ÖWA: Weniger Zugriffszahlen zum Jahresende

Im Vergleich zum Vormonat klickten sich die Österreicherinnen und Österreicher im Dezember etwas seltener durch die heimischen Onlineportale, so zumindest die Ergebnisse der aktuellen ÖWA. Das ORF.at Network bleibt mit rund 15 Millionen Unique Clients unangefochten an der Spitze, büßt dennoch fast eine Millionen Unique Clients ein. Das derStandard.at Network und die Kurier Online-Medien tauschen ihre Stockerlplätze, liefern sich aber auch im Dezember ein knappes Kopf-an-Kopf-Rennen, beide aber auch mit acht beziehungsweise neun Prozent weniger Unique Clients als noch im November. Ähnlich schaut es bei dem Heute.at-Dachangebot und dem styria digital one Dachangebot aus, wobei heute.at im Vergleichzeitraum kaum Verluste schreibt. Krone.at musste rund 21 Prozent Einbußen hinnehmen. Einzig die Regionalmedien Austria Digital und das Red Bull Media House konnten laut ÖWA, wenn auch nur im geringen Bereich, zulegen. Mit 3,7 Millionen Unique Clients schafft es das Red Bull Media House auch nur knapp vor dem VGN Digital Dachangebot mit 3,6 Millionen in die Dezember-Top-Ten.

Sammelklage gegen Amazon: Vorwurf der Preisabsprache bei E-Books

Der Online-Einzelhändler Amazon.com sieht sich mit einer Sammelklage konfrontiert wegen möglicher Preisabsprachen bei elektronischen Büchern. Dem Konzern wird vorgeworfen, in Absprache mit den fünf größten US-Verlagen die Preise für E-Books in die Höhe zu treiben.

Das habe dazu geführt, dass Verbraucher zu viel zahlten. Vorgebracht hat den Fall die Anwaltskanzlei Hagens Berman, die 2011 eine ähnliche Klage gegen Apple und die „Big Five“ wegen der Preise für E-Books eingereicht hatte. Über Amazon werden etwa 90 Prozent der gesamten E-Book-Verkäufe in den USA abgewickelt.

Die Klage kommt einen Tag, nachdem der US-Bundesstaat Connecticut bekanntgab, dass er gegen Amazon wegen möglichen wettbewerbswidrigen Verhaltens beim Verkauf von digitalen Büchern ermittelt. Dabei gehe es um Vertriebsvereinbarungen mit bestimmten Verlagen, wie Justizminister William Tong am Mittwoch mitteilte. Amazon lehnte eine Stellungnahme ab.

Finanzinvestor KKR verkauft ProSiebenSat.1-Aktienpaket

Für die Papiere verlange KKR mindestens einen Preis von 13,42 Euro, was rund fünf Prozent Abschlag zum Xetra-Schlusskurs von 14,14 Euro wären. Mit dem Verkauf könnte der Finanzinvestor somit um die 150 Mill. Euro erlösen.

Nachbörslich fiel der Kurs von ProSiebenSat.1 auf der Handelsplattform Tradegate um rund drei Prozent. In den vergangenen Monaten hatte der Kurs deutlich zulegen können, Ende Oktober war die Aktie noch weniger als zehn Euro wert gewesen.

Signal verfünffacht Nutzerzahl in kürzester Zeit

Nachdem Whatsapp seinen Nutzern kürzlich eine Frist bis zum 8. Februar gesetzt hat, um neuen Nutzungsbedingungen zuzustimmen, schießt die Zahl der Neuanmeldungen bei alternativen Messengern in die Höhe. Demnach konnte Signal die App-Installationen über Googles Play Store innerhalb weniger Tage verfünfachen. Auch bei Threema und Telegram steigen die Nutzerzahlen rasant.

Noch vor wenigen Tagen verzeichnete der Play Store 10 Millionen Signal-Installationen, mittlerweile sind es 50 Millionen, wie Signal in einem Screenshot-Vergleich auf Twitter zeigt. Nicht inbegriffen in den Zahlen sind die iOS-Installationen sowie die direkten Installationen der Signal-APK auf Google-freien Smartphones. Bei dem rasanten Nutzerwachstum verwundert es kaum, dass Signal zwischenzeitlich Schwierigkeiten hatte, Bestätigungscodes an die neuen Nutzer zu versenden.

Auch bei dem kostenpflichtigen Messenger Threema sollen die „Downloads in die Höhe schießen“. Konkrete Zahlen nennt Threema auf Twitter zwar nicht, erinnert jedoch daran, dass Nutzer nicht Kunden, sondern Produkt seien, wenn sie nicht für einen Dienst bezahlten. Das lässt allerdings spendenbasierte Finanzierungsmodelle wie beispielsweise bei Signal außer Acht.

Telegram wächst, bietet aber standardmäßig keine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung

Telegram-Gründer Pavel Durov berichtete auf seinem Kanal ebenfalls von rasant steigenden Nutzerzahlen. Demnach sollen innerhalb von 72 Stunden 25 Millionen Nutzer hinzugekommen sein. Telegram habe damit die 500 Millionen-Nutzer-Marke geknackt, erklärte Durov. Von den neuen Nutzern sollen 21 Prozent aus Europa stammen.

Google wirft einige australische Verlage aus den Suchergebnissen

Ein „Experiment“ von Google sorgt in Australien für Aufregung: Denn der Suchmaschinenriese hat Nachrichtencontent einiger lokaler Nachrichtenanbieter aus seinen Suchresultaten entfernt.

Google versucht zu beruhigen und sagt in einer Stellungnahme, dass man einige „Experimente, die ein Prozent der Google-User in Australien betreffen“ ausprobiert. Derartige Experimente würden jedes Jahr zu tausenden stattfinden, so Google weiter.

Die betroffenen Verlage beruhigt das nicht. Derzeit brodelt im Land ein Konflikt zwischen der australischen Regierung und dem Silicon-Valley-Giganten. Der Gesetzgeber will Unternehmen wie Facebook und Google dazu zwingen, lokalen Nachrichtenanbietern Geld dafür zu zahlen, ihre Inhalte zu zeigen.

Google stellt sich gegen ein derartiges Leistungsschutzrecht, die Verlage fürchten nun, dass Google bei Einführung einer verpflichtenden Abgabe, Content australischer Verlage aus den Suchergebnissen wirft.

CNN stellt Flughafenprogramm ein

Der amerikanische Nachrichten zieht sich von den Wartehallen und Kofferlaufbändern zurück. Nach 30 Jahren wird das CNN Flughafenprogramm in Kürze eingestellt.

CNN selbst gibt zum einen die Möglichkeit, den Nachrichtensender mobil streamen zu können, als Grund für das Aus an. Zum anderen seien die Fluggastzahlen in Corona-Zeiten stark zurückgegangen.

So verwundert es nicht, dass Ende März der Stecker gezogen werden. Das Flughafenprogramm läuft seit 1991 auf knapp 60 US-Airports. Das gesendete Material ist explizit auf Flugreisende zugeschnitten. So gibt es dort zum Beispiel keine Bilder von Flugunglücken zu sehen. Ebenso wurde Kinder- und Jugendschutz auf dem eigens für Flughäfen konzipierten Sender groß geschrieben.

Filmwirtschaft: Heimischer Marktanteil 2019 gesunken

Mit 13,7 Millionen Kinokartenkäufern ist 2019 ein sattes Plus von 5,8 Prozent gegenüber dem schwachen Jahr 2018 verzeichnet worden, geht aus dem aktuellen, zum 16. Mal veröffentlichten Filmwirtschaftsbericht 2020 hervor, der das Jahr 2019 betrachtet.

Einen Rekordwert gab es bei der Zahl der gezeigten Filme, die auf 488 kletterte. In der Gesamtbetrachtung war die computeranimierte Neuverfilmung „Der König der Löwen“ mit knapp 840.000 Besuchen dabei die klare Nummer eins des Kinojahres 2019. Auf Platz zwei folgte die Animationsfortsetzung „Die Eiskönigin 2“ (rund 624.000 Besuche), während „Avengers: Endgame“ das Führungstrio mit gut 611.000 Besuchern komplettiert.

Dominanz von US-Filmen

Betrachtet man die Gruppe der 438 erstaufgeführten Filme 2019, kamen US-Produktionen mit 155 Werken auf 35,4 Prozent des gesamten Angebots – konnten dabei aber einen Marktanteil bei den Besuchen von 76,4 Prozent (nach 75 Prozent 2018) erreichen. Die europäische Konkurrenz kam mit 254 Filmen zwar auf einen Rekordwert (58 Prozent des Angebots), allerdings nur auf einen Marktanteil von 23 Prozent.

Kein gutes Jahre für österreichische Filme

Ein gutes Jahr für den heimischen Film war 2019 dabei nicht. Hatten österreichische Filmproduktionen 2018 noch einen Marktanteil von 6,2 Prozent verbucht, waren es 2019 nur 3,3 Prozent. Der meistgesehene österreichische Film war die Stipsits-Komödie „Love Machine“ mit über 140.000 Besuchen.

Auf den Plätzen folgten die Udo-Jürgens-Musicalverfilmung „Ich war noch niemals in New York“ (46.000 Besuche) und Erwin Wagenhofers Dokumentarfilm „But Beautiful“ (gut 42.300 Besuche). Insgesamt zogen die 51 österreichische Neuproduktionen (inklusive der Koproduktionen) 452.636 Menschen in die Kinosäle.

Steigerung bei Video-on-Demand

Allerdings belässt es der Filmwirtschaftsbericht nicht bei der Kinobranche mit ihren 142 Kinos und 569 Sälen, sondern blickt auch auf den wachsenden Streaming- und Video-on-Demand-Markt (VOD).

Demnach hat sich die Zahl der Nutzerinnen und Nutzer von VOD-Diensten von 2018 auf 2019 um 100.000 auf 2,6 Millionen gesteigert. An der Spitze der Plattform lag dabei YouTube, das seine Reichweite im Jahresvergleich von 70,7 Prozent auf 71,1 Prozent steigerte, gefolgt von Amazon Prime, das einen noch stärkeren Zuwachs von 29,9 Prozent auf 32,5 Prozent lukrierte, und Netflix mit 26,5 Prozent Reichweite (nach 21,3 Prozent im Jahr 2018).

Besonders spannend dürfte angesichts der Umwälzungen nun der Filmwirtschaftsbericht werden, der die Zahlen des Jahres 2020 betrachtet. „Wir leben nahezu in einer neuen Zeitrechnung. (…) Die Langzeitfolgen davon sind nicht absehbar“, schreibt Roland Teichmann als Direktor des Österreichischen Filminstituts im Vorwort zum aktuellen Bericht.

Klar sei jedenfalls, dass der Bedarf an Inhalten steige. Und es zeige sich, dass sich die österreichische Filmwirtschaft behaupten könne: So würden hier 2.534 Unternehmen mit knapp 8.200 Beschäftigten Erlöse und Erträge von 1,38 Mrd. Euro erwirtschaften.

willhaben stellt die Job-Trends 2021 vor

Die aktuellen Entwicklungen haben auch die Job- und Arbeitswelt auf den Kopf gestellt. Die Art und Weise wie Menschen arbeiten, wird wohl auch in der Post-Corona Ära nicht mehr dieselbe sein. Was sich deutlich abzeichnet ist, dass die Digitalisierung bereits über viele Branchen hinaus tief verankert ist. Die Gesundheitskrise hat diesen Trend nun noch einmal bestärkt: binnen weniger Monate sind viele Betriebe digital um viele Jahre fortgeschritten. Auf welche Trends heuer besonders zu achten sein wird, stellt Markus Zink, Head of Jobs & Karriere bei willhaben, vor.

„Remote Work Warriors” sind gekommen, um zu bleiben

„Remote Work“ oder „flexibles Arbeiten“ stand im vergangenen Jahr auf der täglichen Agenda zahlreicher HR-Experten. Binnen kürzester Zeit haben Unternehmen teilweise noch nicht vorhandene Infrastruktur geschaffen, um Arbeit auch von Zuhause aus verrichten zu können. Wie wird es jedoch in der Post-Corona-Ära aussehen? Werden die „Remote Work Warriors“ wieder 1:1 in ihre gewohnten Bahnen zurückkehren? Die Antwortet darauf lautet zumeist wohl nein: „Durch gezieltes Remote Work Management müssen Angestellte nicht mehr zu vorbestimmten Zeiten verfügbar sein. Dabei wird die Integration des Büros in die eigenen vier Wände den HR-Bereich die nächsten Jahre vor Herausforderungen stellen. Schließlich kann mit der Verbindung von Home ins Office, das neu geschaffene ‚Hoffice‘ für Arbeitnehmer zu einer technischen, aber auch mentalen Aufgabe werden“, so Zink. Sozialen Faktoren, wie zum Beispiel der emotionalen Beziehung zwischen Arbeit und Beruf, wird somit eine völlig neue Bedeutung zugeschrieben. Schließlich verschwindet „Remote Work“ nicht mehr so schnell von der Bildfläche: künftig wird es vielerorts ein Zusammenspiel zwischen flexiblem Arbeiten und dem klassischen Büroalltag geben. „Unternehmen sind in diesem Jahr gut damit beraten, neben technologischer Infrastruktur eben auch psychologische und emotionale Unterstützung zu bieten“, betont Zink. Nach „Remote Work“ wird die „Employee Wellness“ zu einem der wesentlichen Trends im Jahr 2021.

Unternehmen brauchen echte Werte

Lange hatten die meisten Betriebe abgesehen von Nachhaltigkeitszielen wenig zu bieten. Das hat sich in den vergangenen Jahren vollends geändert und dieser Trend wird sich 2021 noch weiter intensivieren. Schließlich vollzieht sich in unserer Gesellschaft gerade ein Wertewandel: „Arbeitnehmer wollen Arbeit, die bedeutungsvoll ist, Kunden bevorzugen Marken, die inspirieren und die Gesellschaft möchte Unternehmen, die Verantwortung übernehmen. Und genau das schlägt sich auch im Job- und Karriere-Bereich nieder“, weiß der willhaben-Experte. „Viele Millenials würden demnach heute keinen Job mehr in einem Unternehmen annehmen, das keine klar definierten CSR-Werte lebt.“ Darum nehmen sich auch immer mehr große Konzerne dem Thema Nachhaltigkeit an. Auch dieser Trend wurde durch Corona beschleunigt. Mit „grünen Lorbeeren“ schmücken ist es allerdings nicht mehr einfach getan. Eine Vielzahl an Kunden, Investoren und auch Mitarbeitern fordern überprüfbare Nachhaltigkeit.

Gen Z is coming

Die Arbeitswelt wird nicht nur aufgrund der Digitalisierung und Corona auf den Kopf gestellt. Traditionalisten, Baby Boomer, Generation X und Millenials machen einen Großteil der Arbeitnehmer in Österreich aus. Bald schon wird die Generation Z dem bunten Mix beiwohnen. Die wachsende Zahl der Millenials und Generation Z wird zum Aufstieg der neuen Belegschaft führen. „Dadurch entstehen neue Karriereprioritäten: eine ausgewogene Work-Life-Balance, flexible Arbeitszeiten und Remote Work“, so Markus Zink. Die Gen Z bindet sich heutzutage nicht mehr so einfach an den Arbeitgeber. Dies macht für Unternehmen nur noch einmal deutlich, wie wichtig Employer Branding und eine konsistente Arbeitgebermarke sind. Zusätzlich bringen immer mehr Arbeitnehmer Kundenmentalität an ihren Arbeitsplatz mit. „Vereinfacht ausgedrückt: Immer mehr Menschen suchen nach einer Beschäftigung, die sie dazu befähigt eigene Entscheidungen zu treffen. Durch das Zusammenkommen dieser vielen verschiedenen Generationen, müssen HR-Teams flexibler und individueller auf die Wünsche und Präferenzen der Mitarbeiter eingehen. ‚One-Size-Fits-All‘ funktioniert nicht mehr, hier spricht man bereits von ‚Consumerization am Arbeitsplatz‘“, bestätigt Markus Zink.

SAP erreicht Jahresziele – Corona belastet den Konzern aber

Im Herbst schockierte SAP die Aktionäre mit einem düsteren Ausblick für 2020 und darüber hinaus – am Jahresende hat sich das Geschäft des Softwareherstellers aber ordentlich entwickelt. Das geht aus dem vorläufigen Ergebnis für das vierte Quartal und das gesamte Jahr hervor, das der Dax-Konzern überraschend bereits Freitagabend veröffentlicht hat.

Es habe eine Verbesserung gegenüber dem Vorquartal gegeben, „obwohl die Corona-Krise andauerte und in manchen Regionen das öffentliche und wirtschaftliche Leben erneut eingeschränkt wurde“, hieß es in einer Mitteilung von SAP. Dazu habe vor allem die Nachfrage nach verschiedenen Cloud-Lösungen beigetragen. Der Konzern konnte somit die eigene Prognose erfüllen und teils übertreffen.

Die wichtigsten Zahlen für 2020 im Überblick:

Der Umsatz sank im abgelaufenen Geschäftsjahr um ein Prozent auf 27,34 Milliarden Euro – während SAP im Cloud-Geschäft ein Plus von 19 Prozent verbuchte, schrieb der Konzern beim Verkauf von Softwarelizenzen ein Minus von 20 Prozent.
Das Betriebsergebnis steigerte der Softwarehersteller kräftig auf 6,62 Milliarden Euro, weil deutlich geringere Aufwendungen für Restrukturierungen und Aktienoptionen anfielen. Die bereinigte Kennzahl lag mit 8,28 Milliarden Euro aber lediglich um ein Prozent im Plus.
Der operative Cashflow wird voraussichtlich auf 7,0 Milliarden Euro steigen, doppelt so viel wie im Vorjahr, als Steuerzahlungen und eine Restrukturierung SAP teuer zu stehen kamen. Zudem machen sich die Sparmaßnahmen währen der Pandemie bemerkbar.

Gut lief zuletzt das Geschäft mit dem Cloud-Computing, also Lösungen, auf die Unternehmen übers Netzwerk zugreifen können – hier konnte SAP nach eigener Einschätzung „einen eindrucksvollen Schlusspunkt für das Jahr“ setzen. Eine „weiterhin hohe Nachfrage“ gebe es beispielsweise nach Software für E-Commerce, der Meinungsforschungsplattform Qualtrics sowie der Personalsoftware Success Factors.

Allerdings verbuchte SAP in dem Geschäftsnetzwerk Concur, über das Unternehmen Reisen buchen und verwalten können, deutlich weniger Nachfrage. In der Summe wuchs das Cloud-Geschäft im wichtigen vierten Quartal um acht Prozent auf 2,04 Milliarden Euro, der Auftragsbestand um sieben Prozent auf 7,15 Milliarden Euro.

Dagegen erschwert die Pandemie den Verkauf von Softwarelizenzen samt den damit verbundenen Projekten, der Erlös sank um 15 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro – das war allerdings nicht so schlecht wie von einigen Analysten befürchtet. Der Umsatz summierte sich zum Jahresabschluss auf 7,54 Milliarden Euro.

HSE24 wird HSE: Shoppingsender positioniert sich neu

Der Teleshopping-Sender HSE24 ist mit einem umfassenden Relaunch an den Start gegangen, mit dem auch eine Namensveränderung einhergeht. Fortan spart sich der Sender die „24“ und nennt sich schlicht HSE. Flankiert wird das Rebranding ab dem 15. Januar von einem 30-sekündigen TV-Spot, der „überspitzt und mit einem Augenzwinkern“ zeigen will, welche Konsequenz das Teleshopping-Erlebnis angeblich mit sich bringt. Am Ende folgen ein neues Soundlogo sowie der neue Claim: „HSE. Here Shopping Entertains.“

Die Positionierung soll sich nun möglichst überall widerspiegeln. So seien für die Corporate Identity alle Berührungspunkte so überarbeitet worden, dass ein ganzheitlicher Look-and-Feel entsteht. Gestalterisches Kernelement ist dabei die Parabolform, in Anlehnung an die Bühne, auf der HSE seine Markenwelt präsentiert. Verantwortlich für die neue Corporate Identity und die integrierte Kampagne ist Jung von Matt unter Beteiligung von Jung von Matt Brand Identity und und Jung von Matt Saga.

Ergänzt wird die Positionierung von verschiedenen Marken-Trailern, die das Backstage-Geschehen bei HSE und die Produktkategorien „auf entertainende Art und Weise inszenieren“. Konkret geht es um eine One-Shot-Kamerafahrt vorbei an den Moderatorinnen und Moderatoren, der Belegschaft und den Produkten bis hin zur Bühne. Für die Umsetzung zeichnet Tempomedia verantwortlich.

Deutschland: Leser zahlen für Paid Content über 700 Millionen Euro jährlich

Die Paid Content-Umsätze deutscher Pressemedien mit digitalem Publikumsjournalismus sind in den vergangenen zwölf Monaten um ein Drittel gewachsen. Auf dem aktuellen Niveau erzielen deutsche Publisher mit ihren E-Paper, Paywall- und App-Angeboten jährlich mehr als 700 Millionen Euro Umsatz im Jahr. Das ist das Ergebnis der jüngsten Markteinschätzung von pv digest.

Plus 33 Prozent zum Vorjahr entsprechen einem Umsatzwachstum von 176 Millionen Euro. Dieser Zuwachs beruht vor allem auf Mengensteigerungen. 2020 haben einige Titel, die vorher noch ausschließlich gratis nutzbare Websites betrieben hatten, eine Paywall eingerichtet. Die Absatzmengen für reine E-Paper-Abos und auch für zusätzlich zu einem Printabo verkaufte E-Paper sind gestiegen. Und branchenweit dürfte sich die Anzahl der Abos für den Zugriff auf Inhalte hinter einer Web-Paywall mehr als verdoppelt haben – nicht zuletzt dank des vielfach thematisierten ‚Corona-Booms‘. Von jährlich 702 Millionen Euro Umsatz mit Paid Content-Angeboten entfällt nach wir vor weniger als ein Drittel auf Angebote von Zeitschriftenverlagen bzw. zeitschriftenähnlichen, das heißt nicht tagesaktuellen Digital-only-Angeboten. Immerhin ist dieser Anteil aber um zwei Prozent-Punkte gewachsen. Ein knappes Fünftel der Gesamtsumme resultiert aus den Bezahlangeboten der überregionalen Tageszeitungen außer „Bild“. „Bild“ allein dürfte mittlerweile über 40 Millionen Euro jährlichen Endkundenumsatz mit seinen digitalen Bezahlangeboten erwirtschaften, rund sechs Prozent des gesamten Paid Content-Umsatzes in Deutschland. Der Anteil von Bild an den gesamten Paid Content-Umsätzen hat sich damit nicht verändert.

Erster Oscar-Preisträger 2021 steht bereits fest

Im Rahmen der Oscar-Verleihung Ende April vergibt die Academy in diesem Jahr erstmals zwei Ehren-Oscars für humanitäre Verdienste.

Empfänger sind Regisseur, Produzent und Schauspieler Tyler Perry (51) und die Stiftung „The Motion Picture & Television Fund“ (MPTF), wie die Filmakademie Academy Of Motion Picture Arts and Sciences am Donnerstag in Los Angeles mitteilte. Für ihr soziales Engagement erhalten sie den Jean-Hersholt-Preis.

Ehren-Oscar wird nur unregelmäßig verliehen

Perry, bekannt durch die „Madea“-Komödienreihe, betreibt in Atlanta im US-Staat Georgia ein Filmstudio. Er wird unter anderem für seine Hilfe im Kampf gegen Obdachlosigkeit und soziale Ungerechtigkeit gewürdigt. Die MPTF-Stiftung hat nach Angaben der Academy vielen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen im Filmgeschäft in der Corona-Krise geholfen. Die Stiftung gründeten unter anderem von Charlie Chaplin und Mary Pickford einst 1921. In erster Linie, um in Not geratenen Filmschaffenden finanziell unter die Arme zu greifen.

Bauer startet neue Magazine in UK

Die Bauer Media Group sieht im britischen Zeitschriftenmarkt offenbar noch Potenzial, zumindest in einzelnen Themenbereichen. So bringt die Mediengruppe mit Hauptsitz in Hamburg im Januar 2021 zwei neue monatliche Rätselmagazine auf den Markt. Zum einen ist das ein Ableger der Marke ‚Bella‘ (‚Bella Puzzles – Train Your Brain‘), zum anderen der neue eigenständige Titel ‚Bigger Better Puzzles‘.

Ebenfalls ausgebaut wird das Kriminalmagazin ‚That’s Life – Crime Scene‘. Der Verlag erhöht die Erscheinungsfrequenz von fünf auf zehn Ausgaben pro Jahr. Der Verkaufspreis dieses Hefts liegt bei 2,10 Pfund.

ServusTV holt neuen ATP Cup ins Free-TV

ServusTV wird in diesem Jahr auch den ATP Cup zeigen. Der Tennis-Wettbewerb der Herren ist im vergangenen Jahr erstmals ausgestrahlt worden und lief damals hierzulande exklusiv bei Sky. ServusTV war 2020 zwar auch schon mit dabei, übertrug aber nur in Österreich einige ausgewählte Spiele. In diesem Jahr mischt man auch in Deutschland mit und wird das Turnier, das vom 1. bis zum 5. Februar in Melbourne stattfindet, übertragen. Ob auch Sky wieder überträgt, ist derzeit noch unklar.

ServusTV wird alle Matches mit deutscher Beteiligung sowie das Finale ausstrahlen. Einige andere Spiele des Turniers sollen online auf der Webseite des Senders übertragen werden. „Wir freuen uns, dass wir mit dem 2. ATP Cup nun auch in Deutschland den Weg von Dominik Thiem und Alexander Zverev in die Tennis-Weltspitze begleiten dürfen. Mit diesem Sportevent der Extraklasse erweitern wir unser großes ServusTV Deutschland-Sportportfolio um ein weiteres Premiumrecht“, sagt David Morgenbesser, Leitung Sportrechte & Distribution bei ServusTV.

Das Turnier ist hochkarätig besetzt, mit dabei sind unter anderem Novak Djokovic, Rafael Nadal, Dominic Thiem oder auch Alexander Zverev. In Österreich hat ServusTV in den vergangenen Jahren bereits sehr gute Erfahrungen gemacht mit Sport-Übertragungen im Allgemeinen und Tennis-Matches im Speziellen. So zeigt man in Österreich unter anderem auch die Australian Open, die 2020 Dominic Thiem gewann. Das Finale kam damals beim Sender auf 783.000 Zuschauer – eine höhere Reichweite erzielte der Sender in seiner Geschichte noch nie.

Deutscher Bundestag will Marktmacht von Google, Facebook & Co. einschränken

Der Bundestag will die Marktmacht von großen IT-Konzernen wie Google, Apple Facebook und Amazon kartellrechtlich einschränken. Er hat dazu den Regierungsentwurf für die zehnte Reform des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) mit einigen Änderungen beschlossen. Für die Initiative stimmten neben den Koalitionsfraktionen von CDU/CSU und SPD auch die Grünen. AfD, FDP und die Linke enthielten sich.

Der Bundestag will mit dem Gesetzentwurf missbräuchlichem Verhalten von Unternehmen mit überragender, marktübergreifender Bedeutung für den Wettbewerb besser entgegenwirken. Mit spezifischen Datenzugangsreglungen will er Innovationen fördern und Märkte offenhalten. Plattformbetreiber sollen Angebote von Wettbewerbern zum Beispiel in Suchergebnissen nicht schlechter behandeln können als eigene.

Das Bundeskartellamt soll künftig einfacher „einstweilige Maßnahmen“ ergreifen können, um den Wettbewerb frühzeitig zu schützen. Zugleich werden die Ermittlungsbefugnisse der Kartellbehörden ausgeweitet. Unternehmen sollen mehr Rechtssicherheit bei Kooperationen zum gemeinsamen Nutzen von Daten oder Aufbau von Portalen erhalten. Ein Marktmissbrauch soll künftig zum Beispiel vorliegen, wenn ein Unternehmen sich weigert, „ein anderes gegen angemessenes Entgelt mit einer Ware oder gewerblichen Leistung zu beliefern, insbesondere ihm Zugang zu Daten, zu Netzen oder anderen Infrastruktureinrichtungen zu gewähren“.

Sanktionen

Das Bundeskartellamt soll feststellen können, dass einer Firma „eine überragende marktübergreifende Bedeutung für den Wettbewerb zukommt“. Kriterien dafür sind zum Beispiel die Finanzkraft oder sonstige Ressourcen eines Unternehmens, seine vertikale Integration und seinen Zugang zu wettbewerbsrelevanten Daten.

Als Abhilfe kann das Kartellamt es einem Unternehmen untersagen, die eigenen Angebote gegenüber denen von Wettbewerbern bevorzugt zu behandeln, Konkurrenten zu behindern oder durch die Nutzung wettbewerbsrelevanter Daten Marktzutrittsschranken zu errichten beziehungsweise zu erhöhen. Die Interoperabilität von Produkten oder Leistungen oder die Portabilität von Daten darf in einem solchen Fall nicht verweigert werden.

Die Koalition hat hier gegenüber dem Regierungsentwurf diverse Beispiele und Verhaltensweisen ergänzt wie etwa die alleinige Vorinstallation eigener Produkte. Dies deckt sich teilweise mit den geplanten EU-Vorgaben über den Digital Market Act.

Eingeführt haben die Abgeordneten eine Art umgekehrte Zwangslizenz für Presseverlagsinhalte ergänzend zum geplanten neuen Leistungsschutzrecht. Suchmaschinen sollen dafür zahlen müssen, dass ein Verlagsangebot mit einem kostenfreien Dienst gefunden und anschließend monetarisiert werden kann. Dazu kommt die Auflage für Google & Co., einen solchen Beitrag bevorzugt anzuzeigen. Verklausuliert ist diese Bestimmung in ein Verbot, „für die Behandlung von Angeboten eines anderen Unternehmens Vorteile zu fordern, die in keinem angemessenen Verhältnis“ dazu stehen.

Kartellrechtliche Verfahren gegen Digitalkonzerne werden verkürzt. Allein zuständig sein soll dafür der Bundesgerichtshof (BGH). Die Prüfschwellen für Fusionen haben die Regierungsfraktionen aber deutlich höher gelegt. So soll die erste Inlandsumsatzhürde 50 Millionen statt bislang 25 Millionen Euro betragen.

„Echter Gegenwind“

Die „modernen digitalen Gatekeeper“ seien marktübergreifend tätig und kapitalstark, sie beherrschten den Algorithmus, begründete Matthias Heider (CDU) das Vorhaben. Die digitalen Ökosysteme seien aber aus ihrer innovativen Position herausgewachsen. Sie hätten sich der Gesellschaft unentbehrlich gemacht und beeinträchtigten dabei den Wettbewerb massiv. Die bisherigen kartellrechtlichen Instrumente reichten nicht aus, um sie in die Verantwortung nehmen. Hansjörg Durz (CSU) sprach von einer „Revolution“, da nun ein echter Gegenwind für die führenden Plattformen dieser Welt wehe. Künftig könnte es Facebook möglicherweise nicht mehr so leicht fallen, sich die Daten von WhatsApp einzuverleiben.

Die ganze Diskussion um fairen Wettbewerb sei sinnlos, wenn bei der analogen Wirtschaft wie dem Einzelhandel die Hilfszahlungen überhaupt nicht ankämen, monierte Michael Theurer (FDP). Die Liberalen trügen viele der Maßnahmen mit, der Entwurf sei aber nicht präzise genug und unterstütze Startups nicht hinreichend.

Amazon, Google und Facebook hätten bereits zu viel Macht, über Zugangskonditionen zu Dienstleistungen, gefundene Informationen und zulässige Meinungsäußerungen zu entscheiden, beklagte der Linke Pascal Meiser. Zumindest im Kartellrecht unternehme die Regierung nun „erste zaghafte Schritte in die richtige Richtung“, missbräuchliche Geschäftspraktiken müssten aber per Gesetz verboten werden.

Die Grüne Katharina Dröge sieht die Regierung ebenfalls unter Zugzwang, bald nachzubessern. Auflagen zur Interoperabilität etwa dürften nicht nur „auf die ganz Großen des Internets beschränkt“ bleiben. Der Verbraucherschutz sei im Wettbewerbsrecht zudem völlig aus dem Fokus geraten.

ORF-Moderatorin übernimmt Leitung der Caritas im Burgenland

Die langjährige „Burgenland heute“-Moderatorin Melanie Balaskovics verlässt mit Ende Jänner 2021 den ORF und wird ab Februar für die Medienarbeit der Diözese verantwortlich sein und soll im Laufe des ersten Halbjahres auch die Geschäftsführung der Caritas Burgenland von Edith Pinter übernehmen. Die gebürtige Südburgenländerin begann ihre journalistische Laufbahn im Jahr 1998 als Redakteurin im ORF Burgenland. Zuletzt war sie neben ihrer Tätigkeit als Moderatorin von „Burgenland heute“ auch als Chefin vom Dienst für die Sendung mitverantwortlich. Seit 2019 moderierte sie außerdem die Sendungen im Rahmen von „Licht ins Dunkel“ (LiD). Im Laufe ihres Werdegangs war die Burgenlandkroatin auch für die Volksgruppenredaktion des ORF Burgenland tätig und moderierte die TV-Sendung „Dobar dan Hrvati“.

Telegram sperrt dutzende Kanäle wegen Gewaltaufrufen

In den letzten Tagen und Wochen stiegen die Nutzerzahlen von Telegram stark, wie der Gründer Pawel Durow kürzlich bekannt gab. In der ersten Januar-Woche habe der Messenger die Hürde von 500 Millionen monatlich aktiven Nutzern übertroffen. Durow führt diese Entwicklung auf das geänderte Nutzungsverhalten der Menschen zurück: „Menschen wollen nicht länger ihre Privatsphäre gegen kostenlose Dienste eintauschen.“ Knapp drei Prozent beziehungsweise 750.000 der neuen Nutzer stammen laut CNN aus den USA.

Jetzt sieht sich die Plattform jedoch mit Problemen konfrontiert. Wie der amerikanische Nachrichtensender CNN berichtet, kam es in diversen öffentlichen Foren zu Gewaltaufrufen. Telegram habe bereits dutzende dieser Foren gesperrt, allerdings tauchen immer wieder neue auf, die bewusst versuchen, Moderatoren der Plattform hinters Licht zu führen. CNN schreibt von einem „Katz-und-Maus-Spiel“.

Slowenien genehmigt Freigabe der Mittel für Nachrichtenagentur STA

Die slowenische Regierung hat die Freigabe von überfälligen Budgetzahlungen an die staatliche Nachrichtenagentur STA vorläufig genehmigt. Begründet wurde die Entscheidung mit der Mitteilung der EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager, „die auf die Möglichkeit einer positiven Meinung der EU-Kommission bezüglich der staatlichen Beihilfen für die STA hinweist“.

Wie UKOM betonte, seien die Gelder bis zur endgültigen Entscheidung Brüssels vorläufig freigegeben worden. Im Streit um die Finanzierung der staatseigenen STA, der im Dezember der Geldhahn zugedreht worden war, wandte sich der slowenische Staat an Brüssel, um zu prüfen, ob die Zahlungen den EU-Beihilferegeln entsprechen.

Beihilferegeln

Die Regierung, die der Nachrichtenagentur die Zahlungen für ihre öffentlichen Dienstleistungen für zwei Monate schuldet, wurde zur Bezahlung zuletzt auch gesetzlich verpflichtet, indem eine entsprechende Bestimmung in das jüngste Corona-Hilfspaket eingebracht wurde. Die Gelder wurden nicht fristgemäß bezahlt, stattdessen stellte die Regierung die Frage, ob die Gelder für die STA mit den Beihilferegeln konform gingen.

Finanzierungsstopp als Angriff von Jansa auf Medien

Wie die STA am Donnerstag berichtete, seien die ausstehenden Mittel bis Mittag noch nicht auf ihr Konto überwiesen worden. Zusätzlich zu den Zahlungen für öffentliche Dienstleistungen schuldet ihr die Regierung auch drei Monatsraten für kommerzielle Leistungen, auf deren Grundlage die slowenischen Regierungsinstitutionen und Ministerien die Meldungen der STA erhalten. Der Finanzierungsstopp wurde in slowenischen Medien als ein weiterer Angriff der Regierung von Premier Janez Jansa auf die Medien kritisiert.

Hans-Bredow-Institut richtet Observatorium zur Beobachtung von Online-Kommunikation ein

Die privaten globalen Online-Plattformen wie Facebook, Twitter und Co. prägen inzwischen die öffentliche Meinung teilweise weitaus stärker als die Medien, die den journalistischen Regeln genügen. Die damit verbundene Problematik will das Leibniz-Institut für Medienforschung | Hans-Bredow-Institut (HBI) mit Sitz in Hamburg nun international stärker ins Visier nehmen.

In diesem Sinne richtet das HBI ein Observatorium zur Beobachtung privater Rechtssetzung (Private Ordering Observatory) ein, das in Kooperation mit Forscher*innen aus aller Welt die Normen und Praktiken privater Online-Plattformen untersuchen soll.

Auch Snapchat sperrt Trump dauerhaft

Nach Twitter hat mit Snapchat ein weiteres soziales Netzwerk den scheidenden US-Präsidenten Donald Trump dauerhaft ausgesperrt. Dessen Account bei dem Messengerdienst werde eingestellt, wie eine Sprecherin des Betreibers Snap am Mittwoch (Ortszeit) mitteilte. Diese Entscheidung erfolge „im Interesse der öffentlichen Sicherheit und auf der Grundlage seiner Versuche, Fehlinformationen, Hassreden und Anstiftung zur Gewalt zu verbreiten“.

Snap hatte Trumps Account nach dem gewaltsamen Sturm seiner Anhänger auf das Kapitol zunächst vorübergehend gesperrt.

Twitter hatte bereits am Freitag Trumps privaten Account dauerhaft gesperrt. Wenige Tage nach dem Sturm aufs Kapitol durch dessen Anhänger begründete der Kurznachrichtendienst den Schritt damit, dass Trumps jüngste Tweets das Risiko einer weiteren Anstiftung zu Gewalt erkennen ließen.

Wichtige Entwicklungen für die Digitalwerbung 2021

Das Jahr 2021 startete zwar nicht mit einem Knall, Böllerverbot sei Dank, dennoch zeichnen sich in der Digitalwerbung einige spannende Entwicklungen ab, vor allem mit Blick auf Technologie. Sieben davon wollen wir im Folgenden kurz skizzieren. Zugegeben – die meisten davon sind nicht neu und tauchten in der einen oder anderen Liste bereits als Hype auf. Doch gerade nach dem Abflachen des Hypes lohnt sich ein genauerer Blick auf die weitere Entwicklung.

Die Digitalisierung des TV schreitet weiter voran

Das Fernsehen und mit ihm die Werbung darin verändern sich derzeit grundlegend. Zum einen verlagert sich der TV-Konsum zunehmend ins Digitale, was dazu führt, dass Werbetreibende mit ihren Botschaften neue Wege gehen müssen, um ihre Zielgruppen zu erreichen – falls das überhaupt noch möglich ist angesichts von Plattformen wie Netflix. Zum anderen wird Advertising-Technologie entwickelt, um eine Brücke von der Werbung im linearen Fernsehen zur digitalen Welt und deren Möglichkeiten zu schlagen.

Out-of-Home und Audio (Radio) werden zunehmend “programmatisiert”

Die Digitalisierung erfasste in den vergangenen Jahren neben dem TV auch weitere traditionelle Kanäle wie Außenwerbung und Radio. Die technologische Innovation sorgt weiterhin dafür, dass eben diese programmatisch buchbar werden. In Kombination mit den richtigen Datenquellen entstehen so interessante Einsatzmöglichkeiten für Advertiser. 2021 werden diese weiter ausgebaut.

Advertiser loten Retail Media aus und mehr Angebotsvielfalt entsteht

Retail Media wächst und Advertiser werden 2021 verstärkt testen, ob sie Inventar auf E-Commerce-Plattformen – und vor allem deren Daten – sinnvoll für ihre Kampagnen einsetzen können. Die Frage ist, ob sich Retail Media auch lohnt, wenn es nicht nur darum geht, dass ein Händler seine Produkte auf Amazon bewirbt. Das Retail-Media-Geschäft wird hierzulande von Amazon, Ebay, Otto und Zalando dominiert, doch auch kleinere Händler versuchen mittlerweile Werbetreibenden ihr Potenzial aufzuzeigen.

Verstärkter Einsatz von Dynamic Creative Optimization

DCO ist im Grunde genommen ein alter Hut, doch war der Einsatz in der Breite eher auf Retargeting beschränkt. Abseits davon ergeben sich jedoch weitere spannende Einsatzmöglichkeiten für dynamische Werbemittel, die ausgelotet werden wollen.

Blockchain in der Advertising-Praxis

Das Werbeökosystem pocht schon seit jeher auf Transparenz und fordert sie auch dieses Jahr wieder ein. Dabei geht es unter anderem um die Qualität von Media und das Thema Sicherheit, sodass wir technologische Weiterentwicklungen auf diesen Gebieten sehen werden.

Targeting und Tracking ohne Third-Party-Cookies

Die Datenschutzbestimmungen, die anhand der DSGVO und künftig auch der E-Privacy durchgesetzt werden, sorgten in den vergangenen zwei Jahren bereits für allerhand Bewegung in der Adtech-Szene. Einerseits erlebt das Kontext-Targeting eine Renaissance, andererseits suchen Advertiser zunehmend nach alternativen Datenquellen, die nicht personenbezogen sind. An dieser Stelle werden wir mehr Kreativität sehen.

Consent-First-Marketing auf Markenseite

In diesem Atemzug müssen die Marken ihre Systeme neu ausrichten, was in vielen Fällen sicherlich bereits geschehen ist. Dabei geht es jedoch nicht nur um die Erhebung des Consents, um personenbezogene Werbung ausspielen zu können, sondern auch darum, die vorhandenen Systeme entsprechend miteinander zu verbinden, damit die Einwilligungen vernünftig kommuniziert werden können. Der Consent muss also sowohl effektiv erhoben als auch richtig abgebildet und gemanagt werden.

Bonus

Dürfen auf keiner Liste fehlen: Mobile und Video. Beide Punkte sollten mittlerweile selbstverständlich sein, denn die Nutzung von mobilen Geräten und die Nachfrage nach Bewegtbild steigt konsequent. Insbesondere die Kombination wird die Werbeindustrie und deren Tech-Sparte weiter beschäftigen.

Youtube löscht FPÖ-Video wegen Corona-Falschinformation

YouTube hat ein Video mit einer Rede von FP-Klubchef Herbert Kickl wegen der Verbreitung medizinischer Falschinformationen gelöscht. Das hat die FPÖ am Donnerstag mitgeteilt und Kritik an YouTube-Eigentümer Google geübt. Kickl hatte in der Rede Misstrauen gegen Corona-Impfungen geschürt und sie als „Feldversuch der Pharmaindustrie“ dargestellt. YouTube verweist auf Richtlinien gegen Missinformation. Die zuerst ebenfalls ausgesprochene Sperre des FPÖ-Kanals wurde widerrufen.

Mit der Impfung würden „gesunde Österreicher zu Versuchskaninchen gemacht werden, in einem großen Feldversuch der Pharmaindustrie“, hatte Kickl am Mittwoch im Nationalrat behauptet. Und: „Das ist ein Massenexperiment logischerweise, weil die Erprobung fehlt.“

YouTube begründete die Löschung auf Anfrage der APA mit den seit Mai 2020 geltenden und laufend überarbeitenden Richtlinien gegen Missinformation im Zusammenhang mit Covid-19. „Wir haben klare Vorgaben, die Videos verbieten, die den örtlichen Gesundheitsbehörden oder der WHO widersprechen, und wir entfernen schnell Videos, die gegen diese Richtlinien verstoßen, wenn sie uns gemeldet werden“, teilte ein Sprecher mit.

DLD startet Onlineformat

Unter dem Motto ‚What the World Needs Now‘ startet Burdas Innovationskonferenz DLD im Februar 2021 ein neues Onlineformat. Die physische Konferenz in München wird auf ein späteres Datum in der ersten Jahreshälfte verschoben.

Vom 21.- 22. Februar 2021 werden im Rahmen der DLD All Stars-Sessions Speaker in Impulsvorträgen und moderierten Panels unter anderem über Nachhaltigkeit, Künstliche Intelligenz und Quantentechnologien sprechen. Ihre Teilnahme bestätigt haben neben der Präsidentin der Europäischen Union, Ursula von der Leyen, u.a. der amerikanische Risikokapitalgeber und Facebook-Investor Jim Breyer (Breyer Capital), Gentest-Pionierin Anne Wojcicki (23andMe), Stefan Oschmann (CEO Merck), Jimmy Wales, Internetunternehmer und Mitgründer von Wikipedia, der dänische Stararchitekt Bjarke Ingels, KI-Experte Kai-Fu Lee sowie Stefan Vilsmeier, Gründer und Vorstandsvorsitzender des Münchner Medizinsoftware-Herstellers Brainlab.

JPEG XL soll JPEG, PNG, GIF umd Webp beerben

JPEG XL verwendet ein pychovisuelles Modell, das – analog zu MP3 für Audio – eine stärkere Kompression des Bildmaterials mit deutlich weniger Artefakten als beim klassischen JPEG-Format erlaubt. JPEG XL kann Bilder sowohl verlustbehaftet als auch verlustfrei komprimieren. Damit soll sich das Format für Fotos ebenso eigenen wie für Grafiken, die aufgrund der Artefaktbildung an scharfen Kanten nicht in verlustbehafteten Formaten wie JPEG, sondern in PNG oder anderen verlustfreien Formaten gespeichert werden. Wie GIF unterstützt JPEG XL Animationen.

Anders als das Google-Format Webp, das ebenfalls sowohl verlustfrei und als auch verlustbehaftet komprimieren kann und JPEG beim Kompromiss aus Kompressionsrate und Bildqualität ebenfalls übertrifft, ist JPEG XL nicht auf 8 Bit pro Farbkanal beschränkt. Zudem beherrscht das neue Format einen progressive mode: Je mehr Daten einer JPEG-XL-Datei verarbeitet werden, desto besser wird die Auflösung des Bildes. Das ist insbesondere ein Vorteil für responsive (Web-) Anwendungen, die je nach Ausgabegerät Bildmaterial in unterschiedlicher Auflösung benötigen.

Umwandlung ohne Qualitätsverlust

Bereits vorhandenes Bildmaterial in den Formaten JPEG, PNG8, PNG24 und GIF soll sich ohne Qualitätsverlust in JPEG-XL-Dateien wandeln lassen, wobei die JXL-Dateien kleiner ausfallen sollen als die Ausgangsdateien. Weitere Informationen zu JPEG XL gibt es beim JPEG Konsortium, einen (vielleicht nicht ganz unvoreingenommenen) Vergleich mit anderen Bildformaten liefert Jon Sneyers, Co-Vorsitzender der JPEG-XL-Gruppe.

Update-Verpflichtung für digitale Dienste und Geräte kommt heuer

So wurden im Jahr 2020 von der EU zwei neue Richtlinien, eine über den Warenkauf generell und eine über digitale Inhalte, beschlossen, die 2021 auch in österreichisches Recht umzusetzen sind. Digitale Dienstleistungen, zum Beispiel die Streamingdienste Netflix oder Spotify, aber auch Waren mit digitalen Inhalten, also „smarte“ Geräte wie etwa Fitnessuhren, unterliegen dann einer Update-Verpflichtung der Hersteller und Verkäufer.

Vertragsgemäße Lieferung

Dabei sind Umfang und Dauer der Aktualisierungspflicht von wesentlicher Bedeutung. Einerseits müssen Sicherheits-Updates bereitgestellt werden, andererseits können auch inhaltliche Aktualisierungen, abhängig von Art und Zweck des Produkts, relevant sein. Wesentlich dabei ist, dass die Produkte und Dienste vertragsgemäß geliefert werden und diese Vertragsgemäßheit auch eine gewisse Zeitlang erhalten bleibt.

Bei der Dauer der Update-Verpflichtung ist nach der Art der Bereitstellung zu unterscheiden. Wird ein Produkt nur einmalig gekauft, kommt es darauf an, was man als Verbraucher an Updates vernünftigerweise erwarten kann. Bei laufenden Diensten ist die Update-Verpflichtung an die Vertragsdauer geknüpft.

Auch Verbraucher tragen Verantwortung

Bei der Aktualisierung ihrer Geräte oder Dienste werden auch die Verbraucher in die Verantwortung genommen: Wird man über ein Update informiert und wird dieses bereitgestellt, ohne dass es vom Käufer durchgeführt wird, haftet der Verkäufer nicht mehr für darauf zurückzuführende Mängel.

Online-Handel trotz Paket-Booms mit sinkendem Retouren-Anteil

Nach einer Umfrage der Universität Bamberg unter 103 Online-Händlern in Deutschland wurden allein von März bis August vergangenen Jahres 17,4 Prozent mehr Sendungen als im Vorjahreszeitraum verschickt. Für das ganze Jahr rechnen die Forscher mit einem Zuwachs von mehr als 25 Prozent. „So bitter es ist, Corona war ein Glücksfall für mein (…) Unternehmen“, wird ein Händler in der Studie zitiert.

Obwohl deutlich mehr Pakete versendet wurden, kamen verhältnismäßig wenig wieder zurück. Die Retouren-Quote bei den befragten Händler reduzierte sich im selben Zeitraum von 17,8 auf 15,9 Prozent.

Zahl der Paket-Retouren bleibt dennoch hoch

Die Zahl der Paket-Retouren bleibt dennoch hoch und fiel angesichts des Corona-Paket-Booms in absoluten Zahlen auch höher aus als im Vorjahr. 315 Millionen Pakete seien nach einer ersten Schätzung in Deutschland 2020 zurückgeschickt worden. Im Jahr 2019 waren es nach Angaben der Wissenschaftler 301 Millionen Pakete.

Bei dem Versandhändler Otto gingen nach eigenen Angaben 2020 im Vergleich zum Vorjahr 30 Prozent mehr Bestellungen ein, während die Retouren um fünf Prozent sanken. Statt das kleine Schwarze für die (abgesagte) Party zu kaufen, bestellten die Kunden lieber Hanteln, erzählt ein Sprecher des Unternehmens. Der Verkauf von Heim- und Kraftsportartikel sei um 200 Prozent gestiegen, bei Bart- und Haarschneidern um 300 Prozent. Aber Retouren? „Nur sehr selten.“

Winterware stapelt sich in Geschäften

Auch viele geschlossene Modeläden hätten überlegt, ihre Ware in der Pandemie zu versenden, berichtet Axel Augustin vom Handelsverband Textil. „Aber so viel Ware lässt sich nicht online verkaufen. Die Logistik hat momentan gar keine Kapazitäten dafür.“ Bei wechselndem Sortiment und günstigen Artikeln lohne sich der Versand auch kaum.

Deshalb stapelt sich die Winterware nun in Geschäften – und verliert mit jedem Schließtag an Wert. „Wenn alle Läden in unserer Branche dicht sind, bleiben zehn Millionen Teile täglich liegen“, rechnet Augustin vor. Schon im Frühjahr seien bis zu 300 Millionen Artikel in den Modegeschäften geblieben. Bis Ende Januar werde sich wieder „eine riesige Lawine von einer halben Milliarde unverkaufter Modeartikel auftürmen“, warnen die Handelsverbände Textil, Schuhe und Lederwaren.

Viele Kunden bleiben den Online-Händlern erhalten, glauben auch die Bamberger Forscher. Wenn sie aber wieder weniger nach Bedarf und mehr nach Lust und Laune im Netz einkaufen, könnten auch die Retouren wieder zunehmen.

Auch in den USA ist die Menge an Retouren ein Problem. Um diese einzudämmen, versuchen sich große US-Retailer wie Amazon, Walmart und Target derzeit an einem besonderen Retouren-Modell.

Facebook wirkte jahrelang ungewollt als Katalysator von Trumps Politik. Aber man ließ es zu, denn die Aufmerksamkeit war gewiss.

Twitter verbannte Trump zunächst nur für zwölf Stunden von seiner Plattform. Am 08.01. gab der Kurznachrichtendienst schliesslich bekannt, dass das Profil des Präsidenten permanent gesperrt bleiben werde. Auch Facebook blockiert Trumps Konto bis mindestens Mitte Januar. Die sozialen Netzwerke, das liebste Spielzeug des amerikanischen Präsidenten, haben ihren einflussreichsten Nutzer tatsächlich von ihren Plattformen geschmissen.

Diese Entscheidung wird von vielen bejubelt, doch sie ist vor allem eines: Ein noch nie da gewesener Eingriff in die politische Debatte. Das «Deplatforming» des Präsidenten ist ein PR-Coup, Facebook und Twitter handeln opportunistisch. Trump ist ohnehin abgewählt, er verliert seine Relevanz, die Ausschreitungen im Capitol waren das hässliche Ende seiner Amtszeit – er kann jetzt ohne Reue und unter tosendem Applaus für eine gewisse Zeit ausgesperrt werden. Das Problem Trump ist so für die Plattformen, zumindest vorerst, erledigt.

Trump perfektionierte die Facebook-Nutzung

Doch die Probleme, vor allem von Facebook, sie bleiben. Trump ist bei weitem nicht der Einzige, der die sozialen Netzwerke für seine Zwecke nutzt. Politiker und Organisationen in aller Welt tun es ebenso: Sie posten emotionale Inhalte, verdrehen Tatsachen, gehen auf Stimmenfang und buhlen um Aufmerksamkeit. Sie bedienen so gezielt die Logik des Facebook-Algorithmus. Und wenn der Beitrag die gewünschte Wirkung verfehlt, setzen hochprofessionelle Marketingteams Anzeigen auf und bezahlen Tausende von Franken, um die Reichweite zu erhöhen und die Zielgruppe punktgenau zu erreichen. Trump ist nur die Spitze des Eisbergs – das eigentliche Problem ist das Geschäftsmodell von Facebook, das eine Politik wie jene von Trump befördert.

Denn Facebook hat schon seit vielen Jahren ein riesiges Problem mit Hassrede und Falschinformationen. Wer die Anwendung öffnet, wird vor allem mit Negativität konfrontiert: Wut, Frust, Hass. Facebook macht keinen Spass mehr. Ursprünglich konzipiert für das Teilen von Katzenvideos und Ferienbildern, ist der Algorithmus für politische und gesellschaftliche Debatten schlicht nicht geeignet. Die Funktionsweise der Plattform folgt nämlich der Logik, dass Inhalte, die viele Interaktionen und Kommentare auslösen, bevorzugt behandelt werden. Das führte zu Beginn dazu, dass besonders sehenswerte Katzenvideos auch von besonders vielen Nutzern angeschaut werden konnten. Inzwischen führt es aber dazu, dass nicht die süssesten, sondern die aufwühlendsten Beiträge auf grosse Reichweiten kommen.

Dass Facebook die Interaktion der Nutzer ins Zentrum der Anwendung stellte – im Gegensatz beispielsweise zu Instagram, wo die Inhalte der Nutzer das Gerüst bilden –, rächte sich. Erst als der Konzern realisierte, dass die eigene Reputation Schaden nimmt und grosse Werbekunden sich verärgert abwandten, verstärkte er den Kampf gegen den grassierenden Hass. Facebook löscht inzwischen zu Hunderttausenden Inhalte, die zu Gewalt aufrufen oder die Demokratie untergraben, und sperrt Nutzer, die diese Inhalte verbreiten – und zwar so viele wie noch nie. Trotzdem reicht das nirgends hin.

Facebook schaute jahrelang zu

In den «Gemeinschaftsstandards» von Facebook steht unter anderem: «Unser Ziel ist es, potenziellen Schaden in der Offline-Welt zu verhindern, der möglicherweise im Zusammenhang mit Inhalten auf Facebook steht.» Das ist legitim – doch es gilt nicht für alle. Trump reizte die Grenze des Sagbaren aus, seit er seine Präsidentschaftskampagne gestartet hatte. Er nutzte die sozialen Netzwerke virtuos, baute sich eine treue Anhängerschaft auf, trieb die republikanische Partei vor sich her und schaffte es ins Weisse Haus. Facebook und Twitter wirkten ungewollt als Katalysatoren seiner Politik. Aber sie liessen es zu, denn die Aufmerksamkeit war ihnen gewiss. Es ist das gleiche Dilemma, in das auch die Medien gerieten: Trump war ein Ärgernis, aber er brachte Klicks und damit Einnahmen. Die Plattformen sind nicht dafür verantwortlich, was ihre Nutzer posten – aber dafür, wie es sich verbreitet.

Google schließt Fitbit-Übernahme ab

Die Übernahme von Fitbit durch Google ist abgeschlossen. Das teilte der Tech-Konzern in einem Blog-Eintrag mit. EU-Wettbewerbshüter hatten im Dezember grünes Licht für den 2,1 Milliarden US-Dollar schweren Deal gegeben, der von Datenschützern schwer kritisiert worden war.

Sorgen macht Datenschützern besonders der Umgang von Google mit den Daten, die Fitbit vorliegen. Als Anbieter von Fitness-Wearables hat Fitbit einen großen Schatz an Gesundheitsdaten, die durch die Übernahme zu Google wechseln.

Die EU-Wettbewerbshüter hatten ihre Zustimmung daher an mehrere Bedingungen geknüpft, die den Missbrauch dieser Daten durch Google verhindern sollen. So darf Google die Fitbit-Daten etwa nicht zur Optimierung seines Anzeigengeschäfts nutzen. Außerdem müssen Nutzer die Möglichkeit bekommen, die Verwendung der Daten für Dienste Google Maps oder Youtube zu verbieten.

„Es geht um Geräte, nicht um Daten“

An diese Bedingungen will Google sich halten, bekräftigt Hardware-Chef Rick Osterloh nun in dem Blog-Eintrag. „Bei dem Deal ging es immer um Geräte, nicht um Daten“, schreibt Osterloh. Weiterhin will Google sicherstellen, dass auch die Fitness-Geräte unabhängiger Hersteller weiterhin reibungslos mit Google Mobilbetriebssystem Android zusammenarbeiten können. Auch externe Gesundheits- und Fitness-Apps sollen nach wie vor mit dem Fitbit-Account verknüpft werden können.

Fitbit-CEO James Park betonte außerdem in einem Statement, dass Fitbit-Produkte auch in Zukunft mit Apples Betriebssystem iOS funktionieren werden. Die Übernahme durch Google ermögliche es Fitbit, weitere Innovationen zu entwickelt und bessere Produkte zu bauen.

Google hatte im November 2019 Pläne zur Übernahme von Fitbit bekanntgegeben. Das Unternehmen gilt als Pionier im Bereich der Gesundheits- und Sport-Wearables. Weltweit haben Fitbit-Produkte laut Google 29 Millionen aktive Nutzer.

Traffective baut um und plant 40 Prozent Umsatzwachstum

Die Programmatic-Advertising-Plattform Traffective baut nach einem erfolgreichen Jahr, das mit einem Umsatzplus von über 50 Prozent gegenüber Vorjahr zu Ende ging, seine Geschäftsführung um. Der langjährige Chief Technology Officer (CTO) Frederick Himperich rückt in diesem Zuge als zweiter, gleichberechtigter Geschäftsführer an die Seite von Co-Founder Sascha Schlüter und zeichnet in seiner neuen Funktion für die technologische Weiterentwicklung des auf hochwertiges Publisher-Inventar spezialisierten Unternehmens verantwortlich.

Im Zuge der Neuaufstellung konzentriert sich Heiko Staab, Co-Founder & Director Business Development von Traffective, auf die Weiterentwicklung und Vermarktung des Traffective Consent Management Tools (CMP), das bereits abgegebene Einwilligungen der User verwenden kann, ohne bei jedem Öffnen erneut ein Pop-up-Fenster anzuzeigen. Ladezeiten von Websites werden dadurch deutlich verkürzt, Daten können außerdem direkt an Werbungtreibende übermittelt werden. 2021 will Staab die Vermarktung des Tools auch außerhalb des Traffective-Netzwerks forcieren.

Bei Flap One, der im vergangenen Jahr gegründeten Vermarktungsdivision für programmatische private Marketing-Deals, unterstützt Digitalexperte Christian Bengsch fortan als Director Agency das Team bei der Ausweitung und Vertiefung der Beziehungen zu Mediaagenturen und Werbungtreibenden. Zudem übernimmt Robert Herrmann zusätzlich zu seiner Funktion als Commercial Director Flap One die Rolle des Chief Marketing Officers bei Traffective und kümmert sich um die interne und externe Kommunikation.

Integral Ad Science übernimmt Amino Payments

Integral Ad Science (IAS), ein Anbieter für die Verifizierung digitaler Werbung, erwirbt Amino Payments, einen Anbieter von programmatischer Werbetransparenz. Mit der Akquisition will das Unternehmen mit Deutschlandsitz in Berlin die im April 2020 eingeführte gemeinsame Lösung von IAS und Amino Payments „Total Visibility“, die Werbetreibenden Einblicke in die digitale Mediaqualität und die dazugehörigen Supply-Path-Kosten bietet, auf dem Markt etablieren. „Total Visibility“ ist nun eine Marke von IAS, die Marke Amino Payments wird eingestellt.

Facebook-Ads für Marken weniger relevant als angenommen

Um Facebook zu einem härteren Vorgehen gegen Hass und Hetze auf der Plattform zu zwingen, zogen Unternehmen weltweit ihre Werbeschaltungen im Juli 2020 zeitweise zurück. Wie sehr der Boykott den Unternehmen selbst geschadet hat, hat nun das Marktforschungsunternehmen Forrester Research in einer Studie erhoben, indem es die Umsatzzahlen aus dem dritten und dem zweiten Quartal verglich. Bei lediglich sieben von 43 erhobenen Konzernen sind die Einnahmen tatsächlich zurückgegangen. Woraus das Forscherteam schließt: Facebook-Werbung sei doch nicht so entscheidend für den Verkaufserfolg wie vielleicht angenommen.

Genaue Zahlen seien allerdings schwer auszumachen, da auch die Wirtschaftskrise durch die Corona-Pandemie mitzudenken sei. Und nur wirklich wenige Unternehmen seien „mutig genug“ gewesen, Facebook- und Google-Ads komplett und langfristig abzudrehen, weswegen sie auch selbst nicht sagen beziehungsweise wissen könnten, welche Rolle die Werbeschaltungen tatsächlich für ihr Geschäft spielen, erklärt Forrester-Vizepräsidentin Sucharita Kodali. Aber da keine enormen negativen Trends in den Umsätzen beobachtbar gewesen seien, ginge sie allgemein savon aus, dass Facebook-Ads nur einen limitierten Einfluss auf eine Kaufentscheidung hätten. Auch Facebook selbst sollte der Boykott nicht wirklich geschmerzt haben: Im Juli, zum Höhepunkt der Aktion, stiegen die Werbeumsätze um rund zehn Prozent an, heißt es im Quartalsbericht. 2019 verzeichnete Facebook einen Jahresumsatz von etwa 70 Milliarden US-Dollar.

Pay-TV-Sender History ruft den „Mystery März“ aus

Der März wird beim Pay-TV-Sender History zum Mystery Monat, zumindest wird der Sender dem Monat das Label „Mystery März“ verpassen. Hintergrund ist eine vierwöchige Sonderprogrammierung: Zwischen dem 2. und 30. März sollen beim Sender zahlreiche Mystery- und Paranormal-Dokus zu sehen sein. Gezeigt werden in diesem Rahmen die neue Doku-Reihe „How the World Ends – Anleitung zur Apokalypse“, die zweite Staffel von „Unidentified – Die wahren X-Akten“ und neue Episoden von „The UnXplained mit William Shatner“ – alle sind als deutsche TV-Premieren bei History zu sehen.

Peter Schneeberger wird neuer Moderator des ORF-„Kulturmontag“

Peter Schneeberger wird der neue Co-Moderator des „Kulturmontag“ in ORF 2. Der 48-Jährige wird am 1. Februar erstmals in neuer Funktion auf dem Bildschirm zu sehen sein. Schneeberger, seines Zeichens auch Leiter der aktuellen TV-Kulturberichterstattung, wird das Magazin künftig im Wechsel mit Clarissa Stadler präsentieren und folgt damit auf ORF-TV-Kulturchef Martin Traxl, der für Sonderausgaben weiterhin zur Verfügung steht.

Peter Klien macht jetzt „Neue Musik im Härtetest“

Gemeinsam mit seinem Bruder, dem Komponisten Volkmar Klien, wird der als „Reporter ohne Grenzen“ bekannte Satiriker eine neue Ö1-Reihe moderieren.

Was haben ein Komiker und ein Komponist gemein? Sie betrachten „Neue Musik im Härtetest“. So nennt sich nämlich eine neue Ö1-Reihe, für die die Brüder Peter und Volkmar Klien Werke der Neuen Musik vorstellen. Ab 20. Jänner gibt es ihre Eindrücke immer mittwochs in den Sendungen „Des Cis“ (11.30 Uhr) und „Zeit-Ton Magazin“ (23.03 Uhr) zu hören.

Dabei sind höchst unterschiedliche Zugänge des Brüderpaars zu erwarten. „Das ist ganz lustig zum Zuhören. Verkehrsunfall in einer Gänsefarm. Und ganz hinten fährt ein Dampfschiff weg und tutet. Diese Gänsefarm muss also am Meer liegen.“ So beschreibt Peter Klien, bekannt als „Reporter ohne Grenzen“ und durch seine Late-Night-Show „Gute Nacht Österreich“, beispielsweise seine Höreindrücke.

Mode-Magazin „032c“: Geniale Amateure

„032c“ ist mittlerweile eine Lifestyle-Marke inklusive eines Modelabels, dessen Stücke von NBA-Spielern, Influencern und Popstars getragen werden. Angefangen hat alles mit dem gleichnamigen Magazin. Ein Gespräch mit dem Creative Director Jörg Koch.

Warum gründet man ein Magazin wie „032c“ – und warum macht man es 20 Jahre später immer noch?

Als wir zu Beginn der Nullerjahre mit „032c“ anfingen, musste man in Berlin die Dinge noch nicht ernsthaft angehen. Zum einen, weil die Lebenshaltungskosten gering genug waren, aber auch aufgrund mangelnder Arbeitschancen. Ich verstand „032c“ zunächst als Fanzine, um die neue zeitgenössische Kultur, bestehend aus Mode, Kunst, Architektur und Politik, abzubilden. Für diese Art von Zeitschrift gab es in Deutschland nicht wirklich einen Markt. Alle, die damals versucht hatten, irgendwelche englischsprachigen Konzepte wie „The Face“ oder „I.D.“ ins Deutsche zu übersetzen, waren gefloppt. Der Moment, in dem ich feststellte: damit kann man ja Geld verdienen, der kam erst nach langer Zeit. Zwanzig Jahre klingen natürlich in einer Zeit, in der Leute alle zwei Jahre ihre Jobs wechseln, ätzend lang. Am Ende geht es mir aber ganz schlicht darum, etwas aufzubauen, was von Dauer ist. Klassisch deutscher Familienunternehmen-Vibe.

„032c“ ist mittlerweile eine Lifestyle-Marke inklusive eines von Maria Koch geleiteten Modelabels, dessen Stücke von NBA-Spielern, Influencern und Popstars getragen werden. Wirtschaftlich gesehen, ist das Modelabel stärker als die Zeitschrift und würde auch allein funktionieren. Warum druckt ihr dennoch weiter Zeitschriften?

Weil das hier einfach der beste Job ist, den es gibt. Was gibt es Schöneres, als „032c“ zu machen? Wir können jeden anfragen, den wir reizvoll finden, die meisten haben Interesse. Wir haben die nötigen Budgets, um das Magazin zu machen, was wir machen wollen. Das ist eine sehr angenehme Art zu arbeiten, die für mich eine kleine Utopie darstellt. Zudem ist das Magazin weiterhin der Motor, der alle unsere anderen Aktivitäten – seien es Beratungen, Ausstellungen oder unsere Mode – antreibt und ideologisch unterfüttert. Ich bin skeptisch, ob man rein digital eine Marke aufbauen kann. Denn wenn man den Strecker des Servers herauszieht, dann ist das alles futsch. Wohingegen dieses Magazin wie eine Art Flaschenpost funktioniert. Da taucht dann auf einmal ein drei Jahre altes Heft auf dem Coffee Table von irgendwelchen Leuten auf.

In Ihrer aktuellen Modekollektion beziehen Sie sich auf die Berliner Punkszene der Achtziger, auf die Künstlergruppe Die Tödliche Doris und den mit dieser verbundenen Selbstbeschreibung „Geniale Dilettanten“. Und auch in der Zeitschrift beharren Sie regelmäßig auf dem „Amateurtum“ als Arbeitsprinzip.

Das Amateurhafte ist meiner Meinung nach das Wichtigste an „032c“. Die Idee von do it yourself, einfach rauszugehen, etwas aus Leidenschaft zu tun und nicht darauf zu warten, dass jemand einem die Erlaubnis dafür gibt. Dass wir gesagt haben: Wir transformieren dieses Magazin jetzt zu einem Modelabel – und ja, wir wollen eigentlich das größte Modelabel werden, das aus Deutschland kommt –, das ist ja nichts, um das man gebeten wird oder bei dem einem irgendwer unter die Arme greift. Man macht es einfach.

„032c“ lebt stark von der Kombination aus Modestrecken und ausführlichen Dossiers mit Texten, mal zu Helmut Lang, mal zu James Baldwin. Wie entwickeln Sie diese Schwerpunkte?

Die Redaktion besteht momentan aus vier Leuten, die im engen Austausch miteinander sind. Zudem gibt es bei „032c“ große Kontinuitäten. Nicht nur, weil ich das Heft seit zwanzig Jahren mache, sondern auch, weil beispielsweise unsere Executive Editor Victoria Camblin mit Unterbrechungen seit 2006 für „032c“ arbeitet. Dadurch passieren viele Sachen, so glaube ich, durch Osmose. Eine Person sagt: „Ich finde das interessant, lass uns was machen.“ Und dann wird’s gemacht. Wir werden oft gefragt, wie nun der Rapper Playboi Carti und das Traditionshotel Waldhaus Sils zusammengehen – und ja, unsere redaktionelle Arbeit entsteht aus einem ziemlich erratischen Prozess. Aber grundsätzlich gibt es auch in den Themenkomplexen, für die wir uns interessieren, starke Kontinuitäten.

Versuchen Sie, mit dem halbjährlich erscheinenden Titel den Zeitgeist zu antizipieren?

Wir haben heute eine Leserschaft, die viel jünger ist als zu unseren Anfängen. Ich glaube, das ist deshalb so, weil wir nicht bewusst versuchen, den Zeitgeist abzubilden – obwohl uns die meisten Leute sicherlich als „zeitgeistig“ bezeichnen würden. Als wir beispielsweise das Dossier „A Museum for James Baldwin“ machten, waren wir damit eigentlich ein Jahr zu früh dran. Wir haben auch mal ein Dossier über William T. Vollmann gebracht – selbstverständlich verkauft das keine Hefte. Und es war hilfreich, dass Rihanna auf dem Cover war. Das ist eine unserer größten Errungenschaften: dass wir solche Dossiers bringen und trotzdem die tollsten Anzeigenkunden haben.

Glauben Sie, dass eine 20-Jährige aus Seoul, die sich das Magazin wegen einer Titelstory über ihren Lieblingsrapper kauft, wegen „032c“ William T. Vollmann für sich entdeckt?

Sobald sich ein Kid so ein Magazin kauft, hat es dieses Produkt vor sich, in dem all diese Ideen stecken. Und ja, ich glaube daran, dass irgendwelche von diesen Ideen auch hängenbleiben. „032c“ war und ist, egal wie international die Leserschaft ist, klar in Berlin verhaftet. Wieso sind Sie mit Ihrer ohnehin international besetzten Redaktion nie ins Ausland gegangen? Natürlich könnten wir das Magazin mittlerweile überall machen, weil das, wofür „032c“ steht, mittlerweile ausdefiniert ist. Aber Berlin Mitte der neunziger Jahre zu erleben, das war nun mal das prägende Moment, das zur Entstehung dieser Zeitschrift führte. Die Idee, diverse Dinge, die eigentlich nicht zusammengehören, in einem Lifestyle-Magazin zusammenzubringen, ist aus dieser Stadt heraus entstanden. Berlin war damals das kulturelle Labor und hat viele Entwicklungen vorweggenommen. Und ich denke, gerade weil wir in Los Angeles genauso gelesen werden wie in Moskau, ist es wichtig, dass unsere Leser uns lokalisieren können. Am Ende ist „032c“, obwohl es englischsprachig ist, immer noch ein deutsches Magazin. Als wir anfingen, wollte ich herausfinden,wie man etwas produzieren kann, was aus Deutschland kommt, aber dennoch in keine nationalen Fallen tappt. Wie schafft man etwas, das offen ist, sich aber dennoch verorten lässt?

Im Zentrum der aktuellen Ausgabe steht ein Rückblick auf 20 Jahre „032c“ und die Welt, in der Sie leben und Magazine produzieren. Dabei werden auch immer wieder die gesellschaftlichen Kontexte, in denen Sie publizieren, durchleuchtet, auch das sich verändernde Bewusstsein für ökologische Fragen. Langsam, aber sicher wird immer mehr Protagonisten in der Modeindustrie bewusst, dass sie umdenken müssen – wie stehen Sie dazu?

Das Magazin wird durch die Luxusindustrie und ihre Anzeigen finanziert. Und Luxus bedeutet auf eine Art immer: Verschwendung. Verschwendung von Emotionen, Arbeit, Budgets und so weiter. Ich glaube nicht, dass ein Nullwachstum förderlich oder produktiv ist, aber natürlich ist es wichtig, wie man Dinge produziert, wie man Ressourcen managt und diese Prozesse so verbessert, dass sie Ressourcen-neutral funktionieren. Das gilt natürlich auch für „032c“.

Das vergangene Jahr war in besonderem Maße geprägt von Diskussionen über grundsätzliche Fragen, zum Beispiel der danach, wer in einer rassistischen Welt eigentlich für wen sprechen kann. Auf welche Art und Weise spiegeln sich gegenwärtige Diskurse in „032c“?

Wir haben womöglich einen entscheidenden Vorteil gegenüber anderen Publikationen in Deutschland. Und zwar den, dass viele dieser Diskurse für uns schon länger eine Rolle spielen. Unsere Belegschaft ist sehr divers, besteht größtenteils aus Frauen und setzt sich aus Menschen aus verschiedenen Kontinenten zusammen. Es gab also bei „032c“ 2020 keinen Heureka-Moment. Das ist eher ein gradueller Übergang, den wir konstant weiter verstärken.

In der aktuellen Ausgabe reflektiert Virgil Abloh, der aktuelle Menswear-Designer von Louis Vuitton, wie junge schwarze Männer wie er in der Vergangenheit dargestellt wurden – und macht daraus ein Readymade. Auf der anderen Seite habt ihr eine Bildstrecke mit dem HipHop-Musiker Gunna abgedruckt, die auf Rap-Video-Klischees setzt: Stripperinnen, Autos, obszön große Klunker, stapelweise Geld. Wie verträgt sich diese stereotype Darstellung mit Ablohs Bedürfnis, festgefahrene Rollenbilder aufzubrechen?

Wir sind sehr gut darin, Widersprüche auszuhalten – und beziehen Energie daraus. Diese stereotype Darstellung im Falle von Gunna funktioniert für mich als Hyper-Klischee, die mit der Idee einer ultimativen rap story spielt. Andererseits haben wir in derselben Ausgabe ja auch ein Feature, das eine sehr andere Selbstdarstellung eines jungen schwarzen Mannes feiert. In ihr steht der queere Theaterautor Jeremy O. Harris im Mittelpunkt. Harris und Gunna sind Teil derselben Generation, aber möglicherweise sehr weit voneinander entfernt – oder eben einander vielleicht doch sehr nah. Ich fände es einen Fehler, scheinbare Widersprüche in unseren Leben auszublenden.

Ist es euch explizit wichtig, mit eurer Themenauswahl ein diverses Spektrum zu präsentieren?

Absolut. Glücklicherweise habe ich ein sehr waches Team, das mich auch mal bremst, wenn ich einen älteren weißen Mann zu viel vorschlage.

Lebensmittel online: Ein Milliardenmarkt wird verteilt

Er gehört zu den größten Gewinnern der Corona-Krise: der Online-Lebensmittelhandel. In den vergangenen drei Monaten kauften die Bundesbürger nach den Zahlen des E-Commerce-Bundesverbandes bevh fast doppelt so viel an Nudeln, Fleisch, Obst und Gemüse im Internet wie ein Jahr zuvor. Ein Milliardenmarkt entsteht – und viele wollen ein Stück davon abhaben.

Platzhirsch Rewe

„Im Augenblick wird das Wachstum des Online-Lebensmittelhandels eher durch die knappen Kapazitäten der Händler begrenzt als durch die Nachfrage“, urteilt Kai Hudetz, Geschäftsführer des Instituts für Handelsforschung (IFH) in Köln. Nachdem die Bundesbürger den Online-Lebensmittelhändlern jahrelang die kalte Schulter gezeigt hatten, rennen sie ihnen in Zeiten der Pandemie die Türen ein. Zeitweise mussten mehrere Händler schon Aufnahmestopps für Neukunden verhängen.

Platzhirsch im E-Commerce-Geschäft mit frischen Nahrungsmitteln ist nach Einschätzung von Experten zurzeit der Kölner Handelsriese Rewe, der mit großem Aufwand ein bundesweites Liefernetz aufgebaut hat und gleichzeitig in immer mehr Läden die Möglichkeit anbietet, online bestellte Ware fertig verpackt abzuholen. Fast 90 Prozent der Haushalte könnten inzwischen mit diesen Internetangeboten erreicht werden, heißt es in der Domstadt.

Edeka und Picnic

Erzrivale Edeka hat sich etwas mehr Zeit gelassen, ein Angebot an frischen Produkten weiträumig auszurollen. Doch inzwischen versucht der Händler offenbar, Boden gut zu machen. Neben dem bislang nur in Berlin und München verfügbaren Lieferdienst Bringmeister und den regionalen Angeboten vieler Edeka-Händler, hat sich Deutschlands größter Lebensmittelhändler mittlerweile Anteile an dem Start-up Picnic gesichert, das mit selbstentwickelten Elektrofahrzeugen wie ein moderner Milchmann zu festgelegten Zeiten online-bestellte Lebensmittel ausliefert. Seitdem wächst Picnic in Deutschland stürmisch. Allein im den vergangenen zwölf Monaten stieg die Zahl der Kunden nach Firmenangaben von gut 60.000 auf mehr als 160.000.

Nur die großen Discounter Aldi und Lidl sind, was den Online-Lebensmittelhandel in Deutschland angeht, bisher sehr zurückhaltend. Für sie sei das Thema Internet besonders schwierig, meint Hudetz. „Denn die mit dem Online-Angebot verbundenen hohen Kosten passen einfach nicht zu ihrem Geschäftsmodell.“

Newcomer

Dafür drängen etliche Newcomer auf den Markt, die den Platzhirschen im Lebensmittelhandel Marktanteile abnehmen wollen. Dazu gehört der Lieferdienst Gorillas, der verspricht, bestellte Ware innerhalb von 10 Minuten an die Haustür zu liefern. Er ist zwar bislang nur in Teilen von Berlin, Hamburg und Köln verfügbar, konnte aber gerade erst bei Investoren rund 36 Millionen Euro für seine weitere Expansion einsammeln.

Im Frühjahr will außerdem der tschechische Online-Lebensmittelhändler Rholik mit der deutschen Tochter knuspr.de auf Kundenfang gehen. Ziel sei es, auch „in Deutschland die Nummer 1 im E-Food-Business zu werden“, verkündete das Unternehmen selbstbewusst.

Und auch Markenhersteller versuchen, die Aufbruchstimmung zu nutzen, um an den etablierten Händlern vorbei einen eigenen direkten Draht zum Kunden aufzubauen. So übernahm die Oetker-Gruppe den schnell wachsenden Getränke-Lieferdienst Flaschenpost. Das soll den Konzern Medienberichten zufolge fast eine Milliarde Euro gekostet haben. In der Branche wird spekuliert, dass Oetker über Flaschenpost bald auch Pizzen oder andere Produkte aus seinem Angebot vertreiben könnte.

Große Investitionen

Doch hat der Internet-Boom einen Haken: „In Deutschland verdient niemand Geld mit dem Online-Lebensmittelhandel“, weiß Michael Gerling, Geschäftsführer des Kölner Handelsforschungsinstituts EHI. Der Online-Lebensmittelhandel verlange sehr große Investitionen, um das Geschäft ans Laufen zu bringen, und gigantische Ausgaben, um auch nur in die Nähe der Profitabilität zu kommen. Auch andere Experten glauben, dass bislang allenfalls in Nischen wie dem Weinhandel lukrative Geschäfte zu machen sind.

Denn die letzte Meile zum Kunden ist teuer. Erst bei Einkäufen von 80 Euro oder mehr rechne sich die aufwendige Zustellung wirklich, heißt es in der Branche. Deshalb sehen viele Händler die Online-Angebote aktuell eher als Investitionen in die Zukunft und als Kundenservice.

Kein Weg zurück

Nach Einschätzung des EHI-Experten Gerling bleibt den Händlern dennoch keine Wahl. Der Kunde kenne Online-Angebote aus anderen Branchen und erwarte sie nun ganz selbstverständlich auch im Lebensmittelhandel. „Kein großer Händler wird auf Dauer ohne einen Online-Shop auskommen, auch die Discounter nicht“, meint Gerling.

Nach einer Prognose des Kölner Instituts für Handelsforschung werden bis 2025 schon bis zu 3,6 Prozent der Umsätze im Lebensmittelhandel online gemacht werden. Die Umsätze im Internet würden sich damit noch einmal mehr als verdoppeln.

Für den Kunden ist der Internet-Einkauf bequem, für den Handel dagegen eine Herausforderung. „Als Vollsortiment-Anbieter wie Edeka oder Rewe im Onlinehandel Geld zu verdienen, ist die härteste Nuss, die es im Moment im Lebensmittelhandel zu knacken gibt“, glaubt Branchenkenner Hudetz.

EY verliert Prüfmandat bei der Deutschen Telekom

Die in die Kritik geratene Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY hat ihr Prüfmandat bei der Deutschen Telekom verloren. Dies erfuhr das Handelsblatt aus Regierungskreisen. Demnach haben die Vertreter des Bundes im Aufsichtsrat der Telekom darauf gedrungen, das Prüfunternehmen zu wechseln.

Der Bund hält direkt und über die staatliche Förderbank KfW 32 Prozent der Telekom-Anteile und entsendet deshalb auch Vertreter in den Aufsichtsrat, der den Abschlussprüfer bestellt. EY sollte ursprünglich das Bilanztestat bei der Deutschen Telekom für das bereits laufende Geschäftsjahr 2021 übernehmen. Ein Telekom-Sprecher sagte, der Konzern äußere sich nicht zu Spekulationen. Die Entscheidung über den Prüfer werde auf der Hauptversammlung getroffen. Sie ist für den 1. April angesetzt.

Die nun anstehende Trennung ist als Reaktion auf die Vorwürfe zu sehen, denen sich EY als langjähriger Abschlussprüfer der Wirecard AG seit deren Untergang im Sommer 2020 ausgesetzt sieht. Demnach soll EY angeblich die Bilanzen des Skandalkonzerns seit 2016 nicht ordnungsgemäß geprüft haben.

Die Gesellschaft wehrt sich gegen die Vorwürfe und sieht kein Fehlverhalten ihrer Mitarbeiter. Doch der Verdacht gegen EY hat sich zuletzt verstärkt: Die staatliche Wirtschaftsprüferaufsicht Apas startete im Mai 2020 ein ordentliches Verfahren gegen zwei für das Wirecard-Mandat verantwortliche Prüfer, die bei EY beschäftigt sind oder waren. Die Untersuchungen mündeten im Herbst in eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft München. Nun laufen die Ermittlungen.

Auch bei der Aufklärung des Wirecard-Skandals durch den Untersuchungsausschuss des Bundestags spielen die Prüfungshandlungen von EY eine zentrale Rolle: Im November traten dort mehrere EY-Vertreter auf, verweigerten aber in den zentralen Fragen die Antwort, weil sie sich an die Verschwiegenheitspflicht von Prüfern gebunden sehen.

Axel Springer baut Führungsteam von All Media aus

Der Vermarkter Media Impact bekommt einen neuen Chief Marketing Officer und einen neuen Chief Sales Officer.

Zur Führungsspitze von Axel Springer All Media (ASAM) gehören neben CEO Carsten Schwecke und COO Julia Wehrle nun auch Kai Ladwig, Franjo Martinovic, Stefan Mölling und Mehmet Inan. Martinovic, 48, und Ladwig, 47, bleiben wie bisher Geschäftsführer des Video-Vermarkters Visoon.

Neu bei Springer ist Mehmet Inan: Der 47-Jährige wechselt vom Schweizer Privatsender 3 Plus nach Berlin. Neben seinem Posten in der Geschäftsleitung bei Axel Springer All Media wird er sich als Chief Marketing Officer von Media Impact vor allem um die crossmediale Vermarktung von Bild Live kümmern.

Google fördert Corona Projekte mit 2,5 Millionen Euro

Google hat ein finanzielles Förderprogramm aufgelegt, um Faktencheckprojekte zum Thema Covid-19 zu unterstützen. Das kündigte der Internetkonzern in einem Blogeintrag an.

Der offene Fonds der Google News Initiative (GNI) gegen Desinformationen im Zusammenhang mit Coronaimpfungen hat ein Volumen von über drei Millionen US-Dollar (2,5 Millionen Euro). „Während die Verbreitung von Falschinformationen zu Covid-19 ein globales Problem war und ist, werden Fehlinformationen auch verwendet, um bestimmte Gruppen anzusprechen“, heißt es in der Erklärung. Einige Studien deuteten darauf hin, dass sich das Publikum, das auf Fehlinformationen stoße, und diejenigen, die nach Fakten suchten, nicht unbedingt überschneiden würden. Aus diesem Grund nehme der offene Fonds Anträge von Projekten entgegen, die darauf abzielten, das Publikum für Faktenchecks zu erweitern und insbesondere diejenigen zu erreichen, die ansonsten überproportional von Fehlinformationen betroffen seien.

Der Fonds wird nach Angaben von Google weltweit angeboten und steht für Nachrichtenorganisationen jeder Größe offen. „Bewerber sollten über nachweisbare Kompetenzen im Bereich Faktencheck sowie der Entlarvung von Desinformationen verfügen oder mit einer Organisation mit entsprechender Qualifikation zusammenarbeiten.“

Google werde bei der Auswahl kollaborative Projekte bevorzugen, die mit einem interdisziplinären Team und klaren Kriterien zur Erfolgsmessung arbeiteten. „Beispiele für Erfolg versprechende Bewerbungen sind die Partnerschaft eines bestehenden Faktencheckprojekts mit einem Medienunternehmen, das einen Zugang zu einer bestimmten Community etabliert hat.“ Als weiteres Beispiel nannte das Unternehmen „eine kollaborative Technologieplattform für Journalisten und Ärzte, um gemeinsam Falschinformationen zu identifizieren und Faktenchecks dazu zu veröffentlichen“. Ein globales Team von Googlern werde die Anträge überprüfen.

Carolyn Honour wird CCO bei Springer Nature

Veränderungen bei Springer Nature: Nachdem Charlotte Liu das Unternehmen aus persönlichen Gründen verlässt, wird Carolyn Honour ihre Nachfolge antreten und ab dem 18. Januar Chief Commercial Officer von Springer Nature und Mitglied des Management Boards und Executive Teams werden, heißt es.

Honour kam 2009 zu Springer Science+Business Media und hat in ihrer derzeitigen Position den Übergang von Springer Healthcare vom klassischen Printgeschäft hin zu einem erfolgreichen kundenorientierten Anbieter digitaler medizinischer Informationen und Fortbildungsangebote gestaltet. Carolyn Honour, die sowohl die amerikanische als auch die britische Staatsbürgerschaft hat, wird ihren zentralen Arbeitsort weiterhin in New York haben.

Fabian Kaufmann, Managing Director Springer Medizin, erweitert seinen Verantwortungsbereich um die Rolle als Managing Director Springer Healthcare und wird in dieser Position das Angebot für Medizin und Pharmazie weiter eng an den Kundenbedürfnissen ausrichten.

Connecticut untersucht E-Book-Praktiken von Amazon

Der US-Bundesstaat Connecticut prüft ein mögliches wettbewerbswidriges Verhalten des Online-Einzelhändlers Amazon im Geschäft mit elektronischen Büchern (E-Books). Dabei gehe es um Vertriebsvereinbarungen mit bestimmten Verlagen, wie Justizminister William Tong am 13.01. (Ortszeit) mitteilte.

Man werde den fairen Wettbewerb für Verbraucher, Autoren und andere E-Book-Händler schützen. Amazon lehnte eine Stellungnahme dazu auf Nachfrage der Nachrichtenagentur Reuters ab.

Die Untersuchung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem große Technologieunternehmen wie Amazon in den Vereinigten Staaten und anderswo kritisch beäugt werden. Konkurrenten, Gesetzgeber und Verbraucherschützer fürchten, dass die Firmen zu viel Macht haben.

Rechtspopulistische News-Sender: Subjektiv, hanebüchen und gefährlich

Donald Trumps vermeintliche Errungenschaften, Loblieder auf die Größe, die der Noch-Präsident zeigt: Das findet man auf us-amerikanischen, rechtspopulistischen TV-Sendern. Mit journalistischer Integrität hat das wenig zu tun – und es geht gerade erst los.

Was auf der Webseite des rechtspopulistischen TV-Senders One American News Network (OANN) in den Tagen nach dem Sturm auf das Kapitol nicht zu finden war: Berichterstattung darüber, was da eigentlich in Washington passiert ist. Stattdessen: Kritik an Social-Media-Plattformen, die Accounts des Noch-US-Präsidenten Donald Trump sperrten, wie es an diesem Dienstag auch Youtube getan hat, zumindest für eine Woche. Weiter gab es dort einen Aufruf, an Abgeordnete zu spenden, die sich für Trump einsetzten und die Behauptung des angeblichen Wahlbetrugs wiederholten. Eine Liste der vermeintlich historischen Errungenschaften Trumps, und ein Loblied, welch Größe der Noch-Präsident zeige, da er ja zu Frieden aufrufe und auch nach seiner Amtszeit für sein Land kämpfen wolle – verbunden mit einer Ankündigung: Nun geht alles erst los.

OANN gehört zu den US-Sendern, die sich ganz auf Trump ausgerichtet haben; ähnlich wie das ebenso rechtspopulistische Newsmax und das im Vergleich tatsächlich als gemäßigt anzusehende rechtskonservative Fox News. Die Inhalte dort sind oft subjektiv, hanebüchen und auch gefährlich. Wie geht es mit diesen Medien aber jetzt weiter, wenn Trumps Präsidentschaft zu Ende geht?

Dass Trump in den Ruhestand geht, ist kaum zu erwarten

OANN wurde 2013 vom Geschäftsmann Robert Herring gegründet, der Sender bezeichnet sich selbst als „einen der größten Unterstützer von Donald Trump“. Das führt dann schon mal dazu, dass Trump, wie im Sommer, im Interview ehrfürchtig gefragt wird: „Sie sind auf der Höhe Ihres Schaffens. Was ist Ihr Geheimnis?“

Im November hatte Youtube den Sender für sieben Tage suspendiert, wegen eines Videos zu einem vermeintlichen Heilmittel gegen das Coronavirus. Kurz vor Weihnachten verklagten mehrere Firmen OANN, Newsmax und Fox News, weil die Sender wiederholt über vermeintlich kaputte Maschinen bei der Wahl berichtet hatten. Auf Anordnung eines Gerichts mussten sie eingestehen, dass sie keine Belege für diese und andere Behauptungen hatten.

Für OANN waren das schwere Schläge, vor allem finanziell. Youtube schüttet 68 Prozent der Werbeeinnahmen an die Produzenten aus und wollte kein Geld fließen lassen, solange OANN die Desinformation nicht einstellt. Die Plattform ist eine wichtige Einnahmequelle für OANN. 1,3 Millionen Menschen haben den Kanal abonniert, während OANN als TV-Sender weitgehend irrelevant ist. Empfangen können ihn eigenen Angaben zufolge zwar 35 Millionen US-Haushalte; im Schnitt schauen aber weniger als 100 000 Amerikaner zu. OANN setzt jedenfalls weiter auf Onlinevideos und hat angekündigt, zur Konkurrenz-Plattform Rumble zu wechseln.

Wer auf Protestveranstaltungen von Trump-Fans war, konnte Leute treffen, die stolz berichten, keine traditionellen Nachrichten mehr zu konsumieren, sondern nur noch OANN und Newsmax. Unter anderem deswegen ist es unwahrscheinlich, dass Donald Trump sich in den Ruhestand begibt, wenn seine Amtszeit am 20. Januar vorbei ist – der Markt, der von ihm abhängt, ist inzwischen zu groß. All die pseudojournalistischen Formate, die in den vergangenen Jahren entstanden sind, werden kaum den Betrieb einstellen.

Der andere Trump-Huldigungssender heißt Newsmax, er hat seine Zuschauerzahlen seit der Wahl auf knapp 450 000 versechsfacht. Wie OANN dürfte Newsmax wohl als selbsternannte Bastion gegen die Biden-Regierung weiter wachsen, auch deshalb, weil Trump ihre Inhalte immer wieder empfiehlt. Am Neujahrstag etwa twitterte er: „Tagsüber am Wochenende ist Fox News nicht mehr zu ertragen. Wechsele zu OANN.“ Das war Gratiswerbung mitten in die Zielgruppe hinein.

Im Weltbild von Trump gibt es zwei Sorten Medien: Die einen sehen ihn als gottgesandten Retter der USA, die anderen machen Propaganda

Kurz davor hatte Trump einen Videokommentar von Newsmax-Moderator Benny Johnson geteilt, der beim Portal Buzzfeed einst wegen 41 Plagiaten rausflog und drei Jahre später bei der konservativen Nachrichtenwebseite Independent Journal Review wegen Verstößen gegen journalistische Standards. Dieser sprach nun vom vermeintlichen Wahlbetrug, ohne auch nur einen Beleg vorzulegen. „Alles Fakten“, schrieb Trump dazu.

Im Weltbild von Trump gibt es Medien, die ihn zum gottgesandten Retter der Vereinigten Staaten ausrufen (und nebenbei seine Qualitäten als Golfspieler und Liebhaber preisen) – und alle anderen, die nur Propaganda verbreiten.

„Sie scheren sich nicht um journalistische Integrität“

Dabei zieht er konservative Medienhäuser, TV-Sender, Zeitungen, Newsportale immer weiter mit in seine Richtung, als hingen sie an einem Seil; konservativ sein und Trump nicht zu folgen, ist mit Blick auf das polarisierte Publikum schwierig. Fox News widerspricht den Lügen Trumps wenigstens hin und wieder, dafür watscht er das politisch vergleichsweise gemäßigte Tagesprogramm des Senders inzwischen regelmäßig ab; nur Tucker Carlson, Sean Hannity und Laura Ingraham, die Krawall-Kommentatoren am Abend, mag er – weil die zum Block der Trump-Hooligans gehören. Mit Erfolg: Hannity (4,38 Millionen Zuschauer) war die erfolgreichste Kabel-News-Show des Jahres 2020, Carlson kam bei den jüngeren Leuten an (794 000 bei 25- bis 54-Jährigen), Ingraham (3,5 Millionen) wurde häufiger gesehen als ihre MSNBC-Konkurrentin Rachel Maddow (3,2 Millionen).

Doch gegen die Skrupellosigkeit von OANN und Newsmax kommt selbst Hannity daher wie ein Chorknabe.

„Sie scheren sich nicht um journalistische Integrität“, sagt Historikerin Nicole Hemmer, die in ihrem Buch Messengers of the Right die Entwicklung von Politik und konservativen Medien seit der Präsidentschaft von Bill Clinton in den Neunzigern beschreibt: „Damals haben die rechtskonservativen Medien all die Skandale ausgegraben.“ Der Trump-Kumpel Christopher Ruddy gehörte damals als Reporter für die New York Post dazu, heute ist er als Gründer und Geschäftsführer von Newsmax bekannt. „Ich war Teil dieser Maschine, die Präsident Clinton permanent angegriffen hat“, sagte er kürzlich in einem CNN-Interview, und er wirkte nicht so, als würde er sich dafür schämen.

All das führt dazu, dass mittlerweile laut einer Umfrage der Monmouth University mehr als 61 Prozent der Republikaner angaben, dass sie den Ergebnissen der Wahl nicht trauen – im Oktober waren es noch weniger als 15 Prozent. „Die Frage ist, ob es sich um einen kurzfristigen Protest handelt, nach dessen Ende wieder alle Fox News schauen – oder ob sich diese Sender langfristig etablieren können“, sagt Historikerin Hemmer. Es wird immer wieder spekuliert, ob Trump im kommenden Jahr bei OANN oder Newsmax als Investor einsteigen wird – doch: Warum sollte er? Die sind doch längst auf seiner Seite.

Wahrscheinlicher dürfte sein, dass Trump als Gast auftreten und weiter versuchen wird, Fox News und andere in seine Richtung zu bekommen. Die braucht er, um womöglich 2024 noch einmal zu kandidieren oder einen Kandidaten seiner Wahl zu fördern. Von der nächsten Präsidentschaftswahl ist übrigens kein Wort zu finden, weder bei Newsmax noch bei OANN. Wundern sollte das niemanden. Die beiden Sender arbeiten schließlich immer noch daran, Trump zum wahren Sieger der vergangenen Wahl zu erklären. Wie sie sagen würden: Es geht gerade erst los.

Breites Bündnis gegen Microsoft-Schulcloud

Zahlreiche Gruppierungen fordern Baden-Württembergs Kultusministerium dazu auf, auf den Einsatz von Microsofts MS 365 an Schulen zu verzichten. Stattdessen sollen Open-Source-Lösungen wie Moodle und Big Blue Button als Alternative genutzt werden.

Unterstützt wird die Erklärung von einem sehr breiten Bündnis. Mitgetragen wird sie etwa vom Landesschüler- und Landeselternbeirat in Baden-Württemberg, dem Landesverband der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sowie gesellschaftlichen Gruppen wie dem Chaos Computer Club Stuttgart und der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.

Das Land Baden-Württemberg testet seit einiger Zeit die Nutzung von MS 365. Die CDU-Kultusministerin von Baden-Württemberg, Susanne Eisenmann, die derzeit wegen ihres Agierens in der Coronapandemie stark unter Druck steht, bevorzugt die Microsoft-Lösung. Die Kritik daran ist nicht neu, so wird insbesondere bezweifelt, ob die Microsoft-Cloud mit Datenschutzbestimmungen in Einklang zu bringen ist.

Die jetzt vorgestellte Erklärung weist auch auf die Datenschutzprobleme hin. Das ist aber nur einer von mehreren Aspekten. So verweisen die Verbände darauf, dass die Nutzung von Open-Source-Lösungen ein Beitrag zur digitalen Souveränität sei.

„Ein Bundesland darf sich nicht von einem Cloud-Angebot wie MS 365 abhängig machen, über das es nicht mit voller Souveränität selbst, sicher und dauerhaft verfügt, weil es jederzeit vom Anbieter oder auf Anweisung der Regierung des Landes des Firmensitzes in der Nutzung eingeschränkt oder gar abgeschaltet werden kann“, heißt es dazu in der Erklärung.

TikTok passt Privatsphäreeinstellungen für Jugendliche an

Das insbesondere bei Jüngeren beliebte, soziale Netzwerk TikTok nimmt Änderungen an den Privatsphäreeinstellungen vor. Die Profile aller Nutzer zwischen 13 und 15 Jahren stehen jetzt in der Voreinstellung auf „privat“, was bedeutet, die Inhalte werden nicht öffentlich geteilt. Mit den Änderungen sollen jungen Nutzern die Vorzüge der Privatsphäreneinstellungen nähergebracht werden, erklärt TikTok in einer Pressemitteilung.

Darüber hinaus lassen sich Videos von 13- bis 15-Jährigen nicht kommentieren, es sei denn, diese haben die Kommentarfunktion für die eigene Freundesliste freigeschaltet. Die TikTok-Funktionen „Duett“ und „Stich“ erlauben es, mit dem Content anderer Nutzer zu interagieren. Dies ist ab sofort nur möglich, wenn die entsprechenden Inhalte von Nutzern ab 16 Jahren erstellt wurden. Für alle Nutzer im Alter von 16 bis 17 Jahren konfiguriert TikTok Duett und Stitch standardmäßig so, dass sie nur mit dem Content von Freunden interagieren können.

Kleinteilige Einstellungen

Auf Nachfrage, warum die Einstellungen nicht einheitlich für alle Jugendlichen unter 17 Jahren geregelt sind, erklärt TikTok: „Die Bedürfnisse und Fähigkeiten von Jugendlichen ändern und entwickeln sich, je älter sie werden. Unsere Einstellungen spiegeln diese Entwicklung wider“. Um sich neu bei dem sozialen Netzwerk zu registrieren, müssen Nutzer über eine Maske ihr Alter eintragen. Eine Verifikation des angegebenen Alters findet allerdings nicht statt. TikTok erklärt, Konten zu löschen, wenn sich herausstellt, dass die Nutzer unter 13 Jahren alt sind.

Ö3 sucht beste Podcasts Österreichs

Rund 1.000 Podcasts gibt es allein in Österreich, 350 davon wurden im vergangenen Jahr gelauncht. Diesem Trend trägt das Hitradio Ö3 nun mit einem eigenen Podcast-Award Rechnung. Die „Ö3-Gemeinde“ kann dabei ihre Favoriten bis 5. Februar auf der Ö3-Homepage nominieren. Eine Ö3-Redaktion ermittelt in der Folge die Top 20-Podcasts des Landes.

Nominiert werden können laut Sender „alle österreichischen Podcasts, bei denen mindestens ein/e Sprecher/in in Österreich wohnt oder geboren ist, oder die in Österreich aufgenommen und produziert werden“. Vom jeweiligen Podcast müssen im letzten Jahr mindestens fünf Ausgaben veröffentlicht worden sein. Alle Ö3-Podcasts sowie die privaten von Sendermitarbeitern sind vom Award ausgeschlossen. Die Ö3-Redaktion entscheidet aufgrund der Anzahl der Nominierungen und eines Kriterienkatalogs, der etwa die technische Qualität, den Unterhaltungsfaktor oder die Recherchequalität bei journalistischen Themen berücksichtigt.

Telegram: 25 Mio. neue Nutzer binnen 72 Stunden

Der Messengerdienst Telegram hat binnen 72 Stunden rund 25 Millionen neue Nutzer dazugewonnen. Wie der russische App-Gründer Pawel Durow mitteilte, verzeichnet die Plattform derzeit rund 500 Millionen monatlich aktive Nutzer. Damit rückt Telegram näher an seinen US-Konkurrenten WhatsApp heran.

Der Anstieg an Telegram-Downloads erfolgte kurz nach der Einführung von neuen Datenschutzbedingungen bei WhatsApp. Die neuen Regelungen sehen vor, dass mehr Daten an den Mutterkonzern Facebook weitergegeben werden dürfen. Die Änderungen haben für Kritik gesorgt, weil Nutzer außerhalb Europas, die den Bedingungen nicht vor dem 8. Februar zustimmen, von der App ausgeschlossen werden.

Die Messaging-App wurde im Jahr 2013 von den Brüdern Pavel und Nikolai Durow gegründet, die auch das russische Online-Netzwerk VKontakte ins Leben gerufen haben. Weil Telegram sich weigert, mit Behörden zu kooperieren und Verschlüsselungen weiterzugeben, ist die App unter anderem in Russland verboten.

Zoom will Milliardensumme mit Aktienangebot einnehmen

Der Videokonferenzdienst Zoom will seine Kassen mit einem Aktienangebot im Wert von mindestens 1,5 Milliarden Dollar (1,23 Milliarden Euro) auffüllen. Zusätzlich kann die Platzierung um weitere Aktien im Wert von 225 Millionen Dollar erweitert werden.

Der Zeitpunkt ist nicht besonders günstig für Zoom: Der Aktienkurs liegt momentan um rund 40 Prozent unter dem Höchststand von Mitte Oktober.

Zoom hat in der Coronakrise ein beispielloses Wachstum erlebt. Der ursprünglich für den Einsatz in Unternehmen gedachte Dienst wird auch breit von Verbrauchern und Bildungseinrichtungen zum Beispiel für private Kommunikation und Kurse genutzt.

Buchmarkt mit Minus von 4,4 Prozent

Der Österreichische Buchmarkt bilanziert das abgelaufene Jahr 2020 mit einem Umsatzminus von 4,4 Prozent. Noch dramatischer ist laut den heute bekannt gegebenen Zahlen des Hauptverbands des Österreichischen Buchhandels (HVB) die Lage im stationären Buchhandel, wo ein Umsatzrückgang von 12,8 Prozent zu verzeichnen ist. Zum Vergleich: In Deutschland schloss der stationäre Buchhandel das Jahr mit einem Minus von 8,7 Prozent ab.

Den stärksten Rückgang aller Warengruppen verzeichnet das Segment Reise mit einem Minus von 36 Prozent. Positiv schließt nur das Kinder- und Jugendbuch (plus 2,9 Prozent) ab. „Erster und zweiter Lockdown haben deutliche Spuren hinterlassen“, resümiert man im Hauptverband: Inklusive E-Commerce- und Online-Bereich betrage der Umsatzverlust im März 24,3 Prozent, im April gar 31,8 Prozent. Der November-Lockdown – wiederum über alle Verkaufskanäle gemessen – habe sich mit einem Minus von 15,3 Prozent zu Buche geschlagen.

Deutlich positive Bilanzen wurden dagegen im Juni (14,4 Prozent Plus), September (plus 7,9) und Oktober (plus 3,6) verzeichnet. Auch der vergangene Dezember konnte mit einem leichten Umsatzplus von 0,6 Prozent abschließen.

G+J und Vivendi einigen sich auf Kaufpreis für Frankreich-Geschäft

Gruner + Jahr steht kurz davor, zu einem lupenreinen deutschen Zeitschriftenhaus zu werden. Der Verlag hat sich mit Vivendi auf einen Kaufpreis für das Pariser Tochterunternehmen Prisma Media geeinigt. So hat Gruner + Jahr mit Vivendi eine Put-Option oder Verkaufsoption unterzeichnet, heißt es in unternehmensnahen Kreisen. Der Deal könnte möglicherweise in ein bis zwei Monaten abgeschlossen werden, wenn die Arbeitnehmervertreter für die Transaktion grünes Licht geben. Eine G+J-Sprecherin hält sich hierzu bedeckt: „Der geplante Verkauf steht weiterhin unter dem Vorbehalt der Unterrichtung und Anhörung der Arbeitnehmervertretungen von Prisma Media sowie der Fertigstellung aller rechtlichen Dokumente.“

Zum möglichen Kaufpreis macht Gruner + Jahr keine Angaben. Prisma Media erzielt einen Jahresumsatz von 300 Millionen Euro. Branchenexperten rechnen damit, dass der Kaufpreis etwa in dieser Größenordnung liegen dürfte. Die Summe könnte aber auch deutlich niedriger liegen, denn der französische Zeitschriftenmarkt stand im vergangenen Jahr massiv unter Druck. Ursache hierfür war nicht nur die Corona-Krise, die zu Werbeeinbrüchen führte. Auch der Vertriebsmarkt geriet durch den Zusammenbruch des national tätigen Grossisten Presstalis in arge Turbulenzen.

So musste das einzige Unternehmen, über das in Frankreich Magazine vertrieben wird, im vergangenen Jahr Insolvenz anmelden. An Presstalis war – wie auch einige andere Medienhäuser – Prisma Media direkt beteiligt. Der Zusammenbruch des Grossisten kam Prisma Media teuer zu stehen. So soll die Pariser Tochter zuletzt noch 20 Millionen Euro aufgebracht haben, um den Grossisten zu retten. Sollte es nun zu einem Verkauf kommen, könnte der Umsatz von Gruner + Jahr mittelfristig auf rund eine Milliarde Euro sinken. 2019 erzielte das Unternehmen noch einen Konzernumsatz von 1,4 Milliarden Euro. Wie sich der Umsatz 2020 entwickelt, ist aber ohnehin unklar. Bereits im 1. Halbjahr schrumpften Umsatz und Ertrag von G+J vor allem wegen der Corona-Krise massiv. So ging der Umsatz in den ersten sechs Monaten auf 524 Millionen Euro zurück. Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum waren es noch 677 Millionen Euro gewesen. Und auch das Operating EBITDA brach auf 28 Millionen Euro ein, zuvor waren es noch 62 Millionen Euro im Berichtszeitraum.

Jeder zweite Haushalt in Österreich bereits vom 5G-Netz abgedeckt

Der österreichische Breitbandatlas bekommt eine deutliche Aufwertung. Das Onlinetool, das die Abdeckung von Gegenden mit Internetversorgung zeigen soll, bietet seit kurzem deutlich mehr Daten als bisher. Vorgestellt wurde es von Elisabeth Köstinger (ÖVP), Ministerin für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus, ihrem Sektionsleiter für Telekomangelegenheiten, Andreas Reichhardt, sowie dem RTR-Chef Klaus Steinmaurer.

Neben einem überarbeiteten Design bietet der Atlas nun auch Informationen in einem 100-mal-100-Meter-Raster. Für jedes Feld lässt sich nun anzeigen, welche Festnetz- und Mobilfunktechnologien von welchen Anbietern verfügbar sind und welche Bandbreiten geboten werden. Auch die 5G-Abdeckung wird nun ausgewiesen.

Die Angaben zu den Transfergeschwindigkeiten beruhen auf RTR-Netztests und weisen erstmals nun nicht nur die Download-, sondern auch die Uploadbandbreite aus. Zu sehen ist auch eine Kennzeichnung für Projekte, die öffentliche Förderungen erhalten haben – inklusive Antragsnummer. Die Aktualität der Zahlen variiert derzeit zwischen März und September 2020. Geplant ist, den Atlas künftig einmal pro Quartal auf den neuesten Stand zu bringen.

99 Prozent der Haushalte sind mit Breitband zumindest „grundversorgt“, können also zumindest mit 10 Megabit pro Sekunde surfen. 81 Prozent haben Zugang zu Geschwindigkeiten von mindestens 30 Mbit/s. Dieser Anteil soll bis 2024 auf 91 Prozent gesteigert werden. 68 Prozent können prinzipiell mit 100 Mbit/s oder mehr angebunden werden, hier rechnet man mit einer Steigerung auf wenigstens 77 Prozent binnen der nächsten drei Jahre.

Glasfaser: Schlechtes Ranking auch durch schwache Nachfrage

Diese Zahlen sagen freilich nicht, dass alle diese Haushalte auch mit den jeweiligen Geschwindigkeiten angebunden sind. Denn vielfach seien wesentlich höhere Geschwindigkeiten verfügbar, als genutzt werden, da sich Anwohner mit einem LTE-Cube zufrieden geben. Das sei auch einer der Gründe dafür, warum Österreich in den Glasfasererhebungen der OECD und des FTTH Council Europe sehr schlecht abschneidet. Diese würden das Ranking nach der tatsächlichen Nutzungsrate erstellen und nicht nach der Verfügbarkeit. Und wenngleich in Österreich weiterer Ausbau erforderlich sei, würde auch das bestehende Angebot, speziell bei Glasfaser, nur wenig in Anspruch genommen.

5G für chronisch unterversorgte Gebiete

Man setzt weiterhin auf drei „Säulen“. Die erste ist der private Festznetzausbau, die zweite sind Förderungen für die Errichtung von Infrastruktur in Gebieten, deren Erschließung für die Betreiber wirtschaftlich sonst nicht sinnvoll wäre. Das dritte Standbein ist 5G, für dessen weiteren Ausbau mit der zweiten Frequenzauktion im Sommer das Fundament gelegt wurde.

Bis 2025 sollen 1.700 Katastralgemeinden vollständig abgedeckt sein und damit auch 80 Prozent jener Gebiete, die derzeit noch als mit Breitband schlecht versorgt gelten.

Öffentlich-rechtlicher Rundfunk: SR will nicht mit dem SWR

Der Saarländische Rundfunk (SR) lehnt senderübergreifende Strukturen mit dem SWR ab, wie sie dessen Intendant Kai Gniffke vorgeschlagen hat. „Ich weise die Überlegungen meines SWR-Kollegen entschieden zurück“, sagte SR-Intendant Thomas Kleist am Dienstag in Saarbrücken. Der SR werde „weder Direktionen zur Disposition stellen, noch Strukturen des SWR übernehmen“.

Gniffke hatte im Medienmagazin „dwdl.de“ angeregt, die Sender sollten gemeinsame Direktionen bilden, ohne dass Marken oder Programmautonomie aufgegeben würden. Kleist betonte, die Eigenständigkeit aller Landesrundfunkanstalten beruhe nicht nur auf der Programmautonomie, sondern auch auf gut funktionierenden eigenen Strukturen, wie einer Verwaltung oder einem Justiziariat, um der gesetzlichen Aufgabe als autonome Anstalt gerecht werden zu können. Das gelte etwa auch bei der Vertretung der originären Interessen des SR in den ARD-Kommissionen.

„Kooperation hört dort auf, wo die Souveränität der Landesrundfunkanstalt angetastet wird“, sagte Kleist. Gniffke hatte erklärt, er sehe „zwei Sender, die füreinander bestimmt sind“. Er sprach sich bei seinen Strukturüberlegungen für eine pragmatische Regelung „knapp unterhalb der staatsvertraglichen Regelung“ aus. Eine tatsächliche Fusion bedürfe einer medienpolitischen Entscheidung, die sich Jahre ziehen könnte. „Wir müssen aber nun schneller und vor allem pragmatisch agieren, zumal eine Fusion nichts ist, was wir selbst beschließen können“, sagte er im Interview mit dem Medienmagazin.

Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten sehen sich schon seit Jahren großem Reformdruck ausgesetzt. Nachdem Sachsen-Anhalt Ende vergangenen Jahres die geplante Erhöhung des Rundfunkbeitrags blockiert hat, haben ARD, ZDF und Deutschlandradio beim Bundesverfassungsgericht Klagen eingereicht, weil sie ihre Finanzierung in den kommenden vier Jahren nicht ausreichend gesichert gesehen haben. SR-Intendant Kleist geht im April auf eigenen Wunsch in den vorgezogenen Ruhestand. Im Februar soll eine Nachfolgerin oder ein Nachfolger gewählt werden.

Medientrends 2021: Mehr digitale Abo-Modelle

Nach dem Schock durch Covid-19 wird 2021 ein Jahr profunden und rapiden digitalen Wandels. Das ist einer der Schlüsse, zu denen das Reuters Institute in seinen „Journalism, Media, and Technology Trends and Predictions 2021“ kommt, für die 234 Medienmacher und Manager aus 43 Ländern befragt wurden. Lockdowns und andere Maßnahmen hätten alte Gewohnheiten durchbrochen und neue geschaffen, aber erst in diesem Jahr würden wir entdecken, wie fundamental diese Veränderungen gewesen seien.

So gaben 76 Prozent der Befragten an, dass Covid-19 ihre Pläne für einen digitalen Wandel beschleunigt hätten. Gleich viele erachten das Vorantreiben von Digital-Abos als wichtig, noch vor der Werbung. 2018 verhielt es sich noch umgekehrt.

Eine klare Mehrheit von 73 Prozent der Befragten zeigte sich zuversichtlich, was die Aussichten für das eigene Unternehmen betrifft. Deutlich weniger, nämlich 53 Prozent, sind hinsichtlich der Zukunft des Journalismus zuversichtlich. Sorgen bereiten wachsende Desinformation, Angriffe auf Journalisten und die Nachhaltigkeit von kleineren und lokalen Publikationen.

Gestiegenes Vertrauen in Regierungen

Etwas gestiegen ist das Vertrauen in die Unterstützung von Regierungen. Mehr als ein Drittel (36 Prozent) gaben an, dass politische Interventionen hilfreich sein könnten. Das sind doppelt so viele wie noch vor einem Jahr. Was die Verteilung von Förderungen betrifft, spricht sich fast die Hälfte (48 Prozent) dafür aus, dass nur eine kleine Anzahl von Qualitätsmedien Geld bekommen sollte. Ein Drittel (32 Prozent) bevorzugt hingegen ein System, dass auf die Zahlen des Mediengebrauchs setzt und mehr Verlagen zugute kommt.

Zwar kommen traditionelle Vorstellungen wie die Unparteilichkeit und Objektivität von Medien in Zeiten politischer Polarisierung immer mehr unter Druck. Eine große Mehrheit von 88 Prozent ist dennoch der Ansicht, dass Unparteilichkeit wichtiger denn je ist. Gleichzeitig stimmt fast die Hälfte (48 Prozent) darin überein, dass es einige politische und soziale Fragen gibt, bei denen es keinen Sinn ergibt, neutral zu sein.

missMEDIA übernimmt 50 Prozent von tennisnet.com

Die missMEDIA steigt mit 50 Prozent bei tennisnet.com ein und übernimmt mit Stichtag 1. Januar den Anteil der STYRIA Medienhaus Sport GmbH am größten Tennisportal der DACH-Region.

tennisnet.com ist mit 4,5 Millionen Unique Clients und 14 Millionen Visits pro Jahr das reichweitenstärkste digitale Zielgruppenmedium für Tennis in der DACH-Region. Die jüngsten Erfolge von Dominic Thiem und Alexander Zverev befeuern den Tennishype in Österreich und Deutschland laufend. Diese Marktentwicklung führt nun auch zu einer Veränderung in der Eigentümerstruktur bei tennisnet.com (A Team Media GmbH): Die missMEDIA GmbH übernimmt 50 Prozent an der A Team Media GmbH und damit den Großteil der Anteile des bisherigen Mehrheitseigentümers, der STYRIA Medienhaus Sport GmbH & Co KG. Das restliche Prozent der STYRIA-Anteile wandert zum Gesellschafterkreis rund um Ex-Tennisprofi Alexander Antonitsch – zu dem auch Harald Buchheister, Markus Houben und Harald Schröder zählen. Daraus ergibt sich ein 50:50-Joint-Venture zwischen dem Antonitsch-Konsortium und missMEDIA. tennisnet-Geschäftsführer Alexander Antonitsch geht voll motiviert in die neue Partnerschaft: „Nach Jahren des strategischen Stillstands haben wir mit missMEDIA nun einen Miteigentümer bei tennisnet.com, der uns in den entscheidenden Zukunftsthemen befeuern kann. Social Media, Suchmaschinenoptimierung und Native Vermarktung stehen im Fokus der kommenden Monate – das ist das perfekte Setup für unser zehnjähriges Jubiläum. Darüber hinaus werden wir tennisnet.com als Vehikel für E-Commerce und kundenspezifische Performance-Kampagnen nutzen.“

Die Geschäftsführung der A Team Media komplettiert Jochen Hahn, parallel auch Geschäftsführer der missMEDIA GmbH. „Tennis ist nicht nur meine persönliche Leidenschaft, sondern besitzt als Thema für ein Zielgruppenmedium enormes Potenzial. Dominic Thiem und Alexander Zverev werden in den kommenden Jahren das Welttennis entscheidend prägen. Diese Erfolge entwickeln einen thematischen Sog in der Werbewirtschaft – Unternehmen wollen sich in diesem positiven Umfeld sonnen. Wir als missMEDIA wissen, wie man Unternehmen charmant via Native Advertising huckepack in Themenwelten mitnimmt und parallel noch mehr digitale Medienrelevanz erzeugt. Genau darin sehen wir unsere Rolle in dem Joint Venture.“

Wikipedia wird 20 Jahre alt

20 Jahre nach der Gründung gibt es mehr als 55 Millionen Beiträge in knapp 300 Sprachen, verfasst von unzähligen Freiwilligen. Die deutsche Wikipedia sei dabei die viertgrößte aller Ausgaben.

Der wichtigste nicht-kommerzielle Dienst der Internet-Geschichte begann am 15. Jänner 2001 wie so viele Online-Projekte mit dem Gruß der Programmierer: „Hello World“. Wikipedia-Mitbegründer Jimmy Wales tippte die beiden Worte in eine neue Wiki-Software ein, die einen schnellen Aufbau eines Online-Lexikons ermöglichen sollte. Der Mann aus den Südstaaten der USA hatte schon kurz nach dem Studium an den aufblühenden Finanzmärkten Geld genug gemacht, um ein sorgenfreies Leben führen zu können. Mit zwei Partnern gründete er 1996 die Firma Bomis, die ähnlich wie Yahoo einen Webkatalog pflegte. Zum Angebot von Bomis gehörte auch „The Babe Engine“, eine Suchmaschine für Bilder von spärlich bekleideten Frauen. Wales verfolgte aber auch schon damals den Plan, ein Online-Nachschlagewerk aufzubauen. Der erste Ansatz für „Nupedia“ war ganz klassisch. Mit Larry Sanger stellte Wales im Jahr 2000 einen Chefredakteur ein. Dieser sollte Beiträge bei Experten bestellen und für die Veröffentlichung sorgen. Doch der festgelegt siebenstufige Review-Prozess erwies sich als teuer und ineffizient. Es wurden viel zu wenige Artikel veröffentlicht, im ersten Jahr nur 21. Das Experiment mit der Wiki-Software war eigentlich nur als ein Sammelbecken gedacht, wo die ersten Ideen für die Online-Enzyklopädie im Internet zusammengetragen werden sollten, sagt der österreichische Wirtschaftswissenschaftler Leonhard Dobusch, der über Wikipedia geforscht hat. „Aber sehr schnell zeigte sich dann, dass dieses Sammelbecken das eigentlich Spannende war. Denn während die eigentlich ursprünglich von Wales geplante Enzyklopädie sehr schnell scheiterte, entwickelte sich Wikipedia rasant, zog eine große Zahl von freiwilligen und ehrenamtlichen Mitarbeitenden an und hatte innerhalb von Wochen schon Tausende von Artikeln produziert.“

Sanger verließ Wikipedia Anfang 2003 und sagte in einem Interview, er habe die Nase voll von den „Trollen“ und „anarchistischen Typen“, die „gegen die Idee sind, dass jemand irgendeine Art von Autorität haben sollte, die andere nicht haben“. Doch diese Kritik konnte den Aufstieg nicht verhindern: 20 Jahre nach der Gründung gibt es mehr als 55 Millionen Beiträge in knapp 300 Sprachen, verfasst von unzähligen Freiwilligen. Im Buch „Wikipedia-Story“ des langjährigen Insiders Pavel Richter lobt Wikipedia-Mitbegründer Wales dabei die Rolle der deutschsprachigen Community: „Kurz nachdem wir die deutsche Wikipedia gestartet haben, stellte sich heraus, dass die Deutschen offenbar ein besonderes Verhältnis zur Idee hinter Wikipedia haben. Denn wie sonst ließe sich erklären, dass Deutsch zwar auf der Liste der am häufigsten gesprochenen Sprachen weltweit nur auf Platz 13 steht, die deutsche Wikipedia aber die viertgrößte aller Ausgaben ist?“ Wenn nur die Artikel von menschlichen Autorinnen und Autoren gezählt würden, läge die deutsche Wikipedia sogar direkt hinter der englischen Ausgabe an der Spitze. Die Versionen auf Platz zwei (Cebuano, eine auf den Philippinen gesprochene Sprache) und drei (Schwedisch) wurden nämlich mit Texten von umstrittenen Software-Robotern des Schweden Lars Sverker Johansson aufgeblasen. Die deutschsprachige Community hat auch stark dazu beigetragen, dass sämtliche Ideen einer Kommerzialisierung der Wikipedia verworfen wurden. „Niemand wurde durch sie zum Milliardär, Werbung gibt es nicht“, stellt Richter fest, der von 2011 bis 2014 Vorstand und Geschäftsführer der deutschen Wikimedia-Fördergesellschaft war. Zunächst sei die Wikipedia nur als ein Internetprojekt von ein paar Nerds angesehen worden. Etablierte Nachschlagewerke hätten sie zunächst ignoriert, schließlich heftig bekämpft.

Jährlich über 120 Millionen Dollar an Spenden

Die renommierten Lexika hat Wikipedia aber seit Jahren hinter sich gelassen. Nach 244 Jahren gab der Verlag der Encyclopaedia Britannica 2012 bekannt, dass diese nur noch digital erscheint. Zwei Jahre später zog der Brockhaus – der hierzulande das Maß aller Nachschlagewerke war – nach. Wikipedia kommt dagegen mit vergleichsweise kleinen Summen aus: Die Wikimedia Foundation, die die Infrastruktur des Online-Lexikon finanziert und mehr als 100 Programmierer bezahlt, nimmt jährlich über 120 Millionen Dollar an Spenden ein. Der deutsche Förderverein Wikimedia Deutschland verfügt mit über 80.000 Mitgliedern über einen Jahresetat von rund 18 Millionen Euro.

Parler verklagt Amazon nach Rauswurf

Das vor allem bei Trump-Anhängern beliebte soziale Netzwerk Parler setzt sich gegen den Ausschluss bei Amazon zur Wehr und verklagt den Internetgiganten. Mit der Sperrung des Parler-Accounts bei den Amazon-Diensten verstoße der US-Konzern gegen Wettbewerbsrecht, teilte das soziale Netzwerk mit.

In der beim US-Bezirksgericht in Seattle eingereichten Klage betonte Parler, dass Amazons Entscheidung „offensichtlich durch politische Animosität motiviert“ sei und darauf abziele, den Wettbewerb auf dem Markt für Microblogging-Dienste zu reduzieren. Neben der Freischaltung seiner Dienste fordert Parler auch Schadenersatz. Amazon hatte, wie zuvor bereits Google und Apple, das Herunterladen der bei Anhängern des scheidenden US-Präsidenten Donald Trump beliebten Blog-App blockiert.

Die Unternehmen führten an, dass die Plattform keine ausreichenden Regelungen zum Schutz vor gefährlichen Inhalten biete. Parler ist ein soziales Netzwerk, zu dem viele Trump-Anhänger gewechselt sind, nachdem sie von Diensten wie Twitter ausgeschlossen wurden.

Parler startete im Jahr 2018 und wurde zu einer Heimat für Rechte. Seitdem Netzwerke wie Facebook und Twitter aktiv gegen Falschmeldungen sowie rassistische und gewaltverherrlichende Inhalte vorgehen, haben Plattformen wie Parler, Newsmax und Rumble Zulauf bekommen.

ORF-TVthek verzeichnete 2020 neue Rekordwerte

Neue Rekordwerte hat das abgelaufene Jahr für die ORF-TVthek gebracht: Die Videoplattform des ORF verzeichnete 2020 durchschnittlich zwölf Mio. Visits pro Monat. Außerdem wurden bei Livestreams und Video-on-Demand-Angeboten des gesamten ORF.at-Netzwerks insgesamt 51,2 Millionen Videostarts pro Monat und 209 Mio. Nutzungsminuten registriert, wie heute mitgeteilt wurde.

Das hatte natürlich auch mit der Coronavirus-Krise zu tun. So wurde etwa im März 2020 mit 19,9 Mio. Visits ein historischer Monatshöchstwert der 2009 gegründeten Plattform erreicht. Auch die Liste der zehn meistgenutzten Livestreams des vergangenen Jahres wird von der Coronavirus-Pandemie, dem Terroranschlag in Wien sowie den traditionell intensiv genutzten Übertragungen der Skirennen in Kitzbühel und Schladming dominiert.

DarkMarket: „Weltweit größter illegaler Darknet-Marktplatz“ vom Netz genommen

Ermittler haben den illegalen Darknet-Marktplatz DarkMarket ausgehoben und den mutmaßlichen Betreiber, einen Australier festgenommen. Das teilte die Generalstaatsanwaltschaft Koblenz am Dienstag mit und spricht davon, es habe sich um den „weltweit größten illegalen Marktplatz im Darknet“ gehandelt. Für den Schlag hätten nicht nur die Landeskriminalämter aus Niedersachsen und Rheinland-Pfalz kooperiert, sondern unter anderem auch die Landeszentralstelle Cybercrime (LZC) der Koblenzer Generalstaatsanwaltschaft, die US-Behörden FBI, DEA und IRS und Polizeibehörden aus Australien, Großbritannien, Dänemark, der Schweiz, der Ukraine und Moldawiens.

Fast 500.000 Nutzer

DarkMarket wurde demnach am 11.01. vom Netz genommen und hatte zu dieser Zeit fast 500.000 Nutzer bei mehr als 2400 Verkäufern. Gehandelt hätten die auf der Plattform vor allem mit Drogen, aber auch mit Falschgeld, gestohlenen oder gefälschten Kreditkartendaten, anonymen Sim-Karten, Schadsoftware und mehr. Abgewickelt worden seien insgesamt mehr als 320.000 Geschäfte, für die fast 4700 Bitcoin und 12.800 Monero bezahlt worden seien. Zusammen entspreche das über 140 Millionen Euro. Verantwortlich war demnach ein 34-jähriger Australier, der nun nahe der deutsch-dänischen Grenze festgenommen worden sei. Server seien in Moldawien und der Ukraine beschlagnahmt worden.

732.000 Zuschauer beim Staffelauftakt der ORF-„Vorstadtweiber“

Die neue Staffel der „Vorstadtweiber“ im ORF. Durchschnittlich waren beim Staffelauftakt um 20.15 Uhr in ORF 1 732.000 Zuschauer dabei, der Markanteil liegt im Gesamtpublikum bei 21 Prozent. In der Gruppe der 12- bis 29-Jährigen kommt die erste Folge laut ORF auf einen Marktanteil von 35 Prozent.

Die zehn Folgen der vierten Staffel schafften 2019 im Schnitt 574.000 Zuseher, die dritte Staffel verfolgten noch 793.000 Zuseher, 2016 schauten durchschnittlich 782.000 zu, 2015 waren noch 858.000 Zuschauer dabei.

Delivery Hero wird vom Start-up zum Investor

Es ist noch nicht lang her, dass Delivery Hero noch selbst ein Start-up war. Schließlich wird der Berliner Lieferdienst in diesem Frühjahr erst zehn Jahre alt, 2017 erfolgte der Börsengang. Doch als vorgezogenes Geburtstagsgeschenk leistet sich der jüngste Dax-Wert nun etwas, das in der oberen Börsenliga seit einigen Jahren im Trend liegt: einen eigenen Risikokapitalfonds. 50 Millionen Euro stellt Delivery Hero unter dem Namen DX Ventures dafür bereit.

Die Risikokapital-Arme sollen den Konzern-Schwergewichten den Anschluss an die Start-up-Welt sichern und ein modernes Image bringen. Doch zuletzt wurde öfter Kritik laut. Denn die Aufgabenbeschreibung ist oft schwammig.

Einerseits erhoffen sich die Manager Einblicke in neue Arbeitsweisen und die Denkstrukturen der Gründerszene. Andererseits sollen die Fonds Trends und Zukunftstechnologien aufspüren, die das Kerngeschäft bereichern können. Die hohen Erwartungen erfüllen sich nicht immer, die Kosten sind hoch. Intern konkurrieren die Risikokapitalfonds zudem häufig mit eigenen Gründungen der Konzerne.

Auch Delivery Hero will mit seinem neuen Investment-Arm in Bereiche gehen, die dem Konzern als Ganzes nützen sollen. Beauftragt damit ist mit Duncan McIntyre ein Manager, der seit 2014 im Konzern über 20 Zukäufe sowie den Börsengang 2017 begleitet hat. Er bringt zum Start bei DX Ventures nicht nur bestehende Beteiligungen etwa am südamerikanischen Lieferkonzern Rappi unter, sondern auch kleinere Investments in neue Ideen.

Dazu gehört das Start-up Bio-Lutions. Die Hamburger stellen Einmal-Pappteller aus Pflanzenfasern her, die als Ernteabfälle anfallen. Die erste Fabrik eröffnete 2017 in Indien und nutzt Fasern von Zuckerrohr und Bananenpalmen. Derzeit entsteht im brandenburgischen Schwedt die erste große deutsche Produktionsstätte.

Für Delivery Hero könnte die Investition sehr nützlich sein: Mit umweltfreundlichen Verpackungen könnte der Konzern der Kritik am Verpackungsmüll durch Lieferessen entgegentreten, das bislang oft in Plastik und Aluminium verpackt wird.

ORF-Enterprise lässt Stars für Werbeerfolge auftreten

Das reichweitenstarke Angebot der ORF-Medien hat viele Gesichter. Wenn es auf die Werbewirkung ankommt, ist die ORF-Enterprise ein starker Partner der heimischen Wirtschaft, um die Menschen im ganzen Land zu erreichen. Vor diesem Hintergrund konzipiert Brokkoli Advertising Network eine neue Kampagne, die Werbeerfolge mit Protagonisten aus allen Bereichen des rot-weiß-roten Qualitätsprogramms zusammenbringt und die vier Programmsäulen Information, Kultur, Sport und Unterhaltung abbildet. Für Sporthighlights in Fernsehen, Radio und ORF.at, dem größten Nachrichtennetzwerk des Landes, steht Moderator Rainer Pariasek vor dem blauen Hintergrund und den dreidimensional animierten ORF-Enterprise-Balken. Sichtlich gut gelaunt repräsentieren die „Dancing Stars“-Moderatoren Kristina Inhof und Klaus Eberhartinger erstklassige Unterhaltung, die dieses Jahr auch das Comeback von „Starmania“ verspricht. Als Frontman der fundierten und vertrauenswürdigen ORF-Information tritt Tobias Pötzelsberger vor das „E“. Zahlreiche weitere ORF-Stars zeigen, dass ihre Sendungen das effektive Umfeld für große Werbeerfolge sind. „Die ORF-Enterprise steht für harte und transparente Zahlen für große Werbewirkung. Die ORF-Stars sind die besten Testimonials für die Inhalte, mit denen der ORF täglich das ganze Land erreicht. Die Weiterentwicklung der Kampagne ist am Puls der Zeit und zeigt den Facettenreichtum, mit dem der ORF die Menschen täglich in Fernsehen, Radio und Digital begleitet“, so die Agentureigentümer Phil Hewson und Patrik Partl.

Lernplattformen: Scoyo setzt auf Gamification

Lernplattformen dürften in Logdown-Zeiten viel Zuspruch bei Eltern und Schülern bekommen. Der Anbieter Scoyo aus Hamburg hat sein Angebot nun komplett überarbeitet. Ab sofort präsentiert sich die Plattform in einem komplett neuen Gewand, mit einem neuen Logo sowie inhaltlichen Neuerungen. Das Angebot für die Klassen 1-7 lässt sich sowohl am Computer als auch parallel dazu in der erstmals verfügbaren Scoyo-App am Smartphone oder Tablet nutzen.

Visuell erinnert Scoyo nun an ein modernes Computerspiel und hat auch die Bedienung in diese Richtung entwickelt Während bislang mit kleinen Lerngeschichten für die unterschiedlichen Altersstufen gearbeitet wurde, steht beim neuen Angebot ein Gamification-Ansatz im Mittelpunkt. Unterschiedliche Spiel- und Quizformate, die in Zusammenarbeit mit Pädagogen und Spiele-Experten entwickelt wurden, vermitteln den Lernstoff der Klassen 1-7 auf spielerische Weise. Außerdem verfügt die Plattform über ein Belohnungssystem für gelöste Aufgaben. Dies geschieht u.a. in Form von virtuellen Münzen, die in einem Prämienshop gegen unterschiedliche Belohnungen wie Avatare, ausdruckbare Bastelbögen und später gegen Kino- und Geschenkgutscheine eingetauscht werden können. Wie bisher lernen Kinder in einer sicheren Lernumgebung ohne Werbung oder In-App-Käufen.

Wattpad führt Verkaufsgespräche

Das kanadische Lese- und Schreibportal Wattpad befindet sich laut Medienberichten in Verkaufsgesprächen mit mehreren Interessenten. Dabei soll ein Preis von mehr als 500 Mio US-Dollar im Raum stehen.

So habe Wattpad im Herbst ein Angebot von einem US-Internetunternehmen bekommen und verhandele jetzt mit mehreren Bietern. Ob es überhaupt zum Verkauf kommt, ist demnach offen. Wattpad wollte sich auf Anfrage von „Canada 24 News” nicht dazu äußern, man habe keine Neuigkeiten zu verkünden.

Wattpad setzt künstliche Intelligenz ein, um unter den veröffentlichten Geschichten seiner User Stoffe zu identifizieren, die adaptiert werden können. Um Autoren aus der eigenen Community bekannt zu machen, kooperiert Wattpad international u.a. mit Verlagen und setzt auch auf das Medium Film. Im Jahr 2019 startete das Unternehmen mit Wattpad Books einen eigenen Buchverlag.

Papst-Interview beschert Canale 5 Rekordquote

Das exklusive Interview mit Papst Franziskus am 10.01. hat Canale 5, dem stärksten italienischen Privatsender im Besitz von Italiens Ex-Premier Silvio Berlusconi, 5,4 Millionen Zuschauer mit einer Einschaltquote von 19,05 Prozent beschert.

Canale 5 schnitt somit als bester italienischer Kanal in der Sendezeit nach 20.30 Uhr ab. Berlusconis Sohn Pier Silvio, Geschäftsführer von Mediaset, Mutterkonzern von Canale 5, dankte dem Papst für das Interview.

„Danke, Papst Franziskus, für die Gelegenheit, den Zuschauern einen einmaligen Dienst zu leisten. Mediaset konnte weltweit die Botschaft des Heiligen Vaters entsenden“, so Pier Silvio Berlusconi.

Twitter sperrt im Kampf gegen Verschwörungstheorien über 70.000 Accounts

Der Kurznachrichtendienst Twitter sperrt seit dem Sturm radikaler Anhänger des abgewählten US-Präsidenten Donald Trump auf das Kapitol in Washington Tausende Accounts. Seit 08.01. seien mehr als 70.000 davon stillgelegt worden, die überwiegend QAnon-Verschwörungstheorien verbreitet hätten, teilte das kalifornische Technologieunternehmen am 11.01. mit. Twitter verwies zur Begründung auf die jüngste Gewalt in der US-Hauptstadt.

Die Accounts würden dauerhaft gesperrt, wie zuvor bereits jener von Trump selbst, dessen Anhänger vergangene Woche das Parlament gestürmt hatten. Abgeordnete mussten fliehen, fünf Menschen starben.

Von den Maßnahmen sind vor allem rechtsgerichtete Aktivisten betroffen, die immer wieder QAnon-Verschwörungstheorien in Internet-Netzwerken teilen. Demnach bekämpft Trump im Geheimen weltweit eine Clique von Menschen, die Kinder zu Sex zwingt. Darunter sollen prominente Politiker der Demokraten, Hollywood-Größen sowie Mitglieder einer geheimen Organisation gehören, die den Staat lenke. Belege dafür liegen nicht vor.

EU-Kommissar Thierry Breton: „Soziale Netzwerke können Verantwortung nicht länger verbergen“

EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton hat nach der Sperrung der Online-Konten von US-Präsident Donald Trump eine Parallele zu den Terroranschlägen am 11. September 2001 in den USA gezogen. So wie dieser Tag einen Paradigmenwechsel für die globale Sicherheit markiert habe, würden wir 20 Jahre später Zeuge eines Davor und Danach mit Blick auf die Rolle digitaler Plattformen in unseren Demokratien. Soziale Netzwerke könnten ihre Verantwortung gegenüber der Gesellschaft fortan nicht mehr hinter dem Argument verbergen, dass sie lediglich Hosting-Dienste seien, schrieb der Franzose in einem Gastbeitrag für das Magazin „Politico“.

Am 08.01. hatte der Kurznachrichtendienst Twitter Trumps Konto dauerhaft gesperrt. Auch Facebook sperrte seine Accounts bis auf weiteres auf Facebook und Instagram. Auslöser waren seine Beiträge zum Sturm seiner Anhänger auf das Kapitol in Washington am 13.01.

Die Anbieter hätten ihr Handeln damit begründet, dass Trumps Nachrichten die Demokratie bedroht sowie zu Gewalt und Hass aufgerufen hätten, argumentiert Breton nun. Damit hätten sie ihre Verantwortung, Pflicht und Möglichkeiten anerkannt, die Ausbreitung illegaler Inhalte zu verhindern, hieß es in dem bereits am Sonntag veröffentlichten Beitrag.

Zugleich betont Breton, es sei verblüffend, dass ein Firmenchef ohne Kontrolle den Stecker „aus den Lautsprechern“ des Präsidenten der Vereinigten Staaten ziehen könne. Dies zeige unter anderem die großen Schwachstellen darin, wie der digitale Raum in unserer Gesellschaft organisiert sei. Die vergangenen Tage hätten deutlich gemacht, dass man nicht auf den guten Willen der Plattformen oder ihrer kreativen Interpretation des Gesetzes vertrauen könne.

Breton verwies darauf, dass Europa weltweit der erste Kontinent sei, der den digitalen Raum umfassend reformieren wolle. Dazu hatte die EU-Kommission Mitte Dezember mehrere Gesetzesvorschläge vorgelegt. Sie sehen unter anderem vor, dass digitale Plattformen wie Twitter und Facebook deutlich mehr Pflichten und Verantwortung für die Inhalte übernehmen, die dort veröffentlicht werden. „Was offline illegal ist, sollte es online ebenfalls sein“, schreibt Breton nun.

Ein Sprecher der EU-Kommission betonte am Montag, wenngleich dies Regeln für die EU seien, sollten sie Regierungen weltweit inspirieren. Sie sollten ein Gleichgewicht zwischen dem Respekt von Grundrechten auf der einen sowie mehr Verantwortung für Plattformen auf der anderen Seite schaffen.

IT-Konzerne beenden Wahlkampfspenden nach Kapitol-Sturm

Viele Technikunternehmen aus dem Silicon Valley, die in der Vergangenheit mehr oder weniger aktiv auch mit der scheidenden Trump-Regierung zusammengearbeitet haben, haben angekündigt, ihre Spendenpraxis zu überarbeiten und Spenden für Politiker zwischenzeitlich auszusetzen. Auslöser dieser Entscheidungen ist der Sturm auf das Kapitol durch gewaltbereite und teils bewaffnete Angreifer, die die formale Bestätigung der Präsidentschaftswahl verhindern wollten.

Die IT-Konzerne reihen sich damit in eine Liste vieler weiterer Unternehmen in den USA ein, die ähnliche Maßnahmen angekündigt haben. In den USA ist es üblich, dass große Konzerne sogenannte Political Action Committees (PAC) unterhalten, die etwa den Wahlkampf mit Direktspenden unterstützen. Darüber hinaus können die PAC auch selbstständig in Wahlwerbung investieren oder die Aktivitäten anderer PAC finanzieren.

Einem Bericht von Bloomberg zufolge, der die einzelnen Maßnahmen der Unternehmen sammelt, hat Amazon angekündigt, seine Spenden für jene Kongressabgeordneten auszusetzen, die gegen die Bestätigung der Präsidentschaftswahl gestimmt haben. Ähnlich geht auch Intel vor. Ebenso haben Google, Facebook und Microsoft und weitere Unternehmen angekündigt, ihre Spenden vorerst zu pausieren und ihre Richtlinien für die Spenden zu überarbeiten.

Laut CNet will Intel auch künftig weiter sowohl an Republikaner als auch an Demokraten spenden, schreibt aber, dass die Stimme gegen die Bestätigung der Wahl nicht den Werten des Unternehmens entspreche.

RTL Audio Center Berlin eröffnet

RTL hat am neuen Berliner Standort am Kurfürstendamm sein Audio Center eröffnet. Durch die Zusammenlegung aller Berliner Audio-Einheiten von RTL und die Verzahnung ihrer Produktionsanlagen sollen Innovationen gefördert, Prozesse vereinfacht und die Qualität gesteigert werden.

Teil des RTL Audio Center Berlin sind die vier Radioprogramme 104.6 RTL, 105‘5 Spreeradio, 93,6 JAM FM und RTL Deutschlands Hitradio, die Produktionsfirma Audio Alliance, die Podcasts und Audio-on-Demand-Angebote der sechs Bertelsmann Content Alliance Partner (Mediengruppe RTL Deutschland, UFA, RTL Radio Deutschland, Verlagsgruppe Penguin Random House, Gruner + Jahr und BMG). Außerdem ist dort die RTL Audio Vermarktung, der Digital Media Hub und RTL Radio Deutschland angesiedelt. Knapp 200 Mitarbeiter werden an dem Standort beschäftigt.

Apple One könnte bald Zuwachs bekommen

Das renommierte Analysehaus Loup Ventures, bei dem auch der bekannte Apple-Marktbeobachter Gene Muster tätig ist, geht davon aus, dass Apple sein Service-Geschäft zukünftig stärker ausbauen wird. Das Premiumservice, bekannt unter dem Namen Apple One, könnte gleich fünf weitere Services dazubekommen. Vor allem sollen bereits bestehende Dienste eine kostenpflichtige Plus-Version erhalten.

2020 lief blendend für Apple

Apple schloss das Finanzjahr 2020 mit einem Wachstumsplus von 16 Prozent ab. Das Resultat: 53,7 Milliarden US-Dollar Umsatz und der Titel „teuerstes Unternehmen der Welt“. Doch scheint der Konzern, der einst von Steve Jobs gegründet worden ist, noch immer nicht seinen Zenit erreicht zu haben.

Denn Loup Ventures sieht einiges an Potenzial bei den hauseigenen Services. Als Beispiele werden genannt: E-Mail-Produktivitätsfunktionen für iCloud als „Mail+“, erweiterte Mapping-Features im Rahmen von „Maps+“ um eine verbesserte Verkehrsführung anbieten zu können und eine detailliertere Gesundheitsdatenauswertung mit „Health+“. So würden die drei Dienste, die bereits kostenlos verfügbar sind, eine kostenpflichtige Plus-Version erhalten.

Saxonia Media gründet neues Label für Web-Produktionen

Zu den neuen deutschen Projekten, die Netflix im November präsentierte, gehörte auch ein Spielfilm mit dem Arbeitstitel „Treffen sich vier“, der voraussichtlich Ende des Jahres bei dem Streamingdienst erscheinen soll. Unter anderem mit dieser Produktion fällt die Saxonia Media zugleich den Startschuss für ein neues Label namens Red Pony Pictures, unter dem das Unternehmen künftig seine Streaming- und Onlineaktivitäten bündeln will.

„Unter Red Pony Pictures wollen wir Kreativen einen besonderen Raum innerhalb der Saxonia bieten“, so Saxonia-Media-Geschäftsführer und Produzent Sven Sund gegenüber DWDL.de. „Wir vergrößern die Vielfalt unserer erfolgreichen seriellen Formaten von den etablierten Sendeplätzen hin zu Projekten für Streamingdienste und Mediatheken. Also eine Erweiterung unseres Portfolios mit neuen Erzählformen und Inhalten, die gern auch einmal verrückt und ungewöhnlich sein sollen.“