Apple steckte sechs Milliarden Dollar in Streaming-Inhalte

Apple hat bereits sechs Milliarden Dollar in Inhalte für seinen Videostreaming-Dienst gesteckt und peilt zum Start im Herbst eine Preismarke von knapp zehn Dollar pro Monat an. Damit wäre das Angebot mit dem Namen Apple TV+ vergleichsweise teuer gemessen am zunächst relativ schmalen Exklusiv-Angebot im Vergleich zu ähnlich teuren Rivalen wie Netflix. Der Unterhaltungsriese Disney+ setzte den Preis dagegen mit rund sieben Dollar deutlich niedriger an.

Disney+ soll in den USA und einigen anderen Ländern im November an den Start gehen, bis dahin wolle auch Apple seinen Streaming-Service verfügbar machen, berichtete der Finanzdienst Bloomberg in der Nacht zum Dienstag. Apple habe allein mehrere hundert Millionen Dollar in eine Serie mit den Hollywood-Stars Reese Witherspoon und Jennifer Anniston über eine Rivalität im Frühstücksfernsehen gesteckt, schrieb die „Financial Times“ unter Berufung auf informierte Personen. Damit sei das Budget pro Folge höher als bei der jüngst ausgelaufenen Hit-Serie „Game of Thrones“ des Bezahlsenders HBO.

Apple schwenkt derzeit sein Geschäft um: Der Konzern will mehr Geld mit Abo-Diensten einnehmen und sich unabhängiger vom iPhone, seinem mit Abstand wichtigsten Geldbringer, machen. Zu den neuen Angeboten gehört auch ein Abo-Angebot mit exklusiven Spielen mit dem Namen Apple Arcade.

Österreichische Auflagenkontrolle: Boulevard verliert, Qualität und Bundesländerzeitungen stabil.

Wenig Änderung bringt die österreichische Auflagenkontrolle 1. Halbjahr 2019 gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Nach wie vor ist die Kronen Zeitung die Nr. 1 mit insgesamt 679.065 an verkauften Auflagen, ein deutliches Minus im Vergleich zum 1. Halbjahr 2018, wo man noch auf 716.618 kam. Gestiegen ist der Anteil der E-Paper Ausgaben bei allen Tageszeitungen. Die Magazine schreiben nach wie vor zum Großteil Verluste, insgesamt setzt sich die stagnative und sinkende Entwicklung bei den Tageszeitungen im Print fort.

 

Michael Höfler übernimmt Konzernkommunikation in der A1 Telekom Austria Group

Mit Mitte August übernahm Michael Höfler (38) die Leitung der Konzernkommunikation in der A1 Telekom Austria Group. Er verantwortet damit die Bereiche externe Kommunikation und Corporate Social Responsibility. Höfler startete seine Karriere beim Pleon Publico, ehe er 2011 die „pantarhei corporate advisors“ gründete. Bis zum Verkauf seiner Anteile Anfang 2018 leitete er die Unternehmensberatung für Kommunikation als Geschäftsführer.

Datenleck bei Mastercard-Bonusprogramm

Rund 90.000 Einträge von Nutzern des Mastercard-Bonusprogramms sind in einem Onlineforum aufgetaucht. Die US-Firma hat die Plattform in Deutschland vorerst gestoppt.

Das besonders Gefährliche an solchen Datenlecks ist die Möglichkeit für Online-Kriminelle, E-Mails zu fälschen, die täuschend echt aussehen, um Nutzern Passwörter und weitere Informationen abzujagen.

Mastercard teilte mit, die Plattform des Bonusprogramms sei vorsorglich geschlossen worden. „Wir nehmen Privatsphäre sehr ernst und untersuchen dieses Problem mit Hochdruck.“ Zugleich teilte Mastercard mit, es gebe keinen Zusammenhang mit dem Zahlungsnetzwerk des Unternehmens.

Ein Stichproben-Check fand korrekte Daten unter den rund 90.000 Einträgen. Zugleich tauchte aber auch mehrfach der Name „Max Mustermann“ auf. Die Liste enthielt zusätzlich Angaben dazu, ob Nutzer einen Newsletter und SMS-Benachrichtigungen abonniert hatten. Das Geburtsdatum und die Daten in der Spalte „Kunde seit“ waren in der Tabelle unkenntlich.

D: Werbeumsätze der Medien steigen wieder

So langsam scheint sich der deutsche Werbemarkt wieder zu erholen. Nachdem die Brutto-Investitionen in Werbung im ersten Halbjahr 2019 meist stagnierten, deutet sich im Juli eine leichte Trendwende an. Immerhin bedeuten Werbeausgaben in Höhe von knapp 2,1 Milliarden Euro brutto gegenüber dem Vorjahresmonat ein Plus von stattlichen 6,9 Prozent. Bislang hatte der „Peak“ bei 2,7 Prozent im April gelegen. Auch für das gesamte Jahr weist Nielsen unter dem Strich ein Plus von knapp einem Prozent auf 16,9 Milliarden Euro aus. Die unterschiedlichen Mediengattungen können allerdings längst nicht alle von dem Mini-Aufschwung profitieren.

Out-of-Home

Wenn eine Gattung in diesem Jahr einen Lauf hat, dann ist das Out-of-Home. Allein im Juli flossen 181 Millionen Euro in Außenwerbung – gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist das ein sattes Plus in Höhe von 19,8 Prozent. Dass es sich nicht um einen kurzfristigen Aufschwung der Außenwerbung handelt, zeigt der Blick aufs Gesamtjahr. Brutto-Investitionen in Höhe von 1,3 Milliarden Euro bedeuten ein Wachstum von 10 Prozent. Treiber ist dabei vor allem Digital Out of Home.

Digital

Noch deutlich im Plus ist auch Digital. Laut Nielsen, das das von Google beherrschte Search-Marketing sowie Social-Media-Plattformen wie Facebook, Instagram und Twitter in seiner Auswertung gar nicht berücksichtigt, sind in diesem Jahr bereits 1,96 Milliarden Euro in Onlinewerbung geflossen. Das ist ein Plus von 6,5 Prozent gegenüber Vorjahr. Das deutliche Wachstum haben die Online-Vermarkter allerdings vor allem den ersten fünf Monaten des Jahres zu verdanken. In der Zeit von Januar bis Mai investierten die Werbungtreibenden durchweg mehr Geld in digitale Werbung als im Vorjahr. Im Juni gingen die Spendings allerdings deutlich runter – sogar unter die Werte des Vorjahres. Im Juli setzte sich der Sinkflug zwar fort, allerdings nicht so stark wie vor einem Jahr, sodass Nielsen im Jahresvergleich für den Juli mit Spendings in Höhe von 233 Millionen Euro ein kleines Plus in Höhe von 0,9 Prozent ausweist.

Radio

Zu den Gewinnern gehört auch Radio. Allein im Juli steigerte die Gattung ihre Werbeumsätze um 6,2 Prozent auf 137 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr steht ein Plus von 1,6 Prozent auf knapp 1,1 Milliarden Euro in der Bilanz.

Die Brutto-Werbeumsätze der Mediengattungen von Januar bis Juli 2019:

TV

Wieder im Plus sind auch die TV-Vermarkter. Waren die Umsätze zwischen Februar und Mai jeweils noch unter denen des Vorjahres geblieben, sind sie seit Juni wieder über den Strich gerutscht. Besonders schön liest sich aus Sicht der Vermarkter die Bilanz für den Juli. In diesem Monat flossen brutto 928 Millionen Euro in TV-Werbung. Das sind 11,9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Aber auch mit der Bilanz für das Gesamtjahr dürften die Vermarkter inzwischen wieder halbwegs zufrieden sein. Bislang haben die Unternehmen brutto fast 7,9 Milliarden Euro in TV-Spots investiert. Das ist immerhin ein Mini-Wachstum von 0,1 Prozent.

Kino

Die stärksten Verluste muss die Gattung Kino hinnehmen. Im Juli gaben die Unternehmen nur 8,5 Millionen Euro aus, um auf den großen Leinwänden der Republik zu werben – damit ist der Gattung binnen eines Jahres eine glatte Million an Werbeeinnahmen flöten gegangen. Fast genauso schlimm liest sich die Bilanz für die ersten sieben Monate. 63,7 Millionen Euro bedeuten gegenüber dem Vorjahr ein Minus von 3,9 Prozent.

Der Anteil der Mediengattungen an den Werbeinvestitionen in Deutschland:

Print

Nicht viel besser ergeht es derzeit den Verlagen. Im April und Mai keimte noch etwas Hoffnung auf, als die Werbeeinnahmen kurzzeitig über die des Vorjahres kletterten. Doch seit Juni geht es unter dem Strich wieder bergab. Zwar können die Zeitungen im Juli ihre Werbeeinnahmen minimal um 0,2 Prozent auf 356 Millionen Euro steigern. Da jedoch die Publikumszeitschriften im Juli ein Minus von 1,4 Prozent auf 219 Millionen Euro hinnehmen mussten, geht die Gattungskurve eben doch weiter nach unten. Das gilt auch fürs Gesamtjahr. Mit Werbeeinnahmen in Höhe von 2,7 Milliarden Euro liegen die Zeitungen mit 1,5 Prozent im Minus, die Publikumstitel müssen sogar ein Minus in Höhe von 3,1 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro schlucken. Bei den Fachzeitschriften gehen die Werbeerlöse ebenfalls nach unten – und zwar um 3,4 Prozent auf knapp 213 Millionen Euro.

Neue Uber-Chefin in Großbritannien soll Lizenz sichern

Der Fahrdienstvermittler hat kurz vor Ablauf seiner Betriebslizenz in London eine neue Firmenleitung in Großbritannien gefunden. Die ehemalige Europa-Chefin des Finanzdienstleisters Square, Melinda Roylett, übernimmt ab sofort das Ruder bei Uber auf der Insel.

Sie folgt Tom Elvidge im Amt, der Anfang des Jahres zum Büroflächen-Vermieter WeWork wechselte. Roylett muss nun vor allem die Neuvergabe der Geschäftslizenz des Taxi-Rivalen für London verhandeln. 2017 hatte London die Erneuerung der Lizenz verweigert und eine bessere Überprüfung der Uber-Fahrer gefordert.

Im Sommer 2018 hatte ein Gericht Uber dann die Geschäftsausübung in London für 15 Monate bewilligt. Die Lizenz endet aber am 25. September.

Mehr Verbraucher wechseln vom Bargeld zur Handy-Zahlung

Die Verbraucher rücken immer schneller von ihrer einstigen Vorliebe für das Bargeld ab. Einzelhandel und Bezahlbranche erwarten für die nächsten Jahre eine rasche Verbreitung digitaler Zahlverfahren – vor allem über das Handy. „Die Entwicklung ist am Anfang und wird sich stark beschleunigen“, sagt Bezahlexperte Ulrich Binnebößel, der beim Handelsverband HDE sowohl für Bargeld als auch für neue Zahlungssysteme zuständig ist.

Der Zahlungsdienstleister Wirecard geht davon aus, dass das Smartphone zum dominanten Zahlungsmittel werden wird: „Das ist der logische Weg“, sagt Susanne Steidl, die Produktchefin im Vorstand des Dax-Konzerns. „Das Mobiltelefon ist die Identifikation des Menschen.“

Zahlungen per Karte sind in Deutschland schon lange verbreitet, doch bei mobilen Bezahl-Apps waren die Bewohner der Bundesrepublik bislang zögerlich. In Deutschland nutzten 25 Prozent der Verbraucher mobile Zahlverfahren, in den Niederlanden dagegen bereits mehr als die Hälfte, heißt es in einer im März veröffentlichten Studie der Unternehmensberatung PwC.

Doch das Bild ändert sich rapide. Die Daten der Bundesbank zeigen, dass die Verbraucher immer häufiger zu Karte oder Handy greifen: 2014 wurde in Deutschland 3,4 Milliarden Mal elektronisch bezahlt – sowohl an Kassen als auch bei Einkäufen im Internet und per Telefon. 2018 waren es bereits fast 5,3 Milliarden elektronische Bezahlvorgänge.

Facebook gibt Nutzern mehr Kontrolle über Daten aus Websites und Apps

Facebook gibt Nutzern mehr Kontrolle über Daten, die das Online-Netzwerk von anderen Websites und Apps bekommt. Sie sollen erstmals nachsehen können, wer Informationen über ihre Aktivitäten außerhalb von Facebook geteilt hat. Mit dem Datenschutz-Werkzeug werden Nutzer auch die Verknüpfung der Informationen mit ihrem Profil auflösen können. Die Daten der Partner wird Facebook weiterhin erhalten.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg hatte ein Kontrollwerkzeug mit dem Namen „Clear History“, mit dem man außerhalb des Online-Netzwerks gesammelte Daten „bereinigen“ oder auch „wegspülen“ können sollte, bereits im Frühjahr 2018 angekündigt. Die Entwicklung war nach Angaben des Unternehmens jedoch angesichts der komplexen Systeme sehr langwierig. Und das Online-Netzwerk spricht jetzt stattdessen von einem Tool zur Verwaltung von Aktivitäten außerhalb von Facebook.

Facebook bekommt von anderen Websites, die Tracking-Werkzeuge oder Logins des Online-Netzwerks einsetzen, einige Informationen über die Aktivitäten der Nutzer. Als Ziel wird ausgegeben, ihnen relevante Anzeigen auch auf Basis des Verhaltens außerhalb von Facebook herauszusuchen.

Gesammelte Daten vom Profil entkoppelt

Wenn man zum Beispiel bei einem teilnehmenden Online-Händler ein Paar Schuhe in den Einkaufskorb lege, bekomme Facebook das mit, erläuterte die zuständige Produktmanagerin Stephanie Max. Das Online-Netzwerk ordne dann die Information einem Nutzerprofil zu. Der Händler bekomme im Gegenzug keine personalisierten Daten, betonte sie. Andere geteilte Interaktionen sind zum Beispiel das Öffnen von Apps oder der Aufruf einer Website. Die Werkzeuge dafür sind der sogenannte „Facebook Pixel“ sowie auch der Login mit Facebook-Anmeldedaten.

Die Nutzer können nun erreichen, dass die erhaltenen Informationen nicht mehr mit ihrem Facebook-Profil verknüpft werden. „Wir werden die Daten weiterhin erhalten und wir können sie für Mess-Zwecke verwenden“, betonte Max. Zum Beispiel könnte Facebook damit feststellen, wie oft eine Werbeanzeige angeklickt wurde – auch wenn das Online-Netzwerk nicht wüsste, von wem. Auch frühere gesammelte Daten werden vom Profil entkoppelt, aber nicht gelöscht. Sie sollen aber nicht wieder dem Nutzer zugeordnet werden können.

Ausstieg von G+J bei der Motor-Presse perfekt

Die Veräußerung der Mehrheitsbeteiligung des Hamburger Verlags Gruner + Jahr an der Stuttgarter Motor-Presse ist unter Dach und Fach. Die österreichische Kartellbehörde hat dem Deal jetzt zugestimmt.

Die Anteile von 40,1 Prozent hielten die Gründer. Dazu gehören die Familie Pietsch mit 25,1 Prozent sowie Hermann Dietrich-Troeltsch mit 15 Prozent.

Mit der Verkauf der Mehrheitsanteils hatte sich der G+J-Mann Nils Oberschelp aus der Geschäftsführung des Stuttgarter Verlagshauses zurückgezogen. Über eine Neubesetzung des Postens wollte der Verlag “zeitnah informieren”.

Angeblich soll der neue Herr des weit verzweigten Stuttgarter Medienhauses aus dem engen geschäftlichen Umfeld der Gründerfamilie stammen. Denn die Familie Pietsch verfügt über ein umfangreiches Medienreich. Dazu zählen unter anderem auch die Paul Pietsch Verlage. Das Unternehmen vereint hier unter anderem den Motorbuch Verlag und die Verlage Pietsch, Müller Rüschlikon und transpress sowie den Schweizer Partnerverlag Bucheli. Gegründet wurde der Verlag 1962 von dem Rennfahrer Paul Pietsch. Zu den Personalspekulationen will sich ein Sprecher der Motor-Presse Stuttgart nicht äußern. Er betont auf MEEDIA-Anfrage, dass hierüber noch keine Entscheidung gefallen sei.

E-Sports: Umsätze werden sich bis 2023 mehr als verdoppeln

So hat E-Sports im vergangenen Jahr weltweit 667 Millionen Euro umgesetzt. Deutschland liegt im internationalen Vergleich mit 62,5 Millionen Euro auf dem 4. Platz. Die Erlöse könnten sich weltweit bis zum Jahr 2023 auf 1,5 Milliarden Euro ungefähr verdreifachen und in Deutschland auf fast 144 Millionen Euro steigen, was mehr als eine Verdoppelung bedeuten würde, davon werden 60,9 Millionen Euro ins Sponsoring fließen.

Für die kommenden vier Jahre rechnet PwC in Deutschland mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate für den Umsatz von E-Sports-Medienrechten von 19,3 Prozent. Damit werden die Umsätze von 18,2 Millionen Euro in 2019 auf 31,6 Millionen Euro in 2023 anwachsen.

Laut einer Prognose von Newzoo werden 2019 die E-Sports-Zuschauerzahlen von 335 Millionen Zuschauern weltweit um mehr als 100 Millionen auf 454 Millionen Zuschauer ansteigen. Aufgrund des enormen Wachstumspotenzials wird zudem erwartet, dass im Jahr 2021 die Zuschauerzahlen im E-Sports die der National Basketball Association (NBA) in den USA deutlich übertreffen werden und kompetitives Gaming folglich zur zweitbeliebtesten Sportart des Landes nach der National Football League (NFL) aufsteigt.

807.000 beim ORF-„Sommergespräch“ mit FPÖ-Chef Norbert Hofer

Das dritte ORF-„Sommergespräch“ dieses Jahres erreichte 807.000 Zuschauer, zu Gast bei Tobias Pötzelsberger in ORF 2 war diesmal FPÖ-Chef Norbert Hofer. Der Marktanteil lag bei 27 Prozent.

Beim ORF-„Sommergespräch“ mit Neos-Chefin Beate Meinl-Reisinger vergangene Woche schauten 632.000 zu (23 Prozent Marktanteil), bei Maria Stern (Liste Jetzt“ waren 609.000 Zuschauer dabei.

Zum Vergleich: Heinz-Christian Strache hatte im Vorjahr bei seinem ORF-„Sommergespräch“ durchschnittlich 688.000 Zuschauer. Der Marktanteil lag bei 24 Prozent.

NZZ schwächelt

Dank einer stark positiven Wertschriftenperformance fällt das Finanzergebnis deutlich über dem Vorjahr aus. Der Steueraufwand liegt wegen der Konsolidierungsänderung unter dem Vorjahr. Das Gruppenergebnis ging um 16,9% zurück auf 9,4 Mio. CHF. Die Umsatzrendite nahm gegenüber dem Vorjahr von 5,6% auf 8,5% zu. Die Bilanzsumme hat sich im ersten Semester um 4,1% auf CHF 334,9 Mio. reduziert. Die Eigenkapitalquote steigt im Vergleich zum Jahresbeginn um 1,1 Prozentpunkte auf 76,7% leicht an und widerspiegelt die gesunde Finanzsituation der NZZ-Mediengruppe.

Alibaba kauft E-Commerce-Unternehmen Kaola

Alibaba will offenbar sein Retail-Portfolio weiter ausbauen. In diesem Zuge bietet die Alibaba-Gruppe nach Medieninformationen zwei Milliarden US-Dollar in bar für die Übernahme des chinesischen E-Commerce-Unternehmens Kaola. Das berichtet Reuters. Kaola gehört bisher zu dem chinesischen Online-Gaming-Unternehmen NetEase und ist auf den VerkaufSponsored Post von Bekleidung, Haushaltsgeräten und anderen Produkten spezialisiert, vor allem im Bereich Import.

Eine offizielle Bestätigung der Übernahmeabsichten gab es von Alibaba oder NetEase bisher nicht. Der Zeitpunkt wäre für eine Akquisition allerdings günstig: Alibabas aktueller Finanzbericht fiel besser aus als erwartet. Neben Alibaba soll auch der chinesische Arm von Amazon an einer Übernahme von Kaola interessiert gewesen sein.

Elisabeth Stratka wird Ö1-Ressortleiterin „Feature & Feuilleton“

Elisabeth Stratka wird neue Leiterin des Ö1-Ressorts „Feature & Feuilleton“. Stratka tritt diese Funktion, in die sie von von ORF-Radiodirektorin Monika Eigensperger bestellt wurde, mit 1. September an.

Stratka, geboren 1967 in Klosterneuburg, studierte Germanistik und Kunstgeschichte und begann 1991 ihre journalistische Karriere im ORF in der Abteilung „Literatur und Feature“. 1999 wurde die mehrfach ausgezeichnete Journalistin Co-Producerin der beiden Ö1-Sendereihen „Hörbilder“ und „Hörbilder Spezial“. Seit 2006 fungiert sie als deren Producerin.

Stratka war von 2011 bis 2014 Chairwoman des „Ake Blomström Memorial Prize“ zur Förderung junger europäischer Radiotalente. Sie war an der Entwicklung des Multimedia- und Social Media Projekts #HowtobeAustrian beteiligt, für das Ö1 den Österreichischen Radiopreis in Silber in der Kategorie „Beste Innovation“ erhalten hat.

USA setzen Handelsverbot für US-Firmen mit Huawei weitere 90 Tage aus

Die US-Regierung will US-Unternehmen Geschäfte mit dem chinesischen Netzwerkausrüster und Smartphone-Hersteller Huawei vorerst weiterhin eingeschränkt erlauben. Handelsminister Wilbur Ross kündigte an, die auslaufende Frist für eine „temporäre Generallizenz“ um 90 Tage zu verlängern.

Updates

Huawei darf somit weiter Zulieferprodukte von US-Unternehmen kaufen und Android-Updates an Smartphone-Nutzer liefern, um bereits bestehenden Kunden zu bedienen. Ross sagte dem Sender Fox Business Network allerdings auch, zusätzliche 46 Huawei-Ableger auf die schwarze Liste der US-Regierung zu setzen.

Videospiele-Industrie ist nicht ökologisch

Nach einer Studie haben PC-Spieler allein im Jahre 2015 weltweit schätzungsweise 75 Mrd. Kilowattstunden (kWh) Strom verbraucht. Schätzungsweise beträgt der jährliche Stromverbrauch aktuell zwischen 90 und 100 Mrd. kWh. Allein in Deutschland spielen laut dem Verband der deutschen Games-Branche über 34 Mio. Männer und Frauen gelegentlich oder regelmäßig. Prognosen zufolge soll sich das Datenvolumen allein durch Online-Gaming bis 2022 auf rund 180 Exabyte (180 Mrd. Gigabyte) jährlich vervierfachen.

Zu einer höheren Umweltbelastung tragen auch die Einführung der neuen Standards 5G und WiFi 6 bei. Dadurch werden die aktuellen Gaming-Trends eSports, Virtual und Augmented Reality, Mobile Gaming und vor allem Cloud-Gaming-Dienste weiter vorangetrieben.

Die Nutzung der Game-Streaming-Services sorgt für einen erhöhten Stromverbrauch um bis zu 60 (Desktop-PCs) bzw. 300 Prozent (Laptop). Daher ist eine energieeffiziente und nachhaltige IT-Infrastrukturen notwendig. Eine innovative Heißwasser-Direktkühlung ermöglicht zum Beispiel eine Nachnutzung der Abwärme von Rechenzentren zum Heizen von Gebäuden und zur Anbindung an Fern- und Nahwärmenetze, informierte das Dresdner Green-IT-Unternehmen Cloud&Heat Technologies, welches Lösungen für eine sichere Verarbeitung von Daten in der Cloud und gleichzeitig nachhaltiger Konzeptionierung bietet.

G+J stellt die “View”-Fotocommunity ein

Gruner + Jahr zieht nach vierzehn Jahren bei der beim „stern“ angedockten „View“-Fotocommunity den Stecker. Grund ist die Dominanz durch US-Tech-Plattformen wie Instagram und Pinterest, die das Teilen von Fotos auf Smartphones, Tablets & Co. für die breite Masse alltäglich machen. Von der Schließung ist das Print-Magazin „View“ nicht betroffen.

Grund hierfür ist vor allem die Dominanz durch US-Plattformen wie Instagram und Pinterest, die sich vor allem bei Jugendlichen zunehmender Beliebtheit erfreuen. Dadurch geriet die “View”-Fotocommunity in den vergangenen Jahren immer mehr ins Hintertreffen.

Klarna bald Zahlungsmöglichkeit im österreichischen Einzelhandel

Das schwedische Finanz-Start-up Klarna – bisher als Anbieter des Online-Kaufs auf Rechnung und auf Raten bekannt – will in Österreich nun auch offline im Einzelhandel tätig werden. „Derzeit läuft in Österreich der Ausrollprozess“, so eine Sprecherin des Zahlungsanbieters. Kunden könnten aber noch nicht genannt werden, hieß es weiter.

Bisher war die Zahlung über Klarna in Österreich unter anderem in den Online-Shops der österreichischen Rewe-Töchter Billa und Bipa, DM, des britischen Kosmetikkonzerns Lush, des Sportwarenhändlers Hervis und der Bekleidungshändler Palmers, Wolford, Zara und Mango möglich. Ebenfalls auf der Kundenliste sind Kochabo.at und Apotheke.at.

Sony kauft Insomniac Games

Während der Gamescom 2019 hat Sony die Übernahme des bislang unabhängigen Entwicklerstudios Insomniac Games bekanntgegeben. Das aus dem kalifornischen Burbank stammende Unternehmen beschäftigt rund 300 Mitarbeiter, es ist seit Jahren eng mit Sony und der Playstation-Plattform verbunden.

Insomniac wird als Teil der Sony Worldwide Studios weiterarbeiten. Bislang gehören unter anderem Naughty Dog (Uncharted), Guerrilla Games (Horizon) und Polyphony Digital (Gran Turismo) zu dem Verbund. „Wir arbeiten seit vielen Jahren eng mit Insomniac Games zusammen und freuen uns, sie offiziell in der Worldwide-Studios-Familie begrüßen zu dürfen“, sagte Shawn Layden, Chef der Sony Worldwide Studios. Informationen zu den finanziellen Details der Akquisition liegen nicht vor.

Insomniac Games wurde 1994 unter dem Namen Xtreme Software von Ted Price gegründet, der das Unternehmen immer noch leitet; die Umfirmierung erfolgte 1995. Das zuletzt veröffentlichte Spiel ist das 2018 exklusiv für die Playstation 4 erschienene Marvel’s Spider-Man (Test auf Golem.de), in dem Spieler als Superheld Peter Parker in Manhattan gegen allerlei Schurken kämpfen. Gerüchten zufolge entsteht derzeit ein Nachfolger – falls das stimmt, dürfte dieser für die nächste Playstation erscheinen.

ekannt wurde Insomniac Games vor allem durch Serien wie Spyro the Dragon (ab 1998) und Ratchet & Clank (ab 2002). Die meisten Spiele produzierte das Studio für die Playstation-Plattform, zwischendurch arbeitete es aber auch auf anderer Hardware. Ein Titel erschien sogar im Auftrag von Microsoft für die Xbox One und für Windows-PC: das 2014 veröffentlichte, allerdings nur mittelmäßige Actionspiel Sunset Overdrive.

Diese Bücher gehen ins Rennen um den Deutschen Buchpreis

Die Anwärter für den 15. Deutschen Buchpreis stehen fest. Die Jurymitglieder haben aus 203 Titeln, die zwischen Oktober 2017 und dem 17. September 2019 (Bekanntgabe der Shortlist) erschienen sind oder noch erscheinen, die 20 nominierten für die diesjährige Longlist ausgewählt.

  • Nora Bossong, Schutzzone (Suhrkamp, September 2019)
  • Jan Peter Bremer, Der junge Doktorand (Berlin Verlag, September 2019)
  • Raphaela Edelbauer, Das flüssige Land (Klett-Cotta, August 2019)
  • Andrea Grill, Cherubino (Paul Zsolnay, Juli 2019)
  • Karen Köhler, Miroloi (Carl Hanser, August 2019)
  • Miku Sophie Kühmel, Kintsugi (S. Fischer, August 2019)
  • Angela Lehner, Vater unser (Hanser Berlin, Februar 2019)
  • Emanuel Maeß, Gelenke des Lichts (Wallstein, Februar 2019)
  • Alexander Osang, Die Leben der Elena Silber (S. Fischer, August 2019)
  • Katerina Poladjan, Hier sind Löwen (S. Fischer, Juni 2019)
  • Lola Randl, Der Große Garten (Matthes & Seitz Berlin, März 2019)
  • Tonio Schachinger, Nicht wie ihr (Kremayr & Scheriau, September 2019)
  • Norbert Scheuer, Winterbienen (C.H. Beck, Juli 2019)
  • Eva Schmidt, Die untalentierte Lügnerin (Jung und Jung, März 2019)
  • Saša Stanišić, Herkunft (Luchterhand, März 2019)
  • Marlene Streeruwitz, Flammenwand. (S. Fischer, Mai 2019)
  • Jackie Thomae, Brüder (Hanser Berlin, August 2019)
  • Ulrich Woelk, Der Sommer meiner Mutter (C.H. Beck, Januar 2019)
  • Norbert Zähringer, Wo wir waren (Rowohlt, März 2019)
  • Tom Zürcher, Mobbing Dick (Salis, März 2019)

Der Gewinner erhält ein Preisgeld von 25.000 Euro, die 5 weiteren Shortlist-Kandidaten jeweils 2.500 Euro.

funk startet Format über werdende Mütter

Schwanger sein und Kinder bekommen ist nicht leicht, das weiß auch funk. Um werdenden Müttern eine mediale Anlaufstelle zu bieten, um potenzielle Fragen und Bedenken zu klären, wird dementsprechend ein Schwangerschaftsformat gestartet. „Babystories“ startet am Montag, den 19. August, auf YouTube, Instagram und funk.net und soll echte Erlebnisse, Herausforderungen in der Schwangerschaft und ungeschönte Geschichten von Müttern für Mütter, werdende Mamas und solchen, die es werden wollen zeigen. Neue Videos gibt es immer montags und donnerstags um 11 Uhr.

News Tab: Facebook will sogar echte Journalisten einstellen

Dass Facebook einen neuen Bereich für Medien-Inhalte starten will, den so genannten News Tab, ist schon länger bekannt.

Facebook hat das News-Tab-Modell bereits verschiedenen Publishern vorgestellt. Das Netzwerk ist dabei sogar bereit, manchen Publishern signifikante Lizenz-Gebühren für das Bereitstellen von hochwertigen Inhalten zu bezahlen. Der Betrag reiche bis zu drei Millionen Dollar im Jahr. Zu den angesprochenen Medienpartnern zählen “ABC News”, “Bloomberg”, “Dow Jones” und “The Washington Post”.

Laut Facebook soll eine Testversion des News Tab noch vor Ende des Jahres online gehen.

Instagram und Co bremsen die Gleichberechtigung aus

Soziale Medien wie Instagram und Co verstärken stereotype Rollenbilder. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage unter jungen Frauen und Männern im Alter von 14 bis 32 Jahren im Auftrag der Kinderrechtsorganisation Plan International.

Ein Drittel der befragten Mädchen und Frauen sowie über die Hälfte der Jungen und Männer, die täglich Instagram, Facebook und Youtube nutzen, finden es laut der Umfrage in Ordnung, dass Frauen für die gleiche Arbeit weniger verdienen als Männer. Wenn es um die Rollenverteilung im Alltag geht, lasse sich eine ähnliche Tendenz erkennen: 57 Prozent der Männer und 35 Prozent der Frauen sind der Ansicht, dass Hausarbeit immer noch Frauensache sei. Außerdem scheinen Vielnutzer mehr Wert auf klassische Schönheitsideale zu legen: Frauen sollen in erster Linie schlank und hübsch sein, Männer vor allem muskulös.

„Radio Revolution“ bei FFH: Mit FFH+ Musikprogramm selber wählen

Sechs Monate hat das Digital-Team in Bad Vilbel laut FFH diese „Radio-Revolution“ ausgetüftelt: Ein Sender – in vier musikalischen Variationen: FFH+ 80er, FFH+ 90er, FFH+ Charts und FFH+ Rock. In jeder Sendestunde werden mehrere Titel durch Songs aus der bevorzugten Musikrichtung ersetzt.

Digital-Chef Roger Hofmann: „So können wir mehr Lieblingsmusik unserer Hörer spielen, ohne dass sie etwas von den Inhalten des FFH-Programms verpassen.“

Überall, wo man jetzt schon FFH online hört, sind auch die neuen FFH+ Kanäle zu finden: In den FFH-Apps, auf der FFH-Webseite, im FFH-Alexa-Skill, aber auch auf allen Smart-Speakern oder Musikanlagen wie Sonos oder Bose.

FFH-Geschäftsführer Marco Maier: „Die neuen FFH+ Programme enthalten alles, was unsere Hörer an FFH lieben: Unsere Moderatoren, Nachrichten aus allen hessischen Regionen, das Wetter von Dr. Martin Gudd, Comedy, Interviews, Beiträge – eben das komplette FFH-Programm. Wir fügen nur mehr von den Lieblingshits der Hörer hinzu. So kann jeder seinen persönlichen Musikmix wählen.“

Für die FFH+ Kanäle hat das Digital-Team von FFH die selbst entwickelte Software Webradio Composer (WRC) erweitert. Sie analysiere den Sendeplan und erkenne alle Stellen in der Stundenuhr an denen das Ersetzen von einem oder mehreren Musiktiteln sinnvoll ist.

Der Webradio Composer erstelle nun nach den Planungsregeln der Musikredaktion eine Ersatz-Playlist aus Musik-Titeln, Jingles und weiteren Elementen. Dabei werde der Musiklaufplan des Liveprogramms aus Vergangenheit und Zukunft berücksichtigt.

Die Kern-Komponente sei schließlich der Simulcast-Replacer. Er synchronisiere sich auf das FFH-Programm und ersetze an den vorgesehenen Stellen im Livestream die Musiktitel mit der Playlist aus dem Composer.

Killer-Roboter: Amazon, Microsoft und Palantir am Pranger

Friedensforscher von Pax werfen mehreren großen US-IT-Firmen vor, Projekte für tödliche autonome Waffen voranzutreiben und die Welt so zu gefährden.

Amazon, Intel, Microsoft, Oracle und Palantir gehören zu den 21 größeren IT-Firmen, die an der Entwicklung von Killer-Robotern mitwirken und damit die Zukunft der Menschheit aufs Spiel setzen. Zu diesem Schluss kommen Forscher der niederländischen zivilgesellschaftlichen Organisation Pax in ihrem Bericht „Don’t be evil?“.

Pax betrachtete 50 Firmen aus zwölf Ländern danach, ob ein Unternehmen Technik entwickelt, die für tödliche autonome Waffen relevant sein könnte. Sieben Firmen loben die Autoren, zum Beispiel Google. Der Internetkonzern entschied sich wegen selbst auferlegter ethischer Regeln schon frühzeitig nach Protesten von Mitarbeitern dafür, kein Gebot auf das milliardenschwere Cloud-Projekt Jedi (Joint Enterprise Defense Infrastructure) des Pentagons abzugeben und aus der KI-Initiative Maven auszusteigen. Positiv sieht Pax auch Animal Dynamics, General Robotics, Softbank aus Japan sowie die auf Erkennungstechnik spezialisierte russische Firma VisionLabs.

Kritik an Amazon und Microsoft

Amazon hingegen kritisiert Pax, weil das Unternehmen weiterhin an vorderster Front bei Jedi mitmischen wolle. Dabei gehe es dem Pentagon klar um das Ziel, Waffen noch tödlicher zu machen. Zudem habe Amazon etwa auch mindestens 600 Millionen US-Dollar über einen seit 2014 bestehenden Cloud-Vertrag mit der CIA eingenommen. Amazon-Chef Jeff Bezos habe zudem Google kritisiert mit dem Hinweis, dass die USA Ärger bekämen, wenn sich IT-Konzerne vom Verteidigungsministerium abwendeten.

Microsoft werfen die Friedensforscher ebenfalls vor, nicht aus Jedi ausgestiegen zu sein. Zudem versorgten die Redmonder das Pentagon über einen Vertrag in Höhe von 479 Millionen US-Dollar mit ihrer Mixed-Reality-Brille HoloLens, die fürs Schlachtfeld und das militärische Training eingesetzt werden solle.

Microsoft habe zwar einen ethischen Prüfprozess unter dem Namen Aether installiert. Kritische Mitarbeiter beklagten aber, dass dieser nicht ausreiche, um die Waffenentwicklung auszuschließen. Zudem habe Microsoft-Präsident Brad Smith zwar eine digitale Genfer Abrüstungskonvention sowie Regeln für die Gesichtserkennung gefordert. Im Oktober habe er aber auch betont, dass Microsoft auf die starke Verteidigungsbereitschaft der USA baue.

Mittelschwere Bedenken gegenüber Siemens

Bei Intel sehen die Autoren unter anderem die Beteiligung am millionenschweren Projekt Hive des Pentagon-Forschungsarms DARPA kritisch, mit dem eine Plattform für Big Data und Künstliche Intelligenz (KI) entstehen soll. Besonders gefährlich schätzen die Beobachter ferner etwa die Drohnenhersteller Heron und Shield AI, Roboteam aus Israel oder SenseTime und Yitu aus China ein.

„Mittelschwere Bedenken“ hat Pax etwa gegenüber den chinesischen Unternehmen Alibaba, Baidu und Tencent, Apple, Facebook und IBM aus den USA, Samsung aus Südkorea. Siemens sei in diverse militärische Forschungsprojekte beispielsweise mit der DARPA direkt oder US-Hochschulen eingebunden. Siemens habe aber gegenüber Pax versichert, nicht „im Geschäftsfeld“ tödliche autonome Waffen unterwegs zu sein und sich strenge ethische Leitlinien auferlegt zu haben.

Ehemaliger „w&v“-Chef Kalka heuert bei Schoesslers an

Jochen Kalka wird zum 1. September 2019 neues Mitglied der Geschäftsleitung der Berliner Kommunikationsagentur Schoesslers an der Seite von Agenturgründerin Julia Schössler und COO Tim Brandt. Künftig steht nun also ein Trio an der Spitze des Unternehmens. Kalka kommt vom Süddeutschen Verlag, wo er fast 20 Jahre lang als Chefredakteur verschiedener Branchentitel tätig war – zuletzt seit 2006 an der Spitze von „Werben & Verkaufen“. Schoesslers gehört mehrheitlich zur Vogel Communications Group.

Bettina Steinke wird Vize-Chefredakteurin von “Der Westen”, “Thüringen24” und “News38”

Die Funke Mediengruppe befördert Bettina Steinke von der stellvertretenden Redaktionsleiterin zur Vize-Chefredakteurin von „Der Westen“, „Thüringen24“ und „News38“. Sie wird damit künftig den zentralen Newsdesk der Reichweitenportale in Essen in den Bereichen News, Sport und Regionales leiten. Ihr besonderer Fokus liegt im Ausbau des Ruhrgebiet-Online-Magazins „Der Westen“.

Steinke ist 2018 von Burda Forward zur Funke Mediengruppe gekommen. Bereits während ihres Volontariats bei den bayerischen Nachrichtenportalen von OVB24 war sie CvD und leitende Social Media Managerin, anschließend Social Editor und Engagement-CvD bei der deutschen Ausgabe der HuffPost.

Petra Gramel übernimmt ‚Kurier‘-Marketingleitung

Gramel bringe langjährige Expertise auf Unternehmensseite in Österreich und international mit, so Kurier-Medienhaus-Geschäftsführer Thomas Kralinger: „Ihre breiten Produktmarketing-Kenntnisse außerhalb der Medienbranche werden unser Haus sicherlich bereichern“. Gramel selbst wolle nun die Dachmarke noch bekannter machen, die Profile der Submarken schärfen sowie die Zielgruppen noch genauer ansprechen.

Motor Presse Stuttgart führt Bezahlmodell ein

Der Verlag Motor Presse Stuttgart führt auf seinen Websites Paid Content ein. Den Anfang macht das Onlineangebot des Automagazins Auto Motor und Sport. Dabei setzt die Motor Presse auf das mittlerweile weit verbreitete Freemium-Modell.

Rund 15 Prozent der Inhalte sollen laut Verlag künftig hinter der Bezahlschranke verschwinden. Ähnlich wie bei Spiegel Online, Zeit Online oder FAZ.net werden kostenpflichtige Inhalte mit einem + gekennzeichnet. Nach der Anmeldung können Nutzer zunächst 30 Tage lang kostenlos auf die Premiuminhalte zugreifen, danach kostet ams+ 9,90 Euro im Monat.

Das Abo gilt für alle Digitalprodukte von Auto, Motor und Sport und ist monatlich kündbar. Abonnenten der gedruckten Ausgabe und des E-Paper bekommen einen Gutschein, der sechs Monate freien Zugriff auf ams+ ermöglicht.

Nach einer Testphase soll das Modell auf weitere Marken der Motor Presse übertragen werden.

Twitter und Facebook decken großangelegte Kampagne aus China auf

Twitter hat nach eigenen Angaben eine großangelegte Kampagne aus China aufgedeckt, die die Proteste in Hongkong diskreditieren sollte. Der Kurznachrichtendienst machte 936 Accounts aus, über die koordiniert “politischer Streit in Hongkong gesät werden sollte”. Zusätzlich sei ein Netzwerk aus rund 200.000 Accounts gesperrt worden, bevor es nennenswerte Aktivität entwickeln konnte, teilte Twitter am Montag mit.

Facebook entfernte mit ähnlicher Begründung fünf Accounts, sieben Seiten und drei Gruppen. Mindestens einer der Seiten seien rund 15.500 Facebook-Profile gefolgt. Beide Dienste zeigten Beispiele von Beiträgen, in denen die Demonstranten in Hongkong zum Beispiel als gewalttätig dargestellt wurden.

US-Buchbranche schwächelt im 1. Halbjahr

  • 310,7 Mio gedruckte Bücher sind zwischen Januar und Juni verkauft worden, das ist ein Minus von 1,9%, mit dem die Branche in dieser Höhe nicht gerechnet hatte.
  • Laut den Statistikern von NPD BookScan hat mit Sachbüchern für Jugendliche nur eine einzige der Top-Warengruppen zugelegt (um 2%).
  • Stärkste Auffälligkeit ist ähnlich wie in Deutschland die Schwäche der größten Warengruppe Belletristik, die mit –5,1% deutlich verloren hat.
  • Anders als hierzulande hat das 2018 überdurchschnittlich starke Sachbuch trotz einer Fülle medienwirksamer politischer Bücher nicht wie erhofft geliefert und lag hauchdünn unter Vorjahresniveau (–0,05%).
  • Mit Sorge beobachtet die Branche die auch schon im vergangenen Jahr sichtbare Entwicklung, dass hinter den Topsellern die Nachfrage nicht nur nach Romanen, sondern auch Sach- und Kinderbüchern aus der zweiten Reihe kräftig abbricht.
  • Zweistellige Einbrüche gab es u.a. in den Warengruppen Science-Fiction/Fantasy, religiöse Belletristik, Spannung/Thriller und Romance.

Ford kündigt Einstieg in virtuellen Motorsport an

Ford steigt erstmals mit eigenen nationalen E-Sport-Teams in den virtuellen Motorsport ein und bietet den besten Online-Fahrern die Chance, in einem von fünf so genannten Fordzilla-Teams in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und Großbritannien auf Bestzeitjagd zu gehen. Darüber hinaus steigen die jeweils schnellsten Fahrer jeder Fordzilla-Mannschaft in den Europäischen Ford Fahrerkader auf. Das gab das Unternehmen am Vorabend der diesjährigen Gamescom, der europäischen Leitmesse für digitale Spielkultur bekannt. Die Messe findet vom 20. bis 24. August in Köln statt.

Die Fordzilla-Teams werden unter anderem beim preisgekrönten Rennspiel Forza Motorsport 7 an den Start gehen, entwickelt von den Turn 10 Studios der Microsoft Game Studios. Die Forza-Serie ist die meistverkaufte Rennsportreihe dieser Konsolengeneration und verfügt über eine der größten Rennsport-Communities der Welt. Millionen von Menschen geben jeden Monat in einem der Forza-Spiele Gas – rund eine Million Spieler wählen dabei Fahrzeuge von Ford.

„Ford verfügt über eine einzigartige Motorsporthistorie. Jetzt ist es an der Zeit, dieses Know-how in die Welt des E-Sports zu übertragen und die Phantasie einer neuen Generation von virtuellen Rennfahrern zu beflügeln“, erläutert Roelant de Waard, als Vizepräsident von Ford Europa zuständig für Marketing, Sales und Service.

Apples Netflix-Konkurrent startet im November

Aktuell bereiten sich doch derzeit gleich mehrere namhafte Firmen auf den Start neuer Services vor. Neben Disney+ wird dabei auch Apples Einstieg in dieses Geschäft mit besonderem Interesse verfolgt. In Hinblick auf Preisgestaltung und Starttermin gibt sich Apple bisher ziemlich vage, bei Bloomberg will man nun aber die zentralen Eckdaten in Erfahrung gebracht haben.

Startschuss

Apple TV+ soll bereits im November an den Start gehen, das Ziel des iPhone-Herstellers sei es dabei bald in 150 Ländern weltweit verfügbar zu sein. Dabei soll es zunächst eine Einführungsphase geben, in der der Service kostenlos benutzt werden kann. Erst danach sollen dann 9,99 US-Dollar monatlich veranschlagt werden. Wie lange diese Testphase laufen wird, ist dabei noch nicht klar, allerdings dürfte Apple sich damit auch Zeit geben, das Angebot weiter auszubauen. Immerhin solle Apple TV+ zunächst nur mit fünf Shows an den Start gehen. Zumindest hat man für diese aber einige namhafte Branchengrößen verpflichten können. So ist mit „The Morning Show“ eine Serie mit Jennifer Aniston, Reese Whiterspoon und Steve Carell in Entwicklung. Regisseur Steven Spielberg ist gleich mit zwei Projekten vertreten, einem Revival seiner „Unglaublichen Geschichten“ sowie einer Dokumentarserie namens „Home“.

Mit Apple TV+ will Apple dem eigenen Servicegeschäft weiteren Antrieb verschaffen. Im Jahr 2020 hofft das Unternehmen damit Umsätze von 50 Milliarden US-Dollar zu genieren, berichtet Bloomberg. Allzu ambitioniert ist dieses Ziel allerdings nicht, denn auf dem Weg dorthin befindet sich das Unternehmen bereits jetzt: Im vergangenen Quartal konnte Apple mit dieser Sparte bereits 11,46 Milliarden lukrieren. Angesichts der schwächer werdenden Nachfrage nach Smartphones im allgemeinen und jener nach dem iPhone im speziellen, versucht Apple seinen Fokus zunehmend in Richtung dieser stark wachsenden Sparte zu verschieben.

Massive Investitionen

Den Versuch, neben Netflix, Amazon Prime Video und Disney+ Fuß zu fassen, lässt sich Apple offenbar einiges kosten. So berichtet die „Financial Times“, dass das Unternehmen das Budget für Serien- und Filmproduktionen in den vergangenen Monaten massiv ausgebaut hat. Statt wie ursprünglich eine Milliarde Dollar stehen den ehemaligen Sony-Managern Jamie Erlicht und Zack Van Amburg mittlerweile sechs Milliarden für den Aufbau des Angebots von Apple TV+ zur Verfügung.

Dieses Geld scheint man nicht zuletzt in sehr hohe Produktionsqualität zu investieren. Laut dem Bericht lässt sich Apple alleine die ersten zwei Staffeln der „Morning Show“ satte 300 Millionen US-Dollar kosten. Damit wäre die Serie die teuerste Produktion der TV-Geschichte, und würde sogar die letzte Staffel von „Game of Thrones“ übertreffen. Dort mussten sich die Produzenten mit 15 Millionen US-Dollar pro Episode zufrieden geben. Diesen Betrag erreicht bei Apple TV+ sogar noch eine andere Serie: Bereits im Juli berichtete das „Wall Street Journal“, dass die Science-Fiction-Serie „See“ mit „Aquaman“-Star Jason Momoa ebenfalls auf 15 Millionen pro Episode kommt.

Das Ganze ist aber auch generell als Zeichen derzeit explodierender Budgets in der Streamingwelt zu verstehen. So will Netflix dieses Jahr bereits 14 Milliarden Dollar für neue Filme und Serien investieren. Mehr als 200 Million US-Dollar sollen dabei alleine für einen Deal mit den Showrunnern von „Game of Thrones“, David Benioff und D. B. Weiss, geflossen sein.

7Sports baut E-Sports-Engagement aus

7Sports, die Sport-Unit von ProSiebenSat.1, hat sich die Lizenzrechte an ‚Counter Strike: Global Offensive Major‘ gesichert. Das E-Sports-Event des Veranstalters StarLadder findet vom 5. bis 8. September 2019 in Berlin statt und zählt zu den weltweit bedeutendsten E-Sports-Games. Das Finale überträgt der Pay-TV-Sender ProSieben Fun live im Fernsehen.

Viacom streamt Inhalte künftig auch ins Auto

Viacom wird sein Programm in Zukunft auch in Entertainment-Systemen von Autos bereitstellen. Im Rahmen einer Kooperation mit Access und dessen Twine4Car-System werden MTV, Comedy Central und Nick den Autoherstellern zur Verfügung stehen.

Die Vereinbarung ist die erste ihrer Art für Viacom. Die über Twine4Car verfügbaren Kanäle sind identisch mit den linearen Viacom-Kanälen im deutschen Free-TV. Dazu gehören Nickelodeon-Inhalte wie die lokale Produktion “Spotlight”, “SpongeBob Schwammkopf” und internationale Events wie die “Kids’ Choice Awards”. Auf MTV können sich die Mitfahrer die neuesten Episoden von “YO! MTV RAPS”, “Just Tattoo of Us” und die “MTV EMAs” ansehen, während auf Comedy Central lokale Stand-up Shows wie “Standup 3000”, Sitcoms wie “Modern Family” oder auch “South Park” warten.

Disney+ kommt zunächst nicht für Amazon-Geräte

Disney hat eine Liste kompatibler Geräte für seinen kommenden Streamingdienst Disney+ veröffentlicht. Dieser soll auf Android- und iOS-Geräten, dem Apple TV, Android TV, Googles Chromecast, Desktop-Browsern, der Playstation 4, Roku-Streaming-Geräten, dem Roku TV und der Xbox One laufen. Das meldet unter anderem The Verge.

Interessant ist, dass Disney zumindest zum jetzigen Zeitpunkt offenbar keine Disney+-App für Amazon-Geräte wie den Fire TV, den Fire TV Stick oder die Fire-Tablets plant. Dies dürfte mit der Konkurrenz zusammenhängen, in der Disney zu Amazon, einem der beiden größten Streaming-Unternehmen, steht. Denkbar ist natürlich, dass sich Disney und Amazon bis zum Start von Disney+ noch einigen werden.

Zudem sind die ersten Länder bekanntgegeben worden, in denen Disney+ verfügbar sein wird. In den USA soll der Streamingdienst am 12. November 2019 für einen Preis von 7 US-Dollar im Monat oder 70 US-Dollar im Jahr starten; am gleichen Tag soll er auch in Kanada und in den Niederlanden verfügbar sein. In den Niederlanden soll der monatliche Preis wie bereits bekannt bei 7 Euro liegen, der Jahrespreis soll 70 Euro betragen.

Vorstandsmitglied Stephanie Caspar kauft Springer-Anteile

Von den Verleger-Enkeln bis zu den Mitarbeitern – immer mehr Aktionäre der Berliner Axel Springer SE verkaufen ihre Anteile an den US-Finanzinvestor KKR. Stephanie Caspar, Vorstandsmitglied für Technologie und Daten bei dem Berliner Medienkonzern, hat dagegen jetzt Aktien ihres Arbeitgebers erworben. Ob die ehemalige „Welt“-Managerin die Anteile bei einem von KKR geplanten Rückzug von der Börse wieder verkaufen muss, ist völlig unklar.

Google übermittelte jahrelang Daten an Netzbetreiber

Google stellte Netzbetreibern weltweit über zwei Jahre lang anonymisierte Daten von Android-Nutzern zur Verfügung. Dabei ging es vor allem um die Netzabdeckung, die Verbindungsqualität und dergleichen. Jetzt hat Google den Dienst jedoch eingestellt, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet.

Die Informationen standen den Netzbetreibern im Rahmen des Services Mobile Network Insights kostenlos zur Verfügung. Google bereitete die Daten laut Reuters in einer Art Karte grafisch auf und viele Anbieter verwendeten diese unter anderem zur Analyse, wo und in welchem Maße das Netz ausgebaut werden sollte.

Wie das Nachrichtenportal weiter schreibt, seien ausschließlich Daten von Anwendern verwendet worden, die der Übermittlung von Standortinformationen und Analysedaten zugestimmt hätten. Google habe die Daten so aggregiert, dass nur Informationen zum Netz beziehungsweise dessen Qualität an die Betreiber gingen. Es habe zu keiner Zeit die Möglichkeit bestanden, Rückschlüsse auf das verwendete Gerät oder das Nutzerverhalten zu gewinnen, so Reuters.

Insider haben dem Nachrichtenportal mitgeteilt, dass vor allem die immer strenger werdenden Datenschutzbestimmungen wie unter anderem die EU-DSGVO Google dazu bewogen haben, den Service einzustellen. Der Konzern wurde erst Anfang 2019 in Frankreich zu einer millionenschweren Strafe aufgrund von Datenschutzvergehen verdonnert.

RTL holt sich Unterstützung für Social-Media-Auftritt von TV Now

RTL will seinen Streamingdienst TV Now künftig noch stärker über soziale Netzwerke vermarkten – und holt sich zwei Moderatoren ins Team. Eric Schroth („DSDS-Anmeldeboy“) und Social-Media-Redakteur Cornelius Strittmatter werden in Zukunft die Kanäle von TV Now betreuen.

Die beiden Moderatoren sollen auf Instagram und Facebook die Gesichter des Streaming-Dienstes werden. Dabei begleiten sie die Fans in Stories, Live-Videos und den Feeds.

Jede Woche rückt dabei ein anderes Thema in den Fokus, das die beiden mit der Community besprechen und so den Streaming-Dienst bewerben sollen. Denn neben Fun-Facts und persönlichen Eindrücken geben sie auch Streaming-Tipps. Besuch bekommt das “Stream Team” genannte Duo außerdem von Promis der unterschiedlichen Formate und von Verantwortlichen hinter den Kulissen.

Der Kampf gegen Umsatzsteuerbetrug wird für Onlinehändler zum Bürokratiemonster

Die Betreiber von Onlinemarktplätzen beschäftigt zurzeit eine ungewöhnliche Aufgabe. Von jedem ihrer Händler müssen sie eine Bescheinigung mit der Umsatzsteueridentifikationsnummer einholen – und zwar bis spätestens zum 1. Oktober 2019. So soll verhindert werden, dass die Händler die Umsatzsteuer hinterziehen. Denn wenn die Plattformbetreiber diese Bescheinigung nicht vorliegen haben, haften sie selber für den Steuerausfall.

Was auf den ersten Blick trivial scheint, ist ein riesiger Aufwand. Schließlich verkaufen beispielsweise über Amazon fast 100.000 Händler, bei Ebay sind es noch deutlich mehr. Und es gibt rund 70 kleinere Marktplätze allein in Deutschland – Tendenz steigend.

Doch der entscheidende Punkt: Die Steuerbehörden stellen diese Bescheinigungen ausschließlich in Papierform zur Verfügung. „Das größte Problem ist, dass das Verfahren, das die Politik gewählt hat, uns einen unglaublich hohen manuellen Aufwand aufbürdet“, klagt Lars Schade, Geschäftsführer der Plattform Mercateo, einem Marktplatz für Geschäftskunden.

In der Regel erhält er von den Händlern ein eingescanntes PDF-Dokument, das sich digital nicht vernünftig weiterverarbeiten lässt. „Die Dokumentation ist mühselig und bedeutet einen großen Bürokratieaufwand“, so Schade. Dabei steht er dem ganzen Projekt eigentlich sehr positiv gegenüber. „Im Grundsatz begrüßen wir, dass die Politik jetzt endlich gegen Umsatzsteuerbetrug im Onlinehandel vorgeht“, sagt Schade, „das Problem ist lange unterschätzt worden.“

Seit Jahren war bekannt, dass dem Staat so Steuereinnahmen in Milliardenhöhe entgehen, doch die Politik griff nicht ein. Erst als immer mehr chinesische Händler mit illegalen Steuertricks als Billigkonkurrenz auf die Marktplätze drängten, wuchs der öffentliche Druck – und die Regierung sah sich zum Handeln genötigt. „Daraus ist dann leider kurzfristiger politischer Aktionismus geworden“, stellt Schade fest.

Im November 2018 beschloss der Bundestag das „Gesetz zur Vermeidung von Umsatzsteuerausfällen beim Handel mit Waren im Internet“, das die Plattformen in die Haftung nimmt. Den Marktplatzbetreibern wurden zwei Fristen gesetzt. Alle Händler, die nicht aus der EU kommen, mussten sich bis zum 1. März 2019 spätestens registriert haben. Für alle anderen gilt nun der 1. Oktober als Stichtag.

In vieler Hinsicht hat das Gesetz seinen Zweck erfüllt. Das zeigt sich schon bei den chinesischen Onlinehändlern, von denen in der Vergangenheit kaum einer die Umsatzsteuer korrekt abführte. Waren 2017 nur 432 Onlinehändler aus China, Hongkong und Taiwan in Deutschland steuerlich registriert, sind es jetzt mehr als 15.000.

Bisher waren diese Händler nur schwer zu greifen, deshalb blieb Steuerbetrug in der Regel folgenlos. Es sei denn, die Behörden betrieben großen Aufwand wie im Januar 2018. Damals ließen die Fahnder in einer Blitzaktion im Weihnachtsgeschäft Konten von Händlern auf Amazon einfrieren und Güter beschlagnahmen. Knapp hundert chinesische Händler waren betroffen. Amazon hatte voll kooperiert und die notwendigen Daten zur Verfügung gestellt.

500 Millionen Euro Mehreinnahmen erhofft

Nun sind bei den Behörden zumindest bald alle Händler, die auf Plattformen anbieten, angemeldet. Wenn nicht, werden sie von der Plattform ausgeschlossen. Der Staat erhofft sich durch die stärkere Kontrolle erhebliche Mehreinnahmen. Zwar hat die Verstärkung der Kapazitäten des zuständigen Finanzamts Berlin-Neukölln nach Angaben der Bundesregierung einmalig 4,6 Millionen Euro gekostet.

Doch dem gegenüber stehen erhoffte Mehreinnahmen allein in diesem Jahr in Höhe von mehr als 500 Millionen Euro. Das wäre immerhin schon die Hälfte der Summe, auf die man im Finanzministerium die bisher jährlich hinterzogene Umsatzsteuer schätzt.

Doch schon bei der Verabschiedung des Gesetzes kritisierten Branchenexperten, dass der politische Schnellschuss zu massiven Problemen bei den Plattformbetreibern führen würde. So betonte der Handelsverband HDE, der seit Jahren ein härteres Durchgreifen beim Umsatzsteuerbetrug gefordert hatte, das Papierverfahren sei „nicht zeitgemäß“. Es entstehe Bürokratie, die schwer zu rechtfertigen sei.

Das zeigt sich jetzt bei der Umsetzung. „Unstrittig ergibt sich zumindest im Rahmen der Erstanwendung in diesem Jahr ein deutlich erhöhter Bürokratieaufwand“, beobachtet Philipp Breker, Partner der Steuerberatungsgesellschaft Dornbach. Er kann der Sache aber auch einen positiven Aspekt abgewinnen: „Während auf der einen Seite der Bürokratieaufwand sicherlich erhöht wird, erhöht sich auf der anderen Seite auch die Seriosität des Angebotes.“

„Das Gesetz gegen Steuerbetrug im Online-Handel soll steuerehrliche Unternehmen schützen und für fairen Wettbewerb zwischen Verkäufern aus dem In- und Ausland sorgen“, erinnert Breker an die Grundintention der neuen Regelung, die ja auch im Interesse des Handels ist. „Der Schaden, der durch den Umsatzsteuerbetrug in der Wirtschaft entsteht, ist so groß, dass wir es nachvollziehen können, die Plattformen mit in die Haftung zu nehmen“, stimmt auch Mercateo-Geschäftsführer Schade zu.

Doch er fordert, dass der Staat den Unternehmen bei der Abwicklung entgegenkommt. „Wir erwarten, dass die Behörden uns eine digitale Lösung zur Verfügung stellen“, sagt er. Der Staat habe versprochen, ein Jahr nach dem Start des Gesetzes eine zentrale Datenbank aufzubauen, in der man abfragen kann, ob ein Händler steuerlich gemeldet ist. „Doch bisher ist nichts passiert“, so Schade.

In der Tat hatte die Bundesregierung im Oktober 2018 in einer Gegenäußerung zur Stellungnahme des Bundesrates zum Gesetzentwurf geschrieben, dass die Arbeiten „zur schnellstmöglichen Umsetzung einer elektronischen Abfragemöglichkeit für Betreiber von elektronischen Marktplätzen“ aufgenommen seien. Eine Implementierung ein Jahr nach Inkrafttreten des Gesetzes werde angestrebt.

Ein halbes Jahr später hörte sich das wieder ganz anders an. Auf eine kleine Anfrage der FDP-Fraktion antwortete die Bundesregierung im April: Es werde mit „höchster Priorität“ an einer digitalen Lösung gearbeitet. Doch eine verlässliche Aussage zur Fertigstellung sei zum derzeitigen Stand der Arbeiten nicht möglich. Seitdem, so heißt es in Branchenkreisen, herrsche auch auf Nachfrage auf allen Ebenen Stille. Es seien nicht mal Ausschreibungen für den Aufbau einer Datenbank zu sehen.

Otto: „Wir vernichten kaum Retouren“

Otto sieht bei sich kein Problem mit der Vernichtung von Rücksendungen. „Die Vernichtung betrifft bei uns nur Sachen, bei denen jeder auf den ersten Blick sagen würde: Ok, das ist wirklich Schrott“, sagte Otto-Vorstand Marc Opelt dem Tagesspiegel. Der Anteil der zu zerstörenden Retouren liege „im Promillebereich“.

„Das sind ein paar Tausend Stück im Jahr“, räumte er ein. „Wenn man allerdings weiß, dass wir allein in unserem Lager in Haldensleben pro Tag 120.000 Pakete verschicken, relativiert sich diese Zahl.“ Folglich gebe es in dem Unternehmen „keinen Handlungsbedarf“.

Otto möchte perspektivisch auch Artikel aus Supermärkten und Drogerien am selben Tag liefern. „Wir wollen auch Dinge des täglichen Bedarfs anbieten“, kündigte Opelt an. „Genauso arbeiten wir an der Umsetzung von Same-Day-Delivery-Services.“ Hintergrund ist eine Kooperation mit dem Shopping-Mall-Betreiber ECE, die Otto jüngst abgeschlossen hat. Damit sollen Händler aus den Einkaufscentern ihre Waren über Otto.de verkaufen können, perspektivisch sogar Lebensmittel.

Otto habe das generelle Problem, dass die Kunden nicht bereit seien, den echten Preis für die Logistik zu zahlen. In diesem Teil des Systems sei nicht ausreichend Geld, um es zufriedenstellend zu gestalten. „Und ja, das könnte auch dazu führen, dass Haustürzustellung irgendwann teurer wird“, sagte Opelt dem Tagesspiegel.

Frauennetzwerk Medien präsentiert Liste mit Politik-Expertinnen

Das Frauennetzwerk Medien präsentiert eine Liste mit mehr als 20 Politik-Expertinnen. „Es gibt enorm viele Frauen mit politischer Expertise, trotzdem sind ihre männlichen Kollegen in den Medien viel häufiger vertreten. Das wollen wir ändern“, sagt Martina Madner, stellvertretende Vorsitzende des Frauennetzwerks Medien. „Außerdem nimmt die Liste auch manchen Journalistinnen und Journalisten die Ausrede weg, dass Männer angeblich einfacher zu finden und kontaktieren sind“, heißt es dazu in einer Aussendung.

Auf der Listen finden sich Politikwissenschaftlerinnen, Kommunikationswissenschaftlerinnen und Meinungsforscherinnen, aber auch Soziologinnen, Juristinnen, Frauen, die sich beruflich mit Online-Kommunikation auseinandersetzen und andere, „also Frauen mit ausgezeichneter Expertise, die bei Fragen während eines Wahlkampfs profunde Auskunft geben können“, sagt Wachter. Sofern die Expertinnen auch parteipolitisch aktiv sind oder waren, oder auch für Parteien arbeiten, ist das vermerkt. Wachter: „Wir wollen das transparent halten.“

Spielekonsolen sind zu Stromfressern mutiert

So hat der Energieanbieters E.ON errechnet, dass das erste Modell der Playstation von Sony aus dem Jahr 1994 bei einer täglichen Spieldauer von zwei Stunden nur 5,84 kWh jährlich verbrauchte, die PS 3 mit 137,97 kWh und jährlichen Stromkosten von knapp 40 EUR die stromhungrigste Spielekonsole der letzten Jahre war.

Der aktuelle Nachfolger PS 4 Pro verbraucht wieder etwas weniger Energie und kommt mit 119,72 kWh jährlich aus. Der Trend geht nach E.ON Geschäftsführer Philip Beckmann aber insgesamt wieder hin zu stromsparenderen Geräten.

Die portable Nintendo Switch verbraucht knapp 11 kWh im Jahr, was Stromkosten von ca. 3 EUR entspricht und die aktuelle Retro-Variante des Super Nintendo-Klassikers von 1990 SNES Classic Minis und kommt genau wir das Original mit nur 3,65 kWh jährlich aus.

Die Verbrauchsersparnis wird vielfach durch die Verlagerung von Spielen in eine Cloud realisiert. Dies senkt den Stromverbrauch der Konsolen, aber vermehrt den der Cloudanbieter erheblich.

Wer Energie sparen will, sollte die Konsole nach dem Spielen aus der Steckdose ziehen. Denn auch im Standby-Modus verbrauchen vor allem die Xbox- und Playstation-Modelle noch bis zu 15 kWh und damit knapp fünf Euro im Jahr.

DuMont startet deutsch-norwegisches Leseprojekt

Norwegens Gastlandauftritt bei der Frankfurter Buchmesse rückt näher und die Marketing-Maschinerie nimmt Fahrt auf. Der DuMont Buchverlag hat für seinen Herbst-Spitzentitel „Durch die Nacht” von Stig Sæterbakken jetzt ein deutsch-norwegisches Leseprojekt lanciert.

„Durch die Nacht” (Original: „Gjennom natten”, deutsche Übersetzung: Karl-Ludwig Wetzig) soll in deutsch-norwegischen Tandems gelesen werden.

Das Leseprojekt läuft unter dem Stichwort #ThePassionWeShare.

Unterstützt wird die Akion vom norwegischen Verlag Cappelen Damm, der auch die norwegischen Exemplare des Romans an die Projektleser verschicken wird. Der 2012 gestorbene Sæterbakken zählt zu den wichtigsten zeitgenössischen Autoren Norwegens. In „Durch die Nacht” erzählt er, wie ein trauernder Vater versucht, den Selbstmord seines Sohnes zu verarbeiten.

Instagram lässt Nutzer Fake News melden

Instagram ermöglicht seinen Nutzern, Beiträge zu melden, die falsche Informationen Private Business Cloud enthalten. So angezeigte Beiträge werden an ein Überprüfungsteam geschickt, das die Beiträge bei Verstoß gegen Richtlinien von den Explore- und Hashtagseiten von Instagram entfernt.

„Ab heute können die Nutzer uns mitteilen, ob sie Beiträge auf Instagram sehen, von denen sie glauben, dass sie falsch sind“, zitiert Mashable Instagram-Sprecherin Stephanie Otway. „Wir investieren in die Verhinderung von Falschinformationen in unseren Apps und planen in den kommenden Monaten weitere Updates zu veröffentlichen.“

Damit geht Instagram endlich einen Schritt weiter als bisher: Das Faktencheckteam war zwar auch bereits im Dienst und nahm Falschinformationen von der PlattformGute Alternativen zu Amazon? Mehr dazu auf dem dem MultichannelDay am 26. September 2019 in Köln! , doch die Nutzer selbst hatten keine Möglichkeit, Beiträge zu melden, die ihnen als Falschnachrichten aufgefallen waren. Eine Garantie, dass jeder Beitrag, der als falsch gemeldet wird, auch an die Faktenprüfer weitergeleitet wird, gibt es jedoch auch jetzt nicht: Instagram verlässt sich auf eine Kombination von Faktoren, um zu bestimmen, ob ein gemeldeter Beitrag überhaupt zur Überprüfung weitergegeben wird.

Nicht entfernt, aber weniger sichtbar

Während Mutterunternehmen Facebook Falschnachrichten in seinem Nachrichten-Feed weiter unten platziert und damit weniger sichtbar macht, verfolgt Instagram eine andere StrategiePrivate Business Cloud: Die Falschnachrichten werden auf Explore- und Hashtag-Seiten entfernt. Warneinblendungen, dass es sich bei einem Beitrag um gemeldete Falschinformationen handelt, gibt es nicht. Dementsprechend bleiben also angezeigte Beiträge dennoch in den Feeds von Nutzern sichtbar, die dem Autor des Beitrags folgen. Nur für Nicht-Follower wird es durch die neue Ausblendungsstrategie schwerer, auf unerwünschte Beiträge zu stoßen.

Getrieben von Netflix: US-Medien bündeln ihre Kräfte

CMS und Viacom fusionieren. Der Zusammenschluss ist nur ein Beispiel dafür, dass traditionelle Firmen gemeinsame Sache machen, um gegen Streaming-Riesen zu bestehen.

Die US-Medienlandschaft ändert sich rasant. Die Wiedervereinigung der beiden Medienunternehmen CBS und Viacom ist nur das jüngste Beispiel. Allein in den vergangenen zwölf Monaten hat der Telekom-Konzern AT&T den Medienriesen Time Warner für 80 Milliarden Dollar übernommen, und Walt Disney hat sich das Unterhaltungsgeschäft von Rupert Murdochs 21st Century Fox für 71 Milliarden Dollar einverleibt.

Die traditionellen Unternehmen bündeln ihre Kräfte. Damit reagieren sie auf die aktuellen Trends: den Erfolg der neuen Streaming-Dienste wie Netflix, Hulu oder auch Amazon Prime und darauf, dass immer mehr Menschen ihr Kabel-Abos kündigen.

CBSViacom noch zu klein

Das Beispiel von CBS und Viacom zeigt, wie stark sich die Medienlandschaft innerhalb kurzer Zeit verändert hat: Noch im Jahr 2006 haben die Aufsichtsbehörden dafür gesorgt, dass die Mutter National Amusements das Geschäft von Viacom und CBS getrennt voneinander führt.

Zu groß war die Angst vor der Marktmacht des damals größten Medienunternehmens der USA: Es dominierte den Markt mit Kabelfernsehen, mit dem Filmstudio Paramount, mit MTV und mit zahlreichen erfolgreichen Fernsehshows und Sendern. Netflix dagegen verschickte damals noch DVDs per Post an seine Kunden.

Heute – gerade einmal dreizehn Jahre später – wird CBSViacom auch nach der Fusion nur ein Zwerg gegenüber der Konkurrenz sein: Der Börsenwert von CBS und Viacom erreicht zusammen nicht einmal 30 Milliarden Dollar.

Zum Vergleich: Netflix kommt auf 130 Milliarden Dollar. Der Telekommunikations- und Fernsehanbieter Comcast ist an der Börse mehr als 190 Milliarden Dollar wert, Walt Disney 240 Milliarden Dollar und AT&T sogar 250 Milliarden Dollar.

Die Großen tun sich nicht nur zusammen. Sie bringen eigene Streaming-Angebote auf den Markt, mit denen Kunden sich die verschiedenen Angebote über das Internet anschauen können – wann und wo sie wollen.

Analyst Bryan Kraft von der Deutschen Bank weist darauf hin, dass die Medienbranche derzeit immer globaler wird und von sehr großen Konzernen dominiert wird, deren Börsenbewertung jenseits der 100 Milliarden Dollar liege. „Auch wenn größer nicht immer besser“ sei, könne CBS und Viacom von der Zusammenlegung profitieren.

Das gelte für Investitionen in Sportrechte ebenso wie für Technologie und Inhalte. Außerdem könne ein großer Konzern bessere Talente anlocken und auf dem Werbemarkt besser punkten, schreibt Kraft in seiner Studie.

Etwas kritischer sieht Todd Juenger, Analyst bei Bernstein Research, die jüngste Fusion. Er wirft den beiden Unternehmen vor, Disney kopieren zu wollen: „Wir glauben, dass es nicht zu weit hergeholt ist, zu sagen, dass CBSViacom, wie viele andere, die Marktreaktion auf die Disney-Pläne gesehen und gesagt haben: ‚Lass uns das auch machen‘“, kritisiert er den Zusammenschluss. Er glaubt, dass auch das kombinierte Unternehmen noch nicht groß genug ist.

Konsolidierung geht weiter

Tatsächlich rechnen viele Beobachter damit, dass die Konsolidierung weitergeht. Als mögliche Übernahmekandidaten gelten Sony Pictures Entertainment, Discovery Communications, Lions Gate und Imagination Entertainment. Sony Pictures hat unter anderem Erfolgsserien wie Breaking Bad produziert. Aber die japanische Mutter hat bisher kein Interesse gezeigt zu verkaufen.

Discovery Communications ist an der Börse mit rund 15 Milliarden Dollar bewertet. Das Unternehmen mit den TV-Sendern Food Network, Animal Planet und Discovery Chanel hatte zuletzt mit sinkenden Abonnentenzahlen zu kämpfen. Aber auch Discovery teilte in diesem Jahr mit, dass es nicht zum Verkauf stehe.

Lions Gate gilt ebenfalls als interessanter Anbieter von Inhalten. Das Studio hat unter anderem Hunger Games und Mad Men produziert. Seit einiger Zeit blieben aber Erfolgsserien aus. Jüngst hat das Management angekündigt, seine Inhalte stärker auf dem eigenen Streaming-Dienst Starzplay zu verbreiten.

Diese Pläne kamen bei den Investoren aber nicht sonderlich gut an. Sie trauen dem kleinen Spieler aus Santa Monica nicht zu, gegen die Großen bestehen zu können. Schließlich wird der Streaming-Markt immer voller.

Im kommenden Jahr wollen auch Disney, AT&T, Apple und NBC Universal mit eigenen Streaming-Diensten Kunden locken. Nach Medienberichten hatte auch CBS über einen möglichen Kauf von Lions Gate verhandelt.

Deutsche-Bank-Analyst Kraft ist überzeugt, dass CBS weiter Ausschau hält: „Wir schätzen keineswegs, dass CBS nicht weitere mögliche Akquisitionen jenseits von Viacom auslotet“, schreibt er.

Andere Analysten glauben, dass ViacomCBS, wie das neue Unternehmen heißen soll, auch selbst zum Übernahmeziel werden könnte. Als möglicher Interessent gilt Amazon. Der Onlinehändler ist mit Prime Video längst auch als Streaming-Unternehmen unterwegs. Amazon könnte Interesse an den vielen Filmrechten haben, die Paramount und CBS Studios besitzen.

Zuletzt hat Amazon auch verstärkt versucht, in das Geschäft mit Sportübertragungen einzusteigen. Dort hätte CBS die Rechte an der National Football League (NFL) und an den NCAA-Basketball-Spielen zu bieten.

„Amazon fehlt eine Inhalte-Bibliothek, eine Sportinfrastruktur und eine beständige Pipeline an neuen Serien“, kommentiert Analyst Michael Nathanson von Moffett Nathanson. Eine Übernahme von ViacomCBS durch Amazon wäre daher seiner Ansicht nach sinnvoll. Dann muss nur noch Shari Redstone zustimmen – und die hat bekanntlich ihren eigenen Kopf.

Mehr: Hohe Investitionen in digitale Infrastrukturen und Plattformen belasten Walt Disney. Doch der Konzern sieht sich auf dem richtigen Weg in die Zukunft des Fernsehens.

Gamescom eröffnet mit Abendshow

Die weltgrößte Computerspielmesse Gamescom startet mit einer festlichen Gala. Bei der sogenannten Opening Night Live soll es Weltpremieren von Spielen großer Hersteller geben, die in den kommenden Monaten in den Handel kommen.

Rund 1500 Gäste werden erwartet. Danach geht es am Dienstag mit einem Tag für Presse und Fachleute weiter, bevor am Mittwoch die Türen geöffnet werden für das breite Publikum – bis zum Wochenende dürften wieder Hunderttausende Besucher kommen. Es ist die elfte Ausgabe der Messe, die 2009 erstmals in Köln war.

Am 20.08. wird in diesem Jahr der für die Games-Branche zuständige Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) erwartet. Spannend dürfte werden, was Scheuer im Gepäck haben wird. Denn die zugesicherte Förderung der Branche ist im aktuellen Bundeshaushalt 2020 nicht mehr berücksichtigt, was zu erheblicher Irritation geführt hatte.

Immer weniger jüngere Nutzer bei Facebook

Die Altersgruppe der jüngeren Internet-User wendet sich von Facebook ab. Das Analyseunternehmen eMarketer hat sowohl in Frankreich als auch in Deutschland festgestellt, dass sich das Wachstum der Facebook-Nutzungszahlen verlangsamt, da jüngere Nutzer auf andere PlattformenGute Alternativen zu Amazon? Mehr dazu auf dem dem MultichannelDay am 26. September 2019 in Köln! wechseln. Mit Konsequenzen für die Wachstumsprognosen: Das gesamte User-Wachstum für die Plattform wird in beiden Ländern abflachen.

So erwartet eMarketer im Jahr 2019 nur ein Wachstum von 0,1 Prozent bei der Gesamtzahl der Facebook-Nutzer in Deutschland. Mit einem prognostizierten Zuwachs von 20.000 Nutzern steigt die Zahl aller Nutzer auf 26,8 Millionen. Gleichzeitig soll die Anzahl der Nutzer unter 35 Jahren im Jahr 2019 um 2,2 Prozent sinken. Hier geht es vor allem um die Altersgruppe der 12- bis 17-Jährigen, die sich im Jahresvergleich um 9,1 Prozent verkleinern wird – ein Verlust von rund 170.600 Nutzern in dieser Altersgruppe.

Der Nutzerschwund aus der Gruppe der jugendlichen Facebook-User soll laut eMarketer auch in den kommenden Jahren anhalten. Bis 2023 wird der Anteil dieser Nutzergruppe in Deutschland auf etwas mehr als ein Drittel sinken.

Bei älteren Nutzern ist Facebook zwar nach wie vor beliebt, doch laut eMarketer wird der Zuwachs bei der Altersgruppe der Über-35-Jährigen nicht in der Lage sein, die von den abwandernden jugendlichen Usern hinterlassene Lücke zu schließen. So werde im laufenden Jahr die Zahl der Facebook-Nutzer ab 35 Jahren nur um 2,6 Prozent zunehmen. Im Vorjahr hatte die Wachstumsrate in dieser Nutzergruppe noch 4,7 Prozent betragen.

PwC: E-Sport mit kräftigem Umsatzzuwachs

So stieg der Umsatz in Deutschland 2018 auf 62,5 Millionen Euro, ein Plus von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Beratungsgesellschaft Deloitte errechnete im Auftrag des Branchenverbands Game zuletzt sogar 70 Millionen Euro.

Neben Einkünften über den Verkauf von Tickets und Medienrechten sei vor allem das Sponsoring ein kräftiger Impulsgeber, der aktuell und in den kommenden Jahren für rund 40 Prozent des Gesamtumsatzes sorgen dürfte, hieß es bei PwC. Hier allein erwartet das Beratungshaus im Jahr 2023 einen Umsatz von 60,9 Millionen Euro. Sponsoring bleibe damit „die wichtigste Erlösquelle im E-Sport“, sagte Werner Ballhaus von PwC.

Gemessen am Umsatz liegt der deutsche E-Sport-Markt im globalen Vergleich demnach auf dem vierten Platz hinter den USA (191 Mio Euro), Südkorea (158 Mio Euro) und China (130 Mio Euro). In Europa liegt die Branche in Deutschland dagegen mit Abstand vorn. In Großbritannien wurden 2018 insgesamt 24 Millionen Euro umgesetzt, in Frankreich 21 Millionen und in Spanien 7 Millionen Euro.

Immer mehr würden sich auch klassische Unternehmen etwa durch Sponsoring, Marketing oder Investitionen in der Branche engagieren, ermittelte PwC. Wer möglichst früh in die noch junge Branche eintrete, habe gute Chanchen, sich als führender Player zu positionieren, schätzt Ballhaus. Fußball-Bundesligavereine hingegen hielten sich noch zurück. Dies habe eine im Mai 2019 durchgeführten Befragen unter Clubs der 1. und 2. Bundesliga ergeben.

Vom Deutschen Olympischen Sportbund DOSB ist E-Sport bislang noch nicht als offizielle Sportart anerkannt. Zuletzt hatte die Weltmeisterschaft beim Spiel „Fortnite“ für Schlagzeilen gesorgt: Der Sieger strich ein Rekord-Preisgeld von rund 30 Millionen Dollar ein.

Beim „eWorld Cup“ des Fußballspiel-Simulators FIFA erhielt der Champion immerhin noch rund 250 000 Dollar.

Bertelsmann Content Alliance schafft ‚Ambassador‘-Posten

Um bei der Vielzahl an Themen in den einzelnen Unternehmen eine direkte Kommunikation und Orientierung zu schaffen, hat die ‚Content Alliance‘ jetzt in den einzelnen Sparten eine neue Funktion geschaffen. So wurde bei der Mediengruppe RTL Deutschland, der UFA, RTL Radio Deutschland, der Verlagsgruppe Random House, Gruner + Jahr und BMG jeweils ein sogenannter ‚Content Ambassador‘ verankert. Die Content Ambassadors sollen „als Botschafter, als Beschleuniger, auch als ‚Pfadfinder‘ helfen, Projekte und Ideen der Bertelsmann Content Alliance voranzubringen und dazu die richtigen Menschen zusammenbringen“.

Zu den neuen Content Ambassadors gehören Julia Reuter (Mediengruppe RTL Deutschland, Geschäftsführerin Strategie, Personal & Kultur), Anja Kaeumle (UFA, Director PR & Marketing), Marc Haberland (RTL Radio Center Berlin, Geschäftsführer Programm), Matthias Aichele (Verlagsgruppe Random House, Vice President Business & Digital Development), Bettina Breitling (Verlagsgruppe Random House, Leitung Lizenzen, Sondergeschäft, Referenten-Agentur), Hans-Peter Junker (G+J, ‚View‘-Chefredakteur und stellvertretender ‚Gala‘-Chefredakteur), Dominique Kulling (BMG, EVP Continental Europe Repertoire & Marketing) und Mirijam Trunk (Geschäftsführerin Audio Alliance).

Spotify startet eigene Plattform für Podcaster

Spotify zündet in seiner großen Podcast-Offensive die nächste Stufe: Die im Oktober ins Leben gerufene Plattform „Spotify for Podcasters“ hat die Beta-Phase beendet und ist nun offiziell in Betrieb genommen worden, wie der Musikstreamingdienst mitteilt. Mit der eigenen Plattform will das schwedische Unternehmen seinen Podcastern unter anderem detaillierte Zielgruppendaten an die Hand geben.

Seitdem die Plattform im Oktober 2018 in die Beta-Phase ging, haben sich laut Spotify mehr als 100.000 Podcaster aus 167 Ländern angemeldet. Das Interesse der Podcast-Gemeinschaft an detaillierten Reichweiten- und Performance-Kennziffern war also offenbar groß. Nachdem Spotify in den vergangenen Monaten das Feedback der Podcaster eingesammelt hat, hat man sich nun dazu entschlossen, die Plattform offiziell in Betrieb zu nehmen.

In diesem Jahr hat Spotify zum großen Angriff in dem Segment geblasen. Das schwedische Unternehmen hat etwa sein Angebot an Audio-Eigenproduktionen massiv ausgebaut. Im Frühjahr wurden die drei Spezialisten Gimlet, Parcast und Anchor für insgesamt rund 400 Millionen US-Dollar übernommen, um den Nutzern noch mehr und noch bessere Podcasts anbieten zu können. Vor allem die Akquisition von Gimlet, das sich zum „HBO der Audio-Szene“ aufschwingen will, gilt als Coup.

Facebook eröffnet Pop-up-Cafés, um über Privatsphäre aufzuklären

Facebook eröffnet zwischen 28. August und 5. September fünf Pop-up-Cafés in Großbritannien, wo Gästen kostenloser Kaffee und Hilfe in Bezug auf die Privatsphären-Einstellungen auf der Plattform angeboten wird.

Falls sich das jemand nicht entgehen lassen will: Das erste Café öffnet am 28. August für einen Tag in The Attendant Café auf der Great Eastern Street.

Der Grund für die Eröffnung sei eine Umfrage, die besagt, dass über ein Viertel der britischen Facebook-Nutzer (27 Prozent) nicht wüssten, wie sie ihre Privatsphären-Einstellungen richtig anpassen.

Handy und OOH: Synergien-Potenzial wegen Neugier

Silber für Digital-Out-of-Home, wenn es nach Wachstum in der Focus-Halbjahresbilanz 2019 unter den Werbeträgern geht. Um 17,4 Prozent konnte die Sparte im Vorjahresvergleich zulegen, der gesamte Außenwerbebereich um über 14 Prozent. Laut IPG Mediabrands etwa ist OOH das einzige traditionelle Werbeformat, das in den letzten zehn Jahren ein kontinuierliches Wachstum der weltweiten Werbeumsätze verzeichnen kann. 20 Prozent der OOH-Spendings entfallen hierzulande mittlerweile auf DOOH, wie die Agentur-Studie „DOOH Extension – Studie zur Smartphonenutzung“ bestätigt.

50 Jahre Internet: Von 4 auf 4 Milliarden Nutzer

Ursprünglich war das Internet etwas kleiner geplant, als wir es heute kennen. Gerade einmal vier Universitäten in den USA sollte das sogenannte Arpanet verbinden, als die Pläne für eine Vernetzung von Computern Ende der 1960er Jahre Gestalt annahmen. Der erste Knoten des Arpanet, ein sogenannter Host an der Universität von Los Angeles, nahm vor 50 Jahren, am 30. August 1969, seinen Betrieb auf. Er legte die Grundlage für das Internet und eine weltweite Erfolgsgeschichte. Im vergangenen Jahr war nach Zahlen der International Telecommunications Union ( ITU) erstmals mehr als die Hälfte der gesamten Weltbevölkerung online. Demnach nutzten 2018 rund 3,9 Milliarden Menschen das Internet. 2001, als diese Zahlen erstmals erhoben wurden, waren es gerade einmal 495 Millionen oder 8 Prozent der Weltbevölkerung, schreibt Bitkom.

Knotenpunkt in Stanford

Bis das Arpanet nach dem Startschuss im August 1969 wirklich Computer vernetzte, verging noch etwas Zeit. Zunächst wurde am 1. Oktober der zweite Knotenpunkt in Stanford aktiviert und es dauerte bis Dezember, bis auch Santa Barbara und die Universität von Utah angeschlossen waren.

Die Mittel für das Projekt, das den Grundstein für das heutige Internet legte, kamen aus der staatlichen Advanced Research Projects Agency (ARPA), die dabei helfen sollte, die technologische Vorherrschaft der USA gegenüber der Sowjetunion sicherzustellen. Obwohl nach dem Start des Arpanet 1969 schrittweise weitere Knoten hinzukamen, dauerte es noch drei Jahre, bis das Wachstum des Netzes richtig Fahrt aufnahm: 1972 wurde mit der E-Mail eine Art Killer-Anwendung für das junge Netz öffentlich vorgestellt. Waren davor durch das Arpanet in erster Linie Computer miteinander verbunden, so wurden nun Menschen vernetzt. Das World Wide Web, das viele heute mit dem Begriff Internet verbinden, kam übrigens erst viel später und setzte 1989 auf die bereits vorhandene Vernetzung der Computer auf.

Ulrike Leibfried wird Geschäftsführerin von UFA Fiction

Ulrike Leibfried wird neue Geschäftsführerin bei UFA Fiction, das oberste Führungsteam der Produktionsfirma besteht damit künftig aus vier Personen. Bei der einzigen Frau in der Geschäftsführung laufen alle Projektentwicklungen zusammen. Was ihre Ziele sind…

Die Geschäftsführung von UFA Fiction bestand bislang aus drei Personen. Benjamin Benedict, Markus Brunnemann und Sebastian Werninger hatten das Sagen, ihre Verantwortungsbereiche verschoben sich je nach Projekten. Nun rückt auch Ulrike Leibfried in die Geschäftsführung der Produktionsfirma auf. Anders als ihre Kollegen wird sie projektübergreifend arbeiten und das gesamte strategische Development verantworten. Damit bündelt UFA Fiction auch die gesamten Projektentwicklungen bei Leibfried. Geschehen soll das in enger Zusammenarbeit mit Benedict und Thomas Laue, Chefdramaturg der UFA.

Kaspersky-Virenscanner hilft beim Tracken seiner Nutzer

Nutzer der Antivirensoftware Kaspersky waren offenbar jahrelang besonders anfällig für Tracking durch von ihnen besuchte Webseiten. Grund dafür war eine einzigartige ID, die Kaspersky im Quelltext jeder besuchten Seite speicherte. Aufgefallen ist die Sache einem Reporter der Computerzeitschrift c’t. Als er bei einem Antiviren-Programm-Test den Quellcode einer Webseite überprüfte, bemerkte einen Verweis auf das Virenschutz-Unternehmen Kaspersky Labs.

Die Entdeckung erschien vor allem deshalb seltsam, weil die besuchte Webseite überhaupt nichts mit Kaspersky zu tun hatte. Ein Test auf weiteren Internetseiten habe ähnliches offenbart. Die Vermutung des Autors: Der Javascript-Code werde nicht von den besuchten Webseiten erzeugt, sondern von der von ihm zu Testzwecken verwendeten Antivirensoftware. Weitere Recherchen hätten diese Vermutung bestätigt. Der Code gehörte zu einer speziellen Funktion des Virenschutzes. Die Aufgabe des Kaspersky-Codes war es demnach unter anderem, bei Google-Suchen der Nutzer hinter Ergebnissen ein grünes Schutzschild-Symbol anzuzeigen, wenn Kaspersky den Inhalt der Webseiten für unbedenklich hielt.

Virenschutz macht Nutzer anfällig für Tracking

Problematisch ist das, weil die Funktion Webseiten offenbar erlaubt, Nutzer über alle verwendeten Browser hinweg zu verfolgen – und zwar egal, ob sie Cookies zugelassen haben. Die zufällig anmutende Folge aus Buchstaben und Ziffern aus dem Code „9344FDA7-AFDF-4BA0-A915-4D7EEB9A6615“ blieb im c’t -Test nämlich immer gleich, egal ob Firefox, Chrome oder Safari benutzt wurden. Sogar im Inkognito-Modus der Browser wurde diese Zeichenkombination hinzugefügt. Wurde ein anderer Computer verwendet, wurde eine andere ID eingefügt, aber wiederum die gleiche über alle Browser hinweg.

Die Gefahr einer solchen gleichbleibenden Geräte-ID: Die besuchten Seiten hätten die Informationen speichern und damit ein Profil der Nutzer anlegen können, ob diese das wollen oder nicht. Auch die Nutzung von VPN-Software, die Privatsphäre garantieren soll, indem die IP-Adresse der Nutzer verschleiert wird, hätte das Tracking durch die Kaspersky-ID nicht verhindert. Der Virenschutz, den die Nutzer installieren, um sicherer unterwegs zu sein, hätte damit das Gegenteil erreicht.

Eingeführt wurde das Feature, das sich jetzt als Sicherheitslücke entpuppte, im Herbst 2015. Betroffen waren laut dem c’t-Artikel alle Windows-Versionen der Software für Privatkunden. Kaspersky hat die Sicherheitslücke bestätigt, die „Verwendung eindeutiger Identifikatoren“ bei der Überprüfung von bösartigen Webseiten sei nach dem Hinweis eingestellt worden, teilte das Unternehmen mit. Das entsprechende Update wurde im Juni verteilt.

Sky ermöglicht Abruf von Einzelspielen

Sky erweitert mit Beginn der neuen Bundesliga-Saison offenbar seine Angebotspalette. So will der Pay-TV-Anbieter künftig auch den Abruf einzelner Spiele ermöglichen. Bislang bietet Sky neben klassischen Abos lediglich Tagestickets für die Bundesliga an.

Mit einem Pay-per-View-Angebot für einzelne Spiele könnte Sky neue Kunden erreichen, für die der Abschluss eines Abos bislang nicht in Frage kam. Der Schwerpunkt der Vermarktung liegt aber weiterhin auf den Pay-TV-Paketen.

Unterdessen kann Sky zum Start der neuen Bundesliga-Saison gute Zahlen verkünden. Die Live-Umfelder sind laut Sky Media um 11 Prozent besser ausgelastet als im Vorjahr, bei den Sonderwerbeformen liegt der Vermarkter sogar 27 Prozent im Plus. Zu den wichtigsten Kunden gehören die Wettanbieter Tipico und Bwin sowie Krombacher. Tipico tritt ab sofort als Titelsponsor des Topspiels der Woche am Samstagabend auf. Krombacher bleibt Co-Sponsor der Samstagskonferenz und des Topspiels der Woche. Bwin ist weiterhin Titelsponsor des Formats „Alle Spiele, alle Tore – die Bwin Highlight-Show“, das im Anschluss an die Live-Spiele ausgestrahlt wird. Neuer Co-Sponsor des Topspiels der Woche ist außerdem Procter & Gamble mit der Marke Gillette.

Die Deutsche Vermögensberatung bleibt im Rahmen eines umfassenden Sponsoringspaktes Titelsponsor der Halbzeitanalyse. Als neuer Co-Sponsor am Bundesliga-Sonntag ist Storck mit der Marke Knoppers NussRiegel dazu gekommen.

Kinojahr 2019: „guter Anfang“

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum wurden 2,6 Millionen mehr Tickets verkauft – insgesamt waren es 53,7 Millionen, wie die Filmförderungsanstalt (FFA) am Freitag in Berlin mitteilte. Der Umsatz stieg demnach um 5 Prozent auf 461,5 Millionen Euro.

Die Kinohits des Halbjahres waren „Avengers: Endgame“ mit knapp 5 Millionen Besuchern und Caroline Links Film „Der Junge muss an die frische Luft“, der seit Januar fast 3 Millionen Zuschauer hatte. Dahinter liegt „Drachenzähmen leicht gemacht 3: Geheime Welt“ (2,2 Millionen).

Das Kinojahr 2018 war das schlechteste seit 1992. FFA-Vorstand Peter Dinges sieht in den leichten Steigerungen im ersten Halbjahr „noch lange keine Entwarnung“ für den deutschen Kinomarkt, aber es sei ein guter Anfang. Schließlich habe es mit „Avengers: Endgame“ bereits einen Blockbuster gegeben – die hätten 2018 komplett gefehlt. Und ein zweiter laufe derzeit mit „Der König der Löwen“.

Sportfans zeigen großes Verständnis für Sponsoring

In den sozialen Medien zieht der Sport mehr Aufmerksamkeit auf sich als Musik oder Politik.

Im Auftrag der VSA hat das Institut Nukleon Consumer Insights 2500 Konsumenten befragt, davon 2000 Sportinteressierte. Hinsichtlich Alter, Geschlecht und Region ist die Studie repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren.

Sportfans zeigen großes Verständnis für das Sponsoring und sie übertragen die Sympathien für ihren Verein auf die Partner. Bei Menschen, die ohnehin „markenaffin“ sind, ist dieses Verständnis besonders stark ausgeprägt.

Sport ist Fernsehsport – so war das in der Vergangenheit. So ist es immer noch bei den Ü50-Fans. Für die junge Generation allerdings gilt das nicht mehr. Hauptquelle ihrer Information über Sportereignisse ist das Internet, und zwar ganz besonders das mobile Netz. Alle anderen traditionellen Medien verlieren bei den 18- bis 29-Jährigen rapide an Bedeutung. Auffällig sind die Daten für die Streaming-Plattformen: Sie erreichen inzwischen mehr als ein Drittel der Sportfans unter 50 Jahren, bei den Älteren aber gerade einmal 17 Prozent.

Dass sich Sportfans online bei ihren regionalen Medienmarken und bei überregionalen Portalen wie Kicker und Sport Bild informieren, ist keine Überraschung. Dass aber die eigenen Plattformen der Clubs, der Ligen oder auch einzelner Sportler bereits annähernd die gleiche Bedeutung gewonnen haben, zeigt einen bemerkenswerten Wandel hin zu Owned Media im Sportbusiness.

Dass die Markenkommunikation im Sponsoring etwas weniger informativ und unterhaltsam ist als in anderen Werbeformen, ist erklärbar: Ein 30-sekündiger Videospot kann eine Geschichte ausführlicher erzählen als eine Bande im Stadion. In den anderen Kategorien sind die Werte fürs Sponsoring überdurchschnittlich – das Engagement im Sport wird vor allem als zeitgemäß empfunden.

Drew Barrymore arbeitet an neuer Daytime-Talkshow

Der Sprung von der zuletzt bekannt gewordenen Rolle der Nana Spier in der Serie „Santa Clarita Diet“ auf Netflix zu einer eigenen Talkshow scheint für US-Schauspielerin Drew Barrymore nicht mehr weit.

Sollte es Barrymore gelingen, im Fernsehen – vor allem in Kooperation mit CBS – Fuß zu fassen, könnte dies einen weiteren großen Namen auf dem gerade wachsenden Markt der Daytime-(Talk-)Shows bedeuten. Somit würde der Name ihrer Show neben Giganten der CBS-Welt wie „Dr. Phil“, „Rachael Ray“ und „The Doctors“ stehen.

Youtube stockt Vorteile für Premium-User auf

Wer viele YouTube-Videos konsumiert, bekommt auch einiges an Werbung zu sehen – es sei denn, er verfügt über einen bezahlten Premium-Account der Google-Adoptivtochter.

Da bei der großen Auswahl an Anbietern im Video-On-Demand-Sektor sich das Bezahl-Paket von YouTube bisher aber vergleichbar schleppend verkaufte, wird die Liste der Premium-Goodies nun um ein paar Punkte erweitert. Der vielleicht aufsehenerregendste: Abgesehen von der werbefreien Nutzung können Nutzer mit Premium-Privilegien zukünftig YouTube Originals ab dem Veröffentlichungszeitpunkt der ersten Folge „bingen“.

Das bedeutet: Alle Episoden der angebrochenen Staffel stehen vom ersten Moment an zur Verfügung – damit der geneigte User sich eine fesselnde Serie in einer schlaflosen Nacht in voller verfügbarer Länge und lückenlos zu Gemüte führen kann. Die neuen Konditionen für zahlende Kundschaft treten bei YouTube am 24. September 2019 in Kraft und ermöglichen es Premium-Usern ebenfalls, Serienfolgen herunterzuladen und dann offline anzusehen. User mit gewöhnlichen Kostenlos-Accounts müssen sowohl bei Serien den Veröffentlichungsrhythmus der Serien abwarten und können diese nicht werbefrei oder offline ansehen.

Geschenk-Karten und Voucher: Oakley Capital übernimmt Mehrheit an Seven Miles

Die Private Equity-Gesellschaft Oakley Capital mit Stammsitz in London will die Mehrheit an der Sven Miles GmbH in Düsseldorf übernehmen. Über 27 Millionen Euro blättert Oakley Capital für die 2014 gegründete Gutschein-Start-Up-Company auf den Tisch. Seven Miles bietet Wunsch-Gutscheine bzw. Geschenk-Karten an, die Verbraucher bei einem Anbieter ihrer Wahl einlösen können. Zu den Voucher-Partnern von Seven Miles gehören über 500 Unternehmen, darunter Ikea, Zalando, H&M, Apple oder Amazon. Darüber hinaus bietet Seven Miles für Arbeitgeber steuer-optimierte Geschenk-Karten (Wert 44 Euro) an, die diese an ihre Beschäftigten weitergeben.

Die von Valentin Schütt und Tom Schröder gegründete Seven Miles GmbH rechnet für 2019 mit einem Umsatz-Volumen von mehr als 100 Millionen Euro.

Huawei soll an Alternative zu Google Maps arbeiten

Neben einem eigenen Betriebssystem will Huawei nun auch eine Google-Maps-Alternative entwickeln. Dadurch soll die US-Abhängigkeit weiterhin entflochten werden.

Laut China Daily sieht Huawei eine Schnittstelle für lokale Kartendienste in 150 Ländern vor. 40 Sprachen soll diese unterstützen. Der russische Suchmaschinenbetreiber Yandex sowie die Mutterfirma des Buchungsservices Booking.com sind bereits an Bord. Auf Presseanfragen wurde bislang nicht reagiert.

Die Entwicklung eines eigenen Online-Kartendienstes ist nur ein weiterer Schritt, um sich von Google & Co zu lösen. Der Handelsstreit zwischen den USA und China hatte dazu geführt, dass kurzzeitig davon die Rede war, dass Huawei-Smartphones künftig keine Updates mehr bekommen. Kürzlich wurde die Maßnahme dann aber doch im letzten Moment abgeblasen. Trotzdem dürfte die Drohung aber dazu geführt haben, dass sich Huawei künftig nicht mehr auf US-Partner verlassen will.

Wie sich Google von der Such- zur Antwortmaschine wandelt

Google befindet sich in einem stetigen Transformationsprozess. Die Suchmaschine wird immer stärker zur Antwortmaschine und führt weniger organischen Traffic auf externe Websites. Das Werbegeschäft entwickelt sich derweil prächtig – trotz Amazon.

Sucht man heutzutage auf Google nach einer Information, wird man häufiger schon auf der Ergebnisseite fündig, ohne noch eine der dort aufgelisteten Websites anzuklicken. Rechts oben sammelt der Knowledge Graph immer mehr strukturierte Informationen zu Unternehmen oder Personen, Snippets bieten zudem Erklärungen und Definitionen, und sogar weiterführende Fragen werden im Rahmen einer ausklappbaren Box („Nutzer fragen auch …“) beantwortet.

Die Folge: Der organische Traffic, den Google für externe Website-Betreiber liefert, sinkt kontinuierlich – besonders stark in der mobilen Nutzung, weil man auf dem Smartphone weiter nach unten scrollen muss, um überhaupt zu den organischen Suchergebnissen zu gelangen. Wie weit der Trend schon fortgeschritten ist, zeigte im Juni eine Auswertung, die das Software-Unternehmen Spark Toro mit Suchdaten aus den USA vorgenommen hat. Danach führt dort fast jede zweite Suchanfrage nicht mehr zu weiteren Klicks auf die Ergebnisse, weil sie offenbar schon ausreichend beantwortet wurde. Nur gut 41 Prozent des Traffics werden organisch auf externe Websites geleitet, 3,6 Prozent auf Werbeanzeigen. Hinzu kommt, dass Google es durch immer neue eigene Angebote wie Google Jobs und Google Flights erfolgreich schafft, Nutzer auf den eigenen Seiten zu halten.

Die Ergebnisse bestätigt der „Digital Marketing Report“ für das 2. Quartal, den die US-Marketingagentur Merkle erstellt hat. Danach kommen in den USA nur noch 23 Prozent des Traffics auf Websites über die organische Suche auf einer Suchmaschine, ein Minus von 6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Website-Betreiber, die über Content-Strategien Nutzer auf ihre Seiten ziehen wollen, stehen damit vor großen Herausforderungen – sofern sie sich auf den Ergebnisseiten nach unten abdrängen lassen. Denn es kann natürlich für Unternehmen attraktiv sein, selbst mit ihren strukturierten Daten in den Direct-Answer-Boxen zu erscheinen, sofern ein Link zu ihrer Website besteht. Dies rufe dann, betont Hansjörg Rampl, Managing Director der Agentur iProspect Deutschland, „eine höhere Aufmerksamkeit und dadurch höhere Klickraten“ hervor. „Ich glaube, dass die Vorteile überwiegen“, so Rampl. Allerdings ist es nicht einfach, mit einem Thema in die Boxen zu kommen, wenn es nicht gerade um Informationen zur eigenen Firma oder Marke geht.

Vorarbeit für die Voice-Kommunikation

Mit dem Wandel zur Antwortmaschine fördert Google die Bereitstellung klarer, eindeutiger und gut auffindbarer Informationen durch Unternehmen und Website-Betreiber, auch für Dienste wie Google Maps. Dies ruft spezialisierte Dienstleister auf den Plan, die genau dafür sorgen, etwa Yext oder auf lokaler Ebene Uberall.

„Momentan findet ein grundlegender Paradigmenwechsel statt: Vielfältige und meist unübersichtliche Suchergebnisse weichen einzelnen, strukturierten und vor allem konkreten Antworten“, glaubt Yext-CEO Howard Lerman. „Und so müssen Unternehmen künftig ihre Website als einen Ort für Antworten betrachten, damit Google, Alexa und andere Dienste Fragen konkret beantworten können.“

Der strategische Schwerpunkt dürfte dabei auf den Sprachassistenten liegen. Da sie auch künftig wohl kaum Listen von Alternativen vorlesen werden und auch nicht auf Websites verweisen können, sind sie auf eindeutige Antworten angewiesen. Mit der „Eine Antwort“-Kultur dürfte Google die künftige Voice-Ära vorbereiten. „Die Antworten des Knowledge Graph sind bereits so strukturiert, dass es keinen Unterschied mehr macht, ob man sie auf der Website liest oder von einem Sprachassistenten vorgelesen bekommt“, erklärt Rampl.

„Der Knowledge Graph und die Snippets werden zur selben Zeit ausgebaut, zu der auch die digitalen Sprachassistenten den Markt erobern“, beobachtet auch Christoph Böckmann, Senior SEO Consultant bei der Performance-Agentur Eprofessional. „Es liegt nahe, dass die Antworten für die Suchanfragen in der Suchmaschine und im Voice-Bereich nach einem ähnlichen Muster ausgewertet werden.“ Wer seinen eigenen Website-Content für die entsprechenden Google-Features optimiere, leiste daher „gute Vorarbeit für die kommende Voice-Kommunikation“. Böckmann weist darauf hin, dass es immer mehr Informationen gibt, die man standardisiert auszeichnen könne, „neuerdings etwa auch ,How to‘ oder ,FAQ‘.“

Das Werbegeschäft wird von der forcierten Antwort-Kultur kaum tangiert werden, der Anteil der Klicks auf bezahlte Anzeigen steigt eher an. Anzeigentexte dürften auch nicht zur Domäne der Sprachassistenten werden: „User erwarten über Voice eher ultimative Wahrheiten und Fakten“, sagt Thomas Nuss, CEO von Eprofessional. „Für Shopping-Funktionen eignet es sich weniger gut, weil dort meist eine Auswahl von Produkten gefragt ist.“

Und so läuft das SEA-Geschäft munter weiter, trotz des rasanten Aufstiegs von Amazon zur neuen Werbegroßmacht und Produktsuchmaschine. „Google ist in Mediaplanungen nach wie vor gesetzt“, konstatiert Thomas Gässler, Geschäftsführer der Agentur Plan.Net Performance. „Es gibt Unternehmen, die Budgets zu Amazon verschieben, aber teilweise wird dort auch additiv gebucht.“ Eine starke Abwanderungsbewegung aus Google kann er nicht feststellen.

Das untermauern die Alphabet-Geschäftszahlen des 2. Quartals: Danach ist der Werbeumsatz von Google auf 32,6 Milliarden US-Dollar geklettert, ein Plus von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Zum Vergleich: Amazon meldete für das 2. Quartal im Bereich „Other“, in dem vor allem Werbeeinnahmen verbucht werden, 3 Milliarden US-Dollar, und damit einen Zuwachs von 37 Prozent.

Google Shopping bietet Direktkauf

Doch obwohl Google das Werbegeschäft im Griff hat: Amazon ist ein gefährlicher Konkurrent, und dass Google ihn sehr ernst nimmt, zeigt sich allein schon daran, mit welchem Eifer der Konzern seine Shopping-Funktionen ausgebaut hat – von der Integration in die Bildersuche bis zur Darstellung von Produktverfügbarkeiten in den Shopping-Ads.

Und Google will sich nicht länger damit begnügen, Angebote vorzuschlagen und Preisvergleiche anzustellen. Der Kauf soll zunehmend auch auf der Plattform selbst möglich werden. In der neuen Version von Google Shopping, die im Juli in den USA eingeführt wurde, bekommen die Nutzer personalisierte Produktempfehlungen und können direkt über die Anzeigen ordern. Google stellt dabei die Bezahlfunktion zur Verfügung, um die Logistik müssen sich die Händler aber nach wie vor selbst kümmern. Für die Produkte der Partnerhändler gibt es aber eine „Google-Garantie“.

Der Direktkauf ist auch bereits in Frankreich und Indien getestet werden. Einen Starttermin der neuen Shopping-Funktionen in Deutschland gibt es noch nicht, man kann aber davon ausgehen, dass sie im nächsten Jahr kommen werden.

Allerdings: Lohnen sie sich nicht nur für Google, sondern auch für die Händler? „Ads mit Bezahlfunktion sind vor allem für kleinere Unternehmen spannend, die keine bekannte Brand haben, eingeschränkte Ressourcen in Shop-Entwicklung und Ressourcen und möglicherweise auch nur eingeschränkte Zahlmöglichkeiten anbieten können“, glaubt Eprofessional-CEO Nuss. „Umgekehrt stoßen sich große Händler eher daran, dass User so nicht in ihren Shop geleitet werden und somit Cross- und Upselling-Potenziale sowie Brandingeffekte verloren gehen können.“

Facebook testet 100 Millionen Zeilen Code in 30 Minuten

Seit einigen Jahren arbeitet Facebook eigenen Angaben zufolge an dem Werkzeug Zoncolan, das das Unternehmen zur statischen Code-Analyse nutzt. Das zuständige Entwickerteam hat nun erstmals öffentlich Details des Projekts im Engineering-Blog von Facebook vorgestellt. Beeindruckend ist vor allem die Leistungsfähigkeit von Zoncolan.

Denn der Veröffentlichung zufolge umfasst der Webcode von Facebook derzeit mehr als 100 Millionen Zeilen Code in der Sprache Hack. Dieser könne dank des Werkzeugs in weniger als 30 Minuten komplett überprüft werden. In der Vorstellung hebt das Team diese massive Skalierbarkeit hervor, weist aber ebenso darauf hin, dass mit dem Vorgehen natürlich nicht alle Fehler gefunden werden könnten, sondern nur bestimmte Fehlerklassen. Der Einsatz habe dennoch Tausende potenzielle Sicherheitslücken verhindert.

Zoncolan agiert als Parser für den Code und erstellt dabei eine Repräsentation des Control-Flow-Graphs des Codes sowie einen Call Graph, also das Verhalten der Funktionen sowie deren Interaktionen miteinander. Die Idee von Zoncolan ist es, diese Abstraktion zu nutzen, um den Verlauf von Eingabedaten nachzuverfolgen. Dabei wird der Ablauf mit einem großen Regelwerk verglichen. Schlägt Zoncolan auf eine der hinterlegten Regeln an, überprüft ein Entwickler aus dem Security-Team den betroffenen Code.

Ex-Top-Manager Middelhoff im Ruin

Der ehemalige Topmanager Thomas Middelhoff stellt sein neues Buch vor. Es trägt den Namen „Schuldig“. Vorab stellt der wegen Untreue und Steuerhinterziehung verurteilte in einem Interview klar, dass der Buchtitel lediglich auf seine moralische „Schuld“ abzielt.

Er glaube nach wie vor, „dass das juristische Urteil ein fragwürdiges ist“, sagte Middelhoff der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ (FAS). „Das sehen auch viele Anwälte, Richter und andere Experten so.“ Er sei unabhängig vom Urteil „auf jeden Fall schuldig, weil ich in Teilen meinen Charakter verloren und gegen die Wertmaßstäbe der Gesellschaft verstoßen habe.“

Middelhoff war einst einer der Top-Manager in Deutschland. Von 1998 bis 2002 war er Chef des Medienkonzerns Bertelsmann. 2005 hatte er die Führung des angeschlagenen Karstadt-Quelle-Konzerns übernommen. Er startete ein umfangreiches Umbau- und Kostensenkungsprogramm. Der Konzern wurde in Arcandor umbenannt.

2009 wurde Middelhoff an der Firmenspitze abgelöst, wenig später musste Arcandor Insolvenz anmelden. „Fachlich haben sich alle strategischen Entscheidungen bei Arcandor und Karstadt­Quelle als die richtigen erwiesen“, behauptet Middelhoff im FAS-Interview.

Vor knapp fünf Jahren wurde er wegen Untreue in 27 Fällen und Steuerhinterziehung in drei Fällen zu einer Haftstrafe von drei Jahren verurteilt. Dabei ging es unter anderem um Charterflüge, die er aus Sicht des Gerichts zu Unrecht über die Firma abgerechnet hatte. Middelhoff hatte die Vorwürfe entschieden zurückgewiesen. 2017 kam er vorzeitig frei.

Im vergangenen Jahr wurde erneut ein Ermittlungsverfahren gegen Middelhoff eingeleitet. Dabei soll es um den Vorwurf gehen, der ehemalige Top-Manager habe vor seiner Privatinsolvenz Geld verschoben. Dagegen wehrt sich Middelhoff in der FAS: „Nicht einmal einen Cent habe ich zurückgelegt.“

Er lebe von Pensionsansprüchen, vor allem aus seiner Zeit bei Bertelsmann. „Ich bin 66 Jahre alt und bekomme von diesen Bezügen den mir zustehenden pfändungsfreien Teil.“ Die Einnahmen aus seinen Büchern würden in die Insolvenzmasse fließen.

Nachrichtenagentur dpa feiert 70 Jahre

Anfang August haben die JournalistInnen der Deutschen Presseagentur (dpa) mal wieder gespürt, wie groß ihre publizistische Verantwortung ist. „CDU-Politiker: Grundschulverbot für Kinder, die kein Deutsch können“ stand über einer kleinen Meldung, die wie viele andere an diesem Tag an die angeschlossenen Rundfunkanstalten, Onlinedienste und Zeitungshäuser ging.

In sozialen Netzwerken prasselten auf den stellvertretenden Chef der Bundestagsfraktion der Union, Carsten Linnemann, wüste Beschimpfungen ein. Populisten jubilierten wiederum. Linnemann wehrte sich: So habe er das nie gesagt. Tatsächlich korrigierten die JournalistInnen ihre Meldung, die ein Interview zusammenfasste: „Grundschulverbot“ sei eine „zu weitgehende Wiedergabe der Worte Linnemanns“ gewesen.

Linnemann hatte sich ursprünglich in der Rheinischen Post zu Wort gemeldet. Sven Gösmann war einst Chefredakteur der Zeitung. Seit fünf Jahren leitet er nun die dpa. Wie ist das mit der publizistischen Verantwortung – stimmt ihn so ein Vorgang nachdenklich?

„Es gibt im Nachrichtenbereich keine Gatekeeper im klassischen Sinne mehr“, sagt Gösmann. „Aber die ,Tagesschau‘, der Deutschlandfunk oder wir sind natürlich immer noch gewaltige gesellschaftliche Verstärker, hinter denen sich auch mancher mit trüben Absichten verstecken möchte. Da schmerzt jeder Fehler, da hilft jede aufklärerische Leistung.“

Rund 700 Mitarbeiter weltweit

Die dpa nahm ihren Betrieb vor 70 Jahren in Hamburg auf. Dort, in einer Villa, liegt noch immer ihr Geschäftssitz. Der Newsroom der dpa befindet sich allerdings inzwischen in Berlin. Er ist 150 Meter lang und mit 270 Schreibtischen bestückt. Im Schichtbetrieb arbeiten allein hier 370 MitarbeiterInnen. Weltweit sind es fast doppelt so viele feste dpa-JournalistInnen.

Um die Dimension zu verstehen, ist noch eine Zahl entscheidend: dpa hat viele Angebote, darunter Dienste mit Meldungen in den einzelnen Bundesländern, internationale Angebote in Englisch, Arabisch und (seit vergangenem Jahr etwas ausgedünnt) Spanisch. Im „Basisdienst“ sendet dpa im Jahr fast 200.000 Beiträge an deutsche Medien – knappe Meldungen, ausführliche Zusammenfassungen und Korrespondentenberichte.

Was Nachrichtenagenturen von anderen Medien unterscheidet: Medien müssen ihre Texte bei der Übernahme nicht prüfen. Das Stichwort hier: Agenturprivileg. „Nach der Rechtsprechung dürfen die Empfänger von Texten von anerkannten Nachrichtenagenturen auf deren Richtigkeit vertrauen“, heißt es in einem juristischen Handbuch für die Reporter der dpa. „Das gilt auch für Fotos und die als Bildtext gemachten Angaben.“

Aufklärerischer Anspruch

Diese Verantwortung kann ein Fluch sein – siehe das „Grundschulverbot“. Fehler verbreiten sich wie ein Lauffeuer. Für Chefredakteur Gösmann ist sie aber auch ein Segen. Jedenfalls sagt er: „Gesellschaften sollen sich ihre Meinung auf Grundlage bestmöglich belegter Fakten bilden. Wir sind eine Organisation, die diesen aufklärerischen Anspruch in sich trägt.“

Diese „bestmöglich belegten Fakten“ sind so etwas wie das Markenversprechen der dpa. Das löst sie erstaunlich oft ein, aber auch nicht immer. Während dpa 1963 als erste Agentur weltweit „Kennedy tot“ meldete, folgte 1964 der Nachrichten-GAU: dpa erklärte auch Nikita Chrusch­tschow, den sowjetischen Staats- und Parteichef, für tot. Das wiederum war eine Falschmeldung. Zur Strafe musste sich dpa für gut ein halbes Jahr aus Moskau zurückziehen.

In der Moderne der dpa ist das Signalwort „Bluewater“. Das steht für einen Terroranschlag, den dpa meldete, obwohl es ihn nie gab. SchauspielerInnen inszenierten diesen perfekt: Einer rief getarnt als Praktikant eines US-Senders an und wies dpa auf gefälschte Videos aus – dem ebenfalls erfundenen – Bluewater hin. Andere fälschten Internetseiten von Polizei und Feuerwehr. Bei den angegebenen Hotlines nahmen MuttersprachlerInnen ab, die – vor Sirenengeheul aus Lautsprechern – Auskunft gaben. Die JournalistInnen der dpa korrigierten und schämten sich.

Deepfakes ermöglichen Manipulation

Heute beschäftigt Gösmann ein Verifikationsteam. Es checkt Material, das die Agentur über das Netz erreicht. Die Agentur sucht zudem Wege, um auch Deepfakes rechtzeitig zu erkennen: Präsidenten, Despoten und Wirtschaftschefs, denen mithilfe von Stimmproben und Algorithmen quasi perfekt Worte in den Mund gelegt werden. „Wir müssen uns alle davor fürchten“, mahnt Gösmann. „Da ist der Manipulation Tür und Tor geöffnet.“ Aber kann sich dpa immer ausgeklügeltere Recherchetechniken überhaupt leisten?

Die dpa gehört 180 Medien, vor allem Verlagen. Zeitungen zahlen nach Auflage. Sie sinkt, also kommt weniger Geld rein. Und auch das Auslandsgeschäft schwächelt. Im Geschäftsbericht heißt es: „Neben den absehbaren Erlösrückgängen beim Basisdienst und den Landesdiensten durch weiterhin rückläufige Auflagenzahlen ist es auch bei den fremdsprachigen Auslandsdiensten nicht gelungen, das Umsatzniveau des Vorjahres zu halten.“

Vor allem der Ableger News Aktuell, ein PR-Dienstleister, gleicht aus, was im Kerngeschäft wegbricht. Dort werden wiederum Kunden wie Facebook, die Faktenchecks kaufen, wichtiger und auch Regierungen, Lobbyagenturen und Unternehmen, die dpa mit dem Weltgeschehen und mit Brancheninfos versorgt. Wie unabhängig ist dpa nach 70 Jahren?

Die Bundesregierung ist auch Kunde

„Rund 3,5 Prozent des Umsatzes der dpa GmbH geht auf Geschäfte mit der Bundesregierung und beigeordneten Einheiten zurück“, heißt es auf Nachfrage. Die GmbH betreibt die klassischen Angebote der dpa. Für die gesamte dpa-Gruppe lägen keine Zahlen vor. Wichtig ist der Agenturleitung so oder so dieser Hinweis: „Die Bundesregierung ist ein Kunde wie alle anderen auch. Die Aufträge kommen in der Regel via Ausschreibung zustande.“

Lauter Applaus kam Anfang Juli von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. „Fakten sind Fakten, wenn sie von dpa gemeldet werden“, sagte er auf einem Festakt der dpa. „Und sind sie es einmal nicht, werden sie umgehend korrigiert.“ Im Fall Carsten Linnemann dauerte das fast 24 Stunden. Das ist eine ziemliche Strecke dafür, dass das eher eine Kleinigkeit war, zumal in diesen schnellen Zeiten. Aber immerhin: dpa hat sich sauber korrigiert. Alles gut.

Telefonapparate als Sicherheitsrisiko

Sicherheitstotalausfall

Sicherheitsforscher des Fraunhofer-Instituts für Sichere Informationstechnologie (SIT) in Darmstadt haben die Sicherheit von VoIP-Telefonen überprüft und eine große Zahl von teilweise gravierenden Schwachstellen gefunden. Insgesamt haben die Sicherheitsforscher 33 VoIP-Telefongeräte von 25 verschiedenen Herstellern genauer angeschaut.

Von den Ergebnissen waren die Sicherheitsexperten, wie sie schreiben, selber überrascht: «Wir hatten nicht erwartet, dass wir so viele derart kritische Lücken finden, da diese Geräte schon lange auf dem Markt sind und sie dementsprechend getestet und sicher sein müssten», erklärt in der Medienmitteilung Stephan Huber, einer der an der Untersuchung beteiligten Forscher.

Insgesamt haben die Forscher 40 Schwachstellen gefunden. Eine davon war so gravierend, dass sie es einem Angreifer ermöglicht, ein VoIP-Telefon vollständig unter seine Kontrolle zu bringen. Ein «Sicherheitstotalausfall», wie es in der Medienmitteilung heißt. Betroffen sind von dieser Schwachstelle sieben Geräte. Sie erlauben es einem Angreifer, auch an andere Geräte im Netzwerk herankommen, an weitere VoIP-Telefone oder an Computer oder sogar an Produktionsmaschinen.

Geschäftsschädigende Überlastungsangriffe

Eine weitere Gefahr ergibt sich aus Überlastungsangriffen (Denial of Service Attack). Auf diese Weise lassen sich VoIP-Telefone außer Gefecht setzen. Bei Firmen, die auf ihre Geschäfte auf fernmündliche Kommunikation angewiesen sind, kann das geschäftsschädigend sein.

Die Sicherheitsforscher haben alle Hersteller der untersuchten VoIP-Telefone über die gefundenen Schwachstellen informiert; diese haben alle reagiert und die Lücken geschlossen. Die Fraunhofer SIT-Experten raten deshalb allen Nutzern, die eigenen Geräte aktuell zu halten und auf Updates für die Geräte-Firmware zu achten.