahr Samsung von Platz eins der größten Smartphone-Hersteller der Welt zu verdrängen, wie es ursprünglich geplant war. Zuletzt hatte Huawei den US-Konzern Apple von Platz zwei verdrängt.

Huawei steht auf schwarzer Liste
Nachdem US-Präsident Donald Trump im Handelsstreit mit China den nationalen Notstand in der Telekommunikation ausgerufen hatte, nahm das Handelsministerium Huawei auf eine schwarze Liste der Unternehmen, mit denen US-Firmen ohne Genehmigung keine Geschäfte mehr machen dürfen.

Das betrifft zum einen Chiphersteller wie Qualcomm und Intel, aber auch Software- und Diensteanbieter wie Google und Facebook. Google hatte angekündigt, seine Dienste künftig nicht mehr für Huawei-Smartphones und -Tablets zur Verfügung zu stellen. Derzeit läuft ein dreimonatiger Aufschub dieser Maßnahme.

Nutzer von Huawei-Geräten befürchten seitdem, auf wichtige Apps, darunter Gmail und Google Maps, aber auch Facebook, WhatsApp und Instagram, sowie auf Android-Updates verzichten zu müssen. Huawei widerspricht dem auf seiner Webseite.

In anderen Ländern geht Huawei noch einen Schritt weiter, um die Kaufzurückhaltung zu brechen. So verspricht das Unternehmen auf den Philippinen, den Gerätenutzern den Kaufpreis zurückzuzahlen, wenn sie nicht mindestens zwei Jahre lang weiter Zugang zu Googles Play Store, Gmail, YouTube, Facebook, Instagram und WhatsApp bekommen.

Vielleicht gibt es doch noch Geld
Das Versprechen gilt demnach sowohl für Smartphones als auch für Tablets von Huawei, die auf den Philippinen verkauft wurden oder sich bereits im Handel befinden. Mehr als 30 Handelspartner beteiligen sich an dem Programm.

Eine solche Geld-zurück-Garantie hat der Konzern für Deutschland noch nicht eingeführt. Intern werden derzeit verschiedene Optionen durchgespielt. Zu konkreten Plänen wollte man sich nicht äußern.

Trotz aller Garantien und Versprechungen arbeitet Huawei längst an einer Android-Alternative. Das System mit der Bezeichnung Hongmeng soll Huawei zufolge in wenigen Monaten einsatzbereit sein und wird in China bereits getestet.

Ob ein solches System allerdings auch außerhalb Chinas Erfolg haben könnte, ist fraglich. Dort werden Google-Dienste wie Gmail oder der Google Play Store von Nutzern nicht vermisst, weil sie in der Volksrepublik gar nicht verfügbar sind. Viele Smartphone-Nutzer erledigen ihre Alltagsaufgaben über die Anwendung WeChat. Das darunter liegende Betriebssystem spielt dabei keine große Rolle.

Ein Podcast speziell für Muslime

Ungewohnte Einblicke mit einer Wettbewerbssiegerin: Merve Kayikci produziert den ersten Podcast speziell für Muslime.

Jeder hat das schon mal erlebt, beim Nachdenken über Sprache: wie sich ein Begriff mehr und mehr ins Gehirn bohrt und mit Bedeutung auflädt. „Mashallah!“ ist so ein Wort. Ein arabischer Ausruf, der auf Deutsch „Wie Gott wollte“ oder „Wie es Gott beliebte“ bedeutet. In dem Sinne lässt sich der Ausruf mit „großartig“ übersetzen, er wird in der Regel verwendet, um Dank, Anerkennung und Freude für eine Person oder ein Ereignis auszudrücken. Viel Semantik also. Verheißungsvoller konnte Merve Kayikci ihren Podcast nicht nennen, mit dem sie im Mai den von Deezer und der re:publica ausgeschriebenen Wettbewerb „Originals gesucht“ gewonnen hat.

Seitdem ist die 24-Jährige in Sachen Podcast unterwegs. Podcasts haben einen neuen Boom des Geschichtenhörens ausgelöst, fiktional, dokumentarisch, als Ratgeber. Ständig werden neue Formate befördert. Umso erstaunlicher, dass dabei noch keine Produktion für Muslime herausgekommen ist, ähnlich dem, wie es Constantin Schreiber mit der deutsch-arabischen Sendung „Marhaba – Ankommen in Deutschland“ fürs Fernsehen gemacht hat. Nun also „Maschallah!“ – in der Eindeutschung ist ein Buchstabe hinzugekommen –, dabei will Merve Kayikci mit Klischees brechen, indem sie Muslime aus dem Alltag erzählen lässt.

Kopftuch, geschminkt, stylishe Kleidung – wenn man Merve Kayikci gegenübersitzt und sie erzählen hört, vermittelt sich dieses Gefühl: in beziehungsweise zwischen zwei Welten zu sitzen. „Ich trage immer Kopftuch, ich finde aber auch, dass man ohne Kopftuch eine gute Muslimin sein kann.“ Sie zeige mit ihrem Outfit, dass sie Westeuropäerin, Deutsche ist. Dass sie in beiden Welten lebe, in Mühlacker geboren.

„Ich bin stolze Baden-Württembergerin. Als Muslim in einer Region lebend, die nun nicht gerade von Moscheen geprägt ist, bekommst du einen anderen Zugang zu deinem Glauben und zur deutschen Gesellschaft.“ Bekannt wurde sie 2013 mit dem Blog primamuslima. Später hat sie Journalismus in Stuttgart studiert, geschrieben für „Spiegel online“ und „Politico“. Derzeit absolviert Merve Kayikci in Aarhus ein „Europe in the world“-Programm, ist aber hauptsächlich in Deutschland unterwegs, um bis zum Starttermin im Herbst den Muslim-Podcast für Deezer fertigzustellen.

Die Kosten werden, über das Preisgeld von 5000 Euro hinaus, vom Streamingdienst getragen. Sie sucht Themen und Gäste. Diese seien bislang „leider alle weiblich“. Vorschläge für interessante Männer wären gut. „Ich kenne natürlich nicht alle Muslime in Deutschland, mir ist es wichtig, ihre Vielfalt abzubilden.“ Sie wolle dabei auch über „unerhörte Sachen“ sprechen, über Vegan-Sein oder über Sexualität. „Aber nicht aus einer Empörungsperspektive. Ich möchte nicht, dass jetzt alle Muslime anfangen, ihre wilde Seite zu entdecken. Sie sollen sich so zeigen können, wie sie sind.“

Klar, professionell soll es natürlich auch sein. Deezer will einen guten Podcast haben. Dafür steht Katrin Rönicke, die Produzentin, sehr podcast-erfahren. Merve ist für die Inhalte verantwortlich. „Ich bin sehr gut vernetzt, via Facebook, Instagram und Twitter mit 5000 Followern. Aber bei den meisten ist diese Brille schon da. Meine Aufgabe ist es, die Brille abzulegen und nicht die Leute zu befragen, die schon von 30 Journalisten befragt wurden.“

Ihre Podcast-Hörer, Muslime und Nicht-Muslime, sollen mitbekommen, dass Muslime genauso facettenreich sind wie andere Menschen. „Wir wollen Menschen eine Bühne geben, die über Sachen sprechen, die sie normalerweise nicht gefragt werden.“ Cem Özdemir zum Beispiel sei schon oft interviewt worden. „Zum Thema Türkei würde ich mit ihm nicht reden, eher darüber, ob er wirklich Muslim ist oder nicht, und welche Rolle Religion in seinem Leben spielt.“

In gewissem Sinne ist das dann auch Fortbildung für Kollegen. Sie habe in ihrem Blog öfters schon Journalisten kritisiert wegen ihrer Berichterstattung über Muslime. „Die fragen mich dann: ,Wie sollen wir es denn machen?’ Dann sage ich: ,Macht’s einfach normal.’ Oder demnächst: ,Höre dir meinen Podcast an, dann siehst du, wie man es richtig macht.’“

Helmut Prattes verlässt A1

Unter anderem als Lead Media & Advertising Products tätig, verlässt Prattes die A1 Group nach zweieinhalb Jahren.

„Nach 2,5 Jahren in der A1 Group werde ich das Unternehmen mit Ende Juli verlassen und möchte mich auf diesem Wege für die Zusammenarbeit in vielen spannenden Projekten rund um das Werbethema bedanken“, kündigte Helmut Prattes, Group Technology & Future Services, Lead Media & Advertising Products, an.

Die Werbebranche sei kontinuierlich im Wandel und er habe bei A1 die Chance gehabt, die aktuellen Entwicklungen aus dem Blickwinkel eines Telekommunikations-Unternehmens auf internationaler Ebene mitzugestalten. Der Branche dürfte Prattes verhaftet bleiben, schließlich lässt er in dem Schreiben anklingen, sich auf künftige gemeinsame Projekte zu freuen.

Auf autonomes Fahren spezialisierte Velodyne Lidar will an die Börse

Die auf Technologie für das autonome Fahren spezialisierte US-Firma Velodyne Lidar strebt an die Börse. Velodyne Lidar habe dazu Banker engagiert. Angestrebt werde eine Börsennotierung noch in diesem Jahr.

Dabei wolle das Unternehmen mit Sitz im kalifornischen San Jose seine in privaten Finanzierungsrunden erzielte Bewertung von 1,8 Mrd. Dollar (rund 1,6 Mrd. Euro) übertreffen. Der japanische Nikon-Konzern hatte im Dezember 25 Millionen Dollar in die Firma investiert.

Mascolo: US-Internetfirmen bedrohen mit ihrem Kurs die Demokratie

Der renommierte Journalist Georg Mascolo schreibt US-Internetgiganten wie Facebook eine Mitschuld dafür zu, dass sich auch in Deutschland immer mehr Menschen von Fake News beeinflussen lassen. Das Geschäftsmodell von Facebook sei es, bei seinen Nutzern gezielt auf Emotionalisierung zu setzen. Der Konzern registriere durch das Verhalten des Einzelnen, wofür sich ein Mensch interessiere, was er anschaue und kommentiere, sagte der Ex-“Spiegel“-Chefredakteur und jetzige Leiter des Rechercheverbunds von NDR, WDR und „Süddeutscher Zeitung“ am Freitag beim Evangelischen Kirchentag in Dortmund. „Kurz gesagt: Wenn Sie sich für Müll interessieren, wird Ihnen auch verlässlich immer mehr Müll zugestellt.“ Dadurch würden diese Menschen auf den großen sozialen Plattformen automatisch von mäßigenden Einflüssen abgeschnitten, „von anderen Meinungen und vielleicht auch von der Wahrheit“.

Mascolo sagte, die US-Internetgiganten erklärten stets, „keine Medien zu sein und deshalb auch keine Verantwortung zu übernehmen“ für das, was auf ihren Plattformen stattfinde. „Aber keine Verantwortung zu übernehmen, ist auch eine Haltung, und zwar immer die falsche.“

Die sich beschleunigende Verbreitung von Fake News sorge dafür, dass die Demokratie an sich in Gefahr gerate. „Lange haben wir gedacht, dass Cyberattacken sich gegen unsere Strom-, Elektrizitäts- und Wasserversorgung richten würden. Nun stellen wir fest, dass sie auch eine Bedrohung sind für die kritischste Infrastruktur, die wir in unserem Land haben: und das ist die Demokratie selbst.“

In einer Gesellschaft dürfe „jeder seine eigene Meinung haben, aber nicht seine eigenen Fakten“. Der Kampf gegen gesellschaftszersetzende Akteure und der Kampf für verlässliche Informationen sei nicht weniger wichtig wie der Zugang zu einer guten Gesundheitsversorgung und zu sauberem Wasser, sondern ein „Grundrecht“.

Verivox: Internet im Flugzeug kommt bald per LiFi aus Lampen

Die Urlaubszeit steht vor der Tür, viele Bundesbürger verreisen wieder mit dem Flugzeug. Doch auch 2019 kann der Internetzugang hoch über den Wolken mit der Geschwindigkeit der mobilen Datenübertragung am Boden noch nicht mithalten. Die Internetversorgung an Bord ist nach Angaben der Telekommunikationsexperten von Verivox vielfach langsam und lückenhaft. Das soll die neue „Light Fidelity“-Technik (LiFi) ändern, bei der das Internet per Licht und damit rund 100-mal so schnell wie bisher übertragen werden soll. Noch in diesem Jahr will Air France als erste Fluggesellschaft mit dem Internet aus der Lampe starten. Die Lufthansa dagegen warte noch ab.

Während WLAN für die Datenübertragung auf ein Funknetz zugreife, erfolge der Datenverkehr bei LiFi über Lichtsignale. Genutzt werden könne beispielsweise eine herkömmliche LED-Leuchte. Darüber lassen sich Daten mit bis zu 50 Mbit/s übertragen. Kommen dagegen speziell für LiFi entwickelte Lampen zum Einsatz, soll sogar eine Bandbreite von bis zu 1 Gbit/s realisierbar sein. Für das menschliche Auge seien die Lichtverbindungen nicht sichtbar.

Konkret soll die Internetverbindung im Flugzeug über die Kabinenbeleuchtung ermöglicht werden. Es werde lediglich ein kleiner LiFi-Adapter für das Smartphone oder das Notebook benötigt. In kommenden Geräten könnte ein LiFi-Modul künftig bereits ab Werk eingebaut sein. Allerdings hat LiFi auch einen Nachteil: Bei einer Unterbrechung des Lichtsignals werde auch die Internetverbindung getrennt. Wände oder andere Hindernisse können LiFi-Signale – anders als WLAN – nicht durchdringen. LiFi ist zudem nur für den Einsatz im Nahbereich gedacht. Dafür soll die Technik aber mehr Sicherheit bieten. Cyber-Attacken von außen seien nicht möglich, da Angreifer im gleichen Raum sitzen müssten.

Handelsblatt testet personalisierte Inhalte im Digitalangebot

Das Handelsblatt hat eine Personalisierungsfunktion in seinem Digitalangebot gestartet. Ab sofort können Nutzer, die sich auf der Website angemeldet haben, Themenbereiche nach ihren jeweiligen Interessen auswählen.

Um der Berichterstattung zu folgen, müssen Leser ein Plus-Zeichen neben bestimmten Schlagwörtern angeklickt werden. Die Inhalte werden dann in der Rubrik ‚Meine Inhalte angezeigt. Schlagworte sind beispielsweise „Brexit“, „Dax“, „Donald Trump“, „Deutsche Bank“, „SPD“ und „Facebook“. Das Feature befindet sich derzeit in der Beta-Phase.

Kommen iPhones bald aus Vietnam?

Das staatliche Online-Portal Vnexpress berichtete unter Berufung auf vietnamesische Behörden, dass Foxconn ein Werk mit etwa 3000 Arbeitsplätzen in der Nähe von Halong City bauen will, etwa 175 Kilometer östlich der Hauptstadt Hanoi.

Nach Angaben des Vizechefs der dortigen Provinz Quang Ninh, Nguyen Van Thang, sollen dort Flachbild-Fernseher hergestellt werden.

Foxconn ist vor allem als Auftragsproduzent des US-Konzerns Apple bekannt. In der chinesischen Stadt Shenzhen stellt das Unternehmen mit Sitz in Taiwan iPhones her. Kürzlich war schon bekannt geworden, dass Foxconn ein Grundstück im Nordosten Hanois gekauft hatte. Apple lässt bereits iPhone-Teile in Vietnam produzieren, unter anderem für die Kamera und Komponenten des Touch-Screens. Der südkoreanische Konkurrent Samsung lässt Smartphones in Vietnam zusammenbauen.

Apple wehrt sich gegen Spotify-Vorwürfe

So behauptete Daniel Ek, dass Apple von Spotify eine „Steuer“ in Höhe von 30 Prozent auf Käufe über Apples Bezahlsystem erhebe – etwa dann, wenn Spotify-Nutzer von einem Gratis- auf ein kostenpflichtiges Premiumkonto umsteigen. Das würde Spotify zwingen, seine Preise „künstlich aufzublasen“, und zwar deutlich über das, was Apple für seinen eigenen Streamingdienst Apple Music verlange.

Apple wehrt sich jetzt gegen diese Vorwürfe – und beschuldigt Spotify, wissentlich mit irreführenden Zahlen zu operieren. So erwecke Spotify den Eindruck, dass die 30-Prozent-Abgabe für alle Nutzer von Apple-Geräten fällig werde. Dabei gehe es um nur 680.000 Nutzer.

Die Kommission von 30 Prozent sei nur bei jenen Spotify-Kunden erhoben worden, die ihr Abo über Apples In-App-Kauffunktion von Gratis auf Premium umgestellt hätten. Diese Funktion sei aber nur von 2014 bis 2016 in der Spotify-App aktiv gewesen – und in dieser Zeit hätten nur 680.000 Kunden davon Gebrauch gemacht. Für alle anderen Abo-Upgrades vorher und nachher hat Apple nach eigenen Angaben keinen Cent kassiert.

Amazon erhält Patent für Überwachungs-Drohnen

Online-Händler Amazon könnte mit Hilfe seiner Lieferdrohnen künftig Überwachung als Dienstleistung anbieten. So hat das Unternehmen die Genehmigung für ein Patent erhalten, das diese Vision beschreibt. Amazon-Kunden könnten demnach künftig eine Art Überwachungs-Abo abschließen, wobei ihr Grundbesitz regelmäßig von vorbeifliegenden Amazon-Drohnen sensorisch abgetastet wird. Die primäre Aufgabe der Drohnen werde aber die Auslieferung von Paketsendungen sein.

So sollen die Amazon-Überwachungsdrohnen per Geofencing davon abgehalten werden, unbeteiligte Nachbarn zu stören oder gar zu filmen. Der Drohnen-Lieferdienst von Amazon entwickelt sich unterdessen rasch weiter. Innerhalb der nächsten Monate werden die unbemannten Fluggeräte erstmals real bestellte Waren transportieren, meint Jeff Wilke von Amazon.

Native Advertising: Erkundungen in den Grauzonen der Medienwirtschaft

Etliche Medienhäuser verbreiten Werbung, die sich visuell kaum von redaktionellen Beiträgen unterscheidet. Das Internet hat ihnen neue Spielmöglichkeiten eröffnet. Damit setzen sie jedoch ihre Glaubwürdigkeit aufs Spiel.

Gabor Steingart, ehemaliger Chefredaktor und «Handelsblatt»-Herausgeber mit prononcierten Ansichten, hält wenig von Werbung in den Medien. Diese Art von Medienfinanzierung passe nicht mehr in unsere Zeit, sagte er jüngst dem Fachorgan „Horizont“. Weiter meinte er: „Ich kenne keine Leserin und keinen Leser, die sich Sponsored Content, Native Advertising, gekaufte Themenbeilagen und Schleichwerbung wünschen.“

Steingart ist derzeit dabei, in Berlin mit Unterstützung von Axel Springer ein Medienunternehmen neuen Typs aufzubauen. Was er genau vorhat, ist derzeit noch eher rätselhaft. Doch sein Geschäft soll offenbar ohne Werbeeinnahmen funktionieren. Damit unterscheidet sich Steingarts Idee von der Praxis der meisten Medienhäuser. Zwar müssen die im Pressesektor groß gewordenen Verlage seit der Jahrtausendwende drastische Einnahmenverluste bei der Werbung verkraften, doch spielt diese immer noch eine bedeutende Rolle in ihrem Geschäft.

Sieht aus wie Journalismus
Um die Erosion des Werbegeschäfts zu stoppen, halten die Medienhäuser nach neuen Dienstleistungen für die Werbewirtschaft Ausschau. Vor etwa fünf Jahren tauchte ein vielversprechendes Losungswort auf: Native Advertising. Es geht hier um kommerzielle Kommunikation, die in einem „heimischen“ Umfeld erfolgen soll. Oder anders gesagt: Das Angebot sieht aus wie Journalismus, dient aber gleichzeitig geschäftlichen Zwecken von Dritten.

Einige Branchenbeobachter erkennen viel Potenzial in diesem Werbeverfahren. Der Weltverband der Verleger, WAN-IFRA, stellte kürzlich in einer länderübergreifenden Analyse fest, dass die Informationsanbieter im Jahr 2017 bereits 20 Prozent ihrer Werbeeinnahmen mit Native Advertising erwirtschaftet hätten. Dieser Anteil soll bis 2021 gar auf durchschnittlich 36 Prozent steigen.

„Heimische“ Werbung im Trend
Die Situation sieht allerdings in den einzelnen Medienunternehmen recht unterschiedlich aus. Einige geben an, bereits 50 bis 70 Prozent des Werbeumsatzes mit Native Advertising zu machen. Das sind überraschend hohe Zahlen. Die Umfrageresultate von WAN-IFRA muss man mit einer gewissen Vorsicht interpretieren, da es in der Branche keinen klar definierten Begriff für diese Werbeform gibt.

In der Schweiz jedenfalls ist die derzeitige Situation weniger spektakulär, als es die WAN-IFRA-Zahlen nahelegen. Aber man erkennt Wachstumschancen, wie auf Nachfrage bei größeren Medienunternehmen zu erfahren ist. Ringier zählt Native Advertising zum artverwandten Content-Marketing, dessen Umsatzanteil substanziell sei. 2018 betrug der Zuwachs gegenüber dem Vorjahr 15 Prozent. Man rechnet im laufenden Jahr mit einer ähnlich hohen Steigerung.

Bei Tamedia liegt der Anteil an den Gesamteinnahmen im „einstelligen Prozentbereich“. Man äußert sich sehr zufrieden über die Entwicklung. Sogenannte Inhaltswerbeformen hätten in den vergangenen Jahren stark an Bedeutung gewonnen, und dieser Trend setze sich fort. Bei der NZZ, wo man ebenfalls den Begriff Content-Marketing vorzieht, liegt der Anteil bei einer tiefen einstelligen Prozentzahl, Tendenz steigend. Bei der Website Watson macht Native Advertising bereits einen relevanten Anteil aus. Das Segment wachse und werde zunehmend von der Werbewirtschaft nachgefragt, sagt Geschäftsführer Michael Wanner.

Unaufmerksame überlisten
Eine völlig neue Erfindung stellt Native Advertising keineswegs dar. In der vordigitalen Ära hieß die vergleichbare Werbeform „Advertorial“ oder „Publireportage“. Die entsprechenden Artikel pflegen ebenfalls einen journalistischen, informierenden Stil, der die Abwehrhaltung des Publikums gegenüber Werbung minimieren oder überlisten soll. Produktewerbung ist hier nicht das Ziel; vielmehr will man Aufmerksamkeit schaffen für ein Themenfeld, welches die Angebote eines Auftraggebers betrifft.

Dank den digitalen Techniken lassen sich nun Netzwerkeffekte erzeugen. Die Angebote sollen so gestaltet sein, dass die Nutzer Herzchen verteilen, Kommentare hinterlassen oder die Beiträge in ihren Freundeskreisen weiterverbreiten. Dies wiederum erhöht die Verweildauer der Konsumenten und stärkt die Beachtung der Botschaften. Gemäß Marktstudien sind entsprechende Wirkungen klar erkennbar.

In diesem Sinn scheint Native Advertising eine attraktive Alternative zur sogenannten Display-Werbung zu sein, der digitalen Version von Empfehlungsinseraten in der Presse. Das Geschäft mit dieser Werbeform harzt nämlich, wie die Verlage seit einiger Zeit erkennen müssen. In der Schweiz war der Umsatz im vergangenen Jahr erstmals gar rückläufig (–0,5 Prozent auf 263 Millionen Franken).

Die Verlage betonen, dass sie auch bei Native Advertising eine klare Trennlinie zwischen Redaktionellem und Kommerziellem ziehen. Sofern die Angebote für die jeweiligen Auftraggeber im eigenen Haus hergestellt werden, sind dafür separate Verlagsabteilungen zuständig. Eine Ausnahme stellt die Website Watson dar. Dort erstellen Redaktoren auch Native-Advertising-Angebote. Sie erfahren dabei aber nur, welches Thema sie bearbeiten sollen, nicht aber den Namen der Auftraggeber.

Verhaltenskodex der Branche
Die Medienbranche weiß, dass sie sich hier in einer heiklen Zone bewegt. Wenn sich im Publikum der Verdacht der Käuflichkeit und Intransparenz festsetzt, gefährdet dies die Glaubwürdigkeit der Redaktionen. Der Verlegerverband verfasste vor zwölf Jahren einen Verhaltenskodex. Gemäß diesem muss für den Medienkonsumenten „immer klar erkennbar“ sein, welche Beiträge in redaktioneller Unabhängigkeit entstehen und welche Inhalte kommerziell beeinflusst, also von Dritten bezahlt sind. Ferner dürfen Anzeigen durch ihre Gestaltung nicht den Eindruck erwecken, sie seien redaktioneller Bestandteil des Mediums. Im Zweifelsfall muss das Werbemittel „klar und in ausreichender Größe“ entsprechend gekennzeichnet werden.

Im selben Sinn hält auch der Presserat in der Richtlinie 10.1. fest: „Inserate, Werbesendungen und bezahlte oder durch Dritte zur Verfügung gestellte Inhalte sind gestalterisch von redaktionellen Beiträgen klar abzuheben.“

Der Presserat hat immer wieder auf Widersprüche zwischen Theorie und Praxis aufmerksam gemacht, in jüngster Zeit öfters. Mitte Mai kritisierte er eine in Tamedia-Zeitungen erschienene zweiseitige Publikation, die Swisscom finanziert hatte. Der im üblichen Redaktionslayout erschienene Artikel war oben groß mit „sponsored“ und darunter klein mit „Anzeige“ überschrieben. Rechts unten wurde festgehalten, dass der Beitrag vom Team „commercial publishing“ in Kooperation mit Swisscom realisiert worden sei. Diese Deklaration genügte dem Presserat nicht.
Der kommerzielle Hintergrund sei zu wenig sichtbar gemacht worden, schrieb das medienethische Organ. Zudem vermisste es die Kennzeichnung mit „Werbung“. Diesbezüglich urteilte der Presserat etwas beckmesserisch. Zumindest älteren Medienkonsumenten dürfte der Begriff Anzeige als Hinweis auf eine Werbebotschaft noch geläufig sein.

Großer Interpretationsspielraum
Die Frage, ab wann eine Werbebotschaft genügend klar deklariert ist, eröffnet in der Praxis viel Interpretationsspielraum. Wenn jedoch von Dritten finanzierte Beiträge im Layout der redaktionellen Angebote erscheinen, begibt man sich systembedingt auf eine Gratwanderung. Man rechnet bewusst mit der Unaufmerksamkeit des Lesers, der erst im Nachhinein erkennt, dass er bei der Lektüre eines jeweiligen Beitrags den redaktionellen Sektor verlassen hat.

Im Internet sind die Abgrenzungen noch schlechter als im Gedruckten erkennbar. Teilweise muss man sie mit der Lupe suchen. Eine einheitliche Kennzeichnung über die einzelnen Medien hinaus ist kaum erkennbar. Jedes Medium pflegt seine eigenen Codes. Bezahlte Beiträge sind teilweise mit einer Oberzeile gekennzeichnet, doch diese unterscheidet sich oft weder farblich noch gestalterisch von Oberzeilen redaktioneller Angebote. Englische Begriffe wie „paid post“, «brand studio» oder „native“ scheinen eher dazu zu dienen, die Tatsachen zu kaschieren.

Auffällig ist, dass die Kennzeichnung in Inhaltsverzeichnissen oft höchst diskret ist und eine deutlichere Deklaration erst nach dem Anklicken eines Beitrags erfolgt, womit der Konsument bereits zum bezahlten Produkt hin geschubst worden ist.

Intransparenz bei Suchmaschinen
Noch intransparenter sind die Verhältnisse bei Suchmaschinen. Wer ein Suchwort eingibt, erhält eine Liste von Ergebnissen, die keine gestalterischen Unterschiede zwischen redaktionellen Artikeln und Native Advertising machen. Nur wer die Internetadressen der einzelnen Beiträge seziert, vermag Unterschiede zu erkennen – wenn etwa in der Adressenwortreihe „native“, „brand studio“ oder „paid post“ auftaucht. Solche kleinen Unterschiede nimmt nur eine Minderheit wahr.

Diese Tricks sind kein Zufall, sondern gehören zum Werbekonzept und werden von Verlagen angeboten. Es geht genau darum, die Native-Advertising-Produktionen den journalistischen gleichzustellen, so dass sie bei Erfolg gar unter Rubriken wie „Meistgelesen“ auftauchen. Spätestens hier muss man feststellen: Diese Art von Werbung widerspricht den Normen, die sich der Schweizer Verlegerverband selber gesetzt hat.

Intel soll CPU-Preise um 15 Prozent senken

Intel soll niedrigere Preis für die eigenen Prozessoren an seine Partner kommuniziert haben. Die Rede ist von Preissenkungen um 10 bis 15 Prozent, damit die Chips besser gegen AMDs am 7. Juli 2019 erscheinende Ryzen 3000 alias Matisse aufgestellt sind.

Aktuelles Topmodell ist der Core i9-9900K (Test) mit acht Kernen, allerdings wird AMD mit dem Ryzen 9 3900X eine CPU anbieten, die bei fast gleichem Listenpreis von 500 statt 488 US-Dollar gleich zwölf Cores aufweist. Der achtkernige Ryzen 7 3800X soll sogar nur 400 US-Dollar vor Steuern kosten, was kaum mehr ist als die 374 US-Dollar, welche Intel nominell für den Core i7-9700K aufruft.

Die Listenpreise gelten allerdings offiziell nur bei Abnahme von 1.000 Chips und haben in der Regel kaum etwas damit zu tun, was Partner zahlen. Sie sind auch nur ein grober Richtwert dafür, was die Prozessoren im Endkundenhandel kosten. In den USA etwa ruft Best Buy für den Core i9-9900K gleich 530 US-Dollar auf, bei Newegg sind es 494 US-Dollar und hierzulande wird die CPU für 470 Euro (Mindfactory) über 490 Euro (Caseking) bis hin zu 570 Euro (Alternate) angeboten.

USA setzen weitere chinesische Tech-Unternehmen auf schwarze Liste

Mitte Mai wurde Huawei im Handelskonflikt zwischen China und den USA von US-Präsident Donald Trump als Druckmittel eingesetzt. Auf die schwarze Liste gesetzt, dürfen US-Unternehmen ohne Sondergenehmigung nicht mehr mit Huawei zusammenarbeiten. Das selbe Schicksal widerfährt nun anderen Firmen. Mehrere chinesische Firmen aus der Supercomputer-Branche dürfen nur noch mit Genehmigung der US-Regierung amerikanische Bauteile kaufen. Auch eine Forschungseinrichtung sei auf die entsprechende Liste gesetzt worden, teilte das US-Handelsministerium mit.

Hintergrund seien Sorgen über militärische Anwendungen der dort entwickelten Hochleistungsrechner. Das Ministerium wies darauf hin, dass etwa das Wuxi Jiangnan Institut für Computertechnologie der Volksbefreiungsarmee gehöre und „die Aufgabe hat, die Modernisierung des chinesischen Militärs zu unterstützen“.

Die US-Regierung will den Zugang chinesischer Unternehmen zu amerikanischer Technologie beschränken. Auf die schwarze Liste der Unternehmen hatte sie im vergangenen Monat auch den Telekomausrüster Huawei gesetzt. Beide Staaten führen seit Monaten einen Handelsstreit und haben sich gegenseitig mit Zöllen überzogen.

iPads und Macbooks sollen OLED-Bildschirme bekommen

Apple könnte in Zukunft OLED-Bildschirme in mehr seiner Geräte einbauen. Nicht nur, weil das Unternehmen das will, sondern, will es sich an einen Vertrag mit seinem Partner Samsung Display halten muss. So muss Apple eine bestimmte Menge an Displays kaufen – bisher konnte die Firma die Vorgaben aber nicht erfüllen, weil die Verkaufszahlen für das iPhone sinken. Nun könnte Apple die Bildschirme einfach in Macbooks und iPads verbauen.

Dabei handelt es sich letztlich jedoch lediglich um ein Gerücht, welches von Branchenmedien berichtet wurde. Sinn würde es jedoch machen – auch andere Hersteller verbauen bereits OLED-Bildschirme in Tablets und Notebooks. So wurde Samsungs Galaxy Tab S in der Vergangenheit von Testern aufgrund des Displays gelobt.

Sollte Apple diesen Schritt gehen, ist unklar, bei welcher Generation OLED-Displays zum Einsatz kommen werden. Beim nächsten Macbook, das angeblich 2021 erscheinen soll, und beim kommenden iPad werden angeblich mini-LED-Bildschirme zum Einsatz kommen, sagen Analysten.

20 Jahre eBay

Vier Jahre nach seinem Start in Kalifornien war der Online-Marktplatz im Sommer 1999 auch in Deutschland an den Start gegangen – vermutlich nicht ganz freiwillig. Denn rund ein halbes Jahr zuvor hatten die Samwer-Brüder mit Alando in Deutschland einen Ebay-Klon gegründet.

Die Kopie war so erfolgreich, dass Ebay am 22. Juni 1999 schließlich die Übernahme des jungen Unternehmens ankündigte. Damit wurde auch der Grundstein für den Reichtum der Samwer-Brüder gelegt, die mit Rocket Internet bis heute eine maßgebliche Rolle bei der Entwicklung von Start-ups in Deutschland, Asien und Afrika spielen.

Als einer der frühen Pioniere habe Ebay den Online-Handel in Deutschland in den vergangenen 20 Jahren geprägt, teilte das Unternehmen mit. Über die einstige Auktionsplattform, auf der zunächst vorwiegend private Anbieter gebrauchte Waren anboten, werden heute inzwischen zu 80 Prozent neue Artikel verkauft.

Nach eigenen Angaben zählte Ebay im vergangenen Jahr mehr als 18 Millionen aktive Käufer in Deutschland.

BBC verzeichnet Rekordzahlen

Die im Rahmen des Global Audience Measure (GAM) erhobenen Zahlen zeigen, dass BBC News ein Publikum von 394 Millionen Menschen weltweit erreicht, eine Steigerung um 47 Millionen. Der BBC World Service auf Englisch und in 42 Sprachen vereint 319 Millionen auf sich, eine Erhöhung von 41 Millionen.

Der BBC World Service auf Englisch und BBC World News TV erreichten beide Rekordnutzerzahlen von jeweils 97 Millionen und 101 Millionen. Die 42 Sprachendienste des BBC World Service verzeichnen 259 Millionen Nutzer. Die kommerziell ausgerichtete Tochter von BBC News, BBC Global News, die BBC World News und BBC.com betreibt, vereint einen Großteil der restlichen Nutzer und kann eine Erhöhung im TV und digitalen Bereich von 6 Millionen auf eine Summe von 121 Millionen Nutzer verbuchen – ein weiterer Rekord.Insgesamt konnte BBC News eine Steigerung um 23 Millionen TV-Nutzer auf 214 Millionen erzielen, von 12 Millionen für Audio auf 178 Millionen und 18 Millionen für Online auf 95 Millionen.

Patrick Drahi nimmt Verkaufshaus Sotheby’s von der Börse

Am 17.06. ließ Patrick Drahi bekanntgeben, dass er Sotheby’s durch seine Firma Bidfair USA kaufen wird. Für 3,7 Milliarden Dollar geht das seit 31 Jahren an der New Yorker Börse notierte Versteigerungshaus im vierten Quartal 2019 wieder in private Hände über. Sotheby’s Aktionären zahlt der global agierende Telekommunikationsunternehmer 57 Dollar pro Aktie. Das sind 61 Prozent mehr, als die Aktie am 14. Juni wert war.

Sotheby’s ist weltweit das zweitwichtigste Auktionshaus. 2018 macht es einen Umsatz von 6,4 Milliarden Dollar. Konkurrent Christie’s, der zur privaten Artemis-Holding des Luxusgüterunternehmers François Pinault gehört, setzte mit sieben Milliarden Dollar mehr um.

Im ewigen Wettstreit der beiden Giganten hatte das britisch-französische Haus die Nase vorn. 2018 konnte Christie’s den Rockefeller-Nachlass für über 800 Millionen Dollar versteigern. Für den „Salvator Mundi“ durfte Christie’s 450 Millionen Dollar einnehmen.

Sotheby’s aber litt die letzten Jahre nicht nur unter der unflexiblen Struktur seines Boards, sondern auch unter den Attacken des Aktionärsaktivisten Daniel Loeb. Dessen Hedgefonds Third Point hatte es 2015 geschafft, den damaligen Sotheby’s-CEO Bill Ruprecht wegen schlechten Managements und überhöhter Spesenabrechnungen aus dem Amt zu drängen.

Seitdem führt Tad Smith das Haus mit ruhiger Hand. Aber die aufwendigen Regularien eines börsennotierten amerikanischen Unternehmens führen zu langsamen Entscheidungen. Die für die Verkäufer so wichtigen garantierten Mindestpreise konnten oft nicht gegeben werden – ein deutlicher Wettbewerbsnachteil.

Immerhin hatte Sotheby’s diese Woche bei den Auktionen mit Leitbildfunktion in London die bessere Figur gemacht und Christie’s bei Angebot und Nachfrage satt überholt. 23 Werke der Impressionisten und Klassischer Moderne spielten knapp 100 Millionen Pfund oder 124 Millionen Dollar ein.

Expansion mit kommerziellen Fernsehsendern in Osteuropa

Der in Casablanca geborene Sohn von Mathematiklehrern muss schon früh ein Faible für Zahlen entwickelt haben. Als er 15 Jahre alt ist, siedelt die jüdische Familie nach Frankreich über. Patrick Drahi hat eine schnelle Auffassungsgabe, überspringt Klassen, absolviert die französischen Eliteschulen und wird Elektroingenieur.

1988 ist er kurz beim niederländischen Elektronikriesen Philips angestellt. Doch schon 1991 macht er sich selbstständig und expandiert unter anderen mit kommerziellen Fernsehsendern in Osteuropa. John Malone, der amerikanische Kabelmagnat, sein Kurzzeit-Arbeitgeber, ist sein Vorbild.

2001 gründet der Franzose mit israelischem und portugiesischem Pass Altice, ein Telekommunikationsunternehmen, das an der Amsterdamer Börse notiert ist. Durch massive Zukäufe stellt er es breit und strategisch auf. In der Verknüpfung von Kabelunternehmen, Digitalisierungsfirmen, Medien („Libération“ „L’Express“, Radio Monte Carlo, i24news) und Werbung erkennt Drahi die gewinnbringende Zukunft.

So beläuft sich Drahis Vermögen auf 8,6 Milliarden Dollar. Dem stehen Firmenkredite von über 30 Milliarden gegenüber.

Drahi hat den Ruf, ein gnadenloser Kostenkiller zu sein. Er kauft unterbewertete Firmen kreditfinanziert auf, rationalisiert sie und wendet viel Energie für die Steueroptimierung auf. Der Sitz von Altice ist Luxemburg. Der Selfmademan spart selbst.

Er lebt mit seiner zum Judentum konvertierten Frau und vier Kindern in der Schweiz. Er fliegt von Genf mit dem Billigflieger Easyjet nach Paris. Die arroganten, standesbewussten Pariser rümpfen die Nase, dass der Milliardär ohne Chauffeur und ohne Sekretärin auskommt.

Gemessen am letzten Nettoergebnis von 109 Millionen Dollar ist der Kaufpreis hoch. Ein Branchenkenner, der nicht genannt werden möchte, erklärt die hohe Investition mit dem Türöffnereffekt, der den Zugang zu anderen Branchen und „vor allem zu den reichsten Familien“ ermögliche.

Das könnte der Grund sein, warum der Pfennigfuchser tief in die Taschen greift. Den Kauf von Sotheby’s stemmt er durch den Verkauf von Altice USA und durch Kredite der Bank BNP Paribas. Einst erwarb auch François Pinault Christie’s für seine Holding Artemis, bevor er sich in der Luxusindustrie auf Einkaufstour begab.

Drahi sammelt Kunst, aber auf ganz anderem Niveau als François Pinault. Drahi selbst streicht in seinem Statement heraus, dass er langjähriger Kunde und „lebenslanger Bewunderer der eleganten Marke Sotheby’s“ sei. Als selbstbewusster Sammler mit einer nach einem Thema geformten Sammlung ist der Franzose bisher aber nicht in Erscheinung getreten.

Messaging-Dienst Slack startet fulminant an der New Yorker Börse

Anleger haben sich beim Debüt an der New Yorker Börse um die Aktien des Bürokommunikationsdienstes Slack gerissen. Der Kurs wuchs zum Handelsstart am 20.06. um rund 50 Prozent und eröffnete bei 38,5 Dollar. Der Referenzkurs war am Vorabend auf 26 Dollar festgesetzt worden. Die Papiere wurden unter dem Tickerkürzel „WORK“ an der New York Stock Exchange gelistet.

Slack wählte für den Börsengang den Weg einer Direktplatzierung, bei der die Papiere ohne Begleitung durch Investmentbanken gelistet werden. Das spart Gebühren, gilt aber als riskanter, da die Banken als Zwischenhändler und Kursstabilisator ausfallen. 2018 hatte bereits der Musikdienst Spotify auf das ungewöhnliche Verfahren gesetzt.

In der letzten Finanzierungsrunde im August wurde Slack laut US-Medien mit gut 7 Milliarden Dollar bewertet. Vorm Börsendebüt waren es schon fast 16 Milliarden Dollar. Im ersten Quartal stieg Slacks Umsatz im Jahresvergleich um 67 Prozent auf 134,8 Millionen Dollar, es fiel aber ein operativer Verlust von 38,4 Millionen an.

Slack wird täglich von rund 10 Millionen Mitarbeitern verschiedener Firmen benutzt. Mehr als 85.000 Unternehmen sind zahlende Kunden. Zugleich bieten unter anderem Microsoft, Google und Facebook Konkurrenzprodukte an. Seit dem Start 2013 besorgte sich Slack laut Medienberichten rund eine Milliarde Dollar bei Geldgebern.

Österreich fällt in Digitalisierungs-Ranking zurück

Im europaweiten Digitalisierungs-Ranking hat Österreich innerhalb des letzten Jahres einen Platz eingebüßt und findet sich damit nur noch auf Platz 13 im europäischen Mittelfeld. Der Handelsverband empfiehlt angesichts der Detailergebnisse vor allem eine Stärkung der KMU.

Der Index für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft (Digital Economy and Society Index, DESI) verfolgt im Jahresabstand die Digitalisierungsfortschritte der EU-Mitgliedstaaten anhand von fünf Schwerpunkten: Konnektivität, Humankapital, Internetnutzung, Integration der Digitaltechnik und digitale öffentliche Dienste. Die Summe der Punkte für Österreich in diesen Kategorien ist zwar von 51,9 auf 53,9 gestiegen, das bedeutet aber trotzdem aktuell nur noch Rang 13 statt wie im Vorjahr Platz zwölf: Andere Länder haben Rückstände schneller aufgeholt.

Noch immer liegt Österreich damit über dem EU-Schnitt von 52,5 Punkten (Vorjahr 49,8) und damit in unmittelbarer Nachbarschaft etwa von Deutschland.

Springer schließt spätere Rückkehr aufs Parkett nicht aus

Noch ist dem US-Finanzinvestor KKR der Einstieg bei Axel Springer nicht geglückt. Sollte er gelingen, soll das Medienunternehmen von der Börse genommen werden – aber womöglich nur auf Zeit. Mittelfristig könnten die Berliner wieder den Gang aufs Parkett wagen, um dem US-Investor einen Ausstieg zu ermöglichen. Das zumindest schloss Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner vor der Belegschaft nicht aus.

Die Aktiennotierung wäre allerdings an bestimmten Voraussetzungen geknüpft. Dem Vernehmen nach soll das Unternehmen vor allem durch Zukäufe mehr Wert sein. Döpfner will Springer zu einem Weltmarktführer im digitalen Journalismus und im digitalen Rubrikengeschäft ausbauen – und dies nicht nur durch organisches Wachstum, sondern auch durch werthaltige Akquisitionen.

Politischer Widerstand gegen Facebooks Kryptowährung

Facebook stößt mit seinen Plänen für eine selbst entwickelte Kryptowährung weltweit auf Widerstand. Politiker und Verbraucherschützer sorgen sich vor allem um den Datenschutz. „Facebook hat Daten über Milliarden von Menschen und deren Schutz wiederholt missachtet“, erklärte die demokratische Abgeordnete und Vorsitzende des US-Finanzausschusses, Maxine Waters.

Auch in Europa ist das Misstrauen groß: Der französische Finanzminister Bruno Le Maire plädierte für eine stärkere Kontrolle von Technologiegiganten wie Facebook. „Dieses Geldmittel wird es Facebook ermöglichen, Abermillionen Daten zu sammeln, was meine Überzeugung bestärkt, dass es notwendig ist, die digitalen Giganten zu regulieren“, sagte er zu Radio Europe 1.

Die Pläne für Libra sollten Aufsichtsbehörden in Alarmbereitschaft versetzen, gab der EU-Abgeordnete Markus Ferber (CSU) zu Bedenken. Die Europäische Kommission solle daher rasch mit den Arbeiten an rechtlichen Rahmenbedingungen für Kryptowährungen beginnen.

Facebook will in der ersten Jahreshälfte 2020 eine selbst entwickelte Kryptowährung an den Start bringen. Libra soll es Nutzern ermöglichen, untereinander Geld zu versenden und Waren von Unternehmen zu erwerben. Ein Firmensprecher erklärte, Facebook werde alle Fragen des Gesetzgebers beantworten. Man stehe mit Behörden in den USA und der Schweiz, wo die hinter Libra stehende Gesellschaft registriert ist, in Gesprächen.

Mit Libra will Facebook in den weltweiten Zahlungsverkehr einsteigen und Branchenexperten erwarten, dass dies das traditionelle Finanzsystem durchrütteln könnte. Die Pläne werden von namhaften Firmen wie Mastercard, PayPal und Spotify unterstützt.

Im Gegensatz zu der größten und bekanntesten Kryptowährung Bitcoin soll Libra an einen Korb von mehreren Währungen geknüpft werden, vor allem an den US-Dollar. Damit sollen Wertschwankungen wie bei Bitcoin vermieden werden. Bitcoin ist eine digitale Währung, die durch das Berechnen komplexer Algorithmen von Computern hergestellt wird und an keine anderen Devisen gebunden ist.

20 Jahre Counter-Strike: Von Half-Life-Mod und Killerspiel zum E-Sport-Phänomen

Vor 20 Jahren begann die Erfolgsgeschichte von Counter-Strike: Zunächst als Half-Life-Mod von Fans entwickelt, mauserte es sich zum prägenden E-Sport-Titel.

Wie so viele erfolgreiche Projekte startete Counter-Strike nicht als eigenständiges Spiel, sondern als Modifikation – und zwar des von Valve entwickelten Titels Half-Life, welcher mit seiner Einzelspielerkampagne spielerische und erzählerische Maßstäbe setzte, aber dessen Mehrspielermodus noch – sagen wir es vornehm – viel Luft nach oben ließ. Und so begab es sich, dass der Uni-Student Minh Le mit Hilfe von Jess A. Cliffe die Multiplayer-Mod „Counter Strike“ aus dem Boden stampfte. Minh Le legte Wert auf eine für damalige Zeiten vergleichsweise realistische Darstellung und Mechanik von Waffen, inklusive passender Sounds, und verknüpfte diese mit einer Anti-Terror-Spielmechanik.

Von der Mod zur Weltherrschaft
Counter-Strike wurde in kurzer Zeit zu einem globalen E-Sport-Phänomen; seine Entwicklung nicht nur von Valve getrieben, sondern auch stark von dessen Community. Doch ein Problem war die große Heterogenität verschiedener Spielversionen – schließlich brauchten zum Zusammenspielen alle dieselbe. Dies sollte sich im Jahr 2003 verbessern, als Valve die Spiele-Plattform Steam einführte. Über Steam bot Valve einen Service an, Spiele in der Bibliothek automatisch zu aktualisieren – und das mit ausreichend schnellen Servern, was zu der damaligen Zeit keine Selbstverständlichkeit war. Das führte allerdings gleichsam zu großem Unmut unter den Spielern, denn separate Online-Services und womöglich Always-On-Zwang waren damals wesentlich verpönter, als sich Spieler das heute vorstellen können.

Counter-Strike, das „Killerspiel“
Counter-Strike wurde also schnell groß – führte aber ebenso schnell und immer wieder zu gesellschaftspolitischen Diskussionen. Nach dem Schul-Massaker in Erfurt im April 2002 forderten einige Politiker, darunter der damalige Kanzlerkandidat Edmund Stoiber (CSU) sowie Wolfgang Clement (SPD), ein Verbot von sogenannten Killerspielen – schließlich hatte der Amokläufer unter anderem auch Counter-Strike gespielt. Daraufhin zogen sich auch diverse Sponsoren von LAN-Partys zurück. Zahlreiche Spieler reagierten damals mit Kritik und Unverständnis. Eine Debatte, die sich auch in den kommenden Jahren mehrfach wiederholen sollte, populistische Politiker-Forderungen inklusive.

Global Offensive: Für Anfänger, Streamer und Ingame-Käufer
2012 erschien Counter-Strike: Global Offensive (CSGO). Die wichtigste Neuerung war automatisiertes Matchmaking, das Spieler mit ähnlichen Spielfertigkeiten (Skill) zusammenbringen sollte. Das sollte die Einstiegsbarrieren für Anfänger senken und das Spiel zugänglicher gestalten. Außerdem ließen sich Ingame-Waffenskins wählen und Community-Maps laden. Valve feilt seit dem Release beständig an CSGO. Im Dezember 2018 integrierte Valve einen Battle-Royale-Modus und machte das Spiel kostenfrei erhältlich, setzt bei der Monetarisierung allerdings voll auf kaufbare Ingame-Items sowie einen erwerbbaren Prime-Status.

Amazon wirbt mit falschen Zahlen bei Händlern für US-Geschäft

Es war der Aufreger der Woche: In Mails an Händler hatte Amazon Zahlen verbreitet, anhand derer man leicht ausrechnen konnte, wie groß der Umsatz ist, den das Unternehmen mit Dritthändlern auf seinem Marketplace in Deutschland macht.

Das Brisante dabei: Diese Zahl, die sich nach diesen Angaben auf 10,2 Milliarden Euro belaufen würde, wurde von Amazon aus Wettbewerbsgründen bisher streng geheim gehalten. Auch der Konkurrent Ebay verrät nicht, wie viel Umsatz Dritthändler auf seiner Plattform in Deutschland machen.

Nachdem diese Zahlen veröffentlicht wurden, kommt jetzt die überraschende Wende: Mehr als einen Tag nach der Veröffentlichung und nachdem zahlreiche Medien bis in die USA die Meldung geteilt haben, erklärt Amazon, die Angaben in der Mail an die Händler seien falsch.

„Diese Zahlen sind in keiner Weise korrekt“, teilte eine Amazon-Sprecherin mit. Der Mitarbeiter, der diese Informationen zusammengestellt hat, habe Zahlen benutzt, die nichts mit den Verkäufen von Drittanbietern bei Amazon zu tun hätten. „Dies ist allein auf einen menschlichen Fehler zurückzuführen“, so die Sprecherin.

Amazon hatte in seinen Informationen, die nach Angaben von Händlern über einen längeren Zeitraum in Mails des Verkaufsteams und in Händler-Workshops verwendet worden waren, für den Verkauf über den Amazon-Marketplace in den USA geworben. Es hieß, die Umsätze auf dem US-Marketplace seien siebenmal so hoch wie in Deutschland. Daraus ließ sich dann der Umsatz in Deutschland zurückrechnen.

Dass diese Information nun falsch sein sollen, bedeutet aber zugleich, dass Amazon offenbar mit falschen Angaben versucht hat, Dritthändler für ein Engagement auf dem US-Marketplace zu begeistern. Auf Fragen, ob Amazon eine Korrektur an die betroffenen Händler geschickt hat und ob den Händlern jetzt eine Entschädigung zusteht, wollte das Unternehmen nicht antworten.

Eine Sprecherin teilte nur mit: „Es handelt sich um einen menschlichen Fehler und nicht um eine vorsätzliche Falschinformation.“ Ein Werbevideo des Amazon-Verkaufsteams auf Youtube sei von einem Mitarbeiter falsch interpretiert worden.

Auch auf Nachfrage wollte Amazon nicht mitteilen, wie hoch der Umsatz der Dritthändler auf dem deutschen Marketplace denn nun tatsächlich ist. Aufzeichnungen, die dem Handelsblatt vorliegen, legen jedoch nahe, dass die berechnete Umsatzhöhe von gut zehn Milliarden Euro durchaus realistisch ist.

Jeder 3. will TV-Gebühren kürzen wegen Sommerloch-Wiederholungen

Laut einer Umfrage würde mehr als jeder Dritte Zuschauer der Öffentlich-Rechtlichen wegen der Wiederholungen im Sommerloch den Rundfunkbeitrag am liebsten kürzen. Das Ergebnis der Repräsentativ-Umfrage:

Insgesamt 64 Prozent der Befragten stören die vielen Wiederholungen. 36 Prozent aller 2.059 Befragten sogar so sehr, dass sie am liebsten die Gebühren kürzen würden. Genau so viele Zuschauer stören sich jedoch nicht an den vielen Wiederholungen.

Interessant: Über die Hälfte (52 Prozent) der 18- bis 24-Jährigen fühlt sich nicht vom dem wiederkehrenden TV-Programm gestört – wohl auch, weil sie seltener ARD und ZDF gucken. Bei der Gruppe ab 55 Jahren ärgern sich dagegen insgesamt 71 Prozent über die Wiederholungsflut. In dieser Altersgruppe finden sich auch die meisten Stamm-Seher der öffentlich-rechtlichen Sender.

Magazine büßen 3,5% Brutto-Umsatz gegenüber 2018 ein – doch es gibt auch Gewinner

Die von Nielsen ausgewerteten rund 420 deutschen Publikumszeitschriften haben in den ersten fünf Monaten des Jahres 1,284 Mrd. Euro mit Anzeigen umgesetzt – brutto versteht sich. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht das einem erneuten Minus von 3,5%. Zahlreiche Titel büßten sogar mehr als 10% ein, u.a. Brigitte, Bild am Sonntag und Focus. Doch es gibt auch große Gewinner wie das TV-Supplement prisma und den stern.

An der Spitze liegt erneut das TV-Supplement prisma, dessen Umsatz-Plus von 47,1% nicht nach Print-Krise klingt. Des Rätsels Lösung: Durch verschiedene neue Kooperationspartner, also Zeitungen, denen prisma beliegt, steigerte sich das Heft bei der Auflage im Vergleich zum Vorjahr von 4,8 Mio. auf 7,1 Mio. Exemplare – um 48,4%. Das Umsatz-Plus entspricht also fast genau dem Auflagen-Plus. rtv, das im Gegenzug an Auflage verlor, liegt auch bei den Anzeigen im Minus: mit 6,0%.

Stärkstes am Kiosk erhältliches Magazin ist der stern, der sich um 19,4% gegenüber dem Vorjahreszeitraum steigerte – und das trotz Auflagenverlusten. Auf Rang 4 gewann auch die Bunte hinzu, auf 10 zudem die Bild der Frau. Die restlichen fünf Top-Ten-Magazine liegen hingegen unter dem Vorjahr, vor allem Brigitte, Bild am Sonntag und Focus büßten Brutto-Umsatz ein – jeweils zwischen 14,7% und 16,8%.

Abseits der Top Ten gibt es weitere große Verlierer: TV Digital und TV Movie zum Beispiel, für die es um 17,3% und 18,6% nach unten ging. Oder InStyle mit einem Minus von 21,3%. sowie die Sport Bild mit einem dramatischen Rückgang von 38,8%. Einige Titel gewann in der Top 50 aber auch im zweistelligen prozentualen Bereich dazu: die Apotheken Umschau A, tv Hören und Sehen, Superillu, auf einen Blick, Neue Post, Harper’s Bazaar und Brigitte woman.

Grimme Online Award 2019 an “Krautreporter” und “Wem gehört Hamburg”

Aus 1.200 Vorschlägen hatte die Nominierungskommission 28 Angebote ausgesucht, von denen jetzt acht prämiert wurden. Ausgezeichnet wurde unter anderem die Plattform “Wem gehört Hamburg?” über Besitzverhältnisse auf dem Wohnungsmarkt der zweitgrößten deutschen Stadt.

Mit einer Crowdfundingaktion gegründet wurde 2014 auch das gleichfalls ausgezeichnete Portal “Krautreporter“. Nach mehreren Umstrukturierungen trägt nun eine Genossenschaft die Kernredaktion.

Ebenfalls durch Crowdfunding finanziert ist der Blog “Buterbrod und Spiele“, mit dem der Autor Moritz Gathmann und der Fotograf Christian Frey zur Fußball-WM 2018 aus ungewöhnlichen Perspektiven über Russland informierten. Auf ihrer Reportagereise trafen sie unter anderem einen sibirischen Comiczeichner und die Nachfahren schwäbischer Siedler. “Viele dieser Geschichten sind dadurch entstanden, dass man losfährt und einfach den Menschen zuhört”, sagte Gathmann.

Einen weiteren Preis gewannen die Strichmännchen-Cartoons des “Witzbildzeichners” Tobias Vogel in seinem Satire-Format “Krieg und Freitag“. Die auf Twitter, Facebook und Instagram veröffentlichten Karikaturen behandeln sowohl politische als auch persönliche Themen.

Ausgezeichnet wurden zudem der Gemeinschaftsblog “Techniktagebuch“, der Veränderungen in der Alltagstechnik beschreibt, die Jugendnetzkonferenz “Tincon“, die laut Jury einen Diskursraum für 13- bis 21-Jährige über das Internet eröffnet, und der YouTubekanal “Einigkeit & Rap & Freiheit“, der den Publikumspreis gewann.

Apple: Trump-Strafzölle helfen der Konkurrenz

Apple hat offiziell Stellung zu den von den USA geplanten Strafzöllen gegen weitere Produkte aus China genommen, die diesmal auch iPhone & Co. treffen könnten. In dem Schreiben an den zuständigen Handelsbeauftragten der Vereinigten Staaten, Robert Lighthizer, heißt es, der Konzern bitte die Regierung dringend, die Maßnahme nicht umzusetzen.

Die Trump-Administration plant eine vierte Runde von Strafzöllen in Höhe von bis zu 25 Prozent. Sie fallen für den Importeur an – in diesem Fall also Apple, das seine Produkte hauptsächlich von Auftragsfertigern aus China bezieht, bevor sie im US-Markt verkauft werden können. Laut Angaben des Unternehmens wären nun auch alle Hauptprodukte von Apple betroffen, darunter iPhone, iPad, Mac, AirPods und Apple TV, genauso wie Bauteile und Akkus, die zur Reparatur der Hardware in den USA verwendet werden. Zudem sind Zubehörprodukte wie Bildschirme und Tastaturen abgedeckt. Zuvor hatten früher eingeführte Strafzölle nur relativ wenige Peripherieartikel wie Kabel, Hüllen oder Netzteile getroffen, nicht jedoch die Hauptprodukte des Konzerns.

Die Umsetzung der Strafzölle könne nun dazu führen, dass der wirtschaftliche Beitrag Apples in den USA sinkt. Zudem würden sie die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber ausländischen Unternehmen reduzieren, so Apple. Die chinesischen Konkurrenten, mit denen man im globalen Markt im Wettbewerb stehe, hätten keine signifikante Präsenz in den USA und wären von den Strafzöllen daher nicht betroffen. Das gelte auch für andere Konkurrenten aus dem Ausland. Entsprechend würden US-Strafzölle „das Spielfeld zugunsten unserer globalen Wettbewerber verschieben“.

Startup-Holding Rocket Internet will Aktien zurückkaufen

Nach Axel Springer will wohl auch die Startup-Holding Rocket Internet das Börsenparkett verlassen. Angeblich arbeite der Internet-Investor Oliver Samwer mit einem Team daran, die Aktien der Holding zurückzukaufen. Der Kurs der Rocket Internet reagierte prompt. Die Notierung schloss um rund 8,5 Prozent auf mehr als 26 Euro.

Noch ist nicht klar, ob der US-Finanzinvestor KKR den Einstieg bei Axel Springer schafft. Vor einigen Tagen hatte das Unternehmen allen ausstehenden Anteilseignern ein Angebot unterbreitet, Springer-Aktien zum Preis von 63 Euro zu erwerben. Damit wollen die Amerikaner mindestens 20 Prozent der Springer-Aktien übernehmen. Gelingt das, sollen die Aktien von Axel Springer mittelfristig von der Börse genommen werden.

Jetzt ist offenbar ein zweiter Kandidat im Gespräch, das Börsenparkett zu verlassen. So arbeitet der Internet-Investor Oliver Samwer an einem Plan, seine Startup-Holding Rocket Internet von der Börse zu nehmen. Dabei beruft sich das zur Spiegel-Gruppe gehörende Magazin auf mehrere Insider. Angeblich sei im Aussichtsrat das Vorhaben bereits besprochen worden. Samwer halte derzeit 44 Prozent an der Holding. Er selbst wolle sich bei einem Delisting nicht von seinen Anteilen trennen. Damit würde er am Ende die Gesellschaft selbst kontrollieren. Rocket Internet hat laut der Wirtschaftszeitschrift die Informationen nicht kommentiert.

Readly sichert sich 15 Mio. Euro Investitionen

Readly, die digitale Flatrate für Magazine, hat sich in einer Investorenrunde über 15 Millionen Euro sichern können. Das Geld kommt gerade recht: Mit Apple News+ gibt es seit März einen neuen Player im Markt der Zeitschriften-Abo-Dienste, der Readly unter Druck setzt. Das schwedische Startup gibt sich selbstbewusst.

An der Finanzierungsrunde waren neue und bestehende Investoren beteiligt. Angeführt wird sie von der staatlichen Pensionskasse AP3, sowie den Investoren von Zouk Capital und der Swedbank Robur. Mit den Mitteln will Readly insbesondere seine internationale Expansion vorantreiben. Bislang ist der Zeitschriftenkiosk in acht europäischen Ländern sowie den USA vertreten. Mehr als zwei Drittel seines Umsatzes erwirtschaftet das Unternehmen außerhalb des Gründungslandes Schweden.

Maria Hedengren, seit April CEO von Readly, sagt: “Wir erwarten, dass sich Streaming in der Zeitschriftenverlagsbranche ähnlich stark durchsetzen wird wie in Musik und Film. Es freut uns, dass uns die bestehenden Investoren vertrauen und wir für den nächsten Schritt unserer Wachstumsstrategie zusätzlich auf die Unterstützung eines so erfahrenen Investors wie AP3 bauen können“.

Karin Schmidt-Friderichs wird neue Vorsteherin des Börsenvereins

Auf den Buchtagen des Börsenvereins in Berlin wurde Verlegerin Karin Schmidt-Friderichs (Verlag Hermann Schmidt) mit 500 von 943 abgegebenen Stimmen zur künftigen Vorsteherin des Branchenverbands gewählt. Sie setzte sich gegen den Zwischenbuchhändler Stefan Könemann (Barsortiment Könemann) durch. Im Vorfeld der Wahlen war es zu einem polarisierenden Wahlkampf (PLUS-Beitrag) gekommen.

Schmidt-Friderichs löst im Herbst nach Abschluss der Frankfurter Buchmesse den Buchhändler Heinrich Riethmüller ab, der dem Buchbranchen-Verband in den vergangenen 6 Jahren vorstand.

Youtube erwägt nach Kritik bessere Kinderschutzmaßnahmen

Die Unternehmensführung diskutiere darüber, alle Videos für Kinder in eine separate App auszulagern und so von möglicherweise anstößigen Inhalten zu trennen. Zudem drängten manche Mitarbeiter darauf, dass bei Kinderunterhaltung nicht mehr automatisch immer neue Videos nacheinander abgespielt werden.

Das Unternehmen äußerte sich nicht klar zu den angeblichen Plänen. „Wir ziehen eine Menge Ideen in Betracht, um Youtube zu verbessern, einige bleiben jedoch lediglich Ideen“, ließ sich eine Sprecherin zitieren. Youtube steht wegen seines Umgangs mit Inhalten für Kinder schon länger in der Kritik.

So zählt Kinderunterhaltung zu den beliebtesten Programmen auf der Plattform und erlöst dementsprechend hohe Werbeeinnahmen. Googles Mutter Alphabet macht zum Geschäft von Youtube bislang kaum Angaben.

Forscher entwickeln neue Speichertechnologie

Die neuen Träger würden zudem deutlich weniger Energie verbrauchen als herkömmliche Technologien. Der Stromverbrauch bei Höchstleistung in einem Rechenzentrum könne durch die neuen Speicher um ein Fünftel reduziert werden.

Gebräuchliche Speichertechnologien wie DRAM und die zum Beispiel in USB-Sticks verwendeten Flash-Speicher könnten von der neuen Entwicklung abgelöst werden, weil die Erfindung die Stärken aus beiden kombiniere, zitiert die Zeitschrift einen beteiligten Wissenschaftler der Lancaster University in Großbritannien. Die Entwicklung sei bereits patentiert.

Mit der neuen Technologie versehene Computer müssten etwa nicht mehr hochfahren und könnten unbemerkt in den Ruhemodus schalten, um Energie zu sparen. Zudem werde den Geräten eine Speicherzeit vorausgesagt, die das Alter des Universums überschreite, sagte der Forscher.

„3“ startet erstes 5G-Netz in Linz

Der Mobilfunker „3“ hat in Linz den Start seines 5G-Netzes bekanntgegeben. Zu Beginn ist die Innenstadt abgedeckt. Pilotkunden können das Netz bereits verwenden. Bis Jahresende will man in Linz eine Vollversorgung mit der nächsten Mobilfunkgeneration erreichen und auch mit kommerziellen Tarifen starten.

Zunächst wurden in der oberösterreichischen Landeshauptstadt 20 Sendestationen mit 5G ausgerüstet. Einer der ersten Kunden, die das Netz mit speziellen SIM-Karten und 5G-Routern nutzen können, ist das Ars Electronica Center. Dort fängt man nun damit an, erste 5G-Anwendungen für die Besucher zu installieren. Aktuell wurde die Infrastruktur mit ZTE aufgebaut, der Partner für den flächendeckenden Ausbau wird noch per Ausschreibung gesucht. Das könnte auch Huawei sein, wie CEO Jan Trionow betonte, das aufgrund eines Banns in den USA unter Druck geraten ist.

Weitere Regionen sollen nach Bedarf erschlossen werden. „3“ ruft daher Unternehmen, Institutionen und Gemeinden auf, Projektideen einzureichen. Zum Startschuss am Donnerstag holte man auch Vertreter aus der Politik. Der oberösterreichische Landeshauptmann Thomas Stelzer begrüßte den Start in Linz als Standort zahlreicher Industriebetriebe. Bürgermeister Klaus Luger betonte, dass man Digitalisierung nicht als Bedrohung für den Arbeitsmarkt sehen dürfe und 5G den Status von Linz als Industriehauptstadt Österreichs sichern werde.

Zum Start hat „3“ auch einige Anwendungen demonstriert, die zeigen sollen, was mit 5G in Zukunft möglich sein wird. Dazu hat man etwa eine Kooperation mit dem spanischen Unternehmen Play Giga geschlossen. Über eine Cloud-Plattform können Games via 5G auf Fernseher, Smartphone oder Virtual-Reality-Geräte gestreamt werden. Wenn das 5G-Netz von „3“ kommerziell verfügbar ist, wird man das Produkt auch Kunden anbieten. 2019 dürfte das aber noch nicht der Fall sein.

Delivery Hero macht Aktionären Hoffnung auf mehr Umsatz

Der Essenslieferant Delivery Hero macht seinen Aktionären Hoffnung auf mehr Erlöse. 1,3 bis 1,4 Milliarden Euro wolle der MDax-Konzern 2019 einspielen, teilten die Berliner mit. Das wären 200 Millionen Euro mehr als bislang erwartet. Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen habe in den ersten fünf Monaten dagegen nicht die Prognose übertroffen, teilte das Unternehmen mit.

Das Problem der Publisher mit Alexas “Flash Briefings”

Amazon hat mit der Einführung von Alexa vor rund vier Jahren ein neue Branche begründet: Voice. Etliche Publisher versuchen sich seit geraumer Zeit an den sogenannten „Flash Briefings“. Allerdings regt sich nun Kritik.

Egal ob Facebook, Instagram, Newsletter oder Webseite: Wo auch immer Publisher ihren Content verbreiten, wird die Performance auch analysiert. Eine Devise lautet: Kenne Deine Zielgruppe!

So beklagen sich aber Publisher angesichts von Alexas Flashbriefings über die spärlichen Daten, die Amazon ihnen zur Verfügung stellt. Alles, was sich abrufen lässt, sind die Installationen eines Flash Briefings sowie die Information, wie oft ein solches Briefing abgerufen wurde.

Wer da eigentlich zuhört, wie häufig und über welches Endgerät, dazu schweigt sich der Konzern trotz angeblich häufiger Anfragen seitens der Publisher aus. “Es ist sehr schwer zu verstehen, wen man erreicht”, sagte Bret Kinsella, Herausgeber von Voicebot. “Wir müssen als Unternehmen in der Lage sein, das Nutzungsverhalten zu verstehen. Wir brauchen auch Alter und Geschlecht unserer Nutzer.” Allerdings: “Es scheint keine Bewegung in der Sache zu geben, uns das auch zu ermöglichen.”

Dabei hat Amazon erst vor Kurzem angekündigt, seinen “Briefing”-Service weiter auszubauen: Ein neues Feature lässt Nutzer längere Nachrichten und Berichte anhören. “Long-form news” heißt die Funktion, die zum Start in den USA von Bloomberg, CNBC, CNN, Fox News, Newsy und NPR angeboten wird.

Zumindest laut einer Adobe-Studie soll die bisherige News-Funktion “Flash-Briefings” bei 46 Prozent der Befragten besonders beliebt sein. Für Alexa gibt es aktuell mehr als 5.000 sogenannte Skills aus dem Nachrichtensektor. Allerdings scheint den Nutzern die kurze Präsentation der Nachrichten nicht immer zu genügen. Ob dem so ist bzw. was Nutzern nun an dezidierten Skills bzw. “Flash Briefings” missfällt, weiß wohl nur Amazon.

Richtig rund scheint auch der neue Dienst nicht zu laufen: Fragen Nutzer Alexa zum ersten Mal nach Nachrichten, werden diese zunächst nach ihren bevorzugten Anbietern gefragt. Es gibt jedoch noch Konfigurationsprobleme, wie zwischen den Bereichen “Flash-Briefings” und “Long-form news” unterschieden werden kann. Wenn ein “Flash Briefing”-Nutzer nach den Nachrichten fragt, spielt Alexa die bereits gespeicherten Angebote ab. Sollen allerdings die ausgiebigen Berichte abgespielt werden, muss das Kommando spezifisch ausgerufen werden, also beispielsweise “Alexa, play the news from CNN”.

Das US-Unternehmen ist sich dieser Ungereimtheiten bewusst und möchte weiter an der Verbesserung des Angebots arbeiten. Dafür warte man allerdings das Kundenfeedback ab. Allerdings scheint Amazon dieses Feedback derweil nicht an die Developer der Skills bzw. die Publisher weiterzugeben. Es mangelt an Austausch, den ein so stetig wachsendes Ökosystem wie das von Alexa dringend bräuchte.

Einige Publisher gehen nach dem Trial-and-Error-Prinzip vor: Dadurch, dass sie täglich “Flash Briefings” produzieren, können sie besser verstehen, wann Nutzer auf den Service am liebsten zugreifen. Ein solches Vorgehen kann dabei helfen, den eigenen Service näher am Kunden auszurichten. Allerdings haben etliche Publisher auch ein Interesse daran, die neue Reichweite entsprechend zu vermarkten. Hierzu braucht es verlässliche, umfangreiche Daten, die Amazon bislang schuldig bleibt.

Mini-Pakete aus China überschwemmen den deutschen Markt

Im Ranking der Bestellungen, die sich die Deutschen nach Hause schicken lassen, verdrängt erstmals Elektronik Mode von Platz eins. Viele der Sendungen sind Kleinstpakete aus China, die fast kein Porto kosten. Für die DHL und Co. ist das ein Problem

Der Wert der Waren in den kleinen Paketen macht oftmals nur einige wenige Euro aus. Der Inhalt ist zudem nicht ungefährlich, denn das aufgedruckte „CE“-Prüfsiegel auf den Kabeln oder Kleingeräten ist nicht selten nachgemacht. Elektronik aus China überschwemmt den europäischen Markt, online bestellt und für ein Porto von wenigen Euro-Cent verschickt.

Zubehör wie Anschlusskabel, Ladegeräte oder auch Fitnessarmbänder sind aktuell die Renner darunter. Die Briefboten der Deutschen Post können ein Lied davon singen: Wegen der Kleinteiligkeit der Sendungen werden diese Bestellungen immer öfter von Briefträgern und nicht mehr extra von Paketfahrern an die Haushalte zugestellt. Entsprechend prall gefüllt sind dann die Fahrradtaschen der Postboten an ihren Rädern.

Erstmals hat nun im Onlinehandel eben diese Warengruppe Elektronik und Kommunikation, wie sie in der Statistik zusammengefasst wird, den lange Jahre dominierenden Bereich Bekleidung überholt. Im vergangenen Jahr haben in Deutschland private Paketempfänger rund 330 Millionen Sendungen mit Elektronikartikeln bestellt, das war ein Plus von 20 Prozent.

Dagegen stiegen die Bestellungen von Textilien nur um acht Prozent auf 320 Millionen Pakete. Mit weitem Abstand folgen Möbel und Lampen bei 117 Millionen sowie Haushaltswaren bei 116 Millionen Paketsendungen auf den Plätzen. Diesen Vergleich hat die Hamburger Logistikberatung MRU errechnet. Die Daten der Online-Hitliste liegen WELT vor.

Bei der Erarbeitung hat MRU mit dem Bundesverband E-Commerce und Versandhandel zusammengearbeitet. Im Unterschied zu anderen Erhebungen des Onlinehandels wird in diesem Fall die Zahl der Sendungen ausgewertet und nicht der Wert sowie Umsatz mit einzelnen Warengruppen. Für die Auswirkungen auf die Paketdienste, den Straßenverkehr und die Umwelt hat diese Statistik eine große Relevanz.

China gilt in dem Regelwerk des Weltpostvereins noch als Entwicklungsland mit besonders niedrigen Portosätzen. Auch aufgrund der rasant steigenden Sendungszahlen von asiatischen Onlinehändlern handeln die 192 Mitgliedstaaten der Organisation gerade eine neue Gebührenordnung aus.

Zudem ist das Thema der Umsatzsteuer auf diese Einkäufe noch nicht abschließend geklärt. Nach Expertenschätzungen entgehen den Ländern Europas dadurch jährlich Milliarden Euro an Steuereinnahmen. Allein für den kleinen Markt der Schweiz werden diese Einnahmeausfälle auf 50 Millionen Franken (45 Millionen Euro) im Jahr geschätzt.

Allein die fünf großen Paketdienste Deutsche Post/DHL, Hermes, DPD, UPS und GLS haben im vergangenen Jahr rund drei Milliarden Pakete an deutsche Adressen abgeliefert. Das entspricht einem Wachstum um acht Prozent. Davon gingen rund 1,8 Milliarden Sendungen an Privathaushalte. „Diese Zahlen belegen deutlich die Bedeutung des Geschäftes mit Privatkunden für den Paketmarkt“, sagt MRU-Chef Horst Manner-Romberg.

Wikipedia reißt Hierarchien nieder

Wikipedia erfüllt einen Traum: Wissen für alle. Kostenlos, mit einem Handstreich. Während Universitäten ihre Studierenden vor diesem ungehüteten Wissen warnen, bündelt Wikipedia seit nunmehr 18 Jahren uralte Menschheitsutopien, moderne Sehnsüchte und Zivilisierungsvisionen, vom Nürnberger Trichter bis zum schreibenden Bergbaukumpel. Das Wichtigste an diesem Wissenswunderwerk ist womöglich der Egalitätsfuror, mit dem es Hierarchien niederreißt.

Für die wenigsten Menschen war zuvor ein Lexikon in steter Reichweite. Nun aber haben alle die größte Enzyklopädie der Welt im Smartphone – in der Tasche. Da Wikipedia zu den am meisten genutzten Websites gehört, steht es nicht nur zur Verfügung, sondern verleitet ganz offensichtlich so viele Menschen wie noch nie zum Lesen eines Nachschlagewerks. Alles prüfe der Mensch. Wikipedia führt meistens weiter und manchmal sogar zurück an die Wurzeln: Wer sich etwa über die aufklärerische „Encyclopédie“ informieren will, findet auf Wikipedia gleich den Link zur sorgsam aufbereiteten Online-Ausgabe des Werks.

Wikipedia egalisiert aber auch die Produktion von Wissen. Wissen ist Macht – das wussten die privilegierten weißen Männer von Francis Bacon über Friedrich Nietzsche bis Michel Foucault. Wissen reglementiert das Handeln, Denken und Fühlen. Wer darüber bestimmt, welches Wissen geschöpft wird, wer Wissen selbst erzeugt und wer dirigiert, was als wissenswert gilt, der gehört zu den Mächtigen dieser Welt. Wikipedia unterhöhlt diese Herrschaftsbastionen.

Subversive Kraft
Die Volkswagen AG muss ertragen, dass ihre Betrügereien für alle nachlesbar sind, die Odenwaldschule wird ihre Missbrauchsfälle nie vergessen machen können. Hans Globke, Chef des Bundeskanzleramtes unter Adenauer, bleibt der Nachwelt als Antisemit und verbrecherischer Verwaltungsjurist der Nazis in Erinnerung – weil kein schöngefärbtes Parteienlexikon das öffentliche Gedächtnis prägt, sondern Wikipedia.

Überall wirkt die subversive Kraft von Wikipedia gegen alte Wissenshierarchien. Herkömmliche Enzyklopädien hatten natürlicherweise eine beschränkte Anzahl an Lemmata, die in aller Regel von einigen wenigen ausersehen wurden. Nun aber legt ein Handwerker einen Artikel über sein Fachwissen an, eine Doktorandin erklärt die Welt, und Nerds bringen ihre Spezialkenntnisse unter die Menschheit. Frauengeschichte muss kein Nischenthema bleiben, immer mehr Lebensläufe von People of Color sind zugänglich. Die Schlagworte auf Wikipedia wachsen täglich an, mittlerweile gibt es in deutscher Sprache über zwei Millionen Artikel, weltweit sind es fünfzig Millionen in 300 Sprachen.

Damit schwankt die selbstverständliche Souveränität von bildungsbürgerlichem Wissen. Als ein Eintrag zu Kate Middletons Brautkleid umgehend gelöscht werden sollte, erhob sich Protest. Warum sollte, was offensichtlich viele Menschen interessiert, nicht von Relevanz sein? Seither lässt sich in neun Sprachen nachlesen, dass im Mieder der von Sarah Burton entworfenen Robe die Nationen des Vereinigten Königreichs dargestellt sind; und zwar mit einer irischen Klöppeltechnik der 1820er-Jahre.

Das Verhältnis von Wikipedia zur Wissenschaft ist freilich ein spezielles. Früher gehörte zur arkanen Fachgelehrsamkeit ganz wesentlich ein feines Netz des Wissens darüber, wie Kenntnisse zu erwerben seien: In welchem Lexikon findet sich was, in welchem Institut steht dieses Lexikon, welche Abkürzungen kennzeichnen welches Nachschlagwerk? Allein diese doch rein technische Wissensaneignungskompetenz diente als unerbittliches Exklusionsinstrument. Mittlerweile steht Wissen nicht nur Hinz und Kunz und Krethi und Plethi in aller Fülle zur Verfügung, sondern es wird kaum noch eine Wissenschaftlerin geben, die nicht rasch für Jahreszahlen Wikipedia aufruft.

Doch Wikipedia ersetzt selbstverständlich keine Wissenschaft, denn die folgt einem anderen Code. Wikipedia kann kein akademisches Werk aufwiegen, es erinnert allenfalls daran, wie unklug es wäre, aus Arroganz das Internet zu meiden und Terrain im Wissensfeld zu verspielen. Die Online-Nachschlagewerke „Docupedia-Zeitgeschichte“ zum Beispiel oder das Deutsche Digitale Frauenarchiv bieten in ihrem beschränkten Feld ein problemorientiertes, strukturiertes Wissen, mit dem Wikipedia nicht konkurrieren kann. Ihre Wirkung erzielen sie aber nicht zuletzt dadurch, dass sie online und frei zugänglich sind. Klugerweise verlinken sie sich auf Wikipedia.

Gravierende Probleme
Richtig ist allerdings auch: Wikipedia hat mit gravierenden Problemen zu kämpfen. Manche Artikel sind veraltet (wenn auch nicht im Ausmaß wie die Einträge im Brockhaus mit Goldschnitt). Noch häufiger als in analogen Nachschlagwerken finden sich auf Wikipedia Fehler, denn die alten Gatekeeper des Wissens hatten ja einen durchaus purifizierenden Effekt; immerhin werden die Fehler online schneller getilgt. Besonders problematisch ist die Autorenschaft bei Wikipedia. Sie ist überwiegend männlich, oft von Welterklärungswillen beseelt, manche Autoren sind ermächtigt, Neueinträge zu löschen, und sie sorgen immer wieder einmal dafür, andere Stimmen doch nicht zu Wort kommen zu lassen. Und so mancher kühlt seinen Zorn und stillt seinen Neid, indem er Prominente oder Kollegen auf Wikipedia denunziert. Es fehlt an neuen Autorinnen.

Doch Wikipedia entwickelt sich weiter und schafft Regeln. Eine Löschung muss nun ausführlich diskutiert werden. Und von den Sünden anderer Plattformen wie Facebook oder Youtube ist Wikipedia nicht besessen: Es bietet keine Nazipropaganda im großen Stil und ist weitgehend frei von Verschwörungstheorien.

Alles in allem bleibt die Onlineenzyklopädie ein Mysterium: von einem Kollektiv für alle geschaffen, gratis, omnipräsent. Mit Wikipedia explodiert das Wissen. Die Allerweltsenzyklopädie bringt in Erinnerung, wie radikal Demokratie in ihrer Gleichheitsforderung ist. Und sie zeigt, wie wenig sich Gleichheit gerade in Wohlstandsgesellschaften auf Ökonomie reduzieren lässt – wenn Reichtümer wie Wissen einfach da sind wie die Luft zum Atmen.

Google zieht sich aus Tablet-Geschäft zurück

Google zieht einen Schlussstrich: Die letzten Tablet-Neuentwicklungen werden eingestampft. Tablets galten lange als Missing Link zwischen Smartphones und Laptops. Doch dann wurden die Handys größer und die Notebooks leichter und flexibler und dann gingen den Flachbildschirm-Rechnern langsam aber sicher die Argumente aus.

Das sieht wohl auch Google so. Vorerst hat man beim Tech-Giganten alle Tablet-Entwicklungen gestoppt. Nach eigenen Angaben wolle man sich in Zukunft auf Laptops konzentrieren, was die Computer-Hardware betrifft.

So waren zwei Tablet-Modelle bereits sehr weit in der Entwicklung. Diese sollten eigentlich ein bisschen kleiner als bisher werden, kommen nun aber gar nicht mehr heraus.

Apple bekämpft Nepp mit Apps

Weil Software heutzutage nichts kosten darf, sehen sich manche Software-Entwickler gezwungen, beim Geldverdienen neue Wege zu gehen. Manchmal geraten sie dabei auf Abwege.

Apps für Android-Smartphones werden im Internet hauptsächlich über den Google-Play-Store vertrieben, für iOS-Anwendungen ist seit 2008 der App Store von Apple die erste Anlaufstelle. Apple publiziert keine Zahlen über die Umsätze des App Store, Branchenkenner vermuten aber, dass die kalifornische Firma im vergangenen Geschäftsjahr mit dem Online-Vertrieb von Software rund zwölf Milliarden Dollar umgesetzt hat. Die wichtigste Einnahmequelle für Apple ist der Verkauf von iOS-Hardware, von iPhones und iPads. Nicht zuletzt auch deshalb kann die Firma an der „Appzocke“ kein Interesse haben.

Das böse Wort von der „Appzocke“ verweist auf die Schattenseiten der neuen App-Ökonomie. Noch in den späten 1990er Jahren kostete Standard-Software für Textverarbeitung oder Tabellenkalkulation knapp Tausend Euro Heute sind viele Anwender nicht mehr bereit für Software überhaupt etwas zu bezahlen. Doch so etwas wie Gratis-Software gibt es nicht. Wenn die Anwender nicht bezahlen wollen, dann muss halt ein Webetreibender einspringen. Oder der Anwender bezahlt mit persönlichen Daten. Manchmal bezahlt er auch mit seiner Kreditkarte, ohne es zu wissen, und gibt Geld aus für eine Software, die er gar nicht benutzt.

Dass krumme Geschäfte mit iOS-Apps oft vorkommen und ein grundlegendes Problem darstellen, bestätigt Apple mit der Ankündigung, dass die nächste Version des iPhone- und iPad-Betriebssystems Funktionen bieten wird, um sich gegen die „Appzocke“ zu wehren. Eine weitverbreitete unseriöse Verkaufsstrategie ist die „Abofalle“: Dem Anwender wird eine kostenlose Demo-Software angeboten, für die dann aber bezahlen muss, wer im Kleingedruckten den Hinweis übersehen hat, dass mit der Installation der Software ein Abonnement abgeschlossen wurde. Dieses Abo verlängert sich unter Umständen automatisch Jahr für Jahr, und für die Benutzung der Software werden Beträge von der Kreditkarte abgebucht auch dann, wenn die App gelöscht worden ist. Es gibt Berichte von Anwendern, die auf diese Weise im App Store vierstellige Beträge ausgeben haben. Beispielsweise kostete eine einst populäre iPhone-App namens „Crazy Ringtones“ 2600$ pro Jahr.

Die nächste Version 13 der iOS-Basissoftware bringt einen „Dark Mode“ und mehr Licht in die Randbereiche des App Store. „Dark Mode“ heißt eine Neuerung von iOS 13, auf die Apple besonders stolz zu sein scheint: Hier zeigt sich die Benutzeroberfläche größtenteils in dunklen Farben. Das soll abends die Augen schonen.

Viel wichtiger aber dürften die Veränderungen sein, die das Einkaufen im App Store betreffen: Es soll nicht mehr möglich sein, versehentlich eine App herunterzuladen, die dann Kosten verursacht. Insbesondere wird iOS 13 die Anwender warnen, wenn sie eine App löschen, die mit einem Abonnement verknüpft wird. Sie werden aufgefordert, auch das Abo zu kündigen.

ÖVP fordert Unterstützer auf, der Partei „Verdächtiges im Internet“ zu melden

Die türkise Aufregung war groß, als die ÖVP am vergangenen 17.06. zu einer spontanen Pressekonferenz einberief. Ein Fälschungsskandal sollte vorweg aufgedeckt werden. Beklagt wurden Fake-Mails, die belegen sollten, dass Altkanzler Kurz und Ex-Kanzleramtsminister Gernot Blümel in die Ibiza-Affäre rund um den früheren FPÖ-Chef und Vizekanzler HC Strache verwickelt seien. Zuvor hatte der umstrittene Blog „EU-Infothek“ eine dementsprechende Anfrage gestellt.

BBC: Von allen Seiten gebeutelt

Im Drama um den EU-Austritt bleibt so manche Gewohnheit und so manche Institution, mit denen die Briten ihre Angelegenheiten regeln, auf der Strecke. Die traditionell gemäßigte Streitkultur ist durch hässliche Tiraden abgelöst worden, vor allem in den Netzwerken des Internets. Der Brexit reisst Gräben auf: zwischen Jung und Alt, urbanen Metropolen und der Provinz, weißen Briten und ethnischen Minderheiten und zwischen verschiedenen Bildungsschichten. Die britische Politik, lange gelobt für ihre pragmatische Lösungssuche, erscheint gleichzeitig chaotisch und regungslos. Den Volksparteien laufen die Wähler davon. Neue Parteien drängen in den Vordergrund: Die Rechtspopulisten von Nigel Farage wollen einen kompromisslosen Brexit erzwingen, die Liberaldemokraten den EU-Austritt abblasen. Die Positionen sind unvereinbar, aber beide Parteien kommen zu dem Schluss, dass das „System zerbrochen“ sei.

Die Kritik wird unberechenbar
Kein Wunder, gerät in dem Brexit-Sturm auch die British Broadcasting Corporation (BBC) ins Hintertreffen. Die vor 97 Jahren gegründete öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt gilt als Vorbild und Gradmesser für fairen Journalismus. Programmmacher sind gehalten, ausgewogen zu berichten und die Fakten nach bestem Wissen und Gewissen abzuwägen.

Kritik habe es immer gegeben, sagt ein erfahrener Präsentator der Sendeanstalt, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will. Aber früher sei klar gewesen, woher die Beanstandungen gekommen seien, sagt er im Gespräch. Rechte Kreise hätten reklamiert, wenn die BBC kritisch über den Falklandkrieg oder den Nordirlandkonflikt berichtet habe, Linken seien Sendungen über die Friedensbewegung oder die Wahlplattform der Labour-Partei aufgestoßen. „Neu beim Brexit ist, dass wir gleichermaßen von beiden Seiten angegriffen werden“, sagt der Journalist, „und, dass die Vorwürfe auch vom politischen Zentrum her auf uns einprasseln.“

Ein solcher Kritiker ist Andrew Adonis. Der ehemalige Minister unter Tony Blair, der als Lord Adonis im Oberhaus sitzt, ist ein gemäßigter Labour-Politiker und Anhänger der britischen EU-Mitgliedschaft. Der 56-Jährige bezeichnet sich selber als Mainstream-Politiker. Aber wenn es um die BBC geht, wird er rabiat. Der Sender verletze die Neutralitätspflicht, räume Farage zu viel Sendezeit ein und habe wenig unternommen, um in der Brexit-Debatte auf den Unterschied zwischen Fakten und Lügen hinzuweisen.

Verschwörungstheorie eines Gemäßigten
Ginge es nach Adonis, müssten Moderatoren ihre Interviewpartner konsequent unterbrechen, wenn diese, wie vor drei Jahren Boris Johnson im Brexit-Abstimmungskampf, von wöchentlich 350 Millionen Pfund gefaselt hätten, die für den Nationalen Gesundheitsdienst ausgegeben werden könnten, statt nach Brüssel abzufließen. Auch die Behauptung, bald würden sieben Millionen Türken in den Genuss der Personenfreizügigkeit kommen, sei eine glatte Lüge gewesen.“Es wäre Aufgabe der BBC gewesen, die Behauptung jedes Mal zu widerlegen“, sagt Adonis. Tatsächlich taten BBC-Journalisten dies häufig, wenn auch nicht immer. Der Brexit-Propaganda wurde in BBC-Programmen und in der Öffentlichkeit widersprochen, niemand wurde unschuldig ihr Opfer.

Adonis geht so weit, der BBC die Schuld für den Brexit-Sieg im Referendum von 2016 zu geben. Unter dem Hashtag #BrexitBroadcastingCorporation führt er eine Kampagne gegen den Sender. Im letzten Jahrzehnt seien Euroskeptiker wie Robbie Gibb in die BBC „eingeschleust“ worden, sagt er. Gibb war Leiter der Parlamentsberichterstattung der BBC, bevor er 2017 als Theresa Mays Kommunikationschef ins Premierministeramt wechselte.

Laut Adonis gibt es zwischen Brexit-Hardlinern und der BBC einen „direkten Draht“. Als Beweis führt er an, dass der Rechtspopulist Farage schon 33 Mal in „Question Time“ aufgetreten sei, einer wöchentlichen Politiksendung am BBC-Fernsehen. Der Sender mache sich nicht nur einer euroskeptischen Tendenz schuldig; Farage werde auch so häufig eingeladen, weil er polarisiere und die Einschaltquoten hochtreibe. Das sei nicht Aufgabe der BBC.

Adonis fordert nichts Geringeres, als die BBC abzuschaffen und durch eine andere öffentlichrechtliche Anstalt zu ersetzen. „Wenn es zum Brexit kommt und dies auf die BBC zurückzuführen ist, sollten wir dem Unglück einen Riegel schieben“, sagt er. Er habe wegen seiner Haltung viele Freunde verloren. „Sie vertreten die Ansicht, die BBC sei besser als die Alternative, ein weiterer kommerzieller Sender. Aber wir haben die Alternative schon, sie besteht darin, dass die BBC von Brexit-Anhängern unterwandert wird.“ Die BBC weist die Vorwürfe zurück; über Brexit-Themen werde unparteiisch diskutiert, es werde ein Spektrum an Meinungen berücksichtigt, sagt ein Sprecher.

Programmmacher im Kreuzfeuer
Rechtskonservative Kreise stoßen ins gleiche Horn wie Adonis, aber andersherum. In einem letztes Jahr veröffentlichten Bericht nimmt der rechtsliberale Think-Tank Civitas die Berichterstattung über die EU und die Brexit-Debatte unter die Lupe. Danach äußerten sich in der morgendlichen News- und Hintergrundsendung „Today“ des BBC-Radios lediglich knapp über 3 Prozent der Interviewpartner zugunsten eines EU-Austritts des Landes. Die Analyse ist wenig aussagekräftig, da nicht jeder Beitrag über die EU die britische Mitgliedschaft in dem Bündnis behandelt. Außerdem untersuchen die Autoren das Programm von 2005 an, also bevor die Debatte über den EU-Austritt ernsthaft begann.

Auf festerem Grund stehen die Autoren bei der Analyse einer anderen Newssendung in den Monaten unmittelbar vor dem Brexit-Entscheid von 2016. Danach wurden BBC-Radiohörer häufiger den Meinungen von Gegnern des Brexits ausgesetzt (45 Prozent) als jenen von Befürwortern (30 Prozent; der Rest wurde als neutral eingeschätzt). Die Autoren untersuchten außerdem die Gewichtung von Interviewpartnern, die gegen die Mehrheitsmeinung in ihrer Partei argumentierten. Demnach kamen konservative Proeuropäer doppelt so oft zum Zug als linke Euroskeptiker. Der Befund überrascht niemanden: Es gibt – besser: gab vor drei Jahren – nun einmal mehr wirtschaftsfreundliche, proeuropäische Tory-Wähler als Altlinke, die die EU als Kapitalistenklub abtun bzw. abtaten.

Die Zukunft der Objektivität
Bei Veranstaltungen von Farages Brexit-Partei buht das Publikum aus voller Kehle, wenn Vertreter auf dem Podium höhnisch die Journalisten der BBC begrüßen. „Wenn in der BBC-Tagesschau vom Brexit die Rede ist, höre ich einfach weg“, meinte Anfang Mai die Teilnehmerin einer Kundgebung der Farage-Partei in Peterborough. Beim Bashing durch Brexit-Hardliner werden BBC-Journalisten nicht nur wegen ihrer Meinung angegriffen, sondern auch wegen ihrer sozialen Herkunft. Laut Rod Liddle, einem ehemaligen BBC-Mitarbeiter, der heute Kolumnen für das konservative Wochenmagazin „Spectator“ schreibt, stammen zu viele BBC-Journalisten aus dem Mittelstand und den wohlhabenden Metropolen. Als Folge werde die Anstalt durch den linksliberalen Mainstream unterwandert.

Von allen Seiten angeschossen – ist das nicht der Beweis, dass die BBC etwas richtig macht? Der eingangs zitierte Präsentator hält nichts von der Selbstgefälligkeit; sie verkenne, dass die Kritik aus unerwarteten Richtungen komme. Bei der täglichen Arbeit fühlten sich er und seine Kollegen und Kolleginnen nicht beeinträchtigt. Aber er befürchtet, die BBC werde beschädigt aus der Kontroverse hervorgehen, wenn sich denn einmal der Staub über den Brexit gelegt hat. Laut dem Journalisten ist das Brexit-Dilemma im Mitarbeiterkreis ein Thema, man diskutiere etwa darüber, ob man einem Brexit-Anhänger jedes Mal ins Wort fallen müsse, wenn er oder sie von staatlicher Souveränität spreche, als gäbe es diese in ungeteilter Form. „Man kann es nicht tun, die Interviews würden nirgendwohin führen.“

Auch auf Management-Ebene arbeitet die BBC an neuen Empfehlungen über Sinn und Grenzen der Unparteilichkeit. Bei welchen Themen und wie ist der Grundsatz anzuwenden? Bei der Transsexualität, dem Klimawandel, dem Brexit? Wie steht es bei der Nutzung von digitalen Netzwerken durch die Mitarbeiter? Die Debatte ist in vollem Gang.

DAB+ immer beliebter – DAB+ im ersten Halbjahr 2019

Digitales Radio DAB+ ist so beliebt wie nie: Mit 75 Mio. weltweit verkauften DAB+ Empfängern (WorldDAB) und mehr als 1,4 Mio. verkauften DAB+ fähigen Endgeräten 2018 in Deutschland (HEMIX) setzt der digitale Radiostandard von heute neue Bestmarken. Das Digitalradio Büro Deutschland hat den Stand der Dinge für das erste Halbjahr 2019 wie folgt einmal für Sie zusammengefasst.

Immer mehr Privatsender machen ihre Radiomarke mit DAB+ zukunftsfest. Der Markenaufbau im Digitalen ist nicht mehr Option, sondern wird als strategisch sinnvoll gesehen, wie auch die große Resonanz auf den letztjährigen Call for Interest der Landesanstalt für Medien NRW zeigt.

Mehr Bewerber als zu vergebenden Plätze erwartet man auch in Schleswig-Holstein, Hamburg und dem Saarland. Die zuständigen Medienanstalten haben dort DAB+ Kapazitäten ausgeschrieben, die bei den Privatsendern mehrheitlich auf großes Interesse stoßen.

Die steigende Beliebtheit von DAB+ geht mit einer stetig steigenden Vielfalt einher: Es gibt bereits rund 250 regional unterschiedlich empfangbare DAB+ Programme.

In Bundesländern, in denen Privatsender, öffentlich-rechtliche Anbieter sowie Politik und Wirtschaft DAB+ gemeinsam und aktiv fördern, wächst die Programmauswahl. Private Anbieter erhöhen mit DAB+ ihre Reichweiten, verbessern den Empfang ihrer Programme und sorgen mit DAB+ dafür, dass z.B. Pendlerinnen und Pendler ihre Lieblingssender auf dem Weg zur Arbeit rausch- und unterbrechungsfrei genießen. Das Ergebnis: Immer mehr Hörerinnen und Hörer profitieren von mehr Radio.

Lokal, regional, national – die Vielfalt im Radio wächst
Die Medienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein (MA HSH) hat eine Ausschreibung von Übertragungskapazitäten für einen landesweiten Modellversuch zur Verbreitung privater landesweiter Hörfunkprogramme über die DAB+ Senderketten des Norddeutschen Rundfunks (NDR) veröffentlicht. In den Regionen Kiel, Lübeck und Sylt werden technische Möglichkeiten zur wirtschaftlich tragfähigen lokalen und regionalen Digitalradioversorgung erprobt. Bereits in Betrieb sind die neuen Sender in Garz und in Morsum. Sie versorgen die Rügen und Sylt mit den DAB+ Angeboten des NDR.

Im Saarland hat die Landesmedienanstalt vor wenigen Wochen die DAB+ Ausschreibung für private Programmanbieter veröffentlicht. Der landesweite Multiplex soll bis Ende 2019 zunächst im Großraum Saarbrücken, Teilen des historischen Saargaus und im Raum Mettlach starten. Darüber hinaus ist ein Testbetrieb für einen lokalen Small Scale-Mux in Planung.

In Nordrhein-Westfalen will die Landesanstalt für Medien NRW Kapazitäten für einen landesweiten und bis zu sechs regionale Multiplexe ausschreiben. Die neuen Programme sollen ab 2020 auf Sendung gehen. Dafür wird die DAB+ Versorgung in NRW sukzessive ausgebaut.

Ein großes DAB+ Angebot gibt es aktuell in Bayern. Pro Region sind drei oder vier Multiplexe zu hören. 2020 werden alle UKW-Lokalradios simulcast über DAB+ zu hören sein. In Erlangen gibt es darüber hinaus einen lokalen Multiplex des Fraunhofer-Instituts sowie in München Test-Multiplexe des Instituts für Rundfunktechnik (IRT).

Inbetriebnahme 13 weiterer Senderstandorte angekündigt
Für den verbesserten Empfang der 13 Programme im Bundesmux hat der Netzdienstleister Media Broadcast die Inbetriebnahme 13 weiterer Senderstandorte angekündigt. Künftig werden es damit 137. Die drei Deutschlandradio Programme Deutschlandfunk, Deutschlandfunk Kultur und Deutschlandfunk Nova sind künftig noch besser verfügbar. Die Gesamtabdeckung mit DAB+ Radioprorammen liegt inzwischen bei 98 Prozent der Fläche Deutschlands.

Verbreitung ausgebaut: RTL Crime ab sofort bei Prime Video Channels verfügbar

Die Pay-TV-Sender der Mediengruppe RTL Deutschland bauen ihre Verbreitung weiter aus. Seit 20. Juni 2019, ist nun auch der Kanal RTL Crime bei Amazon Prime Video Channels verfügbar.

Nach GEO Television und RTL Living ist RTL Crime damit bereits der dritte Pay-TV-Sender der Mediengruppe RTL Deutschland, den Prime-Mitglieder individuell und ohne Paketbindung für einen Beitrag von 3,99 Euro im Monat zur bestehenden Mitgliedschaft dazu buchen können. Prime-Mitglieder können dann sowohl das lineare Live-Programm von RTL Crime ansehen als auch exklusive On-Demand-Highlights abrufen. Das Angebot ist monatlich kündbar.

Google launcht Plattform für Kreativschaffende „Create with Google“

Google präsentierte am 19. Juni 2019 auf dem Cannes Lions International Festival of Creativity an der Côte d’Azur eine neue Plattform für die weltweite Kreativ-Community.

Die Plattform „Create with Google“ hat sich zum Ziel gesetzt Kreativschaffende zu inspirieren, informieren und unterstützen und gewährt Einblicke in innovative und fantasievolle Arbeiten aus dem Kreativbereich von Google. Zudem können die kreativen User ab sofort auf zwei neue Tools zugreifen: Nämlich Audience Connect und YouTube Mockup Tool.

Wie Google am Blog berichtet, dienen die neuen Tools dazu, um Arbeiten einfacher erstellen zu können: Und zwar vom Pitch bis zum fertigen Produkt. Das neue Tool Audience Connect bietet im Zuge von Präsentationen die Möglichkeit, dass sich das Publikum mit den Google Slides verbindet und sich mit den Inhalten der Präsentationen auseinandersetzt. So liefert das Tool beispielsweise bei der Erstellung eines True-View-Konzepts in Echtzeit Feedback dazu, ob das Publikum das Video ansehen oder überspringen würde. Das neue YouTube Mockup-Tool sorgt dafür, dass Arbeiten in eine authentische YouTube-Umgebung hochgeladen werden. Im Anschluss können diese, Kunden und Kollegen auf Desktops, Tablets und Smartphones präsentiert werden.

YouTuber kauft US-Ort und nennt ihn „Gay Hell“

Der Ort Hell in Michigan hatte bereits bisher einige Bekanntheit. Gegen Bezahlung konnte sich jeder Besucher für einen Tag zum Bürgermeister machen. In der örtlichen Kapelle konnte man quasi in der „Hölle“ heiraten. Außerdem gab es einen Hell Saloon und eine Hell Hole Bar. Unter seinem neuen Besitzer soll die rund 100 Kilometer von Detroit entfernte Ortschaft noch mehr Bekanntheit erlangen. Der YouTuber Elijah Daniel hat ihn in Gay Hell umbenannt.

Auf die Idee gekommen sei Daniel durch die Weigerung der Trump-Regierung, Regenbogenflaggen anlässlich des Pride Month von öffentlichen Gebäuden wehen zu lassen. Die einzigen Flaggen, die in Gay Hell erlaubt seien, sind Regenbogenflaggen, teilte Daniel seinen ersten Entschluss als Bürgermeister mit. Der Preis, den er für den Ort bezahlte, liege um eine Million Dollar.

Mit Gay Hell, vormals Hell, hatte Daniel bereits vor rund einem Jahr Bekanntschaft gemacht. Damals wurde er für einen Tag Bürgermeister und verbot heterosexuellen Menschen spaßhalber den Aufenthalt. Auch die komplette Übernahme von Hell, in dessen Nähe Daniel aufgewachsen ist, sei „übertrieben und lustig“ gemeint, betont der YouTuber.

Seine Fans sind von dem Schritt begeistert. Klarerweise rief Gay Hell auch bereits einige Kritiker auf den Plan. Nachdem ein konservativer Radiomoderator Daniel vorgeworfen hatte, die amerikanische Flagge zu hassen, hagelte es Drohbotschaften. Diese seien für Daniel aber „nichts Außergewöhnliches“.

Niedersachsen will künftig auf 5G statt auf DAB+ setzen

Der niedersächsische Landtags hat einstimmig beschlossen, statt auf eine DAB-Plus-Verbreitung für das Radio zukünftig auf eine breitbandige Internetverbreitung, wie sie der neue 5G-Standard zukünftig bieten wird, zu setzten. Der Antrag hierzu war von der FDP-Landtagsfraktion eingebracht worden und war bereits vor der Abstimmung auf fraktionsübergreifende Zustimmung gestoßen. Der Verband Vaunet erfreut dies ausdrücklich.

Gerade die Investitionen, die die privaten Radioveranstalter für DAB Plus aufbringen müssen, seien laut Schunk enorm. Im Gegensatz zu den öffentlich-rechtlichen Radiostationen, die von 2017 bis 2025 über eine halbe Milliarde Euro aus dem Rundfunkbeitrag für den Umstieg zu DAB Plus erhalten, müssen die Privaten ihre Investitionen hier komplett aus ihren Werbeerlösen aus der UKW-Verbreitung finanzieren.

„Sollte die Politik weiter auf die falsche Karte setzen, würde sie die Zukunft des Hörfunks verspielen“

Schunk weiter: „Das ist de facto nicht zu stemmen. Zu den Anforderungen an ein digitales Radio gehört heutzutage die Möglichkeit der Individualisierbarkeit, der Adressierbarkeit, der unmittelbaren Interaktivität, das Einbinden von Videos und noch mehr. All das bietet DAB Plus schlicht und einfach nicht. Sollte die Politik hier weiter auf die falsche Karte setzen, würde sie die Zukunft des Hörfunks verspielen.

Insofern sei der Beschluss des niedersächsischen Landtags „klug, zukunftsweisend“ und er orientiert sich laut Schunk an der tatsächlichen Nutzung der Radiohörer und den Wünschen der privaten Medienunternehmen.

Enthüllung eines US-Magazins: Facebooks Moderatoren-Hölle in Florida

In Florida betreibt ein Facebook-Dienstleister ein Löschzentrum. Im Magazin „The Verge“ berichten Mitarbeiter, dass sie grauenhafte Videos überprüfen müssen und unzumutbaren Arbeitsbedingungen ausgesetzt sind. Es ist nicht der erste Fall.

Wer will schon sehen, wie schreienden Kindern (scheinbar) bei lebendigem Leib Organe entnommen werden? Oder wie Tiere gequält, verstümmelt und zu Tode geprügelt werden? Und doch gibt es offenbar Menschen, die entsprechende Videos bei Facebook hochladen.

Facebook hat rund 15.000 Moderatoren, die solche Videos prüfen – also anschauen – und gegebenenfalls entfernen müssen. Die meisten von ihnen sind bei externen Dienstleistern angestellt. Die Arbeitsbedingungen bei manchen dieser Firmen sind katastrophal. Einen besonders eklatanten Fall schildert der Journalist Casey Newton von „The Verge“.

Newton hatte bereits im Februar über den für Facebook tätigen US-Dienstleister Cognizant berichtet, genauer: über die Zustände bei Cognizant in Phoenix, Arizona. Dort herrschten, so schilderten es ihm Angestellte und ehemalige Mitarbeiter, Druck, Angst, Chaos, Drogenkonsum.

Kein Stück besser sieht es bei Cognizant in Tampa, Florida aus. Dieser Eindruck jedenfalls ergibt sich aus den Schilderungen von einem Dutzend aktueller und ehemaliger Moderatoren, die Newton in seinem neuen Artikel zusammengetragen hat. Drei von ihnen waren sogar bereit, ihre Verschwiegenheitsverpflichtung zu brechen und sich namentlich zitieren zu lassen.

Das Bild, das sich ergibt, ist verheerend: Das Büro und die Toiletten seien verdreckt, sexuelle Belästigung und Gewaltandrohungen würden vom Management abgetan oder ganz ignoriert, der Drogenkonsum zur Bewältigung der psychisch extrem belastenden Arbeit sei nicht zu übersehen. Die Mitarbeiter würden mit falschen Versprechen in den Job gelockt, und wer krank wird, müsse damit rechnen, ihn schnell wieder zu verlieren. Der Druck, bestimmte Vorgaben von Facebook erfüllen zu müssen, kommt zu den grauenerregenden Inhalten, die jeder Moderator zu überprüfen hat, noch hinzu.

Im März kollabierte ein 42-jähriger Cognizant-Mitarbeiter in Tampa an seinem Schreibtisch, er starb kurze Zeit später im Krankenhaus. Todesursache: Herzinfarkt. Einige Kollegen hatten Erste Hilfe geleistet, aber es gab im Büro keinen Defibrillator.

Als Newton das Büro besichtigen durfte, bekam er eine saubere Arbeitsumgebung zu sehen, es roch nach Reinigungsmittel. Manager plauderten mit den Moderatoren, es gab einen Yoga-Raum und einen Pausenraum mit einer kleinen Buddhafigur. „Das war alles Show“, versicherte ein Angestellter dem Reporter später, so wie es auch immer dann geschehe, wenn ein Facebook-Vertreter vorbeikäme.

Dass sich dennoch genug Menschen finden, die den Job machen wollen, liegt vermutlich an der Bezahlung: Moderatoren in Tampa verdienen mindestens 15 Dollar pro Stunde, der Mindestlohn in Florida beträgt nur 8,46 Dollar.

Cognizant ist nicht der einzige Facebook-Dienstleister, der für seinen Umgang mit den Angestellten in der Kritik steht. Ende 2016 veröffentlichte das „SZ-Magazin“ anonyme Berichte von Mitarbeitern der Bertelsmann-Tochter Arvato, dem deutschen Partner von Facebook, dessen Löschteam in Berlin arbeitet. Darin war von Zeitdruck, Überlastung, undurchsichtigen Vorschriften und fehlender psychologischer Betreuung die Rede.

Das Berliner Landesamt für Arbeitsschutz, Gesundheitsschutz und technische Sicherheit (LAGetSi) hat Arvato daraufhin dreimal überprüft. Die Firma habe „wegen der LAGetSi-Kontrollen Maßnahmen zur Minderung der psychischen Beanspruchung der Beschäftigten getroffen, zum Beispiel Beratungsangebote“, heißt es in einem Sitzungsprotokoll des Berliner Abgeordnetenhauses vom März 2017.

Der Dokumentarfilm „The Cleaners“ von 2018 zeigt ebenfalls schlecht bezahlte Moderatoren auf den Philippinen. Sie müssen in Acht- bis Zehnstundenschichten unter extremem Zeitdruck Tausende grauenvolle Facebook-Inhalte, wie Enthauptungsvideos und gefilmten Kindesmissbrauch, prüfen. Ein Mitarbeiter, der mehrfach erfolglos um Versetzung gebeten hatte, beging Suizid.

Die Berichte aus Phoenix und Tampa, Berlin und Manila betreffen nur einen Teil der Facebook-Moderatoren. Im März 2018 meldete Facebook, mittlerweile etwas mehr als 20 solche Standorte weltweit zu haben. Dass die Arbeitsbedingungen in vier davon kritikwürdig bis inakzeptabel sind oder waren, sagt nichts über die restlichen Standorte aus.

Dass Facebook erkannt hat, dass es sich stärker um die Löschteams kümmern muss, geht aber aus den Ankündigungen hervor, die Casey Newton in seinem Tampa-Artikel aufzählt: Auftragsarbeiter in den USA sollen ab Mitte 2020 mindestens drei Dollar mehr pro Stunde erhalten. Facebook will künftig öfter als bisher unangekündigte Besuche durchführen. Außerdem sollen die Partnerfirmen in Zukunft nicht mehr allein auf der Basis ihrer Zahlen bewertet werden, sondern unter anderem auch für ihre Anstrengungen um das Wohlergehen der Angestellten.

Ein Facebook-Verantwortlicher hoffe, das Unternehmen werde irgendwann auch psychologische Beratung für Ex-Moderatoren anbieten, die aufgrund gesundheitlicher Schäden den Job aufgegeben haben.

Hinweis: Das am Textanfang erwähnte Video von der Organentnahme bei Kindern zeigt einem Faktencheck zufolge etwas anderes. Das war bei der Veröffentlichung des Artikels von „The Verge“ unklar. So wie das US-Medium weisen nun auch wir mit einem Link auf den Faktencheck darauf hin.

Metro-Kundenmagazin gourMETRO und section.d gewinnen German Brand Award 2019

gourMETRO überzeugt die Fachjury des German Brand Award 2019 als eines der besten Corporate-Publishing-Projekte im deutschsprachigen Raum. Für die Umsetzung zeichnete die Wiener Kommunikationsdesign-Agentur section.d verantwortlich.

In der Kategorie Brand Creation/Print erhielt das Kundenmagazin gourMETRO den German Brand Award 2019. Bei der Preisverleihung in der Berliner Hauptstadtrepräsentanz der Deutschen Telekom nahmen Robert Jasensky, Geschäftsführer der betreuenden Wiener Kommunikationsdesign-Agentur section.d, und Denis Löbbert, Head of Operative Marketing bei Metro Deutschland, gemeinsam die Auszeichnung entgegen. „Mit gourMETRO verfolgen wir den hohen Anspruch, ein Gratis-Kundenmagazin zu produzieren.