Wirecard-Aktie stürzt – auch Anleihen fliegen aus den Depots

Der Bezahldienstleister Wirecard Börsen hat nach erneuten Vorwürfen der „Financial Times“ hinsichtlich der Geschäftspraktiken an der Börse auf einen Schlag fast vier Milliarden Euro an Wert verloren. Dabei brach der Aktienkurs in der Spitze um bis zu 23 Prozent auf 107,80 Euro ein.

Zuletzt waren sie mit einem Kursminus von mehr als einem Fünftel auf 110,00 Euro abgeschlagenes Schlusslicht im deutschen Leitindex Dax, der zeitgleich um mehr als ein halbes Prozent zulegte. Damit brachte es Wirecard noch auf eine Marktkapitalisierung von rund 13,6 Milliarden Euro – weniger war der Konzern zuletzt im April wert.

Auch die Anleihen des Finanzdienstleisters Wirecard warfen die Anleger in hohem Bogen aus den Depots. Dies trieb die Rendite der bis 2024 laufenden Papiere des Zahlungsabwicklers von 0,841 auf 2,658 Prozent.

Die „Financial Times“ berichtete, interne Dokumente von Wirecard sowie Korrespondenz hochrangiger Manager der Finanzabteilung erweckten den Anschein, als könnten Umsätze und Gewinne in Dubai und Irland zu hoch ausgewiesen worden sein.

Booker Prize 2019: Margaret Atwood und Bernardine Evaristo ausgezeichnet

Der diesjährige Booker Prize geht gleich an zwei Autorinnen: Margaret Atwood und Bernardine Evaristo werden mit dem wichtigsten britischen Literaturpreis geehrt. Sie teilen sich das Preisgeld von 50.000 Britischen Pfund.

Die Kanadierin Margaret Atwood erhält den Preis für ihren Roman „The Testaments“ (deutsch „Die Zeuginnen“, bei Piper), in dem sie ihren Bestseller „Der Report der Magd“ fortschreibt. Atwood wird bereits zum zweiten Mal ausgezeichnet: 2000 erhielt sie den Booker Prize für ihren Roman „The Blind Assassin“. Auch mit weiteren Büchern stand sie mehrfach auf der Shortlist.

Die Britin Bernardine Evaristo erhält den Auszeichnung für ihren achten Roman „Girl, Woman, Other“ . Darin erzählt die Schriftstellerin mit nigerianischen Wurzeln die Geschichten von zwölf Menschen, meist dunkelhäutigen britischen Frauen, deren Leben miteinander verwoben sind. Zum Werk der 60-Jährigen gehören auch Essays und Bühnenstücke sowie Texte für den Rundfunksender BBC-Radio. „Ich bin die erste schwarze Frau, die diesen Preis gewonnen hat“, sagte Evaristo bei der Preisvergabe. Sie hoffe aber, dass sie nicht lange die einzige bleibe.

Axel-Springer-Deal: KKR holt kanadischen Pensionsfond an Bord

Der US-Investor KKR, der zukünftig größter Einzel-Aktionär beim Berliner Medien-Konzern Axel Springer SE ist, hat offenkundig einen kapitalkräftigen Co-Investor gefunden: die PSP Investments Holdings Europe Ltd. mit Sitz in London. Hinter der PSP verbirgt sich das Public Sector Pension Investment Board, das die Gelder anlegt, die für die Zahlung der Pensionen an die öffentlich Beschäftigten diverser kanadischer Institutionen vorgesehen sind. Per Ende des Geschäftsjahres 2018/19 verwaltete PSP Investments mit Stammsitz in Montreal sowie Büros in New York und London ein Volumen in Höhe von 168 Milliarden kanadischen Dollar.

Beim Bundeskartellamt in Bonn hat PSP einen Anteilserwerb an der KKR Traviata Co-Invest angemeldet – als Produkt-Bereich ist die Medien-Wirtschaft angegeben. Dem KKR Fond Traviata sind bekanntlich die Springer-Aktien angedient worden. Auch bei der österreichischen Kartell-Behörde ist eine entsprechende Anmeldung vorgenommen worden. Hier wird zudem deutlich, dass PSP mehr als 25 Prozent der Anteile an KKR Traviata übernehmen will.

Italien will ab 2020 „Websteuer“ einführen

Italien will im Rahmen seines neuen Haushaltsentwurfs für 2020 eine „Websteuer“ einführen. Damit sollen Online-Giganten wie Amazon und Google gezwungen werden, eine Steuer von drei Prozent auf digitale Verkäufe zu zahlen. Italien will damit 600 Millionen Euro pro Jahr einzutreiben.

Die Websteuer soll Unternehmen mit einem Umsatz von mindestens 750 Millionen Euro und einem Umsatz mit digitalen Diensten von nicht weniger als 5,5 Millionen Euro belasten. Beziehen soll sich die Steuer auf Online-Werbung, die Lieferung von Waren und Dienstleistungen und die Übermittlung von Daten, die im Zusammenhang mit digitalen Schnittstellen gesammelt und generiert werden. Grundsätzlich sind Amazon, Facebook, Google, Booking.com und andere Giganten des E-Commerce betroffen.

„Vorstadtweiber“: Quote erstmals unter 500.000

Der Abwärtstrend der „Vorstadtweiber“ setzt sich fort: 498.000 Zuschauer sahen am 14.10. die neue Folge. Das ist der niedrigste Wert seit vier Staffeln, und er liegt erstmals unter 500.000. Der Marktanteil bei Zuschauern ab zwölf Jahren beträgt 18 Prozent.

Schon die erste Folge der aktuellen Staffel lag deutlich unter den Werten früherer Folgen: 610.000 Menschen waren Mitte September dabei. Die dritte Staffel verfolgten noch 793.000 Zuseher. Damit erreichten die zehn Episoden einen Marktanteil von 23 Prozent im Gesamtpublikum. 2015 waren noch 858.000 Zuschauerinnen und Zuschauer dabei, 2016 schauten durchschnittlich 782.000 zu.

Sechste Staffel „Vorstadtweiber“ nicht fix

Hektische Betriebsamkeit herrscht, am Küniglberg gerade wegen Quotenschwäche von ORF1. Nach gefloppten Starts von „Feuer und Flamme“ und „Talk 1“ werden offenbar Programmpläne hinterfragt und neu sortiert. Von den „Vorstadtweibern“ waren ursprünglich sechs Staffeln veranschlagt. Die fünfte wird gerade in Wien gedreht, ob es eine sechste gibt, gilt jetzt aber noch nicht als fix.

Diskutiert wird offenbar auch die vorzeitige Absetzung von „Feuer und Flamme“. Fix ist, dass die zweite Staffel von „Walking on Sunshine“ auf Jänner, montags um 20.15 Uhr, vorgezogen wird. Danach, um 21.05 Uhr, folgt nach jetzigem Stand die Reportagereihe „Das Leben ist schön“. Die ursprünglich für Jänner geplante Comedy „Wischen ist Macht“ soll später im Jahr folgen. Noch keinen Sendeplatz gibt es für die Dramaserie „Letzter Wille“ nach dem Drehbuch mit Johannes Zeiler.

Olympischen Spiele 2020: Eurosport schließt Content-Partnerschaft mit Twitter

Discovery und Eurosport haben eine umfassende Content- und Ad-Sales-Partnerschaft mit Twitter für die Olympischen Spiele in Tokyo 2020 geschlossen. Damit erweitert der Kurznachrichtendienst die Digitalberichterstattung von Eurosport bei den Olympischen Spiele in 16 europäischen Märkten.

Twitter-Nutzer können auf Wettkampf-Highlight-Clips inklusive den Medaillenentscheidungen, lokal-relevante Momente der Olympischen Spiele sowie die Live-Übertragung der Eröffnungs- und Schlussfeier zugreifen. Außerdem läuft auf der Plattform im Vorfeld der Countdown zu den Spielen mit den besten Momenten der Road-to-Tokyo-Berichterstattung von Eurosport.

De Benedetti will von Söhnen „La Repubblica“ zurückkaufen

Der italienische Medienunternehmer Carlo De Benedetti will die römische Tageszeitung „La Repubblica“ zurückkaufen, die er vor rund zehn Jahren seinen Söhnen übergeben hatte. Damit eröffnet er de facto einen „Familienkonflikt“ mit ungewissem Ausgang.

Der 84-jährige Unternehmer erklärte, dass er der von seinen Söhnen geleiteten Holding CIR ein Angebot für den Erwerb einer 29,9-prozentigen Beteiligung an der Verlagsgruppe GEDI zu einem Preis von 0,25 Euro pro Aktie unterbreitet habe. CIR ist der Mutterkonzern von GEDI. Der angebotene Preis entspricht dem aktuellen Börsenwert der an der Mailänder Börse notierten GEDI-Gruppe. Mit 40 Mio. Euro will De Benedetti die relative Mehrheit am Verlagskonzern zurückerlangen, den sein Sohn Marco als Präsident leitet.

Zu GEDI gehören neben „La Repubblica“ auch die namhaften Tageszeitungen „La Stampa“ und „Il Secolo XIX“ sowie eine Kette lokaler Blätter und das Nachrichtenmagazin „L’Espresso“. Das Angebot des Großunternehmers wurde von seinen drei Söhnen, Marco, Rodolfo und Edoardo als „unannehmbar“ zurückgewiesen, da es nicht dem realen Wert GEDIs entspreche. „Ich bin zutiefst erschüttert und verblüfft wegen der Initiative, die mein Vater in die Wege geleitet hat, ohne zu informieren“, sagte Rodolfo De Benedetti.

Saša Stanišić gewinnt den Deutschen Buchpreis

Der Deutsche Buchpreis 2019 geht an Saša Stanišić für seinen Roman „Herkunft“. Diese Entscheidung der Jury wurde im Frankfurter Römer bekanntgegeben.

Nominiert waren auch die 29-jährige Wienerin Raphaela Edelbauer („Das flüssige Land“), der 27-jährige, in Neu-Delhi geborene Wiener Tonio Schachinger („Nicht wie ihr“) sowie Norbert Scheuer („Winterbienen“), Jackie Thomae („Brüder“) und Miku Sophie Kühmel („Kintsugi“) aus Deutschland.

Der 2005 ins Leben gerufene Deutsche Buchpreis wird traditionell am Vorabend der Eröffnung der Frankfurter Buchmesse vergeben. Gesucht wird der beste deutschsprachige Roman des Jahres. Der Sieger erhält 25.000 Euro, die übrigen fünf Autoren der Shortlist jeweils 2.500 Euro. Die Auswahl trifft eine siebenköpfige Jury, die jedes Jahr neu besetzt wird und heuer insgesamt 200 Titel gesichtet hat. Erst zweimal erhielten Österreicher den Preis: 2005 gewann Arno Geiger mit seinem Roman „Es geht uns gut“, 2017 wurde Robert Menasse für „Die Hauptstadt“ ausgezeichnet. Im Vorjahr siegte Inger-Maria Mahlke mit dem Roman „Archipel“.

US-Beteiligungsgesellschaft möchte Sophos übernehmen

Die US-Beteiligungsgesellschaft Thoma Bravo will die britische Sicherheitsfirma Sophos übernehmen. Ein Angebot in Höhe von mehr als 3,9 Milliarden US-Dollar steht im Raum. Die Verhandlungen sollen bereits im Juni begonnen haben. Sophos stellt Sicherheits- und Verschlüsselungssoftware für Privat- und Unternehmenskunden her. Das 1985 gegründete Unternehmen ging 2015 für 1 Milliarde britische Pfund an die Börse.

Der Vorstand von Sophos wolle den Aktionären einstimmig empfehlen, das Angebot anzunehmen, heißt es in einer Pressemitteilung von Sophos. Thoma Bravo bietet 7,40 US-Dollar pro Aktie. Dies liege 37 Prozent über dem Schlusskurs der vergangenen Woche und sei damit „ziemlich überzeugend“, sagte Kris Hagerman, CEO von Sophos. Großaktionäre wie Apax sowie die Unternehmensgründer, die gemeinsam mehr als ein Viertel der Aktien halten, hätten bereits zugestimmt, schreibt die Financial Times. Sophos hat rund 100 Millionen Kunden.

Schweizer Verlage starten Online-Registrierung von Mediennutzern

Vier Schweizer Verlage haben am 15.10. auf ihren Nachrichtenportalen mit der Online-Registrierung der Besucher begonnen. Die Nutzer von mehr als 20 Titeln werden gebeten, sich vor dem Lesen von Artikeln mit einem Login zu registrieren. Wie die Verlage mitteilten, ist die Registrierung zunächst freiwillig. Ab September 2020 soll das Login laut Tamedia-CEO Christoph Tonini dann zur Pflicht werden.

Vom Nutzer abgefragt werden eine E-Mail-Adresse und ein Passwort, teils aber auch Namen, Geschlecht, Alter und Wohnort. Mit einem persönlichen Passwort können sich registrierte Nutzer auf allen beteiligten Online-Portalen anmelden.

Zu der 2018 ins Leben gerufenen Digital-Allianz gehören sowohl die großen privaten Medienhäuser Tamedia („Tages-Anzeiger“, „20 Minuten“), Ringier („Blick“, „Beobachter“), CH Media („Aargauer Zeitung“, „Luzerner Zeitung“) und die NZZ-Mediengruppe („Neue Zürcher Zeitung“) wie auch die öffentlich-rechtliche SRG.

Facebook beklagt Zwang zum Löschen von Hasskommentaren

Facebook möchte die Freiheit behalten, Hasskommentare auf der Plattform stehen zu lassen – solange sie nicht gegen die eigenen Regeln verstoßen. Zwar akzeptiert das Unternehmen Regulierungen und Gesetze in einzelnen Ländern, aber eine weltweite Verbannung, wie sie der Europäische Gerichtshof (EuGH) ermöglicht hat, lehnt Zuckerberg ab.

Hintergrund ist, dass die österreichische Grünen-Politikerin Eva Glawischnig-Piesczek auf Facebook unter anderem als „korrupter Trampel“, „miese Volksverräterin“ bezeichnet worden war. Nach Aussprache einer Unterlassungsverfügung hatte der Oberste Gerichtshof des Landes den Fall an den EuGH weitergereicht, mit der Bitte zu prüfen, ob der Betreiber gezwungen werden kann, wortgleiche und sinngleiche Beleidigungen weltweit löschen zu müssen. Dieser entschied, Facebook kann verpflichtet werden, Hasspostings aktiv zu suchen – und zu löschen.

Widerstand gegen Handy-Bezahlung

Nur 5 Prozent haben 2018 mit dem Handy bezahlt. Eine Studie zeigt ihre Vorbehalte gegen das mobile Zahlen auf.

Eine Hauptsorge der Verbraucher ist laut des „Mobile Payment Report 2019“ die mit dem mobilen Bezahlen verbundene Übermittlung persönlicher Daten an Finanzdienstleister. PwC befragte darüber hinaus auch knapp 60 Manager der Finanzbranche – die demnach die Bereitschaft der europäischen Verbraucher zur Offenlegung persönlicher Daten weit überschätzten.

Nach den Statistiken nimmt die Zahl der elektronischen Bezahlvorgänge zwar auch in Deutschland Jahr für Jahr zu, doch die Abneigung gegen die Übermittlung persönlicher Daten an Finanzdienstleister ist laut der PwC-Studie groß, und das nicht nur in Deutschland.

So erklärten drei Viertel der befragten Franzosen und mehr als zwei Drittel der Deutschen, sie würden ihre Daten mit niemandem teilen wollen, auch wenn sie dafür mit finanziellen Anreizen oder zusätzlichen Dienstleistungen belohnt würden. IT-Konzerne wie Google, Apple und Amazon haben demnach mit noch viel größerem Misstrauen zu kämpfen als Banken: Sogar im Handy-begeisterten Schweden erklärten nur 8 Prozent, sie würden persönliche Daten den IT-Riesen zur Verfügung stellen wollen.

Abgesehen von der Zurückhaltung der Bürger stehen der Verbreitung des mobilen Bezahlens in Europa auch andere Hindernisse im Weg, wie die Studienautoren schreiben. So fehle ein paneuropäisches Bezahlsystem – derzeit gebe es 15 nationale elektronische Bezahlsysteme und eine noch größere Zahl von Online- und Mobilzahldiensten, die ebenfalls überwiegend länderspezifisch seien.

Die Südwestdeutsche Medienholding will ihre Regionalzeitungen zukunftssicher machen

Die Südwestdeutsche Medienholding (SWMH) hat die Strategie für ihre Regionalzeitungen konkretisiert. Die in der Medienholding Süd gebündelten Tageszeitungen sollen enger zusammenarbeiten und sich stärker auf digitale Produkte konzentrieren. Dafür werden unter anderem Gemeinschaftsredaktionen gegründet. Durch die Restrukturierungen fallen Arbeitsplätze im zweistelligen Bereich weg.

So wird die Mantelredaktion in Stuttgart noch stärker als bisher die überregionalen Inhalte der Regionalzeitungen der Gruppe steuern. Zur Medienholding Süd (MHS) gehören unter anderem die Stuttgarter Zeitung, die Stuttgarter Nachrichten, der Schwarzwälder Bote, die Neue Presse in Coburg und die Frankenpost mit Sitz in Hof. Diese werden künftig zudem stärker mit Inhalten für ihre Internetseiten aus Stuttgart beliefert. Umgekehrt sollen die regionalen Verlage die Mantelredaktion mit regionalen Inhalten versorgen, auf die künftig alle Titel der Medienholding Süd zugreifen können. Im Zuge des Umbaus sollen zudem Doppelstrukturen abgebaut werden. Das dürfte vor allem die Zeitungen im Raum Stuttgart sowie die benachbarten Titel in Franken betreffen. Die Pläne sollen bis Anfang 2021 umgesetzt werden.

Die Stärkung der Mantelrerdaktion in Stuttgart, die de facto zur Zentralredaktion der Medienholding Süd ausgebaut wird, diene dem Ziel, „den aktuellen und möglichen neuen Mantel-Kunden außerhalb der MHS weiterhin ein qualitativ erstklassiges und wirtschaftlich hoch attraktives Lieferprogramm zu bieten“, teilt der Verlag mit.

Außerdem will sich die Mediengruppe stärker auf digitale Inhalte konzentrieren. „Wir wollen alle Redaktionen stärker daran ausrichten, digitale Inhalte zu produzieren und vermehrt crossmedial zu denken“, erklärt Swantje Dake, Chefredakteurin für Digitales der MHS: „Dafür bündeln wir Knowhow, von dem alle Regionalzeitungen im Verbund profitieren werden. Außerdem planen wir neue und weiterentwickelte Angebote, um noch mehr Leserinnen und Leser zu erreichen und vermehrt digitale Abonnenten zu gewinnen.“

Sandra Maischberger stellt ihre Talkshow dauerhaft um

Nach einer Probephase seit Sommer präsentiert Sandra Maischberger ab 16.10. ihre politische Talkshow im Ersten künftig in einem neuen Format. Statt einem einzigen Thema geht es in der Sendung um mehrere Themen, die in der laufenden Woche aktuell sind.

Elemente seien ein Einzelinterview sowie eine Runde von Kommentatoren, die kontrovers diskutieren, erläuterte Maischberger. Im Fernsehen gibt es viele politische Talkshows. Wie setzt man sich ab? Sandra Maischberger versucht jetzt einen neuen Weg. Aus Sicht von Moderatorin Sandra Maischberger müsste es mehr Gäste aus der Wirtschaft in politischen Talkshows geben. Das sei bislang “ein großes Manko”, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. “Die haben einfach sehr viel zu verlieren. Ein falsches Wort kann den Börsenkurs in freien Fall bringen”, sagte sie über börsennotierte Unternehmen. Deswegen gebe es eine Zurückhaltung.

Nach ihrer Beobachtung habe sich auch etwas mit dem Internet verändert. “Eine unbedachte Äußerung kreist und kreist und kreist und ist immer auffindbar im Netz. Sie werden immer wieder dann darauf gebracht und zum Teil auch darauf reduziert. Und deswegen gibt es da auch eine große Hemmung.”

Zugleich habe sich aber an mancher Stelle etwas getan – Maischberger nannte die derzeitige Umweltbewegung als Beispiel. “Plötzlich melden sich ganz viele, die dazu etwas sagen wollen.”

Sie verwies darauf, dass sich die politischen Talkshows in der Vergangenheit oft “ins Gehege gekommen sind.” Sie ergänzte: “Weil wir alle mehr oder weniger das gleiche Konzept hatten: das Thema der Woche mit den wichtigsten Köpfen der Woche.” Deshalb wolle sie hier ausbrechen. Ihre Talkshow gibt es seit 2003, künftig läuft sie unter dem Titel “maischberger. die woche”. Die Quoten der TV-Sendung waren zuletzt ähnlich wie bei anderen Polit-Talkformaten rückläufig.

Ö3 wirbt mit „neuem Nachmittagshoch“

Mit neun neuen wöchentlichen Sendungen ist Ö3 im September in den Herbst gestartet. Nun bewirbt der Radiosender vier Wochen lang sein neues Herbstschema österreichweit mit einer Plakatkampagne unter dem Motto „Das neue Nachmittagshoch“. Zusätzlich werden Inserate in Printmedien geschaltet.

Mit den vier Motiven Dose, Dusche, Regenlache und Schirm will Ö3 laut Aussendung den „sprichwörtlichen Überraschungsmoment im Kampf gegen das Nachmittagstief“ illustrieren. Verantwortlich für die Kampagne zeichnet die Agentur Jung von Matt/Donau.

Mit KI gegen Handynutzung im Auto

Durch den Einsatz von smarten Radarfallen will die niederländische Polizei gegen Verkehrssünder mit Mobilgeräten am Steuer vorgehen. Verstöße gegen das Handy-Verbot im Auto sollen mithilfe künstlicher Intelligenz besser geahndet werden können, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen.

Die Kameras für die automatische Überwachung des Straßenverkehrs schießen ein Foto von einem vorbeifahrenden Auto, wenn sie einen Lenker mit Handy am Ohr entdecken. Die künstliche Intelligenz des Kamerasystems wurde darauf trainiert, zu erkennen, ob ein Fahrer ein Handy (oder ein anderes Mobilgerät) in der Hand hält.

Handy-Sünder automatisch erwischen

Die Fotos, auf denen nebst Fahrer das Kontrollschild erfasst wird, werden von Polizeibeamten ausgewertet. Liegt die automatische Erkennung richtig, wird der Autofahrer mit einer Geldstrafe in Höhe von 240 Euro belegt.

Die Kameras werden offiziellen Angaben zufolge zunächst von Polizeibeamten der Nationalen Einheit und der Zentralniederländischen Einheit verwendet. Durch den Einsatz neuer Technologien wie Smart-Kameras soll gefährliche Ablenkung im Straßenverkehr konsequenter verhindert werden. Das habe höchste Priorität: Noch immer werden zu viele Menschen im Verkehr im Besonderen durch abgelenkte Fahrer getötet und verletzt, so der Leiter des niederländischen Projekts.

Ablenkung als Unfallursache

Ablenkung durch Navi und Handy gilt als unterschätzte Gefahr. Studien zufolge ist Ablenkung am Steuer ein Drittel aller Unfälle zuzuschreiben. Es können auch deutlich mehr sein: Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer aus.

Bereits ohne intelligente Radarfallen wurden in den Niederlanden im vergangenen Jahr mehr als 80.000 Bussgelder für die unerlaubte Handy-Nutzung während der Fahrt verhängt.

In der Schweiz wird das Telefonieren am Steuer ohne Freisprechanlage oder die anderweitige Nutzung während der Fahrt mit einer Busse von 100 Franken geahndet. Auch das Bedienen von Kommunikations- und Informationssystemen kann je nach Fall zu hohen Bussen, dem Entzug des Führerscheins oder sogar einer Freiheitsstrafe führen.

Straftaten schneller aufspüren oder verhindern

Vom Einsatz intelligenter Systeme zur Videoüberwachung versprechen sich die Behörden auch, Terroristen und andere Straftäter schneller aufspüren zu können.

In New York beispielsweise wird seit geraumer Zeit mit der automatischen Identifizierung von Autofahrern über Echtzeit-Videoüberwachung experimentiert. Dazu sind intelligente Kameras an verschiedenen Brücken und Tunnel mit hohem Verkehrsaufkommen installiert. Die erfassten Gesichts-Scans werden mit Fotos einer Datenbank abgeglichen – bis anhin jedoch mit wenig Erfolg.

Im Gegensatz zum New Yorker Pilotprojekt konnten dagegen in Berlin an einem hochfrequentierten S-Bahnhof erste Versuche mit Personen-Tracking per Gesichtserkennung mit einer vergleichsweise hohen Trefferquote abgeschlossen werden. Auch das automatische Erfassen potenzieller Gefahrensituationen wird bereits getestet.

Die eingesetzte Analysesoftware soll zum einen das Verhalten von Menschengruppen tracken und melden, wenn viele Menschen zu einer Stelle hinströmen oder sich rasch von einem Ort entfernen.

Neue Google-Gadgets Das Pixel 4 wird ein Radargerät

Zwei Kameralinsen müssen reichen. Auch beim Pixel 4 bleibt Google seiner Linie treu, gute Fotos lieber durch Software als Hardware ermöglichen zu wollen. Davon abgesehen macht Google bei der Neuauflage seiner Smartphones vieles anders als bisher, angefangen beim Äußeren.

Die wichtigsten Funktionen und Neuerungen der Geräte:

Das Pixel 4 und das Pixel 4 XL wird es in Schwarz, Weiß und Orange geben, jeweils mit einem schwarzen Rahmen versehen. Kein Ohrläppchenrosa mehr wie bei der Vorgängergeneration, keine unschöne Farbabstufung mehr auf der Rückseite. Eine Notch für die Frontkamera (und die Gesichtserkennungssensoren) gibt es ebenfalls nicht mehr, stattdessen packt Google die Technik in den oberen Displayrand, der dafür etwas breiter ausfällt.

Auch der Fingerabdrucksensor fällt weg, stattdessen wird das Pixel 4 per Gesichtserkennung entsperrt. Auch lassen sich Google-Pay-Zahlungen über 25 Euro, für die das Smartphone entsperrt werden muss, mit dieser Technik freigeben. Weil die Geräte schon registrieren, wenn sich ihnen eine Hand nähert, geht das Entsperren besonders schnell. Zu der Art und Weise, wie Google an Trainingsdaten für die Technik gelangt ist, gab es mehrere wenig schmeichelhafte Berichte.

Die Motion Sense genannte Technik erkennt aber nicht nur Annäherung, sondern soll eine neue Ebene der Bedienung einführen. Ein Radar-Chip im Smartphone erkennt Handgesten über dem Display, etwa wenn es auf einem Tisch liegt. So wird es möglich, zum nächsten oder vorherigen Song zu wechseln (und zwar nicht nur in Google-Apps, sondern auch bei Spotify), die Wiedergabelautstärke zu regeln, einen Timer zu stoppen, einen Alarm zu pausieren oder einen Telefonanruf abzulehnen.

Eine erste Live-Vorführung machte deutlich, dass diese Gesten recht ausladend ausfallen müssen, damit sie erkannt werden. In früheren Berichten wurde noch spekuliert, Motion Sense könne auch durch Stoffe wie Hosentaschen oder die Rückseite des Smartphones funktionieren, doch beides ist nicht der Fall. Die Gestensteuerung klappt nur, wenn das Smartphone mit dem Display nach oben liegt. Fünf Jahre Arbeit stecken nach Googles Angaben bereits in der Technik, auf den ersten Blick wirkt sie insgesamt trotzdem wenig eindrucksvoll.

Anders die Kamera. Die besteht aus einem 12-Megapixel-Objektiv und einem Teleobjektiv mit 16 Megapixeln. In Zeiten von Dreifach- oder sogar Vierfachkameras selbst in der Mittelklasse erscheint das spartanisch, aber die Pixel-Smartphones gehörten stets zu den allerbesten auf dem Markt, weil Google die Fotografie wie kein zweiter Hersteller zu einer Softwareaufgabe gemacht hat. Daran dürfte sich mit dem Pixel 4 nichts ändern.

Dual Exposure etwa heißt eine neue Funktion, mit der man bestimmte Bereiche eines Motivs stärker belichten kann, während zum Beispiel der Hintergrund unverändert bleibt. Das soll insbesondere Porträtfotos noch besser machen, die im Pixel 3 ohnehin schon zu Googles Stärken gehörten.

Wer nachts im Modus Night Sight den mondförmigen Button betätigt und das Smartphone nach oben richtet (am besten fixiert auf einem Stativ), soll für Smartphone-Verhältnisse spektakuläre Bilder vom Sternenhimmel machen können. In einer hell beleuchteten Stadt dürfte das allerdings kaum klappen.

Die Beispielbilder, die Google vorab zeigte, haben mit durchschnittlich begabten Fotografen und alltäglichen Situationen denn auch wenig zu tun. Erst ein Test wird zeigen, wie realistisch Googles Beispiele sind.

Bildschirm größer, Akku kleiner

Der Bildschirm des Pixel 4 ist mit 5,7 Zoll etwas größer als der des Vorgängermodells, die XL-Variante kommt wie gehabt auf 6,3 Zoll. Eine Bildwiederholfrequenz von 90 Hertz soll eine besonders flüssige Darstellung, etwa von Games, garantieren.

Der Akku des Pixel 4 fällt mit einer Kapazität von 2800 Milliamperestunden etwas kleiner aus als der des Vorgängers. Ob das spürbare Auswirkungen im Alltag hat, kann ebenfalls nur ein Test zeigen. Neue Chips und ein energiesparenderes Betriebssystem dürften aber dafür sorgen, dass man problemlos mit einer Akkuladung über den Tag kommt. Das Pixel 4 XL bekommt zudem einen etwas größeren Akku als sein Vorläufer.

Beide Pixel-4-Versionen haben sechs Gigabyte Arbeitsspeicher und wahlweise 64 oder 128 Gigabyte Speicherplatz, aber keinen Steckplatz für Speicherkarten. Pixel-Käufer bekommen von Google dafür unbegrenzten Cloud-Speicher für ihre Fotos und Videos. Der Prozessor kommt von Qualcomm, es handelt sich um den Snapdragon 855. 5G-fähig ist das Pixel 4 nicht.

Arbeitsplätze bei Intel in Gefahr

Intel will nach dem geplanten Verkauf seines Smartphone-Modem-Geschäfts an Apple offenbar Jobs abbauen. Einem Intel-Sprecher zufolge gibt es nur für „rund 70 Prozent“ der Angestellten der Communication and Devices Group (CDG) eine klare Perspektive – sie wechseln entweder zu Apple oder bleiben bei dem Chiphersteller. „Wir suchen weiterhin Vermittlungsmöglichkeiten für die restlichen Angestellten, sowohl intern als auch extern“, erklärte der Sprecher. Rund 30 Prozent der CDG-Mitarbeiter müssen also offenbar um ihren Job fürchten.

Intel hatte im Juli angekündigt, seinen Smartphone-Modem-Bereich für eine Milliarde US-Dollar an Apple zu verkaufen. Bis Ende des Jahres soll der Deal abgeschlossen sein. Rund 2200 Intel-Angestellte sollen dann zum iPhone-Konzern wechseln. Intel wird „die Option behalten“, weiterhin Funkchips für PCs, autonome Autos und das Internet der Dinge zu entwickeln.

Zalando führt Geschlechterquote ein

Der Onlinemodehändler Zalando führt eine Geschlechterquote für sein Management ein. Auf den sechs oberen Führungsebenen solle bis Ende 2023 ein ausgewogenes Verhältnis von Frauen und Männern erreicht werden, teilte das Unternehmen heute mit. Der Anteil soll jeweils zwischen 40 und 60 Prozent liegen.

Der Onlinehändler Zalando SE hat europaweit rund 14.000 Beschäftigte. Das Management musste sich zuletzt kritische Fragen gefallen lassen, weil im Vorstand fünf Männer sitzen, aber keine Frau. Bei der jüngsten Erweiterung des Gremiums verwiesen die Verantwortlichen auf die Eignung der jeweiligen Kandidaten.

„In den letzten elf Jahren lag unser Fokus klar auf der Etablierung und dem Wachstum unseres Geschäfts“, erklärte Zalando-Kochef Rubin Ritter nun. „Wir haben nicht genug Anstrengungen unternommen, um dem entstandenen strukturellen Ungleichgewicht entgegenzuwirken.“ Die Führungsteams seien nicht vielfältig genug.

Im Jahr 2018 waren bei dem Unternehmen etwa zwei Drittel aller Führungskräfte Männer – je höher die Führungsebene, desto geringer der Frauenanteil. Bisher galt als Ziel eine Frauenquote von 25 Prozent auf der Ebene unterhalb des Vorstands und 30 Prozent auf der Ebene darunter. 2018 waren dort elf beziehungsweise 16 Prozent der Führungskräfte Frauen. Die neue Quote gilt auch für den Aufsichtsrat und den Vorstand.

Seit Anfang 2016 müssen die etwa 100 größten börsennotierten und voll mitbestimmungspflichtigen Unternehmen in Deutschland nach dem Aktiengesetz mindestens 30 Prozent der Posten in ihren Kontrollgremien mit Frauen besetzen. Für das Management gibt es nur Vorgaben für die Ebenen unterhalb des Vorstands.

In den Topetagen börsennotierter Unternehmen sind heute so viele Frauen vertreten wie nie. In den 160 Unternehmen der Börsenindizes Dax, M-Dax und S-Dax saßen nach einer Untersuchung des Beratungsunternehmens EY in der ersten Hälfte dieses Jahres 61 Frauen – aber auch 640 Männer. Der Frauenanteil lag damit bei knapp 9 Prozent.

Erste kostenlose Streamingplattform Rakuten TV startet in Europa

Als erste paneuropäischer VOD-Anbieter setzt Rakuten TV auf eine kostenlose Streaming-Variante. Mit Start des neuen Geschäftsmodells Advertising-Video-On-Demand können Zuschauer jetzt eine große Auswahl an Inhalten kostenfrei auf der Plattform genießen.

Die kostenlosen, werbefinanzierten Kanäle werden das reguläre Angebot von Rakuten TV ergänzen. Zum Start wird das kostenlose Angebot von mit US-amerikanischen sowie lokalen Inhalten bestückt sein. In einem nächsten Schritt geht es mit einem kombinierten linearen und On-Demand-Angebot um exklusive Rakuten-Inhalte, wie TV Serien, Dokumentarfilme wie „Matchday – Inside FC Barcelona“, aber auch Nachrichten und Sportkanäle in die Erweiterung. Die Doku über den FC Barcelona wird von John Malkovich erzählt. Rakuten ist auch der Trikotsponsor des europäischen Top-Klubs.

Auto1 und Hellman & Friedman wollen Autoscout24 kaufen

Die Plattform für Gebrauchtwagen Auto1 hat mit den Finanzinvestoren Hellman & Friedman zusammengetan, um für die Autosparte von Scout24 zu bieten. Nach den ersten Angeboten aus der vergangenen Woche könnte der Kaufpreis für die Scout-Tochter bei mehr als zwei Milliarden Euro liegen.

Das Duo aus Auto1 und Hellman & Friedman konkurriert mit Bietern wie Permira und Apax Partners. Analysten der Barclays Bank und von Goldman Sachs hatten den Wert der Autosparte von Scout zuletzt auf 2,3 bis 2,4 Milliarden Euro beziffert.

Scout24 verkauft die Tochter auf Druck des Aktionärs Elliott. Der hatte zuvor gefordert, das Portal für Auto-Handel zu verkaufen, damit sich Scout besser auf seine Immobiliensparte mit dem Portal Immobilienscout24 konzentrieren könne. Die betroffenen Unternehmen wollten nicht zu der Sache äußern. Die Scout24-Aktie verlor am Nachmittag leicht.

BBC Global News-CEO im Aufwind

BBC World News, der internationale Nachrichtensender der altehrwürdigen britischen BBC, erreicht heute mehr Zuschauer als je zuvor. Über digitale Plattformen wie BBC.com spricht der Sender auch vermehrt junge Nutzer an. Dabei profitiert die BBC in Zeiten zunehmender politischer und wirtschaftlicher Unsicherheit auch von ihrem Ruf als unabhängige Nachrichteninstitution. Im Interview spricht Jim Egan, CEO von BBC Global News, über alte Männer, neue Plattformen und Nachrichten in Zeiten von Fake News.

Herr Egan, wie oft werden Sie derzeit auf den Brexit angesprochen?
Sehr oft. Mein Job ist es, BBC News außerhalb von Großbritannien zu repräsentieren, daher werde ich sehr häufig darauf angesprochen. Ich finde es fast schon ein wenig ironisch: Ich habe Internationale Ökonomie studiert. Und heute erklären wir bei BBC World News tagtäglich, was die Zollunion ist oder was der Backstop bedeutet. In den vergangenen drei Jahren haben viele Menschen erst gelernt, was die Mitgliedschaft in der EU eigentlich für sie bedeutet. Speziell für die Menschen in Großbritannien könnte man sagen: Es wäre gut gewesen, wenn sie das vor 2016 gewusst hätten. In einer Zeit, in der die politischen Kräfte das Land auseinanderdividieren, versuchen wir als nationaler Sender natürlich auch im Rahmen unserer Möglichkeiten, das Land zusammenzuhalten, indem wir einen Dialog ermöglichen.

Aber schwierige Zeiten sind für Nachrichtensender doch eigentlich immer auch gute Zeiten, oder?
Ich denke schon. Speziell im Fall des Brexits, bei dem es ja um das Verhältnis von Großbritannien zum Rest der Welt geht, gehen die Zuschauer wohl davon aus, dass die BBC dieses Thema besonders gut abdeckt. Das hilft uns natürlich auch im Vergleich zu Konkurrenten wie CNN, Euronews oder Al Jazeera.

BBC ist eine international bekannte Marke. Ist das ein Vorteil in Zeiten, in denen Probleme und Krisen immer auch eine globale Dimension haben?
Ich denke, ja. Die meisten Ereignisse, egal, ob es um Sport, Wirtschaft oder Politik geht, haben heute eine weltweite Dimension und oft einen direkten Einfluss auf unser Leben. Das nimmt zu. Hier können wir unsere Stärken ausspielen. Wir können unseren Zuschauern nicht nur eine nationale, sondern immer auch die internationale Perspektive bieten.

Wie groß ist die Reichweite von BBC World News?
BBC World News ist aktuell in 465 Millionen Haushalten außerhalb von Großbritannien zu empfangen. Im vergangenen Jahr schalteten jede Woche 121 Millionen Menschen BBC World News ein. Bei BBC.com verzeichneten wir in diesem Jahr bislang rund 115 Millionen Besucher pro Monat.

Können Sie uns auch ein paar Zahlen für den deutschen Markt geben?
In Deutschland erreichen wir im TV und online jeweils rund 2,5 Millionen Nutzer. Wir haben hier natürlich einen Nachteil, weil wir auf Englisch berichten. Deutschland ist für uns kommerziell der wichtigste Markt in Europa.

Sind die deutschen Nachrichtensender für Sie Konkurrenten, oder spielen N-TV und Welt in einer anderen Liga?
Ich denke, die nationalen Sender spielen in einer anderen Liga. Für uns geht es nicht darum, wie wir von ARD oder ZDF Marktanteile gewinnen können. Menschen, die BBC World News einschalten, wollen eine andere, internationale Perspektive auf das Geschehen sehen oder einen Nachrichtenüberblick über das weltweite Geschehen. Unsere Konkurrenten sind daher eher andere international tätige Sender wie CNN oder Al Jazeera. Wir konkurrieren auch nicht mit den nationalen Sendern um Werbeerlöse.

Nein?
Wie arbeiten mit Kunden aus Deutschland zusammen, die gerne internationale Zielgruppen erreichen wollen. Wenn ein Werbekunde zum Beispiel Zielgruppen in Lateinamerika oder Südostasien erreichen will, dann sind wir dafür ein sehr guter Partner. Wir arbeiten zum Beispiel gut mit Lufthansa zusammen, die ihre Verbindungen zwischen Indien und Deutschland bei uns bewirbt. Andere wichtige deutsche Kunden von uns sind zum Beispiel DHL oder Germany Trade and Invest. Umgekehrt gibt es natürlich auch internationale Unternehmen, die bei uns Zuschauer in Deutschland erreichen wollen.

Wie kleinteilig können Werbekunden Kampagnen regional aussteuern?
Es gibt sechs verschiedene Versionen von BBC World News. Diese orientieren sich an den verschiedenen Kontinenten. Darüber hinaus gibt es Lösungen für einige Märkte, mit denen wir kleinere Regionen adressieren können, wie zum Beispiel Japan, wo wir Kampagnen speziell für den japanischen Markt ausspielen können.

Welche ist Ihre Hauptzielgruppe in Deutschland? Hier lebende und arbeitende englischsprachige Menschen oder eher Zuschauer mit Interesse an internationalen Nachrichten?
Letzteres. Natürlich berichten wir über Themen wie den Brexit. Aber wir sind kein Sender für Engländer, die im Ausland leben. Wir richten uns generell an englischsprachige Menschen, die sich für das weltweite Geschehen interessieren. Unsere Zuschauer sind in der Regel viel unterwegs und haben einen internationalen Fokus. Das gilt auch für unsere Werbekunden, zu denen zum Beispiel viele Fluggesellschaften oder Kunden aus dem Bereich Tourismus gehören. Unsere Zuschauer sind in der Regel höher gebildet und relativ wohlhabend. Wir sind aber nicht nur ein Sender für ältere Männer in Anzügen. Unsere Nutzer auf BBC.com und unseren anderen digitalen Plattformen sind erstaunlich jung. Dort werden wir von vielen Millennials genutzt.

Mit welchen Partnern arbeiten Sie im Bereich digitaler Plattformen zusammen?
Wir haben eine Kooperation mit Apple News und in Japan kürzlich einen großen Live-Streaming-Vertrag mit Yahoo abgeschlossen. Im vergangenen November haben wir außerdem eine neue 30-minütige Show namens „Cut Through the Noise“ bei Facebook Watch gestartet, die gerade verlängert wurde. Ganz neu ist unsere Kooperation mit Quibi. Quibi wurde von Jeffrey Katzenberg, der früher die Pixar Studios geleitet hat, und Meg Whitman, der ehemaligen Chefin von Hewlett-Packard, gegründet. Quibi steht für „Quick Bites“ und ist ein Abo-basierter Streaming-Dienst, der kurze, 10 bis 15 Minuten lange Videos bietet. Wir werden als internationaler Newspartner eine 5-minütige internationale Newsshow exklusiv für Quibi produzieren, worüber wir uns sehr freuen.

Viele Menschen und auch Politiker werfen den Medien zunehmend vor, Fake News zu verbreiten. Wie reagiert BBC darauf?
Das Wichtigste ist, dass wir weiterhin guten Journalismus machen. Wir haben gerade erst unsere redaktionellen Richtlinien überarbeitet, die 300 Seiten umfassen und öffentlich zugänglich sind. Diese Richtlinien sind die Grundlage unserer tagtäglichen Arbeit. Wir haben eine Rubrik namens Reality Check. Dort werden Aussagen aus den Bereichen Politik und Wirtschaft, aber auch aus dem Bereich Gesundheit, wie zum Beispiel die Frage nach Masernimpfungen, einem Faktencheck unterzogen. Wir beteiligen uns außerdem an Initiativen, die Fake News bekämpfen. Wir haben zum Beispiel kürzlich gemeinsam mit der Financial Times, dem Wall Street Journal, Google und Facebook eine Allianz angekündigt, um Fake News zu bekämpfen, vor allem um Wahlen herum, die für Demokratien ja immer eine kritische Phase sind.

Ist Vertrauen der Schlüssel zum Erfolg im Kampf gegen Fake-News-Vorwürfe?
Ja. Zumal Vertrauen in das journalistische Produkt und das Vertrauen der Werbekunden eng zusammenhängen. Wir haben nicht nur redaktionelle Richtlinien, sondern auch Richtlinien in Bezug auf unsere Werbung. Wir arbeiten zum Beispiel nicht mit bestimmten Werbekunden zusammen.

Können Sie ein Beispiel nennen?
Wir zeigen zum Beispiel keine politische Werbung. Dafür wurden wir eine Zeitlang kritisiert, aber in den vergangenen Jahren ist die Kritik daran verstummt. Diese Regeln gelten natürlich auch für neue Werbeformen wie Branded Content, Native Advertising oder Programmatic Advertising. Heute nennt man das Brand Safety. Für uns gehen redaktionelle und kommerzielle Vertrauenswürdigkeit Hand in Hand.

Es gab in den vergangenen Jahren einige große Fusionen im Medienmarkt. Wer ist Ihrer Meinung nach im Vorteil: Global agierende Medienkonzerne oder starke nationale Medien?
Ich denke, die Unternehmen mit der klarsten Positionierung in ihren jeweiligen Zielgruppen und Märkten haben die besten Aussichten auf Erfolg. Axel Springer ist sehr erfolgreich, oder Schibsted in Skandinavien. Einige große Merger machen wirtschaftlich Sinn: Comcast hat durch die Übernahme von NBC und Sky mit NBC, MSNBC, Sky News und Euronews jetzt eine sehr starke Position im Nachrichtenmarkt. Manchmal können es Übernahmen Konzernen aber auch erschweren, einen klaren Fokus zu entwickeln. CNN ist zum Beispiel nun Teil von Time Warner, das wiederum zu AT&T gehört, also ein sehr stark diversifizierter Telekommunikationskonzern. Ich weiß nicht, ob es so eine Konstellation leichter macht, eine klare Strategie zu verfolgen. Die BBC steht glücklicherweise nicht zum Verkauf.

Hellofresh hebt die Jahresprognose an

Essenlieferant schraubt nach einem überraschend positiv ausgefallenen dritten Quartal seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr nach oben. Die Erlöse sollen 2019 währungsbereinigt um rund 31 bis 33 Prozent steigen, wie der Anbieter von „Kochboxen“ mitteilte. Bisher war das Unternehmen von einem Plus zwischen 28 und 30 Prozent ausgegangen. Im dritten Quartal dürfte der Umsatz bei 438 bis 441 Millionen Euro und das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) zwischen 13,5 und 15,5 Millionen Euro liegen. Die endgültigen Quartalszahlen werden am 5. November veröffentlicht.

CH: Nachrichten haben für die Mehrheit der Jungen wenig Bedeutung

Die hiesigen Informationsanbieter verlieren in der Bevölkerung an Rückhalt. Die Zahl jener, die sich kaum für Berichte über regionale und nationale Ereignisse in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft interessieren, wächst deutlich. Dies sagt das Forschungsinstitut Öffentlichkeit und Gesellschaft (Fög), das den Trend seit zehn Jahren beobachtet. Es hat dafür den sperrigen Begriff der News-Deprivierten geprägt. Er bezeichnet jene Personengruppe, die durch einen «weit unterdurchschnittlichen» Nachrichtenkonsum auffällt. Sie macht inzwischen 36 Prozent der Bevölkerung aus, wie das Fög am Montag an einer Medienorientierung in Bern darlegte. Unter den 16- bis 29-Jährigen beträgt der Anteil gar 56 Prozent.

Das von der Universität Zürich getragene Forschungsinstitut bezeichnet das Phänomen in mehrfacher Hinsicht als problematisch. Die News-Deprivierten verfügten über wenige politische Kenntnisse und nähmen kaum am politisch-demokratischen Prozess teil. Gleichzeitig hätten sie ein geringes Vertrauen in staatstragende Institutionen. Ihr gesellschaftliches Bild sei geprägt von Skandalen, Krisen, Unfällen und Katastrophen.

Ein internationaler Trend

Das Fög zieht seine Erkenntnisse aus Umfragen. Seit 2009 führt es jährlich 3400 repräsentative Online-Interviews durch. Zudem kooperiert es mit dem Reuters Institute, das in 38 Ländern 74 000 Personen zur Informationsnutzung befragt. Das britische Institut erkennt einen ähnlichen Trend; es spricht aber nicht von News-Deprivierten, sondern von News-Verweigerern. Gemeint sind damit Personen, die gemäss eigenen Angaben den Informationen manchmal oder oft aus dem Weg gehen. Diese Gruppe hat ebenfalls einen hohen Anteil an der Bevölkerung. In Grossbritannien sind es 35 Prozent, in der Schweiz 26 Prozent.

Selbsteinschätzungen und tatsächliches Handeln sind nicht deckungsgleich, und manchmal tut sich hier eine Kluft auf. Die unterschiedlichen Ergebnisse der beiden Befragungen zeigen zudem, dass in Bezug auf das Phänomen der News-Abstinenz einiger Interpretationsspielraum besteht. Allerdings scheint das Phänomen einem allgemeinen Trend zur Polarisierung zu entsprechen.

Negativer Einfluss sozialer Netzwerke

Die Zürcher Forscher stützen ihren Befund auf weitere Indizien. Sie erkennen eine fortschreitende «Plattformisierung» der Mediennutzung. Das heisst, der Konsum von Informationsangeboten über soziale Netzwerke wächst deutlich. Diese erzielen inzwischen die höchste Reichweite. Zwar nennt sie nur jeder zehnte Befragte als Hauptinformationsquelle, doch als Begleitmedium haben diese Plattformen kontinuierlich an Bedeutung gewonnen. Die Social Media dienen den Nutzern in erster Linie zum persönlichen Austausch und zur Unterhaltung. Der wachsende Einfluss dieser Netzwerke lockert indessen die Bindung zu den Informationsanbietern, schwächt die Wahrnehmung journalistischer Medien und fördert damit die «News-Deprivation».

Nach Angaben des Fög ist ein widersprüchliches Verhalten seitens der Nutzer erkennbar: Ihr Vertrauen in die sozialen Netzwerke schwinde, während sie sich gleichzeitig der wichtigen Funktion professioneller Informationsmedien als Garanten eines aufgeklärten gesellschaftlichen Diskurses bewusst seien. Dennoch verzichtet ein wichtiger Teil der Bevölkerung auf einen regelmässigen Konsum von Aktualitäten.

Diese Distanz spiegelt sich in der bisher geringen Bereitschaft, für Online-Informationen den Geldbeutel hervorzuholen. Nur 11 Prozent gaben in der jüngsten Umfrage an, für digitale News bezahlt zu haben. In anderen Ländern ist die Bereitschaft ebenfalls tief. In Schweden und Norwegen liegt der Anteil mit 27 bzw. 35 Prozent deutlich höher. Der wichtigste Grund für die geringe Bereitschaft ist die große Menge an frei verfügbaren Informationen. Hinzu kommt, so das Fög, die Konkurrenz durch digitale Unterhaltungsangebote wie Netflix, Spotify oder Amazon Prime, für welche die Konsumenten eher zu zahlen bereit sind.

Mehr Meinungsbeiträge

Mit Blick aufs Informationsangebot stellen die Forscher eine deutliche Abnahme von Hintergrundberichten fest, was auch eine Folge der Medienkonzentration sein dürfte. Als Folge der Sparmaßnahmen wurden Zentralredaktionen geschaffen, die mehrere Zeitungstitel mit denselben Artikeln beliefern. Gleichzeitig ist der Anteil von Meinungsbeiträgen gestiegen. Laut dem Fög wächst die Gefahr, dass rascher zu produzierende Meinungsbeiträge auf Kosten von aufwendigen journalistischen Recherchen ausgebaut werden.

Erstmals hat das Fög anhand der Zitierungen gemessen, welche Titel zu den Leitmedien zählen: Es sind vor allem zürcherische. Am meisten zitiert wurden SRF und der «Blick». Es folgen die «NZZ», der «Tages-Anzeiger», die «Sonntags-Zeitung», die «NZZ am Sonntag» und der «Sonntags-Blick». Die Boulevardblätter sind vor allem im Sportbereich führend, die anderen Zeitungen bei der Berichterstattung über Politik und Wirtschaft. Die SRG-Angebote werden nicht nur wegen Politik-Beiträgen, sondern auch wegen Kultur- und Human-Interest-Berichten zitiert. Die Medienkonzentration wird laut dem Fög auch in diesem Bereich sichtbar: Die firmeneigenen Medientitel zitieren sich häufig gegenseitig.

Im Weiteren analysierte das Fög den Wandel der Öffentlichkeit am Beispiel von Twitter. Auf dieser Plattform spielen die Journalisten die dritte Geige. Die gesellschaftspolitische Agenda wird hier in erster Linie von Privatpersonen geprägt. An zweiter Stelle stehen die Politiker. Alternative Medien nehmen in der Twitter-Sphäre eine marginale Rolle wahr. Das Fög kommt zum Schluss, dass in der Schweizer Digital-Öffentlichkeit weniger die Desinformation ein dringliches Problem darstellt als die an partikulären Interessen orientierte Public Relations.

Meetup will Geld von Teilnehmern

Bei Meetup sollen künftig die Teilnehmer von Veranstaltungen für ihre Teilnahme zahlen. Wie die Plattform ankündigte, will man dort künftig ein neues Preismodell ausprobieren. Bisher zahlten bei Meetup nur die Organisatoren von Veranstaltungen einen Beitrag.

Meetup ist eine Tochterfirma des Coworking-Betreibers Wework. Dieser hatte zuletzt durch einen abgesagten Börsengang für Schlagzeilen gesorgt. Meetup ist eine insbesondere in der IT-Community beliebte Plattform, um thematische Treffen zu organisieren.

Beim künftigen Preismodell von Meetup sollen die Organisatoren weniger zahlen – nur noch 2 Dollar pro Monat, also 24 Dollar pro Jahr. Laut Meetup ist das eine Senkung um 80 Prozent. Allerdings hatte Meetup erst vor wenigen Monaten die Preise erhöht.

Teilnehmer von Meetups sollen künftig 2 Dollar zahlen. Dabei ist man offenbar noch unentschlossen, wie diese Änderung genau umgesetzt werden soll. Gestern fand sich auf der entsprechenden Webseite noch die Ankündigung, dass Organisatoren von Events diese Gebühren übernehmen können und sie dann nur einen Dollar beträgt. Das wurde aber inzwischen geändert und es findet sich kein Hinweis mehr auf diese Möglichkeit. In jedem Fall ist das eine bedeutende Änderung, da künftig die organisierten Meetups pro Teilnehmer Kosten verursachen.

Die Änderungen werden von vielen Nutzern kritisiert. Veranstalter vieler Meetups haben bereits angekündigt, künftig andere Plattformen zu nutzen, darunter beispielsweise ein Organisator des Berliner Javascript-Meetups BerlinJS, welches eines der größten IT-Meetups in der Hauptstadt ist.

Arte startet die zweite digitale Opernspielzeit

Musikalischer Genuss aus ganz Europa – in Partnerschaft mit 23 führenden Opernhäusern und Festivals aus 14 europäischen Ländern dirigiert der Kultursender zum zweiten Mal sein Onlineangebot Arte Opera in die oktavenreiche Welt der Oper.

Den Auftakt der zweiten Saison bildet am 15.10. Puccinis Turandot in einer Neuproduktion des Gran Teatro del Liceu in Barcelona, inszeniert von Franc Aleu und unter der musikalischen Leitung von Josep Pons.

Mit dem Angebot Arte Opera soll die künstlerische Vielseitigkeit und Qualität der europäischen Opernszene präsentiert und an neue Zuschauerkreise in der ganzen Welt herangetragen werden.

Wie Facebook mit Watch zu Youtube aufschließen will

Facebook will mit seiner Video-Plattform Watch zur ersten Anlaufstelle für Videos werden. Nun greift man Youtube mit neuen Kooperationen erneut direkt an.

Vor rund einem Jahr ist Facebook Watch nach einer einjährigen Testphase in den USA global an den Start gegangen. „Unser Ziel ist es, gemeinsame Erlebnisse rund um Bewegtbild zu erschaffen“, hieß es damals großspurig. Seither hat sich einiges getan, so kommt Facebook Watch mittlerweile auf weltweit rund 720 Millionen User im Monat, 140 Millionen davon sollen jeden Tag mindestens eine Minute Inhalte auf der Plattform schauen. Durchschnittlich beträgt die Sehdauer laut Facebook 26 Minuten – detaillierte Zahlen für Deutschland veröffentlicht das Unternehmen nicht. Anders als Netflix und Prime Video setzt man nicht nur auf eigenproduzierten Content, sondern auch wie Youtube stark auf von den Usern hochgeladene Videos.

So gab man bei Facebook zwar eigene Dramaserien in Auftrag, bei Facebook Watch sehen die Nutzer aber auch lustige Tiervideos und andere schräge Inhalte. Bei diesem Mix wird es auch bleiben. „Wir sind eine offene Plattform, das unterscheidet uns von anderen. Jeder, der eine Facebook-Seite betreibt, kann Videos hochladen. Das soll auch in Zukunft so bleiben“, sagt Matthew Henick, Head of Content Planning and Strategy bei Facebook.

Zuletzt hatte man bereits Partnerschaften mit verschiedenen deutschen Medienhäusern bekanntgegeben. So produziert ProSiebenSat.1 seit dem Sommer Behind-the-scenes-Material für Facebook Watch und nutzt die Plattform auch für die Ausspielung von Archivware. Auch RTL II, Burda, Springer und G+J sind Kooperationen mit Facebook eingegangen. Nun dreht man beim Social-Media-Riesen das Rad noch etwas weiter – und greift Youtube direkt an.

So will man in einem neuen Programm bekannte Influencer und Social-Media-Stars mit großen Medienhäusern zusammenbringen, um diese gemeinsam an neuen Inhalten arbeiten zu lassen. In den USA hat man das bereits getestet und zeigt sich zufrieden, nun also der Start in Europa. In Deutschland sind zum Start Brainpool und Burda mit dabei, weitere Partner sollen in den kommenden Monaten folgen. Sie bringt Facebook dann wie gesagt mit Influencern zusammen – und finanziert dann auch einen Teil der neuen Formate.

Wieso das ein direkter Angriff auf Youtube ist? Bei den Social-Media-Stars setzt Facebook sehr auf Namen, die schon bekannt sind – und die ihren Schwerpunkt von Youtube zu Facebook Watch verlagern könnten. So bringt man etwa Joyce Ilg mit Brainpool zusammen. Auf Googles Video-Plattform kommt sie mittlerweile auf mehr als 1,2 Millionen Abonnenten. Mit Brainpool macht sie nun das Format „Fake Date“. Dabei handelt es sich um ein Versteckte-Kamera-Format, bei dem sich zwei Menschen zu einem Date treffen. Die Frau muss aber das tun, was Ilg ihr über einen In-Ear-Kopfhörer sagt. Ein weiteres Format von Brainpool ist „Ek is back“ mit Rapper Eko Fresh, der auf fast 500.000 Abonnenten bei Youtube kommt. In den jeweils vierminütigen Folgen setzt sich Eko Fresh mit alten Branchenkameraden zusammen und erinnert sich an alte Zeiten. Darüber hinaus macht Brainpool jeweils ein neues Format mit Teddy Teclebrhan („Antoine Undercover“) und Michael Schulte („Let the movie speak“).

Burda, ganz konkret bunte.de, bringt man mit Ilka Bessin, Monica Ivancan, Isabell Horn, Natascha Ochsenknecht, Betty Taube und Kim Gloss zusammen, die fast alle bei Instagram und/oder Youtube viele Follower haben. Bessin, besser bekannt als Cindy aus Marzahn, trifft in dem Format „Ilka – Extra scharf“ Promis an einem Currywurst-Stand und spielt mit ihnen „Wahrheit oder Pflicht?“. Ex-„DSDS“-Teilnehmerin Kim Gloss präsentiert auf der Video-Plattform künftig eine Art Rankingshow, in der es um die besten Social-Media-Posts von Stars und Sternchen geht. Monica Ivancan, Isabell Horn und Natascha Ochsenknecht machen außerdem „No Drama, Mama“. Das soll ein „temperamentvolles Gruppengespräch“ werden, bei dem Zuschauer Fragen über das Elternsein stellen können. Und Betty Taube hat „Ein Herz für Streuner“ und versucht in der Reihe ein Zuhause für Hunde aus dem Tierheim zu finden.

Darüber hinaus hat Facebook auch noch Kooperationen mit Influencern und Medienhäusern in Großbritannien, Frankreich, Spanien und Italien bekanntgegeben. Inhaltlich sollen die Macher die volle redaktionelle Kontrolle über die Formate haben, Facebook will ihnen also nicht reinreden. Was dem US-Unternehmen aber wohl ohnehin wichtiger ist, ist das Geld. Hier schneidet Facebook nämlich wie gewohnt mit. Während Facebook 45 Prozent der Werbeeinnahmen erhält, die die Publisher mit den Videos machen, geht der Rest an eben diese.

Langfristige Business-Modelle für alle Seiten?
„Wir wollen den Menschen mehr lokale Inhalte anbieten. Das geht nur, wenn wir wissen, was sie sehen wollen und auch nur dann, wenn unsere Partner die volle Kontrolle über ihre Inhalte haben und behalten“, sagt Matthew Henick. Jens-Uwe Bornemann, Director of Media Partnerships Central and Eastern Europe bei Facebook, ergänzt im Gespräch: „Mit dem neuen Programm wollen wir unseren Medienpartnern die Möglichkeit geben, neue Formate auszuprobieren. Das passiert mit dem Ziel, dass sie daraus langfristig nachhaltige Business-Modelle gestalten können.“ Und ganz nebenbei hofft man natürlich, dass die Influencer künftig Facebook Watch zu ihrer Bewegtbild-Plattform Nummer eins machen.

Wie langfristig diese Business-Modelle aber sein werden, sollte Facebook irgendwann mal kein zusätzliches Geld hinzu schießen, muss sich erst noch zeigen. In diesem ersten Schritt profitieren sowohl Medienhäuser als auch Influencer von Facebooks Ziel, Youtube endlich das Wasser abzugraben. „Wir sind die erste Anlaufstelle für alle Videoinhalte-Anbieter, die ihr bestehendes Publikum sowie neue Menschen erreichen wollen“, sagt Bornemann. Auch ein Jahr nach dem weltweiten Rollout von Facebook Watch sind die Ansprüche also nicht kleiner geworden.

Tower will neue Promi-Musikshow nach Deutschland holen

Pünktlich zur Fernsehmesse MIPCOM hat sich Tower Productions für den deutschen Markt die Rechte an der französischen Musikshow „Celebrity Song Challenge“ gesichert. Punkten will das Format mit seiner Verknüpfung von linearem TV und Social Media.

Die Musikshow „Celebrity Song Challenge“, die im Sommer erfolgreich beim französischen Fernsehsender TF1 angelaufen ist, hat auch das internationale Interesse geweckt. Wie jetzt bekannt wurde, hat sich Tower Productions das Format für eine mögliche Umsetzung auf dem deutschen Markt von Vivendi Entertainment gesichert. In Italien liegen die Rechte an der Show bei Endemol Shine.

EU-Kommission ruft bei Copyright-Reform zu Zusammenarbeit auf

Am 15.10. nahmen Künstler und Autoren, Vertreter von Online-Plattformen sowie deren Nutzer an einer ersten Diskussion teil. Die Ergebnisse will die EU-Kommission in ihre Empfehlungen zur Umsetzung von Artikel 17 einfließen lassen.

Die Copyright-Reform soll das veraltete EU-Urheberrecht ans digitale Zeitalter anpassen und Urhebern für ihre Inhalte im Internet eine bessere Vergütung sichern. Vor allem gegen Artikel 17 (in Entwürfen des Gesetzes Artikel 13) war der Widerstand enorm. Kritiker fürchten, dass Plattformen wie YouTube, aber auch kleinere Anbieter, Uploadfilter einsetzen müssen. Dabei handelt es sich um Programme, die geschützte Inhalte schon beim Hochladen erkennen und aussortieren.

Letztlich könne deutlich mehr als nötig blockiert werden, warnten Kritiker. Die EU-Staaten haben bis zum 7. Juni 2021 Zeit, die Regeln in nationales Recht umzusetzen.

Ist Netflix nur der Türöffner für die großen Konzerne?

Diese These wird von niemand geringerem als der Chefin der weltgrößten TV-Messe Mipcom vertreten. Eins ist aber schon jetzt klar: Der Streamingmarkt wird sich 2020 sehr verändern.

Die Branchenexpertin Laurine Garaude betonte zum Beginn des Branchentreffs am Montag im französischen Cannes, der Überzeugung zu sein, dass Netflix lediglich als Wegbereiter in die Streaming-Historie eingehen wird.

Disney, Warner und Apple wollen noch in diesem Jahr ihre eigenen Video-on-Demand-Portale starten. Während die beiden ersteren Unternehmen über ein riesiges Archiv mit unzähligen Blockbustern – darunter „Star Wars“ – verfügen, ist Apple ein Technologie-Gigant, der über die Verbreitung seiner Endgeräte sofort Hunderte Millionen Konsumenten direkt erreichen kann.

Diese Hintergründe fehlen Netflix beide, beziehungsweise man wird in Zukunft noch mehr dazu gezwungen einen eigenen Katalog an Inhalten aufzubauen. Disney zog sein Programm zu Gunsten des eigenen Dienstes ab.

„Innerhalb der nächsten zwölf Monate wird sich der gesamte Streaming-Markt stark verändern“, prophezeite auch der Produzent Oliver Berben („Schuld“). Er sagte der dpa in Südfrankreich: „Unter anderem über unsere Niederlassung in Los Angeles verhandeln wir bereits seit längerer Zeit mit sämtlichen großen Playern über konkrete Groß-Projekte.“ Nicht nur für ihn sei die Zusammenarbeit besonders interessant, weil diese Plattformen direkt den ganzen Weltmarkt im Blick haben. Aktuell bereitet Produzent Berben die Serie „Resident Evil“ für Netflix vor.

Auch Michael Souvignier von der Produktionsfirma Zeitsprung hat die aufwändige ARD–Serie „Oktoberfest“, die an der Cote d’Azur unter dem Titel „Empire Oktoberfest“ angeboten wird, direkt mit Blick auf die globale Vermarktung konzipiert: „Wir haben den Film mit internationalen Standards gedreht und das Oktoberfest ist ja mittlerweile eine Marke wie Coca-Cola, jeder auf der Welt kennt es.“

Für sein nächstes internationales Serien-Großprojekt „German Moon“ über die Mitarbeit deutscher Wissenschaftler an der Mondlandung gab der Kölner Souvignier nun auch den Regisseur bekannt: Achim von Borries, der bereits für die erfolgreiche Serie „Babylon Berlin“ Buch und Regie verantwortete.

Robert Greenblatt jedenfalls, als Boss von Warner Media einer der mächtigsten Medienmanager der Welt, formulierte es am Vorabend der Mipcom so: „Die Erschütterung der kompletten Medienwelt ist nicht Teil unserer Arbeit, sie ist unsere Arbeit.“

Die Mipcom in Südfrankreich zeigt bis Donnerstag, was schon bald in Millionen Wohnzimmern über die Bildschirme flimmert. Mehr als 11.000 Verantwortliche von Sendern, Produktionsfirmen, Programmvertrieben, Internetplattformen und Medienkonzernen aus aller Welt kommen zusammen.

Das sind die meistverkauften Titel norwegischer Autoren

Kurz vor der Frankfurter Buchmesse hat das Marktforschungsunternehmen Media Control die meistverkauften Titel norwegischer Autoren in Deutschland ermittelt.

Maja Lunde ist mit ihrem Buch „Die Geschichte des Wassers“ in den ersten drei Quartalen die erfolgreichste Autorin in der Belletristik. Ihr folgen Lars Mytting mit „Die Glocke im See“ und Johan Harstad mit „Max. Mischa und die Tet-Offensive“ auf Rang 2 und 3. Autorin Anne B. Ragde ist gleich zwei Mal unter den Top 10 vertreten.

Im Segment Krimi & Thriller führt Jo Nesbø die Liste mit dem Titel „Messer“ an. Der in Oslo geborene Krimi-Autor ist mit insgesamt vier Titeln am häufigsten im Sonderranking vertreten.

Hier sind die kompletten Buchcharts der Sonderauswertung

Softbank schnürt angeblich Finanzierungspaket für WeWork

Nach dem geplatzten Börsengang von WeWork will der japanische Technologie-Investor Softbank seinen Anteil an dem unter Druck geratenen US-Bürovermieter ausbauen. Demnach schnüre der Investor, der bereits rund ein Drittel an WeWork hält, ein Finanzierungspaket.

Ohne frisches Kapital könne es für WeWork Ende des Jahres eng werden. So soll Softbank Verhandlungen über eine Finanzspritze in Höhe von 1 Mrd. Dollar (905 Mio. Euro) führen, damit sich der US-Konzern umfassend umstrukturieren kann.

SevenOne Media vermarktet erstmals personalisierte ‚Cut Ins‘

Die SevenOne AdFactory, die Unit für Sonderwerbeformen beim Vermarkter SevenOne Media, Unterföhring, hat in Zusammenarbeit mit Publicis Media AdWorx und Spark Foundry erstmals personalisierte ‚Cut Ins‘ umgesetzt. Die Marke merci setzt diese Sonderwerbeform in der Musik-Show ‚The Voice of Germany‘ auf Sat.1 und ProSieben ein. Die ‚Cut Ins‘ waren erstmals am Sonntagabend, 13. Oktober 2019, auf Sat.1 zu sehen. Eine weitere Platzierung erfolgt am 17. Oktober 2019 auf ProSieben.

Während die Kandidaten der Musik-Show ihre Lieder vortragen, dankt ihnen merci mit einer persönlichen Ansprache für den Gesangs-Auftritt. Dabei wird für zehn Sekunden eine Packung merci mit dem Namen des Kandidaten eingeblendet. Darauf die Worte: „Danke für das starke Battle“.

Unsichere ÖWA-Zukunft

In der Branche rumort es: Die ÖWA Plus und ihre Finanzierung stehen an der Kippe, vor allem die Verlage wünschen sich Alternativen.

VÖZ-Geschäftsführer Gerald Grünberger spricht aus, was in der Branche derzeit nur hinter vorgehaltener Hand diskutiert wird: „Es sind Hausaufgaben zu machen. Die ÖWA Plus muss sich plausibel, transparent und relevant für den Markt darstellen.“ Was steckt hinter dieser Aussage? Die ÖWA Plus wird von vielen Verlagen als zu teuer (Kosten: rund 500.000 Euro) angesehen und würde – so der Tenor – von der Werbewirtschaft nicht wirklich genützt. Alternative Währungen wie Google Analytics und Reppublika werden ins Spiel gebracht.

Schweizer Bürgerinitiative fordert 5G-Bremse und Öffi-Sitzplätze mit Handy-Verbot

Schweizer Gegner von 5G wollen aus gesundheitlichen Bedenken den neuen Mobilfunkstandard mit einer Volksinitiative stoppen. Die Bundeskanzlei hat den Initiativtext vorgeprüft und am Dienstag im Bundesblatt veröffentlicht. Damit ist der Startschuss für die Unterschriftensammlung gefallen.

Private hochfrequente Strahlungsquellen sollen so reglementiert werden, dass keine Funkstrahlung in benachbarte Räume dringen kann. Nicht sichtbare Sendestationen müssten markiert und deren Daten veröffentlicht werden. Wenn Fernmeldefirmen neue Anlagen aufstellen oder die Leistung bestehender Anlagen erhöhen wollen, müssten sie die schriftliche Einwilligung der Anrainer in einem Umkreis von 400 Metern einholen.

Weiter verlangt die Initiative Sitzplätze in öffentlichen Verkehrsmitteln, an welchen die Verwendung elektronischer Geräte untersagt ist. In öffentlichen Gebäuden müssten Räume eingerichtet werden, die frei von elektromagnetischer Strahlung sind.

Den Initiatoren geht es unter anderem um den Schutz von Personen, die unter Elektrosensibilität leiden. Gemäss Initiative müssen diese unentgeltlich Zugang zu unabhängigen Beratungsstellen haben. Der Bund soll die Bevölkerung über die Gesundheitsgefährdung durch nichtionisierende Strahlung, mögliche Schutzvorkehrungen und die Symptome einer Elektrosensibilität aufklären müssen.

Deloitte will die Nummer drei in Deutschland werden

Unter den führenden Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen in Deutschland glänzt Deloitte weiter mit dem höchsten Wachstumstempo. Darauf jedenfalls deuten jüngsten Geschäftszahlen und Prognosen der Nummer vier der Branche.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2018/19, das Ende Mai zu Ende ging, steigerte das Unternehmen seine Gesamtleistung um 17 Prozent auf rund 1,7 Milliarden Euro. Auch in den nächsten Jahren wollen die Münchener stärker zulegen als die Konkurrenz, wie Deloitte-Deutschland-Chef Martin Plendl betont.

Das Ziel, unter den „Big Four“ auf Rang drei vorzurücken und damit KPMG zu überholen, gilt nach den Worten Plendls für Deloitte unverändert. Dennoch lässt er offen, ob das tatsächlich schon 2020 gelingen kann. „Wir sehen weiter Potenzial, über die nächsten fünf Jahre marktführendes Wachstum zu erzielen, ohne dass wir dafür größere Akquisitionen machen.“ Im letzten Jahr hatte Deloitte noch 300 Millionen Euro Rückstand gegenüber KPMG.

Für das laufende Jahr stellt der Deloitte-Chef abermals rund zehn Prozent Wachstum für die Gruppe in Aussicht. Schon in den beiden Vorjahren fielen die Prognosen ähnlich aus, wurden dann aber mit Steigerungsraten von 18 und 17 Prozent jeweils deutlich übertroffen.

Seit März spürt Deloitte zwar Auswirkungen der Konjunkturabkühlung. Das Wachstum im Beratungsmarkt insgesamt werde sich daher insgesamt wohl abkühlen. In die wichtigen zukunftsweisenden Themen wie Digitalisierungsprojekte investierten Industrie und Finanz-Dienstleister jedoch weiterhin stark.

Fokus auf Digitalisierung

Aus Sicht Plendls kommt Deloitte vor diesem Hintergrund die Strategie der letzten Jahre zugute, in diesen Bereichen verstärkt Kompetenz durch neue Mitarbeiter, kleinere Technologie-Zukäufe und die Entwicklung neuer Werkzeuge aufzubauen.

Dazu gehören etwa mit Künstlicher Intelligenz unterstützte Software-Lösungen für die Analyse von Geschäftsprozessen und die Strategieentwicklung. Im Bereich der digitalen Transformation sieht Plendl Deloitte daher als klaren Marktführer. „Klassische Strategieberater tun sich in dem Bereich schwerer, weil sie nicht die Lösungen dazu anbieten können.“

Insgesamt steigerte Deloitte die Gesamtleistung im Consulting-Bereich um 24 Prozent auf 655 Millionen Euro. Weitere 338 Millionen Euro (plus zehn Prozent) entfallen auf die Finanzberatung, wo die Gruppe unter anderem von wachsender Nachfrage im Bereich der Transaktionsberatung profitierte. Alles in allem liefert das Beratungsgeschäft damit inzwischen rund 58 Prozent der Gesamtleistung von Deloitte.

Auch im Prüfungsgeschäft will Deloitte weiter kräftig zulegen. Zwar konnte man über Bayer hinaus keine weiteren Mandate bei Dax-30-Firmen gewinnen. Dennoch zeigt sich Plendl mit der Leistung zufrieden. Insgesamt legte Deloitte im Audit-Bereich um 16 Prozent auf 450 Millionen Euro zu.

Blizzard sagt überraschend „Overwatch“-Event ab

Blizzard hat überraschend ein Overwatch-Event in New York abgesagt. Der Hersteller wollte dort den Start ihres Shooters auf der Nintendo Switch zelebrieren, kurzfristig hat man sich aber doch dagegen entschieden. Zu den Hintergründen wurde bislang nichts verlautbart. Die Info zu der Absage wurde über den Nintendo NY-Account verlautbart.

Der Hintergrund für die Absage dürften aber die fortlaufenden Proteste rund um die Sperre eines E-Sportlers sein, der sich vor laufender Kamera für die Freilassung von Hong-Kong ausgesprochen hatte. Blizzard suspendierte den Spieler und sogleich auch die Kommentatoren des Events. Daraufhin folgten tagelange Proteste, die auch intern begleitet wurden.

Armin Wolf als „Europäischer Journalist des Jahres“ geehrt

ORF-Journalist Armin Wolf, der bei der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt mit der “ZiB 2” eine der wichtigsten Nachrichtensendungen des Landes moderiert, ist als Europäischer Journalist des Jahres ausgezeichnet worden. Der Preis wurde im Rahmen der Prix Europa Awards verliehen, bei dem weitere Medienschaffende des gesamten Kontinents geehrt wurden. Wolf folgt damit auch Laurent Richard. Der französische Investigativ-Journalist und Gründer von Forbidden Stories wurde 2018 Europäische Journalist des Jahres.

Die Auszeichnung als „Europäischer Journalist des Jahres“ wurde inzwischen schon zum neunten Mal vergeben. Zu den ehemaligen Preisträgern zählen der türkische Publizist Can Dündar, die BBC-Legende Sir David Attenborough und die deutsche Filmproduzentin Regina Ziegler.

In einer Mitteilung der Veranstalter des Preises heißt es, Wolf lasse sich nicht einschüchtern von Drohungen und Kritik. Er befrage seine Interviewpartner immer auf die gleiche Art und Weise. „Ich konfrontiere sie mit Kritik, Widerspruch und Gegenargumenten zu ihrer politischen Position. Wenn ein Politiker behauptet, zwei mal zwei wäre fünf, ist es natürlich die Aufgabe von Journalist*innen, es besser zu wissen und klarzustellen, dass das nicht stimmt. Und zu hinterfragen, warum das gesagt wurde und welche Interessen dahinter stecken könnten“, sagt Wolf selbst. Für seine „aufrechte und transparente Haltung“ zeichne man ihn nun aus.

Wolf ist weit über die Landesgrenzen Österreichs hinaus bekannt. Im deutschsprachigen Raum sowieso – und jetzt wahrscheinlich auch im Rest von Europa.

Post startet Kampagne gegen „Keine Werbung“-Aufkleber

Der „Keine Werbung“-Aufkleber am Briefkasten ist der Österreichischen Post ein Dorn im Auge. Denn mit Reklame verdient sie viel Geld. Nun hat das Unternehmen in Wien eine Kampagne gestartet, die für Diskussionen sorgt.

Nun kleben Zusteller in zwei Bezirken Wiens an Briefkästen mit einem „Werbeverzichter“-Sticker einen kleinen Zettel. Dieser weist auf die Vorzüge der Reklame hin. Zudem können Empfänger online gratis einen „Verzichtervernichter“ bestellen. Dabei handelt es sich um einen Schaber, mit dem der Anti-Werbe-Aufkleber vom Briefkasten entfernt werden kann.

Dadurch sollen, so die Hoffnung, Empfänger zurückgewonnen werden. Bei der Österreichischen Post ist man überzeugt, dass sich Meinungen ändern können. Zudem würden viele unfreiwillig vom Empfang der Werbung ausgeschlossen – etwa, weil der Vormieter einen entsprechenden Aufkleber angebracht und beim Auszug nicht entfernt habe, heißt es bei dem Unternehmen. Die Aktionen der Post in der Alpenrepublik kommen bei einigen Verbrauchern nicht gut an. Auf Facebook beschweren sich Nutzer über „unnötige Belästigung“ und darüber, dass die Post zu „mehr Papiermüll im Postkasten“ beitrage.

In Deutschland will man hingegen nicht gegen die „Keine Werbung“-Sticker vorgehen: „Eine solche Kampagne wird es hierzulande nicht geben“, erklärte die Deutschen Post. Jeder müsse selbst entscheiden, ob er Werbung erhalten wolle – oder eben nicht. Diese Entscheidung respektiere das Unternehmen.

Dabei liegt das Ziel der Kampagne auf der Hand. Denn mit Werbesendungen verdienen die Zustellerbetriebe sehr viel Geld. Bei der Deutschen Post macht die Verbreitung von Reklame, darunter das wöchentliche Magazin „Einkauf aktuell“ mit seinen Beilagen, rund 22 Prozent des Umsatzes aus, den die Post mit Briefsendungen macht. Insgesamt geht es dabei um mehr als 2,2 Milliarden Euro. Auf den Gesamtumsatz gerechnet, sind das immerhin 3,58 Prozent. Die Österreichische Post verdient jedes Jahr 382,6 Millionen Euro mit Werbung, allein ein Drittel davon mit unadressiertem Werbematerial.

D: Huawei soll offenbar Komponenten für 5G-Netz liefern dürfen

Der chinesische Telekommunikationskonzern Huawei darf Komponenten zum Aufbau des deutschen 5G-Netzes liefern. Die Regierung werde Huawei nicht vom Netzaufbau ausschließen.

Bereits im Februar hatten sich Regierungsvertreter auf eine Änderung des Telekommunikationsgesetzes geeinigt, in der es keine Klausel mehr gab, die Huawei den Marktzugang versperren würde. So soll der Beschluss in den kommenden Tagen veröffentlicht und anschließend mit Unternehmen und Verbänden beraten werden.

Der Zeitung zufolge soll vor allem eine Intervention des Kanzleramts eine schärfere Fassung der Anforderungen verhindert haben. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) fürchte ein Zerwürfnis mit China, hieß es demnach in Regierungskreisen.

Huawei ist einer der weltweit führenden Netzwerkausrüster und ein Vorreiter beim neuen Mobilfunkstandard 5G. Insbesondere die USA werfen dem Konzern aber eine zu große Nähe zur chinesischen Regierung vor und warnen vor der Gefahr von Spionage und Sabotage. Huawei weist dies zurück.

Influencer Marketing, ein Milliardenmarkt

Die Umsätze steigen und unter Jüngeren gilt Influencer Marketing als gesetzt. Doch die Branche hat auch ein paar Probleme: Darunter Fraud und der Ärger um die Werbekennzeichnung.

In diesen Tagen feiert die Handelskette Footlocker ihren 45. Geburtstag. Nicht gerade das allerrundeste Jubiläum, aber für das Unternehmen Grund genug, die Werbemaschine anzuwerfen. Geld wird dabei vor allem in Influencer Marketing investiert: Europaweit halten Influencer unter dem Hashtag #NameYourFive ihre Lieblings-Sneaker in die Kamera und posten die Bilder auf Instagram.

Werbekampagnen, so scheint es, müssen Influencer miteinbeziehen, vor allem wenn sie sich an jüngere Menschen richten. 16- bis 19-Jährige geben an, schon mal ein Produkt gekauft zu haben, wenn ein Influencer es zuvor ins rechte Licht gerückt hat. Zu ganz ähnlichen Ergebnissen kommt eine soeben veröffentlichte Studie der Postbank. Darin gab jeder zweite Jugendliche an, in den letzten sechs Monaten aufgrund von Influencer-Werbung zum Kauf eines Produkts animiert worden zu sein.

„Der Bummel durch Ladengeschäfte ist weniger relevant. Die Jugendlichen in Deutschland lassen sich bei YouTube, Instagram und Co. inspirieren und kaufen dann auch gleich online“, so die Erklärung von Thomas Brosch, Chief Digital Officer der Postbank.

Diese hohe Nachfrage spiegelt sich in den Umsatzzahlen wider. Nach einer Schätzung der Beratungsfirma Goldmedia kratzt die Branche gerade an der Milliarden-Marke: Im kommenden Jahr sollen im deutschsprachigen Raum rund 990 Millionen Euro ins Influencer Marketing fließen. Das ist nicht nur gegenüber 2017 (560 Millionen Euro) ein eindrucksvoll gestiegener Wert, sondern auch ­gegenüber den rund 3,5 Milliarden, die in Display-Werbung fließen, ein echtes Pfund. Influencer Marketing mit seiner ganzen Bandbreite an Möglichkeiten sei im „Relevant Set“ der Marketing-Entscheider angekommen“, sagt Stefan Schumacher, Managing Director von Territory Influence.

Vor kurzem hatte die Agentur Territory in Berlin die Influencer-Marketing-Konferenz Inreach veranstaltet. Dabei bot die noch recht junge Disziplin einen inte­ressanten Einblick in ihr Seelenleben, das – passend zur jugendlichen Zielgruppe – zwischen Euphorie und Trübsal schwankt. Zum Kummerkasten gehört die nach wie vor nicht in allen Belangen geklärte Rechtsfrage, wann welcher Post von Instagrammern als Werbung gilt. Es lässt sich zwar grundsätzlich sagen, dass jeder Post, für den ein Influencer eine Gegenleistung erhält, als Werbung gekennzeichnet werden muss. Doch gibt es Ausnahmen, wie Christina Kiel-Otto, Anwältin und Mitglied der Geschäftsführung der Wettbewerbszentrale, schilderte. So können auch Postings ohne Gegenleistung als Werbung interpretiert werden, wenn sie andere Unternehmen damit fördern oder wenn man sich selbst damit profilieren will.

Die Wettbewerbszentrale hat deshalb ­einen „Leitfaden zur Kennzeichnung von Werbung auf Instagram“ herausgegeben. Er wurde erst kürzlich wieder auf den neuesten Stand gebracht und ist im Web abrufbar. Er stellt auch für Marketingmanager eine wichtige Lektüre dar, wenn sie mit Influencern zusammenarbeiten. Denn, so Christina Kiel-Otto: Wenn der Influencer falsch kennzeichnet, kann dafür auch das Unternehmen rechtlich belangt werden.

Zweite große Baustelle beim Influencer Marketing ist das Thema Fraud, das auch auf der Inreach-Konferenz öfters diskutiert wurde. Alex Frolov, CEO von Hype Auditor, sprach davon, dass im Schnitt zwei von fünf Likes auf Instagram Fake seien. Und dass bei mehr als der Hälfte der Influencer in Deutschland jeder zweite Kommentar nicht echt sei.

Mit diesen Zahlen zeichnet er ein düsteres Bild einer Branche, die eigentlich von ihrer Authentizität lebt, und wo damit auch eine Menge Geld versickert. Denn die Zahl der Follower und die Engagement Rate sind wichtige KPIs bei der Preisgestaltung einer Influencer-Marketing-Kampagne. „Wie immer und überall gilt auch hier: Augen auf bei der Partnerwahl“, sagt Stefan Schumacher. „Schwarze Schafe gibt es überall und wir empfehlen Unternehmen grundsätzlich, mit professionellen Anbietern zusammenzuarbeiten.“

Besonders krass ist das Fraud-Problem in China. Etwa ein Drittel des Engagements sei dort gefakt, erzählte Corinna Bremer, die derzeit in Berlin ihre Firma „China Tech Intelligence“ gründet. Allerdings offenbart der chinesische Markt auch einige interessante Entwicklungen. Zum einen sind dort Influencer für ­Online-Shops nahezu unverzichtbar – ­viele von ihnen gelten als Megastars, die mit ihren Tipps die Umsätze in der Mode- und Beauty-Branche signifikant beeinflussen können. Zum anderen geben immer mehr Influencer eigene Kollektionen heraus, werden damit selbst zur Marke.

Dieses Phänomen kennt man zwar auch aus Deutschland, aber nicht in diesem Ausmaß: Rund um chinesische Influencer ist inzwischen eine eigene Indus­trie entstanden, die sich um deren wirtschaftliche Entwicklung kümmert. Chinas größter Influencer-Inkubator, Ruhan, ist mittlerweile an der Börse gelistet. Medienberichten zufolge setzte eine von Ruhans Influencer-Marken während des Global Shopping Festivals von Alibaba knapp 25 Millionen US-Dollar um – an einem einzigen Tag.

Der deutschsprachige Markt könnte ­also noch einige Überraschungen erleben. „Die vielen verschiedenen Spielarten des Influencer Marketing entwickeln sich mit hoher Dynamik weiter“, sagt Schumacher. „Die Gattung gewinnt sukzessive an Relevanz.“ Dafür sprechen die steigenden Umsätze; der Beautybox-Versender Glossybox investiert beispielsweise mittlerweile 40 Prozent seines Marketingetats in Influencer Marketing. Daneben entdecken auch gesetztere Marken die Disziplin. Denn Studien zeigen, dass auch immer mehr Menschen aus der Zielgruppe der 30- bis 49-Jährigen auf die Botschaften von Influencern reagieren.

Wie verändert sich der Markt durch die Automatisierung?
Die Frage, die sich die Branche derzeit stellt: Wie verändert die Automatisierung den Markt? Eine automatisierte Ausspielung wird es auf absehbare Zeit nicht geben, Bieterverfahren sind dagegen schon denkbar. Auf der Inreach-Konferenz präsentierte Ramzi Rizk, CTO der Foto-App Eye Em, eine Imageanalyse-Datenbank, über die sozusagen für jede Aufgabe und jede Marke der geeignete Influencer automatisiert gefunden werden kann.

Und der Fotograf Cameron James Wilson erzählte einmal mehr, wie er das digitale Supermodel Shudu erschuf, das auf Instagram heute knapp 200.000 Follower hat. Zahlreiche Marken, darunter Calvin Klein oder Louis Vuitton, werben inzwischen mit Shudu, womit sich die Frage stellt: Sind virtuelle Influencer besser als echte? Cameron James Wilson will sich hier nicht festlegen. Seine Antwort: „Kommt auf die Marke an.“

Vice Media mit James Murdoch neuem Aktionär

Bei der Vice Media Group gibt es einen neuen besonderen Aktionär: James Murdoch, der jüngere Sohn des Medien-Moguls Rupert Murdoch und frühere CEO von 21st Century Fox, hat über seine Holding Lupa Systems ein Aktien-Paket an der Vice Media Group erworben.

Aus dem Verkauf von 21st Century Fox an den Disney-Konzern für 71 Milliarden Dollar hat James Murdoch rund zwei Milliarden Dollar für sein Aktien-Paket bekommen und damit im März 2019 die Holding Lupa Systems mit dem Ziel gegründet, ein Portfolio von Media-Companies aufzubauen.

Bis dato hat sich Lupa Systems bei einem Comic-Buch-Verlag sowie beim Tribeca Film Festival eingekauft.

Sparkurs der SWMH: Gewerkschaft befürchtet harte Einschnitte bei “Stuttgarter Zeitung” und “Stuttgarter Nachrichten”

Der Sparkurs der Südwestdeutsche Medienholding (SWMH), zu dem Regionalzeitungen wie die “Süddeutsche Zeitung” und Fachverlage gehören, sorgt in der Belegschaft für massive Unruhe. So plant der CEO Wegner – neben einem Wachstumsprogramm von 100 Millionen Euro – auch massive Personaleinschnitte. Die Rede war zuletzt von 150 Stellen.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Baden-Württemberg befürchtet vor allem bei den Regionalzeitungen tiefe Einschnitte: “Schon seit Jahren setzt die SWMH den Rotstift bei den Regionalzeitungen an. Nun soll der nächste Aderlass in den Redaktionen folgen. Die Belegschaft der ‘Stuttgarter Zeitung’ und der ‘Stuttgarter Nachrichten’ wird es voraussichtlich besonders hart treffen”, erklärt die stellvertretende Landesvorsitzende Gabriele Frenzer-Wolf. Dabei kritisiert die Gewerkschaftsvertreterin, dass die beste Digitalstrategie nichts nützt, “wenn nicht in die Redaktionen investiert wird, die diese Strategie jeden Tag umsetzen sollen.”

Appell an die Landesregierung

Der DGB ruft das SWMH-Management zudem auf, fair mit den Beschäftigten umzugehen. “In Zeiten von Hass und Hetze in den sozialen Medien ist es besonders wichtig, unabhängigen Qualitätsjournalismus zu erhalten und zu fördern. Fundierte Informationen und gründlich recherchierte Analysen sind das beste Gegenmittel gegen Fake News, interessengeleitete Informationen und als Journalismus getarnte PR”, so Frenzer-Wolf.

Zugleich appelliert der DGB an die Landesregierung, sich “für starke und vielfältige Medien im Südwesten einzusetzen”. Denn der Konzentrationsprozess sei inzwischen bedenklich weit fortgeschritten, heiß es.

Disney Channel meldet bestes Jahr seit Sendestart

Ein Blick zurück nach vorn – Disney Channel kann das bislang erfolgreichste Jahr seit Gründung verbuchen und bleibt seinem Motto „Focused on the Future“ treu: Dank starken Programminhalten und vielfältigen Werbemöglichkeiten ist der Münchner Sender optimal für die Fernsehsaison 2019/20 aufgestellt und kündigt weitere Top-Highlights an.

In der Daytime kommt der Münchner Sender im aufgelaufenen Jahr bei den 3- bis 13-Jährigen auf einen Marktanteil von 13 Prozent. Im Februar erzielte Disney Channel sogar nicht nur bei den 3- bis 13-Jährigen einen Rekord: Satte 14 Prozent Monatsmarktanteil konnte der Sender hier verbuchen. Auch mit einem Tagesmarktanteil von 24,8 Prozent liegt Disney Channel unangefochten an der Spitze. Zudem sind Bestwerte in der Kernzielgruppe der 6- bis 9-Jährigen zu vermelden.

In der Primetime wurde bisher bei den 14- bis 49-Jährigen in 2019 ein durchschnittlicher Marktanteil von 1,2 Prozent erzielt. Ebenso konnte bei den 14-bis 49-jährigen Haushaltführenden im aufgelaufenen Kalenderjahr in der Primetime ein starkes Ergebnis von durchschnittlich 1,4 Prozent Marktanteil verbucht werden.

Im Gesamtranking der werberelevanten Sender misst sich Disney Channel dabei in dieser Zielgruppe auf Platz 9 mit den großen Sendern und lässt damit seit langem etablierte Konkurrenz hinter sich.

985.000 sahen Sieg von Österreichs Fußballern im ORF

Die Übertragung der ersten Halbzeit ab 20.45 Uhr verfolgten 905.000 Zuschauer bei einem Marktanteil von 26 Prozent. Das entscheidende Tor von Stefan Posch fiel bereits in der 21. Minute.

Die zweite Halbzeit ab 21.47 Uhr brachte es dann auf 985.000 Zuseher und einen Marktanteil von 33 Prozent. Der Nachlauf um 22.37 Uhr erreichte mit 887.000 Zuschauern einen Marktanteil von 34 Prozent, die Analyse um 22.44 Uhr mit 552.000 Zusehern einen Marktanteil von 26. Prozent.

SIM-Karten in 29 Ländern anfällig für SMS-Angriff

Mit einer präparierten SMS können SIM-Karten angegriffen und so Informationen aus dem Mobiltelefon ausgelesen, Anrufe eingeleitet oder SMS versendet werden. Der Simjacker genannte Angriff wurde von der Sicherheitsfirma Adaptive Mobile entdeckt. Simjacker soll in 29 Ländern funktionieren, welche die Sicherheitsfirma nun namentlich veröffentlichte. Ursprünglich hatte Adaptive Mobile von 30 betroffenen Ländern mit insgesamt über einer Milliarde Einwohnern gesprochen. Für den Angriff muss die Software S@T Browser auf der SIM-Karte vorhanden sein.

In Europa sind den Angaben zufolge SIM-Karten in Italien, Bulgarien und Zypern von der Sicherheitslücke betroffen. So erklärten mehrere Anbieter aus Deutschland, Österreich und der Schweiz die Software S@T Browser nicht einzusetzen. Betroffen sind vor allem Länder in Mittelamerika (Mexiko, Guatemala, Belize, Dominikanische Republik, El Salvador, Honduras, Panama, Nicaragua, Costa Rica) und Südamerika (Brasilien, Peru, Kolumbien, Ecuador, Chile, Argentinien, Uruguay, Paraguay). Auch in Afrika (Elfenbeinküste, Ghana, Benin, Nigeria, Kamerun) und in Ländern wie Saudi-Arabien, Irak, Libanon sowie den Palästinensergebieten kommt der S@T Browser zum Einsatz.

Der Angriff funktioniert zum Teil ohne Nutzerinteraktion. Beispielsweise lässt sich der Standort eines Mobiltelefons abfragen, ohne dass der Besitzer davon etwas bemerkt. Eine Überwachungsfirma, die im Auftrag von Staaten arbeite, habe Simjacker bereits aktiv eingesetzt, erklärte Adaptiv Mobile. Damit seien Personen in Mexiko, Kolumbien und Peru getrackt worden, weitere Angriffsmöglichkeiten habe die Überwachungsfirma nicht genutzt. „Wir haben das Unternehmen, das nach unseren Erkenntnissen verantwortlich ist, nicht genannt, da wir hierfür zusätzliche Beweise veröffentlichen müssten“, schreibt Adaptive Mobile. Die Informationen und Methoden seien jedoch so spezifisch, dass sie dem Unternehmen die Fähigkeit nehmen würden, ihre Klienten zu schützen. Otto Normalverbraucher sollten sich jedoch keine Sorgen machen, die Angriffe zielten ausschließlich auf Personen, an denen staatliche Akteure Interesse hätten, erklärt die Sicherheitsfirma.

Google spendete hohe Summen an Klimawandelleugner

Google hat „substantielle“ Spenden an mehrere Organisationen vergeben, die für ihre Leugnung des Klimawandels bekannt sind. Zu den hunderten Gruppierungen, denen Google nach eigenen Angaben bei seiner politischen Lobbyarbeit Geld transferiert hat, haben mehr als ein Dutzend sich in der Vergangenheit gegen politische Ambitionen zum Klimaschutz eingesetzt, infrage gestellt, ob ein Handeln notwendig ist und verlangt, dass von dem ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama eingeführte Maßnahmen wieder zurückgenommen werden.

Eine davon ist etwa das „Competitive Enterprise Institute“ (CEI), eine konservative Organisation, die eine maßgebliche Rolle dabei gespielt hat, die Trump-Regierung davon zu überzeugen, das Klimaübereinkommen von Paris zurückzunehmen. Auch kritisierte die Gruppierung immer wieder, wenn Gesetze zum Klimaschutz nicht entschärft wurden. Google selbst gab öffentlich an, über die Entscheidung zum Klimaschutzabkommen enttäuscht zu sein.

Eine weitere Organisation, dem Google finanzielle Hilfe leistete, ist das State Policy Network (SPN), welches in der Vergangenheit etwa das Heartland Institute unterstützte, das sich wiederum gegen Wissenschaft ausspricht und etwa die Klimaaktivistin Greta Thunberg als „Klimahysterikerin“ bezeichnet hat.

Libra Association will einen Verwaltungsrat wählen

Das Projekt für die „Facebook“-Digitalwährung Libra schreitet trotz dem heftigen internationalen Gegenwind voran. Die Libra Association wird sich in Genf treffen und einen Verwaltungsrat für die Vereinigung wählen. Zudem sollen die Mitglieder einer Charta zustimmen, welche die Grundsätze des Projekts festlegt.

Die Grundidee und auch der Zeitplan für das Projekt einer Digitalwährung seien weiterhin unverändert, erklärte eine Libra-Sprecherin am Freitag gegenüber der Nachrichtenagentur AWP. So werde der Start der Digitalwährung nach wie vor gegen Ende des ersten Halbjahres 2020 angestrebt, zudem solle die Libra Association bis zu diesem Datum auf rund 100 Mitglieder aufgestockt werden.

Bei Ankündigung des Libra-Projekts Mitte Juni umfasste dieses 28 Gründungsmitglieder. Neben der Initiatorin Facebook waren dies auch Internet- und Finanzkonzerne wie Spotify, Uber, Mastercard, Visa oder Paypal.

In der Folge der andauernden und heftigen Kritik von Politikern und Regulatoren ist es allerdings in der Allianz zu Rissen gekommen. Vergangenes Wochenende hatte Paypal den Austritt aus dem Libra-Projekt bekanntgegeben, ohne näher auf seine Bewegggründe einzugehen. Laut US-Medien zeigen sich auch die Kreditkartenunternehmen Visa und Mastercard über den politischen Widerstand besorgt.

Apple will nun auch in die Film- und Serienproduktion einsteigen

Apple steigt nun auch selbst in die Filmproduktion ein und möchte dafür ein eigenes Studio gründen. So hat sich das US-Unternehmen die Dienste von Zack Van Amburg und Jamie Erlicht gesichert. Beiden haben früher das TV-Studio von Sony geleitet. Beide, so heißt es in dem Bericht, sollen in dem bislang namenlosen Studio zunächst eine Fortführung der TV-Serien “Band of Brothers” und “The Pacific” produzieren.

Chefredakteur Steffen Haug verlässt „Spiegel TV“

Nach dem Umbau der Führungsebene bei „Spiegel TV“ gehen die Fernseh-Produktionsfirma und Chefredakteur Steffen Haug getrennte Wege. Das Vertragsverhältnis werde zum 29. Februar 2020 beendet, teilte die „Spiegel“-Gruppe am 11. Oktober in Hamburg mit.

Darauf einigten sich demnach der 52 Jahre alte Journalist und „Spiegel TV“ einvernehmlich. Haug war seit Mai 2014 dort alleiniger Chefredakteur.

Im Januar hatte die „Spiegel“-Gruppe mitgeteilt, dass sich die TV-Produktionsfirma neu aufstellt (InfoDigital berichtete). Seit Anfang 2019 werden die verschiedenen Redaktionen von mehreren Produzenten geleitet – die Position des Chefredakteurs entfiel zugleich.

Holtzbrinck-Verlage bieten Book2look-Leseproben an

Den Buchkäufern mehr Orientierung geben, lautet eine der Antworten auf den beklagten Kundenschwund der „Quo-Vadis“-Studie des Börsenvereins. Online sind Leseproben dazu ein naheliegendes Mittel. Die Holtzbrinck-Buchverlage setzen jetzt standardmäßig auf die „Biblets“ von Book2look. Sichtbar ist das bereits bei den Droemer Knaur-Titeln mit 20 bis 30 Seiten umfassenden Leseproben. Die anderen Verlage der Gruppe, Argon, Fischer Verlage, Groh, Kiepenheuer & Witsch und Rowohlt werden laut Ralph Möllers, Geschäftsführer und Mitgründer der Book2look International in Kürze folgen.

Die „Biblets“ genannten Book2look-Widgets haben laut Möllers bislang weltweit schon über 120 Mio Views und Kundenkontakte erzielt, davon über 20 Mio im Jahr 2019. Book2look ist nach eigenen Angaben die international erfolgreichste Plattform für Online-Leseproben.

In Deutschland, Österreich und der Schweiz wird Book2look durch Harenberg Kommunikation vertrieben.

Ruanda baut das unwahrscheinlichste Smartphone des Jahres

Auf der Rückseite des Telefons ist ein Löwe abgebildet, die Oberfläche des Gerätes aus „Gorilla-Glas“ soll so stark sein wie die Primaten. „Tierisch gut“ hätte also auch nahegelegen als Slogan für das neue Mara Phone, das aber mit „Made in Africa“ für sich wirbt. Es ist das erste Mobiltelefon, das auf dem Kontinent hergestellt wird, in einer neuen Fabrik in Ruanda. In weißen Hallen bauen Mitarbeiter in weißen Overalls die Geräte zusammen, bis zu 10 000 am Tag, die alles haben, womit Handys heutzutage so ausgestattet sind: zwei Kameras, Gesichtserkennung und das neueste Google-Betriebssystem. Erstaunlicher als der günstige Preis von unter 200 Dollar ist aber die Herkunft – „Made in Africa“ steht für viele eher als Ursprungsort von Krankheiten, Krisen und Korruption. Und nicht für Erfolgsgeschichten.

„Die neue Fabrik reiht sich in eine steigende Zahl von Hightech-Produkten ein, die in unserem Land produziert werden“, sagte Paul Kagame bei der Eröffnung der Handy-Fabrik in dieser Woche. Ruandas Präsident hat mittlerweile einige Übung darin, Grußworte zu verfassen und rote Bänder durchzuschneiden, sein Land gehört seit vielen Jahren zu den am schnellsten wachsenden der Welt, im zweiten Quartal 2019 betrug das Wachstum 12,2 Prozent. In den Industriegebieten der Hauptstadt Kigali lässt mittlerweile auch Volkswagen Autos zusammenbauen, Textilfabriken fertigen Kleidung für die internationalen Ketten, kürzlich wurde ein neues Elektromotorrad vorgestellt.

Es ist eine Entwicklung, die vor 25 Jahren noch undenkbar gewesen wäre, damals endete einer der schlimmsten Völkermorde der Geschichte mit etwa 800 000 Toten. Bis heute leidet die ganze Region unter dem Gräuel, weil viele der Täter in die Nachbarstaaten flüchteten. Der Osten des Kongo ist bis heute eine Bürgerkriegszone, der Nachbar Burundi eine Diktatur, nur Ruanda hat einen anderen Weg eingeschlagen, zumindest was die wirtschaftliche Entwicklung angeht.

Präsident Kagame lässt kaum Opposition zu, immer wieder werden seine Gegner verschleppt. Ökonomisch verfolgt seine Regierung einen Plan, der dem chinesischen Modell ähnelt, in dem die Bürger mehr oder weniger freiwillig ihre Freiheit aufgeben, gegen das Versprechen ihrer Führung, sie aus der Armut zu holen.

In Ruanda hat sich in den vergangenen 20 Jahren die Kindersterblichkeit halbiert, das Bruttosozialprodukt ist seit dem Ende des Völkermordes um etwa 700 Prozent auf 800 Dollar pro Person und Jahr gestiegen. Selbst wenn es Indizien gibt, dass die Regierung manche Zahlen aufhübscht, sind die Erfolge erstaunlich. In der Hauptstadt Kigali wurde kürzlich eine riesige Sporthalle für 10 000 Zuschauer eingeweiht. Die nationale Fluglinie eröffnet immer neue Routen. Ausländische Investoren können innerhalb von 48 Stunden eine Firma eröffnen – die Genehmigungen werden online beantragt, das Land hat so viele Dienstleistungen digitalisiert wie nur wenige andere. Durch die neuen Handys sollen nun mehr Ruander Zugang zum Internet bekommen. Die Geräte werden innerhalb einer Woche aber auch weltweit geliefert, verspricht der Hersteller.

Bastian Schweinsteiger wird ARD-Fußball-Experte

Bastian Schweinsteiger hat seine aktive Karriere gerade erst beendet, da hat er auch schon einen neuen Vertrag an Land gezogen: Der Fußball-Weltmeister von 2014 wird neuer Fußball-Experte bei der ARD. Der 35-Jährige wird zunächst von 2020 bis 2022 die Live-Übertragungen im Ersten begleiten.

Schweinsteiger ersetzt bei der ARD Christoph Metzelder. Die Zusammenarbeit mit dem erst im Sommer verpflichteten ehemaligen Fußball-Profi ruht derzeit. Gegen Metzelder wird wegen des Verdachts der Verbreitung von Kinderpornographie ermittelt.

Versandapotheken auf Erfolgskurs

Der Online-Medikamentenhändler Shop Apotheke hat in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres von gestiegenen Bestellungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz profitiert. Auch im internationalen Geschäft lief es rund. Im Berichtszeitraum bis Ende September konnte ShopTop 100 Onlineshops 2019 Apotheke demnach den Umsatz um 31 Prozent auf 509 Millionen Euro steigern, wie das SDax-Unternehmen am Freitag im niederländischen Venlo bei der Vorlage vorläufiger Zahlen mitteilte.

Für das laufende vierte Quartal erwartet der Online-Medikamentenhändler eine weitere Umsatzsteigerung und bestätigte seine Prognose für das Jahr 2019. Shop Apotheke erwartet weiterhin eine Erhöhung der Erlöse um 30 Prozent auf rund 700 Millionen Euro. Endgültige Zahlen will der Konzern am 14. November veröffentlichen.

Dynamisches Geschäftsfeld im E-Commerce

Grundsätzlich zählt die Apothekenbranche derzeit zu den dynamischsten Geschäftsfeldern im E-Commerce. Vorangetrieben wird diese Entwicklung von den zwei großen, europaweit aufgestellten Gruppen: Die Schweizer Zur Rose Group steigerte ihren Umsatz 2018 um 22,8 Prozent auf 1,2 Milliarden Schweizer Franken (rund eine Milliarde Euro) und behauptete damit ihre Rolle als Marktführer. Mit einem im letzten Jahr erzielten Wachstum von 90 Prozent und einem Umsatz von 540 Millionen Euro sowie der erfreulichen Prognose für das Jahr 2019 ist ihr aber die Shop Apotheke dicht auf den Fersen.

Seit 2004 haben etwa 3.000 Apotheken in Deutschland einen Online-Ableger ­gegründet. Laut Bundesverband Deutscher Versandapotheken (BVDVA) ­betreiben 150 von ihnen einen „ernst zu nehmenden Versand“, der mehrere Millionen Euro Umsatz pro Jahr bringt.

Erste Ausgabe von »SPIEGEL Bestseller« im Handel

Im Frühjahr hatte das Hamburger Nachrichtenmagazin angekündigt, dass „SPIEGEL Bestseller“ die Beilage „LiteraturSPIEGEL“ ersetzen wird. Der Titel behandelt die Themen Bücher, Film, Musik und ein wechselndes Spezialthema und ist damit thematisch breiter angelegt, vielfältiger in seinen journalistischen Angeboten und bietet ein umfangreicheres Service-Angebot als der „LiteraturSPIEGEL“:

  • Im Mittelpunkt steht die SPIEGEL-Bestseller-Liste als „unverzichtbare Institution des kulturellen Lebens in Deutschland“: Neben den Belletristik- und Sachbuch-Bestsellerlisten, die erstmalig 1961 im SPIEGEL veröffentlicht wurden, gibt es weitere zu den Verkäufen in den Sparten Taschenbuch, Paperback, Hörbuch, Kino, DVD und Ratgeber.
  • Für die Titelgeschichte der ersten Ausgabe hat SPIEGEL-Redakteur Takis Würger den Bestsellerautor Martin Suter in Zürich getroffen und mit ihm über das gute Leben und über seinen neuen Roman „Allmen und der Koi“ gesprochen.
  • Dazu gibt es ein Porträt der Londoner Schriftstellerin Jojo Moyes, die derzeit mit ihrem neuen Roman „Wie ein Leuchten in tiefer Nacht“ auf Platz eins der SPIEGEL-Bestsellerliste steht.
  • Außerdem: Ein Interview mit dem schwedischen Krimiautor Jo Nesbø („Messer“) und eine Kolumne der SPIEGEL-Autorin Anja Rützel: Sie schreibt unter dem Titel „Das seltsame Sachbuch“.
    In einem Fragebogen gibt Popsängerin Sarah Connor Auskunft zu den ganz großen und ein paar kleineren Ereignissen in ihrer Karriere.
  • In weiteren Geschichten geht es um den Schauspieler Joaquin Phoenix („Joker“) und den albanischen Koch Bledar Kola, neuer Liebling der internationalen Feinschmecker-Community.
  • Dazu Charts, Hörbuchtipps, Rezensionen neuer Filme und ein Blick in die Geschichte der Bestsellerliste.
  • „SPIEGEL Bestseller“ erscheint in einer Auflage von rund 600.000 Exemplaren und wird mit einem Umfang von 56 Seiten dem SPIEGEL beigelegt.
  • Zusätzlich werden gut 120 Buchhändler mit jeweils 200 Exemplaren zur freien Verteilung beliefert.

Nike schließt Oregon Project

Nike schließt sein umstrittenes Oregon Project in Portland (USA), wie das Sportartikelunternehmen bestätigte. „Wir haben beschlossen, das Oregon-Projekt zu beenden, damit sich die Athleten auf ihre Trainings- und Wettkampfbedürfnisse konzentrieren können“, heißt es in der Nike-Stellungnahme.

Projekt-Cheftrainer Alberto Salazar war in der vergangenen Woche wegen Verstößen gegen die Anti-Doping-Regeln für vier Jahre gesperrt worden. Die Vorwürfe beziehen sich auf die Zeit von 2010 bis 2014. Salazar war nach langjährigen Ermittlungen der amerikanischen Anti-Doping-Agentur USADA aus dem Verkehr gezogen worden, ebenso wie der Arzt Jeffrey Brown. Der gebürtige Kubaner und frühere Marathon-Spitzenläufer Salazar hat dagegen Einspruch erhoben. Die Leverkusenerin Konstanze Klosterhalfen, die zuletzt bei der Leichtathletik-WM in Doha Bronze über 5000 Meter gewann, betonte stets, dass Pete Julian ihr Coach in Oregon sei.

Laut Nike habe die Untersuchungskommission nicht festgestellt, dass bei NOP-Athleten „jemals leistungssteigernde Mittel eingesetzt“ worden seien. Die Gesamtsituation sei für die Läufer aber zu einer „unfairen Belastung“ geworden. „Wir werden all unseren Athleten bei diesem Übergang helfen, wenn sie die für sie geeigneten Trainingsbedingungen auswählen. Wir werden Alberto in seiner Berufung weiterhin unterstützen.“

Klosterhalfen ging im Herbst 2018 in die USA. Noch in Katar hatte die Rheinländerin angekündigt, weiter beim NOP trainieren zu wollen: „Das bleibt das beste Team der Welt. Ich weiß für mich und alle, die drumherum sind und Einblicke haben, was da passiert und was nicht passiert“, sagte sie. „Doping ist da nie ein Thema.“ Der Deutsche Leichtathletik-Verband, der einen langjährigen Ausrüstervertrag mit Nike hat, kündigte zum Ende der WM an, beratend auf Klosterhalfen und ihr Management einwirken zu wollen.

App soll Patientendaten an Dritte verschickt haben

Wenn es um Gesundheitsdaten von Patienten geht, gelten strenge Datenschutzregeln in Europa. Doch Berichten zufolge soll die Gesundheits-App Ada sensible Daten an Facebook und Analysefirmen in den USA übermittelt haben.

So soll die Anwendung des Berliner Start-ups Ada Health auf Android-Smartphones unter anderem den Nutzernamen und die Krankenkasse an Facebook überträgen. Die App gebe an Facebook außerdem Informationen darüber weiter, ob man rauche, erhöhten Blutdruck habe oder Diabetes. Das haben sowohl „Heise online“ als auch Kuketz durch Analysen des Datenverkehrs nachgewiesen.

Die App soll Nutzern helfen, Krankheitssymptome zu deuten. Ein Bot befragt die Patienten nach Beschwerden wie Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit und Fieber. Aus den Antworten ermittelt eine Software, welche Erkrankung vorliegen könnte und ob der Patient zu einem Arzt gehen sollte. Die App ist im Google-Play-Store bereits mehr als fünf Millionen Mal heruntergeladen worden.

Kuketz, der bereits im vergangenen Jahr in der Gesundheits-App Vivy Datenschutzmängel entdeckt hatte, schreibt: „Im Grunde genügt ein Blick in die Datenschutzerklärung, um um die App einen großen Bogen zu machen.“ An Facebook würden bereits Daten gesendet, bevor der Nutzer überhaupt die Chance hat, die Allgemeinen Geschäftsbedingungen zu lesen. Außerdem seien zwei weitere Tracker während der Chat-Befragung durch eine frühere Ada-Version aktiv gewesen.

Neben Facebook würden so auch Informationen an die Analysefirmen Amplitude und Adjust geschickt. An Amplitude würden demnach die sensibelsten Details übertragen: die Symptome. Der Sicherheitsexperte entdeckte in den versendeten Daten seine Testeingabe „Inkontinenz“, die er der App anvertraut hatte. Erst in der Ada-Version 2.49.1., die nach der Konfrontation der Entwickler durch „Heise“ veröffentlicht wurde, war keine Datenübertragung an Amplitude mehr zu sehen.

Die Ada-Entwickler wehren sich vehement gegen die Vorwürfe. „Dritte haben ohne die ausdrückliche Zustimmung der Nutzer keinen Zugang zu persönlichen Gesundheitsinformationen“, teilte ein Sprecher am Freitag auf Anfrage des SPIEGEL mit. „Facebook oder Amplitude erfahren folglich nicht, ob ein User beispielsweise angibt, Bluthochdruck zu haben oder wo er versichert ist.“

Man werde eine „sofortige und formelle Richtigstellung verlangen und weitere rechtliche Schritte in Erwägung ziehen“. Man erfülle alle Anforderungen der Datenschutzgrundverordnung und sei ein Medizinprodukt mit CE-Prüfsiegel der Klasse eins. Neben hausinternen Kontrollen habe auch das Landesamt für Gesundheit und Soziales Berlin die App geprüft und dabei „keine Verstöße gegen Qualitätsstandards und geltendes Recht festgestellt“.

„Heise“ kritisiert an der App unter anderem, dass die sogenannte Android-Advertising-ID mitgeschickt werde. Damit sei es möglich, Nutzer zu identifizieren. Der Grund: Die Werbe-ID könne zwar geändert werden, was aber wenige Nutzer machten. Damit sei es möglich, die wahre Identität der Patienten anhand zusätzlicher Daten wie Geburtstag, Wohnort und Hobbys zu ermitteln.

Seit rund einem Jahr unterstützt die Techniker Krankenkasse (TK) die App und empfiehlt ihren Kunden den virtuellen Symptomcheck. Auf eine Anfrage des SPIEGEL teilte eine Sprecherin mit: „Es werden zu keiner Zeit Daten zwischen Ada und der TK ausgetauscht.“ Basis für die Zusammenarbeit sei die verbindliche Einhaltung der Datenschutzrichtlinie und die vertraglich gesicherte Zusage, dass „keine personenbezogenen Daten an Dritte weitergegeben werden“.

Ein Spezialist habe diese Aussage überprüft. Den Vorwürfen werde man so schnell wie möglich nachgehen. „Wir haben bereits von der Ada Health GmbH eine vollständige Offenlegung der Datenstrukturen angefordert“, schreibt die Sprecherin in einer E-Mail. „Bestätigen sich die Vorwürfe, werden wir die Kooperation mit Ada sofort beenden.“

SAP: Der erste Dax-Konzern mit einer Frau an der Spitze

Der Softwareriese SAP wird künftig von einem Duo geführt und bekommt als erster Dax-Konzern überhaupt eine Vorstandschefin. Die US-Amerikanerin Jennifer Morgan lenkt die Geschicke ab sofort gemeinsam mit Christian Klein. Die beiden Vorstandsmitglieder folgen auf Bill McDermott, der überraschend seinen Rückzug bekanntgab. Der 58-Jährige hatte Europas größten Softwarekonzern seit 2010 geführt, zunächst ebenfalls als Teil einer Doppelspitze, seit 2014 dann allein.

„Jennifer Morgan und Christian Klein ergänzen sich perfekt und werden starke Co-CEOs sein“, sagte Aufsichtsratschef Hasso Plattner zu der Neubesetzung der SAP-Führungsspitze. „Dieses Führungsmodell hat sich bei SAP bereits bewährt, dies belegen mehrere Beispiele in der Vergangenheit.“

Die Initiative Frauen in die Aufsichtsräte (FidAR), die sich für einen wachsenden Anteil von Frauen in Führungspositionen einsetzt, lobte die Ernennung Morgans als „Signal an alle Unternehmen: Es geht!“ SAP sei „ein Paradebeispiel für einen großen Konzern, der systematisch Frauen in die Führungsspitze geholt und so das Potenzial von Frauen entwickelt“ habe, betonte FidAR-Präsidentin Monika Schulz-Strelow.

Morgan ist 48 Jahre alt und kommt wie ihr Vorgänger McDermott aus den USA, wo sie bisher auch lebt und hauptsächlich arbeitet. Sie ist seit 2004 bei SAP und seit 2017 im Vorstand, verantwortlich war sie zuletzt für die Cloud-Geschäftsbereiche.

Dermott hatte den wertvollsten deutschen börsennotierten Konzern, der zuletzt weltweit knapp 100.000 Menschen beschäftigte, in den vergangenen Jahren stark umgebaut – vom klassischen Geschäft mit Softwarelizenzen hin zum Cloud-Geschäft, bei dem Anwendungen mit einer Art Abonnement über das Internet genutzt werden. Für die Konzerne hat dieses Modell den Vorteil, dass das Geschäft damit gleichmäßiger läuft und die Umsätze besser planbar sind. „Von dieser Weichenstellung wird das Wachstum von SAP noch viele Jahre profitieren“, sagte Plattner.

McDermott gilt als begnadeter Verkäufer, bekannt dafür, selbst die drögesten Zahlen mit maximaler Begeisterung zu verkünden und nicht mit Superlativen zu sparen. Für das Wachstum in der Cloud steckte SAP in seiner Zeit viele Milliarden in teure Zukäufe.

Die neuen Chefs Morgan und Klein sind öffentlich bisher eher wenig in Erscheinung getreten. An McDermotts Seite tauchte in der Regel Finanzchef Luka Mucic auf. Klein hatte in einem Interview mit dpa im Juli mehr Mut und Tempo beim digitalen Wandel in Deutschland gefordert. Es werde viel diskutiert, aber zu wenig und vor allem zu langsam umgesetzt, hatte er kritisiert.

Amazon Music-App ab sofort auch für Apple TV – UHD inklusive

Nachdem die Konkurrenz von Spotify bereits auf der Apple TV-Box verfügbar ist, gibt es nun eine weitere Möglichkeit, Millionen von Songs über die Hardware der HD- und 4K Variante – also die 4. und 5. Generation Apple-TV – anzuhören:

Amazon gab jüngst bekannt, dass die Music App fortan für die aktuellsten zwei Versionen der TV-Box von Apple zum Download zur Verfügung stehen soll. Neben Deutschland ist dies auch die für die USA, Großbritannien, Australien, Neuseeland, Brasilien, Kanada, Frankreich, Italien, Spanien, Mexiko, Japan und Indien der Fall.

Des weiteren gibt es für Neukunden von Amazon Music derzeit die Möglichkeit, das neue UHD-Musik-Abonnement des Anbieters 90 Tage lang kostenlos zu testen. Die 50 Millionen abrufbaren Songs sollen in einer doppelt so hohe Bitrate verfügbar sein, wie die der Konkurrenz – so das Angebot von Amazon. Nach Ablauf der Probezeit kann das Musik-Paket „Unlimited HD“ für 12,99 Euro im Monat, 129 Euro pro Jahr oder 199 als Familien-Abo mit bis zu 6 parallelen Nutzungsmöglichkeiten gebucht werden. Die Familien-Option ist ebenfalls im Monats-Abo für 19,99 erhältlich.

Mjam-Übernahme: Website von foodora.at wird Ende Oktober abgedreht

Foodora ist nun offiziell Teil von Mjam. Das hat das Unternehmen nun gegenüber seiner Kunden bestätigt: User können demnach nur mehr bis 30.10. bei der Website von Foodora bestellen, danach folgt eine Weiterleitung. In Bezug auf datenschutzrechtliche Bestimmungen würden Kunden noch gesondert informiert werden – schließlich verwaltet künftig Mjam die Daten der Kunden.

Schon länger sind Fahrer des Lieferservices nicht mehr in Pink, sondern in Grün unterwegs. Die Webseitenumstellung wurde aber bewusst später druchgeführt, da man befürchtete, sonst den Umsatz von Restaurantkunden zu belasten.

Ebay und Mastercard steigen aus Facebooks Libra aus

Rückschlag für die Kryptowährung Libra des Internetkonzerns Facebook: Ebay und der Online-Bezahldienst Stripe steigen aus der für den Aufbau der weltweiten Digitalwährung gegründeten Libra Association aus.

„Wir respektieren die Vision der Libra Association sehr; dennoch hat Ebay beschlossen, als Gründungsmitglied nicht weiterzumachen.“ Einem Bericht des Sender CNBC zufolge zieht sich auch der Kreditkartenanbieter Mastercard zurück. Erst vor kurzem war Paypal aus dem Projekt ausgeschieden.

MIPCOM 2019: Keynotes im Zeichen des Streamings

„The Streaming Offensive“ – unter diesem Motto steht diesem Jahr die Konferenz, die begleitend zur Fernsehmesse MIPCOM stattfindet. Sprechen wird u.a. Bob Greenblatt von WarnerMedia, auch ProSiebenSat.1-Chef Max Conze hält eine Keynote.

Die traditionellen Medienkonzerne sind augenscheinlich erwacht und merken: Es gilt jetzt, Netflix etwas entgegenzusetzen, wenn man mit immer weiter zunehmendem Shift von traditioneller TV-Nutzung zum Streaming nicht irgendwann bedeutungslos werden will. In Deutschland werden TV Now und Joyn mit Hochdruck ausgebaut. Auch wenn Streaming ja längst keine Neuheit mehr ist, fasst das Konferenz-Motto „The Streaming Offensive“ die aktuelle Situation also gut zusammen.

Aufgegriffen wird das Motto in zahlreichen Veranstaltungen, für die man auch wieder namhafte internationale Medienmanager auf die Bühne holt. So steht am Dienstag um 17 Uhr beispielsweise Robert Greenblatt von WarnerMedia auf der Bühne. Er wird in diesem Jahr als Personality of the Year ausgezeichnet. Schon am Montag sprechen um 11:30 Uhr James Farrell und Georgia Brown, die für internationale bzw. europäische Originals von Amazon Studios verantwortlich zeichnen, im Anschluss steht Farhad Massoudi vom US-Streamer Tubi auf der Bühne. Ebenfalls vor internationalem Publikum präsentieren wird sich Max Conze, Chef von ProSiebenSat.1. Los geht’s hier am Montag um 16:15 Uhr.

Alle genannten Veranstaltungen finden im Grand Auditorium statt – und wer Max Conze gelauscht hat, dem ist zu empfehlen, am besten gleich sitzen zu bleiben. Um 17 Uhr kommt nämlich RuPaul Charles, Host und Produzent von „RuPauls Drag Race“. Er wird mit dem Variety Vanguard Award ausgezeichnet und ist immer für einen unterhaltsamen Auftritt gut. Spannend könnte auch sein, was Jed Mercurio, der mit „Bodyguard“ einen der größten Erfolge im linearen Fernsehen der letzten Jahre geliefert hat, zu sagen hat. Er ist am Mittwoch ab 11:45 Uhr im Grand Auditorium zu hören. Darren Star, der hinter Serien wie „Sex and the City“ und „Younger“ stand, spricht am Dienstag um 12 Uhr.

Azerion übernimmt HiMedia Deutschland

Azerion übernimmt HiMedia Deutschland. Mit der Übernahme des Digitalvermarkters will sich das niederländische Technologie- und Medienunternehmen besser auf dem hiesigen Markt positionieren.

HiMedia bringt 30 Millionen Unique Users pro Monat mit ein, sowohl auf dem Desktop als auch Mobile. Zu den Publisher-Kunden gehören WeTransfer, Rolling Stone oder Computer Base.

HiMedia Deutschland wiederum will seinen Kunden durch die Übernahme ein Gesamtpaket von Programmatic Advertising und Entertainment Content mit entsprechender Reichweite anbieten.

„HiMedia Deutschland passt perfekt zu Azerion und hat großes Wachstumspotenzial,“ erklärt Joost Merks, Head of Mergers & Acquisitions bei Azerion. „HiMedia ist bereits ein starker Player in Deutschland mit langjährigen Geschäftsbeziehungen und exzellentem Marktzugang. Ein Teil von Azerion zu sein wird es HiMedia Deutschland ermöglichen, die Monetarisiering für ihre Publisher-Kunden zu verbessern und die Reichweite für ihre Advertiser in ganz Europa enorm zu steigern.“

Azerion hatte durch seinen Minderheitsanteil am französischen Unternehmen AdUX, das wiederum 45 Prozent von HiMedia Deutschland besaß, schon vor der Akquisition einen Anteil an HiMedia Deutschland erworben. AdUX hat nun seinen Anteil komplett an die Azerion Holding veräußert und HiMedia Deutschland ist nun zu 100 Prozent eine Tochtergesellschaft von Azerion.

Mojto baut Skandinavien-Geschäft aus

Beta Film hat am Vorabend der MIPCOM in Cannes den Ausbau der Produtkions-Aktivitäten in Skandinavien angekündigt. So hat die Firma von Jan Mojto eine Mehrheit an der finnischen Produktionsfirma Fisher King übernommen. Gemeinsam mit Dramacorp – einem 2016 gegründeten Joint Venture mit dem schwedisch-französischen Produzenten Patrick Nebout – bildet Fisher King künftig die Beta Nordic Studios mit Sitz in Schweden. Dieses neue Unternehmen, das die skandinavischen Produktionsaktivitäten von Beta vereint, wird von Justus Riesenkampff (EVP Beta Film) und Martin Håkansson, ehemaliger Manager bei Lagadère Sports und der Nice Entertainment Group, geführt.

Beta Nordic Studios soll sich auf lokale Produktionen konzentrieren, die trotzdem ein internationales Publikum ansprechen können – und die dementsprechend von Betas Vertriebsnetzwerk profitieren können. Fisher King hat in den vergangenen Jahren schon unter Beweis gestellt, dass skandinavische Serien weltweit verkauft werden können – etwa mit der Serie „Nymphs“ oder der Nordic-Noir-Serie „Bordertown“, die es inzwischen auf drei Staffeln gebracht hat.

Blue Ocean baut Print-Portfolio weiter aus

Der Stuttgarter Kinderzeitschriften-Verlag Blue Ocean Entertainment bringt zwei neue Print-Magazine auf den Markt. Ab Januar 2020 gibt das Team um Chefredakteur Simon Peter das Lizentheft ‚Benjamin Blümchen‘ heraus. Das Heft wird derzeit noch von Egmont Ehapa in Berlin produziert. Das Monatsmagazin kommt mit einer Druckauflage von 90.000 Exemplaren in den Handel und kostet 3,99 Euro. Neben der regulären Ausgabe sind auch Sonderpublikationen geplant.

Darüber hinaus publiziert die Burda-Tochter ab April 2020 auch das Mädchen-Magazin ‚Mia and me‘. Die Heftproduktion übernimmt Blue Ocean vom Panini Verlag in Stuttgart. Zum Start erscheint der Fantasy-Titel in einer Auflage von 100.000 Exemplaren. Eine Veröffentlichung ist alle vier Wochen geplant.

So verändert KI den Fußball

Künstliche Intelligenz ist einer der großen Zukunftsthemen, über deren Potenzial und Einsatzmöglichkeiten nicht zuletzt in der Marketingbranche viel diskutiert wird. Aber auch im Sportbusiness finden KI und Machine Learning in immer mehr Bereichen Anwendung. Vor allem im Fußball gibt es wegweisende Beispiele.

Jiri Pavlenka gehört zu den zuverlässigsten Torhütern in der Fußball-Bundesliga. Der Tscheche vereitelte in der vergangenen Saison so viele Großchancen wie kein anderer Schlussmann der Liga. In der Spielzeit zuvor wehrte er über 73 Prozent der Schüsse ab, die auf sein Tor kamen. Auch dieser Wert wurde von keinem anderen Keeper überboten. Seit Pavlenka 2017 von Slavia Prag zu Werder Bremen wechselte, hat sich sein Marktwert vervierfacht und liegt aktuell bei 12 Millionen Euro

Für seine Vorderleute auf dem Feld ist Pavlenka der große Rückhalt und für seinen Verein ein echter Glücksfall. Bemerkenswert ist aber vor allem die Tatsache, dass die Bremer Verantwortlichen ohne den Einsatz einer künstlichen Intelligenz wohl nie einen Transfer des 27-Jährigen in Betracht gezogen hätten.

Daten spielen im Profifußball eine immer größere Rolle. Für die Analyse von Taktik, Stärken und Schwächen des Gegners sowie den Leistungen der eigenen Spieler haben heute alle Clubs eigene Experten im Trainerteam. Auch im Scouting wird auf den reichen Datenschatz zurückgegriffen, der heute über sämtliche Spieler in beinahe allen Profiligen der Welt gesammelt wird. Und wenn es an die komplexe Auswertung dieser Millionen von Daten geht, kommt immer häufiger künstliche Intelligenz ins Spiel.

Wertvolle Basis für tiefergehende Detailanalyse
Werder Bremen nutzt dazu die KI-Plattform des ortsansässigen Start-ups Just Add AI. Der „JAAI Scout“ ist ein intelligentes Scouting-Tool, das Daten aus unterschiedlichen Quellen aggregiert und relevante Erkenntnisse aus unstrukturierten Daten extrahiert. Um mehr als 100000 Scouting-Berichte automatisch analysieren und zusammenfassen zu können, ist das KI-System Watson von IBM in den „JAAI Scout“ integriert. Zudem kann das Tool „Watson Personality Insights“ Persönlichkeitsprofile von Spielern erstellen und in Verbindung mit „Watson Analytics for Social Media“ relevante Informationen über den jeweiligen Spieler aus sozialen Netzwerken, Foren und News-Seiten herausfiltern.

So liefert das Scouting-Tool den Anwendern eine wertvolle Basis für eine tiefergehende Detailanalyse zu den Stärken und Schwächen von Fußballprofis. Im Fall von Jiri Pavlenka hat dies dazu geführt, dass Werder Bremen auf dem Transfermarkt eine echte Verstärkung zum Schnäppchenpreis gefunden hat, von der der Club langfristig profitiert.

So liefert das Scouting-Tool den Anwendern eine wertvolle Basis für eine tiefergehende Detailanalyse zu den Stärken und Schwächen von Fußballprofis. Im Fall von Jiri Pavlenka hat dies dazu geführt, dass Werder Bremen auf dem Transfermarkt eine echte Verstärkung zum Schnäppchenpreis gefunden hat, von der der Club langfristig profitiert.

Sicher im Stadion dank Deep Learning
Mehr Sicherheit im Fußballstadion dank künstlicher Intelligenz: Zu diesem Zweck hat der FC Bayern München im Frühsommer eine Partnerschaft mit dem kanadischen Sicherheitsunternehmen Liberty Defense Holdings geschlossen. Das Versprechen: Ein Deep-Learning-Algorithmus mit dem Namen „Hexwave“ soll – wenn auch zunächst nur im Rahmen einer Beta-Testreihe – unerlaubte Objekte und gefährliche Gegenstände unter den Zuschauern in der Münchner Allianz Arena erkennen. Das System kann laut Hersteller sowohl metallische als auch nicht-metallische Gegenstände mit Gefahrenpotenzial identifizieren. „Hexwave“ liefert die Ergebnisse in Echtzeit. Der Clou: Die KI-Technologie kann sogar außerhalb des Sichtbereichs in Wänden, hinter Schildern oder Bildschirmen integriert werden. Mithilfe von 3D-Bildern kann das System Waffen auch unter Kleidung und in Taschen erkennen.

Dass ohne KI und Datentechnologien im Profifußball heute so gut wie nichts mehr geht, weiß man auch bei SAP. Der deutsche Software-Riese hat bereits vor einigen Jahren mit „SAP Sports One“ eine cloudbasierte Lösung entwickelt, die sowohl der Deutsche Fußball-Bund (DFB) für die Nationalmannschaft als auch mehrere Bundesligisten einsetzen. Die Software sammelt und bündelt Daten aus Millionen von Informationen mit dem Ziel, die Spielweise eines bestimmten Gegenspielers exakt zu analysieren und die Leistungen der eigenen Mannschaft und Spieler zu steigern. Die KI hilft dabei, Daten zu kategorisieren, sodass Trainer ihr Team gezielt anhand von Spielsequenzen vorbereiten können. Zudem kann die Lösung auch Maßnahmen zur Prävention von Verletzungen anbieten.

Zu den berühmtesten Anwendern von „SAP Sports One“ zählt der amtierende englische Meister Manchester City. Der Club des spanischen Erfolgstrainers Pep Guardiola nutzt die „SAP Challenger Insights“. Die App wird via Tablet genutzt und ermöglicht Trainern und Analysten den Zugriff auf Auswertungen zur Taktik, dem Spiel des Gegners sowie zu Aufstellung, Offensiv- und Defensivverhalten. Diese Daten und Analysen lassen sich in Echtzeit vor, während und nach einem Spiel nutzen. In den großen US-Sportarten American Football und Baseball gehören KI-Anwendungen im Talentscouting und der Match- und Gegneranalyse ebenfalls zum Alltag.

Die Beispiele von Just Add AI und SAP sind nur zwei von vielen, die die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von künstlicher Intelligenz im Sport (speziell im Fußball) unter Beweis stellen. „Das Thema KI hat im Sportbusiness, wie auch in allen anderen Branchen, das Potenzial, in den kommenden Jahren zum echten Game Changer zu werden“, sagt Hendrik Fischer, Geschäftsführer von Onezero X, einer auf KI im Sportbusiness spezialisierten Agentur in Wiesbaden. „Die exponentiell fortschreitende Technologisierung der Sportbusiness-Branche sowie die damit verbundenen Chancen und Herausforderungen sind und werden immer mehr spürbar – im Spitzen- wie im Breitensport.“ Allerdings werde der Spitzensport früher und intensiver von den Möglichkeiten künstlicher Intelligenz profitieren als der Breitensport.

Ein noch größeres Potenzial als den Anwendungsbereichen Scouting und Spielanalyse schreibt Fischer dem Sportbusiness selbst zu – also dem wirtschaftlichen Ökosystem rund um den Sport. „Die modernen Machine-Learning- und KI-Lösungen, die heutzutage bereits bei großen Konzernen entwickelt und implementiert werden, lassen sich auf viele Fragestellungen der Vereine im Sportbusiness übertragen“, so der Onezero-X-Chef. Insbesondere aufgrund der Tatsache, dass jeder Marktteilnehmer profitabel und effizient wirtschaften muss, bieten Machine Learning und KI massive und bis dato ungenutzte Potenziale, um signifikante Ertragssteigerungen zu erzielen.

Einsatzmöglichkeiten bestehen zum Beispiel im dynamischen Preismanagement, der Berechnung von No-Show-Raten bei Business Seats und den präzisen Prognosen von Umsatzerlösen durch Spielertransfers. „Der Grundstein für diese Anwendungen sind Daten“, so Fischer. „Und genau hier muss die Sportbusiness-Industrie noch stärker und systematischer vorgehen. Das heißt: Nicht nur Daten sammeln, sondern diese auch intelligent speichern und zugänglich machen.“

KI hilft, die Auslastung zu optimieren
Ein Beispiel für einen solchen Case liefert der FC Barcelona. Der spanische Vorzeigeclub optimiert mithilfe von Machine Learning die Stadionauslastung im Camp Nou. Dabei wird durch KI-Prognosemodelle die Anzahl verfügbarer Sitzplätze in Abhängigkeit von verschiedenen Einflussfaktoren wie kalendarischen Effekten (Monat, Wochentag, Ferien), der Wettervorhersage oder der jeweiligen Attraktivität des Gegners berechnet. Anschließend kann über gezielte Pricing- und Ticketing-Logiken die Auslastung optimiert werden. Auch in Deutschland ist eine solche Anwendung nicht mehr weit von der Praxis entfernt: Laut eigenen Angaben arbeitet Onezero X aktuell mit einem Pilotpartner aus der Bundesliga an einem entsprechenden Projekt.

KI dient im Sport(-Business) in vielen Fällen schon heute als wertvoller strategischer Assistent für Funktionäre und Trainer. Eine funktionierende KI sucht nach Mustern, die dabei helfen, die besten Entscheidungen zu treffen – und zwar über das Bauchgefühl der Verantwortlichen hinaus. „KI macht aus Big Data Smart Data“, fasst Fadi Naoum, Head of Development for Sports & Entertainment bei SAP, zusammen. Technologie ist in der Fußballwelt von heute, in der das Ausruhen auf dem Erfolg von gestern schon den nächsten Sieg kosten kann, ein entscheidender Faktor. „Innovative Technologien, die auf Smart Data, Datenanalysen, virtueller Realität, maschinellem Lernen, biometrischen Sensoren und künstlicher Intelligenz basieren, geben Mannschaften, Trainern und Athleten die Details an die Hand, die über Sieg oder Niederlage entscheiden können.“

Das Thema kommt in der Politik an
Allerdings nützt der Einsatz von künstlicher Intelligenz im Sport nicht nur den Verantwortlichen der jeweiligen Clubs und Unternehmen. Auch den Fans kommen einige der KI-Anwendungen direkt zugute. So arbeitet die Deutsche Fußball-Liga (DFL) mit einem israelischen Unternehmen namens WSC Sports zusammen, das eine Technologie entwickelt hat, mit der sich auf Grundlage verschiedener Parameter automatisiert Highlight-Clips von Bundesligaspielen erstellen lassen. Dabei werden im Vorfeld spezifische Zielgruppen definiert, die zu den jeweiligen Lizenznehmern der DFL passen.

So erhalten Lizenznehmer aus Japan vornehmlich Highlight-Clips mit Szenen von japanischen Bundesligaspielern. „KI und maschinelles Lernen sind eine sinnvolle Ergänzung unserer Content-Produktion, mit der wir die Bedürfnisse unserer Kunden genauso wie die verschiedenen Fansegmente individuell bedienen und für die Inhalte der Bundesliga begeistern können“, sagt Andreas Heyden, Executive Vice President Digital Innovation bei der DFL.

Ganz ähnlich funktioniert eine Kooperation von Microsoft mit der PGA Tour, dem größten Golf-Unternehmen in den USA und Ausrichter der gleichnamigen, höchstdotierten Turnierserie der Welt. Auf der Basis von PGA-Statistiken aus mehr als 20 Jahren und mehreren Tausend Stunden Bewegtbild-Inhalten des PGA-Digitalarchivs hat Microsoft eine KI-Anwendung angelernt, damit diese während der Live-Übertragung Statistiken einblendet, die zum Geschehen auf dem Grün passen. Das Ganze passiert automatisch und in Echtzeit. Die Bewegungen und Haltungen der Golfer werden in einem ersten Schritt von sogenannten „Pose Estimation Models“ erkannt. Hierbei handelt es sich um Deep-Learning-Modelle, die die verschiedenen Gliedmaßen, Gelenke und deren Position zueinander aus einem (Video-)Bild erkennen können. Im zweiten Schritt wird dann die dazu passende Statistik ausgespielt.

Die genannten Beispiele zeigen, dass die Einsatzmöglichkeiten von künstlicher Intelligenz und Smart Data schon heute vielfältig sind – insbesondere im Spitzensport und im Fußball. Dabei steht die Entwicklung noch ganz am Anfang, die Verbreitung und Implementierung von KI-Anwendungen im Sportbusiness werden in den nächsten Jahren rasant zunehmen.

Zu der wachsenden Bedeutung von sportspezifischer KI in der öffentlichen Wahrnehmung passt auch, dass das Thema mittlerweile in der Politik angekommen ist. Vor wenigen Monaten hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) die Initiative „Digital Sports Hub“ ins Leben gerufen. Dahinter steckt ein Team, das unter anderem aus Experten der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg mit dem Lehrstuhl Maschinelles Lernen und Datenanalytik, dem Bundesinstitut für Sportwissenschaft und SAP besteht. Das Ziel des Digital Sports Hub ist der Aufbau eines deutschen Ökosystems und Industrial Sports-Data Space für präventionsbezogene Sport-, Fitness- und Gesundheitsdaten.

Im Mittelpunkt steht dabei der Aufbau einer für KI-Geschäftsmodelle optimierten und auf Spitzen- und Breitensportdaten basierenden Datenbank. Der Digital Sports Hub soll die Effizienzpotenziale deutscher wie europäischer Unternehmen stärken und als Treiber für innovative Wertschöpfungsketten im Bereich digitaler Sportdaten dienen. Dabei wird es dem Digital Sports Hub gerade auch darum gehen, den Breitensport fit für die Smart-Data-Zukunft zu machen. Die vielen Beispiele aus dem Profifußball sind da ganz sicher eine willkommene Inspiration.

Uber will Lebensmittel-Lieferdienst Cornershop kaufen

Der Fahrdienstvermittler Uber will sich das Start-up Cornershop schnappen, berichtet Techcrunch. Uber kündigte an, mit einer Mehrheitsbeteiligung an dem Lebensmittel-Lieferdienst bis Anfang 2020 zu rechnen, sofern das Unternehmen bis dahin alle notwendigen regulatorischen Freigaben erhalten hat.

Cornershop startete seine Anfänge im lateinamerikanischen Markt und hat erst kürzlich mit Toronto seine erste nordamerikanische Stadt erschlossen. Das Start-up wurde 2015 von Oskar Hjertonsson, Daniel Undurraga und Juan Pablo Cuevas gegründet und hat seinen Hauptsitz in Chile. Das junge Unternehmen wird vorerst unter dieser Führung in seiner jetzigen Form weiterarbeiten.

In den vergangenen Jahren hat Cornershop im Laufe von vier Finanzierungsrunden rund 32 Millionen US-Dollar von Investoren wie Accel, Jackson Square Ventures und anderen eingesammelt. An dem Lebensmittel-Lieferdienst hatte neben Uber auch der Retail-Riese Walmart Interesse bekundet.

Angst vor weiteren US-Zöllen treibt PC-Absatz an

Die Aussicht auf weitere US-Zusatzzölle hat den notorisch schwächelnden PC-Absatz im vergangenen Quartal deutlich angekurbelt. Mit einem Plus von 4,7 Prozent auf 70,9 Millionen Geräte sei es der stärkste Zuwachs seit sieben Jahren gewesen, erklärte die Marktforschungsfirma Canalys. Die Sorge, dass PC in den USA mit den neuen Zöllen Mitte Dezember teurer werden, sei ein zentraler Treiber gewesen.

Dieser Effekt sei aber nur ein Strohfeuer, warnten sie. Zugleich sei ein Bremsfaktor, dass Intel nur eine begrenzte Anzahl PC-Chips seiner neuesten Generation liefern könne.Zugleich dominieren die größten PC-Hersteller immer mehr das Geschäft: Die führenden drei Anbieter kontrollierten zuletzt fast 80 Prozent des Marktes.

Lenovo blieb nach Canalys-Berechnungen die Nummer eins mit einem Marktanteil von 24,4 Prozent bei 17,3 Millionen verkauften Geräten. HP folgt demnach auf Platz zwei mit 23,6 Prozent Marktanteil. Beide Spitzenreiter konnten den Absatz deutlich steigern: Der chinesische Marktführer setzte 7,2 Prozent mehr ab als vor einem Jahr und HP 8,6 Prozent mehr. Dell ist die Nummer drei mit 17 Prozent Marktanteil. Canalys zählt dabei Desktop-Rechner, Notebooks und Unternehmen-Workstations, die in die Handelskanäle gingen, auch wenn sie noch nicht an Endverbraucher verkauft wurden.

Facebook: Werbekampagne soll Image verbessern

Facebook will sein Image mit einer aufwendigen Werbekampagne verbessern. Das Netzwerk veröffentlichte die ersten TV-Spots und Print-Anzeigen mit Geschichten von Menschen, die sich in Facebook-Gruppen verbinden, austauschen und unterstützen.

Facebook will Schlussstrich unter Datenskandalen ziehen

Die Kampagne „Mehr gemeinsam“ läuft bereits in den USA und in Brasilien. Facebook versucht damit, die eigentlichen Funktionen des Netzwerks in den Vordergrund zu stellen und einen Schlussstrich unter Skandale der Vergangenheit zu ziehen. So hatte sich Facebook im Juli mit der Handelsaufsicht FTC darauf geeinigt, nach Datenschutz-Skandalen der vergangenen Jahre die Rekordstrafe von fünf Milliarden Dollar zahlen, um Ermittlungen zu beenden.