Daten von 1,3 Millionen Clubhouse-Nutzern in Hacker-Forum aufgetaucht

Nach Facebook und Linkedin sorgt nun die nächste Social-Media-Plattform für Schlagzeilen. Persönliche Daten von rund 1,3 Millionen Nutzern der Trend-App Clubhouse sollen nun im Internet frei zugänglich gemacht worden sein. So handelt es sich dabei um Details zu Namen, verknüpften Social-Media-Profilen und Nutzer-IDs. Die Betreiber von Clubhouse haben sich noch nicht dazu geäußert.

Aktuell umfasst die Sammlung Nutzerdaten, die öffentlich einsehbar sind. Diese wurden mittels sogenannter „Datascraping“-Technik gesammelt und zu einer Datenbank zusammengefasst. Dieser Datensatz wurde nun in einem beliebten Hackerforum frei zugänglich gemacht. Zwar handelt es sich bei der Veröffentlichung der betroffenen Daten technisch gesehen nicht um einen Hackerangriff, dennoch stellt die Datensammlung eine Gefahr für Nutzerinnen und Nutzer dar.

Energy Nest erhält Rekordinvestment von 110 Millionen Euro

Der britische Investmentfonds Infracapital investiert 110 Millionen Euro in das norwegische Start-up Energy Nest. Es ist das bislang größte Investment, das ein Unternehmen aus dem Bereich Wärmespeicher bislang bekommen hat – weltweit. „Wir haben uns für einen strategischen Partner anstelle eines Börsengangs entschieden, mit genügend Kapital und einem großen Kundennetzwerk, damit wir jetzt wirklich wachsen können“, sagte Energy Nest-CEO Christian Thiel im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Die Tochterfirma des britischen Vermögensverwalters M&G wird mit dem Rekordinvestment 51 Prozent des norwegischen Start-ups übernehmen und damit zum Mehrheitseigner. Energy Nest erhofft sich durch die Kapitalspritze einen erheblichen Schub für den erst anlaufenden Markt im Bereich der Wärme- und Kältespeicher.

Obwohl die technologischen Lösungen ein Schlüsselelement für eine erfolgreiche Energiewende darstellen, ist auf dem Gebiet bislang wenig passiert. Immerhin wird rund die Hälfte des weltweiten Gesamtenergiebedarfs für den Bereich Wärme verwendet. Trotzdem kommen nur neun Prozent der verwendeten Energie aus erneuerbaren Quellen.

Die eine Hälfte des Wärmebedarfs geht auf das Heizen von Gebäuden zurück, der Rest auf industrielle Prozesse. „Thermische Speicher können dabei helfen, den Wärmesektor trotz der schwankenden Stromerzeugung der Erneuerbaren flexibel zu steuern. Es braucht sie, um die großen Mengen grüner Energie in Industrie, Gebäude und das Stromnetz zu integrieren“, schreibt die International Renewable Energy Agency (Irena) in einem gerade veröffentlichten Innovationsbericht.

Die Speicher können grüne Energie aus dem Netz durch verschiedene Arten chemischer Reaktionen in Form von Wärme oder Kälte über einen kurzen oder längeren Zeitraum bewahren und dann zum Heizen oder Kühlen abgeben, oder bei Bedarf auch als Strom zurück ins Netz speisen.

Innerhalb der nächsten zehn Jahre rechnen die Experten damit, dass sich der Markt für thermische Speicher verdreifacht. 2030 könnten die Investments in diesem Bereich schon bei fast 30 Milliarden US-Dollar liegen. Start-ups wie Energy Nest, Kraftblock oder auch Highview Power wetten auf den Boom und versuchen, sich mit ihren Speichern als umweltfreundlichere Alternative zu fossilen Rohstoffen zu etablieren.

Microsoft will Nuance für 16 Milliarden US-Dollar kaufen

Microsoft ist in fortgeschrittenen Verhandlungen, um den Experten für Spracherkennung und künstliche Intelligenz, Nuance Communications, für rund 16 Milliarden US-Dollar zu kaufen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf informierte Kreise. Eine Vereinbarung könnte bereits in dieser Woche bekanntgegeben werden.

Der verhandelte Preis würde Nuance mit etwa 56 US-Dollar pro Aktie bewerten, sagte einer der Insider laut Bloomberg, doch die Bedingungen könnten sich noch ändern. Die Gespräche zwischen Nuance aus Burlington im US-Bundesstaat Massachusetts und Microsoft dauerten an, könnten aber noch ohne Ergebnis abgebrochen werden. Der Preis wäre ein 23-prozentiger Aufschlag zum Kurs am Handelstag.

Ein Kauf von Nuance wäre die zweitgrößte Akquisition von Microsoft in der Unternehmensgeschichte, nur die 24-Milliarden-Dollar-Übernahme des Jobnetzwerkes LinkedIn im Jahr 2016 war noch kostspieliger.

Nuance arbeitet mit seiner Spracherkennung und dialogorientierten KI seit längerer Zeit eng mit Microsoft zusammen. Im Oktober 2019 gaben Nuance und Microsoft bekannt, dass sie in der Gesundheitsversorgung kooperierten. Gemeinsam wollten die Unternehmen die Verbreitung von Ambient Clinical Intelligence (ACI)-Technologien beschleunigen, damit die klinische Dokumentation sich selbst schreibe. Spracherkennungs- und Prozesssoftware wie die Plattform Dragon Medical und spezielle Hardware für Ambient Sensing von Nuance sollten mit Microsofts Azure, Azure AI und Project Empower MD Intelligent Scribe Service zusammenarbeiten.

Ceská Televize unter Druck

Die öffentlich-rechtlichen Medienanstalten, die der Europäischen Rundfunkunion (EBU) angehörenden, sind sehr vielfältig und haben sich doch alle auf den gleichen Wertekanon und einen gemeinsamen Auftrag verpflichtet: die vielfältigen Meinungen, Kulturen und Gemeinschaften in ihren jeweiligen Ländern angemessen abzubilden. In einigen Ländern Europas gerät dieser Auftrag zunehmend unter Druck.

Jüngstes Beispiel ist die Tschechische Republik, wo der öffentlich-rechtliche Sender Ceská Televize (CT) zunehmend unter politischen Druck gerät. Wie Daten des Reuters Institute for the Study of Journalism in Oxford zeigen, ist CT der meistgenutzte Nachrichtenkanal in der Tschechischen Republik: Mehr als 60 Prozent der Tschechen nutzen den Dienst mindestens einmal pro Woche. Unter allen Nachrichtenkanälen genießt CT das größte Vertrauen. Dieses Vertrauen ist ein Beleg für die Unabhängigkeit, die Ceská Televize mit Blick auf seine Informationspflicht gezeigt hat. In den letzten Monaten ist allerdings erschreckend deutlich geworden, dass die tschechische Regierung versucht, genau diese Unabhängigkeit direkt und indirekt zu unterdrücken.

Ihr Ziel scheint zu sein, sich des allseits geschätzten Leiters des Fernsehsenders, Petr Dvorák, zu entledigen. Dvorák ist nicht nur Vizepräsident der EBU, sondern auch der erste Vertreter eines mittel- oder osteuropäischen Landes, der diese Position innehat. Ceská Televize hat sich in der Europäischen Rundfunkunion stets aktiv für deren Kernwerte eingesetzt, unter denen die Unabhängigkeit einen zentralen Stellenwert hat. Sie ist zudem in den Entschließungen des Europarates festgeschrieben. Der Rat empfiehlt dringend, Leitungsgremien zu wählen, die Sendeanstalten gegen politische Einflussnahme schützen.

Petr Dvorák musste sich dagegen erst kürzlich einem Misstrauensvotum stellen, das nur knapp zu seinen Gunsten ausfiel. Nach Ansicht der EBU ist dieser neuerliche Versuch, die Machtverhältnisse im tschechischen Fernsehrat zugunsten der Regierung zu verschieben, ein weiterer Versuch, Petr Dvorák aus dem Amt zu drängen und CT rechtzeitig vor Beginn der Kampagnen für die im Oktober anstehenden Abgeordnetenhauswahlen gefügig zu machen.

Über Einflussnahme besorgt

Auch das International Press Institute und andere Medienorganisationen haben ihre tiefe Besorgnis über die politische Einflussnahme und den wachsenden Druck auf Ceská Televize geäußert.

Mit den Anzeichen einer zunehmenden Politisierung des Leitungsgremiums von CT wächst jedoch auch der Widerstand des Rates gegen diese Einflussnahme in der Tschechischen Republik. Beim letzten Versuch der Regierung, ihren Willen gegenüber CT durchzusetzen, gingen die Menschen in Tschechien auf die Straßen. Angesichts der aktuell steigenden Covid-Zahlen lassen sich solche Proteste allerdings leicht auflösen.

Für die noch jungen Demokratien in Ländern, die ihrer Bevölkerung unter dem Einfluss der ehemaligen Sowjetunion über viele schwierige Jahre hinweg nicht die Wahrheit sagen durften, ist es überlebenswichtig, dass öffentlich-rechtliche Medienanstalten wie Ceská Televize unabhängig bleiben können. Diese Sender haben die Aufgabe, alle Menschen, die sich auf sie verlassen und ihnen vertrauen, zu informieren, zu bilden und zu unterhalten. Unsere Aufgabe ist es, sie dabei zu unterstützen.

Milliardenstrafe für Alibaba

Chinas Wettbewerbshüter haben eine Strafe in Höhe von 18 Milliarden Yuan, umgerechnet 2,3 Milliarden Euro, gegen den chinesischen Alibaba-Konzern verhängt. Die größte Online-Handelsplattform der Welt habe ihre marktbeherrschende Position ausgenutzt, um Händler zu bestrafen, die ihre Waren über konkurrierende Dienste angeboten hätten.

Die bisher höchste Strafe der Kartellbehörden gegen einen chinesischen Internet-Riesen weckt neue Fragen über die Zukunft des Alibaba-Konzerns des charismatischen Gründers Jack Ma, der seit Herbst nur noch selten in der Öffentlichkeit gesehen worden ist. Mit Kritik an der chinesischen Finanzaufsicht hatte der 56-Jährige damals offenbar den Unmut höherer Stellen auf sich gezogen.

Wegen Verstoßes gegen das Kartellrecht wurde die Geldstrafe mit vier Prozent des Umsatzes von 2019 in Höhe von 455 Milliarden Yuan festgelegt, berichtete die Nachrichtenagentur Xinhua. Alibaba teilte mit, die Strafe anzunehmen und die Zusammenarbeit mit den Behörden verstärken zu wollen. Der Konzern werde sein System zur Erfüllung der Regeln stärken und „seine soziale Verantwortung besser erfüllen“.

Die ungewöhnlich hohe Strafe der Wettbewerbshüter ist ein weiterer Schlag gegen den mächtigen Alibaba-Konzern, der seine Aktivitäten vom Online-Handel über Finanzdienste bis in Bereiche wie Logistik, Unterhaltung oder Touristik ausgeweitet hat. Seit der einflussreiche Gründer Ma im Herbst bei der Regierung in Ungnade gefallen war, gerät das Unternehmen zunehmend unter Druck.

Anfang November stoppten die Behörde kurzfristig den geplanten Börsengang der Alibaba-Finanztochter Ant Group mit Verweis auf neue Regeln. Es hätte der größte Börsengang aller Zeiten werden sollen. Auch geriet im Dezember die Handelsplattform in den Fokus der Ermittler, als die Kartellwächter mit den Untersuchungen wegen unterstellter Monopolverstöße begannen.

Nach Einschätzung von Experten lässt sich die Milliardenstrafe für Alibaba leicht verkraften. Allein in den letzten drei Monaten des vergangenen Jahres habe der Konzern einen Gewinn von umgerechnet zehn Milliarden Euro gemacht. Allerdings verheiße die verschärfte Kontrolle durch die Behörden nichts Gutes für das Unternehmen, hieß es in Kommentaren von Beobachtern.

D: Vertrauen in Medien deutlich gestiegen

Das Vertrauen in die Medien ist in Deutschland im Pandemiejahr 2020 deutlich gestiegen. Das geht aus der Langzeitstudie Medienvertrauen des Instituts für Publizistik der Universität Mainz und des Instituts für Sozialwissenschaften der Universität Düsseldorf hervor. 56 Prozent der Befragten gaben demnach im November und Dezember 2020 an, voll und ganz beziehungsweise eher Medien zu vertrauen, wenn es um Sachverhalte wie Umweltprobleme, Gesundheitsgefahren oder politische Skandale geht.

In den vergangenen Ausgaben hatte sich der Wert zwischen 28 und 44 Prozent bewegt. 2019 etwa waren es nur 43 Prozent gewesen, 2015 sogar nur 28 Prozent. 16 Prozent der Deutschen sagten im Jahr 2020, man könne den Medien „eher nicht“ oder „überhaupt nicht“ vertrauen, 28 Prozent äußerten sich ambivalent („teils, teils“).

Auch ist der Anteil der Befragten gesunken, die den Medien extrem kritisch gegenüberstehen. 11 Prozent haben der Aussage zugestimmt, dass die Bevölkerung von den Medien systematisch belogen werde. In den Vorjahren lag die Zustimmung zwischen 13 und 19 Prozent. Auch weisen zwei Drittel der Bürgerinnen und Bürger den Vorwurf der „Lügenpresse“ zurück. Das ist der bisher höchste gemessene Wert in der Langzeitstudie.

Nachhaltiges Vertrauenswachstum?

In der Corona-Krise sei der Informations- und Orientierungsbedarf in der Bevölkerung offenbar mit wachsendem Vertrauen in die Medien einhergegangen, heißt es in der Studie. Es müsse sich allerdings erst noch zeigen, ob das „Vertrauensplus“ auch nachhaltig wirkt. Es sei möglich, dass sich die Stimmung in den darauffolgenden Wochen erneut verändert habe, parallel zur wachsenden Unzufriedenheit mit dem politischen Krisenmanagement.

Weniger Menschen sahen 2020 zudem eine Zusammenarbeit von Medien und Politik. 15 Prozent stimmten der Aussage zu, dass beide Instanzen zusammenarbeiten, um die Meinung der Bevölkerung zu „manipulieren“. 2019 waren es 23 Prozent. Die etablierten Medien berichten nach Meinung von 63 Prozent der Befragten zudem vertrauenswürdig über das Coronavirus. 12 Prozent schätzen die Berichterstattung als nicht vertrauenswürdig ein, 23 Prozent äußerten sich ambivalent.
Öffentlich-rechtlicher Rundfunk als am zuverlässigsten eingeschätzt

Deutlich wird durch die Studie allerdings ein Überdruss am Pandemiethema: 40 Prozent der Befragten halten die Berichterstattung für zu viel. 34 Prozent teilen den Eindruck nicht, 25 Prozent beziehen hier keine klare Position.

Unter den unterschiedlichen Medien ist das Vertrauen in den öffentlich-rechtlichen Rundfunk mit 70 Prozent am größten. In den Vorjahren lag es zwischen 65 und 72 Prozent. Danach folgen Regionalzeitungen mit etwa zwei Dritteln der Befragten im Gegensatz zu 63 bis 65 Prozent in den Vorjahren. Überregionalen Tageszeitungen vertrauen 56 Prozent (Vorjahre: 49 bis 55 Prozent).

Das private Fernsehen mit 23 Prozent und Boulevardzeitungen mit 7 Prozent werden auch in der Krise nicht als besonders vertrauenswürdige Medien wahrgenommen. Nur fünf Prozent der Befragten vertrauen Social-Media-Angeboten. Alternative Nachrichtenseiten halten 14 Prozent der Bürgerinnen und Bürger für vertrauenswürdige Nachrichtenquellen. In den Vorjahren waren es 12 bis 14 Prozent.

Die Langzeitstudie Medienvertrauen war 2018 erstmals erfasst worden. Sie ist repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren. Befragt wurden 1.207 Bürgerinnen und Bürger.

Infineon sichert sich 1,3 Milliarden Dollar für Cypress-Übernahme

Der Halbleiterhersteller Infineon hat sich in den USA 1,3 Mrd. Dollar (1,09 Mrd. Euro) für die Finanzierung der Übernahme des US-Rivalen Cypress Semiconductor gesichert. Die Anleihen seien im Rahmen einer Privatplatzierung auf den Markt gebracht worden, teilte das Unternehmen mit.

Finanzvorstand Sven Schneider erklärte, die Emission sei stark überzeichnet gewesen. Insgesamt hätten sich mehr als 40 institutionelle Investoren beteiligt. Die Anleihe sei in vier Tranchen mit Laufzeiten von sechs, acht, zehn und zwölf Jahren begeben worden. Mit dem Geld will Infineon Bankdarlehen ablösen.

Versuch von erster Betriebsratsgründung bei Amazon in USA gescheitert

Der Versuch der Bildung der ersten Gewerkschaftsvertretung beim Onlineversandhändler Amazon in den USA ist gescheitert. Bei der live übertragenen Stimmauszählung erreichte das Nein-Lager die Mehrheit. Die Abstimmung in einem Amazon-Logistikzentrum in Bessemer im Bundesstaat Alabama hatte große symbolische Bedeutung: Amazon ist strikt gegen die Einrichtung von Arbeitnehmervertretungen.

Die Mobilisierungskampagne für das Votum war auf beiden Seiten scharf geführt worden und hatte internationale Aufmerksamkeit erregt. Von den mehr als 5.800 Mitarbeitern des Logistikzentrums gaben letztlich 3.215 ihre Stimme ab. Bei der laufenden Stimmauszählung überschritt das Nein-Lager die Mehrheitsschwelle von 1.608 Stimmen. Zu diesem Zeitpunkt waren lediglich etwas mehr als 600 Ja-Stimmen gezählt.

Zu viel Druck

Die Initiative der Einzelhandelsgewerkschaft RWDSU hatte eine landesweite Debatte über die Arbeitsbedingungen bei dem Versandhändler mit seinen 800.000 Angestellten in den USA ausgelöst. Gewerkschaften und auch Politiker beklagen seit langem, dass die Beschäftigten bei Amazon einem hohen Arbeitsdruck und einer permanenten Kontrolle ausgesetzt seien.

Amazon selbst ging entschieden gegen die Pläne vor. In dem Logistikzentrum in Bessemer sprach sich die Geschäftsleitung bei Konferenzen und sogar auf Flyern in den Toiletten gegen Gewerkschaften aus. Sie richtete auch eine Internetseite ein, auf der sie Argumente anführt, warum eine Gewerkschaft unnötig sei. Der Internetgigant argumentiert, dass er überdurchschnittliche Löhne und Zuschüsse zahle.

Mehr als 1,2 Milliarden Streaming-Abos weltweit

Die Fachwelt geht nach jüngsten Zahlen von weltweit mehr als 1,2 Milliarden Nutzerkonten aus. So hat es der New Yorker Marktforscher LightShed Research errechnet. Darin sind allein die großen Anbieter mit Sitz in den USA eingerechnet, etwa Netflix, Amazon und Disney+. Regionale Streamingportale etwa in Deutschland kommen oben drauf.

Bereits Mitte März hatte der amerikanische Produzentenverband Motion Picture Association aus Washington gejubelt, dass 2020 die Milliardenmarke bei den Abos global erstmals überschritten worden sei. Das bedeutet ein Wachstum um 26 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Bei der wichtigsten Fernsehmesse der Welt, der MIPTV in Cannes, herrscht also Champagnerlaune. Die Geschäfte laufen besser denn je, auch wenn die MIPTV 2021 nur virtuell stattfindet.

Vor allem lokale Produktionen, die zugleich weltweit angeboten werden, boomen immer mehr. „Die Plattformen sind damit gestartet, aber die Fernsehsender und andere Markteilnehmer steigen ebenfalls mit ein“, betont Smith. Vor allem europäische Serien und Filme seien gefragt, darunter deutsche, französische, spanische und schwedische Produktionen: „Mit Inhalten, von denen man früher nicht gedacht hatte, dass sie international erfolgreich sein könnten.“

Mehrheit der Deutschen fordert WM-Boykott der Sponsoren

64 Prozent der Deutschen antworteten mit Zustimmung auf die Frage, ob die deutsche Fußball-Nationalmannschaft die WM 2022 in Katar angesichts der Menschenrechtsverletzungen boykottieren sollte. Aber nicht nur das: Die Mehrheit der Deutschen spricht sich zudem für einen Boykott der Sponsoren aus. Nachdem bereits vor wenigen Wochen ein niederländischer Rasen-Hersteller angekündigt hatte, die WM 2022 in Katar nicht zu beliefern, sprechen sich 76 Prozent der Deutschen dafür aus, dass auch weitere Firmen und Sponsoren die WM nicht unterstützen sollten – 45 Prozent antworteten mit „Ja” und 31 Prozent mit „Eher Ja”. Nur 24 Prozent sind gegen einen Boykott der Sponsoren – 10 Prozent antworteten mit „Nein” und 14 Prozent mit „Eher Nein”.

Angenommen, weltweit bekannte Sponsoren wie Adidas und Coca-Cola würden das Sponsoring der WM absagen, hätte das laut Befragung auf die meisten Deutschen einen positiven Effekt auf das Markenimage. 33 Prozent geben an, dass sich ihre Einstellung zur Marke in einem solchen Fall zum Positiven verändern würde, bei 30 Prozent der Deutschen eher zum Positiven. Bei 27 Prozent der Befragten würde sich das Image der Marke überhaupt nicht ändern. Und lediglich 6 Prozent der Befragten würde sich ihre Meinung zur Marke eher zum Negativen, beziehungsweise bei 3 Prozent zum Negativen verändern.

Google gibt Lyra frei

Google hat Lyra als Open-Source veröffentlicht, einen Audio-Codec, der maschinelles Lernen nutzt, um mit sehr wenigen Daten hochwertiges Audio zu erzeugen. Der Open-Source-Sprachcodec funktioniert auch in Netzwerken mit geringer Bandbreite.

Das KI-Team von Google stellt Lyra für Entwickler zur Integration in ihre Kommunikations-Apps zur Verfügung. Das neue Tool ermöglicht Audioanrufe in ähnlicher Qualität wie die gängigsten bestehenden Codecs und benötigt dabei 60 % weniger Bandbreite.

Audiocodecs sind heute für die internetbasierte Echtzeitkommunikation weit verbreitet. Die Technologie besteht aus der Komprimierung einer Eingabe-Audiodatei in ein kleineres Paket, das weniger Bandbreite für die Übertragung benötigt, und der anschließenden Dekodierung der Datei zurück in eine Wellenform, die über den Telefonlautsprecher eines Zuhörers wiedergegeben werden kann.

Je stärker die Datei komprimiert ist, desto weniger Daten werden benötigt, um die Audiodaten an den Hörer zu senden. Aber es gibt einen Kompromiss: Die am stärksten komprimierten Dateien sind in der Regel auch schwieriger zu rekonstruieren und neigen dazu, in weniger verständliche, roboterhafte Sprachsignale dekomprimiert zu werden.

„Eine ständige Herausforderung bei der Entwicklung von Codecs, sowohl für Video als auch für Audio, besteht darin, mit weniger Daten eine höhere Qualität zu erzielen und die Latenz für die Echtzeitkommunikation zu minimieren“, schreiben Andrew Storus und Michael Chinen, beide Software-Ingenieure bei Google, in einem Blogbeitrag.

Die Ingenieure stellten Lyra erstmals im Februar letzten Jahres als eine mögliche Lösung vor. Im Grunde funktioniert Lyra ähnlich wie herkömmliche Audiocodecs: Das System besteht aus zwei Teilen, einem Encoder und einem Decoder. Wenn ein Anwender in sein Telefon spricht, identifiziert und extrahiert der Encoder Attribute aus seiner Sprache, die so genannten Features, in Abschnitten von 40 Millisekunden, komprimiert die Daten und sendet sie über das Netzwerk an den Decoder, der sie an den Empfänger ausliest.

Um den Dekodierer zu verbessern, haben die KI-Ingenieure von Google das System mit einem speziellen Machine-Learning-Modell ausgestattet. Der Algorithmus wird als generatives Modell bezeichnet und wurde mit Tausenden von Stunden an Daten trainiert. Er ist in der Lage, eine vollständige Audiodatei selbst aus einer begrenzten Anzahl von Merkmalen zu rekonstruieren.

Während herkömmliche Codecs lediglich Informationen aus Parametern extrahieren können, um ein Stück Audio zu rekonstruieren, kann ein generatives Modell also Merkmale auslesen und neue Klänge auf der Basis einer kleinen Menge von Daten generieren.

Generative Modelle standen in den letzten Jahren im Mittelpunkt vieler Forschungen, und verschiedene Unternehmen haben sich für diese Technologie interessiert. Ingenieure haben bereits hochmoderne Systeme entwickelt, angefangen mit DeepMinds WaveNet, das Sprache erzeugen kann, die die menschliche Stimme nachahmt.

Ausgestattet mit einem Modell, das Audio mit minimalen Datenmengen rekonstruiert, kann Lyra daher sehr komprimierte Dateien mit niedrigen Bitraten beibehalten und trotzdem eine hochwertige Dekodierung am anderen Ende der Leitung erreichen.

In Corona-Zeiten mehr Gaming und Social-Media-Nutzung

Kinder und Jugendliche verbringen in Corona-Zeiten im Schnitt deutlich mehr Zeit am Handy, am Computer oder an der Spielkonsole. Das zeigen Ergebnisse einer Forsa-Befragung im Auftrag der Krankenkasse DAK-Gesundheit in Zusammenarbeit mit der Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf (UKE). Für die Studie, wurden 1200 Elternteile und jeweils ein zugehöriges Kind im Alter von 10 bis 18 Jahren zur Mediennutzung befragt – jeweils im September 2019, im April 2020 und im November 2020. Eine abschließende Befragungswelle ist in diesem Frühjahr geplant. Die Ergebnisse werden im Sommer erwartet.

Die Kinder und Jugendlichen verbrachten demnach vor Corona an Wochentagen knapp zwei Stunden auf Instagram, Snapchat, TikTok oder anderen Plattformen. Das erhöhte sich während des ersten Lockdowns mit geschlossenen Schulen im April 2020 auf mehr als drei Stunden täglich. Im Herbst, als Schulen dann zwar größtenteils offen, aber das Freizeitangebot weiterhin stark eingeschränkt war, sank die Nutzung wieder auf knapp zweieinhalb Stunden täglich, lag aber immer noch deutlich über dem Vor-Corona-Niveau.

Computer- oder Online-Spiele

Eine ähnliche Entwicklung zeigt sich bei Spielen: Vor Corona waren die befragten Kinder und Jugendlichen an Wochentagen durchschnittlich eine Stunde und 23 Minuten lang mit Computer- oder Online-Spielen beschäftigt, im April 2020 während des ersten Lockdowns erhöhte sich die Nutzung stark auf zwei Stunden und zwölf Minuten am Tag. Im November 2020 waren es immer noch fast zwei Stunden täglich.

Wort & Bild Verlag erwirbt Fachzeitung ‚Pflege Management‘

Die Wort & Bild Verlagsgruppe aus Baierbrunn bei München übernimmt über ihre Tochtergesellschaft Isartal Health Media die Fachzeitung ‚Pflege Management‘. Der Titel ist nach eigener Aussage die auflagenstärkste Zeitung für Entscheider in der ambulanten und stationären Pflege. Verkäufer ist der Heider Verlag aus Bergisch Gladbach.

Im Rahmen eines Asset Deals gliedert sich der Titel in die Isartal Health Media ein, Druck und Distribution erfolgen weiterhin über den Heider Verlag. ‚Pflege Management‘ erscheint sechsmal pro Jahr in einer Druckauflage von 15.000 Exemplaren und berichtet über Entwicklungen im Pflegemarkt. Zielgruppe sind Entscheider in der ambulanten und stationären Pflege.

Delivery-Hero-Chef soll in den Aufsichtsrat von Zalando einziehen

Der Chef des Essenslieferdienstes Delivery Hero, Niklas Östberg, soll in den Aufsichtsrat von Europas größtem Online-Modehändler Zalando einziehen. Dort werde er Jørgen Madsen Lindemann folgen, teilte Zalando mit. Lindemann gehöre dem Gremium seit 2016 an und stelle sich nicht mehr zur Wiederwahl.

„Niklas ist ein erfahrener CEO eines globalen Plattform-Unternehmens, das in vielen Märkten agiert, in denen auch Zalando tätig ist“, begründete Aufsichtsratsvorsitzende Cristina Stenbeck die Wahl. Östberg soll auf der Hauptversammlung am 19. Mai gewählt werden.

Delivery Hero wie auch Zalando haben ihren Hauptsitz in Berlin. Während der Essenslieferdienst seit vergangenem Jahr im Dax vertreten ist, gilt Zalando als aussichtsreicher Kandidat für den Leitindex. Lange Zeit war Rocket Internet Großinvestor bei beiden Unternehmen.

Selbstversorgung statt Einkauf: Hollywood zertrennt die Supply Chain

So mancher, der gehofft hatte, attraktive Filmware bei Sony Pictures einkaufen zu können, musste sich in den vergangenen Tagen eines Besseren belehren lassen. Das einzige große Hollywood-Studio ohne eigene Streaming-Plattform hätte sich theoretisch für eine klassische Form des Programmvertriebs entscheiden können. Doch es entschied sich für – Netflix. Vom nächsten Jahr an kommen neue „Spider-Man“-, „Venom“-, „Jumanji“- oder „Bad Boys“-Streifen nach ihrer Kino- und Verleihauswertung in den USA für 18 Monate exklusiv zu Netflix. Gleichzeitig hat der VoD-Riese weltweit ein First-Look-Recht auf alle Direct-to-Streaming-Filme, die Sony entwickelt. Dem Vernehmen nach kassiert das Studio für den Deal eine Milliarde Dollar über vier Jahre.

Genau genommen geht Sony damit einen doppelten Sonderweg. Anders als die übrigen Hollywood-Studios ist es nicht selbst zum Streamer geworden, und anders als der Rest zieht es seine Schätze nicht von Netflix ab – im Gegenteil. Das Resultat für andere Programmeinkäufer ist dennoch das gleiche: Sie gucken in die Röhre. Die langjährigen Welt-TV-Versorger konzentrieren sich mehr und mehr auf direkte Kundenbeziehungen: Disney setzt auf Disney+, WarnerMedia auf HBO Max, ViacomCBS auf Paramount+, NBCUniversal auf Peacock und Lionsgate auf Starzplay. Vor drei Jahren existierte noch keine dieser Streaming-Plattformen.

Wer seinen Pay- oder Free-TV-Sender hierzulande über Jahrzehnte mit teuren, aber bequemen Output-Deals versorgte, ist nun zum Umdenken gezwungen. „Die globale Durchsetzung der Studio-Direct-Modelle beendet den Programmvertrieb, wie wir ihn kennen“, erklärt Guy Bisson, Research Director der britischen Medienforschung Ampere Analysis. „Die Supply Chain vonseiten der US-Majors wird zertrennt und minimiert, während sich der Wettbewerb im Streaming-Sektor zeitgleich intensiviert. Eine historische Herausforderung für lokale TV-Häuser in Europa, die bei sinkenden linearen Reichweiten und Werbeeinnahmen viel Geld in die Hand nehmen müssen, um die wegfallenden Zulieferungen durch eigene Inhalte zu kompensieren und dazu noch eigene Plattformen aufzubauen.“

Was das in konkreten Zahlen schon heute bedeutet, hat Bissons Firma errechnet. Alle wesentlichen europäischen TV-Broadcaster haben demnach ihr Produktionsvolumen für Scripted Originals, die ausschließlich oder überwiegend zum Streaming bestimmt sind, signifikant hochgefahren. An der Spitze steht die Nordic Entertainment Group mit derzeit über 30 Projekten in Produktion für ihre Abo-Plattform Viaplay, gefolgt vom öffentlich-rechtlichen France Télévisions mit rund 25 und der RTL Group mit rund 15 Projekten. Zur Top 5 zählen ebenfalls die BBC mit elf und die ARD mit sieben Projekten.

Ungarisches Staatsfernsehen greift „Profil“-Journalistin an

Das ungarische Staatsfernsehen hat in einem Beitrag seiner Hauptnachrichtensendung eine österreichische Journalistin namentlich attackiert. Franziska Tschinderle vom Wochenmagazin „Profil“ habe EU-Abgeordnete der ungarischen Regierungspartei Fidesz „mit Fragen provoziert“, hieß es.

In dem dreiminütigen Beitrag wurden mehrere Screenshots von E-Mails gezeigt, die die Journalistin an die Fidesz-Fraktion im Europaparlament geschickt hatte. Darin ging es unter anderem um das vor einer Woche erfolgte Treffen von Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán mit dem Chef der italienischen Partei Lega, Matteo Salvini, und Polens Regierungschef Mateusz Morawiecki bezüglich der Gründung einer neuen politischen Kooperation. Die rechtsnationale Fidesz hatte Anfang März nach längerer Suspendierung die Fraktion der Europäischen Volkspartei (EVP) verlassen.

Tschinderle hatte unter anderem gefragt, warum Vertreter des französischen Rassemblement National (RN) und der österreichischen FPÖ – die beide mit der Lega in der rechtspopulistischen ID-Fraktion des Europaparlaments sitzen – bei dem Treffen nicht anwesend waren. Der Moderator des TV-Beitrags kommentierte das mit den Worten: „Solche Fragen stellen nur Amateurjournalisten.“

Das ungarische Staatsfernsehen zitierte außerdem ungenannte Experten, „nach denen das Ziel ist, bereits im Voraus das sich formierende starke europäische christdemokratische Bündnis zu attackieren“. Die Fragen Tschinderles wurden von dem Moderator so interpretiert, dass wegen des Orbán-Salvini-Morawiecki-Treffens „die europäische linksliberale Presse eine beispiellose Attacke gestartet“ habe.

D2C wird bei Kunden immer beliebter

Direct-to-Consumer ist, nicht zuletzt durch die Corona-Pandemie, in der Mitte des Marktes angekommen. Mehr als 20.000 D2C-Marken soll es bereits weltweit geben – Tendenz: stark steigend. Das Marktforschungsinstitut IFH Köln und das Beratungsunternehmen KPMG haben im Zuge des Consumer Barometers 2021 Kunden nach ihren Motiven für die Kaufentscheidung direkt beim Hersteller gefragt. Die Studie wurde unter 500 Konsumenten durchgeführt.

26 Prozent wollen Hersteller bewusst unterstützen

Als direkte Vorteilen des Direktkaufs wurde zum einen die Gewissheit genannt, keine Produktfälschung zu kaufen, zum anderen die bessere Beratungs- und Servicequalität. Während 52 Prozent als Grund angaben, dass die gewünschte Ware nur beim Hersteller verfügbar war, sehen 42 Prozent der Befragten entscheidende Vorteile, wenn sie direkt beim Hersteller kaufen – und 26 Prozent wollen diesen bewusst unterstützen.

Die am stärksten direkt nachgefragten Produkte stammten aus den Branchen Textilien und Schuhe (38 Prozent) sowie Lebensmittel (27 Prozent). Der Großteil der Befragten (87 Prozent) sehen einen Online Shop als geeigneten Kanal für Hersteller zur Ansprache von bestehenden und potenziellen Kunden. 37 Prozent – vor allem die Gruppe der 18- bis 29-Jährigen und die Smart Natives – befürworten dagegen einen Social-Media-Kanal als Kommunikationstool der Hersteller.

Linkedin: Daten von 500 Millionen Nutzern online zum Verkauf angeboten

Nach einem Bericht von Cybernews werden zwei Millionen Linkedin-Datensätze für Forum-Credits im Wert von 2 US-Dollar angeboten. Die kompletten 500 Millionen Profildaten können dann auf Anfrage für einen mindestens vierstelligen Preis erstanden werden. Sensible Daten wie Kennwörter, Kreditkarten- oder Bankinformationen gehören nach Ansicht der zum Beweis angebotenen Datensätze allerdings nicht dazu, da für die Datensammlung lediglich automatisierte Anfragen – sogenanntes „Scraping“ – in großem Stil genutzt wurden.

Laut Linkedin unerlaubtes Scraping öffentlicher Daten

Die angebotenen Mitgliederdaten umfassen Linkedin-IDs, vollständige Namen, E-Mail-Adressen, Telefonnummen, Geschlecht, Berufsbezeichnung und andere Job-bezogene Daten, Links zu Linkedin-Profilen und Profilen in anderen sozialen Netzwerken. Dies sind alles von den Linkedin-Nutzern selbst veröffentlichte Daten und für andere Linkedin-Anwender einsehbar. Allerdings können sie in aggregierter Form für Phishing-Angriffe oder Brute-Force-Methoden zur Ermittlung von Kennwörtern genutzt werden.

Vor wenigen Tagen erst wurden Daten hunderter Millionen Facebook-Nutzer erneut im Netz entdeckt. Die vertraulichen Daten der Facebook-Anwender sind in einem Forum für Cyberkriminelle aufgetaucht. Sie stammen aus einem Leak im Jahr 2019. Facebook hat dieses Problem damals behoben, aber jetzt waren die Daten kostenfrei verfügbar.

Im Jahre 2012 waren bereits Linkedin-Passwörter im Umlauf. In einschlägigen Internet-Foren kursierte eine Liste mit über 6 Millionen Passwort-Hashes, die von Linkedin stammen. 2016 wurde allerdings bekannt, dass das Linkedin-Passwort-Leck desaströse Ausmaße angenommen hat, da nicht nur die damals veröffentlichten 6 Millionen Passwörter geklaut, sondern über 100 Millionen im Untergrund gehandelt

Rapper DMX ist tot

Der legendäre Rapper DMX ist im Alter von 50 Jahren gestorben. Das teilte seine Familie mit. DMX, mit bürgerlichem Namen Earl Simmons, eroberte mit Songs wie „Ruff Ryders’ Anthem“ und „Party Up (Up in Here)“ immer wieder die Charts.

Der Rapper, der auch für einen Grammy nominiert war, starb an Herzversagen im Spital in White Plains im Bundesstaat New York. Er war letzten Freitag eingeliefert worden und befand sich seither auf der Intensivstation. In der Stellungnahme der Familie hieß es, Simmons sei „im Kreis der Familie gestorben“.

DAZN setzt zum Großangriff in England an

Sportstreaminganbieter DAZN wetzt die Messer: Wenn die TV-Rechte an der Premier League demnächst wieder auf den Markt kommen, will man ein Stück vom Kuchen abbekommen, so Vizechef James Rushton gegenüber Reuters.

Die Vergabe der Übertragunsrechte an der Premier League im einheimischen Markt dürfte in Kürze Fahrt aufnehmen. Die bestehenden TV-Verträge gelten nur noch 15 Monate. Auch die Auslandsrechte, die Sky Deutschland DAZN beim letzten Mal abluchste, kommen parallel auf den Markt. Den FA Cup zeigt man hierzulande derweil bereits jetzt.

Auslands- als auch Inlands-Rechte sind natürlich für einen Anbieter wie DAZN attraktiv. Wenn auch der Einstieg in den britischen (Fußball-TV-Rechte-)Markt für den Sportstreaminganbieter Neuland darstellen würde. Rushton scheut davor aber nicht zurück: „Unsere globale Plattform ermöglicht es uns, flexibel zu sein und relativ schnell in neuen Märkten zu launchen und zu wachsen.“

Netflix schließt Exklusivvertrag mit Sony Pictures

Der Flatrate-Videostreamingdienst Netflix und das Hollywoodstudio Sony Pictures haben eine Vereinbarung geschlossen, nach der Netflix in den USA ab 2022 die Filme von Sony Pictures als erster Videostreamingdienst zeigen darf – nach deren Auswertung im Kino und im Heimkino-Bereich (beispielsweise auf Blu-ray Disc und Ultra HD Blu-ray).

Für Filme, die Sony Pictures direkt als Streams anbieten will, soll Netflix ein Vorkaufsrecht eingeräumt bekommen haben. Greift der Dienst nicht zu, stünde es dem Studio allerdings frei, den Film anderweitig anzubieten. Die neue Vereinbarung löst einen Deal des Hollywoodstudios mit dem zu Lionsgate gehörenden US-Dienst „Starz“ aus dem Jahre 2005 ab.

Für Netflix ist die Vereinbarung nicht zuletzt deshalb wichtig, weil Hollywoodstudios wie Disney, Paramount und Warner mittlerweile in den USA – und teilweise weltweit – eigene Flatrate-Videostreamingdienste betreiben, über die sie ihre Filme jeweils exklusiv zeigen. In den vergangenen Jahren brachen Netflix damit mehr und mehr Lieferanten weg, was den Streamingdienst dazu zwang, den Anteil seiner Eigenproduktionen zu erhöhen.

Facebook will Betroffene nicht über Datenleck informieren

Das Social-Media-Unternehmen sei nicht sicher, dass es den vollen Überblick darüber habe, welche Nutzer benachrichtigt werden müssten, erklärte der Sprecher. Bei der Entscheidung, die Nutzer nicht zu informieren, müsste zudem berücksichtigt werden, dass die Nutzer das Problem nicht beheben könnten und die Daten ohnehin öffentlich zugänglich gewesen seien.

In einem Blogeintrag betont Facebook derweil erneut, dass es davon ausgeht, dass die Daten durch Scraping abgeflossen sind. Demnach hätten Betrüger den Kontaktimporter von Facebook missbraucht, um die entsprechenden Daten abzufragen.

Über die Funktion konnte mit Hilfe einer Telefonnummer oder E-Mail-Adresse nach dem zugehörigen Facebook-Nutzenden gesucht werden. Kriminelle konnten die Funktion jedoch auch dazu missbrauchen, um Telefonnummern durchzuprobieren und Facebook-Konten zuzuordnen.

Die Telefonnummern an sich waren also gar nicht öffentlich zugänglich, sondern konnten durch schlichtes Ausprobieren mit einem Facebook-Profil verknüpft werden. Die so erlangten Daten werden bereits seit geraumer Zeit verkauft. So konnte gegen Zahlung von 20 US-Dollar die zugehörige Telefonnummer zu einer Facebook-ID über einen Telegram-Bot abgefragt werden. Auch die passende Facebook-ID zu einer Telefonnummer konnte auf diese Weise erfragt werden.

Ex-US-Außenminister Pompeo wird Kommentator beim Sender Fox News

Der frühere US-Außenminister Mike Pompeo wird Kommentator bei dem konservativ geprägten Fernsehsender Fox News. Pompeo erklärte, er wolle den Zuschauern einen „offenen, sachlichen Blick“ auf die Geopolitik, die internationalen Beziehungen und die „America-First“-Politik geben, die zu beispiellosem Wohlstand und Sicherheit beigetragen hätten. Als Außenminister unter Präsident Donald Trump hatte sich Pompeo nach außen hin stets loyal zu dem 2020 abgewählten Präsidenten gezeigt und war einer der wenigen aus Trumps Ursprungsteam, der sich bis zum Schluss im Regierungsapparat hielt – erst als Direktor des Geheimdienstes CIA, dann als Chef-Diplomat.

Seit seinem Ausscheiden aus dem Außenamt hat Pompeo bei einer konservativen Denkfabrik, dem Hudson-Institut, angeheuert. Ihm werden Ambitionen nachgesagt, für die Republikaner als Präsidentschaftsbewerber bei der Wahl 2024 anzutreten.

Facebook testet Hotline

Die webbasierte Anwendung Hotline funktioniert wie eine Kombination aus Instagram Live und Clubhouse, da mit einem Publikum gesprochen wird und dann Fragen per Text oder Audio gestellt werden können. Im Gegensatz zu Clubhouse können Creator ihre Kameras jedoch für die Veranstaltung einschalten, anstatt nur Audio zu verwenden.

Fragen stellen per Chat

Der Vergleich zu Clubhouse liegt nahe, da seit dessen Veröffentlichung der Audio-Bereich boomt. Der entscheidende Unterschied ist aber, dass die Creator bzw. die Veranstalter auch ihre Videofunktion einschalten können. Außerdem ist es möglich, dass das Publikum Fragen per Chat oder Audio-Nachricht stellen können. Das Design von Hotline ähnelt ebenfalls bestehenden Plattformen, wie eben Clubhouse oder auch Twitter Spaces. Die aktivsten „Frager“ sind dann in der Liste der Teilnehmenden ganz oben, die Fragen können vom restlichen Publikum bewertet oder auch mit Emojis darauf reagiert werden. Die Veranstalter eines Rooms können unangebrachte Fragen auch löschen.

Mit einer Frage auf die Bühne

Die Anzahl an Teilnehmern in einem Raum sind nicht begrenzt. Ein weiterer wesentlicher Unterschied zu bestehenden Plattformen ist, dass die Frage-Steller auch auf die Bühne geholt werden können. Dies kann ein wesentlicher Beitrag sein, Diskussionen und Meinungsaustausch zu fördern. Ebenfalls neu ist bei Hotline, dass die Gespräche bzw. Diskussionen automatisch aufgezeichnet und am Ende an den Veranstalter übermittelt werden.

Condé-Nast-Kollektion künftig bei Shutterstock verfügbar

Die Bilddatenbank Shutterstock hat sich exklusiv die Rechte der Condé Nast-Kollektion gesichert. Die Sammlung, die bis ins Jahr 1892 zurückreicht, verfügt über mehr als 30.000 Fotografien, Illustrationen und Magazin-Cover aus dem Markenportfolio von Condé Nast, darunter ‚Vogue‘, ‚Vanity Fair‘, ‚GQ‘, ‚AD‘, ‚House & Garden‘ und ‚Glamour‘.

Die Condé Nast-Kollektion wird Teil von The Vault, Shutterstocks Archiv-Sammlung, die über 50 Millionen Fotos und Videos aus den Bereichen Film, Musik, Sport, Geschichte, Politik und Prominente umfasst.

Sloweniens Premier Jansa attackiert ARD-Journalisten auf Twitter

Sloweniens Premier Janez Jansa hat sich auf Twitter wieder einmal auf einen ausländischen Journalisten eingeschossen. Offenbar missfallen hat Jansa ein Bericht der ARD über die Pressefreiheit in Slowenien. Den in Wien ansässigen ARD-Korrespondenten, Nikolaus Neumaier, beschuldigte er „Zensur im Stil von Prawda oder Der Stürmer“ zu betreiben.

Jansa warf dem Journalisten vor, aus seinem Beitrag fast alle Gesprächspartner herausgenommen zu haben, die mit seiner „einseitigen Agenda“ nicht einverstanden gewesen seien. „Eine Schande für die ARD“, twitterte der slowenische Regierungschef am gestrigen Mittwoch. Der TV-Bericht wurde am 31. März in den ARD-Tagesthemen ausgestrahlt, Jansa reagierte mit seiner Kritik auf einen Tweet des Journalisten, der zuvor die Berichterstattung aus Slowenien angekündigt hatte.

Es ist nicht das erste Mal, dass der slowenische Regierungschef ausländische Journalisten wegen deren Berichterstattung persönlich attackiert. Für großes Aufsehen sorgte im Februar sein Angriff auf die Journalistin des EU-Portals „Politico“ Lili Bayer, der Jansa wegen eines Artikels über die Medien Käuflichkeit vorgeworfen hatte. Die EU-Kommission verteidigte daraufhin die Medienfreiheit und verurteilte die Aussagen.

Willhaben warnt vor Betrügern

Willhaben warnt vor einer aktuellen Phishing-Welle. Betrüger versenden SMS und WhatsApp-Nachrichten, die vorgeben, von dem Flohmarkt-Portal zu stammen.

Laut diesen Nachrichten habe man eine Zahlung für Ware auf Willhaben erhalten. Sie enthalten den Text: „Ich habe die Ware über die willhaben bezahlt“ oder „Ware via willhaben bezahlt“ und einen Link, der in den meisten Fällen „willhaben“ in der URL beinhaltet.

Klickt man den Link an, kommt man auf eine Seite, die im Stil der Willhaben-Plattform gestaltet ist. Die Website gibt vor, dass man eine Zahlung mittels PayLivery, dem Bezahldienst von Willhaben, erhalten habe. Die User werden aufgefordert, ihre Daten einzugeben.

Das sollte man keinesfalls machen, da die Daten an die Cyberkriminellen übermittelt werden. Hat man bereits die Daten eingegeben, sollte man umgehend sein Passwort auf Willhaben ändern und bei allen anderen Diensten, bei denen dieselbe Kombination aus Mail-Adresse und Passwort verwendet wird

Medien in Frankreich: Monopoly der Milliardäre

Auf Paris Match kann Emmanuel Macron sich verlassen. Das bunte und zugleich prestigereiche Magazin behandelt ihn stets wohlwollend: Einst begleitete es seinen Aufstieg mit ausladenden Fotoreportagen, die auch Einblick ins Private gewährten. Heute, da Macron Präsident ist, zeigt das Blatt ihn gern als entschlossenen Macher. Ein anderer einflussreicher Wochentitel aus der Mediengruppe Lagardère wiederum, das Journal du Dimanche (JDD), lässt sich vom Staatschef hoch exklusiv die „Geheimnisse“ seiner Corona-Politik flüstern – und gibt sie dann eins zu eins an die Leser weiter.

Beide Zeitungen haben bevorzugten Zugang zum Präsidenten. Finanziell zahlt sich das jedoch nicht aus. Dem Lagardère-Konzern geht es schlecht. Deshalb deutet alles darauf hin, dass die zwei Titel demnächst verkauft werden, ebenso wie der Lagardère-Radiosender Europe 1.

Mächtige, schwerreiche Männer wittern in diesem Umbruch eine Chance. Bertelsmanns Verkaufswille und Lagardères Verkaufszwang haben unter Frankreichs Milliardären eine Art Medien-Monopoly ausgelöst, in dem es nicht zuletzt um gesellschaftlichen Einfluss und um die politische Ausrichtung der Medien geht. In einem Jahr ist Präsidentschaftswahl. „Und am Ende werden wir den Milliardären danken, weil sie die Pressevielfalt retten“, prophezeit der Branchenexperte Jean-Clément Texier. Er berät ausländische Investoren am französischen Markt.

Im Mittelpunkt des Spiels um die Geschäfte von Lagardère und Bertelsmann stehen Bernard Arnault und Vincent Bolloré, zwei berüchtigte Taktiker: Arnault, Herrscher über den Luxuskonzern LVMH (Louis Vuitton Moët Hennessy) und laut Forbes zweitreichster Mann der Welt, hat sein Vermögen mit teuren Handtaschen gemacht. Er besitzt schon einige Redaktionen, zum Beispiel die Wirtschaftszeitung Les Echos. Sein Kontrahent Bolloré, unter anderem als Hafenbetreiber in Afrika reich geworden, ist Hauptaktionär des Bertelsmann-Rivalen Vivendi. Weitere Mitspieler sind der Telekom-Milliardär Xavier Niel, Eigner von Le Monde und Lebensgefährte von Arnaults Tochter Delphine; sowie der Baumagnat Martin Bouygues, der den größten französischen Fernsehsender TF1 kontrolliert. Schon länger gelten Medien im Allgemeinen und Journalismus im Besonderen in Frankreich nicht mehr als Metier, das wirtschaftlich eigenständig sein müsste.

Der Einfluss, der den zum Verkauf stehenden Lagardère-Medien Paris Match, JDD und Europe 1 zugeschrieben wird, korreliert nicht mit ihrem finanziellen Zustand. Im Elysée-Palast wird das Taktieren um die angeschlagenen Titel daher ebenso aufmerksam verfolgt wie der Verkauf der profitablen und wesentlich reichweitenstärkeren Bertelsmann-Sender. Macron ist als Medienjunkie bekannt. „Die höchsten Machtzirkel verfolgen die Branche traditionell ganz genau“, sagt Texier.

Bolloré, der Mann hinter Vivendi, wird im Elysée besonders kritisch beäugt. Der stille Bretone, der aus der elterlichen Papierproduktion für Bibeln und Zigaretten ein Milliardenimperium gemacht hat, könnte durch Zukäufe einem stramm rechtskonservativen Journalismus in Frankreich mehr Raum geben, so die Befürchtung. Den Vivendi-Nachrichtensender CNews hat er schon nach dem US-Vorbild Fox News umpositioniert. Mit antimuslimischen Hasstiraden erzielt CNews stetig steigende Quoten. Rechte Polemik ist ein Geschäft in einem Land, in dem die Nationalistin Marine Le Pen für den Stichentscheid bei der Wahl 2022 so gut wie gesetzt ist. Bolloré selbst gilt zwar nicht als rechtsextrem – aber als wenig skrupelhafter Entrepreneur. Schon der Erwerb von Europe 1 würde es ihm erlauben, sein zweifelhaftes Erfolgsmodell auszuweiten.

Bernard Arnault ist Macron deshalb genehmer. Zum LVMH-Chef pflegt der Präsident ein gutes Verhältnis. Man kennt sich, man hilft sich: Brigitte Macron unterrichtete einst Arnaults Kinder an einem Pariser Gymnasium. Und Macrons Regierung unterstützt die Geschäftsinteressen von LVMH im Ausland mit besonderem Eifer. Mit Arnaults Schwiegersohn Xavier Niel verbindet den Staatschef eine jahrelange Freundschaft.

Wie es aussieht, werden sich Arnault und Bolloré die Medienaktivitäten von Lagardère bald einvernehmlich aufteilen. Als Lagardère 2020 in Schwierigkeiten geriet, gaben beide zunächst den Helfer: Erst rief der schuldengeplagte Firmenerbe Arnaud Lagardère den Bolloré-Konzern Vivendi, um sich gegen einen aggressiven Investmentfonds zu wehren. Doch – Überraschung! – Bolloré verbündete sich mit dem Fonds. Daraufhin stieg auch Arnault bei Lagardère ein. Auf Wunsch von Macron, wie in der Branche kolportiert wird, da sich so zunächst die Zerschlagung durch Bolloré verhindert ließ.

Inzwischen aber führen die Rivalen „friedliche Diskussionen unter Aktionären“, wie es der düpierte Lagardère ausdrückt. Während sich LVMH-Boss Arnault die Macron-freundlichen Titel Paris Match und JDD sichern will, hat es Bolloré auf Europe 1 abgesehen. Und auf Hachette, Europas größte Buchverlagsgruppe, den einzig profitablen Teil von Lagardère.

Bertelsmann will schnell verkaufen

Dem Konkurrenten Bertelsmann kauft Bolloré über Vivendi gerade schon den Magazinverlag Prisma ab, in dem etwa die Frankreich-Ausgaben von Capital, Geo und Gala erscheinen. Für die Bertelsmann-Sender M6 und RTL bietet Bolloré selbstverständlich auch mit. Hier steht er in Konkurrenz zum Baulöwen Bouygues und dessen Sender TF1 sowie zu Telekom-Tycoon Niel. Zwar lässt Bertelsmann eine Präferenz für TF1 erkennen – „was Macron sicher passen würde“, sagt Experte Texier. Allerdings will der Konzern aus Gütersloh das Geschäft auch schnell abschließen. Das wird beim Verkauf an TF1 schwierig, weil eine lange wettbewerbsrechtliche Prüfung anstünde. Das wiederum eröffnet Macron-Freund Niel Perspektiven. Einen Fernsehsender hat der noch nicht.

Das Medien-Monopoly ist in vollem Gang. Es bringt eine Konzentration im Markt der klassischen Medien mit sich: Zwei Akteure, Lagardère und Bertelsmann, scheiden aus. Unterdessen aber fließen die Einnahmen im digitalen Zukunftsgeschäft, wie in Deutschland, an US-Riesen wie Google und Netflix. Das richtig große Spiel – es erwartet die Milliardäre noch.

Mai Thi Nguyen-Kim: „Ich bin doch kein Freak“

Wenn’s stinkt und kracht, ist’s Wissenschaft? Nicht bei Mai Thi Nguyen-Kim. Die promovierte Chemikerin hat einen Raketenstart als Wissen-Erklärerin hingelegt. Sie kann sogar Krebs vertanzen. Das dürfte ihren neuen Haussender ZDF sehr freuen.

Im Seuchen-Talk von Markus Lanz war es, Ende März, da konnte man, liebe Freunde der Sonne, bestaunen, wie die sonst so bedacht auftretende Mai Thi Nguyen-Kim aus ihrer Haut fuhr, als hätte sie zehn Tassen schwarzen Tees intus: Der Virologe Hendrik Streeck saß da und beklagte sich gerade, die Medien hätten Schuld an der Lagerbildung in Team Öffnung und Team Vorsicht. Da hakte sie, die Wissen-Erklärerin und ehemalige NaWik-Dozentin, ein und haute ihm, dem Heinsberg-Forscher, mit dem Satz „Sie sind, mit Verlaub, schrecklich naiv“ eigenes Verschulden durch Kommunikationsversagen um die Ohren, dass es in denselben klingelte. Den darauf folgenden Beef zwischen den beiden stoppte jäh der Sendungsschluss, der Nguyen-Kim einmal mehr frustriert zurückließ: Nein, Talkshows und sie, das ist eine Hassliebe, weil konstruktives Streiten kaum möglich ist.

Nun wird die Lanz-Nummer sehr wahrscheinlich nicht ihr letzter Ausflug ins Talk-Gemetzel gewesen sein. Schon gar nicht auf jenem Sender, der die vielfach ausgezeichnete Wissenschaftsjournalistin vom „Quarks“-WDR abgeworben und vertraglich an sich gebunden hat als zweiten Fixstern im hauseigenen Wissenschaftsuniversum neben Harald Lesch. Der promovierte Physiker steht im ZDF seit 2008 für die populäre Vermittlung von harter Naturwissenschaft. Mit der promovierten Chemikerin Nguyen-Kim bekommt er nun eine Rakete an die „Terra X“-Seite.

Wie in einer Kettenreaktion reiht sich bei ihr rasant Erfolg an Erfolg. Um aufzuzählen, was dieser disziplinierte Geist mit Harvard-Background allein in den letzten Monaten geschafft hat, muss man Luft holen: Bundesverdienstkreuzträgerin, Merkel-Reden-Inspiratorin, „Journalistin des Jahres“, erfolgreichste Youtuberin des Jahres, Förderpreisträgerin des Deutschen Fernsehpreises, Bestseller-Autorin, Meinungsgeberin in „Tagesthemen“ und „heute-journal“. Und neuerdings auch noch Mutter. Sie selbst kann’s kaum fassen. Und ihr Vater erst recht nicht, wie sie in der kuscheligen „NDR-Talkshow“ erzählte: Chemiker wie sie, war der Papa perplex, als sie ihm nach dem Doktor eröffnete, ich mach‘ nicht weiter mit Chemie, ich mach‘ jetzt Youtube: Ist Reden über Wissenschaft denn auch ein Beruf? Und ob.

Noch während sie die Doktorarbeit schrieb, traute sie sich raus aus dem Labor. 2015, da war die Tochter vietnamesischer Eltern aus Hemsbach an der Bergstraße 28, startete sie ihren ersten Youtube-Kanal, „The Secret Life of Scientists“, und zwar ohne die stereotypen Accessoires weißer Wissenschaftskittel und blubbernde Erlenmeyerkolben, sondern mit Hotpants und Hiphop-Beats: In „Dancing Drug Delivery“, ihrem allerersten Video, vertanzte die Doktorandin Wirkstoffe gegen Krebs, an denen sie forschte. Also ganz das Gegenteil von dem verrückten Professor Konrad Stöckel („Wenn’s stinkt und kracht, ist’s Wissenschaft“) aus Luke Mockridges Schul-Show. Nguyen-Kim war schon damals der Überzeugung: Ich bin doch kein Freak. Wissenschaft ist massentauglich und kein Nerd-Wissen, worüber man in seiner Freizeit staunen kann wie über eine Schmetterlingssammlung, ach wie schön, aber jetzt packen wir die mal wieder weg.

Nein, Wissenschaft ist nach Nguyen-Kims Definition ein wesentlicher Teil unseres alltäglichen Lebens, das vor großen Herausforderungen steht: Wie schützen wir das Klima? Wie ernähren wir die Welt nachhaltig? Was ist mit grüner Gentechnik, was mit Künstlicher Intelligenz? All diese Themen seien gesellschaftlich, ethisch, moralisch und politisch hochinteressant, und es lägen ihnen komplexe wissenschaftliche Zusammenhänge zugrunde. Leider, hört man ihren Stoßseufzer aus der großen weiten Skype-Welt, fehle es den meisten Menschen an wissenschaftlicher Allgemeinbildung, „und das ist derzeit fatal: Wenn ich gar nicht weiß, was ein Virus eigentlich ist, dann kann mir ein veganer Koch das Blaue vom Himmel erzählen“.

Inzwischen ist aus Nguyen-Kims Hobby Youtube einer der meistabonnierten Wissenskanäle Deutschlands geworden, fast gleichauf mit dem ZDF-bekannten „MrWissen2go“ Mirko Drotschmann; „maiLab“ läuft ebenso unter dem öffentlich-rechtlichen Dach von funk. Das aus den Videos bekannte Holzregal vor türkisgrüner Wand erkennt man sofort, als sich Nguyen-Kim aus dem eigenen Kellerstudio nahe Frankfurt meldet. Und, na klar, der obligatorische Tee, stets ein wichtiges Youtube-Requisit, darf nicht fehlen. Ganz schnöder Früchte- oder Kräutertee ist meist drin. Um vor der Kamera auf Touren zu kommen, braucht Nguyen-Kim nix Aufputschendes.

Einen dritten promovierten Wissenschaftler hat die teetrinkende Akademikerin in diesem Jahr in ihr Rechercheteam von funk eingefordert und weniger Sendezeit dazu. Sie hat all das bekommen, Corona macht’s möglich. „Wir sind Profiteure dieser Krise“, gibt die Frontfrau von maiLab zu, deren Erklärvideo „Corona geht gerade erst los“ vor ziemlich exakt einem Jahr ihrem Kanal einen Boost über die Eine-Millionen-Abonnenten-Grenze verschaffte. Aber es gibt auch viel mehr zu tun. Mit der Größe des Kanals ist nicht nur Nguyen-Kims Bekanntheit gewachsen, sondern auch die Verantwortung, wissenschaftlich korrekt zu informieren. Auf ihrer Plattform könne sie Zusammenhänge erklären und so tief ins Detail gehen, wie sie es für notwendig halte, und „Sachen loswerden, die ich loswerden muss“. Das sei auch der Grund für ihre „Hassliebe“ zu Talkshows: Im wichtigsten Moment, wenn man ansetzt zum konstruktiven Streit, kommt der coitus interruptus.

Dass Corona-Koryphäen wie Christian Drosten und Sandra Ciesek solche Rederunden scheuten, kann Nguyen-Kim „sehr gut nachvollziehen“. In deren NDR-Podcast „Coronavirus-Update“ könnten sie die Grautöne zeichnen und differenziert erklären. „Wo sie es nicht können, gehen sie nicht mehr hin.“ Medienschaffenden „sollte es zu denken geben, wen sie da verprellen“, findet die Post-Doc-Wissenschaftlerin, „wir können froh sein, dass es so harte Knochen gibt wie Melanie Brinkmann, die immer noch die Nerven haben, in die Talkshows zu gehen.“

Sie selbst geht dann aber doch ab und an hin. Weil sie sich denkt: „Im Zweifelsfall sitze lieber ich dort als jemand anderes, der die große Reichweite für irgendeinen Unsinn ausnutzt.“ Da hält es Nguyen-Kim mit Harald Lesch, der schon vor Jahren in einem Interview sagte: „Was Unsinn ist, muss als Unsinn benannt werden. Dafür nehme ich jedes Medium, das ich kriegen kann.“ Auf heute übersetzt im Mai Thi-Sprech: „Am besten sind wir Wissenschaftsvermittler überall. Am besten sind wir auch eine Seuche.“ Mehr von ihrer Sorte, also von wissenschaftsjournalistischer Expertise, täte politischen Redaktionen generell gut: „Wissenschaftsjournalisten sind keine Fachexperten, aber sie können sehr wohl den wissenschaftlichen Konsens erkennen und Aussagen von Experten, die sich oft als Autoritäten gerieren, entsprechend einordnen und hinterfragen.“

Aber natürlich redet ein Youtube-Star wie Nguyen-Kim umso lieber bei Lanz & Co., wenn sie für ein neues Buch werben kann. Da hat die Wissenschaftsdurchblickerin die verkaufsfördernden Mechanismen des PR-Systems Talkshow schon sehr gut durchblickt.

Wie viel „Markus Lanz“ oder die „NDR Talkshow“ dazu beigetragen haben, egal. „Die kleinste, gemeinsame Wirklichkeit“ stürmt gerade die Sachbuchverkaufshitliste. Es handelt von der Schädlichkeit von Drogen („Kein Alkohol ist auch keine Lösung“) und Videospielen („Auf die Größe kommt es an“), der Erblichkeit von Intelligenz („Die große Matschepampe aus Genen und Umwelt“), den biologischen Unterschieden zwischen Frauen und Männern („Gewollt, aber nicht gekonnt?“) oder der Sicherheit von Impfungen („There’s no glory in prevention“). Vordergründig geht es darin nicht um Corona – Vertrag und Exposé des Buchs waren schon 2019 fix und fertig. Aber natürlich taugt dieser „fundamentale Faktencheck“ auch für die derzeit größte aller Streitfragen.

Grundthese ist, um es mal auf den saloppen Nenner zu bringen: Streiten ist echt kompliziert und unspaßig geworden. Es gibt nur noch Schwarz oder Weiß. Aber hey, da sind noch andere Farben. Die finden wir aber nur, wenn wir von einem gemeinsamen Faktenfundament ausgehen. Die Erde ist eine Scheibe? Weg mit dem Quatsch. Damit hat schon Galileo genug Zeit vergeudet. Lasst uns vorwärts streiten und dort, wo Zahlen und wissenschaftliche Erkenntnisse noch fehlen, gemeinsam um die beste Lösung ringen. „Vielleicht“, endet Nguyen-Kims gedrucktes Plädoyer, „macht Streiten so auch wieder Spaß.“

Schön wär‘s. Definitiv ein Riesenspaß war Nguyen-Kims Show-Einlage in einem Sketch mit Carolin Kebekus. „Auch Wissenschaftler haben Gefühle“ hieß der und wurde, aus Corona-technischen Gründen, vorigen Mai in ihrem Wohnzimmer aufgenommen. Die „Caro“ drückt darin die Gefühle aus, die Wissenschaftler wie Nguyen-Kim eigentlich nicht zeigen dürfen. Sprich: Sie führt sich wie ein Urwaldaffe auf. Das, was später bei Lanz passierte und Nguyen-Kim als „Maximum an Contenance verlieren“ bezeichnet, war dagegen lauwarm. „Caro war so laut. Wir mussten meine Nachbarn vorwarnen“, erinnert sich ihre Sketch-Partnerin.

Die „Caro“ wird sie im Übrigen dabei unterstützen, sich bühnentechnisch weiterzuentwickeln. Denn Nguyen-Kim soll ja nicht nur im ZDF-Hauptprogramm bei „Terra X“ tüfteln, sondern ab Herbst auf ZDFneo auch was Eigenes moderieren. Seit Jahren spuken ihr dafür Ideen im Kopf herum. Und sie hätte nie gedacht, „dass ich mal ein Team finde, wo wir auf einer Wellenlänge viben und meine Ideen zusammen umsetzen“. Zum Team gehört die bildundtonfabrik, die ehemalige Böhmermann-Clique. Was völlig Neues fürs lineare Fernsehen soll da entstehen, mit „Aktionen“ und so. Aber, erklärt die Show-Chefin: `“Wir nehmen die wissenschaftsjournalistische Arbeitsweise sehr, sehr ernst. Wir wollen die Leute nicht influencen und auch niemanden auflaufen lassen. Wir wollen in erster Linie wissenschaftlich korrekt informieren.“ Solange beim Inhalt keine Kompromisse gemacht werden, nichts verkürzt und unverständlich wird, ist sie „für so viel Spaß zu haben, wie es nur geht“. Von der legendären „Knoff-Hoff-Show“ mit Joachim Bublath und Dixie-Band im ZDF dürfte Nguyen-Kims Show-Ding allerdings ziemlich weit entfernt sein.

Bleibt zum Schluss die Frage: Wie steht es eigentlich um ihren jetzigen Beziehungsstatus zum WDR?

2018 wurde Mai Thi Nguyen-Kim Nachfolgerin von Ranga Yogeshwar in der Moderation von „Quarks“ (im Wechsel mit Ralph Caspers). Mit den Kollegen sei sie „sehr gut und sehr traurig auseinandergegangen“. Dass sie die Chance ergriffen habe, im ZDF eine eigene Show aufzuziehen, bei der sie auch noch die inhaltliche Hoheit habe und nicht nur das Gesicht hinhalte, hätten dort alle verstanden. „Niemand war mir böse.“ „Quarks“ sei eine „wirklich tolle Redaktion“. Sie finde aber, „sie könnten ein paar mehr Ressourcen haben“. Deshalb war sie froh, dass Range Yogeshwar bei „Zapp“ Tacheles redete, man müsse sich nicht wundern, wenn bei Wissenschaftsredaktionen eingespart werde. „Das sehe ich ähnlich. Man braucht die Leute, die Wissenschaftsjournalismus finanziell möglich machen.“

Alles also mal wieder eine Frage des Geldes. Da kann man so lange vorwärts streiten, wie man will, liebe Freunde der Sonne.

Streaming: Bots bekämpfen Bots – Piraterie wird automatisiert eingedämmt

Die Popularität von Streaming-Diensten war noch nie so hoch wie heute. Millionen von Menschen sitzen in ihren Häusern und sehnen sich nach Unterhaltung. Die Anbieter von Streaming-Diensten sehen dieses Publikum allerdings nicht als selbstverständlich an. Sie investieren Rekordsummen, um innovativ zu sein, das Benutzererlebnis zu verbessern und ihre Content-Angebote wettbewerbsfähiger zu gestalten. In diesem umkämpften Markt dürfen sie jedoch nicht zulassen, dass die Sicherheit ihrer Inhalte zu einem blinden Fleck wird.

Früher konzentrierten sich Cyberattacken auf Datenbestände und -dienste, aber das ändert sich. Im Streaming-Zeitalter haben es die Bösewichte zunehmend auf geistiges Eigentum, Streaming-Infrastruktur und Inhaltsdienste abgesehen. Untersuchungen zeigen, dass Piraterie die Anbieter digitaler Inhalte jährlich bis zu 71 Milliarden US-Dollar kostet, Tendenz steigend. Auch der illegale Austausch von Zugangsdaten ist ein gefundenes Fressen für Cyberkriminelle: 33 Prozent der deutschen Verbraucher geben zu, ihre Zugangsdaten für Streaming-Dienste mit anderen zu teilen.

Die Pandemie verfrachtet zwar alle Büromitarbeiter ins Homeoffice, doch Hacker haben definitiv keine Pause eingelegt. Sie machten sich mit Hochdruck an die Arbeit, als die Mitarbeiter die relative Sicherheit des Büronetzwerks verließen. Ransomware und DDoS-Angriffe über Bots bleiben mächtige Werkzeuge, um Online-Dienste zu unterbrechen oder zu überlasten, bis das Opfer den Forderungen nachgibt. Auch Streaming-Dienste werden nun wie Gaming-Plattformen beliebte Angriffsziele. Dieses Risikos müssen sich Anbieter von Streaming-Diensten bewusst sein und mit höheren Sicherheitsstandards und Tools dagegenwirken.

Der Cyber-Krieg der Bots

Wenn es um den Schutz der Streaming-Infrastruktur geht, müssen Anbieter erkennen, dass sie es mit einem anonymen Feind zu tun haben, dessen Taktiken sich ständig ändern und weiterentwickeln. Cyberkriminelle verlassen sich seit langem auf autonome Bots, um einen Großteil ihrer Arbeit zu erledigen und ihre Angriffe zu skalieren. Es sind diese bösartigen Bots, die DDoS-Attacken, Web-Scraping und Kontoübernahmen durchführen. Diese Vorgehensweisen stellen im Allgemeinen das größte Sicherheitsrisiko für Streaming-Dienste dar. Hinzu kommt, dass diese Bots stets weiterentwickelt werden und immer schlechter zu identifizieren sind.

CAPTCHA hat sich in den letzten Jahren zu einer weit verbreiteten Anti-Bot-Maßnahme entwickelt, die den Anfragenden dazu zwingt, Aufgaben auszuführen, die nur ein Mensch erledigen könnte. Dies wird nun jedoch durch „Captcha as a Service“ umgangen, bei dem ein bösartiger Bot Captcha-Herausforderungen an ein menschliches Team weiterleiten kann, das die Beantwortung für ihn übernimmt.

Kriminelle Organisationen nutzen auch zunehmend Künstliche Intelligenz (KI) und fortschrittliche maschinelle Lernfunktionen, um ihre Bots menschlicher erscheinen zu lassen. Zwar nutzen Content-Anbieter „gute Bots“, um verdächtige Verhaltensweisen von Nutzern zu überwachen. Doch sie sind selten ausgereift genug, um zwischen echten menschlichen Nutzern und Bots zu unterscheiden. Denn gefährliche Bots verhalten sich mittlerweile fast genauso menschlich. Infolgedessen verschleiern Kriminelle ihre laufenden Angriffe, stehlen Inhalte und überlasten Streaming-Dienste mitunter bis zum Ausfall des Webservices.

Guter Bot, böser Bot

Bösartige Bots verändern sich ständig, da Cyberkriminelle mit den Anbietern von Sicherheitslösungen Katz und Maus spielen. Sobald ein Anbieter eine Art von „Bad Bot“ erkennt und dagegen schützt, finden Hacker neue Wege, diese Sicherheitsmaßnahmen zu umgehen. Gleichzeitig wird über die Hälfte des gesamten Internetverkehrs von Bots generiert – sowohl von legitimen Bots wie Suchmaschinen als auch von bösartigen Varianten. Streaming-Dienste würden ohne die sogenannten Beneficial Bots zum Stillstand kommen und hätten Schwierigkeiten, die Suchanfragen von Nutzern zu prüfen und verdächtige Aktivitäten zu überwachen.

Content-Anbieter benötigen eine intelligente Bot-Management-Lösung, die sich an die wechselnden Taktiken der Cyberkriminellen anpassen kann und einen schädlichen Bot von einem guten unterscheiden kann. Um dies zu erreichen, müssen sie zwangsläufig die gleichen KI- und maschinellen Lernlösungen nutzen, die auch Bösewichte einsetzen, um sich der Erkennung zu entziehen. Daher sind Funktionen wichtiger denn je, die eine kontinuierliche Überwachung des Nutzerverhaltens und die ständige Anpassung der Bot-Management-Richtlinien ermöglichen. Maschinelles Lernen ist hier eine entscheidende Komponente, da es Systemen ermöglicht, zu lernen und sich anzupassen, wenn die Angreifer ihre Bot-Methoden ändern. Solche Sicherheitssysteme benachrichtigen bei Erkennung die Sicherheitsverantwortlichen, sodass diese schnellstmöglich eingreifen und einen laufenden DDoS-Angriff abwenden können. Dieser Ansatz kann durch Verschlüsselungstools wie Digital Rights Management (DRM) und leistungsstarke Edge-Funktionen wie forensische Wasserzeichen ergänzt werden, um Inhalte vor illegaler Vervielfältigung und Nutzung zu schützen.

Legitimes Nutzerverhalten richtig erkennen

Ein solch ausgeklügeltes Bot-Management unterstützt die allgemeine Integrität und Zuverlässigkeit des Dienstes. Aber Streaming-Anbieter müssen sich auch mit dem Teilen von Zugangsdaten auseinandersetzen, um ihre Inhalte zu schützen. Da in erster Linie Personen für die illegale Weitergabe ihrer Konten an andere verantwortlich sind, erfordert die Schadensbegrenzung mehr als nur Bot-Management.

Das Verständnis des Nutzerverhaltens und die Erkennung von Missbrauch von Zugangsdaten sind hochkomplexe Aufgaben. Eine einzige falsche Schlussfolgerung kann dazu führen, dass ein unschuldiger Nutzer vom Zugriff auf bezahlte Dienste ausgeschlossen wird. Erst wenn sich verdächtiges Verhalten öfter wiederholt, kann der Dienstanbieter sicher sein, dass tatsächlich ein Missbrauch vorliegt und eine Sperrung erfolgen sollte. Da diese Aktivität ohne zusätzliche Eingaben des Benutzers wie Captcha oder Sicherheitsfragen durchgeführt wird, erleben legitime Benutzer keine Verzögerungen oder „Unstimmigkeiten“. Auch eine Multi-Faktor-Authentifizierung der Nutzer kann Streaming-Providern helfen, ihre Kunden sicherer als legitime Anwender zu identifizieren.

Sicherheit ist ein Dauerjob

Es gibt kein Allheilmittel für die Sicherheit von Web-Inhalten. Aber Anbieter von Streaming-Diensten benötigen einen Ansatz, der flexibel ist und sich weiterentwickeln kann, um mit Kriminellen Schritt zu halten. Die Pandemie hat vieles in unserer Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur verändert, die Spielregeln bleiben jedoch bestehen. Streaming-Anbieter müssen KI mit KI bekämpfen und mit ihren CDN-Partnern (Content Delivery Network) zusammenarbeiten, um ihre Inhalte vor Video-Piraterie und Missbrauch von Zugangsdaten zu schützen.

Bologna Children’s Book Fair sagt Präsenzmesse ab

Eine wirkliche Überraschung ist das nun auch nicht: Die Bologna Children’s Book Fair hat ihre Präsenzmesse 2021 abgesagt. Ursprünglich war die für Mitte April 2021 geplant, aber natürlich sorgt die anhaltende Corona-Pandemie für Einschränkungen.

Man habe sich nun für eine „Online Edition“ entschieden, die vom 14. bis zum 17. Juni stattfinden soll. Diese Online-Ausgabe soll dann auch umfangreicher stattfinden als noch im vergangenen Jahr. Innerhalb dieser Ausgabe sollen auch BolognaBookPlus und die Rechteplattform Global Rights Exchange unterkommen.

Ismael Ivo ist tot

Der brasilianische Choreograf und Mitbegründer des Wiener ImPulsTanz-Festivals, Ismael Ivo, ist tot. Er verstarb im Alter von 66 Jahren in seiner Heimatstadt Sao Paulo an einer Coronavirus-Infektion.

Der am 17. Jänner 1955 geborene Ivo hatte ImPulsTanz 1984 mit Karl Regensburger gegründet und war dafür 2019 mit dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst ausgezeichnet worden. Schon vor der Festivalgründung hatte Ivo eine der beeindruckendsten Tanzkarrieren der vergangenen Jahrzehnte hinter sich gebracht.

Geboren als Sohn eines Bauarbeiters und einer Putzfrau in Brasiliens Metropole Sao Paulo studierte Ivo in den 1970ern zunächst Sozialwissenschaft und Psychologie sowie Philosophie und Soziologie in seiner Heimatstadt, absolvierte ab 1976 aber auch parallel eine Tanzausbildung im Dance Center Ruth Rachou.

„Die Presse“ gründet neue Digital-Unit

In der neu geschaffenen Abteilung „Digitales Produktmanagement“ arbeitet ab sofort ein 12-köpfiges Team an der digitalen Weiterentwicklung der Tageszeitung „Die Presse“. Stefan Körner leitet die neue Unit, Sarah Weishäupl verantwortet als Head of Product Management die inhaltliche Leitung. Die neue Unit soll unter anderem digitale Lösungen und Features für Kunden planen, konzeptionieren und kalkulieren.

Texaner wollte Amazon-Rechenzentrum in die Luft sprengen

Ein 28-jähriger Texaner hat geplant, das Amazon-Rechenzentrum in Ashburn/USA in die Luft zu sprengen. Der Mann wurde am 8. April verhaftet, nachdem er versucht hatte, Sprengstoff von einem verdeckten Ermittler des FBI zu kaufen, teilte das US-Justizministerium mit.

Auf den Mann wurden die Behörden durch einen Tipp aufmerksam, der sie auf beunruhigende Aussagen des 28-jährigen hinwies. Dieser hatte in einem Forum, das sich selbst als patriotisches Netzwerk bezeichnet und sich zur Aufgabe gemacht hat, eine Miliz aufzubauen, verkündet, dass er plane, „ein kleines Experiment durchzuführen“. Dieses könnte „eine Menge Hitze erzeugen“ und „gefährlich“ sein. Auf die Frage, welches Ergebnis er sich wünsche, antwortete er schlicht: „Tod.“

Eine vertrauliche Quelle gab dem FBI die E-Mail-Adresse des Verdächtigen. Dieses durchsuchte anschließend dessen Facebook-Konto. Dort hatte der Mann geprahlt, dass er am Sturm auf das Kapitol im Januar beteiligt gewesen sei, allerdings das Gebäude nicht betreten habe. Dafür will er Glasscherben aus einem zerbrochenen Fenster mitgenommen und mit der Polizei „interagiert“ haben. Das abgesägte AR-Gewehr habe er im Auto gelassen.

Lars Boering wird neuer Direktor des EJC

Das European Journalism Centre (EJC) hat einen neuen Direktor: Die Non-Profit-Organisation mit Sitz in den Niederlanden gab bekannt, dass künftig Lars Boering das Institut leiten wird. Boering war von 2015 bis 2020 Geschäftsführer der World Press Photo Foundation und davor Geschäftsführer des niederländischen Fotografenverbandes. Er folgt Adam Thomas nach, der seit 2016 Direktor des EJC war.

Das EJC bietet unter anderem Weiterbildungsprogramme für Journalisten und Medienfachleute an und vergibt Förderungen und Zuschüsse für diverse Journalismus-Projekte in ganz Europa.

„Das EJC ist eine der wichtigsten Institutionen für Journalismus in Europa und genießt weltweit hohes Ansehen“, so Boering. „Die beeindruckende Liste von Partnern und Geldgebern ist ein klarer Beweis dafür. Mit einem intelligenten und talentierten Team werden wir die Transformation und Veränderung, die Adam mit Erfolg begonnen hat, weiter vorantreiben. Die Stärkung, Unabhängigkeit und Widerstandsfähigkeit von Journalisten und Medien wird ein wichtiger Teil unserer Arbeit bleiben. Wir alle sind verpflichtet, in einer Zeit, in der die faktenbasierte Berichterstattung unter Druck steht, für Pressefreiheit, Redefreiheit und freien Informationsfluss zu kämpfen.“

Ibrahimovic spielt im neuen Asterix-Film mit

Fußball-Star Zlatan Ibrahimovic will bald auch auf der Filmleinwand glänzen. Im neuesten Asterix-Film wird er die Rolle des Antivirus übernehmen.

Der Stürmer beim AC Mailand veröffentlichte ein entsprechendes Bild auf Instagram. Regisseur Guillaume Canet bestätigte mit einer Liste der Filmbesetzung das Engagement des Fußballprofis.

Worum genau es in dem Film gehen soll, verriet Canet mit der Bekanntgabe aber noch nicht. Der französische Titel lässt allerdings vermuten, dass es die Gallier auf eine Reise nach China ziehen wird.

Nokia: Sechs neue Smartphones, bis zu drei große Android-Updates und ein Mobilfunkangebot

Nach einer eher unerfreulichen Episode bei Microsoft steht der traditionsreiche Markenname Nokia seit einigen Jahren im Besitz des finnischen Unternehmens HMD Global. Mit einem Fokus auf schlanke Softwareausstattung und einem starken Update-Versprechen hat man sich rasch einen guten Namen unter Android-Fans gemacht. Mittlerweile wurde man in letzterer Hinsicht aber von anderen Anbietern überflügelt – allen voran Branchenprimus Samsung. Also ist es Zeit nachzubessern, und genau das tut der Hersteller nun.

X, G und C

HMD Global hat eine ganze Palette neuer Smartphones in der Preisregion zwischen 140 und 400 Euro vorgestellt. Dabei gibt man das alte Namensschema auf und wechselt nun auf Buchstaben, um die verschiedenen Preisregionen zu kennzeichnen. Von den C-Modellen geht es aufwärts über die G-Reihe bis in die Mittelklasse, die durch Nokia X abgedeckt wird. Genau diese ist es dann auch, wo das erweiterte Update-Versprechen zum Tragen kommt.

Updates, mehr davon

Statt den bisherigen zwei großen Android-Versionssprüngen soll es bei den Nokia-X-Modellen künftig drei Upgrades geben. Das heißt, die jetzt vorgestellten Modelle, die mit Android 11 ausgeliefert werden, sollten noch Android 14 erhalten. Die monatliche Auslieferung von Sicherheitsaktualisierungen über einen Zeitraum von drei Jahren hinweg bleibt hingegen unverändert.

Mobilfunker

Am Rande der Vorstellung neuer Smartphones konnte HMD aber noch mit einer anderen interessanten Ankündigung aufwarten: Das Unternehmen will nämlich zum Mobilfunkanbieter werden. An den Aufbau eines eigenen Netzes denkt das Unternehmen dabei natürlich nicht, stattdessen versucht man sein Glück als virtueller Netzbetreiber (MVNO) – zunächst – in Großbritannien. Firmenchef Florian Seiche wirbt vor allem mit Flexibilität und niedrigen Preisen.

Das Angebot soll bereits Ende April starten, als Partner hat man den britischen Provider EE auserkoren. Das Startangebot liegt bei 6,50 Pfund (7,50 Euro) für 1 GByte Daten und unlimitierte Anrufe und SMS innerhalb Großbritanniens und auch in die EU. Tarife mit mehr Daten sollen aber ebenfalls angeboten werden.

Deutsche Post hebt nach Gewinnsprung die Prognose

Die Deutsche Post setzt ihren Höhenflug nach den Rekordergebnissen des vergangenen Jahres fort. Wie der Bonner Dax-Konzern mitteilte, verdreifachte sich in den ersten drei Monaten 2021 der Ertrag vor Steuern und Zinsen (Ebit) gegenüber dem Vorjahrsquartal. Insgesamt kamen 1,9 Milliarden Euro zusammen, nach vergleichsweise geringen 592 Millionen Euro im ersten Quartal 2020.

„Der Start in das neue Geschäftsjahr war so dynamisch wie noch nie“, kommentierte Vorstandschef Frank Appel das Ergebnis. „Das zeigt, dass wir unser Geschäft erfolgreich auf die richtigen Wachstumstreiber ausgerichtet haben.“

Gleichzeitig hob Appel den erst am 9. März veröffentlichten Ausblick für das laufende Geschäftsjahr an. Das Konzern-Ebit für 2021 werde nun „deutlich“ über der zuletzt verkündeten Marke von 5,6 Milliarden Euro liegen. Beim freien Cashflow erwarte man ebenfalls „deutlich“ mehr als die zunächst prognostizierten 2,3 Milliarden Euro.

Wie der Bonner Logistikkonzern berichtet, blieb das an Privathaushalte zugestellte Paketvolumen in den ersten drei Monaten des Jahres unverändert hoch. Zudem zogen die Sendungsmengen an gewerbliche Empfänger, die im vergangenen Jahr stagnierten, wieder an.

Auch die Frachtsparte erholte sich. „Ein Jahr nach Beginn der Pandemie sehen wir eine deutliche Stabilisierung im Welthandel mit steigenden Luft- und Seefrachtvolumen“, sagte Appel. Der Betriebsgewinn der Sparte Global Forwarding/Freight, der 2020 unter einem um ein Zehntel eingebrochenen Transportvolumen gelitten hatte, verdreifachte sich im ersten Quartal auf 215 Millionen Euro. Auch die Lagerei-Sparte, deren Ergebnis im ersten Pandemie-Jahr wegen zeitweiser Betriebsschließungen unter Druck geraten war, stieg um rund 50 Prozent auf 165 Millionen Euro.

Die ohnehin stark wachsende Express-Sparte verdreifachte ihr Quartals-Ebit nahezu auf 955 Millionen Euro, im Post- und Paketgeschäft ging es von 334 auf 555 Millionen Euro nach oben. Auch das ausländische Paketgeschäft, das unter dem Namen E-Commerce Solutions geführt wird, glänzte mit einem Betriebsgewinn von 115 Millionen Euro. Die noch junge Konzerntochter hatte im Vorjahresquartal gerade einmal sechs Millionen Euro verdient.

Die positive Geschäftsentwicklung führt außerdem zu einer starken Cashflow-Entwicklung. So kam in den ersten drei Monaten 2021 rund eine Milliarde Euro an freiem Cashflow zusammen, während der Wert zwölf Monate zuvor noch bei minus 409 Millionen Euro gelegen hatte.

Ferdinand von Schirach: Sollten Grundrechte Instrumente der Politik sein?

Ferdinand von Schirach ruft Europa dazu auf, sechs neue Grundrechte zu proklamieren. Doch damit erweist er seinem politischen Anliegen einen schlechten Dienst.

So viele berühmte Twitterer und sogar Rechtsprofessoren haben sich für die jüngste Aktion des Schriftstellers Ferdinand von Schirach schon ins Zeug gelegt, noch bevor das offizielle Buch („Jeder Mensch“, Luchterhand Verlag) am Dienstag erscheinen wird, dass man eher an sich selbst zweifeln mag als an diesem Angebot, mittels Smartphone-Klick „den nachfolgenden Generationen etwas Glückliches, etwas Strahlendes“ zu hinterlassen. Schirach fordert dazu auf, einen Appell „Für neue Grundrechte in Europa“ digital zu unterzeichnen – neue globale Entwicklungen machten eine Erweiterung der bisherigen Charta notwendig.

Konkret geht es um die Bereiche Umwelt („Jeder Mensch hat das Recht, in einer gesunden und geschützten Umwelt zu leben“), digitale Selbstbestimmung, Künstliche Intelligenz, Wahrheit („Jeder Mensch hat das Recht, dass Äußerungen von Amtsträgern der Wahrheit entsprechen“) und globalisierter Handel; ein sechster Artikel betrifft das Recht, wegen „systematischer Verletzungen“ der neuen Charta bei europäischen Gerichten Klage zu erheben.

Zur Kampagne selbst gehört der Vorbehalt, die vorgeschlagenen Formeln könnten als zu einfach, zu naiv, zu utopisch erscheinen – ein Einwand, der dann gleich ausgeräumt wird: „Genau darin könnte ihre Kraft liegen.“ Doch diese Sprachregelung legt eine falsche Fährte. Nicht die Einfachheit oder der Idealismus der Charta werfen Fragen auf, sondern die Art und Weise, mit der sie „Kraft“ entwickeln soll. Es geht nicht darum, ob Ziele wie Umweltschutz, digitale Selbstbestimmung oder fairer Handel richtig sind und aller Mühe wert (natürlich sind sie das); es geht darum, ob politische Ziele zutreffend beschrieben und wirkungsvoll befördert sind, indem man sie zu „Grundrechten“ erklärt.

Eine moralische Wellness-Oase für Europa

Die Website des Appells bezeichnet die vorgeschlagenen Grundrechte als „mächtige Instrumente, um unsere Zukunft in Europa zu gestalten“: Ihre Einklagbarkeit soll zum Hebel ihrer politischen Durchsetzung werden. Schirach stellt dieses Programm in die Tradition der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung von 1776 und der französischen Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte von 1789, die zu ihrer Zeit auch noch Utopien gewesen seien, da die dort postulierte Gleichberechtigung zunächst noch keineswegs Realität war. Doch er unterschlägt, dass die Grundrechte in diesen Deklarationen eine ganz andere Funktion haben: Sie sollen den Staat dadurch definieren, dass sie als „Endzweck jeder politischen Einrichtung“ dem instrumentellen Bereich der Politik und sogar der Einzelgesetze gerade entzogen sind. Als Kriterium dieser Sphäre staatlicher Selbstbegrenzung nennt die Erklärung von 1789, dass es sich um „natürliche, unveräußerliche und heilige Rechte des Menschen“ handele.

Dieser strikte Maßstab würde unter den von der Kampagne genannten Themen nur auf die Selbstbestimmung zutreffen. Bei den anderen spiegeln die praktischen Schwierigkeiten, auf die die Einklagung etwa einer gesunden Umwelt oder der Wahrhaftigkeit von Amtsträgern treffen würde, die systematische Überdehnung des Grundrechtsprinzips – getrieben von der Sehnsucht nach einer höheren Macht, die von den größer werdenden politischen Ungewissheiten in Europa enthebt, eine Art moralische Wellness-Oase. Das wäre noch nicht weiter schlimm. Doch es schadet auch. Wenn die vorpolitische Zone, die der liberale Staat zum Schutz der Freiheit der Einzelnen eingerichtet hat, zum Instrument des politischen Aktivismus würde, verlöre sie zusehends ihre paradoxe politische Kraft. Und die Gerichte, die durch die an sie delegierte Politik hoffnungslos überfordert wären, ebenso.
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Linda Zervakis hört als „Tagesschau“-Sprecherin auf

Viel Bewegung bei der „Tagesschau“. Nach dem Abschied von Chefsprecher Jan Hofer, dem Neuzugang Constantin Schreiber hört nun Linda Zervakis, 45, als „Tagesschau“-Sprecherin auf. Das bestätigte der Norddeutsche Rundfunk (NDR) am Freitag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Am 26. April werde sie zum letzten Mal die 20-Uhr-Ausgabe der „Tagesschau“ präsentieren.

Gründe für ihren kurzfristigen Abschied wurden nicht genannt. Nach 19 Jahren beim NDR werde es Zeit, neue Wege zu gehen. „Wenn nicht jetzt, wann dann?“, schrieb sie laut medieninsider.com. Man solle gehen, „wenn es am schönsten ist“.

Zuletzt hatte sich Zervakis auch unter die Podcaster gewagt. Im Sommer 2020 startete auf Spotify ihr Format „Gute Deutsche“, indem sie mit prominenten Gästen wie Salwa Houmsi, Giovanni di Lorenzo oder Mark Forster über Herkunft und Heimat spricht. Zervakis wuchs als Tochter griechischer Gastarbeiter in Hamburg-Harburg auf. 2010 kam sie zur „Tagesschau“, 2013 wurde Zervakis die erste Sprecherin in der 20-Uhr-Ausgabe mit Migrationshintergrund.

Darüberhinaus hatte sie Moderationen beim deutschen ESC-Vorentscheid. 2018 lief im NDR ihre Sendung „Linda Zervakis: Alles auf Anfang“, bei der sie mit jeweils zwei Prominenten wichtige Orte aus deren Vergangenheit besuchte. Es dürfte für die Journalistin, wie auch für Jan Hofer, ein Medien-Leben nach der „Tagesschau“ gebe. In der Branche wird spekuliert, dass Zervakis zum ZDF wechseln könnte. Dort wird der Anchor-Platz von Petra Gerster frei, die am 26. Mai zum letzten Mal die „heute“-Nachrichten moderiert.

„Herr der Ringe“-Verfilmung aus Russland wird Internet-Hit

Zur Freude von Fantasy-Fans hat das russische Fernsehen eine vor 30 Jahren ausgestrahlte und verloren geglaubte Verfilmung von John Tolkiens „Herr der Ringe“ veröffentlicht. Bei Youtube hatte der erste von zwei Teilen des Films „Chraniteli“ (Deutsch: „Beschützer“) am Samstag bereits mehr als 1,6 Millionen Aufrufe. Die am 13. und 14. April 1991 im sowjetischen TV gezeigte Fassung wurde im März wieder gefunden und digitalisiert, wie der Sender Pjaty Kanal (Kanal 5) mitteilte.

Die Autorin und Regisseurin der sowjetischen Fassung, Natalia Serebrjakowa, sagte russischen Medien zufolge, dass sie bereit sei, eine Fortsetzung zu drehen. Damals fand sie in Leningrader Theatern die Schauspieler, Kulissen und Kostüme für das weitgehend ohne Spezialeffekte, aber mit sichtlich großem Spaß verwirklichte Projekt. Andrej Romanow von der Rockgruppe Aquarium komponierte damals die Filmmusik und führte als Erzähler durch die Geschichte.

Journalist in Athen auf offener Straße erschossen

Ein griechischer Blogger und Journalist ist am 9.4. zu Mittag vor seinem Haus in Athen erschossen worden. Der in Griechenland als Polizeireporter bekannte Giorgos Karaivaz wurde mit sieben Schüssen niedergestreckt, wie griechische Medien unter Berufung auf Polizeikreise berichteten. Zwei Männer seien anschließend auf einem Motorrad geflüchtet, hieß es. Über die Hintergründe war zunächst nichts bekannt.

Gerätselt wird über die möglichen Hintergründe. Die „Vereinigung der Europajournalisten/Association of European Journalists“ (AEJ) verweist darauf, dass Karaivaz „ein Veteran der Kriminalberichterstattung“ gewesen sei, der für verschiedene griechische Zeitungen und Rundfunkanstalten gearbeitet hatte. Die Regierung habe eine Untersuchung der Tat angeordnet.

Die für Werte und Transparenz zuständige Vizepräsidentin der EU-Kommission, Vera Jourova, reagierte besorgt. Sie sei tief geschockt, schrieb die Tschechin auf Twitter. Ihre Gedanken seien bei Karaivaz‘ Familie und seinen Kollegen. Es müsse für Gerechtigkeit gesorgt und die Sicherheit von Journalisten garantiert werden.

Die Menschenrechtskommissarin des Europarats, Dunja Mijatović, forderte die Behörden auf, die Tat dringend und vollständig zu untersuchen und sicherzustellen, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. Auf Twitter schrieb sie, die Tötung Karaivaz‘ sei eine tragische Erinnerung daran, dass Journalismus ein gefährlicher Beruf in Europa sei.

Die Ermordung des Journalisten am helllichten Tag in einer europäischen Stadt zeige, dass das Umfeld für investigative Journalisten in Europa aufgrund der zunehmenden Feindseligkeit gegenüber Medien gefährlicher geworden ist, betonte auch der AEJ. William Horsley, der Vertreter der AEJ für Medienfreiheit, forderte die griechischen Behörden dazu auf, „die Mörder von Giorgos Karaivaz vor Gericht zu stellen, um eine weitere Erosion des öffentlichen Vertrauens zu verhindern.“

Samsung Österreich stellt Unternehmenskommunikation neu auf

Samsung Electronics Austria GmbH stellt sich ab sofort in der Unternehmenskommunikation neu auf. Aus der Zusammenführung der Bereiche Public Affairs und Public Relations geht ein neues Kommunikationsteam hervor. Der bisherige Corporate Affairs Manager, Martin Zust, übernimmt dessen Leitung als Head of Corporate Communications für Österreich und die Schweiz. Mit Beginn des Jahres hat Thomas Spieler die Position als Corporate & Public Affairs Manager bei Samsung Österreich übernommen. Die externe Kommunikation für Österreich verantwortet wie bis hin Divna Ivic als Pressesprecherin.

Jubel vor TV-Messe MIPTV: Schon über 1,2 Milliarden Streaming-Abos

Die Fachwelt geht nach jüngsten Zahlen von weltweit mehr als 1,2 Milliarden Nutzerkonten aus. So hat es der New Yorker Marktforscher LightShed Research errechnet. Darin sind allein die großen Anbieter mit Sitz in den USA eingerechnet, etwa Netflix, Amazon und Disney+. Regionale Streamingportale kommen da noch oben drauf.

26 Prozent Wachstum gegenüber dem Vorjahr

Bereits Mitte März hatte der amerikanische Produzentenverband Motion Picture Association aus Washington gejubelt, dass 2020 die Milliardenmarke bei den Abos global erstmals überschritten worden sei. Das bedeutet ein Wachstum um 26 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bei der am Montag beginnenden wichtigsten Fernsehmesse der Welt, der MIPTV in Cannes, herrscht also Champagnerlaune. Die Geschäfte laufen besser denn je, auch wenn die MIPTV 2021 nur virtuell stattfindet.

Vor allem lokale Produktionen, die zugleich weltweit angeboten werden, boomen immer mehr. „Die Plattformen sind damit gestartet, aber die Fernsehsender und andere Marktteilnehmer steigen ebenfalls mit ein“, betont Smith. Vor allem europäische Serien und Filme seien gefragt, darunter deutsche, französische, spanische und schwedische Produktionen: „Mit Inhalten, von denen man früher nicht gedacht hatte, dass sie international erfolgreich sein könnten.“

„Der Hirte“ mit Tobias Moretti wird in Cannes vorgestellt

So wird zur MIPTV zum ersten Mal die ZDF-Produktion „Der Hirte“ vorgestellt. Die vierstündige Miniserie mit Tobias Moretti in der Hauptrolle spielt in Tirol und handelt von einem Winzer, der von seiner Mafia-Vergangenheit eingeholt wird. Für den weltweiten Vertrieb als „The Winemaker“ ist die Münchener Beta Film zuständig. Dort rechnet man mit großem Interesse an dieser Art von „Event TV“.

Überhaupt haben sich für Beta, einen der größten deutschen Programmvertriebe, die Geschäfte in den letzten Monaten „sehr gut“ entwickelt, so Senior Vice President Oliver Bachert. Die gestiegene Nachfrage an europäischen Produktionen erklärt er so: „In den USA und Großbritannien wurden manche Serien wegen Corona verzögert, Staffeln gekürzt oder sogar nicht fortgesetzt, Sportübertragungen sind ausgefallen, da war die Aufmerksamkeit für europäische Produktionen noch größer.“ Die Ausstrahlung der zehnten Staffel der amerikanischen Zombie-Serie „The Walking Dead“ zum Beispiel brach im vergangenen Frühjahr einfach ab und wurde erst Monate später fortgesetzt.

„Es geht so gut wie noch nie“

Auch wenn die Pandemie zurzeit Produktionsbedingungen erschwert und für Einbußen bei den werbefinanzierten Sendern sorgt, machen sich die Produzenten keine Sorgen. Ufa-Chef Nico Hofmann geht davon aus, dass Sender sich genau überlegen müssten, wie sie sich gegenüber den großen US-Plattformen behaupten. Dafür benötigten sie attraktive Inhalte für ihre eigenen Online-Angebote: „Von einem Investmentstau bemerken wir nichts – uns geht es so gut wie noch nie.“

In Zeiten ohne Pandemie tummeln sich auf der weltgrößten TV-Messe der Welt MIPTV in Cannes im April um die 10.000 Verantwortliche von Sendern, Produktionsfirmen, Programmvertrieben, Internetplattformen und Medienkonzernen aus aller Welt. Der Marktplatz findet diesmal vom 12. bis 16. April nur digital statt und zeigt, was schon bald in Millionen Wohnzimmern über die Bildschirme flimmert.

Twitch sperrt Nutzer künftig auch für Taten außerhalb der Plattform

Im Detail bedeutet das, dass Twitch bei der Untersuchung eines gemeldeten Vorfalls während eines Livestreams auch Belästigungen auf Twitter berücksichtigen werde. Neu ist jedoch insbesondere die zweite Kategorie: Denn Twitch wird nun „gegen schwerwiegende Verstöße vorgehen, die ein erhebliches Sicherheitsrisiko für die Twitch-Community darstellen. Auch wenn diese Handlungen vollständig außerhalb von Twitch stattfinden.“

Begrenzter Handlungsspielraum

Dazu zählt die Plattform Taten wie tödliche Gewalt und gewalttätigen Extremismus, terroristische Aktivitäten oder Rekrutierung. Aber auch sexuelle Übergriffe, die sexuelle Ausbeutung von Kindern oder Drohungen gegen Twitch und seine Mitarbeiter werden vom Unternehmen aufgelistet.

Bei den Ermittlungen wird Twitch von einer externen Anwaltskanzlei unterstützt. Außerdem wurde die E-Mail-Adresse „OSIT@twitch.tv“ eingerichtet, an die jeder Beweise für Fehlverhalten außerhalb der Plattform schicken kann. Gleichzeitig wies das Unternehmen jedoch darauf hin, dass der eigene Handlungsspielraum begrenzt sei. Deshalb könne man sich nur mit gemeldeten Verhaltensweisen befassen, die explizit unter die aufgelisteten Bereiche fallen.

Neue Regeln bezüglich Hassrede

Schon in der Vergangenheit wurden Personen wegen ihres Verhaltens abseits der Plattform gesperrt. So auch letztes Jahr, als mehrere Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs gegen bekannte Twitch-Streamer aufkamen. Infolge dessen wurde der Super Smash Bros.-Streamer Zero von der Plattform verbannt, nachdem er zugegeben hatte, sexuell eindeutige Nachrichten an Minderjährige gesendet zu haben.

Die Klarstellung der eigenen Richtlinien bezüglich Off-Plattform-Belästigung folgt einer Aktualisierung der Regeln bezüglich Hassrede und Belästigung vom Jänner 2021. Dabei stellte Twitch klar, dass unter anderem „das Teilen von hasserfüllten Bildern oder Symbolen“ und „das Angreifen anderer mit wiederholten oder schweren persönlichen Angriffen“ verboten sind.

ZDF-Intendant gegen ARD-Fusion – „Kein markt- oder betriebswirtschaftlicher Sinn“

ZDF-Intendant Thomas Bellut hat Kritik an dem Vorschlag geäußert, die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten in Deutschland zusammenzuführen. Dies sei wegen der unterschiedlichen Funktionen von ARD und ZDF gar nicht realisierbar, sagte Bellut. Das ZDF habe einen nationalen Auftrag, die ARD sei eine Arbeitsgemeinschaft aus wichtigen regionalen Sendern mit einem alle zwei Jahre wechselnden Vorsitz. Der Intendant sehe in einer Vereinigung „keinen markt- oder betriebswirtschaftlichen Sinn“.

Der Vorschlag, die Häuser von ARD und ZDF zusammenzulegen, wurde zuletzt immer wieder aufgegriffen, unlängst etwa von der Mittelstandsunion von CDU und CSU. Die Vereinigung von Mittelstandspolitikern hatte neben der Zusammenlegung von ARD und ZDF vorgeschlagen, das Unterhaltungs- und Sportprogrammangebot zu reduzieren und neue Leitungs- und Aufsichtsstrukturen zu etablieren.

Bellut befürchtet negative Auswirkungen auf die Mediendiversität infolge einer Fusion : „Ich bin ein klarer Befürworter eines Qualitätswettbewerbs der Hauptprogramme von ZDF und ARD“, so Bellut. Meinungsvielfalt müsse erhalten und dürfe nicht ohne Not beschränkt werden.

Der ZDF-Intendant nannte in dem Interview auch bestehende Kooperationen mit anderen Sendern. Sparen sei gut und wichtig, etwa durch eine Zusammenarbeit mit ARD-Anstalten wie beispielsweise dem Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) bei der Produktion von „Morgenmagazin“ und „Mittagsmagazin“ in einem Studio.

„Wir sollten alle Möglichkeiten ausschöpfen, die Kosten in den Griff zu bekommen“, sagte Bellut, der im März 2022 als ZDF-Intendant aufhören und sich nicht für eine dritte Amtszeit bewerben wird.

Hans Küng ist tot

Einer der größten Kritiker in der katholischen Kirche ist tot: Der Theologe Hans Küng starb im Alter von 93 Jahren in Tübingen, wie eine Sprecherin der Tübinger Stiftung Weltethos bestätigte. Die Stiftung würdigte ihren „charismatischen und menschlich beeindruckenden“ Gründer als „visionären Vordenker für eine gerechtere und friedlichere Welt“.

Weil Küng die Unfehlbarkeit des päpstlichen Lehramtes anzweifelte, ließ Papst Johannes Paul II. ihm 1979 die kirchliche Lehrerlaubnis entziehen. Der Tübinger Theologieprofessor prangerte aber auch danach immer wieder die mächtige Position des Papstes an und bezeichnete die Kirche deshalb als Diktatur. In seinen Büchern und Vorträgen trieb er den Dialog zwischen den Weltreligionen voran.

In den vergangenen Jahren hatte sich Küng wegen seines Gesundheitszustands zunehmend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Er litt unter anderem an Parkinson, wie er in seiner Autobiografie öffentlich gemacht hatte.

Sein großes Alterswerk wurde die von ihm ins Leben gerufene Stiftung Weltethos. Sie setzt sich für interkulturelle und interreligiöse Forschung, Bildung und Begegnung ein.

Koalition kleinerer US-Firmen vereint sich im Kampf gegen Amazon

Eine Reihe kleinerer US-Firmen läuft Sturm gegen die marktbeherrschende Stellung von Konzernen wie Amazon und fordert deren Zerschlagung und strenge Regulierung.

Der Unmut kleinerer Firmen gegen die Technologiegiganten ist nicht neu, erhielt zuletzt aber deutlichen Auftrieb durch die Folgen der Corona-Pandemie. Wegen geschlossener Läden und Lockdowns weltweit verlagerte sich das Geschäft umso mehr ins Internet. Der Umsatz von Amazon legte im vergangenen Jahr um 38 Prozent auf rund 386 Mrd. Dollar (326,8 Milliarden Euro) zu, der Gewinn verdoppelte sich im Vergleich zum Vorjahr auf mehr als 21 Milliarden Dollar.

SAP gewinnt Google als Kunden

SAP hat Google als neuen großen Kunden für seine Buchhaltungs-Software gewonnen. Für den deutschen Konzern ist es auch ein Prestige-Erfolg im Wettbewerb mit dem Erzrivalen Oracle, von dem der Internet-Riese zu den Deutschen wechselt.

Google und Oracle sind Konkurrenten im Cloud-Geschäft – und dieser Wettbewerb wurde oft mit harten Bandagen geführt. So weigerte sich Oracle über Jahre, seine Datenbanken-Software für Googles Cloud-Dienste zu zertifizieren. Das hatte zur Folge, dass Oracle-Kunden sich nicht sicher sein konnten, ob sie dafür Googles Cloud nutzen konnten, ohne die Lizenzbedingungen zu verletzen. Der Google-Sprecher betonte bei CNBC, dass der Internet-Konzern eine technische Lösung dafür anbiete. „Aber das ist völlig unabhängig von unserer Entscheidung, als Unternehmenskunde unsere Finanzsysteme von Oracle auf SAP umzustellen.“

Über ein Jahrzehnt stritten die Unternehmen auch vor Gericht über gut 11 000 Zeilen Software-Code von Schnittstellen der Programmiersprache Java, die Google für das Smartphone-System Android verwendet hatte. Das Oberste Gericht der USA entschied in letzter Instanz, dass Google damit keine Urheberrechtsverletzung begangen habe.

Jeder Zehnte stimmt Corona-Verschwörungsmythen stark zu

In einer Umfrage der Universität Basel haben zehn Prozent der Befragten mindestens einer Corona-Verschwörungsaussage stark zugestimmt.

Die Corona-Pandemie hat Verschwörungstheorien hervorgebracht, die sich übers Internet rasend schnell verbreiten. Tatsächlich zeigt die Geschichte, dass Verschwörungstheorien oft in Krisenzeiten gedeihen. Diese sind mit Überzeugungen verbunden, dass geheime Mächte oder bestimmte Gruppen auf ein schädliches Ziel hin zusammenarbeiten.

Die Basler Psychologinnen Sarah Kuhn und Thea Zander-Schellenberg untersuchten nun mit Kollegen in einer anonymisierten Online-Umfrage, wie stark Menschen aus der deutschsprachigen Schweiz und Deutschland Coronavirus-Verschwörungstheorien zustimmen und wie das mit Denkverzerrungen zusammenhängt. Von den Ergebnissen der Studie, an der 1.600 Personen teilnahmen, berichten sie im Fachmagazin „Psychological Medicine“.

Auf einer Skala mussten die Teilnehmenden der Studie angeben, wie stark sie jeweils den 49 präsentierten Verschwörungstheorien zustimmten. Dazu gehörten skurrile Aussagen wie „Das Coronavirus ist eine Biowaffe, die von China entwickelt wurde, um den Westen zu zerstören“, „Antikörpertests sind ein Komplott, um unsere DNA zu sammeln“ oder „Der tatsächliche Grund für den Lockdown liegt darin, eine Massenüberwachung durchzusetzen“. Demnach stimmten durchschnittlich knapp zehn Prozent der Befragten mindestens einer Verschwörungsaussage zu, 20 Prozent wenig oder mäßig und etwa 70 Prozent gar nicht.

Die Psychologinnen und Psychologen ermittelten ebenfalls die psychologische Befindlichkeit der Befragten sowie deren Alter, Geschlecht und politische Einstellung. So zeigte sich, dass die den Verschwörungstheorien zustimmenden Menschen im Durchschnitt jünger und gestresster waren sowie über Paranoia-ähnliche Erfahrungen berichteten. Sie wiesen außerdem eine politisch extremere Haltung und ein geringeres Bildungsniveau auf.

Auch in den Denkprozessen der Teilnehmenden zeigten sich Unterschiede. Die Gruppe, die sich mit einer Verschwörungstheorie eher anfreunden konnte, traf Schlussfolgerungen vorschneller und unter größerer Unsicherheit. Informationen, die ihre Meinung widerlegten, schenkten sie zudem weniger Beachtung.

Toshiba soll für 21 Milliarden Dollar von CVC übernommen werden

In einer knappen Mitteilung von Toshiba heißt es, der Konzern werde um weitere Informationen bitten und das Angebot sorgfältig prüfen. Die japanische Wirtschaftszeitung Nikkei berichtete, CVC wolle umgerechnet 21 Milliarden US-Dollar, rund 17,7 Milliarden Euro, für den japanischen Traditionskonzern bieten und danach von der Börse nehmen.

Eine Übernahme durch einen nicht japanischen Bieter müsste aus Gründen der nationalen Sicherheit von der Regierung in Tokio genehmigt werden. Da Toshiba auch in strategischen Bereichen wie im Kernkraftgeschäft tätig ist, würde eine solche Transaktion sehr sorgfältig unter die Lupe genommen werden.

Internet Ombudsstelle: 6.534 Beschwerden aus Österreich

Home-Office, Online-Shopping oder Essen via Smartphone bestellen: In Zeiten von Covid-19 hat die Nutzung digitaler Medien stark zugenommen. Der steigende Internetkonsum bringt aber auch Probleme mit sich. Das spiegelt sich deutlich im Jahresbericht der Internet Ombudsstelle wider: 2020 hat die unabhängige österreichische Streitschlichtungs- und Beratungsstelle in Summe 6.543 Beschwerden (+ 37,4 Prozent zum Vorjahr) und 5.526 Anfragen bearbeitet.

Amazon startet Website-Rubrik für kleine Unternehmen aus Österreich

Der US-Internethändler Amazon springt auch auf den Regionalitätszug auf. Ab sofort gibt es eine eigene Website-Rubrik, wo kleine und mittlere Unternehmen und Händler aus Österreich und Deutschland ihre Waren auf Amazon präsentieren können.

Laut Amazon haben kleine und mittlere Unternehmen aus Österreich zwischen Juni 2019 und Mai 2020 rund 13 Millionen Produkte über Amazon verkauft – das sind um 2 Millionen Produkte mehr als zwischen Juni 2018 und Mai 2019. Umsatzzahlen zu Österreich nennt der US-Internethändler nicht.

Amazon ist in Österreich mit Abstand Marktführer im Onlinehandel. Die Website Amazon.at wurde bereits im Jahr 1999 gestartet. 2018 eröffnete der Internethändler das erste Verteilzentrum in Österreich in Großebersdorf (NÖ), im August 2020 folgt ein Standort in Wien-Liesing und im Februar 2021 einer in Wien-Simmering. Laut Medienberichten gibt es auch Planungen für ein Verteilzentrum in Klagenfurt. In Österreich hat Amazon wenig Konkurrenz. Die Österreichische Post hat im Jahr 2017 mit „shöpping.at“ einen lokalen Online-Marktplatz gestartet. Zu einer großen Konkurrenz für Amazon hat sich die Plattform noch nicht entwickelt.

Max Schrems geht gegen Werbe-ID auf Android-Handys vor

Google trackt laut Schrems Nutzer von Android-Handys ohne deren Zustimmung, also illegal. Das wird nun geprüft.

Der Wiener Datenschutzaktivist Max Schrems hat in Frankreich eine Beschwerde gegen Google eingereicht. Er wirft dem US-Tech-Unternehmen vor, Nutzer von Android-Telefonen ohne deren Zustimmung illegal zu verfolgen. Das teilte die österreichische Datenschutzorganisation Noyb mit und bestätigte damit einen Bericht der britischen Tageszeitung Financial Times.

Smartphones mit dem Google-Betriebssystem Android generieren eindeutige Werbe-IDs, die es Google und Drittanbietern ermöglichen, das Surfverhalten der Nutzer zu verfolgen, um sie gezielt mit Werbung anzusprechen. In einer Beschwerde (PDF) bei der französischen Datenschutzbehörde CNIL argumentiert Schrems‘ Datenschutzorganisation Noyb, dass Google die Anwender nicht zuvor ausdrücklich um Erlaubnis gebeten habe, bevor die Werbecodes erstellt und gespeichert worden seien. Dies seien „illegale Operationen“.

Zuvor hatte Noyb bereits rechtliche Schritte eines privaten Anwenders gegen die Werbe-ID auf den iPhones von Apple (Identifier for Advertisers, IDFA) unterstützt. Der Fall wird derzeit von den österreichischen und spanischen Datenschützern geprüft. Der US-Konzern wies die Vorwürfe von Noyb als „sachlich unzutreffend“ zurück.

Apple verweist auf weitreichende Möglichkeiten, das Tracking des Benutzerverhaltens für personalisierte Werbung zu unterbinden. Mit dem Betriebssystem iOS 14.5, das in den kommenden Wochen erwartet wird, baut Apple die Zustimmungspflicht für jede Form von Tracking weiter aus, was zu Beschwerden von Werbeanbietern wie Facebook geführt hat.

Französische Behörde prüft Vorwürfe

Noyb forderte nun die französische Datenschutzbehörde auf, eine Untersuchung über Googles Tracking-Praktiken einzuleiten und das Unternehmen zu zwingen, die Datenschutzregeln einzuhalten. Gleichzeitig forderte der Verein die CNIL auf, Geldstrafen gegen Google zu verhängen, wenn dem Tech-Giganten ein Fehlverhalten nachgewiesen werde.

Informationsfreiheit: APA lehnt staatliche Finanzkontrolle ab

Austria Presse Agentur warnt vor einer möglichen staatlichen Finanzkontrolle der Nachrichtenagentur und fordert im Begutachtungsverfahren zum Informationsfreiheitsgesetz deshalb eine Klarstellung durch die Regierung. Konkret geht es um die künftigen Prüfkompetenzen des Rechnungshofes. Unabhängige Medien, die mehrheitlich in privatem Besitz stehen, dürfen von einer Ausweitung der staatlichen Finanzkontrolle nicht betroffen sein, heißt es in der APA-Stellungnahme.

Die Prüfkompetenz des Rechnungshofes soll künftig bereits bei 25 Prozent Beteiligung von Bund, Land oder Gemeinden gelten. Bisher galt ein Schwellenwert von 50 Prozent. Dies könnte in der Praxis bedeuten, dass die seit 75 Jahren unabhängige Nachrichtenagentur APA aufgrund der Minderheitsbeteiligung des ORF unter staatliche Finanzaufsicht bzw. Finanzkontrolle gestellt wird. Eine solche Einbeziehung der APA in die Kontrolle des Rechnungshofes wäre „demokratie- und medienpolitisch äußerst bedenklich und systemwidrig sowie verfassungsrechtlich gar nicht zulässig“, so die APA-Geschäftsführer Clemens Pig und Karin Thiller.

Privatwirtschaftlich organisierte Genossenschaft

Die APA wurde am 1. September 1946 auf Initiative der Nachrichtenagenturen AP und Reuters als von Staat und Regierung unabhängige und privatwirtschaftlich organisierte Genossenschaft gegründet. AP und Reuters hatten sich nach dem Zweiten Weltkrieg dafür stark gemacht, dass in Deutschland, Österreich, Italien und Japan unabhängige Nachrichtenagenturen entstehen, die am „Free Flow of Information“ teilnehmen. Die APA befand sich zunächst im Eigentum der Tageszeitungen des Landes. Später kam der ORF mit Hörfunk (23 Prozent) und TV (22 Prozent) dazu. Der öffentlich-rechtliche Sender hält heute in Summe 45,6 Prozent der Anteile. Die Tageszeitungen besitzen mit rund 55 Prozent die Mehrheit der Anteile.

Die APA geht davon aus, dass eine Kontrolle der privaten Nachrichtenagentur durch den Rechnungshof nicht in der Absicht des Gesetzgebers liegt. Aus verfassungsrechtlicher Sicht wäre dies auch nicht begründet, halten Pig und Thiller unter Verweis auf ein für die APA erstelltes Gutachten des Salzburger Verfassungsrechtlers Walter Berka sowie die Rechtsexpertise des Anwalts Michael Pilz fest.

Zum einen würden durch eine staatliche Gebarungs- und Wirtschaftlichkeitskontrolle mehrheitlich privater Mediendienste grundrechtliche Garantien der Medienfreiheit verletzt. Zum anderen sei die in den 1980er-Jahren festgelegte Prüfung des ORF und seiner Beteiligungen ab 50 Prozent heute nicht einfach durch die Hintertür auf ORF-Minderheitsbeteiligungen erweiterbar, zumal der ORF kraft Verfassungsbestimmung einer Sonderzuständigkeit des Rechnungshofes unterliegt.

Violative View Rate: YouTube führt neuen Messwert ein

Vor drei Jahren führte YouTube den Bericht zu den YouTube-Community-Richtlinien ein. Dieser enthält Informationen zu Inhalten, die aufgrund von Richtlinienverstößen auf YoutTube entfernt wurden. Seit der Einführung des Berichts wurden nach eigenen Angaben bereits mehr als 83 Millionen Videos und 7 Milliarden Kommentare aufgrund von Verstößen gegen die Community-Richtlinien entfernt. Jetzt fügt die Video-Plattform dem Bericht einen neuen Messwert hinzu.

Diesen bezeichnet YouTube als VVR – Violative View Rate. Er gibt an, wie hoch der prozentuale Anteil von Aufrufen nicht richtlinienkonformer Inhalte auf YouTube ist.

Laut YouTube ist er der wichtigste Messwert dafür, wie gut das Unternehmen seiner Verantwortung zum Schutz der YouTube-Community nachkommt. Seit 2017 sei die VVR um mehr als 70 Prozent zurückgegangen und liegt aktuell bei 0,16 bis 0,18 Prozent. Das bedeutet, dass auf 10.000 Aufrufe 16 bis 18 Inhalte kommen, die nicht richtlinienkonform sind.

Zukünftig werden in einem separaten Abschnitt im oben genannten Bericht zu den YouTube-Community-Richtlinien Verlaufsdaten und Daten aus dem vierten Quartal 2020 (Oktober bis Dezember) zur VVR genannt. Darüber hinaus sind dort Details zur Methodik zu finden. Die Daten werden vierteljährlich aktualisiert.

Apple öffnet Ortungsnetzwerk „Wo ist?“ für Drittanbieter

Apple öffnet sein Ortungsnetzwerk „Wo ist?“, mit dem bisher nur konzerneigene Produkte lokalisiert werden konnten, für externe Hersteller. Zu den ersten Drittanbieter-Geräten, die mit Hilfe des Apple-Dienstes geortet werden können, gehören unter anderem bestimmte Fahrräder eines niederländischen Herstellers.

Der Dienst „Wo ist?“ war 2010 als „Find my iPhone“ eingeführt worden, um verloren gegangene oder gestohlene Geräte zu orten. Später wurde der Dienst um eine Ortungsfunktion für Freunde („Find my Friends“) erweitert. Seit der Betriebssystemversion iOS 13 wurden die beiden Dienste zu „Find my“ („Wo ist?“) zusammengeführt. Mit dem Service können inzwischen Macintosh-Computer, iPads, die Apple Watch sowie die AirPods-Kopfhörer auf einer digitalen Karte lokalisiert werden.

Mitarbeiter von Gruner + Jahr und RTL arbeiten zusammen

Die Zusammenarbeit des TV-Senders RTL und des Hamburger Magazinhauses Gruner + Jahr schreitet voran. Zum 1. April wurden die Mitarbeiter beider Vermarktungseinheiten vom gemeinsamen Werbebündnis Ad Alliance übernommen.

Noch ist nichts beschlossen. Bislang prüfen die Manager des Hamburger Zeitschriftenhauses Gruner + Jahr und des Fernsehsenders RTL, ob sie zu einer neuen Einheit verschmelzen. Noch im Sommer soll eine Entscheidung fallen, ob die beiden Unternehmen eine Firmen-Ehe eingehen.

Unterdessen rücken beide Firmen die Mitarbeiter ihrer beiden Vermarktungsarme G+J Ems und IP Deutschland unter das gemeinsame Werbebündnis Ad Alliance weiter zusammen. „Alle Mitarbeiter:innen, die vertraglich bislang zu G+J e|MS und IP Deutschland gehörten, sind zum 1. April 2021 in die gemeinsame Gesellschaft Ad Alliance GmbH übernommen worden. Da die Kolleg:innen bereits seit längerer Zeit in den neuen Strukturen und Verantwortungen sehr eng zusammen arbeiten und crossmedial handeln, ist dies der nächste logische Schritt, um nach innen und außen komplett als ein Team zu agieren“, bestätigt eine RTL-Sprecherin.

Optisch macht sich die Vermarktungseinheit unter Führung von Matthias Dang bemerkbar. So ist das Portal des RTL-Vermarkters IP Deutschland bereits nicht mehr aktiv. „Die Webseite www.ad-alliance.de ist im November 2020 gestartet. Die Webseite der IP Deutschland war zwar noch bis Ende letzten Jahres aktiv, die User wurden aber bereits automatisch auf ad-alliance.de umgeleitet“, sagt eine Sprecherin. Davon unberührt bleibt das Portal des G+J-Vermarkters. „Die Marke G+J e|MS wird weiterhin sichtbar sein. Dies umfasst auch die Website.“ Branchenexperten gehen aber davon aus, dass dies nicht auf Dauer so bleibt, da die Mitarbeiter der G+J-Vermarktung bereits seit Längerem unter der Flagge der Ad Alliance Werbekunden akquirieren.

Bertelsmann-Chef Thomas Rabe hatte die Werbebündnis Ad Alliance vor Jahren gegründet, um Synergievorteile zwischen RTL und dem Hamburger Zeitschriftenhaus zu heben. Zugleich soll die Ad Alliance als gemeinsamer Vermarkter mehr Marktmacht bekommen, um sich gegen andere Branchenunternehmen besser zu behaupten. Die gemeinsame Vermarktung geht auch mit der Produktstrategie des RTL-Inhalte- und neuen Gruner + Jahr-Chefs Stephan Schäfer einher. Er entwickelt Konzepte, um Zeitschriften und TV-Formate gemeinsam besser zu vermarkten. Als jüngstes Beispiel zählt „Gudios Deko Queen“. Als mediales Zugpferd nutzt Schäfer hier den Modemacher Guido Maria Kretschmer. In Branchenkreisen geht man davon aus, dass nach der Vermarktung auch Teile der Redaktionen wie der „Stern“ von G+J und die 700 Mitarbeiter starke News-Redaktion von RTL gesellschaftsrechtlich zusammenarbeiten.

Mehrere Kaufnteressenten für RTL-Sendergruppe M6

Nach Informationen der Tageszeitung „Le Figaro“ stehen unter anderen die Bouygues-Gruppe mit dem Sender TF1 und der Vivendi-Konzern mit seinem Sender Canal+ auf der Kandidatenliste. De Tavernost versicherte, die Sendermarke M6 werde auch nach einer möglichen Veränderung im Besitzerkreis erhalten bleiben. „M6 wird nicht verschwinden“, sagte er.

M6 und Schwestersender wie W9 oder 6ter kommen laut „Le Figaro“ beim TV-Werbemarkt im Land zusammen auf einen Anteil von fast 27 Prozent. Zu der Gruppe gehört demnach auch der Radiosender RTL in Frankreich.

Einstiger ORF-Kulturredakteur Franz Zoglauer gestorben

Viele Jahre war Franz Zoglauer eines der Aushängeschilder der Kulturberichterstattung des Senders. Nun ist der gebürtige Wiener nach kurzer Krankheit im Alter von 74 Jahren verstorben, wie sein einstiger Haussender mitteilt. Dort war der studierte Theaterwissenschafter von 1973 bis 2009 tätig gewesen und hatte unter anderem Sendungen wie das „Kulturjournal“ moderiert.

In Nachfolge von Karl Löbel fällte Zoglauer pointierte wie kenntnisreiche Urteile im Rahmen der „Nach der Premiere“-Kritiken.

Nach seinem Ausscheiden aus dem ORF zog sich der vielseitige interessierte Kulturjournalist allerdings beileibe nicht aufs Altenteil zurück. Er fand eine neue TV-Heimat bei ATV, wo er mit Erna Cuesta die Kultursendung „Highlights“ gestaltete. Und Franz Zoglauer wurde zum Schreiber, der nicht nur als Coautor bei der Biografie „Leicht muss man sein“ von Christa Ludwig fungierte, sondern auch für „Die Furche“ und den „Kurier“ schrieb. „Er war gleichermaßen ein Liebender wie ein kritischer Geist und konnte perfekt und punktgenau analysieren“, zollte ihm Gert Korentschnig vom „Kurier“ seinen Respekt.

Samsung geht von starkem Gewinn im ersten Quartal aus

Der weltgrößte Handyhersteller Samsung geht davon aus, dass sein Gewinn im ersten Quartal um etwa 44 Prozent gestiegen ist. Analysten führen den Anstieg auf den regen Verkauf von Smartphones und Fernsehern zurück. Samsung prognostizierte für den Zeitraum von Jänner bis März einen operativen Gewinn von 9,3 Billionen Won (etwa 7 Milliarden Euro), teilte das südkoreanische Unternehmen mit. Samsung ist marktführend bei Smartphones, Speicherchips und Fernsehern.

Beim Umsatz rechnet Samsung Electronics für das abgelaufene Quartal mit einem Anstieg um 17,5 Prozent auf 65 Billionen Won (etwa 49 Milliarden Euro).

Studie entschlüsselt digitale Mediastrategie österreichischer Werbetreibender

Im Rahmen der von MOMENTUM Wien initiierten Studie wurde Auftraggeberseiten zur Aussteuerung ihrer digitalen Mediastrategie befragt. Ergebnisse zeigen, dass 2021 Werbeinvestments in Video Ads, Social Media, Paid Search & Integrated Content um +20 Prozent erhöht wurden.

Die Ergebnisse der 225 persönlichen und Computer Assisted Web Interviews (CAWI) zeigen auf, in welche digitalen Medienkanäle werbetreibende Unternehmen 2020 ihr Werbegeld investiert haben und inwiefern diese Akzentuierungen 2021 noch weiter verstärkt werden. „Wir verstehen die Media-Mix-Benchmark-Studie als relevante Entscheidungshilfe für die Mediastrategie heimischer Werbetreibender“, erklären Bernd Platzer und Maximilian Mondel, die beiden Co-Founder von MOMENTUM: „Die Media-Mix-Benchmark-Studie soll Entscheidungsträgern aus Marketing und Werbung aufzeigen, welche digitalen Medienkanäle für werbetreibende Unternehmen aus Österreich im Vorjahr im Trend waren und heuer im Trend sind.“

84,9 Prozent der befragten Marketing- und Werbeverantwortlichen gehen davon aus, dass der Media-Mix heimischer Unternehmen im Jahr 2020 digitaler wurde. 7,1 Prozent glauben, dass sich die Aufteilung von Online und Offline im Media-Mix in Österreich von 2019 auf 2020 kaum verändert hat. Aber nur 2,7 Prozent der Befragten meinen, dass 2020 im Vergleich zu 2019 stärker in klassische Offline-Medien wie TV, Radio, Print oder Out of Home investiert wurde.

Zu den Veränderungen im Media-Mix im eigenen Unternehmen befragt, geben 75 Prozent der Marketer und Werber zu Protokoll, dass im ersten Jahr der Corona-Pandemie ein Shift in Richtung digitale Medienkanäle vollzogen wurde und nur 0,9 Prozent, dass 2020 im Gegensatz zu 2019 die klassischen Medienkanäle akzentuiert wurden.

Zu den klaren Gewinnern unter den digitalen Medienkanälen zählten 2020 Social Media Advertising (+35 Prozent), Video Advertising (+34 Prozent), Paid Search (+32 Prozent) und Connected TV (+30 Prozent) sowie In-Game-Advertising (+28 Prozent). Aber auch in SEO (+23 Prozent), Digital Audio (+21 Prozent), Mobile Advertising (+18 Prozent), Classifieds/Rubrikenmärkte (+17 Prozent), Newsletter Advertising (+16 Prozent), E-Mail Marketing (+15 Prozent), Native Advertising (+14 Prozent), und Integrated Content (+14 Prozent) wurde 2020 von heimischen Marketern und Werbern mehr Geld gesteckt. Im einstelligen Prozentbereich stiegen die Werbeinvestments der Werbetreibenden im Vorjahr im Display Advertising (+ 7 Prozent) und im Affiliate Marketing (+ 8 Prozent).

2021: Video, Social, SEA, Integrated Content & Digital Audio legen weiter zu

Im laufenden Jahr werden Österreichs Werbetreibende laut Media-Mix-Benchmark-Studie in die eine oder andere Werbeform noch mehr investieren als 2020. Den Werbeformen Social Media Advertising, Video Advertising, Paid Search, Connected TV und Digital Audio stehen heuer – auf das Gesamtjahr 2021 gesehen – zusätzliche Werbeinvestments von rund 20 bis 30 Prozent ins Haus. Und auch fast alle anderen digitalen Werbeformen werden sich über ein Werbeplus für 2021 freuen dürfen – wenn auch in unterschiedlicher Ausprägung.

Teilweise gänzlich unterschiedliche digitale Mediastrategien fördern die drei Spezialauswertungen im Rahmen der Media-Mix-Benchmark-Studie für die Branchen Banken/Versicherungen, Handel sowie Verkehr/Transport/Logistik für die Jahre 2020 und 2021 zutage: Banken und Versicherungen setzen 2021 zunehmend auf Video Advertising (+20 Prozent) sowie Mobile Advertising, Social Media und Paid Search. Der Handel gedenkt, Video Advertising (+53 Prozent) und Display Advertising (+33 Prozent) im Media-Mix stark aufzuwerten. Und Unternehmen im Bereich Verkehr/Transport/Logistik suchen 2021 ihr Werbe-Heil verstärkt in Display Advertising, Mobile Advertising und Newsletter Advertising (jeweils +20 Prozent).

Coca-Cola schafft neue Geschäftseinheit in Europa und baut Kommunikation aus

Coca-Cola baut seine weltweiten Strukturen um und schafft neue operative Einheiten. Die Geschäftseinheit “Europa”, offiziell seit 2. April in Kraft, fasst die früheren Business Units Westeuropa und Zentral- und Osteuropa zusammen. Sie erstreckt sich über mehr als 40 Länder, von Großbritannien bis Russland, und wird von Nikos Koumettis geleitet.

Gleichzeitig baut Coca-Cola European Partners, Abfüllpartner der The Coca-Cola Company in Westeuropa, in Deutschland den Bereich Kommunikation aus.

Neuer G+J-Chef Stephan Schäfer muss viele offene Fragen klären

Der Ausstieg von Julia Jäkel als CEO bei Gruner + Jahr kam überraschend. RTL-Inhaltechef Stephan Schäfer muss als neuer Chef beim Hamburger Magazinhaus jetzt rasch viele offene Punkte klären.

In der Belegschaft hinterlässt der abrupte Wechsel viele Fragen, vor allem bei der „Stern“-Redaktion. Nach den jüngsten Turbulenzen um die Berufung des „Capital“-Machers Horst von Buttlar in die Chefredaktion des „Stern“ sind die Mitarbeiter verunsichert, ob mit dem Rückzug von Julia Jäkel jetzt rasch auf der Verlags- und Redaktionsseite weitere Personalien folgen. Denn die 49-jährige Geschäftsfrau hatte Anfang 2019 ihren Kommunikationschef Frank Thomsen zum Verlagsgeschäftsführer des Wochenmagazins berufen. Zugleich ersetzte sie den langjährigen Chefredakteur Christian Krug durch eine Doppelspitze, Florian Gless und Anna-Beeke Gretemeier.

Daran soll sich aber nichts ändern. Der G+J-Chef Stephan Schäfer sei derzeit mit dem „Stern“-Führungsteam „sehr zufrieden“, erklärt eine G+J-Sprecherin. Dass er dem Verlagsgeschäftsführer Frank Thomsen und der Chefredaktion den Rücken stärkt, liegt offenbar an der wirtschaftlich guten Ertragslage der Blattes. „Der ‚Stern‘ ist wirtschaftlich stark durch das Corona-Jahr gekommen. Bei stabilem Umsatz legte das Ergebnis um 7,5 Prozent zu. Digital verzeichnete der ‚Stern‘ erneut ein Rekordjahr in Umsatz und Ergebnis. Und publizistisch hat der ‚Stern“ zuletzt mit verschiedenen größeren Aktionen Aufmerksamkeit erzielt, etwa der Pflegepetition“, sagt eine Verlagssprecherin.

Fusion von Redaktionsteilen

Fraglich ist aber, ob dies mehr ist als nur eine Momentaufnahme. Denn die Zukunft des Blattes bei G+J ist weiter ungewiss. Seit Wochen prüfen die Manager von RTL und G+J ergebnisoffen, ob beide Häuser verschmelzen sollen. Dabei machte Bertelsmann-Chef Thomas Rabe jüngst auf der Bilanzpressekonferenz deutlich, dass es RTL bei einer Übernahme vor allem auf die wachstumsstarken Teile des Hamburger Hauses abgesehen hat – wohl also auf den „Stern“ (MEEDIA berichtete). Der gebürtige Luxemburger hält es dabei auch theoretisch für denkbar, dass Redaktionen von RTL und G+J zusammengehen. „Das könnte ich mir in Einzelthemenbereichen sehr gut vorstellen.“ Käme es dazu, könnte sich aber auch die Führungsfrage des „Stern“ neu stellen.

Thomsen bleibt Kommunikationschef

Doch Schäfer hat derzeit noch weitere Punkte auf der Agenda. Dazu gehört, wer den Posten des Chief Digital Officer bekommen soll. Arne Wolter hatte sich entschieden, nach einer Übergabezeit im Laufe des Frühjahrs aus dem Unternehmen auszuscheiden. 20 Jahre hatte der Manager bei G+J gearbeitet und die digitale Transformation des Verlags maßgeblich vorangetrieben. Er führte auf den Portalen Bezahlmodelle für verschiedene Medienmarken ein, darunter dem „Stern“ und dem Wirtschaftsmagazin „Capital“. Auch den weltweiten Ausbau der AppLike-Gruppe trieb er voran.

Inzwischen bewegt sich der G+J-Digitalumsatz bei 37 Prozent, Tendenz weiter steigend. Wer auf Wolters Posten rücken soll, hat Schäfer aber noch nicht geklärt. „Nachfolgeregelungen werden wir dann rechtzeitig bekannt geben“, sagt eine G+J-Sprecherin.
Wer den wichtigen Job übernimmt, wird auch hier wohl die weitere Ausrichtung des Magazinhauses zeigen. Übernimmt RTL bestimmte Firmenteile oder Medienmarken des Hamburger Magazinhauses, könnte die Position auch von der Kölner Tochter RTL übernommen werden. Eins hat Stephan Schäfer als neuer G+J-CEO wohl schon entschieden. An Frank Thomsen als Kommunikationschef will der Geschäftsmann nicht rütteln.

Jäkel wird weiter im dpa-Aufsichtsrat aktiv sein

Ganz aus dem Mediengeschäft wird sich Julia Jäkel nicht zurückziehen. Sie wird weiterhin ihre Arbeit im Aufsichtsrat der Deutschen Presseagentur wahrnehmen: „Julia Jäkel ist als Person in den dpa-Aufsichtsrat aufgenommen worden“, sagt ein dpa-Sprecher auf MEEDIA-Anfrage. „Sie wird diese Funktion wahrnehmen. Dies ist mit dem Vorsitzenden des dpa-Aufsichtsrates David Brandstätter abgestimmt.“

Conchita Wurst moderiert auch heuer Stefan Raabs „Free ESC“

Dass ProSieben auch heuer wieder den von Stefan Raab im Vorjahr angesichts des abgesagten Eurovision Song Contest ersonnenen „Free ESC“ produzieren wird, steht bereits länger fest. Nun ist auch klar, wer die Musikshow 2021 moderieren wird: Österreichs ESC-Queen Conchita Wurst ist ebenso erneut mit an Bord wie Moderatorenkollege Steven Gätjen. Die Show startet an 15. Mai und damit eine Woche vor dem Finale des vom ORF ausgestrahlten Eurovision Song Contest in Rotterdam.

Samsung EYELIKE

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) leiden mindestens 2,2 Milliarden Menschen an einer Form von Sehbehinderung. Fast die Hälfte dieser Fälle war vermeidbar oder muss noch behandelt werden. Im Rahmen des „Galaxy Upcycling Programms“ mit wiederverwendeten Smartphones will Samsung rund eine Milliarde dieser Fälle von Sehbehinderung adressieren.

Deutscher Sachbuchpreis 2021: Jury nominiert acht Sachbücher

Aus rund 240 Titeln hat die Jury des Deutschen Sachbuchpreises 2021 nun acht Titel für die Auszeichnung ausgewählt.

  • Heike Behrend, Menschwerdung eines Affen (Matthes & Seitz Berlin, Oktober 2020)
  • Asal Dardan, Betrachtungen einer Barbarin (Hoffmann und Campe, Februar 2021)
  • Jürgen Kaube, Hegels Welt (Rowohlt Berlin, August 2020)
  • Andreas Kossert, Flucht – Eine Menschheitsgeschichte. Von der Aufklärung bis heute (Siedler, Oktober 2020)
  • Daniel Leese, Maos langer Schatten. Chinas Umgang mit der Vergangenheit (C.H.Beck, Oktober 2020)
  • Michael Maar, Die Schlange im Wolfspelz. Das Geheimnis großer Literatur (Rowohlt, Oktober 2020)
  • Christoph Möllers, Freiheitsgrade. Elemente einer liberalen politischen Mechanik (Suhrkamp, September 2020)
  • Mai Thi Nguyen-Kim, Die kleinste gemeinsame Wirklichkeit (Droemer Knaur, März 2021)

App Store: US-Nutzer geben durchschnittlich 116 Euro im Jahr aus

Besitzer von iPhones lassen nicht nur für ihre Hardware einiges Geld bei Apple, sondern auch für Einkäufe im iOS App Store. Laut einer aktuellen Untersuchung des App-Analyse-Unternehmens SensorTower, dessen SDK in diversen bekannten Anwendungen steckt, werden in Apples wichtigstem Markt, den USA, im Durchschnitt 138 US-Dollar im Jahr ausgegeben. Das entspricht rund 116 Euro. Die Summe fällt demnach sowohl für Bezahl-Apps als auch In-App-Käufe an, zu diesen gehören auch Abos. Die Summe soll sich 2020, dem ersten Corona-Jahr, nochmals deutlich erhöht haben – um 38 Prozent, meint SensorTower.

Wo das Geld hinfließt

Am stärksten prozentual zugelegt beim Umsatz haben bei den In-App-Einkäufen die Kategorie Foto & Video (plus 56 Prozent), Spiele (plus 43 Prozent), Soziale Medien (plus 41 Prozent), Unterhaltungs-Apps (plus 26 Prozent) und Lifestyle-Programme (plus 14 Prozent).

Aufgerechnet gaben Nutzer im Jahr im Durchschnitt an Spielen 15,50 Dollar für Puzzle-Games wie „Candy Crush Saga“ aus, nächstgrößte Kategorie waren „Casino“-Titel (13,10 Dollar) und Strategie-Spiele (12,30 Dollar). Der enorme Anstieg dürfte sich 2021 allerdings nicht fortsetzen, doch SensorTower sagt weiterhin ein „stabiles Plus“ voraus. Zum Vergleich: 2019 waren die App-Store-Einnahmen pro Nutzer um 27 Prozent auf 100 Dollar im Jahr angewachsen.

Microsoft im Java-Ökostystem

Die Binärdateien von Microsofts OpenJDK haben das Java Technology Compatibility Kit (TCK) für Java 11 wohl bestanden. Die Builds folgen offenbar denselben Skripten, die das Eclipse-Adoptium-Projekt (vormals AdoptOpenJDK) verwendet. Zu den Mitgliedern der kürzlich eröffneten Eclipse Adoptium Working Group gehört auch Microsoft. Microsoft wird Java-8-Binärdateien von Eclipse Adoptium auf Azure-verwalteten Services unterstützen, die diese eigentlich veraltete Java-Version als Ziel-Runtime anbieten. Die Idee von AdoptOpenJDK geht unter anderem auf Martijn Verburg zurück. Dessen Unternehmen jClarity hatte Microsoft 2019 übernommen. Verburg ist seitdem mittlerweile Principal Engineering Group Manager für Java bei Microsoft.

Microsoft als großer Java-Nutzer

Java spielt bei Microsoft eine größere Rolle. So heißt es, dass das Unternehmen „intern über 500.000 Java Virtual Machines (JVMs) einsetze – ohne alle Azure-Dienste und Kunden-Workloads – mit Anforderungen, die von Backend-Microservices über Big-Data-Systeme, Message Broker, Event-Streaming-Dienste bis hin zu Gaming-Servern reichen“. Mehr als 140.000 dieser JVMs basierten bereits auf dem Microsoft Build des OpenJDK.