Axel Springer hält an der täglich gedruckten Welt fest – trotz Defiziten

Die Welt sei bei Axel Springer fester Bestandteil der Zukunftsstrategie, das gelte auch für die gedruckten Zeitungsausgaben, ist in der Mail von Mathias Döpfner zu lesen. Das Versprechen untermauerten sie mit dem Hinweis: „Dafür stehen sowohl der gesamte Vorstand als auch Friede Springer ein“.

Zu der Klarstellung genötigt sah sich Döpfner, nachdem die FAZ am berichtet hatte, Welt und Welt am Sonntag verlören nach dem erwarteten Einstieg des US-Finanzinvestors KKR bei Axel Springer ihre Bestandsgarantie.

Zu dieser Interpretation war die FAZ gekommen, weil in der am Montag veröffentlichten Angebotsunterlage von KKR an die Aktionäre steht, der Geschäftsbereich der Welt-Gruppe würde fortgeführt, allerdings „unter der Voraussetzung einer angemessenen Steuerung der jährlichen Ergebnissituation“.

Die Formulierung sei missverständlich als fehlendes Bekenntnis zur Zukunft der „Welt“ interpretiert worden, hatte Finanzvorstand Julian Deutz daraufhin in der Morgenkonferenz den besorgten „Welt“-Redakteuren erläutert. Doch Döpfner und Caspar wollten anscheinend sichergehen und begründeten daher noch einmal schriftlich, weshalb es dieser Klausel überhaupt bedurfte: Es sollte eben gerade „nicht die Spekulation entstehen“, dass die „Welt“ einschließlich ihrer Printausgaben „aufgrund ihrer Ertragslage“ zur Disposition stehen könnte. Das lässt darauf schließen, dass die Welt weiterhin defizitär ist.

Aktuell werden von der Welt bundesweit täglich nur noch 109.953 gedruckte Exemplare verkauft, davon lediglich 60.953 am Kiosk und im Abonnement (ohne E-Paper). Wachstum verzeichnet sie im Digitalen, wo sie inzwischen mehr als 100.000 zahlende Leser hat. In der Branche reift inzwischen allerdings die Erkenntnis, dass das Printprodukt trotz hoher Herstellungs- und Verbreitungskosten zum Image und zur Stärke einer Medienmarke beiträgt – und damit auch zu ihrem Erfolg im Digitalen.

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